Das Anwesen der Faelyns

Sämtliche Straßen Andunies sind gepflastert und von schönen kleinen Häusern gesäumt. Meist Fachwerkhäuser, aber auch mal eine prächtige kleine Villa. Nur die ärmeren Bezirke der Bettler und Halunken sollte man meiden.
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Re: Das Anwesen der Faelyns

Beitrag von Erzähler » Samstag 16. November 2024, 16:18

Es wäre nur halb so schön gewesen, hätten Azura oder Emmyth die eigens festgelegten Beschränkungen aufrecht erhalten. Es hätte sich dann nicht ganz echt angefühlt. Dadurch, dass beide aber auch ihre Hemmungen beim Küssen von sich warfen, konnten sie wahrlich eins werden und gemeinsam den Gipfel ihres Tuns erreichen. Erneut füllte der Dunkelelf sie aus, dieses Mal nicht nur mit seinem Fleisch. Die Hitze breitete sich in ihrem Unterleib aus und wenig später fühlte Azura die ventharischen Sturzbäche an ihren Innenschenkeln herab rinnen, als Emmyth sie noch einmal mit den Fingern verwöhnte. Sie ließ es sich nicht nehmen, es ihm auf ähnliche Weise zu vergelten und er nahm es nur allzu gern an. Sie verhinderte durch ihre eigene Massage ein gänzliches Erschlaffen. Azura hielt den jüngeren Faelyn sprichwörtlich bei der Stange, dass auch er jetzt reichlich Beherrschung aufbringen musste, das Stöhnen zu unterdrücken.
"Du machst mich wahnsinnig", raunte er ihr tief erregt entgegen, obwohl sie beide doch soeben erst die selige Befriedidung eines erfolgreichen Stelldicheins abgeschlossen hatten. Vermutlich hätte Emmyth noch alle Reserven aus sich herausgeholt, ein letztes Mal seine Standhaftigkeit zu beweisen und Azura noch einmal zu erobern, wäre nicht eine Stimme an sein Ohr gedrungen, die die Anduniern aufgrund ihrer menschlichen Herkunft noch nicht wahrnehmen konnte. Durch sein Erstarren wurde sie jedoch gewarnt und eilte sich, ihr gemeinsames Spiel tunlichst zu beenden. Vor allem, als die Besitzerin der Stimme endlich nah genug war, um das verlorene Kleinod zu bemerken. Azura dachte kaum darüber nach, wie die Perle auf den Gang hatte gelangen können. Mit einem ausladenden Schritt trat sie hinter dem Wandteppich hervor. Der Dienerin, welche ihr mit großen Augen entgegenblickte, erröteten die Wangen und sie senkte geradezu verlegen die Lider etwas.
Azura tischte ihr zwar sofort eine Ausrede auf, aber vor ihrer Mutter hätte sie dafür wohl nur einen skeptischen Blick kassiert. Da die Dienerin es sich nicht anmaßen durfte, gegen das Wort des Gastes ihres Hausherrin die eigene Stimme zu erheben, nahm sie deren Rechtfertigung hin und schwieg. Dass sie sich ihren Teil jedoch dachte, ließ sich nicht abstreiten, ebenso wenig wie Azuras Aufzug. Selbst jetzt drangen unter dem Morgenmantel die verräterischen Düfte von Lust empor. Ihr Haar war zerzaust, auf der Haut perlte Schweiß und ihre eigenen Wangen besaßen ein kräftigeres Rot, das von der inneren Hitze kündete, anstelle von Scham. Ihr Blick war fiebrig verklärt wie man es nur nach einem gerörigen Höhepunkt in den Augen eines anderen sehen konnte. Das bewies allerdings auch, dass ihr Gegenüber keine Unschuld vom Lande mehr sein konnte. Sie wusste genau, was wirklich hinter dem Wandteppich geschehen war. Einzig mit wem Azura hier Unzucht getrieben hatte, blieb ihr verborgen. Emmyth zeigte sich nicht. Er hielt im Versteck still und wartete, dass die Situation jenseits des Teppichs sich klärte. Aber er grinste und das Funkeln in seinen roten Augen verriet, dass zumindest er noch nicht mit dem Ganzen fertig war. Der Dunkelelf heckte etwas aus, wovon Azura vorerst nichts mitbekommen würde. Sie musste sich der Tatsache stellen, dass ihr die Zeit zum Frischmachen und Umziehen aus den Fingern rann.
"Wenn Ihr mir diese Bemerkung gestattet, junge Herrin, aber Tücher werden hier nicht ausreichen, sofern ihr den Abend nicht in einer Parfumwolke verbringen wollte, um ... Tatsachen zu überdecken." Die Dieinerin warf sich die Hand vor den Mund und wandte sich halb ab, um ihre Scham zu unterstreichen. Azura nutzte den Moment zunächst, die Perle aufzuheben. Erneut wurde sie mit der Illusion von Corax darin und seiner Abschiedsnachricht konfrontiert. Solange die Perle weiß blieb, wäre er in Sicherheit. Sie müsste sich nur sorgen, wenn das Schmuckstück schwarz würde. Ein Blick auf das Kleinod zeigte ihr, dass Corax offensichtlich noch nicht seinen gesamten Hals riskiert hatte. Milchig weiß und mit mattem Schimmer präsentierte sich die Perle als eine von vielen. Azura stopfte sie zurück an ihren angestammten Platz. Anschließend wurde sie von der Dienerin in eines der vielen Bäder des Hauses geführt. Um ihr dort eine Wanne mit heißem Wasser zu füllen, dafür reichte die Zeit nicht mehr aus. Dennoch bestand die versammelte Dienerschaft darauf, mehr als nur Tüchter anzuwenden. Azuras schwanengleicher Körper erfuhr eine wahre Tortur, als man sie in eine gekachelte Nische bugsierte und mir Eimern kalten Wassers übergoss. Sofern sie selbst noch nicht zu erschöpft war, konnte sie mit Wassermagie ein wenig gegensteuern. Um es zu erhitzen, hätte sie aber die Kräfte ihres inneren Funken heraufbeschwören müssen und das hatte Azura bisweilen nicht geübt. Zum Unterricht bei Kjetell'o war sie nicht erschienen und jetzt war ihr leiblicher Vater fort. Laut Corax hatte er sich mit Madiha auf den Weg gemacht, ihr die Feuermagie beizubringen. Ob sich in der Wasserakademie jemand fände, der Azura helfen könnte? Ob sie überhaupt lernen wollte und ihre Mutter es erlauben würde? Im Grunde hatte sie ja andere Pläne und es gab so viel zu tun! Nur, wenn sie es von sich aus anstrebte und sich von diesem Plan nicht abbringen ließe, könnte sie wohl als Elevin ein Studium in Andunie beginnen. Wenn, dann aber nach dem Fest. Es galt, sich hierauf zu konzentrieren! Azura erhielt dennoch Gelegenheit, zum Nachdenken, denn sie durfte sich nicht selbst waschen. Fremde Hände schrubbten ihren Körper, wenngleich die Massage nach ihrem Liebesspiel mit Emmyth noch einmal die Muskeln anregte. Keine der Dienerinnen und Sklavinnen kommentierte die Körperlüssigkeiten zwischen ihren Beinen. Man beseitigte die Spuren einfach.
Anschließend trocknete man sie mit inzwischen doch angewärmten Tüchern und cremte ihren Körper mit einer weichen Paste ein, die nach ihren Lieblingskräutern duftete. Da hatte Aquila van Ikari wohl einige Informationen preisgegeben. Auch standen diverse Duftwässerchen bereit, sowie Lippenrot, Rouge und eine dunkle Wimperntusche, damit ihr grüngoldener Blick nur umso stärker hervorstechen würde, sobald sie geschminkt wäre.
Vom Bad ging es in einen der Salons. Bereits jetzt konnte Azura zahlreiche Stimmen auf dem Weg durch den Korridor hören. Die Hausglocke der Tür ging mehrmals. Die Gäste trafen ein und sie war noch weit davon weg, vorzeigbar zu sein! Aber es ließ sich nun nicht ändern. Wichtig blieb, dass sie sich ihre Verspätung nicht anmerken ließe. Sie begab sich in die Hände der Dienerinnen, die sie zuvor schon gewaschen hatten. Azura wurde in die Schichten ihres Feentraums eingekleidet. Die Stoffe waren überraschenderweise leichter als ihre Optik es erahnen ließe. Azura konnte sich auch mit dem ausladenden Kleid sehr elegant und frei bewegen. Die Spitze kratzte nicht. Die Seide schmeichelte ihrer Haut. Das Kleid sah nicht nur zauberhaft aus, es war es auch. Vermutlich durfte es im Wert einen Großteil des Grundstücks ihres Ziehvaters besitzen. Und Azura durfte es tragen! Hinzu kam kostbares Geschmeide. Man ließ sie aus einer präsentierten Auslage an Schmuck wählen und auch, ob sie Gold oder Silber bevorzugte. Entsprechend frisierte man sie anschließend. Einzelne Strähnen wurden gelockt, die übrigen Haare hochgesteckt. Kettchen aus Gold oder Silber - je nach Azuras Wahl - fanden sich als Zierde rund um ihre Firsur wieder. Das Krönchen von Emmyth schob man ihr dann einfach in die Haare hinein. Zum Schluss sprenkelte man alles mit feinem Glitzerstaub, so dass es bei jeder Bewegung aussehen würde, als zauberte diese elegante Feenkönigin, zu der Azura van Ikari gerade verwandelt wurde.
Doch noch während sie darauf warten musste, dass die Dienerinnen dieses Meisterwerk fertig stellten, klopfte es an der Tür des Salon. Emmyth Stimme drang durch das Holz: "Ist mein Gast vorzeigbar genug, dass ich eintreten und mit ihr sprechen kann?"
Eine der Dienerinnen bestätigte es ihm und wenig später kam Emmyth herein. Auch er hatte sich erneut zurechtmachen lassen. Gestriegelt, elegant, aber immer noch mit Azuras Band, das sein Haar zusammenhielt. Er lächelte ihr entgegen, zwinkerte nur einmal kurz. Dann ging er auf ihre Worte ein, die sie als Hinweis vor Stunden im Korridor für ihn besonders laut ausgesprochen hatte.
"Ich wurde gebeten, vorab von den Gästen des Hauses zu erzählen. Sie warten bereits im Garten darauf, eine echte Feenkönigin erblicken zu dürfen. Dennoch möchte ich selbige vorab wissentlich darauf vorbereiten, auf wen sie sich einlässt." Emmyth wurde ein Platz angeboten, so dass er Azura von der Seite aus anschauen konnte, während man weiter an ihrer Frisur werkelte.
"Ich habe Einladungen zu nahezu allen ansässigen morgerianischen Familien ausgesandt, von denen sich Mitglieder derzeit in Andunie aufhalten. Bedauerlicherweise sind nicht alle am ... gefallenen Haus Faelyn interessiert. Aber das macht nichts. Wir werden wieder fliegen ... mit den feinen Flügeln einer Feenkönigin." Sein Blick lastete eine Weile auf Azura. Sein Lächeln wuchs etwas. Dann zählte er auf: "Gesehen habe ich bereits den alten Daragon Morgryn, Oberhaupt eines Hauses aus Kriegsveteranen und zahlreicher ... Erben. Man sagt ihm nach, er habe bereits über 20 Kinder von 12 verschiedenen Frauen und alle im kampfesfähigen Alter seien mit auf den Eroberungsfeldzug gegangen. Sechs Söhne hat er schon zu beklagen, die nicht mehr das Erbe antreten. Mit ihnen wurden auch die Mütter dieser für den Krieg zu schwachen Männer hingerichtet - Tradition bei den Morgryns. Ich schätze, er sucht bereits auch schon wieder nach einer neuen Mutter für einen möglichen Erben." Emmyth zuckte mit den Schultern als Kommentar, was er von dieser Lebensweise hielt. "Außerdem habe ich die Lady Jezebel von Vrinn persönlich in Empfang genommen. Sie ist schwer durchschaubar, aber ihr Einfluss soll weitreichend sein. Angeblich ist sie Teil eines Spionagenetzwerks in Morgeria, da mir aber nicht vertraut ist. Spionage hat mich nie interessiert, doch jetzt könnte es uns nützlich sein. Außerdem sind noch die Familien Rasverath und Faldortreu geladne, sowie Jivvin von den Klingentänzern, die letzte Verbliebene ihres Hauses aus angesehenen Meuchlern. Leider fielen alle bis auf sie einem Attentat unbekannter Herkunft zum Opfer, als sie in Andunie eintrafen. Schätzungsweise wird Jivvin wohl nicht anwesend sein. Sie hat genug zu tun. Aber sie ist eine von mir sehr geschätzte Kundin. Das Haus Rasverath musste ich laden. Wir sollten uns von ihnen fernhalten, sie gelten als besonders skrupellos und sie hassen unreines Blut. Angeblich hat der älteste Sohn des Hauses den Anführer des Saramer Widerstands nach Morgeria verschleppt. Die Rasveraths waren auch für die Gefangenname der Feuerhexe Cassandra aus Sarma verantwortlich. Ich frage mich, ob sie noch lebt. Oh und die letzte Dunkelelfenfamilie derer zu Faldortreu ist ... wenig beeindruckend. Neu-Adel, um genau zu sein, aber ich hörte, dass zwei ihrer Söhne in Kosral stationiert sein sollen- Beides Offiziere, was uns ebenfalls in die Hände spielen könnte." Er endete, indem er sich zurücklehnte und Azura musterte. "Ich schätze, deine Frisur ist perfekt. Husch, husch, hinaus mit euch", wies er die Dienerschaft an und wartete, bis sie seiner Aufforderung Folge geleistet hatten. Sobald hinter der Letzten von ihnen die Tür ins Schloss fiel, schwang Emmyth sich von seinem Sitzplatz. Er trat dicht an Azura heran. "Wär mein Körper noch in der Lage, würde ich dich sofort wieder nehmen", raunte er ihr zu. "So schön bist du ... Feenkönigin van Ikari." Er berührte sie nicht, um das gepuderte Gesicht nicht zu verunstalten. Aber er umdrundete sie in all ihrer Gänze, frohlockte und seufzte zufrieden ob ihres Anblicks. Dann sank er vor ihr auf ein Knie. Doch anstatt Azura nun einen Antrag zu machen - woder sollte jene Idee auch kommen?! - griff er ganz ungalant nach dem Saum ihres Kleides, um langsam darunter zu kriechen. Es war so ausladend, dass er wahrlich Platz hatte, sofern er sich zwischen ihre Beine kauerte. "Ich habe noch ein Geschenk für dich. Vielmehr eine ... Herausforderung. Ich bin gespannt, ob du den Abend auf diese Weise überstehst. Falls dem so ist, werde ich dich auf besondere Weise belohnen."
Azura spürte seine Hand an ihrem Schoß. Er konnte offensichtlich nicht von ihr lassen, denn schon wieder zupfte er an ihren Unterrücken herum, bis er ihre doch kürzlich erst ausgiebig verwöhnte Mitte ein wenig freilegte. Sie fühlte etwas Warmes, aus ihrer Position heraus schwer Erkennbares. Emmyth schon es in ihren Schoß und ... führte es ihr ein. Es kitzelte leicht und fühlte sich fast wie ein kleiner Fächer mit vielen Lamellen an, die immer wieder ihre Lippen küssten und reizten. Aber es war auch weich, als würde sie gestreichelt. Irgendein Part drückte gegen ihre natürliche Perle, strich darüber, wann immer sie sich bewegte. Sie spürte, dass Emmyth ihre Wäsche wieder hochzog und unter dem Kleid hervorgekrochen kam. Er grinst schelmisch. "Wage es nicht, nachzuschauen! Genieße es und ... beherrsche dich." Dann trat er dicht an sie heran, als wollte er sie küssen und vielleicht hätte er es auch getan, wären ihre Lippen nicht ebenfalls geschminkt gewesen. Sehnsüchtig blickte er darauf heran, schließlich aber in ihre Augen. Seine funkelten. "Feenkönigin ... verzaubere mich, indem die diese Aufgabe überstehst. Mach mich wahnsinnig vor Sehnsucht nach deinem Schoß und neidisch auf mein kleines ... Spielzeug, das ich hinterlassen habe. Oh und wie neidisch ich bin, bereits jetzt!"
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Re: Das Anwesen der Faelyns

