Sie war froh darüber, dass er sich ihr derart rasch geöffnet hatte. Ob es daran lag, dass er ihr schon so sehr vertraute oder vielleicht eher, weil er rasch zu seinem Vater zurück wollte, konnte sie nicht sagen. Aber es hätte am Ergebnis erst einmal auch nichts geändert, denn sie verstand, warum er das Fest vorzeitig beenden musste, jedoch auch sein Gesicht zu wahren hatte.
Und sie konnte sich einiges vorstellen, wie ihm zumute wäre. Vor nicht allzu langer Zeit hatte sie sich um ihre beiden Eltern gesorgt und seit sie wenigstens ihre Mutter wieder gefunden hatte, galten ihre Gedanken vermehrt dem Wohl ihres Stiefvaters. Allerdings gesellte sich eine weitere Entwicklung hinzu, von der sie noch lange nicht sagen konnte, ob sie ihr gefiel: das Bewusstsein, Verantwortung erzwungenermaßen übernehmen zu müssen, eben weil das Familienoberhaupt nicht da war. Mit einem Mal sah sie sich in seine Fußstapfen gedrängt und wurde ein Stück weit... erwachsen. Wurde sich dessen bewusst, dass sie nicht länger ausschließlich ihrem Vergnügen frönen durfte, wollte sie erreichen, was sie sich vorgenommen hatte.
Doch in ihrem Falle hatte sie trotz allem noch die Hoffnung, Alycide wieder sehen zu können, während Emmyths Vater seine endgültige Reise antreten würde. Und ob Corax bei seiner Rückkehr sein Erbe so antreten könnte, wie es notwendig wäre, um den Jüngeren wieder zurück in seine Freiheit zu entlassen, war ebenfalls fraglich. So oder so, auch die Position ihres zweiten Liebhabers würde sich drastisch ändern und sie wollte ihm tatsächlich ein wenig dabei helfen.
Dabei kam ihr eine Idee, von der er sofort angetan war. Warum er hingegen wie selbstverständlich darauf reagierte, dass sie ihm ihre Wassermagie offenbarte, irritierte sie. Ein Nachhaken hingegen verschob sie auf später. Es würde hoffentlich noch viele Gelegenheiten für sie geben, ihn zur Rede zu stellen zu so einigem, nicht nur dieser fehlenden Überraschung.
Sein Vertrauen indes, ihrem Plan zu folgen, könnte auch beängstigend sein, wenn sie genauer darüber nachdenken würde. So gut beherrschte sie ihre Fähigkeit nun auch wieder nicht und ihre Explosionen waren meist situationsbedingt gewesen, nie wirklich gesteuert. Natürlich hätte ihr mehr Unterricht gut getan, selbst wenn er von ihrem leiblichen Erzeuger gekommen wäre, unabhängig von seiner gegenteiligen Magiebegabung. Aber dazu hatte sie zu spät begriffen.
Also musste sie mögliche aufkeimende Zweifel ignorieren und darauf bauen, dass sie es schon irgendwie schaffen würde. Das musste sie einfach! Sie wollte Emmyth... und auch sich selbst nicht enttäuchen. Was dagegen den Feuermagier betraf, auch wenn er sich nicht mehr in Andunie befinden sollte, würde sie einen Weg finden, mehr über ihn heraus und womöglich auch ihn persönlich zu finden. Ebenfalls später einmal...
Wieso bekam sie eigentlich nie die Zeit, einen Punkt nach dem anderen abzuhaken? Sah so ihre Zukunft aus? Immer neue Gedanken, Aufgaben, Schwierigkeiten und nie die Möglichkeit, das Bisherige zu einem Abschluss zu bringen?
Ein Flattern in ihrem Unterleib lenkte sie zum Glück von solcherart aufkeimenden Gedanken ab und erinnerte sie an ein Problem, das vor der Umsetzung ihres Plans gelöst werden musste. "Belohnung? Ausgiebig? Pfff, von wegen!", grummelte sie bei seinem frechen Grinsen und hätte ihm gerne noch so einiges mehr an den Kopf geworfen, wenn sie die Zeit dazu gehabt hätte. So beschränkte sie sich auf einen weiteren, durchdringenden Blick, vor dem er sich besser fürchten sollte, ehe sie ihre Augen schloss.
Emmyth kroch unter ihren Rock und berührte sie vielversprechend, während sie jedem noch so winzigen Zucken intensiv nachfühlen wollte, in der Hoffnung, er würde ihre wenigstens einen schnellen Höhepunkt bescheren, nachdem sie so lange darauf vorbereitet worden war. Sehr zu ihrem Unmut jedoch unterließ er es und kam stattdessen wieder zum Vorschein, sein geheimnisvolles Spielzeug vor ihren Blicken verborgen. Dabei hätte sie es durchaus nötig, erst recht jetzt, nachdem er sie befreit hatte.
Hätte er ihr diese Erlösung versprochen, er hätte dafür vieles von ihr verlangen können, soweit hatte er sie getrieben. Er hätte es tun können... oder auch die Dame deVrinn, die ihre Neugier geweckt hatte. Oder lag es nur an all der unerfüllten Lust, die durch ihre Adern schoss, dass sie ausgerechnet jetzt an diese Dunkelelfe dachte? Hatte sie überhaupt Interesse an Frauen... oder war es nichts weiter als etwas so Verruchtem, dass sie beim eigentlichen Umsetzen einen Rückzieher machen würde?
Fast lautlos schnaubte sie und zwang sich, sich nicht wieder in einer anderen Richtung zu verlieren. Um wenigstens ein bisschen Befriedigung, wenngleich eher für ihr Ego, zu erhalten, schnappte sie sich ihr Gegenüber beim Kragen und offenbarte ihm, was ihm blühen würde. Er lächelte, dass ihr die Knie weich zu werden drohten, und wäre sie noch nicht in Stimmung gewesen, hätte er sie damit durchaus rumkriegen können.
So hingegen kräuselten sich auch ihre Lippen zu einem verführerischen Lächeln. "Oh, glaube mir, du wirst mich noch anflehen, Gnade mit dir zu haben!", säuselte sie und ließ ihren Mund bewusst einen Moment lang leicht geöffnet, als wolle sie ihn zu einem Kuss einladen... oder ihre Zunge verheißungsvoll zeigen. Ehe sie abrupt zum eigentlichen Problem zurück kehrte, so, wie er vorhin.
Schon löste sie sich von ihm, drehte sich... und entdeckte jenes Spielzeug, das er vor ihr hatte verbergen wollen. Azura erstarrte einen Moment lang und ihr Gehirn weigerte sich, was ihre Augen sahen. "Bei Venthas Säften...", stieß sie keuchend hervor. Ihr Kopf ruckte hoch und ihr Blick fixierte Emmyth's.
Schon packte er sie am Arm und anstatt etwas dazu zu sagen... zu erklären, drängte er sie zum Handeln. Die junge Frau allerdings dachte nicht daran. Im Gegenteil, sie rührte sich keinen Millimeter, sondern keuchte entsetzt:"Du... du hast... ein lebendiges Wesen in mich reingesteckt?!" Wie konnte er nur? Das war... widerlich!
Sie schüttelte sich leicht und sah zu dem tropfnassen, kleinen Ding runter, das über und über von ihren Säften besudelt war. Wie konnte Emmyth nur so etwas dem Kleinen antun... ihr antun, als wäre ihr Schoß ein Gefäß, in das man alles stecken konnte?!
Azura sank in die Hocke und griff nach dem Mini-Elf, wollte ihn an sich nehmen und schützend an sich drücken, damit der Dunkle ihn nicht noch anderswo rein stecken könnte. Dabei legte sie eine Hand an seinen Oberschenkel, um ihn beiseite zu schieben und so leichter an ihr Ziel zu gelangen, ohne darüber nachzudenken oder gar Berührungsängste trotz allem zu haben. "Komm her, mein Kleiner, ich helfe dir!", wisperte sie, mit Absicht leise, als fürchtete sie, lautere Worte könnten in diesen winzigen... und irgendwie niedlichen Öhrchen schmerzen.
