Aufbruch nach Westen

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Re: Aufbruch nach Westen

Beitrag von Rascall » Sonntag 14. Januar 2007, 20:39

Mehr aus einem Reflex heraus streckte Rascall die Hand aus und wühlte durch Brans Haar. Das hatte er bei einem kleinen Sklavenjungen in Sarma oft getan, um ihn aufzumuntern. Als ihm das bewusst wurde, flog seine Hand zurück und in seinen Nacken, er lachte.

"Tut mir Leid, es überkam mich wohl eben!" Dann schwenkte er wieder auf das Gesprächsthema ein. "Ich weiß, es klingt seltsam. Allein meine Erscheinung muss die Geschichte zweifelhaft machen. Man sollte meinen, ich hätte die Goldkette mit dem Anhänger gestohlen. Aber bis vor ein paar Tagen wusste ich selbst nichts davon. Ich erhielt sie von meinem Vater, als ich mich von ihm verabschiedete."

<b>Und ich will ihn nie wieder sehen ... vielleicht ... doch, wenn ich es wirklich zu etwas gemacht habe. Dann hole ich ihn nach Dessaria und helfe ihm, sein Leben gerade zu biegen. Ja, das mache ich!</b>

Als Bran ihm anbot, auch ihren Schatz miteinander zu teilen, sollten die Jungen ihn tatsächlich finden, hob Rascall abwehrend die Hände. "Oh, nein! Ich werde keinen Schatzjäger um seine kostbare Beute bringen! Geld bedeutet mir im Grund nichts. Ich habe eher gelernt, ohne volle Taschen auszukommen." Er klopfte seinem Braunen gegen die Seite. "Dieses Pferd hier ist schon mehr als ich seit Jahren besessen habe. Wenn sich meine Geschichte einem guten Ende zuwendet und ich vielleicht einmal Gold wie manch ein armer Tropf Pickel im Gesicht haben werde, so wird sich Celcias Adel hüten müssen. Denn dann verändere ich die Welt, es wird keine Ungleichheit mehr zwischen Arm und Reich geben."

In Rascalls Augen trat ein Funkeln und er grinste wie ein kleiner Schuljunge. Ja, dieser Gedanke klang ganz im Sinne Feylins. Jeder sollte in den Augen des Gottes Wissen erlangen, warum sollte dann nicht auch jeder zufrieden leben dürfen? Keine Armut, keine Sklaverei mehr ... ein wohl unerfüllbarer Traum, aber Rascall könnte vielleicht einen winzigen Schritt dazu beitragen, den Traum wenigstens halbwegs wahr werden zu lassen.

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Re: Aufbruch nach Westen

Beitrag von Erzähler » Montag 15. Januar 2007, 01:25

Die drei nährten sich weiter dem Fluss und die Umrisse einer Brücke schälten sich aus der schummrigen Dunkelheit.
Sie hatten die Richtung erstaunlich gut getroffen, dass sie genau an der Brücke den Fluss erreichten.
Dann roch Ron etwas, und beinahe gleichzeitig nahmen auch Bran und Rascall den eigentümlichen Geruch wahr, der, je näher sie der Brücke kamen, immer penetranter wurde.
Sie sahen sich fragend an, marschierten aber weiter.
Doch besonders für Rons feine Nase wurde es recht bald unerträglich.
Es stank nach totem Fisch, Aas und etwas undefinierbaren, dass eine entfernte Ähnlichkeit mit verottenden Fäkalien hatte.
Als sie schließlich kurz vor der Brücke waren, entdeckte Rascall, der größte der drei Gefährten, einen unförmigen, sich bewegenden Schatten auf der Brücke.
Ein Troll! Das hatte ihnen gerade noch gefehlt!
Rascall überlegte fieberhaft, wie es nun weitergehen sollte. Offenbar hatte der riesige Troll sie noch nicht entdeckt.

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Re: Aufbruch nach Westen

Beitrag von Rascall » Mittwoch 17. Januar 2007, 20:19

Rascall traute seinen Augen nicht, als er zusätzlich zu diesem breiten Fluss auch eine große Steinbrücke entdeckte.

