Catties Viertel

Diese Piratengemeinschaft stützt sich auf Hinterlist und Tücke – und ihre Anführerin Cattie, deren Temperament nur noch von ihrer Schönheit übertroffen wird. Sie spielt mit den Männern, doch will nur ihre Reichtümer.
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Catties Viertel

Beitrag von Erzähler » Dienstag 7. Juli 2009, 23:38

Alea kommt von Ankunft in einer fremden Stadt

Die Hure führte Alea, Rabika, Paki, Caitlin, Grimhild, Artemis und Rejan durch die Gassen Rumdetts. Genauer wollte man da eigentlich gar nicht hinein schauen, denn entweder warf man Blicke auf ausgeraubte Leichen, andere Huren bei der Arbeit oder versoffene Piraten, die ihren Rausch ausschliefen. Einmal verzog sich auch ein schwarz gekleideter Halunke in die Schatten, zischte Paki aber zu, ob sie nicht berauschende Kräuter kaufen wolle. Die Piratenstadt war ein ruchloses Pflaster und gefährlich obendrein. Beinahe wäre die Gruppe in eine weitere Schlägerei geraten, als zwei Seebären groß wie Schränke aus einer Haustür stapften und mit Grimhild zusammen stießen. Die Trollin setzte die Rucksäcke ab und ballte die Fäuste. Artemis konnte sie allerdings mit einer einzigen Geste von Schwierigkeiten abhalten und so ging es weiter tiefer in die Stadt hinein.

Schließlich blieb die Hure unterhalb eines hölzernen Torbogens stehen. Dort hatte jemand versucht, etwas auf ein Schild zu schreiben, aber offensichtlich seine Arbeit nicht vollendet, denn mitten im Wort war jenes durchgestrichen worden. Stattdessen hatte man einen Totenschädel mit einer schwarzen Augenklappe gemalt. Die Farbe blätterte bereits ab.
"Weiter kann ich nicht gehen", erklärte die Hure. "Wir Frauen gehören keiner Gemeinschaft an, also haben wir in ihren Vierteln auch nichts zu suchen. Die Piraten kommen zu uns und nicht umgekehrt. Ich wage mich nicht weiter vor. Den übrigen Weg müsst ihr allein gehen." Damit verabschiedete sich die Hure und schritt langsam wieder Richtung Hafen zurück.

Das Viertel der furchtlosen Cattie lag vor Alea und den anderen. Die Straßen wirkten wie ausgestorben, trotzdem konnte man sich beobachtet fühlen. Ein paar Meter weiter unten lag eine reglose Gestalt im Schmutz, nur noch Lumpen tragend. Die Häuser wirkten leicht verfallen, teils waren sie aber auch verbarrikadiert.
Rabika schob Rejan auf den Torbogen zu. "Lassen wir das Männdchen vorgehen, dann wird wenigstens keine von uns verletzt." Rejan knurrte leise und blieb stehen. Dann aber zeigte er sich mutig und schlenderte in Catties Viertel hinein. "CATTIE!", brüllte er in die Stille. Eine aufgescheuchte Katze antwortere ihm fauchend und verschwand durch ein eingeschlagenes Fenster ins Innere eines leer stehenden Hauses.

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Re: Catties Viertel

Beitrag von Alea » Donnerstag 9. Juli 2009, 18:53

Wie erwartet hatten die Münzen ihre Wirkung nicht verfehlt. Immerhin verlangte sie nicht mehr. Alea fand, dass es mehr als genug war. Zunächst jedenfalls. Denn als sie der Hure durch die Straßen folgte, wurde ihr bewusst, wie gefährlich diese Stadt tatsächlich war. Hier warfen Männer schreiend sogar Frauen auf offener Straße Beleidungen an den Kopf. Und sich hier offen zu prügeln schien auch keine Seltenheit zu sein. Wahrscheinlich war es sogar reiner Zeitvertreib.
Langsam kroch die Angst in Aleas Glieder, als sie sich die Straßen genauer ansah. Vor allem, als sie an einem leblosen Körper vorbei gingen. Alea war schockiert über diese Stadt und ihrem grausamen Zustand. Verstohlen sah sie sich um. Wer wusste, ob dieser Mensch überhaupt etwas für seinen Tod konnte. Vielleicht hatte er recht friedlich gelebt und war nur zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen. Die Diebin wandte den Blick ab und schüttelte sich, doch die Gänsehaut und das beklemmende Gefühl ließen sich nicht vertreiben.

Ab einer Stelle, die offenbar Catties Viertel markierte, mussten sie alleine weiter. "Danke", murmelte sie noch in Richtung der Hure, bevor diese verschwand. Nun waren sie alleine. Gut, sie waren sieben, und es verlieh auch ein Gefühl von Sicherheit, aber trotzdem fühlte sich Alea in diesen Straßen alles andere als wohl. Sie fragte sich, wie sich Rejan wohl fühlte, auf jeden Fall beneidete sie ihn nicht darum, vorzugehen. Trotzdem schloss sie sich ihm schnell an und folgte ihm dicht auf den Fersen. "Ich hoffe, wir finden sie schnell. Oder treffen auf die richtigen", meinte sie leise und sah sich verstohlen um. Immerhin hatte sie fähige Rückendeckung.
Und ihre eigenen Waffen. Jetzt erst merkte sie, wie sich ihre Hand unwillkürlich um den Griff ihres Säbels geschlossen hatte. Im Kampf mit ihm war sie zwar noch nicht sehr gut, er würde aber abschreckender als ihr Dolch wirken, nahm sie an. Sie klammerte sich förmlich an die Waffe, so dass schon die Fingerknöchel weiß unter der Haut hervor traten. Den Mut oder die Stimme, um wie Rejan nach Cattie zu rufen, brachte sie nicht auf.

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Re: Catties Viertel

Beitrag von Erzähler » Dienstag 14. Juli 2009, 15:38

Oft genug war Rejan Hahn im Korb gewesen. Frauen hatten ihn scharenweise umschwärmt und er genoss diese Aufmerksamkeit. Er war eben doch nur ein Mann. Aber jetzt, da die Amazonen ihn als Kanonenfutter vor sich her trieben, wurde sogar dem Wüstendieb ein wenig mulmig zumute. Nach außen hin versuchte er es nicht zu zeigen, wollte sich doch tapfer geben, vor allem vor Alea.
So warf er nur einen kurzen Blick zurück über die Schulter und grinste sie verschmitzt an. "Mach dir mal keine Sorgen. Wir sind in Catties Viertel, da wird kaum ein dreckiger Pirat von Finn hier herumlungern." Rejan brüllte nach der Piratin, doch ihm antwortete niemand. Voerst nicht.

Die Gruppe wagte sich tiefer in die Straßen hinein. "Ich fühle mich beobachtet", gestand Paki und sah sich verstohlen um. Hinter jeder mit Brettern vernagelten Fensteröffnung konnte man wirklich einen Halunken erwarten, der gleich schreiend und mit gezücktem Dolch auf sie losgehen könnte.
"Mir das auch nicht gefallen", stimmte Grimhild zu. Sie rückte ihre Schleife zurecht und lächelte beschwichtigend, als Artemis dichter an sie heran rückte. Einzig Rabika zeigte ähnlich viel Mut wie Rejan. Sie war es auch, die nun zu ihm aufschloss. "Diesem Seefahrerpack werden wir es schon zeigen", keifte sie. "Die sollen nur kommen!"
Caitlin schloss unterdessen zu Alea auf. "Vielleicht sollten wir nicht so provokant sprechen. Ich frage mich, wo unsere Schwestern stecken?" Da war etwas dran. Weder im Hafen noch hier in den Städten hatte man bisher auch nur eine andere Amazone gesehen, dabei war die Gloria voll von ihnen gewesen. Keine der Frauen hatte sich im Hafen nach dem Schiff umgesehen, möglicherweise ein Fehler. Aber jetzt wollte auch niemand mehr allein zurück gehen und überprüfen, ob die Amazonen den Piratenhafen überhaupt erreicht hatten.

"Ich komme mir vor wie eine Maus im Labyrinth", beklagte sich die launische Rabika. Sie zog bereits ihr Schwert und ihr Gesichtsausdruck glich einer grimmigen Fratze. "Jemand spielt hier mit uns. UND ICH HABE DIE SPIELCHEN SATT!", brüllte sie plötzlich.
Just in diesem Moment sirrte etwas hörbar durch die Luft und grub sich kaum zwei Finger breit vor Rejans Schuh in die Fugen der Pflastersteine. Der Dolch schwang noch etwas nach von der Wucht des Aufpralls. Rejan starrte die Klinge an, in der sich seine Überraschung widerspiegelte. "Das wäre mir in Sarma niemals passiert", knurrte er und zeigte sich wahrlich tief getroffen. Er fühlte sich in seiner Ehre als aufmerksamker Wüstendieb verletzt, aber das hier war nun einmal kein sarma'sches Pflaster. In Rumdett hatten die Piraten den Heimvorteil. Aber die Amazonen würden sich verteidigen. Sie griffen nach ihren Waffen, als schon die ersten raubeinigen Gesellen sich auf beiden Seiten der Straße zeigten. Man hatte sie umzingelt.
Rejan griff reflexartig hinter sich und berührte Alea am Arm. Er wollte sichergehen, dass sie in seiner Nähe war. Seine andere Hand glitt unauffällig in Höhe seines Gürtels, in dem ein Wurfmesser steckte.

