Shyáner Heilmethoden

Die Universität bietet Platz für 350 Patienten und teilt sich in mehrere Abteilungen auf. Außerdem sind hier Heilerinnen und Heiler aus ganz Celcia zu Studien und Weiterbildungen herzlich eingeladen.
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Shyáner Heilmethoden

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 9. Juni 2011, 11:21

Asmodeus kommt von Marktplatz Shyánas -> Das Zentrum elfischen Lebens

Auf dem Weg zum Krankenhaus der Urwaldelfen begegneten ihnen diese überaus freundlich. Jeder, an dem sie vorbei kamen, grüßte oder schenkte ein fröhliches Lächeln. Einmal liefen Kinder auf Mallahall zu und fragten, ob sie eine Magierin sei. Angeblich hätte sie es gespürt, ebenso bei Asmodeus. Doch bei ihm wunderten sie sich nur, konnten nicht ganz die Magie-Art einschätzen, die er mutmaßlich beherrschte. Sie ahnten ja nicht, welche Bestie man in ihre Stadt gelassen hatte. Über Etelin kicherten sie.
"Du bist ja nicht viel größer als wir selbst!"
"Wie niedlich!"
"Heißt das, du spielst auch mit uns fangen?"
Etelin schmunzelte. Er war so viel lebhafter als früher und zeigte Emotionen, die er als Lich eigentlich nicht hätte haben dürfen. Es tat gut, ihn auch einmal wieder lächeln zu sehen. Mallahall jedenfalls freute sich darüber. Sie schienen endlich einmal die schlimmsten Tragödien hinter sich zu lassen und einen Moment der Ruhe und Sorglosigkeit zu finden. Zumindest soweit es ihrer Gruppe eben möglich war. Es würde immer Wachsamkeit brauchen, wenn man mit Asmodeus reiste. Man durfte die Idylle nicht unterschätzen. In dem Wirtskörper steckte ein Dämon und diese waren schon immer unberechenbar gewesen. Vielleicht könnte man ihnen in der Klinik helfen.

Die Pforte wurde vn Efeu und Rosenranken gesäumt. Sie bildeten einen natürlichen Torbogen über dem Eingang. Schmetterlinge und kleine Käfer schwirrten umher. Heiler der Elfen gingen ein und aus. Sie trugen nicht die Roben und Farben, die man bei menschlichen Medici der Städte bekannt war. Woher sollten sie diese Vereinbarung auch kennen? Sie lebten hier vollkommen abgeschieden jeglicher Kulturen, die fernab des Urwaldes existierten. Sie besaßen ihre eigene Kultur und diese schien nicht unbedingt schlechter zu sein.
Die Heilerinnen und Heiler hier trugen lange Gewänder aus feiner Seide oder Bausch. Einige hüllten sich in weiße Roben, deren goldene und silberne Stickereien Muster von Ranken, Pflanzen und Blumen aufwiesen. Aber überall darin fanden sich immer wieder typische Heilersymbole oder Zeichen der Kräuterkunde. Wieder andere kleideten sich in Gewänder aus Pastellfarben. Grün in allen Facetten, Creme, ein helles Gelb und Beige hielten hier die Vorherrschaft über das Äußere. Es ließ jeden einzelnen Elfen mild aussehen und so zeigten sie sich auch in Gemüt und Verhalten.

Mitten in der Eingangshalle der Elfenklinik erhob sich ein gewaltiges Becken. Es war eine Glassäule, die bis knapp unter die Decke reichte, umgeben von einer Treppe aus feinstem Ahornholz. Sie schmiegte sich an die Säule wie eine natürlich gewachsene Ranke. Jede einzelne Stufe war durch hohe Schnitzereikünste verziert. Das Geländer schien aus einem einzigen, endlosen Ast zu bestehen, der geschwungene, kleinere Zweige von der Säule weg in den Raum streckte. An ihnen wuchsen junge, saftige Blätter oder teilweise noch knospende Blüten. Es roch nach Orangen und Äpfeln, denn in der hohen Halle wuchsen diese in einer zauberhaften Allee bis hin zu einer Art Empfangsschalter. Dieser war aber nicht mit jenem einer menschlichen Klinik zu vergleichem. Es gab zwar eine breite Theke, aber dahinter saß nicht eine formell gekleidete Empfangsdame. Vielmehr gab es dort zwei bequeme Bänke, auf denen sich Elfen gut gelaunt unterhielten. Sie alle trugen kleine weiße Hauben. Es musste sich um Krankenschwestern oder Helferinnen der Medici handeln. Eine von ihnen - eine bezaubernde Vertreterin ihres Volkes mit blauen Haaren und silbernen Augen, die sich in beige farbene Gewänder hüllte - rutschte von der Bank. Sie lächelte Mallahall, Etelin und Asmodeus entgegen. "Braucht ihr Hilfe, Fremde? Erweist mir die Ehre, sie euch zu geben." Sie neigte den Kopf zum Gruß, als sie um die Theke herum gelaufen kam. "Mein Name ist Ishélle Tautropfen. Erfreut, euch kennen zu lernen."
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Re: Shyáner Heilmethoden

Beitrag von Asmodeus » Samstag 11. Juni 2011, 09:17

Aurelius atmete tief durch und wurde ganz rot im Gesicht als er seinen Wunsch Zanraia zu ehelichen zum ersten Mal laut äusserte. Dies kam sogar für den Dämon überraschend, hatte Aurelius solcherlei Gedanken bisher gar nicht so offensichtlich gehegt. Natürlich er hatte an so dummes Zeug wie, ein Haus und ein Garten, vielleicht eine Katze und solcherlei Blödsinn gedacht aber sich an sie zu binden? PHARRHR!! NIEMALS! NIEEEMALS! Dafür wirst du meine Einwilligung nicht bekommen du Bastard! War die prompte Reaktion des Dämons auf Aurelius Begehr. Doch der Medicus hörte nicht hin, dafür klopfte sein Herz im Moment viel zu aufgeregt. Lieber versank er im Blick der Maga welcher in ehrlicher Freude glänzte. "Das sind wundervolle Nachrichten" „Ja…“ Meinte Aurelius nervös und wirkte für einen Moment nicht wirklich wie ein Mann der schon über 150 Jahre auf dem Buckel hatte. Nun in Bezug auf die Eheschliessung war er ja auch nicht sonderlich fleissig gewesen in seinem bisherigen Leben. Nur, wie hielt man denn standesgemäss um die Hand einer so liebreizenden Frau wie Zanraia an?

Wenn jemand die Bräuche und Zeremonien rund um die Heirat in und Auswendig kannte dann war es wohl Mallahall di Svanwiss. Schliesslich war sie von ihrer Mutter beinahe die ganze Jugend auf eben genau jenes Ereignis vorbereitet worden. Leider war jedoch die Auslese ihrer Mutter ziemlich dürftig, so ddass sie die Ehe nie vollzogen hatte. Adelmund wäre vielleicht er einzige Mann gewesen der als potenzieller Ehegatte wirklich in Frage gekommen wäre für Mallahall. Oder vielleicht Hauptmann Zitter? Aurelius musterte die Maga. Er wünschte ihr so sehr dass auch sie ihr Glück finden mochte. Auch wenn er insgeheim glaubte dass ein edler Strahleritter nicht das war was sie wollte. Wohl eher würde sie einen raubeinigen Halunken bevorzugen. Er schmunzelte bei dem Gedanken.

Nur zu gern legte er sich in ihre Umarmung, drückte sie eng an sich damit sie spüren konnte wie aufgeregt sein Herz gegen die Brust pochte. „Ich hoffe nur ich kann sie auch wirklich glücklich machen und ihr ein guter Ehemann und Castus ein guter Vater sein.“ Dem Dämon passte das ganz und gar nicht. Er tobte und fluchte und war ganz aufgebracht. Es war ihm gegenüber auch nicht wirklich Fair, war er doch schon mit der Elfenstadt als solche überfordert. Asmodi wurde mit derlei Dingen ziemlich in die Ecke gedrängt.

"Eine Hochzeit. In Zyranus kauft man der Braut einen Ring und wirbt um sie. Wirst du das tun?" Aurelius rieb sich die Schläfe und schloss kurz die Augen. Etelin bemerkte es. Er schüttelte kurz den Kopf und rieb sich über sein Ziegenbärtchen. „Einen Ring…mhm… ein schöner Brauch. In Pelgar ist es üblich dass ein Medicus an ihr Haus geht. Anklopft und seine Dienste erbittet. Es ist ein Versprechen an die Zukünftige für ihr seelisches und leibliches Wohl zu sorgen und die Bitte dass sie diese Pflicht den gemeinsamen Kindern nachkommen möchte… wenn die Braut ihn akzeptiert dann lädt sie ihn in ihr Haus ein und wäscht ihn ehe er sie wäscht.“ Ein Brauch der vielleicht vor ungefähr 100 Jahren noch so in Pelgar praktiziert wurde. Heute war es in der Ritterstadt üblich dass er hoch zu Ross zur Familie der Braut ritt. Dem Brautvater seine Schwerthand versprach zum Schutze seiner Tochter und der Brautsmutter seinen Schild als Behüter der Familie. Das war wohl ein Szenario welches nicht so ganz dem eher friedfertigen Wesen von Aurelius entsprach.