Sie müsste ihn waschen und trocknen und an einen Ort bringen, der definitiv nicht ihr Innerstes wäre. Die Bottiche auf dem Dach wären dafür gewiss ideal, sofern das Wasser darin nicht zu kalt wäre. Andererseits würde ein Anwärmen Zeit kosten und die hätten sie eigentlich nicht. "Jetzt komm schon!", murmelte sie in sich rein, reckte sich und hielt sich dabei an dem Hosenbein fest, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren.
Sobald sie den Kleinen hätte, würde sie schon eine Falte in ihrem Kleid finden, in der er sich verbergen könnte, ihrem Liebhaber noch einen finsteren Blick zuwerfen und dann endlich hinaus rauschen, um ihre Mutter einzuweihen. Aber sie würden ihn sicherlich nicht in der Obhut des Jüngeren der Faelyn-Brüder lassen! Wie konnte er nur...?!
Dass dieses kleine Spielzeug hingegen auch eine Unterstützung bei ihrem Plan sein könnte, derart erregt, wie sie längst war, wenn sie es denn mitnehme, dachte sie in diesem Moment nicht. Dabei könnte er ihr endgültg die Fassung rauben und auf diese Weise ihre Zurückhaltung bei dem künstlichen Regenguss vernichten, sollte es ihr anderweitig nicht gelingen, ihre Magie zu entfesseln. Nur ob sie auf diese Idee von alleine käme und sich dazu auch überwinden könnte, das müsste die baldige Zukunft erst zeigen.
Das Anwesen der Faelyns
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Re: Das Anwesen der Faelyns
Mit dem Blick auf Emmyth und seine Probleme, stellte Azura fest, dass sie einiges auch auf sich selbst projizieren konnte. Auch sie musste plötzlich Verantwortung übernehmen. Mit einem Mal hatte ihr Leben sich vollkommen verändert und statt sich langsam heranzutasten, kam es ihr so vor, dass sie ständig von einer Aufgabe in die nächste geworfen wurde, ohne die Möglichkeit zu haben, sich einer wirklich anzunehmen. Dieses Mal sollte es anders sein! Auch Emmyth zuliebe wollte sie diese eine Sache zu Ende bringen. Da durften Zweifel über ihre mangelnden Fähigkeiten keinen Platz finden. Sie wusste sehr gut, dass sie in Sachen Wassermagie hätte mehr lernen und üben sollen. Sie wusste noch besser, wie wenig Kontrolle sie eigentlich über ihre Kräfte besaß. Und sie wusste auch, dass ausgerechnet sie selbst sich nun in eine Lage versetzte, in der sie diese Probleme überwinden musste. Wenn nicht, würden die Konsequenzen wie so üblich nicht auf sie zurückfallen, sondern auf Emmyth. Könnte sie damit leben? Es wäre nicht das erste Mal, dass sie sich aus ähnlichen Situation herauswand, aber dieses Mal würde es jemanden treffen, der ihr anscheinend mehr am Herzen lag als sie ihm gegenüber zugeben würde. Ob das allerdings so blieb? Denn plötzlich entdeckte sie jenes Spielzeug, das über Stunden hinweg in ihrem Schoß gesteckt und ihr derlei Freuden bereitet hatte, dass sie das Fest lang über wirklich an sich hatte halten müssen. Ihr waren sogar lüsterne Gedanken in Bezug zu der deutlich älteren Lady deVrinn gekommen, obwohl sich Azura nicht einmal sicher sein konnte, ob ihr allgemeines Interesse auch Frauen galt. Jetzt jedoch schwand all ihre Lust beim Anblick des kleinen Körpers, der da - klebrig und nass - am Boden kauerte. Er löste nicht den Gedanken aus, gerade ein kleines Wesen geboren zu haben, sondern vielmehr das Wissen, das es seine halb flatternden Flügel gewesen sein mussten, die Azuras Innerstes gekitzelt und sie fast um den Verstand gebracht hatten.
"Du... du hast ... ein lebendiges Wesen in mich reingesteckt?!"
"Und es hat dir gefallen, das kannst du nicht leugnen. Ich hab den ganzen Abend lang das Funkeln in deinen Augen genossen." Es musste die dunkelelfische Seite in Emmyth sein, die ihn solche Dinge ohne jegliche Reue antworten ließ. Sein Weltbild war anders als das einer Andunierin. In Morgeria hielt man sich Sklaven. Ein Leben - wenn nicht dunkelelfisch - war nichts wert und selbst dann durfte man nicht das Pech haben am unteren Ende der Hierarchie der eigenen Familie geboren worden zu sein. Ein so kleines, hilfloses Geschöpf wie jenes, das Emmyth nun mit dem Finger anstupste, hatte keine Chance. Gehorchen oder sterben, dieses Gedankengut brachte Morgerias Kultur nun auch bis nach Andunie - bis zu Azura.
Bevor Emmyth das Wesen schnappen konnte, sank Azura zu Boden und griff nach dem elfenartigen Wesen. Ja, im Grunde sah er wie die Miniatur eines Elfen aus, mit blauen Haaren und wunderschönen Flügeln wie die eines Schmetterlings. Das Wesen erreichte von der Größe her knapp eine Höhe, die über ihre gesamte Hand hinaus ging. Schlank, dennoch mit sichbaren Muskelansätzen, denn es trug nicht mehr als diesen Toga ähnlichen Fetzen, der inzwischen auch tropfnass wie er selbst war.
Beschützerisch nahm Azura ihn in ihre Hände und drückte ihn an sich. Das kleine Geschöpf wehrte sich nicht. Es schaute bei ihren Worten einmal zu Azura auf. In seinem Blick lag keine Angst, nur Unsicherheit und dann drehte es den Kopf zu Emmyth. Jener starrte auf das Wesen und Azura herab. Er seufzte auf und nickte. "Also gut, behalte ihn. Er soll fortan dein kleiner... Gefährte sein." Die roten Augen nahmen das Wesen ins Visier. Dann flüsterte Emmyth etwas in einer Sprache, die Azura nicht verstand.
"Sie ist jetzt auch deine Herrin. Gehorche ihr, dann werde ich zufrieden sein."
Das Wesen nickte einmal und umklammerte Azuras Daumen mit beiden Händen. Sie schob den Kleinen in eine Falte ihres Kleides. Es gab genug Zierde, damit er sich problemlos festhalten und selbst zu einer solchen Zierde werden könnte, ohne dass er auffiel. Das war gut, denn Azura dachte nicht daran, nun länger bei Emmyth zu bleiben. Er schaute ihr mit verbissener Miene nach, wie sie aus dem Salon verschwand. Sie musste zurück in den Garten und ihre Mutter einweihen.
"Lanméi", drang es plötzlich zwichen den Falten ihres Kleides hervor und der zu klein geratene Elf mit den blauen Schmetterlingsflügeln und Haaren schaute zu ihr auf. "Ich heiße Lanméi, Herrin." Schon verbarg er sich wieder und hielt still. Genau zur richtigen Zeit, denn Azura erreichte die Gärten. Einige Gäste befanden sich noch auf der Tanzfläche, in einem ruhigen Engtanz miteinander verbunden. Jenen hätte sie unter anderen Umständen mit Emmyth haben können. So aber musste sie verzichten und nun stattdessen nach ihrer Mutter suchen. Sie fand das derzeitiger Oberhaupt der van Ikaris mit einem kleinen Teller Häppchen bei einem der Tische. Dort saß sie und verzehrte, was Azura auf den Speiseplan hatte stellen lassen. Sie war allein, obgleich der Platz ihr gegenüber gedeckt war. Wo ihr Essenpartner steckte und wer es war, blieb ungewiss. Ebenso, wann jener zurückkehren könnte. Wie groß das Zeitfenster wäre, um Aquila alles zu erklären, konnte Azura nun also unmöglich wissen. Stand sie unter Zeitdruck? In jedem Fall dürfte sie nicht den restlichen Abend damit verbringen, mit ihrer Mutter zu sprechen oder sich ablenken zu lassen. Außerhalb ihrer Wahrnehmung veranlasste Emmyth nämlich just in diesem Moment, große Bottiche auf das Dache zu schaffen und mit Wasser zu füllen.