Die Piraten näherten sich, langsam und plump. Man traute ihnen nicht zu, dass sie sonderlich wendig im Kampf sein könnten. Aber umso grimmige blickten sie drein. Viele von ihnen trugen schwarze Augenklappen, allesamt aber waren sie abgerissene Gestalten. Nur einige wenige unter ihnen - die Jüngeren - zeigten sich als überraschend verwegen attraktiv. Sie trugen ihre weißen Seidenhemden offen und weckten eher den Eindruck eines jungen See-Abenteurers aus romantischen Heldensagen. Einer von ihnen, ein groß gewachsener junger Mann mit blondem Seefahrerzopf und vernarbten Händen, trat vor. Die anderen Piraten warteten geduldig im Hintergrund.
"Wen haben wir denn hier, bei Venthas Zorn? Noch mehr Amazonen, die mit Cattie sprechen wollen? Aber nein ... ihr habt einen Mann bei euch." Seine Miene verfinsterte sich, was man dem jungen Seefahrer nichth zugetraut hätte. "Was wagt ihr euch hierher?"
Rejan schnaubte ihm entgegen, aber Caitlin war es, die ihm mit leisem Zischen Einhalt gebot: "Lass unsere Anführerin sprechen." Sie warf Alea einen hoffnungsvollen Blick zu.

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Re: Catties Viertel

Beitrag von Alea » Samstag 18. Juli 2009, 20:08

Alea versuchte den Worten der anderen keine Beachtung zu schenken. Die waren nämlich alles andere als beruhigend. Am liebsten hätte sie gesagt, dass sie doch das Unheil nicht herauf beschwören sollten. Allerdings brachte sie noch immer keinen Ton heraus. Sie konnte weder nach Cattie rufen, noch die unsichtbaren Feinde lauthals provozieren. Anders als Rabika, die plötzlich los brüllte, in dem Glauben, Teil irgendeines Spieles zu sein.
Alea verstand nicht, was sie damit sagen wollte, hörte aber sehr wohl das Sirren des Dolches, der durch die Luft flug. Dieses Geräusch war ihr sehr vertraut und überrascht sog sie die Luft scharf ein. "Rejan!" Bevor sie ihre Befürchtung in Gedanken geformt hatte, schrie sie sie auch schon hinaus. Mit großen Augen, in denen sich noch die Überraschung, aber auch die Angst um ihren Geliebten, spiegelten, sah sie ihn an und spürte im nächsten Moment seine Hand um ihren Arm. Sie erwiderte die Geste und berührte ihn an der Seite. Nur leicht, denn sie wollte ihn nicht behindern, wenn er im nächsten Moment kämpfen wollte.

Der Dolch hatte es schon angekündigt und jetzt sah sie die Gestalten aus den Schatten treten. Ihre andere Hand lag noch immer um das Heft ihres Säbels. Der Anblick der Piraten ließ Alea den Griff alles andere als lockern. Ihre dunklen Augen schweiften über die Piraten. Sie versuchte die Stärke dieser Männer auszumachen, und deren Absichten. Für etwas anderes hatte sie keine Augen. Ihr Herzschlag hatte sich erhöht, nachdem der Dolch vor Rejans Füßen eingeschlagen hatte. Sie war mehr als froh, die Amazonen bei sich zu haben. Alleine hätte sie, auch mit Rejan, wohl keine wirkliche Chance gehabt. Sie war keine Kämpferin, sie war Diebin. Weniger die Kraft als ihr Verstand und ihre Geschicklichkeit hatten ihr zumeist aus Kämpfen geholfen.

Auf jenes zweite setzt jetzt wohl Caitlin. "Lass unsere Anführerin sprechen." Alea sah Caitlin unsicher an und ihr Blick traf den ihren. Am Liebsten hätte sie laut aufgestöhnt. Wer hatte eigentlich festgelegt, dass sie die Anführerin sein würde? Sie sah kurz zu Grimhild. Vielen Dank... Sie besaß doch überhaupt nicht die Qualitäten einer Anführerin. Sich selbst aus brenzligen Situationen zu retten war nicht einmal halb so schwer, als für so viele Gefährten verantwortlich zu sein.
"Wir wollen mit Cattie sprechen." Ihr Hals fühlte sich trocken an und sie musste sich räuspern. Und darüber hinaus versuchen, die Angst so gut wie möglich zu verbergen. Was war das schon für eine Anführerin, die zitternd und bleich vor Furcht vor ihren Feinden stand? Aber Alea hatte Hoffnung, dass sie gar nicht ihre Feinde waren. Schließlich sprachen sie von anderen Amazonen. Hoffentlich war die Gloria schon in Rumdett angekommen.
"Wir kommen mit den Frauen aus Xytras. Finn zwang uns auf offener See unter seinem Kommando zu segeln. Wir verabredeten mit der Besatzung der Gloria uns hier zu treffen und mit Cattie zu reden." Sie wollte nicht direkt sagen, dass sie Cattie ein Angebot machen wollten und mit ihr gemeinsam gegen Finn vorgehen wollten, denn sie konnte sich natürlich nicht sicher sein, dass diese Leute zu Cattie gehörten. Wenn dem aber so war, musste sie zumindest ein wenig klar machen, dass sie nicht wirklich auf Finns Seite stand. Mehr sagte sie nicht. Zuerst wollte sie sehen, wie die Piraten ihre Worte aufnahmen und welcher Seite sie gerade gegenüber standen.

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Re: Catties Viertel

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 22. Juli 2009, 16:06

Rejan stand zwischen Alea und den Piraten, von denen sich einer der Gruppe Amazonen näherte. Der Wüstendieb schaute verbissen, er ließ Aleas Arm nicht los. Vermutlich hätte er einhändig gekämpft, um sich weiterhin ihrer Anwesenheit und Unversehrtheit bewusst zu sein. Rejan würde auch die Amazonengruppe beschützen, wenn es nötig würde, aber seine vollkommene Wachsamkeit galt Alea. Diese Piratenbrut sollte ihr kein Haar krümmen.
Voller Erleichterung fühlte der Dieb ihre Hand an seiner Hüfte. Sie war so zierlich im Gegensatz zu seinen männlichen Pranken, die aber doch auch so feinfühlig sein konnten, wenn er mit den Fingern einen Frauenkörper erkundete. Rejan schüttelte den Gedanken ab. Nicht jetzt, sonst reagierte er womöglich zu spät, sollten die Piraten doch noch richtig angreifen wollen. In erster Linie machten sie aber den Eindruck, reden zu wollen.

Als Rednerin der Amazonen hatte Caitlin gerade (mal wieder) Alea auserkoren. Die anderen nickten. Sie sahen ganz offensichtlich die Diebin als ihrer Anführerin an und würden ihr auch bedingungslos folgen. Doch das hieß genauso, dass Alea für sie Sprechen musste, wenn es zu so heiklen Situationen wie der jetzigen kam.
Caitlin erwiderte den unsicheren Blick ihrer Freundin. Aufmunternd nickte sie ihr zu. "Du schaffst das schon", formte die Jung-Amazone mit den Lippen. Ihre Augen ruhten zuversichtlich auf Alea. Sie vertraute ihr und sogar bei den anderen schien dies der Fall zu sein. Rabikas funkelnde Augen musterten Alea. Paki nickte ebenfalls. Grimhild presste die scheue Artemis an ihren nicht gerade rosig duftenden Körper, aber die stumme Amazone verbarg sich nur zu gern in der Armbeuge der Trollin. Sie zitterte vor Furcht.

Alea hatte wohl keine Wahl, also nahm sie es auf sich. "Wir wollen mit Cattie sprechen." Sofort erklärte sie die Lage. Sie kamen aus Xytras und hatten mit Finn auf dessen Schiff fahren müssen. Eigentlich war aber ein Gespräch mit der furchtlosen Cattie geplant. Indirekt ließ Alea es klingen, als wäre die gesamte Gruppe nicht gerade begeistert gewesen, unter Finns Segeln zu reisen, aber für weitere Spekulationen hielt sie bewusst alles offen. Sollten die Piraten entsprechendes daraus interpretieren. Sie konnte ja nicht wissen, zu welcher Bande die abgerissenen Gestalten nun gehörten, die sie inzwischen umzingelt hatten.

