Schlittenfahrt

Einst war dieser Landstrich grün und schön wie alle anderen. Doch als sich der Drache zum bislang ewigen Schlaf bettete, liegt dieses Gebiet unter einer glitzernden Schneedecke. Es ist kalt und frostig. Hier leben die Eiselfen, aber auch die tapferen Mantroner.
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Schlittenfahrt

Beitrag von Erzähler » Montag 6. August 2012, 09:47

Isildur Ranarion Ni'Tessin kommt von Der Nebel der Dunsthügel

Das Eisreich. Das bedeutete sinkende Temperaturen, die so manches Volk im Traum nicht einmal kannte. Es bedeutete Schneelbindheit, denn die farblosen Weiten konnten einen Geist befallen und schier wahnsinnig machen, wenn man nicht daran gewöhnt war. Es bedeutete Gefahr durch verschiedene Schneebestien, heftige Stürme oder Eisregen. Letzterer blieb glücklicherweise gerade aus, aber es war furchtbar glatt. Otis rutschte auf einer kaum sichtbaren Eisfläche aus, stürzte in bisher unberührten Schnee. Atka war sofort zur Stelle um ihm aufzuhelfen, aber Otis ignorierte den munteren Schneewolf. Er kam von allein wieder auf die Beine, fröstelte jetzt jedoch wegen seiner vom Schnee durchnässten Sachen.
"Es wird sowieso Zeit für uns, die Pelzmäntel anzuziehen", meinte Bryoja, die ihren Rucksack ablegte und darin nach den winterfesten Kleidungsstücken suchte. Sie verteilte daraufhin die Mäntel. "Es ist nicht mehr weit. Hier am Rand zum eigentlich Eisreich gibt es eine Station, die die Eiselfen eingerichtet haben und die wir Mantroner oder andere Reisende ebenfalls nutzen dürfen." Sie zeigte zu einem kleinen schwarzen Klecks inmitten der eisigen Wüste. "Seht ihr da hinten diesen dunklen Bereich? Das ist ein Wäldchen mit kräftigen, Schneekiefern. Sie bieten nicht nur Holz für ein Feuer, sondern dort finden wir auch, wonach ich suchte."

So machte man sich auf den Weg und erreichte schon bald das von Bryoja erwähnte Wäldchen. Rauch, die die ganze Zeit über ihren Köpfen geschwebt hatte, drehte ausholende, immer langsamer und kleiner werdende Kreise, bis sie schließlich irgendwo im Wald auf einem Ast gelandet sein musste. Die Gruppe konnte sich darauf verlassen, dass der Raubvogel an ihrer Seite blieb. Er hatte seine Loyalität bisher besser unter Beweis gestellt als Otis. Wobei man bei dem Piraten eben berücksichtigen musste, dass er nicht gerade jener von der sozialen Seite war. Er murrte hin und wieder, gab Flüche von sich, hielt sonst jedoch die Klappe. Aber auch er beteiligte sich an der Reise und gab seinen Beitrag - wenn man ihn dazu aufforderte. Das machte den Unterschied aus.
Doch zurück zum Fund der Gruppe. Zwischen den hohen, vom Schnee kaum angreifbaren Kiefern fand sich eine kleine, aber robut aussehende Holzhütte. Das Dach war mit Reet gedeckt und hielt so den Schnee durch eine dicke Schicht davon ab, sich wie ein kalter Mantel über das Gebäude zu legen. Die Wärme würde im Inneren gespeichert. "Hier können wir uns einen Moment ausruhen. Ich hoffe, der Schlitten ist noch da", sagte Bryoja. Sie zeigte auf die Hütte. "Wenn ihr eine Pause braucht, geht rein und nutzt sie. Es sollte Feuerholz vorhanden sein und am Ofen könnt ihr euch aufwärmen. Vielleicht finden sich sogar ein gemachtes Bett und die Möglichkeit, sich zu waschen. Schlafen sollten wir jedoch nicht." Sie warf Isildur einen bittenden Blick zu. "Wenn ihr den Ofen anheizt, würdest du dann Feuerholz hacken? Man hinterlässt dem nächst möglichen Anreisenden immer das, was man selbst verbraucht. So gehört es sich, um dieser Hütte überhaupt einen Nutzen zu geben. Ich mache derweil den Schlitten bereit, wenn er noch da ist." Sie umrundete die Hütte und ihr jauchzender Ausruf war wohl Bestätigung genug, dass sie den Schlitten gefunden hatte.
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Isildur Ranarion Ni'Tessin
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Re: Schlittenfahrt

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Mittwoch 8. August 2012, 12:00

Isildur konnte nur den Kopf über den Piraten schütteln, der so gar nicht ohne murren wach wurde.Und Kaffee kante der ehemalige Elf nicht einmal, so konnte er auch nichts erwidern, als dieser davon sprach. Rum war Isildur inzwischen vertraut und so war er der Meinung, dass wohl auch Kaffee ein alkoholische Getränk sein musste. Diese Piraten machten scheinbar nichts ohne Alkohol. Es war schon erstaunlich, dass sie sich überhaupt noch bewegen konnten.
In Isildurs Heimat gab es etwas, was aus dem Extrakt von Pflanzen gewonnen wurde, was in der Art einem starken Kaffee glich, doch selbst wenn Isildur gewusst hätte, welche Wirkung Kaffee hatte, so hätte er dieses Getränk nicht herstellen können.

Bryoja sah wirklich hübsch aus, als sie da so verschlafen sich die Augen gerieben hatte, nachdem er sie weckte. Wärme von Stolz durchfloss sein Inneres und er legte leicht schmunzelnd seinen Kopf schräg. Aber als sie ihn dann Plötzlich umarmte, war er stocksteif...so wie sie beim Wachwechsel in der Nacht. Ihr Hand griff wieder an sein Ohr und Isildur drückte sich gegen die Berührung um mehr zu bekommen. Als Katze hätte er jetzt zu schnurren angefangen.
„Morgen“ Sprach er leise und konnte gerade nach durch ihr Haar streichen, als sie sich von ihm löste. Er sah ihr einen Moment nach, bevor seine Pranke über seine Schnauze rieb und er wieder raus trat., dann löste sie sich.
Er folgte er hinaus. Otis war tatsächlich schon dabei ein essen zu richten und er konnte Atka sehen, der wohl etwas gefunden hatte.
Isildur half den Schneewolf die gefundenen Eier zu transportieren und kurz darauf war man am frühstücken. Es war recht wortkarg, aber es schien allen noch nicht nach reden.
Gemeinsam wurden die Sachen gepackt und man machte sich auf den Weg. Isildur hatte sich kurz zuvor nochmals Atka geschnappt und mit ihm seinen Ruf nach seiner Familie losgeschickt.
„Das werde ich öfters machen...damit sie wissen, dass ich noch lebe und sie nicht vergessen habe“ erklärte er Atka.
Bryoja warf er hin und wieder einen Blick zu, so als könnte er noch nicht fassen wie sie reagiert hatte. Obwohl es hatte schon so viele Augenblicke gegeben, wo sie sich von ihn berühren ließ, ohne weg zu zucken. Aber das von heute Morgen war ihre erste Handlung ohne dass ER etwas gemacht hatte.
Habe ich son einen Eindruck hinterlassen?

Der Weg ging weiter. Die Landschaft veränderte sich mehr und mehr. Die Luft wurde kühler und beißender. Die Pflanzen wurden weniger. Es hatte etwas Sterbendes, besonders in den Augen eines Elfen der grüne Wiesen kannte und mächtige Bäume.
Isildur war neugierig auf das Land, wo die Mantroner wohnten, doch sein Herz wurde schwerer und je schneebedeckter die Welt um sie herum wurde, desto angespannter wirkte jedoch isildur.
„Schnee“ knurrte er leise.

Alte Bilder kamen in ihm hoch.
Das erste mal, dass er in so einer eisigen Gegend war, da hatte er mit Feinden zu kämpfen gehabt. Er war in so einer Gegend von einem Werwolf gebissen, der ihn eine falle gestellt hatte. Er hatte fast den Liebhaber von Yavana bei lebendigem Leibe auseinander genommen, ohne selbst schon ein richtiger Werwolf zu sein.
Und wieder bin ich weiter weg als sich vor hatte....ich werde wohl so schnell nicht zu ihnen zurück kommen. Ich weiß nicht mal, wo sie sind nur irgendwo in den Wolken.
Er sah hoch, blickte zu dem Himmel. Selbst dort konnte man die Kälte sehen und riechen. Die Luft so klar.
So stoppte Isildur einen Moment, ließ alte und neue Gedanken und Gefühle durch sich wallen.
Aber es gab auch schönes in Schnee.
Die Schneeballschlacht und das Rumtollen, so wie Atka es machte.
Der Wind war eisig und obwohl Isildur ein Fell hatte, schien er nicht für diese Temperatur gemacht worden zu sein. Nicht dass es ihn stark störte. Isildur war jemand, der tatsächlich wenn er die Möglichkeit hatte, auch Eisbaden ging.
Zwar kam es seltener vor, dass seine Heimat komplett eineiste, doch wenn, war bei den mutigen immer Eisbaden angesagt gewesen.
Und Isildur war diesbezüglich ein abgehärteter Brocken. Und bei Bewegung ließ man sich auch warm.

Plötzlich hörte der ehemalige Waldelf eine Rumpsen und als er sich umsah, lag Otis am Boden. Der Weg war teils eingefroren und ziemlich rutschig. Isildur hatte bis jetzt Glück gehabt und er war froh keine leichten Stiefel zu tragen. Seine Pranken waren bestens für so einen Untergrund geeignet, so als würde er wie früher barfüßig laufen. Die Hilfe von Atka lehnte Otis ab.
„Achte wohin du gehst...gehe langsam und fest“ Knurrte er Otis entgegen und schüttelte den Kopf abwertend. Wie konnte man nur so unfähig sein. Typisch!
Bryoja hielt es für erforderlich dass jetzt andere Kleidung angebracht wäre und recht allen die Mäntel. Isildur hielt das Kleidungsstück vor sich und blickte mehr als Skeptisch drein.
„Wenn es sein muss“ was für ein Bild, ich trage ein Fell über mein Fell...
Widerwillig zog er den Mantel über. Wieder das Gefühl, wie sein Fell gegen den Strich geschoben wurde, was ihn sich schütteln ließ. Das es ihm nicht gefiel konnte man sehen. Sobald er ihn an hatte, schüttelte er sich und versuchte alles passend zu streichen. „ lach nicht“ knurrte er auf, weil er wohl wusste, was er für ein seltsames Bild abgab.
Er entschied sich jedoch den Mantel nicht zu schließen.
„nächstes mal lieber ein Umhang“ grinste er dann zu Bryoja rüber und machte sich, nachdem er seine Sachen wieder aufgenommen hatte wieder auf den Weg. Sie hatte auf ein Wäldchen in der ferne gezeigt und Isildur nickte nur.
„dann sollten wir los! Otis braucht ein Feuer um sie zu wärmen“ es klang etwas wie ein Lachen, war aber nicht schadenfroh gemeint.

Seine Pranken fanden tatsächlich guten Halt und er folgte der Mantronerin durch Eis und Schnee. Es knirschte leise und Isildur ertappte sich immer wieder dabei, wie ihm ebenfalls nach einem richtiges Rumtoben im kühlen Nass war.
Der Geist des Wolfes fühlte sich wohl.
Ob es mit dem Silberwolf zu tun hat...kommt tatsächlich das Blut ursprünglich tatsächlich von hier? Oder weil damals alles im Schnee angefangen hatte? Doch dann müsste ich doch eigentlich schlechter drauf sein, oder?

Endlich erreichten sie die Hütte. Sie sah tatsächlich wie eine dieser Hütten aus, welche von Menschen gebaut wurde. Solche wie auch Isildur schon in Wäldern gesehen hatte, wenn ich Waldläufer oder Jäger niederließen.
Warum sollte es auch anders sein..
„In Ordnung, wer nach einer Pause ist...“ Damit nickte er der Mantronerin zu. Schlafen wollte er nicht, er fühlte sich gut. Schwitzen war mit einem Fell scheinbar nicht mehr möglich, so dass er unterkühlte oder so.
Lange Strecken war der Silberwolf gewohnt zu laufen. Er öffnete die Tür und ließ die eintreten, die rein wollten.
„mach ich, ich kümmere mich um das Holz“ so einer Bitte konnte er ja nicht abschlagen.
Isildur sah sich um und betrat nur kurz den Raum, nur an der Türschwelle wieder kehrt zu machen. Es sah für ihn viel zu eng aus und außerdem brauchte man ja Holz.
Bryoja war irgendwo verschwunden und nach ihrem Aufrufen hatte sie das gesuchte gefunden.
„Sie scheint es gefunden zu haben“ brummte er leise.
„kannst du Tee vorbereiten?...und gib mir mal die Axt“ damit war Isildur auch schon wieder draußen. Otis und war dann kurz darauf verschwunden.

Sein Weg führte ihn zu der Stelle, wo ein Platz war, der fürs Holz hacken gedacht war. Als Isildur nichts zum hacken fand, musste einer der dünnen Bäume ein Opfer geben.
Sein nächster Weg führte ihn zu einem der Baumstämme. Respektvoll näherte er sich einen Stamm, legte Seine Hand auf die Rinde.
„Herr über alles Leben, Wächter der Natur, ich nehme diesen Baum, weil ich Leben sichern will. Ich danke dir für deine Gabe und nehme nur, was nötig ist“
Ein tiefer Gesang folgte, was zur Ehrerbietung war. Nicht vielleicht so melodisch wie seine Schwestern es konnten oder sogar sein Vater, aber tief brummend in der Sprache der Elfen.
Den Mantel warf er über einen Ast und machte sich an die Arbeit.
Isildur liebte die harte Arbeit, ebenso wie er seinen Bogen liebte. Erst schärfte er das Blatt der Axt, dann schwang er diese. Jeder Schlag mit Kraft ausgeführt.
Ein großer silberner Wolfelf, der dunkles Holz in einer verschneiten Landschaft schlug und kleinhackte.

