Caveat emptor

Rumdett besitzt keinen öffentlichen Markt, wer sollte dort auch schon etwas kaufen? Hier bekommt man alles in den dunklen Gassen der jeweiligen Viertel oder bei sich herumtreibenden Händlern, die ihre Ware praktisch überall anpreisen.
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Caveat emptor

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 9. August 2012, 12:12

[Pallas Mercator komt vom Teufelsrochen]

Der Schwarzmarkt Rumdetts war ganz anders, als die Marktplätze der übrigen Welt. Nirgendwo gab es Büttel, es gab keine Einschränkungen des Handwerks durch die Zünfte oder des Handels durch die Gilden. Von den angebotenen Gegenständen wurden nur wenige vor Ort hergestellt. Hier waren Waren aus ganz Celcia bunt miteinander vermischt.
Die Waffen beispielsweise: Sie machten die größte Gruppe aus, Säbel und Entermesser gab es viele, aber dazwischen waren auch unglaublich viele Exoten dabei, die man wild und ohne Fachkunde durcheinander gemischt hatte. Orkische Schwerter, Elfenbögen, Peitschen aus Sarma, Schlagringe mit und ohne Stacheln, Knüppel, kleine Messer, große Messer und man glaubt es kaum, Kampffächer und Sensen und viele weitere ausgefallene Stücke. Die Qualität variierte zwischen den Angebot sehr stark. Schartig neben glänzend, alt zwischen neu. Sogar ein edles Zierschwert, aus dem aber die Schmucksteine herausgehebelt und die Edelmetallverzierungen abgeschabt hatte.

Ein weiterer großer Umsatzpunkt war der Handel mit gewissen Mitteln. Straßenhändler verkauften Tabak an den einen, Schnaps an den nächsten und Rauschmittel an den dritten. Bei manchen Händlern war es nicht ersichtlich, ob sie mit Heilmitteln oder Giften oder vielleicht sogar mit beiden gleichzeitig handelten. Zauberpülverchen und Tränke gab es auch, angeboten von bärtigen Männern in dunklen, aber fleckigen Roben. Waren dies echte, heruntergekommene Zauberer oder war das alles nur Schwindel?
Die Arten des Gewerbes waren zahlreich, es schien, als gäbe es hier alles. Es gab sogar den ein oder anderen Laden, der die Qualität von bürgerlichen Städten ausstrahlte, zum Beispiel einer, in dem Karten von Handelsrouten und Navigationshilfsmittel angeboten wurden, ein besonders stattlicher Tätoowierladen, vor dem zwei junge Frauen Kostproben der Kunst auf nackter Haut zeigten, und sogar ein professioneller Schiffsbauer.

Und überall schwatzen die Leute, wie man aus anderen Städten kannte. Heute gab es nur ein großes Tagesgespräch. Die Blutsäufer waren im großen Stil losgesegelt, aber nicht, um irgendwelche Handelsschiffe zu plündern, sondern eine ganze Stadt. Nämlich Sarma, und zwar nicht allein, sondern mit Angehörigen des dunklen Volkes. Die Leute waren teilweise stolz, aber auch neidisch, gierig auf den Tag, wenn Schiffe voller Beute zurückkamen, skeptisch ob sich der Roderick, der Obersäufer, nicht übernahm. Die Hintergrundinformationen zu den Geschehnissen waren wirr und wurden nur widersprüchlich erklärt. Bald würde Sarma von den Rebellen zurückerobert. Und die Rebellen, wer waren sie? Sie hatten gegen die elfische Oberschicht rebelliert. Seit wann war Sarma von Elfen regiert? Konnte das alles stimmen?
Wenn man auf dem Schwarzmarkt alles finden konnte, konnte man dann wenigstens etwas Wahrheit kaufen?
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Re: Caveat emptor

Beitrag von Pallas Mercator » Freitag 17. August 2012, 17:31

Pallas empfand den Markt in Rumdett weniger als „schwarz“, eher als eine kunterbunte Mischung aus einem Jahrmarkt und einem Händlerviertel. In den kleinen Läden lagen Waren aus jedem Winkel Celcias vor, und jedes Stück hatte seine ganz eigene Geschichte zu erzählen. Was wohl dem Zierschwert widerfahren war, bis es seiner Schmucksteine beraubt zwischen dem restlichen Krempel landete? Es herrschte eine Vielfalt Warenangeboten wie man sie höchstens von einem Markt in Sarma kannte. Über die Wüstenstadt selbst waren zur Zeit eine Menge besorgniserregender und verwirrender Neuigkeiten zu hören, deren Wahrheitsgehalt Pallas nicht bestimmen konnte.

