"Ist das ein echter Warg?"
, fragte Juulka.
"Ich höre die sonst nur nachts manchmal in Gruppen heulen. Das ist ein wenig unheimlich, vor allem, wenn das Geräusch näherkommt."
Maruka kannte das Geheul des Rudels nur zu gut. Für sie war es ehrer ein Wiegenlied und niemals unheimlich gewesen. Es bedeutete Zusammehalt und Gemeinschaft.
"Aber der hier sieht ja richtig friedlich aus ... mit seinen gewaltigen Zähnen. Ha! Da erinnert er mich echt an Rakhul, der sieht auch erschreckend aus, ist aber eigentlich sehr nett."
Rakhul... das muss der Ork sein. Ein erschreckender Ork.
Irgendwie überraschte das nicht. Galten doch Orks nicht immer als hässlich und abstoßend. Manche von ihnen 'feierten' diesen Umstand sogar regelrecht und machten sich so hässlich wie möglich um damit ihre Feinde in die Flucht zu schlagen. Niemand würde wohl einen Ork jemals als schön empfinden. Zumindest dachte Maruka so und Juulka plappterte munter weiter und bestätigte ihre Annahme:
"Oh! Rakhul ist der Ork, von dem ich erzählt habe. Und das da ... ist das Mato?"
Der Warg richtete die Ohren auf. Juulka hopste einmal.
Mach nicht zu viel Bewegung, sonst findet er dich zum fressen schön.
"Ohja, das ist Mato! Hallo, Mato!"
Der Warg reagierte natürlich auf seinen Namen. Maruka aber gab sofort Anweisungen an den Warg, weder Juulka noch Kerlchen zu fressen. Außerdem riet sie dem Kleinen Lachen, das Schwein auf Distanz zu halten. Dann ging es auf Trüffelsuche. Juulka vertraute blind darauf, dass Maruka wusste, was sie tat, was auch so etwas war, dass sie nicht kannte – Vertrauen. Dass sie es konnte, zeigte sich wenig später und Maruka teilte den Fund. Goblinmädchen und Schwein tauschten ein paar Worte, bzw. Quiken und dann wurde die Menkin eingeladen:
"Jetzt musst du definitiv mit mir kommen. Wenigstens, um dich bei Skem vorzustellen. Ich kann ja nicht behaupten, die Trüffel gefunden zu haben. Die Ehre gebührt dir und vielleicht haut Skem auch mal ein Lob heraus. Er ist sooooo grummelig, aber trotzdem reise ich gern mit ihm und der Gruppe. Es fühlt sich sicherer an. Wie ... wie ein Zuhause. Also bitte, Maruka, komm mit. Mato ist sicher auch Willkommen! Ich lade euch ein. Selbst wenn Skem schimpft, ihr seid jetzt meine Gäste. Du kommst mit, oder? Oder?"
Wie konnte man da "Nein" sagen?
Maruka nickte still und der eine hochgezogene Mundwinkel in ihrem Gesicht bekam einen gespiegelten Partner. Dieses übersprudelnde Wesen hatte sich frech einen Teil ihres Herzens erobert. Kackendreist setzte sie ihren winzigen Hintern in eine Ecke, verschränkte die Arme und nahm genau jenen Raum ein, nahm dem Maruka nie vermisst hatte, aber nun nicht mehr missen wollte. Maruka WOLLTE mitgehen! Niemals hätte sie gedacht so etwas zu erleben, denn wass man nicht kannte, danach sehnte man sich auch nicht. Jetzt aber wünschte sie sich immer mehr dieser 'Zuwendung', die einer Droge gleich kam. Noch nie war sie die jenige gewesen, die man wählte oder einlud. Auch wenn es 'nur' dieses kleine Goblinmädchen war und keine Jagdgesellschaft, so kitzelte etwas in ihrem Innern, dass sie hatte nicken lassen.
Und damit war es beschlossene Sache.
Maruka hatte die Hälfte ihrer Beute übergeben und somit das 'Gastgeschenk' überreicht. Es war ein Friedensangebot und nun musste sich zeigen, ob es ausreichte. Juulka würde sicher für sie in der kleinen Gruppe sprechen, davon musste sie jetzt erst einmal ausgehen. Vielleicht tappte sie nun auch in eine Falle, aber darüber dachte Maruka gerade nicht nach. Sie genoss dieses kleine Prickeln in ihrem Bauch, für das sie noch nach einem Namen suchte. War es Vorfreude? Stolz? Vielleicht war es auch einfach nur Neugierde, aber nein. Es fühlte sich heller an, wie warme Sonnenstrahlen auf der Haut. Und es machte sie stolz, dass Juulka sie erwählt hatte. Aber vor allem war es wohl echte Freude.
