Das neue Heim

Die Gebäude hier zeigen deutlich den Stand eines Bürgers in Morgeria. Niedere leben in heruntergekommen Barracken, Krieger & Söldner in bunkerartigen Unterkünften oder Zelten. Mächtige Familien leben in finsteren Anwesen, die kleinen Schlössern gleichen.
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Erzähler » Montag 7. August 2023, 09:41

bei Kazel:
"Hilf ihm."
Tods Kühle erreichte Kazel noch bevor seine Stimme in den Tiefen seiner eigenen Gedankenwelt die Ellenbogen ausfuhr und sich nach vorn schob.
Ich hoffe, du erwartet nun nicht, dass ich ihm helfe, indem ich seine Seele hole.
Die Frage stellte er mit einem Schmunzeln.
„Schwarzer Humor? Ich bin erfreut!“
, dann war Tods Grabeskälte aber auch schon wieder fort. Der Meister hatte viel zu tun. Vranyk brauchte Hilfe im Reich des Lebens. Da konnte er nur ein Freund sein... kein Geselle des Gevatters. Kazel legte das Buch mit der Hybridenliste darin zurück auf den Tisch. Er klappte es zu, dass der Windstoß etwas Staub aufwirbelte.
"Es ist an der Zeit, dieses Kapitel abzuschließen. Das erlöst dich aber noch nicht aus deiner Pflicht. Du hast dem Sammler gedient, diese Listen für ihn geführt. Er ist nicht mehr. Nun ... dienst du mir."
Kazel sprach mit Strenge, als duldete er nicht, dass Vranyk diesem Schicksal jemals entkommen sollte. Aber er wollte nur unterstreichen, dass er sich um ihn kümmern würde, wie der Sammler es versprochen, aber mit bitteren Methoden umgesetzt hatte. Er würde nicht so wie früher sein. Er wollte Vranyk eine Chance geben. Er wollte ihm helfen und der Tierwart sah auf. Das war ein gutes Zeichen, denn sanfte Worte, leises Säuseln hätte ihn bestimmt nicht erreicht. So wie Kazel mit ihm sprach, so nahm er ihn in die Pflicht und gab ihm ein Ziel vor. Vranyk musste nur danach greifen...
"Ich möchte, dass du ins Anwesen ziehst. Such dir ein Zimmer, das deinen Wünschen entspricht. Dieser Ort ist zu dunkel, selbst für Pferde. Lass ihn abreißen und meinetwegen neu aufbauen. Das überlasse ich dir. Du wirst diesen Flecken Boden verwalten."
Kazel schob ihm das Buch zu.
"Ich möchte, dass du ein neues Buch anlegst. Wie du die Listen darin organisierst, ist ebenfalls dir überlassen. Aber du wirst sie führen. Sademos' Heim bleibt ein Ort, an dem Hybriden untergebracht werden sollen. Da du schon Kenntnisse darin hast, wirst du sie beschaffen. Suche überall in Morgeria und sammle die potenziellen Kandidaten ein. Trage sie in die Listen ein, nachdem sie im Anwesen untergekommen sind."
Er ließ diese Information in einer Pause sacken. Vranyks Stirn runzelte sich zwar kurz, aber er unterbrach den Mischling nicht. Dann wurde Kazels Stimme endlich weicher und auch leiser, damit niemand außer Vranyk die Informationen nun hören sollte.
"Dieses Haus ist nun eine Zuflucht für Hybriden. Du findest sie, du bringst sie unter und mit Hilfe der anderen unserer Gemeinschaft lässt sie aus Morgeria entkommen. Trage jeden von ihnen ein, damit du deine Fortschritte siehst und höre nicht auf, bis du nicht mindestens ebenso viele Tausend Namen gerettet hast wie Sademos dich zwang, sie zu töten. Du wirst ein Gleichgewicht für deine Taten schaffen und jeder Name darüber hinaus wird Vergebung sein."
Starr sah der Dunkelelf zu ihm auf, aber er hatte Tränen in den Augen. Kazel ging in die Hocke, um Blickkontakt zu Vranyk zu vertiefen.
"Mach mich stolz. Mach deinen Bruder stolz. Vor allem aber verzeih dir. Dry'ol und du hast getan, was nötig war, damit ihr überlebt. Jetzt hilf anderen, zu überleben. Janay und ich müssen bald weiterziehen ... auch ich habe ein Gleichgewicht zu schaffen."
Eine Hand griff nach Kazels Unterarm und es wirkte wie ein Versprechen unter Jägern.
"Zissus wird dich beaufsichtigen und kann dir ein Ansprechpartner sein. Alle anderen Hybriden meines engsten Kreises unterstehen in Bezug auf deine Aufgabe deinen Entscheidungen. Du wirst es gut machen, weil du es dir zu Herzen nimmst. Jemanden wie dich brauchen die Hybriden hier. Ich verlass mich drauf, dass du es in meiner Abwesenheit händelst, Vranyk."
Kazel erwiderte den festen Druck und schenkte ihm ein Mut machendes Lächeln. Vranyk stand auf, die beiden Männer hielten sich dabei weiter an den Armen. Der Druck, das Band wurde gefestigt und der Dunkelelf nickte ein paar mal. Dann sah er Kazel fest in die Augen:
„Ich werde tun, was du verlangst. Ich werde das Unrecht wieder gut machen!“
Damit entließ er Kazels Arm und atmete tief durch. Er überlegte laut:
„Ein Zimmer im Haupthaus...“
Sein Kopf wandte sich zur Wand und de irgendwo dahinter liegenden Anwesen.
„...ein Zimmer... ich brauche eines, das mir Hoffnung gibt.“
Dann erhellte sich plötzlich seine Züge und er lachte kurz und ein wenig bitter klingend auf.
„Ich weis, welches ich nehme. Ist es erlaubt eine Wand einzureißen?“
Kazel wusste nicht warum, also was sprach dagegen?
„Sademos war so wütend, dass sie damals entkommen ist, dass er ihr Zimmer hat zumauern lassen. Ich würde gern genau dort jede Nacht meinen Frieden finden, in dem Wissen, das es wenigstens eine Seele aus eigener Kraft geschafft hatte ihm zu entkommen. ...etwas, dass ich nie geschafft habe.“
Gehorsam aus Prinzip war den Brüdern anerzogen worden. Plötzlich ruckten seine Brauen hoch.
„Wir sollten das Kopfgeld zurück ziehen, dass er auf sie ausgesetzt hat. Verjährung passt als Begründung...hm... Nein, das hätte Sademos nie getan. Sie hat ihn mit ihrer Flucht tief getroffen. Sie... sie sollte das letzte Opfer für den... Sie war... besonders. Ich habe sie manchmal flüstern hören, sie solle seine Braut werden...“
Vranyk atmete noch mal tief durch.
„Es ist gut, dass sie fort ist und es ist gut, dass du hier bist! ...Wann wirst du denn gehen? Zissus wird alles mit mir besprechen, ja? ER hat sich das ausgedacht, oder?“
Ein Mundwinkel hob sich leicht. Vranyk kannte den Pfauenmann gut.
„Er ist ...ein Guter! Auch wenn ich seine Neigungen nie verstanden habe. Er wollte immer echte Federn...“
Vranyk zuckte mit den Schultern.
„Ist in Ordnung. Kannst mich allein lassen. Ich werde noch ein paar Sachen hier zusammen suchen und dann … alles nieder reißen. Ich brauch das! Als Abschluss. Hier.. hier ist viel...“
...schlimmes passiert. Er sprach es nicht mehr aus, sondern wappnete sich für den Abschluss dieses Kapitels in seinem Leben, so wie Kazel es auch gerade tat. Er wandte sich dem Schreibtisch zu und begann einige wohl persönliche Gegenstände zusammen zu sammeln. Ein kleiner nachtblauer scheinbar selbst gehäkelter Beutel fiel ihm dabei in die Hände und ließ ihn abermals lächeln. In diesen Schublanden, in diesen Zellen, ja in diesem Anwesen war viel schreckliches geschehen, aber es verbargen sich auch kleine glückliche Momente in Form von Geschichten an diesem Ort.
„Du...und Zissus... ihr habt Recht! Es ist wichtig eine Aufgabe im Leben zu haben. Ich glaubte, ich habe dieser einen Seele damals genau das gleiche Geschenk machen können. Ich hatte ihr dieses Wollknäuel zugesteckt... ich wusste, es war magisch und endete nie. Sie brauchte etwas, dass sie in den einsamen Stunden der Gefangenschaft tun konnte. Sie... häkelte sofort drauf los...“
Er schnaufte einmal amüsiert, tief in Erinnerungen versunken.
„Du hättest sie gemocht, denke ich. Er hat sie nie gebrochen. Selbst als sie lernen musste selbst zu foltern...“
Das Lächeln schmolz wieder etwas zusammen, aber es waren Erinnerungen, die gut waren. Vranyk hob den Beutel an. Er war simpel, ohne jegliches Muster, aber fest und engmaschig verarbeitet.
„Den hat sie für mich gemacht.“
Das Geschenk einer Sklavin, die ihrem Ende, vielleicht sogar einem schlimmeren Schicksal harrte und doch nie aufgegeben hatte.
„Ich ziehe in ihr Zimmer. Das wird mich jeden Tag daran erinnern, dass ich nie aufgeben darf. Und den hier...“
Er drückte ihn Kazel in die Hand und ließ ihn gleich wieder los, damit er ihn nicht zurück geben konnte.
„Den nimmst du! Er ist nichts wert, aber er trägt viel Lebensmut in sich.“
Dann nickte er noch mal und wandte sich mit glitzernden Augen ab um eine schmale Stiege neben dem Schreibtisch hinauf zu steigen. Dort oben war vermutlich sein bisheriges Zimmer gewesen.
Kazel blieb mit dem kleinen Beutel in der Hand zurück. Und auch wenn das alles schwer, traurig und ...endlich war, so fühlte er doch den kühlen stolzen Blick sphärischer Augen auf sich. Er hatte es gut gemacht. Alles musste enden. Und das hier war ein gutes Ende.

Ein neues Kapitel wurde aufgeschlagen. Die Seiten der ewigen Geschichte im Buch des Schicksals füllten sich immer weiter. Kazel hatte letzte Aufgabe hier vollbracht und vielleicht glitt damit auch ein bisschen Last von seinen Schultern. Jetzt galt es nur noch seine Liebste bei ihrer Aufgabe hier unterstützen und selbst da hatte das Schicksal Arina einen großen felligen Bären an die Seite gestellt, der anscheinend jede ihrer Stimmungsschwankungen roch. Janay hatten sich wieder für ein Weilchen getrennt gehabt, aber jetzt wurde es Zeit, dass er zu ihr zurück kehrte.
Die Küche wartete. Dort waren immer alle irgendwann anzutreffen.
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Janay » Montag 14. August 2023, 02:03

Auf der einen Seite wollte sie möglichst viel Zeit mit Kazel verbringen, vor allem bei all ihrer Sorge darum, dass er sie, wie alle Männer in ihrem bisherigen Leben, irgendwann einmal satt haben würde. Dabei kam sie allerdings auch allmählich auf den Geschmack, einfach nur in seinen Armen zu liegen und sich von ihm halten zu lassen, ohne dass sie sich ständig der körperlichen Lust hingeben mussten.
Auf der anderen Seite hingegen wollte sie natürlich auch zu ihrer Schwester, wollte bei ihr sein, mit ihr reden und die Hoffnung nicht aufgeben, dass sie ihr nach all den Jahren wenigstens jetzt helfen könnte, nachdem sie diese ins Unglück gestürzt und allein gelassen hatte damals. Doch da war eben auch die Angst vor diesen Begegnungen, von den Gesprächen, davor... erkennen zu müssen, dass das Band, das sie früher so fest miteinander verbunden hatte, zerrissen wäre. Dass etwas mit Arina geschehen war, das all ihre Vorstellungen zerstören und sie desillusionieren würde. Deswegen hatte sie es so lange wie möglich aufgeschoben.
Aber nun war es soweit, der Duft aus der Küche zog sie wie magisch an und ließ ihren Magen ordentlich danach verlangen. Und dann war sie da, stand in der Tür und beobachtete ihre Schwester, wie sie beinahe wie früher dabei war, das Essen zu zubereiten. Und wie früher wollte sie das Gespräch mit einem kleinen Scherz, einer Frotzelei beginnen, anknüpfend an so manche Szene von damals, in der sie etwas angestellt hatte und ihr nicht nur einmal gedroht worden war. Niemals im Ernst, höchstens in Bezug darauf, ihr die Ohren gehörig lang zu ziehen, sodass sie beide gewusst hatten um die Symbolik und die Notwendigkeit einer Versöhnung.
Diesmal jedoch ging ihre Begrüßung gehörig daneben und das entsetzte Janay, obwohl sie sich darum bemühte, sich dieses Gefühl so wenig wie möglich anmerken zu lassen, als sie trotz ihrer Worte langsam näher kam. Dabei musste sie zusehen, wie die Ältere starr wurde und auf ihre verhüllten Arme stierte, sodass ihr erst dadurch bewusst wurde, was sie ihr vor ihrem Zusammenbruch gezeigt hatte.
Ihr wurde mulmig zumute und wäre ihr knurrender Magen nicht gewesen, sie hätte vermutlich keine Idee gehabt, um dieses unangenehme Schweigen rasch durchbrechen zu können. Ganz so, als könne sie damit vergessen machen, was sie davor gesagt hatte. Auch bewegte sie sich, der Duft war einfach viel zu verlockend.
Mit sorgenvollem Blick ging sie auf ihre Schwester zu und wollte auch an ihr vorbei, in dem Glauben, es wäre nach diesem Beginn besser, sie in Ruhe zu lassen. Da wurde sie plötzlich gepackt und erstarrte vor Schreck mitten in der Bewegung. Schon schluckte sie schwer und glaubte an eine Schelte, als sie die Worte der anderen vernahm. Die junge Frau wurde blass um die Nase und ihr Kopf ruckte herum, entsetzt blickte sie zu Arina und spürte, dass ihr die Tränen zu kommen drohten.
Ehe sie aber widersprechen und den Irrtum aufklären konnte, verließ den Griff die Kraft und sie wurde anderweitig weiter gezogen. "Ina...", wisperte sie tonlos und voller Schuldgefühle.
In diesem Moment spürte sie einen warmen Atem an ihrer Wange und ihre Ohren zuckten leicht bei der Stimme so dicht daran. Das Brennen in ihren Augen verstärkte sich und eine Träne löste sich, um sich langsam ihre Bahn über ihre kühl gewordene Haut zu suchen.
Indes kümmerte sich dieser große Bär von einem Mann umso zärtlicher um ihre Schwester, dass sie trotz all des Schmerzes und der Selbstvorwürfe fühlen konnte, wie sich ein feines Lächeln in ihren Mundwinkel schlich. Sie freute sich... ganz ehrlich, sie freute sich darüber, was sie hier beobachten durfte, ganz gleich, ob die Beiden als Paar zusammen passen könnten oder nicht. Es war dieser Moment, dieser eine Moment, der ihr Hoffnung darauf machte, dass es für Arina besser werden konnte. Diesen wollte sie nicht zerstören oder sich gar hinein drängen, sodass sie an Ort und Stelle verharrte, bis sie direkt angesprochen wurde.
Sofort erlosch dieses stille Lächeln und machte ihrem Schuldbewusstsein Platz. Auch schluckte sie einmal leer. Erst danach fand sie die Kraft, sich langsam zu nähern. "Hm... heißt naschen auch, dass ich alles allein verputzen darf?", fragte sie in einem neuerlichen Versuch, an alte Zeiten anzuknüpfen und daran, dass sie es oft versucht hatte. Und meistens dabei erwischt worden war, mit den entsprechenden Konsequenzen.
In der Zwischenzeit hob ihre Schwester bereits den Deckel an und der Duft der Äpfel drang beinahe sofort an ihre Nase, sodass ihr das Wasser im Mund zusammen lief. Hastig überwand sie die letzte Distanz und griff fast schon gierig nach der gefüllten Schüssel. Hätte sie direkt einen Löffel gehabt, sie hätte ohne Rücksicht auf Verluste eine große Portion in sich hinein gestopft und nicht darauf geachtet, dass sie sich dabei alles mögliches verbrennen könnte, so frisch war das Mus.
Stattdessen nahm sie ihren Finger... und bereute es sofort bei dem Gefühl auf der Haut, sodass sie ihn rasch hervorzog und schüttelte, um ihn zu kühlen, ehe sie ihn, einem kleinen Kind nicht unähnlich, in den Mund steckte. Ein Bisschen etwas von dem Geschmack erhielt sie dadurch allerdings auch und verdrehte vor Genuss die Augen. Erst bei der Frage blinzelte sie und kehrte aus dem Himmel aus Mus zurück.
Einen Moment lang überlegte sie, schmeckte dem ersten Eindruck nach und schüttelte dann den Kopf. "Nein, es ist perfekt.", erwiderte sie ehrlich und tauchte den geschundenen Finger, wenngleich diesmal vorsichtiger, erneut ein, um mehr naschen zu können.
Dann grinste sie und versuchte es ein weiteres Mal auf ihre früher so typische, freche Art:"Also, ich bekomme das da alles und die Spieße und der Rest kriegt altbackenes Brot, richtig?" Dabei klimperte sie mit den Wimpern, als wäre sie die Unschuld in Person, während sie sich ihr Grinsen nicht verbeißen konnte.
Als sich der große Bär seiner Aufgabe widmete, wurde der Platz neben Arina frei und nach einem letzten, kurzen Zögern gesellte sie sich zu ihr. Erstaunlich rasch wurde ihre Hand ergriffen und festgehalten und sie... tat nichts dagegen, sondern erwiderte den Druck. Bei den Worten schenkte sie der anderen ein schiefes Lächeln. "Wir könnten einen Wettstreit machen, wer von uns komplizierter ist. Wenn Zissus entscheidet, gewinne ich.", versuchte sie zu scherzen, ehe Traurigkeit sich in ihren Blick schlich.
"Ina, ich... es tut mir leid. Ich wollte dich nicht kränken. Ich... ich dachte nur... na ja..." Etwas unbehaglich zuckte sie mit den Schultern. "Früher hast du mir manchmal gedroht... Václáv aber noch öfter, das weiß ich gaaaaaaaanz genau! Und ich dachte... vielleicht... wäre das witzig, es zu erwähnen und... na ja... ich hab nicht daran gedacht, dass du... du es... falsch verstehen könntest..." Mit jedem Wort wurde sie ein wenig unruhiger und am Ende nuschelte sie so sehr, dass sie kaum noch zu verstehen war. Dabei sah sie auf die Schale mit dem Mus und überlegte gleichzeitig, wie sie an diesen Appetithappen heran käme, ohne ihre Schwester loslassen zu müssen. Ach, wenn sie doch nur eine Hand mehr hätte!
Als die Ältere fortfuhr, nickte sie anfangs, bevor sie am Schluss schief grinsen musste. "Nein, für die Dummheiten bin ich zuständig...", murmelte sie in einem Anflug von Selbstironie. Noch immer waren ihre Augen auf das Essen vor ihr gehaftet, während sie zuhörte.
So entging ihr der bezeichnende Blick auf ihren noch flachen Bauch und die Frage dazu ergab für sie keinen Sinn. Blinzelnd löste sie sich von dem Mus und sah zu Arina hin. "Häh?", machte sie und begriff erst langsam, was die andere meinen könnte.
Prompt röteten sich Janays Wangen und sie biss sich auf die Unterlippe, um ein wenig daran herum zu nagen, bis sie den Mut fand, mit den Schultern zu zucken. "Ich... äh... ich weiß es eigentlich gar nicht...", gestand sie kleinlaut.
Um im nächsten Moment genau das Gegenteil zu zeigen und voller Überzeugung zu vermelden:"Natürlich! Die beste Tante!" Etwas anderes kam in ihren Augen auch gar nicht infrage. Nicht einmal, nachdem sie das Verhalten einer anderen Tante gegenüber deren Neffen erlebt hatte...
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Kazel Tenebrée » Mittwoch 16. August 2023, 10:41

Vranyk brauchte Ablenkung, aber mit einer Aufgabe, der er zum einen gewachsen war, ohne für ihn sinnlos zu sein. Eine neue Liste in einem Buch führen war eine solche Aufgabe. Kazel würde ihn weiterhin die Namen von Hybriden aufschreiben lassen. Der Dunkelelf würde fortsetzen, was er bei Sademos begonnen hatte. Es gab jedoch einen Unterschied und dieser machte das Zünglein an der Waage aus. Wo Vranyk zuvor nicht nur die Seelen so vieler Hybriden geopfert hatte, sondern zusätzlich noch seine eigene dadurch beflecken musste, würde er sie nun reinigen können. Mit jedem neuen Namen eines Hybriden, der im Anwesen erst Zuflucht und Schutz, später dann eine Möglichkeit für einen Weg in die Freiheit fände, würde könnte Vranyk diese dunklen Stigmata von seiner Seele waschen. Dass es ihm darüber hinaus helfen könnte, all die Schrecken seiner Taten zu verarbeiten war ein angenehmer Nebeneffekt.
Kazel war mit seiner gestellten Forderung an den Dunkelelfen zufrieden. Er versuchte, ihm zu helfen so gut es ging. Seinen Bruder Dry'ol könnte er nicht von den Toten zurückholen und angesichts seiner neuen Position als Geselle des Gevatters selbst lernte er ebenso, dass es nicht ganz richtig war. Er selbst hatte dieses Entkommen schon mehrfach gefordert - für Janay, nicht für sich selbst. Seine Rückkehr aus dem Reich der Toten war nie mit Flehen und Betteln einher gegangen. Der Tod hatte ihn zurückgeschickt, um seine Aufgaben an ihn erfüllt zu bekommen. Kazel besaß dieses Privileg ausschließlich, weil er im Sinne seines Meisters noch einige Dinge zu erledigen hatte und als permanente Kuttenerscheinung offenbar noch nicht erfahren genug. Er ahnte noch immer nicht, was es bedeutete, würde er eines Tages seinem Lehrmeister zu ähnlich werden. Dieser hatte ihn angewiesen zu leben und so folgte Kazel dem Ruf. Mehr noch, er sandte ihn weiter an jene, die ihn hören mussten. Vranyk war eine solche Seele. Indem er ihm eine Aufgabe zuschrieb, konnte dieser ins Leben zurückfinden. Denn was war ein Leben, wenn man keinen Antrieb besaß, irgendetwas tun zu wollen? Was Kazel ihm übergab, war mehr als das. Er schenkte ihm nicht nur etwas, mit dem er seine Existenz ausfüllen konnte, sondern eine Aufgabe, die ihn auch erfüllen würde. Der Mischling erkannte es in den wässrigen Augen seines Gegenübers, als Vranyk zu ihm aufschaute. Er nickte ihm sacht zu, als jener nach seinem Unterarm griff.
Da Zissus ihm aber auch angeraten hatte, Vranyk alsbald in die Position des Verwalters zu erheben, musste er auch im Anwesen leben. Es wäre seltsam, würde man einen so ranghohen Dunkelelfen weiter in schmutzigen Folterställen unterbringen. So bot Kazel ihm an, sich ein Zimmer auszusuchen und Vranyk schien von der Idee durchaus angetan. Er fragte sogar, ob er gleich ganze Wände einreißen durfte. Damit brachte er Kazel kurz zum Schmunzeln. "Solange das Haus dadurch nicht in sich zusammenfällt...", erwiderte er amüsiert. Vranyk hingegen verfolgte vor seinem geistigen Auge bereits eine Vision. Er hatte sich für einen Raum entschieden und wusste dazu einiges vom Schicksal irgendeiner Fremden zu erzählen.
"Sademos war so wütend, dass sie damals entkommen ist, dass er ihr Zimmer hat zumauern lassen. Ich würde gern genau dort jede Nacht meinen Frieden finden, in dem Wissen, dass es wenigstens eine Seele aus eigener Kraft geschafft hatte, ihm zu entkommen ... etwas, das ich nie geschafft habe."
Kazels Blick fuhr herum. Er musterte Vranyk einen Moment, ehe er es nun war, der ihm eine Hand an den Unterarm legte. "Aber du bist ihm doch entkommen. Und jetzt wirst du anderen dabei helfen." Er musste immer mehr grinsen. Ein Funkeln trat in die meerblauen Augen. "Ich wette, das würde ihm gehörig den Tag verderben, dass wir nun gegen alles arbeiten, was er sich geschaffen hatte." Durch Kazels Adern floss zum Teil auch dunkelelfisches Blut. Rache zu erhalten war etwas, das diesen Teil frohlocken ließ. Gewiss erreichte er damit auch Vranyk auf irgendeine Weise, so dass er hoffentlich noch motivierter wäre, seine neuen Pflichten anzugehen.
"Es ist gut, dass du hier bist! ... Wann wirst du denn gehen? Zissus wird alles mit mir besprechen, ja? Er hat sich das ausgedacht, oder?" Kazel nickte auf alle Fragen, die er dadurch beantworten konnte. Die übrigen führte er weiter aus als durch eine so simple Geste. "Bald. Ich darf nicht zu viel Zeit verstreichen lassen. Es sind weitere Leben in Gefahr, ähnlich wie hier." Mehr ging er nicht ins Detail. Entweder wusste Vranyk, was dahinter stand oder interpretierte sich seine eigenen Dinge hinein. Wichtig war, dass es wohl rechtfertigte, dass Kazel Morgeria verließ. "Zissus hat überall eine Finger im Spiel. Ich glaube, er hat auch schon bei Sademos selbst versucht, einige Dinge zu regeln, ohne verdächtig zu wirken. Er zieht an den Strippen, das ist richtig. Du wirst vermutlich nicht einmal bemerken, dass ich fehle, denn ... so viel hab ich hier gar nicht getan." Und vor ihnen allen stand noch immer ein wahrer Berg an Dingen, die erledigt werden mussten. Es war nicht leicht, gegen Morgerias Dunkelheiten anzukämpfen, aber sie alle wirkten ambitioniert.
"Ist in Ordnung. Kannst mich allein lassen. Ich werde noch ein paar Sachen hier zusammensuchen und dann ... alles niederreißen. Ich brauch das! Als Abschluss." Erneut nickte Kazel. "Ich bin gespannt, ob ich das Haus des Sammlers wiederfinde, wenn ich nach Morgeria zurückkehre." Falls ... höchstens, um Janays Schwester und vielleicht auch Zissus und Hopp abzuholen. Alle, die gehen sollten. Er rechnete nach wie vor nicht damit, Morgeria wiederzusehen und somit auch nicht Zissus, Arina oder die anderen. Das hieß nicht, dass er nicht versuchen würde, sie irgendwann zu sich zu holen. Er vermisste sie jetzt schon. Aber seine Rückkehr hatte ihm vieles gezeigt. Es war zwar gut, was aus weltliche Sicht hier geschehen war - Sademos und mit ihm furchtbare Schrecken waren vernichtet worden. Aber hatte es Kazels Seele gut getan? Doch. Das hat es. Ich habe mich meiner Tante gestellt und meinem Erbe endlich entsagen können. Sein Blick wanderte zur Innenseite seines rechten Handgelenks. Das Hautbild war noch immer zu sehen, aber es besaß keine Bedeutung mehr. Das Haus Tenebrée würde vergehen. Es gab keine Blutlinie mehr, die fortgesetzt werden könnte. Kazels und Janays Kinder sollten nicht im Schatten seiner Vergangenheit aufwachsen. Die Kleinen würden Maclyns werden, ob Janay seinen Antrag eines Tages annahm oder nicht. Die Dunkelelfenfamilie Tenebrée existierte nicht mehr.
Vranyk erregte wieder Kazels Aufmerksamkeit und holte ihn so aus seinen Gedanken heraus. Noch immer sprach er von dieser unbekannten Sklavin, erzählte Teile ihrer Geschichte. Sie hatte ihn offensichtlich beeindruckt und einen Platz in seinem Herzen hinterlassen. Ihr Geschenk an ihn aber wollte der Dunkelelf nun an Kazel weitergeben. So hielt er ihm den kleinen Beutel aus blauer, gehäkelter Wolle entgegen.
"Den nimmst du! Er ist nichts wert, aber er trägt viel Lebensmut in sich."
"Dann solltest du ihn ..." Weiter kam er nicht. Vranyk presste ihm den Beutel bereits in die Finger. Die Wollte fühlte sich immer noch weich an, nicht ausgefranst. Das wertlose, aber kostbare Ding war sorgsam gehütet worden. Damit der Mischling diesem Geschenk nicht entkam, wandte Vranyk sich nun ab. Er eilte schnell in seine eigenen, noch heimischen vier Wände, um sein Hab und Gut zu packen. Bald würde auch er sein Kapitel endgültig abschließen können. Vielleicht endete sogar das ganze Buch und er schrieb ein neues. Bei Kazel würde es nur ein weiteres Kapitel sein. Seine Aufgaben waren noch nicht abgeschlossen. In Andunie wartete die Fortsetzung auf das, was in Sademos' Haus seinen Anfang gefunden hatte.
Er befestigte sich den Beutel an seinem Gürtel, damit er nicht achtlos verloren ging und verabschiedete sich nur mit einem letzten Blick zu Vranyks Kammer von ihm. Dann verschwand er, kehrte zurücks ins Anwesen.