Da entdeckte er einen Kartenladen. Ob es da wohl Schatzkarten wie in den Geschichten gab? Er betrat den Laden durch die Tür, die daraufhin ein leises Klingeln von sich gab. Am Tresen stand ein älterer Herr über einen großen Bogen Papier gebeugt, der beim ertönen des Türglöckchens kurz aufsah und grüßte, sich aber gleich wieder in seine Arbeit vertiefte. Der Laden war zum bersten gefüllt mit eingerollten Land- und Seekarten. An der Wand rechts von Pallas hing die größte Karte, die dieser je gesehen hatte. Ihre Diagonale betrug bestimmt zwei Schritt und es war viel Zeit und Mühe investiert worden, um sie zu zeichnen. Sie war mit säuberlicher Handschrift auf Celcianisch beschriftet und mit viel Liebe zum Detail gestaltet worden. Auf dem unteren Teil der Karte fand er Rumdett. Pallas hatte bis her, wie die meisten rechtschaffenen Seeleute, nicht genau gewusst wo die Piratenstadt lag. Jetzt erkannte er, dass sie ziemlich zentral an der Küste des Südmeeres lag, etwa gleich weit entfernt von Venthas Seeweg und dem Eiskanal. Auch Andunie und Santros lagen etwa gleich weit von Rumdett entfernt. Die Position der Stadt war also Ideal für die Überfälle der Piraten geeignet, da sie genau in der Mitte der wichtigen Handelsroute lag. Das erklärte auch das reiche Handelsangebot.
Pallas verließ den Laden wieder und schlenderte nachdenklich durch den Schwarzmarkt. Beim schmuggeln von Waren aus Rumdett in andere Teile Celcias kann man sich gewiss eine goldene Nase verdienen...

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Re: Caveat emptor

Beitrag von Gestalt » Dienstag 21. August 2012, 19:41

In einer ruhigen Straße wurde Pallas auf einmal von einem schwarzhaarigen Burschen angesprochen. Er war etwa vier Jahre jünger als der Händlerssohn, aber ihm sprossen die Barthaare schon großzügig aus den Wangen, und seine bullige Statur ließ ihn etwas älter wirken.
„Ich weiß, was du mit Onkel Caspar abgemacht hast.“, sagte er leise, sodass niemand es hören konnte. „Ich werde nur aufpassen, dass dir nichts passiert, denn sonst muss ich noch ein halbes Jahr hier in diesem Drecksloch verbringen. Außerdem nimmst du jetzt gefälligst den dämlichen Ring ab, bevor ich ihn dir sonstwohin stecke.“

Der Neffe war zwar ungehobelt, aber man konnte ihm eine verschlagene Intelligenz ansehen. Er lief so neben Pallas nebenher, dass dieser gar keine Chance hatte von ihm wegzukommen. Mit zischelnden Flüstern fuhr er fort: „Mein Vater glaubt, betrogen worden zu sein. Ich weiß nicht, ob das stimmt und ob der andere Spieler überhaupt ein Betrüger ist. Ich hätte den Kerl so oder so einfach abgemurkst, aber mein Vater tickt eben anders. Deshalb ist es wichtig, dass du den Typen anschwärzt, egal ob du nun wirklich etwas gesehen hast oder nicht. Wenn mein Vater bis morgen früh sein Boot nicht wieder hat, dann bist du tot. Ich brauche es nicht einmal wie einen Unfall aussehen lassen, weil sich in Rumdett keiner um einen schert, der nicht unter dem Schutz einer der großen drei Banden steht.“ Seine kalten Augen verrieten, dass er nicht scherzte.

„Nachdem das jetzt geklärt ist... Freut mich, deine Bekanntschaft zu machen. Ich bin Ferim. Wenn du noch Fragen hast, werde ich sie dir beantworten. Aber ich werde nicht allzuviel Zeit in deiner Nähe verbringen können, sonst kriegt noch jemand Wind von der ganzen Geschichte.“
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Re: Caveat emptor

Beitrag von Pallas Mercator » Donnerstag 6. September 2012, 14:01

Die Verwandtschaft zwischen Caspar und Ferim war nicht zu verkennen. Pallas hätte zwar eher auf Vater und Sohn getippt, aber Onkel war schon nahe dran. Caspars Neffe wies jetzt schon einen starken Bartwuchs auf, der dem seines Onkels in ein paar Jahren in nichts nachstehen würde. Fast schon ein bisschen neidisch strich sich Pallas über das Kinn, wo sich, nach Tagen ohne Rasur, nur ein paar unbedeutende Stoppeln befanden.

Als Ferim ihn auf seinen Ring ansprach, nahm er diesen in die Hand und hielt ihn in der faust versteckt. Den Ring zu verkaufen schien ihm jetzt zu Riskant, kam er sich doch vor wie ein Schaf im Wolfspelz und um ihn herum lauter hungrige Wölfe. Ferims Worte waren dabei nicht gerade hilfreich. Umso unvorbereiteter traf Pallas der plötzlicher Gesinnungswandel. Wenigstens schien er zeitweise einen Verbündeten zu haben.