Aber die Sache mit den Ringen wollte ihm gefallen. „Für mich einen Ring und für sie… damit unsere Bande für jeden ersichtlich ist… ein schöner Gedanke.“ Zumindest dann wenn man kein Dämon war. Etelin sprach an, was Aurelius so sehr zu verdrängen versuchte. "Ich möchte deine Freude nicht trüben, aber geht dieser Wunsch von euch beiden aus?" NEINRHRHR! Asmodi rechnete es dem Lich an dass dieser darauf bestand zu erfahren was denn die Meinung des Werten Dämons war. Aber dies bedeutete nicht dass er sich ihm in irgend einer Weise erkenntlich zeigen würde. Dies hielt der Dämon schlicht nicht für nötig.

Aurelius Blick brach für einen Moment. Seine Freude wandelte sich in Bestürzung. Er sah Etelin schmerzlich an. „N..nein. Er möchte es nicht.“ Seufzte der Medicus. Wie traurig, hatte er sich doch so gefreut. Auf wie viel hatte dieser Mann in seinem Leben schon verzichtet nur aufgrund dieses Viechs? „Vielleicht kannst du ihm einfach Befehlen es zu wollen.“ Es tat einen Stich in seinem Herzen. Aurelius schüttelte sogleich den Kopf und winkte ab. „Nein… das wäre nicht rechtens. Asmodi gegenüber nicht und auch nicht gegenüber Zanraia.“

“Lass uns darüber reden Asmodi… NEINRHRRHRHRHHRHR!!! LASS MICH IN RUHE DU VERRÄTERISCHER BASTARD! WOLLTEST MICH EINFACH SO ÜBERGEHEN! MIIIIIIICH ASMODI! DAS WIRST DU MIR NOCH BÜSSEN! LASS MICH! Asmodi war beleidigt und zog sich tief in Aurelius Unterbewusstsein zurück. Es machte keinen Sinn sich mit ihm nun Unterhalten zu wollen. Aurelius liess den Dämon in ruhe seinen Groll fristen und davon staute sich gerade jede Menge an. Der Medicus spürte die Unruhe körperlich. Seine Finger zitterten leicht.

"Dann habe ich also Recht. Es wird schwierig werden, wenn du hierbleiben möchtest. Er wird über seinen Schatten springen und seine Ängste besiegen müssen." „Bitte… lassen wir ihn für einen Moment in Frieden.“ WAS TUST DU SO ALS WÜRDEST DU MICH SCHONEN MÜSSEN. ICH BIN NICHT EIN KRANKER SCHWACHER MANN DEN DU ZU BESCHÜTZEN HAST! SCHER DICH UM WAS ANDERES DU VERFLUCHTER BASTARD!“ Krächzte der Dämon zornig.

Sie liessen ihn vorerst tatsächlich einfach mal beleidigter Dämon sein und kümmerten sich darum sich auf den Weg zum Heilerkomplex zu machen. Auf dem Weg dorthin blieben sie natürlich nicht unentdeckt. Die Leute denen sie begegneten grüssten Freundlich. Hier in dieser Stadt schien es keine Armut oder Kriminalität zu geben, man sah auch nur selten einen der Krieger, die wohl hauptsächlich ihre Funktion als Jäger wahrnahmen. Aurelius beobachtete Etelin während dieser von den Kindern umringt wurde. Der Lich würde ein toller Onkel sein. Auch er verfügte ja über faktische Unsterblichkeit so dass er ihm lange erhalten bleiben würde. Nachdenklich blickte er zu Mallahall. Schon jetzt fürchtete er sich von jenem Tag an welchem sie ihr Leben aushauchen würde.
RARHRHRHRHRH! RHARHRHRHRHRHRH! RHARHRHRHRH! Der Dämon begann wie am Spiess zu Brüllen. Aurelius wankte unmerklich und folgte den beiden schweigend. Sie erreichten das Klinikum. Ein architektonisches Meisterwerk! Dieser Ort war wohl zuviel für Asmodi denn er spürte keinerlei Leid. Nicht einmal Krankheit! Er war an einem Lebensfeindlichen Ort für einen Seelenfressenden Dämon gelandet weil es hier kaum Zweifel und Böse Gedanken gab. Keine Finsternis. Keine Dunkelheit. Nur Licht und reine Gedanken. Dabei war er doch inzwischen sehr hungrig. Aurelius wurde blass. Seine Hände begangen zu Zittern und er presste eben jene gegen seinen Schädel während sich die Elfe gerade Vorstellte.
„M..malllrhhrhrhh“ Ächzte er nur. Er presste die Augen zusammen und krümmte sich leicht vor.

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Re: Shyáner Heilmethoden

Beitrag von Erzähler » Dienstag 14. Juni 2011, 08:36

Mallahall hörte Asmodeus aufmerksam zu, als sie Richtung Klinik gingen. Aber sie runzelte mehrfach die Stirn. Von einem derartigen Heiratsantrag hatte sie nie zuvor gehört. Sie selbst war nur ein paar Mal in Pelgar gewesen, noch während ihrer Studienzeit. Dort hatte sie erste Heilmethoden praktizieren dürfen, um den Hauch an Erfahrung zu sammeln, wie einmal ihr Leben aussehen könnte. Dies verdankte sie ihm Vater, der Lysanthorpriester war und somit natürlich gute Kontakte zum Tempel von Pelgar - überhaupt zur Stadt selbst - hatte. Mallahall war damals mit einem Dozenten als Mentor angereist und hatte sich in die Armenviertel begeben dürfen, um dort den Obdachlosen und Bettlern eine kostenlose Untersuchung zu schenken. Sie selbst war damals sogar für wenige Stunden ausgebüchst und hatte sich zu den Gefängnissen Pelgars aufgemacht. Die Verbrecher waren gar nicht so schlimm gewesen. Ja, sie hatten ihr hinterher gepfiffen oder vulgäre Angebote zugeraunt, aber jeder von ihnen hatte sich brav benommen, als ihr Licht die Krätze, Schürfwunden und Schnitte auf ihrer Haut beseitigt hatte.
Ihr Mentor war zwar außer sich gewesen, aber Mallahall nahm den Tadel hin. Sie selbst war der Meinung, daraus eine Menge gelernt zu haben für ihre künftige Karriere. Die Strafpredigt beachtete sie gar nicht weiter. Die Konsequenz davon war jedoch leider gewesen, dass sie bis zum Ende ihres Studiums an der Universität keine Exkursion mehr hatte mitmachen dürfen. Erst Adelmund hatte sie aus diesem goldenen Käfig des Lernens geholt. Sie würde ihm für immer dankbar sein, ebenso wie sie Asmodeus gewissermaßen zu danken hatte. Auch er sorgte dafür, dass sie viel von der Welt sah. Mehr noch als sie sich jemals erträumt hätte. Sie lächelte ihm zu. Er würde sogar dafür sorgen, dass sie an einer Hochzeit teilnahm. Sein Glück stand ihm ins Gesicht geschrieben und sie freute sich für ihn.
"Wirst du Zanraia den Antrag auch hoch zu Ross sitzend machen? Der Brauch ist mir zwar vollkommen unbekannt, aber mir gefällt er." Sie hatte insgeheim einen Faible für Romantik. Welche Frau hatte den nicht? Selbst eine selbstbewusste Lichtmagierin träumte doch von einem gut aussehenden Ritter in strahlender Rüstung, der auf einem weißen Pferd angeritten kam, um die Maid auf sein Schloss mitzunehmen und zu seiner Königin zu machen. Mallahall schmunzelte vor sich hin. Das waren die Träume eines naiven Mädchens, aber schön waren sie.
"Ich werde meine Augen mal nach Ringen aufhalten, in Ordnung? Elfen machen doch schöne Dinge, da gehört bestimmt auch Schmuck dazu." Sie erinnerte sich flüchtig an eine elfische Studentin ihres Jahrganges. Diese hatte sich immer mit Fäden aus reinem Silber geschmückt. Zusammen mit ihrer hochgesteckten Frisur hatte diese Elfe wie ein glitzernder Geist ausgesehen. Vielleicht konnte Mallahall die Frisur aus ihrem Gedächtnis repsorduzieren und Zanraia dies zum Hochzeitsgeschenk machen - vorausgesetzt, die Nekromantin gab Asmodeus das Ja-Wort. Sie würde es tun. Unter den Fingern der Lichtmaga kribbelte es.