"Du... du hast ... ein lebendiges Wesen in mich reingesteckt?!"
"Und es hat dir gefallen, das kannst du nicht leugnen. Ich hab den ganzen Abend lang das Funkeln in deinen Augen genossen." Es musste die dunkelelfische Seite in Emmyth sein, die ihn solche Dinge ohne jegliche Reue antworten ließ. Sein Weltbild war anders als das einer Andunierin. In Morgeria hielt man sich Sklaven. Ein Leben - wenn nicht dunkelelfisch - war nichts wert und selbst dann durfte man nicht das Pech haben am unteren Ende der Hierarchie der eigenen Familie geboren worden zu sein. Ein so kleines, hilfloses Geschöpf wie jenes, das Emmyth nun mit dem Finger anstupste, hatte keine Chance. Gehorchen oder sterben, dieses Gedankengut brachte Morgerias Kultur nun auch bis nach Andunie - bis zu Azura.
Bevor Emmyth das Wesen schnappen konnte, sank Azura zu Boden und griff nach dem elfenartigen Wesen. Ja, im Grunde sah er wie die Miniatur eines Elfen aus, mit blauen Haaren und wunderschönen Flügeln wie die eines Schmetterlings. Das Wesen erreichte von der Größe her knapp eine Höhe, die über ihre gesamte Hand hinaus ging. Schlank, dennoch mit sichbaren Muskelansätzen, denn es trug nicht mehr als diesen Toga ähnlichen Fetzen, der inzwischen auch tropfnass wie er selbst war.
Beschützerisch nahm Azura ihn in ihre Hände und drückte ihn an sich. Das kleine Geschöpf wehrte sich nicht. Es schaute bei ihren Worten einmal zu Azura auf. In seinem Blick lag keine Angst, nur Unsicherheit und dann drehte es den Kopf zu Emmyth. Jener starrte auf das Wesen und Azura herab. Er seufzte auf und nickte. "Also gut, behalte ihn. Er soll fortan dein kleiner... Gefährte sein." Die roten Augen nahmen das Wesen ins Visier. Dann flüsterte Emmyth etwas in einer Sprache, die Azura nicht verstand.
"Sie ist jetzt auch deine Herrin. Gehorche ihr, dann werde ich zufrieden sein."
Das Wesen nickte einmal und umklammerte Azuras Daumen mit beiden Händen. Sie schob den Kleinen in eine Falte ihres Kleides. Es gab genug Zierde, damit er sich problemlos festhalten und selbst zu einer solchen Zierde werden könnte, ohne dass er auffiel. Das war gut, denn Azura dachte nicht daran, nun länger bei Emmyth zu bleiben. Er schaute ihr mit verbissener Miene nach, wie sie aus dem Salon verschwand. Sie musste zurück in den Garten und ihre Mutter einweihen.
"Lanméi", drang es plötzlich zwichen den Falten ihres Kleides hervor und der zu klein geratene Elf mit den blauen Schmetterlingsflügeln und Haaren schaute zu ihr auf. "Ich heiße Lanméi, Herrin." Schon verbarg er sich wieder und hielt still. Genau zur richtigen Zeit, denn Azura erreichte die Gärten. Einige Gäste befanden sich noch auf der Tanzfläche, in einem ruhigen Engtanz miteinander verbunden. Jenen hätte sie unter anderen Umständen mit Emmyth haben können. So aber musste sie verzichten und nun stattdessen nach ihrer Mutter suchen. Sie fand das derzeitiger Oberhaupt der van Ikaris mit einem kleinen Teller Häppchen bei einem der Tische. Dort saß sie und verzehrte, was Azura auf den Speiseplan hatte stellen lassen. Sie war allein, obgleich der Platz ihr gegenüber gedeckt war. Wo ihr Essenpartner steckte und wer es war, blieb ungewiss. Ebenso, wann jener zurückkehren könnte. Wie groß das Zeitfenster wäre, um Aquila alles zu erklären, konnte Azura nun also unmöglich wissen. Stand sie unter Zeitdruck? In jedem Fall dürfte sie nicht den restlichen Abend damit verbringen, mit ihrer Mutter zu sprechen oder sich ablenken zu lassen. Außerhalb ihrer Wahrnehmung veranlasste Emmyth nämlich just in diesem Moment, große Bottiche auf das Dache zu schaffen und mit Wasser zu füllen.

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Re: Das Anwesen der Faelyns
Würde es ab nun immer... oder zumindest eine lange Zeit so sein? Dass sie nie eine rechte Atempause bekäme, um sich über all jenes klar zu werden, das sie eigentlich bedenken musste? Dass die Tage ihrer reinen Mußestunden, ohne jeglichen anderen Aufgaben außer sich um ihr Äußeres zu kümmern, unwiderbringlich vorbei wären? Dass sie ab jetzt ständig voraus denken musste, wie sie ihre Schritte als nächstes zu setzen hatte, getrieben von den Erwartungen anderer? Na, das hoffte sie ja gewiss nicht!
Auch wenn es sich, seit Corax sie entführt hatte, häufte und sie tatsächlich, so schwer es all jene, die sie kannten oder glaubten zu kennen, glauben würden, ein Stück weit erwachsen sowie reifer geworden war, würde sie es nicht hinnehmen, sich in eine derartige Position drängen zu lassen. Andere mochten gerne von einer Aufgabe zur anderen hetzen, nie ruhig still sitzen oder einfach einmal alles stehen und liegen lassen. Azura gehörte nicht zu diesem Schlag Mensch und würde sich auch nicht damit begnügen.
Nein, sie wollte mehr, wollte hauptsächlich ihren eigenen Interessen und Freuden frönen, das hatte sich definitiv nicht geändert! Aber sie war allmählich bereit dazu, nicht mehr ausschließlich daran zu denken, sondern eben auch an anderes... oder, wie in diesem Falle, andere. Somit wollte sie Emmyth helfen und ihn dabei unterstützen, sich um seinen Vater zu kümmern, solange dieser noch atmete.
Wenngleich sie ihm ebenso die Ohren lang ziehen und den Hals umdrehen wollte dafür, dass er ihr ein lebendiges Wesen in den Schoß gesteckt hatte. Ja, es mochte ihr bislang unvergleichliche Freuden beschert und sie dauererregt haben, jedoch verbat sie sich solcherart Spiele mit sich! Das würde der junge Faelyn schon noch zu spüren bekommen. Wäre ja gelacht, wenn sie ihn nicht soweit erziehen konnte, dass er sich derartige Dummheiten nie wieder leisten würde!
Entsprechend wütend funkelte sie ihn an bei seinen Worten. "Hätte ich davon gewusst, hätte ich das niemals zugelassen!", zischte sie und würde sich große Mühe geben, ihn seine Unverfrorenheit noch lange bereuen zu lassen. Ganz gleich, wie lustvoll es gewesen war und wie sehr sie sich nach Erlösung gesehnt hatte, dieses Privileg, ihre Erregung erneut zu entfachen, würde jetzt sehr lange auf ihn warten, davon konnte er getrost ausgehen.
