Der Schankraum

Wir feiern 20 Jahre Celcia - eine Welt der Fantasy! In diesem Bereich könnt ihr unsere Off-Topic Taverne bespielen
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Kazel Tenebrée
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Der Schankraum

Beitrag von Kazel Tenebrée » Mittwoch 5. August 2026, 10:07

Der Schankraum
Die Taverne "Zur Zwanzig" ist ursprünglich als uriger Ort gedacht, um an einem der 20 Tische zu verweilen, seinen Krug zu heben oder unter einem 20-prozentigem Schnaps schnell den Kopf auf den Tisch prallen zu spüren. Von außen ein Gebäude aus Stein im Erdgeschoss und Fachwerk in den oberen Etagen, kann sie ihr Aussehen jedoch jederzeit ändern. Denn die "20" befindet sich auf einem einzigartigen magischen Knotenpunkt Celcias, aus dem alle Arten der Magie zusammenzufließen scheinen. Entsprechend reagiert sie auf die Wünsche oder Erwartungen ihrer Kundschaft, so dass sich Ecken plötzlich in eine tropische Regenwaldtaverne verwandeln, während man am Tresen eine sandige Wüstentaverne vorfindet. Manche Tische befinden sich wie durch Zauberhand unter Wasser, andere wiederum sind gar keine Tische, sondern lebendige Tiere, die einladen, auf ihren breiten Rücken zu sitzen und zu speisen.
Die Musik, die gespielt wird, ist ähnlich durch die Magie veränderbar. Es passiert sogar, dass es weder Barden noch Intrumente - manchmal nicht einmal Talent! - benötigt, um den Schankraum mit Klängen zu erfüllen. Das ursprüngliche Farbthema - schwarz, ganz nach dem Sinn des Wirtes Gevatter Tod - ändert sich auf den Kundenwunsch hin ab, so dass die Kneipe immer wieder ihr Bild wechselt. Dadurch bleibt sie bunt und vielfältig, genauso wie ihre Kundschaft!

Wer wohl heute alles in der Taverne auftauchen wird, um irgendetwas mit zwanzig zu feiern? Denn die Welt selbst ist doch viel älter, oder nicht?!

Das gesamte Celcia-Team wünscht an dieser Stelle viel Spaß mit dem Offtopic-RP und hofft, dass ihr neben eurem eigentlichen Rollenspiel auf Celcia ab und an mal hier verweilt - vielleicht für einen kleinen Plausch, vielleicht für einen von Tod gebrühten Kaffee. Jeder ist Willkommen!
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Gevatter Tod
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Re: Der Schankraum

Beitrag von Gevatter Tod » Donnerstag 6. August 2026, 07:54

Drinnen waren die Vorbereitungen schon im vollen Gange. Das hübsch gemalte Banner über dem Tresen hatte in der Zugluft schon ein paar mal geflattert und die Ankunft der ersten Gäste herbei gesehnt:

**Herzlichen Glückwunsch zum 20igsten Jubiläum!**

, stand da in großen Lettern und hieß jeden der eintrat Willkommen. Unter der Decke schwebten eigens von Lysanthor erschaffene kleine Lichter zwischen bunten Laternen. Manthala hatte schattig lauschige Nischen vorbereitet, in die man sich nach Bedarf zurück ziehen konnte und Faldor hatte seinen berücht...berühmten Blutkuchen gebacken.
„Wehe er schmeckt ihnen nicht!“
, grummelte er leise und drückte die letzte der 20 Kerzen in die blutrote Glasur. Feylin fuhr mit einem kleinen Finger durch die Sahne und steckte sich zufrieden glucksend den Finger in den Mund. Florencia, die frisches Obst und eine Gemüsesuppe mitgebracht hatte, schnappte sich das 'jüngste' der unsterblichen Wesen, bevor es noch in die Torte plumpste und hob es auf den Arm. Phaun, der gerade einen Braten auf der Anrichte abstellt hatte, umschlang ihre Hüften und sie lehnten sich gemeinsam an den Tresen. Die drei gaben am ehesten das Bild einer glücklichen Familie ab, auch wenn die Götter alle mehr oder weniger Geschwister waren. Wenn nicht im Blute, so doch als Wesenheit an sich. Ventha flirtete noch kurz zwinkernd mit dem lichten Gott und überlegte, ob sie die Kerzen auf Faldors Kuchen wieder löschen sollte, einfach nur um ihn ein bissen zu necken, aber der Urgeist hakte sich gerade bei ihr unter, als ahnte er was sie vor hatte. Brocknar hatte für genügend Feuerholz im Hinterhof gesorgt und kraulte gerade Iazar auf Augenhöhe, der einige seiner Beutefelle gespendet hatte, damit die Gäste weich sitzen würden. Ilani saß derweil auf seinem Rücken und putzte ihr weiches Fell. Ihre gesammelten Nüsse standen in regelmäßigen Abständen auf dem Tresen und auf den Tischen. Alle hatten mehr oder weniger zu den Vorbereitungen beigetragen.
Alles wirkte schon sehr festlich.
Es wurde schließlich eine bunte Gästeliste erwartet und das ganze Jahr über, würden die Türen des Schankraums für jeden offen stehen, der in den letzten 20 Jahren oder auch ganz aktuell, Freude daran haben würde in der Taverne...

