Schon wieder ein Bergpfad

Das Drachengebirge streckt sich vom östlichen bis in den westlichen Teil Celcias. Es ist die Grenze zwischen dem hellen und dem dunklen Reich. Die große Hauptstadt wurde im Schutze dieses Gebirges gebaut.
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[INFO] In der Stillen Ebene steht die dunkle Armee (bestehend aus Dunkelelfen, Orks und Untoten). Das Fischerdorf ist in der Gewalt von Orks. Pelgar wird von der dunklen Armee angegriffen, die auch im Besitz eines heraufbeschworenen Knochendrachens war. Hinweis: Dieser ist inzwischen besiegt und auf Pelgar abgestürzt. Seht hierzu die Weltereignisse auf der Webseite durch!
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Uriel Schwarzschwinge
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Re: Schon wieder ein Bergpfad

Beitrag von Uriel Schwarzschwinge » Sonntag 7. Oktober 2012, 21:17

Uriels Augen folgten Meresin, während er redete, unablässig. Misstrauisch und angespannt. So wie dieser Mann mit seiner ruhigen und gelassenen Art den Hybriden beobachtete, so tat der dasselbe, nur auf seiner eigene, weniger höflichen Weise. Abgesehen davon, dass er es nicht leiden konnte, wenn man ihm Schweigen gebot, wie einem kleinen Kind, so gefiel ihm auch diese selbstsichere Art von Meresin nicht. Der Kerl schien es für selbstvertsändlich zu halten, dass Uriel ihm glauben würde. Er vermittelte den Eindruck, als wäre Uriel derjenige, der völlig kindische Zweifel hätte. Als würde mit einem Kind reden, dass steif und fest behauptete, dass der Himmel nicht blau sei. Und so etwas hasste er. Es war diese Art von Arroganz, die den Hybriden in seinen späteren Entschlüssen bestärken würde. Und er würde sich dafür verfluchen...

Dem Kurier entging nicht das flüchtige Aufflackern von Wut in Meresins Augen, als er von Uriels Vater sprach - seinem richtigen Vater, so sagte er zu sich. Anscheinend war das ein empfindlicher Punkt. Er notierte es sich, auch wenn er momentan nch nicht wusste, wie ihm diese Information weiterhelfen sollte. „Er war bereits tot, also was kümmert dich, dass er jetzt so aussieht?“, sagte Meresin, als er Uriels Blick sah, während dieser den rapiden Verfall von Rakjars Leiche betrachtete. Sofort entwand sich sein "Sohn" seinem Griff und wich auf zwei Meter Abstand zurück. Sein Gesichtsausdruck macht klar, dass eine weitere ähnliche Annäherung nicht toleriert werden würde. "Ich weiß nicht. Normalerweise fallen Tote in meiner Umgebung nicht zu Staub, oder wie ist das bei dir?". entgegnete er giftig. Meresin wandte sich nun den sterblichen Überresten zu. Noch hatte er auf Uriels Angebot nichts gesagt. Als er dem Toten berührte, zerfiel die Haut einfach. Diesmal erblasste Uriel nicht, dennoch war der Anblick für ihn äußerst beunruhigend. Dennoch entging ihm der Gesichtsausdruck von Meresin und sein fragender Blick auf seine Hand nicht. Vermutlich hatte er erwartet, dass irgendetwas geschehen würde, als er den Toten berührte. Was es war, konnte der Hybrid nicht sagen. Doch er ahnte, dass es mit dieser "Verbannung" zu tun hatte. Anscheinend hatte dieser Kerl nu begrenzte Freiheit, wenn überhaupt. Doch das waren nur Spekulationen und nichts, was Uriel in seiner momentanen Situation half.
Dann endlich, brachte sein Gegenüber auf den Punkt, was er haben wollte. Uriel verzog bei der Anfrage keine Miene, dennoch wunderte er sich im Inneren. Eine Frau? Wen meinte Meresin? Und wie sollte es ihm das helfen? Er war anscheinend der festen Überzeugung, dass es ihm helfen würde aus seinem Gefängnis auszubrechen. Was wiederum die Frage, wer diese Frau war, umso interessanter machte. Dann merkte Uriel WO es hingehen sollte und ihm rutschte das Herz in den Magen. Morgeria!? Pelgar war den Göttern wohl nicht schwierig genug gewesen! Jetzt sollte es also nach Morgeria, dem Schmelztiegel des Bösen gehen! Was hatte Phaun denn getan, dass er so etwas verdiente? Beruhige dich, Uriel., rief er sich selbst zur Ordnung, Noch hast du nicht zugestimmt und außerdem hat dieser Kerl keine Bedingungen genannt. Zumindest noch nicht...
"Also nach Morgeria. Warum denn auch nicht? Jemand wie ich ist da bestimmt willkommen...", meinte er Uriel und sein Ton ließ keinen Zweifel was er von dem Auftrag hielt. "Muss ja eine tolle Dame sein, wenn man solch ein Risiko auf sich nimmt, was?" Meresin antwortete nicht darauf, sondern wechselte das Thema. Dabei hievte er Apollo hoch und brachte ihn nach draußen. Uriel folgte ihm und ihm fiel auf, dass mit Meresin irgendetwas nicht stimmte. Jedoch konnte er den Finger nicht darauf legen. Was sein Preis war, wusste der Rabenelf noch nicht. Ehrlich gesagt, hatte er keine Ahnung was er von diesem dubiosen "Verbannten" verlangen sollte. Alles was ihm einfiel hatte einen unschönen Beigeschmack und hatte das Gefühl, das egal was er verlangte, er nicht gut dabei weg käme. Was lächerlich war, denn was interessierte ihn denn bitte schön die Meinung dieses Meresins? Auf den Hinweis mit seinen Kräften gab es nur einen finsteren Blick.