Er fühlte sich recht zufrieden. Die Sache mit Vranyk schien geklappt zu haben und unter Zissus würde der neue Verwalter des Hauses sicherlich erblühen. Vielleicht lenkte es auch den Pfauenelfen ab ... oder Hopp ... oder alle anderen, die von irgendwoher ein wenig Hoffnugn schöpfen mussten. Wenn ein Foltermeister und Hybridenzähmer wie Vranyk rehabilitiert werden konnte, bestand für sie alle noch eine Chance, etwas zum Positiven zu ändern. Mit diesem beflügelnden Gefühl lenkte Kazel seine Schritte in Richtung der Gesindeküche. Es war immer gut, das kleine, inoffizielle Hauptquartier seiner Band aufzusuchen. Man erfuhr Neues, konnte sich über Ungeklärtes austauschen und meistens hatte Kodiak schon gekocht. Der Duft von Äpfeln lag in der Luft, als Kazel durch die Tür trat. Er schnupperte, angelockt vom Apfelmus, von dem Arina Janay schon hatte naschen lassen.
Über Kazels Züge legte sich eine Wärme, als er beide Schwestern am Tisch entdeckte. Kodiak war auch anwesend, behielt noch immer ein wachsames Auge auf Arina. Kazel nickte ihm zu, bis er stutzte. Plötzlich wurde ihm bewusst, dass sie Janays Schwester zwar gerettet und anschließend auch Janay selbst mit ihr zusammen vor einem Unglück bewahrt hatten. Danach aber war das Mischlingspärchen mehrere Tage für sich geblieben. Die Nachbehandlung der Operation hatte es gefordert. So aber hatte Kazel Arina weder richtig danken, noch sie kennen lernen können. Sie sahen einander quasi zum ersten Mal richtig. Er wich verlegen ihrem Blick aus, kam jedoch an den Tisch heran.
"Hallo", grüßte er relativ platt. Man konnte es also noch schlimmer machen als Janays missglückter Versuch ihre Anwesenheit mit einem Scherz zu verkünden. Kazel bemerkte es selbst und ließ sich auf einem der Stühle nieder. Seine Augen hefteten sich flüchtig an die Schale, die vor Janay stand. Sein Magen grummelte leise, auch er war hungrig. Statt die Hand jedoch zur Schale auszustrecken, um sie seiner Liebsten zu stibitzen, hielt er sie Arina entgegen. "Äh ... ich hab mich noch nicht richtig vorgestellt, schätze ich. Ich bin Kazel ... oder Sturmadler ... nein. Kazel reicht. Nur Kazel." Auf einen Nachnamen verzichtete er. Er würde seine Herkunft nie wieder erwähnen. Sein Blick wanderte zu Janay. Er schenkte ihr ein verliebtes Lächeln, konnte nicht von ihren Augen loskommen. "Und ich behüte deine Schwester, weil ich sie über alles liebe."
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 16. August 2023, 15:01

"Ina, ich... es tut mir leid. Ich wollte dich nicht kränken. Ich... ich dachte nur... na ja..."
Etwas unbehaglich zuckte sie mit den Schultern.
"Früher hast du mir manchmal gedroht... Václáv aber noch öfter, das weiß ich gaaaaaaaanz genau! Und ich dachte... vielleicht... wäre das witzig, es zu erwähnen und... na ja... ich hab nicht daran gedacht, dass du... du es... falsch verstehen könntest..."
Mit jedem Wort wurde sie ein wenig unruhiger und am Ende nuschelte sie so sehr, dass sie kaum noch zu verstehen war. Als die Ältere fortfuhr, nickte sie anfangs, bevor sie am Schluss schief grinsen musste.
"Nein, für die Dummheiten bin ich zuständig..."
, murmelte sie in einem Anflug von Selbstironie und erreichte damit tatsächlich ein Schmunzeln bei ihrer Schwester. Die in einem Blick versteckte Frage nach der Länge der bestehenden Schwangerschaft, verstand sie nicht gleich. Blinzelnd löste sie die Augen von dem duftenden Apfelmus und sah zu Arina hin.
"Häh?"
, machte sie und da fiel die sprichwörtliche Fuchsmünze. Prompt röteten sich Janays Wangen und sie biss sich auf die Unterlippe, um ein wenig daran herum zu nagen, bis sie den Mut fand, mit den Schultern zu zucken.
"Ich... äh... ich weiß es eigentlich gar nicht..."
, gestand sie kleinlaut. Um im nächsten Moment genau das Gegenteil zu zeigen und voller Überzeugung zu vermelden:
"Natürlich! Die beste Tante!"
Etwas anderes kam in ihren Augen auch gar nicht infrage. Arina schluckte und zitterte ein wenig, aber Janay begriff schnell, dass dies dieses Mal nicht aus Furcht geschah, sondern aus Rührung. Ihre Worte hatten dieses Mal genau ins Schwarze getroffen und ihre Schwester reagierte, wie Schwerstern es auch tun sollten, wenn sie als 'beste Tante' bezeichnet wurden. Sie löste ihre Hand uns schlang ihre dünnen Arme voller Kraft um ihre Schultern. Es lag ein klein bisschen Verzweiflung in dieser Umarmung, aber auch unendliche Erleichterung. Beide konnten spüren, wie sehr sie sich verändert hatten und doch immernoch zusammen gehörten. Sie waren ein Blut und noch so viel mehr! Sie waren auch noch immer Freundinnen!
„Ich hab dich so lieb!“
, berührten leise, so kleine winzige Laute Janays Nacken, dort wo Arina sie in ihr Haar nuschelte und doch waren sie wie eine Flutwelle! Arina zitterte immernoch vor Glück, darüber, dass sie...
...einfach noch Glück empfinden konnte und ein flauschiger Bär brummte irgendwo zufrieden.

...so schön weich...wollig...und voller ...Katzenhaare!
So schmiegte sich der kleine nachtblaue Beutel in Kazels Handfläche. Bei sehr genauer Betrachtung würde ihm irgendwann auffallen, dass die Haare, die dort in die gehäkelten Schlaufen eingewebt worden waren, tatsächlich die Farbe der finstersten Nacht hatten. Jene entkommene Hybridin musste wahrlich ein nachtschwarzes Fell gehabt haben...und ein sehr weiches. Aber selbst wenn man keine Katzen mochte, so hatte dieser Beutel etwas, das kein anderer Gegenstand in Sademos hatte:
Hoffnung!
In jeder magischen Faser, des unendlichen Wollknäuels hatte die junge Hybridin ihre Hoffnung gewebt. Ob es nun echte Magie war, oder nur der Klang der Geschichte, die Vranyk dazu erzählte, es hinterließ ein wohliges Gefühl, wenn man den kleinen Beutel streichelte und wenn man fest daran glaubte, dann könnte man vielleicht in der Ferne ein leises Schnurren hören... was ganz sicher nur Einbildung war.
Kazel kehrte ins Haus zurück und überließ den Jäger seinen eigenen Gefühlen. Er selbst konnte sich mit Recht auf die Schulter klopfen, denn das Gespräch war wirklich mehr als gut verlaufen. Es tat gut zurück zu schauen und zu wissen, dass er jemanden geholfen hatte. Es stärkte die eigenen Seele. Und dann betrat er die Küche, wo seine Liebste, ihre Schwester und ein Bär warteten. Eigentlich warteten sie nicht, denn die beiden Frauen saßen am Tisch... lächelten fast entrückt und glücklich... und löffelten noch warmes Apfelmus und der Bär stand am Herd und bewachte einige Brathühner der auf Spießen über glühenden Kohlen drehte. Es roch FANTASTISCH!
Der Hunger trieb Kazel an den Tisch.
"Hallo"
, grüßte er relativ platt. Seine Augen hefteten sich flüchtig an die Schale, die vor Janay stand. Sein Magen grummelte leise, auch er war hungrig. Statt die Hand jedoch zur Schale auszustrecken, um sie seiner Liebsten zu stibitzen, hielt er sie Arina entgegen. Diese schaute etwas zögernd auf seine Handfläche.
"Äh ... ich hab mich noch nicht richtig vorgestellt, schätze ich. Ich bin Kazel ... oder Sturmadler ... nein. Kazel reicht. Nur Kazel."
Sein Blick wanderte zu Janay. Er schenkte ihr ein verliebtes Lächeln, konnte nicht von ihren Augen loskommen.
"Und ich behüte deine Schwester, weil ich sie über alles liebe."
Und in diesem Moment ergriff Arina zaghaft die seine. Die Berührung war zaghaft und sehr leicht. Kazel sah automatisch zu Janays Ebenbild. Dass sie Schwestern waren, konnte niemand bestreiten.
Die 2J., die sie älter war, sah man ihr nicht an. Das war bei Elfenblütigen sowieso schwer. Was sie unterschied war die rabenschwarze, glänzende Haarpracht, bei der lediglich direktes Sonnenlicht die Blautöne zum Vorschein bringen konnte. ...nachtschwarz und lang, im Nacken locker in einem Fischgrätenmuster geflochten und einzelne Strähnen hingen ihr locker über die Schultern... und sie hatte dunkelblaue fast schwarze Augen, aber ebenso helle Haut wie Janay. Konturen des Gesichts, die Nase und auch der Mund waren denen Janays fast identisch auch wenn ihnen die sinnliche Wölbung für das neckende Lächeln fehlte.
„Ich brrrauch das Gemüse!“
, erklang es von hinten brummig. Sie löste die kurze Berührung wieder und griff nach dem Messer... um die letzten Kartoffeln in dünne Streifen zu schneiden.
„Angenehm. Ich freue mich sehr, dass mein Schwesterherz jemanden gefunden hat, der ...gut für sie ist.“
Dann huschte ein noch ausbaufähiges aber doch ehrliches und glückliches Lächeln über ihre Lippen, die dann um so mehr an die Janays erinnerten:
„Und ich werde wohl... die 'beste Tante' der Welt. Zumindest werde ich mich bemühen.... also... wenn dir das auch Recht ist...?“
Irgendwie huschte ihr Blick immer wieder zwischen ihm und ihrer Schwester hin und her. Man könnte sich durchaus beobachtet fühlen, aber anscheinend war es wichtig für Arina mitzuerleben, dass es auch echte Liebe zwischen Mann und Frau geben konnte - nicht das was ihr widerfahren war und um so mehr sich Janay und Kazel umeinander bemühten um so entspannter wirkte auch Arina. Ihr vorzuleben, was glücklich machen konnte, was vielleicht keine schlechte Idee, auch wenn das 'körperliche' nicht dazu zählte. Gerade Kazels Umgang mit seiner Liebsten ließ die schwarzhaarige ein ums andere Mal inne halten und erstaunt lächeln. Jeder liebevolle Blick wurde aufgesogen wie ein Schwamm und spendete dieser geborstenen Seele Hoffnung. Und eines Tages würde sie vielleicht nicht nur an Seele heil sein, sondern mit etwas magischer Hilfe, dann auch wieder körperlich. DAS war es was Janay im Blick ihrer Schwerster erkannte. Sie brauchte Zeit und gute Vorbilder. Sie brauchte ihre Schwester.
„Warum nennt man dich den Sturmadler. Du hast mit einem Vogel doch nichts gemein, oder?“
Hatte er nicht?
Oder hatte er doch?...irgendwann mal gehabt? Janay wusste um die Krallen, die seine Knöchel hervor bringen konnten. Auch die verformten Füße... und seine Augen... Moment.
Hatte Kazel immer schon diese Sturmgrauen Augen gehabt... oder hatten sie mal eine andere Farbe besessen? Seine Augen waren einst auch... irgendwie anders gewesen. Sein Blick hatte sich verändert, oder? Wo waren die kleinen Spalten zwischen seinen Knöcheln und seine baren Füße... also falls man unter den Tisch sah. Irgendwas war sichtbar anders.
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Janay » Mittwoch 16. August 2023, 22:17

Das Gespräch mit ihrer Schwester war bislang nicht in jenen Bahnen verlaufen, die sie befürchtet hatte. Wobei sie nicht einmal in Worte fassen konnte, wovor genau sie eigentlich Angst hatte, sodass sie es so lange hinaus gezögert hatte. Einfach war diese Begegnung aber deswegen dennoch keinesfalls. Als zöge sie jedes Fettnäpfchen wie magisch an, sprang sie mit Schwung von einem zum anderen, hatte sie das Gefühl.
Bis es ihr gelang, es wenigstens einmal richtig zu machen. Sie hatte das nicht einfach nur daher gesagt, sondern meinte es aus vollem Herzen und absolut ehrlich. Für sie gab es niemand Besseres als ihre geliebte Schwester, die ihr die Mutter ersetzt hatte, obwohl sie selbst kaum dem Windelalter entwachsen war damals.
Im ersten Atemzug erschrak sie innerlich, als die andere daraufhin zu zittern anfing, doch ein Blick in ihr Gesicht bewies, dass nicht Angst oder Traurigkeit oder ähnliches dahinter steckte. Hatte sie etwa etwas... richtig gemacht? Ein Fettnäpfchen ausgelassen?
Plötzlich brach der Kontakt zu ihrer Hand ab, um im nächsten Moment zwei viel zu dünne Arme um den eigenen Körper geschlungen zu bekommen. Überrascht davon, verharrte sie flüchtig, ehe sie die Geste erwiderte und Arina an sich drückte, während sie sich gleichzeitig an sie schmiegte. Ihr stiegen ebenfalls die Tränen in die Augen und sie verbarg ihr Gesicht an der anderen Wange, atmete tief den einst so vertrauten Duft dieser Person ein und fühlte sich an frühere Zeiten erinnert.
An jene, in denen sie in einem Bett geschlafen hatten, eng aneinander gekuschelt... oder eher sie quer über der Älteren liegend in solchen Positionen, dass es eigentlich hätte unbequem sein können. Und doch hatte sie nie besser geschlummert als zu jenen Zeiten.
Worte, ganz leise nur, dass ihre Ohren zuckten, als wüssten sie, dass jede einzelne Silbe eingefangen gehörte, holten sie aus dieser aufsteigenden Erinnerung und ließen sie ebenso leise aufschluchzen. Ihr Griff wurde ein wenig fester und sie nuschelte:"Ich dich auch, Ina, ich dich auch!"
In dieser Position befanden sie sich, als sich jemand zu ihnen gesellte. Obwohl er anfangs ebenfalls lediglich die Situation mit den Augen erfasste, war ihr, als spüre sie seine Anwesenheit. So innig und intim der Moment für sie gewesen war, es holte sie, noch ehe er den Raum vollständig betreten hatte, heraus und ließ sie den Kopf soweit lösen, dass sie ihm entgegen sehen konnte.
Ein feines, warmes und absolut ehrliches Lächeln schlich sich von ihr unbemerkt auf ihre Lippen, als er langsam näher kam und auf seine eigene Weise zeigte, dass es ihm ähnlich erging wie ihr vorhin. Einen Anfang zu finden war mitunter oft wirklich verdammt schwer. Sie nahm es ihm nicht übel, immerhin war es ihr trotz besserer Voraussetzung ähnlich ergangen. Stattdessen war sie schlichtweg froh darüber, dass er es nicht genauso verbockte wie sie.
Daraufhin trat er zu ihnen heran und setzte sich zu ihnen, wenngleich mit etwas Abstand. Indes hörte sie ein leichtes Grummeln und ihr Lächeln wurde zu einem kleinen, frechen Grinsen, weil sie ahnte, warum er ausgehungert war. Hatte sie schließlich ausgiebig daran gearbeitet, dass er einen leeren Magen hatte. Als sie es merkte, biss sie sich auf die Unterlippe und versuchte, es zu unterdrücken, um Arina zu schützen, wie sie glaubte.
Derweil nutzte ihr Liebster die Gelegenheit, ein paar Worte an ihre Schwester zu richten. Wobei sie es nicht ganz sein lassen konnte und bei seinem Geständnis, so warm ihr dabei auch ums Herz wurde, zu murmeln:"Wohl eher, damit ich dir nicht in deinen Hintern trete." Dabei blitzte es schelmisch in ihren Augen auf, als sie ihn ansah.
Doch mehr gab sie diesbezüglich nicht von sich, denn sie durfte zusehen, wie die Ältere von sich aus eine Berührung zu Kazel herstellte. Voller Rührung und mit größerer Erleichterung, als dass sie sich ihrer Anspannung deswegen bewusst gewesen wäre, sah sie auf diese Geste und freute sich.
Bis dieser Augenblick von einer brummigen Stimme unterbrochen wurde. Janay schnaubte leise, unterdrückte aber den Impuls, dem Bären hinter sich einen bösen Blick zu zuwerfen. Nicht, weil er es nicht verdient hätte ob dieser Störung, sondern weil ihr Magen an sich derselben Meinung war. Roh ließen sich Kartoffeln nur schwer genießen, das wusste sie.
Wenigstens zog sich ihre Schwester nicht erneut in ihr Schneckenhaus zurück. Stattdessen zeigte sie ihre Routine im Kochen, denn während des Schneidens sprach sie wieder. Auch wenn sie bei dem kurzen Stocken eine Augenbraue anhob. "Wieso klingt das für mich so, als hättest du der auf mich aufpasst sagen wollen?", beschwerte sie sich in gespielter Empörung. Nun ja, der Großteil war nicht echt, aber ein klitzekleines Bisschen Ehrlichkeit steckte durchaus dahinter.
Bei den darauffolgenden Worten hätte sie auch so einiges hinzu zu fügen gehabt. Jedoch erinnerte sie sich auch an das Wenige, das sie von Arinas letzten vier Jahren erfahren hatte und an ihre Vorsicht gegenüber Zissus aufgrund von dessen Geschlecht. Somit biss sie sich in diesem Falle lieber auf die Zunge und warf Kazel nur einen verstohlenen, warnenden Blick zu, ihr da ja nicht zu widersprechen, trotz seiner eigenen schlechten Verbindungen.
Danach grummelte ihr Magen wieder und erinnerte sie daran, dass sie ihre Schüssel noch nicht vollkommen ausgeschleckt hatte. Und da sich ihre Schwester gerade mit ihrem Liebsten unterhielt, griff sie sich ihr Geschirr, um sich dem restlichen Mus zu widmen, anstatt mit Anlauf das nächste Fettnäpfchen zu erwischen.
Was sie dennoch nicht davor bewahrte, denn als die Ältere nach dem Grund für den Spitznamen fragte, verschluckte sie sich prompt. Nicht, weil sie ihm vogelähnliche Eigenschaften zuschreiben würde, nicht einmal im Scherz käme sie gerade auf den Gedanken einen Vergleich bezüglich Intelligenz anzustellen. Auch dachte sie nicht an jene Veränderungen, die sie mitunter schon gesehen hatte und derzeit nicht länger entdecken könnte, hätte sie darauf geachtet.
Nein, ihre Gedanken blieben bei dem Wortteil Sturm hängen und erinnerten sie unwillkürlich an den Moment, der zu ihrem jetzigen Zustand geführt hatte. Oh ja, stürmisch war und blieb Kazel, definitiv! Aber... das erwähnte sie jetzt lieber nicht! Da war es bestimmt erheblich besser, sich besonders tief über ihre Schüssel zu beugen, als wolle sie auch jedes noch so kleine Partikelchen von dem Mus darin finden und auf ihre Zunge befördern.
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Kazel Tenebrée » Freitag 18. August 2023, 20:46

Ob Kazel sich den Beutel intensiv genug anschauen würde, um die dunklen Katzenhaare darin zu entdecken, würde nur die Zukunft zeigen. Er hatte seinen scharfen Adlerblick verloren und wusste es nicht einmal. So aber erkannte er nur winzige, schwarze Fäden, die hervorlugten, denen er aber sonst keine weitere Beachtung schenkte. Er verstaute den Beutel und entschied, dass er vielleicht einige Münzen würde tragen können. Vollkommen mittellos wollte er Morgeria nicht verlassen, aber Zissus hatte er das bereits mitgeteilt und dieser würde ihn schon noch versorgen. Wann er seiner Heimat zum zweiten Mal den Rücken kehrte, würde sich ohnehin erst eingrenzen lassen, nachdem Janay mit Arina gesprochen hatte. Gerade deshalb zog es den Mischling alsbald in die Gesindeküche. Wenn er seine Liebste irgendwo vermutete, dann dort oder im Wintergarten mit den schönen, großen Fenstern. Da er dort aber eben noch Zissus erst Lebewohl gesagt hatte, blieb die Küche übrig. Wenn Janay nicht anzutreffen wäre, könnte er sicherlich einen der Hybriden fragen. Irgendjemand hielt sich immer in ihrem kleinen Quartier auf.
Dass dem erneut so war, roch Kazel bevor er es sah. Der feine Duft von warmem Apfelmus stieg ihm zuerst in die Nase. Anschließend fanden auch die Aromen knusprig gebratener Hähnchen samt marinierter Haut ihren Weg. Ihm lief das Wasser im Munde zusammen. Nach einem knappen Gruß in Form von Augenkontakt mit Kodiak wandte er sich den beiden Schwestern am Tisch zu. Perfekt, sie waren hier. Er musste nicht weitersuchen. Trotzdem wurde die Lage nun ein wenig unangenehm. Kazel zeigte sich etwas unbeholfen damit, Arina vorstellig zu werden, aber er blieb höflich und vor allem echt. Bei ihm musste sie keine Heuchelei wie bei anderen adligen Dunkelelfen erwarten. Er war, wer er war und teilte es ihr auch nur auf diese Weise mit. Er war nur noch Kazel.
Arina wirkte nicht minder unbeholfen, doch sie war offen dafür, sich etwas anzunähern. Deutlich zögerlicher als in den Gärten griff sie nach seiner Hand. Kazel schüttelte sie sachte und ließ dann schon wieder los. Arina wirkte noch immer so ... zerbrechlich. Er wollte ihr nicht zu viel zumuten, konnte jedoch auch schlecht einschätzen, wie es um ihren Zustand beschieden war. So ließ er sich einfach gegenüber Janay am Tisch nieder, schenkte seiner Herzensdame verliebte Blicke und teilte beiden noch einmal deutlich mit, was er für Janay empfand. Er würde sie immer beschützen, weil er sein Herz an sie verloren hatte.
"Wohl eher, damit ich dir nicht in deinen Hintern trete."
"Würdest du das tun?" Er blinzelte, doch dann funkelte es ebenso schalkhaft in seinen Augen. Einen Umstand, den nur Janay in der Lage war, in ihm wachzukitzeln. Plötzlich wandte Kazel den Kopf. "Kodiak! Verstehst du eigentlich Lerium? Ansonsten sprechen wir auf Celcianisch weiter." Er würde niemanden ausschließen. Hier unter diesem Dach waren sie alle gleich. Das vermittelte nicht nur ein Gefühl von Sicherheit, sondern auch Zugehörigkeit - etwas, das gerade Kazel sich für alle wünschte, denn er hatte es Zeit seines Lebens nicht intensiv genug fühlen können. Endlich glaubte er, irgendwohin zu gehören. Leider nicht nach Morgeria. Ich muss nach Andunie ... bald. Sein Blick wanderte von Janay zu Arina. Wie weit waren die Schwestern? Brauchten sie mehr Zeit, einander kennen zu lernen? In ihrem Zustand würde Arina vermutlich nicht einmal einen Sprung in die Hafenstadt an der Küste schaffen. Sie konnte er wahrscheinlich nicht mitnehmen, aber wäre Janay denn bereit, sie ein zweites Mal zurückzulassen? Er musste mit ihr darüber sprechen, vielleicht nur noch nicht sofort. Denn Kazel bemerkte, dass auch er gemustert wurde. Arina schaute ihn und Janay die ganze Zeit über an, während sie alle endlich etwas zu sich nahmen. Das Apfelmus war eine Gaumenfreude, die ihresgleichen suchte. Trotzdme hielt Kazel sich zurück, denn sein Magen wollte unbedingt noch Platz sparen für einen Teil des Brathähnchens.
"Ich brrrauch das Gemüse!", verkündete Kodiak auch wenig später. Damit sah Arina sich angehalten, die Beilagen weiter zu schnippeln. Kazel betrachtete es mit Erleichterung. Sie hatte eindeutig gelitten. Man sah es einer verletzten Seele einfach an, aber für sie bestand noch Hoffnung. Vielleicht erholte sie sich wieder, wenn man ihr nur Zeit gab .. und eine Aufgabe. So wie er Vranyk eine gegeben hatte.
"Und ich werde wohl ... die 'beste Tante' der Welt. Zumindest werde ich mich bemühren ... also ... wenn dir das auch Recht ist...?"
Kazel zuckte zusammen. Sein Verhältnis zu Tanten war definitiv nicht das Beste. Arina stand, was das Thema anging, definitiv besser da als Starle Tenebrée. Dazu brauchte es nicht viel. Selbst ein Foltermeister, der seine Opfer behutsamer auspeitschte, damit sie länger durchhielten, hätte da bessere Chancen, Kazels Gunst zu gewinnen. Und Arina war wirklich ein Herzstück in diesem Haus. Dass sie sich selbst jedoch als Tante bezeichnete, erinnerte Kazel an das Schicksal, das er seiner eigenen aufgebürdet hatte. Sie würde Sademos' Haus nie wieder verlassen und ihr Stundenglas besaß noch reichlich Sand.
Seine Augen huschten zu Janay herüber. Sie mochte in dem meerblauen Blick vielleicht sehen, dass etwas fehlte. Nicht das Sturmgrau, das sich bei einem emotionalen Wechsel gern einmal wie Wolken darin auftürmte, sondern ... etwas Anderes. Kazel hingegen erkannte in dem ihren nun nur, dass er besser keinen Kommentar bezüglich des Tanten-Titel abließ. Er nickte zunächst sacht, um ihr zu signalisieren, dass er verstand. Doch es reichte ihm selbst nicht. Also griff Kazel nach vorn, berührte Janays Hand, streichelte darüber, eher er seine Finger mit den ihren verflocht und dabei liebevoll lächelte.
Arina war es, die den Moment mit ihrer Frage unterbrach, warum man Kazel eigentlich auch den Sturmadler nannte. Daraufhin verschluckte Janay sich offenbar und Kazel löste seine Hand wieder von ihr, damit sie sich erholen konnte. Das geschah schnell, denn seine Liebste wollte wohl unbedingt noch den letzten Rest vom Apfelmus aus der Schale kratzen. Er ließ sie, denn sie musste die Frage schließlich nicht beantworten. Kazel wandte sich irher Schwester zu. Er lächelte. "Nein. Das einzige, was mich mit einem Vogel verbindet, ist Zissus ... unser Pfau unter den Gefährten." Er ließ die Worte ein wenig nachhallen, erinnerte sich an den Herzenswunsch dieses Mannes und fragte sich, ob Sademos ihn nicht doch mehr geliebt hatte, als es nach außen hin aussah. Ja, der Mann war absolut skrupellos in seinem Handeln gewesen. Boshaft, widerlich! Sein Tod war gerechtfertigt. Allerdings schien es auch, als hätte er mit all den gefangenen Hybriden versucht, Zissus zu einem solchen zu machen. Es hatte Experimente gegeben und Sademos war offenbar zumindest bereit gewesen, den Versuch zu wagen. Dass es auf Kosten anderer ging, konnte Kazel ihm jedoch nicht vezreihen. Er schüttelte den Kopf. "Nein, ich hab nichts ... oh, warte! Doch!" Er griff sich die Tunika, die er ttrug, um sie bis zur Brust hochzuziehen. Interessanterweise hatte er gegneüber Arina da keine Scheu. Es gab auch nicht viel zu sehen, außer das von der bärtigen Hochelfe gestochene Hautbild einer Rabenfeder auf seiner Brust. "Berühre es besser nicht", meinte er und ließ den Stoff wieder darüber gleiten, sobald Arina es sich lang genug ansehen konnte. "Beim letzten Mal sind Janay und ich auf seltsame Weise in irgendwelchen Kloaken hier unter der Stadt gelandet. Und ich erinnere mich an einen Traum, in dem ich geflogen bin, als wäre ich jener Adler, dem ich diesen Spitznamen verdanken könnte. Ansonsten ... nein ... ich ... ich ..." Er hielt sich plötzlich den Kopf, verspürte aber keinen Schmerz. Er spürte gar nichts. Er suchte in seinen Erinnerungen nach einer Antwort, aber da war nichts. Alles, was er mit seinen körperlichen Veränderungen verband, war vergessen. Leben hatte ihm nicht nur diese genommen, sondern vielleicht auch jegliche Erinnerungen an Raxtian Tausendtod und dessen Folter. Ob das zum Guten oder Schlechten war, wusste nur das Schicksal. Kazel wusste es nicht mehr. Er zuckte ratlos mit den Schultern. "Ich ... weiß nicht, warum man mich so nennt. Vielleicht wird es Zeit, den Namen einfach zu vergessen. Ich ... bin gern Kazel ... inzwischen." Sein Blick huschte dabei zu Janay zurück und erneut funkelte reine Verliebtheit daraus. Sie war sein Leben, seine Liebe, sein Antrieb. Sie war der Grund, warum er sich Tag für Tag wieder mehr leiden konnte.
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Erzähler » Samstag 19. August 2023, 15:51