Vielleicht war dies aber auch nur die vorherrschende Vertrautheit der Klinik. Sie unterschied sich vollkommen von allen Krankenhauseinrichtungen, die Mallahall je kennen gelernt hatte, aber es gab immer etwas Vertrautes für eine Heilerin an solchen Orten. Sie löste sich von Asmodeus' Seite und ging ein paar Schritte voraus. Dabei drehte sie sich um die eigene Achse, damit ihr auch ja nichts entging. Diese Klinik war ein Traum. Mallahalls große, leuchtende Augen glichen jenen eines Kindes, das eine riesige Zuckerstange von seinem Vater geschenkt bekam. Ihr Mund stand offen vor Staunen. Sie konnte sich nicht satt sehen.
Etelin blieb an Asmodeus' Seite. Für ihn zählte gerade ein anderes Thema viel mehr als das elfische Krankenhaus. "Asmodi liebt Zanraia doch auch. Wäre da eine Bindung für ihn derartig schrecklich? Er ist auch an Mallahall gebunden - freiwillig." Der Lich setzte ein Schmunzeln auf. "Wie heiraten Dämonen? Verschenken sie Tränen?" Asmodi hatte sich Mallahall als Herrin erwählt. Konnte man dies mit einer Ehe vergleichen? Wenn ja, war sie mehr als bizarr, denn es würde unter haraxischen Bedingungen auch bedeuten, dass die Ehefrau Befehlsgewalt über ihren Gatten hätte und das im buchstäblichen Sinne!
"Nur ein Scherz. Ich mache nicht oft welche, gönn mir diesen einen Spaß", bat Etelin und griff hinauf zum Ärmel seines Schülers. Die roten Augen fixierten die zitternden Finger des Medicus. Er gab dazu aber keinen Kommentar ab, jedoch blickte er nun hinüber zu Mallahall. Dann folgte er ihr. Vielleicht wäre es besser, wenn sie sich nach der Reise erst einmal ausruhten. Asmodeus machte keinen üblichen Eindruck. Ob es Dämon und Wirt einfach zu viel wurde? Während ihres Weges zur Klinik der Elfen bemerkte Etelin, dass Asmodeus gelegentlich schwankte, aber er sagte nichts und bat auch nicht um Hilfe. So schweig auch der Lich, bis man die Universitätsklinik erreichte.

Hier staute sich das Maß der Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft. Man sollte meinen, es lägen irgendwo leidende Verletzte herum, vor allem bei einer derart großen Einrichtung. Die Elfen würden doch nichts so Gewaltiges schaffen, wenn es nicht gebraucht würde. Aber es gab nicht die Spur schlechter Gedanken. Asmodi würde in diesem Reich verhungern und obwohl er sich in die Tiefen seines Wirts zurückgezogen hatte, reichten die Auswirkungen bis an die Oberfläche. Noch ehe er selbst Mallahall ein Zeichen geben konnte, rief Etelin nach ihr. "Mallahall, er sieht nicht gut aus!"
Die Lichtmagierin wandte sich um. Ihre Reaktionen waren fit und munter, weshalb sie sofort begriff. Sie sah sein blasses Gesicht, die zitternden Hände und deren Position dicht am Kopf. "Bitte, helft mir", sagte sie noch zu der Elfe, die sich eben erst als Ishélle vorgestellt hatte. Dann hechtete sie auf Asmodeus zu. "Was fehlt dir? Komm, ich bringe dich zu einer Bank. Setz dich, ruh dich aus. Kannst du sprechen? Dann sag mir, wo der Schmerz sitzt." Sie vermutete einen Migräne-Anfall, da sich Asmodeus den Kopf hielt. Nicht einmal Mallahall ahnte, dass es der Dämon war, der die Hilfesignale aussandte - weil es für ihn keine Finsternis gab. Ob er daran vergehen könnte oder handelte es sich nur um eine Gewöhnungssache?
Ishélle winkte die Krankenschwestern herbei. Gemeinsam führte man Asmodeus zu eben jener Bank, auf der sie gerade noch fröhlich gesessen hatten. Zwei der Elfen holten aus einem der Lagerräume eine Trage herbei. Man konnte den Patienten schließlich nicht hier am Empfang liegen lassen. Sie riefen auch nach männlichem Personal, denn die Herren wären stärker, Asmodeus auf eines der Behandlungszimmer zu transportieren. Mallahall wich ihm nicht von der Seite. Ihre Hand lag auf seiner und immer wieder fragte sie, wo es schmerzte und ob er wüsste, was er brauchte.
Etelin trottete der Gruppe hinterher. Er fragte nichts, sagte nichts. Er beobachtete - nicht nur Asmodeus, sondern auch die Umgebung. Ihm schwante, was dem Medicus - dem Dämon! - fehlte.

Man brachte ihn in eines der shyáner Krankenzimmer. Es unterschied sich von einem der pelgarischen Reichsklinik. Das Bett war kein praktisches Metallgestell, sondern eine reich verzierte Holzwanne, die man ausgehöhlt und mit einer Matratze bestückt hatte. Darüber hing ein Seidenschleier, um den Patienten vor Mücken oder anderen Insekten abzuschirmen. Diese schwirrten nämlich nahe des Fensters fröhlich umher, wo Blumen dem Raum ein wenig Farbe verliehen. Ansonsten fanden sich hier ebenfalls eine schöne Sitzbank aus Holz, ein Schrank für die Habseligkeiten des Patienten und in einer Nische die Möglichkeit, sich an einem Wasserfass zu waschen oder die Toilette zu benutzen. Der Sitzkasten mit dem abdeckbaren Loch wurde zweimal täglich geleert.
Auch hier existierte keine Spur von Finsternis. Es gab keine Ängste, keine Zweifel. Die hätte Asmodeus nicht einmal gespürt, wäre er in ein Gemeinschaftszimmer verlegt worden. Die Elfen vertrauten ihren Heilern. Dort hätte er höchstens den Hauch einer Krankheit oder leichtes Wehklagen ob der Schmerzen einer Verletzung wahrnehmen können. Aber selbst das wäre dem Dämon in ihm momentan wohl mehr als Recht gewesen.
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Re: Shyáner Heilmethoden

Beitrag von Asmodeus » Montag 20. Juni 2011, 12:36

Asmodeus petzte gequält seine Augen zusammen und krümmte sich, die Hände an den Kopf pressend vor. Schade, sicherlich hätte sich der Medicus seinen Aufenthalt hier in diesem interessanten Klinikum auch anders vorgestellt aber der ohnehin schon sehr unruhige Dämon machte ihm da einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Noch nie hatte sein Wirt ihn so erlebt, doch sie waren ja auch noch nie an einem Ort gewesen der so rein war wie dieser. Selbst das strahlende Zyranus wirkte im Gegensatz zu diesem Elfenreich wie ein durchseuchtes, korruptes Land.

Hier jedoch gab es keinen Hunger, keine Feinde, keine Armut, keine Intrigen, keine Familiendramen… und kleine Ärgernisse beschäftigten die Leute offenbar nicht so sehr dass Asmodi es schmecken konnte.
„RHARHRHrhrhrhr!“ Asmodi zappelte, brüllte, kreischte und verlangte wild nach Kontrolle über den Körper. Es schien als würde er sich die Pranken verbrennen wenn seine Existenz irgendwie ruhig halten würde, deshalb tobte es in Asmodeus Geist so dass dieser das Gefühl hatte sein Kopf würde bald zersprengen. Ja, dies gab Kopfschmerzen aber das war nicht sein Hauptproblem im Moment. Dieser Ort hier war so rein, so frei von Finsternis dass es für den Dämon kaum noch Nahrung gab. Schliesslich lebte er von den düsteren Gedanken, den Zweifel, den Ängsten und dem Schmerz anderer Lebewesen. Nicht mal in diesem verfluchten Hospital gab es etwas davon zu kosten. Dieser Ort war eine Wüste für Asmodi ohne Oase.

"Was fehlt dir? Komm, ich bringe dich zu einer Bank. Setz dich, ruh dich aus. Kannst du sprechen? Dann sag mir, wo der Schmerz sitzt." „NRrhRHRHRr..r.r.rhr…“ Er schüttelte den Kopf. Seine Hände zitterten. Der blaue Qualm der stetig aus seinen Augenhöhlen entwich, fackelte seltsam und züngelte aus seinen Augenhöhlen hinaus. Er wand sich unruhig und musste so schon ziemlich angepackt werden um auf die Trage befördert werden zu können. Er krächzte als sie ihn durch die Gänge trugen. Er war wohl jenes Wesen das seit Jahrhunderten am meisten Finsternis in diese Stadt trug. Doch er konnte sich nicht von seiner eigenen ernähren. Doch er musste etwas tun, sich selbst Nahrung verschaffen und so riss er die Herrschaft über den Körper an sich, denn der Medicus war mit der Wucht von Asmodis schmerz völlig überfordert gewesen.