Als sie draußen waren, schaute Uriels ich suchend um. Er hatte erwartet irgendjemand zu sehen. Ein Zeichen von den Verfluchten oder wenigstens ein Stück Schafswolle. Vielleicht waren sie aber auch, nachdem der Fluch gelöst worden war, in den Geheimgang geflohen. Wie auch immer, Uriel entdeckte keine Spuren, die ihm Aufschluss über ihren Verbleib geben konnten. Geistesabwesend kramte er seine Wasserflasche hervor und beugte sich Apollo. Er öffnete den Verschluss und gab dem Verletzten ein paar Schlucke zu trinken. Jedoch nicht viel, denn der Kurier hate nicht das Bedürfnis die Leiden diese Mistkerles unnötig zu lindern. Er sollte nur am Leben bleiben.
Dann wandte er sich an Meresin. Er hatte vorläufig eine Entscheidung getroffen. "Ich werde dir sagen, ob ich dir helfe, wenn ich meinen momentanen Auftrag abgeschlossen habe. Dann kann ich dir auch meinen Preis nennen." Er erkaufte sich nur ein wenig Zeit, dass wusste Uriel. Aber die würde er auch benötigen, um sich über einige Dinge klar zu werden. Und auch um eine gewisse Person zu fragen....

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Re: Schon wieder ein Bergpfad