Beitrag von Azura » Dienstag 19. November 2024, 21:22

Wäre sie bei klarem Verstand gewesen, hätte sie der Versuchung womöglich widerstehen können, ganz gleich mit welch großen Mühen, Emmyth immer inniger zu küssen. Das war etwas, das sie eigentlich Corax als Privileg hatte erhalten wollen. Jedoch... konnte sie einfach nicht anders.
Sein jüngerer Bruder sah ihm nicht nur so ähnlich als wären sie Zwillinge, er konnte ihr beinahe ebenso leicht wie ihr Rabe die Vernunft rauben und sie zu gefühlt reiner Lust werden lassen. Nur so wäre für sie später, wenn sie etwas zur Ruhe gekommen wäre, zu erklären, wie es soweit hatte kommen können.
Jetzt hingegen zerfloss sie in seinem Griff, suchte wieder und wieder seine Lippen, um ihre eigenen Laute zu dämpfen und um alles von ihm zu spüren, als könne er sie nur so vorm Ertrinken bewahren. Erst recht, als er auf sie hörte und seinen Rhythmus so an ihre Bedürfnisse anpasste, dass er sie mit Erfolg über die Klippe schubste. Vollkommen ungeniert und hemmungslos, wenngleich leiser als gewöhnlich, kam sie und war Wachs in seinen Händen, während ihre Wellen abebbten und er stattdessen seinem eigenen Höhepunkt entgegen lief.
Befriedigt seufzte sie wohlig auf und ließ sich in seinen Griff sacken, nachdem auch er sich verausgabt hatte. Wie schade, dass sie nicht so viel Zeit wie letzte Nacht hatten, sonst hätte sie einiges daran gesetzt, um ihn sofort zum nächsten Ritt herauszufordern. Wobei... nicht einmal die viel zu knapp bemessene, drängende Zeit konnte sie davon abhalten, noch ein wenig mit ihm zu spielen und ihn daran zu erinnern, dass sie unter anderen Umständen noch lange nicht mit ihm fertig gewesen wäre. Solange er ihr so viel Vergnügen bereitete, konnte und wollte sie gar nicht genug davon kriegen! Nicht einmal, das warme, feucht-klebrige Gefühl auf der Innenseite ihrer Schenkel, das nun aus ihr herauslief, konnte ihrer Meinung etwas anhaben.
Geschickt gewordene, freche Finger lenkten sie auch nur zu gekonnt davon ab. Auch ihre eigene Hand blieb aktiv und mahnte seinen Speer, sich nicht zu hängen zu lassen. Sein Raunen ließ sie beinahe lautlos kichern.
Oh, auch sie war drauf und dran, noch eine Runde von ihm zu verlangen, obwohl das womöglich ihr bislang vorherrschendes Glück arg auf die Probe gestellt hätte, wenn es da nicht eine Unterbrechung jener Sorte gegeben hätte, die sie mehr als erfolgreich auf den Boden der Wirklichkeit zurück katapultiert hätte. Mit einem Mal verging ihr sämtliche Lust an diesem Augenblick, sie stopfte hastig ins Mieder, was sich erwischen ließ, schlang den Morgenmantel fester um sich und eilte auf den Gang, um nach der Perle zu greifen, ehe eine unbefugte Hand sie berühren könnte. Mit heftig klopfendem Herzen presste sie das kostbare Kleinod an sich und bekam erneut die Botschaft zu sehen, die darin enthalten war.
Als es vorüber war, plapperte sie hastig drauf los, verlegen und zugleich aufgewühlt von ihrer verbotenen Begegnung. Dass ihre Worte alles andere als glaubwürdig waren, gepaart mit ihrer desolaten Erscheinung, war ihr in diesem Moment nicht bewusst. Wie gut, dass lediglich eine Dienerin sie gesucht hatte und nicht ihre Mutter persönlich!
Rasch wurde ihr allerdings verdeutlicht, dass es nicht so einfach war mit ihrer Täuschung, wie sie gedacht hatte. Bei den Worten der Dienerin lief sie puterrot an und wäre zugleich am liebsten im Boden versunken. Oh, das würde Emmyth ihr noch büßen, sie in solch eine kompromittierende Situation gebracht zu haben! Dabei ahnte sie noch nicht im Geringsten, was er ihr bald noch aufbürden wollte, um sie zu ärgern und willig für seine Aufmerksamkeiten zu halten. Der anderen hingegen hatte sie nichts entgegen zu setzen, denn ihr fehlten vor Scham die Worte.
Wenigstens zeigte ihr der Blick, den sie unwillkürlich auf die Perle senkte, dass sie, was ihren Raben betraf, derzeit aufatmen konnte. Für eine ganz kurze Zeit war sie von dem hellen, matten Schimmern abgelenkt und streichelte unbewusst zärtlich mit der Fingerspitze darüber, ehe sie das Schmuckstück fest mit ihrer Hand umschloss und daraufhin zurück in ihr Geheimtäschchen steckte. Warum auch immer sie hier draußen gelandet war, in Zukunft würde sie besser darauf aufpassen, das nahm sie sich fest vor.
Schließlich folgte sie, weiterhin stumm, aber dafür mit brennenden Wangen der Dienerin, um sich vor dem Umziehen noch notdürftig reinigen zu lassen. Noch mehr Frauen tummelten sich in dem Badezimmer um sie und nachdem sie entkleidet und in eine Nische gedrängt worden war, konnten sensible Ohren wohl auch außerhalb ihr Kreischen hören, als die erste Ladung eiskalten Wassers gegen ihren Körper traf. "Seid ihr noch bei Sinnen?!", beschwerte sie sich keuchend, tropfend und frierend.
Doch sie erhielt keine Gnade, stattdessen wurde sie gekonnt, wenngleich wenig feinfühlend sauber gerubbelt, dass ihr ohnehin noch empfindlicher Körper protestierte und sie sich am Ende wie ein Krebs vorkam, derart gerötet kam ihr ihre Haut vor. Ein kleiner Lichtblick waren die vorgewärmten Tücher, in die sie schließlich gehüllt wurde, und die duftende Paste, die ihre Haut wieder geschmeidig und wohlriechend machen sollte.
In einen neuen, weichen Morgenmantel gehüllt, wählte sie Schminke und Duftwässerchen, um ihre optische Erscheinung zu vervollkommnen. In diesem Punkt würde sie sich nicht allein Emmyths Wünschen unterordnen, schließlich war sie sich sehr wohl bewusst darüber, was ihr gut zu Gesicht stand... im wahrsten Sinne des Wortes!
Als in diesem Raum alles erledigt war, wurde sie in einen nahe gelegenen Salon geführt und selbst ihre menschlichen Ohren konnten dabei die verräterischen Geräusche eines beginnenden Festes wahrnehmen. Erneut röteten sich ihre Wangen und wie von selbst beschleunigte sie ihre Schritte, um rasch fertig zu werden.
Es war eine Herausforderung, in das zauberhafte Kleid zu schlüpfen, sobald es allerdings geglückt war, fühlte es sich beinahe wie eine zweite Haut an. Auch diese Kreation hatte eine kleine, verborgene Tasche von der Größe, wie gemacht für ihre kostbare Perle, die sie dort hinein gleiten ließ. Von außen konnte man nichts sehen, jedoch konnte sie diese stets spüren, sobald sie sich darauf konzentrierte.
Schließlich wurde ihr wieder der Morgenmantel um die Schultern gelegt, denn auch ihre Haarpracht verlor beim Frisieren bedauerlicherweise hin und wieder ein Haar. Und diese sollten nicht das Kleid verunzieren. So gekleidet, nahm sie vor dem Spiegel Platz und ließ sich ihr Gesicht schminken, ihre Haut parfümieren, den fein ziselierten Silberschmuck umlegen und ihre Locken aus den unzähligen Zöpfen befreien, um frisiert und danach hochgesteckt zu werden. Noch während dieser Prozedur klopfte es an der Tür.
Azura erschrak, denn im ersten Moment hatte sie vergessen, was sie vor gefühlten Ewigkeiten im Gang gewünscht hatte. Im nächsten vermutete sie ihre Mutter, die ihr gleich Vorhaltungen ob ihrer Unpünktlichkeit machen und den Grund erfahren wollen würde. Im dritten Moment sog sie die Luft leicht schärfer ein, als sie die Stimme ihres Liebhabers dumpf durch das Holz vernehmen konnte. Sie gab der Dienerin ein Zeichen und wenig später konnte er eintreten, um sich zu ihr zu gesellen.
Wobei sie sich betont reserviert verhielt und ihm lediglich einen kurzen Blick im Spiegel gönnte, ehe sie ihre Augen wieder schloss. Ihm war dieser ganze Vorfall gewiss nicht dermaßen peinlich wie ihr! Wobei sie es vermutlich jederzeit wieder täte...
Dann begann er zu sprechen und sie deutete ein Nicken an. "Wäre sicherlich hilfreich.", murmelte sie geziert, während sie spürte, wie ihr Haar hochgesteckt wurde. In dieser Position, die Lider weiterhin geschlossen, hörte sie ihm zu.
Flüchtig hoben sich ihre Augenbrauen an und das nächste Thema auf ihrer Liste an Fragen notierte sie im Geiste. Gefallenes Haus? Weil sie keine Krieger hervor gebracht hatten und lieber forschten? Oder warum? Alles hier wirkte nicht so, als würde das Haus Faelyn am Hungertuch nagen, von ihrem neuen Kleid ganz zu schweigen! So tief konnten sie also nicht gefallen sein. Weswegen also diese Formulierung? Gerne hätte sie es sofort angesprochen, aber es gab Dringlicheres und es war obendrein nicht für die Ohren der Dienerschaft geeignet.
Also lauschte sie weiter und versuchte herauszuhören, welcher Gast am Geeignetsten für ihre Pläne wäre, zeitgleich die weniger schönen, mitunter schaurigen Details zu ignorieren. Das war gar nicht so einfach, weil sie über die eigenen Hintergründe zu wenig wusste, um sich eine wirkliche Beurteilung zu zutrauen. Doch das musste sie am Ende, dessen war sie sich bewusst. Lautlos seufzte sie und spürte, wie sie mit kühlen Glitzer bestäubt wurde, auf dass sie ähnlich glänzen würde wie der Dunkle.
Schließlich deutete sie ein Nicken an und hob ihre Lider an, um einen prüfenden Blick in den Spiegel werfen zu können. Ein ungewohnt geschminktes und geschmücktes Gesicht sah ihr entgegen, mit dem sie jedoch zufrieden sein konnte. Neben ihrem eigenen Bild suchte sie jenes von Emmyth, der in ihrer Nähe saß und schon wieder so verboten gut aussah. "Hm... wenn ich das richtig verstehe, würde es sich wohl am ehesten lohnen, wenn wir viel mit derer von Faldortreu und der Dame Jezebel heute Abend reden.", fasste sie es zusammen und war erstaunt, wie gefasst sie dabei klang, obwohl ihr das Herz wild pochte vor lauter Sorge, eine falsche Entscheidung zu treffen.
Plötzlich hatte es der jüngere Faelyn allerdings eilig und bestimmte für sie schon wieder, indem er die Dienerinnen hinaus scheuchte. Ihre Augenbrauen hoben sich erneut an und sie beherrschte sich solange, bis die Tür ins Schloss gefallen war. "Mir scheint, wir sollten uns einmal darüber unterhalten, dass ich selbst über mich und mein Äußeres bestimme.", bemerkte sie eine Spur kühler als bisher und der Ausdruck ihrer Augen, mit denen sie ihn im Spiegel beobachtete, war missbilligend.
Er indes wollte ihr Gespräch in eine völlig andere Richtung lenken. Nur erwischte er sie jetzt ein wenig auf dem falschen Fuß, sodass sie leise und nur mäßig damenhaft schnaubte. "Du hast leicht reden! Hast du eine Ahnung, in welch eine Lage du mich vorhin gebracht hast?", warf sie ihm ungnädig vor und ihr Tonfall musste genügen, um zu verdeutlichen, dass sie unter anderen Umständen die Arme vor ihrer üppigen Brust verschränkt hätte. Wobei... in Emmyths Gegenwart vermutlich keine sonderlich kluge Idee, solange sie ihn nicht an sich heranlassen wollte... oder eher, durfte. Wer wusste schließlich, wo ihre Mutter steckte und wann sie auftauchen würde, um sie zu erwischen!
In der Zwischenzeit wurde sie von dem Dunklen umrundet, der sie mehr als zufrieden musterte. Plötzlich sank er vor ihr auf die Knie, was ihr Herz unwillkürlich stolpern ließ, auch wenn sie sich bemühte, ruhig zu bleiben und außer ihre hochgezogenen Augenbrauen zu zeigen. "Was hast du jetzt wieder vor?", entkam es ihr keuchend, als er völlig ungeniert ihren Rocksaum anhob, um darunter zu kriechen.
"Untersteh' dich!", versuchte sie, ihn abzuwehren und musste selbst hören, dass ihr Protest alles andere als energisch klang. Instinktiv presste sie ihre Beine zusammen. Nur, um sie bei seiner kleinsten Berührung mit einem unterdrückten Seufzen viel zu willig zu öffnen. Sogar ihre Säfte sprudelten beinahe sofort los, weil ihr Körper nur zu gut wusste, was er an dieser sensiblen Stelle zu bewerkstelligen wusste.
Dann bekam sie seine Finger zu spüren und konnte sich nicht schnell genug auf die Unterlippe beißen, da war ihr der wohlige Laut schon entschlüpft. Bei allen Göttern, was machte dieser Kerl nur mit ihr?! Ihre Finger gruben sich in das weiche Polster ihres Hockers, während sie um Beherrschung rang.
Allerdings machte er es ihr mit Freuden, wie sie ihm insgeheim unterstellte, schwer, als er etwas Weiches, Warmes zwischen ihre verborgenen Lippen führte. Damit nicht genug, schob er es viel zu mühelos in sie hinein, wo sonst sein Speer so herrlich Platz fand. Scharf sog sie die Luft ein, dass ihre Nasenflügel nur so bebten, während ein leichtes Zittern ihren Körper überlief.
"Was... was, bei Ventha, soll das?!", zischte sie keuchend und hätte am liebsten sofort ihre Röcke gerafft, um nachzusehen. Natürlich wollte sie das, nach seiner Warnung umso mehr!
Emmyth hingegen kam wieder hervor und richtete sich auf, mit einem frechen Grinsen, für das sie ihn am liebsten so scharf auf sie gemacht hätte, um seine Sehnsüchte betont nicht zu erfüllen, wie sie sonst nur für Corax empfunden hatte. Fast war sie geneigt zu glauben, ihr Rabe hätte seinen Bruder schon im Vorfeld instruiert und auf derart dumme Ideen gebracht, wenn sie es dem Jüngeren nicht von selbst zutrauen würde.
"Was ist das, woher hast du das und was soll das?!", verlangte sie erneut zu wissen, wenngleich im Flüsterton, weil er ihr schon wieder viel zu verboten verführerisch nahe kam. Er erklärte es ihr... immerhin zu einem gewissen Teil, und entlockte ihr damit ein leises, fast schon belustigtes Schnauben. "Meinst du nicht, ich hätte meine eigenen Methoden, um dich in den Wahnsinn zu treiben?", gurrte sie und stand auf, um sich ihm nicht mehr so völlig ausgeliefert in ihrer sitzenden Position zu fühlen.
Dabei machte sich sein Spielzeug prompt bemerkbar und ließ sie scharf die Luft einsaugen. "Oh, du Schuft!", keuchte sie und brauchte ein paar Atemzüge, um sich an dieses Gefühl zu gewöhnen, das ihre Säfte anregen wollte. Ihre Wangen röteten sich leicht, aber sie schluckte mehrfach und rang wahrlich um Beherrschung.
"Du spielst mit unfairen Mitteln! Was sollen die Gäste von mir halten, wenn ich ständig danach rieche, was du so gerne hervor rufst?", schalt sie ihn und ließ es sich nicht nehmen, wie zufällig mit dem Arm an seiner Männlichkeit zu streifen, als sie sich betont von ihm wegdrehte. Azura bewegte sich vorsichtig, behutsam, um auszuloten, was ihr möglich war, ohne auf das wohlige Gefühl zwischen ihren Beinen verräterisch zu reagieren.
Und das war wahrlich eine Herausforderung! Warum ließ sie sich das eigentlich gefallen? Aus welchem Grund verlangte sie nicht von ihm, dass er solche Spielchen unterlassen und sie davon befreien sollte, oder es selbst zu tun? War sie wirklich schon dermaßen verdorben...? Konnte sie nicht einmal dann, wenn es wirklich wichtig war, konzentriert und bei der Sache bleiben? Es ging hier um ihren Stiefvater und um Corax! Und dennoch...
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Re: Das Anwesen der Faelyns

Beitrag von Erzähler » Freitag 22. November 2024, 13:14

Die Dienerschaft mochte ahnen, dass Azura sich ein Stelldichein geleistet hatte, aber sie zeigten sich als wohl ausgesucht. Denn jede einzelne Dienerin zeigte sich diskret. Sie kicherten nicht, sie tratschen nicht und sie warfen Azura auch keine eindringlichen Blicke zu. Sie erledigten ihre Aufgaben. Tatsächlich durfte Azura fast wie damals zu Hause fühlen, nur dass es deutlich mehr Hände waren, die an ihr werkelten. Das Haus besaß eine dunklere Note, gleichermaßen wie ihr ausladendes Kleid. Alles in allem fühlte es sich aber irgendwie vertraut an. Das Fest war offenbar bereits in vollem Gange, die Gäste würden Dunkelelfen, keine Menschen, sein, letztendlich dürfte sich jedoch nicht viel ändern. So wunderschön wie sie zurechtgemacht wurde, dürfte Azura der Blickfang des Abends sein. Galane würden sie wie üblich umringen, ihr schmeicheln und Häppchen anbieten wollen. Sie würde tanzen und sich in der Aufmerksamkeit suhlen dürfen. Einzig neuer Aspekt wäre, dass man von ihr Verhandlungsgespräche erwartete. Sie hatte sich so gut es ihr möglich war darauf vorbereitet. Sie vergaß über all den Charme einer Festlichkeit hinweg nicht den Kern. Sie wollte ihren Vater Alycide retten, zusammen mit Corax. Sicherlich hatte er Kosral noch nicht erreicht. Selbst zu Pferd dauerte es einige Tage, überhaupt bis an die Grenzen der Stillen Ebene zu gelangen. Vielleicht machte ihr Rabe eine Pause im Fischerdorf. Sie müsste wohl geduldig sein. Jegliche Nachricht aus Kosral, die sie interessieren könnte, träfe wohl frühestens in einer Woche ein. Bis dahin musste sie sich und ihre Sorgen ablenken.
Glücklicherweise existierte Emmyth und zu ihrer Freude besaß er Fähigkeiten, die ihre Gedanken vollkommen abschweifen lassen konnten. Und schon war er auch wieder bei ihr, ehe ihre Sorge um seinen Bruder noch wachsen könnte. Aber Azura hatte ihn schließlich mit einem Hinweis zu sich beordert. Er sah erneut verboten gut aus, hatte sich wohl auch noch einmal etwas frisch gemacht, aber - wie sie wenig später erfuhr - auch bereits Gäste in Empfang genommen. Dafür, dass er angeblich ungern die Zwänge des adligen Lebens auf sich laden ließ, bewegte er sich sehr fließend darin wie ein Fisch im Wasser. Aber nur weil man etwas beherrschte, bedeutete es nicht, dass man es auch mochte. Manche Aufgaben mussten eben erledigt werden. Azura wusste das jetzt. Denn sie wollte sich nur ungern in Handlungsgespräche mit Dunkelelfen verwickeln lassen. Wer außer ihr sollte es jedoch tun? Sie konnte von Glück sprechen, dass ihre Mutter ihr zur Seite stünde und Emmyth ebenfalls ein Auge auf sie hatte. Oh und wie er sie betrachtete! Sein rubinroter Blick zog ihr gedanklich bereits wieder das Kleid aus. Sie konnte sehen, wie er sich zusammenriss, schluckte und tief durchatmete. Wäre sein Fleisch so willig wie sein Geist, würden sie sich wohl schon wieder in wilder Leidenschaft herausfordern, bis einer den anderen übertrumpfte. Es wäre ein erotisches Hin und Her. Im Grunde aber war es gut, dass er sich dem gerade aus rein körperlichen Gründen nicht zuwenden konnte. Das überteure Ballkleid sollte nicht ruiniert werden. Es war trotz seiner Düsternis wunderschön und vollkommen ausgestattet wirkte Azura wirklich wie eine dunkle Feenkönigin mit einem Hauch an Wassermagie. Emmyth versteckte ihre Talente nicht. Er umschmeichelte sie, baute sie unauffällig in alles ein und brachte sie auf diese Weise zur Wirkung. Ebenso wie Azuras Haar- und Augenfarbe aus dem Kleid selbst hervorstach. Sie war bildhübsch!
Auch der jüngere Faelyn konnte dem nicht widerstehen. Plötzlich kniete er vor ihr. Was hatte er vor?! Azura verschlug es für einen Moment den Atem. Sie vergaß glatt ihre Überlegungen, mit welchem Gast man zuerst ein Gespräch anfangen sollte. Azura tendierte zur Familie Faldortreu, weil sie Offizierssöhne in Kosral stationiert hielt, sowie Lady Jezebel. Sie schien Einfluss zu haben und könnte möglicherweise einige Strippen ziehen. Das wäre noch vorteilhafter, wenn Alycides Befreiung nicht auf seine Tochter zurückzuführen wäre, außer durch ein Gespräch zwischen zwei Frauen bei Festlichkeiten. Aber Frauen tratschen doch immer miteinander, das galt sowohl für die Waschweiber der Bürger als auch deren Adlige. Sie würde lediglich Jezebeles Verschwiegenheit einkaufen müssen. Hierbei wäre es nur noch wichtig zu erfahren, welche Bedingungen die Dunkelelfe stellte, aber das könnte Azura jetzt noch nicht sagen. Spekulationen brachten sie nicht weiter. Sie musste auf das Fest und ... reden, verhandeln!
Emmyth aber ließ sie nicht so schnell ziehen. Sein Speer bräuchte noch einige Erholung. Das hielt ihn aber nicht davon ab, Azuras Schoß zu beanspruchen. Statt ihr einen Ring samt Antrag zu stellen, kroch der Elf unter ihr Kleid und führte etwas in sie ein, das jede ihrer empfindlichen Stellen zu reizen wusste. Etwas streichelte ihre sanfte Haut, schob sich dazwischen und bewegte sich mit ihr, wann immer sie einen Schritt tun würde. Es kitzelte sie flatterhaft, dass ihre Selbstbeherrschung herausgefordert wurde. Und nicht zuletzt rieb ein Teil davon unentwegt über den kleinen Knopf, der sie vor den versammelten Adeligen im schlimmsten Fall ihre Fassung verlieren lassen könnte.
Mit einem Grinsen, das Corax' Gesichtszügen entsprungen sein könnte, tauchte der Dunkelelf wieder unter ihrem Kleid hervor. So kniete er noch vor ihr, die Augen funkelten. Er feixte: "Beklagst du dich immer noch wegen der ... Lage von vorhin, in die ich dich gebracht habe?" Dann erhob er sich und in Azuras Schoß schien ebenfalls etwas wie lebendig zu werden. Oh, jede noch so kleine Regung reizte sie und es fühlte sich gut an! Emmyth schaute sie wissend und sehr selbstzufrieden an. Er hob einen Finger. "Jetzt bring ich dich in eine verzwickte Lage und ich werde den ganzen Abend genießen, dich so zu sehen." Dann aber neigte er sich bis zu ihrem Ohr. "Wenn du diese Prüfung bestehst, werde ich dich auf eine Weise belohnen, dass man dich eine Woche lang auf einer Sänfte durch Andunie tragen muss, weil dir die Knie noch immer weich sein werden. Notfalls lasse ich Lustsklaven kommen, sollte mein Körper mir nicht gehorchen ... nur um dich zu befriedigen, meine Feenkönigin." Seine Worte kamen leicht heiser, mit knappen Unterbrechungen, in denen Emmyth ihr seinen heißen Atem gegen das Ohr hauchte. Er war erregt und die Prüfung galt nicht nur Azura allein. Auch er würde sich beherrschen müssen, nicht vor allen über sie herzufallen. Es war gemein, es war eine bittersüße Folter, aber sie galt ihnen beiden. Eine Spielerei, mit der er alles interessanter werden ließ.
"Meinst du nicht, ich hätte meine eigenen Methoden, um dich in den Wahnsinn zu treiben?" Ihre Stimme versetzte ihn in Schaudern. Azura erkannte, wie sich bei ihm eine Gänsehaut bildete vor Wonne. Emmyt kämpfte wirklich. Er musste sich nun sogar auf beiden Armlehnen abstützen, um überhaupt antworten zu können. Trotzdem entkam ihm zunächst ein halb gewimmertes Stöhnen, ehe er erwiderte: "Das tust du doch bereits mit jedem Augenaufschlag in meine Richtung." Er schaute ihr tief in die Augen, unterdrückte nur bedingt beherrscht seine erregte Atmung. "Du bist so wunderschön. Wie soll ich mich da zurückhalten, Bruder?", murmelte er fast bedauernd, weil er Azura eben nicht Corax allein überlassen konnte. Emmyth neigte sich vor. Er konnte nicht anders. Er würde das Fest nicht überstehen, wenn er sich jetzt zurückhielt. Aber er erlaubte sich lediglich einen hauchzarten Kuss zu stehlen, um Azuras Lippenschminke nicht zu verunstalten. Aber er berührte sie. Er strich an ihrer Schulter entlang, wanderte ihren Arm hinab, bis seine Hand auf ihrer lag. "Vollkommen wahnsinnig..."
"Du spielst mit unfairen Mitteln! Was sollen die Gäste von mir halten, wenn ich ständig danach rieche, was du so gerne hervorrufst?"
"Du riechst nicht", entgegnete er, als hätte Azura ihn gerade beleidigt. "Du duftest", korrigierte er und schloss kurz die Augen vor Verzückung. Er atmete tief ein. Er sog diesen Duft auf und atmete aus, als hätte er das Aroma der Götter selbst genießen dürfen. "Feen verströmen immer einen betörenden Duft, der benommen macht. Niemand wird sich darüber empören, wenn du sie mit allem lockst, was Männer hart und Frauen eifersüchtig werden lässt. Ohja, du duftest wundervoll!" Schon stöhnte er laut und ungeniert auf, als Azura sehr bewusst über seinen Schritt strich, es aber zufällig aussehen lassen wollte. Emmyth war es einerlei. Er drückte sich gegen ihre Hand. Noch könnten sie sich nicht mit dem Vergnügen, was die Hose jetzt verbarg. Sein Körper benötigte Pausen, um die Säfte wieder fließen lassen zu können. Aber Lust fand auch im Kopf statt und in dem verbreitete Azura mit ihrer bloßen Existenz offenbar gerade Chaos. "Ich leide! Du bist kein minderer Schuft als ich", winselte er.
Azura erhob sich hingegen endlich und wagte ein paar Schritte. Sie wollte austesten, wie gut es sich mit Emmyths Spielzeug in ihrem Schoß gehen ließ. Sie spürte, dass etwas sie verwöhnte, sich an ihr rieb und scheinbar streichelte. Aber im Moment kitzelte es nicht, reizte sie nicht allzu stark. Es schien fast so, als achtete dieses kleine Geschenk darauf, es nicht zu übertreiben. Aber es war angenehm und lenkte durchaus ein wenig ab, weil der Fokus immer wieder zu ihrem Zentrum rutschte.
"Wir sollten los", schlug Emmyth vor, auch um an seine eigene Beherrschung zu appellieren. "Dass du zu spät erscheinst, ist beabsichtigt, aber wir sollten deine Mutter nicht länger den dunklen Löwen aussetzen. Sie verteidigt unser beider Ehre gerade ... aber sie ist darin unglaublich geschickt", lobt er offen mit einem Grinsen. Nicht nur Azura van Ikari hatte ihn beeindruckt.