„RaHRHRHRRHRHRhhr.rr.r.r.HRHA:R:HARHRHRHRH!“ Er begann düster und äusserst aufgeregt zu knurren und zu kreischen. Es war klar wer nun die Kontrolle über den Körper inne hatte. Asmodi zappelte, knurrte und fauchte verzweifelt. Er krümmte seine Finger an welchen die dämonischen Krallen sich manifestierten. Er wandte sich um, seine Augen fixierten die eine Krankenschwester denen sie als erstes Begegnet waren. Er nahm all seine Kräfte zusammen, sprang vom Bett und die Krankenschwester an. Er begrub sie unter sich. Jagte sein gieriges Seelenfeuer durch ihren Körper und fand… nichts.

„RHARHARHRHRHAHARHRHRHRH!“ Er brüllte frustriert auf, beinahe schon panisch. Es blieb ihm nur noch eine Wahl. Er packte die Handgelenke der Schwester beugte sich über sie und biss ihr kräftig in den Oberarm. Schmerz nährte ihn, er war nicht so köstlich wie manch anderes aber er hoffte dass er nun doch noch Angst in ihr schüren zu können. Jemanden zu ängstigen der dieses Gefühl nur selten hegte, dies musste hingegen wieder eine wahre Delikatesse für den Dämon sein.

Er begann an ihrem Arm zu reissen und versuchte ein ganzes Stück Fleisch von ihrem Arm abzubeissen. Er sog ihren Schmerz förmlich in sich ein. Sandte immer wieder sein Seelenfeuer in ihren Körper um jeden einzelnen winkel ihres Schmerzes fressen zu können.

Der Dämon eignete sich nicht wirklich um die Gastfreundschaft fremder Völker für sich gewinnen zu können.

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Re: Shyáner Heilmethoden

Beitrag von Erzähler » Freitag 24. Juni 2011, 14:46

Er hielt sich den Kopf, ehe man ihn auf die Trage verfrachtete und in eines der freien Zimmer beförderte. Etelin nahm diese Geste zur Kenntnis. Er trottete eher gemütlich hinter den Elfen und Mallahall her, obgleich auch er in Aufruhr war. Man sah es dem Lich einfach nur nicht an. Er wirkte fast wie ein unerschütterlicher Großvater, der schon so viel in seinem Leben gesehen und mitgemacht hatte, dass ihn nichts mehr aus der Ruhe bringen konnte. Tatsächlich grübelte er bereits wieder über Asmodeus nach. Etwas stimmte nicht. Seit sie in Shyána waren, ging es ihm scheinbar immer schlechter. Er hatte sich oft in seinen eigenen Gedankengängen untebrochen, kurz zur Seite geneigt und vor allem: er hatte immer wieder Stirn oder Schläfe berührt. Der Dämon in ihm rumorte wie ein unangenehmes Magengeschwür. Er trieb seinen Wirt an und das war schlecht für ihn. Aber weshalb legte Asmodi augenblicklich ein solches Verhalten an den Tag? Er übernahm nicht die Kontrolle, was noch seltsamer war.
Auch Mallahall wurde nicht ganz aus ihm schlau und auf ihre Fragen reagierte Asmodeus nur mit heftigem Kopfschütteln. Dann begann er zu schreien, zu zappeln und zu zetern. Somit erregte er höchste Aufmerksamkeit. Viele Elfen schauten aus den Türen ihrer eigenen Zimmer heraus. Sie wunderten sich, woher dieser Lärm kam und was dem armen Patienten wohl fehlte, der da so Herz zerreißend schrie. Neugierige Blicke folgten ihm und wieder keine Spur von Finsternis. Mitleid wurde ihm entgegen gebracht, dass es dem Dämon wie heißes Öl auf der Haut brannte.
"Dieser arme Mensch. Es muss ihm wirklich schlecht gehen."
"Er hat mein vollstes Mitleid."
"Sorgt euch nicht. Er ist hier in den Händen unserer erfahrensten Elfenheiler. Sie werden ihm helfen."

Es gab wohl wirklich keine andere Stadt, in der man jemandem so viel Mitgefühl schenkte. Zwar wussten all diese Elfen nicht, dass sie sich den Wirt eines Haraxwesens in ihre Welt geholt hatten, aber vermutlich würden sie Asmodi noch die Krallen tätscheln, weil es ihm hier so schlecht ging, als dass sie schreiend vor ihm davon liefen. Naiv und weltfremd, das waren sie. Leider ließ sich daraus keinerlei Nahrung für den Dämon gewinnen. Er musste sich anderweitig aushelfen und zwar schnell. Das Gefühl, hier einzugehen wie eine Blume fernab von Sonnenlicht und frischer Erde wuchs stetig. Die Elfen musterten fasziniert den blauen Rauch, der seinen Augenhöhlen entstieg.
"Er ist kein gewöhnlicher Mensch, nicht wahr?", fragte die Pflegerin Ishélle. Sie kannte nicht viele Menschen. Ein paar hatten den Weg durch den Urwald bis zu ihnen gefunden, lebten und lernten hier in Einklang mit den Shyánern. Sie hatten sich der Kräuter- und Heilkunde gewidmet, musizierten in der Gilde der Musiker oder ließen sich zu Druiden ausbilden, um die Schöpfung des Götterpaares besser verstehen zu können. Aber in all den Jahrzehnten, die nun schon an Ishélle Tautropfen vorbei gezogen waren, hatte keiner dieser Rundohren jemals aus den Augen gequalmt!
Mallahall schüttelte den Kopf. "Er ... hat ein Problem. Nein. Nein, so ist es nicht." Sie konnte Asmodi nicht als Problem betiteln. Auch er war ihr Freund, selbst jetzt, da er sich doch wieder einmal sehr auffällig verhielt. "In ihm stecken zwei Persönlichkeiten. Eine davon ist sehr wild und sehr magisch. Leider manchmal auch etwas unberechenbar. Das ist Asmodi. Ihm geht es wohl nicht sehr gut."
Ishélle nickte. Erneut musterte sie den Menschen mit den blauen Haaren. Er war wirklich interessant. Das fanden auch die übrigen Krankenschwestern, die noch anwesend waren. Sie hielten sich jetzt jedoch ein wenig auf Abstand. Lediglich Ishélle näherte sich ihm. Sie wollte sich um ihn kümmern, diesen armen Menschen, der zwei Seelen in sich trug. Zwei Persönlichkeiten, von denen eine magischen Rauch ausstieß. So faszinierend! Da trafen sich ihre beider Blicke.
"Nein!", konnte Mallahall noch rufen, aber es war nicht als Befehl formuliert worden und so gelang es ihr nicht zu verhindern, dass Asmodi - jetzt wieder die Kontrolle über den Körper habend - Ishélle einfach ansprang. Die anderen Elfen schrien auf. Sie waren überrascht, nicht erschreckt. Noch immer nichts, wovon er zehren konnte. Brüllend stieß er seine Zähne in das feine Elfenfleisch der Frau. Nun schrie Ishélle ebenfalls. "Warum?!", klagte sie unter Schmerzen. Endlich Schmerz, in bisschen Nahrung für den Dämon. Aber viel zu wenig und nicht wirklich sein Gebiet. Er brauchte Angst, Zorn und Hass. Das schmeckte, aber elfischer Schmerz, der nicht aus der Seele, sondern von einer blutenden Wunde entstand - nein, das war nicht einmal eine Vorspeise für ihn. Und diese verrucht gute Elfe bekam nicht einmal Angst! "Auuuuhhhhhhhhhwwwwwaaaaarrrrhhhhuuuuuhhhmmmm?"
Das war alles. Warum. Sie wollte den Grund erfahren, anstatt ihn mit ihrem Schrecken schwinden zu lassen. Shyáner Elfen schienen noch naiver zu sein als die Namudus, die sie im Sarius angetroffen hatten. Sie bekam keine Angst, stattdessen wollte sie versuchen, zu verstehen, während der Schmerz aus ihr heraus floss wie das metallisch schmeckende Blut ihrer Adern. Doch Asmodi erhielt Sättigung. Die übrigen Elfenpflegerinnen bekamen es nämlich mit der Angst zu tun. Sie drängten sich dicht an die Wand, starrten zu Etelin und Mallahall herüber und riefen ihnen aufgeregte Worte in ihrer verschnörkelten Sprache zu. Vermutlich flehten sie darum, dass man Ishélle half. Mallahall nahm das in Angriff.