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 18. Oktober 2012, 08:32

Obwohl Meresin so unaufmerksam wirkte, was seinen Sohn betraf, registrierte er sehr wohl, dass diesem ziemlich bange wurde als das Ziel der Reise genannt wurde. Morgeria sprach für sich und für Meresin hatte dieser Name nicht den Schrecken, wie es für die meisten Elfen und Menschen in Celcia hatte. Er war noch immer gefangen. Teile seiner Macht waren nicht für ihn erreichbar, doch es kümmerte es ihn reichlich wenig, dass sein Sohn sich davor sträubte. Denn Uriel war keiner der seine Angst zugab und doch hing sie in der Luft, fast schon zum Greifen nah. Meresin hätte sich am liebsten umgedreht und lauthals gelacht. Da hatte der Rabenhybrid ein ziemlich loses Mundwerk ihm gegenüber, aber fürchtete eine Stadt die wenn man wusste, wo und mit wenn man sprechen musste, so viel weniger eine Gefahr darstellte.
Aber Geschichten waren bekanntlich immer gut um etwas noch schlimmer darzustellen.
Sein Sohn hatte die natürliche Skepsis, die man von jemand erwarten durfte, dem lange nichts mehr geschenkt wurde. Er war misstrauisch und es gefiel ihn offensichtlich so gar nicht, dass Meresin ihn in so vieler Weise ähnelte. Aber davon konnte sich Meresin nicht abhalten lassen.
In Abstand war ihm der Kundschafter nach draußen gefolgt. Und noch immer hatte er sich nicht geäußert, ob er Hilfe leisten würde. Der Junge konnte so viel noch aus sich machen, aber vermutlich hatten seine Mutter und dieser andere schwachsinnige Idiot das Potenzial verkümmern lassen. Wenn man es nicht selber machte, konnte man sich eben nicht auf das Schicksal verlassen.
Kurz schweiften seine Gedanken ab, sahen das liebliche Lächeln der Elfe, die ihn sein Herz gekostet hatte.
„hat dir Náthia gelehrt, dich so vor allen zu verschließen?“ sagte er bewusst den Namen der schönen Elfe, die die Mutter von Uriel war. Eine vertraute Wärme konnte Uriel fühlen und es klang schmerzlich.
Er blickte sich um, beäugte wie gerade Apollo gierig Wasser trank. Verächtlich schüttelte er den Kopf über dieses Objekt.
„Uriel, du magst mir nicht glauben…und du versuchst mich hinzuhalten. Doch eins musst du doch ebenfalls erkennen, ich bin durch dich hier. Nicht wegen diesem da oder den bedauernswerten Versuch, Sterbliche in Tiere zu verwandeln…und nur mal nebenbei bemerkt, deine kleine Prophetin kann dir bezüglich mir nichts sagen. Ich stehe außerhalb ihres Wahrnehmungsgebiet.“
Er lächelte sanft und trat dann wieder zu Apollo, sorgte dafür, dass man diesen besser tragen konnte.
„Du wirst ihn mehr zu trinken geben müssen…jetzt schon brennst du seinen Körper nieder….“ Er sah kurz zu Uriel auf, ruhig und gelassen. Nur etwas Spot auf den Zügen. Tatsächlich schien es um Uriel, wie dessen Stimmung, die Luft sich zu erhitzen.
„…ach ja, es liegt ja nicht an dir. Ich mache dir einen Vorschlag, du gehst zu deinen Leuten, bringst ihn das da und wenn alle gestorben sind, weil du sie innerlich gekocht hast, kannst du gerne nach Shyána kommen und mich bei deiner Mutter abholen. So oder so werde ich mir eine Frau holen, wer es ist liegt an dir. Und wie viele dabei zu Schaden kommen, ist mir nach der Zeit in Gefangenschaft egal…Oder es ist dir wirklich so völlig egal“ Er dreht sich geschmeidig zu Uriel um, sah in dessen Augen. Feuer loderte in den Augen von Meresin und eisige Kälte.
„ich habe nicht so lange auf eine Möglichkeit gewartet, die Frau zu finden, die ich suche. Nur damit du ängstlich deinen inneren Trieben eines Raben nachgehst und lieber flüchtest. Deine Magie hat mich gerufen, ob du es für wahrhalten willst oder nicht. Du hast sie von mir geerbt, aber bis jetzt war sie nie so unkontrolliert gewesen. Jedes Mal wenn du einen Zauber freigesetzt hast, spürte ich dich. Stelle mich nicht als Monster da, denn du bist auf dem besten Weg eines zu werden. Das was einen Elfen ausmacht ist dir inzwischen ebenso fremd, wie mir das Gefühl der Freiheit. „
Obwohl die Worte scharf klangen, so hatte er diese ohne große Regung gesprochen. Ohne einen im Gesicht verankerten Gefühl oder Emotion gesprochen.
„ Ist Pelgar nicht zur Zeit besetzt?..hmm, vielleicht können wir dort mit jemanden verhandeln, der uns den Weg nach Morgeria ebnet.“ Damit drehte sich Meresin von seinen Sohn weg, präsentierte ihn den Rücken, so als würde er keine Gefahr in seinem Sohn sehen. Blickte sich nochmals über die Schulter schauend kurz um.
„Was ist jetzt, wollten wir nicht los…vergiss deinen Halbtoten nicht“ Also würde sich wohl Uriel um dem Verletzen kümmern müssen, der fast schon Uriel anbettelte, mehr Wasser zu wollen. Doch auch mit einem ziemlich ängstlichen Blick zu Meresin. Dieser machte sich langsam auf den Weg, wartete jedoch immer auf seinen Sohn. Wirkte wieder und wieder wie jemand, der die Welt nicht kannte. Wenn Uriel gehofft hatte, den Mann hinter sich zu lassen, damit er alles klären konnte, wurde er enttäuscht.
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Uriel Schwarzschwinge
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Re: Schon wieder ein Bergpfad