Gerade Kazels Umgang mit seiner Liebsten ließ die schwarzhaarige Schwester ein ums andere Mal inne halten und erstaunt lächeln. Jeder liebevolle Blick wurde aufgesogen wie ein Schwamm und spendete dieser geborstenen Seele Hoffnung. So entwickelte sich auch langsam ein Gespräch unter den dreien.
Obwohl Kazel es nicht mehr wusste, hatte er den Verlust seiner körperlichen Veränderungen und die fehlenden Erinnerungen an Raxtian Tausendtod bereits als etwas positives bewertet, denn seine Begegnung mit dem Leben, hatte ihm etwas schlechtes genommen, was er niemals gewollt hatte. Eine derartige Veränderung, aufgezwungen und unter Umständen zugefügt, die niemand erleben sollte, so etwas zu verlieren... war ein Segen, selbst wenn man sich nicht mehr daran erinnerte.
Was auch ein Segen war, war die Liebe seines Lebens, die mit ihren Reizen und dem Reizen - körperlich wie auch verbal – ihn heilte.
Und noch ein Segen ereilte dieser Tage jenes Haus.
Arina und Janay fanden nach ihrer langen Trennung erste zarte Bande wider, die niemals ganz zerstört worden waren und konnten daran neue knüpfen. Beide hatten sich stark verändert und waren vom Leben geprägt worden, doch noch immer waren sie eine Familie – was ein Segen war.
Für den olfaktorischen Segen sorgte derweil Kodiak mit seiner Kochkunst. Auf Kazels Frage hin, ob er Lerium sprach, erwiderte er brummend in Celcianisch:
„...ich verstehe.“
und belud eine große Pfanne mit großen Stücken Fett um darin die Kartoffelstreifen auszubacken. Der Bärenhybrid redete allgemein nicht viel. Vielleicht fiel es ihm schwer? Oft schien es, als ob er die Welt auch ganz anders wahrnahm und mehr in seinen Instinkten lebte, als im Menschsein. Arina passte gut den Moment ab, als es soweit war und reite ihm das vorbereitete Gemüse. Damit war sie einen Moment weg vom Tisch und Janay wie auch Kazel konnten sie neben Kodiak stehend beobachten. Was für ein Bild! Wüsste man nicht, wie sanft dieses Monster war, so hätte man fürchten müssen, er würde gleich ihren Kopf mit einem Happs abbeißen, als er sich zu ihr drehte.
Arina war in seiner Gegenwart ganz entspannt. Nachdem sie die Schüssel abgestellt hatte, hatte sie sogar eine Hand an seinen Oberarm gelegt und ihre Finger zupften gedankenverloren das struppige Bärenfell. Sie hatte überhaupt keine Angst vor der Bestie und auch nicht vor dem Mann darunter. Vielleicht lag es sogar gerade daran, dass Kodiak mehr Tier war, als Mann, dass sie ihm gegenüber so gelöst war und ihm mehr wie ein großes Kuscheltier behandelte. Ihr Vertrauen in die Männerwelt hatte einen bösen Knacks erhalten und würde nur langsam heilen, wenn überhaupt.
Jene Freuden die Janay und Kazel im 'Sturm' genossen, waren ihr vollkommen fremd und durch ihren Ex verwehrt. Ein Umstand der immernoch irgendwie zwischen Janay und ihrer Schwerster stand, die gerade in diesen Dingen kaum unterschiedlicher sein konnten.
Janays Wahrnehmung konzentrierte sich gerade mehr auf das Apfelmus, die Süße und fruchtige Säure, als auf die Veränderungen ihres Liebsten und selbst als Arina das Offensichtliche ansprach, da kombinierte sie den 'Sturmadler' eher mit stürmischer Liebe als mit Kazels vergangenen Adleraugen. Es wurde immer wahrscheinlicher, dass jemand anderem als der Liebe seines Lebens die Veränderung auffiel und es ihm damit selbst vielleicht sogar bewusst machte. ...So unterschiedlich konnte die Wahrnehmung sein.
Aber...
... es konnte auch an dem herrlichen Duft liegen, der ablenkend durch die Küche zog als Kodiak nun endlich das Geflügel von dem Schwert-Spieß nahm und knusprige halbe Vögel auf den Tellern verteilte. Dazu gab es dann heiße in Öl gebackene Kartoffelstifte, die er sogar mit ein bisschen teurem Salz betreut hatte. Nachdem er das Tablett hinüber getragen hatte und sah, dass das Muss schon alle war, füllte noch mal aus einem großen runden Glas nach, dass wohl für den Vorrat bestimmt gewesen war. Bei all seinen Tätigkeiten folgte Arina ihn mit den Blicken, als wenn gerade diese 'normalen' Dinge sie irgendwie beruhigten. Als sie dann alles zusammen am langen Tisch saßen fragte sie:
„Kazel... Janay und ich unterhielten uns bevor du gekommen bist gerade darüber, wie lange sie schon schwanger ist. Sie erinnert sich nicht. Weist du es vielleicht?“
Vielleicht könnte er es sogar auf die Sekunde genau heraus bekommen, wenn er sich die noch still stehenden Stundengläser mal genauer ansah. Vor der Geburt füllten sie sich nur langsam...wuchsen... Sandkorn für Sandkorn, bis es dann mit der Geburt zu rieseln begann. Woher er dieses Wissen hatte? Er war der Geselle des Todes und sobald er darüber nachdachte, war es ganz logisch. Aber vielleicht brauchte er dafür seine neuen Fähigkeiten garnicht und erinnerte sich auch so an jenen wundervollen Tag am See? Nur wie lange war das her?
Arina sah dabei lächelnd zu ihrer Schwester und auf ihren noch flachen Bauch. Oder hatte sich da vielleicht doch schon eine zarte kleine Wölbung gebildet? ...könnte auch am Apfelmus liegen.
„Ich bin sehr glücklich, dass Janay den Weg zu mir zurück gefunden hat.“
Arina sah ihre Schwester mit Tränen im Blick an. Aber es waren Tränen der Freude.
„Ich möchte wieder ein Teil ihres Lebens sein... eures Lebens, wenn ...ihr das erlaubt. Es ist...es ist so schön euch beide zusammen zu sehen.... euer Glück! Ich würde mir gern einen kleinen Teil davon... stibitzen.“
Letzteres Wort hatten die Schwestern häufiger als Kinder verwendet. Man stibitzte Teig, Obst oder Süßigkeiten, eben alles was glücklich machte. Warum also nicht auch ein bisschen Glück. Etwas vor Arina zu verbergen war ohnehin schwer. Aber gerade das was Janay glücklich machte, dass sollte sie ihrer Schwester auch zeigen. Dieses Mal würde sie die Lehrerin sein, die der älteren etwas bei brachte. Arina hatte zwar schlechte Erfahrungen gemacht, aber wie sollte sie lernen das es besseres gab, wenn nicht von Janay?! Natürlich sollte niemand verlangen, dass Arina sich gleich in jemanden neuen verliebte, aber ihr zu zeigen, dass Liebe schön war, war so wichtig!
Gerade das süße Necken zwischen dem Paar am Tisch ließ Arina immer wieder erstaunt blinzeln, aber es lehrte sie auch viel. Und wie hieß es: Nur Glück wurde mehr, wenn man es teilte.
Sie alle hatten sich ein wenig Glück verdient.
In diesem Moment hörten sie eilige Schritte näher kommen und ein freundlich lächelnder Zissus kam flott vorbei, hielt sich am Türrahmen fest, schnupperte und meinte:
„Oh! Ihr seid so gemein! Kodi heb mir bloß was auf!!! Ich verhungere! Brathuhn? Ist das Brathuhn?! Oh Mist! Entschuldigt meine Eile! Ich komm später vorbei. Ich muss kurz rüber zu den Zwillingen. Sie haben ein Problem mit zwei Kunden, wo ich hoffe schlichten zu können.“
„Probleme? Was für Kunden?“
, fragte Arina leise und Zissus stockte.
„Ööööhmmm....“
Er sah kurz zu Janay, aber zuckte dann mit den Schultern.
„Die Zwillinge betreuen die 'leichten' Mädchen im Haus Tenebrée und sorgen dafür, dass es ihnen besser geht als ...zuvor. Ich nehme an, irgendwer hat sich über irgendwas beschwert, was er jetzt nicht mehr bekommen kann. Ich geh mal und find raus, was los ist...“
Er winkte und schloss seinen schillernden blau-grünen Mantel im Gehen. Kaum war er um die Ecke fragte Arina mit hoch gezogenen Brauen:
„Ihr habt ein Freudenhaus?“
Diese Katze hatte wohl ihren Sack gerade verlassen.
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Janay » Dienstag 22. August 2023, 13:19

Bislang hatte die junge Frau ihrer Schwester gegenüber kaum etwas über Kazel erwähnt. Dass er ihr Liebster und der Vater ihres Kindes... ihrer Kinder wäre, das hatte sie wohl von selbst erkannt und in den letzten Tagen vermutlich auch von anderer Seite aus bestätigt bekommen. Ob sie ihr hingegen davon erzählte, wie die Beiden sich kennen und lieben gelernt hatten, war genauso offen wie der Umstand seiner Herkunft.
Janay hatte so schon ausreichend daran zu knabbern, immer noch, dass er in ihren Augen eine so viel bessere, reichere, wichtigere Frau an seiner Seite verdiente und sie wegen ihrer Herkunft bestimmt niemals gut genug wäre. Jetzt noch, ja, aber auf Dauer? Nein, vermutlich nicht... Diese Gedanken jedoch mit Arina zu teilen, davor scheute sie zurück. Vielleicht würde es irgendwann aus ihr herausplatzen, weil es sie zu erdrücken drohen könnte, im Moment war es allerdings noch nicht soweit.
Auch ergab es sich gerade nicht und noch weniger der Gedanke, dass die Ältere von ganz allein an diese Information gelangen könnte. Schließlich hatten sie selbst kaum noch miteinander geredet, sodass sie gar nicht dazu gekommen war anzusprechen, was die andere die letzten zwei Tage getan und erlebt hatte.
Auf jeden Fall hatte sie in der Küche eine Aufgabe gefunden, die sie gut meistern konnte, das hatte sie schon immer gewusst, und es schien ihr auch gut zu tun. Sie wirkte etwas ruhiger und begann sich zu öffnen, soweit sie es konnte, auch wenn die junge Frau beim Eintreten einen unpassenden Scherz gemacht hatte. Auch jetzt, als sich ihr Liebster zu ihnen beiden gesellte, schaffte ihre Schwester es, sich nicht gänzlich ins Schneckenhaus zurück zu ziehen, das sie in seiner unsichtbaren Form mit sich herum trug. Janay war erleichtert darüber und konnte auf diese Weise ihr Gewissen ein wenig beruhigen, weil ihre Aufmerksamkeit von dem Mischling angezogen wurde wie die Motte vom Licht.
Sein Liebesgeständnis entlockte ihr einen scherzhaften, neckenden Kommentar, den sie sich unter anderen Umständen sonst wohl verbissen hätte. So hingegen... Seine Rückmeldung ließ sie ihn ernst ansehen und nach einem kurzen Moment bedächtig nicken. "Mit Hingabe!", verkündete sie voller Überzeugung.
Da blitzte es in seinen Augen auf und auch sie konnte das freche Grinsen nicht länger unterdrücken. Oh ja, sie würde ihn bei weiteren Dummheiten die Ohren lang ziehen, in den Hintern treten und noch so einiges mehr, dessen durfte er sich gerne bewusst sein. Aber genauso würde sie mit ihm gehen, ihn unterstützen und immer wieder aufs Neue versuchen mit allen Mitteln zu helfen, so, wie sie ihm auch mit Terror gefolgt war, um nicht von ihm getrennt zu sein. Oder die Sache mit dem Angriff der Hausdame seiner Tante...
Indes machte Kazel dem Bären ein Angebot, das sie weit genug ablenkte, um sich nicht an jenen schlimmen Moment mit all seinen Folgen denken zu müssen. Und auch Arina wurde gemahnt, an ihre Aufgabe zu denken, von der sie abgehalten worden war. Sie sah ihr ein wenig zu und fragte sich, ob sie auch jemals eine derart gute Hausfrau abgeben würde, die in der Küche dafür sorgte, dass es ihre Familie nicht nur ernährt wurde, sondern es den Mitgliedern auch schmecken würde.
Unwillkürlich grinste sie schief und deutete ein Kopfschütteln an. Nein, dafür war sie nicht gemacht! Da hatte sogar ihr Liebster mehr Talent. Ob er diese Aufgabe übernehmen würde...?
Ihr Blick wanderte zu ihm zurück, als ihre Schwester ihre neue Rolle erwähnte. Sie musste leicht schlucken und sah ihm an, dass auch er an seine unrühmliche Tante denken musste. Doch er sagte nichts dazu, was sie lautlos aufatmen ließ. Mehr noch, er griff nach ihrer Hand und mal wieder hielten sie sich gegenseitig, was auch sie leicht lächeln ließ. Dieses verliebte Getue war durchaus was Schönes, wenn man nicht der außenstehende, einsame Dritte war.
Daraufhin brachte Arina noch etwas zur Sprache, was dafür sorgte, dass sie sich prompt verschluckte und es eilig hatte, so tief wie möglich in die Schale zu blicken. Der Mischling indes zog eher eine Verbindung mit Zissus, die auch wieder an ihrer Eifersucht zu kratzen versuchte. Zugleich aber musste sie auch an die letzten Stunden denken und was sie vor Kazels Schlaf zu dritt alles vollbracht hatten. Was dazu führte, dass sich ein Grinsen in ihren Mundwinkel schlich und sie nicht widerstehen konnte, wie aus Versehen ihr Knie gegen das ihres Liebsten zu drücken.
Doch ansonsten bemühte sie sich darum, nicht zu viel daran zu denken, um sich nicht zu sehr zu verraten und die Ältere womöglich wieder zu verletzen. Dieses Thema war nun einmal äußerst heikel und sie wollte und musste darauf achten, es nicht anzuschneiden, um keine Wunden unnötig aufzureißen.
Auch wenn er es ihr mehr als schwer machte, als er plötzlich seine Tunika hochzog und seinen Oberkörper entblößte. "Hey!", entfuhr es ihr tadelnd, wobei sie rasch zwischen den Beiden hin und her sah, sodass nicht klar wurde, wem ihre Beschwerde galt. Ihrem Liebsten, der sich hier einfach halbnackt vor ihrer Schwester zeigte, oder der Älteren, die mehr von ihm zu sehen bekommen konnte, wenn sie es denn wollte, als es Janay lieb war.
Als sie damit fertig war und er sich wieder anzog, folgte noch ein beleidigter Blick in seine Richtung, während Arina sich zu dem großen Bärenmann gesellte und ihm half, das Essen fertig zu zubereiten. Indes fuhr der Mischling fort und sorgte dafür, dass sie ihm einen weiteren Blick zuwarf, diesmal allerdings abschätzend von oben bis unten. "Und wie soll ich dich dann nennen? Mein stürmischer Hengst, oder wie?", spöttelte sie, diese Gelegenheit nutzend, und ging davon aus, dass er sie verstehen würde. Denn so wie sie hatte auch er sich eine Zeit lang in Pelgar aufgehalten, jener Stadt, in der sie diese Bezeichnung rasch gelernt und einzusetzen gewusst hatte, um den Preis noch ein wenig in die Höhe zu schrauben für ihre Dienste.
Daraufhin zeigte sie ihm grinsend noch die Zunge, ehe sie absichernd zu ihrer Schwester sah und als diese eindeutig ihnen den Rücken zugewandt hatte, waren ihre Finger flink an seinem Oberschenkel mit einem eindeutigen, unmissverständlichen Ziel. Wenngleich sie es mehr als Provokation meinte, um ihn zu necken, als dass sie ihm jetzt und hier mehr geben wollen würde. Als die beiden Köche fertig waren und sich zu ihnen gesellten, war es bald soweit und sie konnten sich richtig die Bäuche vollschlagen, anstatt lediglich von dem Mus zu naschen.
Janay biss gerade in ihr Hähnchen, dessen Duft sie schließlich hierher gelockt hatte, als die Ältere ein weiteres Thema erneut aufgriff. Voller Fett rund um ihren vollen Mund nuschelte sie, mit einem direkten, fast schon herausfordernden Blick in seine Richtung:"Na, ich hoffe doch, dass er sich erinnert!" Zumindest an den Moment, an dem es passiert war.
Die seitdem vergangene Zeitspanne hingegen... Nein, das würde er nicht wissen, schließlich war er ein Mann und für gewöhnlich merkten sich Männer solch wichtige Dinge nicht. Warum also sollte er...?
Daraufhin spürte sie den Blick ihrer Schwester auf sich ruhen, kaute und schluckte rasch den eigentlich noch zu großen Bissen herunter, um ihr ein Lächeln zu schenken. Obwohl dieses auch deutliche Zeichen von Unsicherheit aufwies, denn sie bemerkte das Glänzen von Tränen in den Augen der anderen.
Dann jedoch griff sie, ungeachtet der Fettspuren auf ihren Fingern, nach der Hand der Älteren und drückte sie sanft. "Du bist immer Teil meines Lebens, auch wenn wir mal nicht zusammen sind.", erklärte sie sofort und wollte damit verdeutlichen, dass sie ihre Schwester natürlich in den letzten Jahren nicht vergessen hatte, nur, weil sie nicht in Morgeria gewesen war. Im Gegenteil, nichts und niemand könnte Arina je vollständig aus ihrem Leben entfernen, erst recht nicht aus ihrem Herzen!
"Und außerdem...", begann sie und verstummte, als eilige Schritte an ihre empfindlichen Ohren drangen. Unwillkürlich sah sie auf und blinzelte, während ihr Kopf sich schon vor Erreichen der neuen Gesellschaft in Richtung Tür drehte.
Da tauchte auch schon Zissus in der Öffnung auf und entlockte ihr ein kleines, freches Grinsen. "Ah, unser Vögelchen ist wieder lebendig!", rief sie ihm neckend zu, als er sich auch schon darüber beschwerte, nichts abzubekommen.
Danach aber erklärte er, warum er so schnell unterwegs war, und das ließ sie fragend blinzeln. Instinktiv sah sie fragend zu Kazel, ob dieser mehr verstand als sie, als Arinas Stimme erklang. Ohne es unterdrücken zu können, zuckte sie leicht zusammen und biss sich auf die Zunge, um nicht vorschnell etwas zu sagen.
Doch auch der Pfauenmann kam ins Stottern, sodass sie ihm einen warnenden Blick zuwarf. Er allerdings zuckte mit den Schultern und rückte unverblümt mit der Wahrheit raus, was den Ausdruck in ihren Augen beinahe mörderisch werden ließ.
Dann war er auch schon wieder weg und ließ sie mit dem Scherbenhaufen, den er gerade verursacht hatte, kurzerhand allein. Janay schnaubte und brummte:"Und ich dachte, er besitzt Feingefühl!"
Aber das neue Wissen ließ sich nicht zurück nehmen und wie zu erwarten gewesen war, wollte ihre Schwester mehr darüber wissen. Wobei sie noch erstaunlich ruhig reagierte... Wer wusste, wie lange das noch so bleiben würde!
Die Jüngere seufzte leidend und zuckte nun ihrerseits mit den Schultern. "Ja... nein... so irgendwie.", begann sie und hob die Schultern nochmals an. "Kazel hat es mehr oder weniger... geerbt und die Betreuung weiter gegeben, damit die Mädchen dort nicht von heute auf morgen auf der Straße stehen.", fasste sie es in knappen und betont sachlichen Worten zusammen.
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Kazel Tenebrée » Freitag 25. August 2023, 02:42

Viele Segen fanden am heutigen Tag in der Gesindeküche statt und nur die wenigsten wurden bemerkt. Dass Kazel mit seinen kleinen Gesten, Blicken und sanften Worten Janay gegenüber einen derartig positiven Eindruck bei Arina hinterließ, bemerkte er nicht. Dass Kodiak mit seinen Kochkünsten nicht nur all ihre Bäuche füllte, sondern auch die Gemüter in Balance hielt, ebenso wie Arinas geistigen Zustand, stellte ebenfalls keiner von ihnen fest. Und dass die Schwester sich zutiefst freute, die beste Tante der Welt zu werden, nahm man zwar zur Kenntnis, die Bedeutung der Worte - dieser Segen - besaß aber nur für Arina selbst wahre Tiefe.
Von einem Segen kam die schwarzhaarige Schwester dann schon auf den nächsten zu sprechen. Dass zwei davon unter Janays Brust heranwuchsen, wusste jene ja erst selbst seit kurzem. Arina hatte wohl noch nicht vom doppelten Glück erfahren, wohl aber davon, dass Kazel der Erzeuger war und einen Treffer gelandet hatte. Nur wann das gewesen war, wünschte Arina zu wissen. Kazel stieg sofort die Röte in die Wangen. Verlegen blickte er zur Seite, konnte sich ein Schmunzeln jedoch nicht verkneifen. "Das ...", er räusperte sich, "kann nur am Sternensee passiert sein." Sein Blick wanderte über Janay, ob sie sich noch an das genaue Datum erinnern mochte. Diese aber erinnerte sich nur an eines: an Kazels stürmische Art, als er ihr vollends verfallen war. Er hatte sich damals wirklich nicht zurückgehalten und sie sofort erobert.
"Und wie soll ich dich dann nennen? Mein stürmischer Hengst, oder wie?""
Kazel hustete einen der in Öl gebratenen Kartoffelstifte zurück auf den Teller. "Du hast mich verführt!", entkam es ihm lauthals. Empört klang er keineswegs. Es hatte ihm schließlich gut genug gefallen, dass er auf ihre Künste eingestiegen war und reichlich Kaulquappen ins Wasser und auch in Janays fruchtbaren Leib hatte schwimmen lassen. Es war ihr erstes gemeinsames Mal gewesen und auch das einzige, für lange Zeit. Als die beiden Mischlingselfen wieder zueinander hatten finden können, stand bereits fest, dass Janay schwanger war. Die Leoniden hatten es riechen können und sie trächtig genannt.
"Das ist so lange her, dass man sich fragen könnte, warum es nicht schon soweit ist." Kazel verließ seinen Platz, um sich nun neben seine Liebste auf die Bank zu setzen. Er legte ihr eine Hand an den Bauch und strich mit funkelnden Augen darüber. Ihn freute der Umstand. Vielleicht war es für jemanden in seinem Alter weitaus zu früh, um Vater zu werden. In den Reihen der Dunkelelfen galt Kazel quasi noch selbst als Kind bis maximal frischer Jugendlicher. Dennoch konnte man ihm das Glück ansehen. Er freute sich wirklich und bezog auch Arina nun in sein Glück mit ein, als seine Augen die ihren trafen und er lächelte. "Es ist so viel passiert", wiederholte er. "Aber es fand kurz nach dem Angriff auf Pelgar statt, das weiß ich noch. Wir trafen im Wald Eldoras aufeinander, lernten uns kennen und ..." Er gluckste, furchtbar verlegen. So sehr, dass er erneut den Blick senkte. Es war ihm nicht unangenehm, darüber zu sprechen. Vielmehr war es ungewohnt und richtig umgehen konnte er damit auch nicht. Seine eigene Familie saß hier am Tisch, wuchs zusammen und bald würde er Verantwortung für zwei kleine Kinder tragen. Kinder, die einen Vater hätten, der auch für sie da sein wollte. Ein Vater, der sie lieben wollte wie Kazel nie geliebt worden war. Ihm schwammen beinahe schon die Augen bei dem Gedanken und er hielt Janays Hand ganz innig an sein Herz gedrückt, während er mit der anderen ihren Bauch streichelte.
"Wir waren danach bei den Leoniden und dann ... da ... war noch etwas ... ich hatte meine Seele verloren. An mehr erinnere ich mich nicht. Schließlich wurde ich zum Lehrling von..." Er stockte. Der Gevatter selbst hatte ihm geraten, besser nicht darüber zu erzählen. Man würde ihn entweder für verrückt halten oder nicht glauben. Aber das war nicht der Grund, dass Kazel plötzlich abbrach. Wissen durchströmte ihn. Das Wissen eines Zeitlosen, der seinen Gesellen daran teilhaben ließ. Wenn er sich die Stundengläser seiner Kinder anschaute - nur kurz - könnte er vielleicht ihr Wachstum herausfinden und das Alter deuten. Kazel schloss die Augen. Er suchte im Geist nach den Bildern der kleinen Sanduhren. Er behielt die Hand auf Janays Leib, um auch einen pyhsischen Kontakt zu haben.
Tatsächlich konnte Kazel es sehen, glaubte es zumindest und teilte den Schwestern wenig später mit, in welchem Monat die werdende Mutter sich überhaupt befand. Es würde bald soweit sein. Irgendwann. Kazel konnte es kaum noch erwarten. Zeitgleich war er froh, dass es noch nicht in den nächsten Wochen soweit wäre. Er hatte schließlich noch eine Aufgabe vor sich, bei der er wirklich nicht in Janays Nähe bleiben konnte. Und sie bis in das Nest mitnehmen? Niemals! Das würde er ihr nicht antun. Es genügte, wenn ihn dieser Anblick nicht mehr losließ. Aber er wusste, dass er es tun musste. Er musste all diese Frauen retten oder erlösen. Wer, wenn nicht er? Gab es überhaupt noch jemanden, der von ihnen wusste?
Zumindest eine weitere Seele war in das Geheimnis eingeweiht und diese streckte gerade seine schnabelartige Nase in die Gesindeküche, um sich lauthals zu beschweren, dass man ihn nicht zum Essen gerufen hatte. Kazel schaute sofort auf. "Zissus!", grüßte er seinen Freund beinahe etwas zu euphorisch, aber er freute sich einfach, ihn zu sehen. Auch wenn es Janay einen eifersüchtigen Stich versetzte, von dem Kazel gar nichts bemerkte. Zissus war ihm ans Herz gewachsen und er wollte noch möglichst viel von ihm haben, bevor es ihn aus Morgeria fort zog. Wahrscheinlich werde ich ihn danach nicht mehr wiedersehen. Ich will nicht zurückkehren, wenn ich nicht muss...
Bevor ihn die trüben Gedanken auf's Neue übermannen konnten, wandte er rasch ein: "Mit Vranyk ist alle geklärt. Er wird sich an dich wenden, Zissus. Er ... wird es gut machen." Kazel lächelte zuversichtlich, um auch dem Pfau zu signalisieren, dass er bei Vranyk Positives erreicht hatte. Sein Lächeln versteinerte und brach, als sein Freund dann jedoch ein anderes Thema anschnitt. Das Freudenhaus. Das Bordell der Familie Tenebrée. Arinas Blick schien sich in Kazel zu brennen.
"Ihr habt ein Freudenhaus?"
"Und ich dachte, er besitzt Feingefühl! Ja ... nein ... so irgendwie. Kazel hat es mehr oder weniger ... geerbt und die Betreuung weitergegeben, damit die Mädchen dort nicht von heute auf morgen auf der Straße stehen."
"Ganz so romantisch wie es klingt, ist es nicht", korrigierte Kazel. Er würde Arina nichts verheimlichen. Schließlich besaß er keine Schuld an dem Umstand wie seine Familie in den letzten Jahren sich noch einmal einen ruhmreicheren Namen aufgebaut hatte. Es lag jetzt nur an ihm, dass dieser Name in Vergessenheit geriet, ohne dass jemand darunter litt.
"Das Bordell Tenebrée wurde von meiner Tante geleitet", machte er den Anfang und schon veränderte sich seine komplette Mimik. Auch wenn er Starles Namen nicht in den Mund nahm, auch wenn sie ihr restliches Leben in sicherer Verwahrung verbringen würde, fiel es ihm nach wie vor schwer, sie frei von negativen Emotionen als Thema zu behandeln. "Sie ist das genaue Gegenteil von dir, Arina. Sie ist die schlechteste Tante Celcias." Er meinte es, wie er es sagte. "Aber sie ist nicht mehr, doch ihr Vermächtnis besteht fort. Wenn das Bordell nun einfach geschlossen wird, müssten all die Frauen darin sich einen neuen Ort suchen. Einen, der vielleicht noch schlimmer ist. Ich habe das Haus in die Hände zweier Nachtelfen gegeben, die selbst unter dessen Einfluss haben leiden müssen. Sie werden nicht zulassen, dass Schmerz und Misshandlung dort die Vorherrschaft haben. Und ich auch nicht." Sein Blick wanderte flüchtig zu Janay. "Ich glaube, wenn die Umstände stimmen, ist die Profession eines Freudenmädchens auch nicht das Schlechteste. Wenn ... wenn anständige Männer das Haus aufsuchen, kann es eine ebenso erfüllende Arbeit sein wie jede andere. Es darf nur niemand gezwungen werden. Falls du nun dennoch die Achtung vor mir verloren hast, kann ich das verstehen. Ich möchte dir trotzdem sagen, dass ich mich bemühe." Und das mochte vielleicht Kazels größter Schwachpunkt sein. Er wusste, dass er nicht alle in Morgeria retten konnte, aber er wollte es unbedingt. Niemand sollte zurückgelassen werden.
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Erzähler » Dienstag 12. September 2023, 10:58

Kazel schloss die Augen. Er suchte im Geist nach den Bildern der kleinen Sanduhren und behielt die Hand auf Janays Leib, um einen physischen Kontakt zu haben.