Pallas bedeutete er Caspars Neffen, dass er gehen wollte. „Gehen wir doch zum Hafen, damit ich das verdammte Ding im Meer versenken kann,“ sagte er.
Sie schlenderten eine Weile durch Rumdett, als Pallas begann seine Fragen zu stellen.
„Nun, wisst Ihr“, fing er zu Ferim gewandt an, „eigentlich muss ich alles über dieses Ereignis heute Abend erfahren, oder zumindest so viel wie möglich.“
„Geht das nicht ein bisschen genauer“, entgegnete Ferim mit einem gelangweilten Blick, "Sonst dauert das ja den ganzen Tag!"

In Pallas Kopf wirbelten tausende Fragen umher, und er sollte jetzt die wichtigsten Herauspicken? Sie schlenderten weiter richtung Hafen und Pallas dachte angestrengt nach. „Hört zu“, sagte er, „drei Dinge muss ich auf jeden Fall wissen: Wo findet das Kartenspiel statt, wann findet das Kartenspiel statt und wer ist dieser mysteriöse Typ, der euer Schiff hat?“ Das sollte für den Anfang genug an Informationen sein.

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Re: Caveat emptor

Beitrag von Gestalt » Montag 10. September 2012, 19:17

Ferim blieb eine Weile bei Pallas, er wirkte aber ungeduldig und störrisch. Es missfiel ihm scheinbar, in dessen Gesellschaft zu bleiben. Der Weg zum Hafen war nicht weit und bald schon befanden sie sich auf einer Straße, die direkt zum Kai führte.
Die Fragen, die Pallas stellte, beantwortete Ferim nicht augenblicklich, sondern erst knurrte er etwas. Dann erklärte er: „Ich kenne den Ort nicht, wo es stattfindet. Bevor Caspar unser Schiff verzockt hat, wusste ich selbst nicht einmal, dass diese Kartenspiele stattfinden. Aber ich weiß, dass es beim letzten mal bei Dämmerung angefangen hat, weil Caspar mir ständig erzählt, wie er übers Ohr gehauen wurde. Mysteriöser Typ? Spinner trifft es besser. Religiös, möglicherweise ein Fanatiker. Aber Geld hat er wohl genug. Dürfte knapp über deinem Alter liegen.“

Die Wellen ein paar Schritten unter ihren Füßen spritzten schäumiges Wasser hoch. Die See war leicht unruhig. „Ich muss jetzt verschwinden.“, sagte Ferim. „Achja, Du musst das Ding nicht versenken. Du kannst es ja wegstecken. Oder wenn ich drüber nachdenke, ist das echtes Silber? Vielleicht finde ich ja einen Abnehmer dafür...“ Ferim holte seine Geldbörse hervor, schüttelte alle Münzen heraus.
Neun Lysanthemer und zwei Dutzend Fuchsmünzen.
„Bar auf die Hand dafür, wie wär's?“
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Re: Caveat emptor

Beitrag von Pallas Mercator » Mittwoch 19. September 2012, 17:33

Ferim wusste anscheinend auch nicht so genau Bescheid darüber. Das Kartenspiel musste eine echt geheime Sache sein. So geheim, dass selbst die meisten Piraten nichts davon wussten. Pallas bezweifelte langsam, dass es sich hierbei um ein – für Piratenverhältnisse – gewöhnliches Kartenturnier oder derlei handelte. Und sein „Gegner“ sollte auch noch ein religiöser Fanatiker sein, und das wo die Götter Pallas momentan nicht gerade wohlgesonnen waren. Zumindest Ventha, wie es schien. Ausgerechnet in ihrem Seeweg wurde die Sonnwind gekapert! Pallas hatte eigentlich schon Lust gehabt den Ring als Zeichen seiner Ablehnung weit ins Meer zu werfen, aber er besann sich eines Besseren, angesichts des in der Sonne glänzenden Haufen Münzen in Ferims Hand. Ohne lange zu überlegen warf er Ferim den Ring zu. „Nimm ihn, er bedeutet mir nichts... mehr“, sagte Pallas. Dann füllte er seinen Beutel mit Ferims Münzen. Gedankenverloren schlenderte Pallas zurück Richtung Taverne und wog den nun schweren Geldbeutel in seiner Hand. Ventha musste seinen Weg hier her geleitet haben, dachte er sich und steckte sein Geld ein. Vielleicht wartete ja bereits jemand in der Taverne auf ihn um ihn zum richtigen Ort zu führen, oder um ihm ein bisschen mehr Informationen zuteil werden zu lassen.

