Alles hat seinen Preis..

Sie ist wieder da, die einst mächtige Stadt. Keine Ruinen mehr, alles bis auf das Kloster scheint wieder aufgebaut wie durch Zauberei. Aber wo sind die Bewohner und spuken die Geister noch immer?
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Synnover
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Re: Alles hat seinen Preis..

Beitrag von Synnover » Donnerstag 17. August 2023, 23:43

Yolintha hätte ihm für diese Anmaßung den spitzen Absatz ihres Damenschuhs in die Schulter, die Hüfte oder den Oberschenkel gerammt, dass er den Bluterguss zwischen allen Blessuren der Schwarzen Arena am längsten gespürt hätte. Karrish hätte ihn mit Schweigen bestraft, zumindest für den Rest des Tages. Danach wären Besuche bei seinem Herrn ausgeblieben. Keine gemeinsamen Stunden bei Wein, keine Schachspiele. Manchmal blieb ihm auch die Bibliothek für mehrere Tage versperrt und Karrish sah Synnover in dieser Zeit dann nicht einmal. Das war die schlimmste Strafe: allein ausharren, die Zeit totschlagen und dadurch nur wieder bei Yolintha zu landen, die diese zu füllen verstand. Meist wurde es dann zu Syns Aufgabe, sie oder andere Frauen auszufüllen, sich zu präsentieren oder Yolintha auf die nur erdenklichsten Weisen erotischer Speisung zu füttern.
Die Jüngste der Nachtklingen unterschied sich auf's Neue von ihren Geschwistern. "Mach dir keine Sorgen. Es ist in Ordnung." Er sah auf, konnte nicht glauben, dass sie seinen Ausbruch mit wenigen Worten einfach abtat. Mit Worten, ohne Strafe. "Das ist nicht deine Schuld und ich buhle nicht um deine Gunst." Das brachte Syn zum Schnauben. "Die Verhältnisse sind auch eher umgekehrt ... Herrin", erinnerte er sie und schaute ihr in die Augen. Syns offene Momente waren jene, in denen er nicht unterhielt, nicht überschwänglich kokettierte, prahlte oder stets darauf aus war, alles zu einer großen Bühne zu machen. Wenn er ernst war, leise sprach und distanzierter wirkte, konnte man sich ihm wohl noch am ehesten annähern. Dann legte er die Maske mit dem ganzen Lügengebilde aus falschem Ränkespiel und Schmeicheleien ab. Dann sprach für einen Moment die Wahrheit aus ihm. "Die Gunst seiner Herrschaft zu verlieren, bedeutet das Ende." Deshalb musste er seine Pflichten erfüllen. Er musste Erwartungen erfüllen. Es stand keine Alternative zur Debatte. Er musste es tun. Alle Sklaven wurden dazu gezwungen, wenn sie nicht qualvoll sterben wollten. Aussortiert für Ereignisse wie Faldors Höllenspiele oder die Große Hatz, unter dem Deckmantel der versprochenen Freiheit. Es war leichter, sein Leben freiwillig zu opfern, wenn es gefordert wurde. Vor allem lief es schneller, weniger blutig und hoffentlich schmerzfreier ab.
"Ich erwarte nicht, dass du dein Leben für mich opferst. Würde ich nie. Es ist deins. Ich erwarte lediglich, dass ihr euch an Regeln haltet." Den letzten Satz, den kleinen Tadel für die bisherige Reise, bekam Syn nicht mehr mit. Er betrachtete Zarrah mit großen Augen. Unglaube über ihre Worte war in den hellgrünen Iriden ebenso zu finden wie Misstrauen. Er suchte seinerseits in ihrem viel dunkleren Grün nach einer Spur von Hohn. Hielt sie ihn zum Narren? Machte sie sich bewusst über ihn lustig, indem sie solche Sätze fallen ließ?
"Herrin...", warnte Syn sie vor. Er beugte sich zu ihr herüber, drehte den Körper, bis er vor ihr lehnte. Dann hob er seine linke Hand an. Die Geste wurde langsam ausgeführt, um Zarrah sofort zu signalisieren, dass er keinen Angriff oder Ähnliches plante. Behutsam legte er ihr seine Handfläche und die aneinander gereihten Finger über die Augen. Er fühlte ihren Wimpernaufschlag auf seiner Haut kitzeln.
"Schau hin, Herrin. Sag mir, was du siehst." Er schenkte ihr Zeit zum Antworten, nahm die Hand aber nicht herunter. Was sollte sie so schon sehen? Schwärze, nichts weiter. Syn hatte ihre Sicht gut versiegelt. Doch ganz gleich, was sie sagte. Solange sie ihm die Hand nicht vom Gesicht riss, erwiderte er kurz darauf gefasst: "Was du siehst, ist alles, was einem Sklaven gehört." Er ließ einen Herzschlag verstreichen. "Es ist nicht erlaubt, etwas zu besitzen. Was uns zur Verfügung gestellt wird, sind ... Ausstattung, um uns auszustaffieren. Nichts davon gehört uns. Gar nichts." Er klang frei von Hass, nicht einmal verbittert. Syn zählte Fakten auf. Dinge, die er gelernt hatte zu akzeptieren, denn es gab ohnehin keine andere Option. Nicht für ihn ... oder? "Aber", setzte er nach einer Weile nach, "ich bin anders. Ich bin privilegiert." Seine Finger spreizten sich etwas, so dass Zarrah mit einem Auge hindurch und in sein ernstes Gesicht sehen konnte. Syns Augen funkelten. Er lächelte nicht, aber die Überlegenheit, mit der er sich von anderen Sklaven abhob, stand ihm ins Gesicht geschrieben. "Ich habe etwas, das mir gehört. Nur mir allein. Niemand weiß davon, niemand kennt es und ich werde es niemanden benutzen lassen. Niemals. Was mir allein gehört, nehme ich mit in den Tod." Er ließ die Hand endlich von Zarrahs Augen sinken, ebenso seinen eigenen Blick. Für gewisse Zeit starrte er auf das Gras und sah es doch nicht. Dann schloss er die Augen, reckte den Hals und schien dem Wind allein zu lauschen. Jener blies sanft durch die Blätter der Bäume, tanzte mit dem Vogelzwitschern der Umgebung und trug die Klänge von Razags Tauchgang als leises Wasserplätschern den Fluss entlang.
Syn hob die Lider, zusammen mit dem Kopf. Er schaute zum Himmel. Er fragte, ob Karrish ihm diesen, sowie die Wälder jemals gezeigt hätte. Und was immer er dort weit oben im Blau sah, schenkte seinem Ausdruck eine sehnsüchtige Melancholie. Er löste seinen Blick nicht mehr davon, auch nicht, als Zarrah wieder sprach. Er antwortete auch nicht darauf, wie er es selten tat. Synnover kommentierte nicht. Er registrierte. Er beobachtete, lauschte und verbarg gesammelte Informationen in seinem Inneren. Es waren keine Schätze, wie sie jemand anlegte, um sein vernarbtes Herz noch einmal Wärme bei irgendeiner Erinnerung spüren zu lassen. Syn verwahrte Archive aus Druckmitteln in seinem Geist auf. Wer wusste schon, ob er sie nicht eines Tages würde brauchen können? Und so legte er eine stille Akte über Zarrahs Worte an, die aber mehr ihren Namen als Stempel erhielten als den von Karrish. Das wäre ja lächerlich! Der Erbe der Nachtklingen, der vergaß, wie weit und schön der Himmel aussehen konnte! Der nicht mehr wusste, wie Wälder rochen? Syn würde diesen Duft sein Lebtag nicht mehr vergessen. Was oder besser wen sein Herr vergessen hatte, das war sein Kaninchen. Vergessen und verstoßen, im Glauben, es wäre tot. Ja, er hatte ihn bestimmt längst vergessen ... ersetzt. Alles, was Syn jetzt noch blieb, war Zarrah. Die jüngste der Nachtklingen, die ihn aus den letzten Atemzügen eines verlorenen Lebens geholt und ihm ein neues eingehaucht hatte. Noch immer Sklave und ganz unten in der Hackordnung, aber ohne bisherige Strafen ... und sie hatte seinen Dank verschmäht. Weil sie sich fürchtet, ihr Begehren für mich wächst ins Unermessliche. Syn atmete durch und seine Augen wanderten erneut herüber, um Zarrah zu mustern. Nein ... das ... ist es nicht... Er begann an seiner Theorie zu zweifeln, wenn auch nur ein wenig. Sie hatte ihn längst gehabt, genutzt und genossen. Ihr Begehren hätte an diesem Morgen kaum größer sein können. Und trotzdem klebte sie nicht mit lüsternem Blick an ihm. Sie berührte ihn nicht ständig unsittlich oder verlangte in ihren Rastpausen kleine Gefälliigkeiten, um sie bei Laune zu halten. Sie ließ ihn weder nackt, noch an einer Leine herumlaufen, nur um ihn zu demütigen ... und dann mit ansehen zu müssen, dass er seine Tortur genoss. Eine glatte Lüge, aber nur so konnte Syn diese Zeiten überstehen. Lächeln, triumphieren und sich nichts anmerken lassen. Vergessen, dass es diesen schönen Himmel gab, der nichts von ihm erwartete, sondern einfach nur existierte. Der auf ihn herab blickte und nur zu warten schien, dass Syn Flügel wuchsen.
Das Kaninchen erwischte sich dabei, Zarrah noch immer anzuschauen. Er blinzelte verwirrt. Dann neigte er sich zum zweiten Mal in ihre Richtung. Dieses Mal hob er keine Hand, sondern wagte etwas Anderes. Er musste es noch einmal versuchen, noch einmal schauen, ob sie wieder zurückwich. Er musste wissen, was es war, wenn kein Begehren.
So Zarrah es also zuließ - und Syn ging davon aus, denn nur beim ersten Mal hatte sie sich vehement mit ihrer scharfen Klinge gewehrt - legte er seine Lippen an die ihren, sanft und anders als bei seinen üblichen Küssen. Es fehlte die Emotion, die er in den Wäldern vor ihrer Ankunft beim 'Gejagten Eber' hinein gelegt hatte. Aber er wollte nun auch keine Dankbarkeit zum Ausdruck bringen. Neugier betrat die Bühne und machte sie sich zu eigen. Das schmälerte die fast unbeholfene Echtheit dieses zweiten Kusses jedoch nicht. Ein Kuss, der nach dem Warum fragte. Warum war Syn hier? Was erwartete Zarrah von ihm? Dass er ihre Regeln befolgte - ha! Dafür brauchte sie nicht das weiße Kaninchen, das angeblich so viel mehr sein konnte. Aber was? Was sollte er sein?
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Re: Alles hat seinen Preis..

Beitrag von Raz'ulak der Furchtlose » Freitag 18. August 2023, 10:41

Wie schön es doch war unter Wasser die Zeit vergessen zu können...
Und dann fand man beim Flusskrebse sammeln auch noch so tolle Sachen!
Nur womit transportiere ich sie, ohne, dass sie mich kneifen?
Razag war nur mit einem Speer und seinem Lendentuch bekleidet ins Wasser gegangen. Also mussten Teile seiner Unterbuchse kurzerhand als Reuse her halten. Er riss sich einfach Streifen von den Beinen, da der Stoff bis übers Knie reichte und verkürzte so das Kleidungsstück, bis nur noch ein 'knackiges' Höschen übrig blieb. Dadurch hatte er aber genug Stoff gewonnen um noch die Ladung zappelnder Krebse sicher zu verstauen.
Die werden köstlich schmecken, wenn man sie kurz in die Glut legt...
Dann machte er sich an die Bergung des Fundes am Flussgrund.
...
„Razag! Ich habe mir schon Sorgen gemacht!“
Cris Blick traf ihn voller Sorge.
Sie sorgt sich um mich???...
Fast hätte der Ork seinen Fund vom Grund des Flusses achtlos fallen gelassen. Er glitt ihm sogar ein Stück aus der Hand, aber er Reiz der Bewegung sorgte dafür, dass Raz seine Finger automatisch zur Faust ballte. Keine Waffe entglitt je seiner Hand. Aber die Tatsache, dass seine kleine Heilerin sich um ihn gesorgt hatte, füllt sein Herz mit etwas, dass er kaum erfassen konnte. Er musste zufassen um diesen Moment festzuhalten. Dann hoben sich sein Mundwinkel und er grinste etwas frech.
„Du hättest mich ja auch suchen kommen können...“
Oh Götter ..flirte ich etwa???
„Das Wasser war wunderbar, da bin ich wohl länger... und ich hab noch was für dich...äh, uns. Hier.“
Er reichte ihr das 'Unterhosen-Flusskrebs-Knäuel'.
„Leg sie am besten zum Schluss in die Glut. Die brauchen nur ganz kurz zum Garen.“
Cris wartete, bis der Ork ganz aus dem Wasser trat und starrte auf das Ding in seiner Pranke. Raz folgte ihrem Blick.
...ach ja. Da war ja was... Der Zahnstocher.
Im Vergleich zum Ork und besaß es für jenen kaum Gewicht. Trotzdem spürte Razag, dass er etwas in der Hand hielt.
„Was ist das?...Ein Schwert?...Sieht… seltsam aus!“
Razag hob seine Hand und hielt das Ding quer vor sich, so wie man seinem Herrn seine Waffe präsentierte. Das Helft ruhte dabei in seiner Rechten und die Klinge glatt auf der Haut seines linken vorgesteckten Unterarms. Er nickte langsam und betrachtete es intensiv. Es war ein pechschwarzes Schwert mit einem sehr dünnen Griff, der leicht gewellt war und doch so gut hergestellt, dass sich selbst die breiten Orkfinger in die Vertiefungen schmiegten, um einen guten Halt zu gewährleisten.
Fühlt sich gut an...
Die Parierstange links und rechts, schützte vor Verletzungen, wenn nötig. Auch diese sahen merkwürdig aus, wie knorrige Äste, oder…
Knochen?
Auch die Klinge, die mit kleinen Zacken über die gesamte Länge aufwartete und in einer gebogenen Spitze endete war aus demselben Material.
Alles wie aus einem Guss...
Ob Knochen oder Äste, so oder so sah dieses Schwert nicht normal aus. Aber es gefiel dem Ork. Der Stil war martialisch und würde schön-grässliche Wunden reißen, denn unterhalb des Kreuzes gingen noch jeweils drei Dornen ab, die mit silberner Spitzen veredelt waren. Umwickelt waren Kreuz und Heft mit schwarzem Leder, das silberne Ränder besaß. Razag spürte, dass das Schwert, obwohl augenscheinlich nicht für einen Ork gemacht, aber hervorragend in der Hand lag. Für seine Größe war es eher ein Kurzschwert, für Syn ein normales und für Cris ein Zweihänder. Aber so oder so... es gehörte ihm nicht.
Du siehst nicht nach einem Zahnstocher aus. Man sollte dir einen anderen Namen geben...
Raz sah zu Zarrah und entdecke den Rammler bei ihr. Sie unterhielten sich scheinbar und so wollte er noch nicht stören. Raz wog die Klinge und legte sie mit der flachen Seite der Klinge auf sein Handgelenk. Es blieb im Gleichgewicht. Es hatte eine perfekte Balance und auch wenn er es mit allen Mitteln versuchen würde – es würde sich nicht biegen oder brechen lassen...aber warum sollte er so auch so etwas dummes tun. Dieser Fund war etwas besonderes. Dieses Schwert besaß zudem nicht mal ansatzweise Spuren der Zeit, trotz seiner misslichen Lage auf dem Grund des Ilfar. Es hatte weder Knabberspuren von etwaigen Tieren, noch hatte es Tang angesetzt, wie es sollte. Es wirkte wie frisch geschmiedet, also würde es auch nicht einfach brechen, wenn es jetzt schon so... 'magisch' wirkte. Allein der Gedanke ließ Razags Nacken kribbeln.
Merkwürdig...
Orks hatten es grundsätzlich nicht so mit Magie, also betrachtete er es gerade ein bisschen skeptisch. Trotzdem war es eine schöne Klinge und wie jede Waffe die nicht zum Schmücken gedacht war, so dürstete sie nach Blut.
„...trink meine Schöne. Du hattest lange nichts mehr...“
, murmelt er leise. Er ließ die Klinge sein Blut kosten und strich dafür einmal sehr sanft an ihr entlang. Ein feiner Schnitt zog sich über seine Haut seitlich seines Handballens, als teste er die Schärfe. Erst wirkte es, als wäre es nur ein kleiner Ratscher, doch dann quoll das Blut daraus hervor und unterstrich, wie scharf die Klinge dieses seltsamen Schwertes war. Razag spürte noch etwas anderes: Ein Kopfschmerz bemächtigte sich seiner. Stechend, klopfend und für eine Sekunde unerträglich. Er kniff kurz die Augen zusammen. Dann war alles vorbei.
Du warst aber sehr hungrig.
Ein warmes Gefühl flutete die verletzte Stelle und lenkte seine Aufmerksamkeit auf die Heilerin an seiner Seite.
Cris...
Sie heilte seine Wunde und strich zärtlich darüber, als von einem Schnitt nichts mehr zu sehen war. Wie aus einem Traum erwacht, sah er sie an.
„Besser?“
, fragte Cris und hob den Blick. Er nickte. Sie lächelte und ließ dann ihren Blick wieder auf das Schwert wandern.
„Seltsames Ding... Irgendwie unheimlich.“
, murmelte sie gedankenverloren, bevor sie wieder zu Razag sah, seinen Arm umfasste und ihn mit sich zog.
Was bist du...?
„Komm, der Fisch ist fertig gewürzt und darf aufs Feuer.“
Doch Razag spürte, dass dieses Schwert nicht unheimlich war… Es war einzigartig und fühlte sich gut an in seiner Hand. Als wäre es für eben jene Pranke geschmiedet worden. Als gehörte es zu ihm.
„Hm wie nenne ich dich? Ich nenne sie... Flußnadel! Ja.“
Dann zuckte er zusammen.
Das geht nicht.
Es gehörte ihm nicht. Er war der Sklave, sie die Herrin. Er hatte etwas gefunden und sie musste entscheiden, was damit geschah. Er sah zu Zarrah und wie Syn sie gerade küsste. Dann wieder auf die schwarze Klinge.
Ich zeig es ihr später. Sie wird entscheiden, was damit geschehen soll.
Er sah noch einmal zu den beiden.
Sie wird es sicher Syn schenken. …
Ein Anflug von... nein. Da war es schon weg. Seine Finger streichelten nur noch liebevoll die Blutrinne der schwarzen Klinge.
… es passt gut zu ihm... oder zu ihr selbst. Flußnadel, du bist nicht für Orks gemacht. Aber ich habe dich gefunden und dich zuerst gefüttert. Vergiss mich nicht und leiste gute Dienste.
Razag 'sprach' in Gedanken so liebevoll mit dem kleinen Schwert, dass sein Anblick dabei vielleicht ein wenig merkwürdig anmutete. Die Klinge hatte keine Scheide und das durchgehend schwarze Material, sowie der Stil passten gut zu ihm. Trotzdem war 'FuNaddel' vielleicht doch ein bisschen zu klein für seine Masse. Was aber die beiden gemeinsam hatten, das war ihre Blutgier. Das hatte Razag instinktiv erkannt. Eine solche Klinge musste regelmäßig gefüttert werden, sonst fraß sie seinen Träger. Magie und magische Artefakte verlangten immer ihren Preis.
Sobald Zarrah nicht mehr mit Syn herumknutschte, stand er auf, ging zu ihnen und stellte sich räuspernd dazu:
„Herrin... ich habe sie...ich habe da etwas im Fluss gefunden. Sie selbst.“
Und so hielt er die dunkle Klinge der Dunklen entgegen um sie seiner Herrin zu präsentieren.
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Re: Alles hat seinen Preis..

