Von Schatten und Musik

In dieser zugigen, alten Kaschemme treffen sich Rumtreiber, Bettler, aber auch Händler, die auf der Durchreise sind und sich teure Zimmer nicht leisten können.
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Erzähler
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Re: Von Schatten und Musik

Beitrag von Erzähler » Montag 23. Februar 2015, 19:36

"Namen haben in dieser Stadt keine Bedeutung, gerade du solltest das wissen..."
Seine Stimme klang abweisender, als er es eigentlich vorgehabt hatte doch Roac wollte nicht auf ihre Fragen eingehen. Besagte „Lulu“ grinste übertrieben breit und zeigte dabei eine Reihe erstaunlich gesunder und weißer Zähne. Offensichtlich nahm sie den abweisenden Unterton nicht all zu ernst, denn bis vor wenigen Stunden, war Roac das ganze Gegenteil gewesen.
„Namen nicht, aber der Ruf zählt immernoch eine ganze Menge, wenn man ihn einzusetzen weiß. Aber wir sollten das vielleicht später ausdiskutieren.“
"Ich bring dich zu ihm, aber wir müssen uns bedeckt halten. Ich glaube sie suchen mittlerweile auch nach mir."
Sie nickte zustimmend und folgte ihm durch den Flur die Treppe hinunter. Zur Mittagsstunde war der Schankraum wie leer gefegt, wenn man von der Tatsache absah, dass er wahrscheinlich vor einem Mondlauf den letzten Besen gesehen hatte. Der alte Mann von gestern saß immernoch in der Ecke und schnarchte mit offenem Mund leise vor sich hin. Vom Wirt war weit und breit nichts zu sehen. Roac spähte aus alter Angewohnheit aus dem trüben Fenster die Straße hinunter, aber konnte auf den ersten Blick nichts auffälliges bemerken. Als er die Tür öffnete wehte ihm eine frische Brise ins Gesicht und erinnerte daran, dass es neben dem ganzen göttlichen Segen, auch letzte Nacht ordentlich geschneit hatte. Die kalte Luft vertrieb jeden Rest von Müdigkeit und tat auch seiner brennenden Wange gut. Lulu erschauderte neben ihm und rieb sich die Arme. Die Stadt verschluckte bald darauf die beiden Gestalten, die ihrem alten und neuen Ziel entgegen strebten.

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