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Re: Schlittenfahrt

Beitrag von Erzähler » Freitag 10. August 2012, 16:21

Atka und Otis waren ins Innere der Hütte gegangen. Der Pirat wollte die Grunst der Stunde nutzen und sich an einem - möglicherweise dem vorerst letzten - Ofenfeuer zu wärmen. Er nickte auch zu der Bitte, Tee zu kochen. Die Vorratssachen dafür schleppte er ja selbst mit sich herum. Schon begann er damit, den Ofen anzuheizen, während der Schneewolf sich in eine Ecke der Hütte setzte. Er würde ein Auge auf den Piraten haben, ohne dadurch zu auffällig zu agieren. Er spürte das noch immer berechtigte Misstrauen, welches Isildur ihm entgegenbrachte und als Wolf hielt er nun einmal mehr zu dem nach außen hin erscheinenden Artverwandten.
Während sich die beiden also in der Hütte häuslich einrichteten, machte sich Isildur daran für frisches Holz zu sorgen. Dem jungen Baum, dem er somit das Leben nahm, schenkte er ein Dankgebet, das zugleich als Rechtfertigung für Florencia und Phaun gedacht war. Keine der beiden Gottheiten antwortete ihm, aber schon bald gesellte sich ein seltsames Schaben zu den Hackschlägen seiner Axt, gleichermaßen wie ein Stapfen durch den unberührten Schnee. "Das ist ein Schlitten", sagte Bryoja, als sie mit einem hölzernen Gefährt hinter der Hütte ervor kam. Es war groß genug, dass zwei bis drei Personen dort bequem sitzen konnten und es besaß sogar eine hölzerne Rückenlehne mit zwei Griffen am hinteren Ende. Die Kufen, die knapp zwei Meter lang sein mussten, ragten hinten unterhalb dieser Sitzfläche hinaus und wurden etwas breiter. Man konnte also daraus schlussfolgern, dass sich eine weitere Person hinten aufstellen und an den Griffen festhalten konnte. Genau dort hinten befand sich auch eine Halterung mit einer Peitsche. Nach vorn hin hingegen wölbten sich die Kufen in runde Holzschlingungen, an denen sich der vorderst Sitzende ebenfalls würde festhalten können. Hier gab es auch Haken, um die dicke Lederstränge gebunden waren, welche als Zugleinen dienten und an die man mehrfach jemanden spannen konnte. Die Frage war nur: wen oder was? Derzeit zerrte Bryoja den Schlitten, was sie nicht viel Anstrengung zu kosten schien. Er sah zwar massiv und schwer aus - das Holz war durch Metall verstärkt, aber er glitt so geschmeidig über den Schnee als hätte man ihn unterhalb der Kufen mit Öl eingerieben.
"Damit werden wir weiterreisen. Wir laden unsere Vorräte auf den Schlitten oder auch erschöpfte Mitglieder der Gruppe. Beim Ziehen wechseln wir uns dann ab und wenn es irgendwo mal bergab geht ..." Sie grinste, ließ den Satz unvollendet. "Wie kommst du mit dem Holzhacken voran? Es braucht nur so viel, wie wir in der Hütte verfeuern. Allzu lang sollten wir ohnehin nicht hierbleiben." Sie richtete den Blick zum Himmel. Die Wolken waren ein so graues, dichtes Gemisch wie der Schnee unter ihren Füßen weiß war. "Es wird keinen Sturm geben in nächster Zeit. Wir müssen diese guten Aussichten also nutzen."
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Re: Schlittenfahrt

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Freitag 17. August 2012, 01:16

Isildur hörte das Geräusch, wie sich ihm jemand näherte. Er hielt inne und sah sich um.
Woher kommt das?
Noch bevor er Schritte in die Richtung machen konnte. Sah, er Wie Bryoja um die Ecke bog. Irgendetwas zog sie hinter sich her.
Was ist das?...dieser Schlitten, von dem sie gesprochen hatte?
Die Axt bei Seite legend, ging er ihr entgegen. Er schritt um das seltsame hölzerne Teil rum, ließ seine Hände über das Holz wandern. Es wunderte Isildur immer wieder, dass Menschen so viel aus Holz machten, aber nicht die natürliche Form behielten. Doch was sollte er auch dagegen sagen.
So schienen Menschen eben zu sein.
Sie zerrte dieses Ungetüm aus Holz vorwärts als, wenn es nichts wiegen würde und auch nicht schwer war. Hatte er die Kraft der Frau unterschätzt?
Es sieht schwer aus! Ist sie so stark?
Er nahm ihr ohne ein Wort und mit einer gewissen Neugier, die Last ab. Hievte es kurz etwas hoch, um das Gewicht zu bestimmen.
Dann ergriff er die Möglichkeit es selber zu ziehen.
Das seltsame Gefährt war wirklich nicht schwer und ließ sich einfach ziehen. Doch das merkte Isildur zu spät.
Er verschätzte sich und wandte mehr Energie als nötig auf.
Der Schlitten bewegte rasch vorwärts und ehe sich der Wolfself versah, hatten seine Füße den Halt verloren und er lag längst im Schnee. Verwundert blickte er auf das doch ziemlich schwer wirkende Gefährt und strich sich sein zu langes Fell nach hinten weg.
Er schüttelte sich, so dass das Fell vom Schnee befreit wurde.
„Was?... es gleitet?“
Er erhob sich und sah jetzt Bryoja an, welche scheinbar sich sogar richtig auf die Fahrt freute.
„Es wird vermutlich besonders Otis als Ruhepause dienen... oder mir, wenn ich über meine Füße stolpere“ Das letzte war ein leichtes Knurren. Er rappelte sich auf und erhob sich.
Es mochte es nicht, wie ein Tölpel zu wirken. Immerhin was wäre er für ein Alpha, wenn er sich ständig ungeschickt anstellen würde.
Er wies zu dem Holz, welches er aus dem jungen Baum geschlagen hatte.
„ich denke nicht, dass es zu viel ist... die Bäume hier sind anders, karger und dem Wetter angepasst. Ich kenne solche Bäume nicht, aber ich weiß wie viel man für ein Feuer benötigt“
damit lächelte er zu der Mantronerin rüber.
"ich habe Otis angewiesen, dass er Tee machen soll...sie sind im Haus." nahm das Holz hoch und stapelte es ordentlich auf. Seinen Mantel hatte er vollkommen vergessen. Isildur war nicht jemand der leicht fror und es fühlte sich besser an, wenn man ohne Mantel über Fell sich bewegte. Er konnte den Blick der Matronerin gen Himmel sehen und trat dicht an sich ran, so als wäre ihm verborgen, was sie sah. So als könnte er es nur von ihrer Warte aus sehen.
"ja, die Aussichten sollten wir nutzen“, sprach er dich neben ihr und suchte den Himmel ab. Isildur roch zwar die kühle Luft, aber es bereitete ihn Schwierigkeiten hier das Wetter einzuschätzen. Dies konnte er in Wäldern machen, wenn die Luft nach Regen roch, aber nicht hier.
"Wie lange werden wir mit dem Schlitten brauchen... und was meinst du mit, wenn es bergab geht? irgendetwas, wass ich wissen sollte?" er knuffte sie leicht am Arm.
Isildur mochte keine Überraschungen, die er nicht einschätzen konnte.
Seine Augen folgten ein paar Wolken und den Flug von Rauch. Er zog die kalte Luft ein, nahm starke Atemzüge, so dass sich sein Brustkorb hob und senkte. Die Verletzung war so gut wie nicht mehr fühlbar.
"Wollen wir nochmal kurz reingehen?..." Er hatte seinen Arm um ihre Taille gelegt.
Wann war das passiert?
Es war irgendwie ohne sein bewusstes zutun geschehen.
Isildur sah sie an, nahm den Arm weg.
Es war so natürlich gewesen. Sie war immerhin sein Weibchen...oder? Und er stellte Besitzansprüche an sie…oder war es der Wolf?

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Re: Schlittenfahrt

Beitrag von Erzähler » Samstag 18. August 2012, 12:03

Bryoja gab Isildur Gelegenheit, sich den Schlitten genauer zu betrachten. Das war schließlich ihre Absicht gewesen und Grund, warum sie das Gefährt zuerst zum Wolfselfen gezogen hatte. Sie glaubte nicht, dass er einen dieser mantronischen Hundeschlitten kannte und wollte ihm wirklich - ja! - ein wenig mit ihrem kulturellen Erbe imponieren. Ob ihm das Transportmittel gefiel? Was er wohl davon hielt? Würde seine Reaktion die Mantronerin stolz machen? Sie beobachtete Isildur, während dieser um den Schlitten herum schritt, den Schlitten anhob und begutachtete. Das Stück war ziemlich schweres Holz. Wenn man ihn tragen wollte, würde dies wohl nur zu zweit funktionieren. Aber wenn er über den Schnee glitt, war es kinderleicht. Das lag an den metallenen Platten, welche an der Unterseite der Kufen angebracht worden waren. Bryoja hatte sie bereits gut eingefettet. Hinter der Hütte, wo der Schlitten aufbewahrt worden war, gab es für solche Fälle auch eine Reserve. Man würde sie auffüllen, wenn man mit dem Gefährt an diesen Außenposten zurückkehrte. Bis dahin würde er die Gruppe wohlbehalten an ihr auserkorenes Ziel bringen, so der Plan. Dass jeder es aufgrund der eingefetteten Kufen leicht würde ziehen können, durfte nun auch Isildur erkennen, der mit deutlich zu viel Schwung an der Leine zerrte, so dass es ihn erst einmal in den Schnee beförderte.
Bryoja musste schmunzeln, war sofort da, um dem Wolfselfen aufzuhelfen. "Kleiner Tollpatsch", neckte sie ihn. Isildur gab in ihren Augen ein vollkommen anderes Bild ab. Sie hielt ihn ja bereits schon für ein Plappermaul und einen Vielredner wie er im Buche stand. Da passte etwas Tollpatschigkeit bestens hinzu. Vorausgesetzt natürlich, man kannte den typischen Isildur nicht, der mit beiden Merkmalen eher nicht gesegnet worden war. Aber in den Augen der Mantronerin machte es ihn herzlicher. Sie hielt ihn dadurch offenbar nicht einmal für einen schlechteren Alpha, sonst hätte sie längst wieder Ansprüche an diesen Rang gestellt.
"Der Schlitten wird uns allen dienen. Wir passen dort schon mitsamt unserer Ausrüstung drauf. Wir werden viel schneller in Mantron sein, als wenn es nur zu Fuß durch das Eisreich ginge." Sie strich Isildur etwas Schnee aus dem Fell. "Ärgere dich nicht. Es hat niemand gesehen und ich werde es nicht ausplaudern." Sie wusste, wie sie mit dem Stolz eines Mannes umgehen musste, damit dieser sich nicht klein fühlen brauchte. Wenn Otis den Sturz mitbekommen hätte, hätte sich Isildur diese Situation wohl oft am Lagerfeuer anhören müssen - jedes Mal ein wenig mehr übertrieben.

Beide ließen den Schlitten vorerst so stehen, wie er war, und wandten sich dem Holz zu. Isildur hatte einen guten Stapel gehackt. Bryoja nickte, begann die Scheite einzusammeln. "So viel werden wir nicht verfeuern. Wir sollten alle eine Kleinigkeit essen oder trinken und uns dann auf den Weg machen. Hilf mir bitte, das reinzutragen." Sie schnappte sich einen Stoß Scheite und machte sich bereits auf den Weg zur Hütte. Ein letztes Mal hielt sie an, als Isildur zu ihr aufstieß und plötzlich dicht neben ihr stand. Wollte sie ihm lauschen oder nur diesen Moment genießen?
"Der Schlitten ist schneller als wir, wenn wir Eishügel hinab fahren. Du wirst es erleben. Das einzige, was du wissen solltest, ist, wie man sich gut festhält. Nicht, dass wir dich unterwegs noch verlieren." Sie nahm sein Knuffen hin, nicht aber, ohne Gegenreaktion. Diese sah bei ihr allerdings so aus, dass sich Bryoja gegen Isildurs Arm lehnte, der ihre Hüfte umfasste. So standen beide einen Moment lang schweigend da. Ihre Körper wärmten einander. Irgendwann murmelte Bryoja nur: "Mhm ... lass Otis ein wenig Privatsphäre." Ihre Hand wanderte nun ihrerseits um Isildurs Körper. Das Holz setzte sie neben dem Eingang ab, kehrte in die Ausgangsposition zurück und meinte plötzlich: "Wenn du deine Familie nicht wiederfindest, willst du dann Teil meiner Sippe sein? Wir könnten eine gründen." Sie schaute ihn nicht an, als sie es sagte und es klang wenig romantisch. Eher als böte sie Isildur einen Handelsvertrag an, dennoch steckte mehr Gefühl in diesen Worten, als man es im Eisreich je erwarten könnte. Vor allem, weil die Mantronerin mit ihren Fingern durch sein Fell strich und nervös nach den Pelzbüscheln griff, als fürchtete sie sich, seine Antwort zu hören.
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Re: Schlittenfahrt

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Dienstag 21. August 2012, 11:45

Konnte er sich täuschen, oder hatte die Mantronerin einen erwartungsvollen Ausdruck im Gesicht, als er den Schlitten begutachtete.
Sollte er etwas sagen?
Taktvolles Reden war nicht auf der Liste von Isildurs Talenten, jedoch ein anerkennendes Nicken brachte er zustande. Immerhin hatten sich die Menschen Möglichkeiten für dieses Klima erschaffen, was nicht mit sinnloses zerstören zusammen hing.Und es war äußert praktisch, dass musste er zugeben.
Das Gewicht des Schlittens war ordentlich und selbst Isildur hätte es nicht alleine tragen können, doch zum Tragen war es ja auch nicht gedacht.
Vieles was wohl dieses reich betraf schien für ihn eine n anderen Blick auf die Menschen bzw. auf die Mantroner zu werfen. Sie waren, wenn er nach Bryoja ausging, ähnlich dem Volk der Waldelfen. Sie lebten in ihrer Welt und hatten sich angepasst und nicht die Welt um sich unnatürlich geformt.
Zwar war isildur eher ein Elf der Wälder, doch auch diese raue Natur hatte ihren reiz und sie forderte ihn förmlich heraus.

Das sich Isildur in den Schnee gelegt hatte, störte ihn so ziemlich. Und auch hier bewies die Mantronerin ein Taktgefühl, was zu einem starken Volk passte. Sie half ihn hoch und er ließ sich helfen, wenn er sich auch bezüglich des kleinen Tollpatsch etwas wunderte. Was sah sie in ihm?
„Tollpatsch also...und auch klein, hmm?“ er baute sich etwas vor Bryoja auf, verschränkte die Arme vor der Brust. Er war stehend größer als sie , da hatte ihn das Wolfsein nicht geschadet. Doch sein Imponiergehabe ließ er rasch sein, es lag Isildur einfach nicht. Er wirkte schon imposant dadurch, dass er nicht zu imponieren brauchte, denn dass er trainiert und muskulös war, sah man sowieso.