Kazels Wahrnehmung: (versteckt)
Versteckt:Versteckten Text anzeigen
Wissen durchströmte den Gesellen des Zeitlosen, denn sein Meister übermittelte es ihm, ohne selbst anwesend zu sein. Sie waren noch klein und der Sand hatte noch nicht begonnen zu laufen. Es gab auch keine Skala an den kleinen Stundengläsern. Kazel hatte auch keine Vergleichsmöglichkeiten mit anderen Schwangeren um die Monate zu zählen... oder doch? Eine der Frauen mit den metallisch glänzenden Extremitäten wankte etwas ablenkend im Hintergrund durch seine Wahrnehmung. Ihr Bauch war deutlich stärker gerundet als der von Janay, aber dies waren Traumbilder, die Manthala für ihn ins Wachsein gerufen hatte, damit Kazels Schlaf friedlich war. Diese Wesen besaßen keine Sanduhren mehr. Sie waren Geister, die sich an ihren Erlöser geheftet hatten, sie waren aus Erinnerungen und Fantasie gemacht. Aber hätte Kazel andere Schwangere zum Vergleich gehabt, er könnte bald den Tag genau einschätzen, wann eine Frau den Funken des Lebens empfangen hätte, denn was er sehen konnte, war die Anzahl der Sandkörner, die jedes der beiden kleinen Gläser füllte: 13708800 und das wusste er genau. Nur wie kam er auf diese Zahl? Was bedeutete ein Sandkorn im Stundenglas eines sich entwickelnden Kindes? Er selbst hatte schon Zeit ausgegeben, Herzschläge seiner eigenen Zeit gesammelt und verschenkt. Ein Herz schlug 80 mal pro Minute und selbst wenn Kazel niemals ein Gefühl für Zahlen oder Mathematik gehabt hatte, so durchströhmte ihn nun einfach dieses Wissen. Er wusste einfach, dass ein Tag 115200 Herzschläge besaß, also es 119 Tage her war, dass Janay und er sich im Sternensee geliebt hatten. Janay befand sich also aktuell in ihrer 17ten Schwangerschaftswoche. Wie die Zeit doch verging.
((Alle Angaben ohne Gewähr, da es eh keiner mehr von uns nachvollziehen kann und bitte nicht drauf festnageln ;) ))
Kazel teilte den Schwestern wenig später mit, dass Janay seiner Meinung nach etwas über vier Monate bereits schwanger war. Der kleine Bauch war also nicht nur mit Apfelmus gefüllt. Es machte es realer. Kazel konnte es kaum noch erwarten. Zeitgleich war er froh, dass es noch nicht in den nächsten Wochen soweit war. Er hatte schließlich noch eine Aufgabe vor sich, bei der er wirklich nicht in Janays Nähe bleiben konnte. Und sie bis in das Nest mitnehmen? Niemals!!!
Das würde er ihr nicht antun. Es genügte, wenn ihn dieser Anblick nicht mehr losließ. Aber er wusste, dass er es tun musste. Er musste all diese Frauen retten oder erlösen. Wer, wenn nicht er? Gab es überhaupt noch jemanden, der von ihnen wusste? Natürlich Zissus und … die Empfängerin dieses Briefes, den sie in Sademos Schreibtisch gefunden hatten. Kazel hatte sogar eine Adresse, wurde ihm gerade klar. Einen Namen und eine Adresse in Andunie, hinter der sich das Grauen verbarg. Aber um Kazel aus seinen brütenden Gedanken zu holen, streckte eben jene wissende Seele die in das Geheimnis eingeweiht war gerade seine schnabelartige Nase in die Gesindeküche, um sich lauthals zu beschweren, dass man ihn nicht zum Essen gerufen hatte.
Kazel schaute sofort auf.
"Zissus!"
, grüßte er seinen Freund beinahe etwas zu euphorisch, aber er freute sich einfach, ihn zu sehen. Leider nährte er anscheinend damit Janays Eifersucht, wie sich wenig später zeigte. Aber vorerst galt es einige andere Dinge zu klären.
"Mit Vranyk ist alle geklärt. Er wird sich an dich wenden, Zissus. Er ... wird es gut machen."
Kazel lächelte zuversichtlich, um auch dem Pfau zu signalisieren, dass er bei Vranyk Positives erreicht hatte. Sein Lächeln versteinerte und brach, als sein Freund dann jedoch ein anderes Thema anschnitt. Das Freudenhaus. Das Bordell der Familie Tenebrée. Arinas Blick schien sich in Kazel zu brennen. Zissus verschwand nach seiner wahrheitsgemäßen Antwort jedoch schnell, denn wenn im Hause Tenebrée die Luft brannte, musste schnell gehandelt werden. Es hatte ihm ja auch niemand gesagt, dass er Arina belügen sollte. Janays Schwester blieb aber erstaunlich ruhig und fragte eher neugierig:
"Ihr habt ein Freudenhaus?"
Janay starrte noch Zissus mit mörderischen Blicken hinterher. Im Hintergrund zuckte Kodiaks Nase und er sah Janay an, als sie weiter sprach:
"Und ich dachte, er besitzt Feingefühl! Ja ... nein ... „
Kodiak schaute mit zusammen gezogenen Brauen und leicht gehobenen Lefzen auf Janays Hinterkopf. Er schien etwas zu wittern. Kazel wusste, dass er Lerium verstand. Er hatte ihn danach gefragt und auch wenn das bärige Gesicht schwer zu lesen war, so schien Kodiak nicht sonderlich erfreut über die Äußerung. Ob er ihre Eifersucht roch? Zissus hatte hier zu allen ein sehr gutes Verhältnis... schon lange bevor Kazel und Janay in ihr Leben getreten waren. Jenay bemühte sich derweil ihre Schwester weiter zu schützen.
„...so irgendwie. Kazel hat es mehr oder weniger ... geerbt und die Betreuung weitergegeben, damit die Mädchen dort nicht von heute auf morgen auf der Straße stehen."
Arina nickte langsam.
„Das klingt lebenswert.“
"Ganz so romantisch wie es klingt, ist es nicht"
, korrigierte Kazel. Er würde Arina nichts verheimlichen. Schließlich besaß er keine Schuld an dem Umstand wie seine Familie in den letzten Jahren sich einen ruhmreichen Namen aufgebaut hatte. Es lag jetzt nur an ihm, dass dieser Name in Vergessenheit geriet, ohne dass jemand darunter litt.
"Das Bordell Tenebrée wurde von meiner Tante geleitet"
, machte er den Anfang und schon veränderte sich seine komplette Mimik. Auch wenn er Starles Namen nicht in den Mund nahm, auch wenn sie ihr restliches Leben in sicherer Verwahrung verbringen würde, fiel es ihm nach wie vor schwer, sie frei von negativen Emotionen als Thema zu behandeln.
"Sie ist das genaue Gegenteil von dir, Arina. Sie ist die schlechteste Tante Celcias."
Er meinte es, wie er es sagte. Arina nickte noch einmal und meinte:
„Keine Sorge, ich schließe nicht von mir auf deine Verwandte oder 'Tanten' im allgemeinen.“
Dann hörte sie wieder geduldig zu. Ihre Haltung war dabei nur mäßig angespannt, ganz so als wäre sie eine wissbegierige Schülerin. Die Hände im Schoß gefaltet lauschte sie aufmerksam jedem Wort. Kazel hatte anscheinend einen hohen Stellenwert in ihrer Welt eingenommen, auch wenn sie ihn kaum kannte. Janay liebte ihn und das schien zu genügen, dass sie ihn nicht als Bedrohung ansah. Die kleinen Neckereien, die liebevollen Worte zwischen den beiden waren wie kleine Dosen eines sehr wirkungsvollen Heilmittels für sie. Sie sog alles hier auf wie ein Schwamm.
"...Aber sie ist nicht mehr, doch ihr Vermächtnis besteht fort. Wenn das Bordell nun einfach geschlossen wird, müssten all die Frauen darin sich einen neuen Ort suchen. Einen, der vielleicht noch schlimmer ist. Ich habe das Haus in die Hände zweier Nachtelfen gegeben, die selbst unter dessen Einfluss haben leiden müssen. Sie werden nicht zulassen, dass Schmerz und Misshandlung dort die Vorherrschaft haben. Und ich auch nicht."
Sein Blick wanderte flüchtig zu Janay und so sah er das Glänzen in Arinas Augen nicht.
"Ich glaube, wenn die Umstände stimmen, ist die Profession eines Freudenmädchens auch nicht das Schlechteste. Wenn ... wenn anständige Männer das Haus aufsuchen, kann es eine ebenso erfüllende Arbeit sein wie jede andere. Es darf nur niemand gezwungen werden. Falls du nun dennoch die Achtung vor mir verloren hast, kann ich das verstehen. Ich möchte dir trotzdem sagen, dass ich mich bemühe."
Janay hatte ihre Schwester bestimmt nicht aus den Augen gelassen. Zissus mochte mit seiner Liebe zur Wahrheit den Auftakt gegeben haben, aber es war Kazel, der den Anstoß gab. Kazel schickte Tränen über die Wangen der jungen Elfe, die Janay so ähnlich sah und doch ihr in so wenigem glich. Arina starrte ihn erst aus feuchten und dann überquellenden großen Augen an und als der dann geendet hatte, huschte ihr Blick zu ihrer Schwester.
„... *sniff*... du... Du hast so ein Glück! So ein Glück! Oh, Janay!“
Arina fiel ihr um den Hals und ihre Tränen befeuchteten sofort Janays Schulter. Sie zitterte leicht.
„...so ein Glück... Danke, dass ich daran teil haben darf!“
Sie schluckte ein paar Mal und schob sich dann ein Stück weit aus der Umarmung um in ihr Gesicht sehen zu können. Sie beruhigte sich schon langsam wieder.
„Du hast einen Mann gefunden, der uns Frauen schätzt und der dich so sehr liebt, dass er dich sieht wie du bist. Meiner hat mich gehasst und gefoltert. Er hat mich... aber du... Du warst schon immer anders. Du warst schon als Kind ein Rebell. Du bist deinen Weg gegangen und Vater war so böse, dass du zu einer...“
Es war nie ein Geheimnis gewesen, dass Janay sich in der Horizontalen verdient gemacht hatte.
„...aber Kazel...“
Arina sah kurz zu ihm zur Seite, aber gleich wieder zurück zu ihrer Schwester.
„Halte ihn fest. Er ist ein Geschenk. Seine Liebe ist rein und er ist ein guter Mann. Es ist so ein Glück... Ich bin so glücklich, dass du so jemanden gefunden hast, meine liebste kleine Schwester! Und du solltest dich auch niemals schämen für deine Freiheit, die du dir erkämpft und gefunden hast. Du darfst mich nicht schonen, Janay. Mein Leben war eine einzige Ansammlung von Lügen und Qual. Euch zu sehen und an eurem Leben teilhaben zu dürfen ist das beste, was mit passieren kann. Schließe mich bitte nicht davon aus. Ich will alles wissen, alles sehen... alles erleben.“
Sie lächelte auch wenn es durch das tränennasse Gesicht etwas merkwürdig anmutete.
„Ich habe viel nachzuholen und ...zu lernen. Ich … ich selbst bin... zerstörte Ware, aber mein Herz... es tut nicht so weh, wenn ich dein Glück sehe, kleine Schwester!“
Sie streichelte Janays Wange.
„Ich möchte, dass du mir alles aus deinem Leben erzählst. Alles was dich so stark gemacht hat. Auch … auch die... besonders die schönen Erfahrungen. Du ...würdest du meine Lehrerin sein? Ich weiß, dass ich nicht alles sofort lernen kann, aber ich ...ich will nicht für alle Zeit ein Opfer bleiben.“
Das ausgerechnet Janays Profession ihr Beruf ihrer Schwester helfen könnte war … ungewöhnlich, aber nicht vollkommen ausgeschlossen. Sie verlangte ja auch nicht gleich ihr es gleich zu tun, aber Arina wollte diese Stärke, die ihre Schwester hatte. Sie wollte lernen, dass Männer auch gut sein konnten und Frauen Macht über sie hatten. Die Erwähnung des Freudenhauses war vielleicht sogar ein Glücksgriff gewesen und Kazels hatte genau das richtige im rechten Moment gesagt. Ein Knoten hatte sich gelöst und Arina sprudelte ungefiltert wie der Springbrunnen im Vorgarten.
„Schwesterherz, würdest du mich an die Hand nehmen um mir die Welt zu zeigen? Ich meine nicht die ganze und nicht im örtlichen Sinne...“
Sie neigte lächelnd ihren Kopf.
„...ich meine, dass du mir das Leben zeigst. Würdest du das für mich machen? Ich weis ganz sicher, dass ich... Zeit brauchen werde und nicht alles... nicht alles annehmen kann, aber muss ich nicht alles wissen um für mich... für MICH Entscheidungen treffen zu können? Ich will dir eine gute Schwester sein, für dein Kind eine gute Tante und für...“
Sie sah Kazel und auch Kodiak an.
„...eine gute Freundin. Aber ich muss dafür auch... wieder GANZ werden. Nicht zerbrochen. Dafür muss ich lernen mit der Welt da draußen umzugehen.“
Sie nahm Janays Wangen in beide Hände und lehnte ihr Stirn an ihre. Noch immer liefen ihr Tränen aus den Augen und schienen all das Leid fort spülen zu wollen, was ihr widerfahren war.
„Hilfst du mir dabei? Bitte.“
Es würde nicht alles sofort passieren. Nicht alles auf einmal und auch wenn eine körperliche Heilung auch auf diesem Weg stand, so war die seelische doch so viel wichtiger. Arina bat ihre Schwester nicht nur ihre Lehrmeisterin im Leben zu sein, sondern auch sie an die Hand zu nehmen und durch Konfrontationen zu führen. Janay durfte sie nicht schonen. Sie sollte ihr zeigen, wie das Leben aus anderen Perspektiven auch schön sein konnte. Ein Besuch im Freudenhaus würde nicht am Anfang ihrer Reise stehen... aber war doch ein Punkt auf der Liste an Dingen, die sie vielleicht gemeinsam absolvieren könnten. Zusammen!
Der Gefühlsausbruch war wie eine Welle aus Emotionen. Sie schlug über den Schwestern zusammen und ließ tausende kleiner Dinge wie Luftblasen unter Wasser um sie herum aufsteigen. Arina wollte leben und brauchte dafür ihre Schwester. Kazel und Kodiak saßen den Moment schweigend daneben und beobachteten das Zusammenspiel der Elemente. Janay konnte aufbrausend wie die See sein und Arina war dagegen so still und verhangen wie ein bewölkter Nachthimmel. Doch es gab nichts schöneres als wenn beides zusammen kam und man des nächtens die Brandung betrachten konnte, wenn die Wellen sich brachen und das Sternenlicht auf ihnen tanzte. Gemeinsam könnten sie in diesem Bild den Strand entlang gehen und ihre Fußspuren würden wie von glühenden Algen in der Geschichte leuchten. Gemeinsam konnten sie ein neues Kapitel aufschlagen.

Arina brauchte ihre Schwester und Kazel wurde in Andunie gebraucht. Arina verlangte von ihrer Schwester, sie nicht zu schonen und Kazel musste Janay vor dem schonen, was er in der fernen Küstenstadt vermutete. Ihr gemeinsamer Lebensweg war schon vorher holprig gewesen und sie hatten gemeinsam schon einiges gemeistert. Jetzt aber stand für jeden eine Prüfung bereit, die sie nur getrennt meistern konnten. Sie beide fühlten es. Sie beide ahnten und wussten es. Aber ihre Liebe band sie aneinander. Kazel ahnte, dass er nicht nur Zissus führ eine Weile zurück lassen musste. Aber vielleicht dämmerte ihm auch langsam, dass er mit seinen neuen Möglichkeiten 'örtlich' nicht mehr so gebunden war, wie sonst ein Wesen auf dieser Welt. Das Springen von Ort zu Ort war ...übelkeitserregend, aber es war es wert, wenn man dafür eben noch Seelen in die nächste Ebene begleitete, um dann abends bei seiner Liebsten zu sein. Eine gewisse Zeit der Trennung würde es gewiss geben, aber auch Janay brauchte nun Zeit für ihre wachsende Familie. Es zeichnete sich eine Zeit der Veränderungen ab. Noch hatten sie ein wenig Zeit sich mit diesen Veränderungen anzufreunden, aber irgendwann würden sie sie einholen.
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Janay » Samstag 16. September 2023, 20:51

Auch für Janay fand in diesen Moment ein Segen seinen Weg zu ihr. Sie hatte sich endlich getraut, ihrer Schwester gegenüber zu treten und einen Gutteil ihrer Angst davor besiegt. Es war nicht schlimm geworden, Arina lehnte sie nicht ab, sondern es fühlte sich beinahe so an, als hätten sie sich erst gestern getrennt und nicht vor vier Jahren. Als hätten nicht beide ihre Wunden erhalten, die heilen mussten, bei jeder auf die eigene Weise.
Somit war es einfach nur schön und erleichternd, selbst, als Kazel zu ihnen gestoßen war und sie beide es einfach nicht sein lassen konnten, miteinander herum zu turteln. Eigentlich hatte die junge Frau sich in Gegenwart ihrer Schwester zurück halten wollen, eben weil diese genau das Gegenteil hatte erleben müssen und sie die andere instinktiv schützen wollte, aber sobald der Mischling im Raum war... konnte sie irgendwie nicht anders. Dass sie es damit allerdings richtig machte, hatte sie im Vorfeld nicht ahnen können.
So kam es, dass Janay relativ unbefangen mit ihrem Liebsten umging und sobald die Gelegenheit vorhanden war, auch die ein oder andere anzügliche Bemerkung von sich gab. Als er sich dadurch verschluckte und hustend protestierte, brachte sie zum Lachen. "Ja, und? Du hättest ja widerstehen können.", spöttelte sie und strich ihm wie beiläufig mit ihren kurzen Nägeln über den Arm.
Selbst jetzt, nachdem sie sich so ausgiebig miteinander vergnügt hatten, konnte sie nicht genug von Körperkontakt mit ihm bekommen. Wenngleich die Verschmelzung nicht sofort wieder vollkommen sein musste.
Doch auch er schien ihre Nähe zu suchen, da er sich näher zu ihr setzte. "Du meinst, so lange her, dass ich dir eigentlich schon eine ordentliche Portion graue Haare hätte verpassen müssen, hm?", neckte sie ihn.
Um im nächsten Moment leicht zusammen zu zucken, als er seine Hand auf ihren Bauch legte und sie dort streichelte. Für einen oder zwei Atemzüge sah sie auf die Finger herab, ehe sie allmählich begriff, dass sie nicht träumte. Sie wurde von einem wohligen Schauer erfasst und spürte, wie zeitgleich ihre Wangen sich röteten. Außerdem schlich sich ein leicht dümmliches, eindeutig verliebtes Lächeln in ihren Mundwinkel, gegen das sie machtlos war.
Ja, auch sie freute sich auf das Ki... die Kinder, aber auch darüber, dass Kazel der Vater war. Das konnten ihr ihre Ängste nicht nehmen, sie spürte einfach, dass er der Richtige dafür gewesen war. Obwohl sie ihn damals nicht so sehr aus reiner Lust heraus verführt hatte, sondern damit er dem pelgarischen Ritter nicht verriet, dass sie eigentlich eine Dunkelelfe war. Funktioniert hatte es nicht, der Mischling hatte es trotzdem offenbart, sie aber auch vor dessen Wut auf ihre Rasse bewahrt.
Und seitdem war so viel mehr passiert, hatte sich vieles zwischen ihnen entwickeln können, mit dem Janay niemals hätte rechnen können. Wie es eigentlich Talimée ging? Seltsam, dass sie ausgerechnet jetzt an die Elfe dachte, der sie zur Flucht aus der Sklaverei in Kosral verholfen hatte.
Das Glucksen ihres Liebsten holte sie aus ihren Gedanken und ließ sie eine Spur breiter grinsen. "Jedenfalls wolltest du mich bei Leoniden zurück lassen und ich bin dir hinterher, um dir die Ohren lang zu ziehen. Wobei ich dir damit sogar deinen hübschen Knackarsch gerettet hab, wenn ich mich recht erinnere. Und wenig später hast du dich so richtig besoffen und dann... ja... sind wir hier gelandet.", vollendete sie die Erzählung und lehnte sich dabei unbewusst etwas mehr an ihn, um seine Wärme intensiver wahrnehmen zu können.
Wenig später tauchte noch jemand auf, der ihnen beiden, jedem auf die eigene Weise, wichtig geworden war und ihnen so einiges gezeigt hatte. Auch die junge Frau hatte einiges von ihm gelernt, vor allem in Sachen Küssen hatte er ihr vieles zeigen können, sodass sie sich nicht mehr ganz so unbeholfen dabei fühlte. Das war schließlich eines der wenigen Dinge, das sie in ihrem Beruf bewusst ausgelassen hatte. Nun könnte sie dem Mischling das ein oder andere beibringen und es zwischen ihnen noch abwechslungsreicher gestalten, wenn sie wieder einmal übereinander herfallen könnten.
Zissus zeigte sich also in der Küche und nachdem er es innerhalb weniger Sekunden geschafft hatte, alles durcheinander zu bringen, war er auch schon wieder weg. Janay spürte Zorn in sich aufsteigen, denn er hatte unbedacht ausgeplappert, wovor sie ihre Schwester noch länger hatte schützen, sie behutsamer an dieses Thema heranführen wollen. Nun allerdings war es zu spät und konnte nicht ungeschehen gemacht werden. Trotzdem wand sie sich noch etwas, ehe sie mit der Sprache heraus rückte. Dass der Bär weiter hinten in der Küche sie aufmerksam in Augenschein nahm, bemerkte sie indes nicht.
Dafür übernahm Kazel das Reden und machte das weitaus detaillierter, als sie es gegenüber Arina gewagt hätte. Ihre Wut verrauchte und sie griff stattdessen nach der Hand ihrer Schwester, um diese vorsichtig zu halten, während sie mit besorgtem Blick das Gesicht unaufhörlich musterte, ob es ihr zu viel werden könnte. Nur einmal zwischendrin schaffte der Mischling es, ihre Aufmerksamkeit wieder auf sich zu lenken.
Leicht zuckte sie mit den Schultern. "Anständige Männer findest du an so einem Ort nicht wirklich.", murmelte sie mit einem leicht schiefen Grinsen in sich hinein. "Aber es gibt Regeln und viele halten sich dran. Also ja, es gibt schlimmere Arten von..." Ihre Augen wanderten zurück zu Arina. "... Berufen.", vollendete sie ihren Satz und spürte, wie ihr das Herz aufgeregter in der Brust schlug.
Denn ihr Liebster hatte etwas angesprochen, was auch ihr zu schaffen machte. Je mehr die Ältere erfuhr, desto eher könnte sie die Achtung auch von ihr, der kleinen Schwester, verlieren. Und das würde ihr unendlich weh tun, vor allem jetzt, nachdem sie sich endlich wieder gefunden hatten!
Umso mehr erschrak sie, als sie die Tränen in den Augen ihres Gegenübers aufsteigen sah. "Ina...", entkam ihr als Hauch der einst so übliche Kosename für sie und unwillkürlich wurde ihr Griff um die feingliedrigen Finger fester, sofern ihr die Hand noch nicht entzogen worden war. Wie von selbst schälte sie sich aus Kazels Umarmung, damit sie ganz und vollständig für die andere da sein könnte, denn sie rechnete damit, sie trösten zu müssen.
Die Wahrheit konnte sie sich hingegen kaum vorstellen, sodass sie anfangs ungläubig lauschte, welche Worten Arina über die Lippen kamen. Plötzlich flog ihr die Ältere regelrecht in die Arme, dass es sie beinahe von der Sitzgelegenheit geworfen hätte, wenn da nicht noch das Bein des Mischlings gewesen wäre, das ihren Rücken in Höhe des Steißes stützte. "Was...?", keuchte sie auf und schloss sofort die Umarmung, legte die Hände auf den Rücken der anderen und strich ihr sanft darüber.
"Sch, sch...", machte sie dann noch, ehe sie noch einmal Worte zu hören bekam, die sie so nicht erwartet hätte. Viel mehr allerdings konnte sie nicht dazu sagen, denn schon löste sich ihre Schwester wieder etwas und sah sie direkt an, während die Tränen zu versiegen begannen.
Sie fuhr fort und weckte damit in der Jüngeren auch durchaus Erinnerungen, die ein schiefes Grinsen über ihre Lippen huschen ließen. Leicht zuckte sie mit den Schultern. "Na ja, fürs Bravsein war ich nie geeignet...", nuschelte sie ein wenig verlegen und warf einen verstohlenen Blick zu Kazel.
Dann aber war sie wieder voll und ganz bei Arina, löste eine Hand und strich ihr eine kleine Haarsträhne zurück hinters Ohr. Eine liebevolle, vertraute Geste, wenngleich mit umgekehrten Rollen. So, wie sich überhaupt vieles zwischen ihnen umgekehrt zu haben schien.
Bei dem Hinweis darauf, dass sie ihre Schwester nicht schonen sollte, seufzte sie verhalten. "Ich will dir nicht weh tun...", warf sie ein und das stimmte auch. Woher sollte sie wissen, welche Wahrheit, welches Wissen die andere in ihrem Zustand verkraften konnte und welche nicht? Welche in ihr schlechte Gefühle, Traurigkeit oder sonst etwas wecken könnte oder, schlimmer noch, welche sie beide entzweien könnte, jetzt, nachdem sie sich endlich wieder gefunden hatten?
Doch dann sprach ihre Schwester etwas an, dass Janay nicht nur blinzeln, sondern die Augen auch größer werden ließ. "I... ich soll... ich soll dir zeigen...", stammelte sie und merkte, wie sich ihre Wangen röteten. Es war das eine, sich mit vollkommen fremden Männern einzulassen und dafür bezahlt zu werden, oder auch mit ein paar Frauen wie erst kürzlich. Aber es wäre etwas absolut anderes, ihrer eigenen Schwester, noch dazu der Älteren, dabei zu helfen, positive Erfahrungen sammeln zu können.
Obwohl... ihr kam da bereits eine Idee, wie sich das womöglich für beide Seiten möglichst unverkrampft umsetzen lassen könnte. Nachdem sie schon über das Bordell gesprochen hatten...
Die Röte verblasste und an ihrer statt kräuselte ein freundliches, zuversichtliches Lächeln ihre Lippen. Sanft umschloss sie mit ihren Händen die der anderen und sah ihr in die Augen, als sie knapp nickte. "Wir machen das, zusammen, Ina.", stimmte sie schließlich zu und beugte sich vor, um ihre Stirn an die der Angesprochenen zu lehnen, so, als hätten sie sich mit dieser altbekannten Geste abgesprochen und sich deswegen zeitgleich zueinander bewegt. "Zusammen.", wiederholte sie wispernd und spürte, wie ihr wohlig warm in der Magengegend wurde.
Nach einigen Momenten löste sie sich langsam ein Stück weit, um sie erneut ansehen zu können. "Und weißt du, was? Ich hab da noch eine Idee.", fing sie an und drehte sich leicht, um den Mischling, den sie bei dem sprudelnden Quell vorhin tatsächlich kurzfristig hatte ausblenden können, anzugrinsen.
Doch als sie fortfuhr, sah sie ihre Schwester wieder an. "Es gibt da nämlich was, in dem du die Lehrerin sein kannst." Sie machte eine bewusste Pause, ehe sie nach einem Stück gebratener Kartoffel griff und mit einem genüsslichen Laut hinein biss. "Bringst du Kazel das Kochen bei? Mit mir brauchst du es gar nicht erst probieren, ich bin so schlecht darin wie früher.", löste sie ihren Einfall auf und grinste frech.
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Kazel Tenebrée » Montag 18. September 2023, 13:06

Kazel war sich nicht vollkommen sicher, ob ihm erlaubt war, die Kräfte des Meisters auf diese Weise einzusetzen. Er trug im Moment schließlich nicht die Kutte, ging nicht seiner künftigen Berufung nach. Aber hier ging es um Janay und um ihn. Es ging um ihrer beider Zukunft und die ihrer Kinder. Es ging um das Leben, dem der Mischling doch noch so sehr nachgehen sollte, bis es ihm versagt würde und er an Gevatters Seite die Ewigkeit verbringen sollte. Außerdem hörte er den Tod weder Einhalt gebieten noch spürte er dessen Kälte im Nacken, die zumindest Kazel stets als angenehm und beruhigend betrachtete. Dafür fühlte er tief in seinem Inneren die Stundengläser seines Nachwuchses vor seinem geistigen Auge erscheinen. Er konnte sie sehen, so klein und unberührt vom Geschehen in der Welt. Sie besaßen keine Risse im Glas, sie formten sich und Sand reicherte sich in ihrem Inneren an. Das Bild überwältigte ihn beinahe, so dass seine Hand aufzuckte, welche bei Janay auf dem Bauch lag. Zahlen durchströmten Kazels Geist. Der Tod maß in Sekunden und es waren schon eine Menge davon als Sandkörnchen vorhanden, trotzdem würde es mindestens noch einmal so lange dauern, bis man auf die Niederkunft hoffen konnte. Etwa 4 Monate, 119 Tage ... wie schnell die Zeit doch verging und zugleich wie quälend langsam. Letztendlich aber war Kazel froh darum, dass seine Rolle als Vater noch etwas auf sich warten ließ. Er musste dringend vorher die Nester in Andunie ausheben. Danach wollte er mit Janay sein, mit seinen Kindern ... und auch mit Arina.
Seine Augen nahmen wieder Klarheit an, waren auf das Gesicht der älteren Schwester Janays ausgerichtet und so sah er sie zuerst. Er lächelte leicht, zog die Hand zurück. "Vier Monate. Die Hälfte ist fast geschafft. Janay ... schon vier Monate!" Er freute sich und er zeigte es. Was das für ein Bild für Arina abgeben musste. Ein Mann, der liebevoll mit der Frau an seiner Seite umging und alles tat, um ihr Wohlbefinden zu bescheren. Ein Mann, der sie zwar geschwängert hatte, aber die Folgen mit Euphorie erwartete. Sicherich kein Mann, mit dem Arina je konfrontiert worden war in den letzten Monaten? Jahren? Wo sie gelitten hatte, war ihre Schwester erblüht, aber Arina nahm es ihr nicht übel, im Gegenteil. Wie rein und gut ihr Herz war, zeigte sich, als sie vom Bordell erfuhr - sie! Jemand, der keineswegs und auch nur ansatzweise damit einverstanden sein könnte, jemand sich einem anderen auf diese Weise hinzugeben hatte. Und doch blieb ihr Herz auch hier mild. Sie sah Kazel, sie hörte, wie er zu all dem stand und sie sah, dass er bei Janay war und auch sie auf diese Weise behüten würde. Er sagte es sogar: Er würde sich bemühen.
Das brach endgültig alle Dämme. Arina rannen Tränen über die Wangen und sie warf sich Janay in die Arme. Kazel zuckte überrascht zurück, ließ nun endgültig von Janays Bauch ab und gab den Schwestern Zeit, sich ein wenig zu sammeln.
"Du hast einen Mann gefunden, der uns Frauen schätzt und der dich so sehr liebt, dass er dich sieht wie du bist." Kazel blinzelte. Er war überrascht, dass es für Arina so besonders schien, aber schon ihre nächsten Worte zusammen mit dem Umstand, dass man sie aus dem Heim ihres eigenen Gatten hatte retten müssen und nicht zuletzt, dass sie in Morgeria waren, ließen ihn eher überrascht zurück, dass er etwas Anderes angenommen hatte. Sein eigenes Bild wie er über Frauen - nein, über jegliches andere Lebewesen - dachte, passte nicht mit dem morgerianischen Weltbild zusammen. Das hatte er doch selbst gut genug zu spüren bekommen. Seine Familie hatte ihn ebenfalls gefoltert, verstoßen, nur weil ihnen die Hautfarbe nicht passte. Er war dadurch doch kein anderer Elf! Auch das stimmt nicht. All diese Erfahrungen haben mich verändert. Es hat mich zu dem gemacht, der ich jetzt bin. Jemand ... den Janays Schwester als Glück ansieht. Seine Wangen färbten sich rot und dieses Zeichen der Verlegenheit zog sich bis zu seinen Ohrspitzen fort, als Arina fortfuhr. "Halte ihn fest. Er ist ein Geschenk. Seine Liebe ist rein und er ist ein guter Mann." Kazel wandte den Blick ab. Er war hochrot, lächelte verlegen und konnte mit so vielen freundlichen Worten nicht umgehen. Er schämte sich dafür, hielt er sich doch selbst alles andere als einen guten Mann. Wieviele Fehler machte er, auch bei Janay? Er hatte sie schon mehrfach verraten und sogar in den Tod geführt. Alles ein Versehen, aber das milderte seine Taten nicht. Arina sah etwas in ihm, das er selbst nich sah, aber es stimmte ihn glücklich, dass jemand dermaßen an ihn glaubte. Janay zweifelte noch, aber irgendwann würde sie seinen Antrag schon annehmen. Kazel würde es weiter versuchen. Irgendwann wäre auch sie überzeugt ... oder sie wies ihn endgültig ab und auch das würde er akzeptieren müssen. Es hieß ja nicht, dass er dann nicht weiterhin für sie da sein könnte oder für ihre Kinder. So mit sich selbst und seinen Gefühlen beschäftigt, von denen er nicht wusste, wohin damit, achtete Kazel nur bedingt auf das, was zwischen den Schwestern stattfand. Er hätte aber ohnehin nicht eingegriffen. Das mussten Janay und Arina untereinander ausmachen. Dass die Ältere sich aber von Janay unterrichten lassen wollte, um wieder zu lernen wie man wirklich lebte und glücklich sein konnte, empfand auch der Mischling für eine gute Idee. Er lächelte und wollte schon etwas einwerfen, doch Janay kam ihm zuvor und so hielt er sich zurück. Er überließ es ihr, als direkte Blutsverwandte.
Es war hilfreich, dass Arina nicht in Dingen gelehrt werden wollte, die Janay und Kazel sofort in den Kopf schossen. Immerhin war das Bordell Tenebrée eben noch Gesprächsthema gewesen. Die Misshandelte wollte einfach nur wieder leben lernen und Janay sollte es ihr zeigen. Sie ließ sich darauf ein, kam sogar sofort mit einem Vorschlag um die Ecke. Allerdings bot sie nicht direkt an, ihr etwas beizubringen, sondern riet ihr, selbst Lehrerin zu sein. Sie sollte ihre Kochkenntnisse weitergeben ... aber nicht an Janay, sondern an Kazel. Jener stutzte überrascht. "Willst du etwa, dass ich Kodiak ablöse?" Er grinste zu dem Bärenhybriden herüber und schüttelte dann beschwichtigend den Kopf. Er hatte schon bemerkt, dass die Küche das Revier des Bären war und er würde es ihm nicht streitig machen. Gemeinsam kochen, ja, aber er würde ihn nicht ersetzen. Außerdem ging das nun zeitlich ohnehin nicht.
"Zudem kann ich bereits kochen. Gut genug, um zu überleben", räumte Kazel ein. Es stimmte zwar, doch er nutzte es als Ausrede. Er versuchte, den eigentlich Kern zu umschiffen. Schnell sah er jedoch ein, dass es keinen Sinn hatte. Früher oder später musste es heraus. Warum also nicht jetzt? Trotzdem seufzte er aus: "Janay, Arina ... mir wäre lieb, wenn ihr gemeinsam und euch gegenseitig Dinge zeigen könnt. Das wird dich auch ablenken, Liebste, denn ... ich ... ich muss gehen. Ich muss nach Andunie und dort etwas verhindern, dass mindestens genauso schrecklich sein wird wie die Geheimnisse unter Sademos' Dach. Ich ... will dich nicht diesen Schrecken aussetzen, schon gar nicht in deinem Zustand. Ich will euch beide auch nicht trennen, da ihr einander nun gefunden habt. Ich ... gehe allein." Allein. Ein schweres Wort. Er war Jahre lang allein gewesen, hatte hier endlich Verbündete und Freunde gefunden. Er hatte sich verliebt, gründete eine Familie und nun würde er sie alle verlassen. Kazel wusste allerdings, dass es nötig war. Er verließ sie auch nicht für immer, sondern nur lange genug, um sie alle zu schützen. Sie und jegliche Frau, die in einem der Nester auf abartigste Weise benutzt werden könnte. Er konnte das nicht ignorieren und einfach weiterleben. So setzte er entschlossener nach: "Ich muss gehen."
Plötzlich durchdrang ihn erneut Wissen. Ähnlich wie die Kenntnis über Janays Schwangerschaft wusste er mit einem Mal, dass Gevatters Sprungmechanik nicht einseitig war. Er musste schließlich nur den Zielort schon einmal besucht haben. Er könnte regelmäßig zwischen Andunie und Morgeria umher springen. Sein Körper würde ihn hassen, aber diesen Preis wäre er bereit zu zahlen. Ein Lächeln breitete sich auf seinen Zügen aus. Auf einmal klang diese Aufgabe gar nicht mehr so katastrophal.
"Ich werde schnell zurück sein, mit der Hilfe meines Meisters. Haltet nur etwas gegen Übelkeit bereit. Diese besondere Form des ... Reisens ist nicht angenehm." Oh er lächelte nicht nur, er grinste breit und glückselig. Er wirkte plötzlich so erleichtert. Er musste niemanden zurücklassen - weder für längere Zeit wie Janay und Arina, noch für immer wie Zissus. Er könnte sie alle stets wiedersehen. Alles, was ihm gelingen musste, war, zu überleben und selbst das war mit Hilfe von Gevatter Tod keine Unmöglichkeit. Er legte den Kopf in den Nacken und schloss die Augen. "Ich reise bald ab, aber ich bringe euch etwas mit, wenn ich kann. Geschenke aus Andunie." Er gluckste. Es klang ja fast schon nach einer kleinen, gemütlichen Reise. Für den Moment vergaß er die Schwere seiner Pflicht, aber auch das durfte er sich einmal erlauben. Sie käme früh genug zu ihm zurück.
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Erzähler » Freitag 22. September 2023, 13:16