"Asmodi!" Sie sprach ihn direkt an. "Du wirst sofort von ihr ablassen und ..." Die Magierin wurde unterbrochen, als der Knorrenstab seine Stabilität bewies und krachend auf dem Kopf des Dämons landete. Etelin hatte es eben immer noch drauf. Er wirkte überaus zufrieden mit sich und seiner Entscheidung, strich über das untere Ende des Stabes. "Sehr solides Holz. Dieses Stück wird mir noch treue Dienste leisten. Und du solltest auf deine Herrin hören", richtete er seine Worte an den Getroffenen.
Die Elfen hatten sich etwas nach vorn gewagt. "Er hat ihn geschlagen!"
"Das kann er doch nicht tun! Er könnte ihn verletzen!"
"Vielleicht sollten wir einen Heiler herbei holen - oder einen Beutel mit eisigem Kristallwasser."

Eine von ihnen verließ eiligst den Raum. Etelin blickte ihr überrascht nach. Doch Mallahall sorgte dafür, dass sie wieder die allgemeine Aufmerksamkeit erhielt. Ihre Stimme war nicht laut, doch schneidend. "Was stellst du hier nur wieder an?! Bist du denn vollkommen wahnsinnig, Asmodi? Diese Elfinnen versuchen, dir zu helfen und du ... geh von ihr herunter! Das ist ein Befehl! Und dann wirst du dich entschuldigen, bei Lysanthor!" Sie war so erzürnt über sein Verhalten, dass sie im Moment nicht im geringsten daran dachte, dass es für den Dämon eine Notsituation gewesen war. Es ging ihm schlecht, aber seine Herrin erkannte dies nicht. Ihr Herz füllte sich mit Enttäuschung. Dabei sollte sie ihm helfen! Wenn er es nur einmal anspräche. Mallahall könnte ihn zwar nur mit Licht versorgen, sie beherrschte keine Schattenmagie. Aber ihr fiel vermutlich eine Lösung ein, sie war eine kreative Frau. Sie hatte Asmodeus bisher immer gerettet - sogar aus dem magischen Glaskäfig von Zyranus.
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Re: Shyáner Heilmethoden

Beitrag von Asmodeus » Samstag 2. Juli 2011, 21:12

Er sprang sie brutal an und biss ihr mit voller Wucht in den Oberarm. Erwartungsvoll sah der Dämon in die Augen der Elfe und wollte die ersten Funken Angst gleich in sich aufsaugen. Stattdessen erreichte ihn der bittere Geschmack von Unverständnis. Es versalzte ihm den ohnehin schon lauen Geschmack von Schmerz. „Wääääääääääääärrr! Entgegnete er ihr frustriert und völlig aufgebracht auf ihr Warum?. Wieder fletschte er seine Zähne, liess sie Aufblitzen und biss erneut zu. Doch wieder war das Ergebnis ernüchternd. Sie schrie auf und fragte nochmals nach dem Warum. „RHARHRHWuärkrkrkrhr!“ Er schüttelte sich. Verpasste ihr eine empörte Ohrfeige. Was war die auch für einen Magerquark!

Doch dann endlich wurden seine hungrigen Rezeptoren genährt. Angst erreichte ihn. Soo eine köstliche, seltene Angst. Eine absolute Luxusmahlzeit. Eine echte Delikatesse, denn diese Angst die er hier empfing war neu… und unglaublich selten. „Jarhrhrhrh!“ Zufrieden lachte er auf. „Gebt mir MEHHHHHHHHHHHRHRH!“ Forderte er gierig. Nun hatte er Blut geleckt. War auf den Geschmack gekommen. Es schmeckte wie eine süsse Droge und es dürstete ihm jetzt schon nach mehr. Dämonen wollten immer mehr. Sie frassen, sie schlangen, sie konnten nichts geniessen wollten nur immer mehr von dem Aufnehmen was ihnen schmeckte.

Er grinste zu den Helfen hin die ihm diesen wundervollen Schmaus bescherten und spuckte ihnen das Blut ihrer „Schwester“ entgegen. „JahrhrAHRHRHR und euch Fress ich als nächstes! Ich werde euer stümperhaftes Volk unterjochen und euch versklaven und mich an euch vergehen… an jedem einzelnen von euch…“ Er fixierte diejenige Elfe die er für die jüngste hielt. „Und dich mehrmals hahaHAHAAHahRHRRH!“ Er amüsierte sich gerade blendend und zeigte sich mal wieder von seiner Schokoladenseite. Bisher waren sie noch in keine grössere Stadt gekommen ohne dass er so einen Aufstand hinlegte. In Zyranus hatte er auch alles daran gesetzt die Stadt möglichst zu erzürnen… und der Junge vor den Toren, welch Festschmaus der doch gewesen war!
Nun fühlte sich der Dämon wieder blendend, wie in seinen besten Zeiten. Er fühlte sich genährt und erstarkt, nun würde ihn nichts mehr aufhalten können. Wirklich nichts?
"Asmodi!" „WASSSSSSSSSSSSSSSSHRHRHRHRH?!“ Knurrte er erzürnt und hörbar genervt auf. Was wollte sie schon wieder? Warum verdarb sie ihm jedes Mal den Spass?! Nicht mal Tierchen durfte er quälen. Nichts durfte er.

"Du wirst sofort von ihr ablassen und ..." Er knurrte wütend. Und nahm seine Krallen von ihr als er plötzlich von hinten hart von Etelins Stab getroffen wurde. Es gab ein hässliches Geräusch und Asmodi kippte ächzend auf die Krankenschwester drauf. Gab für einen Moment nur ein benommenes Knurren von sich.
"Sehr solides Holz. Dieses Stück wird mir noch treue Dienste leisten. Und du solltest auf deine Herrin hören" „Rharhrhrhr.hr.h.rh“ Er brabbelte etwas von „Bluthuren“. Doch der Dämon erholte sich im Gegensatz zu einem Menschen, der bei solch einem Hieb sicherlich liegen geblieben wäre, erstaunlich schnell und schüttelte sich wütend. „RAHRHRHR!“ Fauchte er Etelin zu. Doch dieser liess sich nicht von ihm beeindrucken, sondern lobte lieber sein Holz. „Dich hätte man in deinem Zustand belassen sollen!“ Keifte er wütend. Doch Mallahall schnitt ihm abermals das Wort ab.

"Was stellst du hier nur wieder an?! Bist du denn vollkommen wahnsinnig, Asmodi?“ „SPRICH NICHT ZU MIR ALS WÄRE ICH EIN BENGEL!“ Er war äusserst allergisch darauf wenn er das Gefühl hatte nicht wie ein respektvolles Wesen behandelt zu werden. Schliesslich sprach sie da mit einem Dämonen! Einem Wesen dass edler war als alles Celcianische. Edler und Mächtiger!

“Diese Elfinnen versuchen, dir zu helfen und du ... geh von ihr herunter! Das ist ein Befehl!““Nr,r.hrr:HRHAJRRHrhrh Herrin.“ Er knurrte und krabbelte von der Elfe runter. Er durfte ihre Befehle nicht verweigern, ja er konnte es gar nicht. Er musste gehorchen. So war nun mal ihr Pakt. “Und dann wirst du dich entschuldigen, bei Lysanthor!" Asmodi riss entsetzt seine Augen auf. „NEIRNRHRH!“ Krächzte er nervös. Wälzte sich hechelnd auf dem Boden. Asmodi hatte es ganz und gar nicht mit Entschuldigungen. Sowas war die reinste Folter für ihn. „NeinrrhRHRHARHRHRH!!“ Er drehte seinen Kopf zu der Elfe hin. „:E.ehr.rs.s.s.rrrhrhrhrR ESSSHRHHRHRRhrhrhr!“ Jedes Wort war eine Qual. Jedes Wort bedeutete ungemeine Anstrengung. „Es.s…..tuurhrhrhthththh mirrrr..rr.leiddwäwäärärrkk.“

Er sprang zurück „Wuäkrrrhrh! Wuäärärkrrkkrr!“ Er spotzte aus. Wälzte sich. Bockte unruhig herum. „Wärärrrkrk!“ Er schüttelte sich. Sprang nervös in eine Ecke. „Wäärkrr!“ Machte er seine Abneigung darüber was er gerade gesagt hatte deutlich. Dass er es nicht ernst gemeint hatte war klar. Aber es war für ihn schon schlimm genug es überhaupt sagen zu müssen.