Der Pirat, der sogar einigermaßen gepflegt aussah und der Sprecher der Band war, entgegnete: "Ich bin gespannt, ob Cattie sich auf noch ein Gespräch mit Amazonen einlässt, aber bitte. Wenn ihr sie sehen wollt ... wir bringen euch zu ihr." Er streckte seine Hand aus. Um das Handgelenk wand sich eine Schlangentätowierung und die Handinnenfläche wies kleinere Narben auf und Verletzungen, die erst noch richtig heilen mussten. Der Kerl schien trotz seines guten Äußeren ebenso in Piratengeschäfte verwickelt zu sein wie die übrige Brut.
"Ich heiße Kent. Für zwei Lysanthemer bring ich euch persönlich zu meiner Chefin." Ein Grinsen umspielte seine Lippen.
Hinter Alea brauste Rabika auf. "Zwei Lysanthemer?! Das ist Wucher, du blässliches Piratenmännlein! Soll ich dich erst kastrieren, damit ..." Zum Glück konnte Paki ihre Gefährtin rasch zur Ruhe bringen. Caitlin wies sie ebenfalls zurecht. "Alea allein hat das zu entscheiden. Sie ist unsere Anführerin." Und wieder einmal blieb sämtliche Verantwortung an der Diebin hängen.

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Re: Catties Viertel

Beitrag von Alea » Donnerstag 30. Juli 2009, 12:39

Alea atmete zuerst erleichtert auf. Er war bereit, sie hinzuführen. Und er sprach von anderen Amazonen. Also war die Gloria wohl doch schon angekommen und die Amazonen hatten schon mit Cattie geredet. Hoffentlich sprach Kent, wie er sich dann vorstellte, von der Besatzung, mit der sie verabredet waren. Doch ganz so einfach wollte er es ihnen nicht machen. Stattdessen verlangte er 2 Lysanthemer. Alea sog überrascht die Luft ein. Das war tatsächlich viel Geld für diesen Weg! Und sein Grinsen unterstrich sein unverschämtes Angebot nur. Es zeigte, dass er darum wissen musste.
"2 Lysanthemer?", wiederholte sie leise, was aber zwischen Rabikas aufbrausender Entgegnung vollkommen unterging. SIe überlegte, ob sie überhaupt eine Wahl hatten. Sie wollte auch nur ungerne das Risiko eingehen, dass Kent ab sofort ganz den Mund hielt, wenn sie seinen verlangten Preis ablehnte.
Wieder musste sie für die Gruppe sprechen, Caitlin erinnerte alle daran. Alea sah Kent fest in die Augen. Sie hatte keine Lust auf irgendwelche Spielchen und stets von einem zum anderen gegen Bezahlung geführt zu werden.
Die Gilde wird für diesen Auftrag einiges zahlen müssen, dachte sie missmutig. Immerhin war sie nur auf ihrem Geheiß hier mit den Amazonen im Schlepptau. Und wenn sie Pech hatte würde sich die Diebesgilde nicht zum Treffen zeigen, weil der Krieg schon Sarma erreicht hatte.
Mit einem Seufzen, das ihren Unmut ausdrückte, kramte sie schließlich das verlangte Geld aus den Taschen und drückte Kent die zwei Münzen in die Hand. "Dann führt uns auf direktem Wege zu Cattie." Vor allem das direktem Wege betonte sie. Sie hatte keine Lust mehr auf das Labyrinth Rumdett, in dem man an jeder Ecke jemanden um Hilfe bitten musste.

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Re: Catties Viertel

Beitrag von Erzähler » Samstag 1. August 2009, 18:14

Alea zahlt 2 Lysanthemer an den Piraten Kent

Kent ließ das Geld schneller verschwinden als ein Dieb seine Dietriche, wenn die Wachpatrouille um eine Häuserecke kam. Er grinste und hob wortlos seine Hand, Zeige- und Mittelfinger allein aufzeigend. Es schien ein vereinbartes Zeichen zu sein, genauso wie die Sprachen Rendinea nur für die meisten Diebesgilden bekannt war.
Die übrigen Piraten verkrochen sich. Gingen sie voraus, um Cattie die Ankunft der Amazonengruppe mitzuteilen? Kent ging nicht darauf ein. Er wandte sich nur um, schaute über die Schulter zurück und meinte: "Folgt mir und keine Sorge: hier sind nur Schwarze Augenklappen in diesem Viertel."
Rejan nahm Alea bei der Hand, doch bevor er losmarschierte, beugte er sich nieder und zog den nach ihm geworfenen Dolch aus der Steinfuge. Er steckte ihn ein, typisch Dieb. Sie konnten einfach nichts liegen lassen, was nützlich oder wertvoll war. Alea erntere unterdessen Schulterklopfer von ihrer Frauentruppe. "Gut gemacht", lobte Paki. Rabika nickte sogar, wenngleich sie auch leise über die verflixten Männchen fluchte. "Wenigstens unterstellen sie sich alle einer Frau. Cattie verdient meinen Respekt", knurrte sie.

Es ging durch die Gassen und Straßen. Das Viertel war groß und wirkte unheimlich wie der Rest Rumdetts. Aber Huren trieben sich in diesem Teil nicht herum, auch gab es keine Schlägereien. Im eigenen Heimatrevier verstand man sich offenbar untereinander.
Kent steuerte ein verfallen wirkendes Haus an. Es war noch keine Ruine, aber die Fensterläden hingen aus den Angeln und das Schild über der Tür hatte wohl schon mehrere harte Schläge einstecken müssen. Zudem war das Bild eines Bierkruges darauf fast vollkommen verblasst. Dies hier stellte also eine ehemalige Taverne dar. Kein Gesang drang nach draußen und Musik fehlte ebenso wie der überschwängliche Geruch von Alkohol. Im Innern aber sah es noch urig und gemütlich aus.
Gleich hinter der Tür führte eine breite Steintreppe herab in einen hohen Kellerraum. Ein Kronleuchter hing über mehreren langen Tischen, um die sich Bänke und Stühle reihten. Ein Pirat hockte zwischen den Kerzen, zündete sie an und schaukelte mit der Deckenbeleuchtung. An den Tischen saßen weitere Vertreter der Schwarzen Augenklappen, aber unter ihnen befanden sich auch - Aleas Gruppe wollte ihren Augen nicht trauen - gut zwei Dutzend Amazonen. Es handelte sich keineswegs um die gesamte Passagiergruppe der Gloria. Eigentlich erkannte man nur Amazonen der Besatzung. Ihre Kapitänin, Gloria persönlich, stand am Tresen, wo man eigentlich einen Wirt hätte erwarten können. Statt eines solchen bierbäuchigen Kerls fand sich dort nur eine wahrhaft exotisch aussehende Piratenbraut. Ein anderer Begriff passte einfach nicht. Das konnte nur Cattie sein. Sie hockte auf der Theke, die schlanken Beine übereinander geschlagen.
Bild
Über der offenherzig getragenen weißen Seemannsbluse lag eine graue Lederweste, die ihre Figur betonte. Die Füße steckten in schwarzen Lederstiefeln und darin endete die leicht pluderige Hose, die jeder zweite Pirat zu tragen schien. Um die Hüfte schwang sich ein breiter, brauner Gürtel, unter dem ein Piratentuch als Zierde schräg ihre Seite herunter hing. Es war blutrot und besaß kleine Quasten am Saum.
Das braune Haar hing halb offen auf Catties Schultern, zum Teil wurde es aber auch von einem blutroten Band im Nacken zusammengehalten. Der Blick, der aus schmalen Augen unter den braunen Strähnen hervorlugt, zeugte von Verschlagenheit und zeigte kein bisschen Furcht. Die Augen blitzten, als Kent die Stufen der Treppe herab schlenderte und seiner Anführerin winkte.
Cattie unterbrach das Gespräch mit Gloria und rutschte vom Tresen. "Noch mehr Amazonen? Bald haben wir keine Betten mehr." Sie lachte und winkte Alea und den anderen zu. Die Diebin konnte Rejan tief Luft holen hören. Er starrte dieses Weibsbild unten wie eine Jagdtrophäe an. Cattie stolzierte inzwischen an den Reihen ihrer eigenen Männer vorbei, um die neuen Gäste zu empfangen. "Wollt ihr euch ebenfalls anschließen? Die Schwarzen Augenklappen können tapfere Frauen immer gebrauchen."
"Sie ist sympathisch", murmelte Rabika in sich hinein.

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Re: Catties Viertel

Beitrag von Alea » Montag 3. August 2009, 19:30

Interessiert schnappte Alea das geheime Zeichen auf und merkte es sich gewohnheitsgemäß. Alles konnte irgendwann von Nutzen sein. Es überraschte sie ein wenig, dass es scheinbar noch andere geheime Sprachen außer Rendinea gab. Mit einem kleinen Lächeln folgte sie Kent, der jetzt der einzige männliche Pirat unter ihnen war. Ihre Amazonen indes gaben ihrer Zufriedenheit mit Schulterklopfen Ausdruck, was Aleas Laune um ein weiteres hob - wenn sie schon ausgenommen wurde, dann bitte mit würdiger Belobung.
Danach bewegte sich auch Rejan, um Kent zu folgen, und Alea registrierte missmutig, dass er sich den Dolch schon unter den Nagel gerissen hatte. "Na toll. Die Waffe ist wirklich hübsch", raunte sie ihm gespielt beleidigt zu und streckte ihm kurz die Zunge hinaus. Dann folgte sie Kent in ernster Manier durch die Straßen Rumdetts.

