Der Wald

Der Wald liegt südwestlich und erstreckt sich weit in den Osten. Die Zwillingsflüsse Euwin und Auwin schenken dem Wald das Leben. Der Turm der Weisheit und die Ruinen Kosrals verbergen sich in ihm. Angeblich haben die Elfen dort ein Dorf errichtet.
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fremde Frau
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Re: Der Wald

Beitrag von fremde Frau » Dienstag 12. Dezember 2006, 16:45

Maret nickte sofort und kroch unter das Bett. Dort holte sie ein Kästchen hervor, öffnete es und reichte Solemya mehrere kleine Pergamentrollen – alle unbeschrieben – und eine wunderschöne lange Feder. Sie musste einem Fasan gehört haben, schimmerte rotgolden und braun und besaß ein zielriches regelmäßiges Muster, das eine gewisse Verspieltheit in sich trug.

"Leider habe ich keine Tinte", sagte Maret, aber schon half sie mit Ersatz aus. Sie besaß mehrere Tiegel Farbe, die sie aus den Blüten von roten, gelben und purpurfarbenen Blumen gewann. "Ist etwas dickflüssiger als Tinte, aber man kann damit ebenso gut schreiben wie zeichnen." Sie reichte alles an Solemya weiter und schaute dann bereits geduldig auf das Pergament. Auch Maret war neugierig, eine Zeichnung zu sehen.

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Vana Erendis Morgaine
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Re: Der Wald

Beitrag von Vana Erendis Morgaine » Mittwoch 13. Dezember 2006, 17:14

[von Auf der Jagd nach …]

Nachdem Vana sich gestärkt hatte, lehnte sie sich gemütlich am Feuer zurück, schloss ihre Augen und ließ die Stille des Waldes auf sich wirken.
<b>Was für eine absolute Stille! Diese deprimierend machenden Wolken bringen die gesamte Natur durcheinander. Selbst die Tiere, die sonst immer aktiv sind, wirken wie gelähmt. Es ist schon unnatürlich, dass noch nicht einmal Vogelgezwitscher zu hören ist.</b>
Gerade diese unnatürliche Stille ermöglichte es ihr, plötzlich weit entfernt Geräusche wahrzunehmen. <b>Waren da nicht eben Stimmen?</b> Vana ruckte hoch. Ja, da war es wieder, sehr weit entfernt, aber doch noch hörbar. Sie blickte in die Richtung, aus der sie die Stimmen vernommen hatte und konnte nun auch einen ganz schwachen Lichtschein erkennen.

<b>Hm, ob dort ebenfalls Menschen ein Lager aufgeschlagen haben? Oder ist es gar eine Hütte? Egal, es ist besser als hier allein die hereinbrechende Nacht zu verbringen.</b>
Vana erhob sich, löschte das kleine Feuer und hängte sich ihren Beutel wieder über die Schulter. Anschließend nahm sie ihren Stab zur Hand und ging gemessenen Schrittes auf die entfernte Lichtquelle zu.
Nach einiger Zeit wurde sie eines kleinen Holzhäuschens gewahr, das einsam und allein im Wald stand. Vor dem Häuschen gab es einen kleinen, von einem Zaun umgebenen Garten und an den Zaun angebunden stand ein Esel.
Etwas Besseres hätte Vana nicht passieren können, hier bot sich ihr die Gelegenheit in der Sicherheit eines Gebäudes zu ruhen, bevor sie sich endgültig zu den Ruinen begab.
Leise öffnete sie das Gartentürchen und ging zur Eingangstür des Hauses. Dort klopfte sie fest, doch nicht zu ungestüm an die Tür und rief:
„Hallo! Ist jemand zu Hause? Ich bin eine wandernde Priesterin Manthalas und bitte um ein Lager für die bevorstehende Nacht.“

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Vana Erendis Morgaine
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Re: Der Wald