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Re: Shyáner Heilmethoden

Beitrag von Erzähler » Montag 4. Juli 2011, 13:47

Shyána Nelle, die paradiesische Talsenke - der Pfuhl der Freundlichkeit, so würde es wohl Asmodi ausdrücken. Hier gab es nichts, aber auch absolut nichts, woran er sich laben konnte. Da bisschen Schmerz, welches durch den Biss bei Ishélle verursacht worden war, reichte vorerst, würde den Dämon auf nicht einmal auf längere Dauer hin zufrieden stellen. Die größte Düsternis, die das Tal der Elfen zu bieten hatte, mochte der Schatten sein, den Objekte bei Einfall von Sonnenlicht erzeugten. Vom Licht geschaffene Finsternis - dämmrig, halbdunkel. Es war zum Haare raufen.
Etelin bevorzugte da allerdings eher das Schlagen mit dem Stab. So durfte Asmodi erst einmal von seinem eigenen Schmerz kosten, denn das Lob des LIchs kam nicht von irgendwoher. Er hatte sich da wirklich einen soliden Stab ausgesucht. Stabiles Holz, das Jahrhunderte überdauern würde. Hartes Holz. Wie sollte Asmodi dagegen ankommen? Doch es musste erst ein Befehl seiner Herrin Mallahall her, damit er sich letztendlich wirklich von der Elfe zurück zog. Die anderen hielten den Atem an, starrten zu Asmodi hinüber. Ja, sie hatten Angst. Endlich, eine kleine Zwischenmahlzeit für das ausgehungerte Haraxwesen. Sie fürchteten, was er mit ihnen anstellen könnte und seine bedrohlichen Worte hatten nicht dazu beigetragen, dass sich die Pflegerinnen beruhigten. Eine von ihnen schluchzte bereits.
"Oh, bei Florencia, arme Ishélle! Warum hat er dich gebissen? Tut es denn sehr weh?"
Die Angesprochene reagierte nicht, sie hielt sich den Arm, wo der Dämon die Wunde nur noch vergrößert hatte. Es fehlte ein ordentliches Stück Fleisch und Blut besudelte die schöne Pflegerinnenkleidung, sowie den Fußboden. Mallahall gab Asmodi den Befehl sich zu entschuldigen und stürzte dann auf die Elfe zu. Sie kannte den Dämon, wusste, dass er eine Weile brauchen würde, um die bitteren Worte hervor zu bringen, an denen er selbst glaubte, eines Tages ersticken zu können. Das gab ihr genug Zeit, sich die Verletzung anzusehen. Wobei man sagen musste, dass ihre Hände schneller auf der Bisswunde lagen als ihre Augen gucken konnten. Schon strömte Lichtmagie durch den Arm. Die Zellen bildeten sich neu, wuchsen zusammen und kurzzeitig war etwas wie Schorf zu sehen. Es blätterte ab, zerfiel wie von selbst zu Staub, verwehte und darunter war neue, heile Haut zu erkennen. Die Magierin löste ihre Finger, ließ sich auf die Fersen zurückfallen, so dass sie in der Hocke saß und wischte sich mit dem Unterarm über die Stirn. "Du machst auch nichts als Ärger", seufzte sie erbost über das Verhalten ihres Dämons.
"Ich danke Euch", meldete sich Ishélle und rappelte sich langsam auf. "Ich wusste nicht, dass Ihr Lichtmagierin seid. Warum heilt Ihr Euren Begleiter dann nicht von seinem Leid?"
"Weil es kein richtiges Leiden ist. Er ist so. Und er wird sich davor hüten, eine solche Aktion zu wiederholen", setzte mit in schneidendem Tonfall an. Asmodi hatte sich entschuldigt und war an eine Wand zurückgewichen. Doch Mallahall war immer noch erzürnt. Sie verstand nicht, warum der Dämon plötzlich dermaßen rückfällig geworden war. Er hatte sich so gut entwickelt! Sie stämmte die Hände in die Hüften, ließ den Blick schweifen. Die Pflegerinnen waren vor dem Patienten zurück gewichen. Niemand wollte ihm mehr das Bett anbieten. Er war seltsam und nichts, was sie kannten. Außerdem hatte er schlimme Drohungen ausgestoßen. Eine hauchdünne Schnur aus Angst hing im Raum. Das einzige, woran sich ein Haraxwesen noch nähren konnte.
"Du wirst dich bei ihnen allen entschuldigen", setzte Mallahall die Bestrafung fort und ignorierte das Gekeife. "SPRICH NICHT ZU MIR ALS WÄRE ICH EIN BENGEL!" "Dann führ dich nicht auf wie ein Kind", schnarrte sie zurück. Auch eine Lichtmagierin durfte einmal im Leben die Beherrschung verlieren. Sie nickte. Gut. Und nochmals der genaue Befehl: "Du gehst nun zu jeder einzelnen Elfe herüber, die du erschreckt hast. Du wirst dich bei jeder einzelnen entschuldigen. Vielleicht lernst du es dann leichter zu sagen. Tu es! Sofort, Asmodi!" Ihr ausgestreckter Finger wies zu den Pflegerinnen, die sich zusammen drängten. Ganz geheuer war ihnen dieser blauhaarige Mann nicht mehr.
Mallahall schüttelte den Kopf. Hilfe suchend schaute sie zu Etelin, der geschwiegen, aber aufmerksam beobachtet hatte. "Was sollen wir nur mit ihm anstellen?"
Der Lich kratzte sich über den Kopf. Er petzte die Augen zusammen und rieb sich die Nasenwurzel. Leise murmelte er dabei vor sich hin. Dann nickte er. "Mallahall, ich kann euch nachher nicht zur Königin begleiten. Ich muss etwas vorbereiten - abseits der Stadt." Er wandte sich direkt an Ishélle. "Verzeiht, aber gibt es außerhalb von Shyána einen abgelegenen Ort, an dem ich ... ein Ritual vorbereiten könnte? Ich brauche dafür absolute Ruhe."
Die Schwester legte den Kopf schief. "Wir haben viele Haine im Umland. Dort wäret Ihr ungestört, Freund. Sucht Euch einen aus." Sie ahnte ja nicht, dass es sich vermutlich um ein nekromantisches Ritual handeln würde. Ansonsten wäre sie vor Etelin schreckhafter zurückgewichen als vor dem Dämon. Mallahall schaute den Lich an. Die Frage sprang ihr aus den saphirblauen Augen: Was hast du vor? Etelin schüttelte langsam den Kopf. Hier konnte er nicht darüber sprechen. "Mach dir keine Sorgen, Mallahall. Ich werde Asmodi helfen. Es wird schon klappen." Jetzt machte sie sich doch Sorgen.
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Re: Shyáner Heilmethoden

Beitrag von Asmodeus » Freitag 8. Juli 2011, 19:10

Asmodi hatte sich zurückgezogen. Schüttelte sich immer wieder. Presste seine Schulter gegen die Wand des Patientenzimmers und war noch immer damit beschäftigt sich über seine Worte zu ekeln. „Wääärrr! Wääärrrkkk!“ Wie es den Pflegerinnen ging war ihm scheissegal. Was kümmerten ihn diese kleinen Weiber schon? Ausserdem waren es Elfen. Vermutlich waren sie alles alte Schnepfen die nur aussahen als wären sie keine 24. Bei diesen Elfengören konnte man ja schliesslich nie wissen. Dabei war er selbst ja auch kein besseres Beispiel. Auch er war über 150 Jahre alt und steckte im Körper eines ca. 35 Jährigen.

"Du machst auch nichts als Ärger" Er wurde von Mallahalls schneidender Stimme unterbrochen. Er starrte sie an. „PHAARR!! LASS MICH DOCH IN RUHE DU LICHTSCHLAMPE DU!“ Antwortete er ihr gereizt. Oh ja er hatte einen deutlichen Rückfall, aber warum nur? Strafte er AUrelius damit weil er ihm so lange die Kontrolle entzogen hatte? Mallahall ahnte ja nicht dass er an diesem Ort so sehr an die Ecke gedrängt worden war dass er Angst hatte und darum so aggressiv reagierte. Er schnupperte.
Sog den zarten Duft der Angst in sich ein. „JARHrhrhrhrhrh“ Raunte er, doch die Menge der Angst reichte nur als Appetithäppchen. Er brauchte mehr.

"Ich wusste nicht, dass Ihr Lichtmagierin seid. Warum heilt Ihr Euren Begleiter dann nicht von seinem Leid?" „OH IHR VERBLÖDETEN SCHLAMPEN! IHR HABT ABER AUCH VON GAR NICHTS EINE AHNUNG!“ Keifte Asmodi ihnen entgegen. Schlampe war im Moment gerade sein lieblingsunwort.