Janays warmes Herz schlug bei jenem einen Wort höher.
„Zusammen.“
Ja, sie waren wider zusammen. Es war einfach ein schönes Gefühl. 'Ina' und 'Jany' waren wieder zusammen. Natürlich hatte sie das Leben geprägt, aber nichts war im Leben so konstant wie die Veränderung.
Die beiden Schwestern hatten sich als Kinder sehr geliebt und fest zusammen gehalten und so konnte es wieder sein. Es gab Hoffnung und sie steuerten geradewegs darauf zu. Auch ihr Vorschlag Kazel das Kochen beizubringen, hätte Ina wohl angenommen, wenn Kazel nicht gute Argumente gefunden hätte um es zu vertagen. So lächelte Arina auch sanft und beobachtete das süße Hin und Her zwischen den Liebenden. Dann meinte sie leise:
„Wenn ihr Zeit und Ruhe findet, dann könnten wir alle zusammen irgendwann einmal ein richtiges Fest ausrichten. Was haltet ihr davon? Nur für uns und nur zum ...Spass.“
Aus dem hinteren Teil der Küche kam sofort ein zustimmendes Brummen und Kodiak hob die Hand. Er wäre schon mal dabei. Allein das Wort 'Spass' aus Arinas Mund zu hören, könnte auch Janay glücklich stimmen. Aufgeschoben war nicht aufgehoben und auch Kazel verstand, dass seine weit entfernten Aufgaben ihn nicht ewig von seinen Lieben fern halten mussten.
'Zum Abendessen wieder zu Hause zu sein' rutschte in greifbare Nähe und das hob seine Laune ungemein. Die Vorstellung mit Janay und ihrer Schwester zusammen zu Kochen, die hier lieb gewonnen Seelen nicht einfach zurück lassen zu müssen, ja sogar mit Zissus abendlich ein Glas Wein zu trinken und sich vom Tag zu erzählen war greifbar geworden. Das Leben ging weiter. Es veränderte sich täglich, stündlich, sekündlich.
"Ich reise bald ab, aber ich bringe euch etwas mit, wenn ich kann. Geschenke aus Andunie."
Kazel gluckste. Er lachte so selten, dass der Laut für manche vielleicht sogar etwas besonders aus seinem Munde war. Kodiak kannte ihn noch nicht so lange, aber auch der Bär schmunzelte, während er weiter an einem Teig arbeitete. Im nächsten Moment kam Schlange um die Ecke und Arina verkrampfte sich kurz. Sie rückte etwas näher zu Janay auf, aber dort entspannte sie sich dann wieder, während sie den Mann beobachtete. Der Hybrid hielt Abstand, so wie alle Eingeweihten und nickte nur kurz in die Richtung des Tischs, wo die drei zusammen saßen. Er ging gleich weiter zu Kodiak und dieser reichte ihm ein vorbereitetes Tablett.
Schlange nahm es nun meinte in Richtung Kazel erklärend:
„Ich bin schon wieder weg. Ich bring das nur zu... du weist schon.“
Damit war er schon fast wieder aus der Tür. Aber Kazel bekam dadurch die Möglichkeit sich an seine eingesperrte Tante im Ostflügel zu erinnern. Sie war der einzige Störfaktor, denn es in ihrer kleinen neuen Heimat noch gab. Sie wurde 'tot' geschwiegen und trotzdem versorgt. Zissus und die Zwillinge kümmerte sich um den äußeren Schein, den es zu wahren galt und so würde ihr Verschwinden noch eine ganze Weile nicht auffallen. Irgendwann könnte er sich darüber Gedanken machen, eine andere 'Endlösung' zu finden, aber das hatte Zeit. Erst einmal dufte er sie getrost vergessen! Jetzt stand erst einmal anderes auf der Tagesordnung. Kazel hatte es schon angekündigt, dass er gehen musste und zwar bald. Es zog ihn nach Andunie, denn er wollte dieses Kapitel auch endlich abschließen. Die Sorge um etwaige weiter Opfer kitzelte unangenehm in seinem Nacken. Aber sie konnte das Glück über die Erkenntnis, dass er sein Leben hier nicht für seine Aufgaben aufgeben musste, nicht trüben.
Janays Glück mit ihrer Schwester gemeinsam die Freuden des Lebens wieder zu entdecken würde auch sie genügend ablenken und damit war sie noch nicht mal allein. Sie hatte einen großen flauschigen Helfer an ihrer Seite.

Langsam wurde es Zeit... für einen Abschied... auf Zeit.
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Janay » Freitag 22. September 2023, 20:18

Als sie spürte, wie die Finger an ihrem Bauch zuckten, warf sie einen Blick zu ihrem Liebsten. Er wirkte, als würde er sich gerade stark konzentrieren, sodass sie innerlich aufatmen konnte. Es gab also keinen Grund dafür, dass sie sich Sorgen machen müsste, obwohl sie durchaus gerne gewusst hätte, was hinter seiner Stirn vorging. Doch leider besaß sie keine telepathischen Fähigkeiten, sodass sie abwarten musste, was er ihr davon erzählen würde.
Wobei ihr einfiel, dass sie auch über ein anderes Thema noch mit ihrer Schwester sprechen müsste, in Bezug auf ihre gemeinsame Mutter, aber... das hatte noch etwas Zeit. Janay hatte es nicht wirklich eilig damit, zu sehr bereitete es ihr Unbehagen.
Außerdem lenkte Kazel sie ab, als er ihnen beiden eröffnete, warum er so gedankenversunken gewirkt hatte. Dabei zog er seine Hand zurück, was sie innerlich bedauerte, denn es war ein angenehmes Gefühl gewesen, seine Wärme auch dort spüren zu können. Jedoch zwang sie ihn nicht dazu, seine Entscheidung rückgängig zu machen.
Ohnehin lenkte seine Erkenntnis sie ab, sodass sie unwillkürlich schlucken musste. "So lange schon...?", hauchte sie und spürte, wie in ihr ein anderes, mulmiges Empfinden hochkroch.
Die Hälfte ist fast geschafft... hallte es in ihr nach. Das war gut, allerdings auch nicht unbedingt so sehr. Denn das bedeutete auch, dass die Geburt unaufhörlich näher rückte und das wiederum war etwas, vor dem sie sich fürchtete. Diese bedeutete Schmerzen ebenso wie so manche Gefahr, womit sie sich jetzt in ihrem Zustand noch weniger befassen wollte als davor.
Gleichfalls wusste sie von anderen Frauen, dass sie früher oder später eine Hebamme bräuchte. Nur... wollte sie ernsthaft in Morgeria nach so einer suchen? Nach einer, die ihr in ihrer intimsten Stunde beistünde und ihr im besten Falle helfen würde, bei was auch immer genau auf sie zukäme? Der sie das Leben ihrer Kinder in den allerersten Momenten anvertrauen würde? Natürlich gab es genügend solcher Dunkelelfen hier, die dieses Handwerk beherrschten, sonst wären sie alle schon ausgestorben. Doch ob sie feinfühlig genug wären, nachdem sie solche Regungen dank dem Mischling kennengelernt hatte...?
Lautlos seufzte sie und begrüßte die Ablenkung, die ihre Schwester ihr bot, als diese ihren eigenen Gefühlswallungen nachgab. Es war viel, das sich endlich lösen konnte, und die Jüngere freute sich nach dem ersten Schrecken über die plötzlichen Tränen auch darüber. Dass sie ihr helfen könnte, war zwar ungewöhnlich, weil es die Rollen von damals vertauschte, aber für sie selbstverständlich, dass sie ihr Bestes dabei geben würde. Arina hatte ihr so viel beigebracht, war ihr mehr Mutter als die eigene gewesen, Schwester und beste Freundin. Wie könnte sie ihr diese Bitte abschlagen? Nein, natürlich wollte sie alles tun, das ihrer Schwester gut täte.
Wobei ihr im Gegenzug auch eine Kleinigkeit einfiel. Hinter ihr erklang Protest in Form einer Frage. Die junge Frau sah über die Schulter und grinste frech. "Nein, aber auch Kodiak muss irgendwann einmal schlafen. Was, wenn ich genau dann eine warme Mahlzeit brauche?", neckte sie ihn und piekste obendrein auch gegen seinen Bauch, ehe sie sich etwas mehr zurück lehnte und dadurch etwas Wärme von seinem Körper aufnehmen konnte. Seine Nähe war ihr wichtig und sie hatte sich viel zu sehr daran gewöhnt, um sie je wieder missen zu wollen.
Als er fortfuhr, kicherte sie leise und drückte ihren Kopf nach hinten, sodass sie von unten zu ihm hochsehen konnte. "Vergiss nicht, ich bin schwanger und nur, weil es jetzt noch nicht ständig so ist, kommen da sicher noch einige Gelüste... Essensgelüste!" Diese Präzision musste sein, nach allem, was sie zusammen für ihre Heilung getan hatten.
Darauf machte die andere einen Vorschlag, der Janay in die Hände klatschen ließ. "Oh ja, das machen wir!", flötete sie, ohne eine konkrete Vorstellung davon zu haben, für was dieses Fest stehen und welch einen Aufwand eine Organisation dessen darstellen könnte. Schließlich kannte sie derartige Veranstaltungen nicht. Aber Arina hatte selbst von Spaß gesprochen, also wollte sie das auf jeden Fall auch erleben!
"Vielleicht verkleiden wir uns dabei?", warf sie nachdenklich ein. Noch war sie bei diesem Thema, sodass sie erst einen Atemzug verspätet merkte, wie Kazels Stimmung kippte.
Blinzelnd kehrte sie in die Wirklichkeit zurück und drehte ihren Kopf. "Ablenken? Gehen?", echote sie und begriff noch nicht so recht, was er damit meinen könnte. Und dann fiel noch ein Wort, das sich um ihren Magen krampfte, als gäbe es in ihrem Bauch eine Faust, die ihre Finger darum schloss. Mit einem Mal war jegliche fröhliche Stimmung bei ihr dahin. "Allein? Was meinst du mit allein?", hakte sie nach, als hätte er es ihr zuvor nicht in knapper Ausführung erklärt.
Es fröstelte sie unwillkürlich und die feinen Härchen in ihrem Nacken stellten sich auf. Das letzte Mal hatte sie ihn allein gelassen und wozu hatte das geführt? Ja, es hatte sich am Ende alles zum Guten wenden lassen, sogar ihre Schwester hatte sie dadurch wieder gefunden. Aber zu welchem Preis? Welche Ängste und Sorgen hatte sie teilweise durchgestanden um ihn! Nein, schon der Gedanke daran, er könne allein aufbrechen und ihm wieder etwas passieren, ohne, dass sie bei ihm wäre, um ihm zu helfen, verursachte ihr Übelkeit.
Sie bekam kaum mit, wie er selbst dank einer anderen Erkenntnis Erleichterung verspürte und sogar ein wenig lachte. Dagegen arbeitete es in ihr, kämpften einige Empfindungen miteinander und darum, neben ihrer aufsteigenden Angst ebenfalls Gehör zu finden. Sie begann, an ihrer Unterlippe zu nagen und sichtlich mit sich zu ringen, was sie jetzt tun sollte und konnte, bevor es zu spät und er nicht mehr hier wäre.
Was, wenn ihm dort etwas zustoßen würde? Was, wenn... wenn er erkannte, dass er ohne ihr es leichter hätte? Nein, dass er sie jetzt sofort verlassen würde mit solch einer Ausrede, das traute sie ihm nicht zu. Besser gesagt, das wollte sie nicht. Sie wollte sich nicht vorstellen, dass er von ihr weg wollen könnte und sie schon jetzt nach der kurzen Zeit satt hätte. Aber... ein kleiner Rest Unsicherheit blieb, eben weil es ihm in diesen vergangenen vier Monaten gelungen war, ihr Herz nach und nach für sich zu gewinnen.
Ein plötzlicher, stärkerer Körperkontakt mit Arina holte sie aus ihren Überlegungen und ließ sie fragend blinzelnd aufsehen. "Was...?", murmelte sie und bemerkte die Bewegung, als der Hybrid sich zu dem Koch begab und sich ein Tablett abholte. Sanft legte sie ihre Hand beruhigend auf diejenige der Älteren und beschloss, später nachzufragen, was sie so beunruhigte. Zuerst jedoch musste sie definitiv etwas anderes klären.
Dabei wartete sie, bis Schlange die Küche wieder verlassen hatte. Dann erst beugte sie sich zu Arina. "Es ist alles gut, keine Sorge. Und damit du mir nicht unterstellst, ich esse dir alles weg..." Sie griff demonstrativ nach einem Stückchen Fleisch, das auf dem Teller der anderen lag, und schob es sich grinsend in den Mund. "... komme ich gleich wieder. Ich muss nur kurz etwas..." Sie schluckte den Bissen hinunter, der mit einem Mal einen schalen Nachgeschmack bekam, und sah zu Kazel. "... klären.", vollendete sie ihren Satz und griff nach seiner Hand.
Würde er sich nicht lösen oder sonstwie dagegen sträuben, würde sie ihn mit sich hoch ziehen und aus der Küche führen. Sie alle wussten, wie fein Elfenohren waren, da wollte sie ausreichend Abstand zwischen ihnen beiden und ihrer Schwester haben. Außerdem war dieses Thema heikel und sie wollte es tatsächlich erst einmal mit dem Mischling unter vier Augen bereden. Räume dafür gab es in diesem Anwesen schließlich genügend, sodass es sicherlich nicht schwer wäre, einen zu finden, in dem sie ungestört wären. Einen Grund, warum ungenützte Zimmer verschlossen werden müssten, könnte sie schließlich nicht nennen.
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Kazel Tenebrée » Montag 25. September 2023, 12:17

Vier Monate war es also her, seit Kazel und Janay im Wasser des eldorischen Sternensees zueinander gefunden hatten. Vier lange Monate, wenn es nach seiner Liebsten ging. Vier schrecklich kurze, wenn man Kazel fragte. Ihm wurde es jetzt erst klar, wie wenig Zeit doch vergangen war. "Kein Wunder, dass du noch nicht soweit bist", murmelte er zurück und meinte gewiss seine beiden Versuche eines Antrags. Er hatte überstürzt gehandelt, das wurde ihm auch langsam bewusst, aber wie könnte man es ihm verübeln? Sein Leben war eher im Schatten der Familie Tenebrée geschehen. Vaterlos und von den eigenen Blutsverwandten gesehen, aber nicht weiter beachtet hatte er sich in die Strukturen des tenebrée'schen Adels eingefügt. Er hatte erfüllt, was man ihm auferlegte, hatte gespielt und gelernt. Er war ein gutes Kind gewesen, bis sein Mischlingsblut entschieden hatte, sich auch optisch zu äußern. Dann war eine eher gleich bleibende, gleich langweilige Zeit das gewesen, wonach er sich am meisten zurückgesehnt hatte, als er in den Kerkern im eigenen Blut und Fäkalien lag, während Mutter oder Tante ihm die Haut vom Rücken peitschten. Eine nahezu nicht enden wollende Zeit der Folter hatte ihn ergriffen. Er wollte nicht daran zurückdenken, außer mit dem Wissen, ihr entkommen zu sein. Er hatte sich gelöst von den Schrecken seiner Vergangenheit, war in eine Welt der Ruhe und Heilung geflohen. Aber er hatte sich auch vor allem zurückgezogen, als ihn die Stille Ebene nach langer Flucht Willkommen geheißen hatte. Es war friedlich gewesen. Freiheit konnte anstrengend sein, wenn man überleben musste. Vor allem in den kalten Jahreszeiten war es hart gewesen und trotzdem hatte es ihm sehr gefallen. Doch im Vergleich zu den letzten vier Monaten waren auch diese vier Jahre lang gewesen. Lang und ... langweilig. Janay hatte ihm gezeigt zu leben. Vier Monate nur und sie hatten sich so lebendig und intensiv angefühlt, als wäre er Jahrzehnte schon an ihrer Seite!
Selbst jetzt, als er als eher Unbeteiligter an Janays Seite saß und zusehen durfte, wie sie sich mit ihrer Schwester versöhnte, dass beide wieder zueinander fanden, spürte er seinen kräftigen Herzschlag. Er fühlte das Leben, das er bereit gewesen war, achtlos hinter sich zu lassen. Mit jedem weiteren Hämmern in seiner Brust wollte er es mehr und mehr halten, denn jetzt besaß es Bedeutung. Er wollte für Janay leben, für sie und ihre Schwester. Für ihre gemeinsamen Kinder. Vier Monate ... noch einmal so lang und dann hätte er bald seine eigene, kleine Familie. Sie sollte glücklicher sein als er es jemals war. Er würde für seine Kinderchen da sein. Er würde keinen von ihnen im Stich lassen, selbst wenn Janay sich entschied, ihn niemals zu heiraten. Selbst wenn sie sich einem anderen zuwandte - ein Umstand, den Kazel fürchtete, aber den er akzeptieren würde. Er wollte nur weit genug Teil von ihnen sein, um auch fortan dieses Lebendige fühlen zu dürfen. Bis es vorbei wäre und er zu einem Teil der Ewigkeit würde. Bis sein Äußeres sich dem des Gevatters anglich, er Kälte und die Erkenntnis zu den Seelen brächte, dass ihr Kapitel auf Celcia nun endete. Eine sehr lange Zeit stünde inm bevor und so langsam nahm der Mischling sich den Rat seines Meisters zu Herzen. Er sollte leben, solange er sein Leben noch besaß.
Janay wusste sogar schon, wie sie es weiter ausfüllen könnte. Sie plante, Kazel die häuslichen Pflichten zuzuteilen, denn er könnte sie gewiss besser händeln als sie. Dass sich hierbei die Rollen eines klassischen Familienbildes änderten, störte den Elfen keineswegs. Er galt seit jeher ohnehin als Ausnahme, warum nicht auch hier? Außerdem sah eres pragmatisch. Wenn er besser kochen konnte als seine Liebste, wäre es an ihm, die Familie auf diese Weise zu versorgen. Er dachte nicht über Rollenbilder nach, sondern nur daran, was für seine Liebsten wichtig wäre und wie er dabei aushelfen könnte. Trotzdem sträubte er sich ein wenig, sofort in Kodiaks Kochkünste eingebunden zu werden. Zum einen wollte er dem Bären bei seiner Leidenschaft keine Konkurrenz machen, zum anderen hatte Kazel dafür nicht die Zeit. Andunie wartete auf ihn.
"Auch Kodiak muss irgendwann einmal schlafen. Was, wenn ich genau dann eine warme Mahlzeit brauche?"
"Dann musst du auf Manthalas Gnade hoffen", erwiderte Kazel. Es klang scherzhaft, aber sie beide wussten inzwischen, dass er sich nicht nach eigenem Ermessen einfach aus ihrem Pakt lösen könnte. "Wenn ich schlafe, schlafe ich." Erstmals sah er ein Problem hierbei. Würden Janay oder später auch Arina und die Kinder ihn brauchen, könnte er ihnen nicht beistehen. Er hatte Frieden und Heilung der eigenen Seele für Handlungsunfähigkeit in der wachen Welt getauscht. Aber er hatte diese Entscheidung getroffen und daran war nun nicht mehr zu rütteln. Statt zu bedauern, sollten sie alle das Beste daraus machen und sich arrangieren. Kazel würde jemanden abstellen, der sich um Janay kümmerte, wenn er es nicht könnte. Sofort fielen ihm Zissus und Vranyk ein, aber in Sachen Kochen wäre Kodiak sicher der beste Kandidat. Und wenn es um Organisation aus den Schatten heraus ging, eignete sich wohl noch eher...
Schlange erschien auf dem Plan, um ein Tablett abzuholen. Kazel wusste, an wen es gerichtet war. Dass Arina so heftig auf den Hybriden reagierte, überraschte ihn nur bedingt. Er nickte Schlange zu, beobachtete Janays Schwester und wandte sich an sie, nachdem der Geschuppte wieder verschwunden war. "Er ist keine Gefahr, vor allem nicht für dich. Und ich bin sicher, es würde ihn freuen, wenn weniger ihn zum Außenseiter abstempeln." Sicherlich war es für Schlange auch nicht leicht, ständig diese furchtsamen Blicke oder erschreckten Verhaltensweisen zu beobachten. Er konnte nichts für das, was er war. Arina musste das lernen. So viel erwartete Kazel in seinem Haus gesammelter Außenseiter. Sie waren alle Verbündete, sie waren alle gleich. Weniger würde er nicht akzeptieren.
Vielleicht fiele es leichter, wenn sie sich alle besser kennen lernten. Arinas Vorschlag eines Festes kam da geradezu perfekt. Dass auch Janay die Idee wunderbar fand, beflügelte Kazel. Er schmiegte sich ganz unbewusst dichter an sie heran. "Wie lange könnte es dauern, ein solches Fest zu organisieren?" Die Zeit würde nicht reichen, um daraus ein Abschiedsfest zu machen. Das war Kazel klar. Außerdem wollte er eine solche Feierleichkeit nicht mit der Schwere seines Weggangs überschatten. Selbst, wenn es nur für kurz wäre. Aber die Gewissheit, dass er mit seinen Sprüngen auch schnell wieder in Morgeria sein könnte, erleichterte ihn ungemein. Vor allem machte es vieles einfacher. Janay würde ihn nicht vermissen müssen. Er könnte ihr regelmäßig zeigen, dass es ihm gut ging und Zeit mit ihr verbringen. Er könnte bei ihr sein, um Kraft für die nächste Aktion in Andunie zu sammeln.
"Ich möchte feiern - in Kostümen! Für Zissus brauchen wir eine gefiederte Pfauenverkleidung", brachte er nun eigene Ideen mit ein. Er hatte den Wunsch seines Freundes nicht vergessen. Wenn er ihm diesen schon nicht in Form einer Verwandlung erfüllen konnte, wollte er ihm wenigstens das Gefühl geben, sich ein wenig umgestalten zu können, sobald es die Umstände anboten. Sein Blick wanderte zu Janay. "Wie sähe dein Kostüm aus?", fragte er sie. Ein eigenes hatte er schon im Kopf. Irgendwie amüsierte ihn die Vorstellung, einfach eine Kutte zu tragen und sich eine der Bauernsensen aus einem Schuppen zu holen... oder eine Nachbildung, damit er niemanden versehentlich verletzte, wenn er als Gevatters Lehrling über die Feierlichkeiten wandelte. Er musste grinsen und ihm kam ein Gedanke.
Würdest du mit uns feiern, wenn ich dich einlade? Niemand würde dich fürchten, wenn sie glauben, es ist nur ein Kostüm, das du trägst. Instinktiv ahnte Kazel bereits durch seine eigene Rekrutierung, dass Tod Gesellschaft suchte. Die Ewigkeit war lang, kein Wunder, dass er einen Lehrling zum Reden wünschte. Kazel wollte ihm etwas Gutes tun, indem er ihm anbot, eine Winzigkeit am Leben teilzuhaben. Tod musste nur zustimmen.
"Zissus verwaltet die Finanzen des Sammlers. Er meinte aber, es wäre genug, dass wir bis zum Ende unserer aller Leben gut versorgt wären", wandte er sich an alle Anwesenden. "Sorgt euch also nicht, wenn ihr ihn bittet, euch etwas zu geben. Haltet euch bei der Planung des Festes nicht zurück, weder mit Dekorationen, Essen noch anderen Unkosten. Und ... fragt jeden im Anwesen, ob sie als Gast kommen wollen. Ich möchte niemanden ausschließen." Kazel zögerte nicht, Sademos' Geld zu verprassen. Mancher mochte hier die Dekadenz eines adligen Dunkelelfen durchschimmern sehen. Dass er das Geld aber nicht für sich, sondern für alle unter diesem Dach ausgeben wollte, konnte ihn kaum in diese Schublade dunkelelfischen Adels stecken. Er besaß nun Vermögen. Er nutzte es für seine Freunde, für eine gute Zeit und nicht, um jemandem zu schaden. Das machte den Unterschied. Er wollte stets das Gute. Deshalb musste er auch gehen - bald.
Janay bemerkte den Wandel in der Stimmung ihres Liebsten. "Gehen? Allein? Was meinst du damit, allein?"
Ehe Kazel Gelegenheit erhielt, zu antworten, überspielte Janay die hochkommende, düstere Stimmung. Dennoch erkannte er ihre Sorge inzwischen. Sie ließ Arina gegenüber aber nichts durchblicken, entschuldigte sich kurz bei ihr und zog den Mischling dann mit sich, damit beide unter vier Augen würden sprechen können. Der Korridor genügte nicht. Es gab hier überall dunkelelfische Wachen. Janay wollte vollkommen allein mit ihm sein. Kazel ließ sich mitziehen. Er spürte, dass ihr etwas Wichtiges auf der Seele lastete und es hatte mit seiner Bemerkung zu tun. Also folgte er ihr, bis beide einen der vielen Salons erreichten. Sademos schien seine Handelspartner, Verbündeten und Gäste je nach Nutzen in verschiedenen Zimmern empfangen zu haben. Jetzt trafen sie im Bernsteinsalon ein, ein eher kleiner Raum, der aber durch die helle Farbwahl und hohen Fenster größer wirkte. Hier herrschten Orange- und Gelbtöne, sowie reichlich Holz vor. Der Kronleuchter über dem zentral gelegenen Kaffeetisch mit passenden Sitzgelegenheiten darum, war der größte Blickfang. Man hatte ihn wirklich mit geschliffenen Bernsteinen behangen, in denen zahlreiche Insekten eingefasst waren. Sie warfen beinahe unheimliche Schatten auf die Wände, ein Portrait des Sammlers, einige Bücherragle, sowie Vitrinen mit zahlreichem Plunder oder Gläsern und Getränken für durstige Gäste.
Zusammen mit Janay ließ Kazel sich auf einem der beigefarbenen Sofas nieder, das mit reichlich dunkelorangenen Kissen mit goldenen Quasten ausgestattet war. Er schob eines dieser Kissen beiseite und widmete sich dann seiner Liebsten. Er griff nach ihren Händen. "Ich ahne, was du mit mir klären willst. Ja, ich reise allein. Ich ... könnte jemanden mitnehmen, aber..." Er betrachtete sie ernst. "Ich werde es nicht tun. Nichts, was in Andunie auf mich wartet, wäre gut für dich. Ich muss dort Schrecken verhindern, die hier in Sademos' Kellergewölben ihren Anfang nahmen. Bitte ... frag mich niemals nach Einzelheiten dazu. Ich ... es ist nichts, das irgendjemand jemals als Wissen auf seiner Seele lasten haben sollte." Er trug es bereits mit sich herum. Zissus wusste davon. Janay sollte verschont bleiben. "Ich würde es meiden, wenn ich könnte, aber ich kann nicht. Ich kann nicht einfach hier sitzen und feiern und ... wissen, was dort n Andunie passiert. Aber ich kann auch nicht zulassen, dass sich noch jemand diesem Schrecken stellen muss." Dann beugte er sich vor, um ihr einen Kuss zu stehlen. "Mach dir keine Sorgen. Ich werde regelmäßig zurückkkommen zu euch. Es geht! Du musst mir nur einen Eimer zum Spucken und etwas Wasser bereitstellen", murmelte er mit verlegen rosigen Wangen. Anzukündigen, dass er sich bei seiner Rückkehr vermutlich jedes Mal die Seele aus dem Leib würgen würde, war schließlich kein angenehmes Thema.
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Janay » Donnerstag 5. Oktober 2023, 20:14