Wenig später stand Azura hinter einem Vorhang, der den Türbogen zum Garten hinaus verdeckte. Schwerer, dunkler Samt verhinderte, dass ihr die abendliche Brise vom Meer entgegen wehte. Es war eben noch nicht Hochzeit der Abendsonne. Die Temperaturen konnten gerade in den Abendstunden immer noch ein wenig absinken. Trotzdem schien sich niemand daran zu stören. Azura konnte jenseits des Vorhangs Tuscheln, leises Kichern und Geschwätz hören. Die Gäste unterhielten sich angeregt. Hin und wieder vernahm sie sogar die Stimme ihrer Mutter, auch wenn sie nicht einmal einzelne Wortfetzen aus dem Gehörten bilden konnte. Aber dem Klang nach wirkte auch Aquila gut gelaunt. Musik begleitete das Treiben, zusammen mit dem sanften Zirpen von Grillen. Noch durfte sie selbst nicht daran teilhaben.
Emmyth hatte Azura beordert, hier zu warten, bis man ihr Erschienen ankündigte. Er selbst befand sich längst auf dem Fest, schon allein, um den Schein zu wahren, dass sie bis vor Minuten nicht noch am liebsten ein zweites Stelldichein betrieben hätten. Wenn sein Körper dazu in der Lage gewesen wäre, hätte er die Gäste warten lassen. Dann hätte er Azura genommen, immer und immer wieder, so wie er es ihr verkündet hatte. Der Elf schien ihr vollkommen verfallen. Sie trieb ihn wahrlich in den Wahnsinn. Jetzt aber mussten sowohl er als auch sie sich zusammenreißen. Azura fiel das besonders schwer, denn das Spielzeug zwischen ihren Schenkeln bescherte ihr bei jeder Bewegung zumindest ein zärtliches Streicheln ihrer Innenwände. Hoffentlich hinterließ sie beim Gehen keine glänzende Spur am Boden. Man würde sie noch für eine Schnecke halten!
Plötzlich hämmerte es drei Mal laut jenseits des Vorhangs, aber nahe genug, dass das Geräusch direkt von vor ihr kommen musste. Die Musik verstummte und auch die Geräuschkulisse sich unterhaltender Gäste stellte sich ein. Azura hörte ein Räuspern, dann erneut das Hämmern als würde Metall auf Stein geschlagen.
"Verehrte Gäste!" Die Stimme kam ihr nicht bekannt vor. Sie besaß allerdings die Reife eines älteren Herren, der wohl mit Worten umzugehen wusste. "Ich verkündete das Folgende im Celcianischen, um unseren nicht morgerianischen Gästen Respekt zu zollen ... oder es ihnen einfach zu gestalten, bis sie unsere noble Sprach erlernt haben." Heiteres Auflachen, zwei Mal wurde geklatscht. Dann ertönte wieder das Hämmern und gemahnte alle zur Ruhe. "Je später der Abend, desto schöner die Gäste! Von daher verspätet sich die nun angekündigte Person genau richtig. Ich bitte nun alle, ihr Augenmerk auf den Vorhang zu richten und die heutige Gastgeberin zu begrüßen, zu ehren und im Staunen eurer Ehrerbietung zu baden. Nichts Geringeres hat sie verdient. Bitte, empfangt in all ihrer Erhabenheit, ihre majestätische Hoheit, Königin Azura van Ikari aus den dunklen Feenreichen!"
Der Vorhang wurde von zwei Dienern aufgezogen. Der Herold trat mit seinem Stab, an dessen unterem Ende eine Metallkugel angebracht worden war, beiseite. Kerzenlicht von vielen kleinen Lampions blendete Azura zunächst. Dann konnte sie durch den Torbogen treten und sich präsentieren. Ihr blickten jenseits einiger Stufen, die zum Garten führten, zahlreiche Dunkelelfen entgegen. Männer, Frauen, allesamt in feine Abendkleidung gehüllt. Kein Ballkleid aber konnte es mit dem aufnehmen, was sie trug. Entsprechend geweitet vor Staunen waren zahlreiche Augen. Azura wurde gemustert, betrachtet und sie konnte hier und dort durchaus das gewohnte Begehren in so manchem Augenpaar auffunkeln sehen. Niemand empörte sich darüber, dass hier eine Menschenfrau auf ihrem dunklen Fest empfangen wurde. Niemand hielt sie für einen Menschen. Emmyth hatte ganze Arbeit geleistet. Man verneigte sich vor ihr, während sie die Stufen nahm, vor ihr, der Feenkönigin van Ikari.
Am Fuß der Treppe wartete der junge Faelyn und bot ihr einen Arm an, sobald sie ihn erreichte. Auch er neigte höfisch den Kopf vor ihr, grüßte sie mit einem sanften "Eure königliche Hoheit" und geleitete sie dann zu einem mit Blumenkübeln abgesteckten Bereich, dessen Gartenplatten hell im Licht der Lampions schimmerten. Auf der nahen Bühne warteten die Musiker auf ihren Einsatz. "Man erwartet, dass wir das Fest nun offiziell mit einem Tanz eröffnen", raunte Emmyth ihr leise zu. Bei andunischen Bällen war es nicht anders, aber er konnte nicht davon ausgehen, dass sich die Gegebenheiten Andunies mit denen Morgerias abglichen. Emmyth begab sich in führende Pose, legte Azura eine Hand an die Hüfte und betrachtete sie. "Ich will dich", säuselte er sehnsüchtig. Dann setzte die Musik ein. Ein andunischer Walzer wurde gespielt. Azura kannte die Schritte vermutlich besser als er. Dennoch musste Emmyth führen. So bewegte er seine Feenkönigin über das steinerne Parkett, ließ sie ein wenig wirbeln und tänzeln, bis der Etikette genug gewürdigt worden war. Anschließend gesellten sich weitere Tanzpaare zu ihnen hinzu. Azuras Mutter saß am Rand der Tanzfläche, ein Glas Wein in den Fingern. Sie beobachtete, wurde hin und wieder ab von dunkelelfischen Gästen angesprochen, mit denen sie plänkelte.
"Gleich muss ich dich weiterreichen", meinte Emmyth mit Bedauern. "Faldortreu oder Lady de Vrinn?" Sie hatte die Wahl. Dass Emmyth sie aber auch in Damenhände geben würde, unterschied sich von Andunies Traidtionen. Dort tanzten Frauen normalerweise nicht miteinander. Sie konnte sich entscheiden, ob sie dieses Neue ausprobieren wollte oder sich liebe in die starken Hände eines fast schon väterlich aussehenden Dunkelelfen begab, dessen ergrautes Haar kunstvoll zu einem Wellenmuster frisiert worden war, damit sein Hut in Schiffsform daraum segeln konnte. An jedem anderen hätte es albern ausgesehen, aber seine ernste Miene strahlte bereits aus, dass er das kleinste Kichern mit dem Tod strafen würde.
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Re: Das Anwesen der Faelyns

Beitrag von Azura » Montag 2. Dezember 2024, 14:55

Es tat ihr gut, wie gut erzogen die Dienerinnen wirkten, als sie ihr bei der Katzenwäsche halfen, denn es war für sie schon peinlich genug. Trotzdem kam ihr durchaus der Gedanke in den Sinn, wie groß und intensiv das Getuschel im Nachhinein wohl werden würde, sobald die Dienste dieser Frauen nicht mehr benötigt werden würden. Vor allem, weil sie ja als Gefährtin von Corax galt und dieser heute noch nicht im Anwesen zwangsläufig gesehen worden sein konnte.
Ob jemand schon beobachtet hatte, dass sie und Emmyth sich ebenfalls viel zu nahe standen? Welche Schlüsse daraus gezogen werden würden? Wie würde das ihren Ruf beeinflussen und wann würde es nach außen dringen? Schlimmer noch, bis zum Hausherren hoch, der schließlich ausreichend Macht als Patriarch hätte, um ihr die Verbindung zu seinen Söhnen zu zerstören? Gedanken, die sie noch gründlicher würde wälzen müssen. Später, wenn sie angezogen wäre und dieses Fest hinter sich gebracht hätte, erfolgreich, wie sie hoffte.
Letzten Endes kam sie in ein Ankleidezimmer und wurde in jene Feenkönigin verwandelt, die der jüngere Spross der Faelyns in ihr die ganze Zeit über sah. Wobei besagter Spross auch sich brav blicken ließ, um ihr jene Informationen zu geben, um die sie in seiner Hörweite gebeten hatte.
Seine Blicke währenddessen waren intensiv und sie glaubte beinahe, sie wie seine inzwischen kundigen Finger über ihre Haut krabbeln zu fühlen, um die tiefsten Winkel ihres Leibes zu erkunden und zu reizen, um sie zu erneuter Ekstase zu treiben. Oh, auch ihr wäre es viel lieber, wenn sie ausgiebig Zeit und Gelegenheit dafür hätten, anstatt dass sie sich unter die Menge an Dunkelelfen mischen und verhandeln müsste wie eine wahre Händlerin! Doch das war nicht möglich. Außerdem wollte sie ihn mit seinen unerwiderten Blicken auch ein wenig für jene Peinlichkeit bestrafen, in die er sie vorhin gebracht hatte.
So tat sie ihr Bestes, um bei der Sache zu bleiben und sich auf das Fest einzustellen. Wie er sie wohl vorstellen würde? Wie würden die noblen, dunklen Gäste auf sie, die Andunierin, reagieren? Wären sie aufgeschlossen gegenüber anderen Rassen genug, um ihr überhaupt zuhören zu wollen?
Als sie mehr oder weniger fertig war, war es dennoch Emmyth, der das Ende bestimmte, etwas, das ihr ebenfalls nicht gefiel. Bislang war sie zumindest Herrin ihres Aussehens gewesen und hatte selbst gesagt, wann es reichte. Ihr ein Kleid, ganz gleich wie traumhaft es war, zu schenken und sie darin sehen zu wollen, war das eine. Allerdings auch noch ihre Aufmachung zu beherrschen, unabhängig davon wie es ihr gefiel, war da etwas vollkommen anderes.
Erneut hatte sie einigen Grund, um ihm zu grollen, da befand er sich schon auf Knien vor ihr und ließ sie einen Moment lang alles andere als diesen Anblick vergessen. Doch es kam noch verwirrender und fieser für sie, als er ungeniert unter ihre Röcke kroch. Schon einmal hatte er das getan, auf der Plantage, und sie erinnerte sich daran, was er damals dort vorgehabt hatte. Und vor allem ihr Körper erinnerte sich daran und reagierte bereits, noch bevor er sie überhaupt berührt hatte.
Aber anstatt seiner Zunge bekam sie etwas völlig anderes zu spüren, das sie irritierte und zugleich erregte, obwohl es im Moment vollkommen fehl am Platze war. Als er mit einem frechen Grinsen wieder auftauchte, wirkte er seinem älteren Bruder umso ähnlicher, sodass es ihren Herzschlag noch mehr beschleunigte. Es machte ihr jedoch auch etwas einfacher, ihren Groll wieder zu finden und sich mit ihm anzulegen. Wobei sie das Gefühl hatte, er wäre sich absolut keiner Schuld bewusst.
Bei seinem Feixen schnaubte sie leise. "Ja, das tue ich!", bestätigte sie schmollend und deutete ein Kopfschütteln an, als wäre ihr die Erkenntnis gekommen, dass ein Streit sich jetzt nicht lohnen würde. Stattdessen rührte sie sich im Sitzen ein wenig und musste austesten, wie sie sich am besten bewegen konnte, ohne sich sofort zu verraten. Es wäre sicherlich ein Leichtes gewesen, das Spielzeug aus ihrem Körper zu entfernen und darauf zu bestehen, dass er solcherlei Dinge zu unterlassen hatte. Vor allem in Anbetracht der Wichtigkeit dieses Abends! Nur... obwohl sie es niemals zugeben würde, gefiel es ihr irgendwie auch, dieses Verbotene zu tun und am Rande des Abgrunds der Verruchtheit zu tänzeln.
Ihr Herz pochte wie wild und hallte wie ein Echo in ihrem Schoß wider. Dennoch fühlte es sich so an, als wäre machbar, was er von ihr verlangte, und sie wollte ihm beweisen, dass sie seine Herausforderungen anzunehmen gedachte.
Bei seinen Worten indes warf sie ihm einen betont kühlen Blick zu. "Oh, warte nur auf meine Antwort. Denn diese werde ich in vollen Zügen genießen!", raunte sie ihm mit verruchtem Timbre zu, während sie einen behutsamen Schritt wagte. Allmählich gewöhnte sie sich soweit an dieses Gefühl, dass sie glauben konnte, sie könne es schaffen.
In diesem Moment beugte er sich nahe zu ihrem Ohr, sodass sein warmer Atem sie zum wohligen Erschauern brachte. Seine Worte brachten ihre Wangen zum Glühen. Als er jedoch die Lustsklaven erwähnte, ruckte ihr Kopf herum und sie fixierte ihn mit einem Hauch Wut. "Diesen Gedanken kannst du absolut vergessen! Ich entscheide immer noch, wer sich mit mir vergnügen darf und ich werde keine anderen dulden!", zischte sie warnend.
Dann schloss sie die Augen und atmete tief durch, um sich wieder zu beruhigen, denn sie wusste, dass sie sich baldestmöglichst den Festgästen stellen müsste. Als sie sich gefasst zu haben glaubte, sah sie ihn wieder an, dieses Mal herausfordernder und mit leicht erhobenem Kinn. "Außerdem solltest du keine solchen Versprechungen machen, wenn du lediglich mit einem Teil deines Körpers in der Lage dazu bist, mich zu beglücken.", setzte sie, fast schon versöhnlich zu nennen, hinzu.
Um daraufhin fortzufahren und das Thema in eine entspanntere Richtung zu locken. Sie konnte erkennen, wie er wohlig erschauerte, was ihr wiederum ein Schmunzeln entlockte. Er musste sich sogar abstützen und bei seinem intensiven Blick, der folgte, musste sie sich auf die Zunge beißen, um nicht aufzuseufzen und in seine Arme zu sinken. Oh nein, so leicht würde sie es ihm nicht machen!
Viel lieber wollte sie sich auf seine Erwiderung konzentrieren. "Ich? Ich mache doch gar nichts!", säuselte sie und schenkte ihm einen vermeintlich unschuldigen Augenaufschlag, der vermutlich nur dann glaubhaft gewesen wäre, wenn sie sich zeitgleich nicht scheinbar unbewusst auf die Unterlippe biss.
Daraufhin murmelte er allerdings etwas, das die Spannung von ihrer Seite aus etwas verblassen ließ. "Was...?", hauchte sie und die Frage schoss in ihr hoch, was er nun wieder vorhaben könnte, wovor sie sie beide bewahren müsste, um Corax nicht noch mehr zu hintergehen, als sie es ohnehin mit den Küssen zuvor schon getan hatten.
Da beugte er sich schon zu ihr und erneut knisterte die Luft regelrecht zwischen ihnen. Ihre Lippen öffneten sich wie von selbst, ihr Atem floss leise hörbar darüber. Es war wie ein Hauch, wie ein Versprechen auf mehr, den er ihr schenkte und der ihr die Knie viel weicher werden ließ als sein vermaledeites Spielzeug in ihrem Schoß.
Daraufhin strich er über ihre Schulter hinab bis zu ihrer Hand, auf der er seine warm liegen ließ. Fragend sah sie zu ihm auf und brauchte einen Moment, ehe sie die Stimmung zwischen ihnen durchbrach, weil es ihr zu... gefährlich wurde. Seine Entgegnung sorgte dafür, dass sich ihre Augenbrauen leicht anhoben, bevor sie sich bei seinem Fortfahren wieder senkten und sich ihr ein weiteres Lächeln auf die Lippen legte.
"Normalerweise sollte Parfum dafür reichen!", beschwerte sie sich spöttisch und ließ es sich nicht nehmen, ihn scheinbar wie zufällig im Schritt zu berühren. Seine Reaktion fiel genau so aus, wie sie es hatte erreichen wollen, sodass es in ihren Augen zufrieden aufblitzte. Er mochte sich jetzt nicht auf sie stürzen können, doch sie konnte ihn trotzdem quälen, so, wie er es mit ihr tat.
Als sie sich erhoben und ausgereizt hatte, wie es sich zwischen ihren Beinen anfühlte, wandte sie sich noch einmal Emmyth zu. Dieses Mal legte sie ihre Hand ganz ungeniert flach auf seine Hose über seine Männlichkeit und beließ sie reglos dort, während sie ihm sehr nahe kam, sich sogar streckte, um ihm noch näher zu kommen. "Oh, du hast ja gar keine Ahnung! Du wirst leiden, glaube mir, so sehr, dass du mich um alles anbetteln wirst, was ich von dir verlange! Ich werde dich spüren lassen, was sich gut anfühlt, immer und immer wieder, und jedes Mal, bevor du dich ergießen kannst..." Sie senkte ihren Blick in Richtung ihrer Hand und ließ flüchtig ihre Zungenspitze erscheinen, ehe sie erneut in sein Gesicht schaute. "... werde ich aufhören!", keuchte sie und packte einmal fest zu.
Dann ließ sie ihn los und trat einige Schritte zurück, damit er sie nicht sofort schnappen könnte, sofern sie schnell genug dafür wäre. Was sie erschauern ließ, denn dadurch rieb es intensiver in ihrem Körper und ihren Atem beschleunigte. Zugleich erinnerte es sie daran, dass sie noch eine Frage hatte, die sie in diesem Raum stellen wollte, bevor sie ihn verlassen und sich anderen zeigen konnten. "Woher hast du überhaupt solches... Spielzeug? Ich dachte, du warst unberührt?", fragte sie ihn betont neckend und mit bewusster Leichtigkeit, um sich selbst wieder zu beruhigen.
Es schien zu wirken, denn auch ihr Gegenüber mahnte zum Aufbruch. Wobei er sie an ihre Mutter erinnerte, sodass das schlechte Gewissen sich prompt meldete. Genauso, wie ein anderer Gedanke, während sie nickte und sich gemeinsam mit ihm zur Tür wandte. "Ich bin schon neugierig, deine Erklärung zu hören, was ihr am Vormittag besprochen habt, während ich nicht zugegen war.", warf sie ein, als hätte er ihr bereits zugesagt, ihr alles zu erzählen, vor allem davon, was er heimlich eingesteckt hatte.