Sie quittierte er es mit Etwas Schnee, was er ihr entgegen schüttelte. Genügend lag ja in seinem Fell.
„ich wüsste ein ausplaudern zu verhindern... weiß ich das tatsächlich?...ich flirte mit ihr!...nein, eher ein umwerben?“

Ihre Aufforderung bezüglich dem Holz wollte er nachkommen, doch etwas hielt den Wolfselfen zurück. Er war befangen durch ihr tun und was sie sagte. Und als sie sich dann noch in seinen Arm schmiegte, spürte Isildur, dass es anders als Sonst war. Hier hatte er eine starke und führungskräftige Frau vor sich. Sie konnte verspielt sein und neigte wie er dazu nicht viel zu reden. Doch sprach er in der letzten Zeit nicht mehr?
Mochte sie den Tollpatsch und Vielredner eher, als den sturen und wortkargen Waldelf.
„mich verliert man nicht... ach und was ist dass mit der Hummelstadt? Du bist verloren gegangen, nicht deine Schwestern.... naja, eigentlich nicht“ Er tippte sich an die Nase.
„und wenn so finde ich euch...wenn es nicht schneit“
Ihre Wärme war angenehm so nah an seinem Körper. Sie schien es ebenfalls zu genießen.
"Mhm ... lass Otis ein wenig Privatsphäre."
„kann er haben“ murrte Isildur, bei der Erwähnung von Otis in diesem Moment.
Beruhige dich!
Ihre Hand wanderte in sein Fell und zeitgleich machte sich ein Zucken in ihm bemerkbar. Nicht das Isildur Angst hatte, doch er spürte das irgendetwas gleich geschehen oder gesagt werden würde. Sie löste sich kurz von ihm und ihm entwich ein fragender Fieblaut. Ganz leise, aber für Isildur hörte es sich unglaublich laut an.
Das darf doch nicht wahr sein
Doch die Mantronerin kehrte in die Ausgangssituation zurück und er spürte sogleich wie sie wieder ins Fell fasste. Es nervös strich und einige Büschel etwas fester hielt. Etwas war da, was ihr angst machte.
"Wenn du deine Familie nicht wiederfindest, willst du dann Teil meiner Sippe sein? Wir könnten eine gründen."
Sie sah ihn nicht an und so entging es ihr, dass Isildur die Kinnlade runter klappte. Das waren so viele Informationen auf einmal.
Wenn er seine Familie nicht mehr finden würde- nein das durfte nicht sein. Er würde hier bleiben können- meinte sie das ernst? Sie wollte eine Familie mit ihm gründen...oder eine Sippe?
Solange kannten sie sich doch nicht. Aber fühlte er sich nicht selber als ihr Alpha? War es dann nicht natürlich, dass sie fragte?
Er war doch noch zu jung dafür, oder? Aber sie war ein Mensch, er würde ihren Tod miterleben, noch bevor er überhaupt die 200 erreicht hätte.
Was jetzt?
Isildur hätte sich jetzt am liebsten auf die Unterlippe gebissen.
Er sah zu ihr runter, sein Herz raste förmlich. Dann griff er ihr Kinn, zärtlich, drückte ihr Gesicht hoch, dass er sie ansah.
„ich... will nicht daran denken, dass ich sie nicht wiederfinde...noch nicht! Ich hätte in meine Pflicht als Bruder – als Sohn, versagt....Deine Welt hier, ist schön, doch mir noch fremd...ich komme aus großen und tiefen Wäldern...ich bin mir selber fremd. Ich empfinde etwas für dich- anders wie es sonst je war...ich bin nicht gut darin!... ich bin nicht immer so viel am reden, wenn dann fiele es mir jetzt leichter...oder so tollpatschig... „ er atmete tief durch.
„...aber wenn es tatsächlich so sein sollte, dann nehme ich dein Angebot an“
Er konnte nur hoffen, dass sie es nicht falsch verstand. Isildur war Stolz sehr wichtig, doch er würde von der Heimat wegbleiben um sich wieder neu zu finden. An der Seite eines Weibchen, egal ob Mensch oder Elf.
Er drückte ihr einen Kuss auf die Wange und griff ihre Hand.
„gehen wir rein“ beim vorbeigehen klemmte er sich die Holzscheite unter den Arm.
Warum fühlte er sich jetzt so mies?

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Re: Schlittenfahrt

Beitrag von Erzähler » Montag 27. August 2012, 10:08

Sie konnte nicht anders. Bryoja musste einfach wie ein junges Mädchen loskichern, kaum dass sich Isildur vor ihr aufbaute, um zu zeigen, dass er noch lange nicht so klein war, wie sie ihn eben genannt hatte. Die Mantronerin wischte sich eine Lachträne aus dem Augenwinkel, ehe sie den Wolfselfen knuffte. "Nimm es dir nicht zu Herzen - Kleiner." Noch einmal kicherte sie mit einem schräg liegenden Grinsen auf den Lippen. Hoffentlich verstand Isildur es genauso als Spaß wie sie es tat. Denn nichts Anderes steckte dahinter. Bryoja war nicht blind. Sie sah ja förmlich, wie groß ihr Begleiter war. Etwas, das sie attraktiv zu empfinden schien. Zumindest machte sie einen eher untypischen Vorschlag. Immerhin sprach sie davon, mit Isildur eine Sippe aufbauen zu wollen, wenn auch er einverstanden wäre. Eine Mantronerin und ein Elf, das konnte man sich vorstellen. Aber wie stand es darum, wenn Isildur ewig dieser Wolf bleiben würde? Bryoja schien sich offensichtlich nicht daran zu stören, sonst hätte sie nicht gefragt. Fast schon nervös kraulte sie Isildurs Fell, hielt sich immer wieder darin fest, bis er ihr Kinn anhob und sie ihn ansehen musste. In ihren Augen glomm erstmals etwas, das man Unsicherheit nennen konnte. Dieser selbstbewusste Blick war für einen Moment gewichen, bis Isildur ihr antwortete. Dann kehrte er zurück, mit einer verständnisvollen Milde. Ein Lächeln legte sich auf die blassen Lippen der Frau. Sie nickte. Und das war alles, was sie als Reaktion zeigte. Ihre Hand in seiner führte sie Isildur in die Hütte.
Dort hockte Otis vor dem Ofen. Er hatte bereits eine Kanne Tee gekocht. Der ganze Raum duftete nach den Kräutern, die er verwendet hatte: Brennesseln, Fenchel und Salbei. Eine gute Mischung, die den Körper stärken würde für eine beschwerliche Reise. Atka lag zusammengerollt in einer Ecke der Hütte, schlief aber nicht. Er schonte sich, sparte Energie, behielt Otis aber aufmerksam im Auge. "Wir haben nur einen Becher hier, den müssen wir uns teilen", meinte der Pirat. Dann trank er den Tee aus, schenkte nach und hielt den dampfenden Becher Isildur und Bryoja hin. Nur am Rande nahm er die beiden Händchen haltend wahr, runzelte dazu kurz die Stirn, sagte aber nichts. Das kalte Wetter hatte offensichtlich seine Zunge ein wenig gelähmt. Er sollte immer im Eisreich sein!
"Ich habe den Schlitten gefunden und vorbereitet", sagte Bryoja. "Wir sollten uns noch ein wenig aufwärmen, bis das Feuer im Ofen sich in Glut verwandelt hat und dann aufbrechen." Otis nickte zu dem Vorschlag. Er war nicht sehr versessen darauf, durch das Schneetreiben weiterzuziehen. Die Gegend war ihm zu kalt, zu weiß und überhaupt nicht gemacht für einen Mann seines Schlages. Atka raffte sich auf, trippelte zu Isildur herüber. Auch er bemerkte, dass der Wolfself die Hand seiner Schwester hielt, doch im Gegensatz zu Otis hatte der Schneewolf viel früher die Anzeichen erkannt. Sie lagen wie ein feiner Duft im Raum. Er stellte die Ohren auf. "Wollen wir uns unterhalten? Ich könnte dir so meine Sprache besser beibringen. So schwer ist sie nicht." Mit fragendem Blick ließ sich Atka vor Isildur nieder, der Schwanz wedelte vorfreudig.
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Re: Schlittenfahrt

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Montag 3. September 2012, 00:57

Sie konnte sich wie ein kleines Mädchen verhalten, dass merkte Isildur als er sich vor der Mantronerin aufbaute. Ihr Lachen war ansteckend und er selber grinste breit und lockerte sofort seine Haltung. Ein Spaß für beide.
Er stieß sie spielerisch an, gab aber acht sie nicht umzuwerfen.
Dann kam jedoch ein ernstes Thema auf und Isildur versuchte, so gefühlvoll und sachlich wie möglich ihr seinen Standpunkt zu erläutern. Nervös schlug dabei seine Rute hin und her. Es war für ihn schwierig und die Unsicherheit in ihrem Blick, machte es nicht einfacher. Doch sie nahm alles so hin, was blieb ihr auch anderes. Vielleicht war es ihre Art oder aber die ihres Volkes, die sie nicht betroffen zusammenfallen ließ.
Dankbar war er, dass sich nicht Verletztheit in ihren Augen zeigte. Verständnis brachte sie ihn entgegen, aber der Kloss war trotzdem da.
Sie entzog ihre Hand nicht der seinen, als er sie ergriff und gemeinsam traten sie in die Hütte.
Wärme schlug Isildur entgegen ebenso wie der Geruch von Kräutern. Seine Nase filterte den Geruch von Brennnesseln und Salbei raus, den dritten kannte er so nicht. Aber es roch lecker.

Otis hatte tatsächlich um einen Tee gekümmert. Vielleicht hatte Bryoja ja recht und Isildur sollte dem Piraten seine Zeit gönnen.
Er löste seine Hand aus der von Bryoja, legte das Holz auf dem dafür vorgesehenen Platz und nahm sich den Becher, den er gefüllt Bryoja dann reichte.
„Mir ist er noch zu heiß, ich trinke ihn wenn er abgekühlt ist und ich keine Gefahr laufe mich zu verbrennen.
Es war eine Sache einen Krug voll Alkohol in einem Zug runter zu schütten, aber mit heißen Tee würde er das nicht machen. Die Alternative wäre jedoch dann, dass er aus dem Becher den Tee rausschlapperte, doch das kam für Isildur jetzt nicht in Frage.
„Einverstanden, wenn das Holz zur Glut verbrannt ist“ bestätigte er den Vorschlag der Mantronerin.
"dann werden wir den Schlitten nutzen...und vielleicht rasch vorwärts kommen."

Er setzte sich nicht unweit hin und fast zeitgleich kam Atka freudig auf ihn zu.
Der junge Wolf spürte wohl, dass Isildur redebedarf hatte. Es fiel Isildur sogar fast schon leicht, sich dem Schneewolf zu öffnen. Es hatte ungefähr die gleiche Stellung, wie Sturmkralle für ihn hatte, nur mit dem Unterschied, dass er Atka besser verstand als den Bären. Es konnte natürlich auch an dem Silberblut liegen, dass Wölfe dem Waldelfen ein vertrautes Gefühl gaben.
"Einverstanden!... Hier oder draußen"
Isildur selber hätte draußen vorgezogen, ihm war nicht kalt, doch wusste er das andere nicht so abgehärtet waren.
hmm, habe ich draußen noch den Mantel?
"Komm mit, draußen ist noch mein Mantel...bin gleich zurück!"
Er drückte seine Schnauze kurz an Bryojas Gesicht und trat dann, indem er Atka vorauslaufen ließ, nach draußen.
Die Tür war gerade geschlossen, da sah er den jungen Wolf an.
"ich scheine nach Redebedarf auszusehen, wie?"
Er grinste zu Atka und griff spielerisch an diesen Ohr, zupfte kurz dran um dann dieses kurz darauf zu kraulen.

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Re: Schlittenfahrt

Beitrag von Erzähler » Dienstag 11. September 2012, 08:15

Bryoja nahm die dampende Tasse entgegen. Mehrmals blies sie hinein, denn auch ihr war der Tee in diesem Zustand zu heiß. Vorsichtig nippte sie daran, gab einen zufriedenen Laut - einem Seufzen gleich - von sich und reichte die Tasse an Otis zurück. Dieser brummte nur: "Du solltest den Tee trotzdem trinken, ehe er lauwarm wird." Er nahm einen kräftigen Schluck, rülpste selbst davon und stellte den Becker auf den Ofen, an eine Stelle, die vom Feuer in dem Metallgerät nicht erhitzt wurde. Interessiert schaute er dann zu Bryoja. "Ein Schlitten? Das sind diese Landsegler, nicht wahr? Hab mal einen bei den Eiselfen gesehen."
"So ungefähr. Dieser Schlitten hat kein Segel, er wird eigentlich von Wölfen gezogen."
Sofort fuhr der Blick des Piraten erst zu Atka, dann zu Isildur. Bei Letzterem blieb er hängen. Dem Mann war anzusehen, was er dachte. Er glaubte, die Mantronerin habe Isildur nur aus dem Grund des starken Schlittenhundes mitgenommen. Das musste es sein und es entlockte Otis ein Grinsen. Nicht nur Piraten nutzten ihre Beziehungen aus. Er wandte den Blick wieder ab, kümmerte sich um den Tee. Bryoja setzte sich derweil vor den Ofen, um ihre Finger etwas zu wärmen. Sie sagte es zwar nicht, aber auch ihr musste es kühl um die Nase herum sein. Ihre sonst eher blassen Wangen besaßen eine gesund-rötliche Färbung.
Inzwischen entschied sich Atka dafür, Isildur die Wolfssprache ein wenig näher zu bringen. Er war immerhin ein großer Wolf auf zwei Beinen, da sollte er auch seine eigene Muttersprache beherrschen, so die Gedanken des jungen Schneewolfes. Freudig bellte er auf, dass die Mantronerin einen flüchtigen Blick zu den beiden warf. "Ja, ja, raus, raus, raaaaaouuuuuuuussss!" Er stieß ein halb gejaultes Fiepen aus, wedelte aufgeregt mit der Rute und hechtete dann zur Tür, als sei er seit Tagen nicht mehr rausgelassen worden. Sofort kratzte er am Holz, winselte dabei und schaute immer wieder zu Isildur zurück. Bryoja schmunzelte ob ihres tierischen, kleinen Bruders, nickte in die Richtung des Wolfselfen. Ihr Blick gab die Erlaubnis, dass er Atka mitnehmen konnte. Sie selbst würde noch eine Weile hier sitzen bleiben und Otis ließ sich wohl auch nicht freiwillig zurück in die Kälte verbannen.
Draußen hechtete Atka erst einmal in den Schnee, dass nur noch Ohren und Schwanzspitze heraus lugten. Er stieb die gefallenen Flocken beiseite, japste und bellte wie ein Welpe. Erst als er sich ausgetobt hatte, kehrte er zu Isildur zurück, hockte sich hechelnd vor ihn und legte den Kopf schief. "Worüber willst du reden? Reden ist gut. Dann lernst du Wölfisch." Und mit eben einem solch wölfischen Grinsen blickte Atka ihn an.
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Re: Schlittenfahrt

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Donnerstag 13. September 2012, 20:20

Isildur nickte auf jeden fall dem Piraten zu, natürlich würde er auch noch etwas trinken wollen. Aber etwas kühler dufte es schon sein.
Seltsam das sich der Blick von Isildur sogleich auf den Piraten richtete, als dieser eine Erklärung zu dem Landseglern erhalten hatte. Isildur war es auch neu, dass dieses Gefährt von Wölfen gezogen wurde. Es war also eher etwas wie eine Kutsche nur für das Eis und ohne Räder, aber auf Zugkraft angewiesen. Seine Schwester Yavanna würde vermutlich ihren Nachtschatten davor spannen und sich ziehen lassen. Ein Lächeln lockte die Vorstellung an das Bild in sein Gesicht.
Als er dann jedoch den Blick von Otis auffing, regte er nur sein Kinn höher.
Der glaubt doch nicht etwa, dass ich deswegen hier bin
„Hast du etwas zu sagen?“ er blickte den Mann scharf an, denn er wusste immerhin, dass er und Bryoja den Schlitten ziehen würden.
„ Willst du ihn ziehen, würde dich aufwärmen“ es war leicht geknurrt.
Oh, wie der Silberwolf es satt hatte, dass der Pirat ständig falsche Schlüsse zog. Zwar konnte Isildur dies nicht für 100 Prozent abtun, aber so schätzte er die Mantronerin nicht ein. So sehr würde ihn doch sein Gefühl nicht in Stich lassen. Nein, das war nie in der Absicht der Mantronerin gewesen. Man überließ jemanden nicht die Führung und die Bestimmung, wenn man ihn nur als Zugtier nutzen wollte.
„Überlege dir besser, was du zusammenreimst“
Er versuchte ja mit dem Piraten klar zu kommen, aber es war schwierig. Wie sollte man jemanden tolerieren, denn mehr war es für Isildur nicht, wenn dieser ständig irgendetwas tat, was einem von der Nutzlosigkeit des Mannes überzeugte. Er atmete tief durch.