Beitrag von Uriel Schwarzschwinge » Montag 22. Oktober 2012, 17:20

Kann denn nicht einmal in meinen gottverdammten Leben etwas funktionieren!?, fluchte Uriel still. Meresin hatte fast schon im Ansatz sein Vorhaben durchschaut. Na ja, auch wenn der Hybrid es recht offensichtlich gemacht hatte. Dennoch war es für ihn mehr als nur lästig, dass dieser "Gefangene" vorhatte, ihm nicht von der Seite zu weichen. Und dass er nicht einmal von dieser schwachsinnigen "Ich bin dein Vater"-Scharade ablassen konnte! Immerhin, er besaß großes Schauspieltalent, dass musste man ihm lassen. So wie er sich anhörte, konnte man fast glauben, er hätte früher eine Beziehung mit Uriels Mutter gehabt. Er kannte sogar ihren Namen. Logisch!, ging es dem Boten durch den Kopf, Wenn ich behaupten würde, jemandes verlorene Verwandschaft zu sein, würde ich auch erst einmal die Familie recherchieren.
Eines jedoch beunruhigte Uriel mehr, als alles andere - mal abgesehen davon, dass Meresin ihn doch tatstächlich nach Morgeria verfrachten wollte. Nämlich, dass sein "Vater" ihn unheimlich gut zu kennen schien. Er hatte sogar Kenntnis von Uriel Vorhaben, nämlich Cass in Pelgar um Rat zu fragen, und sogleich behauptet, dass dies pure Zeitverschwendung sei. Uriel selbst zuckte bei jenen Worten ertappt zusammen, doch im Inneren nahm er sich vor, es dennoch zu versuchen. Als würde er irgendetwas von dem glauben, was ihm diese dubiose Person erzählte! Wobei ihm auch bewusst war, dass er sich vor ein paar Stunden nie geträumt hätte, auf Cass´ Wahrsagekünste zu vertrauen. Aber die jüngsten Ereignisse hatten seine Skepsis in dieser Sache deutlich erschüttert.

Meresin war jedoch nicht fertig. „…ach ja, es liegt ja nicht an dir. Ich mache dir einen Vorschlag, du gehst zu deinen Leuten, bringst ihn das da und wenn alle gestorben sind, weil du sie innerlich gekocht hast, kannst du gerne nach Shyána kommen und mich bei deiner Mutter abholen. So oder so werde ich mir eine Frau holen, wer es ist liegt an dir. Und wie viele dabei zu Schaden kommen, ist mir nach der Zeit in Gefangenschaft egal…Oder es ist dir wirklich so völlig egal? Ich habe nicht so lange auf eine Möglichkeit gewartet, die Frau zu finden, die ich suche. Nur damit du ängstlich deinen inneren Trieben eines Raben nachgehst und lieber flüchtest. Deine Magie hat mich gerufen, ob du es für wahrhalten willst oder nicht. Du hast sie von mir geerbt, aber bis jetzt war sie nie so unkontrolliert gewesen. Jedes Mal wenn du einen Zauber freigesetzt hast, spürte ich dich. Stelle mich nicht als Monster da, denn du bist auf dem besten Weg eines zu werden. Das was einen Elfen ausmacht ist dir inzwischen ebenso fremd, wie mir das Gefühl der Freiheit. „ Diese Worte beantworteten mehr von Uriels Fragen, als sein Gegenüber vielleicht beabsichtigt hatte. Auch wenn ihm die Antworten nicht gefielen. Er wusste nun, er hatte offensichtlich keine große Wahl mehr. Ob er sie wohl je gehabt hatte? Er wusste es nicht. Jedoch war ihm klar, dass wenn er Meresin nicht half, dieser einen anderen Weg finden würde, seine Freiheit zu erzwingen. Und er hatte es schon passend ausgedrückt: Ihm war es egal, wer dabei zu Schaden kam. Und Uriel würde ihn nicht stoppen können. Er konnte lediglich tun, was Meresin sagte, ihn nach Morgeria bringen und versuchen den Schaden möglichst gering zu halten. Denn das welcher entstehen würde, dass war offensichtlich. Meresin war ganz eindeutig wahnsinnig, oder zumindest so skrupellos, dass jede Option erwägen würde, egal wie dreckig. Er war mächtig, selbst in seinem jetzigen Zustand und Uriel war sich sicher, dass er keine Chance haben würde, sollte er tatsächlich so bescheuert sein und es auf einen Kampf hinauslaufen lassen.
Aber vor allem hatte er nun einen Entschluss getroffen. Meresin war sein Feind! Ein einfacher Satz, doch von unschön großer Bedeutung. Diese kalten Augen, diese emotionslose Miene und das dunkle Feuer, dass der Hybrid spüren konnte. Das alles sagte ihm, dass nichts Gutes von diesem Mann kam. Man konnte es auch Instinkt nennen. Das animalische Wissen, wenn man vor einem Raubtier stand. Genau das hatte Uriel gerade. Also senkte er den Kopf, gab Apollo mehr zu trinken und atmete tief durch. Sollte Meresin halt seine Gedanken lesen können. Er würde seine Intentionen so tief in seiner Seele verbergen, dass dieser Bastard sie nicht finden würde. Solle er denken, Uriel würde ihm willig helfen. Er würde es bereuen.
Uriel richtete sich auf und packte Apollo auf die Trage. "Hauptsache, der Aufwand lohnt sich...", murrte er störrisch und ging seinem "Vater" hinterher. "Denn die Rechung wird im jeden Falle happig werden." Mehr als du denkst...