Der Weg zu ihrem Platz hinter einem Vorhang war ein guter Test dafür, wie sie ihre Beherrschung wahren konnte. Sie konzentrierte sich zuerst ganz auf dieses Gefühl in ihrem Schoß, um sich schließlich bewusst anderen Überlegungen widmen zu können. Azura bemühte sich, sich darauf einzustellen, was ihr bevorstünde und wie sie ihr Ziel erreichen könnte. Tief atmete sie durch, als sie alleine auf ihren Auftritt wartete, und bemühte sich, ihr pochendes Herz zu beruhigen.
Dies hier war kein gewöhnliches Fest, nicht wegen der Gäste und schon gar nicht wegen dem Ziel, das sie damit verfolgte. Angst wollte wieder in ihr hochsteigen, Selbstzweifel, aber ehe sie überhand nehmen konnten, merkte sie, wie sich die Stimmung auf der anderen Seite des Vorhangs veränderte.
Die Spannung stieg und wurde greifbarer, um ihren Höhepunkt zu erreichen, als die Ankündigung ihrer Person begann. Auf der einen Seite fühlte sie sich naturgemäß geschmeichelt darüber, mit wie viel Aufhebens Emmyth ihr Erscheinen geplant hatte. Auf der anderen jedoch erhöhte es den Druck auf sie. Noch einmal atmete sie tief durch, nahm Haltung an und setzte ein feines, huldvolles Lächeln auf, das von ihr bei ihrem Erscheinen erwartet werden würde.
Endlich öffnete sich der Vorhang vor ihr und offenbarte sie der Festgesellschaft. Ein paar Mal musste sie blinzeln, mit einem Mal geblendet von all dem Kerzenlicht, das den Abend erhellte. Als sich ihre Augen soweit an dieses Licht gewöhnt hatten, trat sie ein paar Schritte vor und nickte den verstummten Gästen mit einer kleinen Neigung ihres Kopfs zu. Einen Moment nahm sie sich Zeit, um die Gesellschaft, scheinbar geruhsam, zu mustern.
In Wahrheit suchte sie zwei Personen. Eine davon erwartete sie am Fuße der kurzen Treppe in den Garten hinunter, doch kaum hatte sie ihn entdeckt, wanderten ihre Augen weiter. Hin und wieder hatte sie die Stimme ihrer Mutter vernehmen können, ohne ihre Worte zu verstehen. Nun hielt sie nach ihr Ausschau und war erleichtert, als sie diese unversehrt vorfand.
Schließlich widmete sie sich erneut allen, indem sie mit ihrer weichsten, freundlichen Stimme ein "Guten Abend!" verkündete, leise, aber nicht verhalten, und unaufdringlich, zugleich mit jenem Timbre, von dem sie wusste, dass es am meisten als angemessen wahrgenommen wurde.
Daraufhin griff sie mit spitzen Fingern nach ihren Rock und hob ihn nur soweit an, dass sie das Risiko eines Stolperns minimierte, als sie mit fließenden Bewegungen auf den jungen Faelyn zuschritt, aber dabei höchstens ihre Schuhspitzen aufblitzten. Der Dunkle bot ihr seinen Arm galant an, was sie mit einem huldvollen Nicken annahm. Zwar wusste sie ihre Mimik zu beherrschen, aber in ihren Augen funkelte es amüsiert bei seinen Worten und dem ganzen Tamtam, das er für ihren Auftritt veranstaltet hatte. Ansonsten ließ sie sich wie selbstverstänlich zum Tanzparkett führen.
Erst, als er ihr nun zuraunte, was von ihnen erwartet werden würde, zuckte ein Schmunzeln über ihre Lippen. "Solange du mir nicht auf die Füße trittst!", warnte sie ihn kaum hörbar und nahm ebenfalls Haltung an. "Geduld ist eine Tugend.", erwiderte sie beinahe etwas schadenfroh auf sein gesäuseltes Geständnis, um zu überspielen, dass es ihr kaum anders erging. Sein Spielzeug war eine wahre Folter!
Die Musik hatte sie ausgewählt und als jenes Stück gespielt wurde, dass tatsächlich ihrer Bestimmung entsprang, atmete sie innerlich erleichtert aus, weil es ihr zeigte, dass er nicht alles überstimmte, was sie gewohnt war zu entscheiden. Gekonnt folgte sie seiner Führung und merkte, dass er hin und wieder zu stocken schien, als müsse er überlegen, wie es weiter gehen würde. Solche Momente kannte sie und hatte gelernt, wie sie in diesen Fällen geschickt und für Beobachter unbemerkt zu lenken hatte, um den Tanz zu einem Erfolg führen zu können. Wobei sie im Augenwinkel auszumachen versuchte, ob und wie ihr Partner darauf reagierte.
Sobald dies nonverbal geklärt wäre und auch andere Paare zu tanzen begannen, suchte sie ein weiteres Mal nach Aquila. Diese saß in der Nähe und nichts war ihr davon anzumerken, dass sie sich unwohl fühlen könnte. Andererseits wurde sie auch nicht unverhältnismäßig bedrängt und das war es, was Azura am meisten erleichterte.
Emmyths Stimme holte sie zurück und sorgte dafür, dass sie ihn ansah. Ihre Lippen kräuselten sich fein und in ihren Augen blitzte es belustigt auf. "Du klingst fast so, als wärest du eifersüchtig.", wisperte sie.
Um im nächsten Moment minimal zusammen zu zucken. Deutlich stand die Überraschung in ihrem Blick, als er ihr eine ungewöhnliche Entscheidung ermöglichte. Kurz überlegte sie, dann hatte sie ihre Wahl getroffen. Mit einem verschmitzten Zug um die Lippen erwiderte sie:"Ich habe noch nie mit einer Dame getanzt."
Daran wollte sie nun etwas ändern, sodass sie bereits ihren Blick nach besagtem Ballgast in die Runde schweifen ließ. Außerdem konnte sie sich gut vorstellen, dass ein Plaudern mit einer Dame unauffälliger wäre und ihr zugleich auch Informationen zu dem Herren Faldortreu einbringen könnte. Allein seine Kopfbedeckung war schließlich schon Grund genug, um über ihn zu sprechen!
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Re: Das Anwesen der Faelyns

Beitrag von Erzähler » Freitag 6. Dezember 2024, 12:02

Sie hatte sich zurückgehalten, um keinen erneuten Streit zu provozieren. Aber sie hatte geschmollt, damit Emmyth auch nicht komplett mit seinen Spielereien davonkam. Gern hätte sie ihm eine Predigt gehalten, was sie davon hielt, dass er sie mit seinem Spielzeug einfach vor Herausforderungen stellte, die angesichts der Situation nicht angebracht waren. Andererseits umschmeichelte, was immer sich dort unten befand, ihren Körper so intensiv, dass sie es plötzlich gar nicht missen wollte. Etwas streichelte, kitzelte rhythmisch und sorgte dafür, dass ihre Quelle wohl den ganzen Abend nicht austrocknen würde. Es war mit keiner anderen Art der Liebkosung zu vergleichen. Nicht einmal Corax, der doch so erfahren war, konnte ihr Wonnen in dieser Form bereiten. Und wenn sie die bittersüße Tortur heil überstand, würde sein Bruder sich ihr ebenfalls noch einmal intensiv widmen. Nicht nur er! Emmyth versprach ihr sogar andere Männer - Lustsklaven - nur damit sie nicht mehr aus ihrer Ekstase herausfände.
"Diesen Gedanken kannst du absolut vergessen! Ich entscheide immer noch, wer sich mit mir vergnügen darf und ich werde keine anderen dulden!" Es war eine Warnung. Azura zischte sie sogar. Dennoch fiel die Reaktion des Dunkelelfen wohl anders aus als sie erwartete. Seine Augen weiteten sich vor Überraschung, ehe sich ein geradezu warmer Unterton in seine Züge stahl. Corax schaute sie oft so an, nur etwas intensiver. Emmyth lächelte. "Das weiß ich zu schätzen", sagte er und überraschte sie später wohl erneut mit einer Antwort. Als Azura sich nämlich erkundigte, woher er seine Spielzeuge ob seiner erwähnten Unberührtheit bezog, grinste er schief auf. "Ich sagte doch nun schon oft genug, was mich fasziniert." Damit war dieses Zwischenspiel der beiden vorerst vorüber. Denn Azura fand sich kaum einen gefühlten Wimpernschlag später hinter einem Vorhang stehend wieder. Emmyth ließ ihr Eintreffen ankündigen. Dann wurde der Vorhang gelüftet und zahlreiche Blicke lagen auf ihr. Sie selbst ließ den ihren schweifen, suchte nach dem Bruder des Schufts, der nicht minder diese Eigenschaften geerbt hatte. Dann suchte sie nach ihrer Mutter. Aquila van Ikari war anwesend und es schien ihr gut zu gehen. Beide Frauen beäugten sich knapp, ohne dass die Ältere Signale schickte, Hilfe zu benötigen. Sie würde Azura noch eine Stütze sein, allein weil sie hier war.
Dadurch beruhigt konnte Azura auf jegliche Erfahrung zurückgreifen, die sie bei all den vielen Bällen hatte sammeln können, um Galane und Publikum zu begeistern. Sie wusste nicht nur, was die Etikette an Worten verlangte, sondern auch, welche Tonlage zumindest bei den Anduniern immer gut angekommen war. Schon schwebte sie die Stufen hinab, wurde zu Emmyth geführt und nahm den angebotenen Arm an. Der Gastgeber brachte sie zum aufgebauten Parkett, wo er wenig später mit ihr den Tanz eröffnete. Er führte, aber Azura spürte seine Unsicherheit, die er zu kaschieren versuchte. Er war wirklich nicht der beste Tänzer. Wenigstens tappte er ihr nicht auf die Füße und sie konnte sein Zögern bei einem Schrittwechsel gezielt überdecken, indem sie von ihm ablenkte und stattdessen sich selbst in den Mittelpunkt schob. Ohnehin waren dennoch alle Augen auf sie gerichtet, diese geheimnisvolle Feenkönigin, deren Flügelchen bei jeder Bewegung erzitterten. Doch nicht nur das libellenartige Rückenaccessoire bewegte sich reizend. Der Tanz war nicht leicht mit Emmyth erbrachtem Geschenk. Es bewegte sich in ihr, rieb und streichelte und kitzelte sie. Es stimulierte sie, dass sie wohl lieber die Bewegung der Beine mit denen ihres Beckens getauscht und Emmyths Gewicht auf sich gespürt hätte. Er grinste ihr nur mit seinem Blick entgegen. Oh, er genuss ihr Leiden wirklich! Vermutlich litt er aber nicht minder, denn ihr Anblick musste ihn einfach nur erregen. Im Tanz aber konnte sie schwer mal einen prüfenden Blick oder gar Griff ausnutzen, um ihre Annahme zu bestätigen. Vor allem jetzt, da sich weitere Paare auf die Tanzfläche wagten, wurde es gefährlicher. Sie waren nahe, obgleich man natürlich Abstand hielt, damit Azura die Weite ihres zauberhaften Kleides volle Wirkung zeigen lassen konnte. Aber bald würde Emmyth sie weiterreichen müssen. Dabei drückte er durchaus sein Bedauern aus.
"Du klingst fast so, als wärest du eifersüchtig", flüsterte Azura ihm zu und ... Emmyth nickte. "Bin ich", sagte er, zog sie im nächsten Reigen so dicht an sie heran, dass das Geheimnisvolle in ihrem Schoß tief in ihr Innerstes rutschte und dort irgendwie zu zappeln begann, als wollte es ihr sofort einen Höhepunkt abringen. "Ich will dich nur für mich", raunte Emmyth ihr zu. Fast wäre es zu einem Kuss gekommen. Aquila van Ikari hatte es von ihrem Platz aus gut im Blick. Die Tanzenden bemerkten es weniger, obwohl sie den beiden so nahe waren. Sie konzentrierten sich auf die Schritte und schauten erst, als es wirklich an der Zeit war, die Partner zu tauschen.
Emmyth bot Azura zwei Möglichkeiten an. Zum einen wäre da das Oberhaupt derer vom Hause Faldortreu, dessen Haupt sich wahrlich über alle anderen abhob. Seine zu Wellen geformten Haare, auf denen der schiffartige Hut thronte, waren ein beeindruckendes Kunstwerk. Damit stahl er Azura beinahe die Schau! Vielleicht entschied sie sich deshalb für Lady de Vrinn. Aber sie war auch neugierig. "Ich habe noch nie mit einer Dame getanzt."
"Wirklich nicht?" Emmyth zeigte sich offen überrascht. In Morgeria schien es wirklich keine große Sache zu sein. Das war anders als in Andunie. Die dunkelelfischen Frauen besaßen auf jener Ebene eindeutig mehr Macht. Sie durften nicht nur miteinander tanzen, sie hatten auch hohe Positionen inne, die nicht durch einen Mann vertreten wurden. "Dann Lady Jezebel. Verzaubere sie, meine Königin", gab Emmyth ihr mit auf den Weg, ehe er Azura einen letzten Reigen tanzen ließ und sie dann von seiner Hand löste. Sie brauchte den Arm nur ausgestreckt halten, dass Lady Jezebel sie ergreifen konnte. Das tat die Dunkelelfe und Azura fand sich sofort in ihre Ehrfurcht gebietenden Aura wieder. Lady Jezebel de Vrinn war ... keine junge Elfe mehr. Sie war auch keine alte Vettel, aber im Vergleich ließ sie sich wohl einen Deut jünger schätzen als Azuras eigene Mutter. Nicht in Jahren, denn Elfen alterten anders, aber sie strahle eine ähnliche Reife aus und winzige Fältchen um ihre Augen kündeten davon, dass sie Weisheit mit sich trug. Ihr Blick, ein charmantes Violett, ließ sich wieder nur mit dem Vergleich zu Edelsteinen gut beschreiben. Wo Corax und Emmyth Rubine trugen, da zierte diese Elfe sich mit Amethysten. Der sanfte Blauschimmer auf ihrer Haut, schmeichelte diesen Augen und ihr seidig schwarzes Haar rahmte den Blick ein. Jezebel hatte sich nicht pompös frisieren lassen. Sie trug ihre nachtfarbene Mähne elegant offen und hatte sich nur einige der Strähnen um ihre Ohren verdrillen lassen, so dass nun kleine Locken vor ihren Spitzohren hüpften. Aber ein Reigen aus Pailletten klebte auf ihrer Haut, glitzerte violett und silbern auf ihrer Stirn, wo an einem Silberkettchen zentral ein schwarzer Mond zwischen ihre fein geschwungenen Brauen hing. Ihre dichten, dunklen Wimpern hoben sich. Jezebel nutzte die ersten, langsamen Tanzschritte, um sich Azura ausgiebig zu betrachten.
"Versteht Ihr Lerium, Feenkönigin?" Sie schmunzelte, als sie Azuras Ausdruck bemerkte. "Ich schätze nicht." Ihr Celcianisch war perfekt, aber ihr Garmisch stand dem in fast nichts nach. "Oder wäre Euch Eure Muttersprache lieber? Ich sehe, dass Ihr keine echte Feenkönigin seid. Dafür seid ihr zu groß, wobei das kein Nachteil sein muss. Mir gefällt Eure Üppigkeit." Sie versuchte nicht einmal ihren Blick in Azuras Dekolletée zu verbergen. Sie leckte sich gar die Lippen, ehe ihre Augen zu ihrem Gegenüber zurückfanden. "Und Ihr habt also dem Erben der Faelyns den Kopf verdreht? Es wundert mich nicht. Ist schon eine Verlobung bekanntgegeben oder ... hätten Anwerber noch Chancen, Euch näher ... kennen zu lernen, ehe Ihr Euch entscheidet, Euch zu binden?" Sie formulierte es anders als Andunier. Dort hätte ein Mann sich gebunden. Sie wäre das Geschenk an ihn geworden, das Versprechen auf eine große Nachkommenschaft und ein gehorsames Weib. Jezebel machte jedoch sofort klar, dass Azura in ihren Augen gleichberechtigt zu jedem Mann war. Sie würde sich einen aussuchen und dennoch hoffte die Dunkelelfe noch nicht darauf. "Gefalle ich Euch?", fragte sie unverblümt, nur um Azura mit einem leichten Schwung dicht an sich zu ziehen, dass sich ihrer beider durchaus sehenswerter Vorbau aneinanderdrückte. Weichheit schien Azura umschließen zu wollen. Lady Jezebel war eindeutig noch etwas üppiger gebaut und hätte sie mit noch mehr Wucht gezogen, wäre Azura zwischen dieser Weichheit steckengeblieben. Sie fühlte nun allerdings etwas, das in ihr steckte. Es bewegte sich. Es drückte gegen ihre Innenwände. Es ... zappelte schon wieder, kitzelte mit einem Flattern, als besäße es eigene Wimpern, um damit zu blinzeln. Es raubte ihr bald den Verstand.
"Ihr duftet zauberhaft", komplimentierte Lady de Vrinn und sog einmal tief ein. "Ich möchte Euch gar nicht mehr aus der Hand geben, Majestät."
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Re: Das Anwesen der Faelyns

Beitrag von Azura » Sonntag 9. März 2025, 21:17

Wenn sie die ein oder andere ruhige Minute hätte, würde sie vermutlich nicht ganz schlau aus Emmyths Verhalten werden. Einerseits war er bis vor kurzem noch absolut unerfahren gewesen und hatte sowohl von Corax, als auch von ihr eine führende Hand gebraucht, um mehr als nur ungestüm und somit viel zu kurz den körperlichen Vergnügungen frönen zu können. Andererseits war er viel verwegener, unbekümmerter als sein älterer Bruder und drängte ihr seine Spielideen auf, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, ob sie damit einverstanden war oder nicht.
Und das Schlimmste daran war,... dass es ihr auch noch gefiel. Nun ja, das Meiste zumindest! Denn trotz allem drohte es gelegentlich zu übertreiben und dann benötigte es wieder einer gewissen Führung.
So fand sie sich somit edel ausstaffiert und nur mäßig nach ihrem eigenen Geschmack hergerichtet hinter dem Vorhang zum eigentlichen Fest wieder und begriff noch immer nicht, warum sie sein Spielzeug trug. Schließlich ging es an diesem Abend nicht nur um eine Festlichkeit unter vielen! Nein, sie musste viel mehr erreichen, ihrem Vater helfen und Corax unbemerkt unterstützen, ohne ihn auf diese Weise in Schwierigkeiten zu bringen. Wie nur sollte sie das schaffen, wenn da ständig etwas in ihr rieb?!
Doch nun war es zu spät, die letzte Abgrenzung wurde gelüftet und sie stand unvermittelt vor einer fremden Gästeschar. Nun würde sich zeigen, ob sie ausreichend Routine besaß, um trotzdem in den nächsten Stunden zu glänzen, wie es von ihr erwartet wurde... mehr noch, wie sie es selbst von sich erwartete!
Nach der Begrüßung und mit dem Wissen, dass ihre Mutter sich soweit wie möglich gut fühlte an diesem Ort, schritt sie mit Emmyth zum Tanz. Er war kein hoffnungsloser Fall, aber sie musste im Stillen recht rasch erkennen, dass sie schon mit geschickteren Galanen übers Parkett geschwebt war. Und wenn schon, er hatte andere Qualitäten und außerdem war es nicht so unbeholfen, als dass sie es nicht geschickt vermocht hätte auszugleichen.
Wenigstens musste sie das hoffen, schließlich gab es da eine mehr als deutliche Ablenkung in ihrem Körper und der amüsierte Blick ihres Tanzpartners machte es ihr nicht gerade leichter, die Contenance zu bewahren. Lautlos, um keine neugierigen Ohren noch spitzer werden zu lassen, formte sie ein Wort für ihn, um ihm zu zeigen, was sie von seiner Idee hielt: Rache! Oh ja, und diese würde sie vollends auskosten, bis zur letzten Sekunde, sobald sich die Gelegenheit dazu ergeben würde! Im Moment allerdings durfte sie nicht zu viel darüber nachdenken, nicht, als sich immer mehr Paare zu ihnen gesellten und sie mit ihrer Anwesenheit daran erinnerten, warum sie überhaupt hier war.
Allmählich näherte sich das Musikstück und seine vorläufige Nähe dem Ende zu, da er hielten sie noch die Möglichkeit zu einem kleinen, verbalen Austausch, der sie fast schon ein wenig in Richtung Aussöhnung brachte. Seine ehrliche Antwort entlockte ihrem Blick ein zufriedenes Funkeln und als er sie enger an sich zog, es zwischen ihren Schenkeln zu zappeln begann, ging ihre gehauchte Antwort in dem Keuchen, das sich dazu mischte, beinahe unter:"Gut so!" Oder meinte sie damit viel eher das wohlige Gefühl, das sein Geschenk ihr gerade bescherte? Azura hätte es nicht zu trennen vermocht.
Erst recht, als er dicht an ihrem Ohr sein Begehren raunte und sein Atem warm ihre empfindliche Haut dort liebkoste. Wäre ihr Anliegen an die Gäste nicht von dermaßen großer Wichtigkeit gewesen, hätte sie, trotz Anwesenheit ihrer Mutter, ihn wahrscheinlich vor aller Augen gepackt und mit sich weit fort gezogen, um die nächste Runde zu starten, die nach ihrem Geschmack ruhig eine weitere Nacht hätte andauern können.
Stattdessen musste sie sich damit befassen, mit wem sie sich zuerst bekannt machen lassen wollte und es erforderte viel Konzentration, um zu einer Antwort finden zu können. Vielleicht war es Neugier, vielleicht auch etwas anderes, jedenfalls wählte sie letztendlich das Neue.
Der junge Faelyn reagierte erstaunt und sie zuckte mit den Schultern. "Das ist nicht üblich bei uns in Andunie.", erklärte sie nur schlicht. Sie zwinkerte Emmyth mit einem schelmischen Grinsen zu, um ihre aufwallende Unsicherheit, ob sie klug gehandelt hatte, zu kaschieren und ließ sich durch den Reigen zu Lady Jezebel wirbeln.
Nach einem letzten Blick in Richtung ihres Liebhabers wandte sie den Kopf... und musste erst einmal schlucken. Sie hatte nicht mit einer gleichaltrigen Person gerechnet, definitiv nicht, und dennoch hatte sie auch nicht erwartet, welch einer Erscheinung sie sich unvermittelt gegenüber finden würde. Die Dunkelelfe war schlicht und ergreifend einnehmend und ganz so wie jemand, der wusste, was er... oder in diesem Falle wohl eher sie wollte. Zugleich wirkte sie erfahren und würde sich wohl kaum einfach aus Lust und Laune, ohne stichhaltige Argumente, auf ein Wagnis einlassen.
Hatte sie sich verkalkuliert? Würde sie hier gleich ihre erste Abfuhr erfahren müssen? Nein, so durfte sie nicht denken, sonst bräuchte sie es gar nicht erst zu versuchen. Also besser konzentrieren und ihre Worte mit Bedacht wählen, ködern, aber nicht sofort alle Trümpfe ausspielen. Mit diesen Gedanken fiel es ihr leichter, ihr huldvolles Lächeln zurück zu erlangen und sich nun zum ersten Mal in ihrem Leben von einer Frau führen zu lassen. Wer wusste es zu sagen? Eventuell würde sie von Lady Jezebel ja noch etwas lernen in den nächsten Minuten!
Während sie also noch um Haltung und die rechten Worte rang, war es ihre neue Tanzpartnerin, die zuerst ihre wohlklingende Stimme ertönen ließ. Bedauerlicherweise in jener harten, stets leicht schaurig klingenden Sprache, von der sie noch immer so gut wie nichts verstand. Entsprechend blinzelte sie und wollte schon höflich nachfragen, als die andere zu schmunzeln begann und sich selbst eine Antwort gab, aus der sich die Frage ein wenig ableiten ließ.
Azuras Lächeln geriet ein wenig schief, um im nächsten Atemzug einem erstaunten Blinzeln Platz zu machen, als ihr ein rundum perfektes Andunier-Garmisch präsentiert wurde. Als wäre das noch nicht ausreichend, folgte sogleich ein Kompliment und ein etwas überdeutlicher, anzüglicher Blick auf ihre weibliche Pracht, die eine zarte Röte in ihre Wangen trieb.
Einen Lidschlag lang senkte sie ihren eigenen Blick, um im Anschluss daran einen koketten Augenaufschlag zu vollführen. Endlich fand sie auch ihre Sprache wieder:"Ihr schmeichelt mir, verehrte Lady Jezebel. Dabei läge es an mir, Eure Schönheit zu bewundern, die Ihr so gekonnt in Szene zu setzen wisst."
Sie wollte betont vom Gesicht der Älteren über deren offenes Haar hinunter bis zu ihren Schulter blicken, weitaus dezenter natürlich, als sie die kecke Zunge über die dunklen Lippen bemerkte. Ob es an dem Spielzeug in ihrem Inneren oder an ihren eigenen jüngsten, unkeuschen Handlungen lag, sie zog unwillkürlich die Luft etwas schärfer durch die Nase ein und biss sich auf die Unterlippe, als müsse sie so weitere verräterische Laute unterdrücken.
Da wurde ihr Blick wieder von diesen faszinierenden Augen eingefangen und verstärkten damit die Röte in ihren Wangen. Vor allem, weil ihre Tanzpartnerin so unverblümt weiter in sie drang mit ihren Fragen... und ihr damit zugleich einen Vorwand bescherten, um ihr eigenes Anliegen als Köder auszuwerfen.
Zwar musste sie sich zwingen, nicht unwillkürlich zu Emmyth hinüber zu schauen, aber auch ohne seiner direkten Hilfe, gelang ihr ein Lächeln aus einer Mischung von Verlegenheit und Triumph. "Es scheint so, als ob mir dieses Kunststück gelungen wäre.", erwiderte sie mit einem weiteren, diesmal scheinbar unschuldigen Augenaufschlag, als wisse sie selbst nicht, wie sie das bewältigt hätte.
Um daraufhin ein kleines, freches Grinsen zu zeigen. "Nun, das kommt darauf an, was Ihr unter Kennenlernen versteht, Madame. Ich hoffe ja doch nicht, dass ich nach einem möglichen Verlöbnis im Hause eingesperrt wäre!" Sie mimte einen Moment lang die Schockierte, ehe ihr die Gesichtszüge entglitten und sie eine traurige Miene machte.
Bekümmert seufzte sie und senkte kurzfristig bedauernd den Blick. "Nun ja, sofern eine Verlobung überhaupt möglich werden könnte...", murmelte sie, als hätte sie vergessen, dass sie sich in Gegenwart einer ihr bisher vollkommen Fremden befände.
Ruckartig hob sie den Kopf und lächelte entschuldigend. "Verzeiht mir, verehrte Lady. Ich möchte Euch nicht mit meinen Sorgen des Vergnügens des Abends berauben!", schmeichelte sie.
Keine zwei Drehungen später erklang die unverblümte Frage und noch ehe sie über den überraschenden Themenwechsel wirklich erstaunt hätte sein können, wurde sie schwungvoll herumgewirbelt und stieß gegen den weichen sowie widerstandsfähigen Körper. "Huch!", machte sie automatisch und lachte leise, während sie sich sanft soweit befreite, um weiterhin Luft bekommen zu können. "Ihr seid eine Schönheit und ich hoffe, dass wir nie in Konkurrenz zueinander stehen werden. Sonst müsste ich mir Sorgen um die Gunst der Gäste und insbesondere des Erbens der Faelyns machen.", gab sie zurück und wurde in die nächste Schrittfolge geführt, die in einer erneuten, gefühlt noch engeren Umarmung zu enden schien.
Als wäre das noch nicht atemberaubend genug, zappelte es in ihrem Inneren dermaßen, dass sie sich auf die Zunge beißen musste, um nicht aufzukeuchen. Oder schlimmer noch, verräterisch aufzustöhnen! Unwillkürlich wurde sie weicher im Griff der anderen und fühlte, dass sie eine Pause benötigte, um ihren Kopf zumindes soweit zu klären, dass sie nicht gleich hier vor aller Augen die Beine breit machen würde.
Indes sog die Dunkle tief die Luft ein und machte ihr ein weiteres Kompliment, das sie schon wieder erröten ließ. Ihr jedoch zugleich deutlich machte, dass sie vorläufig nicht würde weiter tanzen können. Mit ihrem letzten Funken Selbstbeherrschung rang sie sich ein Lächeln ab und zwinkerte ihrem Gegenüber zu. "Ihr schmeichelt mir, Verehrteste! Aber ich fürchte, ich bin Euch im Tanz nicht gewachsen. Wäret Ihr mir sehr gram, wenn wir eine Untebechung einlegen und uns eine Erfrischung gönnen würden? Wir hätten auch einige Sitzgelegenheit, um weiter plaudern zu können."
Schließlich wollte sie ja noch etwas erreichen! Nur... ob es ihr auch gelänge, ob der Köder von vorhin verfangen hatte?
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Re: Das Anwesen der Faelyns