"Weil es kein richtiges Leiden ist. Er ist so. Und er wird sich davor hüten, eine solche Aktion zu wiederholen", „RARHRHRHR! Das werden wir noch sehen!“ Knurrte Asmodi gehässig. Er senkte sein Haupt. Knurrte Mallahall entgegen als er bemerkte welch tadelnde Körperhaltung sie gerade angenommen hatte. Er fletschte die Zähne. „ICH…hatte HUNGER!“ Fauchte er ihr entgegen. „HUNGER!“

Wiederholte er zähnefletschend. Er drehte sich von ihr ab. Kratzte sich nervös hinter dem Ohr. Wollte aus dieser Szenerie raus, doch da sprach Mallahall diesen grauenvollen Befehl aus.
"Du wirst dich bei ihnen allen entschuldigen",“NEIIIIIIIIIINRHRHRHRRHRH! NEIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIINRHRHRHR!“ Brüllte er auf. Sein ganzes Wesen fuhr zusammen. Jede einzelne Pore wurde von Ekel und Unwillen durchschüttelt. Er sprang herum und Mallahall an. „NEINRHRHRRH!“ Er verkrallte sich in ihrer Robe. Zerkratzte sie. Nun die Robe war ohnehin schon zerschunden da kam es darauf nun auch nicht mehr an.

"Du gehst nun zu jeder einzelnen Elfe herüber, die du erschreckt hast. Du wirst dich bei jeder einzelnen entschuldigen. Vielleicht lernst du es dann leichter zu sagen. Tu es! Sofort, Asmodi!" „NEIIIIIIIIIIIIIINRHRHRHR HEEERRRRRRRRRRRRRRRRRRRINNNN!“ Er brüllte gequält auf. Wand sich. Wälzte sich vor ihr auf dem Boden. Rollte sich winselnd auf den Rücken. Es war eine denkbar schlimme Strafe für den Dämon. Schon die eine Entschuldigung hing ihm noch im Gaumen wie ein wochenalter stinkender Fischgrat.

„NEIRNRHRHRHRHRHR!!!! RHARHHHHHHHHHHRHRHRHR!!! HERRRINRHRHRHRHR! HUREEEE HURREEEE VERDAMMTE GESCHÄNDETE HUUUURRREEEEE!“ Der Befehl drängte ihn noch mehr in die Ecke seine Angst schlug in Aggression und so posaunte er wirklich böse Dinge über Mallahall in die Welt hinaus…. Und dies vor einer Menge Pflegerinnen die sich sicherlich nur zu gerne um Mallahalls seelisches Leid kümmern würden. „NEIRNRHRHRH!“ Doch auch wenn er sich verbal völlig gegen den Befehl stellte, fühlte er sich gezwungen ihrem Finger nachzusehen und ihrem Befehl folge zu leisten. Zeternd und heulend krabbelte er auf die erste Pflegerin zu. Stierte ihr nervös entgegen. „Wuääääääääääääääääääärkrkrkrk!“ Er würgte. Kotzte das „Tschuldigung“ förmlich raus.
Weiter zur nächsten. Asmodi war dermassen mit seiner Bestrafung beschäftigt, dass er nicht mitkriegte was Etelin zu Mallahall sagte. Er hockte sich vor die zweite Pflegerin hin. „TUT MIR LEID DUUURUHRHRH HURE wärärkrkrrkrkrkrkrkrkr.“

Er wälzte sich. „HEEEEEEEEEEEEERRRRIINRRHRHRHRHR!“ Diese Strafe zehrte ihn aus. Er winselte ihr entgegen was er doch nur sehr selten tat und musste wieder eine Pause einlegen weil er würgen musste. Er zitterte schon am ganzen Leib. Diese zwei Worten brachten ihn ganz schön aus der Fassung.

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Re: Shyáner Heilmethoden

Beitrag von Erzähler » Sonntag 10. Juli 2011, 23:25

Mallahall halste ihm da eine schwere Strafe auf, aber sie blieb konsequent. Sie wusste, er würde es nicht lernen, wenn sie immer wieder nachgab. Einmal, nur ein einziges Mal würde sie standhaft bleiben und den Befehl nicht zurück nehmen. Denn auch sie lernte, während oder gerade seit sie mit Asmodeus durch Celcia zog. Wie weit sie schon gekommen waren! Und nun standen sie hier und der Dämon hatte erneut zugeschlagen. Es gab eine Zeit, da war es besser verlaufen. Wohin war sie verschwunden? Zerronnen wie Wasser, das durch die noch so kleinste Fingerritze tropft. Aber sie durfte nicht in der Vergangenheit leben. Was zählte, war das Hier und Jetzt, in dem sich Asmodi wie der letzte unerzogene Dämon benahm. Das konnte sie nicht durchgehen lassen. Immerhin war Ishélle verletzt worden und auch, wenn Mallahall sie als Lichtmagierin hatte heilen können, war das kein Argument, es dem Dämon zu erlauben. Wer war er denn?!
Sie schüttelte den Kopf, ließ sich nicht erweichen. Nicht einmal, als Asmodi heiß aufbegehrte und sogar einen Grund für seine Tat nannte. Das bedeutete aber nicht, dass sie sich nicht Gedanken machte. "Er sprach von Hunger, Etelin", sagte sie, als sich der Dämon damit abquälte, sich bei den Elfen zu entschuldigen. Er bekam von dem Gespräch nichts mit.
"Ich habe es gehört, Mallahall."
"Aber was meint er denn? Wir haben bei den Tabiki gegessen. Es war nicht die beste Mahlzeit, aber..."
"Das meint er gar nicht." Der Lich atmete durch. Er war Nekromant, kein Ritualmagier. Doch seit er Asmodi kannte, glaubte er, sich viel intensiver mit dieser Magie-Ausrichtung beschäftigen zu müssen. Das würde dem Rat in Zyranus ganz und gar nicht gefallen, aber die hielten ihn ohnehin für einen sabbernden Invaliden ohne Verstand. Etelin war fein aus der Sache heraus. Mallahall wurde noch immer gesucht, genauso wie Asmodi, den sie damals aus dem gläsernen Käfig geholt hatte. Für beide gab es nach Ansicht des Lichs kein Zurück mehr in die Stadt der Magier - für ihn ebenfalls nicht. Warum sollte er sich dann nicht einer weiteren, verbotenen Magie-Art widmen? Er wollte sie ja nicht praktizieren, um einen Dämon aus dem Harax zu holen. Etelin ... plante etwas Anderes. Hoffentlich würde es funktionieren. Wie bereits erwähnt, er war Nekromant. "Ich glaube, da sprach wirklich allein der Dämon aus ihm", wandte er sich von seinen Gedanken ab und wieder Mallahall zu. "Er zieht keinen Nutzen daraus, dass Aurelius isst und trinkt, abgesehen davon, dass er seine haraxischen Kräfte nicht aufbrauchen muss, um den Körper am Leben zu halten. Denn das würde ihn nur noch hungriger machen. Mallahall, vergiss nicht, was er ist. Er braucht Finsternis und Morde, irgendetwas Böses, in dem er sich suhlen kann."
Die Magierin bekam große Augen. Sie schaute zu Asmodeus herüber. Dieser hockte in einer Ecke und würgte. Er spuckte jedes einzelne Wort wie einen Fluch aus sich heraus, aber der Ekel davor schwand nicht. Er wuchs. Die Strafe war bitter. Mallahall seufzte. Sollte sie doch nachgeben? Etelin fuhr mit seinen Ausführungen fort: "Er versucht hier zu überleben. Nenn es einen haraxischen Instinkt. Ich bin nicht mal sicher, ob er voll bewusst angegriffen hat. Er verhungert in einer Welt wie der der Elfen. Schau dich doch um. Siehst du hier auch nur eine Spur schlechten Benehmens, Falschheit, Angst oder Finsternis?" Er schüttelte den Kopf. "Es geht Asmodi nicht gut hier."
Mallahall schlug die Hand vor den Mund. Sie hatte ihn vollkommen falsch eingeschätzt. Jetzt musste sie nicht mehr nachgeben, sie musste ihn retten. Daher rief sie zu ihm herüber: "Es ist gut, Asmodi. Du hast deine Lektion gelernt, du kannst aufhören. Greif nur jetzt erst einmal niemanden mehr an." Sie schaute Hilfe suchend zum Lich. "Was sollen wir jetzt tun?"
Etelin winkte ab. "Du wirst zur Königin der Elfen gehen. Behalte im Hinterkopf, dass wir eventuell nicht ewig hierbleiben können. Ich werde Asmodi zu helfen versuchen. Wenn es nicht klappt, müssen wir abreisen - in eine düstere Gegend."
"Er wird niemals vollkommen glücklich sein, nicht wahr?"
"Er ist der Wirt für ein Haraxwesen, Mallahall." Das beantwortete die Frage. Sie nickte, das Zeichen, dass Etelin die Sache nun in die Hand nehmen sollte. Aber war es klug, Mallahall ziehen zu lassen? "Ich sollte dich begleiten. Ich bin seine Herrin." Sie erkannte die Wichtigkeit ihrer Aufgabe. Ohne ihre Anwesenheit würde der Dämon wüten. Er würde sich über den Lich hinweg setzen, denn er hatte selbst demonstriert, wie stark sein Hungergefühl war. Da würde auch kein Hieb mit einem Stück Holz mehr helfen, solange Etelin ihn damit nicht bewusstlos schlug. Und das war keine Option, wenn er ihn irgendwo hin bringen wollte. Schließlich hatte der kleine Mann nach einem abgelegenen Ort gefragt. Der Lich nickte. "Gern nehme ich dich nicht mit, das solltest du wissen. Es wird vermutlich nicht schön, wenn es überhaupt funktioniert."
"Was hast du vor? Nun sag schon, Etelin." Erneutes Kopfschütteln von seiner Seite. Er wandte sich ab und trat zu Asmodi herüber. Doch anstatt wieder einmal den Stab zu schwingen, streckte er einladend seine Hand aus. "Ich weiß, welche Mahlzeit du brauchst. Nein, lass das Seelenfeuer. Folge mir, ich sorge dafür, dass du satt wirst. Aber wir müssen ein Stück gehen, schätze ich." Er verriet immer noch nichts von seinem Vorhaben. Mallahall würde ihm blind vertrauen müssen, aber das tat sie. Etelin war ein Freund. Die Magierin drehte sich Ishélle zu. Rasch wurde gebeten, dass sie zum Marktplatz ging, um auf Zanraia und Cinnamin zu warten. Eine Beschreibung der beiden folgte auf dem Fuß. Sie sollten wenigstens mit der Königin sprechen, wenn die Elfen sie in ihrem Reich schon so freundlich empfingen. Es ganz auszuschlagen käme einer Beleidigung gleich. Aber Mallahall, Etelin und Asmodeus konnten nicht teilnehmen. "Er braucht Nahrung - spezielle Nahrung. Ich kann es Euch leider nicht genauer erläutern. Ihr würdet nicht verstehen."
Ishélle schien das zu akzeptieren. "Nein, ich vermute, das würde ich tatsächlich nicht. Warum hat er mich gebissen?"
"Genau das meine ich. Ich muss jetzt gehen, aber vielleicht ergibt sich die Gelegenheit, darüber zu sprechen. Ein andermal. Lebt wohl und danke für Eure Hilfe." Sie folgte Etelin, der bereits zum Aufbruch drängte. Er musste einen Hain finden. Er musste dort ein Ritual vollziehen, das er nicht wirklich kannte. Er musste Asmodi füttern und dann zusehen, dass alles reibungslos verlief. Ansonsten würde es vielleicht Tote geben - nun, in dem Fall wäre der Dämon ebenfalls satt zu kriegen.
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Re: Shyáner Heilmethoden