Was jedoch nicht bedeutete, dass sie ihm gegenüber große Berührungsängste hatte, denn um ihm zuvor zu kommen, scheute sie sich nicht, sich an seinem Hosenbein festzuhalten, während sie beschützend nach dem kleinen Wesen haschte. Sie warf ihm einen flüchtigen, ungewöhnlich mitfühlenden Blick zu, ehe sie es in ihrer Hand verbarg und nahe zu ihrem Gesicht brachte. "Keine Sorge, bei mir bist du sicher!", wisperte sie zwischen ihren Fingern hindurch und wusste, bei dem bevorstehenden Regenguss käme dieses kleine Ding in den Genuss, sich säubern zu können. Nicht auszudenken, wie sie sich fühlen würde, derart besudelt sein zu müssen!
Mit etwas mehr Kraft als notwendig, zog sie sich an Emmyths Bein wieder hoch und brachte daraufhin zwei Armkängen Abstand zwischen sie beide, während sie ihm erneut böse Blicke zuwarf.
Bei seinem Zugeständnis schnaubte sie leise. Irrte sie sich oder befanden sie sich nicht mehr auf Augenhöhe miteinander, indem er ihr so gönnerisch entgegen kam? Vielleicht lag es an seiner Anspannung wegen seinem Vater, eventuell daran, dass sie eingeschnappt war. Allerdings war ihr klar, dass ihr diese Situation nicht gefiel. Stattdessen drückte sie das kleine Wesen noch einen Hauch enger an sich und wich rückwärts Richtung Tür.
Als sie diese im Rücken spürte, tastete sie mit der freien Hand nach dem Griff und öffnete ihn. Erst jetzt öffnete sie ein letztes Mal den Mund und flüsterte, als hätte sie die Befürchtung, ihre Stimme sonst nicht unter Kontrolle behalten zu können:"Das war grausam von dir!" Obwohl sie sich bemühte, konnte sie ihre Enttäuschung darüber, was er getan hatte, nicht gänzlich aus ihrem Tonfall heraushalten.
Also huschte sie schnell hinaus, um ihm keine Gelegenheit zu einer Antwort zu geben. Das Ganze hätte ihnen Zeit gekostet, die sie laut Emmyth nicht hatten. Somit gab es wieder etwas, das sie auf später verschieben musste, weil die Verantwortung für etwas... jemand anderes stärker auf ihren Schultern lastete.
Leicht schüttelte sie den Kopf über sich, straffte die Schultern, atmete, so weit ihr Kleid das überhaupt zuließ, durch und kehrte zum Fest zurück. Zwischen zwei Schritten glaubte sie, etwas gehört zu haben, und zögerte minimal. Am liebsten hätte sie länger inne gehalten, an sich herunter gesehen und das Kleine aus ihrer Rockfalte hervor geholt. Doch dafür war sie schon zu dicht am Geschehen, sodass sie sich zusammen riss und lediglich, als müsste sie ihr Kleid richten, um den perfekten Faltenwurf zurück zu erlangen, über jene Stelle strich, hinter der sich ihr neues Geheimnis verbarg. Sie hoffte, dieses kleine Zeichen reichte aus, um zu verdeutlichen, dass sie es bemerkt hatte.
Dann schritt sie wieder mit formvollendeter Eleganz weiter, suchte mit den Augen allein nach ihrer Mutter und schenkte hie und da ein huldvolles Lächeln. Schließlich entdeckte sie Aquila und atmete innerlich auf, als sie diese allein vorfand. Lächelnd trat sie näher, griff nach der Hand der Älteren und beugte sich zu ihr, als wolle sie ihr ein Küsschen auf die Wange hauchen. "Ich hoffe, du genießt das Fest und lässt es dir schmecken. Leider, so fürchte ich, steht ein Wetterumschwung bevor, wie er typisch für Andunie ist.", raunte sie so leise wie möglich und fasste damit alles gleich zusammen.
Mehr Zeit für große Erklärungen wollte sie sich vorerst nicht nehmen, auch, um keine zufälligen Lauscher zu riskieren. Stattdessen warf sie ihrer Mutter einen hilfesuchenden Blick zu, ehe sie wieder ihre Maske aufsetzte und lächelte. Sie vertraute Aquila, dass diese dank ihrer Erfahrung verstand, worauf deren Tochter hinaus wollte. Denn nun sollte sie sich besser unaffällig aus dem Rampenlicht stehlen.
Ihre ursprüngliche Idee, selbst aufs Dach zu gehen, erschien ihr inzwischen zu riskant. Jemand könnte schließlich beobachten, wo sie sich aufhielt und die richtigen Rückschlüsse ziehen. Nein, besser, sie befände sich ebenfalls noch immer im Garten und würde ebenfalls nass werden. Zwar musste sie um die Unversehrtheit ihres Kleides, auch wenn es lediglich geliehen war, fürchten, aber das war es ihr wert und Emmyth würde es nachvollziehen können. Oder auch nicht, aber da würde sie ihm zur Not schon den Kopf zurecht rücken.
Dafür bräuchte sie jedoch jetzt einen Ort, an dem sie unbeobachtet wäre und die Ruhe hätte, um nach dem Wasser in den Bottichen zu fühlen, ehe sie diese explodieren ließe. Also griff sie sich ein Glas mit andunischem Apfelwein und schlenderte, als bräuchte sie ein wenig Erholung nach all dem Tanzen und den Gesprächen, in Richtung jenes Pavillons, der den geheimen Fluchtweg aus diesem Garten verbarg. Dort hoffte sie auf all das, das sie für ihren Plan benötigte. Hoffentlich nur hatte sich kein Liebespärchen... oder Verschwörergrüppchen dorthin verirrt, das würde sonst unangenehm werden!
Lautlos sandte sie ein kurzes Stoßgebet zu Ventha und strich, ohne es zu merken, erneut über jene Rockfalte, die ihre neueste Bekanntschaft verbarg, als könne sie das beruhigen.
Auch wenn es sich, seit Corax sie entführt hatte, häufte und sie tatsächlich, so schwer es all jene, die sie kannten oder glaubten zu kennen, glauben würden, ein Stück weit erwachsen sowie reifer geworden war, würde sie es nicht hinnehmen, sich in eine derartige Position drängen zu lassen. Andere mochten gerne von einer Aufgabe zur anderen hetzen, nie ruhig still sitzen oder einfach einmal alles stehen und liegen lassen. Azura gehörte nicht zu diesem Schlag Mensch und würde sich auch nicht damit begnügen.
Nein, sie wollte mehr, wollte hauptsächlich ihren eigenen Interessen und Freuden frönen, das hatte sich definitiv nicht geändert! Aber sie war allmählich bereit dazu, nicht mehr ausschließlich daran zu denken, sondern eben auch an anderes... oder, wie in diesem Falle, andere. Somit wollte sie Emmyth helfen und ihn dabei unterstützen, sich um seinen Vater zu kümmern, solange dieser noch atmete.
Wenngleich sie ihm ebenso die Ohren lang ziehen und den Hals umdrehen wollte dafür, dass er ihr ein lebendiges Wesen in den Schoß gesteckt hatte. Ja, es mochte ihr bislang unvergleichliche Freuden beschert und sie dauererregt haben, jedoch verbat sie sich solcherart Spiele mit sich! Das würde der junge Faelyn schon noch zu spüren bekommen. Wäre ja gelacht, wenn sie ihn nicht soweit erziehen konnte, dass er sich derartige Dummheiten nie wieder leisten würde!
Entsprechend wütend funkelte sie ihn an bei seinen Worten. "Hätte ich davon gewusst, hätte ich das niemals zugelassen!", zischte sie und würde sich große Mühe geben, ihn seine Unverfrorenheit noch lange bereuen zu lassen. Ganz gleich, wie lustvoll es gewesen war und wie sehr sie sich nach Erlösung gesehnt hatte, dieses Privileg, ihre Erregung erneut zu entfachen, würde jetzt sehr lange auf ihn warten, davon konnte er getrost ausgehen.