Es kitzelt so schön.
Maruka hatte noch nicht viel ihn ihrem Leben zu lachen gehabt, aber das hier bereitete sie darauf vor.
"Ich komme mit."
, stellte sie knapp fest und kraulte Matos ihr zugewandtes Ohr. Sein Fell war dort sehr viel weicher als an anderen Stellen und er mochte es dort sehr gekrault zu werden. Das Quiken des Schweins hatte ihn zwar zucken lassen, aber wenigestens rannte es nicht einfach los, was seinen Jagdtrieb wohl zu sehr getriggert hätte. Maruka ahnte, dass sie bald etwas unternehmen musste, wenn Juulkas Reitschwein überleben sollte. Aber noch war das Trockenfleisch nicht aus und Mato ruhig genug, dass sie ihn gut händlen konnte. Sie folgte also der Goblinfrau und fragte während sie liefen:
"Wie ist der Ork... Rakhul? Wie ist er zu euch gekommen?"
Maruka hoffte, dass nicht ausgerechnet jetzt Juulkas Redefluss ins Stocken geriet. Sie glich einer süßen Quelle voller Informationen und sicher gab es dazu eine lohnende Geschichte zu erzählen. Maruka lauschte ihr aufmerksam und es hatte gleich zwei Vorteile. Zum einen erfuhr sie mehr über die Zusammenhänge, die soialen Gefüge der Gruppe und zum anderen konnte sie einfach der hübschen Stimme des kleinen Lachens lauschen.
Wer bin ich?
- Maruka
- Celcia-Team

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- Moderator des Spielers: Kazel
- Aufenthaltsort: Tote Ebene
- Steckbrief: Zum Steckbrief
- Rasse: Menkin (Mischling)
- Sprachen: Celcianisch, Krzner
- Beruf: Jägerin
- Fähigkeiten: folgt
- Geld: 0D, 0L, 0F
- Ausrüstung: [br][/br]Lederkleidung, Orkbogen, 2 Tomahawks, 2 Messer, Tasche, Seil, Zunder und Feuerstein, Proviant
- Tierische Begleiter: Mato (Warg)
- Erzähler
- Nicht-Spieler-Charakter

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- Registriert: Montag 4. Januar 2010, 20:11
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Re: Wer bin ich?
Erneut schaffte es Juulka durch ihre Plapperei, einen Nerv bei Maruka zu treffen. Keinen, durch den man verärgert würde. Vielmehr schien sie damit an den Erinnerungsfäden der Menkin zu zupfen und so ein paar Stränge zu lockern. Wieder kam etwas in Maruka hoch. Es begann zunächst mit der Erinnerung an das Geheul von Wargen. Sie konnte das kleine Orchester in ihrem Kopf hören. Die Melodie löste Gefühle in ihr aus und mit ihnen kehrten verlorene Erlebnisse zurück.
Maruka erinnerte sich an die Rudel ihrer Sippe. Man hielt entweder Eltern mit ihren Welpen zusammen oder aber Geschwister, meist vom gleichen Geschlecht, um eine ungewollte Zucht zu verhindern. Ganz gleich, wie die Wargzüchter und -pfleger sie hielten, des Nachts ließen sie die einzelnen Rudel oftmals einfach umher streifen. So konnten die Warge sich ihre eigene Beute suchen und waren freier als Maruka es jemals in ihrem Clan hatte sein dürfen. Das Heulen hallte oft durch die Nacht oder drang im Morgengrauen an ihre Ohren heran, so wie Nebel, der sich über der Toten Ebene ausbreitete, bevor die Sonne sich daraus erhob. Es war immer ein Gefühl von Verbundenheit. 'Wir haben Beute gemacht', rief das Heulen, bevor die Wargs mit blutigen Mäulern und zufriedenen Blicken zum Clan zurückkehrten. Oder aber sie sangen nachts von ihrer Freiheit, was einerseits in den Schlaf lullte und andererseit gerade bei Maruka eine unterbewusste Sehnsucht geweckt hatte. Ob sie auch einmal mit Mato heulen sollte? Nun war sie frei und er gehörte zu ihr. Sie beide bildeten ihr eigenes, kleines Rudel. Vielleicht würde Juulka auch mitmachen. Sie zeigte sich ohnehin überaus offen und furchtlos, trotz ihres Mangels an Wehrhaftigkeit, ihrer geringen Größe und den fehlenden Muskeln. Außerdem kannte sie selbst einen Ork, was ihre fortführende Plapperei verriet, ohne dass Maruka hätte nachfragen müssen.