Beitrag von Vana Erendis Morgaine » Mittwoch 13. Dezember 2006, 21:44

Auf Vanas Klopfen hin rumorte es hinter der Tür und kurz darauf wurde diese von einer schwarzhaarigen jungen Frau, die sogar noch etwas größer als Vana war geöffnet.
Doch als Vana nun glaubte, dass man sie hinein bitten würde, wurde sie schnell eines Besseren belehrt. Die junge Frau sagte nur: „Seid gegrüßt.“, blieb aber ansonsten wortlos in der Tür stehen und sah Vana interessiert an.
Da Vana es nicht gewohnt war nur tatenlos rumzustehen, nutzte sie die Gelegenheit, um auch ihrerseits die junge Frau zu mustern.
<b>Interessante Erscheinung. Sie hat ein gewisses Charisma, keine Frage. Und leicht spitze Ohren, wahrscheinlich ebenfalls ein Mischling.</b>

Als Vana die Musterung zu lang wurde und sie gerade das Wort an die Mischlingselfe richten wollte, trat auf einmal eine zweite Frau, die nicht viel älter als die erste war, in ihr Blickfeld.
Diese war sogar noch etwas größer als die etwas wortkarge Frau, die die Tür geöffnet hatte, hatte aber genauso lange schwarze Haare. Überhaupt hätte man meinen können, dass die beiden Geschwister wären, so ähnlich sahen sie sich. Vana erkannte jedoch schnell, dass die zweite Frau eine Elfe war, kein Mischling. Aber das musste nichts bedeuten. Möglicherweise waren die beiden ja Halbgeschwister.
Es stellte sich zu Vanas Leidwesen schnell heraus, dass auch diese junge Frau nicht die Hausherrin war, denn sie verwies Vana an eine weitere Frau, die sie nun weiter hinten in dem Raum erkennen konnte.
Vana beugte sich deshalb etwas zur Seite und rief in den Raum hinein:

„Entschuldigt bitte den kleinen Überfall. Mein Name ist ... Morgana und ich bin als Wanderpriesterin Manthalas unterwegs. Wenn es euch nicht zu viele Umstände bereitet, so bitte ich euch um ein Lager für die Nacht.“
<b>Es ist besser, wenn sie nicht meinen wahren Namen kennen. Solange die Schergen Morgerias noch hinter dem Vermächtnis meines Vaters her sind, würde sie dieses Wissen nur unnötig gefährden.“</b>

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fremde Frau
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Re: Der Wald

Beitrag von fremde Frau » Mittwoch 13. Dezember 2006, 22:19

Maret war zurückgeblieben und hatte Solemya die Tür öffnen lassen. Normalerweise war sie keine so schlechte und unhöfliche Gastgeberin, aber in den letzten Stunden war so viel passiert. All die Ereignisse, vor allem aber die Sorge um ihre kranke Mutter, schwirrten ihr im Kopf wie wilde Schmetterlinge. Ein ganzer Schwarm bunter Flügel, die verwirrten und sie keinen klaren Gedanken fassen ließen.

Maret atmete tief durch und schaffte es, ihre Beherrschung wiederzuerlangen. <b>Eine Manthala-Priesterin? Ich dachte, der Tempel sei auf der anderen Seite des Drachengebirges.</b>

"Ihr müsst eine weite Reise hinter Euch haben, werte Morgana. Verzeiht, dass ich Euch nicht gleich begrüßte, meine Mutter ist sehr krank. Wir alle hoffen, dass sie bald aus ihrem Schlaf erwacht und dass es ihr dann besser gehen wird. Aber tretet doch bitte ein. Ich kann nicht viel bieten, doch seid nur mein Gast. Eine mehr oder weniger macht nichts aus, die Hütte wird schon für uns alle ausreichen."