Beitrag von Erzähler » Samstag 19. August 2023, 20:42

Schwimmen war wie atmen für Razag. Das Wasser nährte seinen Körper aber auch seine Seele. Wenn Wasser seine Haut berührte, war es, als blühe er zum erneuten Leben auf. Dass ausgerechnet ein Ork so viel übrig hatte für das flüssige Element, war doch ungewöhnlich. Aber Razag spürte die tiefe Verbindung und genoss sie einfach. Warum alles erklären müssen? Razag lebte und das so, als wäre morgen sein letztes Gefecht. Nun… nicht ganz so, denn sonst würde er Crystin gewiss erzählen, was er empfand. Er würde sie überschwänglich küssen, um ihr zu beweisen, dass er sie mochte und nur sie es bisher geschafft hatte, dieses große Herz nachhaltig einzunehmen. Jetzt jedoch musste er erstmal damit klarkommen, dass sie sich um ihn Sorgen gemacht hatte. Mit dem Fund in der Hand, starrte er Crys an und sie lächelte zu ihm hinauf. Er erwiderte neckisch: „Du hättest mich ja auch suchen kommen können...“ Von seiner eigenen Courage erschrocken, verstummte er und Crys‘ Lächeln wurde etwas inniger. „Oh, ich kann besser kochen als schwimmen, sonst wäre ich schon längst im Wasser.“, erwiderte sie und sah einen Moment sehnsüchtig auf den Fluss „ich kann nicht schwimmen“, offenbarte sie eine Schwäche, ehe sie sich auf den Fund in seiner Hand konzentrierte. Razag spürte, welch Schönheit er da gefunden hatte. Und ausnahmsweise meinte er nicht Crystin damit. Das schwarze Knochenschwert war perfekt ausbalanciert und schmiegte sich trotz der Zartheit hervorragend an seinen Träger. Wer es findet, darf es behalten. So war es schon immer, doch Razag wusste, dass es nicht ihm gehörte. Nun…, jedenfalls in dieser Hierarchie, in der er lebte. Er war nur der Sklave. Besitz gab es für keinen von ihnen. Und so sah er wehmütig zu Zarrah, seiner Herrin und Synnover. Beide schienen noch abgelenkt zu sein, weshalb er prüfte, ob die Klinge scharf war. Oh, und wie sie das war. Crys heilte den Schnitt an seinem Finger, doch das eigentliche Gefühl blieb: Dieses Schwert hatte Hunger. Und er würde es zum Festmahl führen. Razag spürte, dass er es gern ausprobieren wollte. Dass er es schwingen und durch die Körper zahlreicher Feinde ziehen wollte. Und er taufte das Schwert. Denn es war seins. „Flussnadel“, sollte es heißen. Aber ein erneuter Blick zu Zarrah verleidete ihm auch das. Sie musste entscheiden, was damit geschah. Dabei passte es so gut zu ihm. Und er hatte das Schwert mit seinem Blut gefüttert… Razag widerstand dem zwickenden Gefühl, dass er das Schwert eigentlich nicht wieder hergeben wollte. Pflichtbewusst strebte er den Weg zu seiner Herrin an, während Crystin sich wieder um das Essen kümmerte.

Synnover musste erkennen, dass Zarrah ihn immer wieder überraschte. Er kannte sich aus in der Welt der Sklaven und war darin zum Meister geworden. Er las seine Besitzer wie andere faustdicke Bücher und doch… doch konnte er nur ungläubig schnauben, als sie meinte, nicht um seine Gunst zu buhlen. Sagte sie das wirklich? So lief das aber nicht ab! Sie tauschten einen Blick miteinander, den Zarrah ruhig erwiderte. Sie meinte, was sie sagte. Aber er konnte nicht verstehen, wie es dazu kommen konnte. "Die Gunst seiner Herrschaft zu verlieren, bedeutet das Ende.", sprach er frei und Zarrah senkte den Blick. „Richtig.“, murmelte sie nur. Syn aber konnte die folgenden Worte nicht glauben. Machte sie sich etwa lustig? Sie sah aber nicht so aus. Kein hintergründiges Blitzen in den Augen, kein amüsiertes Gegackere vor aller Augen. Wahrheit. Ein Luxus, den sich Syn wohl erst seit kurzem ab und an gönnte. Syn brauchte einen Moment, bevor er sich vorneigte und eine Hand hob. Prüfend wanderte der dunkelgrüne Blick daran empor, bis sie ihn fragend musterte. Trotzdem hielt sie inne und er konnte ihr die Hand auf die Augen legen. "Schau hin, Herrin. Sag mir, was du siehst.“ Er konnte ihre Wimpern an seiner Fingerhaut spüren, wie sie sich an den Lidern bewegten. Sie wussten beide, dass sie nichts sehen konnte. "Was du siehst, ist alles, was einem Sklaven gehört. Es ist nicht erlaubt, etwas zu besitzen. Was uns zur Verfügung gestellt wird, sind ... Ausstattung, um uns auszustaffieren. Nichts davon gehört uns. Gar nichts.“ Sie hörte ihm zu und blickte durch seine Finger hindurch. "Aber ich bin anders. Ich bin privilegiert. Ich habe etwas, das mir gehört. Nur mir allein. Niemand weiß davon, niemand kennt es und ich werde es niemanden benutzen lassen. Niemals. Was mir allein gehört, nehme ich mit in den Tod." Sie beobachtete den Weißhaarigen eingehend. Er gab sich der weiten Freiheit des Himmels hin und spürte die Sehnsucht in sich. Da draußen lag eine ungekannte Freiheit, die nach ihm leise zu rufen schien. Zarrah hatte den Grundstein gelegt und führte ihn auf einen neuen Weg. Alte Ketten wollten nicht mehr halten und doch brauchte er sie noch, damit er sich sicher fühlte. Allerdings schwieg Zarrah auf die Worte, die er sprach. Auch sie konnte beobachten und abheften. Auch sie war darin eine Meisterin geworden. Allerdings bekam seine Theorie langsam Risse. Die Dunkelelfe verhielt sich nicht üblich. Sie ging ihn weder an, noch knallte die Peitsche. Auch wollte sie nicht ständig von ihm bestiegen werden. Selbst jetzt, wo er ihr immer wieder nahekam, blieb sie augenscheinlich ruhig. Was war es also, dass sie in ihm sah? Was wollte sie von ihm? Er musste es wissen… er musste es herausfinden. Und so neigte er sich vor. Wieder mal.
Zarrah blickte Syn aus abwartenden Augen an und hielt still. Sie bewegte sich nicht, zuckte nicht zurück, kam ihm aber auch nicht entgegen. Seine Lippen berührten die ihren und auch wenn darin kein ehrlich empfundener Dank lag, war es doch auch nicht einstudiert. Zarrah wartete.
Einige Sekunden verstrichen, dann aber konnte Syn spüren, wie sich die Lippen der Elfe erweichten und leicht öffneten. Nur eine halbe Sekunde lang konnte Syn einen erwiderten Druck auf seine Lippen spüren, doch bevor es überhaupt richtig zum Erwidern kommen konnte, schob Zarrah ihre Finger zwischen ihren und seinen Mund. Sanft legte sie ihm ihre Fingerkuppen auf die Lippen, ehe sie eine Sekunde der Schwäche zeigte. Zarrah schloss die Augen und… seufzte. Dann aber kehrte eben jene Mimik zurück, die Synnover gewohnt war. Sie ließ die Hand sinken und schüttelte leicht den Kopf. „Nicht. Du musst das nicht tun Syn. Du bist längst kein Sklave mehr.“, offenbarte sie und wandte, ob einer Bewegung im Augenwinkel, den Blick. „Herrin... ich habe sie...ich habe da etwas im Fluss gefunden. Sieh selbst.“, hörten sie Razag sagen und seine Stimme ließ sie aufstehen. Razag hatte gewiss ihren letzten Satz an Syn hören können, doch jetzt lag der Fokus auf dem Fundstück. „Du hast das im Fluss gefunden?“, hakte sie nach und hielt den Blick auf die Waffe gerichtet. Ihre Stirn furchte sich und sie griff danach. Oder besser… wollte danach greifen.

Razag aber spürte, dass er das Schwert nicht hergeben wollte. Er spürte, dass er es verteidigen und beschützen wollte. Es war seins. ‚Flussnadel‘ hatte von seinem Blut getrunken. Es gehörte zu ihm. Die Elfe berührte das Schwert nicht. Sie zog ihre Finger wieder zurück und warf Razag einen Blick zu. „Das Schwert wurde in Morgeria gefertigt. Es besteht aus gehärteten Knochen und … wurde eingefärbt…“, murmelte sie, als hätte sie es bereits schon mal gesehen. „Nur äußerst einflussreiche Familien erhalten ein solches Stück.“, erklärte sie weiter und sah Razag prüfend an, bevor ihr Blick zum Fluss wanderte. Inzwischen begann es tatsächlich zu dämmern und die Sonne sank zum Horizont. „Wie auch immer es hierher gelangt ist,“ sprach sie weiter und betrachtete kurz Crystin, die sich inzwischen um die Flusskrebse aus der Unterhose von Razag kümmerte und von all den gewichtigen Themen nichts mitbekam. „Behalte es, Razag. Es gehört dir.“, sagte sie und wandte kurz den Blick. Die dunkelgrünen Augen ruhten für einen Moment länger auf dem Ork. Als ob sie ihn prüfen wollte. Dann rutschte der Blick zu Synnover. „Kommt. Ich muss euch etwas sagen.“, meinte sie und wartete nicht, dass sie folgten. Sie ging hinunter zu Crystin und wartete dort, dass die Männer nachkamen. „Essen ist gleich fertig, Leute – ich habe die leckeren Flusskrebse—Was ist denn los?“, fragte Crys, die die seltsame Stimmung auffasste. Erst dann baute sich die schlanke Elfe vor den anderen auf und betrachtete jeden von ihnen. „Ihr seid als Sklaven im schwarzen Kolosseum gestorben.“, sagte sie und verschränkte die Arme vor der Brust. „Als ich euch fand, wart ihr dem Tod näher als dem Leben. Ich ließ euch in die unterirdischen Gänge bringen und Crystin euch behandeln. Ich wies sie an, ihre Magie nicht zu nutzen, um ein Druckmittel zu haben.“, räumte sie ein und erzählte es mit einer enervierenden Ruhe. Ein Blick zu Crystin aber ließ jene stutzen. „Du meinst…?“, fragte die Heilerin überrascht und als Zarrah nickte, sah sie zu Synnover. Dann kam sie auf den Menschen zu und positionierte sich vor ihm. Crystin schloss die Augen und griff nach Syn’s Hand. Sofort spürte er dieses warme Kribbeln und wie es sich in seinem Körper ausbreitete. Und plötzlich bemerkte er eine neue Stärke in sich. Sie heilte ihn. Zarrah wartete kurz, ehe sie weitersprach. „Ich aber bin nicht eure Herrin.“, offenbarte sie und wandte den Blick ab. Sie hatte die näherkommenden Geräusche gehört und sah demjenigen entgegen, der sich langsam näherte. „Ich bin jemand, der eure Hilfe braucht und sie als Gegenleistung für meine erbittet.“, schloss sie diesen Moment der Wahrheit und wandte sich dann dem Neuankömmling zu.