<b>Welch ein Glück, dann können wird ja direkt ...</b>

Er kam nicht dazu, seinen Gedankengang zu beenden. Ein bestialischer Gestank überschwemmte ihn wie eine Woge eiskalten Wassers und ließ ihn "durchnässt" zurück. Der Geruch hüllte ihn, Bran und Ron ein wie undurchdringlicher Nebel.
Rascall kämpfte innerlich gegen einen aufkommenden Brechreiz, so stark war das unaussrpechliche Aroma. Zunächst sagte er nichts, denn er fürchtete, er würde sein Frühstück verlieren, sobald sich sein Mund öffnete.

Der Gestank kam eindeutig von der Brücke. Rascall warf einen Blick zu Ron. Der Rattenjunge musste es bestimmt auch längst wahrgenommen haben. Seine Nase war sicherlich wesentlich feiner als die eines Menschen. Andererseits konnte man selbst als Mann ohne Geruchssinn diese Dünste kaum ignorieren.

Dann erreichten sie fast die Brücke und Rascall entdeckte den Ursprung des dungartigen Geruchs. Ein Troll stampfte über das Gestein, seine Keule geschultert.
Rascall glaubte, den abartigen Gestank beinahe sehen zu können. Hätte er eine Farbe, so wäre es ein wunderlicher Verlauf aus Grün- und Brauntönen. Jedenfalls stellte sich Rascall so den Gestank der dreckigsten Teile Celcias vor. Nicht einmal am Hafen in den Gassen hatte es so bestialisch gerochen und dort wurden die alten Fischreste hingeworfen.
Aber Rascall hatte jetzt keine Zeit, sich weiter Sorgen um den Gestank zu machen.

<b>Ein Troll! Das hat uns gerade noch gefehlt. Na schön, irgendwie müssen wir ja über den Fluss.</b>

"Jungs, haltet euch zurück", warnte er die Brüder. "Dort lauert ein Troll. Gefährliche Wesen, so hat man es mir erzählt. Aber ich glaube, sie sind auch sehr dumm. Ich werde ihn mit einem Trick ablenken, dann rennt ihr über die Brücke und nehmt mein Pferd mit. Anschließend erledige ich die Bestie."

Rascall sammelte bereits all seine Kräfte. Er würde vielleicht auf seine Schattenmagie zurückgreifen müssen. Noch wusste er nicht wie stark das stinkende Monstrum war.

<b>Aber ich bin mir sicher, ich werde es herausfinden.</b>

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Re: Aufbruch nach Westen

Beitrag von Erzähler » Freitag 19. Januar 2007, 22:15

[Wanya kommt aus <i><b>"Die Stille Ebene --> Auf nach Norden"</b></i>]


Wanya wurde von dem fremden Mann gepackt und zu Boden geworfen. Sie versuchte sich immer wieder zu befreien und zu wären, aber es wollte ihr nicht gelingen. Cosimo unterdessen lag zitternd vor Angst in ihren Händen. Der Mann rief nach seinen Kumpanen, welche auch sogleich erschienen. Zusammen hielten sie Wanya fest und fesselten sie. Der kleine Kater verkroch sich in Wanyas Kleidung.

"Endlich haben wir sie. Es wurde ja auch Zeit. Jetzt lasst uns los gehen. Wir müssen zurück bringen.", sagte einer der Männer.

Gleich marschierte die kleine Gruppe los. Wanya wurde mit einem alten Schwert bedroht, sodass sie keine Wahl hatte und in der Mitte der Gruppe laufen musste. Nach wenigen Stunden kamen sie an einer Brücke an, welche über den Ilfar führte. Schon aus einiger Entfernung konnten sie bereits vier Gestallten an dem Übergang des Flusses erkennen. Als sie näher kamen erkannten sie zwei Meschen, einen scheinbar alten Mann, welcher gebeugt da stand und einen Troll. Sie schienen sich gegenseitig anzuschauen.
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Re: Aufbruch nach Westen

Beitrag von Wanya » Samstag 20. Januar 2007, 19:03

Wanya sah an dem Übergang des Flusses bereits aus sehr großer Entfernung vier Gestalten, nun wurde sie fast panisch.

<b>Haben die etwa so viele Männer dabei, nur mich um zu erwischen</b>

Doch dann bemerkte sie, dass auch die der Mann neben ihr, der der sie mit dem Schwert bedrohte, beunruhigt dreinblickte.