So wurde ihr ein neuer Name quasi auf einem Silbertablett präsentiert: Rakhul. Er war der Ork, den ihr Kleines Lachen kannte. Mit etwas Glück könnte Maruka ihn ebenfalls kennen lernen, denn Juulka lud sie nach ihrer gemeinsamen erfolgreichen Trüffelsuche sofort ein, zu ihrer Gruppe zu stoßen und sich von jemandem namens Skem ein Lob abzuholen. Skem klang nicht unbedingt nach einem Ork. Ob er auch ein Goblin war wie Juulka? Maruka erfuhr es nicht, wenn sie das Angebot ablehnte, aber wie konnte sie? Ihr Herz hatte der quirligen Goblinfrau bereits eine große Tür geöffnet, durch die sogar Kerlchen ein wenig hindurchpasste - vielleicht in Scheiben. Oh, so ein gut gebratenes Schwein über dem Feuer wäre ein wahrer Festtagsschmaus! Doch Maruka würde sich zurückhalten müssen, ebenso wie sie es Mato befahl. Zumindest Kerlchen war nicht zum Fressen geeignet, wenn sie die Gunst des kleinen Lachens nicht verspielen wollte und das war gewiss nicht in ihrem Sinn!
Im Gegenteil, Maruka wollte die zarten Bande festigen, die sich zwischen ihnen schnürten. Sie konnte nicht einmal den genauen Grund nennen. Sie wusste lediglich, dass ihr das Kleine Lachen gefiel, ihre Erinnerungen wach kitzelte und ihr Interesse weckte. Warum ihr also nicht folgen? Maruka war frei zu entscheiden, ohne verachtende Blicke zu ernten. Ihr bot sich so viel Neues zu entdecken und das nur, weil sie alte Fesseln ablegte und bereit für ein wenig Risiko gewesen war. Sicherlich würde nicht immer alles so glatt laufen, aber jetzt konnte sie ein paar gute Momente auskosten mit Hoffnung auf mehr.
Vorfreude kitzelte in Marukas Bauch, als hätte sie versehentlich eine Hand voll Ameisen verputzt. So fühlte es sich an, aber ohne die Magenschmerzen, so dass das Kribbeln mehr als angenehm war.
"Ich komme mit."
"JUUUUCHHHUUUU!!!!" Juulka machten einen Luftsprung, so hoch, dass sie beinahe Marukas Schulter hätte erreichen können. Ihre rotbraunen Zöpfe flogen dabei wild umher, wie Schwingen aus Haaren. Sie lachte und tanzte daraufhin erst um Maruka, dann um Mato herum. Sie war absolut arglos. Der Warg verfolgte sie mit Blicken und glücklicherweise entweder zu gut erzogen oder aber viel zu verwirrt, um nach ihr zu schnappen. Wie auch immer, Mato gab mit seinem Verhalten Juulka nur einen Grund mehr, ihn nicht zu fürchten.
Wenig später waren sie als Gruppe unterwegs. Juulka hatte kurzerhand die Zelte abgebrochen oder vielmehr ihren Wagen gepackt. Mit den Trüffeln in ihrem kleinen Zelt auf dem Karren verstaut war Kerlchen vor das Gefährt gespannt worden und zog es nun wie andere ein Pferd vor ihre Kutsche spannten. Juulka selbst hätte entweder auf dem Karren oder dem Schwein Platz gefunden, doch sie zog es vor, zu Fuß nebenher zu gehen. Auch wenn sie dabei schnellere Schritte machen musste, um mit Maruka mitzuhalten, genoss sie den Spaziergang doch. Ihre Sau kannte den Rückweg, so dass sie sich angenehm mit ihrer neuen Bekannten unterhalten konnte, denn jener brannte eine Frage ganz besonders unter den Nägeln.
"Wie ist der Ork... Rakhul? Wie ist er zu euch gekommen?"