Er fuhr auf dem Fluss auf einem Floß und führte an einem Seil ein zweites mit sich. Der Mann war ein Dunkelelf, ganz ohne Zweifel. Er lächelte, als er Zarrah sah und hob die Hand zum Gruß. Der Dunkle besaß schwarze Augen, schwarze Haare und schwarze Kleidung. Er hatte einen trainierten Körper, der irgendwo zwischen Syn’s Athletik und Razag’s Kraft pendelte. Behände und elegant wirkte er, als er ans Ufer sprang und die Flöße anhielt. „Welch Augenweide!“, verneigte er sich vor der Nachtklinge und umarmte sie dann ganz selbstverständlich. Zarrah nickte ihm zu, lächelte jedoch nicht. Die Wahrheit, die sie soeben offenbart hatte, konnte Probleme bedeuten. Dessen war sie sich bewusst. Und doch hatte sie sowohl Razag als auch Syn soeben mitgeteilt, dass sie nicht ihre Sklaven waren. Und sie hatte sich das Druckmittel nehmen lassen, indem Crys auch Syn heilte. Nun war er wieder schön, wie eh und je. Und sein Arm kribbelte nicht mehr. Crystin aber biss sich auf der Unterlippe herum und beobachtete Zarrah. Sie wirkte nachdenklich seit den wahren Worten und ihre Stirn furchte sich sorgenvoll. Die Elfe besprach etwas mit ihrem Kontaktmann und er lachte. Immer wieder fasste er sie an der Schulter oder am Arm und wirkte ohnehin sehr vertraut. Zarrah hingegen schien lediglich geschäftliches zu besprechen. Dann aber wandte sich der Dunkle an die anderen, indem er Zarrah eine Hand auf den Rücken legte und sie zu der Gruppe schob. „Das sind sie also? Deine Unerschrockenen? Gestatten? Saqir. Schlicht und einfach!“, er lächelte charmant und offenbarte, das er bedeutend viel Charisma hatte. Er hauchte Crystin einen Handkuss auf und neigte höflich den Kopf bei Razag. „Meine Güte – welch Prachtkörper von einem Ork!“, schmeichelte er und sah auf das Schwert. „Eures?“, fragte er und in seinem Blick glomm etwas auf. „Welch schönes Stück… Passend für euch!“, schnurrte er und ließ seinen dunklen Blick zu Syn wandern. „Und ihr… Ein Geschenk der Götter – nicht wahr?“, auch bei ihm verneigte er sich. „Wunderbar.“, befand er und wandte sich abermals an Zarrah. „Wie ich sehe, komme ich zum Essen genau recht.“, schürzte er die Lippen und war schon drauf und dran, sich an das Feuer zu setzen….
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Re: Alles hat seinen Preis..

Beitrag von Synnover » Samstag 19. August 2023, 23:39

Zarrah war mindestens so verwirrend wie diese neue Welt, in die man ihn unfreiwillig hinein gestoßen hatte. Sie gefiel ihm, das musste er zugeben. Sie bot viel Unbekanntes und nicht zuletzt konnte Syn von den Wipfeln der Bäume aus einen viel weiteren, viel blaueren, schöneren Himmel bewundern als vom Anwesen der Nachtklingen aus. Das Haus besaß zwar viele Balkone und die gotischen Fenster waren größer als jeder Ork, doch entweder zierten sie Buntglasbilder, die gar keinen Blick auf den Himmel zuließen oder sie waren vergittert. Die Aussicht von Ballustraden und Balkonen bot eher eine Sicht auf Morgeria. Den Blick nach oben versperrten Dächer und Türme anderer Adelshäuser. Die Stadt selbst hatte Syn niemals verlassen. Er hatte noch keinen Fuß in die Tote Ebene gesetzt. Somit war ihm die Weite des Himmels über dieser Einöde auch nicht bekannt. Zwischen den Straßen ließ er sich nur noch schwerer entdecken. Am liebsten waren ihm daher die Kämpfe in der Schwarzen Arena gewesen. Manchmal, bevor das Spektakel losging, war ihm ein Blick nicht in die Reihen der Zuschauer, sondern einfach nach oben vergönnt. Der Himmel der Schwarzen Arena war so rund geschnitten gewesen wie der Sandkreis, in dem er gekämpft hatte. Er hatte sich oft vorgestellt, dass ein tödlicher Fehler bedeuten würde, dass sein letzter Blick dem nach oben galt und das hatte ihm ein wenig die Angst genommen. Aber was Zarrah ihm nun zeigte, war mit seinen Erfahrungen in Morgeria nicht zu vergleichen. Weder in Bezug auf den Himmel, noch auf sie selbst. Schließlich behauptete sie - als seine Herrin! - nicht nach seiner Gunst zu buhlen. Als hätte das überhaupt irgendwann jemand ernsthaft getan. Natürlich warfen andere ihm Blicke nach. Dafür war er da. Deshalb schleppte Yolintha ihn überall hin mit. Er sollte gesehen, angehimmelt und dann erkauft werden, damit sich daraus Vorteile für die Nachtklingen ergaben. Man buhlte aber auch dort nicht um seine Gunst, genauso wenig wie man auf dem Markt ein Stück Ware versuchte, für sich zu gewinnen anstatt den Händler, der es anbot. Auf dem morgerianischen Gabentisch war Synnover stets nur ein Stück Fleisch gewesen. Jeder wollte mal probieren von der saftigen Haut, dem zarten Fleisch und so reichte man ihn weiter. Eines Tages würde er entweder abgenagt oder verfault sein. Alles in allem wäre er irgendwann zu uninteressant für die noblen Damen und Herren. Deshalb war er es, der mit Verführungskünsten, geschicktem Augenaufschlag und einem wohl platzierten Lächeln stets auf sich aufmerksam machen musste. Und bei Zarrah schlug es immer fehl! Aber sie beschrieb es, als sei sie darauf aus, Punkte bei ihm zu sammeln ... oder eben nicht. Es war sehr verwirrend. Fest stand jedoch eines: Wenn man die Gunst seiner Herrschaft verlor, konnte man nur noch mit einem baldigen Ende rechnen.
"Richtig."
Syn besaß nicht das feine Gehör, das den Elfenvölkern vorbehalten war, aber er saß so dicht bei Zarrah, dass er ihr Gemurmel durchaus hören konnte. Er musterte sie, betrachtete ihren gesenkten Kopf. Er erinnerte sich an die Szene zwischen ihr und Karrish, die er heimlich hatte beobachten können. In den unterirdischen Höhlen, als sein Herr der jüngeren Schwester auf so seltsam bedrohliche Art näher gekommen war.
Plötzlich war es Synnover, der Zarrah nahe kam. Er suchte einen Weg, in ihr zu lesen und der einzige Moment, in dem sie sich noch einmal mehr anders verhalten hatte, war der Kuss im Wald. Gewiss zählte auch ihr gemeines Beisammensein hinzu! Zarrah hatte sich ausgiebig leidenschaftlich verhalten, dass in ihren Smaragdaugen echtes Feuer gebrannt hatte, aber er konnte sie nun nicht hier im halb offenen Feld verführen, um Antworten zu erhalten. Soweit schätzte er sie wohl richtig ein, dass Körperlichkeiten dieser Art intim und zu zweit blieben. Razag und Crystin sollten nichts mitkriegen. Dabei war es gerade das Kaninchen, das nicht bemerkte, wie der Ork im Fluss in seinem Rücken schon viel zu lange einen Tauchgang machte und die Heilkundige langsam nervös wurde. Syn konzentrierte sie einzig und allein gerade auf Zarrah. Er näherte sich ihr so nahe an, bis nur noch ein Ausatmen fehlte, um sie zu küssen. Er tat es, sie wehrte sich nicht. Aber sie lässt es auch nur zu. Syn sammelte die Informationen, die er bekommen konnte, doch wieviel Hingabe er auch in seine streichelnden Lippen legte, es führte nicht zum Erfolg. Kurz glaubte er, sie öffnete sich ihm endlich, bereit es zu erwidern, aber dann schoben sich nur ihre Finger zwischen die Lippenpaare und drückten ihn sanft zurück.
Fast schon enttäuscht zog sich das Kaninchen zurück. Dann aber bemerkte es, wie Zarrah die Augen schloss und .. seufzte. Er lächelte knapp. Sie nicht. Sie schüttelte nur den Kopf. "Du musst das nicht tun, Syn. Du bist längst kein Sklave mehr."
...................................................
Razags Null-Linie war ein Virus und es breitete sich aus. Syn glotzte Zarrah mit dem leeren Blick eines Gänseblümchens gen Sonne an, als diese verschwand, weil der aufziehende Orkan einen meilenweiten Schatten über das Gebiet warf und mit höhnischem Blick das Blümchen fragte, ob es nun versuchten wollte, wegzulaufen. Er fand nicht einmal genug Muskelkraft, um zu blinzeln, aber Zarrah widmete ihm schon keine Aufmerksamkeit mehr.
Razag näherte sich und präsentierte ihr einen Fund. Syn stellte fest, dass sein Kopf zur Seite wanderte und er die dunkle Klinge musterte, ohne sie wirklich zu sehen. Er begriff nicht, was der Ork seiner Herrin da präsentierte. Seiner Herrin? Aber wenn er kein Sklave mehr war, dann...
Dumpf nur drang das Gespräch zu ihm durch, das Zarrah nun mit Razag führte. Es erreichte ihn kaum, bis sie dem Ork gegenüber Worte aussprach, die mindestens so scharf zu ihm durchdrangen wie die Schneide der Klinge durch Razags Haut. "Behalte es, Razag. Es gehört dir."
"Aber ... Sklaven gehört nichts...", brabbelte Syn mechanisch. Er begriff noch nicht und Zarrah bemerkte es nicht nur an ihm. Hatte sie dem Ork Stunden zuvor nicht erst noch den Ratschlag gegenem, offen und direkter zu sprechen, so setzte sie es nun auch für sich um. Ihre Begleiter mussten endlich eines begreifen und so forderte sie beide Männer auf, ihr zu Crystin zurück zu folgen. Diese hatte sich mit den Flusskrebsen auseinander gesetzt und bereits jetzt waberte ein angenehm köstlicher Duft vom Feuer her in die Umgebung, deren Abendlicht langsam alles in Schatten und rotgoldenen Schein tauchte. Syn konnte weder diesen naturellen Anblick genießen, noch die liebliche Stille, die sich erneut über die Lichtung am Fluss legte. Er war Zarrah ohne Zögern gefolgt, aber seine Bewegungen besaßen die Geschmeidigkeit eines kantigen Holzklotzes, den man ungehobelt an einer Schubkarre befestigte und sich erhoffte, ein eckiger Klumpen Holz wäre DIE weltgrößte Erfindung der Schöpfungsgeschichte der Völker. So stand er auch reglos neben Razag und bei Crystin, blickte Zarrah leer an, als hätte sich sein Denken eingestellt.
"Ihr seid als Sklaven im Schwarzen Kolosseum gestorben." Das wirkte. Syn zuckte zusammen und schon war dei Aufmerksamkeit zurück. Er widmete sie ganz Zarrahs Vortrag. "Als ich euch fand, wart ihr dem Tod näher als dem Leben." Ich war der Letzte, der stand..., meldete sich sein Stolz. Zarrah sollte seinen Sieg bloß nicht herunterspielen. Er hatte gesiegt. Er war der Überlebende des Triells der Giganten. Nein, das stimmte nicht, denn nach wie vor wollte ein gewisser Ork einfach nicht sterben. Aber er war der Letzte, der stand. Er hatte durchgehalten. Er war nicht gestorben! Er...
Crystin kam auf ihn zu und beinahe hätte Syn sich zu ihr niedergekniet. Zu der kleinen Heilerin, die in der Rangfolge doch einige Stufen über ihm stand. Durch seinen Körper ging ein Ruck und aufmerksame Beobachter könnten diesen Schluss ziehen. Aber Syn blieb stehen, auch weil Crystin nach seiner Hand griff. Er schaute von der Braungelockten zu Zarrah herüber und dann weiteten sich seine Augen. Sein Mund öffnete sich ein Stück, als diese balsamartige Wärme von seinem Körper Besitz ergriff. Sie kribbelte in seinen Fingerkuppen, wanderte weiter bis in sein Gesicht hinauf und hinterließ dort Tausend lichtgeküsste Versprechen von Mutterliebe, dass ihm die Tränen in die Augen steigen wollten. Und gerade, als Synnover den Griff um seine Hand durch eigenen festigte, gerade als ihm eine der verräterischen Glückstränen die Wange herab rinnen wollte, da ließen ihn erneut Worte erstarren.
"Ich aber bin nicht eure Herrin."
Das Kaninchen ließ Crystins Hand los. Es war nicht schlimm, denn er war endlich wieder vollends hergestellt. Davon konnte er sich nur noch kein Bild machen, denn er starrte Zarrah an. Ich muss nichts tun, was die Herrschaft von mir erwartet ... kein Sklave mehr ... sie ist nicht meine Herrin... Wir ... Er schaute mit großen, verständnislosen Augen zu Razag hinauf. "Wir ... sind frei?" Schauer liefen ihm über den Rücken und er konnte nicht sagen, ob sie ihm angenehm waren oder nicht. Er konnte nicht einordnen, was das nun bedeutete. Vor allem aber erhielt er keine Möglichkeit, es ruhig zu verarbeiten oder Fragen zu stellen.
Plötzlich näherte sich jemand auf dem Gewässer. Syn starrte von einem Ork, über eine Herrin hinweg, die keine mehr war bis zu diesem Dunkelelfen, der auf Holz fuhr - auf dem Wasser! Wie nannte man es, wenn selbst die razag'sche Null-Linie im Nichts verschwand. Syn reagierte nicht. Sein Körper sandte ihm Signale, aber sein Verstand setzte aus. Er guckte, rührte sich nicht und sammelte die Bilder einer Zarrah, welche sich überschwänglich von einem fremden Dunkelelfen begrüßen ließ. Einer, der irgendwie ... nett wirkte. Er besaß einen Charme, den Syn nur von sich selbst kannte. Er nannte sich Saqir und hatte keine Scheu, sich sogar den Sklaven einzeln nacheinander vorzustellen.
Wir sind keine Sklaven mehr...
Als er Crystin ansprach, ertappte Syn sich, dass er nach der Schulter der jungen Frau gegriffen hatte und sich festhielt. Er zog sie an sich heran wie einen Besitz. Nein, wie eine kleine Schwester, die man mit niemandem teilen wollte. Seine Finger kribbelten nicht mehr, wenn er Druck ausübte. Syn bemerkte es nicht. Da musste erst Saqir kommen und sich an ihn direkt wenden. "Und Ihr ... ein Geschenk der Götter, nicht wahr?"
"Nein, ich bin nur ein Skl..." Er verstummte, ließ den Blick langsam zu Zarrah herüber wandern. Endlich sickerte die Information in seinen Geist hinein. Deshalb sprach der fremde Elf ihn so höflich an und nicht von oben herab. Er war mit einem Mal frei, gleichgestellt. Und Zarrah schien keine Erwartungen zu haben, dass er sich mit gleichem Charme bei Saqir bemühte, um den Nachtklingen einen Vorteil zu verschaffen. Jedenfalls fand das Kaninchen auch jetzt keine eindeutigen Signale in der Mimik seiner Herrin - seiner Begleiterin, die seine Hilfe benötigte!
Synnover keuchte auf und fuhr sich in einer Reflexhandlung mit den Fingern über das Gesicht. Er fühlte nichts. Keine Schnitte, keine Kratzer. Die Finger kribbelten nicht. Langsam senkte er seine Linke wieder und blickte darauf herab. Crystin hatte ihn mit dieser göttgleichen Kraft geheilt und s fühlte sich auch jetzt noch angenehm warm an. Er war wieder vollständig. Er war kein Sklave mehr. Er war ... frei?
"Ich brauch ... frische Luft", plapperte er eine Ausrede, um sich von der Gruppe zu lösen. Als gäbe es nicht genau das reichlich, doch Syn ließ sich nicht aufhalten, solange sich ihm nun niemand in den Weg stellte. Er wanderte ein Stück weit zwischen die Bäume. Er konnte das tun, denn er musste nichts mehr tun. Diese und alle anderen Aussagen Zarrahs kreisten durch seinen Geist, als er irgendwann anhielt und sich umblickte. Bäume, überall nur Bäume, Sträucher und Blumen, die langsam im Abendlicht ihre Farben mit Gewändern aus Grau tauschten. Es war bereits schwieriger, in dem Dämmerlicht etwas auszumachen. Syn schaute sich dennoch um.
"Ich bin kein Sklave mehr", wiederholte er für sich, noch immer im Versuch zu begreifen. Dann schüttelte er den Kopf. "Nein, sie sagte ... sie ... ist nicht mehr unsere Herrin. Aber was ist mit Yolintha? Mit Karrish?" Wenn sie nur erfahren, dass ich noch lebe... Er müsste nur zu ihnen zurückkehren und sich präsentieren. Es wäre so einfach, nicht wahr? Vielleicht empfingen sie ihn auch mit offenen Armen, beschenkten ihn reich und er erhielt endlich sein wohlverdientes Zimmer. Buhlten sie um seine Gunst?
Sein Blick wanderte über die Schulter zurück, dann nach vorn, als er in den Ästen über sich ein paar Vögel bemerkte. Syn öffnete seine Linke, verkrampfte die Finger wie zu einer Kralle und raunte entschlossen: "Atemnot!" Anschließend zog er die Finger zusammen, ballte sie zur Faust. Ein Vogel stürzte ins Dickicht wie ein Stein. Die anderen flogen davon. Keine zuckenden Schübe, die wie Blitze aus seinen Fingern schossen. Er hatte nur das angepeilte Opfer erwischt und nicht mehrere wie bei den Ratten. Er war wiederhergestellt. Er konnte kämpfen und ... und rennen ... Zu Karrish. Nach Hause.
Es wäre so einfach, denn ihn band nichts mehr an Zarrah'lindae. Sie hatte die Ketten gelöst, von sich aus. Sie war nicht mehr seine Herrin. Er musste das hier nicht tun. Er könnte einfach gehen und in eine Welt zurückkehren, die ihm vertraut wäre. Eine Welt, von der er die Regeln nicht nur kannte, sondern auch zu seinem Zweck zu manipulieren verstand. Plötzlich wandte er sich halb um, blickte in Richtung des Flusses zurück. Zu meinem Zweck? Indem ich Bücher lese, die sich mir offen in den Weg legen? Indem ich den Himmel nur durch Buntglas- oder Gitterfenster sehe?
Er schaute sich um. Er musste das nicht tun. Er musste weder umkehren, noch nach Hause zurück. Er war kein Sklave mehr, nicht wahr? Er könnte auch einfach ... "Gehen."
Das Kaninchen setzte einen ersten Schritt. Es schaute auf. Es hielt inne, betrachtete sich die Umgebung, welche immer mehr in den Schatten versank. Es verharrte, blickte zu den Bäumen auf. Jene Klettermöglichkeiten, die ihm den Blick auf einen weiten Himmel boten. Jetzt schauten sie düster auf ihn herab, als wollten sie ihn gleich mit ihren Laub behangenen Zweigen verschlingen. Er fühlte den Waldboden unter seinen Füßen knirschen. Er hörte das Knarren der Äste, das Rascheln von Dickicht, in dem sicherlich mehr Gefahren lauerten als er sich vorstellen konnte. Natürlich konnte er das nicht. Diese Welt war ihm fremd. Fremd und riesig. In welche Richtung ging es nach Morgeria?
Schweigend stapfte er zwischen den Büschen hindurch. Zu einer Seite plätscherte der Fluss, zur anderen empfing ihn bereits der Feuerschein ihres Lagers, zusammen mit dem Duft gebratener Fische und Flusskrebse. Syn näherte sich der Gruppe, warf allen einen knappen Blick zu, auf dem Neuzugang Saqir. Dann umrundete er die Lagerstelle und ganz gleich, ob Zarrah stand oder saß, hielt er hinter ihr an. Er hob seine Hand, legte sie ihr auf den Kopf. Sekunden verstrichen, in denen er nichts sagte, aber die Bedeutung seiner Geste dürfte zumindest der Dunklen geläufig sein. Anschließend strich er über ihre Haare nach unten, wo sie sich zu dem langen Zopf formten und löste sich schließlich ganz von Zarrah. Erst dann setzte er sich auf eine freie Stelle nahe seiner einstigen Herrin. Er würde sie beschützen und zuverlässig sein, wenn es darauf ankam. Das hatte er ihr zugesagt. Und aktuell brauchte sie diese Zusage, denn zumindest Syn kannte den Elfen nicht, wusste nicht, ob man ihm trauen konnte. Und es gab Verfolger, wenngleich diese nicht sofort wieder auf ihrer Fährte wären. Er würde erfüllen, was von ihm erwartet wurde.
Aber er musste es nicht tun ... nichts von alldem. Er war kein Sklave mehr.
"Zarrah..."
... nicht mehr seine Herrin. Er blickte zu ihr auf, nahezu unschuldig wie einer dieser Jünglinge, die sich nicht ganz trauten, ihr Avancen zu machen. Aber sein Blick passte nicht dazu. Dieser war fest und schaffte es, selbst in niederer Position von oben herab auf sie nieder zu funkeln. Syn kostete seinen kleinen Triumph aus, als er nach zwei nicht ganz so verzweigten Ästen des Feuerholzes griff, sie sich zu beiden Seiten seiner Schläfen hielt und trocken sagte: "Ich bin ein Göttergeschenk ... der weiße Hirsch Flophauna. Verneige dich vor meiner Herrlichkeit." Dann warf er die Stöcke ins Feuer, um sich etwas von der Mahlzeit reichen zu lassen. Er war hungrig, schließlich hatte er ein ausgiebiges Frühstück am Morgen gegen Körperaktivitäten mit Jasmina getauscht.
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Re: Alles hat seinen Preis..