Plötzlich roch sie einen starken Fischgeruch und bekam komischerweise in dieser heiklen Situation einen schrecklichen Hunger. Sie hatte schon seit einiger Zeit nichts mehr gegessen.

Als sie etwas langsamer ging, um zu riechen ,spürte sie sofort die Spitze des Schwertes in ihrer Seite und stolperte weiter.
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Re: Aufbruch nach Westen

Beitrag von Rascall » Samstag 20. Januar 2007, 23:14

Rascall grinste Ron an. Sein Vorschlag klang vernünftig, aber warum sich die Arbeit machen und eine andere Brücke suchen.

"Auch wenn sie hinterlistig sind, es sind nur Trolle. Mit dem werde ich schon fertig." Wenn sich Rascall da mal nicht überschätzte. Aber er kannte seine Stärke und traute es sich durchaus zu, mit einem dummen und vor allem wuchtigen Troll fertig zu werden. Er müsste nur aufpassen, dass dessen Keule ihn nicht traf. Dann hätte er ein echtes Problem. Aber in schwierigen Lagen hatte er sich immer auf seine Schattenmagie verlassen können.

Wenn nur Bran und Ron diese ebenfalls beherrschen würden. Dann hätte er eine kleine Dunkelheitszone auf die Brücke legen können und nur der Troll wäre dadurch behindert worden.

<b>Wenn ich die Magie nur etwas besser im Griff hätte. Wenn ich mächtiger wäre. Ich hätte die Zone nur um den Kopf des Trolls legen können, doch dazu bin ich noch nicht in der Lage. Gut, also kämpfen.</b>

Rascall drückte Bran die Zügel seines Braunen in die Hand. "Haltet euch bereit." Er drückte seine Schultern durch und nahm eine angreifende Postion an.
Da wurde Rascalls Plan jäh unterbrochen, als er im Winkel seines Blickfeldes eine Bewegung wahrnahm. Er drehte den Kopf und sah einige Männer auf die Brücke zu kommen. Bei ihnen war ein junges Mädchen. Rascall schätzte sie auf maximal 15 oder 16 Sommerläufe.

Sie wurde mit einer Klinge bedroht und zum Gehen bewogen.
<b>Da stimmt doch etwas nicht.</b> Rascall ließ zunächst von seinem Plan ab, stellte sich vor seine beiden Begleiter und beobachtete die herannahende Gruppe.

<b>Abwarten und schauen. Vielleicht kümmern sie sich ja um den Troll. Außerdem interessiert mich, welchen Grund es gibt, ein Mädchen mit einer Waffe zu bedrohen.</b>

"Seid gegrüßt, Fremde!", rief er ihnen zu. "Sagt, sei ihr im Begriff die Brücke zu überqueren? Wenn ja, will ich euch nur warnen. Ein Troll befindet sich dort. Ich weiß jedoch nicht, ob er jedem feindlich gesonnen ist."

<b>Jetzt hab ich sie neugierig gemacht. Vielleicht sind sie durch den Troll soweit abgelenkt, dass ich das Mädchen mal wegen ihrer Bedrohung befragen kann. Ich bezweifle, dass eine dieser zerrissenen Gestalten mir die Antwort geben würde.</b>

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Re: Aufbruch nach Westen

Beitrag von Erzähler » Sonntag 21. Januar 2007, 17:44

Als die Männer mit Wanya die Brücke erreichten, waren sie überrascht. Überrascht von dem Gestank, von dem Troll und auch von den drei Gestalten vor der Brücke.
Dann rief ihnen einer zu, dass sie sich vor dem Troll in achtem nehmen sollten.
Der Anführer der Gruppe winkte seinen Kumpanen und bedeutete ihnen, zu warten. Er trat alleine vor und sprach Rascall direkt an.

„Ein Troll, was? Was soll denn ein Troll auf dieser Brücke? Ich denke, Trolle leben im Gebirge?!“

doch der Fremde kam nicht umhin, die gewaltige Gestalt auf der Brücke zu betrachten. Dann kam ihm ein Gedanke. Trolle waren doch dumm…wahrscheinlich hielt dieser abgerissene Kerl der ihn angesprochen hatte diesen Troll unter Kontrolle und versuchte, auf diese Weise Wegzoll zu erpressen. Aber nicht mit ihm!