Ihr mochte die Stadt immer noch nicht so recht gefallen. Alles wirkte so finster und Alea vermisste die sarmaische Sonne und ihre Wärme. Hier wirkte alles so düster und abgebrüht. Immerhin ging es hier im Viertel offensichtlich gesitteter zu.
Schließlich blieb der Pirat vor einem herunter gekommenen Haus stehen. Die Augen der Diebin flogen über jedes Detail, um es aufzunehmen und Schlüsse daraus zu ziehen. Ihr erster Gedanke war, dass sie hoffte, Kent hätte die Vereinbarung eingehalten, denn sonst würde es jetzt wahrlich schlecht um ihn stehen. Zuerst konnte Alea nämlich kaum glauben, dass dies hier der Sitz einer angesehenen Piratin sein sollte.
Doch als sie eintraten hörte sie unten schon die Stimmen. Das verwunderte sie einen Augenblick. Sie war noch nie in einer Unterkunft gewesen, die sich im Keller befand. Doch als Kent sie die Treppe hinunter führte, lächele Alea, froh darüber, da zu sein, wo sie fürs Erste hingehörten. Sie musterte die Einrichtung und die Anwesenden mit wachsamen Augen. Sie hatte kein Bild davon, wie sich Piraten verhielten und so machten. Aber dieses hier entlockte ihr auch nicht den Gedanken, dass es unpassend war.

Erst als Cattie sprach, entdeckte Alea sie. Sie musterte sie, eben so, wie man eine Fremde musterte, und sah ihr freundlich lächelnd entgegen. Kurz fiel ihr Blick auch auf Gloria. Sie waren tatsächlich angekommen. Erleichterung machte sich in Alea breit und eine Anspannung, die ihren Körper und Sinne schon im Hafen erfasst hatte, legte sich langsam und ließ sie ein wenig entspannen.
Natürlich hörte sie auch Rejans Reaktion auf Cattie. Zumindest stand für sie fest, dass er eben jene ansah, als er so scharf die Luft einsog. Ihre Augen fixierten ihn kurz und sie gab ihm mit dem Ellenbogen einen leichten Stoß in die Rippen. Sollte er sich bloß nichts einfallen lassen.
"Ja, ist sie wirklich", stimmte sie leise Rabika zu und wandte sich dann an Cattie. "Zum Gruße! Euer Angebot klingt allemal verlockender als das von Finn." Ihr Blick suchte den ihrer Kapitänin Gloria. "Käpt'n", grüßte sie sie mit einem Nicken und leichtem Grinsen. Es kam ihr merkwürdig vor, diese Frau mit Käpt'n anzusprechen und sie fand es amüsant.
"Hat Gloria Euch schon alles erzählt?", fragte sie dann und kam wie so oft gleich auf das Wesentliche zu sprechen.

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Re: Catties Viertel

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 5. August 2009, 11:40

Rejan war von der Furchtlosen Cattie wie gebannt, als hätte ihne eine Fee verzaubert und wollte ihn nun in gefährliches Gebiet locken. Nicht einmal Aleas Rippenstoß sorgte dafür, dass er seinen Blick von der Frau - genauer gesagt, ihren offenherzigen "Augen" - abwandte. Er brachte nur ein gebrummeltes "Hhrr?" hervor und starrte weiter.
Alea wandte sich unterdessen schon direkt Cattie zu und näherte sich. Ihr Amazonengrüppchen folgte. Rejan blieb geistesabwesend oben an der Treppe stehen und glotzte. Einige Piraten zeigten bereits auf ihn und grinsten, aber niemand wagte, die Stimme zu erheben. Sie kannten Catties Wirkung auf das männliche Geschlecht, den wenigstens war es schließlich anders ergangen als Rejan. So ließ man ihn erstmal einfach stehen. Er würde schon wieder zu sich selbst zurückfinden und wenn Cattie persönlich mit einem Pieks ihres Säbels nachhelfen müsste.

"Zum Gruße! Euer Angebot klingt allemal verlockender als das von Finn." "Aye, das will ich meinen!" Cattie wartete, bis Alea auch die Amazonenkapitänin gegrüßt hatte, dann antwortete sie: "Käpt'n Gloria hat durchaus viel zu berichten gehabt, aye. Eine Schande, dass ihr auf Finns altem Fischkutter mitfahren musstet. Er sollte sich schämen, eine derartige Forderung zu stellen!" Klatschen und das Schlagen von Bierkrügen auf Holz deutete von der Zustimmung von sowohl Catties Leuten als auch den bereits anwesenden Amazonen. Die Piratin badete einen Augenblick im Jubel, ehe sie sich wieder dem eigentlichen Thema widmete. Sie tauschte mit Gloria einen kurzen Blick und nickte dann: "Ich kann starke Schwertarme und kluge Köpfe jederzeit gebrauchen. Ihr habt Euch richtig entschieden, Käpt'n, bei mir anzuheuern. Euer Sold soll zufriedenstellend ausfallen, denn Ihr dürft alles plündern und mitnehmen, was Ihr und Eure Frauen bei Aufträgen und Missionen erbeuten könnt. Teilt die Beute unter euch auf wie ihr wollt. Ich denke, das könnt ihr regeln. Zunächst sollen sich aber alle einmal stärken. Mein Viertel und meine Vorräte stehen zur Verfügung. Bedient Euch wie es Euch beliebt." Ihr verschmitzter Blick fiel zu Alea. "Und Ihr habt also gewissermaßen Befehl über das Frauen-Sonderkommando. Beeindruckend, Ihr seid fast so tapfer wie ich. Ich habe gut und gern Lust, Euch und Eure Mädchen ebenfalls gesondert einzusetzen. Bleibt also nach Möglichkeit zusammen und erwartet demnächst meine Befehle."

Mit diesen Worten schwang Cattie ihren Krug in die Luft. Die Geste wurde von ihren Piraten erwidert. Anschließend erfolgte wildes Klopfen auf Tischplatten, sowie lautes Aufstampfen mit den Füßen. Die Schwarzen Augenklappen gaben ein Loblied zum besten, natürlich in allerfeinstem Piratenchor:
"Wer ist furchtlos, tapfer und verrucht?
Wer schlägt and're Piraten eiskalt in die Flucht?
CATTIE, CATTIE!

Wer trinkt Schnaps, Bier, Grog und Rum?
Wer kriegt Finn und Roderick mit Leichtigkeit rum?
CATTIE, CATTIE!

Wer ist hübsch wie die See, eine Heldin der Meere?
Wie heißt sie, die ich am meisten begehre?
CATTIE, CATTIE!
CAAAAAAAATTTTTTTIIIIIEEEE!!!!"
Ihre Anführerin lachte, hatte sogar in das Liedchen mit eingestimmt und winkte nun zur Tür. "Ihr seid entlassen, Männer! Geht auf Raubzüge, wie ich es euch gelehrt habe! Und ihr Amazonen! Ruht euch aus, lasst euch rumführen. Ich melde mich, sollte ich euch brauchen." Damit war es nun allen Anwesenden frei, zu gehen. Die Piratin legte kameradschaftlich einen Arm um Glorias Schultern und bat sie in ein Hinterzimmer, wo Genaueres noch besprochen werden sollte. Das ging Alea nun glücklicherweise einmal nichts an. Sie wurde nicht mit eingespannt und konnte sich endlich um ihre eigenen Bedürfnisse kümmern. Lediglich ihre fünfköpfige Frauentruppe blieb loyal bei ihr stehen.
"Was nun passieren?", fragte Grimhild. "Wir keinen Auftrag jetzt?" Offensichtlich hatte die Trollin Catties Worten nicht ganz folgen können. Aber sie summte leise die Melodie des Liedchens. Das hatte ihr gefallen!

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Re: Catties Viertel

Beitrag von Alea » Montag 10. August 2009, 20:09

Glücklicherweise hatte Gloria Cattie schon alles erzählt. So kam sie wenigstens dieses eine Mal um all die Erklärungen und Geschichten herum und konnte ihre Zunge schonen. Alea lächelte erleichtert und die Anspannung legte sich fast völlig. Cattie bot ihre großzügige Gastfreundschaft an, inbegriffen ihre Vorräte und ihr Viertel. Alea schickte ihr ein stilles Danke entgegen, waren die Worte doch an Gloria und nicht direkt an sie gerichtet. Dennoch, mit so viel Entgegenkommen hatte sie fast nicht gerechnet. Sie war positiv überrascht und zufrieden damit.
Dann wandte sich Cattie plötzlich direkt an sie. "Und Ihr habt also gewissermaßen Befehl über das Frauen-Sonderkommando. Beeindruckend, Ihr seid fast so tapfer wie ich. Ich habe gut und gern Lust, Euch und Eure Mädchen ebenfalls gesondert einzusetzen. Bleibt also nach Möglichkeit zusammen und erwartet demnächst meine Befehle."
Alea fühlte sich geschmeichelt und sie spürte sogar, wie ihre Wangen ein wenig Farbe bekamen als Cattie, Anführerin einer großen Piratengemeinschaft, sie so lobte. Und dann auch noch dazu auserwählte, Aufträge in ihrem Namen auszuführen. Alea ging das zwar recht schnell, im ersten Moment stellte sich aber große Freude darüber in ihr ein, was ihr Lächeln nur breiter werden ließ. "Vielen Dank, Cattie.. Käpt'n." Sie wusste nicht ganz, wie sie sie zu nennen hatte und machte für einen Moment lang einen recht verwirrten Gesichtsausdruck. Wahrscheinlich würde ihr Cattie sowieso nicht böse sein.