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Re: Caveat emptor

Beitrag von Erzähler » Montag 24. September 2012, 11:09

Beim Goldschmied war ein fein gearbeiteter Anker-Ring teurer als dieser Preis. Aber im Pfandhaus bekam man weniger dafür, als Ferims anbot. Wo wollte er das Schmuckstück mit Profit verkaufen? Der Ring verschwand in seiner Hosentasche und im Gegenzug bezahlte Ferim ohne Tricks und ohne Murren.
Das war auch vorerst das letzte, was Pallas von ihm sah, denn Ferim machte sich auf den Weg und verschwand in einer Gasse. Er hatte angedeutet, dass ein Verwandter Caspar nicht allzuviel Zeit in der Nähe eines augenscheinlich unparteiischen, neutralen Mitspielers verbringen sollte.

Der Weg zurück zum Teufelsrochen war einfach zu finden, immerhin gab es eine fast direkte Straße vom Hafen dorthin, vermutlich ein Grund für dessen Erfolg, denn siegestrunkene Piraten war bei der Heimkehr vermutlich nicht nach langen Marsch.

[Pallas kehrt zurück zum Teufelsrochen]
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Re: Caveat emptor

Beitrag von Pallas Mercator » Freitag 21. Februar 2014, 17:59

[Pallas kommt von Der Hafen Rumdetts]

Den passenden Händler zu finden, war um einiges schwieriger als in normalen Städten, da sich der Handel in Rummdett nicht an einem zentralen Marktplatz konzentrierte, sondern stattdessen über die Seitengassen und Hinterhöfe der ganzen Stadt verstreut war. Das ganze mutete eher wie ein skuriller Jahr- oder Straßenflohmarkt an. Die meisten Händler waren als Gemischtwarenhändler einzuordnen, die versuchten alles zu Geld zu machen was sie in die Finger kriegen konnten, ansonsten Scharlatane und Quacksalber, die ihre Tinkturen und Talismane loswerden wollten. Während er durch die Gegend streunte versuchte er hier und da sein Repertoire mit Rumdetter Floskeln und Verhandlungstricks zu erweitern, in dem er so viel wie möglich von den lokalen Händlern und Käufern aufschnappte. Gleichzeitig hielt er Ausschau nach Nahrungsmitteln.

Bei einem Händler kaufte er schließlich Schiffszwieback und etwas Trockenfleisch, die Standardnahrungsmittel für Seereisen, ein. Für die Menge ging er von der Tagesration die er auf der Sonnwind bekommen hatte, wie er sie ungefähr im Kopf hatte, aus und rechnete das ganze überschlagsmäßig hoch auf sechs Personen und ungefähr eine Woche. Sie würden zwar vermutlich nicht so lange Segeln müssen, aber es war bestimmt nicht schlecht unvorhergesehene Ereignisse mit lang haltbaren Lebensmitteln abzudecken. Bei einem anderen Händler fand er noch ein paar Zitronen. Er hatte mal einen Seemann sagen hören, sie würden Skorbut heilen oder verhindern, also nahm er ein paar davon mit. Für die Nahrungsmittel kam er mit Ferims Gold aus.

Anschließend begutachtete er im Vorbeigehen das reichhaltige Sortiment an Säbeln. Hin und wieder, wenn ihm etwas besonders ins Auge stach, näherte er sich dem Stand und untersuchte eine Waffe genauer, wog, wie sie in der Hand lag, überprüfte die Klinge auf offensichtliche Mängel und verhandelte um den Preis. War er nicht überzeugt, ging er weiter zum nächsten Händler, die Konkurrenz am Waffenmarkt war ja schließlich groß genug. Letztendlich entschied er sich für ein schlichtes aber ordentliches Entermesser, welches er auch mit seiner geringen Körperkraft gut handhaben konnte. Er konnte den Händler überzeugen, mit dem Preis um ein fünftel runter zu gehen, also bezahlte er für die Waffe einen Lysanthemer und zwölf Fuchsmünzen.

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Re: Caveat emptor

Beitrag von Erzähler » Samstag 1. März 2014, 11:32

Beim Einkaufsbummel wurde Pallas Mercator von Atlas begleitet. Der Junge trug einen großen Rucksack von Dora auf dem Rücken. Während der Händlerssohn das Verhandeln übernahm, verstaute er die Vorräte. Gelegentlich erzählte er dies und das über einige der Straßen, aber weniger als sonst.
Als Pallas der Meinung war, genug besorgt zu haben, pflichtete der Junge ihm bei. Der Rucksack war bis oben hin voll und Atlas verabschiedete sich. „Wir sehen uns bei Ferim wieder, in Ordnung?“