„Lasst mich raten,“

knurrte er spöttisch,

„<i>Ihr</i> wisst natürlich, wie man an diesem Troll vorbeikommt, oder? Ihr werdet uns sicher helfen, nicht wahr?“

Er grinste und versuchte, eine bedrohliche Grimasse zu schneiden. Dann winkte er seine Kumpanen herbei…die ganze Gruppe würde sicher beeindruckender wirken. An Wanya verschwendete er im Moment keinen weiteren Gedanken.
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Re: Aufbruch nach Westen

Beitrag von Wanya » Sonntag 21. Januar 2007, 17:45

Einer der vier Gestalten rief in die Richtung von Wanya und den drei Männern die sie bedrohten:

"Seid gegrüßt Fremde!"

<b>Fremde!! Also sind sie wirklich nicht hier um mich zu fangen </b>

Erleichtert atmete Wanya aus. Die Gestalt auf der anderen Seite der Brücke warnte sie auch noch davor über die Brücke zu gehen, weil sich dort ein Troll befände.

Wanya blickte zu dem Mann links neben ihr, dieser fühlte sich wohl reingelegt. Und daraus machte er auch keinen Hehl.Er sagte irgendetwas, worauf sie gar nicht achtete.Dann winkte er Seine Kumpane heran und Wanya bekam abermals eine Schwertspitzte in die Seite, was sie nochmals stolpern ließ. Doch Diesmal fiel sie hin. Sie versuchte so schnell wie möglich aufzustehn.
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Re: Aufbruch nach Westen

Beitrag von Rascall » Mittwoch 24. Januar 2007, 14:52

Rascalls Muskeln spannten sich an, als einer der Männer den anderen gebot, zu warten und vor trat. Er fragte sich, was ein Troll hier auf der Brücke suchte.

<b>Als könnte ich ihm darauf eine Antwort geben, so weit war ich nie zuvor in der Stillen Ebene.</b>

Desweiteren mutmaßte der Fremde sich auch noch an, dass Rascall eine Idee habe, dennoch über die Brücke zu kommen.
"Nun", meinte Rascall, ließ den Blick über die zerrissenen Gestalten und das Mädchen schweifen, "Für uns hatte ich einen Plan, aber er wird kaum mit so vielen Menschen durchführbar sein. Vielleicht könnten wir gemeinsam ..."

Gegen den Troll kämpfen, wenn er uns feindlich gesonnen ist, wollte Rascall noch sagen. Aber er würde seinen Satz nicht beenden können. Der Fremde winkte seine Kameraden herbei und auch das Mädchen sollte sich in Bewegung setzen. Rascall entging nicht, dass sie es mit den Spitzen ihrer Schwerter piekten und ebenso wenig entging ihm, dass das Mädchen stolperte und stürzte.

Der Anführer knurrte und maulte sie an. Das war zu viel. Rascall ballte die Hände zu Fäusten.
"Du, Torfkopf! Ja, dich meine ich. Ich kenne die zwischenmenschliche Beziehung von dir zu der jungen Frau nicht, aber ihr alle solltet sie doch etwas besser behandeln, meine ich! Andernfalls muss ich euch wohl eine Lektion erteilen. Mit hilflosen Mädchen geht man nicht so um!"

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Re: Aufbruch nach Westen

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 24. Januar 2007, 16:43

Der Anführer der Gruppe sah Rascall böse an und zog sein Schwert.

„Wie hast du mich gerade genannt? Torfkopf? Mein lieber Mann, dafür schneid ich dir <i>deinen</i> Kopf von den Schultern!“

Seine Männer machten ebenfalls einen Schritt nach vorn und hoben ihre Waffen (abgesehen von einem, der Wanya bewachte), doch ihr Anführer hob die Hand.


„Nein…diese Witzfigur und ihre Freunde gehören mir!“

lachte er spöttisch…dann sprang er nach vorn und ließ sein Schwert von oben herab auf Rascalls Kopf niedersausen.

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Re: Aufbruch nach Westen

Beitrag von Wanya » Mittwoch 24. Januar 2007, 19:38

"Nein!" schrie Wanya so laut sie konnte.