„Zur Zwanzig“

...vorbei zu schauen.
„Es wird keiner kommen, solange ihr euch hier herum treibt.“
, moserte Tod, der sich heute Todd nannte, die herum lungernden Götter an.
„Ihr solltet langsam mal verschwinden.“
Sofort erntete er einige unwillige Blicke, aber das war ihm herzlich egal. Was sollten sie ihm schon antun?! Ihn töten? Breit grinsend warf er schwungvoll seine Kutte von sich, so dass sie am Kleiderhaken landete und marschierte nackt und knöchern hinter den Tresen.
„Herjeh, bedecke dich!“
„Ist das ein drittes Bein? RESPEEEKT!“
„Igitt!“
*Glucksen*
„Muss das vor dem Kind sein?“
„Schatz, er will nur angeben.“
„Was? Ich sehe nichts!“
*knurrendes Geräusch*
*fiepsen*
Todd verschwand hölzern lachend im hinteren Lagerraum, wo er etwas ganz besonderes für diesen Tag vorbereitet hatte. Der Gevatter hatte sich für heute eine Auswahl an besonders hübschen Fleischsäcken aufgehoben. Schon Wochen zuvor war er immer wieder ins Reich der Lebenden gehuscht und hatte hier und da frisch Verstorbene inspiziert. Jetzt hingen sie wie Rinderhälften in der Kühlkammer und warteten auf ihren Auftritt. Eine Rückkehr ins Leben, sei es auch nur für dieses Jahr, für einen Tag, oder auch nur eine Stunde war für jede Seele immer eine willkommene Ablenkung zur Ewigkeit. Der Gevatter rieb sich die Hände und schob einen besonders großen Körper erst mal beiseite. Der Körper war sogar noch warm und seine Seele klebte äußerst anhänglich an ihm. Sicher war er sich noch nicht mal bewusst, dass er schon verstorben war.
„Du bist erst später dran, Asahi.“
Todd suchte nach etwas filigranem, freundlich und schillernd schön, so sollte sein erster Auftritt sein.
„Ah. Da bist du ja.“
Diese Seele war schon eine Weile ins Reich der Vergessenen verband worden, aber für diesen Anlass würde sie sicher gern noch mal ihr Tanzbein schwingen wollen. Todd berührte ihn zwischen den Brauen an der Stirn und er schlug die Augen auf.
„Nar'Zissus de Quis, erlauchter Paradisvogel und einstiger Hofgärtner des Königsmachers, Haushofmeister und Verwalter seines Erbes und Wächter über die verlorenen Seelen von Morgeria.“
„Zissus reicht vollkommen. Danke.“
Todd gluckste.
„Dann also Zissus. Sobald die ersten Gäste da sind, wird Musik aufspielen und es wäre eine Freude, dich tanzen zu sehen.“
„Es wird mir eine Ehre sein.“
Der Dunkelelf mit der vogelähnlichen Nase verbeugte sich, streckte sich und begann sich schon mal warm zu machen. Todd suchte derweil weiter.
„Hm... und was zieh ich an?
Eine Weile hatte er überlegt als er selbst zu gehen und seinen Gesellen als Kellner einzuspannen, aber das könnte doch die ein oder andere Seele zu sehr verstören hier als Skelett hinter dem Tresen zu stehen. Auch das Erscheinen der Götter war vielleicht etwas zu viel für den Anfang. Deshalb hatte er sie ja auch raus geschmissen. Es sollte ein gemütliches Zusammensein werden und bei den Göttern waren Chaos, Katastrophen und die nächste Kataklypse vorprogrammiert, sobald sie zusammen kamen. Aber es gab so viele Seelen, deren Körper noch in seiner Sammlung baumelten und deren Seelen bereits weiter gegangen waren. Todd 'blätterte' in seiner Kartei, als sei sie eine Menükarte:
„Hm...Mia, Sam, Sethiel, Viro Mentis, Viconia Kyrrenthia, Turnil, Thomas Mercer, Sophia, Solas Soul, Roac Adair, Omniel, Naella, Miriel Lefay, Marga, Kjartan, Janay, Juno, Gwynn, Gunther Bockhardt, Grumm, Gin, Eleazar, Earane Felfalas, Brovi Bockstein, Bilgar Schneeblick, Baltos, Balian, Aurelia Eichenherz, ...hm.“
An manche erinnerte er sich mehr, an andere kaum noch. Und dann gab es ja noch die ganzen „Nebenrollen“, die das Leben einfach vergessen hatte:
„Marukatze, Erd-Maru, ...die Aktuelle, Marukan der Schmied, Marukan der Barde... Da war eber jemand nicht sehr kreativ mit seinen Namen...tz.“
Er blätterte weiter:
„Kasan, Verano – Der Barde der Königing, Chasin Halona de Mondragil, Androkan – Der Krieger mit dem gläsernen Herzen, Malina...Chastiel, blonder lecker Diener (Wache in Ausbildung), Oliv, Neroma, Azariel, Keona, Mandavar Amraén der Blaue, Nikani und Kanina, Starle, Juduka, Talimée, Anabell, Sintus...“