Die Tür öffnete er dem Wolf, der sogleich raus sprang.
Der Wolfself zog hinter sich dicht und beobachte, wie der junge Schneewolf durch den Schnee tollte. Ein kurzer Moment kehrte leichter Neid in ihm ein, da dieses Tier so sorglos sein konnte. Isildur fiel es in fremder Umgebung und mit Fremden schwer dies zu machen. Aber für Atka war dies nicht fremd. Hier war seine Heimat.
Er hockte sich selber in den Schnee, schloss kurz die Augen. Er fühlte den Wolf und Isildur schüttelte sein silbernes Fell.
„reden?...“ er blickte sich um, sah auf die verschneite Welt um sich. Sein Blick war fern und seine brauen Augen schienen woanders sein. Worüber wollte er ursprünglich mit dem jungen Wolf reden?
Ach ja, über dessen Schwester! Die Sache mit Otis hatte den Wolfelfen außer Konzept gebracht.
Atka war auf ihn zu getreten, als Isildur mit Bryoja rein gekommen war...nachdem ihn die Mantronerin ein Angebot machte, was er nie erwartet hätte. Nicht so früh.
„ ich ..ich hmm, deine Schwester hat gefragt, ob ich bleiben will... ein Rudel gründen mag, wenn ich meine Schwestern nicht mehr finden sollte. Sie ist ein gutes Weibchen...ich habe gesagt, dass wenn es wirklich so sein sollte, wäre es schön...aber...nun, ich glaube, es gäbe aber ein Problem dabei. Ich bin mit mir selber am zweifeln und...naja...wir sind ziemlich von der Art unserer Herkunft verschieden. Ich weiß nicht, ob ich je wieder ein Elf werde oder irgendwann mehr noch Wolf als ich jetzt schon bin. Außerdem werde ich durch mein Volk viele Gezeitenwechsel älter als ein Mensch...
Der silberne Wolf ließ seinen Kopf hängen, blickte sich auf seine Pranke und strich mit dieser durch den Schnee. Er spürte, dass sich dieser Körper nicht falsch anfühlte und er ihn seltsamerweise nicht missen wollen würde, aber er war doch ein Elf. Er musste doch ein Elf wieder werden!
„..ich habe Schwierigkeiten mich anzunehmen, fühle mich abseits von allen...und ich bezweifel, dass ich den Anfang eines neuen Art darstelle, oder hast du schon andere wie mich gesehen?... verstehst du eigentlich was ich meine?.. ich merke wie dieser Körper gefordert werden will, ich will laufen, mich paaren, stärker als sonst...anders! und ich will jagen. ...so das musste mal raus“ er grinste und sah sanft auf den jüngeren Wolf nieder.
also wie wollen wir das mit dem sprechen lernen üben
Er rieb sich sein Kinn, während er Atka anfing mit etwas Schnee zu bewerfen.



OT: ich hoffe, es geht so in ordnung, dass er unmerklich in das wölfische verfällt :) sonst ändere ich es!

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Re: Schlittenfahrt

Beitrag von Erzähler » Montag 24. September 2012, 09:08

Otis senkte den Blick, ein deutliches Zeichen, dass er sich eigentlich nicht mit Isildur anlegen wollte. Doch er war nicht umsonst Pirat und einige von denen konnten sich sehr widersprüchlich benehmen. Dieser Mann gehörte dazu. "Glaubst wohl, ich würd' das nich' pack'n", brummte er. "Natürlich könnt' auch ich e'n Schlitt'n zieh'n, aye!" Er nahm erneut die Tasse und trank dann den Tee aus, eher er aufstand, um noch einmal nachzuschenken. Bryoja musterte ihn bei jeder seiner Bewegungen. Nein, er würde den schweren Schlitten nicht allein ziehen können - einen Berg hinauf jedenfalls nicht und schon gar nicht, wenn sie ihre Ausrüstung darauf verluden. Hinab ging es ja dann wie von selbst, aber da sollte er besser aufsitzen, anstatt vor den Kufen des Gefährts zu laufen. Der Schlitten würde ihn überrollen. Sie hob die Brauen an und schüttelte anschließend leicht den Kopf. "Streitet euch nicht", meinte sie noch, aber Otis schwieg bereits wieder und Isildur hatte ohnehin gerade mit Atka die Hütte verlassen.
Draußen war die Luft besser. Kein Streit, keine Spannungen lagen darin. Außerdem trug Atkas fröhliches Gemüt dazu bei, dass sich die Stimmung schnell heben konnte. Und doch kehrte der Schneewolf rasch an Isildurs Seite zurück. Er ließ sich im Schnee nieder. Seine Rute wedelte über das unberührte Weiß, zerriss und verteilte es, dass kleine Schneewirbel entstanden. Atka achtete allerdings nicht darauf, er blickte nur fragend zu Isildur auf. Schließlich hatte der mit ihm sprechen wollen. Der Wolf war bereit zuzuhören, lauschte den Ausführungen, spitzte dabei mehrmals die Ohren oder legte kurzzeitig den Kopf schief. Es gab keine Geste, die an einem Wolf niedlicher aussah. Vor allem, als Isildur Probleme aufgrund seiner Herkunft ansprach, drehte sich der wölfische Kopf. "Meine Schwester und ich sind auch verschieden. Wir haben ein Rudel gegründet, wie du siehst." Der Wolfself verstand Atka immer besser. Wo es anfangs nur Worte und kleine Satzfetzen waren, konnte er ihn nun beinahe fließend verstehen. "Sie will auch Wolfsbabys mit dir machen?", hakte er nach. Für Atka gab es einen Unterschied beim Rudel gründen. Er glaubte auch nicht daran, dass Bryoja gleich so weit gehen und sich mit Isildur paaren wollte, um ihre Sippe zu stärken. Sie wollte ihn an ihrer Seite, denn er war ein guter Jäger und er brachte sie zum Schmunzeln. Der Schneewolf hatte bereits mitbekommen, dass seine Schwester viel über Isildur nachdachte. Sie schaute ihn auch oft an, in Momenten, in denen er beschäftigt war. Dann starrte sie ihn regelrecht an. Er fühlte, dass sie ihn ins Rudel aufnehmen wollte. Bryoja brauchte ein starkes Alphamännchen - ob dabei Nachwuchs heraus käme oder nicht.
Er lauschte wieder aufmerksam.
"Bist du kein Elf mehr, weil sich die Hülle geändert hat?" Atka schnupperte. Er reckte den Hals, bis seine Schnauze gegen Isildurs Fell drückte. Heißer Atem drang aus der Nase aus, ehe er sie mitsamt des isildur'schen Geruchs wieder aufsog. Seine Ohren waren aufgerichtet, dann drückte der Schneewolf seinen schweren Kopf gegen den Wolfselfen. Er rieb sich an dessen Fell, entweder um auf ihm seine Marke zu hinterlassen oder die des anderen anzunehmen. "Du bist nicht nur Elf, auch wenn ich ihn deutlich rieche. Du bist auch Wolf. Wir wollen laufen, uns paaren und jagen. Das will doch jedes Lebewesen." Nur kurz hob er den Kopf an und blickte gen Tür. Von seiner Schwester konnte er das zumindest behaupten. Sie war eine Jägerin, Kämpferin durch und durch. Otis kannte er nicht, aber der Pirat jagte sicherlich auch auf seine Weise. Vermutlich sah die Form der Beute anders aus.
So wich er dem Schneeball-Angriff Isildurs nicht aus, wurde voll getroffen und bellte daraufhin aufgeregt. "Lass uns laufen, Bruder. Lass uns jagen, wie du es wolltest. Den Rest ... muss ein Weibchen übernehmen." Keck blickte er zu Isildur auf, dann machte Atka einen Satz und hechtete davon. Auffordernd drückte er den Oberkörper zu Boden, bellte und wedelte mit der Rute. Fang mich, fang mich!
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Re: Schlittenfahrt

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Montag 24. September 2012, 16:33

Es stellte sich als die richtige Entscheidung raus, dass Isildur die Hütte mit Atka verlassen hatte. So hörte er die letzten Worte von Bryoja auch nicht, als die Tür sich hinter ihm schloss. Vermutlich auch gut so, denn nach der Meinung des Waldelfen lohnte es sich nicht einen Streit anzufangen, Otis sollte einfach seine Position wissen.
Aber er war sich der Sache ebenso wie die Mantronerin bewusst, dass der Pirat nicht in der Lage war den Schlitten zu ziehen. Nicht nur wegen der fehlenden Kraft, einfach weil es zu kalt draußen war.
Isildur nahm Otis nicht für voll, dagegen den jungen Wolf vor sich umso mehr. Der Wolfself merkte nicht mal, wie er durch Zufall selber in die Sprache der Wölfe verfiel. Jedes gespräch mit dem Wolf wurde einfacher.
Ich verstehe ihn immer besser!
Und die Haltung von Atka und sein Gebaren ließen Isildur automatisch schmunzeln. Seine Schwestern wären wohl augenblicklich über Atka hergefallen, weil er einfach so niedlich war. Yavanna versuchte dies ja auch bei ihrem Riesenwolf Nachtschatten. Der ließ es auch einfach zu.

„Wolfsbabys... so genau hat sie sie das nicht gesagt“ Ein Kloß bildete sich in Isildurs Magen, als er sich als Vater vorzustellen wagte. Nein, dazu war er eindeutig nicht bereit. Noch nicht!Zusammensein mit einer Frau, war was anderes als gleich Nachwuchs zu zeugen. Hatte er sich so undeutlich Atka gegenüber ausgedrückt?...
war das überhaupt in Bryojas Äußerung zu verstehen... hmm

„Ja, das denke ich zeitweise!...die Hülle ist mehr als verändert“ Atka reckte sich ihm entgegen und Isildur kam den Tier etwas entgegen. Er hatte keine Sorge, dass es sich unangenehm anfühlen würde. Er kannte dieses Verhalten bei Nachtschatten oder Sturmkralle. Ein Geruch sich einprägen, annehmen, sich mit dem anderen vermischen. Isildur neigte ebenfalls den Kopf und nahm den Geruch des Jüngeren auf. Atka hatte recht, wen er hier komplett Tier roch, so schien seinem eigenen Fell noch immer der Geruch des Waldes anzuhaften. Jedenfalls bildetet sich das Isildur ein. Er griff in das Fell des Jüngeren und kraulte ihm im Nacken.
„Vermutlich mache ich mir zu viele Sorgen“ Und das war es auch, was es bei ihm einen Schalter umlegte. Er handelte vielleicht zeitweilig instinktiv, aber er grübelte und überlegte seine Schritte, etwas was ein Tier nicht tat. Und Atka hatte recht, die Bedürfnisse, die isildur ausgesprochen hatte, hatte jedes Wesen auf seine Weise. Jeder auf seine Art.
"Lass uns laufen, Bruder. Lass uns jagen, wie du es wolltest. Den Rest ... muss ein Weibchen übernehmen."
Isildur lachte kurz auf, schüttelte sein Fell.
„duuuu....lass dich nicht kriegen“,drohte Isildur bei dem Spitze des Wolfes spielerisch.
Wieder folgte ein Schneeball dem Schneewolf. Der Wolfself erhob sich und trat zur Hütte. Er öffnet nur kurz die Tür.
„Wir sind bald zurück, jagen etwas!“
Bryoja würde sich schon denken können, dass Isildur es brauchte. ER grinste bei dem fiebenden und auffordernden Lauten von Atka. Etwas abwarten war zwar gemein, dafür hatte man anschließend umso mehr Spaß.

Atka hatte es gesagt und Isildur spürte, dass er sich fordern wollte.Ob Elf oder Wolf, die Jagd mochte er schon immer.
„Lauf!“ er machte einen leichten Satz auf den Schneewolf zu, warf nochmals mit Schnee. Drückte sich ebenfalls in den Schnee und schnappte nach dem Hinterlauf von Atka spielerisch.
Rannte Atka hinterher, nachdem er sich auf alle Viere niedergelassen hatte. Mal auf zwei oder Vier Beinen, sprang der Silberwolf dem Jüngeren nach. Überholte ihn, bremste ab und stieß den Schneewolf um, hapste nach ihm. Nur dann wieder an Tempo zuzulegen. Der Schnee fühlte sich gut an, ließ jeden Schritt federn. Zwischenzeitlich blieb Isildur einfach stehen, stand auf und schloss die Augen und witterte. Filterte die Luft nach etwas Fressbaren, eine lohnenswerte Beute. Seine Ohren spitzen sich, lauschten auf die Geräusche der weißen Welt um ihn.
Trotzdem achtete er darauf , dass man die Hütte bzw. den Rauch aus dem Schonstein immer noch sehen konnte.
„Schon was gewittert?“ fragte er den Schneewolf?

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Re: Schlittenfahrt

Beitrag von Erzähler » Freitag 5. Oktober 2012, 09:34

Isildur beherrscht nun die Sprache Tier (Wolf/Hund), allerdings noch nicht perfekt.

Atka unterbrach sein Spiel mit dem Schnee, um Isildur zu mustern. Er legte dabei den Kopf schief, ein Ohr leicht herab hängend, das andere dafür umso steifer aufgerichtet. Die Zunge hing ihm aus dem Maul und erst als er sprach, zog er sie - über die Schnauze fahrend - wieder hinein. "Kein Nachwuchs? Dann möchte sie vielleicht einfach nur das Rudel durch gute Jäger stärken." Atka ließ den Blick über Isildur schweifen. Ja, ein guter Jäger war er, das hatte er bereits bewiesen. Ob er in einer anderen Form auch so jagen konnte wie als Wolf? Es zu verstehen fiel Akta sehr schwer. Er sah Isildur als Wolf, der zusätzlich eben noch eine Spur nach Natur roch - nach Wäldern und Wildheit, aber auch beherrschter Kraft und dem Wissen, wie man mit der Natur umzugehen hatte, ohne sie aus dem Gleichgewicht zu bringen. Aber machte das alles nicht ein Tier aus? Für den Schneewolf war Isildur eben genau das: ein Wolf, ein Bruder. So akzeptierte er ihn und würde es auch weiterhin tun. Genüsslich winselnd ließ er das Kraulen des Nackens zu, wedelte dabei mit der Rute und drückte sich nur fester gegen den Wolfselfen. "Du bist ein Nachdenklicher. Darfst du beim Jagen nicht machen, sonst entkommt dir Beute. Aber das weißt du bestimmt." Atka legte sich in den Schnee und rollte sich auf den Rücken. Er vertraute Isildur voll und ganz, mochte es, wenn dieser ihn kraulte. Prankenhände konnten das eben noch besser als Menschenfinger, auch wenn Bryoja einen kräftigen Griff besaß. So entkam er Isildur natürlich nicht, als er zur Jagd aufforderte. Er würde sich kriegen lassen, denn noch ruhte Atka auf dem Rücken, genoss das auch zusehenst. Als er jedoch von einem Schneeball getroffen wurde, sprang er kläffend auf und hechtete davon. Er stieß ein gespielt gequältes Jaulen aus, wetzte um zwei Bäume und kehrte hechelnd zu Isildur zurück. Bryoja schaute aus einem der Fenster, schmunzelte aber, als sie ihren kleinen "Bruder" so im Schnee herum tollen sah. Isildur schenkte sie ein Nicken. "Bleibt nicht zu lange weg", sagte sie und verschwand mit dem Kopf wieder im Inneren.