<b>Was mach ich da bloß? Ich kenne diesen Mann doch gar nicht, dennoch er hat mich auch mit Worten verteidigt.</b>

Sie schloss die Augen auf einen weiteren Schwertstich gefasst.Nun bekam sie noch mehr Angst. Wnya wunderte sich eh schon, dass sie noch lebte, bei ihren Eltern hatten sie schließlich nicht einmal mit den Wimpern gezuckt.Warum sollten sie dann bei ihr zögern?
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Re: Aufbruch nach Westen

Beitrag von Rascall » Mittwoch 24. Januar 2007, 22:45

Rascall hatte damit gerechnet. Diese Gestalten sahen nicht aus, als würden sie einem Bettler eine Münze zustecken oder einer alten Frau über die Straße helfen. Seine Provokation war geplant und er hatte sich innerlich bereits darauf vorbereitet, eher gegen diese Männer denn gegen den Troll zu kämpfen.
Er hatte sogar geahnt, dass sie ihre schartigen und rostigen Schwerter einsetzen würden. Aber dass der Anführer sich mit ihm in einem Duell messen wollte, das überraschte Rascall.

<b>Hat wohl doch ein bisschen Ehre in seiner Brust, der Torfkopf.</b>

Doch Rascall blieb kaum Zeit, mehr über den Anführer der Bande nachzudenken. Dieser erhob nämlich soeben sein Schwert und ließ es auf seinen Kopf niedersausen.
Im Hintergrund schrie das Mädchen lauthals. Aber Rascall behielt die Ruhe. Er hatte gegen seine Sklavenhalter gekämpft und war ihnen entkommen. Da war ein dummer Grobian mit einem Schwert doch ein Klacks gegen ihn. Nur Ron, Bran und auch das Mädchen durften nicht unnötig in Gefahr gebracht werden. Darauf musste er achten. Im Augenblick befand er selbst sich allerdings in der Gefahrenzone.

Rascall ließ seinen Oberkörper nach hinten fallen. Er hatte dies bei den Frauen des Sklavenhalters oft gesehen. Sie beugten sich nach hinten und tanzten unter einer Stange durch. Diese Erfahrung kam Rascall jetzt gerade recht, wenn er auch deutlich jeden Knochen seines Körpers spürte.

<b>Für solche Ausweichmanöver bin ich zu alt.</b>

Unglücklicherweise hatte er nicht erwartet, dass sein Gegner seinen Schlag nicht abbremste. Er zog ihn durch und traf Rascall hart auf den Bauch. Dies ließ ihn zu Boden stürzen, aber Rascall rollte sich rasch zur Seite ab. Er grub seine Hand in Gras und Erde, schleuderte den Dreck in die Richtung seines Feindes.

<b>Und jetzt noch ein wenig Magie!</b>

"Schwarze Schatten, Finsternis überkomme dich!", brüllte Rascall und es folgte eine unverständliche Zauberformel. Sogleich wurden er und der Banditenanführer von einer Zone aus Dunkelheit eingeschlossen. Pech wohl für den Grobian, dass Rascall als Kundiger der Schattenmagie in dieser Finsterniszone sehen konnte.

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Re: Aufbruch nach Westen

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 25. Januar 2007, 16:33

Der Anführer der Gruppe schrie überrascht auf, als ihn Dunkelheit umfing.

„Wer…was…was soll das? Was ist hier los?! Hilfe!“

brüllte er und fuchtelte mit seiner Waffe in der Dunkelheit herum, unfähig weder Rascall noch irgend etwas anderes zu sehen. Es war, als hätte man ihn mit Blindheit geschlagen.

Währendessen hatte Rons Anblick für die anderen Männer und auch Wanya eine ähnlich schockierende Wirkung.

Zwei sprangen sofort zurück und streckten ihre Waffen nach vorn, um Ron auf Distanz zu halten.

„Verschwinde bloß, du…du…du Monster! Bleib mir vom Leib!“

kreischte einer der beiden. Der andere starrte den Rattenhybrid mit schreckgeweiteten Augen an.

„Der Kerl da war das?“

fragte er mit brüchiger Stimme und deutete auf die Kugel aus Dunkelheit, die sich um Rascall und ihren Anführer gebildet hatte.