Ohne Begleitung klapperte Pallas die Waffenhändler ab. Irgendwann entschied er sich für ein Entermesser aus gutem Stahl und mit passabler Verarbeitung. Der Händler versuchte, alle Register zu ziehen: „Du kommst her, kaufst nur so einen ganz kleines Messerchen und willst da noch 'rumfeilschen. Du ziehst mir das letzte Hemd aus. Ich kann nicht so weit runtergehen, wenn du dir nicht mindestens ein paar meiner Schwerter anschaust! Ich meine es ja nur gut mit dir. Bei der persönlichen Sicherheit sollte man niemals sparen. Wie wäre es mit so einem Todschläger oder ein paar Wurfpfeilen. Was? Bei einem anderen kaufen! Ja, ich geh ja schon mit dem Preis runter - Du machst mich arm, weist du das?“, jammerte der arme Händler mit den zwei Goldzählen und der Silberkette.

Als Pallas sich gerade ein paar Schritte vom Laden entfernt hatte, sah zwei bekannte Gesichter, aber zum Glück sahen sie ihn nicht. Es waren die beiden Adjutaten von Caspar, mit denen der Piratenkapitän das Kartenspielen geübt hatte.
Sie folgte einer dritten Person, die einen Mantel mit Kapuze trug und einen zackigen Gang hatte.
Die drei machten eine Biege nach rechts und wenn Pallas hinschaute, konnte er mehr von der Person erkennen, welche die beiden Piraten anführte.
Ein Arm lag in einer Schlinge um den Hals, aber die gesunde Hand ruhte sehr nahe an einem griffbereiten Säbel – Caspars Säbel. Über das eine Auge ging eine Bandage. Die Haare waren viel kürzer geschert und sie war den Fez losgeworden. Die Amazone weilte unter den Lebenden.
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Re: Caveat emptor

Beitrag von Pallas Mercator » Sonntag 2. März 2014, 13:08

Er war kaum aus dem Laden herausgetreten, als er wie angewurzelt stehenblieb. Nicht weit von ihm hatte er die Amazone entdeckt. Das war ja interessant. Interessant und sehr beunruhigend. Nicht nur, das die Amazone noch lebte, sie befand sich auch noch in Begleitung von Caspars Vertrauten. Und es sah nicht so aus, als ob sie deren Gefangene wäre, sonder eher als würden die Männer ihr folgen. Sie war bewaffnet, und nicht mit irgendeiner Waffe, sondern mit Caspars Säbel, was die Piraten niemals zulassen würden, hätten sie vor, Caspar zu rächen.

Nach dem er seinen anfänglichen Schreck überwunden hatte, tauchten ein brisante Frage in seinen Gedanken auf: Warum machen die drei gemeinsame Sache?
Hatten die Piraten nach dem Tod ihres alten Kapitäns einfach die Gelegenheit ergriffen und sich der neuen Besitzerin des Schiffes angeschlossen? Oder hatten sie die Amazone gerettet, weil sie erkannt hatten dass die sie eine ziemlich wichtige Person war? Ihren Verletzungen nach zu urteilen hatte ein Kampf stattgefunden, in dem es schlecht für die Amazone ausgesehen haben musste.
Aber er konnte sich genauso gut auch täuschen. Um Gewissheit zu erlangen, musste er mehr über diese neue Allianz herausfinden. Neugier und Übermut überkamen ihn und er beschloss, der Gruppe unauffällig zu folgen. Wenn er Glück hatte, konnte er ein Gespräch belauschen.
Die drei waren nach rechts abgebogen. Pallas folgte ihnen bis zur Straßenecke und versuchte sich ganz unauffällig zu verhalten, während er so tat als würde ihn irgendwelcher Plunder in der Auslage eines Händlers interessieren. Nach diesem Schema fuhr er fort und verkleinerte dabei von Straßenecke zu Straßenecke und von Händler zu Händler den Abstand. Das war allerdings Riskant, und Pallas tat sein möglichstes immer in Deckung und außerhalb ihres Gesichtsfeldes zu bleiben.
Ferim hätte es viel leichter. Der würde sich einfach als irgendwas verkleiden und hinter ihnen herspazieren und sie würden ihn nie erkennen , dachte er, aber Ferim war nicht da und er konnte die Gelegenheit nicht einfach ungenutzt verstreichen lassen. Wer wusste schon, welche Übeltaten das Trio ausheckte?