Beitrag von Erzähler » Freitag 21. März 2025, 09:28

Eines ließ sich über Emmyth Faelyn definitiv sagen: Im Gegensatz zu seinem Bruder hielt er sich in keinster Weise zurück. Man konnte es fast schon als eogistisch bezeichnen, dass er seinen Weg zwischen all den Pflichten suchte, die ihm Erbe und Status auferlegten. Andererseits schien nur das seinen Lebenswillen zu füllen. Indem er sich seine kleinen Freiheiten nahm, konnte er ganz er selbst bleiben, auch wenn diese Freiheiten bedeuteten, sich rücksichtslos das zu nehmen, was ihm gefiel. In Azuras Fall konnte sie gewissermaßen von Glück sprechen, denn Emmyths Nehmen bedeutete für sie auch ein Geben. Er schenkte ihr nicht nur seine ungeteilte Aufmerksamkeit, sondern auch sein Begehren und daraus entsprangen experimentierfreudige Vorhaben, die beide an die Grenze des Sittlichen schoben. Nach wie vor zeigte der Dunkelelf sich unerfahren, denn gerade auf sexueller Ebene blieb er ungestüm, ließ sich von seinen Trieben zum Handeln zwingen und konnte doch stets nur ein kurzes Stelldichein durchhalten, weil es ihm noch an Kondition mangelte. Allerdings wirkte Emmyth wie jemand, der sich zumindest theoretisch schon mit dem Thema auseinandergesetzt hatte und hierbei vor allem die schlüpfrigen Details verinnerlichte, die Zweisamkeit eine nötige Würze verpassten. Dass er Azura unverblümt packte, um ihr den Verstand hinter einem Wandteppich auszutreiben, hätte Corax längst nicht mehr gewagt. Anfangs vielleicht, aber da hatte zwischen ihm und Azura noch eine gewisse Spannung geherrscht, in der sie sich gegenseitig hatten anstacheln können. Er war ... milder geworden, seit er hatte erkennen dürfen, dass sein Leben nicht nur darin bestand, Sklave zu sein. Seit er sich hatte von den Stockmännchen und ihrem Fluch befreien können, der ihm sogar verboten hatte, anderen seine Liebe zu gestehen, ohne daran zu sterben. Er hatte sich verändert und nur dieser Entwicklung war es zu verdanken, dass er überhaupt Rücksicht auf Azura nahm und ihr gestattete, die körperlichen Freuden auch mit seinem Bruder ausleben zu können. Aber auch Corax gestattete sich inzwischen ein paar Dinge. Er entschied eigenmächtig, Azura doch lieber im Haus Faelyn zurückzulassen, um sich nachts als Rabe davonzustehlen, nur um ihren Vater zu retten. Ob es ihm gelänge? Er war erst knapp einen Tag fort, aber bisweilen hatte seine Perle ihren Glanz nicht verloren. Solange sie nicht schwarz würde, wäre er außer Gefahr. Mit dieser Erkenntnis konnte Azura das Fest durchaus genießen, wenngleich sie im Hinterkopf behielt, dass sie ihrerseits etwas für die Rettungsmission tun wollte. Sie würde Corax auf ihre Weise unterstützen und wenn es ihr gelänge, einige der anwesenden Dunkelelfen um den Finger zu wickeln, damit sie Unterstützung nach Kosral schickten, hätte sie mehr als geholfen.
Aktuell wirkte es aber, dass sie ihren Plan vergaß. Kaum, dass Emmyth sie in die zarten Händer der Lady Jezebel übergeben hatte, fand Azura sich in einer Parallelwelt wieder. Einer, in der es normal war, dass Frauen miteinander tanzten. Eine Welt, in der sie unverblümt mit einem Interesse betrachtet wurde, in deren Schatten körperliche Freuden lauerten. Allerdings stammte dieses Interesse ebenfalls von einer Frau und Lady Jezebel de Vrinn machte nicht einmal einen Hehl daraus, dass ihr die andunische "Feenkönigin" gefiel. Ihre Komplimente ließen bei Azura fast erneut die Quellen aufsprudeln, aber auch Emmyth eingeführtes Spielzeug - was immer es war! - regte sich erneut. Dieses Mal mit einer Flatterhaftigkeit, die Azura an den Rand der Vernunft zu bringen drohte. Nicht einmal die findigen Finger beider Brüder hatten ein derartiges Gefühl in ihrem Inneren bewirkt. Sie rang um Selbstbeherrschung. Emmyth war längst vergessen und Azura fand sich nur noch in einem zauberhaften Traum aus violetten Augen, bläulich schimmernder Haut, seidig schwarzem Haar und einem Busen, der sie mehr und mehr verschlucken zu wollen schien.
Um nicht gänzlich der Schönheit der älteren Elfe zu verfallen, konzentriere Azura sich erneut. Sie versuchte, an ihr Vorhaben zu appellieren und es gelang. Auch wenn sie zunächst einmal die Angel auswerfen musste, ehe sie den eigentlichen Köder daran befestigte, sah sie es als sinnvoller an, nicht gleich mit der Tür ins Haus zu fallen. Jezebel de Vrinn war keine, die man direkt mit der eigenen Motivation konfrontieren sollte, denn dann würde sie wohl ablehnen. Azura musste es geschickt anstellen. So ließ sie sich auf ihre Komplimente ein, errötete nicht einmal gespielt und reagierte nicht ablehnend auf die zweideutige Anspielung eines engeren Kontaktes zwischen ihnen.
"Nun, das kommt darauf an, was Ihr unter 'Kennenlernen' versteht, Madame. Ich hoffe ja doch nicht, dass ich nach einem möglichen Verlöbnis im Hause eingesperrt wäre!"
"Als könnte man in geheimen, verschlossenen Hinterzimmern nicht durchaus ein zufriedenes Leben führen - wenn Gesellschaft, Ausstattung und Luxus stimmen." Sie ließ diesen Satz im Raum schweben, ehe sie Azura erneut über das Parkett zog, mit ihr eine elegante Drehung vollführte und sie zurück an ihre Brust verfrachtete. Die Andunerin konnte durchaus spüren, dass die Dunkelelfe von ihrer Leichtigkeit angeregt war. Von ihr stieg eine sanfte Wärme aus, die den Duft irgendeines Rosenwässerchens verströmte. "Eingesperrt mit mir würde Euch gewiss nicht langweilig. Ihr würdet Eure ... Gefangenschaft kaum bemerken." Dann kicherte sie kokett und legte ein süffisantes Lächeln auf. "Befürchtet nichts. Ich bin keine von jenen Dunkelelfen, die sich Menschen zu Sklaven machen, um ihr Haus damit auszufüllen wie Bauern ihren Schweinestall. Ich bevorzuge eine sehr kleine, aber wohl bedachte Auswahl exquisiter Luxusstücke. Ich selbst bin wohl eines und jede potenzielle Partnerschaft bräuchte sich nur mit mir schmücken, um den Einfluss des Hauses de Vrinn vollends nutzen zu können!" Sie lachte auf, beobachtete Azura allerdings immer wieder aus dem Augenwinkel heraus. Ihre Worte unterstrich sie elegant mit Tanzbewegungen und ließ kaum zu, dass ihre Partnerin antwortete. Immer, wenn Azura etwas erwidern wollte, folgte eine Pirouette, eine Pose am ausgestreckten Arm oder eine kurze Umschmeichelung ihrer Person, ehe Jezebel erneut ihre Hände ergriff, um wieder in den Reigen der anderen Tänzer zu schlüpfen. Es war nicht ganz so leicht, mit ihr zu sprechen, aber Azura gab nicht auf. Allerdings erinnerte sie das Gespräch auch daran, dass sie nach wie vor unverheiratet war ... und eine Verlobung aus ihrer Sicht kaum in Aussicht stand.
"Nun ja, sofern eine Verlobung überhaupt möglich werden könnte..."
"Warum nicht? Sag bloß, der Erbe der Faelyns hat sich deshalb noch nicht gebunden, weil er lieber mit dem Schwerte ringt als die wundersamsten Gärten mit all ihren verheißungsvollen Früchten zu erkunden und selbst dort seinen Samen zu pflanzen." Jezebels Blick glitt über die Anwesenden, bis sie Emmyth entdeckte. Sie musterte ihn nun mit dem Blick einer klatschlustigen Dunkelelfe, die einen möglichen Skandal bemerkt haben könnte. Ihre Augen blitzten auf.
"Verzeiht mir, verehrte Lady. Ich möchte Euch nicht mit meinen Sorgen des Vergnügens des Abends berauben!" Azura lenkte erneut ihre Aufmerksamkeit auf sich. Jezebels Blick fing sie wieder ein. "Ihr könntet es mit anderen abendlichen Vergnügungen wiedergutmachen und ich würde nicht einmal eine Verlobung erwarten."
"Ihr seid eine Schönheit und ich hoffe, dass wir nie in Konkurrenz stehen werden. Sonst müsste ich mir Sorgen um die Gunst der Gäste und insbesondere des Erbens der Faelyns machen."
"Ich habe nicht halb so viel Interesse an ihm wie an Euch, Herrin der Feen. Es heißt, Feen erfüllen Wünsche. Welchen könnte ich von Euch bekommen, was meint Ihr? Und was ... müsste ich dafür tun?" Sie kicherte erneut. Jetzt hing sie Azura glatt am Haken und das ohne Köder! Wenn sie es geschickt anstellte, könnte sie hier die Weichen stellen. Lady Jezebel war zumindest offen für eine besondere Form des Handels, auch wenn sie gekonnt wusste, es skandalös klingen zu lassen, ohne dem wirklich abgeneigt zu sein. "Ihr werdet meine Sehnsucht nach der Erfüllung eines Wunsches doch nicht etwa schamlos ausnutzen und mich zu ... Handlungen verleiten, die vollkommen wider aller Sitte wären! Schlüpfrige, verruchte Handlungen, die den Verstand rauben, aber alle Sinne betören ..." In einer raschen Tanzbewegung, bei der beide Kleider dermaßen aufgebauscht wurden, dass man die Hände der Tanzenden kurz aus dem Blick verlor, ließ Jezebel Azuras Finger für einen Moment los, um sich über die eigene Brust zu streichen, deren verhärtete Knospe sich sichtbar unter dem Stoff abhob. Ihre Finger wanderten an ihrem Körper herab, bis zu ihrem Schoß. Sie seufzte wohlig, ehe sie die Grenze überschritt und Azura auf eben jener Höhe auch kurz berührte. Erfahren übte sie mit zwei Fingerspitzen allein genug Druck aus, um Erinnerung an etwas zu hinterlassen, das nur in der Vorstellung geschehen war, aber eine verheißungsvolle Zukunft bedeuten könnte. Und als hätte sie von süßem Nektar genascht, leckte Lady Jezebel sich anschließend eben jene Fingerspitzen.
Der Tanz endete und sie stand vor Azura, atmete schwer, aber sicher nicht von der Anstrengung ihrer Schritte. Ihre Wangen besaßen einen rötlichen Schimmer, ihre Augen glänzten und sie musterte erneut vollkommen schamlos das Dekolletée der anderen. "Ich wäre zu einigen Forderungen bereit, um meinen Wunsch zu erhalten", säuselte sie und schien auf ein Angebot zu warten. Dann zückte sie einen schwarzvioletten Fächer, klappte ihn auf und sorgte für ein wenig Abkühlung zwischen beiden Frauen. Azura genügte es nicht. Jezebel hatte mit ihrer Vorstellungskraft gespielt, der Tanz ihre Sinne erregt und Emmyths geheimnisvolles Spielzeug ihr fast den Verstand geraubt. Sie musste sich zwingen, nicht die Kontrolle zu verlieren, sah aber, dass es ihr auf dem Parkett nicht gelingen könnte.
"Wäret Ihr mir sehr gram, wenn wir eine Unterbrechung einlegen und uns eine Erfrischung gönnen würden? Wir hätten auch einige Sitzgelegenheiten, um weiter plaudern zu können."
"Eine Erfrischung käme mir gelegen. Ich bin nicht mehr die Jüngste ... aber durchaus erfahren." Kein Satz schien nicht mit diesen zweideutigen Verheißungen gespickt zu sein bei jener Frau. Mit der Galanz eines Edelmannes führte sie Azura von der Tanzfläche herunter und zum aufgestellten Buffet. Die Dienerschaft hatte den Speiseplan der Andunierin umgesetzt, allerdings wohl auch einige Wünschte des Hausherrn erfüllt. Es gab zwei aufgebaute Brunnen. In dem einen plätscherte dekadentvoll geschmolzene Schokolade, die man mit kleinen Früchten an Spießen angeln und jene so eine süße Ummantelung verpassen konnte. Der andere Brunnen bot irgendeinen alkoholischen Schaumwein, allerdings konnte es unmöglich andunischer Apfelwein sein. Das Getränk war blutrot, die Gläser schmückte man jedoch mit einigen Minzblättern. Jezebel füllte sich dort ein Glas und zierte es mit den grünen Blättern.
Nachdem auch Azura sich bedient hatte, suchte die Dunkelelfe ganz bewusst eine eher abgelegene Sitzgelegenheit des Gartens auf. Zwar verzog sie sich nicht in die Laube, die Azura und Emmyth ihrer Zeit eine Flucht aus Andunie und zum Apfelhain außerhalb der Stadt ermöglich hatte, aber zwischen einigen Rosenheckengewächsen auf der Steinbank hatten sie ihre Ruhe. Emmyth bemerkte sie jedoch, schenkte Azura einen zuversichtlichen Blick und nickte. Er würde wohl bald zu ihnen stoßen. Im Moment konnte er sich aber nicht aus einem Gespräch mit anderen Gästen lösen.
Azuras Mutter war ebenfalls eingenommen. Sie unterhielt sich angeregt mit jemandem, der vollkommen fehl am Platz wirkte auf diesem Fest. Er ähnelte zwar irgendwie einem Pagen und seine Weste besaß die nötige Eleganz, um sich von einfachen Bediensteten abzuheben, dennoch war seine Ausstattung nicht ausreichend, als dass man ihn den Gästen zuordnen könnte. Zumal war auch er kein Dunkelelf, sondern Andunier. Er hielt ein schwarzes Büchlein in seinen Händen und schrieb eifrig mit einer Feder darin, während er sich mit Aquila van Ikari unterhielt. Dabei nickte er immer wieder und Azura durfte nun auffallen, was an seinem Äußeren so störte: Er trug diese seltsame Kappe, die ihm locker über die blonden Strähnen fiel und an der eine lange Fasanenfeder befestigt war. Kein Adliger würde sich dermaßen kleiden!
"So, mit welchen Geschichten wollen wir unsere Pause füllen? Kennt Ihr ein paar Skandale der andunischen Gesellschaft? Was könnt Ihr mir über Emmyth Faelyn erzählen? Ich hörte gar, es stünde nicht gut um die Gesundheit seines Vaters. Er wird wohl bald sein Erbe antreten ... dann braucht er eine Frau, die seine Schritte lenkt und seine Blutlinie fortsetzt." Jezebell nippte an ihrem Getränk, seufze wohlig und spähte über die festlich geschmückten Gärten. "Jetzt hätte er die Gelegenheit, weitreichende Entscheidungen zu treffen, um Einfluss in allen Schichten zu gewinnen. Wenn er das konservative Denken einiger Dunkelelfen ablegen kann, stündem ihm Kontakte offen, die mehr einbrächten als eine reinrassige Ehe..."
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Re: Das Anwesen der Faelyns