„Der Kerl ist ein Hexer! Der verwandelt uns alle in Monster!“

kreischte er, ließ sein Schwert fallen und rannte davon. Seine Kumpanen blieben noch einige Momente unschlüssig stehen, sahen hektisch zwischen Ron, der dunklen Sphäre und ihrem flüchtenden Kameraden hin und her, doch schließlich siegte ihre Furcht vor dem gewaltigen Hexer, und sie flohen ebenfalls.
Wanya blieb unschlüssig stehen. Die Männer hatten sie einfach stehengelassen, als sie panikerfüllt flüchteten, und sie blickte nervös auf Rons in der Tat merkwürdige Erscheinung.

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Re: Aufbruch nach Westen

Beitrag von Wanya » Donnerstag 25. Januar 2007, 17:56

Nun ging auch Wanya in die Richtung des Ratten-Hybrids und setzte sich neben das Schwert, das der eine Mann fallen gelassen hatte bevor er geflohen war. Sie versuchte die Fesseln, die ihre Hände zusammen hielten zu zerschneiden und schließlich schaffte sie es.

Nun sah auch sie zu der teifschwarzen Dunkelheit.

<b>Er ist ein Schattenmagier </b> dachte sie schockiert. Ihre mutter hatte sie immer vor Schattenmagie gewarnt. Dennoch hatte dieser Mann sein Leben für sie riskiert.

<b>Ich könnte fliehen </b> doch dann dachte sie<b>Ach was vor wem sollte ich denn fliehen, diese drei Männer werden mich wohl kaum töten, den das hätten sie auch die anderen machen lassen können.</b>
Zuletzt geändert von Wanya am Donnerstag 25. Januar 2007, 18:29, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Aufbruch nach Westen

Beitrag von Rascall » Donnerstag 25. Januar 2007, 21:22

Rascall rollte zur Seite und blieb flach auf dem Boden liegen. Seinen Blick aber ließ er auf den Anführer der rauen Gesellen gerichtet. Ein schiefes Lächeln stahl sich auf seine Züge. Dieser Mann besaß keine Kunde in der Schattenmagie, womöglich war er niemals Zeuge dieser Zauberei geworden. Und jetzt war er sogar Opfer.
Verwirrt schlug er ins Nichts und Rascall spürte, dass den Mann Panik beschlich. Er selbst konnte in seinem eigenen Zauber natürlich gut sehen. Innerhalb der Dunkelheitszone war es für ihn, als hätte jemand eine verdunkelte Scheibe vor sein Gesicht gelegt. Er schaute wie durch mattes Glas, aber er erkannte deutlich mehr als sein Gegner.

So konnte Rascall auch außerhalb der Zone alles erkennen. Er bekam mit, dass Ron seinen Umhang abwarf und Bran seinen Namen schrie. Der Junge bat ihn, aus dem Anführer nicht auch eine Ratte zu machen.

<b>Eine nette Idee. Und wie ich sehe, funktioniert sie!</b>
Rascall sah, dass die anderen Männer von Furcht angetrieben die Flucht ergriffen. Zu schade, dass sie nicht den weg über die Brücke wählten. So wäre der Troll vielleicht auch abgelenkt, aber um den würde sich Rascall später kümmern.
Beinahe gemütlich schlich er um seinen Gegner herum und gab ihm schließlich einen Tritt in den Rücken. Kaum, dass dieser den Boden erreichte, hatte sich Rascall mit seinem ganzen Gewicht und den Knien voran auf den Mann geworfen. Einen Arm schlang er um dessen Hals, mit dem anderen drückte er den Schwertarm des Mannes zu Boden.

Da ließ Rascall die Dunkelheit um sich herum fallen und Ron, Bran und das Mädchen konnten ihn wieder sehen. Auch der Grobian war von seiner ungewollten Blindheit befreit. Zu seinem Bedauern konnte er die Anwesenden kaum mustern, denn Rascall drückte seinen Kopf mit dem Arm nach hinten, was ziemlich weh tun musste und wohl die ganze Aufmerksamkeit des Mannes beanspruchte.