Die Aufreihung von Namen, Seelen die mal mehr Bedeutung in dieser Welt gehabt hatten wurde immer länger. Also entschied er sich für etwas umgängliches. Die Mantroner standen steht's im Ruf trinkfest und gesellig zu sein und in all den Jahren waren viele gekommen und waren weiter gegangen, wie eben das Leben so spielte:
„Baltos Bestientod.“
Das Leben dieses Charakters war schon lange so vergangen und kaum einer erinnerte sich noch an ihn, was in dieser Situation auch gut so war. Niemand würde ihn wieder erkennen. Der Körper des Mantroners war dafür um so beeindruckender. Todd musterte das Prachtexemplar wohlwollend:
„Ach, wenn ich noch mal jung wäre...“
Baltos Aussehen bediente sich aller Klischees die es über Mantroner zu sagen gab. Mit seinen 18 Jahren hatte er schon die stolze Größe von 1,95 Metern erreicht. Typisch für sein Volk besaß auch er die veranlagte Muskelmasse sowie die bleiche Haut. Sollte man seinen Körper nach Fett absuchen, würde man nicht fündig werden. Jede Faser seines Körper war trainiert, inklusive Stiernacken und breiten Schultern. Die enorme Narbe über seinem linken Auge offenbarte, dass er von einem wilden Tier mit der Pranke verletzt wurde. Das unversehrte Auge war von eisblauer Farbe. Auch seine breite Nase hatte wohl schon einige Schläge einstecken müssen. Im Gesamteindruck ließ ihn das wesentlich älter wirken als er eigentlich zum Zeitpunkt seines Todes war, was vermutlich auch an seiner wettergegerbten Haut lag, sowie an dem blonden Bart, der sein Gesicht umwucherte. Sein ebenfalls blondes, wildes Haupthaar war zu einem Kriegerzopf gebunden, an seiner linken Schläfe drei kleine geflochtene Strähnen, die mit Perlen aus Tierknochen versehen, sein wildes Aussehen noch etwas unterstrichen. Die Kleidung, eine braune Lederweste, bedeckte knapp seinen Oberkörper. Ein Gürtel, der mit einer Metalllasche in Form eines geöffneten Wolfsmauls versehen war, fixierte die lederne Hose. Die Füße stecken in festen Stiefeln mit denen Todd auch den ein oder anderen Gast notfalls hinaus treten könnte.
So für die Eröffnung bestens gewappnet, betrat er den plötzlich wie leer gefegten Schankraum. Nur von der Hintertür erklang plötzlich ein heiseres Lachen, gepaart mit einem bockigen Hustenanfall und einhergehendem langsam wie Nebel über den Boden kriechenden Mief.
„Da hat sich aber jemand feingemacht! HAHA *hust* haha.“
„Rukulla! Ab nach hinten! Du verscheuchst mir die Gäste!“
„Ich wollt nur nach schauen was du so treibst. Der Kerl, den du da trägst, der kannte mich übrigens, als ich noch am Leben war.“
Todd hob die Brauen.
„Und dann bist du ihm begegnet. ENDE!“
„So passiert es vielen. Hihihihrhrrh.“
Rukulla kicherte wie ein junges Mädchen, das sich verschluckt hatte und dann röchelnd den Löffel abgab, drehte sich im Kreise, dass ihre Röcke nur so schwangen und er schnell den Blick hob. Man sollte niemals zu tief bei ihr schauen! Sie beugte sich nach vorne machte einen Knicks. Dabei fiel ihr irgendwas aus dem faltigen Dekolletee, was... zuckte.
Hat sie echt diesen kleinen Wurm mitgebracht???
„NIMM DAS MIT!“
„Ups.“
Todd in seinem Baltos-Kostüm, schnappte sich einen Lappen, sobald die schrullige Alte das was sie verloren hatte, eingesammelt und gegangen war und polierte die verunreinigte, verdorbene, verfluchte Stelle am Boden. Die Diele, die sie getroffen hatte, begann sich schon zu zersetzten und so schnell wie es passierte, bildete sich Humus und plötzlich keimte da ein Zweig aus dem Astloch.
„Na toll. Jetzt muss ich auch noch bald ne Heckenschere holen, weil diese verfluchte Alte nichts bei sich behalten kann!“
Todd beendete seine Schimpftirade, schritt quer durch den Schankraum, öffnete die Tür nach draußen und spähte den Weg hinunter. Noch war niemand zu sehen.
Ob mein Geselle mich so erkennt?
Die Frage war obligatorisch, denn seinen Meister würde Kazel immer erkennen, egal welchen Fleischsack er gerade trug.
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Kazel Tenebrée
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Re: Der Schankraum