Beitrag von Azura » Freitag 18. Juli 2025, 21:13

Den Mut zur Hemmungslosigkeit zu haben, ließ die junge Frau immer wieder schwach werden, denn zum Teil entsprach dies auch ihrem Naturell. Jedoch hatte sie dabei stets eine mahnende Stimme im Hinterkopf, schließlich bestand ein nicht unerheblicher Unterschied zwischen ihr und dem jüngeren der Faelyn-Brüder: Während man mit Emmyth Nachsicht ob seines offensichtlichen Begehrens üben könnte und vermutlich auch würde, würde man es im Gegenzug ihr als Laster ansehen. In diesem Punkt könnte sie nur verlieren.
Trotzdem war sie jung, verwegen sowie lebenshungrig genug, um sich immer wieder aufs Neue darauf einzulassen, ganz gleich, wie gefährlich und unschicklich es sein mochte. Rational gesehen hätte sie ihm längst Grenzen setzen müssen, hätte ihm gar nicht erst erlauben dürfen, ihr sein Spielzeug anzulegen, das ihr die Konzentration erheblich erschwerte.
Aber sie hatte es nicht getan und nun musste sie damit zurecht kommen, dass sie ihn am liebsten in die nächste finstere Ecke gezogen und sich an ihm gerächt hätte. Wie sollte sie das nur den gesamten Abend und vermutlich mindestens die halbe Nacht aushalten, während sie eigentlich Rettung für Corax und ihren Vater organisieren wollte?! Oh ja, das würde Emmyth ihr noch büßen! Und sich allein deswegen vermutlich die nächste Unverfrorenheit ausdenken, um sie nicht lange gleichziehen zu lassen...
Azuras Gedanken wollten in jene Gefilde wandern, die zu den Gefühlen in ihrem Schoß passten, doch noch konnte sie sich bis zu einem gewissen Grad zusammen reißen. Schließlich blieb ihr auch keine andere Wahl!
Bislang schien sie damit auch einen gewissen Erfolg zu haben und dieses Fest versprach interessant zu werden. Es war nicht nur wie eine Rückkehr in ihr altes Leben, sondern obendrein wie das Tor zu einer neuen Welt, als sie sich unvermittelt im Arm sowie im Fokus einer beeindruckenden Frau befand.
Auch sie hatte viel mit ihren sogenannten Freundinnen auf Bällen geplaudert und gekichert, allerdings waren die Rollen in der andunischen Adelswelt klar verteilt sowie abgegrenzt gewesen. Hier, unter Dunkelelfen, schien es eher fließend zu sein, was eine vollkommen neue Erfahrung für sie war. Wenngleich eine, auf die sie sich einzulassen gewillt war, aus Neugier... und, um ihr Ziel der Hilfe zu erreichen.
Also warf sie ihren Köder und genoss es, auch von dieser fremden Schönheit umgarnt zu werden. Was könnte schließlich schmeichelhafter sein, als von einer Geschlechtsgenossin derartige Komplimente zu erhalten?
Auf ihren Einwand hin erhielt sie eine Antwort, die sie leise und unpassend undamenhaft schnauben ließ. "Und dennoch bliebe es ein Raub der Freiheit.", murmelte sie in sich hinein und gab direkt im Anschluss daran einen kleinen Laut der Überraschung wegen einer besonders schwungvollen Drehung von sich, dem ein kaum hörbares Lachen folgte.
Oh, was hatte sie das Tanzen vermisst! Sie war sich selbst nicht einmal sonderlich darüber im Klaren gewesen, bis es ihr jetzt regelrecht unter die Nase gerieben wurde.
Kurz darauf brachte der Schwung sie zurück an die Brust ihrer Tanzpartnerin und trieb ihr damit ein wenig die Luft aus den Lungen. Ohne es bewusst darauf anzulegen, nahm sie einen tiefen Zug durch die Nase und roch das angenehm blumige Duftwässerchen. Zeitgleich wurden ihr verheißungsvolle Erfahrungen in Aussicht gestellt, über die Nachzudenken sie keine Gelegenheit bekam bei diesem anregenden Tanz.
Trotzdem versuchte sie, wenigstens ein paar Brocken soweit zu begreifen, dass sie nicht wie ein stummer Fisch wirkte. "Und Ihr... Ihr besitzt gro... großen Einfluss... höre ich aus Euren... Worten!", japste sie während eines Positionswechsels nach einer Drehung. Sie bewegten sich weiter, es kribbelte wohlig in ihrem Schoß und auch das Gespräch versiegte nicht gänzlich.
Mit dem Thema einer möglichen Verlobung erweckte sie Neugier, wenn auch vermutlich nicht auf jene Art, wie sie es derzeit gebrauchen konnte, schließlich hatte sie ein vollkommen anderes Anliegen... und noch einen Faelyn-Spross, der ihr Herz fest eingenommen hatte. Nur durfte sie darüber naturgemäß nichts verlautbaren lassen.
Also tat sie scheinbar beschämt und senkte für einen Moment lang den Blick, ehe sie wieder aufsah und der Richtung folgte, in welche die dunkle Dame sah. Ihr Mundwinkel zuckte leicht sowie amüsiert bei seiner Miene und sie blinzelte, als wolle sie ihm keck zuzwinkern. "Nun, ich fürchte, dazu kann ich nichts sagen. Wir kennen uns noch nicht besonders... lange.", erwiderte sie und machte bewusst jene kurze Pause vor dem letzten Wort, um diesem mehr Bedeutung beizumessen. Um als nächstes das Thema in jene Richtung zu lenken anzufangen, in die sie eigentlich wollte.
Also gab sie sich ein wenig zerknirscht und erhielt eine Erwiderung, die ein feines, freches Lächeln auf ihre Lippen zauberte, obwohl sie erneut bewusst den Blick senkte, um unter halb geschlossenen Lidern zugleich zu der anderen hochzusehen. "Hm... und ich hätte beinahe angefangen zu glauben, in Eurer Gesellschaft wären selbst mehrere Verlöbnisse zugleich möglich.", kokettierte sie und legte noch etwas zu mit ihrem Kompliment.
Die Antwort ließ sie innerlich aufjubeln, weil auch sie merkte, dass ihr Vorhaben aufzugehen schien. Jedoch bemühte sie sich tunlichst, sich diesen gefühlten Triumph nicht anmerken zu lassen. Stattdessen kicherte sie mädchenhaft und gespielt verschämt. "Vielleicht bin ich tatsächlich in der Lage, den ein oder anderen Wunsch zu erfüllen.", stellte sie in Aussicht und wollte noch mehr sagen, als sie bereits zweideutige Worte zu hören bekam und herumgewirbelt wurde, dass ihr so schwindelig wurde, dass sie sich heimliche Berührungen einzubilden glaubte.
Ihre Nervenenden vibrierten, ihr stockte leicht der Atem und sie blinzelte, als erwäche sie aus einem Traum. Nein, so unverschämt war diese Dunkelelfe gerade nicht gewesen, oder? Nein, das konnte gar nicht sein! Auf der Suche nach einem Halt in der Wirklichkeit, um sich ihrer Empfindungen wieder sicher sein zu können, sah sie in das Gesicht ihrer Tanzpartnerin, nur um zu sehen, wie diese sich einen scheinbaren Nektar von den Fingern leckte. Azuras Wangen liefen feuerrot an und ihr Atem beschleunigte sich unwillkürlich.
Dann hatte sie ihre Fassung zurück erlangt und meinte schmunzelnd:"Ich befürchte, dazu wäre ich gar nicht in der Lage... ohne Eurer Unterweisung in dieser Kunst."
Ob sie sich auf so etwas einlassen würde, sollte die Lady ihr solchein Angebot eröffnen? Im Moment würde sie sicherlich geneigt sein zu zusagen. Aber nach einer gewissen Zeit des Nachdenkens? Nun... solange es nicht soweit kam, musste sie sich darüber auch keine Gedanken machen. Auch wenn es definitiv seinen Reiz hätte...
Schließlich kam ihr gemeinsamer Tanz zu einem Ende und wie es schien, war die junge Frau nicht die Einzige, die sich etwas erhitzt fühlte. Ihr Gegenüber fächelte ihnen beiden Luft zu und machte eine weitere, schlüpfrige Bemerkung. "Wunsch in der Einzahl? Und ich hätte vermutet, eine Dame Eures Kalibers hat mannigfaltige Wünsche.", hielt sie mit einem feinen, angedeuteten Lächeln dagegen.
Um daraufhin um eine Pause zu bitten. Sie konnte sich immer schwerer konzentrieren und war sich dessen bewusst, dass weitere Bewegung es nicht wirklich besser machen würde. Da wäre es ihr bei weitem lieber, sich mit ihrer Partnerin auf eine Bank zurück zu ziehen und dort ungestört zu reden... oder eher, zu verhandeln, sofern sie trotz allem ausreichend von ihren Eltern gelernt hatte, um sich diese Eigenschaft zuschreiben zu dürfen.
So fädelte sie es ein, dass sie sich von der Tanzfläche entfernen könnten, ohne die andere zu verstimmen. Leise, hinter vorgehaltener Hand kichernd erwiderte sie:"Was der Jugend die Ungestümtheit, ist dem Alter die Erfahrung." Und ihr Blick glitt wie von selbst in Emmyths Richtung, ohne, dass sie sich dessen bewusst war.
Eine Bewegung im Augenwinkel ließ ihre Aufmerksamkeit zurück kehren und sie ließ sich von der Dunkelelfe zum Buffet führen. Nun kam sie auch dazu einen Blick auf ihr Auftragswerk zu werfen und konnte naturgemäß feststellen, dass es einige zusätzliche Wünsche gegeben hatte. Vor allem, was die Wahl des blutroten Weines betraf, was sie flüchtig die Stirn runzeln ließ. Sie ahnte mehr, als sie es wusste, dass dieser vermutlich sehr stark wäre und dazu angetan, die Sinne zu benebeln.
Nein, da blieb sie lieber bei ihrem vertrauten sowie geschätzten heimischen Apfelwein, der ebenfalls kredenzt wurde. Er hatte einen beinahe schon seidigen Schimmer in der festlichen Beleuchtung und als sie daran nippte, prickelte es herrlich erfrischend auf der Zunge. "Mh, genau, wie er sein sollte!", murmelte sie selbstvergessen, ehe sie ihrer Begleitung einen amüsierten Blick zuwarf und mit dem Kinn dezent auf das blutrote Getränk wies. "Seid Ihr ebenfalls mit Eurer Wahl zufrieden?"
Schließlich zogen sie sich gemeinsam zurück zu einer etwas abgelegenen Stelle, wenngleich nicht zu verborgen, als dass Azura um ihre körperliche Sicherheit hätte bangen müssen. Außerdem bemerkte sie, dass ihr Abgang Emmyth nicht verborgen blieb, was sie innerlich unbewusst aufatmen ließ, fühlte sie sich seltsam beschützt von diesem Wissen. Und das, obwohl der jüngere Faelyn ihr am vergangenen Tag noch ungewollt viel zu nahe gekommen war und ihr durchaus Gewalt angedroht hatte. Wie viel in den vergangenen Stunden geschehen war, wie viel sich verändert hatte! Lautlos seufzend mahnte sie sich zur Konzentration.
Auch ihre Mutter entdeckte sie und konnte erkennen, dass sie einen geeigneten Gesprächspartner gefunden hatte. Wer wohl dieser Mann war, der sich so eifrig Notizen machte? Später, sobald sich die Gelegenheit ergeben würde, würde sie Aquila danach fragen. Zuerst jedoch wollte sie selbst ebenfalls etwas erreichen mit ihrem Gespräch unter vier Augen.
Als sie sich allerdings hinsetzte, machte sich sein Spielzeug in ihrem Schoß wieder vehement bemerkbar und sorgte dafür, dass sie ein wenig schärfer die Luft einsog. Hastig atmete sie seufzend aus und wies lächend hinter sich. "Duftet diese Blütenpracht nicht herrlich? Habt Ihr schon die Apfelblüte genossen? Sie ist ein wahrer Segen, jedes Jahr aufs Neue, wenn sie sich mit der immerwährenden salzigen Brise Venthas vermischt!", plauderte sie scheinbar drauf los und nippte schließlich an ihrem Wein. Hoffentlich würde ihr Gegenüber ihre Reaktion als Überspielen einer kurzfristigen Verlegenheit bis zum eigentlichen Punkt ihres Anliegens werten und nicht dahinter kommen, was in Wahrheit der Grund dafür war.
Am Ende war es die Lady, die ihr einen Anhaltspunkt für das Gespräch unter vier Augen bot. Mit einem kleinen, wissenden Lächeln schwenkte sie einen Moment lang seelenruhig den Wein in ihrem eleganten, filigranen Glas, ehe sie es anhob und kurz, bevor sie einen Schluck nehmen würde, wieder sinken ließ, als wäre ihr die Idee für ihre Antwort gekommen, die sofort heraus müsste. "Nun, Skandale gibt es in jeder Gesellschaft, nicht wahr? Allerdings war ich einige Wochen lang außerhalb der Stadt und Andunie hat in dieser Zeit so viel erlebt, sodass ich Euch womöglich lediglich alte Kamellen präsentieren könnte. Ich will Euch nicht langweilen.", konterte sie und holte nun das Nippen nach, um ihre Worte wirken zu lassen.
"Was hingegen Emmyth Faelyn betrifft, fürchte ich, muss ich Euch ebenfalls vertrösten. Wie gesagt, ich kenne ihn noch nicht sonderlich lange. Doch habe ich auch seinen Vater getroffen und empfinde ihm gegenüber großen Respekt. Sein Verlust hat ihn sehr mitgenommen, zuerst sein Erstgeborener, dann seine Gemahlin. Kennt ihr die Geschichte?", fuhr sie so beiläufig wie möglich fort und nickte zustimmend.
"Ja, trotz aller Geschehnisse sind wir Andunier weiterhin Händler mit vielschichtigen, verzweigten Kontakten. Jedes Haus, nicht allein jenes der Faelyns, könnte von einer Zusammenarbeit profitieren. Auch mein Vater zählt zu den einflussreichen Kaufleuten mit Ambitionen. Oder eher galt..." Es fiel ihr nicht schwer, ihre Stimme mit einem Mal bedrückt klingen zu lassen. Natürlich hätte sie sofort weitersprechen und die Lage erklären können. Aber sie zog es vor, den Köder wirken zu lassen, während sie den Blick auf ihren Wein richtete, als würden ihre Gedanken abschweifen. Dabei beobachtete sie ihre Gesprächspartnerin unauffällig aus dem Augenwinkel, versuchte, deren Miene zu deuten und auf diese Weise zu schließen, was hinter ihrer Stirn vorgehen mochte.
Und dann, vermeintlich plötzlich, wechselte sie bewusst das Thema. "Wie gefällt Euch Andunie? Gedenkt Ihr, länger zu bleiben, oder führt Euer Weg Euch bald weiter? Es gibt hier neben rauschenden Festen durchaus auch andere Möglichkeiten zum Zeitvertreib, unter anderem lässt sich herrlich ausreiten.", bemühte sie sich betont um Leichtigkeit, als müsse sie ihren Kummer übertünchen. Was schließlich auch stimmte, nur würde sie es in Wirklichkeit einer anderen Person gegenüber niemals so deutlich zeigen.
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Re: Das Anwesen der Faelyns

Beitrag von Erzähler » Samstag 26. Juli 2025, 13:54

Die dunklen Völker Morgerias hatten Andunie erobert, unterjochten deren Bewohner und dennoch konnte Azura nicht abstreiten, dass sie sich auf einer Ebene befand, die durchaus ihre Vorteile bot. Nicht alles an dieser Invasion wirkte .. schlecht. Gewiss sahen gerade die Dunkelelfen Andunie Einwohner als potenzielle Sklaven an, dennoch traf das nicht sofort auf jeden zu. Der Adel wirkte auf überraschende Weise offener. Wo Andunie sich traditionsbewusst an alte Hierarchien klammerte wie die Kaufleute an ihres Handelsverträge und wo man den Werdegang der eigenen Kinder von der Wiege bis zum Totenbett bürokratisch aushandeln konnte, da besaßen Morgerianer eine vollkommen differenzierte Sichtweise auf alles. Maß man es an Azuras bisherigen Erfahrungen, lag der Fokus ganz klar auf Dekadenz und Sünde. Letzteres wurde vor allem durch Fleischeslust umgesetzt. Dabei zogen die Dunkelelfen keinerlei Grenzen wie die Andunierin feststellen musste. Beim Tanz mit Jezebel de Vrinn kam es kontinuierlich zu zweideutigen, verbalen Schlagabtauschen. Sie gipfelten letztendich darin, dass die dunklen Fingerspitzen der reifen Elfe Azura kostbarsten Punkt berührten und gerade genug Druck ausübten, um ihr Verlangen auflodern zu lassen. Emmyths Spielzeug in ihrem Schoß hielt das Feuer bereits am Brennen, aber Jezebel entfachte es auf eine Weise, die den Wunsch erweckte, alles niederfackeln zu wollen.
Zum Glück ging der Tanz rechtzeitig zu Ende, ehe Azura noch den kleinen Funken - Erbe ihres Vaters - aus seinem wässrigen Schutzschild befreit hätte. Statt brennender Leidenschaft, die mit Wassermagie gelöscht werden musste, erfrischten beide Frauen sich an den bereitgestellten Getränken. Jezebel trank vom blutroten Minzwein, wohingegen Azura sich ganz Andunierin dem traditionellen Apfelwein widmete. Mehr als einen guten Tropfen sehnte Azura sich eine Sitzgelegenheit herbei und war erleichtert, dass Jezebel eine ruhige Nische für beide aufsuchte. Vor allem, weil diese nicht vollkommen den Sichtkontakt zu den Feiernden abbrach. Hier würde es weder zu einem Attentat auf sie kommen noch zu unsittlichen Verheißungen. Azura war ihnen bereits mehrfach erlegen, wo sie sich hätte zügeln sollen. Andererseits hatte Corax ihr den Umgang mit seinem Bruder gestattet und Emmyth nutzte es ebenso schamlos aus wie sie selbst. Jezebel hingegen...