Atka forderte derweil weiterhin auf, dem Ruf der Natur zu folgen und jagen zu gehen. Er wollte sich im Schnee anpirschen und etwas finden, das er stolz als Trophäe zurückschleppen konnte. Vielleicht ließen sich Schneehasen, ein Iltis oder sogar eine Robbe finden. Aber Letztere hielten sich meist nahe der Küste auf. Es müssten also Hasen her. Sofort steckte der Wolf die Schnauze in den Schnee. "Such, Bruder! Such nach Spuren. Was immer du findest, es gehört uns." Keck wuselte der Schneewolf durch das Weiß, um eine Fährte zu finden. Auch Isildur witterte. In der Kälte war es schwierig einen Geruch wahrzunehmen. Der kalte Wind fand Einlass in die Schnauze und brachte neben eben jener Kälte etwas Beißendes mit sich, das die Geruchssinne betäubte. Mit Schnüffeln war das jedenfalls nichts, wenn man es nicht wie Atka machte. Doch dann erhaschte der Elf in Wolfsgestalt eine Spur - nicht in Form eines Geruchs. Noch nicht, denn dazu müsste er sich über die Spur beugen, die im Schnee zu erkennen war. Dann würde selbst er diesen seltsamen Duft wahrnehmen, der etwas Gefährliches mit sich trug. Es roch nach Größe, Kraft und Hunger. Die Spur im Schnee zeigte eine seltsame Pranke, die aber auch ein länglicher Fuß sein konnte. Sie war tief eingesunken, was auf die Größe und das Gewicht des Wesens schließen ließ. Und es besaß Krallen. Ein Fährtenleser wie Isildur würde das sofort erkennen.
Akta kehrte zu ihm zurück. "Keine Schneehasen weit und breit", seufzte er, sofern Wölfe dazu in der Lage waren. Dann aber stellte er die Ohren auf. "Und was hast du da? Ist ... ist das der Abdruck einer Schneebestie? Dann ... dann müssen wir die anderen warnen. Diese Wesen sind Gefahr!" Atka begann aufgeregt zu bellen.
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Re: Schlittenfahrt

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Sonntag 7. Oktober 2012, 20:25

„das weiß ich nicht, ob sie das will…ich denke nicht“
Das was Atka über den Jäger sagte, passte da hingegen schon viel besser. Natürlich benötigte ein Rudel gute Jäger und in einer fast lebensfeindlichen Umgebung, wie es dieses Eisreich hier war, war die gute Jagd noch entscheidender. Das Leben hing davon ab. Das war im Wald auch nicht anders, denn nur weil dort viel Leben vertreten war, musste man wissen, welchen man jagen sollte und welches nicht. Das Gleichgewicht musste gewahrt werden.
„ja, das wäre möglich“ Isildurs Hände kraulten durch das dichte Fell des jungen Wolfes. Atka genoss es sichtlich und drückte sich mehr und mehr gegen den Wolfelfen. Isildur musste fast schon aufpassen, dass Atka ihn nicht gleich komplett überrollte. Aber ein Griff, etwas Kraft und Atka lag am Boden und Isildur konnte sich den Bauch vornehmen. Dass ihm der Jüngere vertraute, sah Isildur an dessen Haltung. Kaum vorzustellen, dass vor ein paar Tagen, Atka sogar noch Angst hatte, dass Isildur ihn töten könnte.
Mordlust, so hatte der junge Schneewolf es bezeichnet, hatte man kurz in den Augen Isildurs gesehen.
Aber Isildur spürte, dass er mehr mit sich in Einklang kam, wenn sein elfischer Verstand auch oft darüber grübelte. Und das sagte auch Atka.
„na deine Schwester sieht es anders!“ grinste er jetzt.
„Ich rede zu viel“
Den Hinweis zur Jagd, den musste Atka gar nicht geben, das erkannte der Wolf auch schnell. Die Jagd ist eine Kunst, war es schon immer gewesen. Grübeln und somit unaufmerksam zu sein, konnte man sich dabei nicht leisten. Er gab Atka einen Klaps auf die rechte Seite.
Und die Jagd konnte losgehen. Wenn sie auch erst mit rumtollen und toben anfing.
Laufen und den Körper testen. Ob auf vier oder zwei Beinen, es fühlte sich herrlich an.

Atka freute sich jetzt schon auf die Beute.
„dann laß uns aufteilen…du dort und ich hier!“ drehte sich der Silberwolf zu seinem Begleiter um.
"Wer was findet gibt Meldung, wenn keine Spur komm zurück“ Wies er den Jüngeren an.
„In Sichtkontakt bleiben“ Hier spürte Isildur das er wieder in seinem Element war. Anweisungen geben und eine Jagd organisieren. In den Wäldern seiner Heimat musste er zudem noch aufpassen, dass Jungelfen, welche kein Fleisch essen wollten, nicht die Jagd sabotierten. Yavanna konnte das auch ganz gut. Es war ein ewiger Kampf gewesen, aber seit er den Wolf in sich hatte, konnte es nicht mehr so unbemerkt gemacht werden.
Isildur versuchte zu wittern, aber die Kälte schmerzte fast schon, als er die Luft versuchte zu filtern. Eisig war sie und fremd. Er sah zu Atka rüber, der mit seiner Schnauze den Bogen absuchte.
So scheint es also besser zu gehen…ich habe noch vieles zu lernen
Aber Isildur sah dafür etwas anderes, noch bevor er sich auf den Boden und alle Viere wieder niederließ. Es war ein dunkler Schatten, der sich vom Weiß des ebenmäßigen Schnees hervorhob. Isildur trat dahin und konnte tatsächlich deutliche Fußabdrücke erkennen. Das war der Vorteil bei Schnee, besonders wenn er gefallen war und noch frisch über den Boden sich verteilte.
Was ist das?
Der Wolfself kniete sich neben die Abdrücke. Legte seine Hand daneben.
Ziemlich großes Tier…die Fußspuren sehen einem Bären ähnlich, wenn das Gewicht und die Größe nicht stimmt. Hmm, bilde ich es mir ein oder riecht es seltsam?
Er beugte sich über die Spur, ließ seine Nase über den Abdruck fahren und versuchte etwas zu erschnüffeln. Was er roch, gefiel ihm zusehends weniger.
Das Wesen hat Hunger…scharf…“Was?“ er sah zu Atka auf, der sich gerade wieder zu ihm gesellte. Er hatte die Schritte und den Geruch vernommen, als dieser zum ihm getrottet war.
„Hier ist was…sieht sehr groß aus und es riecht nach Gefahr und Hunger“ Atka schien es selber kurz zu beäugen, dann war jedoch die Welpe in Aufruhr.
Schneebestie?
„Atka ruhig“ Stieß Isildur mit einem scharfen Knurren aus und griff die Schnauze des jüngeren Wolfs. Nicht bösartig, aber bestimmt traf sein Blick das Tier. Er folgte den Verlauf der Spur mit den Augen und erhob sich. Wenn dieses Wesen ebenso weiß war, wie die Gegend, könnte es Isildur übersehen. Noch war dies hier ein fremder Ort, dessen Gepflogenheiten er nicht richtig kannte. Eine Schneewehe, Wind, der Schnee aufwirbelte, so etwas konnte er nicht unterscheiden.
„Wenn du wild bellst, wird diese Wesen uns hören…die Spur ist frisch“ Knurrte er Atka entgegen.
Doch wir sollten zurück, er ist zu nah an der Hütte. Erst wenn du die Hütte sehen kannst, bellst du. Verstanden? Versteht Bryoja, wenn man sie mit einem heulen warnt?“
In der Heimat war dies oft auch eine Möglichkeit über eine große Distanz eine Warnung an das Waldelfenlager zu bringen. Das Geheul wurde weit getragen, weiter als ein aufgeregtes Bellen. Isildur sah zurück und gab dem jüngeren ein Zeichen, jetzt sollten sie eiligst zurück.
Was für ein Wesen ist eine Schneebestie?“ stieß er während des schnellen Laufens aus. Er ließ den Jüngeren vorausrennen, sicherte wie Automatisch seinen Rücken und blickte auf zwei Beinen laufend nach vorne. Den Bogen hatte er nicht dabei, aber sein Jagdmesser und Zähne plus Krallen waren auch kein schlechtes Mittel.

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Re: Schlittenfahrt

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 18. Oktober 2012, 09:59

Atka legte leicht hechelnd den Kopf schief. Er betrachtete Isildur, schien nun andere Aspekte in Augenschein zu nehmen als jene, dass er ein auf zwei Beinen gehender Wolfsmann war. Er schnüffelte, filterte andere Details seines Geruchs heraus. Er versuchte zu ergründen, warum seine Mantroner Schwester diesen Wolf für das Rudel auserwählt hatte. Wollte sie ihre Sippschaft vergrößern, indem sie Nachwuchs zeugte? Wollte sie ihn nur als einen von vielen Jägern um sich scharen? Beide Punkte wären möglich, auch dem Aroma nach zu urteilen. Isildur schien ein kräftiges Männchen, selbst jetzt, da er noch etwas genesen musste. Bryoja hatte gut darauf geachtet, sich starkes Blut zum Freund zu machen. Er würde gut in das Rudel passen, was auch immer seine Aufgaben und Pflichten würden. Der Schneewolf sah in Isildur einen Bruder, mit dem er Jagen und sich auch mal balgen könnte. Eine Bereicherung für das eigene, kleine Rudel also, das aktuell nur aus zwei Personen bestand, sah man einmal von Otis ab. Den Piraten hielt Atka allerdings für ein aufgedrücktes Übel - seiner Ansicht nach war er der Omega der Gruppe. Über Otis wollte er aber im Augenblick nicht nachdenken. Jagen stand auf dem Plan und sein neuer Gefährte und Bruder wollte mitmachen. Das weckte weitere Lebensgeister in dem jungen Schneewolf, der sogleich Witterung aufnahm. Auch Isildur suchte nach Fährten, entdeckte eine, deren Ursprung er nicht kannte, doch kaum dass Atka zu ihm gestoßen war, wurde er aufgeklärt. Eine Schneebestie hinterließ solche Abdrücke, doch dem Elfen im Wolfspelz war nicht ganz klar, um welche Form von Bestie es sich handelte. Umso nervöser oder auch wachsamer reagierte Atka. Er duckte sich leicht, schnupperte. Er suchte nach Anzeichen in unmittelbarer Nähe, die Aufschluss über den Verbleib des Wesens gäben.

Ein Winseln drang aus der wölfischen Kehle. Atka näherte sich Isildur, die Ohren angelegt, dann gespitzt, dann erneug anlegend. Dass ihm unbehaglich zumute war, verriet er durch seine gesamte Körperhaltung. Die Rute war zwar nicht zwischen den Hinterbeinen eingekniffen, aber gesenkt. Das Nackenfell zeigte sich aufgerichtet. "Die Bestie ist in der Nähe. Mein Gebell braucht sie nicht zu hören. Sie weiß, dass wir hier sind." Große, dunkle Wolfsaugen trafen den Elfen. Atka schaute ihn direkt an, mit der Warnung eines Jägers im Blick, der zum Gejagten werden könnte. "Wir sollten meine Schwester und Otis warnen. Es lauert Gefahr, es..." Urplötzlich brach der Schneewolf ab. Er duckte sich noch mehr, doch dieses Mal die Lefzen bedrohlich zurück ziehend. Er knurrte, knurrte Isildur an. Nein, das stimmte nicht. Er knurrte das an, was sich hinter ihm bewegte und gerade zwischen einer Reihe dichter Schneekiefern auftauchte. Dieses Wesen war groß, ragte hoch wie ein Baum. Es maß in der Größe bestimmt gut zweieinhalb Meter und auch es bewegte sich auf zwei Beinen, wenngleich diese leicht gekrümmt wirkten. Sofort ließ sich daraus schließen, dass es im Schnee recht schnell rennen konnte. Vermutlich sogar, ohne auszurutschen, denn Krallen blitzten an den pelzigen Zehen. Sie boten dem Monstrum Halt, waren zugleich gute natürliche Waffen, ebenso wie die scharfen Krallen an den Pranken oder die messerlangen Zähne. Letztere präsentierte die Bestie nun, als sie nach einem Schnauben das Maul öffnete und heißen Atem als kleine Wolken in die Umgebung ausstieß. Der gesamte Körper war mit einem fast reinweißen Pelz bedeckt. Lediglich die Schnauze des Wesens, die irgendwie schweinsähnlich eingedrückt wirkte, war schwarz. Das Innere der wie Fetzen im Wind wehenden Ohren glänzte hautrosa und der Schlund, den es Isildur und Atka präsentierte verdunkelte sich zu einem finsteren, aber hungrig grollenden Loch.
"Das ist eine Schneebestie!", gab Atka bekannt, nun knurrte er lauter und bellte. "Wir müssen meine Schwester warnen." Doch in diesem Moment ging die Schneebestie grollend auf die beiden los. Sie hob die Arme, wollte mit den prankenartigen Fäusten zuschlagen, deren Ziel eindeutig Isildur waren, da dieser größer und somit bessere Beute in den Augen des Monstrums war.


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Re: Schlittenfahrt

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Samstag 20. Oktober 2012, 10:37

Was war eine Schneebestie, dass wollte Isildur noch wissen. Die Antwort erhielt er von dem jüngeren Schneewolf nicht durch Worte.
Er würde es selber erleben.
Denn ohne Vorwarnung war kam die Antwort.
"beruhige dich Atka"
Kurz zuvor war der jüngere Wolf aufgeregt und ängstlich, es fehlte nur noch, dass er seine Rute zwischen seine Hinterläufe klemmen würde. Drückte sich noch mehr zu Boden.
„was ist?“ Plötzlich bellte Atka los und zwar drohend Isildur an.
Was meint er?...hinter mir!
Isildur wusste erst überhaupt nicht, was das Problem des jungen Wolfes war. Ja, sie hatten die Spur einer Schneebestie gefunden, doch bis jetzt hatte er keine erblickt. Dann jedoch wehte ihn der Wind einen Geruch von hinten und Isildur fuhr schlagartig rum. Er konnte sehen wie die Bäume wichen, als sich das Wesen dadurch zwang. Es hatte ebenso gelauert, wie Isildur und Atka nach einer Beute gelauert hatten.
Verdammt, ich hätte es wissen müssen…keine Beute heißt gewöhnlich großer Jäger.
Und das dieses Wesen jagen konnte, sah man sogleich. Er war imposant und schien aus Krallen und Muskelkraft zu bestehen. Das Maul war weit aufgerissen und entblößte große Zähne, die einen zerreißen konnten.
Das Ziel war der Silberwolf. Isildur griff nach seinen Jagdmesser, rief über die Schulter zu Atka, während er sich auf alles gefasst machte.
Sich einen guten Stand zulegte.
„lauf, warne Bryoja!...es will mich!“ es war kein verzweifelter Ausruf. Ein Befehl, scharf und sicher. Seine Aufmerksamkeit war dagegen auf das heranspringende Vieh gerichtet. Er konnte sich jetzt nicht davon ablenken lassen, dass Atka durch seine Angst gelähmt war oder sich nicht rührte. Der Alpha hoffte, dass der andere ihn gehorchte.
Erwartete es!
Isildur hatte noch nie eine Bestie, wie dieses Wesen gesehen. Der Silberwolf fletschte die Zähne, knurrte tief und grollend. Trotzdem würde er dem Wesen nicht die Möglichkeit geben, entweder ihn von hinten anzugreifen oder Atka zu attackieren. Ein Weglaufen war keine Option- jedenfalls jetzt nicht mehr.Tiere fühlten sich oft noch verstärkt in ihrem Trieb, dann zu jagen. Das konnte Isildur im Inneren sogar mehr nachempfinden als früher. Außerdem konnte sich diese Kreatur besser auf dem Schnee bewegen.
Ihr Götter steht mir bei!!!
Das Tier holte mit seinen krallenbewehrten Fäusten aus, und Isildur warf sich auf alle Viere und versuchte sich unter den Schlägen wegzuducken. Er spürte den Windzug, stoppte jedoch nicht in seiner Bewegung. Seine Ohren rauschte im Zug des Adrenalin und pumpte sein Blut durch den Körper. Selbst bei einer Kratzer durfte er nicht nachgeben, dass könnte für ihn tödlich enden. Nun würde Isildur agieren. Er machte einen Satz zur Seite, drehte sich schlagartig seitlich weg und ließ die Klinge durch die Luft fahren. Würde das Wesen abermals nach ihn schlagen wollen, so hätte der Wolfself gute Chancen, dass es sich selber an der Klinge verletzte.
Nach einer Rolle hockte Isildur auf dem Schnee, ein Knie am Boden.
Er war diesen Untergrund nicht gewohnt und spürte, dass er achtsam sein musste, wenn er nicht den Halt verlieren wollte. Denken tat Isildur jetzt nicht. Wolf und Elf wussten, was davon abhing. Das eigene Leben.
Das tiefe Grollen war herausfordernd. Die Zähne gebleckt wartete er auf die nächste Reaktion. Während der Silberwolf dieses Wesen beschäftigen würde, um die Bestie von dem anderen abzulenken, könnte Atka laufen und seine Schwester warnen.
Hoffentlich würde die Zeit ausreichen, die er Atka zu verschaffen versuchte. Anderen hätte er vielleicht einen Befehl ebenfalls zum Angriff gegeben, aber Atka war gerade dem Welpenalter entsprungen und die Angst des jüngeren Wolfes hing in der Luft. Hier war der Schutz des Rudels von Nöten.