Was jedoch nicht bedeutete, dass sie ihm gegenüber große Berührungsängste hatte, denn um ihm zuvor zu kommen, scheute sie sich nicht, sich an seinem Hosenbein festzuhalten, während sie beschützend nach dem kleinen Wesen haschte. Sie warf ihm einen flüchtigen, ungewöhnlich mitfühlenden Blick zu, ehe sie es in ihrer Hand verbarg und nahe zu ihrem Gesicht brachte. "Keine Sorge, bei mir bist du sicher!", wisperte sie zwischen ihren Fingern hindurch und wusste, bei dem bevorstehenden Regenguss käme dieses kleine Ding in den Genuss, sich säubern zu können. Nicht auszudenken, wie sie sich fühlen würde, derart besudelt sein zu müssen!
Mit etwas mehr Kraft als notwendig, zog sie sich an Emmyths Bein wieder hoch und brachte daraufhin zwei Armkängen Abstand zwischen sie beide, während sie ihm erneut böse Blicke zuwarf.
Bei seinem Zugeständnis schnaubte sie leise. Irrte sie sich oder befanden sie sich nicht mehr auf Augenhöhe miteinander, indem er ihr so gönnerisch entgegen kam? Vielleicht lag es an seiner Anspannung wegen seinem Vater, eventuell daran, dass sie eingeschnappt war. Allerdings war ihr klar, dass ihr diese Situation nicht gefiel. Stattdessen drückte sie das kleine Wesen noch einen Hauch enger an sich und wich rückwärts Richtung Tür.
Als sie diese im Rücken spürte, tastete sie mit der freien Hand nach dem Griff und öffnete ihn. Erst jetzt öffnete sie ein letztes Mal den Mund und flüsterte, als hätte sie die Befürchtung, ihre Stimme sonst nicht unter Kontrolle behalten zu können:"Das war grausam von dir!" Obwohl sie sich bemühte, konnte sie ihre Enttäuschung darüber, was er getan hatte, nicht gänzlich aus ihrem Tonfall heraushalten.
Also huschte sie schnell hinaus, um ihm keine Gelegenheit zu einer Antwort zu geben. Das Ganze hätte ihnen Zeit gekostet, die sie laut Emmyth nicht hatten. Somit gab es wieder etwas, das sie auf später verschieben musste, weil die Verantwortung für etwas... jemand anderes stärker auf ihren Schultern lastete.
Leicht schüttelte sie den Kopf über sich, straffte die Schultern, atmete, so weit ihr Kleid das überhaupt zuließ, durch und kehrte zum Fest zurück. Zwischen zwei Schritten glaubte sie, etwas gehört zu haben, und zögerte minimal. Am liebsten hätte sie länger inne gehalten, an sich herunter gesehen und das Kleine aus ihrer Rockfalte hervor geholt. Doch dafür war sie schon zu dicht am Geschehen, sodass sie sich zusammen riss und lediglich, als müsste sie ihr Kleid richten, um den perfekten Faltenwurf zurück zu erlangen, über jene Stelle strich, hinter der sich ihr neues Geheimnis verbarg. Sie hoffte, dieses kleine Zeichen reichte aus, um zu verdeutlichen, dass sie es bemerkt hatte.
Dann schritt sie wieder mit formvollendeter Eleganz weiter, suchte mit den Augen allein nach ihrer Mutter und schenkte hie und da ein huldvolles Lächeln. Schließlich entdeckte sie Aquila und atmete innerlich auf, als sie diese allein vorfand. Lächelnd trat sie näher, griff nach der Hand der Älteren und beugte sich zu ihr, als wolle sie ihr ein Küsschen auf die Wange hauchen. "Ich hoffe, du genießt das Fest und lässt es dir schmecken. Leider, so fürchte ich, steht ein Wetterumschwung bevor, wie er typisch für Andunie ist.", raunte sie so leise wie möglich und fasste damit alles gleich zusammen.
Mehr Zeit für große Erklärungen wollte sie sich vorerst nicht nehmen, auch, um keine zufälligen Lauscher zu riskieren. Stattdessen warf sie ihrer Mutter einen hilfesuchenden Blick zu, ehe sie wieder ihre Maske aufsetzte und lächelte. Sie vertraute Aquila, dass diese dank ihrer Erfahrung verstand, worauf deren Tochter hinaus wollte. Denn nun sollte sie sich besser unaffällig aus dem Rampenlicht stehlen.
Ihre ursprüngliche Idee, selbst aufs Dach zu gehen, erschien ihr inzwischen zu riskant. Jemand könnte schließlich beobachten, wo sie sich aufhielt und die richtigen Rückschlüsse ziehen. Nein, besser, sie befände sich ebenfalls noch immer im Garten und würde ebenfalls nass werden. Zwar musste sie um die Unversehrtheit ihres Kleides, auch wenn es lediglich geliehen war, fürchten, aber das war es ihr wert und Emmyth würde es nachvollziehen können. Oder auch nicht, aber da würde sie ihm zur Not schon den Kopf zurecht rücken.
Dafür bräuchte sie jedoch jetzt einen Ort, an dem sie unbeobachtet wäre und die Ruhe hätte, um nach dem Wasser in den Bottichen zu fühlen, ehe sie diese explodieren ließe. Also griff sie sich ein Glas mit andunischem Apfelwein und schlenderte, als bräuchte sie ein wenig Erholung nach all dem Tanzen und den Gesprächen, in Richtung jenes Pavillons, der den geheimen Fluchtweg aus diesem Garten verbarg. Dort hoffte sie auf all das, das sie für ihren Plan benötigte. Hoffentlich nur hatte sich kein Liebespärchen... oder Verschwörergrüppchen dorthin verirrt, das würde sonst unangenehm werden!
Lautlos sandte sie ein kurzes Stoßgebet zu Ventha und strich, ohne es zu merken, erneut über jene Rockfalte, die ihre neueste Bekanntschaft verbarg, als könne sie das beruhigen.

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Re: Das Anwesen der Faelyns
Nun, da Azura sich langsam fragen musste, ob ihr Leben sich nun ständig von einer verantwortungsvollen Aufgabe zur nächsten bewegen würde, ohne dass man die Chance hätte, lange über eine Entscheidung nachzudenken, konnte sie möglicherweise auch Emmyth besser nachvollziehen. Der Dunkelelfen hatte sich ähnlich rebellisch wie sie allen Pflichten entzogen und wirkte dankbar darüber, als er hörte, sein verschollener Bruder wäre zurückgekehrt. Ein älterer Bruder, in der Erbfolge also vor ihm. Corax würden die Pflichten und die Verantwortung zufallen und er könnte weiterhin in den Tag hineinleben. Etwas, das Azura auch für sich beanspruchen wollte, aber sie besaß keine ältere Schwester. Für sie wäre ihr Vater diese rettende Option. Wenigstens so lange, bis er eines Tages das Erbe der Familie auf dem Sterbebett an sie weitergäbe. Und mit Glück hätte sie dann noch ihre Mutter in beratender Funktion an ihrer Seite. In jedem Fall besäße sie mehr Zeit, um Entscheidungen zu treffen. Ein Gut, das sie im Moment nicht besaß. Alles musste schnell gehen und jedes neue Ereignis, jede neue Information, die auf sie hernieder prasselte, musste warten. So staute sich immer mehr auf, aber selbst dafür blieb aktuell keine Zeit. Es fühlte sich hektisch an, obwohl sie sich nun bemühte, elegant und ruhig zurück in den festlich geschmückten Garten zu flanieren.