Während des Tanzes noch hatte die Ältere auf Azuras Neugier bezüglich einer Mehrfachehe nur gezwinkert. "Mit dem richtigen Maß an Einfluss kann ein Adelshaus auf die regierende Instanz einwirken. Wusstet Ihr, dass das Haus Rasverath in Morgeria erlassen hat, dass Mischkinder im Stammbaum ihrer Familie rechtmäßig anerkannt sind, wenn das nicht dunkelelfische Elternteil als Sieger aus einem Arernakampf hervorgeht? Sie argumentierten damit, Mischblut zu Gunsten jener positiven Erbeffekte untergeordnet akzeptieren zu können ... und erhielten diesen Erlass als bislang einziges Haus. Ich beneide sie ... Rasverath hat nun neue Möglichkeiten ihre Blutlinie - wenn auch gemischt - mit den richtigen Stärken auszustatten. Das wird ihnen in der Zukunft, gerade hier in Andunie oder auch in Pelgar nur noch mehr Einfluss verschaffen. Dieses durchtrieben erfolgreiche Adelsgeschlecht!" Jezebel hatte den Mund geradezu giftig verzogen bei diesen Worten. Dann aber lächelte sie kokett und winkte mit einer schwungvollen Bewegung inmitten des anhaltenden Reigens ab. "Sei es drum! Dafür sind sie sichtlich nicht auf diesem Fest erschienen. Hier habe ich folglich mehr Möglichkeiten..."
Morgeria ging offener mit vielem um. Sie veränderten Regeln, gestalteten sie sich nach ihrem Gutdünken, wenn ihre Macht dafür ausreichte. Das war des Pudels Kern. Unter den dunklen Völkern ging es um Machtverhältnisse und diese gewannen sie nicht etwa über vorteilhafte Handelseinflüsse. Sie umschmeichelten einander, gingen Beziehungen ein und so manches Haus bediente sich offensichtlich auch sehr ... endlicher Methoden, die Konkurrenz aus dem Weg zu räumen. Jezebel de Vrinn machte nicht diesen Eindruck. In ihren violetten Augen funkelte zwar neben körperlichem Begehren auch eine Begierde nach Macht, aber sie besaß eine noble Ader, die ihr zu verbieten schien, sich brachialer Methoden wie Meuchlereien zu bedienen. Sie stellte es lieber mit ordentlich Finesse an. Wenn sie darüber hinaus das eine oder andere Abenteuer - ganz gleich mit welchem Geschlecht oder welcher Ethnie - eingehen konnte, sah sie es offensichtlich noch als Bonus ihrer Bemühungen an.
Azura beobachtete das, denn es kam ihren eigenen Plänen gelegen. Mit gespielt schüchterner Bescheidenheit ging sie dennoch auf die Avancen der Elfendame ein. Sie griff nach dem Faden, den diese ihr zuwarf, versuchte allerdings ihrerseits, die Quelle dessen zu umgarnen. Es schien ihr zu gelingen. Zumindest zeigte Jezebel unverblümt ihr Interesse, nicht nur an Azura, sondern auch an Klatsch und Tratsch der Hafenstadt, die sie vermutlich noch nicht so lang hatte erleben dürfen. Ansonsten wären ihr die Skandale in der Magierakademie bestimmt aufgefallen. Möglicherweise lag das mutmaßliche Ende der Elfe Serpentis Mortis aber auch nicht in ihrem Interessensgebiet. Ganz gleich, wie es hier um Jezebel stand, es bot sich Azura die Gelegenheit, das Gespräch mit ein wenig Geschick in eine Richtung zu lenken, die ihr selbst zusagte. Sie versuchte es.
"Nun, Skandale gibt es in jeder Gesellschaft, nicht wahr?" Jezebel nickte wissend. Dabei spitzten sich ihre Lippen in einer Weise, die verriet, dass sie gerade aus diesem Grund sehr neugierig auf ihr fremde Gesellschaften war. Die Dunkelelfe erlebte in ihrem Herbst des Lebens nicht nur eine Vorliebe für Feste, auf denen sich nun auch Menschen und Feenköniginnen herumtrieben, sondern eben auch für all die kleinen Geschichten. Vor allem jene schlüpfriger Natur regten ihren Geist an. Dazwischen fügten sich allerdings geradezu passend immer wieder Neuigkeiten und Gerüchte aus allen Bereichen des Lebens ein. Sie war eine aufmerksame Dame, man erkannte es an ihrem Blick. Er funkelte glasig wie unter dem Einfluss von zu viel Wein, letztendlich aber wusste Jezebel de Vrinn immer zum rechten Zeitpunkt in die passende Richtung zu schauen, damit ihr nichts entging. Sie war wachsamer als sie sich gab.
"Was hingegen Emmyth Faelyn betrifft, fürchte ich, muss ich Euch ebenfalls vertrösten. Wie gesagt, ich kenne ihn noch nicht sonderlich lange. Doch habe ich auch seinen Vater getroffen und empfinde ihm gegenüber großen Respekt. Sein Verlust hat ihn sehr mitgenommen, zuerst sein Erstgeborener, dann seine Gemahlin. Kennt Ihr die Geschichte?"
"Natürlich. Wie Ihr bereits sagtet, sind die Umstände um seine ausgedünnte Blutlinie in Morgeria bereits ... alte Kamellen." Jezebel lächelte. "Umso wichtiger ist es nun für das Haus Faelyn, den einzigen Erben rechtzeitig auszustatten. Er muss sich eine Braut suchen, reichlich Nachwuchs zeugen und die Chance nutzen, in Andunie nun Fuß zu fassen. Ansonsten wird das Haus wirklich untergehen wie man es in Morgeria bereits hinter vorgehaltener Hand tuschelt. Emmyth Faelyn scheint wenig Interesse zu haben, den ihm vorbestimmten Pfad der Erbpflicht anzutreten." Die violetten Augen der Elfe flogen über den kleinen Sichtbereich, den sie von ihrem Platz aus auf das Fest besaßen. Ihr Blick blieb an Emmyth hängen. Sie musterte ihn lange, während er sich gerade mit anderen Gästen unterhielt. Dann kehrte ihre Aufmerksamkeit auf Azura zurück, die sie nun erneut in den Fokus nahm. Dieses Mal mit einem weitaus weniger begehrenden Blick. Vielmehr schien die Ältere ihre Gestalt zu analysieren. Schließlich sagte sie: "Ich gestehe, es hat mich aufrichtig überrascht, dass er das Fest nicht allein eröffnete, sondern eine Frau Eures Kalibers an seiner Seite präsentierte. Als Königin der Feen. Ahnt Ihr überhaupt, was dahinter steckt?"
Die Elfe lehnte sich zurück, wohingegen ihre Unterlippe sich ein wenig vorschob. Passte es ihr etwa nicht, dass Emmyth mit Azura den Ball zusammen eröffnet hatte? Sie sah erstmals missbilligend aus, schob diesen Ausdruck aber schnell beiseite. Stattdessen raunte sie nun wie im Gedanken versunken und trotzdem weiterhin an ihre Gesprächspartnerin gewand: "Ihr sprecht vom Handelsgeschick der Andunier und ihrer entsprechenden Kontakte. Das macht es verständlicher, warum er in Euch eine Königin sieht. Ich nehme an, der Faelyn-Erbe hat bereits mit Eurem Vater gesprochen? Werden Arrangements schon vorgenommen?" Sie seufzte plötzlich aus und lehnte sich nun gar unelegant auf der Bank zurück, nur um ihr Weinglas in vor der Brust verschränkten Armen zu halten.
Damit die Stimmung nicht kippte, wechselte Azura rasch das Thema. Wie gefällt Euch Andunie? Gedenkt Ihr, länger zu bleibem oder führt Euer Weg Euch bald weiter? Es gibt hier neben rauschenden Festen durchaus auch andere Möglichkeiten zum Zeitvertreib, unter anderem lässt sich herrlich ausreiten."
Jezebell lachte auf und wieder trat ein zweideutiges Leuchten in ihren Blick. "Ausreiten kann man überall mit der passenden Gesellschaft..." Sie ließ diese Worte eine Weile zwischen sich und Azura im Raum stehen. Erneut beschlicht sie ein Seufzen und plötzlich wirkte sie geradezu schwesterlich offen. "Ich gestehe Euch eines meiner kleinen Skandale, da ich Euch als bessere Beichtschwester ansehe als eine dieser manthalagefälligen Priesterinnen Morgerias. Sie verteilen Geheimnisse wie der Göttin Eulenfeder im Wind, wenn jemand den richtigen Preis zahlt. Ihr aber wirkt ... auf eine seltsame Weise diskret. Oder es ist der Wein!" Wieder lachte sie auf. "Die Wahrheit ist, dass ich mir tatsächlich einen guten Ausritt erhofft habe - hier, noch während oder nach dem Feste und zwar auf den Lenden des Faelyn-Erben." Stille kerhte ein, währenddessen Jezebel des Vrinn erneut zu den Feierlichkeiten schaute. Emmyth lachte gerade mit falschem Amüsement über irgendeine Belanglosigkeit. Es war das übliche Maskenspiel wie auf jedem Ball. "Er ist viel zu jung, im Grunde noch ein Kind! Dennoch steht es auch um das Haus de Vrinn nicht gut. Ich sah Chancen darin, ins eroberte Andunie zu gelangen, aber mein Einfluss wird gänzlich schwinden, wenn ich mein Blut weiter verdünne. Das Haus braucht einen Dunkelelfen, vor allem aber Erben. Ich bin nicht mehr die Jüngste, und bestreitet es nun nicht! Man sieht es mir an. Ich kenne mein Alter ... meinen Wert. Ich muss nur diesen Grünschnabel von mir überzeugen. Zumindest hoffte ich das. Faelyn und de Vrinn gäben einen mächtigen Bund ab. Aber mit Eurem Erscheinen auf diesem Fest..."
Sie musterte Azura, stellte anschließend ihr Weinglas an einer passenden Stelle ab. "Ich wollte in Andunie bleiben. Ich genieße die Spaziergänge zwischen diesen Apfelhöfen hindurch und die Meeresluft tut mir gut. Sie erleichtert das Atmen. Doch ich fürchte, ich muss mich eher in Pelgar umschauen. Dorthin verschlug es die eher traditionsbewussten Familien. Ich werde mir einen betagten Elfen suchen, bei dem Einfluss oder Finanzen strammer sind als das erschlaffte Fleisch zwischen seinen Beinen! Wenn es schief geht, muss ich mir einen Geliebten beschaffen, der mir auf die letzten Tage noch einen Bastard in den Leib pflanzt. Dann muss ich ihn umbringen lassen und das Balg dem altersschwachen Mann zuschieben, der mein Haus am Leben erhalten wird. Ich werde in einer grauen Stadt versauern, während man sich hier berauschenden Festen hingibt!" Sie verstummte, schaute eine ganze Weile auf eben jene Feierlichkeiten, die sie würde hinter sich lassen müssen. Der Grund dafür saß neben ihr. Emmyth hatte sich bereits für eine Feenkönigin entschieden. So sah es Jezebel de Vrinn. "Aber ich wünsche Euch viel Glück bei ihm. Nehmt ihn ordentlich heran und gebärt ihm zahlreiche Kinder. Ich mochte das Feenwappen schon immer. Es wäre schade, wenn das Haus untergeht."
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Re: Das Anwesen der Faelyns

Beitrag von Azura » Dienstag 5. August 2025, 14:13

Während in der Akademie ein anderer Eindruck geherrscht hatte, solange es die Hexe gegeben hatte, fühlte sie sich auf diesem Fest nun nicht wie jemand, dessen Heimat von Fremden erobert worden war. Ob es an Emmyth als Gastgeber lag oder daran, dass sich heute Abend nicht ausschließlich die Gewinner vor Ort eingefunden hatten? Oder daran, dass es sich die Oberen der Gesellschaft, egal welchen Volkes, durchaus zu richten verstanden? Vielleicht war eines davon der Grund oder eine Mischung aus mehreren Optionen, Azura wusste es nicht zu sagen.
Was sie hingegen begriff, war, dass sie sich trotz der ungewohnten Umstände durchaus auf vertrautem Terrain bewegte und sich dabei relativ wohl fühlen konnte. Vorbei waren ihre Selbstzweifel und ihre Unsicherheit, die sie außerhalb ihres Kreises verspürt hatte. Außerdem hatte sie ein Ziel, das sie heute Abend erreichen wollte und musste.
So konnte sie dem Anlass so einiges abgewinnen, auch die neue Erfahrung, mit einer Frau zu tanzen als wäre sie einer ihrer Galane. Immer wieder kamen Zweideutigkeiten über deren Lippen und manche Berührung war sicherlich nicht schicklich, doch waren sie allesamt flüchtig genug, um ihr keinen Grund zum Protest zu liefern. Sofern sie überhaupt welchen hätte äußern wollen. Es war nicht ihre erste Begegnung mit einer Geschlechtsgenossin, die solch ein Interesse an ihr zeigte, und noch war sich die Andunierin nicht im Klaren darüber, was sie davon hielt, abgesehen von einem Gefühl des Geschmeichelt-seins.
Schließlich jedoch war der Tanz vorbei, ehe etwas Konkreteres vorgefallen wäre, sodass sie weiterhin daran arbeiten konnte, diese Dunkelelfe für die Rettung ihres Vaters und ihres Raben zu ködern. Mit einem erfrischenden Getränk in der Hand suchten sie sich eine Sitzgelegenheit, um mit etwas Abstand zu den übrigen Gästen reden zu können.
Sie hatte nicht die Information zu dem Erlass vergessen, von dem die andere so giftig gesprochen hatte. Nun war es an der Zeit, eine Erwiderung darauf zu geben. "Erfolg ist relativ und wir in Andunie haben andere Vorzüge als das Kämpfen. Mag sein, dass es auf diese Weise Vorteile in Pelgar zu erzielen gibt..." Sie winkte mit ihrer freien Hand graziös ab und machte mit dieser Geste vermutlich noch stärker als mit ihren Worten deutlich, was sie von diesem Menschenschlag hielt. "Aber wie nachhaltig soll das sein? Heute wird ein Kampf gewonnen. Doch was geschieht morgen? Oder beim nächsten Gegner? Wir in Andunie hingegen planen langfristiger unseren Einfluss und unseren Erfolg, der nicht nur von einer Person abhängt. Kontakte brauchen ihre Zeit sowie ihre Pflege, dadurch sind sie beständiger und ertragreicher für mehrere Generationen einer Familie. Ja, manchmal sind Handelsbeziehungen auch der Grundstein einer ehelich angestrebten Verbindung und gelten als Mitgift oder Morgengabe. Womöglich wird dieses Haus Rasverath also in Andunie nicht so erfolgreich sein, wie sie es wollen.", gab sie zu bedenken und nun war es an ihr, ihrer Gesprächspartnerin zu zuzwinkern.
Daraufhin wandte sich das Gespräch den möglichen Skandalen dieser Stadt zu. Azura hätte so einige zu erzählen gehabt, auch solche, die dem Ruf einiger ihrer ehemaligen sogenannten Freundinnen Schaden zugefügt hätten. Allerdings bezweifelte sie, dass viele von ihnen noch unversehrt waren, sofern sie überhaupt noch lebten, und noch weniger glaubte sie daran, dass sie noch Relevanz hatten.
Also wiegelte sie ab und kam gleich zum eigentlichen Kern des Themas zu sprechen, ohne Emmyth und sich oder gar Corax zu verraten. Im Gegenteil, sie gab sich bewusst unwissend und versuchte im Gegenzug von dritter Hand etwas über jene Familie zu erfahren, mit der sie sich durchaus eine engere Verbindung vorstellen wollte. Doch zu ihrem stillen Verdruss erhielt sie keine wirkliche Antwort, die ihre Neugier hätte befriedigen können, sodass sie sich ein Seufzen verkniff.
Stattdessen widmete sie sich jenem Brocken, der ihr hingeworfen wurde, und nickte verständnisvoll. "Wenn der Fortbestand des Hauses Faelyn Gesprächsgegenstand ist, muss es Einfluss haben, den sich andere gerne einverleiben würden. Warum also dann ein Wegzug und ein Neuanfang in einer fremden Stadt? Wieso das Risiko von... Mischblut, wie Ihr es genannt hattet, eingehen, wenn es für dessen Anerkennung erst recht problematisch werden würde?", gab sie zurück in beherrschtem Tonfall, als ginge es sie persönlich rein gar nichts an und hätte lediglich ihr distanziertes Interesse ein wenig gekitzelt.
Dabei musste sie an sich halten, um nicht verstohlen zu Emmyth zu blicken, der diese Last des Fortbestands seiner Blutlinie nun nicht mehr alleine tragen musste, auch wenn beide Brüder im Moment sie begehrten und keine von ihrem eigenen Volk. Also nippte sie an ihrem Wein, um sich auf diese Weise davon abzuhalten. Schließlich wollte sie nicht zu viel von dem pikanten Geheimnis verraten, das sie mit den Faelyns verband.
Erst, als ihr Gegenüber zu dem Jüngeren der Brüder hinsah, erlaubte sie es sich, diesem Blick zu folgen. Es entstand eine kurze Pause zwischen ihnen, die am Ende von der Dunklen wieder durchbrochen wurde.
Die junge Frau runzelte leicht die Stirn und nippte erneut an ihrem Glas, um zu verbergen, dass ihr Herz etwas schneller schlug. Nein, sie ahnte es nicht ausreichend, um sich wirklich einen Reim darauf machen zu können, warum sie als Feenkönigin präsentiert worden war. Es hatte wohl etwas mit der Leidenschaft zur Forschung, von der Emmyth ihr erzählt hatte, zu tun, mit der Vorliebe für diese Märchenwesen. Aber darüber hinaus wusste sie nichts.
"Ich fühle mich geschmeichelt, jedoch bezweifle ich, dass es wirklich eine solch große Ehre für mich als Person darstellt. So, wie Ihr von der Familie sprecht, hat sie Einfluss und bislang wirkt sie auf mich auch recht vermögend. Gewiss gibt es unzählige Frauen Eures Volkes, die zur Verfügung für den einzigen Erben stehen. Ich bin gewiss nicht die Erste, die er bei solch einer Gelegenheit präsentiert hat, auch wenn jede Frau sich als diese Eine sehen möchte." Sie schmunzelte und winkte leicht ab, um zu verdeutlichen, dass sie sich dieser Illusion nicht hingeben wollte, dass sie zu realistisch für solche Träumereien war.
Obwohl sie es durchaus gerne glauben wollte, vor allem, weil sich gezeigt hatte, dass der Jüngere der Faelyn-Brüder vor ihr noch keine konkreten sexuellen Erfahrungen gesammelt hatte. Was allerdings nicht bedeutete, dass er nicht schon Angebote von anderen Frauen gehabt haben mochte. Nur... warum hatte sein Vater eigentlich keine Verbindung für ihn organisiert, so, wie es im Adel für gewöhnlich üblich war, gewiss also auch bei den Dunklen? Wieso hatte er ihn nicht zu einer Ehe gezwungen, um das Bestehen der Blutlinie zu garantieren?
Die Reaktion der anderen war fast so etwas wie Ablehnung oder deutete sie den Ausdruck von Missbilligung etwa falsch? Hatte sie es übertrieben oder war sie nicht gut genug gewesen, ihre wahren Absichten zu verbergen? Nun, zumindest wurde sie nicht stehen gelassen. Viel eher wurde Naheliegendes aufgegriffen und bot ihr damit die Gelegenheit, weiter mit ihrem Köder zu winken.
Zeitgleich mit ihrer Gesprächspartnerin seufzte sie und senkte den Blick auf ihre Glas. "Ich muss Euch gestehen, derzeit ist das bedauerlicherweise nicht möglich. Mein Vater... weilt derzeit nicht in Andunie und es besteht keine Möglichkeit einer Kontaktaufnahme zu ihm.", sprach sie langsam, vorsichtig und schielte unter ihren langen Wimpern zu der Dunklen, um keine von ihren Reaktionen zu versäumen, sollte sie zu weit gehen.
Flüchtig beschlich sie obendrein der Gedanke, dass ihre Worte sogar auf zwei Männer zutrafen, aber sofort verbot sie es sich wieder, an ihren Erzeuger zu denken. Damit konnte sie sich ein andermal beschäftigen und auf Mittel und Wege sinnen, diesen Umstand zu ändern. Nun ging es um Alycide van Ikari, als auch um Corax Rabenschrey, wenngleich letzterer vermutlich eher eine Dummheit begehen würde, vor der sie ihn bewahren wollte.
"Wie auch beim Handel benötigt es hierfür die richtigen Kontakte und einen gewissen Einfluss, um zum Ziel zu gelangen." Mit einem weiteren, bedeutungsschwangeren Seufzen ließ sie ihre Worte einen Moment lang in der Luft hängen, ehe sie betont das Thema wechselte, auch, um die Stimmung nicht ins Negative kippen zu lassen.
Dass sie dabei selbst eine Vorlage zur Zweideutigkeit lieferte, war von ihr ausnahmsweise nicht so beabsichtigt worden. Aber es erheiterte die andere sichtlich und das wertete sie als gutes Zeichen. Auch wenn sie unwillkürlich leicht errötete bei der Anspielung, die ihr Erwähnen des Ausreitens hervorrief. So hatte sie es zwar nicht gemeint, doch musste sie zustimmen, hatte auch sie schon die Vorzüge dieser Art Ausritte... kennen lernen dürfen.
Im nächsten Moment wurde es allerdings interessanter und ohne es bewusst zu tun, lehnte sie sich ein wenig weiter vor, um es ihrem Gegenüber zu erleichtern, mit ihr zu tuscheln. Ein feines Lächeln umspielte ihre Lippen, als sie ein Nicken andeutete. "Diskretion ist in unseren Kreisen ein hohes Gut, viele Handelsgeschäfte bauen schließlich darauf.", bekräftigte sie den Eindruck und unterschlug zugleich lieber, dass auch bei ihresgleichen lediglich der Preis stimmen musste, um ein Geheimnis wieder entlocken zu können.
Alles im Leben war schließlich nur eine Frage der Bezahlung, das gehörte zum Geschäft ebenso wie zu einer familiären Verbindung und ähnlichem. Nur bei der Liebe... da traf das nicht zu... theoretisch. Denn wenn der Preis dafür zu hoch war, gab es nicht viele, die bereit waren, ihn zu zahlen. Und wie sah es bei ihr persönlich aus? Wie weit würde sie gehen, um ihren Stiefvater... vor allem jedoch Corax vor dem unbekannten Unglück zu bewahren, das in Kosral auf sie lauerte?
Lautlos seufzend verschob sie die Beschäftigung mit dieser Frage erst einmal auf später und konzentrierte sich lieber auf das Pikante, das ihr anvertraut werden sollte. Ob es wohl Sinn machen würde, die Dunkle zu einem weiteren Glas Wein zu animinieren, um so noch leichter zu ihrem Ziel zu gelangen? Noch glaubte sie nicht recht daran, dass diese so leichtfertig wäre, sich unvorbereitet zu betrinken. Vielleicht wurde ihr hier nur etwas vorgemacht, um sie in Sicherheit zu wiegen? Azura blieb auf der Hut, soweit sie es konnte, und hörte zu.
Obwohl es sie im Stillen ein wenig zu schockieren wusste, was ihr hier gebeichtet wurde. Mehr noch, es weckte Eifersucht und Besitzerstolz zugleich in ihr, dass Emmyth für einen Ausritt der besonderen Art hätte herhalten sollen. Was er wohl dazu zu sagen hätte?
Ein weiteres Mal folgte ihr Blick dem der anderen und sie legte leicht den Kopf schief. "Meint Ihr, er hätte sich darauf eingelassen?", fragte sie und versuchte, dabei vollkommen neutral zu klingen, um nichts von ihren eigenen Gefühlen zu verraten.
Als ihre Gesprächspartnerin fortfuhr, nickte sie voller Verständnis für das Bemühen, die eigene Blutlinie zu erhalten und viel dafür zu tun. Auch ihre Eltern hatten lange mit diesem Thema hadern müssen, bis sie hatten akzeptieren können, dass es kein gemeinsames Kind geben und somit die angeheiratete Stieftochter die Erbin der van Ikaris sein würde. Nicht, dass es die junge Frau gestört hatte, denn ihr war trotz allem klar gewesen, dass ein kleines Geschwisterchen ihr eigenes Leben sowie ihren Status erheblich erschwert hätte. Ihre Mutter hingegen hatte darunter gelitten und mit den Jahren hatte ihre Tochter auch verstanden, warum.
Nun aber ging es um eine andere Familie, deren Bestand bedroht zu sein schien. "Erlaubt Ihr mir die Frage, weswegen Ihr noch keinen Nachwuchs habt? Ihr seid eine Schönheit, besitzt Einfluss und scheint ebenfalls eine einzige Erbin zu sein, wenn ich Eure Worte richtig deute. Kurzum, eine vorteilhafte Partie, die sich gewiss ihre Verbindung so hätte aussuchen können, dass sie Euren eigenen Vorstellungen zupass gekommen wäre.", meinte sie langsam sowie bedächtig, um keinen Ärger oder gar Ablehnung hervorzurufen.
Bis die Sprache wieder auf sie selbst kam und sie obendrein gemustert wurde, dass sie unwillkürlich die Augen für einen Atemzug lang niederschlug. Daraufhin lauschte sie weiterhin, nickte hie und da, ließ ihr Gegenüber jedoch erst einmal ausreden.
Nachdem Stille zwischen ihnen einkehrte, nippte sie an ihrem Glas und schien in Gedanken zu versinken. Tatsächlich überlegte sie, welche Möglichkeiten ihr dieses unerwartete Geständnis eröffnen könnte, musterte die Dunkle zuerst und sah schlussendlich ebenfalls zu den Feiernden hinüber, von denen niemand wirklich Notiz von ihnen zu nehmen schien.
Nach einigen langen Momenten traf sie ihre Wahl und blickte der anderen direkt ins Gesicht. "Und warum müsst Ihr für einen Erben unbedingt heiraten und ihm womöglich ein Kuckucksei ins Nest legen?", warf sie ein und wartete, bis sie erneut die ungeteilte Aufmerksamkeit erhielt, ehe sie wissend in ihr Glas lächelte. Das Gesicht leicht nach unten geneigt, warf sie einen koketten Blick in die Höhe, bevor sie den letzten Schluck nahm.
Dann zuckte sie leicht mit den Schultern und wies diskret mit ihrem nun leeren Glas auf die Feiernden. "Ihr braucht jemanden, der Euren Namen und Euer Haus weiter führt, doch durch eine Heirat würdet Ihr zur Familie Eures Gatten zählen, oder etwa nicht? Warum also nicht gleich einen Mann suchen, der keine Chancen darauf hat, Euch Eure Freiheit und Eure Wurzeln nehmen, dafür aber ein Kind geben kann? Wäre das keine Option für Euch, mit der passenden Hintergrundgeschichte zur Herkunft Eures Erben? Immerhin wäre dies ein Gewinn für beide Seiten. Er, wer auch immer er wäre, bekäme die Gelegenheit eines unvergesslichen Erlebnisses, und Ihr müsstet Eure Linie nicht aussterben sehen."
Natürlich war auch ihr bewusst, wie es aussah, wenn eine ledige Adelige plötzlich mit einem Bastard daher käme, sofern sie keine Ehe mitsamt Witwenschaft vorgaukeln konnte oder wollte. Aber das galt für gewöhnlich für junge, leichtgläubige Mädchen, die ihren Wert dadurch ruinieren würden. Wie sah es hingegen mit einer gestandenen, einflussreichen Frau aus? Noch dazu von einem Volk, das anscheinend viel offener im Umgang mit derartig Pikantem zu sein schien? So etwas würde selbstverständlich ein Skandal sein, jedoch würde sich die Entrüstung sicherlich legen und obendrein traute sie ihrem Gegenüber so einiges an Einfluss zu, um ihren Bastard zu schützen.
Während sie noch ihren eigenen Vorschlag sacken ließ, bekam sie ihrerseits einen Ratschlag, der ihre Wangen erröten ließ und dafür sorgte, dass sie sich flüchtig auf die Unterlippe biss. "Sofern eine Eheschließung zustande kommen kann. Ich hatte noch keinerlei Gelegenheit, mit meinem Vater darüber zu reden oder zu erfahren, was sein Vater von solch einer Verbindung denkt. Oder mir zu überlegen, ob ich das will und welche Veränderungen es für mich bedeuten würde. Als Erbin meiner Familie und deren Kontakte...", sprach sie und fügte in Gedanken hinzu:'Und für wen der beiden Brüder ich mich entscheiden würde, wenn mich überhaupt beide fragen würden...'
Corax war der Mann, den sie liebte, aber auch Emmyth bedeutete ihr inzwischen so einiges und sie wusste nicht, wie sie einen von ihnen aufgeben könnte für den anderen. Allerdings wäre eine Ménage a trois auf Dauer auch nicht machbar, nicht fair gegenüber den Zweien. Nur... eine Entscheidung zu treffen war schon jetzt kaum noch möglich für sie, nach so kurzer Zeit. Wie sollte sie das nur schaffen, sollten sie die Andunierin vor die Wahl stellen? Auch wenn dafür Corax erst einmal heil zurück kommen musste...
Ihre Hand wanderte hoch und tastete instinktiv nach jener Stelle in ihrem Mieder, an der die Perle verborgen nahe an ihrem Herzen ruhte. Es war nicht der rechte Moment, um sie hervor zu holen, aber sie zu spüren gab ihr ein beruhigendes Gefühl, denn sie wollte fest daran glauben, dass sie sich bislang nicht verfärbt hatte.
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Re: Das Anwesen der Faelyns