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Re: Caveat emptor

Beitrag von Erzähler » Sonntag 9. März 2014, 11:19

Die Amazone schien keine Zeit zu verschwenden. Sie lief schnell, aber sie rannte nicht. Die beiden Piraten mussten sich ran halten, um nicht abgehängt zu werden. Es war kein leichtes, ihr unauffällig zu folgen, ohne zurückzufallen.
Einige Straßen später gab es aber die Gelegenheit, aufzuholen, denn das Trio erreichte das angepeilte Ziel. Es war ein Laden, der erstaunlich seriös für die Rumdetts Verhältnisse war. Es waren keine Waren davor ausgelegt, kein Verkäufer bedrängte Passanten und es gab keine Beschriftungen. Einzig ein hölzernes Schild in Form eines Federkiels zeigte an, dass es überhaupt ein Laden war. Das Gebäude hatte Fensterscheiben, aber sie waren so milchig, dass man nicht durchsehen konnte – was vielleicht beabsichtigt war.

Die Amazone trat ein, während die beiden Piraten davor standen und erst einmal durchatmeten. Später fingen sie an zu reden. Gelegentlich schauten sie verstohlen zur Ladentür. Das Gespräch ging vermutlich über ihre neue Herrin. Neben dem Laden verlief eine sehr schmale Gasse. Wenn der Händlerssohn es wirklich darauf anlegte, konnte er einen Weg dorthin finden, um von dort das Gespräch zu belauschen, ohne gesehen zu werden.
Oder er könnte könnte den Laden betreten, wenn die Amazone wieder weg war. Oder beides oder keines von beiden. Wie es Pallas beliebte.
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Re: Caveat emptor

Beitrag von Pallas Mercator » Mittwoch 19. März 2014, 23:32

Die Amazone führte die Gruppe zu einem Laden mit einem Federkiel auf dem Schild, betrat den Laden aber alleine. Ihr Gefolge blieb vor dem Laden zurück. Direkt neben dem Laden befand sich eine kleine Gasse, so schmal das kaum Licht hineinfiel. Das ideale Versteck um die Piraten abzuhören. Anschließend würde er den Laden unter die Lupe nehmen, sobald die Luft rein war natürlich. Wenn er sicher wüsste, dass die Gasse keine Sackgasse war, würde er versuchen von der anderen Seite hineinzugelangen. So musste er es aber mit dem direkten Weg versuchen.
Der Laden selbst hatte keinen Stand vor sich stehen, wohl aber die Häuser in der näheren Nachbarschaft. Pallas brachte sich möglichst nah am Gässchen vor einer Bude in Position und wartete einen günstigen Moment ab. Als ob er nur eine Abkürzung durch die Gasse nehmen wollte, um seinen Einkaufsbummel vorzusetzten verschwand er um die Ecke und drückte sich in die Schatten an die Hauswand, sodass er von den Piraten nicht gesehen werden konnte. Mal sehen was sie so zu erzählen hatten.

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Re: Caveat emptor

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 26. März 2014, 19:18

Pallas hatte Glück mit seinen Plan. Ohne die beiden Piratenwächter zu alamieren, konnte er in die Gasse schlupfen und deren Gespräch mithören.

"...ruhige Kugel schieben. Ich befürchte unter unseren neuen Führung wird das nicht gehen."

"Vergiss Caspar.", sagte der unruhige Zeitgenosse, der immer diesen wilden Blick hatte. "Caspar ist jetzt tot. Sie hat ihn abgestochen und zwei weitere von unsere Bande dazu."

"Und ich glaube, das wird noch Konsequenzen haben."

"Das glaube ich nicht. Die beiden Trottel haben eben zu spät gemerkt, dass sich der Wind gedreht hat."

"Wie poetisch, du Saftsack."

"Halt's Maul. Habe ich dir schon erzählt, was später in der Nacht passiert ist?"

"Ungefähr tausend M..."

"Sie läuft blutüberströmt zu Finns Hauptquartier und weckt ihn auf - Finn höchstpersönlich. Und dann erklärt sie ihm, sie hat Caspar umgelegt und will dessen Geschäft fortsetzen."

"Ja, das kann ich mir überhaupt nicht erklären, warum er das angenommen hat. Ich meine..."

"Ich weiß schon warum. Obwohl Caspar ihn ordentlich bezahlt hat, war er ein feiger Erbsenzähler und deshalb passte er nicht ins Finns engeren Kreis."

"Er war vernünftig und wir haben immer gut verdient, ohne viel zu riskieren."

"Und trotzdem hat sich der Rest unserer Bande ohne Mucken ihr angeschlossen - du eingeschlossen. Oh Mann, die Braut hat Feuer im Blut."

"Sag bloß... Du stehst auf sie!"

"Halt die Klappe. Halt die Klappe. Halt die Klappe!"

"Das ist eine Amazone, Mann. Hast du dich nie gefragt, was für Frauen sich auf eine Insel ohne Männer zurückziehen? Wenn du bei der in der Kiste landen willst, musst du dir schon ein Paar Brüste wachsen lassen. Hahaha. Ha..."