Egal, sie wandte sich sowieso gerade an ihre Piraten. Diese stimmten ein Lied an, aus dem, man möge es kaum glauben, trotz dem Grölen und Schreien, eine Melodie zu erkennen war. Alea schmunzelte über den Text. Dabei fiel ihr wieder Rejan ein, den sie sogleich mit den Augen suchte. Es dauerte nicht lange, da sah sie die bekannte, aber noch immer reglose Gestalt auf der Treppe stehen. Noch immer starrte er Cattie an.
Alea Stirn legte sich in Falten und missmutig sah sie weg von ihm. Was dachte er sich eigentlich dabei? Einfach da herum zu stehen und Cattie so offensichtlich anzustarren, als wäre sie Freiwild und, zu allem Überfluss, würde nicht seine Gefährtin mit im selben Raum stehen?
Die Diebin wusste manchmal nicht, ob Rejan tatsächlich (immer noch) so war oder er sie einfach nur ärgern wollte. Das tat er manchmal offensichtlich und na gut, damit ließ es sich leben. Aber nicht wenn er so herum stand wie jetzt und sie befürchten musste, dass er den ganzen Boden voll sabberte.

Glücklicherweise lenkte Cattie sie ab, als sie ihre Gefolgschaft zu Raubzügen aufrief. Dann verschwand sie mit Gloria im Nebenzimmer. Einen Moment lang fühlte sich Alea ganz nutzlos. Man hatte ihr nichts aufgetragen. Sie und ihre Amazonen sollten sich ausruhen. So etwas war sie überhaupt nicht mehr gewöhnt. Auch Grimhild schien es so zu gehen. Sie schien recht verwirrt über die plötzliche Aufbruchstimmung zu sein und darüber, dass sie selbst nicht gingen. Die Trollin schaffte es auch immer wieder Alea zum grinsen zu bringen. So auch jetzt.
"Wie es klang wird uns Cattie bald einen Auftrag geben. Aufregend oder?" Wer hätte das gedacht. Sie mussten ihre Aufgabe gut gemacht haben, wenn ihnen sofort weitere Aufträge gegeben wurden. Alea mochte nichts wenigr als sinnloses Herumsitzen. Sie sah in die Runde, einen nach den anderen an. "Was haltet ihr davon, wenn wir das erst einmal betrinken? Dann könnten wir uns wirklich ausruhen oder uns die Stadt ansehen?" Auch wenn ihr letzteres wegen den dunklen Straßen und ihren Gestalten eher weniger zusagte, wie man unschwer an ihrem Gesichtsausdruck erkennen konnte. "Was denkt ihr?"

Sie musste an die Wüstendiebe denken. Wann sie sie wohl sehen würde? Würden sie überhaupt kommen? Und wenn ja, warum hatte sie die Amazonen hier her bringen sollen? Fragen über Fragen. In Aleas Kopf rotierten sie nur so, während sie auf die Antwort ihrer Frauen wartete. Rejan ignorierte sie gekonnt.

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Re: Catties Viertel

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 13. August 2009, 15:30

Erst als Cattie mit Käpt'n Gloria in einem Nebenzimmer verschwand und das ruppige Piratenlied durch den ganzen Keller schallte, fand Rejan offenbar zu sich selbst zurück. Er blinzelte, rieb sich über beide Augen und schien darüber nachzudenken, ob er bis eben noch geträumt hatte.
Im Keller ging es drunter und drüber. Ausgelassen schwangen die Schwarzen Augenklappen ihre Bierkrüge. Der Schaum schwappte über die Ränder. Überall entstanden kleine Bierpfützen und mitgebrachte Hunde oder Katzen ließen sich auf eine leichte Trunkenheit ein. Hinter der Theke spielten inzwischen zwei Piraten die Wirte und schenkten reichlich aus. Eine Amazone war auf dem Weg, ihren Frauen etwas zu Trinken zu besorgen, aber schnell wurde sie zur Schankmagd gemacht - sie ließ sich nur darauf ein, weil die Männer sich ihr wahrlich unterwürfig begegneten und gröhlend und lachend dankten. Sie begegneten ihr mit demselben Respekt, den sie auch der furchtlosen Cattie entgegen brachten. Vielleicht eine Vereinbarung, von der Alea noch nichts mitbekommen hatte.
Die Stimmung stieg auf ihren Höhepunkt. Immer wieder hörte man die Piraten ausgelassen darüber sprechen, dass ihre Gemeinschaft nun die stärkste der drei bekannten Piratengemeinschaften wäre. Oder dass man sich Finn nicht anschließen müsse, man hätte ja tapfere Amazonen, richtige Kampfweiber! Es wurde rasch ein Loblied auf die Frauen aus Xytras gedichtet und noch schneller gesungen. Die Schwarzen Augenklappen freuten sich offensichtlich über den "Damen"-Besuch.

Da Alea und ihre Mädchen jetzt noch keine neue Aufgabe zuteil wurde, konnten auch sie sich so gesehen unter das Volk mischen und genau das hatte die Diebin vor. Sie wollte mit ihrer Gruppe feiern! Ihr Vorschlag fand rege Zustimmung. Rabika schlug mit ihrem Krug auf den Tisch und winkte einem der Thekenpiraten zu. "Heda, sei ein akzeptables Männchen und füll meinen Krug!" Caitlin stimmte lachend mit ein. Es wurde mit den Bechern auf dem Tisch herum getrommelt - allerdings nicht sehr lang, denn als Grimhild sich anschloss und eine Ecke des Tisches plötzlich in hohem Bogen durch den Raum flog, beendete man dieses nun gefährlich gewordene Spielchen schnell wieder.
Paki ließ sich neben Artemis auf eine Bank nieder und hielt sich schweigend im Hintergrund. Ihre wachsamen Augen aber zeigten, dass sie die Anwesenden auskundschaftete. Die Beobachterin machte sich ein Bild ihrer Umgebung, was sicherlich nicht falsch war. Als ihr Blick sich mit dem Aleas traf, lächelte sie. "Ich werde dir Augen und Ohren sein, Schwester. Trink du nur", sagte sie. Paki ließ sich ein Wasser bringen. Sie wurde von den umstizenden Piraten dadurch zwar ein wenig verspottet, aber das ging ob der guten Laune schnell wieder vorbei. Außer Jungfrauenblut schien tatsächlich nur Wasser die Kehle der Waldelfe herunter zu rinnen.

Nachdem der Pirat den Damen jeweils einen bis zum Rand mit Bier gefüllten Krug gebracht hatte - der Schaum gab knisternde Geräusche von sich - tauchte auch Rejan plötzlich bei ihnen auf. Er grinste leicht benommen und ließ sich neben Alea nieder. Seine Hand fasste sofort zu einem Krug. Mit zwei Zügen leerte er ihn. "Ahhh, das brauchte ich jetzt. Man muss einen klaren Kopf bekommen bei einer deratigen Hügelland..." Er verstummte und seine gerunzelte Stirn verriet, dass er sich für die Bemerkung gedanklich gerade selbst tadelte. Er stellte den Bierkrug ab und seine Hand wanderte zu Aleas Haaren. "Tut mir leid, meine Wüstenblume", raunte er ihr reuig zu. Die Hand strich ihr Haar zur Seite, damit er Aleas Nacken streicheln konnte. Versöhnlich schaute Rejan sie an, kam mit seinem Gesicht nah an ihr Ohr und wisperte so leise, dass sie bei dem Lärm Schwierigkeiten hatte, ihn zu verstehen - noch dazu sprach er in Rendinea. "Wir haben nichts zu tun oder habe ich mich verhört? Lass uns heute Nacht auf Schatzsuche gehen, meine Königin." Seine Lippen berührten sanft ihr Ohrläppchen und küssten es. Rejan versuchte alles, um seinen Fehler wieder gut zu machen.

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Re: Catties Viertel

Beitrag von Alea » Donnerstag 13. August 2009, 19:43

Die Stimmung wurde immer fröhlicher und steckte Alea an, sodass sie langsam wieder bessere Laune bekam. Was auch nicht sehr schwar war unter den Piraten und Amazonen. Es wurde für sie gesungen und Bier ausgeschenkt. Alea lachte und betrachtete amüsierte die Szene, die ihr sich bot. Johlende Piraten, die mit ihren Krügen auf die Tische klopften, eine Trollin mitten drin, unter deren Kraft fast die Einrichtung barst.. es war ein wirklich seltsamer Anblick, aber wirklich erheiternd.
Sie schaute grinsend zu ihrer Amazonengruppe und traf Pakis Blick, die ihr sogleich versicherte, ihre Augen und Ohren für sie zu sein. Aleas Grinsen wurde für einen Moment breiter. Sie war es gar nicht gewohnt, dass jemand für sie spionierte und die Umgebung auskundschaftete - auch wenn das hier nicht genau das traf, fühlte sie sich an viele ihrer Aufträge erinnert, in denen die Schwierigkeit im Bobachten und Zuhören galt. Fast so wie ihr Auftrag auf Finns Schiff.