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Vana Erendis Morgaine
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Re: Der Wald

Beitrag von Vana Erendis Morgaine » Mittwoch 13. Dezember 2006, 23:27

Vana bedankte sich höflich für die Einladung und betrat an den beiden Frauen vorbei das Haus. Drinnen legte sie ihren Umhang ab und verstaute ihn in ihrem Beutel, den Stab stellte sie neben die Tür an die Wand. Erst dann wandte sie sich der Hausherrin wieder zu:
„Habt nochmals Dank für die freundliche Aufnahme. Eine einfache Schlafgelegenheit wird mir vollkommen ausreichen. Zur Not tut es auch der Boden vor dem Kamin. Und wegen der Verköstigung sollt ihr euch nicht sorgen. Ich habe noch einige Vorräte bei mir, mit denen ich wohl noch zwei Tage aushalten werde. Bis dahin denke ich, werde ich längst eine Ansiedlung gefunden haben, wo ich die Vorräte wieder ergänzen kann.
Doch sagt mir,...“ und dabei wandte sie sich auch an die beiden jungen Frauen, die hinter Vana getreten waren: „... wie darf ich euch denn nennen. Es erscheint mir doch etwas unpassend euch mit junge Frau anzureden.“
Die drei Frauen sahen das auch ein und stellten sich nun ihrerseits vor. Vana nickte jeder freundlich zu und wandte sich dann nochmals an Maret:
„Ihr sagtet eure Mutter wäre krank. Dies gibt mir vielleicht die Möglichkeit eure Freundlichkeit zu vergelten. Denn seht, ich verstehe mich etwas auf die heilende Magie der Runen. Wenn ihr mir genau schildert, was eurer werten Frau Mutter fehlt, so ist es möglicherweise an mir, ihr Hilfe angedeihen zu lassen. Es wäre das Mindeste, was ich euch geben könnte.“
Es war nicht nur reine Freundlichkeit und Dankbarkeit, die Vana zu ihrem Angebot trieb. Dahinter steckte auch ein klein wenig Eigennutz, bot sich hier doch die Gelegenheit sich der Dankbarkeit dieser Menschen zu versichern, denn die Wege des Schicksals waren verschlungen und es mochte der Tag kommen an dem Vana der Hilfe dieser Menschen bedurfte.

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fremde Frau
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Re: Der Wald

Beitrag von fremde Frau » Donnerstag 14. Dezember 2006, 00:27

Maret schüttelte dankbar, aber konsequent den Kopf. Dann schaute sie zu einem Bett, in dem ihre alte Mutter lag und noch immer schlief.
"Ihre Krankheit ist ... sie wird sterben. Wir wollen ihr den Weg ins Totenreich nur so angenehm und schmerzfrei wie möglich gestalten. Sie wusste, dass es bald soweit sein würde. Deshalb habe ich Solemya geholt. Sie hat ein letztes Mal für meine Mutter gesungen."

<b>Ich konnte mich noch nicht richtig von ihr verabschieden. Hoffentlich erwacht sie noch einmal, dass ich ihr meinen Abschiedsgruß mit auf die Reise geben kann.</b>

Maret fiel es offensichtlich nicht leicht, über dieses Thema zu sprechen, aber jeder konnte in diesem Fall mit ihr fühlen. Der Tod eines Familienmitglieds war niemals eine einfache Sache, schon garnicht wenn es die Mutter war.

"Wenn Ihr meiner Mutter den Weg mit Eurer Runenmagie oder ein paar segnenden Worten erleichtern könnt, so will ich Euch gern danken. Sie soll auf friedliche Weise von uns gehen."