Das kleine Elfenmännchen, das sie vor Emmyth gerettet hatte, versteckte sich nach wie vor in den Falten ihres Kleides. Es rührte sich nicht, lugte auch nicht hervor. es hielt sich versteckt. Noch eine Aufgabe, die später ihre Aufmerksamkeit verlangte, aber eine, die Azura nicht vom Tisch fallen lassen wollte. Sie war noch immer erbost über Emmyth und wie er es hatte wagen können, ihr dieses Lebewesen ... eingeführt zu haben. Nein, das überschritt selbst für sie eine Grenze!
Nur jetzt konnte sie sich nicht darum kümmern. Solange der kleine Elfenmann oder was immer er war, bei ihr versteckt und still blieb, konnte sie es vorerst ignorieren, sich auch damit zu beschäftigen. Jetzt konzentrierte Azura sich lieber darauf, ihre Mutter zu finden. Sie entdeckte Aquila schnell. Das aktuelle Oberhaupt der Familie van Ikari saß allein an einem der bereitgestellten Tische, einen halbwegs leeren Teller vor sich. Sie gönnte sich also eine Mahlzeit, wahrscheinlich eher um durchzuatmen als aus echtem Hunger heraus. Es waren die kleinen Tricks, um sich Gesprächen und Personen bei derlei Feierlichkeiten für eine Weile entziehen zu können. Azura konnte ihr diese Freiheit nun nicht lassen.
Ihre Mutter schaute auf, als sie an jene herantrat. Überrascht hob sie eine Braue. "Wo hast du deinen Verehrer gelassen, Kind?", fragte sie, aber Azura ging gar nicht darauf ein. Sie hatte bereits wegen dem kleinen Geheimnis in ihrer Rocktasche zu viel Zeit verschwendet und musste sich nun beeilen, ihre Mutter einzuweihen. Aquila galt als scharfsinnige Frau und so hoffte Azura, sie würde zwischen den Zeilen lesen können.
"Ich hoffe, du genießt das Fest und lässt es dir schmecken. Leider, so fürchte ich, steht ein Wetterumschwung bevor, wie er typisch für Andunie ist."
Die Ältere engte die Augen. Dann lud sie Azura mit einem Wink ein, sich an den Tisch zu setzen. Sie selbst gab vor, einen weiteren Bissen von ihrer Mahlzeit nehmen zu wollen und schnitt an einem Stück Fleisch herum. Leise antwortete sie ihrer Tochter: "Das klingt eher nach einem geplanten Wetterereignis, obwohl man solche Dinge nicht planen kann. Bleibt nur zu hoffen, dass Ventha ihre ... Gefühle unter Kontrolle hat. Sie warf Azura einen eindringlichen Blick zu. Sie hatte verstanden, verband den Wetterumschwung sofort mit ihrem Kind und erinnerte sie an ihre Unzulänglichkeiten in Sachen Wassermagie. Es war kein Vorwurf, immerhin hatte Aquila nie gewollt, dass sie ihre Kräfte förderte. Aber sie wollte auch nicht, dass Azura damit spielte. Warum hier auf dem Fest? Warum jetzt?
"Ich bin sicher, es hat seine Gründe, dass du mich an Andunies plötzliche Wetterumschwünge erinnerst. Du sorgst dich wirklich sehr um deine alte Mutter." Sie lächelte verschwörerisch. "Die Frage ist aber, ob sich deine Sorge darauf bezieht, mich vor einer Erkältung zu bewahren und rechtzeitig Unterschlupf suchen zu lassen oder ... ob du befürchtest, der Fisch hier könnte vom Wetter beeinflusst worden sein und zu einer plötzlichen Magenverstimmung führen. Das würde mich ja zwingen, unerwarteter Gast im Hause Faelyn zu sein, bis ich mich erholt habe, denn der Weg nach Hause wäre viel zu weit mit Krämpfen."
Aquila kannte die Spiele. Sie beteiligte sich. Die Frage blieb, welchen Faden Azura nun aufnahm, um daran nach ihren Wünschen zu ziehen. Auf die Unterstützung ihrer Mutter konnte sie sich wenigstens verlassen.
Das kleine Elfenmännchen, das sie vor Emmyth gerettet hatte, versteckte sich nach wie vor in den Falten ihres Kleides. Es rührte sich nicht, lugte auch nicht hervor. es hielt sich versteckt. Noch eine Aufgabe, die später ihre Aufmerksamkeit verlangte, aber eine, die Azura nicht vom Tisch fallen lassen wollte. Sie war noch immer erbost über Emmyth und wie er es hatte wagen können, ihr dieses Lebewesen ... eingeführt zu haben. Nein, das überschritt selbst für sie eine Grenze!
Nur jetzt konnte sie sich nicht darum kümmern. Solange der kleine Elfenmann oder was immer er war, bei ihr versteckt und still blieb, konnte sie es vorerst ignorieren, sich auch damit zu beschäftigen. Jetzt konzentrierte Azura sich lieber darauf, ihre Mutter zu finden. Sie entdeckte Aquila schnell. Das aktuelle Oberhaupt der Familie van Ikari saß allein an einem der bereitgestellten Tische, einen halbwegs leeren Teller vor sich. Sie gönnte sich also eine Mahlzeit, wahrscheinlich eher um durchzuatmen als aus echtem Hunger heraus. Es waren die kleinen Tricks, um sich Gesprächen und Personen bei derlei Feierlichkeiten für eine Weile entziehen zu können. Azura konnte ihr diese Freiheit nun nicht lassen.
Ihre Mutter schaute auf, als sie an jene herantrat. Überrascht hob sie eine Braue. "Wo hast du deinen Verehrer gelassen, Kind?", fragte sie, aber Azura ging gar nicht darauf ein. Sie hatte bereits wegen dem kleinen Geheimnis in ihrer Rocktasche zu viel Zeit verschwendet und musste sich nun beeilen, ihre Mutter einzuweihen. Aquila galt als scharfsinnige Frau und so hoffte Azura, sie würde zwischen den Zeilen lesen können.
"Ich hoffe, du genießt das Fest und lässt es dir schmecken. Leider, so fürchte ich, steht ein Wetterumschwung bevor, wie er typisch für Andunie ist."
Die Ältere engte die Augen. Dann lud sie Azura mit einem Wink ein, sich an den Tisch zu setzen. Sie selbst gab vor, einen weiteren Bissen von ihrer Mahlzeit nehmen zu wollen und schnitt an einem Stück Fleisch herum. Leise antwortete sie ihrer Tochter: "Das klingt eher nach einem geplanten Wetterereignis, obwohl man solche Dinge nicht planen kann. Bleibt nur zu hoffen, dass Ventha ihre ... Gefühle unter Kontrolle hat. Sie warf Azura einen eindringlichen Blick zu. Sie hatte verstanden, verband den Wetterumschwung sofort mit ihrem Kind und erinnerte sie an ihre Unzulänglichkeiten in Sachen Wassermagie. Es war kein Vorwurf, immerhin hatte Aquila nie gewollt, dass sie ihre Kräfte förderte. Aber sie wollte auch nicht, dass Azura damit spielte. Warum hier auf dem Fest? Warum jetzt?
"Ich bin sicher, es hat seine Gründe, dass du mich an Andunies plötzliche Wetterumschwünge erinnerst. Du sorgst dich wirklich sehr um deine alte Mutter." Sie lächelte verschwörerisch. "Die Frage ist aber, ob sich deine Sorge darauf bezieht, mich vor einer Erkältung zu bewahren und rechtzeitig Unterschlupf suchen zu lassen oder ... ob du befürchtest, der Fisch hier könnte vom Wetter beeinflusst worden sein und zu einer plötzlichen Magenverstimmung führen. Das würde mich ja zwingen, unerwarteter Gast im Hause Faelyn zu sein, bis ich mich erholt habe, denn der Weg nach Hause wäre viel zu weit mit Krämpfen."
Aquila kannte die Spiele. Sie beteiligte sich. Die Frage blieb, welchen Faden Azura nun aufnahm, um daran nach ihren Wünschen zu ziehen. Auf die Unterstützung ihrer Mutter konnte sie sich wenigstens verlassen.