"Wie er ist? Hmmm..." Juulka wechselte vollkommen unbewusst ins Celcianische, als Maruka es tat. Vielleicht war es auch besser so. Die Goblinin beherrschte Krz'ner zwar überaus gut für ihre Verhältnisse und doch könnte sie über so manche Redewendung oder kulturelle Phrase stolpern, die die allgemeine Weltsprache nicht als Hürde in ihren Weg legte. Maruka verstand beides, also brauchte sie nur zu lauschen.
"Er ist groß. Geradezu gigantisch! Selbst du siehst neben ihm ... nun ja ... wir alle sind im Schatten des Blutigen Bullen irgendwie winzig." Sie kicherte, ehe sie stutzte. "Oh! Ja, das hab ich ganz vergessen. Also, Blutiger Bulle, das ist irgendwie sein Spitzname oder so. Tatsächlich gefällt es ihm aber nicht, wenn ich ihn benutze, dann grummelt er fast so wie Skem. Skem gebraucht ihn aber oft. Ich glaube, immer wenn er Rakhul ärgern möchte oder ihn daran erinnern, dass er ihn nur aus Nächstenliebe bei uns aufgenommen hat. Der arme Rakhul muss mehr schuften als ich, aber er ist ja auch größer. Der kann bei den schweren Arbeiten einfach besser anpacken und macht das auch stillschweigend. Überhaupt redet er nicht viel, was schade ist. Andererseits lässt er mich immer ausreden. Er ist ein prima Zuhörer, unser Ork! Dass er gewaltig ist hab ich schon erwähnt, ja? Ja, das habe ich." Erneut kicherte sie. "Er wird dir sicher gefallen, denn er ist so ganz anders als die Orks, die uns ab und an hier in der Ebene begegnen. Er kann mehr ... nun ... wie soll ich es ausdrücken, ohne ihn und dich zu beleidigen? Ach, das kann ich nicht gut, aber es ist nicht beleidigend gemeint, verstanden? Man sagt halt nur so, dass Orks im Allgemeinen ... nicht die hellsten Kerzen auf dem Nachttisch sind oder so. Also, ich glaube nicht, dass Rakhul dumm ist. Er redet nur nicht viel und er weiß leider so kaum etwas vom Überleben in der Wildnis. Deshalb bleibt er meist auch im Lager oder bei Skem, wenn der Verhandlungen führt. Rakhul beschützt ihn. Denn mit seinen Fäusten Dinge zerkloppen kann er echt gut. Oh und er hat einen goldenen Ring durch die Nase, der ist auch so riesig! Den könnte ich glatt als Armband verwenden, haha! Möchtest du denn noch mehr wissen? Aber nicht mehr zu viel, denn wir sind gleich da!"
Juulka deutete in die Richtung, in der sie, Maruka und Mato Kerlchen die ganze Zeit gefolgt waren. In der Ferne erhob sich eine dünne Rauchsäule zum Himmel. Was zunächst wie eine seltsame Felsformation mit einem Holzbau aussah, entpuppte sich schnell als ein Lagerplatz mit Zelten aus Lederplanen, sowie einem hölzernen Kastenwagen, ordentlich um ein zentrales Lagerfeuer aufgebaut. Der Duft von gebrantenem Fleisch erreichte Marukas Nase, noch ehe ihre Augen die Information des Lagers verarbeiten konnten. Hier grillte jemand ein Abendessen. Dann sah sie, wie sich einige Gestalten nahe dem Feuer bewegten. Das musste der Clan des Kleinen Lachens sein. Vielleicht gelang es Maruka, mehr über die Gruppe herauszufinden, ehe sie und Juulka den Lagerplatz erreichten. Sie musste im Grunde nur fragen! Es war fast schon zu einfach.