Auch wenn es bereits doppelt so viel Zeit als jene tatsächlichen gut vier Monate her gewesen wäre, dass sie Kazel begegnet war, hätte sie vermutlich seine Anträge... nun, nicht abgelehnt, sondern so wie jetzt eben vertagt. Es lag nicht so sehr an der Zeitspanne, die sie zusammen verbracht hatten, denn vor allem die letzten Wochen waren für sie äußerst intensiv gewesen und sie hatten viel Stunden nur zu zweit verbracht. Vielmehr sorgte sie sich darum, dass die Harmonie zwischen ihnen verblassen und andere, derzeit bedeutungslose Punkte an die Oberfläche dringen könnten. Denn auch weiterhin nagte sie an ihrer unterschiedlichen Herkunft und befürchtete, ihn durch ihre Unfähigkeiten und ihr Unwissen zu vertreiben.
Ob sie ihre Sorgen und Ängste jemals würde überwinden können? Sie wusste es nicht, aber sie wollte sich darum bemühen, um noch viel länger in den Genuss seiner Nähe und Aufmerksamkeit zu kommen. Dass sie hingegen ihm so einiges gezeigt hatte und er sich dadurch lebendiger fühlte, konnte sie nicht ahnen.
Was sie stattdessen aber mit Sicherheit zu sagen wusste, war, dass sie ihn gerne zum Lachen und zum Erröten brachte, eine Beschäftigung, der sie teilweise den lieben langen Tag nachgehen würde, wenn sie wüsste, wie ihr das gelänge. Ab und zu allerdings hatte sie durchaus ihre Einfälle, so wie auch die Tatsache, dass in ihrem zukünftigen Leben besser sie nicht diejenige wäre, die für die Essenszubereitung sorgte.
Arina könnte es bestätigen, wie es damals mit ihr und dem Kochen gewesen war, und daran hatte sich beileibe nichts geändert in den letzten Jahren. Nein, wenn sie sich darum bemühte, dann war es eine Beleidigung jedweden Geschmacks, sofern sie nicht gleich die halbe... oder gar gesamte Küche abfackelte! Somit traute sie ihrem Liebsten in der Hinsicht viel mehr zu. Außerdem könnte er auf diese Weise mit ihrer Schwester, die im Gegensatz zu ihr eine hervorragende Zauberin am Herd war, Zeit verbringen. Zu viel würde zwar vermutlich auch dabei ihre Eifersucht wecken, doch im Moment war es ihr noch viel wichtiger, dass die beiden ihr wichtigsten und nahestehendsten Personen einander schätzten.
Noch dazu glaubte sie nicht daran, dass die Ältere allzu bald Interesse an einem Mann hätte, sofern sie es jemals wieder zurück gewinnen würde. Dabei indes wollte sie ihr gern helfen und darauf hoffen, dass auch ihr einst das Glück zuteil werden könnte, wie sie es derzeit mit dem Mischling hatte.
Auf ihr scherzendes Necken gab ihr Kazel eine Erwiderung, die sie einen Moment lang betreten auf seine Hand blicken ließ, wie sie mit ihren Fingerkuppen über deren Rücken strich. Sie hatte ja schon mitbekommen, was er damit meinte, und es behagte ihr nicht sonderlich. Zwar verstand sie die Hintergründe nicht, allerdings vertraute sie darauf, dass er diese Neuerung bewusst akzeptiert hatte. Trotzdem beschäftigte es sie...
"Wie lange eigentlich?", murmelte sie und sah ihn kurz an, überließ es ihm, ob und wie er ihr darauf antwortete. Denn ihre Frage konnte genauso gut auf die Dauer seines Schlafes bezogen sein, obwohl sie vielmehr interessierte, wie viele Nächte dieser Zustand dermaßen unerbittlich währen würde. Trotzdem wollte sie es Kazel überlassen, wie viel er von sich in Gegenwart Arinas preisgeben würde. Sofern er dieses Thema nicht generell auf einen besseren Zeitpunkt verschieben würde.
Ohnehin wurden sie durch den Schlangenhybriden abgelenkt, der ihrer Schwester nicht geheuer war. Sie bot ihr den nötigen Halt und auch ihr Liebster sprach beruhigend, ohne die Wahrheit zu beschönigen. Auch wenn sie das dazu brachte, die Ältere in Schutz zu nehmen. "Gib ihr Zeit. Es ist schließlich so viel auf einmal.", bat sie und strich der anderen sanft über den Oberarm.
Rasch wandelte sich ihr Gespräch hin zu einem Einfall von Arina, den sie gerne aufgiff. Dabei spürte sie sofort, dass er näher an sie heran rückte, und sie lehnte sich instinktiv zurück, um ihm entgegen zu kommen. "Uff, ich weiß es gar nicht. Was gehört denn überhaupt alles dazu?", fragte sie ehrlich und spürte, wie sich ihre Wangen röteten.
Wahrscheinlich war es recht dumm von ihr und zeigte, wie wenig sie von dieser Art Vergnügen kannte. Schließlich wusste sie ja nicht einmal, wie sie sich solch ein Ereignis vorstellen sollte! Gab es dabei Spiele? Musik? Müsste sie womöglich tanzen...? Und es davor noch lernen?! Was hätte es mit dem Essen auf sich? Aber das Allerwichtigste wäre... Was sollte sie anziehen?! Würden sie und Kazel ein Ensemble finden, das zueinander passen würde, oder sollten sie jeweils etwas komplett anderes tragen?
Als könne er zumindest die letzteren Gedanken lesen, gab er ihr einen Hinweis, der ihre Augen aufleuchten ließ. "Oh, die hat er wahrscheinlich schon. Ich muss ihn unbedingt fragen, ob ich mir seine Sammlung an Kleidung ansehen darf!", flötete sie begeistert auf, da sie vermutete, dass Zissus nicht nur Männersachen sein Eigen nannte. Schließlich hatte er ja auch um jenes Kleid gebeten, in dem sie hier aufgetaucht war vor... gefühlten Ewigkeiten.
Andererseits... warum sollte sie sich nicht als Mann verkleiden? Es gab durchaus Stücke, die Frauen mit den richtigen Rundungen noch weiblicher und begehrenswerter erscheinen ließen, als jedes noch so transparente oder weggelassene Teil.
Während es in ihrem Kopf arbeitete und sie sich schon so manches diffus vorzustellen begann, holte ihr Liebster sie daraus hervor, indem er ihnen erklärte, wohin sein Weg ihn in der Zwischenzeit führen würde. Nämlich weg von ihr, hinein in irgendeine Gefahr! Nein, das konnte sie so nicht stehen und schon gar nicht zulassen! Doch konnte und wollte sie das auch nicht direkt vor ihrer Schwester besprechen, damit diese kein falsches Bild von ihnen erhielt oder, schlimmer noch, sich ebenfalls zu ängstigen beginnen würde.
Also verabschiedete sie sich für den Moment und zog den Mischling mit sich, um einen passenderen Ort zu finden, das unter vier Augen zu besprechen. Dabei war ihre Orientierung in diesem Anwesen alles andere als gut und es kam eher einem glücklichen Zufall gleich, dass sie auf Anhieb einen Raum fand, in dem sie ungestört wären. Für diesen Salon und seine Einrichtung hatte sie nicht mehr als einen flüchtigen Blick übrig, zu sehr arbeitete es in ihr wegen seinen Plänen.
Stattdessen steuerte sie das Sofa an und setzte sich ihm gegenüber, um ihn stets direkt in die Augen sehen zu können. Auch griff sie nun ebenfalls nach seiner Hand, kam seiner eigenen Geste entgegen und hielt somit beide fest, als bräuchte sie die Wärme, die er ausstrahlte. Nun ja, in gewissem Sinne konnte das durchaus zutreffen, denn ihre eigenen Finger waren ziemlich kalt geworden vor lauter Sorge um ihren Liebsten. Das Herz schlug ihr regelrecht im Hals und gab ihr das Gefühl, dass es ihr die Stimme raubte, um dort selbst Platz zu haben, während die genossene Mahlzeit mit einem Mal schwer verdaulich in ihrem Inneren rumorte.
Schon begann er und kaum hatte er erneut betont, dass er allein gehen würde, schossen ihr die Tränen in die Augen. Sie war machtlos dagegen und konnte sie zugleich auch nicht wegwischen, da sie den Halt seiner Finger nicht missen wollte.
"Aber was ist, wenn dir etwas geschieht? Was, wenn du Hilfe brauchst... meine Hilfe? Wenn du alleine gehst, kann ich nicht da sein und weiß nicht, wenn du mich brauchst. Was ist, wenn du nicht zurück kommst? Bis ich in Andunie wäre, würden Tage vergehen! Ich kan dich nicht einfach so gehen lassen!", wandte sie dagegen ein. Hatte sie anfangs noch vehement protestiert, so wurden gegen Ende hin ihre Worte immer leiser und klangen schließlich regelrecht erstickt von den Tränen, von denen sich die erste bereits den Weg ihre Wange hinab bahnte.
Es war nicht nur die Furcht um den Mischling an sich und darum, dass er unversehrt blieb, dass er sie nicht einfach so vergessen würde. Nein, sie hatte auch Angst davor, wie es wäre, so plötzlich Zeit wieder ohne ihn zu verbringen. Sie waren jetzt so lange beisammen gewesen, Tag und Nacht, höchstens ein paar Räume voneinander getrennt, dass sie es sich anders längst nicht mehr vorstellen konnte und wollte. Doch nun sollten, wenn es nach ihm ginge, sie nicht einmal mehr in derselben Stadt sein und das für mindestens einige Stunden! Das behagte ihr noch viel weniger.
Was wäre, wenn sie wieder ein Traum... eine Vision heimsuchen und ihr solch einen Schrecken wie damals in seinem Geburtshaus einjagen würde? Sie würde sofort aufbrechen zu seiner Rettung, das stand für sie unumstößlich fest! Allerdings wäre sie niemals rechtzeitig bei ihm, könnte ihn weder warnen, noch das Schlimmste verhindern.
Ein Zittern durchlief ihren Körper. Sie umschloss seine Finger fester und schüttelte entschieden den Kopf. "Du darfst nicht alleine gehen!", hauchte sie flehentlich.
Dabei überging sie den Abschluss seiner Bemerkung und reagierte auch nicht auf die Röte in seinen Wangen. Vor nicht allzu langer Zeit an diesem Tag war er bei ihr gewesen, wie sich ihr Magen ordentlich entleert hatte, hatte versucht, sie zu beruhigen und zu trösten, bis es vorbei gewesen war. Dass sie dasselbe bei ihm täte, stand für sie fest, sodass sie dieses Thema nicht schreckte oder mehr Aufmerksamkeit als nötig bedurfte.
"Bitte, Kazel...", fügte sie noch wispernd hinzu und konnte das folgende Wimmern nicht unterdrücken. Es wäre der reinste Alptraum für sie, wenn er jetzt alleine loszöge und ihm etwas zustoßen würde, das könnte sie sich niemals verzeihen!
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Kazel Tenebrée » Samstag 7. Oktober 2023, 14:39

Dass es Spaß machen konnte, gerade Kazel aus seiner ernsten Haut hervorzulocken und ein Lächeln oder verlegenes Erröten aus ihm heraus zu kitzeln, hatte seine Gründe. Es geschah selten. Das machte beides zu kostbaren Gütern und sie umso wichtiger in den Momenten, in denen es geschah. Der Mischlingself hatte sehr lange Zeit seines Lebens nichts zum Lachen gehabt. Wenn man bedachte, wie seine ersten Schritte in Freiheit aussahen, als er die Ketten seiner Familie mit der Klinge getrennt hatte. Damals war er in die Stille Ebene geflohen, die er nach langem und beschwerlichem - ja, fast unmöglichem - Weg durch das Drachengebirge erreicht hatte. Weitere vier Jahre hatte er in der Wildnis verbracht und es irgendwie geschafft, halbwegs zu überleben. In all der Zeit mochte er friedliche Abende erlebt und sich vielleicht auch einmal gefreut haben, aber seit aufgezwungenen Mord an seinem Vater und dem beabsichtigen Racheakt an seiner eigenen Mutter hatte er nicht mehr gelächelt. Auch als ihn die Einsamkeit, die Sehnsucht nach mehr in die Menschenstadt Pelgar zog, war das Lächeln ausgeblieben. Dass man Dunkelelfen dort nicht wohlgesonnen war, hatte er vorab schon geahnt. Dass zu viele Pelgarer zu dieser Zeit auch Mischlingselfen misstrauisch gegenüberstanden, hatte er mit einem unverschuldeten Aufenthalt in deren Kerkern erfahren. Viele Wege hatten ihn immer wieder in kleinere Kreise aus jung keimender Liebe und Freundschaften getrieben. Leider war alles davon sehr brüchig gewesen. Sie alle hatten geendet, einige von ihnen sogar tödlich. Aber es waren weitere Schritte gewesen. Mit seinem Umhang - einziger Erinnerung an ein Leben in Morgeria - hatte er nicht nur diese Haltung des halb verborgenen Beobachters abgelegt, sondern auch die Gefühlskälte. Nein, kalt war Kazel im Grunde nie gewesen, eher betäubt. Und wo einstige Freunde wie das Mädchen Luziver, der Ork, dessen Namen er vergessen hatte oder seine erste junge Liebe Shantih ihm das eine oder andere Schmunzeln hatten entlocken können, da gelang es Janay, die Mauern zu durchbrechen. In ihrer Gegenwart fühlte er sich wohl, sicher, frei. Es war in Ordnung, Gefühle zu zeigen und wie gut es ihm tat, hatte Kazel auch endlich entdeckt. Deshalb zeigte er sie offen. Er hielt nicht mehr damit hinter dem Berg. Er war bereit, sein Herz mit jedem zu teilen, der seinerseits seiner Seele eine Zuflucht bot. Er zeigte, was in ihm vorging, er fühlte. Und er wollte Janay immer wieder sagen, wie sehr er sie liebte, auf so viele Arten und Weisen.
Eine davon war es, sie hier in Morgeria zurückzulassen - zumindest, bis der Schrecken aus Andunie vertrieben worden wäre. Er konnte sie unmöglich dorthin mitnehmen. Er sah es an sich selbst. Er sah es an Zissus. Diese Last sollte keine weitere Seele aufgebürdet bekommen, schon gar nicht eine, die er so innig liebte. Dass sie es nicht verstand, ahnte er. Es machte das Gespräch nicht leichter, welches er nun unter vier Augen einleitete. Aber es half auch nicht, weiter um den heißen Brei herum zu tanzen. Die Zeit wurde knapp. Er musste bald aufbrechen. Einziger Lichtblick in dem ganzen Schlamassel war es, dass er ebenso schnell würde zu ihr zurückspringen können. Zurück zu Janay, zu ihrer Schwester Arina, zu Zissus. Zurück nach Hause.
Nur seiner Liebsten reichte das nicht.Kazel sah die Tränen in ihren Augen glitzern. Es schmerzte, sie so zu sehen. Es tat weh, ihr all das anzutun, aber instinktiv wusste er, dass es dieses Mal die richtige Entscheidung wäre. Sie durfte nicht mitbekommen, was er gesehen hatte. Sie durfte nicht wissen, was in Sademos' Katakomben mit all den schwangeren und verstümmelten Frauen geschehen war. Sie sollte niemals erfahren, dass Kazel sie mit der Klinge und dem Opfer eigener Lebenszeit erlöst hatte. Es war keine Geschichte, die man sich am Lagerfeuer erzählte und darauf hoffte, dadurch den Heldenstatus zu erlangen. Das hatte der Mischling ohnehin nie vorgehabt. Er wollte Gerechtigkeit üben und dies führte oftmals dazu, dass niemand erfuhr, was man getan hatte. Es war besser so, ebenso wie es richtig und wichtig war, dass Janay hier blieb.
Ihr Anblick machte Kazel dennoch zu schaffen und weil sie sich so sehr an seine Hände klammerte, wollte er diese auch nicht lösen, um ihre Tränen fortzuwischen. Also musste er sie eine Weile betrachten, bis er es nicht mehr aushielt. Er neigte sich vor, um wenigsten die Spuren auf ihren Wangen fort zu küssen. Herzschmerz schmeckte immer salzig.
"Was ist, wenn du nicht zurück kommst? Bis ich in Andunie wäre, würden Tage vergehen!"
"Du sollst mir auch gar nicht nachreisen wie damals bei den Leoniden, Janay."
"Ich kann dich nicht einfach so gehen lassen!"
Kazel lehnte sich gegen sie. Er wollte es ja auch gar nicht. Er wollte sie nicht leiden lassen, indem er ging. Er sah nur keine andere Option. Alle alternativen Pfade führten zum Bruch ihres eigenen Seelenheils. Das durfte er wiederum nicht zulassen. Er hatte ihr versprochen, sie zu beschützen und immer für sie da zu sein. Das bedeutete manchmal wohl auch, fort zu gehen.
"Du darfst nicht alleine gehen!"
Kazel seufzte. Er beugte sich wieder etwas zurück, damit sie einander anschauen konnten, so wie Janay es bei der Wahl ihres Sitzplatzes unbedingt hatte haben wollen. Jetzt mussten sie einander ansehen. Er ihr Leid und sie sein Bedauern. Sie erkannte in seinen Zügen sicherlich, wie gern er sie mitnehmen wollen würde und wie sehr er doch darum rang, dem nicht nachzugeben. Nun war es an Kazel den Kopf zu schütteln. "Und wen soll ich mitnehmen? Dich - hochschwanger? Deine Schwester, die erst einmal wieder ihr eigenes Leben entdecken muss? Die ich schonen und ihr Zeit lassen soll, wie du sagtest? Soll ich Zissus mitnehmen? Oh, wie gern würde ich. Er teilt das Wissen um die Angelegenheiten, die mich in Andunie erwarten. Er ... ist vorbelastet wie ich. Er wäre der einzige, den ich überhaupt mitnehmen könnte." Erneut seufzte Kazel. Heute würde Janay ihm wohl kein Lächeln und keine Schamesröte mehr entlocken können. "Ich kann ihm das nicht antun. Sein Herz ist schwer, seine Seele hat Risse erhalten. Ich ... kann von niemandem verlangen, sich selbst das anzutun. Aber ich werde trotzdem nicht allein gehen." Jetzt lächelte er doch. Es war ein Versuch, ihr Mut zu machen, aber wahrscheinlich scheiterte er damit. Er glaubte ja selbst nicht daran, dass seine Worte überzeugten.
"Mein Meister, der Gevatter", es hörte sich immer noch seltsam an, es überhaupt laut auszusprechen, "er wird nicht zulassen, dass mir etwas passiert. Er braucht seinen Gesellen und holt mich so oft nach Celcia zurück, wie er mich einsetzen muss. Und falls er sich doch eines Tages anders entscheidet, würde er dir davon erzählen. Damit du ... Gewissheit hast, dass ich ... nicht ... nie wieder..."
Du würdest ihr es doch sagen, oder? Ungewissheit ist schlimmer. Versprich mir, dass sie erfährt, falls ich deine Domäne nicht mehr verlassen werde.
"Bitte, Kazel..."
"Mach es mir nicht so schwer, indem du ... du bist ... alles, was ich liebe." Kazel entzog sich ihren Fingern, aber nicht, um nun aufzubrechen. Er konnte nicht, noch nicht. Er schlang seine Arme um Janay. Er wollte sie halten, ein letztes Mal innig an sich drücken für diese lange Zeit von möglicherweise Stunden, bis er den Sprung nach Morgeria zurück wagte. Wenn es denn gelänge. Er gab sich zuversichtlich, aber er hatte selbst doch keine Ahnung, ob er überhaupt unbeschadet in Andunie ankäme. Er wusste einen Flecken, zu dem er springen konnte: diese düstere Taverne, in der ein Dunkelelf so viele andere abgeschlachtet hatte. In der die fremde junge Frau gesehen hatte, welche um ihren verletzten Freund geweint hatte. In der er die Untote sah, die angesichts des Todes ihre eigene Ausnahmeregelung besaß und unberührt bleiben sollte. Dorthin musste er gehen und sich dann erst einmal in einer Stadt orientieren, die er nie zuvor betreten hatte. Andunie...
Kazel hatte es nicht gewagt, jemals durch die Tore und hinter die Mauern zu gelangen. Bei zu großem Hunger war er auf eine der Apfelplantagen eingebrochen, hatte sich etwas der Ernte gestohlen und war erneut in den nächtlichen Schatten verschwunden. Das war alles, was er von Andunie kannte: köstliche Äpfel und hohe Mauern, die er nie hatte überwinden wollen. Bald würde er sich auf der anderen Seite von ihnen bewegen, ohne zu wissen, wo er genau hin musste. Im Grunde ging er die Sache recht planlos an, aber ... es blieb kaum noch Zeit für mehr.
"Ich muss los", versuchte er, sich von Janay zu lösen. Er konnte nicht länger warten. Es würde alles nur furchtbarer machen. "Bitte, denk an einen Eimer und frisches Wasser. Ich versuche, so rasch wie möglich wieder hier zu sein. In der Küche. Dort werde ich hinspringen, wenn ich zurück will. Ich hoffe, ich erschrecke Kodiak und die anderen nicht damit." Aber die kleine Gesindeküche war ein so zentraler Angelpunkt von allem in Sademos' Anwesen geworden, dass Kazel sie als besten Zielpunkt ansah. Dort hatten sie zusammen gesessen, gemeinsam Nahrung und Planungen geteilt. Sie hatten die Köpfe zusammengesteckt, miteinander gelacht und überlegt. Es war der Ort in Morgeria, der ihm der größte Anker wäre.
Kazel erhob sich. Er war bereit, zu gehen. Es klang wie der letzte Abschied, aber es ließ sich nicht länger aufschieben. Er würde noch einige Sachen holen müssen. Ausrüstung. Nebst Dolchen wollte er unbedingt etwas Proviant, Geld und Werkzeuge einstecken. Ein Seil wäre hilfreich. Darüber hinaus fiel ihm aber schon nichts Brauchares mehr ein. Hätte Janay geahnt, in welch Himmelfahrtskommando er sich begab, sie hätte ihn wohl sofort bewusstlos geschlagen, damit er nicht ginge. Doch darüber schweig er. Er war auch so schon nervös genug. Nervös, mutig und dumm ... und der Einzige, der es tun kann. Er musste es tun. Er konnte nicht anders.
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Janay » Mittwoch 11. Oktober 2023, 19:35

Für die junge Frau waren so viele, wenn nicht gar so gut wie alle Momente mit ihrem Liebsten kostbar geworden. Auf keinen davon wollte sie verzichten, weder in ihrer Erinnerung, noch in ihrer Zukunft. Solange, wie sie konnte, wollte sie bei ihm sein und daran glauben, dass sie so schnell nichts mehr trennen würde. Und dennoch sollte sie ihn, nach seiner eigenen Aussage, ziehen lassen, nach Andunie, zu etwas, das er ihr nicht sagen, wo er sie nicht dabei haben wollte.
Viel mehr, als dieser schmerzende Umstand, herrschte daraufhin Sorge in ihr, Sorge davor, dass ihm etwas zustoßen und sie zu spät kommen könnte, weil sie es nicht rechtzeitig erfuhr, um ihm noch helfen zu können. Ein wahrlich furchtbarer Gedanke, noch schlimmer als vor all den Wochen, ehe sie in das Anwesen des Sammlers gekommen war! Er verhinderte rationale Überlegungen.
Stattdessen trieb er ihr schon jetzt die Tränen in die Augen, während es in ihrem Rückgrat kribbelte, dort, wo sie so heftig verletzt gewesen war. Unwillkürlich verrenkte sie sich und griff dorthin, weil sie glaubte, mit ein wenig Kratzen könnte sie diese Empfindung vertreiben, um dann rasch wieder nach seinen Fingern zu fassen. Es war schließlich nicht zwischen ihren Beinen, bei dem sie beide Abhilfe schaffen müssten.
Obwohl... wäre das ein Grund für ihn, noch ein Weilchen länger zu bleiben? Ja, womöglich auf diese Reise zu verzichten, wenigstens ohne ihrer Begleitung? Diese Idee, einmal in ihrem Hinterkopf aufgetaucht, wollte sich nicht mehr so schnell vertreiben lassen. Zuerst allerdings musste sie gegen die Tränen ankämpfen, denn so wollte sie ihn erst recht nicht gehen lassen. Er sollte sie nicht als heulendes Elend in Erinnerung behalten!
Dass er das salzige Nass gerne weggewischt hätte und wegen ihrer Umklammerung nicht konnte, ahnte sie nicht. Jedoch brachte er sie mit der Alternative erst recht zum Aufschluchzen, denn seine Lippen besaßen so viel mehr Weichheit, Vertrautheit, Verbundenheit, dass es ihr das Herz zu zerreißen drohte. Schon versuchte er, sie zu trösten und ihr zu vermitteln, dass es nicht so wäre wie damals bei den Leoniden. Nur... "Aber was mach ich dann, wenn du mich brauchst?", wimmerte sie und sprudelte weitere Worte hervor.
Indes lehnte er sich an sie, ließ sie seine Nähe und Wärme spüren, sodass sie sich umso heftiger an seine Hände klammerte. Sein Seufzen wurde mit einem Schniefen ihrerseits beantwortet, ehe sie sich wieder in die Augen sehen konnten. Bei ihr liefen weiterhin die Tränen, die inzwischen hervor quollen und ihre Wangen herab kullerten.
Dann fuhr er fort und entlockte ihr mit seinen Worten verschiedene Reaktionen. "Ich bin nicht hochschwanger!", protestierte sie schwach. Daraufhin erbleichte sie, als er Arina erwähnte, und schüttelte entschieden den Kopf. Nein, niemals sollte ihre Schwester mit ihm gehen, da wäre sie noch viel stärker voller Angst.
Und schließlich... ja, schließlich verfinsterte sich ihre Miene leicht. Nicht viel, doch vermutlich erkennbar für ihn, der ihr derart nahe war und sie inzwischen auch ein wenig kannte. Ebenfalls musste sie einen Moment lang den Blick abwenden, aus Furcht, er könne sonst zu deutlich ausmachen, dass er sie gerade zu allem Überfluss noch gekränkt hatte. Nicht, weil er Zissus erwähnte und auch seine Begleitung ablehnte. Nein, es war, weil er sie daran erinnerte, dass er sich dem gemeinsamen Freund anvertraut hatte, nachts, in aller Heimlichkeit, während er gedacht hatte, sie würde schlafen. Das schmerzte und nährte Stückchen für Stückchen ihre Eifersucht, ganz gleich, wie sehr sie sich dagegen zu sträuben suchte.
Sie brauchte ein paar Atemzüge, in denen sie mit ihren Gefühlen rang und Mühe hatte, seiner weiteren Ausführung folgen zu können. Um in genau jenem Moment wieder voll zu zuhören, in denen er das Allerschlimmste für sie andeutete. Entsetzt und kalkweiß im Gesicht starrte sie ihn abrupt wieder an. Mehrmals musste sie gegen den Kloß angehen, der in ihrem Hals den gesamten Raum einnehmen wollte. "So... so etwas... darfst du... nicht... sagen!", keuchte sie und fühlte, wie ein Zittern sie erfasste.
Allein die Möglichkeit, ihm könnte endgültig etwas zustoßen, während sie nicht da wäre, um es zu verhindern... Ihr Flehen war schneller über ihren zittrigen Lippen, als sie sich dessen bewusst war. Seine Reaktion bestand aus mehr als Worten, denn er entzog ihr seine Hände und ihr war, als riss er damit auch ihr Herz aus ihrem Leib.
Um es im nächsten Augenblick noch heftiger schlagend als zuvor wieder hinein zudrücken, als er sie zu sich zog und fest, beschützend in den Arm nahm. Ohne groß zu überlegen oder an ihre Idee von vorhin zu denken, rutschte sie dabei auf seinen Schoß und strebte danach, so viel wie möglich von ihm dabei zu spüren. Eng presste sie sich an ihn, drückte ihre Beine fest von außen gegen seine und schlang ihre eigenen Arme um seinen Nacken. So konnte sie auch ihr Gesicht an seinen Hals schmiegen und seinen ihm eigenen Duft tief einatmen. Schon kamen ihr ein weiteres Mal die Tränen und leise schluchzend vergrub sie sich regelrecht in seiner Umarmung.
Da fiel ihr etwas ein, das sie erstarren und die Augen aufreißen ließ. Zuerst verharrte sie auf diese Weise und hauchte:"Und was, wenn es länger dauert?" Sie löste ihre Arme und legte ihre Hände auf seine Wangen, während sie sich aufrichtete und ihn beinahe schon mit aufflackernder Panik ansah. "Was passiert, wenn du einschläfst?!", wisperte sie mit hörbarem Entsetzen in der Stimme.
Er dagegen fing an, sich von ihr zu lösen. Sie war so voller Angst über diese Erkenntnis einer möglichen Katastrophe, dass sie es anfangs zuließ. Solange, bis er seinen Abschied vorgebracht hatte. Plötzlich wurde ihr klar, dass ihre Gelegenheit verstreichen würde, wenn sie jetzt nicht eingriff.
Wie eine Schlange schoss ihr Arm nach vorn und ihre Finger legten sich um sein Handgelenk. "Nein!", stieß sie entschieden aus und sah ihn von unten herauf an. "Du kannst nicht allein gehen! Nimm mich mit... oder Schlange... oder Kodiak oder... oder..."
Es arbeitete fieberhaft hinter ihrer Stirn und als ihr ein Gedanke kam, verzog sich flüchtig ihr Gesicht. Dennoch erschien er ihr gut genug, dass sie ihn aussprach, obwohl sie ernsthafte Zweifel hatte, dass es tatsächlich Sinn machte. Aber es wäre alles besser, als wenn er alleine ging! "Oder wenigstens die alte Vettel! Ihr Gestank würde dich auf jeden Fall beschützen!" Das war wenig schmeichelhaft und entsprach trotzdem der Wahrheit, dessen war sie sich bewusst.
Für einen Kampf war sie zwar nicht sonderlich geeignet, doch traute sie ihr zu zu wissen, was im Falle das Falles zu tun wäre, um Kazel zu beschützen. Ja, bei näherer Betrachtung könnte sie sich durchaus damit anfreunden, sollte er zumindest diese Begleitung akzeptieren. Oder besser noch, gar nicht erst gehen...
Die Idee von zuvor blitzte erneut hinter ihrer Stirn auf und gab ihr einen derartigen Ruck, dass sie von dem Sofa glitt und vor ihm kniete. Sofern er sein Handgelenk noch nicht befreit hatte, würde sie es jetzt loslassen und mit beiden Händen seine Hüfte entlang in die Höhe streichen. Dabei näherte sie sich ihm mit ihrem Oberkörper und bemühte sich um einen einladenden Blick, der die Tränenspuren auf ihren Wangen vergessen lassen sollte.
"Liebster...", raunte sie und ließ dabei mit Absicht ihren warmen Atem stärker als notwendig über ihre Lippen zu seinen Lenden fließen. Er trug keinen besonders dicken Stoff, so wie sie alle hier, wodurch sie zu hoffen wagte, dass er empfindlich genug auf diesen kleinen Luftstrom wäre. Nur... ob er sich nach all der Sättigung und bei seinem Vorhaben tatsächlich dermaßen leicht ablenken lassen würde?
Schon näherte sie sich ihm noch weiter, ließ ihn dabei nicht aus den Augen und atmete mit Absicht aus ein wenig geöffneten Lippen in seine Richtung, um die Wirkung von vorhin noch zu verstärken. Ihre Finger streichelten und kraulten dabei unaufhörlich an unsichtbaren Linien entlang seine Hüfte auf und ab.
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Kazel Tenebrée » Freitag 13. Oktober 2023, 09:17