"Alles in Ordnung!", rief er den beiden Brüdern zu und an das Mädchen gewandt meinte er: "Diese Kerle werden dir nichts mehr antun. Vor allem der hier nicht!" Rascall holte aus und schlug dem festgenagelten Anführer direkt ins Gesicht. Für die nächsten Stunden würde dieser sicherlich im Land der Träume weilen.

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Re: Aufbruch nach Westen

Beitrag von Wanya » Freitag 26. Januar 2007, 19:28

Wanya merkte schon von weitem, dass Ron sie nicht sonderlich sympatisch fand, er ist sogar einen Schritt vor ihr zurück gewichen ist.

Kurz darauf fiel die schwarze Wolke um den einen Mann und den Anführer zusammen. Dann sprach der Schwarzmagier zu ihr von wegen sie brauche jetzt keine Angst mehr vor den Männern zu haben.Sie jedoch sah noch einige Zeit zu dem Ratten-Hybrid, bevor sie.

Zu dem etwa 30-jährigen Mann sagte:"Wie kann ich mich nur bei euch bedanken? Sagt etwas und ich werde euch dabei helfen."

Zwischendurch sah sie auch manchmal zu dem dritten Mann beziehungsweise sie wusste nicht genau ob er schon ein Mann oder noch ein Junge. Manchmal sah sie auch zu Ron und fragte sich ob er wohl ein Hybrid war und war zugleich froh, dass man bei ihr nicht so viele Zeichen des Katzenteils in ihr sah.
Nun wandte sie sich wieder den andern beiden zu und sah sie sich genauer an, doch sie waren wohl einigermaßen normal Menschen.

<b>Vieleicht etwas ärmlich gekleidet. Aber ansonsten wohl ganz normale Menschen.</b>

Jetzt richtete sie ihre Stimme wieder an Rascall: "Ich könnte euch bei dem Troll helfen."
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Re: Aufbruch nach Westen

Beitrag von Rascall » Freitag 26. Januar 2007, 23:55

Rascall hob den Kopf und schaute das Mädchen an. Sie war jung und recht hübsch – und sie bot sofort ihre Hilfe an.

<b>Sie will uns mit dem Troll helfen? Amüsant, wenn man bedenkt, dass er wesentlich gefährlicher sein könnte als diese Rüpel hier. Und gegen diese Burschen kam sie nicht an. Argh, was ist das?</b>

Im Kampf gegen den inzwischen bewusstlosen Bandenanführer hatte Rascall die Wunde, die er erhalten hatte, einfach ignoriert. Jetzt, da sich die ganze Situation beruhigt hatte, kehrte der Schmerz zurück.

"Du willst dich bedanken, Mädchen?", wandte er sich an die Gerettete und hielt sich dabei den Unterleib. "Wenn du heilen kannst, würde ich gerne deine Fähigkeiten in Anspruch nehmen."

Rascall nahm den Arm weg und zog den zerrissenen Teil seines Hemdes beiseite, der durch den Schwertstreich entstanden war. Durch seine dunkle Kleidung war es nicht sehr aufgefallen, aber Blut tränkte sie – sein Blut.
Rascall sah nach unten auf seinen Bauch. Ein Schnitt zog sich vom Nabel bis zur rechten Hüfte, nicht sehr tief, aber ignorieren sollte man ihn sicher auch nicht. Er brannte wie Feuer. Rascall biss die Zähne zusammen.

Dann fiel ihm seine Ausrüstung wieder ein. Seinen beiden Begleitern rief er zu: "Ron, Bran! Geht mal zu meinem Braunen. In seinen Satteltaschen muss ich irgendwo Verbandsmaterial haben."
Vorsichtig betastete er die Wunde, zuckte zurück, als es schmerzte.

Rascall glitt von dem niedergeschlagenen Grobian herunter ins Gras der Stillen Ebene. Dort legte er sich auf den Rücken, stützte sich aber gleichzeitig auf seinen Ellenbogen ab.

<b>Die Wunde sieht schlimmer aus als sie ist. Aber dieser Mistkerl hat mir da ziemlich zugesetzt. Bei dem Troll muss ich mehr aufpassen, der ist größer.</b>



<i>[Ich ziehe mir mal 8% Lebensenergie ab aufgrund der Schnittwunde + leichte Blutung]</i>

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