Beitrag von Raz'ulak der Furchtlose » Mittwoch 23. August 2023, 18:42

„Du hättest mich ja auch suchen kommen können...“
Von seiner eigenen Courage erschrocken, verstummte er und Crys‘ Lächeln wurde etwas inniger.
Phu, ok... sie nimmt mir das nicht übel...
, dachte er erleichtert. Necken war also in Ordnung. Das war nicht immer so, aber Razag mochte diesen entspannten Teil und sah sehr zufrieden zu, wie Cris sich selbst über seinen 'Vorwurf' amüsierte. Wenn sie gewollt hätte, hätte sie seine Worte auch sehr missverstehen können. Das war das Problem beim 'Necken'. War das Gegenüber in keiner guten Stimmung dafür, konnte so etwas auch gewaltig nach hinten los gehen. In Morgeria war 'necken' eher etwas... verpöntes. Man hatte keinen Spaß. Aber Cris hatte ihre Wurzeln anscheinend noch nicht gänzlich vergessen.
Wo kam sie noch mal her?... Hatte sie das erwähnt?
Razag hatte sie schon einmal nach ihrer Geschichte gefragt und sie hatte auch geantwortet, aber jetzt war es ihm etwas zu peinlich noch mal danach zu fragen, da er kaum noch etwas davon wusste. Dass inzwischen einfach zu viel passiert war um sich alles zu merken, milderte den Umstand nicht. Aber Cris sprach weiter:
„Oh, ich kann besser kochen als schwimmen, sonst wäre ich schon längst im Wasser.“
, erwiderte sie und sah einen Moment sehnsüchtig auf den Fluss
„Ich kann nicht schwimmen“
, offenbarte sie ihm und es dauert ein paar Herzschläge bis Razag den Sinn verstand.
...nicht schwimm…....---...oh! ...OH!
„Äh... na dann ist besser, dass du mich nicht retten gekommen bist.“
, erwiderte er mit einem neckenden Zwinkern an dem er vielleicht noch etwas üben könnte, denn er tat es mit 'beiden' Augen. Razag machte nichts halbes.
„Wenn... also wenn mir mal Zeit haben, dann könnte ich... ich es... es dir vielleicht beibringen.“
Die Vorstellung mit Cris in den Fluten zu planschen war einfach göttlich! Razag bekam einen etwas verträumten Gesichtsausdruck. Doch dann begann ihn mehr und mehr sein Fundstück zu fesseln. Razag spürte, welch Schönheit er da gefunden hatte. Das schwarze Knochenschwert war perfekt ausbalanciert und schmiegte sich trotz der Zartheit hervorragend an seinen Träger.
Wer es findet, darf es behalten... wenn man kein Sklave ist.
Razag spürte, dass er es gern ausprobieren wollte. Dass er es schwingen und durch die Körper zahlreicher Feinde ziehen wollte. Und er taufte das Schwert. Denn es war seins. „Flussnadel“, sollte es heißen. Aber ein erneuter Blick zu Zarrah verleidete ihm auch das irgendwie. Etwas in seinem Unterbewusstsein nagte an der Vorstellung es vielleicht her geben zu müssen. Trotzdem! Sie musste entscheiden, was damit geschah.
Dabei passte es so gut zu mir.
ER hatte das Schwert mit seinem Blut gefüttert. Es war seins!
...
Eigendlich wollte er das Schwert nicht wieder hergeben.
...Hm...
Pflichtbewusst strebte er den Weg zu seiner Herrin an, während Crystin sich wieder um das Essen kümmerte.
...
Seine Herrin saß mit seinem Kumpel etwas abseits, aber in Sichtlinie um alles im Auge behalten zu können. Zarrah hatte ihre Finger zwischen ihren und den Mund des Rammlers gelegt, als sich der Ork dazu durch rang zu ihr zu gehen. Razag hörte ihren letzten Satz:
„Nicht. Du musst das nicht tun Syn. Du bist längst kein Sklave mehr.“
Kurz zuckten seine Ohren. Dann wandte sie ob der Bewegung im Augenwinkel, den Blick zu Razag, der langsam näher kam.
„Herrin... ich habe sie...ich habe da etwas im Fluss gefunden. Sieh selbst.“
, hörten sie Razag sagen und seine Stimme ließ sie aufstehen. Razag hatte gewiss ihren letzten Satz an Syn hören können, doch jetzt lag der Fokus auf dem Fundstück.
„Du hast das im Fluss gefunden?“
, wiederholte sie und hielt den Blick auf die Waffe gerichtet. Ihre Stirn furchte sich und sie griff danach. Oder besser… wollte danach greifen. Razag hielt es ihr präsentabel hin, aber als sie näher kam, versteiften sich seine Fingergelenke, seine Arme, seine Schultern.
Razag aber spürte, dass er das Schwert nicht hergeben wollte. Er spürte, dass er es verteidigen und beschützen wollte. Es war seins. ‚Flussnadel‘ hatte von seinem Blut getrunken. Es gehörte zu ihm. Zarrah schien seine innere Abwehr zu spüren. Die Elfe berührte das Schwert nicht.
Sie zog ihre Finger wieder zurück und warf Razag einen Blick zu.
„Das Schwert wurde in Morgeria gefertigt. Es besteht aus gehärteten Knochen und … wurde eingefärbt…“
Sie weis etwas über dich, Flussnadel.
„Nur äußerst einflussreiche Familien erhalten ein solches Stück.“
, erklärte sie weiter und sah Razag prüfend an, bevor ihr Blick zum Fluss wanderte. Inzwischen begann es tatsächlich zu dämmern und die Sonne sank zum Horizont.
„Wie auch immer es hierher gelangt ist...“
, sprach sie weiter und betrachtete kurz Crystin, die sich inzwischen um die Flusskrebse aus der Unterhose von Razag kümmerte und von all den gewichtigen Themen nichts mitbekam.
„Behalte es, Razag. Es gehört dir.“
, sagte sie und wandte kurz den Blick.
"Aber ... Sklaven gehört nichts..."
, brabbelte Syn mechanisch und traf damit den Goblin auf den Kopf. Razag sonnte sich aber fiel zu sehr in dem Gehörten, als dass er gerade weiter dachte.
Hast du gehört? Du gehörst mir! Ganz mir!
In einem anderen Moment hätte Razag vielleicht darüber nachgedacht, was diese Worte eigentlich bedeuteten, aber jetzt gerade fühlte er nur...
MEINS!
Kein Sklave durfte etwas besitzen. Und Razag besaß nun etwas... Zarrah riss ihn aus seinem stillen Verharren.
„Kommt. Ich muss euch etwas sagen.“
, meinte sie und wartete nicht, dass sie folgten. Raz folgte auch nicht gleich. Erst als Syn an ihm vorbei ging zuckte sein Blick zu seinem Kumpel. Raz grinste auf und wackelte mit den Bauen, als würde er jetzt auch ihm stolz seinen Fund zeigen.
...meins.
„...habs gefunden, darfs behalten. Jetzt ist es meins.“
Er grinse noch breiter. Dann folgte er dem weißen Kaninchen .
„Essen ist gleich fertig, Leute – ich habe die leckeren Flusskrebse—Was ist denn los?“
Zarrah baute sich vor den anderen auf und betrachtete jeden von ihnen.
„Ihr seid als Sklaven im schwarzen Kolosseum gestorben.“
, sagte sie und Razag verschränkte die Arme vor der Brust.
Na ja, nicht wirklich...
„Als ich euch fand, wart ihr dem Tod näher als dem Leben. Ich ließ euch in die unterirdischen Gänge bringen und Crystin euch behandeln. Ich wies sie an, ihre Magie nicht zu nutzen, um ein Druckmittel zu haben.“

Razag dachte nach.
… Sie hat unser Leid dazu benutzt uns gefügig zu halten... durchaus verständlich aus ihrer Sicht.
Die Heilerin aber stutzte über den auffordernden Ton ihrer Herrin:
„Du meinst…?“
Zarrah nickte, dann sah sie zu Synnover. Cris positionierte sich vor ihm, schloss die Augen und griff nach Syn’s Hand. In seinem Gesicht war das Wohlgefühl deutlich zu lesen, als Cris ihn heilte und Raz schmunzelte. Er gönnte seinem Kumpel von Herzen, dass dieser sich jetzt auch wieder gut fühlen durfte.
...nur warum hebt Zarrah jetzt ihr Druckmittel auf?
Zarrah wartete kurz, ehe sie weitersprach.
„Ich aber bin nicht eure Herrin.“
, offenbarte sie und wandte den Blick ab.
Doch... sie meinte doch, wir müssen ihr diese Rolle beschaffen, bevor sie uns frei lässt.... Ist das ein Test?
So konnte nur ein Sklave denken. Razags Ohren zuckten näher kommenden Geräuschen entgegen, während Zarrah ihre kleine Ansprache beendete:
„Ich bin jemand, der eure Hilfe braucht und sie als Gegenleistung für meine erbittet.“
Hm... nur wie willst du uns jetzt noch 'helfen' da du Cris erlaubt hast uns zu heilen? War das nicht unklug? Sie hatte uns aus Morgeria raus geholfen, aber jetzt alles aus der Hand gegeben... Wir könnten sie nun einfach stehen lassen und … weg gehen! Sie sagt, sie braucht unsere Hilfe...
Das Gehirn des Orks arbeitete auf Hochtouren, also halb so schnell wie das eines Elfen, wenn dieser schlief. - würden viele sagen. Aber Raz hatte ein anderes Talent. Er mochte nicht gebildet sein, oder weltgewandt. Er war auch nicht sonderlich intelligent, betrachtete man die breite Masse. Aber er war emphatisch und eins wusste er: Zarrah hatte gerade das soziale Gefüge ihrer Gruppe infrage gestellt.
Will sie etwa...???
Es ratterte in Razags Schädel. Syn schaute mit großen, verständnislosen Augen zu Razag hinauf.
"Wir ... sind frei?"
Der Ork wandte zwar den Kopf seinem Kumpel zu, aber verstand gerade wohl nicht so richtig die Worte. Zu viel geschah gleichzeitig. Eigentlich hätte es Zeit gebraucht, dass sie sich mal zusammen setzten und das alles verarbeiten konnten, aber da passierte schon das nächste. Der Neuankömmling kam in Sicht und so stolperten Razags Erkenntnisse über dessen Ankunft. Auf zwei Flößen näherte er sich und legte an. Der Mann war ein Dunkelelf. Der Dunkle besaß schwarze Augen, schwarze Haare und schwarze Kleidung.
Ton in Ton... wenn der den Mund und die Augen zu macht, kann er sich gut im Dunkeln verstecken.
„Welch Augenweide!“
, verneigte er sich vor der Nachtklinge und umarmte sie dann ganz selbstverständlich.
Hm...
Zarrah nickte ihm zu, lächelte jedoch nicht. Dass Crystin sich sich auf der Unterlippe herum biss und Zarrah genau beobachtete, alarmierte den Ork zur Aufmerksamkeit. Sie wirkte nachdenklich und ihre Stirn furchte sich sorgenvoll.
Ist er gefährlich für uns? Hm... wann sind Dunkle mal nicht gefährlich! Ich hab noch nie ne Dunkelelfe getroffen, die nicht mindestens eine Seele auf dem Gewissen hätte.
Ihre Anführerin besprach etwas mit ihrem Kontaktmann und er lachte. Immer wieder fasste er sie an der Schulter oder am Arm und wirkte ohnehin sehr vertraut. Zarrah hingegen schien lediglich geschäftliches zu besprechen.
Ein Wort und ich reiß ihm den Arm ab und steck ihm ihn hinten wieder rein. Hab ich schon gemacht. Flutscht gut durch das ganze Blut...
Razag war durchaus blutrünstig, eben nur nicht gegenüber seinen Freunden. Dann wandte sich der Dunkle aber die anderen, indem er Zarrah eine Hand auf den Rücken legte und sie zu der Gruppe schob.
Na schauen wir mal, was das jetzt wird.
„Das sind sie also? Deine Unerschrockenen? Gestatten? Saqir. Schlicht und einfach!“
, er lächelte charmant und offenbarte, das er bedeutend viel Charisma hatte. Er hauchte Crystin einen Handkuss auf...
*ggrooolll*
Wer hat da geknurrt?! War ich das? AUS! Cris gehört dir nicht! Reiß dich zusammen!