Beitrag von Kazel Tenebrée » Samstag 8. August 2026, 15:37

Kazel war nicht ganz klar, warum er hierher hatte kommen sollen. Diese Taverne befand sich am Ende der Zeit ... und am Anfang ... und dazwischen. Diesen Umstand war er inzwischen gewohnt. Er bewegte sich durch und mit der Zeit, würde nicht mehr altern, aber wurde von ihr auch auf so viele andere Weise nicht berührt. 'Da kannst du dir also ruhig mal ein bisschen davon nehmen, mein Geselle!'
Die Worte Gevatters Tods hallten noch immer in seinen Spitzohren nach. Es war seltsam, dass der alte Knochen ihn immer wieder dazu verleiten wollte, an Festen und Feierlichkeiten teilzunehmen, wo sie doch ihre Pflicht erfüllen sollten. Kazel war gewissenhaft genug, den Gevatter ständig daran zu erinnern, aber jener konterte dann mit irgendeiner Ausrede, dass die Verstorbenen ja nun tot wären und warten könnten. Was sollte ihnen denn in der Zwischenzeit passieren? Sterben konnten sie ja nicht noch einmal. Also gab Kazel jedes Mal klein bei, wie auch heute.

Er konnte aber nicht abstreiten, dass ihn eine gewisse Neugier packte, als er den Schankraum betrat. Seine meerblauen Augen unter der schwarzen Kutte, die sonst auch nur noch der Gevatter selbst trug, flogen umher. Die Einrichtung gefiel ihm, sie besaß irgendwie von jedem Flecken Celcia ein wenig und auch wenn er noch nicht alle Ecken dieser Welt kannte, besaß er die nötige Zeit, um das zu ändern. Ob er hier einen Auftrag zu erfüllen hatte? Wahrscheinlich nicht. Tod wollte sicher wieder, dass er sich ein wenig entspannte, sich ablenkte und die Spannung seines pflichtbewussten, aber viel zu ernsten Geistes ablegte.
"Also ... wo bist du, Meister?", rief er in den Saal, der seine Stimme wie mit zwanzig Echso nachhallen ließ.
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Re: Der Schankraum