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Re: Schon wieder ein Bergpfad

Beitrag von Erzähler » Montag 29. Oktober 2012, 03:40

Es interessierte Meresin nicht im Geringsten, ob Uriel freiwillig mitmachte oder nicht. Das er den Hass dieses Jungen erhielt war leider für seine Zwecke erforderlich. Natürlich hätte er es sich gewünscht, wenn es anders gewesen wäre. Aber Uriels Mutter hatte ganze Arbeit geleistet. Uriel konnte garnicht anders, als ihn zu hassen. Und wäre es anders ausgegangen, wenn sie sich unter anderen Umständen begegnet wären? Es konnte nur gemutmaßt werden.
Kaum merklich beobachtet Meresin, wie sich die Worte, die er sagte, in den jungen Hybriden einbrannten. Brennen, ja das Feuer konnte Segen und Fluch sein. Und Meresin wusste, dass nur wenige es meistern konnten. Der Fremde musste nicht mal in den Gedanken von Uriel lesen, so vieles war ihm selber so vertraut, jede Regung und jede Bewegung. Er hatte gute Kenntnis, wie sich der Körper verriet und so sah er den Blick seines Sohnes, der sich nun irgendwie damit abfinden musste.
„Hass ist meist ein Schritt in den Wahnsinn“ sinnierte er mehr zu sich als zu seinem Sohn. Er würde jedenfalls nicht mehr weichen.
Apollo wurde getragen beziehungsweise gezogen und man konnte sich auf den Weg nach Pelgar begeben.
„ich hoffe nicht, dass es lange dauert.“ Erwähnte er beiläufig. Es war nicht so, dass er es eilig hatte, aber vor sich hindämmern und trödeln, war auch nicht in seinem Zeitplan.
So schritten sie also los. Meresin, der mit jedem Meter den er von der Höhle weggingen, wieder sich wie ein Elf zu benehmen und Uriel, der seinem sogenannten Vater nicht mal so weit traute, wie er ihn werfen könnte. Uriel hielt ihn für das Böse überhaupt- und als wenn ihm die Natur und die Vögel recht gaben, so schien die Natur vor Meresin zu weichen. Als Bögen sich Äste bei Seite und Blumen schlossen sich. Vögel in den Bäumen, flogen nicht, sie hockten dicht zusammen und spähten hinunter. Ein Hase blieb wie versteinert stehen und suchte nicht die Flucht. Erst wenn Uriel an ihnen vorbei war und 5 Meter danach, kam wieder Leben in die Tierwelt. Kein Geräusch war jedoch zu hören, als hätte die Natur Angst sich zu melden. Natürlich musste man dazu sagen, dass in dieser kühlen Jahreszeit sowieso kaum Getier unterwegs war. Die Pflanzen in den Schlafzustand sich begaben.
„Deine Mutter mochte immer das Gezwitscher der Vögel und sie sang Lieder, die eine Kunst für sich waren. Vögel reagierten auf ihren Gesang. Du willst mir nicht glauben, stimmt Uriel?“
Tatsächlich würde sich Uriel an eine Erzählung seiner Tante erinnern.
„einst war deine Mutter eine Sängerin, sie konnte die Tiere in ihrer Umgebung bezaubern, vor allen Vögel liebten den Klang ihrer Stimme. Das war noch bevor dein Vater um ihre Hand gehalten hatte. Aber irgendetwas ist ihr wiederfahren. Irgendwas an einer Blutmondnacht und danach hat sie nie wieder diesen Gesang ausgeübt. Und sie schwor nie wieder zu singen. Das ist der Grund, warum deine Mutter dir abends nichts vorsingen mag.“ Damit hatte seine Tante ihn selber vorgesungen und ins Bett geschickt.
Als Uriel seine Mutter in späteren Jahren bei einer Blutmondnacht alleine antraf, so konnte er sehen, dass Sie eine Mischung aus Angst, Trauer und Sehnsucht zeigte. Es verschwand aber schnell, wenn sich ihr Sohn länger zu ihr gesellte. Nur wie eine Täuschung oder ein Trugbild.
Seltsam das ihn so eine Geschichte einfiel, während er mit dem Mann, der sich als sein Vater ausgab, Richtung Pelgar aufmachte. Sollte er diesen Mann wirklich dorthin begleiten? Würde er vielleicht nicht tatsächlich den Tod von anderen riskieren.
Der Boden unter Uriel schien bei jedem Schritt etwas zu qualmen, je länger er sich über diesen Mann ärgerte. Oder lag es wieder an der Magie von Meresin?
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Uriel Schwarzschwinge
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Re: Schon wieder ein Bergpfad