Peinliche Stille. Ein Räuspern, das nach besagter Amazone klang. Wie viel hatte sie vom letzten Teil mitbekommen? Das Trio setzte sich in Bewegung. Genau am Gasseneingang vorbei. Keiner der dreien nahm von Pallas Notiz. Die beiden Piraten starrten nämlich beschämt zu Boden, anscheinend hatte ihre neue Herrin sie im Griff. Und die Amazone selber hatte das verbundene Auge genau auf der Seite, auf der Pallas im Schatten kauerte.

Sollte er sich entschließen, nun den Laden zu betreten, würde er bloß auf einen uralten Mann an einem Schreibpult treffen. Der Laden war gefüllt mit Regalen mit verschiedensten Sorten Papier, Farben, Tinte, Federkielen und Kohlestiften, aber es wirkte nicht so, als würden diese Dinge zu Verkauf stehen.
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Re: Caveat emptor

Beitrag von Pallas Mercator » Freitag 4. April 2014, 11:32

Hörte sich ganz so an, als wäre Ferims Plan, das Bündnis zwischen Piraten und Amazonen zu zerschlagen, nach hinten losgegangen. Anscheinend hatte sie ziemlich problemlos Caspars Platz in Finns Truppe eingenommen. In der Schreibstube hatte sie bestimmt als letzte Maßnahme die Besitzurkunde auf ihren Namen ändern oder fälschen lassen. Jetzt führte sie ganz „offiziell“ Caspars Geschäfte, sein Schiff und seine Männer.

Er hatte genug gehört. Höchste Zeit das Glück nicht noch weiter herauszufordern und zu verschwinden. Die anderen machten sich bestimmt schon Sorgen wo er so lang abgeblieben war.

Er ließ der Amazone zur Sicherheit einige Minuten Vorsprung, bevor er sich auf den Rückweg durch die belebteren Teile Rumdetts machte.
Ferim würde nicht erfreut über die Nachrichten sein. Schwer zu sagen was sie für den Fluchtversuch der kleinen Gruppe bedeuten würden, aber es war sicher, dass sie höchst ungünstig für die celcianische Schifffahrt waren.

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Re: Caveat emptor

Beitrag von Erzähler » Sonntag 13. April 2014, 15:17

Pallas hatte sich bereits ein Bild aus den Informationen gemacht, die er erfahren hatte und machte sich auf den Weg zurück. Atlas hatte Ferims Kellerwohnung als Treffpunkt genannt. Als er die Klappe erreichte, stellte er fest, dass sie nicht abgeschlossen war, aber die Stimmen, die er ganz leicht hörte gehörten Atlas und Ferim.
Als er reinkletterte, wurde sein Anwesen registriert, aber die beiden führten ihr Gespräch fort.

Der Schauspieler hatte die Spiegelscherbe abgenommen und wickelte sie gerade in ein Tuch ein. Atlas, schaute kritisch rein.
„Ich habe mich schon immer gefragt, wofür ein Priester einen Spiegel braucht. Ich will jetzt nicht anmaßend klingen, aber ist das nicht etwas eitel?“
„Die Frage nehme ich dir nicht übel, Atlas. Es ist tatsächlich ein kleiner Luxus. Ein Spiegel hilft mir bei der Meditation. Als Symbol der unverzerrten Selbstbetrachtung ist es nützlich. Aber wie schon gesagt, ist es nur ein Symbol und ich würde es sofort für jeden guten weltlichen Zweck hergeben. Du siehst, wenn ich ihn hierlasse, könnte in der Zukunft ein besagter Zweck diesen Spiegel missen.“
„Aha.“

„Oh Pallas, du bist wieder da.“, sagte Ferim. „Wieso schaust du so rein, hast du etwa einen Geist gesehen?“
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Re: Caveat emptor

Beitrag von Pallas Mercator » Sonntag 27. April 2014, 23:31

Pallas stieg die Luke hinunter.
"Nun, ich hab ja auch wirklich ein Gespenst gesehen. Zumindest fast. Bestimmt erinnerst du dich noch an die Amazone von gestern Nacht..." Er warf Atlas einen Blick zu, damit dieser das zuletzt gesagte nicht falsch verstand, denn anscheinend dachte er wirklich, dass Ferim wirklich ein Feylin-Priester war "...Von der wir dachten, dass die Piraten sie in Stücke gehauen hätten? Nun, sie ist quicklebendig, zwar ein bisschen zerschrammt aber am Leben. Das schlimmste kommt aber noch: Sie macht jetzt Caspars Arbeit und befehligt seine Männer. Ich konnte ein Gespräch belauschen und erfahren, dass sie gestern noch bei Finn gewesen ist um die Abmachung zu besiegeln, und heute war sie in so einem feinen Schreiberladen, bestimmt um irgendwas an der Besitzurkunde rumzupfuschen. Ich hoffe nur, dass die ganze Sache unserer Flucht nicht schadet."
Jetzt wo er es ausgesprochen hatte, kam ihm der Gedanke, dass Ferim sich entscheiden könnte, zurückzubleiben, um seine Mission zu ende zu führen. Pallas würde ihn nur ungern hier zurücklassen müssen.