Beitrag von Gevatter Tod » Sonntag 9. August 2026, 12:15

Kazel hatte gerade den Schankraum betreten, das 20igste Echo war gerade verklungen, da legte sich eine große schwere Hand von hinten auf seine Schulter.
„Da bist du ja!“
Tod grinste ihn aus dem mantronischen Gesicht breit und herzlich an, aber für Kazels Gesellenblick schimmerte da einfach ein wenig zu sehr der Totenschädel durch. Der Mann, den er sich heute „über gezogen“ hatte, legte seinen gewaltigen muskulösen Arm um die deutlich schmaleren Schultern und drückte Kazel einmal kräftig an seine breite Brust – ganz wie es in seine heutige Rolle passte. Er roch sogar nach Wind und Meer und Leder. Aber auch wenn er heute kein Mantroner gewesen wäre, so wusste Kazel, dass der Gevatter sich manchmal eben nicht seinem 'unsterblichen Stand' entsprechend abgehoben und mystisch benahm und er eben lieber seinen Puffmais aß und Filme auf der Seelenleinwand schaute. Heute war wohl eben einer dieser Tage, wo der Gevatter aus der Rolle fiel. Der Bizeps schwoll und ein paar kräftige Klopfer landeten auf dem Rücken des Anderen. Dann gab er ihn frei. Tod legte seinen Zeigefinger an die Lippen, senkte sein Haupt und seine Stimme und flüsterte, als sei es ein großes Geheimnis:
„Nenn mich bitte heute Todd. Wir wollen doch nicht die anderen Gäste verschrecken.“
Er sah mit hoch gezogenen Brauen zur Tür.
„Zumindest hoffe ich, dass noch ein paar kommen werden.“
Dann musterte er ihn.
„Willst du das die ganze Zeit anlassen?“
Helle blaue Augen musterten die schwarze Kutte.
„Ich hab Wechselkleidung und ...wenn du mal was neues anprobieren willst, dann hätte ich noch ein paar andere Körper im Lagerraum.“
Todd grinste und es stand ihm gut. Er nahm seinen Gesellen mit beiden Händen bei den Schultern und hielt ihn mit gestreckten Ellenbogen von sich, damit er ihm fest in die Augen sehen konnte:
„Ich hab dich lange nicht gesehen, mein Bester.“
Und NOCH einmal wurde er an diese breite Brust gedrückt, dass es ihm fast die Luft zum Atmen hätte nehmen können. Dann atmete der Mantroner einmal tief durch, ließ Kazel los und schien etwas verwirrt und nachdenklich.
„Ich werde wohl vergesslich auf meine alten Tage.“
Er kratzte sich den vollen Bart und zwirbelte das Ende einer geflochtenen Strähne um einen Finger.
„... Ich glaube mir fehlt ein gewisser Zeitraum deiner Vergangenheit, aber das ist wohl nicht mehr wichtig. Wichtig ist, dass du jetzt da bist und wenn du magst, dann lass uns feiern. Du kannst mir aber auch helfen die Leute zu bespaßen, oder wir schwelgen ein wenig in vergangenen Tagen.“
Noch einmal wurde er etwas nachdenklich.
„Sag mal, war ich im Urlaub, oder hab ich verschlafen? Kennst du dieses Gefühl nach dem Aufwachen, du hättest geträumt, aber hast vergessen worum es ging?“
Todd schüttelte sich wie ein nasser Hund und lachte dann herzlich und etwas zu laut.
„HAHAhaha. Komm, lass uns was trinken und anstoßen! Ich hab eine Idee. Machen wir ein kleines Spiel daraus. Wir haben ja Zeit. Es geht auch nicht ums gewinnen...“
Damit trat er hinter den Tresen und schenkte jedem von ihnen 20 Kurze ein, die auf einer langen Planke mit kleinen Vertiefungen ihren Platz hatten. In seine 20 kleine Gläser füllte er goldperlenden Honigschnaps.
„Was möchtest du?“
Er wies auf eine vorzügliche Auswahl an alkoholischen und nicht-alkoholischen Köstlichkeiten. Sogar reinsten Nektar hatte er da, wohl für den Fall, dass eine Fee sich hier her verirrte. Nachdem Kazel gewählt hatte fuhr er fort zu erklären:
„Lass uns versuchen 20 vergnügliche Erinnerungen zusammen zu bekommen. Es müssen nicht alle unbedingt vergnüglich sein, aber doch prägend und im tieferen Sinne schön, meinst nicht? Was meinst du? Hast du Lust? Nennen wir es: 'Ich erinner!'
Er hob das erste kleine Glas. Ein einfaches Spiel in dem es einzig darum ging sich an irgend eine Zeit aus 20 Jahren zu erinnern. Für den Gevatter musste das in diesem Fall von Anbeginn der Zeit gelten, jedoch reichten ja kurze Stichpunkte, die er aus jedem seiner Erlebnisse hier und da heraus suchen konnte.
„Ich erinner!“
Er hob sein Glas stürzte es herunter und schaute tief auf den golden schimmernden Grund, während er sprach:
„Da gab es mal eine junge Frau aus Mantron, die sich in eine schwarze Katze, eine Servali verwandelte. Sie war schon ein echter Pechkeks, vom Schicksal in Form eines Dämonen verfolgt, der Herr eines Wurms, den du auch einmal kennen gelernt hast, mein Bester. Auch sie weilte in jenen Räumen in Sademos Haus, die du einst besuchtest. Ich erinner den Faden, den das Schicksal von damals bis zu dir sponn und all die Leben dir er verwirrte und berührte, angefangen von diesem Körper...“
Er klopfte sich mit der Faust auf die Brust und dann auf den Tisch.
„...von ihrer ersten Liebe an. Dieser Mann, sein junges Leben war ihre Inspiration, ein Grund von vielen, der sie in diese Welt brachte. Obwohl sie sich persönlich nur in der Kindheit kurz begegnet sind, so war ihr Schicksal doch verwoben. Dieser starb auf der Suche nach ihr...“
Nun grinste er plötzlich wieder und beendete seine erste von 20 Erinnerungen mit folgenden Worten:
Ich erinner, dass Baltos sie mal als kleine dicke Robbe bezeichnete. ...Lag bestimmt an den vielen Mukis, dass sie so auf ihn abfuhr, weniger an seiner ausgefeilten Rethorik. “
Todd ließ seine Muskeln spielen und pumpte ordentlich die Brustmuskeln unter der schmalen Weste auf. Die Tattoos zuckten mit und tanzten über seine vom Wetter gegerbte Haut. Der Gevatter im Fleischsack lachte und ein warmes Gefühl der glücklichen Erinnerung erreichte sein trockenes Herz. Dann sah er Kazel an:
„Versuch es auch mal, wenn du magst.“
Nebenbei holte er einen Aushang heraus, den er seinen Gesellen noch als Anregung zum Nachdenken später aufhängen lassen wollte. Er kritzelte noch darauf herum, während er Kazel zuhörte.
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Re: Der Schankraum