Beitrag von Uriel Schwarzschwinge » Samstag 10. November 2012, 22:49

Es war still. Geradezu totenstill. Ein Umstand, der Uriels Laune nur noch mehr in den Keller sinken ließ. Wenn das so weiter ging, würde sich irgendwann die Frage aufwerfen, ob eben jene Laune aus diesem Keller auch jemals wieder emporstieg. Wobei es gewiss etliche Leute gab, die bezweifeln würden, dass Uriels Gemüt zu so etwas wie Freude in der Lage wäre. Und der Hybrid wäre einer der Ersten, die ihnen zustimmen würden.
Das Schweigen, dass zwischen ihn und Meresin herrschte war ebenfalls ungewöhnlich. Auf der einen Seite war es beredt und entspannt, auf der anderen bedrückend und aufgeladen. Man musste kein großer Menschenkenner sein, um zu wissen, welches Schweigen wem gehörte. Dem Boten entging nicht, welche Wirkung Meresin auf seine Umwelt hatte. Sie hatten zwar die Stadt noch nicht erreicht, aber das Drachengebirge war keineswegs verlassen, wenn man den Blick dafür hatte. Uriel sah, wie die vereinzelten Vögel in der Nähe ihre Flugrichtung änderten, um ihnen auszuweichen oder verharrten gar starr auf ihren Bäumen, als hätte irgendein Kobol mit kranken Humor ihr Füße dort angeklebt. Wäre Uriel nicht schon längst zu dem Entschluss gekommen, so hätte ihn spätestens diese Beobachtungen überzeugt. Meresin war anders. Nicht im Sinne von charakterlicher Natur. Das war ja mehr Uriels Metier. Sondern mehr in Hinsicht auf - Uriel verfluchte sich innerlich für diesen Mangel an Metaphern - Natürlichkeit. Es war als würde die Umwelt selbst auf seine Anwesenheit vor Angst erstarren. Und wenn Florencias Geschöpfe jemanden nicht trauten, dann wussste Uriel, dass er das auch nicht tun sollte.
Erst nachdem sie die spärlcihe Vegetation hinter sich gelassen hatten und den Pfad nach Pelgar betraten, ertönte wieder Vogelgezwitscher und die üblichen Geräuschen eine atmenden, lebenden und ab und zu auch tödlichen Natur. Bei diesen Tönen viel Uriel wieder etwas ein. Etwas was er mal von seiner Tante Sînial gehört hatte, als er noch kleiner war. Damals, er war gerade mal sieben Jahre alt und auch dementsprechend neugierig gewesen, hatte er sich bei ihr beschwert, dass Mutter sich vehemend weigerte, ihm etwas vorzusingen. Dass sie es auch generell vermied Worte in einer melodischen Reihenfolge auszustoßen. Vater sang. Seine Brüder und seine Schwester sangen auch. Nur Mutter tat es nie. Er erinnerte sich noch genau an Sînials Worte: „Einst war deine Mutter eine Sängerin, sie konnte die Tiere in ihrer Umgebung bezaubern, vor allen Vögel liebten den Klang ihrer Stimme. Das war noch bevor dein Vater um ihre Hand gehalten hatte. Aber irgendetwas ist ihr wiederfahren. Irgendwas an einer Blutmondnacht und danach hat sie nie wieder diesen Gesang ausgeübt. Und sie schwor nie wieder zu singen. Das ist der Grund, warum deine Mutter dir abends nichts vorsingen mag.“
Uriel blickte auf. Meresin hatte ihm den Rücken zugedreht und konnte deswegen auch nicht in sein Gesicht sehen und darin lesen, wie sonst. Wenn er täte, so hätte er vielleicht gesehen wie ein Verdacht in dem Hybriden heranreifte. Ein Verdacht, der sich womöglich als richtig herausstellen könnte. Und den er genau aus diesem Grund fürchtete.