Dann neigte Saqir höflich den Kopf zu Razag. Dieser kniff abschätzen die Augen zu schmalen Strichen zusammen.
„Meine Güte – welch Prachtkörper von einem Ork!“
, schmeichelte er und sah auf das Schwert. Da Raz noch in seiner verkürzten Unterbuchse da stand, gab er vermutlich ein 'prachtvolles' Bild ab und da er sonst nur das Schwert bei sich hatte, war es ebenfalls ein Blickfang.
„Eures?“
, fragte er und in seinem Blick glomm etwas auf.
MEINS!!!
Und Raz verfiel wieder in orkische Einsilbigkeit:
„Hm!“
Ein zustimmendes Brummen, mehr schenkte er dem Neuling noch nicht. Das er so 'herzlich' mit beiden Frauen umgegangen war, beide berührte, ohne sie zu fragen - und Cris insbesondere - das konnte man auch als mangelnden Respekt oder einfach ein übersteigertes Ego, im schlimmsten Fall als übergriffig interpretieren. Adelige nahmen sich oft diese 'Dinge' heraus ohne darüber nachzudenken. Oder... Raz Beschützerinstinkt spielte einfach mal wieder verrückt. Aber er rief sich zu Ruhe, denn wie auch bei dem 'netten' Elfen in der Schenke, war es nicht seine Entscheidung, ob Cris den Neuankömmling 'schick' fand oder nicht. Um nicht auf dumme Ideen, wie das Füttern seiner neuen Klinge mit seinem dunklen Blut, zu kommen, verlagerte er sein Gewicht nach hinten um brachte so ein paar Zentimeter zwischen sich und Saqir.
„Welch schönes Stück… Passend für euch!“
, schnurrte er noch einmal zum Thema Schwert und Razags Knöchel wechselten von dunklem Oliv, zu hellem Wiesengrün. Der Dunkle ließ 'besser' seinen Blick zu Syn wandern.
„Und ihr… Ein Geschenk der Götter – nicht wahr?“
, auch bei ihm verneigte er sich und rutschte dabei nicht mal auf der Schleimspur aus, die er hinterließ.
„Wunderbar.“
, befand er was auch immer und wandte sich abermals an Zarrah. Razag machte noch einen Schritt ein Stück weg und brachte sich damit in seinen Rücken.
„Wie ich sehe, komme ich zum Essen genau recht.“
, schürzte er die Lippen und war schon drauf und dran, sich an das Feuer zu setzen. Raz sah Zarrah an, achtete darauf nicht in Saqirs Blickwinkel zu stehen und machte eine Geste, als würde er einen Zweig in zwei Teile brechen und sah sie dabei fragend an. - Nein, sicher wollte sie nicht, dass er den Neuankömmling 'zerbrach'. -
Dass dieser sich aufführte, als gehöre ihm die Welt, dafür konnte sie ja nichts. Trotzdem hatte es etwas amüsantes, ihr das mit jener Geste vorzuschlagen.
Später vielleicht?
Dass Raz sie mit Gesten und Blicken fragte, ob er es sollte, bzw durfte, ...war noch ein wenig seinem langsamen Denken geschuldet, denn wenn er sie nicht mehr als Herrin ansah... vielleicht entschied er dann selbstständig, was er tun wollte.
Er will... 'nett' sein. Nur sind Dunkle nicht nett und wenn sie es doch sind, dann traut man ihnen besser nicht. Meistens ist es ein Hinterhalt, eine Falle oder ...ein Test.
Zarrahs Verhalten war mindestens genauso so verwirrend und Razag 'roch den fauligen Braten'. Irgendetwas stimmte hier nicht und dass Saqir SEINE neue Klinge so gierig an geglitzert und Cris Hand abgeschlabbert hatte, machte es nicht besser. Da war es gut, dass Syn besser reagiert hatte als der bewaffnete Ork mit der düstern Klinge und Cris an der Schulter ein wenig von ihm weg gezogen hatte.
Danke Kumpel! Sonst hätte ich ihn häuten müssen.
, dachte Raz und schenkte seinem Rammellappen ein kleines dankbares Schmunzeln.
Auf die 'Göttergeschenks'Ansprache reagierte das Kaninchen stockend.
"Nein, ich bin nur ein Skl..."
Synnover keuchte auf und fuhr sich in einer Reflexhandlung mit den Fingern über das Gesicht.
"Ich brauch ... frische Luft"
, plapperte er eine Ausrede und löste sich von der Gruppe. Razag sah ihm mit gerunzelter Stirn hinterher, als er ging. Sein Kumpel hatte sehr verwirrt gewirkt...gedankenverloren und abgelenkt. Razag machte sich Sorgen. So war er. Als erstes dachte er über Andere nach und dann erst über seine eigenen Probleme. Seinem Kumpel ging es offenbar nicht gut, also wechselte er einen weiteren fragenden Blick mit Zarrah. Konnte er sie mit Cris und dem Neuen allein lassen? Raz wusste nicht, ob sein Kumpelchen ihn brauchte, aber es fühlte sich besser an, ihm unauffällig hinterher zu gehen und so abgelenkt wie Syn war, sah er vielleicht nicht mal den Ork im Walde.
"Ich bin kein Sklave mehr."
, murmelte das Karnickel leise und Raz Ohren zuckten. Die Stille des Waldes... nein, die Musik der Natur brachte nun auch langsam zusammen mit den leisen Worten diese Information dem Ork näher. Auf Raz Stirn bildete sich eine tiefe Falte.
Ist es so? Sind wir wirklich keine Sklaven mehr nur weil Sie es sagt?
"Nein, sie sagte ... sie ... ist nicht mehr unsere Herrin. Aber was ist mit Yolintha? Mit Karrish?"
Keine Ahnung wer 'Jolinta und Karis' sind... aber Herrin oder nicht, Zarrah ist die Anführerin unserer Gruppe und sie hat uns befreit. Nur... sind wir ihr deswegen zu irgendetwas verpflichtet... zu Dankbarkeit. Erwartet sie nicht doch eine Gegenleistung... Hilfe, weil sie uns geholfen hat, oder? Warum entlässt sie uns ausgerechnet JETZT aus der Pflicht? Warum gibt sie uns frei? Hat das etwas mit diesen Leuten zu tun? Mit ihrem Leben hier draußen? Den... rauen 14 oder diesem Saqir?
Syns Blick wanderte über die Schulter zurück und Raz blieb einfach still stehen. Der Wald schenkte ihm seine natürliche Deckung und nur mit seiner grünbraunen Haut bekleidet, war der Ork gut angepasst. Ein paar Vögel lenkten seinen kleinen Kumpel ab. Dann fiel plötzlich ein Pipmatz wie tot vom Baum. Raz hatte seinerseits gerade zurück geschaut zu Cris und Zarrah, da er sie eigentlich nicht ganz aus den Augen hatte lassen wollen. So hatte er Syns Geste nicht mitbekommen. Plötzlich wandte dieser sich halb um, blickte ein Stück an Raz vorbei in Richtung des Flusses zurück.
"Gehen."
...
Gehen. Wenn wir frei sind... Wir könnten gehen. Du könntest gehen, Rammellappen. Aber … was dann? Wohin und... würde ich mitgehen? Cris... würde sie mitkommen oder bei Zarrah bleiben?

Diese Art von Gedankengänge waren schwer wie Blei und führten zu nichts. Das Kaninchen setzte einen ersten Schritt. Razag folgte.
Warte auf mich.
Es schaute auf. Es hielt inne, und auch Raz stoppte. Das Rascheln von Dickicht, in dem mindestens ein Ork lauerte, verbarg Razags Pirsch. Dann wechselte Syn leicht die Richtung und sein Weg würde ihn wieder zum Lagerfeuer führen.
...muss pinkeln.
Razag schlug sich seinerseits kurz in die Büsche und trat dann kurz nach Syn zurück zur Gruppe. Der Duft gebratener Fische und Flusskrebse empfing sie. Syn wirkte...
...seltsam ruhig.
"Zarrah..."
Der Rammler griff nach zwei Ästen und hielt sie sich zu beiden Seiten seiner Schläfen an den Kopf.
Was wird...
"Ich bin ein Göttergeschenk ... der weiße Hirsch Flophauna. Verneige dich vor meiner Herrlichkeit."
Flopp-Hauna?
Da prustete der Ork auch schon los. Das Bild war zu schön! Sein anmutiger Kumpel versuchte sich in seinem ersten Witz.
„HAHAHAAahahaha...“
Raz hielt sich den Bauch.
„Klasse! Flop-Hauna!“
Das Geweih prasselte schon im Feuer, als Raz sich wieder ein kriegte und sich ein Freudentränchen aus dem Augenwinkel wischte. Ob die anderen den Witz verstanden hatten, oder es nur für ihn lustig gewesen war, spielte dafür keine Rolle. Raz legte seine große Hand gegen den Rücken des weißen Kaninchens und meinte:
„Der war gut!“
Dann griff er nach einer der Flusskrebse und beugte sich näher zu Syn, da er etwaige Gespräche zwischen Zarrah und dem Neuen nicht unterbrechen wollte.
„He, probier das. Schmeckt fast süß!“
Gern hätte er noch Syn von dieser Spezial-Soße erzählt, die ein Typ mit Namen Calvados mal mitgebracht hatte. Er war in der nächsten Runde der Arena drauf gegangen, aber seine Soße war unvergesslich gewesen. Dazu würde das Krebsfleisch perfekt passen... und weiße Brötchen.
Raz war ein Feinschmecker, wenn man ihn ließ. Aber gerade waren sie nicht zu viert und dieser Dunkelelf war ihm nicht geheuer. Also beschränkte sich Raz wieder auf kurze Sätze. Er legte auch das Schwert nicht weg und behielt Saqir im Auge. Mit der freien Hand zupfte er das weiße Fleisch von den Gräten und genoss ihr Abendessen, so gut es eben unter diesen Umständen ging. Danach schnappte er sich die Stoffreste von seiner Unterhose wickelte die Klinge so gut es ging darin ein. Eine Scheide hatte es nicht gegeben, oder? Oder hatte er im Sand da etwas getastet? Sollte er noch mal tauchen gehen? Er grübelte kurz darüber nach, aber andererseits wollte er auch zuhören, wie es nun weiter ging. Und anziehen sollte er sich ggf. auch mal.
ODER...........
Er spähte kurz zu Cris und überlegte, wie sie wohl reagieren würde, wenn er sie einlud noch mal auf seiner nackten Brust zu schlafen. Prompt verschluckte er sich an dem köstlichen Fleisch. Ein Bröckchen flog recht weit und traf hoffentlich niemand... und dann hustete er erst mal ausgiebig.
„Tschuldigung.“
Mit rotbraunen Wangen sah er Cris an und war einfach nur froh, dass sei keine Gedanken lesen konnte.
„Alles gut.“
Das galt der Heilerin. Dann sah er zu Zarrah.
„Wie geht es weiter?“
Vier Worte am Stück. Pass auf Razag, sonst hält er dich noch für schlau.
, mahnte er sich selbst zur Vorsicht. Raz war gespannt, was der Dunkle noch zu erzählen hatte, aber noch viel neugieriger, wie Zarrah zu ihm stand. Es gab viel zu klären, aber keine Zeit oder Raum um offene Fragen zu stellen. Es wurmte den Ork und so kaute er etwas verdrießlich auf seiner Lippe herum, dort wo sein Hauer fehlte. Das Leben rauschte dieser Tage auf sie zu, traf sie unvermittelt und rauchte wieder vorbei, ohne dass sie Zeit hatten die Geschehnisse zu verarbeiten. Raz sehnte sich nach einem ruhigen Abend, aber eigentlich hatte er sich diese Hoffnung schon abgeschminkt. Im Beisein eines Fremden würde er die Zähne nicht auseinander kriegen.
Was sind die anderen für mich?... Freunde? Ist es das was Zarrah von uns möchte? Freundschaft? Hilfe, weil wir es aus Dankbarkeit tun möchten?
Der Abend versprach noch auf die ein oder andere Art sehr aufschlussreich zu werden.
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Re: Alles hat seinen Preis..