Beitrag von Maruka » Sonntag 9. August 2026, 13:23

Bin ich zu spät?
Maruka trieb ihren Warg Mato zum äußersten an. Die Welt flog an ihnen nur so vorbei und sie spürte seine starken Muskeln unter sich arbeiten. In der Ferne sah sie schon das gemütliche Fachwerkhaus zwischen den Bäumen auftauchen...
Irgendwas ist hier merkwürdig.
Maruka erinnerte sich nicht an keinen einzigen grünen Baum, aber trotzdem fühlte sich das hier gut und richtig an. Auf den letzten Metern bremste sie kaum ab, sprang dann vom Warg und ließ sich abrollen. Mato würde sich schon selbständig etwas zu Fressen in der Umgebung suchen. Sie selbst hatte diesen inneren Drang gefühlt hier her kommen zu müssen... Nein. Sie wollte hier sein! Also riss sie die Tür auf und platzte in eine Szene, die früher oder später in diesem zeitlosen ganz besonderen Raum sein könnte.
Schwer atmend stand sie im Türrahmen, eine Hand an der Klinke, die andere am Rahmen sich abstützend. Die Sonnenstrahlen von draußen ließen ihre blanken Schultern olivgrün schimmern und setzten die Narben darauf gut in Szene. Der Schatten ihres orkischen Langbogens fiel auf die Dielen des Schankraums. Aus ihrem Zopf hatten sich eine wilde Strähnen beim eiligen Ritt gelöst und ihre Pupillen waren vom Adrenalin geweitet. Sie machte ganz den Eindruck einer wilden Kriegerin, die es eilig hatte. Ihr Herz pumpte und ihr Atem hob und senkte ihren muskulösen Brustkorb. Für eine Frau war sie erstaunlich groß und kräftig gebaut, maß maß nach menschlichen Maßstäben.
„Bin ich zu spät?“
Öhm...
Da saßen nur zwei einsame Gestalten am gegenüber liegenden Tresen. Dazwischen lag eine große freie Fläche. Maruka war wohl eher zu früh, aber wenigstens nicht die erste.
Sollte hier nicht gefeiert werden?
Sie ließ ihren Blick schweifen. Feiern... irgendwas klingelte in ihrem Hinterkopf bei dem Gedanken. Etwas das mit Freude und Lachen zu tun hatte, dass sie gleichermaßen fürchtete, wie auch ersehnte. Dieses Lachen... dieser Laut, den sie vor kurzem irgendwo gehört hatte und den sie auch in sich fühlen wollte. Dann zog sie ihren Rucksack vom Rücken und öffnete ihn. Sie zog ein grobmaschiges Netz heraus mit einigen schwarzen Klumpen darin.
„Ich hab 20 Trüffel mitgebracht.“
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Re: Der Schankraum