"Danke." Sie lächelte die Amazone an und nahm den Krug entgegen, den man ihr sogleich anbot. Im nächsten Moment saß auch schon Rejan neben ihr und griff nach dem Alkohol. Aleas Mine verfinsterte sich ein wenig und sie zog ihren Krug näher zu sich heran. Sollte er bloß nicht noch auf die Idee kommen, ihr eine ihrer Aufmunterungen wegzunehmen. Sie versuchte ihn zu ignorieren und schaute demonstrativ in eine andere Richtung, ihre Ohren konnte sie aber nicht verschließen.

"Ahhh, das brauchte ich jetzt. Man muss einen klaren Kopf bekommen bei einer deratigen Hügelland..." Alea biss sich auf die Unterlippe und zwang sich zur Ruhe. Hätte sie ihrem ersten Impuls nachgegeben, würde Rejan jetzt wohl neben der Bank am Boden liegen (wenn sie so viel Kraft besäße) und sie sich einen anderen Ort zum Verweilen suchen.
Doch sie blieb ruhig, auch wenn sie sich beherrschen musste. Als sie jedoch seine Hand in ihren Haaren spürte und langsam zu ihrem Nacken senken fühlte, seufzte sie ergeben. Sie drehte den Kopf und ihre Wut war erloschen. Wie sollte sie ihm auch wirklich böse sein? Es war doch nur irgendeine Frau. Jetzt saß er neben ihr und widmete sich ihr. Sie lächelte sacht, auch wenn sie sich gar nicht so leicht geschlagen geben wollte, konnte sie nichts dagegen tun.
Kurz schloss sie die Augen und spürte das Kribbeln unter seinen Fingern deutlicher. Kurzzeitig waren all die anderen vergessen. Als er plötzlich Rendinea mit ihr sprach, öffnete sie jedoch die Augen und spitzte die Ohren.

"Schatzsuche?", wiederholte sie genauso leise und dachte kurz nach. Dann grinste sie verschmitzt. "Was meinst du damit? Was gedenkst du denn... zu bekommen?" Sie flüsterte nur, aber ihr verschmitztes Grinsen und der vielsagende Blick machten wohl deutlich, dass sie einen Moment lang überlegt hatte, ob es nicht ein Synonym war für ihre Zweisamkeit.
Jetzt drehte sie sich ihm ganz zu und küsste ihn sanft auf die Lippen. "Eine gute Idee." Sie sah ihm in die Augen. Was auch immer er meinte. Auch wenn sie sich nahezu sicher war, dass sie für diese Art der Suche die Karte benötigten, die sie sicher verwahrt hatte. Und nichts war so verlockend wie die Suche nach einem magischen Gegenstand. Bei solchen Sachen war Aleas Tatendrang und Hang zu Abenteuern sofort geweckt. Sie machte sich nur ein wenig um die Amazonen und Wüstendiebe Sorgen, die sie hier treffen sollten.

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Re: Catties Viertel

Beitrag von Wüstendieb » Samstag 15. August 2009, 16:04

Rejan war und blieb ein Verführungskünstler. Kein Wunder, dass ihm die Mädchen und Frauen reihenweise zu Füßen lagen - zumindest in seiner Heimat Sarma. Hier unter Amazonen hatte der Wüstendieb keine so guten Karten, da wurde er verachtet und skeptisch beäugt wie jedes Männchen auch. An diesen Umstand musste sich Rejan genauso gewöhnen wie daran, dass er nun nich mehr einfach so gaffen konnte. Er sah die Wut in Aleas dunklen Augen verglühen. Entschuldigend legte er ein entwaffnendes Grinsen auf. "Tut mir leid." Eine Art, sich wieder versöhnen zu wollen, die Alea schon oft genug gehört hatte, sogar noch vor ihrer Zeit als Pärchen. Rejan hatte sich oftmals zu gemeinsamen Streifzügen verspätet oder war erst gar nicht aufgetaucht, weil er sich "verschlafen" hatte. Ein seltsamer Begriff. Wenigstens suchte er nicht nach Ausreden, sondern stellte sich und entschuldigte sich nur.
Wie konnte man einem Mann mit einem derart charmanten Lächeln dann noch weiter böse sein? Außerdem taten seine Finger ihr übriges. Sanft streichelte er Aleas Nacken, um die Wut aus ihr einfach heraus zu massieren. Sein Lächeln wurde erwidert und Rejan nickte. Er hatte begriffen, dass es für ihn keine Standpauke setzen würde. Jedenfalls jetzt nicht, aber das genügte ihm. Schließlich wollte er feiern ... und bei Alea sein.

"Was meinst du damit? Was gedenkst du denn ... zu bekommen?" Damit hatte Rejan nicht gerechnet. Sie teilten doch fast immer! Er riss die Augen auf und lehnte sich zurück, so dass er beinahe von der Bank fiel. Im letzten Moment bekam er den Tischrand zu fassen, klammerte sich immens daran fest und zog sich wieder vor. Nach dieser Aktion glühten seine Wangen vor Anstrengung.
Rejan ächzte. Ein Kuss ließ ihn den Beinahe-Sturz aber schnell vergessen. Er nahm wieder eine gerade Haltung ein und zog Alea in seine Arme. Der Kuss dauerte lang und war eingehüllt in Leidenschaft und aufsteigende Lust. "Ich könnte vorher ... auch andere Schätze suchen", raunte er. Rejans Hand wanderte Aleas Bein hinauf. Sein Mund hingegen widmete sich wieder dem Ohr seiner Wüstenkönigin. Er wollte nicht, dass andere mithören konnten, nicht einmal die Amazonen ihrer bunt gemischten Truppe. "Wo führt uns die Karte denn hin? Wir haben lange keinen Streifzug mehr unternommen."

Da hatte Rejan allerdings Recht. Zudem mussten sie auch noch den Kontaktmann der Wüstendiebe finden. Wenn er sie nicht zuvor entdeckte. Fünf Amazonen sollten sie auftreiben und das hatte Alea getan. Aber was sollte mit Grimhild, Paki, Rabika, Caitlin und Artemis geschehen? Wohin sollten sie die fünf bringen und welche Belohnung konnten Alea und Rejan dafür erwarten? Immerhin war es ein ganzer Haufen Arbeit gewesen, so weit zu kommen.

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Re: Catties Viertel

Beitrag von Alea » Sonntag 16. August 2009, 11:13

Alea sah Rejans Ausfall überraschend zu. Sie fragte sich, was sie gesagt hatte, dass er so reagierte und fast von der Bank fiel - vielleicht waren es ja ihr letzten Gedanken, die ihn dazu trieben und seine gaffenden Blicke jetzt so straften. Schließlich fing er sich aber wieder und schaffte es, sich wieder hinzusetzen und nicht hinunter zu fallen. Alea konnte nichts gegen das Lachen tun, das ihr aus der Kehle drang, sobald sie ihn dort halb liegend und mit den Armen rudernd sah.
Sie beruhigte sich erst wieder, als er sie in seine starken Arme nahm und sie den lieblichen Kuss genießen konnte. Sie schmiegte sich an ihn und für sie gab es nur noch Rejan und seine weichen Lippen.
Schließlich löste er den Kuss aber und sie sah ihn verträumt an. Seine Worte zauberten ihr ein Lächeln auf die Lippen. Es hätte sie auch gewundert, wenn diese Art der Schatzsuche ihn nicht gelockt hätte. Sie spürte seine Hand auf ihrem Bein, immer weiter hinauf wandern. Doch dann kam er schon zum zweiten Punkt. Wo die Karte sie hinführen würde. Sie stimmte ihm erst mit einem Nicken zu. So ein Streifzug hatte schon etwas. Allein durch die dunklen Straßen zu huschen, darauf bedacht, kein Geräusch zu machen und keinen Verdacht zu schöpfen. So weit weg von Sarma löste dieser Gedanke fast Heimweh in Alea aus.
Sie beugte sich zu ihn rüber und gab ihm einen kleinen Kuss auf die Wange, um dann mit den Lippen zu seinem Ohr zu wandern. So auffällig sollte ihr Gespräch dann doch nicht sein, obwohl es bestimmt so aussah, als würden sie sich Liebesbekundungen in die Ohren flüstern oder die Nacht planen - was ja irgendwie sogar stimmte.
"Das Kreuz lag an der Küste, nördlich von Rumdett, in einer Bucht. Dort soll es liegen." Ihre Stimme war leise und er hörte ein Lächeln aus ihren Worten heraus. Sie wurde schon ganz hibbelig bei dieser Vorstellung. "Aber ich denke, wir sollten bald los. Wir können Caitlin und die anderen nicht so lange hier allein lassen. Und ich will die... anderen nicht verpassen." Das Wort Wüstenbund oder ähnliches wollte sie jetzt nicht in den Mund nehmen. Vielleicht besaß ja einer ihrer Nachbarn ein besonders geschärftes Gehör.