Maruka erinnerte sich an die Rudel ihrer Sippe. Man hielt entweder Eltern mit ihren Welpen zusammen oder aber Geschwister, meist vom gleichen Geschlecht, um eine ungewollte Zucht zu verhindern. Ganz gleich, wie die Wargzüchter und -pfleger sie hielten, des Nachts ließen sie die einzelnen Rudel oftmals einfach umher streifen. So konnten die Warge sich ihre eigene Beute suchen und waren freier als Maruka es jemals in ihrem Clan hatte sein dürfen. Das Heulen hallte oft durch die Nacht oder drang im Morgengrauen an ihre Ohren heran, so wie Nebel, der sich über der Toten Ebene ausbreitete, bevor die Sonne sich daraus erhob. Es war immer ein Gefühl von Verbundenheit. 'Wir haben Beute gemacht', rief das Heulen, bevor die Wargs mit blutigen Mäulern und zufriedenen Blicken zum Clan zurückkehrten. Oder aber sie sangen nachts von ihrer Freiheit, was einerseits in den Schlaf lullte und andererseit gerade bei Maruka eine unterbewusste Sehnsucht geweckt hatte. Ob sie auch einmal mit Mato heulen sollte? Nun war sie frei und er gehörte zu ihr. Sie beide bildeten ihr eigenes, kleines Rudel. Vielleicht würde Juulka auch mitmachen. Sie zeigte sich ohnehin überaus offen und furchtlos, trotz ihres Mangels an Wehrhaftigkeit, ihrer geringen Größe und den fehlenden Muskeln. Außerdem kannte sie selbst einen Ork, was ihre fortführende Plapperei verriet, ohne dass Maruka hätte nachfragen müssen.
So wurde ihr ein neuer Name quasi auf einem Silbertablett präsentiert: Rakhul. Er war der Ork, den ihr Kleines Lachen kannte. Mit etwas Glück könnte Maruka ihn ebenfalls kennen lernen, denn Juulka lud sie nach ihrer gemeinsamen erfolgreichen Trüffelsuche sofort ein, zu ihrer Gruppe zu stoßen und sich von jemandem namens Skem ein Lob abzuholen. Skem klang nicht unbedingt nach einem Ork. Ob er auch ein Goblin war wie Juulka? Maruka erfuhr es nicht, wenn sie das Angebot ablehnte, aber wie konnte sie? Ihr Herz hatte der quirligen Goblinfrau bereits eine große Tür geöffnet, durch die sogar Kerlchen ein wenig hindurchpasste - vielleicht in Scheiben. Oh, so ein gut gebratenes Schwein über dem Feuer wäre ein wahrer Festtagsschmaus! Doch Maruka würde sich zurückhalten müssen, ebenso wie sie es Mato befahl. Zumindest Kerlchen war nicht zum Fressen geeignet, wenn sie die Gunst des kleinen Lachens nicht verspielen wollte und das war gewiss nicht in ihrem Sinn!
Im Gegenteil, Maruka wollte die zarten Bande festigen, die sich zwischen ihnen schnürten. Sie konnte nicht einmal den genauen Grund nennen. Sie wusste lediglich, dass ihr das Kleine Lachen gefiel, ihre Erinnerungen wach kitzelte und ihr Interesse weckte. Warum ihr also nicht folgen? Maruka war frei zu entscheiden, ohne verachtende Blicke zu ernten. Ihr bot sich so viel Neues zu entdecken und das nur, weil sie alte Fesseln ablegte und bereit für ein wenig Risiko gewesen war. Sicherlich würde nicht immer alles so glatt laufen, aber jetzt konnte sie ein paar gute Momente auskosten mit Hoffnung auf mehr.
Vorfreude kitzelte in Marukas Bauch, als hätte sie versehentlich eine Hand voll Ameisen verputzt. So fühlte es sich an, aber ohne die Magenschmerzen, so dass das Kribbeln mehr als angenehm war.
"Ich komme mit."
"JUUUUCHHHUUUU!!!!" Juulka machten einen Luftsprung, so hoch, dass sie beinahe Marukas Schulter hätte erreichen können. Ihre rotbraunen Zöpfe flogen dabei wild umher, wie Schwingen aus Haaren. Sie lachte und tanzte daraufhin erst um Maruka, dann um Mato herum. Sie war absolut arglos. Der Warg verfolgte sie mit Blicken und glücklicherweise entweder zu gut erzogen oder aber viel zu verwirrt, um nach ihr zu schnappen. Wie auch immer, Mato gab mit seinem Verhalten Juulka nur einen Grund mehr, ihn nicht zu fürchten.