Vieles änderte sich, wenn man etwas hatte, wofür es sich lohnte, alles zu geben. Kazel allein hatte sich selbst nie gereicht. Es gab keinen Grund für ihn, sich in das Weltgeschehen einzumischen, auch nicht daran teilzunehmen. Er hatte sich immer im Hintergrund gehalten, ein grauer Schatten und nicht erwähnenswert im Fluss der Zeit. In Celcias Geschichte wäre er ein Blümchen auf irgendeinem weit entfernten Bergkamm gewesen. Niemand, nicht einmal der Wind, hätte sich an das Pflänzchen erinnert, das sich so abmühte, mit aller Kraft am Kliffhang zu wachsen und für jeden noch so kleinen Sonnenstrahl, jeden Regenguss dankbar war, letztendlich aber einfach vergehen und vergessen würde. Wen kümmerte schon ein solches Pflänzchen? Die Blume hatte nicht einmal einen Grund zu blühen gehabt. Jetzt jedoch gab es diesen und Janay hing sehr an diesem Unkraut, als das Kazel sich selbst schimpfte. Er aber liebte sie und wollte nur ihr Bestes. Deshalb hatte er Gründe, sich auf dem Hang auszubreiten, eine Blumenwiese zu bilden und ganz Celcia damit zu überziehen. Er wuchs an sich selbst, weil Janay seine Sonne, sein Wind und sein Regenguss war. Sie bot den Nährboden für seine Seele. Für sie und ihre Unversehrtheit nahm er alles auf sich. Umso wichtiger war es ihm, dass sie zurückblieb. Auch wenn sie beide an der kurzen Trennung litten, wäre es sicherer. Er wusste das, sie nicht. Sie wollte es nicht wissen und sie wollte ihn nicht gehen lassen.
"Aber was mach ich dann, wenn du mich brauchst?"
"Was machst du denn jetzt?", hielt er dagegen und lächelte entwaffnend, bevor es in Verlegenheit umschlug. So ehrlich seine Gefühle waren, er blieb noch immer ein wenig beschämt, sie nach außen zu tragen. Doch es handelte sich um eine positive Scham. Er mochte es sogar. "Ich brauche dich immer. Für immer", sagte er verliebt. "Aber jetzt brauche ich dich hier. Du musst ein Auge auf alle haben, vor allem auf Arina, Hopp und Zissus."
Wenn sein Herz sich zu sehr nach ihr sehnte, würde Kazel ohnehin zurück nach Morgeria springen. Es würde schon klappen. Er würde die Übelkeit wohl für Tage nicht los und kaum Nahrung aufnehmen wollen, weil sie ohnehin nicht in seinem Magen bliebe, aber auch das war er bereit, sich selbst aufzuerlegen. Ein kleiner Preis, um regelmäßig wieder bei seinen Lieben zu sein. Dass Janays Miene sich derweil nur bei der bloßen Erwähnung des Pfauengecks von einem Dunkelelfen schon verfinsterte, sah Kazel zwar, nahm es aber nicht als solches zur Kenntnis. Er sah darin nur ihre Sorge und den Unwillen, ihn ziehen zu lassen. Sie fürchtete, ihn zu verlieren und das ließ ihre Farbe aus dem Gesicht weichen. Es war auch nicht ihr einziger Grund zur Sorge, denn den Tod brauchten weder sie noch Kazel so sehr zu fürchten wie andere Celcianer. Der Mischling hatte Recht. Als Geselle des Gevatters besaß er eine gewisse Sonderstellung und so lange das kuttierte Skelett ihn benötigte, würde es ihn nicht aus dem Dienst an Leben entlassen. Sie beide waren dem Leben verpflichtet, bis es zu Ende ging und sobald das geschah, würde Kazel an der Seite seines Meisters die Ewigkeit kennen lernen. Für ihn wäre der Tod nichts Endliches, sondern nur ein Sprung zwischen zwei Zuständen.
Für Janay aber bedeutete er Unsicherheit und Sorge. Mehr noch, sie fürchtete schon den kleinen Vorboten dessen, den Schlaf. Aber sie hatte auch allen Grund dazu, denn im Gegensatz zu ihrem Liebsten berücksichtigte sie dessen Pakt-Bedingungen.
"Was passiert, wenn du einschläfst?!", flüsterte sie ihm zu und hielt sein Gesicht in beiden Händen. Er konnte ihrem Blick nicht ausweichen. So sah Janay seine Iriden flackern. Daran hatte er wirklich nicht gedacht. Natürlich vergaß Kazel nicht, dass er früher oder später einschlafen und somit handlungsunfähig würde. Aber er hatte nicht berücksichtigt, dass es im Grunde jederzeit passieren könnte. Doch im Gegensatz zu Janay hatte er etwas entwickelt, das ihm auch jetzt in diesem Moment erst richtig bewusst wurde: Tiefer Glaube.
"Die Göttin würde mich nicht unnötig in Gefahr bringen. Sie ist nicht grausam wie Faldor." Ja, er glaubte daran. Sie ging keinen Handel ein, bei dem sie ihre Handelspartner aufgrund eigens gestellter Bedingungen verlor. Es sei denn, das wäre die ganze Zeit ihr Plan gewesen, aber so schätzte Kazel sie in Bezug auf seinen eigenen Pakt nicht ein. Dazu hatte Manthala sich bisweilen wahrlich gnädig gezeigt und ihr Tiefenschlaf, den sie ihm fortan schenkte, war so ungemein erholsam. Er glaubte wirklich daran, dass sie ihn beschützte, wenn es geschähe. Somit erhob sich der Mischling. Es wurde Zeit...
... nur nicht, wenn es nach Janay ging. Sie sah zwar endlich ein, dass es offenbar keine Möglichkeit mehr gab, Kazel zum Mitgehen zu bewegen, aber sie erkannte auch nicht, dass der Gevatter ihm ein guter Wegbegleiter wäre. Somit zog sie den letzten, übel riechenden Trumpf aus ihrem Repertoire und wahrlich, man sah ihr an, wie ungern sie diesen auch nur gedanklich berührte. Immerhin könnte auch im Geiste etwas Klebriges haften bleiben, das sich nie mehr löste. Schlimmer noch, es könnte sich mit eitrigen Pusteln und juckenden Furunkeln auf dem Verstand ausbreiten. Kuralla war eben keine Person, sondern ein Zustand.
"Du kannst nicht allein gehen! Nimm mich mit ... oder Schlange ... oder Kodiak ... oder ... oder ... oder wenigstens die alte Vettel! Ihr Gestank würde dich auf jeden Fall beschützen!"
Kazel stutzte und das nicht, weil er sich an die Ausdünstungen der Goblin-Oma erinnerte. Er wusste schließlich bereits mehr über sie. Kuralla war 'gesegnet' wie er, vielmehr auserkoren. Wo er des Tods Stütze war, so musste sie für das Leben herhalten. Sie besaß eine ähnliche Eigenschaft wie er und das machte sie tatsächlich zur perfekten Begleiterin. Sie würde nicht ins Reich der Toten einkehren können, denn Leben hatte sie an sich gebunden, so wie es der Gevatter mit Kazel getan hatte. Um Kuralla müsste man sich zumindest in Bezug auf ihre Überlebenschancen keine Sorgen machen. Sie hatte ein haraxisches Wurmwesen verschlungen und lebte noch!!!
Wärme breitete sich auf den Zügen des Mischlingselfen aus. Er lächelte Janay an und vielleicht beruhigte sie dieser Anblick bereits. Dann nickte er. "Ich frage sie. Vorher gehe ich nicht, versprochen!" Aber dann würde er gleich aufbrechen müssen. Bis zu Kuralla wäre es ein Stück Fußweg. Außerdem wusste er noch nicht, ob sie sich wirklich anschließen würde, aber das hatte Kazel zum Glück nicht versprochen. Er würde sie fragen und falls sie ablehnte, eben doch allein gehen. Er hoffte, das Springen klappte mit ihr als Begleitung. Schließlich würde sie als jemand, der dem Leben so nahe stand, die Fähigkeiten des Todes in Anspruch nehmen. Hoffentlich stand dies nicht in Widerspruch, dass es eine unmögliche Aufgabe wäre. Es ließe sich nur herausfinden, wenn er sich jetzt auf den Weg machte. Kazel war drauf und dran, sich von Janay zu lösen. Ein letzter Blick, vielleicht noch ein Kuss und ... da rutschte sie vom Sofa und vor ihm auf die Knie. Erneut blinzelte er. Dann versteifte er sich. Alles an ihm versteifte sich, aber Kazel bemerkte gar nicht, wie sich unter seinem feinen Hosenstoff schon eine junge Beule abhob. Janay würde sie sehen. Ihr Atem streichelte sie bereits, während die Spitzohren ihres Liebsten klingelten.
Liebster...
Liebster...
Seine Knie wurden weich wie gekochte Nudeln. Wo zwischen seinen Schenkeln alles stand, da gaben seine Schenkel nach. Die Beine klappten einfach in sich zusammen und Kazel sank zu Boden, bis er Janay gegenüber saß. Seine Augen glitzerten feucht, seine Wangen glühten, so ergriffen war er. Und er lächelte, er lächelte selig!
"Du ... hast mich ..." Stürmisch neigte er sich vor, hob die Hände, aber schaffte es nicht, ihr Gesicht mit ihnen zu berühren. Er hielt sie wie eine Barriere auf Höhe ihrer Wangen und haschte nur nach Janays Lippen. Kazel küsste sie. "Lass es mich nochmal hören", flehte er und stahl sich einen weiteren Kuss. "Sag es nochmal!" Immer wieder begrüßte er ihre Lippen mit den seinen, zog sich zurück und gab ihr Zeit, dieses eine Worte zu wiederholen, ehe er ihren Aufwand mit einem weiteren Kuss belohnte. Vergessen war sein Vorhaben, Lust stand nur an zweiter Stelle. Sie hatte ihn ihren Liebsten genannt, obwohl sie sich doch ihrerseits unsicher war, wie sie zu ihm stehen sollte. Kein Zauber hätte ihn so sehr an Janay binden können wie dieser und Kazel würde gegen diese Ketten aus keimender Liebe ankämpfen müssen, um sich den Gefahren der Realität zu stellen. Er würde sie sprengen müssen, falls Janay nicht locker ließ. Aber noch nicht jetzt, es hatte doch Zeit. Es hatte so viel Zeit. Am Ende der Ewigkeit könnte er gewiss noch retten, was er befreien wollte ... aber nicht jeztt ... noch nicht, da seine Liebste ihr Zeichen auf seine Seele gebrannt hatte.
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Janay » Freitag 13. Oktober 2023, 19:34

Auch die junge Frau hatte bislang keinen sonderlich großen Drang verspürt, sich in anderer Angelegenheiten einzumischen. Im Gegenteil, sie hatte in den letzten Jahren gelernt, dass es für ihresgleichen viel eher für Probleme oder sogar Gefahren sorgen konnte, wenn man es tat. Dazu zählte ebenso ihr selbstloser Rettungsversuch für ihren Liebsten, der sie so lange bewegungsunfähig gemacht hatte.
Doch im Gegensatz zu früher würde sie es jetzt immer wieder tun, würde jederzeit erneut versuchen, ihm zu helfen und ihn zu beschützen, wenn ihm Unheil drohte, ungeachtet ihrer eigenen Unversehrtheit. Für ihre Schwester würde sie genauso handeln und dennoch... so sehr sie Arina auch liebte und glücklich darüber war, sie endlich wieder gefunden zu haben, Kazel war ihr eine Spur wichtiger geworden.
Ob es mit ihren Kindern ebenfalls so werden würde...? Dass sie das Wichtigste in ganz Celcia für sie wären? Sie würde es sich wünschen, denn sie war derselben Ansicht wie der Mischling, ihr Nachwuchs sollte bessere Eltern haben als sie. Und in ihrem Fall wollte sie auch die Mutter sein, die sie brauchten, und es nicht ihnen selbst überlassen, füreinander zu sorgen, anstatt Kind sein zu können.
Wenn sie nur nicht solche Angst jetzt schon wieder um ihren Liebsten haben müsste! Sie war verzweifelt und nicht in der Lage dazu, dieses Gefühl vor ihm zu verbergen.
Seine Reaktion mit der Gegenfrage brachte ihm einen gekränkten Blick ein. "Jetzt? Jetzt bin ich wenigstens direkt neben dir und kann sehen, wenn ich dir wieder deinen Knackarsch retten muss!", maulte sie, konnte jedoch nicht so streng klingen, wie sie es vorgehabt hatte. Denn sein Lächeln ließ ihr Herz höher schlagen und seine Verlegenheit war zu niedlich, als dass sie dieser lange hätte böse sein können.
Daraufhin fuhr er fort und entlockte auch ihr einen Hauch peinlicher Berührtheit, indem sie flüchtig den Blick senkte und leise seufzte, ehe sie ihr nach vorn gefallenes Haar mit einer raschen Kopfbewegung wieder nach hinten warf. Es war gewachsen in der letzten Zeit. Ob sie es dabei bewenden lassen oder wieder kürzen sollte? Was würde ihm eigentlich besser gefallen?
Seine Worte lenkten sie von dieser aufkeimenden Frage ab und sorgten dafür, dass sie leise schnaubte. "Die sich allesamt weniger in Schwierigkeiten bringen als du.", erwiderte sie, noch immer getrieben von ihrer Sorge.
Wenngleich sich kurzzeitig die Eifersucht auf den Pfauenmann mischte, den sie zwar inzwischen auch als Freund ansah, aber dem ihr Gegenüber in manchem Punkt scheinbar mehr vertraute als ihr. Das nagte an ihr und würde sich so schnell wohl nicht von alleine bessern. Aber sie wollte jetzt gewiss keinen Streit mit ihm, sondern viel lieber dafür sorgen, dass er sie mitnahm... oder zumindest jemand anderes, der ein Auge auf ihn haben würde.
Vor allem wegen einer Sache, die erschwerend hinzu kam, dieser vermaledeite Pakt. Als sie es erwähnt hatte, sah sie das Flackern bei ihm und spürte, wie ihr das Herz vor Furcht um sein Wohl auszusetzen drohte. Da half auch seine Überzeugung, dass dies nicht geschehen würde, nicht sonderlich viel. Zweifelnd deutete sie ein leichtes Kopfschütteln an und schniefte. "Aber was, wenn sie einen neuen Handel von dir will und dich in eine Lage bringt, in der du ihn eingehen musst?", erwiderte sie voller Sorge.
Dennoch schien ihn das nicht aufzuhalten, sodass sie zu einer letzten Idee griff, um ihn zu überzeugen, nicht alleine loszuziehen. Ja, sogar die Alte fiel ihr im rechten Moment ein, so wenig sie auch deren Hilfe in Anspruch nehmen wollte. Sie war ihr einfach... unheimlich und der Gestank würde noch Jahre an Kazel haftend ihr den Geruchssinn verätzen. Allerdings war das allemal besser, als ihn ungeschützt zu wissen. Wobei es ihr ja noch lieber wäre, er würde gar nicht gehen...
Ihrem Einfall von vorhin folgend, sank sie auf die Knie und nahm eine Pose ein, die so einigen Mann in Wallung zu versetzen wusste. Ob es bei dem Mischling ebenso wäre?
Dass sie es hingegen mit einem Wort viel stärker schaffte, damit hätte sie nicht gerechnet. Insbesondere, weil es ihr über die Lippen kam, ohne, dass sie groß darüber nachgedacht oder es gezielt ausgerechnet in diesem Moment platziert hatte. Ihre Gefühle hatten es ihr diktiert und sie hatte keinen Sinn dafür gehabt, sich zurück zu halten. Ja, sie schenkte dieser einen Silbenzusammensetzung keine wirkliche Beachtung, weil sie sich nicht bewusst war, dass sie diese zum ersten Mal gebraucht hatte. Nein, ihr Blick richtete sich sofort auf seine Mitte, dort, wo der Stoff sich, wie erhofft, zu spannen begann.
Erneut atmete sie dagegen und strich mit spitzen Fingern darüber, wollte Wonnen ankündigen, ohne sie gleich zu erfüllen, um seine Lust anzufachen. Zu viel mehr kam sie jedoch nicht, denn plötzlich knickte er vor ihren Augen ein. "Kazel!", stieß sie erschrocken aus und griff schon nach seinen Oberarmen, voller Angst und Sorge, was nun mit ihm los war.
War ihm etwas passiert? Hatte sie einen Angriff aus dem Hinterhalt übersehen? Wurde es etwa schon Nacht?! Hektisch suchte ihr Blick nach der Ursache für diesen Schwächeanfall, huschte an seinem Körper entlang und blieb schließlich an seinen Lippen hängen, die... sich zu einem Lächeln verzogen? Was hatte das nun wieder zu bedeuten?
Ehe sie diese Frage stellen konnte, begann er und konnte damit erst recht nicht des Rätsels Lösung bieten. Blinzelnd legte sie den Kopf ein wenig schief und öffnete ihe Lippen, als er seine Hände hob und mitten in der Bewegung verharrte. Das nährte ihre Sorge, sodass sie anfangs nicht reagierte, als er nach ihren Lippen schnappte.
Daraufhin hörte sie sein Flehen und blinzelte ein weiteres Mal. "Was...?", hauchte sie verständnislos und spürte ihn erneut, als er zum nächsten Kuss ansetzte.
Erst seine folgenden Worte schafften es, soweit zu ihr durchzudringen, dass die vielen kleinen Rädchen in ihrem Kopf endlich richtig ineinander greifen konnten. Ein Gedanke blitzte hinter ihrer Stirn auf und sorgte dafür, dass sich ihre Lider ein wenig senkten, während ihre Lippen sich zu einem feinen Lächeln formten.
"Was meinst du,...", begann sie, mimte die Ahnungslose und entlarvte sich selbst, als sie einen Atemzug später noch hinzufügte: "... Liebster?" Damit schlang sie die Arme wieder um seinen Hals, zog sich enger an ihn heran, um sich an ihn schmiegen zu können, während sie nun ihrerseits einen Kuss mit ihm anstrebte. Einen von jener intensiven Sorte, die sie inzwischen gelernt hatte und bei der sie es nicht belassen wollte. Nein, es sollte nur der Anfang sein, das Versprechen auf noch ganz viel mehr, so viel, dass es ihn noch lange beschäftigen und hier bei ihr, in ihren Armen, halten würde.
So hoffte sie es zumindest und wenn sie nach der Beule ging, die sie an ihrer Hüfte spüren konnte, war sie auf einem guten Weg. Schon konnte sie nicht widerstehen und fing an, sich daran zu reiben, leicht und trotzdem gewiss gut fühlbar durch den edlen Stoff.
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Kazel Tenebrée » Samstag 14. Oktober 2023, 15:37

Hätte Kazel geahnt, wie wichtig er Janay inzwischen war, noch bevor sie ihm diesen Kosenamen der Zuneigung gab, hätte er auch dann nicht eingewilligt sie mitzunehmen. Im Gegenteil, er hätte sie nur noch mehr beschützen wollen und die Trennung vielleicht sogar schneller vollzogen - damit er schneller wieder bei ihr hätte sein können. Er wollte sie in Sicherheit wissen. Aber er wollte sie auch nicht ihrer Schwester entziehen. Arina hatte gerade erst zu ihr gefunden. Es wäre über seine eigene Liebe zu Janay hinaus wirklich geschmacklos gewesen, sie ihr nun wieder wegzunehmen. Doch Kazel dachte vordergründig daran, dass seine Liebste in Morgeria weniger Schrecken erleben würde, als wenn er sie in eines der andunischen Nester mitnahm. Sobald sie ausgehoben waren, konnte er sie holen. Jetzt wollte er sie im Haus des Sammlers haben.
"Jetzt bin ich wenigstens direkt neben dir und kann sehen, wenn ich dir wieder deinen Knackarsch retten muss!"
"Mei-meinen ... w-was?" Kazel stutzte, wagte nicht über die Schulter hinweg zu seiner Kehrseite zu schauen. Trotzdem wuchs die Röte in seinen Wangen zusammen mit der Hitze darin bis in seine Ohrspitzen. Nie hatte er sich Gedanken gemacht, dass er eine gute Figur machen könnte für das andere Geschlecht. Schon gar nicht wäre er auf die Idee gekommen, dass jemand seine Rückseite so faszinierend finden könnte! Verlegen und sprachlos stand er bei Janay und wusste nicht, darauf zu reagieren. Das musste er aber auch nicht, denn schon bald wurde die Verlegenheit von tiefer Ergriffenheit und viel zu weichen Beinen abgelöst. Kaum nannte Janay ihn ihren Liebsten, sank Kazel zu ihr auf die Knie. Er küsste sie voller Liebe und Glück. Hatte ihn jemals zuvor jemand so genannt? Nein. Nicht einmal Shantih, die zu ihrer Zeit sein Herz berührt hatte. Es war zu verfrüht, ihre Verliebtheit mehr Schwärmerei gewesen. Da hatte er selbst noch nicht von Liebe sprechen können, sondern nur Zuneigung, weil auch sie allein gewesen war wie er. Bei Janay jedoch waren die Gefühle über körperliche Triebe bereits hinaus, auch wenn sie sehr wohl wusste, bei ihm die richtigen Knöpfe zu drücken. Sein Lendenbereich schrie schon wieder nach der Zuneigung, die ihr Mund seinen Ohren bescherte. Vielleicht würden ihre sanften Lippen sich auch um einige Etagen tiefer noch einmal kümmern. Die Hose engte ihn ein. Die Sehnsucht zog mit bittersüßem Schmerz.
Er vergaß ihre Anmerkungen zu ihren gemeinsamen Freunden und dass es Kazel war, der von ihnen allen den Ärger mehr anzuziehen wusste als alle anderen. Er vergaß sein verlegenes Lächeln als Antwort darauf, gleichermaßen wie ihre Sorge um den Pakt mit Manthala. "Wenn sie so mit mir spielt, kann ich ohnehin nichts unternehmen, Janay. Sie ist eine Göttin", hatte er erwidert und wohl erkannt, dass sie letztendlich alle nur Spielbälle im celcianischen Gefüge waren. Er würde bei einem neuerlichen Handel genau das erneut tun müssen: handeln und versuchen, die Konsequenzen klein zu halten. Dabei war der jetzige Pakt im Grunde doch das, was er wollte. Manthala hatte ihm erfüllt, worum er gebeten hatte und das mit weitaus weniger Hintergedanken als die personifizierte Form von Leben. Sie hatte mehr mit ihm gespielt als die Göttin und so fühlte Kazel sich erneut den Schatten näher zugeneigt als der Lebendigkeit. Letztere spürte er trotz allem mehr, in all ihrer Form. Er spürte Janay, ihre Nähe, ihren weichen Körper und wie er ihm Lust bescherte.
Sobald sie erkannt hatte, warum er vor ihr niedergesunken war und sie mit Küssen überhäufte, spielte sie es mit. Sie lockte ihn, wiederholte seinen neuen Namen und bescherte ihm damit eine Gänsehaut. Er verfiel ihr wie jedes Mal, wenn sie ihm diese Wärme und Geborgenheit versprach: im Sternensee, im Beisammensein mit seltsamen Hochelfen, hinter einem Wandteppich in Sademos' Anwesen. Selbst in Gefahrensituationen war sie sein Anker gewesen und nun zog jener Anker das Schiff in den Hafen zurück.
"Was meinst du ... Liebster?"
"Ich will dich ... einmal noch. Bevor ich gehe ... damit ich bloß nicht vergesse, zurückzukommen." Seine Lippen suchten die ihren, seine Zunge tanzte mit der ihren und seine Finger wanderten bereits an ihrem Leib entlang. Er konnte nicht anders. Sie war eine Droge, die ihn immer wieder in höchste Rauschzustände versetzte, sich gleichzeitig aber auch wie Gift in ihm ausbreitete und ihn seine Pflichten vergessen ließ. Dieses eine Mal noch, entschied er sich. Dieses eine Mal noch würde er sich dessen hingeben, danach bräche er auf. Andunie wartete, aber um eine Liebelei mehr oder weniger konnte es noch etwas länger warten. Er würde die Zeit aufholen, indem er sich nach dem Sprung einfach nicht von der Übelkeit erholte, sondern direkt loslegte. Notfalls opfere ich weitere Sandkörner... Das hier brauchte er jetzt - für sich, für Janay und ihre gemeinsame Liebe. Ja, gemeinsam, denn sie hatte ihn Liebster genannt.
Kazels Finger zitterten, als er sie unter den Stoff ihrer Kleidung schob, um jedes Quäntchen Haut mit den Fingerspitzen zu verwöhnen. Gezielt suchte er ihren Schoß für seine Zärtlichkeiten. Er wollte auch, dass sie nicht vergaß. Sie sollte etwas haben, um an ihn zu denken, bis er zurück wäre. Er würde all seine Liebe in diesen Moment der Zweisamkeit legen und wäre Janay nicht bereits schwanger, so würde es heute und hier geschehen.
Kazel hielt sich nicht mit Worten auf. Genug der romantischen Liebeleien, solange sie es nicht forderte. Er suchte die Leidenschaft, ganz gleich wie oft sie sich vorher gefunden hatten, um ihren Zustand zu verbessern. Das war fast schon mechanisch geschehen und hatte die Bedeutung ein wenig genommen. Jetzt war es wichtiger denn je und vor allem...
"Jetzt kann ich dich für mich ganz allein haben ... nur wir beide..." So sehr er seinen Freund Zissus schätzte und so sehr dieer ihm ausgeholfen, ihm auf körperlicher Ebene sogar noch einige Weisungen erteilt hatte, Kazel war jetzt gerade froh, ihn nicht zu sehen. Bevor er ging würden er und Janay es allein zu zweit genießen. Er wollte es unvergesslich gestalten, nur für sie.
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Janay » Samstag 14. Oktober 2023, 21:40