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Vana Erendis Morgaine
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Re: Der Wald

Beitrag von Vana Erendis Morgaine » Donnerstag 14. Dezember 2006, 16:47

Vana sah von Maret zu Aldarida und Solemya und an schließend wieder zu Maret. Schließlich meinte sie leise:
„Es tut mir leid, ich wusste nicht wie schlimm es um eure Mutter steht. Ich kann euch nachfühlen, was ihr gerade empfindet, denn auch ich habe erst vor Kurzem meinen Vater zu Grabe getragen, nachdem auch meine Mutter kurz vor ihm verstarb. Es ist immer schmerzlich einen so nahen Angehörigen zu verlieren.
Doch kann ich eurem Wunsch so leid es mir tut nicht entsprechen, denn ich benutze die Runenmagie ausschließlich zum heilen, nicht um das Sterben zu erleichtern, doch bin ich gern bereit ein Gebet für eure Mutter an Manthala zu richten und sie um einen schnellen und friedlichen Tod zu bitten.“
Vana nahm ihren Stab auf, ging zu dem Lager mit der schlafenden Frau und kniete sich auf ihren Stab gestützt neben das Bett. Mit gesenktem Haupt begann sie damit ein Gebet für Marets Mutter an Manthala zu richten:

„Oh Manthala, Herrin über die Schatten und die Dunkelheit, erhöre die Bitte deine Dienerin und gewähre dieser armen Seele einen schnellen und friedvollen Übergang in das Reich der Toten, auf dass sie sich nicht weiter quälen, sie nicht länger leiden muss.
Denn dein ist die Macht über das Dunkel und das Vergessen.“
Vana nahm ein Goldstück aus ihrem Beutel und legte es Marets Mutter in die Hand. Dazu sprach sie erneut leise:
„Nimm dieses Goldstück als Gabe und zum Zeichen des Glaubens an deine Macht und hilf dieser armen gequälten Seele, auf dass sie von ihren Leiden erlöst werde.“

Kurz verrharrte Vana noch andächtig am Bett knieend, bevor sie sich wieder erhob und ihren Stab erneut an die Wand lehnte. Als sie sich wieder den Frauen zuwandte meinte sie entschuldigend:
„Leider werden nicht all meine Gebete erhört, doch hoffe ich von ganzem Herzen, dass Manthala euch euren Wunsch gewährt.“

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Vana Erendis Morgaine
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Re: Der Wald

Beitrag von Vana Erendis Morgaine » Freitag 15. Dezember 2006, 21:04

Noch während Vana mit Maret sprach bemerkte sie, wie Solemya sich leise mit Aldarida unterhielt. Aus ihren Blicken schloss sie, dass sie mit hoher Wahrscheinlichkeit der Gegenstand des Gesprächs war. Sie hasste es zwar, wenn man hinter ihrem Rücken über sie sprach, letztendlich berührte sie es jedoch nicht. Sie war es mehr oder weniger gewohnt, dass ihre Erscheinung Grund zu Mutmaßungen hinter vorgehaltener Hand bot. Trotzdem entschied sie, sich alsbald mit den beiden Frauen zu unterhalten. Möglicherweise konnten die Beiden Marets Meinung noch ändern. So sagte sie, um das Gespräch möglichst unverfänglich zu beenden, zu Maret:
„Ich denke es wäre das Beste, wenn ihr euch zu eurer Mutter an das Bett setzt. Ich habe in ähnlichen Fällen die Erfahrung gemacht, dass es denjenigen, die in das andere Reich hinübergehen, leichter fällt, wenn sie die Anwesenheit ihrer Lieben in ihrer unmittelbaren Nähe spüren.“

Maret nickte wortlos und doch dankbar und setzte sich zu ihrer Mutter an das Bett. Vana nutzte die Gelegenheit und setzte sich nahe bei Solemya und Aldarida an den Tisch.
Ohne aufzublicken oder die beiden anzusehen sagte sie für beide deutlich hörbar:
„Entschuldigt bitte, aber es war für mich unübersehbar, dass ihr gerade über mich gesprochen habt. Auch wenn es mich nicht stört, wenn man hinter meinem Rücken über mich redet, so zeugt euer Verhalten doch von einem gerüttelt Maß an Unhöflichkeit. Oder gab ich euch Grund zu Heimlichkeiten? Wenn nicht, so sagt mir frei heraus was euch bedrückt. Ich bin gerne bereit euch Rede und Antwort zu stehen“

Mit einer einladenden Geste auf die noch freien Stühle am Tisch bedeutete Vana, dass sie es begrüßen würde, wenn sie sich im Sitzen weiter unterhalten würden.