Wenig später waren sie als Gruppe unterwegs. Juulka hatte kurzerhand die Zelte abgebrochen oder vielmehr ihren Wagen gepackt. Mit den Trüffeln in ihrem kleinen Zelt auf dem Karren verstaut war Kerlchen vor das Gefährt gespannt worden und zog es nun wie andere ein Pferd vor ihre Kutsche spannten. Juulka selbst hätte entweder auf dem Karren oder dem Schwein Platz gefunden, doch sie zog es vor, zu Fuß nebenher zu gehen. Auch wenn sie dabei schnellere Schritte machen musste, um mit Maruka mitzuhalten, genoss sie den Spaziergang doch. Ihre Sau kannte den Rückweg, so dass sie sich angenehm mit ihrer neuen Bekannten unterhalten konnte, denn jener brannte eine Frage ganz besonders unter den Nägeln.
"Wie ist der Ork... Rakhul? Wie ist er zu euch gekommen?"
"Wie er ist? Hmmm..." Juulka wechselte vollkommen unbewusst ins Celcianische, als Maruka es tat. Vielleicht war es auch besser so. Die Goblinin beherrschte Krz'ner zwar überaus gut für ihre Verhältnisse und doch könnte sie über so manche Redewendung oder kulturelle Phrase stolpern, die die allgemeine Weltsprache nicht als Hürde in ihren Weg legte. Maruka verstand beides, also brauchte sie nur zu lauschen.
"Er ist groß. Geradezu gigantisch! Selbst du siehst neben ihm ... nun ja ... wir alle sind im Schatten des Blutigen Bullen irgendwie winzig." Sie kicherte, ehe sie stutzte. "Oh! Ja, das hab ich ganz vergessen. Also, Blutiger Bulle, das ist irgendwie sein Spitzname oder so. Tatsächlich gefällt es ihm aber nicht, wenn ich ihn benutze, dann grummelt er fast so wie Skem. Skem gebraucht ihn aber oft. Ich glaube, immer wenn er Rakhul ärgern möchte oder ihn daran erinnern, dass er ihn nur aus Nächstenliebe bei uns aufgenommen hat. Der arme Rakhul muss mehr schuften als ich, aber er ist ja auch größer. Der kann bei den schweren Arbeiten einfach besser anpacken und macht das auch stillschweigend. Überhaupt redet er nicht viel, was schade ist. Andererseits lässt er mich immer ausreden. Er ist ein prima Zuhörer, unser Ork! Dass er gewaltig ist hab ich schon erwähnt, ja? Ja, das habe ich." Erneut kicherte sie. "Er wird dir sicher gefallen, denn er ist so ganz anders als die Orks, die uns ab und an hier in der Ebene begegnen. Er kann mehr ... nun ... wie soll ich es ausdrücken, ohne ihn und dich zu beleidigen? Ach, das kann ich nicht gut, aber es ist nicht beleidigend gemeint, verstanden? Man sagt halt nur so, dass Orks im Allgemeinen ... nicht die hellsten Kerzen auf dem Nachttisch sind oder so. Also, ich glaube nicht, dass Rakhul dumm ist. Er redet nur nicht viel und er weiß leider so kaum etwas vom Überleben in der Wildnis. Deshalb bleibt er meist auch im Lager oder bei Skem, wenn der Verhandlungen führt. Rakhul beschützt ihn. Denn mit seinen Fäusten Dinge zerkloppen kann er echt gut. Oh und er hat einen goldenen Ring durch die Nase, der ist auch so riesig! Den könnte ich glatt als Armband verwenden, haha! Möchtest du denn noch mehr wissen? Aber nicht mehr zu viel, denn wir sind gleich da!"
Juulka deutete in die Richtung, in der sie, Maruka und Mato Kerlchen die ganze Zeit gefolgt waren. In der Ferne erhob sich eine dünne Rauchsäule zum Himmel. Was zunächst wie eine seltsame Felsformation mit einem Holzbau aussah, entpuppte sich schnell als ein Lagerplatz mit Zelten aus Lederplanen, sowie einem hölzernen Kastenwagen, ordentlich um ein zentrales Lagerfeuer aufgebaut. Der Duft von gebrantenem Fleisch erreichte Marukas Nase, noch ehe ihre Augen die Information des Lagers verarbeiten konnten. Hier grillte jemand ein Abendessen. Dann sah sie, wie sich einige Gestalten nahe dem Feuer bewegten. Das musste der Clan des Kleinen Lachens sein. Vielleicht gelang es Maruka, mehr über die Gruppe herauszufinden, ehe sie und Juulka den Lagerplatz erreichten. Sie musste im Grunde nur fragen! Es war fast schon zu einfach.