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 23. August 2023, 21:52

Wenn das Leben aus den Fugen geriet, dauerte es seine Zeit, bis es wieder in halbwegs geordneten Bahnen verlief. Razag und Synnover hatten alles verloren, was sie bis dato gekannt hatten, und mussten sich in einem neuen Gefüge und einer neuen Umgebung erst noch finden. Das fiel allerdings nicht leicht, denn ihre Herrin entpuppte sich als anders als alles, was sie bisher an morgerianischen Adeligen kennengelernt hatten. Sie wollte keine anzüglichen Gefälligkeiten, keine Vorzugsbehandlung und keine Kämpfe. Sie setzte weder Syn noch Raz‘ ein, um für sie die Drecksarbeit zu bestreiten. Sie schlug sie nicht, sie bestrafte sie nicht. Zarrah’lindae tat eigentlich überhaupt nichts. Außer anzuführen auf einem Weg, der ihr eigener war. Und sie verlangte Gehorsam in dieser Gruppe. Gehorsam ihr gegenüber und eine vernünftige Behandlung Crystins. Zudem war sie um einiges ehrlicher als es die ehemaligen Gladiatoren gewohnt waren. Während Crystin die Freiheit von Wald und freiem Himmel nutzte, um zu ihrem alten ‚ich‘ zu finden, da schien auch Zarrah mit jedem Schritt gewisse Gepflogenheiten abzulegen. Sie hörte zu, sie gestattete Freiheiten, die sonst nicht gewährt wurden. Und nun… nun offenbarte sie auch noch, dass sie gar nicht ihre Herrin wäre. Dass sie sie lediglich um Hilfe bat, damit sie gemeinsam diese Rolle der Ritualmagie finden konnten. Und während Syn zu verarbeiten hatte, dass er frei sein sollte, da war es Razag, der dem ganzen Braten einfach nicht traute. Wieso gab sie ihr Druckmittel aus der Hand? Warum diese Offenbarung, wenn sie sie doch brauchte? Einzig die sorgenvolle Miene der braunhaarigen Menschenfrau an seiner Seite, ließ ihn stutzen. Sie hatte ihren blauen Blick auf Zarrah geheftet, die derzeit mit dem Fremden sprach, der sich später als Saqir vorstellen sollte. Irgendetwas hatte sich an Zarrah’s Plan so verändert, dass sie sich entschlossen hatte, den beiden Männern reinen Wein einzuschenken. Und während Syn noch immer die Nulllinie von Razag benutzte und wie vom Donner gerührt dastand, purzelten Razag’s Gedanken hier und dort durcheinander. Er versuchte dem Sinn dahinter Herr zu werden, was ihm aber ob der Ablenkung misslang. Es wäre wirklich gut, endlich etwas Ruhe zu finden. Doch noch war es nicht so weit, sodass Saqir mit ausgesprochenem Charme einen jeden von ihnen begrüßte. Während er das tat, wirkte Zarrah abgelenkt. Ihr Blick huschte von Razag zu Synnover und wieder zurück. Sie war sich der Tragweite ihrer Worte vollauf bewusst und folgerichtig hätten sowohl Ork als auch Kaninchen einfach gehen können. Ob sie sie aufgehalten hätte? Saqir hatte soeben jedem der Reihe nach geschmeichelt und vom Ork nur ein karges ‚hm‘ erhalten, während Syn in alten Mustern dachte: "Nein, ich bin nur ein Skl...", er stutzte und dunkles Grün suchte seinen Blick. In ihrem Gesicht gab es keinen Anhalt darauf, dass sie wollte, dass er Saqir schmeichelte oder anderweitig angemessen reagierte. Er war frei zu tun, was er wollte. Es war seine Entscheidung, so wie es nun Razag’s ‚Flussnadel‘ war. Und eben jenes Schwert wollte er nun einsetzen. Er positionierte sich so, dass der Dunkelelf mit zu viel Ego ihn nicht sehen konnte und machte eine eindeutige Geste, was er mit dem Elfen anstellen könnte, sollte Zarrah nur nicken. Die Dunkle musterte Razag unauffällig und schüttelte kaum merklich den Kopf. Allerdings neigte sie leicht den Kopf zum Zeichen, dass sie ihm für seine Hilfe dankte. Saqir hatte bereits das Essen erspäht und wandte sich dem zu, als Syn mit einem Mal von der Heftigkeit der Neuigkeiten gebeutelt wurde. Zarrah sah von Saqir zu Syn, und folgte ihm mit ihrem Blick als er sich abwandte und Abstand suchte. Er ging. Und mit ihm ging auch Razag. Zarrah jedoch sah ihnen nach und tat… nichts. Sie hatte hochgepokert und offenbar sollte sie verlieren. Allerdings tobte sie nicht, sie fuhr sie nicht an, sie keifte und fuderte nicht. Ruhig und stoisch betrachtete sie die ehemaligen Sklaven, die nun frei waren zu tun, was sie wollten und nickte kaum merklich. Danach drehte sie sich zum Lagerfeuer um. Sie akzeptierte die Entscheidung und fing den blauen Blick von Crys auf. Auch sie sah den Männern stirnrunzelnd nach und etwas in ihrem Blick blitzte auf. Dann trafen sich die Blicke der Frauen. „Sie sind frei. Sie können selbst entscheiden!“, sprach Zarrah und Crystin presste die Lippen aufeinander. „Aber…!“, setzte sie an, erntete aber einen strengen Blick seitens der Dunklen. Crys seufzte und sah traurig zurück, während sich Razag und Syn immer weiter entfernten. „Na schön. Aber verzeihen, werde ich ihnen das nicht!“, maulte Crys, bevor sie sich umwandte, um Saqir etwas von dem Fisch zu servieren. Jener sah mit einem undurchsichtigen Blick den Gladiatoren hinterher, ehe er sich wieder ganz charmant den Frauen widmete.

Syn brauchte Abstand und musste verstehen lernen, was Zarrah ihm gesagt hatte. Razag verstand seinen Kumpel und wie gern hätte er mit ihm über alles gesprochen. Er hätte ihm helfen können – sie sich gegenseitig! Doch er blieb verborgen und zeigte sich nicht. Stattdessen beobachtete er das Kaninchen aus sicherer Tarnung und hing seinen eigenen Gedanken nach. Keine Ahnung wer 'Jolinta und Karis' sind... aber Herrin oder nicht, Zarrah ist die Anführerin unserer Gruppe und sie hat uns befreit. Nur... sind wir ihr deswegen zu irgendetwas verpflichtet... zu Dankbarkeit. Erwartet sie nicht doch eine Gegenleistung... Hilfe, weil sie uns geholfen hat, oder? Warum entlässt sie uns ausgerechnet JETZT aus der Pflicht? Warum gibt sie uns frei? Hat das etwas mit diesen Leuten zu tun? Mit ihrem Leben hier draußen? Den... rauen 14 oder diesem Saqir? Es war einfach verwirrend. Wem schuldeten die beiden denn etwas? Wohl niemandem! Denn das Leben hatte ihnen bisher äußert viel genommen und nur Mickrigkeiten zurückgegeben. Warum also sich einer Dunkelelfe verpflichtet fühlen? Razag bekam ob seiner Überlegungen nicht mit, wie Syn seine Magie wirkte. Der tote Vogel bestätigte sein Gefühl und, dass er wieder vollkommen hergestellt war. Sie gab also ihr Druckmittel auf und … wofür? Was wusste sie, was sie ihnen nicht sagte? Wollten sie es überhaupt wissen? Synnover und Razag fanden allmählich den Weg zurück zum Lager. Hier saßen Saqir und Crystin bereits und hatten Fisch auf dem Schoß. Zarrah stand mit dem Rücken zu ihnen und schaute auf die Flöße vor sich. Saqir blickte auf, als die Männer zurückkehrten und auch Crys hob den Blick. Ihre Augen begannen sich zu weiten und zu leuchten. Sie schien froh zu sein, dass sie wiederkamen. Gleichwohl zeigte es aber auch, dass sie davon ausgegangen war, dass sie die Gruppe verlassen hatten. Syn aber befiel eine seltsame Ruhe. Er ging zu seiner Herrin – nein, seiner Begleiterin – und legte ihr eine Hand auf den Hinterkopf. Jener Kopf wandte sich halb, bis sie über ihre Schulter schauen konnte. Er wartete einen Moment und für jenen passierte nichts weiter. Er strich ihr über den langen, geflochtenen Zopf, was Zarrah dazu veranlasste sich umzudrehen. Ihr Blick fiel auch kurz auf Razag, ehe er zu Syn zurückkehrte. "Zarrah...“, er durfte sie so nennen. Sie war keine Herrin. "Ich bin ein Göttergeschenk ... der weiße Hirsch Flophauna. Verneige dich vor meiner Herrlichkeit."
Die Elfe stand einige Sekunden sprachlos da und starrte Syn an. Saqir vergaß sogar von seinem Flusskrebs abzubeißen und sah von der tieferen Position aus zwischen Mensch und Elfe hin und her. Dann aß er langsam und genüsslich weiter, als wäre das ein vorzügliches Spektakel. Zarrah hielt ihren Blick in jenem des Kaninchens. Dann zuckten ihre Augen für eine Sekunde als Anzeichen einer folgenden Reaktion, doch es war Razag’s herzhafte Lachen, das die Idylle erfüllte und schallend über sie alle hinwegfegte. Crystin hob beide Augenbrauen und grinste breit und überrascht, während Saqir eine Augenbraue hob. Zarrah aber wandte nur kurz die Aufmerksamkeit zu Razag, ehe sie Syn’s Blick wieder suchte. Dann neigte sie minimal den Kopf, als würde sie der Bitte nachkommen und etwas in ihrem Blick war milde gestimmt. Es war fast so, als lächelte sie von innen heraus, ohne die Mundwinkel wirklich zu verziehen. Etwas Warmes traf den Menschen allerdings, bevor er seinen Scherz auflöste und sich endlich etwas zum Essen nahm.

Von Razag erhielt er eine Empfehlung und so aßen sie die erste Mahlzeit als neues Gefüge. Nun wäre Zeit gewesen, einige Punkte zu klären, doch gab es da einen Störfaktor: Saqir. Der Dunkelelf genoss ungeniert das Essen, das Razag für seine ‚Freunde‘ gefangen hatte. Dabei hatte er keine Scheide gefunden und auch sonst erinnerte er sich daran, nichts weiter Interessantes gesehen zu haben. Also wickelte er das neue Schwert liebevoll ein, um es besser tragen zu können. Danach aber aß er einen der Flusskrebse und fühlte sich so wohl, dass seine Gedanken durchgingen. Er verschluckte sich und hustete ein Bröckchen Krebsfleisch heraus, das prompt gegen Saqir’s Wange prallte. Der Elf sah den Ork missmutig und angeekelt an, während er sich das Gesicht abwischte. Crystin sah zu Razag, der ins Husten kam und sich sogleich dafür entschuldigte. Sie nickte und widmete sich erneut ihrem Teller. „Wie geht es weiter?“, fragte er dann Zarrah und jene hob den Blick. Sie hatte ihr Essen nicht angerührt und stellte es nun beiseite, sodass Saqir es für sich beanspruchte. Zarrah rieb sich die Hände und deutete auf die Flöße. „Wir werden nach dem Essen aufbrechen. Wir fahren…“, sie ließ ihren Blick nur kurz zu Saqir wandern und schien ihm nicht recht trauen zu wollen, doch dann fasste sie sich ein Herz. „Wir fahren auf dem Fluss weiter. Das wird eine Reise von 5 Tagen werden, bis wir… unseren Zielort erreichen.“, hielt sie sich vage. Saqir kratzte den Rest Fisch von Zarrah’s Teller. „Wohin fahrt ihr denn?“, fragte er so beiläufig, dass eine seltsame Spannung entstand. Zarrah wandte den Blick und wirkte verschlossen. Crystin räusperte sich und sah zum Dunklen. „Sagt, Saqir – ist es wahr, dass Ihr aus Kosral kommt?“, versuchte sie das Thema zu lenken und Saqir hielt noch einen Moment einen fast schon triumphierenden Blick auf Zarrah gerichtet, ehe sein Schwarz auf das Blau der Heilerin traf. Sofort wurde er wieder charmant und lächelte entwaffnend. „Sicher, meine Teuerste. Ich bin Soldat der Armee seiner dunklen Herrlichkeit und diene in Kosral.“, schwafelte er und warf Zarrah wieder einen prüfenden Blick zu. Dann legte er ihr einfach eine Hand auf ihren Obersenkel und drückte zu. Zarrah presste die Kiefer aufeinander. „Zarrah hier ist wohl die treuste Anhängerin unserer Ziele und wird uns gewiss reich belohnen, wenn ihre Mission… beendet ist.“, er drückte zu und wanderte gefährlich nahe an ihre Mitte.
In Zarrah aber brach etwas, dass einen Funken freisetzte. Binnen Sekunden hatte sie Saqir am Kragen gepackt und ihm einen versteckten Dolch an die Kehle gehalten. Ihre Nasen berührten sich beinahe, während Saqir die Hände abwehrend hielt und lächelte. „Sachte, sachte Schätzchen. War nur ein Spaß!“, versuchte er raunend die Situation zu entschärfen und für einen Moment sah es so aus, als würde die Elfe ihn tatsächlich töten. „Du bist hier fertig.“, knurrte sie ihm zu und ließ ihn unsanft los. Zarrah erhob sich fließend und sah in die Runde. „Packt zusammen. Wir brechen auf!“, wies sie an und das, obwohl sie keine Sklaven waren. Trotzdem war sie die Anführerin – oder? Saqir lächelte jeden von ihnen noch mal an. An Razag gewandt sagte er: „Das Schwert ist wirklich sehr schön – Ihr solltet es gut … nutzen.“, drohte er ihm beinahe, zumindest klang es nicht so nett wie es augenscheinlich sollte. Danach blickte er zu Synnover: „Offenbar darf nicht jeder mal anfassen.“, schürzte er die Lippen und grinste süffisant. Er erhob sich und sah zu Crystin, die sich bereits daranmachte, alles einzupacken. „Es war bezaubernd, Crystin.“, säuselte er „Dich erkenne ich unter allen wieder.“, schnurrte er und das Mädchen funkelte ihn abschätzend an. Dann drehte er sich um und lachte noch mal. „Vielen Dank, für das Essen!“, rief er noch, winkte zum Abschied und verschwand dann nach einigen Metern im Schutz der Dunkelheit, die sich langsam ausgebreitet hatte.
Zarrah hingegen war bereits bei den Flößen. Crystin beeilte sich und sah zu Razag und Syn. „Ihr nehmt das eine Floß und wir das andere!“, klärte sie sie auf und versuchte das Feuer zu löschen. Dann sah sie sowohl Syn als auch dann Razag noch mal länger an. Sie lächelte warm. „Ich bin so froh, dass ihr geblieben seid!“, offenbarte sie ihnen, wobei sie aber Razag anstrahlte. „Ich dachte für einen Moment… Naja… lasst uns aufbrechen. 5 Tage Flussfahrt! Das wird aufregend!“, grinste sie. Das schlechte Omen des Dunkelelfen ließ sich allerdings nicht gleich ausmerzen. Sein Auftritt war seltsam gewesen, seine Verbindung zu Zarrah eigenartig. Offenbar war er ein Kontakt gewesen, der ihnen die Flöße mitbrachte. Und doch… doch schien er einer Fährte auf der Spur zu sein, die sich ihnen noch nicht ganz erschloss. Sobald Razag und Syn fertig waren, konnten sie ihr Floß besteigen, das ausreichend Platz bot und so gut gebaut war, dass es Razag auch trug, ehe sie hinter den Frauen mit einem Paddel herfahren konnten… 5 Tage.. War jetzt Zeit, sich endlich in Ruhe zu unterhalten? Die Frauen konnten sie mit Rufen auf sich aufmerksam machen, wenn sie wollten. Ansonsten waren sie tatsächlich endlich ungestört und folgten ihrer Anführerin… Begleiterin… ‚Freundin?‘… auf ihrem Weg.
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Re: Alles hat seinen Preis..

Beitrag von Synnover » Donnerstag 24. August 2023, 09:58

Hinweis: Alle Ereignisse dieses Postings, die NPCs steuern und/oder beeinflussen sind vorab mit Mod Madiha abgesprochen und von ihr abgesegnt worden!