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 14. August 2025, 15:17

Azura setzte ihre Schritte im Kreis der dunkelelfischen Gesellschaft immer sicherer, so wie sie es beim Tanz mit Lady de Vrinn getan hatte. Ihre Intuition signalisierte ihr, dass sie hierher gehörte. Es kam nicht auf die Herkunft an, sondern auf den Stand! Im Adel wusste sie sich zu bewegen, kannte die Choreographie und besaß ein wachsames Auge dafür, sich nicht von Kleinigkeiten ablenken zu lassen. Andererseits ertappte sie sich selbst immer wieder dabei zu Emmyth herüber zu schauen. Sie konnte hierbei jedoch argumentieren, dass der jüngere Faelyn für sie längst keine Kleinigkeit mehr war. Was sie da mehr aus der Bahn zu bringen versuchte, war sein Spielzeug, das er ihr so zärtlich eingeführt hatte. Es verweilte noch immer in ihrem Schoß, schien sich nach dem Tanz aber endlich eine Pause zu gönnen, so wie sie und die betagte Dunkelelfe an ihrer Seite.
In einer geschützten Nische des Gartens fanden sie die Möglichkeit, ihre Füße ruhen zu lassen und ein wenig zu plaudern. Endlich ergab sich für Azura die Gelegenheit, ihren eigentlich Plan zu verfolgen. Trotz all der Annehmlichkeiten, dem gewohnten Gefühl von Sicherheit auf dem Fest einer gehobenen Gesellschaft, ließ sie der Gedanke natürlich nicht los, dass sie hier war, um die Rettung ihres Vaters einzuleiten. Sie ging inzwischen auch davon aus, Corax aus einem Schlamassel heraus helfen zu müssen. Allein schon, dass er frühzeitig und ohne sie losgeflogen war, bedeutete, dass er sämtliche Pläne über den Haufen warf und instinktiv handelte. In Jezebel de Vrinns Beisein konnte Azura es jedoch nicht riskieren, nach der zurückgelassenen Perle zu schauen. Sie musste darauf hoffen, dass sie weiterhin mit milchig weißer Oberfläche glänzte.
Also konzentrierte sie sich darauf, so viel wie möglich bei den geladenen Gästen zu erreichen. Da sie zu Jezebel bereits einen gewissen Zugang gelegt hatte, blieb sie zunächst an ihr haften. Im Plauderton vermittelte sie immer wieder, dass Andunie sich auf andere Weise Stärke und Stabilität erarbeitet hatte als durch eine große, militärische Macht. Handel und Beziehungen waren der Schlüssel der Hafenstadt. Damit traf sie offensichtlich auf offenes Gehör. Lady Jezebel betrachtete sie aufmerksam, ohne gelangweilt zu wirken. Ihre violetten Augen vermittelten einen klaren Geist. Ihr Schweigen ließ auf Interesse schließen. Möglicherweise suchte aber auch sie hier nur auf dem Fest nach Wegen, Informationen zu sammeln und Azura gab sie ihr bereitwillig. Azura durfte allerdings schnell erkennen, dass es die Ältere aus anderen Gründen zu der Feier gezogen hatte. Ihre Augen striffen den jungen Gastgeber mindestens ähnlich häufig wie Azuras Blicke. Schließlich vertraute sie der Anduniern sogar an, dass sie versuchte, den Fortbestand ihres Hauses zu sichern und zugleich gab sie einen Hinweis darauf, schlechte Chancen zu sehen. Sie war älter als Emmyth und offensichtlich nicht sein Beuteschema. Ein Kompliment über Azuras Auftreten als Feenkönigin folgte. Die Dunkelelfe wusste um Emmyths kleine Passion.
"Ich fühle mich geschmeichelt, jedoch bezweifle ich, dass es wirklich eine solch große Ehre für mich als Person darstellt. So, wie Ihr von der Familie sprecht, hat sie Einfluss und bislang wirkt sie auf mich auch recht vermögend. Gewiss gibt es unzählige Frauen Eures Volkes, die zur Verfügung für den einzigen Erben stehen. Ich bin gewiss nicht die Erste, die er bei solch einer Gelegenheit präsentiert hat, auch wenn jede Frau sich als diese Eine sehen möchte."
"Ihr seid bezaubernd naiv!". lachte Jezebel auf. Dann gönnte sie sich einen Schluck aus ihrem Glas, um Azura noch einmal zu mustern. "Krönt euch zu seiner Königin und lässt Euch im Unklaren. Nun, er hat noch kein Händchen für Frauen." Sie neigte sich vor, um Azura mit einer sanften Geste den Kopf zu drehen, damit sie erneut zu Emmyth herübersehen konnte. Dabei lehnte Jezebel sich dicht an das Ohr der anderen. Ihr Atem streichelte sie warm beim Sprechen: "Ihr seid wahrlich die erste Frau, mit der er sich überhaupt präsentiert. Ob aus Sympathie oder Zwang heraus vermag ich nicht zu sagen, aber das Haus Faelyn ist lange nicht mehr so mächtig wie er Euch vorgaukelt. Tatsächlich hängt sein Fortbestand am seidenen Faden und da können finanzielle Mittel auch nur wenig ändern. Der Adel weiß, dass es gesundheitlich sehr schlecht um das Oberhaupt steht. Emmyth ist der einzige Erbe, allerdings ebenso ein Taugenichts. Alles, was ihn interessiert, ist seine Forschung, die Alchemie, Feen..." Jezebel lehnte sich wieder etwas zurück, wobei sie Azuras Gesicht endlich losließ. Nachdenklich gar betrachtete sie sich die Menschin. "Wenn man als Frau jedoch die Schönheit und Jugend einer Fee mitbringt, bedarf es nur eines exotischen Kostüms und eines Diadems, um alles Vorzüge genießen zu dürfen. Es scheint mir, Ihr seid die Hoffnung, die sein Vater jetzt braucht. Das Haus Faelyn riskiert Mischblut, auch in dem Wissen, Kontakte zu einigen konservativen Häusern zu verlieren. Offenbar setzt man auf andunische Kontakte, von denen Ihr mir so schwärmerisch erzählt habt. Es wäre die letzte Chance, diese Blutlinie zu retten."
Erneut verzog sich Jezebels Mund in einen säuerlichen Ausdruck. Missbilligung war es nicht, eher Frustration. Ohja, sie war frustriert. Sie hatte Azura von ihren eigenen Problemen erzählt. Das Haus de Vrinn kämpfte ebenfalls um den Fortbestand und sie sah in einer Verbindung aus ihr und Emmyth eine Möglichkeit, dem entgegenzuwirken. Da sein Interesse nun aber eindeutig einer Andunierin galt, würde Jezebel sich etwas Neues einfallen lassen müssen. Natürlich war es frustrierend, wenn die Pläne nicht aufgingen.
So tragisch es war, genau hier ergab sich noch einmal die Möglichkeit für Azura, auf ihre eigenen Probleme aufmerksam zu machen. Sie drehte es so, dass jegliche Bemühungen seitens des Hauses Faelyn, sie und Emmyth zueinander zu bringen, ohne den Segen ihres Vaters nichtig wären. Und jener befand sich nun einmal nicht in der Stadt.
"Mein Vater... weilt derzeit nicht in Andunie und es besteht keine Möglichkeit einer Kontaktaufnahme zu ihm."
"Es ist nicht schwer, Euch zu lesen"
, betonte die Dunkelelfe, ehe sie fast mütterlich ihre Hand nach Azura ausstreckte. Nein, nicht mütterlich, obwohl die Geborgenheit mit der von Aquila zu vergleichen war, als die schwarzen Finger ihren Unterarm entlang glitten und schließlich einen Schutz über ihrem Handrücken bildeten. Lady Jezebel trug ein paar Ringe mit Amethysten, die gut zu ihren Augen passten. Einer allein musste eine verarmte Bauernfamilie für einen Monat oder länger sorgenfrei leben lassen können. "Ich nehme an, Euer Vater ist ebenso ein Mensch wie Ihr. Ihr könnt mich nicht täuschen! So schön ihr auch seid, für eine Fee seid Ihr zu groß." Sie kicherte, ehe sie wieder überraschend ernst wurde, geradezu ... mitfühlend. "Tot wird er nicht sein, das passt nicht zu Euren Ausführungen. Wo steckt er, Euer Vater?"
Azura hatte die Angel ausgeworfen, mit sich selbst und ihrer tragischen Geschichte als Köder. Lady Jezebel hing nun am Haken. Eine bessere Gelegenheit würde sich wohl kaum ergeben, aber noch durfte sich Azura nicht siegessicher sein. Die Leine musste mit Bedacht eingezogen werden, damit sich der Fisch nicht im letzten Moment vom Haken riss. Wenn sie es geschickt anstellte, könnte sie genau jetzt die richtigen Entscheidungen treffen, um nicht nur Corax und ihrem Vater zu helfen, sondern auch ihre Mutter stolz zu machen ... und vielleicht bei Emmyth Eindruck zu schinden.
Jezebels Frage traf bei ihr jedoch noch einen weiteren Nerv. Wo steckte ihr Vater? Tja, welcher von beiden denn? Alycide van Ikari, ihr Stiefvater und jener, der ihr eindeutig mehr am Herzen lag, befand sich den Informationen nach in Kosral wie viele andere einflussreiche Adlige und Kaufleute Andunies. Was die Dunkelelfen dort mit ihm anstellten und warum sie ihn nicht getötet hatten - sie konnte es nur hoffen! - blieb ihr ein Rätsel. Aber sie musste irgendwie dafür sorgen, dass er zu ihr und Aquila zurückkehrte.
Doch was war mit ihrem anderen Vater, mit ihrem Erzeuger? Wo steckte Kjetell'o? Beide hatten sich unter ungünstigen Umständen getrennt. Zuerst war es Azura gewesen, die mit ihm in Streit geraten war, so dass Kjetell'o erstmals die Beherrschung verlor. So stark gar, dass er in Flammen aufgegangen war. Anschließend schien er nachgedacht zu haben und war sogar über seinen Schatten gesprungen, zum Haus der van Ikaris gegangen, um mit ihr und Aquila zu sprechen. Ihre Mutter hatte ihn abgewiesen - mit einer Ohrfeige. Sie würde sich wohl niemals wieder mit ihm versöhnen und Kjetell'o hatte endgültig akzeptieren müssen, dass er eine Tochter gezeugt, aber den Kontakt zu ihr verloren hatte. Wie er damit wohl zurecht kam? Azura hatte sich zuletzt nicht gerade erfreut gezeigt, dass er überhaupt in ihr Leben getreten war. Jetzt war er fort, vielleicht für immer. Sie konnte nur hoffen, dass er vorerst sicher war, denn sie musste sich auf jenen Vater konzentrieren, der noch immer einen Platz in ihrem Herzen besaß.
Sie musste ihm irgendwie helfen, aber das war nicht so einfach. "Wie auch beim Handel benötigt es hierfür die richtigen Kontakte und einen gewissen Einfluss, um zum Ziel zu gelangen.", führte sie gegenüber Lady Jezebel aus. Die Dunkelelfe musterte Azura einen Moment lang. Dann blitzte es in ihren Augen und beinahe amüsiert hob sich ihr Mundwinkel an.
"Ihr sprecht von Kontakten zu mir", legte sie die Karten offen auf den Tisch. "Der Einfluss des Hauses de Vrinn besteht nach wie vor. Wir kämpfen um den Fortbestand, aber gelten immer noch als machtvoll. Das hat man mir zu verdanken."
"Erlaubt Ihr mir die Frage, weswegen Ihr noch keinen Nachwuchs habt? Ihr seid eine Schönheit, besitzt Einfluss und scheint ebenfalls eine einzige Erbin zu sein, wenn ich Eure Worte richtig deute. Kurzum, eine vorteilhafte Partie, die sich gewiss ihre Verbindung so hätte aussuchen können, dass sie Euren eigenen Vorstellungen zupass gekommen wäre."
"Ich dachte, das wäre längst offensichtlich", säuselte die Dunkelelfe. Sie kam Azura erneut sehr nahe. Ihr Atem besaß jetzt eine seichte Note des Weines, den sie zuvor getrunken hatte. Er war schwer, so wie ihr Blick, der sich auf ihr Gegenüber legte. Die dichten Wimpern bildeten einen schwarzen Rahmen um rauchiges Violett. Jezebel war Azura nun so nahe, dass ihr draller Busen sich gegen ihr eigenes Dekolletée drückte und beide sich etwas anhoben. Azura spürte harte Knospen, die sich in ihr Gewebe bohren zu wollen schienen. Sie rieben am Stoff ihres Kleides, als Lady de Vrinn tief aufseufzte. Schließlich zog sie sich zurück.
"Ich bin kein Einzelkind, habe unzählige Geschwister. Verzeiht, ich muss mich korrigieren: Hatte. In Morgeria erkämpft man sich seinen Weg an die Spitze er Erbschaft mit anderen Mitteln. Das Risiko ist der Verlust des Fortbestands, aber noch besitze ich einen jüngeren Bruder, der alles retten könnte. Vorausgesetzt, er lässt seinen Patriotismus fahren und kehrt lebendig aus dem Eroberungsfeldzug zurück. Da ich nun schon länger nichts mehr von ihm gelesen habe, muss ich jedoch davon ausgehen, dass ich die letzte Verliebene der de Vrinn bin. Deshalb wird es Zeit, eigene Vorzüge in den Hintergrund zu stellen und ... nun ja ... zu gebären." Sie seufzte auf.
"Und warum müsst Ihr für einen Erben unbedingt heiraten und ihm womöglich ein Kuckucksei ins Nest legen? Ihr braucht jemanden, der Euren Namen und Euer Haus weiter führt, doch durch eine Heirat würdet Ihr zur Familie Eures Gatten zählen, oder etwa nicht? Warum also nicht gleich einen Mann suchen, der keine Chancen darauf hat, Euch Eure Freiheit und Eure Wurzeln nehmen, dafür aber ein Kind geben kann? Wäre das keine Option für Euch, mit der passenden Hintergrundgeschichte zur Herkunft Eures Erben? Immerhin wäre dies ein Gewinn für beide Seiten. Er, wer auch immer er wäre, bekäme die Gelegenheit eines unvergesslichen Erlebnisses, und Ihr müsstet Eure Linie nicht aussterben sehen."
Jezebel stellte ihr Glas beiseite. Sie griff an ihren Gürtel, von dem sie einen kleinen Handfächer löste. Sie klappte ihn auf und fächelte sich ein wenig Luft zu. Hinter den mit Fliedern verzierten Blättern verbarg sie ein breitetes Lächeln. Dann klappte sie das Kleinod wieder zusammen und reichte es Azura, falls auch sie Bedarf für ein wenig Erfrischung hatte. "Es überrascht mich, dass Andunie an einigen Stellen weniger zivilisiert wirkt als meine Heimat. Als hätte ein Mann größeres Vorrecht bei der Eheschließung! Das ist ja lächerlich!" Sie hob einen Finger an. Azura erhielt nun Einblick in die gesellschaftlichen Regeln Morgerias oder zumindest jene, an die das Haus de Vrinn sich hielt. Es musste schließlich nicht für alle Morgerianer gelten. Die Lady hatte bereits konsverative Häuser erwähnt, die nicht einmal Mischblut akzeptierten. "Macht und Einfluss entscheiden darüber, welches Haus bestehen bleibt, nicht das Geschlecht derer, die eine Ehe eingehen. Würde ich also doch noch das Glück haben, Emmyth Faelyn vor einen faldorischen Priester zu ziehen, käme das Haus de Vrinn gestärkt aus dieser Verbindung hervor. Somit wäre ich in der Ehe auch am längeren Hebel, das Oberhaupt beider Häuser, sofern ich in meiner Güte gestatte, dass Faelyn fortbestehen darf. Dafür müsste ich aber einen Erben pro Haus gebären und de Vrinn hätte das Vorrecht. Ihr seht, verehrte Feenkönigin, dass das eigene Geschlecht keine hohe Bedeutung hat und einem die Wege nicht versperrt, wenn man dunkle Adlige ist. Mischblütige hingegen und Bastarde sind ein Frevel in der eigenen Familie und Grund genug, auch die Eltern, die eine solche ... Missgeburt gezeugt haben, mit ihr zusammen aus dem Stammbaum zu entfernen. Natürlich sind das konservative Ansichten. Man muss wachsam sein, auf welches Haus man sich einlässt und wie der mögliche Partner zu alldem steht. Ansonsten erwacht man mit einem Messer an der Kehle." Sie lächelte kokett. Der Ausdruck wich allerdings schnell einem Blick, den Azura in letzter Zeit auch bei ihrer eigenen Mutter gesehen hatte. Die Männer Celcias mochten Kriege mit dem Schwert führen, ihre zurückgelassenen Frauen aber oder jene, die noch einen Mann benötigten, kämpften auf andere Weise um das Überleben. "Emmyth Faelyn wäre die beste Partie, die ich aktuell wählen könnte. Vielleicht..." Ihre Augen hefteten sich an Azura fest. "Vielleicht könnten wir uns gegenseitig helfen. Ich brauche ihn nicht auf Dauer, sondern nur ... Ihr wisst schon." Sie deutete eine mehr als obszöne Geste an, die für eine Dame ihres Standes gewiss nicht üblich war. Und offensichtlich blieb diese auch nicht unbemerkt.
Nahe des Zentrums der Feierlichkeiten, quiekte der blonde Andunier mit dem seltsamen Hut auf, ehe er an seinen Hals griff und plötzlich ein glockenhelles Klingeln zu hören war. Anschließend zückte er sein schwarzes Büchlein und kritzelte eifrig darin herum. Emmyth, der noch immer neben dem seltsamen Fremden stand, schaute neugierig zu Azura und Jezebel herüber, offenbar unschlüssig, ob er mal nach ihnen sehen sollte.
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