Beitrag von Gestalt » Sonntag 9. August 2026, 13:49

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Erion war wie ein Wirbelwind über die grasbewachsene Ebene galoppiert und hatte wie immer dafür gesorgt, dass ihnen beiden der Wind die Frisur durcheinander brachte. Ein absolut herrliches Gefühl, das den jungen Mann ein ums andere Mal mit einem gelösten, zufriedenen Grinsen zurück ließ.
So auch jetzt, als er seinem Freund den starken Hals klopfte, ehe er elegant herunter glitt. Locker am Zügel führte er den Hengst zu den Stallungen dieser Schenke, die wie aus dem Nichts vor ihnen aufgetaucht und zu einer Pause eingeladen hatte. Immerhin, sie waren inzwischen lange genug unterwegs gewesen und die letzten 20 Minuten im vollen Galopp heran gesaust.
Da hatte Erion sich eindeutig eine Pause verdient, die er mit Futter und frischem Wasser verbringen durfte, während Kyano sich die Beine vertreten und ebenfalls etwas zu sich nehmen wollte. Sein Magen knurrte schon vernehmlich!
Also winkte er seinem treuen Begleiter und pfiff fröhlich vor sich hin, während er, wie immer mehr mit seinen Luftschlössern denn mit seiner wahren Umgebung beschäftigt, zum Eingang der Gastwirtschaft schlenderte. Gerade als er eintreten wollte, übersah er die Schwelle und kam prompt ins Straucheln.
Voller Schwung, als hätte sich seine Windmagie zusätzlich einen Streich erlaubt und ihn von hinten geschubst, prallte er gegen einen fremden Rücken. "Uff!", entkam es ihm, als er sich rasch wieder wegdrückte.
"Hoppla, da hab' ich wohl nicht aufgepasst. Nichts für ungut!", plapperte er sofort los und lüpfte grüßend sowie entschuldigend seinen imaginären Hut von seinem zerzausten Schopf, ein schiefes Grinsen auf den Lippen.
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Re: Der Schankraum

Beitrag von Maruka » Montag 10. August 2026, 08:57

Von hinten mochte Maruka wie ein stattlicher Jägersmann mit langem Zopf aussehen, oder eben wie eine sehr muskulöse Frau. Der Rucksack war gerade abgenommen, ihre spitzen Ohren mit dem Rascheln abgelenkt, so dass sie die Tür und auch die Schritte nicht hörte und ihr Interesse war auf das was vor ihr lag gerichtet, da prallte plötzlich etwas gegen ihren Rücken und sie erschrak.
"Uff!"
, entkam es einer Kehle und kurz spürte sie Hände an sich, die sich von ihr weg drückten. Ihr Instinkt ließ sie herumwirbeln und den einen Arm in Abwehrhaltung vors Gesicht heben, während der zweite eine Gerade nach vorne ausführte.
Erst Zuschlagen, dann nachfragen!
Zwischen ihren Fäusten tauchte ein fast weibliches Gesicht auf und prompt tat es ihr leid. Oder war das von goldenen Haaren umwehte Geschöpf doch ein Mann? Da der Mann so plötzlich aufgetaucht war, hatte sie ungezielt nach oben zu geschlagen und nur die Stirn getroffen, da ihre meisten Gegner deutlich größer waren als sie. Jetzt erst taumelte er nach hinten und murmelte:
"Hoppla, da hab' ich wohl nicht aufgepasst. Nichts für ungut!"
Er sah gut aus und fasste sich an seinem zerzausten Schopf, ein schiefes Grinsen auf den Lippen.
Oh jeh, hab ihn doch hoffentlich nicht zu doll getroffen?
Die Geste kannte sie nicht, aber das Grinsen verriet, dass er gerade entweder auf keine ernsthafte Schlägerei aus wahr, oder sie erst später als Rache plante. So oder so tat es Maruka leid und sie fasste mit beiden Händen nach seinem Gesicht und inspizierte die langsam entstehende Rötung auf seiner Stirn.
Gibt das ne Beule?
„ Ähm.. Hoppla...“
, amte sie seinen Wortlaut nach. Gleichzeitig drängte sie den armen Mann zur nächsten Bank, drückte ihn in den Sitz und befühlte gründlich seinen Schädel.
„Hab nur reagiert. Nichts für ungut!“
Dann schaute sie zum Tresen.
„Wirt, habt ihr ein nasses Tuch zum kühlen?“
Besagter Schankwirt reagierte sofort und es flog ein feuchtes Küchenhandtuch in ihre Richtung. Maruka schnappte es sich aus der Luft und drückte es dem Goldschopf kräftig auf die Stirn.
„Festhalten.“
Dann ließ sie ihn endlich frei und kramte in ihrer Tasche nach irgendwas. Der Beutel mit den Trüffel lag mittig im Schankraum, wo sie ihn vor Schreck fallen gelassen hatte. Sie gab die Suche nach wenigen Sekunden auf und betrachtete ihr verbeultes Werk.
„Entschuldige. Hast mich erschreckt.“
Breitbeinig saß sie quer über der Bank dicht neben ihm und schaute betreten.
„Ich bin Maruka.“