Syn blickte nicht zurück, als er ging. Er achtete auch wenig auf seine Umgebung, dadurch noch weniger auf Verfolger aus den eigenen Reihen. So bemerkte er nicht, dass Razag ihm heimlich hinterher lief. Man sollte meinen, so ein massiger Ork fiele schnell auf, aber inmitten der grünbraunen Wälder verschmolz Razag schon mit seiner Umgebung. Außerdem existierten auch Wesen auf Celcia, die noch größer waren als er und sich dennoch als herausragende Pirscher auszeichneten. Allein der Tigergott Iaszar jagte still durch seine Urwälder. Keinem von beiden wäre er wohl geläufig, Syn in jedem Fall nicht. Er kannte nicht einmal Phaun oder Florencia. Umso mehr hatte ihn die Existenz eines weißen Hirschgottes offensichtlich beeindruckt. Ansonsten wäre seine Rückkehr und der wiederholte Scherz mit den Geweihstöcken nicht ein zweites Mal Teil seines Auftritts bei Zarrah geworden. Er sah ihr entgegen, suchte etwas in ihrer Miene ... und erhielt endlich einen Lohn. Sie lächelte zwar nicht, sie schimpfte ihn auch nicht für seine Albernheit. Ihr Blick hüpfte und Wärme breitete sich in Syns Innerem aus. Wärme, die diese Augen kurzzeitig verströmten. Endlich einmal ein Erfolg bei diesem Eisklotz von Frau! Aber ... musste er sie denn noch beeindrucken, ihr ständig imponieren und sie umgarnen? Zarrah hatte vorher schon nichts auf seine Bemühungen gegeben und nun ... war es denn noch nötig? Sie war nicht mehr seine Herrin.
Nachdenklich ließ Syn sich am Lagerfeuer nieder. Razag erschien neben ihm. Selbst jetzt machte das Kaninchen seinem wachsamen Namen nicht unbedingt alle Ehre, denn es hatte auch die Rückkehr des Orks hinter ihm nicht bemerkt. Erst als sein Kumpel ob seines trockenen Scherzes zu Flophauna lauthals losprustete, sah Syn auf. Erst dann nahm er auch andere Individuen wieder in den Kreis seiner Wahrnehmung auf, nicht nur Zarrah. Ihre Reaktion schwang aber noch in seinen Gedanken mit, bis Razag ihm ordentlich den Rücken klopfte, dass ein Ruck durch das Kaninchen ging. Missbilligend schaute er zum Ork hoch, doch er blickte nur in eine überaus gut gelaunte, grüne Visage.
"Der war gut!"
Syn stutzte. Ein Kompliment von einem Ork? Dann fand er zu alten Mustern zurück. "Natürlich, er stammt ja auch von mir", brummte er ihm entgegen. Als Lohn für seine überdimensional göttliche Darbietung eines Gottes erhielt er einen der gebratenen Flusskrebse, sowie die Aufforderung, ihn zu probieren. Syn knackte den tiefrot gewordenen Panzer und knabberte dann das Innere heraus. Es hätte wie Abfall oder die beste Mahlzeit Celcias schmecken können. Syn aß es. Im Grunde war er recht genügsam und auch beim Essen nicht wählerisch, solange man es ihm nicht auf einer kaum enden wollenden Tafel präsentierte und ihn aufforderte, dem Luxus zu frönen. Dann genoss er, kostete alles aus, was er kriegen konnte. Wenn es jedoch nur Flusskrebse gab, dann genoss er auch diese. Er ließ nichts von seinem Anteil übrig.
Auch Razag aß ausgiebig. Plötzlich verschluckte er sich jedoch wie aus dem Nichts, hustete und ein Stück des Krebsfleisches flog wie ein unelegantes Klumpenvogel über das Feuer hinweg, nur um an Saquir Wange zu klatschen und dort kleben zu bleiben. Syn verfolgte den Flug mit den Augen. Ihn sorgte Razags Zustand reichlich wenig, weshalb er auch nicht eingriff. Das tat Crystin ja schon. Außerdem konnte man antrainierte Verhaltensweisen eines Sklaven sich nicht sofort abgewöhnen, nur weil Zarrah plötzlich behauptete, er sei keiner mehr. Endlich konnte er zeigen, was hinter seinem Titel des flinken, weißen Kaninchens steckte. Die Flammen flackerten ihm nur kurz hinterher, so behände war er bei Saqir. Er kniete sich zu dem Dunkelelfen, reckte zugleich aber seinen Oberkörper dem anderen Mann entgegen und näherte sich gefährlich dessen Wange. Er hatte kein Tuch, um dem Mann das Stück Fleisch abzuwischen, aber es war nicht das erste Mal, dass er so handelte wie jetzt. Es war höchstens sein erstes Mal beim gleichen Geschlecht. Syn blieb jedoch in seiner Rolle, streckte die Zunge vor und angelte sich das halb zerkaute Stück Krebsfleisch von der dunklen Wange. Er verschluckte es, ohne zu beißen, damit er im Anschluss noch einen sanften Kuss auf eben jene Stelle setzen konnte, die das Krebsstückchen besudelt hatte. Mit einem verführerischen Blick zu Saqir löste er sich dann von diesem, lächelte sinnlich und erhob sich, um zu seinem Platz zurückzukehren. Yolintha hätte zufrieden genickt ... und ihn später wohl an seinen ersten männlichen Kunden vermietet. Als Syn zurück auf seinem Platz war, stutzte er jedoch. Ich bin kein Sklave mehr... Sein fragender Blick glitt zu Zarrah, doch sie konnte ihn nicht erwidern. Saqir kostete sie all ihre Aufmerksamkeit und nun war es Syn, der beobachtete. Er sah die dunkle Hand auf dem Schenkel seiner einstigen Herrin. Er sah ihre Anspannung, erkannte sie sofort, denn er wusste bereits, wie das andere Extrem aussehen konnte. Wie weich sie sein konnte, nachdem sie ihren Höhepunkt auf seinem Leib erritten hatte. Wie ihre Augen vpr befriedigter Leidenschaft leuchteten. Alles an Zarrah Haltung schrie Ablehnung, aber Syn konnte nur zusehen und abwarten. Es stand ihm nicht zu, Zarrahs Pläne anzuzweifeln oder einen Kommentar zu den seltsamen Wassergefährten abzulassen. So durfte er sich erst Recht nicht über die Art und Weise auslassen, wie Saqir die Dunkelelfe anging. Oder doch? Ich ... muss ich mich noch zurückhalten?
Während der Hymlianer darüber nachdachte, ohne eine Antwort zu finden - zu früh war die Information seiner Freiheit nocht und zu wenig Möglichkeiten, diese sacken zu lassen - da reagierte Zarrah. Sie war unabhängig, im Grunde nicht auf ihre Gladiatoren, Sklaven, Begleiter angewiesen. Warum sie nach wie vor deren Hilfe erbat, blieb ein Rätsel, denn Zarrah'lindae von den Nachtklingen wusste sich sehr gut selbst zu helfen. Syn musste fast schmunzeln, als er den Dolch aufblitzen sah. Das weckte Erinnerungen. Wie Saqir sich nun wohl herausredete?
Nicht annähernd so charmant wie ich, entschied Syn. Er ließ nicht durchblicken, Lerium zu verstehen. Das tat er außerhalb des Nachtklingen-Anwesens selten. So sammelte man deutlich mehr Informationen als wenn die Umgebung es wusste. Aber sein Blick heftete sich giftgrün an den kosral'schen Soldaten, der sich noch einmal für das Essen bedankte und nicht anders konnte, als jeden der ehemaligen Sklaven mit einem Kommentar zu verabschieden. Dann wandte er sich auch schon zum Gehen.
Zarrah und Syn erhoben sich beinahe gleichzeitig. Doch wo sie zu den Flößen schritt, da blieb das Kaninchen noch am Feuer stehen, den Blick auf das Waldstück gerichtet, in dem Saqir nun verschwand. Er bekam lediglich am Rand mit, dass er mit Razag ein Floß teilen sollte. Er hörte Crystins herzliche Worte nicht und als sie einen fröhlichen Aufruf zum Aufbruch gab, noch ganz glücklick darüber, die beiden Männer noch in ihrer Gruppe zu haben, da ... war das Kaninchen verschwunden.
Wenn Syn wollte, konnte auch er lautlos sein. Vor allem aber war er schnell, huschte als kleiner, weißer Schatten durch den Wald und hatte Saqir rasch eingeholt. Der Dunkelelf schien auch gar nicht darauf aus zu sein, sich zu beeilen. Er marschierte zwar, aber nicht sonderlich zügig. Syn blieb ihm auf den Fersen. Während er ging, warf er einen Blick auf seine linke Hand. Er ballte sie sacht zur Faust und öffnete sie wieder. Es würde funktionieren. Zuversichtlich trat er auf einen Ast, um ein Geräusch zu verursachen, auf das selbst der Dunkelelf aufmerksam würde. Als er sich umdrehte, den Blick erneut unter gehobener Braue zu einer Frage geformt, blieb Syn ganz still stehen. Er schaute Saqir zunächst nur entgegen, bevor er seine Maske aufzog. Er lächelte ihn an wie er es bei den Frauen tat, damit sie ihn für seinen geheimnisvoll scheuen Blick sofort anhimmelten. Er trat scheinbar verlegen etwas näher. "Der weiße Hirsch Phaun ist dafür bekannt, seine Wälder zu schützen." Erstmals sprach er den Namen des Gottes richtig aus und dann bemerkte Syn es nicht einmal. Er konzentrierte sich, ließ die Finger der Linken leicht zucken. Er bereitete sich vor. "Wollt Ihr herausfinden, wofür das weiße Kaninchen bekannt ist?", hakte er nach und rechnete schon mit einem anzüglichen Rammlerspruch seitens Saqirs. Noch ehe dieser den Mund öffnen konnte, war es Syn, der seinen Blick an ihn klebte und seinen Zauber aussprach: "Atemnot!"
Es riss seine Hand dieses Mal zurück, als zöge er an einem unsichtbaren Seil, das um Saqirs Hals lag. Es war allerdings die Geste der geballten Faust, welche ihm die Kehle zuschnürte und das recht aggressiv. Syn krallte seine Finger in das eigene, mondbleiche Fleisch, dass seine Nägel sichelmondförmige Spuren auf ser Haut hinterlassen sollten. Er wollte sichergehen, dass es funktionierte. Ohne mit der Wimper zu zuckten, behielt er den Blick auf Saqir, dessen eigene Augen vor Entsetzen geweitet waren. Dann zitterten die Pupillen. Er japste, stürzte auf den Waldboden und zappelte wie ein Fisch an Land. Syn gab nicht nach. Er trat dichter heran, behielt die verkrampfte Faust zusammengepresst bei. So schaute er auf den Dunkelelfen herab, dem langsam die kostbaren letzten Atemzüge ausgingen. Und Syn antwortete: "Das weiße Kaninchen ist seiner Herrschaft loyal ergeben." Damit trat er Saqir ins Gesicht, auf die Wange, die er wenige Momente zuvor noch geradezu sinnlich geküsst hatte. Er legte Gewicht auf seinen Stiefel, nur um dem Elfen in seiner Agonie noch etwas Schmerz mit auf den Weg zu geben. Dann war es vorbei. Saqir rührte sich nicht mehr. Syn arbeitete allerdings sorgsam. Er wollte eine Bewusstlosigkeit ausschließen und so zückte er schon den Dolch im Vorhaben, dem Liegenden die Kehle aufzuschlitzen. Es war für ihn nichts Neues. Routine, wenn seine Gegner in der Schwarzen Arena fielen und Syns einzige gekonnte Bewegung mit der Klinge. Aber dann hielt er inne. Wenn er den Mann nun meuchelte, würden mögliche Finder erkennen, dass er ermordet wurde. Seinen Atemnotzauber aber könnte man schwer bis gar nicht nachweisen. Dann blieb es ein Rätsel, warum Saqir mitten im Wald lag.
Syn wandte sich ab. Selbst wenn der Dunkelelf vielleicht irgendwann noch einmal erwachen sollte, wären sie längst fort und er hätte seine Lektion gelernt. Das weiße Kaninchen war loyal. Es würde zuverlässig gegenüber Zarrah bleiben, sie beschützen. Sie mit seinem Leben schützen ... Muss ich das tun? Er wusste nur, wann er es nicht könnte, aber Karrish war nicht hier. Karrish hielt ihn für tot. Yolintha hielt ihn für tot. Und Zarrah ... war nicht mehr seine Herrin.
Trotzdem kehrte er zu ihr und den anderen zurück. Wo sollte er auch sonst hin? Bei ihnen gab es Unterschlupf, Nahrung, Gesellschaft. Syn mochte die Wälder, er liebte den Blick auf den weiten Himmel von den Baumwipfeln aus, aber er wusste bereits jetzt, dass er in der Wildnis allein nicht lange überleben könnte. Es war nicht Morgeria. Es war kein Pflaster, das erkannte und so war es von größerem Vorteil bei der Gruppe zu bleiben. Das würde er so lange tun, bis Gehen die bessere Option wäre. Zumindest redete er sich das ein und ignorierte gekonnt seinen ersten Blick in die Runde, der nach Zarrah suchte. Dann trat er zu den Schlafsäcken, um seinen zu packen. Mit einem Brummen stellte er fest, dass er ihn erneut unnötig direkt neben Zarrahs Lager platziert hatte. Und die nächsten fünf Tage würde er nur den Ork in seiner unmittelbaren Nähe haben.
"Weißt du, wie diese Dinger funktionieren?", fragte er Razag, als er an dessen Seite trat. Syn nickte zu den Flößen, samt Paddel. Crystin war offensichtlich nicht die einzige der Gruppe, die nicht schwimmen konnte. Von Floßfahren brauchte da gar nicht erst die Rede zu sein!
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Re: Alles hat seinen Preis..