- Azura
- Spieler-Charakter

- Beiträge: 472
- Registriert: Freitag 15. April 2011, 20:33
- Moderator des Spielers: Kazel Tenebrée
- Steckbrief: Zum Steckbrief
- Rasse: Mensch/Elf
- Sprachen: Garmisch
Sendli - Beruf: adelige Tochter
- Fähigkeiten: Lesen und schreiben
sich präsentieren
Wassermagie unausgebildet/ungefördert - Geld: 0D, 0L, 0F
- Ausrüstung: das, was sie am Leib trägt
Re: Das Anwesen der Faelyns
Rückblickend betrachtet, war ihr Leben bis zu Corax' Auftauchen wahrlich einfach gewesen. Sie hatte den Tag fast ausschließlich nach ihren Wünschen gestalten können, keine Verantwortung übernehmen müssen und eine wahre Entourage an Mitläuferinnen und Galanen gehabt, die ihr zu Füßen gelegen waren. Alles Ernsthafte, mitunter Niederdrückende hatte sie geflissentlich aus ihrem Alltag verbannt und sich nicht damit beschäftigen wollen, so wie mit dem Umstand, eigentlich ein Bastard zu sein, oder ihre geplatzte Verlobung mitsamt dem Rattenschwanz, den dieses Ereignis nach sich gezogen und den Schein ihrer Beliebt- sowie Begehrtheit allmählich ausgehöhlt hatte.
Jetzt hingegen kam sie kaum noch hinterher mit all dem Erlebten und ihren neuen Aufgaben. Da bereitete sie sich gerade auf das Eine vor, ereignete sich bereits das Nächste und zwischendurch kamen dann noch ein paar zusätzliche Stolpersteine, um sie aus der Bahn zu werfen. Wenn sie zum Nachdenken und kurzem Rasten käme, könnte sich ihr der Eindruck eröffnen, dass sie von einem Extrem ins andere zu rutschen drohte. Sofern diese neue Realität nicht der Alltag einer adeligen Kauffrau wäre... Nicht auszudenken, wie es ihr erst erginge, wenn sie auch noch verheiratet oder gar schon Mutter eines Stammhalters wäre! Ihr schwirrten jetzt schon genügend die Sinne!
Aber im Moment half nichts, sie musste sich ermahnen, einen Schritt nach dem anderen zu machen, um überhaupt handlungsfähig zu bleiben. Also machte sie sich auf die Suche nach ihrer Mutter, um diese soweit wie möglich einzuweihen, denn sie brauchte deren Unterstützung für das Spektakel, das es hoffentlich geben und das Fest zwangsläufig beenden würde.
Sobald sie Aquila entdeckte, wäre sie am liebsten zu ihr gelaufen und hätte alles hervor gesprudelt, was ihr in den Sinn käme. Allerdings war das in diesem Rahmen selbstverständlich unmöglich und die junge Frau erfahren genug auf dem adeligen Parkett, um Haltung wahren zu können. Vorerst zumindest...
Also glitt sie weiterhin elegant voran und versuchte zu erfassen, in welcher Situation sie ihre Mutter antraf. So fiel ihr sowohl der teilweise geleerte Teller auf, der sie daran erinnerte, dass sie auch etwas zu sich nehmen sollte, obwohl ihr der Appetit gehörig vergangen war und es in diesem Kleid vermutlich auch nicht sonderlich ratsam wäre, als auch der Umstand, dass es wirkte, als hätte die Ältere bis vor kurzem dabei noch Gesellschaft gehabt.
Von wem, diesem Schreiberling? Oder jemand anderes? Wie lange würden sie ungestört miteinander plaudern können und inwieweit könnte Aquila sie bei ihrem Vorhaben auch vor dem Regenguss unterstützen? Lauter unbeantwortete Fragen, sodass sie sich auf das Wesentlichste konzentrieren musste und sich besser beeilen wollte, um den geeigneten Moment nicht verstreichen lassen zu müssen.
Somit hatte sie lediglich ein flüchtiges, wenig damenhaftes Schnauben für die Fragen nach Emmyth übrig, auf den sie ohnehin nicht gut zu sprechen war, und kam gleich zum Kern ihres Anliegens. Zur Sicherheit auf Garmisch, für den Fall, dass ansonsten einige neugierige, dunkle Ohren aufmerksam werden könnten. Trotzdem hielt sie ihre Stimme so gesenkt wie möglich und blieb bewusst vage.
Wie sie es gehofft hatte, schien ihre Mutter zu begreifen und blieb ihrer praktischen Veranlagung treu wie eh und je, indem sie nicht erst ihre Beweggründe hinterfragte, sondern darauf ansprang. Azura folgte dem einladenden Wink und ergriff mit spitzen Fingern ein mit hellem, leichtem Apfelwein gefülltes Glas, während sie neben der anderen auf einen freien Stuhl sank. So, wie Aquila sich verhielt, als wolle sie weiter speisen, so tat es ihre Tochter, als wolle sie sich an dem prickelnden Getränk erfrischen und nippte an ihrem Glas.
Sie lauschte den Worten und pustete leise mit einem Hauch von Galgenhumor gegen die Flüssigkeit. "Seit wann lässt sich die Stürmische kontrollieren?", nuschelte sie in sich hinein und spielte damit gleich auf mehreres an: auf Ventha selbst, auf deren Element Wasser, aber auch ein wenig auf sich. Ab und zu mochten sie sich allesamt bändigen lassen auf die ein oder andere Weise, jedoch lediglich soweit, wie sie selbst dazu bereit waren und auch dann nur auf Zeit. Aber eine wirkliche Kontrolle bedeutete das nicht.
Als Tadel hingegen begriff sie die Worte nicht oder als Mahnung. Ihr war schließlich so oder so klar, wie heikel ihre Idee war und wie dumm sie dastehen würde, wenn ihr Vorhaben nicht klappen würde. Doch sie wollte beweisen, dass sie ihren eigenen Plan in die Tat umsetzen konnte, nicht nur, um erhobenen Hauptes Emmyth wieder gegenüber treten zu können, um ihm die Leviten wegen dem kleinen Wesen in ihrer Rockfalte zu lesen, nachdem sie ihm in Bezug auf den Sterbenden geholfen hatte. Nein, sie wollte es auch sich selbst beweisen, dass sie fähiger war, als man es wohl von ihr erwarten würde.
Aber warum? Woher kam auf einmal dieser Ehrgeiz? Der eigentliche Grund, dem jüngeren Faelyn zu helfen, war etwas in den Hintergrund getreten, so sehr, wie er eine Grenze mit seinem Spielzeug überschritten hatte. Andererseits würde Corax es gewiss zu schätzen wissen, wenn sie für dessen Vater etwas Gutes täte, während er für den ihren in die Gefahr zog. Zugleich schwelte noch etwas in ihr, sie wollte einfach beweisen, dass sie es konnte und einen Erfolg vorweisen, sobald sie ihrem leiblichen Erzeuger wieder unter die Augen treten würde. Sofern ihr das jemals gelänge, weil sie in wieder fände. Ein weiterer Punkt auf ihrer Liste...
Rasch wurde dieser Gedanke, wie die übrigen, beiseite geschoben und sie erwiderte das kleine Verschwörerlächeln ihrer Mutter. "Selbstverständlich sorge ich mich um dein Wohlergehen! Während unsere verehrten Gäste gut daran täten, nach dem ersten Guss Unterschlupf in ihren eigenen Domizilen zu suchen, für den Fall, dass ein weiterer folgen könnte,..." Was hoffentlich nicht notwendig wäre, denn schon den ersten Wetterumschwung zu kreieren würde ihr vieles abverlangen! "... fürchte ich, könnte der Fisch dich tatsächlich davon abhalten, das Anwesen zügig zu verlassen. Außerdem solltest du nicht alleine um diese Uhrzeit auf den Straßen sein und die Dienerschaft würde sich gewiss vorzüglich darum kümmern, dein schönes Kleid wieder präsentabel zu machen nach diesem Ereignis."