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Vana Erendis Morgaine
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Re: Der Wald

Beitrag von Vana Erendis Morgaine » Samstag 16. Dezember 2006, 23:42

Vana lächelte still in sich hinein, als sie Solemyas Erklärung hörte. In etwa so etwas hatte sie sich bereits gedacht. Es war fast immer das Selbe. Sobald die Menschen hörten, dass sie eine Priesterin Manthalas war, dachten sie als Erstes an die negativen Dinge, die mit Manthala verbunden wurden. Schön, in Vanas Fall lagen sie da noch nicht einmal weit daneben. Sie hatte durchaus eine dunkle Seite, doch mussten sich nur diejenigen, die sich ihr in den Weg stellten, davor in Acht nehmen.

Einen kleinen Seufzer ausstoßend blickte sie zu den beiden Frauen auf und sagte:
Nun, zum Teil mögt ihr Recht haben, doch macht ihr, wie so viele andere auch, den Fehler und reduziert Manthala nur auf ihren schlechten Ruf. Doch wisset, dass Manthala nicht nur die Gottheit der Wesen der Nacht ist, sondern auch die der ehrbaren Händler, denn auch ein Händler bedient sich der List und Tücke, ist häufig ein Meister der Täuschung und ein rechter Blender. Will er guten Gewinn machen muss er sich solcher Methoden bedienen. Doch auch bei den Dieben und Verbrechern sind nicht alle nur böse und rauben und stehlen aus reiner Lust. Nein, in den meisten Fällen tun sie dies, weil sie sonst nichts zum Leben haben. Auch diesen armen Menschen steht Manthala bei.
Betrachtet Manthala einfach als die eine Seite einer Medaille und Lysanthor als ihr Gegenstück. So wie Tag und Nacht, Licht und Schatten einander bedingen, so verhält es sich auch mit Lysanthor und Manthala.“

Vana legte eine kleine Pause ein um zu sehen wie ihre Worte auf die beiden Frauen wirkten. Anschließend meinte sie:
„Als Priesterin versuche ich Manthala den Menschen näher zu bringen. Ihnen, wie gerade bei euch, zu zeigen, dass Manthala nicht nur die dunkle Gottheit der Dunkelelfen ist, sondern wesentlich mehr und ein unabdingbarer Bestandteil der Götterwelt.
Doch bin ich deswegen ein Mensch wie jeder andere auch. Ihr müsst mir nicht mit Ehrfurcht begegnen, sondern behandelt mich einfach wie jeden anderen Menschen auch.“

Vana wurde es langsam Leid immer zu den Beiden aufschauen zu müssen und sie wies erneut mit einer Hand auf die freien Plätze am Tisch.
„Ich bitte euch, wenn ihr noch mehr wissen wollt, so setzt euch, denn es ist nicht sehr angenehm immer aufschauen zu müssen. Außerdem würde ich meinerseits gerne wissen, ob ihr mir vielleicht mehr über die Krankheit von Marets Mutter sagen könnt. Mir scheint ihr seid mit Marets Entscheidung nicht sehr glücklich.“

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Vana Erendis Morgaine
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Re: Der Wald