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Re: Catties Viertel

Beitrag von Wüstendieb » Montag 17. August 2009, 19:46

Wie zwei Turteltauben saßen Alea und Rejan zwischen Piraten und Amazonen. Sie küssten und knuddelten sich gegenseitig und nach außen hin erweckten ihre Gesten den Anschein, sie seien ein leidenschaftliches Liebespaar. Nun, das mochte stimmen, aber das Gespräch, welches beide führten, handelte derzeit nicht von gegenseitigen Liebesbekundungen.
Rejan genoss dennoch Aleas Nähe. Ihr Körper wärmte ihn und er war so weich, dass sich der Wüstendieb sehnlichst wünschte, mit ihr allein zu sein. Er wollte auf sie niedersinken und die Nacht in stiller Zweisamkeit verbringen. Andererseits weckte da noch der Reiz einer Schatzsuche sein Interesse. Vielleicht konnte er beides haben, wenn Alea es zuließ.

"Das Kreuz lag an der Küste, nördlich von Rumdett, in einer Bucht. Dort soll es liegen." Rejan nickte. Er hatte verstanden und er wollte sich am liebsten sofort auf die Suche begeben. Es würde doch kaum auffallen, wenn sie nun beide verschwanden?
Als auch Alea meinte, sie sollten sich bald auf den Weg machen, nickte Rejan erneut. Er teilte ihre Meinung. Die Amazonen sollten nicht zu lange auf beide warten müssen und wer wusste schon, was ihnen diese unbeschreiblich aussehende furchtlose Cattie noch für Aufträge auflud? Sie mussten ja auch noch den Kontaktmann der Wüstendiebe suchen. Was hatte damals der Smutje Wammy der Seeperle gesagt? Die Wüstendiebe würden sie finden. Demnach mussten sie sich doch keine Sorgen machen.

"Lass uns den Schatz suchen gehen." Rejan ließ kurz von Alea ab und beugte sich zu Paki und Rabika hinüber. Letztere musterte das Männchen noch immer argwöhnisch. "Alea und ich wollen ... ein wenig an den Stränden um Rumdett herum spazieren gehen. Wir werden vor Morgengrauen wohl nicht zurück sein. Sollte Cattie etwas wollen, kann sie sich ja an euch wenden. Ihr seid doch verantwortungsbewusste und zuverlässige Frauen." Rejan war ein Flirtfaktor pur mit großer Überzeugungskraft. Selbst Rabika schmunzelte nun geschmeichelt. "Paki und ich erledigen das, Männlein", meinte sie und schaute dann Alea an. "Lass dich von deinem kleinen Hengst nicht unterkriegen. Viel Spaß euch beiden." Die letzten Worte besaßen Aufrichtigkeit. Alea und Rejan stand es nun frei zu gehen. Und der Wüstendieb wollte nicht mehr lange warten. Er umfasste die Hand seiner Wüstenblume und zog sie mit sich. "Brauchen wir noch etwas außer uns selbst?", grinste er sie an und steuerte bereits die Teppe an, die sie aus Catties kleinem Hauptquartier führen würde.

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Re: Catties Viertel

Beitrag von Alea » Dienstag 18. August 2009, 19:47

Rejan war offensichtlich ihrer Meinung und wollte keine Zeit vergeuden. Die Aussicht auf ein Schatz war dann doch größer als das Verlangen nach ihr. Alea war deswegen nicht beleidigt oder gekränkt. Sie fühlte ja genauso! Nichts war verlockender als eine Schatzsuche und etwas Abwechslung von dem stressigen Reisen und die Verantwortung über die Amazonen, die auf ihr lasteten. Mit Rejan war es natürlich auch aufregend, aber das war etwas anderes. Und sie machte sich wirklich Sorgen darum, zu lange wegzubleiben. Sie war doch die Anführerin der Amazonengruppe. Und als Anführerin stand man nicht gut da, wenn man die Truppe vernachlässigte oder?

Rejan schien voller Tatendrang und nahm die Sache in die Hand. Geschwind ließ er sich eine Geschichte einfallen - im Prinzip ließ er das Spannenste weg - und entschuldigte sich für sich und sie. Sie lächelte Rabika an, die meinte, dass sie ruhig gehen konnten und Spaß haben sollten. "Danke, Rabika. Trinkt noch für uns mit und erholt euch ein wenig." Sie lächelte in die Runde und wurde dann auch schon von Rejan an der Hand hochgezogen.
Sie überwand etwas umständlich die Bank und stand schließlich neben ihm. Mit der freien Hand griff sie noch nach ihrem Beutel. Ohne ihr Hab und Gut ging sie nirgends hin. "Mehr brauchen wir nicht." Sie grinste ihn an. Ihre Augen leuchteten vor Aufregung.

Zusammen mit ihm stieg sie die Treppe hinauf, um wieder hinaus aus Catties unscheinbaren Unterschlupf zu treten. Draußen blieb sie zunächst stehen, um sich zu orientieren. Dann drehte sie den Kopf zu Rejan. "Dann auf in ein Abenteuer." Sie grinste ihn breit an. "Ich denke wir sollten erst einmal aus der Stadt, aber uns in Richtung Küste halten. Also..." Sie sah sich um und wies dann, ziemlich sicher, dass es dort nach Nordosten ging, in eine Richtung, "dort entlang. Später zeige ich dir die Karte." Augen und Ohren konnten schließlich überall lauern. Vor allem in dieser Piratenstadt, die voller Schurken und Halsabschneider war.

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Re: Catties Viertel

Beitrag von Wüstendieb » Donnerstag 20. August 2009, 10:30

Mit ein paar raschen Worten eines kurzen Abschieds verließen Rejan und Alea die Amazonen. Sie ließen Catties Hauptquartier mit all den Piraten und lachenden Frauen hinter sich und erklommen die steinernen Stufen, die sie nach draußen führen würden. Oben angekommen ging es dann nur noch durch die Tür und schon standen sie wieder im Freien. Es würde bald dämmern, die Sonne neigte sich bereits dem Horizont entgegen. Die Gassen waren jetzt nur teilweise verlassen. Piraten aus Catties Gefolgschaft schlurften durch die Gassen. Aber es gab hier keine Kämpfe, keine Prügeleien. Das Viertel wirkte überraschend ruhig für rumdett'sche Verhältnisse.

"Dann auf in ein Abenteuer." "Worauf du dich verlassen kannst, meine Königin." Rejan erwiderte Aleas Grinsen und beide beschlossen, erst einmal einen Weg aus dem Viertel und aus der Piratenstadt zu finden. Alea wollte die Küste außerhalb entlang gehen und nach der Bucht suchen. Rejan stimmte ihr mit einem Nicken zu. Seine Geliebte war einfach die schlauste und ihre Ideen sinnvoll und logisch. Er lächelte sie einen Moment lang verschmitzt an. Er war stolz auf sie.

Gemeinsam machten sich die beiden Richtung Nordosten auf. Das war die Straße, aus der sie gekommen waren. Mit einigen wenigen Umwegen fanden sie aber tatsächlich zu einem Abschnitt des Viertels, der aus selbigem heraus führte. Man erkannte es an dem Hinweis-Schild, das aufgestellt worden war. Neben einer mit schwarzer Farbe aufgemalten Augenklappe verkündete es noch den Text:
Achtung, Achtung!
Hier ändet Catties Fiertel der Schwarzen Augenklappen. Da draußen befindet sich die offene Statt. Sei gewarnt, Pie-Rat, und trage stets deinen Säbel bei dir!
Aus den Gassen und Wegen ein Stück weit vor ihnen drang auch schon der Lärm von Schlägerei, Tavernengelächter, Schimpfereien und die preisenden Worte der Huren zu ihnen herüber. Rejan prüfte die Halterung an seinem Dolch, den er sich eingesteckt hatte. Unbewaffnet waren sie also nicht. Er nahm Aleas Hand und meinte: "Lass mich uns aus der Stadt lotsen. Du fürhst uns an der Küste." Das war vielleicht sogar die beste Idee. Rejan hatte so viele Jahre in Sarma verbracht, er kannte sich allgemein mit Städten aus und auch wenn Rumdett nun kulturell vollkommen anders war: jede Stadt besaß Gemeinsamkeiten. Rejans Stärke war, diese zu erkennen und für sich auszunutzen. So dauerte es auch nicht lange, dass die beiden einen der vielen Ausgänge aus Rumdett vorfanden. Er wurde nicht bewacht.

Rejan marschierte lockeren Fußes hindurch. "Na, das war mal einfach!", lachte er und freute sich darüber, dass es wirklich keine Schwierigkeiten gegeben hatte. Draußen etwartete sie zunächst eine hügelige Landschaft aus Gräsern, kleinen Hainen und jeder Menge Heidekraut. Dünengras wiegte sich im Wind, der vom Meer aus aufs Festland getrieben wurde.
Rejan zeigte zur untergehenden Sonne. "Dorthin geht es zur Küste", meinte er und machte sich auf den Weg. "Am Strand sollten wir mal einen Blick auf deine wundervolle Karte werfen." Er war begeistert und ehrgeizig, den Schatz noch vor Einbruch der Nacht zu finden.