Ihre Gefühle für den Mischling wollte sie nicht einsetzen, um ihn zu ihrer Mitnahme zu überreden. Tatsächlich war sie sich auch gar nicht darüber bewusst, wie tief er sich bereits in ihrem Herzen verwurzelt hatte. Besser gesagt, sie wollte sich nicht zu klar darüber werden, da dies ihre Sorgen und Ängste vor seinem Verlust nur noch bestärken würden.
Ohnehin verging sie beinahe schon vor Furcht allein bei dem Gedanken, was ihm alles zustoßen könnte, während sie nichts ahnend hier blieb und so weiter machte, als wäre alles gut. Was, wenn dies nicht der Fall wäre? Wenn sie wieder eine alptraumhafte Vision hätte? Wenn er nach ihr rufen würde und sie würde es ob der Entfernung niemals hören können? Nein, sie konnte und wollte ihn nicht allein gehen lassen. Das musste er einsehen und begreifen!
Zuvor jedoch bewirkte sie mit einer zwar unbedachten, dafür ehrlichen Bemerkung etwas, das sie so nicht vorgehabt hatte. Dennoch brachte seine Reaktion auf die Erwähnung seiner Kehrseite sie zum Grinsen. "Deinen Knackarsch!", wiederholte sie und streckte ihre Hand aus, um die Finger dorthin gleiten zu lassen, sollte er sich ihr nicht entziehen. "Der hier... ideal zum Reinkneifen!", säuselte sie frech und würde es ihm prompt zeigen, wenn er sie denn ließe.
Um wenig später vor ihm zu knien und einen weiteren, gehörigen Schrecken zu bekommen, als er unvermittelt in sich zusammen sackte. Sie griff mit beiden Händen nach seinen Oberarmen, um ihn zu halten, weil sie fürchten musste, er würde zu Boden fallen und dort unsanft aufschlagen. Was war nur los mit ihm? Was hatte sie übersehen, um ihn davor zu schützen, wie sie es eben noch als Möglichkeit in Andunie verlangt hatte?! Dass es hingegen ihr Kosename für ihn gewesen war, begriff sie erst später.
Zuerst einmal atmete sie spürbar auf, als er nicht ohnmächtig oder noch schlimmeres zur Seite kippte und liegen blieb. Nein, er kam ihr näher, küsste und hielt sie, um zwischendurch nach einer Wiederholung zu bitten. Wiederholung welcher Art? Was meinte er? Es dauerte ein wenig, auch, weil er sie recht erfolgreich ablenkte, bis sie es verstand und noch etwas länger, bis sie es umsetzen und seinem Wunsch entsprechen konnte.
Denn es war ihr nicht mit Absicht über die Lippen gekommen, sondern aus einem Bedürfnis ihres Herzens heraus, das dafür umso ehrlicher, da absolut uneigennützig, gewesen war. Somit war sie zwar überrascht über sich selbst, konnte jedoch ruhigen Gewissens es erneut aussprechen. Erst recht, weil es seine Gedanken in Bahnen lenkte, die ihr viel lieber waren.
Somit hatte sie auch nichts mehr wegen Göttern und Pakten und dergleichen erwidert, denn sie war sich keineswegs so sicher wie er. Oder würde es dermaßen leicht hinnehmen. Aber das war im Moment unwichtig.
Sie wollte ihn bei sich haben, wollte ihn necken und halten und überall auf wie in ihrem Körper spüren. Solange sie das konnte, davon war sie überzeugt, wusste sie, dass ihre Herzen weiterhin füreinander schlugen, dass sie beide lebendig wären und einander Halt boten, weil niemand sie trennen könnte. Also legte sie es darauf an, ihre Idee weiter zu verfolgen. Dass sie dabei mit ihm spielte... nun, so kannte er sie und so gefiel es ihr persönlich auch besser. Schließlich war die Leichtigkeit zwischen ihnen etwas, das sie auf jeden Fall bewahrt wissen wollte, vor allem dann, wenn alles andere in ihrer beider Leben ausreichend schwer wog.
Erneut sprach sie es aus und seine Erwiderung ließ ihre Augenbraue in die Höhe schnellen. "Ach ja? Habe ich dir noch nicht genug gezeigt, um mich nicht zu vergessen?", raunte sie in seinen Kuss hinein und ließ ihre eigene Hand ebenfalls wandern.
Nur mit dem Unterschied, dass sie gezielt mit den Fingern seiner Mitte zustrebte,... um direkt davor einen Bogen darum zu machen und zu seinem Hintern zu wandern. Dort packte sie fester zu und drückte seine Hüfte der ihren entgegen. Schon pochte es fordernd zwischen ihren Schenkeln und sie wusste, sie wäre bereit dafür, ihn ein weiteres Mal tief in sich aufzunehmen. Dann allerdings wäre es wahrscheinlich auch rasch vorbei und das wollte sie nicht, das würde nur bedeuten, dass er umso schneller aufbrechen würde. Nein, sie wollte mit ihm spielen, es hinaus zögern, so lange wie möglich!
Auch wenn er es ihr gerade schwer machte, als er erstaunlich direkt aufsuchte, wohin alles gipfeln sollte. Sie keuchte auf, als sie seine Finger so dicht vor dem Ziel spüren konnte, und ihr Griff wurde noch um eine Spur fester. Auch er könnte dadurch mit Leichtigkeit merken, wie bereit sie für ihn wäre. Schon spürte sie ihre eigene Schwäche und das Sehnen danach, sich vollständig mit ihm zu vereinen, unabhängig ihres eigenen Vorhabens.
Diesen Moment wählte er, um ihr erneut etwas zu sagen, das ihr den Atem stocken ließ. Sie unterbrach den Kuss und sah ihn mit leicht feuchten Augen an, suchte nach der erhofften Ehrlichkeit in seinem Blick und begann zu lächeln. Endlich löste sie ihre Finger von seiner Pobacke und legte beide Hände auf seine Wangen.
Dicht kam sie zu ihm und lehnte sich mit der Stirn an seine. "Ja... nur wir beide... kein teilen mehr...", hauchte sie und spürte, wie er mit dieser Bemerkung ihrer Eifersucht einen Gutteil an Boden entzogen hatte. Es machte sie... glücklich, es erleichterte ungemein und es beflügelte ihre eigene Lust.
Ein weiteres Mal küsste sie ihn, voller Glut für ihn und mit einer bis dahin nicht gekannten Intensität, weil sie sich mehr entspannen und auf ihn einlassen konnte. Zugleich aber kam ihr eine Idee, etwas, das sie einmal von einer anderen Prostituierten erzählt bekommen hatte und das ihr helfen könnte, ihn länger bei sich zu halten. Obwohl es ihr schwer fiel, sich von ihm zu lösen, rang sie sich dazu durch. Auch entzog sie sich seinen inzwischen geschickter und kundiger gewordenen Fingern, um sich zu erheben, trotz der weich gewordenen Knie.
Langsam griff sie nach ihrer Kleidung und streifte sie sich, Stück für Stück, vom Körper, bedeutete ihm, sofern er nicht warten wollte, geduldig zu sein. Schließlich stand sie nackt vor ihm, wie schon unzählige Male, und bewegte sich langsam zurück, bis sie das Sofa in ihren Kniekehlen spürte. Grazil ließ sie sich darauf nieder und spreizte ihre Beine, um ihm zu zeigen, was sie für ihn zu öffnen bereit wäre.
Daraufhin lehnte sie sich zurück und spürte, wie ihr Herz schneller schlug. Auch zitterten ihre Finger leicht, denn sie wusste nicht, wie er auf ihre Idee reagieren würde. Würde er es ablehnen? Oder würde es ihm gefallen? Würde es ihr denn auch gefallen? Janay schluckte und leckte sich ein paar Mal über die Lippen, dann fasste sie ihren Mut wieder zusammen und wagte es.
Sie suchte seinen Blick und wollte ihn bei sich halten, während sie leise endlich aussprach, was hinter ihrer Stirn vor sich ging. "Willst... willst du es sehen...?", hauchte sie und atmete noch einmal tief durch. "Willst du sehen, wie ich vor Sehnsucht nach dir zerfließe...? Willst du mir sagen, was... was ich dabei tun soll?" Schon hob sie ihre rechte Hand an und strich mit ihren Fingerspitzen ihren Hals entlang, langsam und immer tiefer, über ihr Schlüsselbein und langsam bis zum Ansatz ihrer Brüste. Während die andere Hand einstweilen noch neben ihr auf der Polsterung ruhte. Dabei ließ sie Kazel nicht aus den Augen und leckte sich unbewusst ein weiteres Mal über die Lippen.
"Wie wollen wir spielen,... Liebster?", raunte sie schon etwas mutiger und lasziver, benutzte mit Absicht erneut seinen neuen Kosenamen.
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Kazel Tenebrée » Mittwoch 18. Oktober 2023, 21:44

Wenn Janay etwas in ihrem Leben gelernt hatte, dann bewusst mit der Verlegenheit von Männern zu spielen. Bei Kazel war es besonders einfach. Es schien nicht einmal mehr auf seine Unerfahrenheit zurückführbar zu sein. Schließlich hatte er inzwischen genug Gelegenheit gehabt, um mit ihr und auch Zissus zu lernen. Er war allgemein einfach nur leicht in Verlegenheit zu bringen, sobald die Themen sich in eine bestimmte Richtung bewegten und möglicherweise würde es auch dabei bleiben. Es gehörte zu ihm. Janay könnte es in jedem Fall auskosten, solange sie ihren Mischlingselfen auskosten konnte. Denn Kazel wollte gehen. Er musste gehen, wie er ständig betonte, und er konnte sie nicht mitnehmen.
Es wurde für Janay jetzt schon nahezu unerträglich. Sie versuchte gar, es mit allen Mitteln zu verhindern - mit den Mitteln, die einer Frau zur Verfügung standen. Bei jemandem wie Kazel schlug das sofort ein, aber nicht nur ihre erotische Attraktivität war es, die ihn lockte. Es genügte ein Wort, um diesen Mann sprichwörtlich in die Knie zu zwingen. Er hockte auf seinen Knien und sobald Janay ihrem Liebsten näher kam, konnte sie auch noch einmal mit voller Absicht in seinen hochgepriesenen, knackigen Hintern kneifen. Kazel zuckte beim zweiten Mal nicht einmal mehr zusammen, sondern schmunzelte und senkte den Blick leicht. Was andere seines Alters noch als wenig männlich hätten beschimpfen können, war schlicht und ergreifend einfach nur ... niedlich. Er war niedlich, wenn ihm die Röte bis in die Ohrspitzen stieg und er trotz aller Scham doch so sehr genoss, wie Janay ihn spielerisch neckte. Aber nicht nur bei ihm wirkten Worte Wunder. Kazel fand nämlich seinerseits genau die richtigen, um Janays Atem stocken zu lassen. Sie erstarrte plötzlich, dass die Sorge nun auf seiner Seite war. Als er seine Liebste jedoch ansah und in die gerührt feuchten Augen blickte, lächelte er und haschte erneut nach ihren Lippen. Er meinte es so wie er es sagte. Es machte ihm nichts aus, die Lust und die Freuden der Körperlichkeit mit jemandem wie Zissus - seinem Freund! - zu teilen. Vor allem nicht, wenn Janay es ebenso Willkommen hieß. Letztendlich aber genoss er auch die Zeit, die er mit ihr ganz allein haben konnte. Es war eine Spur intimer, die Nähe fühlte sich intensiver an und die Liebe in seinem Herzen gehörte dann nur ihr allein. All das konnte sie in seinen meerblauen Augen glänzen sehen, bevor sich einem weiteren Kuss hingab.
"Ja ... nur wir beide ... kein Teilen mehr..."
Kazel spähte fragend zu ihr hin, nachdem er sich bis zu ihrem Hals vorgearbeitet hatte. Er fragte nun aber nicht nach. Er würde das schon noch in der Zukufnt klären. Jetzt war nicht die Zeit dafür. Er wollte mit ihr keine Gespräche und erst Recht keine Diskussionen führen. Wohl aber hatte er nicht vergessen, dass sie weiterhin ihrem Handwerk nachgehen wollen würde. Das bedeutete doch, dass zumindest er sie mit reichlich Kundschaft würde teilen müssen. Auch wenn er nicht involviert wäre - und Kazel würde es meiden, sie auf diese Idee zu bringen! Andere Kunden waren eben nicht Zissus - Janay würde letztendlich mit reichlich Männern, vielleicht auch Frauen schlafen, während er ... besäße er die gleichen Privilegien? Selbst wenn, er wollte es gar nicht. Er sehnte sich nicht nach anderen Liebschaften. Janay reichte ihm vollkommen. Für andere gab es auf dieser Ebene seiner Emotionen keinen Platz.
Er würde sie fragen. Er würde sie darauf ansprechen, irgendwann. Wenn die Zeit passend wäre. Im Moment war sie es nicht, denn so wie er ihr mit strammer Bereitschaft sich entgegen reckte, so fühlte er, dass auch sie noch einmal genießen wollte, was sie miteinander haben konnten. Gerade wollte er sich in neuerlichen Küssen verlieren, da zog Janay sich plötzlich vor ihm zurück. Verwirrt blieb Kazel sitzen, starrte ihr hinterher wie die Kuh, die man am Tore stehen ließ, nur um dann tellergroße Eulenaugen zu bekommen. Er beobachtete seine Liebste genau, wie sie sich die Kleidung in quälender Langsamkeit vom Körper gleiten ließ, nur um sich anschließend rücklings auf das Sofa zu legen. Er sah sie. Er konnte alles sehen, was sie ihm durch ihre geöffneten Beine zeigte. Er wagte kaum, zu atmen.
Seine Augen verfolgten jede ihrer Bewegungen. Er wanderte mit seinen Blicken über ihre Haut und jedes Blinzeln schien wie ein Blitz der Lust durch seinen Leib zu fahren.
"Willst du sehen, wie ich vor Sehnsucht nach dir zerfließe...?" Kazel nickte nur. Er bewegte zwar seine Lippen, aber alles fühlte sich trocken und ausgedörrt an. Die Quellen frischer Bachläufe flossen bei Janay, nicht bei ihm. Er konnte nur japsen und wieder nicken, unschlüssig, ob er sich ihr nähern sollte, sie berühren durfte. Denn er wollte es sehen. Er wollte alles sehen. Und dann wollte er sie haben, jetzt schon, so unendlich stark. "Willst du mir sagen, was ... was ich dabei tun soll? Wie wollen wir spielen ... Liebster?"
Kazel wurde von einer Ganzkörpergänsehaut erfasst. Er schüttelte sich unter heißen Schauern, die drohten, dass er sich vorzeitig verlor. Seine Hose war ihm bereits viel zu eng. Mit fahrigen Bewegungen zupfte er an seiner Schnürung herum, konnte sie aber nicht lösen. Er schaute jedoch auch nicht hin. Seine Augen waren auf Janay geheftet.
"Spielen..." Er musste sich stark konzentrieren, um überhaupt Worte für das zu finden, wonach sein Körper, seine Augen, sein gesamtes Wesen sich sehnte. "Ja ... spiel mit dir ... z-zeig mir ... wo ich ... wo soll ich dich gleich berühren? Wo ...?" Er stockte. Seine Wangen glühten. "Wo lecken?", japste er und seine Stimme überschlug sich fast in einer Mischung aus Verlegenheit und kaum noch zu bändigender Lust. Er hielt es auch nicht länger aus, sich auf die Hose zu konzentrieren. So packte er den Stoff einfach und riss ihn sich mit zappligen Bewegungen von den Beinen. Auf nackten Knien, den Rammbock voran, rutschte er auf das Sofa zu. "Zeig mir, wo ich dir am besten gefalle!", forderte er mit trockener Kehle, den Blick genau auf ihre Mitte gerichtet, wo er so gern versinken wollte. Finger, Zunge ... was immer sie verlangte, solange sie ihn nicht zu sehr zappeln ließ.
Mit Kazel war es manchmal fast schon zu einfach für Janay.
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Janay » Donnerstag 19. Oktober 2023, 21:08

Sie fand seine Verlegenheit einfach nur niedlich. Es störte sie nicht einmal, dass es ihr so oft und so leicht gelang, ihn in diesen Zustand zu versetzen, ja, es kratzte auch nicht an seiner männlichen Wirkung in ihren Augen.
Vielleicht lag es an den Erfahrungen der letzten vier Jahre, vielleicht an ihren eigenen Gefühlen für ihn und den Umstand der Schwangerschaft, der für sich allein schon alles durcheinander wirbeln konnte. Vielleicht war es auch eine Mischung aus diesen und weiteren Gründen. Das Ergebnis hingegen blieb das selbe: Kazel war für sie ein begehrenswerter Mann, der in ihren Augen noch viel mehr an Wert gewann, weil er oftmals verlegen und unsicher handelte, ohne sie aus Scham von sich wegzustoßen.
Zugleich aber machte sie sich nicht lustig darüber, um ihn zu verletzen, denn das lag ihr ebenfalls fern. Sie spielte mit ihm und genoss es, wenn sie seine Wangen zum Erröten und seine Lippen zum Stammeln bringen konnte. Doch das hieß nicht zwangsläufig, dass sie ihn deswegen bloßstellen wollte. Vielmehr wollte sie es auskosten, wie er auf sie reagierte, und sich darin wohlfühlen, dass er es oftmals so deutlich lesbar zeigte.
Zwar wischte es ihre Eifersucht und ihre Unsicherheit nicht beiseite, aber es war einfach schön für sie und gab ihr den Mut, sich ihm gegenüber immer mehr zu öffnen. Entsprechend ehrlich war sein neuer Kosename gemeint, wenngleich sie nicht erwartet hätte, dass er so plötzlich in sich zusammen sackte, dass ihr das Herz vor Schreck stehen zu bleiben drohte! Erst, als ihr die Ursache klar wurde, konnte sie aufatmen, sich wieder entspannen... und damit weiter machen, ein wenig mit ihm zu spielen.
Sie grinste frech, als sie ihn in seinen strammen Po kniff, und ihre Augen leuchtete auf, als er daraufhin nicht nur schmunzelte, sondern mal wieder zur Tomate mutierte. Ja, sogar ein Kichern wollte ihr die Kehle hochkriechen, wenn er nicht in diesem Moment eine Bemerkung gemacht hätte, die als Punkt für ihn zu zählen wäre.
Nun war es an ihr, ergriffen zu reagieren und ihre Stimme war kaum mehr als ein Hauch mit einer wichtigen Botschaft. Sie wollte nicht teilen, es fiel ihr viel zu schwer und nährte Ängste in ihr, die sie nicht haben wollte. Allerdings war ihr in der letzten Zeit etwas klar geworden in Bezug auf ihre Zukunft. Ja, sie hatte ihren Beruf freiwillig gewählt, sie hatte viel gelernt und manches Mal tatsächlich auch Spaß dabei empfunden. Ihre Offenheit mit ihrem Körper würde sie genauso beibehalten wie bisher.
Doch sie war nicht länger so erpicht darauf, sich selbst zu verkaufen und damit Geld zu verdienen. Nicht, wenn der Mischling ihr helfen würde, ein anderes Handwerk zu erlernen, und wenn sie gut genug darin wäre, auf diese Weise ihren Lebensunterhalt verdienen zu können. Das war ihr neuer Plan und er würde sie weniger verletzlich machen, als sie es bisher mit diesem alles andere als angesehenen Berufs gewesen war.
Diese Entscheidung hatte sie inzwischen für sich getroffen und war sich sicher, dass ihr Liebster damit einverstanden wäre. Nur gesagt hatte sie es ihm noch nicht, es hatte sich keine passende Gelegenheit dafür ergeben. Dass er sich gerade gleichfalls Gedanken darüber machte, konnte sie nicht ahnen. Ohnehin war jetzt nicht der richtige Moment dafür.
Viel lieber umgarnte sie ihn, lockte ihn und wollte ihn auf diese Weise bei sich behalten, während sie beide alles um sich herum vergessen würden. Dafür jedoch wollte sie sich etwas einfallen lassen, etwas, das sie zusammen bisher nicht gewagt hatten, um ihn noch mehr an sich zu binden. Außerdem würde es das Ganze hinaus zögern, wie sie hoffte, und ihr auch zeigen, ob ihm solche Experimente gefallen könnten oder nicht. So viel sie auch in den letzten Wochen miteinander an Zeit verbracht hatten, war sie trotz allem zu eingeschränkt gewesen, um viel ausprobieren zu können.
Auch wenn es ihr schwer fiel, löste sie sich von ihm und musste bei seinem Blick unwillkürlich kichern. Dabei presste sie die Lippen fest aufeinander, damit er sich nicht ausgelacht vorkäme, ehe sie sich gefangen hatte und anfing, sich lasziv und betont langsam selbst zu entkleiden. Es ließ ihr Herz schneller schlagen, wie er sie nicht aus den Augen ließ, und verstärkte das Pochen zwischen ihren Schenkeln.
Einen Umstand, den er zu sehen bekam, sobald sie es sich auf dem Sofa in halb sitzender, halb liegender Position bequem gemacht hatte und sich für ihn öffnete. Wenngleich nicht, damit er sich sofort in ihr versenken könnte. Nein, sie wollte seinen Augen noch mehr bieten, wollte wissen, wie viel Zusehen seinem Geschmack entsprach und wie es mit seiner Geduld bestellt wäre.
Wieder einmal zeigte sich, dass ein Mann mit großer Lust nicht sonderlich gesprächig war und Kazel tat sich in solchen Momenten besonders schwer. Also musste sie das Reden übernehmen, obwohl sie das im Moment nicht störte. Zwar war sie schon jetzt voller Sehnsucht nach ihm, da bräuchte sie nicht mehr viel zu tun, um ihm das zeigen zu können. Jedoch wollte sie mehr und dieses Mal anders als bisher, ehe sie sich voll und ganz von ihm ausfüllen lassen würde.
Also forderte sie ihn auf, ihr dabei zu helfen. Es dauerte, bis er soweit war, seine Stimme wieder zu finden und Silben zu sinnvollen Worten zusammen setzen zu können. Was sie schmunzeln ließ, ebenso wie seine fruchtlosen Bemühungen an seiner Hose. Wenn er noch ein wenig Geduld hätte, würde sie das bald für ihn übernehmen. Jetzt aber sollte er zuerst um das Vergnügen vor seinen Augen gehen und um seine neue Rolle, die sie für ihn vorgesehen hatte.
Es fiel ihm nicht leicht, das konnte sie mehr als deutlich merken. Umso mehr funkelte es in ihren Augen und nährte das Grinsen auf ihren Lippen, als er es tatsächlich schaffte. Ja, es beschleunigte sogar ihre Atmung und brachte auch ihre Wangen etwas zum Erröten. Mehrmals musste sie sich über ihre eigenen Lippen lecken und ihren Blick bewusst auf seinem Gesicht halten, um nicht ihrerseits dorthin zu starren, wo das größte körperliche Glück auf sie wartete. Und das ihr so fordernd entgegen sprang, nachdem er sich nun doch noch alleine aus seiner Hose hatte befreien können.
Er rutschte näher und schaffte es dieses Mal schon mit mehr Kraft, mit ihr zu sprechen, sie daran zu erinnern, was sie eigentlich vorgehabt hatte. In ihren Augen blitzte es auf und sie machte einen kleinen Kussmund, während sie ihre Hände anhob und mit spitzen Fingern begann, sich selbst zu streicheln.
"Ich stelle mir gerade vor, wie deine Zunge hier entlang fährt...", säuselte sie ihm verführerisch zu und ließ ihre Fingerkuppen ihre Kehle hinab über ihr Schlüsselbein bis hinunter zu ihren Brüsten wandern. Dort zog sie immer enger werdende Kreise, bis sie die harten Spitzen erreichte und diese zwirbelte, hin und wieder etwas fester daran zog und sie dann wiederum sanfter umschmeichelte.
"Wie weich sich deine Lippen anfühlen... und wie scharf deine Zähne...", fuhr sie fort und konnte nicht umhin, dass es keuchender klang. Das war nicht einmal gespielt, denn tatsächlich erregte sie allein die Vorstellung gepaart mit der Erinnerung.
Doch ewig konnte und wollte sie nicht bei ihren Brüsten bleiben, sodass ihre Finger schließlich den Weg weiter wanderten. "Wie du mich quälst, weil du nur so langsam weiter wanderst...", raunte sie ihm zu und erreichte ihren Unterbauch, der in dieser Position noch unverändert wie eh und je wirkte. Nur, wenn sie ganz flach auf einer harten Unterlage auf dem Rücken liegen würde, könnte eine erfahrene Person langsam erahnen, dass dort Leben in ihr heranwuchs.
Sie hingegen hatte gerade anderes im Sinn, tastete sich mit ihren Fingern vor und erreichte trotzdem nicht ihre Mitte. Stattdessen wanderten ihre Hände weiter zu ihren Oberschenkeln, die sie noch eine Spur weiter öffnete. "Wie deine Hände mich hier massieren... oder auch packen, damit du mich so hinlegen kannst, wie du mich haben willst.", keuchte sie und rutschte ein Stück weit Kazel entgegen. Es war eine unbewusste Reaktion, denn auch ihre Lust näherte sich allmählich jenem Punkt, der ihren Geduldsfaden zum Zerreißen bringen könnte.
Die Frage, die sich ihr gerade stellte, war allmählich, bei wem er schneller entzwei wäre, ob ihr Liebster über sie herfallen und sich holen würde, was sie ihm so unter die Nase rieb, oder ob sie es nicht länger aushielt und ihn um seine vollständige Zuwendung anflehen würde.
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Kazel Tenebrée » Samstag 21. Oktober 2023, 12:26

Solange Janay nackt war und ihm diesen verführerischen Blick zuwarf oder einige Zweideutigkeiten entgegen raunte, wäre Kazel Wachs in ihren Händen. Ihm gefiel alles an ihr und er konnte nicht den Blick von ihrem Körper lösen. An seiner Geduld müsste er allerdings noch arbeiten, denn kaum, dass seine Liebste begann, ein wenig an sich zu spielen, rutschte er auf Knien voran auf das Sofa zu und unterdrückte ein sehnsüchtiges Winseln. Wäre es nach ihm gegangen, hätte das Vorspiel nun geendet. Er wäre am liebsten sofort über sie hergefallen und musste sich stark beherrschen, nicht erneut so stürmisch zu sein. Wenigstens hatte er sich durch die Tage der Nachbehandlung konditionieren können und würde länger durchhalten. Bereit war er allerdings wie immer sofort. Er rieb sich sogar schon an der Kante des Sofas, während seine Augen Janays Finger folgten, der sich einen Weg zu ihren Brüsten bahnte. Oh, wie gern hätte er nun mit dieser Hand getauscht!
Er bemerkte gar nicht, wie sehr er Janays Worten verfiel. Sie sprach davon, sich seine Zunge auf der Haut vorzustellen und schon leckte Kazel sich über die Lippen. Als sie an ihren harten Knospen zupfte und die Schärfe seiner Zähne betonte, bleckte er sie. Die Eckzähne wirkten allerdings lange nicht mehr so spitz, im Grunde gar nicht mehr. Ein aufmerksamer Beobachter könnte den Unterschied bemerken. Kazel wusste ja nicht, was er durch sein Opfer an Leben und für das Leben aller Kinder unter diesem Dach geopfert hatte. Doch die spitzen Schlangenzähnchen mit dem Gift darin waren nicht mehr. Es kümmerte ihn nicht, er hatte ohnehin nur Augen für Janay.
Unter einem Aufstöhnen ruckte nicht nur sein bestes Stück über den Rand des Sofas empor und lugte frecht zu der verführerischen Feuchte zwischen den Schenkeln der Mischlingselfe, sondern auch Kazel hockte sich mehr auf. Auf diese Weise konnte er sich schon halb zwischen Janays Beine beugen, die aufsteigende Hitze fühlen und ihren Duft aufnehmen. Er machte ihn ganz benommen vor Lust. Was hatte er ursprünglich eben noch tun wollen? Alle Gedanken, die er zu fassen versuchte, drehten sich darum, in Janays Schoß zu versinken.
"Wie du mich quälst, weil du nur so langsam weiter wanderst..."
"Du quälst mich", entgegnete er und ja, er litt richtig. Seine Finger zuckten, alle elf. Den größten von ihnen zierte bereits eine kleine, weiße Perle als Sinnbild für seine Bereitschaft. Er wollte sie, er wollte und konnte nicht länger warten. Janay machte es durch ihre Worte nicht besser. Aber sie wusste bereits, dass Kazel eher zur romantisch stürmischen Sorte gehörte. Jedenfalls dann, wenn er es nicht mehr aushielt und dieser Punkt war erreicht.
Er schnellte vor. Er packte nach ihren Beinen und spreizte sie noch weiter, doch er eroberte sie noch nicht. Stattdessen presste sich sein harter Pfahl gegen die weichen Pforten ihres Zentrums, schob sich dazwischen und lag nun dort wie ein von dicken Stoffbahnen umwickelter Stamm. Er genoss die Wärme, ehe er sich zurückzog. Statt nun aber die heiligen Tiefen zu erkunden, stellte Kazel sich über das Sofa. Er stützte die Hände an Rücken und Armlehne ab, beugte sich über Janay und zeigte, dass er zwar stürmisch war, aber die Romantik dennoch nicht schleifen ließ. Er mochte in erregtem Zustand nicht sehr gesprächig sein, aber er hörte zu. Er hatte genau zugehört! Jetzt neigte er sich zu der zarten Haut an ihrem Hals, küsste und leckte dort, bis er sich mit der Zungenspitze einen Pfad bis zu ihrem Schlüsselbein bahnte. Er verfolgte den Weg ihres Fingers, wanderte weiter zwischen die sanften Hügel und erklomm deren Spitzen. Schon umschlossen seine Lippen ihre Knospe. Mit der Zunge kitzelte er sie, bevor er sanft zubiss und ihre Brust am Scheitelpunkt geschnappt etwas anhob. Dann entließ er sie, betrachtete das Gewebe und wie es zurück in seine weiche, runde Form wippte. Sein Speer klopfte an Janays Pforte. Er begehrte bereits Einlass, aber Kazel widmete sich noch immer ihren Brüsten. Sanft senkte er wiederholt seine Lippen darauf, leckte die Bissspuren fort und wanderte dann erst zu ihrem Bauch herunter. Er küsste ihn zweimal zwischen Nabel und Schamhügel, wo er die wachsenden Früchte seiner ersten Verbindung mit Janay vermutete. Dann schaute er auf - hochrote Wangen. Er war erneut verlegen, aber sein verklärte Blick bewies, dass er sich davon nicht übermannen lassen würde. Seine Lust war einfach größer. Es gäbe nur eines, das ihn zwangsläufig aufhalten könnte.
"D-da kann auch nichts passieren? Ich meine ... die Hälfte ist ... fast geschafft. Ich will nicht ... ich will sie nicht erschrecken, wenn ich da so ... rein ... platze." Er schluckte bei seiner Wortwahl, denn sie hätte ausgereicht, dass er vorab fast schon geplatzt wäre. Oh, er war bereit. Er wollte Janay. Er wollte sie spüren, um sich herum und er wollte sie verwöhnen, bis sie seinen Namen stöhnte. Wenn nur sein Kopf sich einfach mal gänzlich ausgeschaltet hätte. Die Tage zuvor hatte er sich keine Gedanken dazu gemacht, aber bis dahin wusste er auch nicht, dass sie schon derart weit war.
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