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Re: Schlittenfahrt

Beitrag von Erzähler » Montag 29. Oktober 2012, 08:11

Einen Moment lang zögerte Atka. Er war Wolf und die jagten, fraßen, schliefen und kämpften auch im Rudel. Deshalb bellte er Isildur aufgeregt zu: "Und dich hier allein kämpfen lassen, Bruder?" Doch dann ging ihm der Gedanke durch den Kopf, dass Bryoja warnen auch bedeuten konnte, sie als Verstärkung hinzu zu ziehen. An Otis dachte der Wolf dabei nicht. Dieser wäre nicht einmal aus seiner Sicht heraus eine Hilfe. "Halte durch, ich hol sie!" Erneutes Bellen gen Isildur, ehe Atka sich mit einem gewagten Sprung abwandte und zur Hütte sauste. Man sah das beigefarbene Tier kaum auf dem hellen Schnee, so schnell huschte es davon.

Nun war Isildur auf sich allein gestellt. Er gegen diese gewaltige und zäh aussehende Bestie. Atka hatte nicht untertrieben mit seiner Scheu. Ein solches Monstrum galt es im Normalfall zu meiden, aber wann war Isildurs Leben schon normal, seit seiner wölfischen Präsenz? Hals über Kopf stürzte er von einer Katastrophe in die nächste, so schien es. Lediglich die Begegnung mit Bryoja war da wohl die positive Ausnahme und diese wäre jetzt sicherlich auch vorzuziehen gewesen. Doch es war diese Schneebestie, derer er sich nun stellen musste. Das Ungetüm ließ sich von seinem Geknurre offenbar nicht beeindrucken. Es kam näher, grollte seinerseits zurück und schlug noch im Gegen nach einem Ast. Er brach, fiel zusammen mit weiteren Zweigen in den Schnee. Die Bruchstelle blieb als gesplittertes Etwas zurück am Stamm.
Dann griff das Ungeheuer an. Wenigstens durfte Isildur eines erkennen: Es besaß Standfestigkeit auf dem Schnee, wirkte aber nicht wie der schnellste Kämpfer. Es setzte auf Kraft, Schwung und vor allem die Wucht seiner krallenversehenen Fäuste. Wenn Isildur nur schnell genug war, würde er der Bestie mehrfach ausweichen können, ohne überhaupt Schaden zu nehmen. Die ersten Schläge des Wesens gingen jedenfalls ins leere, auch wenn einige davon haarscharf am Körper des Wolfselfen vorbei glitten. Doch ewiges Ausweichen war auch keine Option. Isildur ging zum Gegenangriff über, etwas, womit das Monstrum offenbar nicht wirklich rechnete. Es war gewohnt, dass seine Beute sich wehrte, dann aber unterlag. Nun lernte es jemanden kennen, der vermutlich bis zum letzten Atemzug Widerstand leisten würde.

Erneut wurden Angriffe gewechselt. Isildur wich dabei aus, die Klinger erhoben und er hatte damit Erfolg. Das Wesen schien zu plump, um diesen Schachzug zu kennen. Es hatte einfach nach dem ausgesuchten Opfer geschlagen und sich nun die Faust an der scharfen Schneide verletzt. Blut tropfte in den Schnee. Dunkles Blut, dunkler als es üblich war. Die Bestie brüllte dabei, offensichtlich litt sie zumindest für den Augenblick Schmerzen. Aber sie war ein zäher Brocken, immerhin überlebte sie auch in dieser eisigen Wildnis. Da machte eine einzelne Schnittwunde noch nicht viel aus. Sie würde auf jeden Fall nicht ausreichen, dieses Vieh zu Boden zu ringen. Und so setzte sich der Kampf fort. Die Schneebestie entschied sich nun für eine andere Form des Angriffs. Sie war größer und bulliger als Isildur, besaß somit auch deutlich mehr Kraft. Wie eine gigantische Schaufel brachen seine Fäuste in den Schnee. Das würde auch die Verwundung kühlen. Schon stemmte er ein riesiges Stück der weißen Pracht in die Höhe. Es war nicht der weiche Pulverschnee, der sich wie ein Samtteppich der Kälte über diesen Landstrich zog. Die Schneebestie hatte ein vereistes Stück herausgebrochen, das hart und kantig war. Auch daran konnte man sich unangenehm schneiden.
Sie war bereit, diesen Brocken nach Isildur zu werfen, nur um noch im Flug des Eisbrockens hinterher zu sprinten und einen rammenden Angriff zu starten.

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Re: Schlittenfahrt

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Montag 5. November 2012, 13:04

Atka verstand schnell, dass war gut. Zwar hatte der Wolfself nicht vorgehabt, diesen Kampf auf andere auszuweiten, aber er würde die Bestie hoffentlich lang genug aufhalten können.
„EIL DICH“ rief er Atka noch nach, dann war er auf sich gestellt. Die Kreatur war wendiger als er gedacht hatte. Sie bestand aus Muskeln und Kraft, während er hoffentlich schnell genug war. Wieso musste er jetzt an den Kampf mit Atka denken? Dort befand sich jedoch Isildur in der Position des Stärkeren. Isildur konnte nur auf sein Können verlassen. Was nicht gerade einfach war.
Beeindrucken ließ sich die Bestie nicht durch Isildur. Seltsam dass er in diesem Moment an seine Schwestern denken musste, die immer angenommen hatten, dass keiner gegen ihren Bruder ankam. Isildur gehörte zu den stärksten Kriegern im Lager, aber unverwundbar war er nicht.
Und zudem neigte der ehemalige Waldelf nicht dazu, sich mit einem unbekannten Tier anzulegen, wenn er dessen Jagdtechnik nicht kannte. War er lebensmüde geworden?
Nur knapp konnte er den ersten Schlägen ausweichen. Sein Fell sträubte sich und seine Ohren waren dicht an den Kopf nach hinten angelegt. Das Wesen verletzte sich an der Klinge. Blut erfüllte die Luft. Es reizte den Wolf, ließ diesen nur noch herausfordernder knurren.
Aber was machte das Vieh denn jetzt? Isildur begriff es schnell, dass Tier musste intelligenter als man dachte sein. Sonst würde es nicht auf die Idee kommen etwas aus dem Eis zu brechen.
Jetzt wäre die beste Möglichkeit…verdammt ich weiß zu wenig über das Biest.
Isildur zögerte nicht, wartete nicht ab. Als das Tier sich mit dem Eis beschäftigte, sprintete er los. Schmiss sich zu Boden, rutschte unter der Eisbrocken durch, als dieser auf ihn zuflog. Jedoch hatte er nicht damit gerechnet, dass das Tier hinterher stürmt.
FEHLER! Schrie sein Hirn, denn gerade hatte er sich erhoben, da krachte er in das Biest rein. Vielleicht nicht so, wie es vom Wesen gedacht war, aber doch schmerzhaft. Da Isildur der Kreatur ihre größten Anlaufgenommen hatte. Der Aufprall war trotzdem Hart. Nur geistesabwesend konnte er schützend einen Arm vor sein Gesicht halten. Sein Jagdmesser flog zu Boden, durch die Wucht verloren. Sein Kiefer schnappte nach dem Vieh, wie ein Instinkt. Unsanft landete er auf dem Boden, drehte sich schnell weg. Seine Lungen brannten von der Kälte. Schmerz musste er jetzt ignorieren.

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Re: Schlittenfahrt

Beitrag von Erzähler » Freitag 16. November 2012, 08:14

Atka rannte um sein Leben, obgleich dieses nicht einmal halb so sehr in Gefahr war wie das von Isildur. Immerhin kämpfte der Wolfslelf aktiv gegen die Schneebestie und nicht der Schneewolf mit dem beigenen Fell. Aber so war das unter Wölfen. Sie hielten zusammen, sahen sich immer als Rudel. Die Geschichten von den tapferen Einzelgängern, die immer ihr eigenes Ding durchzogen und somit schnell Betitelung für einzelgängerische Abenteurer, Kopfgeldjäger und andere Individuen mit schweren Schicksalsschlägen fanden, war im Grunde eher falsch. Wölfe hielten zusammen, sie waren Brüder und Schwestern. Genau so jemanden wollte Atka nun holen: seine Schwester.
Bryoja hörte das Kratzen zuerst. "Mach mal auf", brummte sie Otis zu, denn die Mantronerin war noch immer damit beschäftigt den Tee zu kochen. Sie und der Pirat hatten schon zwei Tassen geleert, aber Wasser und Teekräuter waren noch reichlich vorhanden und zumindest Bryoja wollte die Ruhepause nutzen, um möglichst viel Wärme in ihre Glieder zu bekommen. Otis erhob sich, als es draußen winselte. "Aye, bin unterwegs", war es nun er, der brummte und sich dann der Tür näherte. Kaum war diese einen Spalt geöffnet worden, huschte Atka wie ein heller Blitz in den Raum, wirbelte herum, dass er sich mehrmals um die eigene Achse drehte und bellte aufgeregt. Nicht einmal Bryoja schaffte es im ersten Augenblick, den jungen Wolf zu beruhigen. Aber ihr fiel rasch etwas auf. "Wo steckt Isildur?"

Der Wolfself hatte den Kampf aufgenommen. Er sollte daran denken, sich nicht zu sehr zu verausgaben. Noch immer war seine Verwundung nicht ganz verheilt und ihm stand ein harter Marsch durch eisiges Schneegebiet bevor - vorausgesetzt natürlich, er überlebte den Angriff der Schneebestie. Isildur attackierte es, so gut er konnte. Immerhin hatte er es verletzen können. Blut färbte den Schnee rot, aber die Bestie sah sich noch nicht in der Position einer Flucht. Sie griff weiterhin an, jetzt sogar mit fliegenden Eisbrocken. Isildur entschied sich für ein Ausweichen durch einen Frontalangriff. Wäre die Bestie ihrerseits nicht sofort hinter dem Eisklotz hinterher gestürmt, wäre die Taktik wohl aufgegangen. So aber hetzte das Biest nun auf den heran rutschenden Isildur zu. Der Eisbrocken flog glücklicherweise über den Elfen im Wolfspelz hinweg. Die Schneebestie und er aber prallten direkt aufeinander. Es tat einen dumpfen Schlag, das Wesen gab einen überraschten Laut von sich. Es hatte nicht mit Isildurs Rutsch-Attacke gerechnet und diese wegen des Eisbrockens auch nicht gesehen. So taumelte das Ungeheuer und fiel gar zurück in den Schnee, der sich zu einer Art dunstigem Nebel aus purem Weiß formte und empor stieg. Für einen Moment waren weder Isildur noch das Eiswesen zu erkennen. Dann sank der rieselnde Schnee wieder herab.
Die Bestie hockte noch immer auf dem pelzigen Hosenboden. Sie schmatzte, eine Pranke hielt sich jene Stelle am Körper aus der weiterhin Blut tropfte. Sie schüttelte den Kopf, runzelte das, was man bei diesem Ungetüm wohl Stirn nennen konnte. Erstmals schien das Vieh zu überlegen, ob ein Rückzug nicht sinnvoller wäre. Aber ... zu spät.
"STIRB!" Mit erhobener Kriegsstreitaxt stürmte Bryoja heran. Jede Bewegung durch den Schnee war geschmeidig und doch blieben die Tritte kraftvoll. Sie schnellte behände vor, als stellte der Untergrund kein Hindernis für sie dar. Sie kannte ihn, das merkte man deutlich. Sie war in und mit dieser Umgebung groß geworden. Und sie kannte Schneebestien. Die Axt schwang, wirbelte, preschte wie ein rettender Rammbock mit scharfer Schneide an Isildur vorbei und direkt in den Kopf der Bestie. Bryoja spaltete das Wesen fast mittig, Blut spritzte, benetzte nun weite Teile des Schnees. Das Viech hatte keine Chance, war vermutlich schon tot, bevor der Schmerz es erreicht hätte. Trotzdem hielt sich die Mantronerin noch nicht zurück. Sie riss ihre Waffe aus dem Kopf, um einen weiteren Schwinger nachzusetzen, der dem bereits besiegten Gegner nun auch noch einen Arm vom Rumpf trennte. Dabei stieß die Frau unablässig Kriegsschreie aus. Sie beschwor Venthas Macht, ihre eigene Stärke und den Mut der Tapferen von Mantron. Erst als sie dem Ungeheuer sämtliche Gliedmaßen abgehackt hatte, kam sie zur Ruhe. Erschöpft, schwer atmend ließ sie ihre Waffe und sich selbst schließlich in den Schnee fallen. Atka und Otis standen nicht weit entfernt von der Szenerie. Der Pirat hatte sich hinter den Schneewolf geduckt, welcher die Ohren nun aufstellte und einen vorsichtigen Blick riskierte.
"Alles ... in ... Ordnung?", keuchte Bryoja, schaute zu Isildur herüber. Noch immer funkelte die Wut in ihren Augen, aber es blitzte auch Kontrolle darüber auf. Der Kampf war geschlagen.
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Re: Schlittenfahrt

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Mittwoch 5. Dezember 2012, 18:28