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Re: Caveat emptor

Beitrag von Erzähler » Samstag 10. Mai 2014, 08:19

In dem Moment, in dem Pallas von „in Stücke gehauen“ redete, wurde Atlas bleich.
„Ähm, ich mag solche gewaltsame Sachen nicht.“, murmelte er und kletterte die Luke hoch.

Ferim hörte sich alles ruhig an und setzte eine nachdenkliche Miene auf. „Damit hätte ich nie gerechnet. Aber wenn du das sagst, stimmt's auch.“

Nach einigen Augenblicken redete er weiter: „Aber das sind weitere Gründe, die Stadt zu verlassen. Die gute – nein... Die schlechte Frau wird ja wohl bemerkt haben, dass wir entkommen sind, und sehr wütend deswegen sein. Aber angenommen, wir schaffen es bis zu einem sicheren Hafen, dann können wir dort berichten, dass die Amazone eine Hehlerin der Piraten ist. Sobald sich dieses Wissen verbreitet, wäre das das Ende ihrer Karriere. Entweder man schnappt sie oder sie kriegt nicht genug Gold zusammen, um Finn an der Leine zu halten.“

Er knotete das Tuch um die Scherbe zusammen.

„Ich hätte das selbe mit Caspar gemacht, wenn ich damals die Möglichkeit hätte, die Stadt zu verlassen. So musste ich ihn aber mit der Besitzurkunde hinhalten.“
Er zögerte.

„Pallas? Was glaubst du, ist gefährlicher? So schnell wie möglich abzuhauen oder noch zu warten? Noch könnten wir alles abblasen. Aber in der Sache bist du jetzt unser Anführer.“
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Re: Caveat emptor

Beitrag von Pallas Mercator » Samstag 24. Mai 2014, 20:53

Ferim hörte sich an was Pallas zu erzählen hatte und stellte ihn dann vor die Wahl: Bleiben oder gehen? Ein schwerwiegende und verantwortungsvolle Entscheidung. Beide Möglichkeiten boten sowohl Vorteile als auch Risiken.
Pallas begann Laut zu überlegen, um Ferim an seinen Gedanken teilhaben zu lassen:
"Als Kapitän habe ich nun wohl die Verantwortung für uns alle. Beides hat seinen Vorteil, aber hier zu bleiben ist auf jeden Fall viel zu gefährlich. Wir ziehen dass jetzt durch. Die Außenwelt muss von der Amazone erfahren. Bei einem Versuch sie auf eigene Faust zu stoppen würden wir nur drauf gehen und dann wäre keinem geholfen, außer den Piraten natürlich. Wir müssen in Serna die jorsanische Flotte über die Machenschaften, die wir aufgedeckt haben, informieren.
Wenn das nicht hilft können wir immer noch nach Rumdett zurück kehren und selber etwas unternehmen. Wichtig ist jetzt erstmal, dass wir unsere Flucht nicht vermasseln. Ich habe meine Besorgungen erledigt, was steht als nächstes an?"

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Re: Caveat emptor

Beitrag von Erzähler » Samstag 31. Mai 2014, 23:57

„Gut, dann machen wir mit dem Plan so weiter wie gehabt.“, erklärte Ferim, als Pallas sich entschieden hatte. „Atlas hat mir Betrams Tagesablauf erklärt und wenn die Gehilfen es so ähnlich halten wie er, dann sind sie schon lange vor Sonnenuntergang nicht mehr beim Schiff. Ich habe mir die Freiheit genommen, den Zeitpunkt des Treffens beim Hafen auf eine Stunde vor Einbruch der Dunkelheit zu legen. Dann können wir noch im Dämmerlicht den Hafen verlassen.“

Der Schauspieler wechselte die Mönchsrobe mit weltlicherer Kleidung – genau die Klamotten, mit denen er vor einiger Zeit Pallas Mercator aufgelauert war. Vermutlich eine Vorsichtsmaßnahme. Die Robe wickelte er zusammen und schnürte zusammen mit ein paar anderen Habseligkeiten und der Spiegelscherbe ein Bündel, das er schulterte.
Atlas kletterte herein. „Einige dichte Wolken im Westen – ich schätze es wird eine halbe Stunde früher dunkel als sonst.“

Ferim richtete sich auf und schaute sich noch ein letztes Mal in seiner Wohnung um.

„Dann müssen wir jetzt gehen.“

[weiter am Hafen - Wo bin ich da bloß reingeraten? ]
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