Wie weit die Vorbereitung mit den Bottichen wohl gediehen war? Azura versuchte, unauffällig einen Blick in die Runde zu werfen.
Müsste sie es selbst erspüren, wenn ausreichend Wasser zur Verfügung stünde, oder würde Emmyth es wagen, ihr unter die Augen zu treten, um ihr ein Zeichen zu geben? Vielleicht hätten sie das vereinbaren sollen, ehe sie ihm am liebsten den Hals umgedreht hätte...
Jetzt hingegen kam sie kaum noch hinterher mit all dem Erlebten und ihren neuen Aufgaben. Da bereitete sie sich gerade auf das Eine vor, ereignete sich bereits das Nächste und zwischendurch kamen dann noch ein paar zusätzliche Stolpersteine, um sie aus der Bahn zu werfen. Wenn sie zum Nachdenken und kurzem Rasten käme, könnte sich ihr der Eindruck eröffnen, dass sie von einem Extrem ins andere zu rutschen drohte. Sofern diese neue Realität nicht der Alltag einer adeligen Kauffrau wäre... Nicht auszudenken, wie es ihr erst erginge, wenn sie auch noch verheiratet oder gar schon Mutter eines Stammhalters wäre! Ihr schwirrten jetzt schon genügend die Sinne!
Aber im Moment half nichts, sie musste sich ermahnen, einen Schritt nach dem anderen zu machen, um überhaupt handlungsfähig zu bleiben. Also machte sie sich auf die Suche nach ihrer Mutter, um diese soweit wie möglich einzuweihen, denn sie brauchte deren Unterstützung für das Spektakel, das es hoffentlich geben und das Fest zwangsläufig beenden würde.
Sobald sie Aquila entdeckte, wäre sie am liebsten zu ihr gelaufen und hätte alles hervor gesprudelt, was ihr in den Sinn käme. Allerdings war das in diesem Rahmen selbstverständlich unmöglich und die junge Frau erfahren genug auf dem adeligen Parkett, um Haltung wahren zu können. Vorerst zumindest...
Also glitt sie weiterhin elegant voran und versuchte zu erfassen, in welcher Situation sie ihre Mutter antraf. So fiel ihr sowohl der teilweise geleerte Teller auf, der sie daran erinnerte, dass sie auch etwas zu sich nehmen sollte, obwohl ihr der Appetit gehörig vergangen war und es in diesem Kleid vermutlich auch nicht sonderlich ratsam wäre, als auch der Umstand, dass es wirkte, als hätte die Ältere bis vor kurzem dabei noch Gesellschaft gehabt.
Von wem, diesem Schreiberling? Oder jemand anderes? Wie lange würden sie ungestört miteinander plaudern können und inwieweit könnte Aquila sie bei ihrem Vorhaben auch vor dem Regenguss unterstützen? Lauter unbeantwortete Fragen, sodass sie sich auf das Wesentlichste konzentrieren musste und sich besser beeilen wollte, um den geeigneten Moment nicht verstreichen lassen zu müssen.
Somit hatte sie lediglich ein flüchtiges, wenig damenhaftes Schnauben für die Fragen nach Emmyth übrig, auf den sie ohnehin nicht gut zu sprechen war, und kam gleich zum Kern ihres Anliegens. Zur Sicherheit auf Garmisch, für den Fall, dass ansonsten einige neugierige, dunkle Ohren aufmerksam werden könnten. Trotzdem hielt sie ihre Stimme so gesenkt wie möglich und blieb bewusst vage.
Wie sie es gehofft hatte, schien ihre Mutter zu begreifen und blieb ihrer praktischen Veranlagung treu wie eh und je, indem sie nicht erst ihre Beweggründe hinterfragte, sondern darauf ansprang. Azura folgte dem einladenden Wink und ergriff mit spitzen Fingern ein mit hellem, leichtem Apfelwein gefülltes Glas, während sie neben der anderen auf einen freien Stuhl sank. So, wie Aquila sich verhielt, als wolle sie weiter speisen, so tat es ihre Tochter, als wolle sie sich an dem prickelnden Getränk erfrischen und nippte an ihrem Glas.
Sie lauschte den Worten und pustete leise mit einem Hauch von Galgenhumor gegen die Flüssigkeit. "Seit wann lässt sich die Stürmische kontrollieren?", nuschelte sie in sich hinein und spielte damit gleich auf mehreres an: auf Ventha selbst, auf deren Element Wasser, aber auch ein wenig auf sich. Ab und zu mochten sie sich allesamt bändigen lassen auf die ein oder andere Weise, jedoch lediglich soweit, wie sie selbst dazu bereit waren und auch dann nur auf Zeit. Aber eine wirkliche Kontrolle bedeutete das nicht.
Als Tadel hingegen begriff sie die Worte nicht oder als Mahnung. Ihr war schließlich so oder so klar, wie heikel ihre Idee war und wie dumm sie dastehen würde, wenn ihr Vorhaben nicht klappen würde. Doch sie wollte beweisen, dass sie ihren eigenen Plan in die Tat umsetzen konnte, nicht nur, um erhobenen Hauptes Emmyth wieder gegenüber treten zu können, um ihm die Leviten wegen dem kleinen Wesen in ihrer Rockfalte zu lesen, nachdem sie ihm in Bezug auf den Sterbenden geholfen hatte. Nein, sie wollte es auch sich selbst beweisen, dass sie fähiger war, als man es wohl von ihr erwarten würde.
Aber warum? Woher kam auf einmal dieser Ehrgeiz? Der eigentliche Grund, dem jüngeren Faelyn zu helfen, war etwas in den Hintergrund getreten, so sehr, wie er eine Grenze mit seinem Spielzeug überschritten hatte. Andererseits würde Corax es gewiss zu schätzen wissen, wenn sie für dessen Vater etwas Gutes täte, während er für den ihren in die Gefahr zog. Zugleich schwelte noch etwas in ihr, sie wollte einfach beweisen, dass sie es konnte und einen Erfolg vorweisen, sobald sie ihrem leiblichen Erzeuger wieder unter die Augen treten würde. Sofern ihr das jemals gelänge, weil sie in wieder fände. Ein weiterer Punkt auf ihrer Liste...
Rasch wurde dieser Gedanke, wie die übrigen, beiseite geschoben und sie erwiderte das kleine Verschwörerlächeln ihrer Mutter. "Selbstverständlich sorge ich mich um dein Wohlergehen! Während unsere verehrten Gäste gut daran täten, nach dem ersten Guss Unterschlupf in ihren eigenen Domizilen zu suchen, für den Fall, dass ein weiterer folgen könnte,..." Was hoffentlich nicht notwendig wäre, denn schon den ersten Wetterumschwung zu kreieren würde ihr vieles abverlangen! "... fürchte ich, könnte der Fisch dich tatsächlich davon abhalten, das Anwesen zügig zu verlassen. Außerdem solltest du nicht alleine um diese Uhrzeit auf den Straßen sein und die Dienerschaft würde sich gewiss vorzüglich darum kümmern, dein schönes Kleid wieder präsentabel zu machen nach diesem Ereignis."
Wie weit die Vorbereitung mit den Bottichen wohl gediehen war? Azura versuchte, unauffällig einen Blick in die Runde zu werfen.
Müsste sie es selbst erspüren, wenn ausreichend Wasser zur Verfügung stünde, oder würde Emmyth es wagen, ihr unter die Augen zu treten, um ihr ein Zeichen zu geben? Vielleicht hätten sie das vereinbaren sollen, ehe sie ihm am liebsten den Hals umgedreht hätte...