Er hatte sich verkalkuliert. Wie hätte er den wissen können, dass dieses Vieh ebenfalls auf ihn zu rennen würde. Der Aufprall war hart, als Isildur gegen die Schneebestie donnerte. Der Geruch war abartig und die metallische Würze von Blut war keine Besserung. Immerhin hatte er die Kreatur verwunden können. Ein überraschtes Aufkeuchen und Isildur wurde zu Boden zurückgeworfen. Pulverschnee wurde aufgewirbelt und die Kälte des Schnee drückte sich gegen sein Fell. Sein Jagdmesser flog, nur wohin konnte er nicht sagen.
Ab jetzt übernehme ich, meldete sich der Wolf in Isildur. Denn nicht nur der Aufprall war schmerzhaft, auch eine noch nicht ganz verheilte Wunde meldete sich mit einem Stich zu Wort. Isildur rappelte sich auf, jede Sekunde konnte zählen. Der Geruch des Blutes lag schwer und benebelte die Sinne. Wann hatte er zuletzt richtig gefressen? Es war etwas her, nicht extrem lange, aber so dass der Geruch etwas in dem Wolfelfen reagieren ließ. Noch halb im Liegen knurrte der Wolfself, fletschte die Zähne.
Seine Hände und Hinterläufe drückten sich die gepolsterte weise Masse. Gerade wollte Isildur aufspringen, seine Fänge in diese Kreatur schlagen, die nach Feind und Beute zeitgleich roch. Er war noch zu benebelt um zu erkennen, dass der Elf eher an der Oberfläche bleiben sollte.
Der Kriegsschrei Bryojas ließ ihn rumfahren, da kam die Mantronerin auch schon und ihre Mächtige Axt spaltete den Schädel des Untiers, wie es auch ein Waldelf im Kampfrausch getan hätte. Mehr Geruch von Eisen. Isildur schüttelte den Kopf, versuchte in den Nebel als Blutgier und Schmerz etwas klarer sehen zu können.
Komm schon…. Das ist Bryoja, kein Feind!
Seine Seite schmerzte und er war durch den Wind. Er machte ein paar Schritte zurück, drohte noch immer mit entblößten Zähnen. Sein Schritt war unsicher, leicht torkelnd. Alles schien sich noch zu drehen, der Wolfelf schüttelte den Kopf. Ein nähern ließ er gerade nicht zu und er zeigte es nur zu deutlich. Dies war wohl wieder ein Bild für die Schwestern, weswegen sie damals Angst hatten, er könne ihnen etwas tun. Das Nackenfell war gesträubt, die Ohren angelehnt.
Er hörte wie Bryoaj etwas sagte und legte mit einen abwehrenden Knurren die Ohren noch dichter an den Kopf. Er kannte die Stimme und er kannte den Geruch! Sie war kein Feind- sie war sein Weibchen. Sein Kopf fuhr zu der Bestie, wo ihn gerade sein Instinkt ein großes Fressen präsentierte. Es roch fremdartig und faszinierend.
Sollte er nicht um sein Fressen kämpfen?
Nein, das war falsch!
ja..ja… alles in Ordnung“ drang es tief aus seiner Kehle. Er erhob sich langsam, versuchte sich gegen die Haltung auf vier Pfoten durchzusetzen und nach mehreren Versuchen, gelang es. Was für ein Alpha war er, wenn er sich nicht mal zu verteidigen wusste, verhöhnte ihn der denkende Teil in ihm. Der Wolf kümmerte sich nicht um solche angeblichen Fehler sondern handelte instinktiv. Wusste das er unterlegen wäre, wenn nicht das Weibchen eingegriffen hätte.

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Re: Schlittenfahrt

Beitrag von Erzähler » Montag 24. Dezember 2012, 14:59

Der Blutgeruch war es, der Instinkte weckte. Ein wildes Tier, wie ein Wolf, konnte nicht dagegen ankämpfen. Wenn er den roten Lebenssaft roch, musste gehandelt werden. Da weckte es den Wolf in Isildur und er würde sich wohl nicht so schnell zurückdrängen lassen. Dieser Kampf war seine Sache und vielleicht war das auch gut so. Die Schneebestie rechnete schließlich nicht mit einem Wolf, auch wenn Isildur seinen Pelz trug. Er war bislang auf zwei Beinen gelaufen. Er war Zweibeiner, Mensch, Elf ... aber kein Wolf. Nicht in den Augen der hungrigen Bestie. Doch auch mit der Mantronerin hatte das Monstrum nicht gerechnet. Nun ging alles ganz schnell. Bryojas Axt war schwarf. Der Schädel des Ungetüms wurde gespalten wie von einem heißen Messer, das durch Butter ging. Blut verteilte sich, spritzte. Es färbte den aufgewühlten Schnee rot. Das Monstrum fiel besiegt zu Boden. Mit einer solchen Wunde würde es nie wieder aufstehen.
"Geschafft, geschafft! Du warst so mutig!" Atkas Bellen war es wohl, das den Wolf in Isildur beruhigen könnte. Immerhin sprachen sie dieselbe Sprache. Der Schneewolf rannte heran. Er sprang munter um Isildur herum, rollte sich auf den Rücken und bellte ihm zu. Dann hechtete er wieder hoch, die Ohren, sowie die Rute spitz aufgestellt. Stolz zeigte sich in jeder Regung des Wolfes, Anerkennung für Isildur, der so tapfer gekämpft und verteidigt hatte. Atka beobachtete ihn mit glänzenden, dunklen Augen, aber auch Bryoja richtete nun ihren Blick auf den Gefährten. Sogleich senkte sie ihre Axt. Im Gegensatz zu Atka erkannte sie wohl, welche Gefahr Isildur selbst für sie beide darstellen könnte. Sie legte ihrem Wolfsbruder eine Hand auf den pelzigen Kopf. Atka fiepte leise, gehorchte aber brav und zog sich hinter die Mantronerin zurück. Diese näherte sich Isildur, behielt aber eine Distanz aufrecht, die ihm genügen sollte, sich nicht bedroht zu fühlen. Dann stemmte sie die Axt in den Schnee, ließ sich an ihr etwas herab gleiten, in die Hocke. Ihre freie Hand streckte sie nach Isildur aus, als könnte er sich ihr nun freiwillig nähern und sie beschnuppern, wenn er denn wollte. Bryojas Augen blieben ruhige, eisblaue Seen. "Es ist vorbei", war das einzige, was sie zu ihm sagte.
Sie gab ihm Zeit, die er brauchte. Dann erhob sie sich nickend, zeigte auf die Schneebestie. "Nehmen wir sie auseinander, bevor wir weiterreisen. Das Fell, das Fleisch, selbst die Zähne und Klauen werden uns von Nutzen sein." Schon zückte sie ein kleines Jagdmesser und machte sich daran, ihren Worten Taten folgen zu lassen. Sie bewies, dass sie mehr als eine Kriegerin war. Diese Frau war auch Jägerin und wusste, mit ihrer Beute umzugehen. Schon war der Leib des Viehs aufgeschnitten und ein erstes Organ heraus getrennt. Sie warf es Atka zu, der es bereitwillig fing, sich in den Schnee niederließ und sofort zufrieden kaute. Erst dann hob Bryoja fragend den Kopf gen Isildur. Es brauchte keine Worte, ihr Blick genügte. Ob er ebenfalls etwas wollte. Sie nahm all sein Verhalten ernst. Sie wusste, dass da nicht nur Elf in ihm steckte. Da gab es auch den Wolf und dieser würde um Beute kämpfen, allein um seinen Alpha-Status zu verteidigen.
Der Omega Otis näherte sich langsam von der Hütte her. Er hatte die Arme eng um den Körper geschlungen. Die Eiswelt war nichtsw für einen Piraten.
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Isildur Ranarion Ni'Tessin
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Re: Schlittenfahrt

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Samstag 5. Januar 2013, 18:53

Der Wolf hörte das Lob des Jüngeren, fühlte den Stolz seines kleinen Bruders. Er waren die richtigen Worte, die besagten, das es geschafft war. Die Bestie erledigt war. Sein Kopf hob sich, sah zu dem Tier rüber, schnupperte und der Geruch des Blutes ließ einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. Es roch nach gutem Fleisch. Seine Nasenlöcher blähten sich auf, zogen den scharfen Geruch ein.
Doch er war noch zu verwirrt, noch zu durcheinander. Der Nebel des Wolfes ließ sich schwer beiseite zu fegen. Bryoja erkannte es, rief den jüngeren Schneewolf zurück und gab ihm Raum. Er beobachtete sie, der Wolf oder eher die Bestie war wachsam, analysierte jede Bewegung, die vielleicht ein Angriff sein konnte. Fixierte die Waffe, die die Mantronerin jetzt bei Seite packte.
Ein Zeichen… gut… keine Gefahr
Sortierten sich die ersten Gedanken des Elfen, während sie sich vor ihn hockte. Er trat erst einen Schritt zurück, die Zähne gefletscht. Seine Beute war das!
Duckte sich mich an den Kopf gelegten Ohren tiefer in den Schnee, bereit sofort los zu sprinten oder ihr entgegen. Doch es war ihre Hand die sie ihm ohne Angst entgegen streckte. Zögerlich trat er näher. Die Worte sog sein Geist auf, holte den Elfe . Seine kühle Nase schnupperte an ihrer Hand. Ihr Geruch erkannte er. Eine Ewigkeit schien zu vergehen, bevor er seine Zunge über ihre Hand gleiten ließ und seine Schnauze auf die Hand legte. Die Augen schlossen sich, die Haltung entspannte sich. Ordnung und ruhe kehrte mehr und mehr in dem Wolfselfen ein und als er seinen Kopf zurückzog und die Augen öffnete, nickte er ihr dankbar zu.
„ es ist alles wieder in Ordnung… Guter Schlag“ er wies zu der Schneebestie und erhob sich wieder. Jetzt wieder auf zwei Beinen zu stehen war eine das Beste was er machen konnte, um die Bestie wieder zum Wolf in inneren werden zu lassen. Er sah zu Atka.
„Nicht nur mir gedeiht der Lohn, du hast schnell gehandelt“
Er zog Bryoja auf die Füße, drückte seine Schnauze an ihr Gesicht. Er mochte ihren Geruch und war dankbar, dass sie da war. Das sie gleich zur Tat schritt, ließ ihn schmunzeln. Sie war wirklich eine taffe Frau und er blickte ihr einen moment nach. Er sah sie als berechtigt an, dass sie sich der Beute näherte, so hatte sie bei der Jagd geholfen. Sein Weibchen! Stolz ergriff ihn.
Den jüngeren Schneewolf streichelte er das Rückenfell und trat erst beiseite, als das frische Fleisch zu dem jüngeren sprang. Der Magen knurrte dem Wolfelfen, verdammt konnte er seit dieser Verwandlung futtern. Damit Atka sich nicht gestört fühlte, trat er etwas weg und blickte sich erstmal suchend um. Sein Jagdmesser lag nicht weit entfernt im Schnee. Er griff danach und konnte dabei den Geruch von Otis wittern. Der Pirat sah verängstig aus und wirkte mehr als jämmerlich in dieser harten Gegend. So wie Bryoja ihm mit seinem Verhalten nicht aufgab, sollte er vielleicht auch etwas vertrauen in den Mann schenken.
Er griff sein Jagdmesser und trat zudem Piraten rüber.
„Ich helfe gleich…“ zwar war der Wolfelf recht stark von dem Geruch abgelenkt und es störte ihn, dass seine Stimme so bedrohlich noch klang. Bryoja sah zu ihm rüber und er nickte, auch ihm war nach etwas frischen um seine Zähne darin zu vergraben. Und mit vollem Magen ließ sich besser dem Wolf zurückdrängen.
Er hielt sein Jagdmesser mit dem Griff voraus dem Piraten hin und nickte Richtung Bryoja.
„Hilf ihr…ich muß erst fressen, aber arbeite ordentlich“ wies er den Piraten an.
Sonst gibt es nichts für dich für fressen.
Isildur musste sich stärken, seine Pranke wanderte wie von selbst zu seiner alten Verletzung. Drückte kurz die Stelle. Es schmerzte leicht.
Als er gefressen hatte, half auch Isildur ordentlich weiter. Seine Kraft hatte Vorteile, besonders als es um das Abziehen des Felles ging und um die Knochen. Isildur kannte es nicht anders, als dass man wirklich alles verwertete, was die Beute ergab. Das war ein Grund, weswegen er sich diesem Leben sich gut anpassen konnte.
Wie zu Hause…eine gute Jagd und das Teilen der Beute

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Re: Schlittenfahrt

Beitrag von Erzähler » Montag 14. Januar 2013, 10:08

Man merkte, dass Bryoja zumindest bereits einen Wolf erfolgreich aufgezogen hatte und die typischen Verhaltensweisen kannte. Sie war erfahren im Umgang mit den vierpfotigen Pelzträgern. So scheute sie keine Sekunde davor zurück, auch Isildur zu zeigen, dass sie wusste, was sie tat. Ihre Hand blieb ausgestreckt. Der Wolf in ihrem Gefährten sollte alle Zeit bekommen, die er brauchte, um sie als Freundin zu erkennen. Sie würde ihm seine Beute nicht streitig machen, jetzt nicht. Sie wollte ihm klar machen, dass er hierbei den Sieg errungen hatte und für den Moment der Jagd der Alpha war. Sie würde sich ihm aber nicht unterwerfen, wie Atka es tat. Sie sah sich auf gleicher Ebene mit Isildur - Alphaweibchen, das ihm seine errungene Beute überließ. So konnte man es ausdrücken, aber Isildur der Wolf schien das zu akzeptieren. Seine Zunge fuhr über die Hand der Mantronerin. Kurz darauf tätschelte sie die Schnauze des anderen, atmete eine Wolke in die kalte Luft und nickte. "Gut gekämpft", entgegnete sie. Atka winselte freudig am Boden. Schließlich sprang er wieder auf, tollte herum. Noch immer war er am euphorischsten, dass sie die Schneebestie erlegt hatten. Stolz über die eigene Tat reckte der Schneewolf seine Rute empor, huschte in der Umgebung herum und hob schließlich an einer ausgesuchten Stelle sein Bein, um den Siegesplatz als ihren zu markieren.
Während Bryoja sich um die Schneebestie kümmerte und sie nach und nach ausnahm, dass deren Blut den näheren Schnee rot färbte, widmete sich Isildur nun Otis. Ein Pirat war im Eis verloren, so schien es und er wirkte gar verunsichert, hüllte sich nur enger in seinen Pelz. "Kein Wetter für mich", brachte er hervor, versuchte es mit einem schiefen Grinsen - es schlug fehl. Dieser Kerl suchte nach etwas, sich Mut zu machen, aber überall war nur Schnee. Was der Mann brauchte, waren Rum oder ein Schiff. Beinahe dankbaren Gesichts ergriff Otis das Jagdmesser. Er hatte eine Aufgabe bekommen und es war etwas, das er beherrschte. "Hab schon mal Robben ausgenomm'n, weiß wie's geht." Schon machte er sich auf den Weg, näherte sich der Mantronerin. Diese hob nur kurz den Kopf, schaute den Piraten an und an ihm vorbei zu Isildur. Dann aber gab sie ein Brummen von sich, winkte Otis heran und beide machten sich an die Arbeit, die Schneebeste auszunehmen. So ging es auch bei weitem schneller. Als Isildur hinzu kam, nachdem er wie Atka gefressen hatte, brauchten sie wahrlich nicht lange, um aus der übrigen Bestie etwas zu machen. Interessant war jedoch, was der Wolfself dann unter dem Monstrum finden sollte. Dort lag etwas, von einem kleinen Wesen hinterlassen, das nun zwischen den Bäumen herum wuselte und nur hin und wieder nach der Gruppe schaute. Atka war es, der das Wesen aufspürte. Er beschnüffelte es. Das kleine Männlein ließ es zu. Es trug einen roten Pelz, dazu eine Zipfelmütze, an deren oberen Ende ein weißer Bommel befestigt war. Außerdem hatte es sich einen Bart stehen lassen, der inzwischen bis zu den winzigen Knien reichte. Darin verbarg es die Hände, so dass der Bart wärmte. "Was bist du?", fragte Atka. Das Männlein grinste. "Ein Freund", antwortete es. "Nur ein Freund. Geh nachsehen, was der große Wolf gefunden hat." Dann wuselte das Wesen davon. Atka neigte den Kopf, tat aber wie geheißen. Er sprang zu Isildur herüber, der inzwischen entdeckt haben musste, was der Wichtelmann ihm hinterlassen hatte. Unter der Schneebestie, im Schnee, lag ein schwarzer Ring. Keiner für einen Finger, dafür war er zu groß. Es war ein Band, ein geschlossenes Lederhalsband mit silberner Schnalle. Umso überraschender dürfte sein, dass die Schnalle die Form eines Blattes besaß. Ansonsten schien dieses .... Halsband ... keine besonderen Merkmale aufzuweisen. Ganz im Gegensatz zu dem Stein, den Isildur an seinem Bogen vorgefunden hatte. Dieser hatte rot geglüht, bevor Atka in die Hütte gestürmt gekommen war. Leider war es von niemandem bemerkt worden.
"ziehen wir weiter, wir haben alles. Frisches Fleisch, einen neuen Pelz ... und das hier." Bryoja hob einen Trinkschlauch an, dessen Öffnung rot von Blut war. "Wir werden es in einem Ritual trinken, sobald wir meine Heimat erreichen. Es soll uns Kraft und Zuversicht, vor allem aber die Stärke der Schneebestie bescheren. Doch dazu muss ich es erst weihen lassen. Verlieren wir also keine Zeit." Sie verkorkte den Trinkschlauch, hing ihn sich um und ergriff dann zusammen mit Otis den Bestienpelz. Dieser wurde zum Schlitten getragen, auf dass sie bald aufbrechen konnten.
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Re: Schlittenfahrt