Beitrag von Vana Erendis Morgaine » Sonntag 17. Dezember 2006, 20:52

Vana hörte Aldarida aufmerksam und konzentriert zu als diese über die Krankheit von Marets Mutter sprach. Nach einigem Nachdenken kam sie zu dem Schluss, dass es sich wohl um eine besondere Art des Sumpffiebers handeln müsse. Die Symptome sprachen für sich, nur der Gedächtnisverlust passte nicht so recht in das Bild. Schließlich wandte sie sich an Aldarida und meinte:
„Nach dem was ihr gerade berichtet habt würde ich sagen, dass es sich um eine besondere Art von Sumpffieber handelt. Besonders deswegen, da der Gedächtnisverlust für Sumpffieber eher untypisch ist, doch sonst weisen die Symptome eindeutig auf Sumpffieber hin.
Auch der bisherige Behandlungsverlauf spricht dafür. Ihr habt die körperlichen Auswirkungen wirklich gut behandelt, so dass ich davon ausgehe, dass sie die Krankheit überstehen wird. Anders verhält es sich mit dem Gedächtnisverlust. Dieser lässt sich nicht so einfach mit Kräutern und Tränken behandeln.“

Vana unterbrach sich kurz und schaute zu Maret hinüber, die am Bett saß und ihrer Mutter die Hand hielt. Wenn sie richtig lag, dann würde Marets Nähe den Heilungsprozess wahrscheinlich fördern. Es galt nun nur noch Maret davon zu überzeugen, dass sie mit ihrer Resignation falsch lag.

„Wie schon gesagt, ich könnte versuchen ihren Geist mit Runenmagie wieder zu klären. Es gibt zwar keine Garantie, dass es wirkt, doch bestehen relativ gute Chancen, dass sie wieder vollständig genesen wird. Leider kann ich nichts gegen Marets Willen unternehmen. Ich respektiere die Wünsche der Angehörigen und ohne Marets ausdrückliche Zustimmung kann ich nichts tun.“
Vana legte ihre Hände auf dem Tisch übereinander und gab damit Aldarida und Solemya symbolisch zu verstehen, dass ihr momentan die Hände gebunden waren.
„Ihr kennt sie schon etwas länger. Wenn ihr versuchen würdet sie umzustimmen, dann könnte ich doch noch einen letzten Versuch unternehmen. Anderenfalls wird sie möglicherweise für immer ihr Gedächtnis verlieren.“
Mehr auffordernd als bittend sah sie zu Aldarida und Solemya und anschließend zu Maret hinüber, so als wollte sie sagen: „Geht und stimmt sie um, dann sehe ich weiter.“

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Re: Der Wald

Beitrag von fremde Frau » Montag 18. Dezember 2006, 14:35

Maret hatte die ganze Zeit schweigend am Krankenbett ihrer Mutter gesessen. Sie hielt ihre Hand und verbarg die Tränen in ihren Augenwinkeln mit gesenktem Kopf. Das Gespräch zwischen der Manthala-Priesterin und Aldarida und Solemya bekam sie kaum mit. Maret nahm ihre Stimmen wahr und doch hörte sie nicht den Inhalt des Gesprächs. In Gedanken war sie bei ihrer kranken Frau Mutter.

<b>Wenn es nur Hoffnung gäbe, nur einen Funken. Alle haben so viel für dich getan, Mutter. Sogar eine fremde hat für dich zu ihrer Göttin gebetet. Doch was kann ich tun, außer deine Hand zu halten? Bitte, werde wieder gesund!</b>

Da trat Solemya an Maret heran und sprach aufmunternde Worte. "Ich danke dir für deine Anteilnahme, Solemya. Und auch euch beiden, Aldarida und Morgana", meinte sie zu den beiden Frauen am Tisch. Maret lächelte zaghaft. Dann schaute sie wieder in das Gesicht ihrer Mutter. Diese schlief noch immer, aber ihre Miene war entspannt. "Ich möchte es so gerne glauben, dass sie sich wieder erholen wird. Aber es fällt schwer, vor allem, wenn ich sie so ruhig hier liegen sehe. Das macht mir Angst. Ich nehme jede Hilfe gerne an, wenn meine Mutter dadurch wieder gesund wird. Jede! Doch was wollt ihr noch tun?"

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