Beitrag von Raz'ulak der Furchtlose » Freitag 25. August 2023, 10:10

...
„Wir werden nach dem Essen aufbrechen. Wir fahren…“
Zarrah ließ ihren Blick nur kurz zu Saqir wandern und schien ihm nicht recht trauen zu wollen.
Lüge, wenn du ihm nicht traust. Kannst es ja auch später aufklären.
Raz fühlte, dass er Zarrah mit seiner Frage in eine unangenehme Lage gebracht hatte. Sie wollte vor Saqir ihre Pläne nicht ausbreiten und so bestätigte sie aber auch Razag, dass ihm nicht zu trauen war. Aber irgendwie brauchten sie ihn wohl, dass sie zumindest höflich blieb und antwortete:
„Wir fahren auf dem Fluss weiter. Das wird eine Reise von 5 Tagen werden, bis wir… unseren Zielort erreichen.“
, hielt sie sich vage und Saqir kratzte den Rest Fisch von Zarrah’s Teller. Irgendwie sank Razags eigentlich schon fast chronisch gute Laune ins Untergeschoss.
Du hast Cris Kochkünste nicht verdient.
, dachte er instinktiv. Er mochte nicht, wie der Neue sich einfach nahm, was ihm nicht gehörte und sich aufdrängte. Ja – Razag mochte Saqir nicht besonders. Fst wünschte er ihm die Gräte, die sich in seine Mandeln bohren sollte, doch das war bei der sorgsamen Zubereitung der kleinen Heilerin wohl unmöglich.
„Wohin fahrt ihr denn?“
, fragte er so beiläufig, dass eine seltsame Spannung entstand.
Geht dich nichts an.
Zarrah wandte den Blick ab und wirkte verschlossen. Crystin räusperte sich, sah zum Dunklen und fragte mutig das stockende Gespräch übernehmend:
„Sagt, Saqir – ist es wahr, dass Ihr aus Kosral kommt?“
Saqir hielt noch einen Moment einen fast schon triumphierenden Blick auf Zarrah gerichtet, ehe sein Schwarz auf das Blau der Heilerin traf. Sofort wurde er wieder charmant und lächelte entwaffnend.
Glotz nicht so! Ich reiß dir die Augäpfel raus und reib dir die Höhlen mit Salz aus.
„Sicher, meine Teuerste. Ich bin Soldat der Armee seiner dunklen Herrlichkeit und diene in Kosral.“
, schwafelte er und warf Zarrah wieder einen prüfenden Blick zu. Dann legte er ihr einfach eine Hand auf ihren Obersenkel und drückte zu.
Auweia!!!
Nicht nur Zarrah presste die Kiefer aufeinander.
„Zarrah hier ist wohl die treuste Anhängerin unserer Ziele und wird uns gewiss reich belohnen, wenn ihre Mission… beendet ist.“
Spielt er damit auf die Beschaffung der Rolle an? Weis er davon? Der Kerl wird mit immer unsympathischer...
Saqirs Finger drückten zu und wanderte gefährlich nahe zu Zarrahs Mitte hinauf.
Gleich sind sie ab die flinken Fingerlein... gleich...
Da hatte Zarrah Saqir auch schon am Kragen gepackt und ihm einen versteckten Dolch an die Kehle gehalten. Raz konnte sein Grinsen nicht verhalten.
„Sachte, sachte Schätzchen. War nur ein Spaß!“
Für einen Moment sah es so aus, als würde die Elfe ihn tatsächlich töten.
Warum lässt sie ihn am Leben? Ist er ...wichtig?
„Du bist hier fertig.“
, knurrte sie ihm zu und ließ ihn unsanft los. Zarrah erhob sich fließend und sah in die Runde. „Packt zusammen. Wir brechen auf!“
, wies sie an und Raz erhob sich sofort. Saqir lächelte jeden von ihnen noch mal an. An den Ork gewandt sagte er:
„Das Schwert ist wirklich sehr schön – Ihr solltet es gut … nutzen.“
, drohte er ihm und Razags Blick wanderte kalt grinsend zu dem Fleck hinab wo er bei dem Dunklen das Herz vermutete... als wäre das der beste Vorschlag des Jahrhunderts.
Flussnadel, hast du Hunger?
Raz legte den Kopf leicht fragend schräg und sah Saqir in die dunklen Augen. Auch ohne Worte gab er das Versprechen, dass wenn er jetzt noch was dummes sagte, er gleich als erster den Nutzen der Klinge zu spüren bekommen würde.
Nein, doch nicht?
Der Dunkle wandte sich ab, Synnover zu:
„Offenbar darf nicht jeder mal anfassen.“
, schürzte er die Lippen und grinste süffisant.
Der schafft sich hier echt Feinde fürs Leben.
Er erhob sich und sah zu Crystin, die sich bereits daranmachte, alles einzupacken.
„Es war bezaubernd, Crystin....Dich erkenne ich unter allen wieder.“
, schnurrte er und das Mädchen funkelte ihn abschätzend an. Aus Razags Richtung erklang ein leises Grollen. Der Dunkelelf drehte er sich um und lachte noch mal.
„Vielen Dank, für das Essen!“
, rief er noch, winkte zum Abschied und verschwand dann nach einigen Metern im Schutz der Dunkelheit. Razag atmete einmal tief durch. Weniger vor Erleichterung, dass der Kerl weg war, eher mehr um sich selbst zu beruhigen, da sein Blutdurst unter der Haut kitzelte. Saqir hatte sie alle vier auf die ein oder andere Art provoziert. Razag hatte Zarrah angeboten ihn zu 'zerbrechen' aber sie wollte das anscheinend nicht. Sie hatte das Problem selbst geregelt, nicht endgültig wie Razag befürchtete, aber erst einmal war er wieder weg.
...Ich würde ihm so gern nachgehen.
Still erging er sich in seinen purpurnen Fantasien. Razag starrte auf den Fleck wo der Mann verschwunden war, als Cris Stimme ihn zurück holte
„Ihr nehmt das eine Floß und wir das andere!“
Sie sah sie sowohl Syn als auch dann Razag noch mal länger an. Sie lächelte warm. Es war immer ihr Lächeln, dass den Bann brach. Es war immer Cris, die den Ork aus der Dunkelheit zu holen vermochte. Allein ihre Stimme reichte aus um seine von Rache getränkten Fantasien zu durchlöchern.
Hm?
„Ich bin so froh, dass ihr geblieben seid!“
, offenbarte sie ihnen, wobei sie aber Razag anstrahlte.
Hm?? Geblieben? Wollte wer gehen?
Razag war dem weißen Kaninchen auf seine Runde durch den Wald gefolgt, aber hatte nicht wirklich auf dem Schirm gehabt, dass es für Cris oder Zarrah nach der Ansprache, dass sie frei wären auch so aussehen könnte, dass sie sie daraufhin spontan verließen. Eigentlich...
...Gehen? Ich hatte nur ne Unterhose an. ...geht ein Ork nackt in den Wald... so fangen gute Witze an, aber... hat sie gedacht, dass ich sie einfach zurück lassen würde?
„Ich dachte für einen Moment… Naja… lasst uns aufbrechen. 5 Tage Flussfahrt! Das wird aufregend!“
, grinste sie. Razag zog seinen Zahnlosen Mundwinkel hoch, so dass es sehr spitzbübisch aussah. Cris schaffte es, dass er schon garnicht mehr über den unangenehmen Gast nachdachte. Sie lenkte Razag schnell und gründlich ab. Leider auch von dem Umstand, dass Syn mal wieder zwischen den Bäumen verschwand. Aber vielleicht war das auch gut so, denn wenn Razag ihm dieses Mal gefolgt wäre, dann hätte der Dunkle ganz sicher ein anderes Ende gefunden. So aber stand ein Schmunzel-Ork nah bei der Heilerin und packte Sachen auf das Floß. Er kam nicht auf die Idee, seinem Kumpel zu folgen und auch nicht, sich Zarrahs Kopfschütteln zu widersetzen, als er sie mit Blicken gefragt hatte, dem Kerl 'knicken' zu dürfen. Cris war die perfekte Ablenkung für Raz. Seine Stiefel zog er führ die Fahrt wieder aus, verschnürte sie und er krempelte auch die Hosen hoch. Dabei witzelte er:
„Ja... kann durchaus aufregend werden! Es wird bestimmt aufregend euch 'Mädels' vor uns an der Leine durch Stromschnellen hüpfen zu sehen.“
Er lachte. Eine Flussfahrt konnte auch seine Tücken haben, aber Raz freute sich tatsächlich eher auf diese Art von Aufregung, als noch länger zurück zu blicken. Er entschied, dass er und Syn auf das hintere der noch miteinander vertäuten Flöße sich setzten. Er war der stärkste in ihrer Runde und konnte durchaus beide Gefährte anhalten, wenn es gefährlich werden sollte oder die Geschwindigkeit ragulieren. In manchen Situationen ging das auch nicht, aber wenn die Reise wirklich so lange dauern würde, dann war es auch ganz gut, wenn man sich in seichtem Gewässer auch gegenseitig half, damit jeder sich auch mal ausruhen konnte. Das fahren auf Flößen war anstrengender als man meinte, die langen Staken zu halten auf Dauer sehr kräftezehrend. Er begutachtete auch ausgiebig die Machart der Flussfahrzeuge, prüfte die Bindungen und rüttelte mal ordentlich an allen Teilen. Das Ruder musste fest sitzen und durfte auch bei stärkerer Strömung nicht einfach abreißen.
„Flöße sind einfach zu bauen, aber … ich bevorzuge den Einbaum. Manche nennen sie auch Kajak oder Kanu, je nach Größe. Damit ist man deutlich schneller unterwegs. An der Küste haben wir früher sogar welche mit Ausleger gehabt, die nennt man dann Katamaran. Manche waren so groß, dass man darauf wohnen konnte und damit kann man sicher in der Brandung treiben, ohne Gefahr zu laufen, zu kentern.“
Raz plappert ein bisschen vor sich hin, aber vielleicht war es auch ganz gut. Er ging nicht davon aus, das alle da Leben am oder auf dem Wasser kannten. Er vertäute gründlich alle Sachen und achtete auch bei dem Floß der Frauen darauf, dass alles gut gesichert war. Dann sah er zu Zarrah:
„Sind es wirtlich fünf Tage, oder hast du das nur für ihn gesagt?“
Was genau sie nun für ihn war, oder für die Anderen, das würde sich noch zeigen. Noch dachte der Ork nicht wirklich darüber nach, was ihre Worte für ihn persönlich bedeuteten. Erst einmal galt es Abstand zu der Flussgabelung und dem nahen Kosral zu bringen. Er kannte sich Inlands nicht aus, da vertraute er einfach mal Zarrah, das sie schon wusste, was der beste Weg war. Aber eine Aussicht, die ließ ihn regelrecht vor Aufregung glühen:
...denn alle Flüsse münden ins Meer!!!
Das Meer lockte und rief nach ihm. Die Sehnsucht kribbelte unter seiner Haut und trieb in an. Und als er endlich bemerkte, dass der Rammler fehlte, da kam dieser gerade zurück aus dem Dickicht. Er packte ebenfalls seine Sachen und kam dann zu Raz, der ihn zu sich winkte.
„Du fährst mit mir.“
"Weißt du, wie diese Dinger funktionieren?"
Raz nickte. Das Grundprinzip aller Bote war das gleiche. Sie schwammen und waren auf die ein oder andere Art zu steuern. Flöße waren das einfachste, was man schnell und halbwegs sicher bauen konnte um einen Fluss zu befahren. Paddel gab es nicht wirtlich, nur lange Stangen und ein großes Ruder, mit dem man steuerte und nach Bedarf auch 'etwas' paddeln konnte, in dem man es kräftig hin und her bewegte, wie einen Fischschwanz. Aber die meiste Arbeit machte die Strömung auf diesen Gefährten. Solange man eben KEINEN Stromschnellen begegnete, war so eine Flussfahrt wirklich eine angenehme Art zu reisen und man war auch recht sicher.
„Ich brings dir bei, dann kannst auch mal steuern.“
Dann runzelte Raz die Stirn und sah von Syn zu Cris und weiter zu Zarrah.
„Könnt ihr schwimmen?“
Das das nicht selbstverständlich war, hatte er ja gerade erst bei Cris erfahren. Er schaute fragend in die Runde und prüfte in Gedanken, ob sie genug Seil hatten.
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Re: Alles hat seinen Preis..

Beitrag von Erzähler » Freitag 25. August 2023, 21:32

Manchmal traf man auf Individuen, die man sehr gut um sich haben konnte. Crystin war so eine Person. Bescheiden, freundlich und liebreizend. Sie war wohl das, was man mit Fug und Recht den ‚Leim‘ der Gruppe nennen konnte. Zumindest, wenn es um Razag ging. Dass er gar nicht auf die Idee gekommen wäre, Crys einfach zurückzulassen, war für eben jene nicht ansatzweise so klar gewesen. Dann gab es da noch jene, die anführten und denen man folgen wollte oder konnte. Zarrah’lindae war eben jene Anführerin, die sich durch Fairness und Sachlichkeit auszeichnete, dabei aber nicht ungerecht oder übermäßig streng war. Sie war jemand, den man eventuell respektieren konnte, wenn man sich nur darauf einließ. Noch war die Dunkelelfe eher Mittel zum Zweck, sowohl für Kaninchen als auch Ork, doch die Weichen standen gut, um auch mehr Wege zu bestreiten. Dann gab es da jene Personen, die sich einfach anpassen konnten. Das traf auf Razag zu. Er nahm die Dinge, wie sie kamen und schaffte somit eine Basis, die weitaus mehr versprach, als nur der bloße Kraftprotz der Gruppe zu werden. Und auch Synnover schaffte es, sich stets anzupassen. Er verfolgte seine eigenen Ziele, auch wenn er es noch nicht klar benennen konnte. Im Moment blieb er bei der Gruppe, weil sie die einzigen waren, die ihm Obdach und Sicherheit geben konnten. Jeder auf seine Weise. Razag wusste Syn damit zu reizen, dass er erstens nicht totzukriegen war und schließlich Witze wie kein anderer in petto hatte. Er war interessant genug, damit sich das Kaninchen nicht langweilte. Crystin hatte etwas, was Syn haben wollte: Pure Energie. Lichtmagie war etwas so Wundervolles, dass er sich gern daran ergötzte, wenn er sie bekommen konnte. Außerdem nähte sie ihm sein Kleid. Sie hatte also auch einen Nutzen. Zarrah allerdings war etwas anderes. Bis vor wenigen Augenblicken war sie noch seine Herrin gewesen. Ein Umstand, den er akzeptieren musste, weil er es nicht anders kannte. Doch auf einmal war sie… Eine Begleiterin. Und er konnte sich überlegen, ob er folgen wollte oder lieber zurückging. Er konnte sich noch nicht entscheiden. Zu frisch war die neue Information und die Sprengung des sozialen Gefüges innerhalb ihres Quartetts. Sowohl Razag als auch Syn wussten noch nicht damit umzugehen. Und so blieb vorerst alles beim Alten. Zarrah forderte den Aufbruch, nachdem sie Saqir forsch zum Gehen aufforderte und die Gruppe gehorchte. Allerdings fand die Veränderung bereits doch statt. Klammheimlich suchte sie sich ihren Weg und eröffnete unzählige, neue Möglichkeiten. Möglichkeiten, die erst noch aufgenommen und verarbeitet werden mussten. Allerdings führte das Lösen der Ketten auch dazu, dass sich die Freiheit auf grobe Art Bahnen schlug. Syn entfernte sich von der Gruppe und folgte dem aufgeblasenen Dunkelelf in den Wald. Zuvor hatte er ihm noch über die Wange geleckt und Razag’s Krebs so von dem verdutzten Gesicht entfernt.
Jetzt aber hatte er anderes im Sinn. Er war frei. Und er entschied frei. Oder nicht? Oder war es ihm nach wie vor wichtig, seine ‚Herrin‘ zu schützen und ihre Ehre zu verteidigen, weil er es nicht anders kannte? Synnover würde darüber nachdenken – irgendwann – oder auch nicht. Das spielte zu diesem Zeitpunkt keine Rolle, denn er konzentrierte sich gar nicht darauf. Er sah den Nacken Saqir’s und war ganz ruhig auf einmal. Dann knackte er mit seiner Sohle einen Ast entzwei und Saqir wandte sich alarmiert um. Als er Syn erkannte, grinste er plötzlich. „Na mein Schöner? Auf den Geschmack gekommen?“, fragte er mit süffisantem Blitzen in den Augen. Dann weiteten sie sich erschrocken, als ihm die eigene Luft wegblieb. Bildete er sich das ein? Syn erkannte ein wahres Feuerwerk an Fragen, die durch seinen Geist zuckten, während ihm die Luft abgedrückt wurde. Bis er einfach stumpf nach vorn fiel und im weichen Moos des Waldbodens liegenblieb. Regungslos. Mit weit aufgerissenen Augen. Synnover folgte einer einstudierten Mechanik und wollte ihm noch die Kehle durchschneiden, besann sich aber im letzten Moment. So sah es nicht gleich nach Mord aus. Mord. Etwas, was er zur Belustigung vieler ständig getan hatte. Darüber war er berühmt geworden. Oh, welch glückliche Zeiten in Saus und Braus. In Freiheit… oder? Syn ließ den toten Dunklen liegen und kehrte mit Seelenruhe im Herzen zu der Gruppe zurück. Sein Fehlen war nicht wirklich aufgefallen.

Alle hingen ihren Gedanken nach und so kehrte er zu Razag zurück, nachdem er sein Zeug gepackt hatte. Razag hingegen schien, je länger er draußen in den Wäldern war, immer mehr aus seiner Erinnerung schöpfen zu können. Obwohl Orks keine Seefahrer oder Bootsbauer waren, rief er ein fundiertes Wissen über verschiedene Arten der Flussfahrt ab und ließ die Gruppe daran teilhaben. Crystin beobachtete Raz dabei und nickte anerkennend. „Erstaunlich, was du alles weißt, obwohl du doch schon so lange in… naja, in Morgeria lebst.“, bemerkte sie und lächelte dann. Offenbar lösten sich mehr als die Ketten der Sklaverei. Auch Ketten um liebgewonnene Erinnerungen begannen sich zu lockern und gaben Wissen frei, das gänzlich verschollen schien. Syn wollte also wissen, ob sein grüner Kumpel in der Lage wäre, das Gefährt zu steuern. Und jener bejahte. Nun, schwer war es wirklich nicht, denn es gab eben die langen Stangen, mit denen man auf den Grund stocherte, um sich davon abzustoßen und schließlich das Ruder am Heck, mit dem man etwas lenkte. Stromschnellen hatten sie vorerst nicht zu erwarten. Trotzdem wollte Razag wissen, wie so die Kenntnisse der Gruppe waren. Zarrah blieb bei allem bedeutend ruhig. Seit dem Vorfall von Saqir, hatte sie kein Wort mehr gesagt. Sie hatte sich um das Gepäck gekümmert und Razag durfte feststellen, dass sie sehr wohl wusste, was sie zu tun hatte. Bei Crys oder Syn sah das gewiss anders aus. „Könnt ihr schwimmen?“ Crystin schüttelte noch mal den Kopf. Syn musste die Frage noch beantworten und Zarrah nickte schlicht, bevor sie auf das vordere Floß kletterte und Crys ihr folgte. Jene drehte sich noch mal um und lächelte. „Also dann…“, verabschiedete sie sich vorerst und setzte sich dann auf die Holzstämme. Die Qualität der Flöße war vollkommen in Ordnung. Zarrah musste einen guten Preis bezahlt haben, damit sie vernünftig weiterfahren konnten. Sobald alle ihren Sitz bezogen hatten, legten die Vier ab und fuhren, unabhängig voneinander los.

Razag und Syn weiter bei: Unterwegs im Sarius
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