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Dienstag 29. Januar 2013, 17:09

Er hörte sich an, was Otis von sich gab. Er hatte schon eine Robbe ausgenommen, war das jetzt was gutes oder nicht?
na wenigstens kann er dann helfen.... was wohl ne Robbe ist?
Robben kannte Isildur nicht. Es konnte ein großes Tier sein oder so groß wie eine Maus, aber er nickte nur und deutete ihm zu arbeiten. Isildur gab gewöhnlich nicht sein Jagdmesser aus der Hand, aber er wusste das es scharf war und zudem ließ er Otis etwas wirksames machen.
Er sah Bryoja, die ihn ansah und Isildur nickte nur. Sie verstand was er meinte. Diese Frau war wirklich bewundernswert .
Jetzt konnte sich Isildur um seinen eigenen Hunger kümmern, und das Fleisch war köstlich. Seine Zähne rissen und schnitten durch die warme nach Blut und fremden Tier riechenden Fasern. Er schmeckte ungewohnt, hatte einen seltsamen Eigengeschmack. Früher hätte er nicht annähernd etwas davon runter bekommen, denn da war sein Magen nicht dafür ausgerichtet, aber jetzt war es ideal. Es knirschte, wenn er auf Knochen biss, die seinem Kiefer nicht standhielten.
lecker! ...das habe ich wirklich gebraucht
Es fühlte sich gut an, wie sich sein Magen füllte und er eine Ruhe dadurch vernahm, die man wohl nur im gesättigten Zustand erhalten konnte...oder nach dem Liebesspiel.
Seine Schnauze säuberte er im Schnee, bevor er sich den anderen anschloss.
Es war gute Arbeit und harte dazu, etwas was der Wolfelf mochte. Gemeinsam war das Vieh schnell auseinander gesetzt. Bryoja sammelte das Blut in einem Trinkschlauch und hing es sich über.
„Dein Volk ist nicht viel anders als das meine“ erwiderte er und wies auf dem Schlauch.
Natürlich war es nicht gleich, aber trotzdem gab es einige Parallelen. Die Art wie sie agierten und bestimmte Bräuche vollzogen. Sie waren eins mit der Natur in der sie lebten.
Sie hatten das Vieh das Fell abgezogen und der Schnee war rot vom Kampf und der folgenden Schlachtung, als Isildur etwas auffiel. Er legte verwundert den Kopf schräg und ging in die Hocke.
WAS ist das denn?
Seine Pranke hob ein schwarzes Lederband an und untersuchte es. Es konnte nicht von dem Tier kommen, das war klar. Sein Augenmerk war dabei auf der Schnalle, die wie ein Blatt aussah. Es sah elfisch aus.
„ist ja seltsam...“ Atka kam inzwischen auch zu ihm, und er ließ den jüngeren Wolf daran schnubbern.
„Muß schon vorher hier gelegen haben.... ein Gürtel oder so?“ dass die Person, dann ziemlich schlank sein musste, war dem Waldelfen sehr bewusst. Warum auch immer, es gefiel ihm.Er griff etwas von dem weißen noch sauberen Schnee und säuberte diesen seltsamen Fund, so wie er seine Fell und Pranken säuberte.
Isildur war zwar sonst eher jemand der Sorte, der sich nicht um Schmuck oder desgleichen kümmerte und gewöhnlich eher alles im langen Fell seines Nacken jetzt verknotet hatte, aber dies passte gut zu ihm. Und wenn er es richtig einschätzte könnte er es sogar um Hals tragen... falls er es auf bekam. Seine Finger hatten zwar etwas mühe, es war immerhin Feinarbeit – er hatte es geöffnet. Legte es sich um den Hals... oder sollte er doch eher den Arm nehmen?, nein er packte es sich um und befestigte es.
Isildur war manchmal etwas einfacher gestrickt, besonders da er nicht hinter jedem seltsamen Fund eine Gefahr durch Magie sah. Er verließ sich auf sein Bauchgefühl und dies sagte ihm nichts böses.

Dann nahm er seinen Teil zum Tragen und folgte den anderen.
„Es soll geweiht werden?... dann sollten wir nicht mehr länger als nötig hier verweilen“

Als Isildur beim Schlitten ankam, verstaute er die Waren, so gut es ging auf dem Schlitten. Natürlich so, dass noch genügend platz für die anderen waren und wie Bryoja es am praktischen fand. Einen Schlitten kannte er nicht und wusste nur dass sie beide ihn abwechselnd ziehen würde.
Aus der Hütte holte Isildur noch seinen Bogen und seine Sachen und blickte Otis an.
„mein Messer!“ forderte er ihn auf, dieses zurück zu bekommen.
Gemeinsam ging alles recht schnell, immerhin wollte man ja irgendwann bei dem Clan von der Mantronerin ankommen.

Zwischendurch kraulte der Waldelf Atka hinter dem Ohr, während sein Blick die Bewegungen von der Mantronerin folgte.
Der Waldelf machte es unbewusst, so wie er meist auch Sturmkralle gekrault hatte, wenn sie kurz vor dem Aufbruch waren.
Seine Braunen Augen ruhten dabei auf der Mantronerin. Das Bild, wie sie sich gegen der Schneebestie gekämpft hatte, wie sie Stärke und Sanftmut in sich trug.
Ob sie spürte, dass Isildur sie für sein Weibchen hielt.
Sie konnte ihm entgegen treten und wich nicht zurück- eine Frau, die Isildur stand halten konnte.
Er lächelte sanft und trat zu ihr.
„Du bist ein starkes Alpha- Weibchen“ er hatte es nicht laut sagen wollen, aber nun war es draußen. Es war nur ein leises tiefes Brummen gewesen, als er ihr etwas abnahm und es auf dem Schlitten befestigte.

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Re: Schlittenfahrt

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 20. Februar 2013, 14:44

"Sagtest du nicht, du bist ein Elf?", erkundigte sich Bryoja, wie beiläufig, als Isildur die Ähnlichkeit zwischen ihrem und seinem Volk feststellte. Dann zuckte die Mantronerin mit den Schultern. "Die Eiselfen habe ich nicht so kennen gelernt, allerdings kenne ich auch wahrlich nicht viele von ihnen. Hauptsächlich eben die Jäger und ja, sie haben etwas mit den Mantronern gemein, auch wenn sie zierlicher wirken als unsere jüngsten Söhne." Sie konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen, wuchtete zusammen mit Otis die verbliebenen Reste auf den Schlitten. Atka tollte um sie herum. Man erkannte so wirklich, wie jung der Wolf noch war. Das Spielerische hatte er bei weitem noch nicht abgelegt. Dass er tatsächlich versuchte, die Spur des Wichtels aufzunehmen, bemerkte der Rest der Gruppe nicht. Dafür hatte Isildur etwas entdeckt.
"Was hast du da?", fragte jetzt auch die Mantronerin, der aufgefallen war, wie sich der Wolfself nochmals in den Schnee gebeugt hatte. Sie beobachtete ihren Gefährten, wie er sich seinerseits seinen Fund betrachtete. "Ein schönes Halsband. Es ist doch eines, nicht?"
"Hundehalsband", kommentierte Otis, erntete dann aber sogleich ein Brummen seitens des jungen Schneewolfs, was ihn wieder verstummen ließ. Bryoja hingegen hatte nur Augen für Isildur. Sie schaute ihn sich genau an, wie er sich da das Lederhalsbund umlegte. Sie betrachtete seine pfotenhaften Pranken, griff aber nicht ein, obwohl sie erkennen konnte, dass er sich eine Weile damit abmühte. Dennoch besaß sie genug Taktgefühl, ihn in dieser Hinsicht nicht zu bevormunden. Er war ein guter Kerl, der seinen Stolz hatte, wie ihr bereits bekannt war. Sie schritt nicht ein, indem sie ihn in seiner Ehre beschnitt. Und schließlich schaffte er ja auch, sich den ledernen Schmuck umzulegen. Sie nickte. Es stand ihm.
"Ziehen wir weiter." Bryoja wandte sich dem Schlitten zu. Sie machten sich abreisefertig. Otis reichte Isildur nur widerwillig das Jagdmesser zurück, schließlich rückte er es aber heraus. Lieber ohne Waffe als ohne Begleiter und er traute dem knurrigen anderen zu, ihn hier in Eis und Kälte einfach zurückzulassen. So gab er seine einzige Möglichkeit, sich ohne Fäuste zu wehren, auf.

Endlich war alles gepackt und die Gruppe vollkommen abreisefertig. "Otis!", rief Bryoja dem Piraten zu und nickte dann zum Schlitten. "Du nimmst Platz. Mein kleiner Bruder wird sich zu dir setzen. Isildur und ich ziehen abwechselnd den Schlitten, wenn wir nicht gerade einen Hügel hinab rodeln." Der Mann gab auch hier keine Widerrede. Was eiskaltes Wetter an Land aus einer Seeratte alles nur machen konnte! Derzeit etwas sehr Positives, denn wenigstens widersprach Otis nicht. Er gab sich gehorsam, kannte nun offenbar seinen Platz in der Rangliste und der lag selbst noch unter Atkas. Der Schneewolf zeigte es, als er auf den Schlitten sprang, leise knurrte, Otis aber sofort etwas hinter rutschte und Platz freigab.
Die Mantronerin legte sich nun den Riemen des Schlittens um. Sie hakte sich ein wie in ein Geschirr und wickelte das Leder um ihre Faust. Eine Weile schien sie stark konzentriert, ehe ein flüchtiger Blick aus ihren eisblauen Augen Isildur traf. So kurz und doch sagte er mehr aus als die Worte, die sie daraufhin mit rauer Stimme sprach: "Ist das die Art deines Elfenvolkes, mir zu sagen, dass du mich magst?" Es lag kein Tadel, kein Vorwurf darin. Bryoja war nun einmal so direkt. Sie richtete sich auf und erneut drang ihre Stimme an wölfische Ohren, die eigentlich spitz und elfisch hätten sein sollen. "Jeder starke Alphawolf braucht eine Gefährtin an seiner Seite." Dann begann sie, den Schlitten zu ziehen.

Die Reise durch Schnee uns Eis zog sich fort. Sie war lang, beschwerlich gar und nicht an einem einzigen Tag zu schaffen. Mehrmals musste die Gruppe Rast machen. Wenigstens war Bryoja bestens für diese Umgebung ausgerüstet. Ohne ihre Sachen wären sie wohl allesamt erfroren. So aber gelang es ihnen sogar, vor dem Schlafengehen ein Feuer zu entfachen. Selbst Otis gewöhnte sich nach und nach an die Eiseskälte. Schließlich, nach ganzen zwei Tagesreisen, in denen sie glücklicherweise keinem Schneesturm zum Opfer fielen, erreichten die Mantronerin und ihre Begleiter die Küste des Eisreiches.
Der Schlitten sauste den letzten Hügel herab und erreichte etwas, das wie ein kleiner Turm mitten im Eis aussah. Man hatte Teile seines Steines farbig gestrichen, wohl auch um ihn in all der weißen Pracht zu erkennen, doch die Farbe zeigte starke Verwitterungserscheinungen. Da erkannte man das mächtige Schiff dahinter wesentlich besser. Es war bei weitem nicht so groß, wie jenes, auf dem Isildur Richtung Rumdett gereist war. Es zeigte jedoch deutlich größere Ausmaße als ein einfaches Boot, auch wenn es so geformt schien. Der Rumpf war aus verstärktem Holz und endete am Bug in einem beeindruckend ausgearbeiteten Drachenschädel, der sein Maul weit aufgerissen hatte, eine gewellte Zunge Celcia entgegen reckte. Das rotweiße Segel lag eingerollt um die Balken des Holzmastes, der wie ein Zeigefinger gen Himmel ragte. Zwischen Türmchen und drachenähnlichem Boot brannte ein gewaltiges Lagerfeuer, vor dem zwei Gestalten hockten. Auch sie wirkten gewaltig, so hünenhaft wie sie gewachsen waren. Einer von ihnen trug einen doppelt gehörnten Helm, der andere zog es vor, seinen Kopf in einer Mähne aus dick verflochtetenen, roten Zöpfen samt Bart zu verbergen. Er saß doch tatsächlich oberkörperfrei da und seine Schultern waren bis zur Gänze mit blauen Linien tätowiert, die allesamt Schlangen und Drachen darstellten. Er machte den Eindruck eines stark zu groß geratenen Zwergs. Beide Männer hielten den Blick auf das Feuer gesenkt, wo Fisch an Spießen vor sich hin briet - Isildurs und Atkas feine Nasen rochen es bereits von ihrem Platz auf dem Schlitten aus.
Bryoja bremste den Schlitten und stieg ab. "Wir sind da. Von hier aus ist es nur noch ein Katzensprung bis in mein Heimatdorf. Kommt, steigt ab und helft mir, den Schlitten zum Turm zu bringen. Wir verladen dann alles auf das Drachenboot und setzen über." Sie hietl sich die Hand über die Augen und nickte. "Ich glaube, das sind Olaf und Eirik. OLAF! EIRIK! Ich bin es! Bryoja!" Sie winkte den Männern, von denen sich beide sofort erhoben und die Gruppe musterten. Dann kamen sie auf jene zu.
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