"Hass ist meist ein Schritt in den Wahnsinn." Uriel lächelte kurz bitter und schüttelte leicht den Kopf. "Sagt der Mann, der in Was-auch-immer eingesperrt worden war...", murmelte er bissig. Dann hielt er kurz inne, als ihm Rauch in die Nase stieg. Kurz blickte er runter zu seinen Füßen. Neben seinen Flügeln waren sie der am meisten gehasste Teil seines Körpers. Früher hatte er schöne Füße gehabt. Elegant, die Nägel gut gekürzt. Jeden Tag hatte er sie gewaschen und die Haut war weich und zart, die eines Neugeborenen gewesen. Nach seiner Verwandlung hatte sich das ins Gegenteil verkehrt. Die Haut war runzlig und hart geworden. Keine gewöhnliche Hornhaut, eher wie Leder. Nein, vielleicht noch etwas knochiger. Aber das Schlimmste waren die Nägel gewesen. Sie waren dunkel, fast schwarz geworden. Lang und spitz . In kurzen Worten, wie Krallen. Abgesehen von den Flügeln waren die Füße für Uriel der Beweis, dass er kein Elf mehr war. Da änderten spitze Ohren und natürliche Eleganz gar nichts.
Um so mehr, überraschte es nun, dass er die verhassten Extremitäten kaum ausmachen konnte. Stattdessen umgab sie eine Wolke aus Qualm und Rauch, heiß und erstickend. Rasch trat Uriel ein paar Schritt zur Seite. Doch der Rauch schien Gefallen an ihm gefunden zu haben und bildete sich bald erneut, während Moos und Ähnliches in näherer Umgebung welkte und verbrannte. Uriel war alamiert. Hatte Meresin doch Recht gehabt? Hatte er keine Kontrolle mehr über seine Kräfte? Rasch versenkte sich Uriel in die Tiefen seines Geistes und suchte nach der Quelle seiner Magie, aus welche er seine Kraft schöpfte. Dann verschloss er sie vorsorglich und zog alle magischen Energien, die in seinem Körper waren, dorthin. Wenn es stimmte, und seine Magie Amok lief, dann sollte dies dem ganzen vorerst einen Riegel vorschieben. Die ganze Angelegenheit war äußerst peinlich für den Hybriden. Auch wenn ständig temperierte Füße ihre Vorteile hatten, so war ein Verlust an Kontrolle auf seinem Niveau äußerst erniedrigend. Uriel hielt ja sonst nicht viel von Stolz, doch in solch einem Falle war er ihm wichtig, schließlich waren seine magischen Künste eine seiner größten Hilfen im Überleben gewesen und zudem eine ständige Erinnerung an Shyana. Und auch wenn er es nicht gern zugab, solche Sentimentalitäten waren ihm wichtig.
Gemeinsam brachten sie schließlich den engen Bergpfad hinter sich und näherten sich allmählich, nach einer gewissen Zeit, dem geheimen Eingang nach Pelgar. Etwa sagte Uriel dabei, dass es keine gute Idee war, Meresin über diesen Weg in die Stadt zu bringen. Es fühlte sich wie Verrat an. Aber was sollte er tun? Es gab keinen anderen Eingang in der Nähe, zumindest keinen, von denen Uriel wusste. Er musste also wohl oder übel den nehmen.
"Nach dir, Vater., meinte er, mit einer unüberhörbaren Ironien und deutete auf den Felseingang.