Von Tresen aus fragte der Wirt nur:
„Braucht ihr nen Heiler?“
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Re: Der Schankraum

Beitrag von Gestalt » Montag 10. August 2026, 12:48

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Während der eine Part des Zusammenstoßes nach vorne sah und beschäftigt war, hatte der andere gar keinen Blick für seine Umgebung. Und genau deswegen passierte, was zwangsläufig kommen musste... und für ihn auch nicht zum ersten Mal. Nur machte diese Art Schaden ihn offenbar nicht klug. Also prallte er gegen den Körper, was ihn zurück in die Realität holte.
Sofort wollte er Schadensbegrenzung machen, indem er sich wieder wegdrückte. Doch er war nicht schnell genug, oder besser gesagt, sein Gegenüber war um ein Vielfaches schneller. Noch ehe er außer Reichweite war, wirbelte das grüne Wesen vor ihm herum und verpasste ihm eine, die sich gewaschen hatte.
Fast sofort reagierte seine Stirn, äußerlich wie innerlich. Während außen ein schmerzhaftes Pochen als Echo zurück blieb und sich nur allzu bald eine schöne Beule entwickeln würde, als wolle er zum Einhorn mutieren, löste die Begegnung innen einen heftigen Ruck aus und ließ ihn einen Moment lang Sterne sehen. Indes taumelte er zurück und brachte seine Entschuldigung hervor, ohne drüber nachzudenken.
Wieder meldete sich seine Magie und fing ihn wie mit einem weichen Luftpolster auf, sodass er Zeit hatte, um nach Halt zu greifen und diesen am Türrahmen zu finden. "Oh man, was für ein Treffer!", ächzte er und hielt sich den schmerzenden Schädel.
„ Ähm.. Hoppla... Hab nur reagiert. Nichts für ungut!“, drang es an seine Ohren. Er winkte noch ein wenig benommen ab und sein Grinsen bekam ein wenig Schieflage, während er sich auf die nächstbeste Bank drücken ließ. Mit einem leisen Stöhnen lehnte er sich nach hinten und schloss die Augen, versuchte, seine Sinne zu sortieren.
Plötzlich drückte sich etwas Kühlendes an die Stelle. Das wäre an sich ja gut gewesen, aber der Schwung war eine Spur zu kräftig und ließ ihn zusammen zucken. Ein leises Ächzen entrang sich seiner Kehle, um in einem erleichterten Stöhnen zu enden, als der Druck endete und seine Hand das Tuch als einziges hielt. Kurz bekam er Ruhe, die er auch dringend brauchte.
Doch schon erklang wieder die Stimme, die er nun allmählich als weiblich einordnen konnte. Blinzelnd öffnete er seine Augen, von denen er bislang nicht bemerkt hatte, dass er sie geschlossen hatte. Lädiert war er, wenngleich bei weitem noch nicht heftig genug, um sein Grinsen nicht wiederfinden zu können. "Hab' ich wohl auch verdient. Hätt' besser schauen sollen, wo ich hingeh'.", erwiderte er mit viel Selbsterkenntnis, obwohl das nicht bedeutete, dass er sich bessern würde.
„Ich bin Maruka.“, folgte die Vorstellung. Der junge Mann öffnete gerade den Mund, als es vom Tresen her kam:„Braucht ihr nen Heiler?“ Nun war es an ihm, als erstes zu reagieren. "Passt schon, bin noch in einem Stück!", gab er laut und deutlich zurück.
Dann sah er wieder zu der grünen Frau... Maruka, und hielt ihr seine freie Linke hin. "Kyano.", erwiderte er ihre Vorstellung und versuchte, ihr frech zu zuzwinkern, was ihm ein leises Stöhnen entlockte, weil die Kopfbewegung neue Schmerzimpulse schickte. "Keine Sorge, mein Schädel hält so einiges aus. Deine Faust war nicht die erste, die ihn erwischt hat.", spöttelte er mit jener Leichtigkeit, die ihm zu eigen war.
"Gut gezielt jedenfalls!", lobte er und beinahe war er wieder genug er selbst, um darüber lachen zu können, es schwang jedenfalls schon in seiner Stimme mit.
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