Beitrag von Asmodeus » Donnerstag 14. Juli 2011, 16:54

„WUrärkrkrkrkr WUrärrkrrkrkrk!“ Seine Flanken zitterten, ebenso wie seine krallenbewehrten Hände. Oh ja Asmodi ging es gar nicht gut und Mallahalls Strafe kostete zusätzlich viel Energie. Er wälzte sich immer wieder, schäumte gar schon aus dem Maul so sehr strenge ihn das Entschuldigen an. Für die Pflegerinnen bot der Dämon einen mehr als nur bizarren Anblick. Er bewegte sich in seinen Windungen auch sehr abgehakt und animalisch. Weder ein Muster welches sie von sich Elfen kannten, noch eines welches Menschen gezeigt hatten wenn sie doch tatsächlich den Weg in ihre Stadt gefunden hatten. Asmodi war in allen Belangen anders, unheimlich. Nicht von dieser Welt.
Das qualmende leuchtende Blau in seinen Augen jedoch verlor allmählich an Leuchtkraft. Seine Kräfte schwanden dahin. Er laugte aus. Hatte Hunger. Das bisschen Angst, das bisschen Unverständnis reichte nicht aus… bisher war sein Überleben stets gesichert gewesen auf Celcia. In jeder Stadt in jedem Wald gab es spuren von Mord, Verbrechen und Tod, selbst wenn sie schon Jahre zurückgelegen hatte so hatte er sich davon unbemerkt genährt. Doch an diesem Ort hier gab es nichts dergleichen. Dieses NIChts war so gross dass es sogar jene bisschen Sorgen und jene düsteren Gedanken seiner eigenen Gruppe absorbierte und er keine Gelegenheit mehr hatte sich davon zu ernähren. Ein schrecklicher Ort also.

"Er versucht hier zu überleben. Nenn es einen haraxischen Instinkt. Ich bin nicht mal sicher, ob er voll bewusst angegriffen hat. Er verhungert in einer Welt wie der der Elfen. Schau dich doch um. Siehst du hier auch nur eine Spur schlechten Benehmens, Falschheit, Angst oder Finsternis?" „RARHRRHRHRH WUärrkrkrkrkhrrkh“ Er trat vor die nächste Pflegerin hin. „E.nnt.t.t..sch..wärrkrkrk“ Vermutlich wollten die gar keine Entschuldigung mehr, so wie der sich abwürgte und anstrengen musste nur um dieses eine Wort von den Lippen zu kriegen.

Für Aurelius war die ganze Situation schrecklich. Dieser Ort war so friedlich, so wundervoll. Er wollte hier bleiben. Hier würden sie Castus in Ruhe aufziehen können. Ja…Castus, ob er ähnliche Probleme in dieser Stadt hatte? Hier würde sich wohl zeigen wie viel Dämon in Castus steckte oder ob bei ihm der genetische Teil der beiden Menschen doch mehr als nur überwiegte. Schliesslich hatte er mehr menschliches Erbgut in sich von Aurelius und Zan, als dämonisches.
"Es ist gut, Asmodi. Du hast deine Lektion gelernt, du kannst aufhören. Greif nur jetzt erst einmal niemanden mehr an." „RHarhrhrhrh! Er blieb auf allen vieren Hocken, senkte hechelnd sein Haupt. Spuckte noch immer vor sich hin und versuchte auch noch den letzten Partikel dieser ungeliebten Wörter von seiner Zunge zu schaben. Er war ziemlich angestrengt und Mallahall wusste nun dass dies nicht ausschliesslich von der Strafe kam. Nervös sah sich das Viech um, stierte immer wieder zu den Pflegerinnen die ihm einen Hauch von Nahrung schenkten im Moment. „RHRHRHRHHRRHRHHRHRRHRH!“ Er fletschte mit den Zähnen, doch er durfte nicht angreifen. Unruhig hockte er da. Bald würde er sich selbst beissen um Mallahall zu ärgern, das war doch sein bekanntestes muster! Aber mit Niemanden war er mit eingeschlosssen. „RHAHRRHHR!“ Er konnte nichts tun ausser hungrig rumzubrüllen. Seine Not war offensichtlich. Auch wenn er nicht klagte, sondern tobte.

"Ich sollte dich begleiten. Ich bin seine Herrin." „RHARHRHRHRHRH!“ Der Dämon schien nicht mal mehr die Energie aufbringen zu können celcianisch zu sprechen. Niemand der Gruppe ahnte ja nicht wie schwierig es war die Frequenz von celcianisch zu treffen. Haraxisch war eine Sprache aus einer anderen Welt und hatte gar nichts mit jenen die auf Celcia gesprochen wurde gemein. Erschöpft legte er sich auf den Rücken. Hechelte.
Er starrte Etelin entgegen als dieser ihm seine Hand entgegenstreckte. Schon einmal hatte sich Asmodi an dessen Finsternis laben und suhlen können, würde er dies nun wieder dürfen?! Er backte nach dessen Hand wollte gerade das Seelenfeuer durch ihn hindurch jagen. Nicht Etelins Worte verhinderten dies, sondern Mallahalls Befehl.
"Ich weiß, welche Mahlzeit du brauchst. Nein, lass das Seelenfeuer. Folge mir, ich sorge dafür, dass du satt wirst. Aber wir müssen ein Stück gehen, schätze ich." Er starrte ihm entgegen. Knurrte nervös.

"Was willst du mir für eine Mahlzeit bieten, Lich, selbst die Finsternis die du in dir trägst vermag meinen Hunger nicht mehr zu stillen!"
Doch Asmodi hatte keine andere Wahl. Auf allen Vieren rannte er dem Lich hinterher. Hechelnd, grollend. Verzweifelt. Selbst wenn er Aurelius die Kontrolle übergeben würde, so würde er hungern. Er brauchte Nahrung. Jetzt. Seine Krallen gaben ein trippelndes Geräusch von sich als er damit über den Marmor der KLinik rannte.Er folgte dem Lich dicht auf den Fersen.

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Re: Shyáner Heilmethoden

Beitrag von Erzähler » Sonntag 17. Juli 2011, 06:50

weiter bei Das Umland -> Ritual im Hain
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