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Re: Schon wieder ein Bergpfad

Beitrag von Erzähler » Samstag 17. November 2012, 13:06

Meresin lachte auf, der Laut war ohne Gefühl und es ließ einem die Nackenhaare aufstellen.
„Bissig wie eh und je…dieses Was-auch-immer, ist ein Spiegelgefängnis. Wohl die fieseste Methode eingesperrt zu werden, so bekommst du es jedes Mal mit, wenn jemand sich in einem Spiegel ansieht. Man fühlt sich wie in einem Zoo, doch ist man selber das Tier im Käfig. Kein Elf sollte so ein Schicksal über sich ergehen lassen müssen… ich wünsche es nicht mal meinen Feinden.“ Zwar sprach Meresin fast wie im Plauderton und die Stimme fast schon beruhigend und melodisch, aber jedes Wort brachte mehr und mehr Kälte rüber.
„und Wahnsinn ist nicht immer schlecht, du hast mich falsch verstanden Uriel…jedes geniale Wesen hat eine Spur davon in sich und wurde von anderen verrückt gehalten und trotzdem haben alle diesen Erfindern etwas zu verdanken. Es ist eine Sache des Betrachtens, Sohn. Genialität und Wahnsinn wird oft miteinander verwechselt, doch dass wirst du noch erkennen.“
Uriel konzentrierte sich auf sein inneres, versuchte den Punkt in sich zu finden, wo seine Magie verrückt spielte. Er bekam dabei nicht mal mit, wie Meresin in diesem Moment stehengeblieben war und die die Augen kurz schloss. Eine Botschaft in den Wind zu schicken schien.
Dann sah sich der Elf um und studierte seinen Sohn. Oh, ja dieser hatte wirklich potenzial, dass konnte er förmlich sehen. Die Magie, war wild und ungezügelt. Meresin legte den Kopf leicht schräg als er erkannte, was Uriel da tat. Ein kaltes Lächeln umspielte seine Mundwinkel.
Also glaubst du mir doch! Sohn und das ist erst der Anfang deiner Kräfte.
Viel zu lange hatte dieses Talent verkümmert.
Zwar war es wirklich zu schade, dass sich sein Sohn so von ihm zurückzog, aber über die Zeit hatte er einfach das Verständnis verloren, wie es sich für Sterbliche anfühlen musste. Er hatte über die Jahre gesehen wie sich sein Sohn entwickelte und es hätte ihm bestimmt leidgetan, wenn er dazu fähig wäre. Den Schmerz den sein Sohn beim ersten Anblick seiner Verwandlung im Spiegel zum Ausdruck gebracht hatte. Die süße Macht des Leids und Verzweiflung, die Wut und der Hass.
Man hatte ihn seiner Freiheit beraubt und die Mutter Uriels eins auch sein verkümmertes Herz, er jedoch würde sich seinen Sohn wiederholen. Seinen Erben!
Selbst wenn dieser nicht wollte!
Der Pfad wurde enger und das leichte nervöse und unbewusste Flattern der Flügel Uriels zeigte das Unbehagen, welcher der Kurier mehr und mehr in sich trug. Für Meresin reichte nur schon diese kleinen Gesten um dies zu erkennen. Dann kamen sie an den geheimen Pfad und Uriel ließ mit einer spitzen Bemerkung, oh ja, es war wirklich vergnüglich mit anzusehen, wie sich Uriel wand.
„Danke Sohn!“ erwiderte Meresin nicht spitz, aber ziemlich bewusst, dass Uriel es nicht mochte.
„Möchtest du vielleicht vorauslaufen und deine Freunde warnen. Vielleicht mit den Worten *Rennt, ich habe einen Dämon mitgebracht*„ Meresin zeigte seinen Zähne mit einem mehr als verschlagenen Grinsen. Sah er es jetzt, oder waren die Zähne seines Vaters schon vorher die eines Vampirs?
„ich werde nichts anstellen…doch wenn sie mich bedrohen oder sich mir in den Weg stellen…“ er ließ den Satz unvollendet und zog nur seine Schultern kurz hoch, als wenn dann nichts für sein handeln können würde.
Na das konnte ja toll werden. Und Uriel schleppte dabei sogar noch einen Halbtoten mit sich. Selbst dieser sah Uriel an und blickte immer wieder zu Meresin um dann schwach den Kopf zu schütteln.
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