Du kannst ein neues Topic im Reich der Dunsthügel eröffnen. Titel: Schatzsuche :)

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Re: Catties Viertel

Beitrag von Erzähler » Freitag 4. November 2011, 11:29

Isildur kommt von Die Blutsäufer -> Das Viertel der Blutsäufer

Im Grunde ähnelte dieser Teil Rumdetts den anderen. Es gab weder in der Architektur der zumeist mit Brettern verrammelten Häuser noch in der Art der Pflastersteine oder düsteren Gassen große Unterschiede. Einzig traf man hier häufiger auf Piraten mit Augenklappen oder auch mal eine Piratin. Cattie schien bevorzugt diese Stereotypen in ihre Gemeinschaft aufzunehmen. Die Straßen an sich stanken aber trotz allem genauso nach Urin, Alkohol und Erbrochenem. Allerlei Unrat verteilte sich dort. Niemand schien sich für eine saubere Gegend verantwortlich oder verpflichtet zu fühlen.
Unter Straßenlaternen stehende Huren traf man hier weniger an. Diese tummelten sich im Hafenbereich oder bei den Tavernen herum. Dort ließ sich besseres Geld verdienen. Hier war die Stimmung auch nicht sehr ausgelassen, das Rumdetter Leben fand in den bereits erwähnten Gebieten statt. In den dunklen Gassen und verwinkelten Straßen torkelte nur hin und wieder ein Betrunkener umher. Piraten spazierten gemeinsam durch die Gegend, unterhielten sich sogar überraschend gesittet - das hieß, sie prügelten sich nicht. Doch einmal führte Blutzecke Aiden seinen Begleiter Isildur an einem kleinen Platz vorbei, auf dem sich gerade zwei Piraten mit dem Säbel duellierten. Er achtete nicht weiter darauf. Es schien zum Alltag dieser Stadt zu gehören, dass ihre eigenen Männer und Frauen sich gegenseitig umbrachten.

Schließlich erreichten sie einen hölzernen und mannshohen Zaun zwischen zwei Wohnhäusern. Die Bretter waren morsch. Schimmel hatte sich auf der Oberfläche gebildet. Ringsum stapelten sich Kisten und unbrauchbare Körbe mit mehr Löchern als ein Käse. An dieser Stelle blieb Aiden stehen. Er blickte zum Himmel. Das Wetter meinte es gut mit ihnen. Einige Wolken zogen über den Himmel, aber ansonsten erlaubte sich die Sonne einen Besuch. Trotzdem blieb die Luft schneidend kalt. "Es ist schon Mittag vorbei. Dir bleiben noch knapp fünf Stunden, ehe es dämmert. Bis dahin kannst du dich umsehen." Aiden zeigte auf den morschen Bretterzaun. "Es wird dir ja wohl gelingen, ein Loch in den Zaun zu schlagen. Dahinter beginnt bereits Catties Piratenviertel. Wir treffen uns bei Sonnenuntergang unten am Hafen. Halte nach der Taverne Teufelsrochen Ausschau. Ehe du agierst, wirst du mir berichten, was du den Tag lang gemacht und welche genauen Pläne du hast. Verstanden, Wolf?! Und nun zisch ab, mach deine Arbeit." Er grinste plötzlich düster. "Ich werde die meine erledigen. Hab noch ein Stelldichein mit einer dreckigen Hure, die dir bekannt sein müsste. Haha! Na los, Anker!" Er winkte seinen Leibwächter heran, der prompt folgte.
Isildur war nun also auf sich allein gestellt. Sobald er die Hürde namens Zaun hinter sich gebracht hatte, befand er sich im Viertel einer anderen Piratengemeinschaft. Was erwartete ihn dort? Er kannte seinen Auftrag, er wusste, was er tun sollte. Vielleicht war es nicht falsch, sich umzuschauen und mögliche Fluchtwege einzuprägen, ehe er in der Nacht aufbrechen und handeln würde.
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Isildur Ranarion Ni'Tessin
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Sprachen: Lyrintha, Celcianisch
Tiersprache(Wolf/Hund)- jedoch nicht perfekt
Beruf: Vize-Hauptmann, Jäger
Fähigkeiten: Bogenschießen(sehr gut), Bogenbau(gut), Jagen(gut), , Schwertkampf(durchschnittlich), Heilkunde(durchschnittlich)
Lebensenergie: [le]leicht[/le]
Lebensenergie:
Geld: 0D, 0L, 0F
Ausrüstung: Rindenrüstung
elfischer Komposit-Langbogen
Lederköcher mit verschiedenen Pfeilen
Jagdmesser
edles, elfisches Langschwert
Lederhalsband
Tierische Begleiter: Sturmkralle(Braunbär) in Hymlia

Re: Catties Viertel

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Samstag 5. November 2011, 12:48

Er musste sich den Befehlen von Aiden fügen, auch wenn er unter Isildurs Würde stand. Anker hatte Angst vor dem großen Wolf, Aiden dagegen nicht. Natürlich hätte der große Wolf Schwierigkeiten sich in Stiefel zu zwängen. Aber Lederfetzen drum zu wickeln?
Naja, besser als barfuß durch den Dreck zu gehen…ekelig
Es dauerte so eine Weile bis dies bewerkstelligt war. Die Beleidung um den Fifi und Gassi gehen verstand der Waldelf wie immer nicht, deswegen ignorierte er es vollkommen. Das er unter Umständen damit wieder Aiden eins auswischte war Nebensache. Elfen gingen mit Tieren nicht Gassi, es sei denn die Elfen waren total vermenschlicht. Also hatten sich von dem Elfischen entfernt.
Endlich waren sie fertig. Der Wolf ging voraus. Die Kapuze dämmte die Geräusche um ihn herum. Treppen waren nicht gerade einfach zu werkstelligen, besonders wenn man noch ein leichtes Ziehen im Fußgelenk hatte. Die Strecke wurde ohne viele Worte bestritten. Der Wolf sah sich um, merkte sich jede noch so kleine Auffälligkeit. Sie verließen das Hurenhaus und begaben sich durch das bewachtem Tor nach draußen. Die Sicht war eingeschränkt und der Mantel stank förmlich nach altem Menschen. Aiden ersparte sich überhaupt etwas zu erklären. Isildur hielt meist den Kopf gesenkt, schielt vorsichtig an der Kapuze vorbei. Natürlich war so so, eher seine Schnauze sichtbar. Die war nun mal länger, als eine elfische Nase.
Doch sie kamen voran. Es roch egal wie sie langkamen nicht besser. Der Geruch des Meeres ging für normale Nasen unter den anderen Gerüchen unter. Aber nicht für den Wolfelfen. Tatsächlich empfand er den Geruch des Meeres als angenehm, wenn es auch nicht mit einem Wald zu vergleichen war. Soweit Isildur beurteilen konnte, schien sich gegenseitig zu töten hier eine gewöhnliche Sache zu sein. Gerade kamen sie an zwei Piraten vorbei, welche sich duellierten.
Wieso machen die Zweibeiner…quatsch, wieso versuchen sie sich ständig umzubringen? Natürlich muss man klären, wer das Sagen hat, aber nicht jeder hier ist krank und hat den Tod verdient….oh, Isildur, , was geschieht mit dir, du gehst selber auch gerade wohin, wo du später unschuldige töten sollst…ich…ich kann so was nicht…
Dann erreichten sie ihr Ziel. Isildur schob die Kapuze zurück, sah sich den Zaun an. Hoch war dieser wirklich nicht. Mit etwas Übung würde Isildur dort fast drüber springen können. Was nicht ging wäre das drüber klettern.
Der Zaun hält mein Gewicht nicht mehr stand. Er sah sich die Wände an. Auch diese bestanden aus Holz. Ein Blick auf seine Klauen.
Hmm, ich könnte mich an der Wand erst nach oben klettern…nein, nur erst mal über den Zaun.
Aiden sah inzwischen zum Himmel hoch. Die Kälte welche sich zeigte störte Isildur wenig. Sein Fell war ein guter Schutz. Beim Atmen konnte man jedoch kleine Wölkchen sehen. Die Kalte Jahreszeit war in Anmarsch. Die Luft roch danach.
Das wäre die Zeit, wo wir zum anderen Lager aufgebrochen wäre…
Ein sChmerzlicher Stich in seinem Herzen ließ den WAldelfen leise aufseufzen. Er vermisste seine Familie.
Kurz bevor der Schnee fiel, hatte die Waldelfen ihr altes Lager abgebrochen und waren immer südlicher gereist. Dort blieben sie die kalte Zeit und kehrten beim Ende der kalten Periode wieder ins alte Lager zurück. Sie waren Nomaden, so wie auch Wölfe mit dem Rudel reisten.
„habe verstanden“ knirschte Isildur aus den Gedanken gerissen Aiden an. Die drauffolgenden Worte ließen ihn jedoch auf Aiden zuspringen.
Irgendwie wusste Isildur, dass Aiden die Hure meinte, welche sich um ihn gekümmert hatte. Die Zähne gefletscht, machte es Isildur nicht besser.
„WAS??“ Isabeau!... "tust du ihr etwas an , so werde ich dich persönlich auseinanderreißen und das ist ein Versprechen!!!“ Die letzten Worte waren eher tief geknurrt anstatt auf menschliche Weise ausgesprochen. Seine Krallen schabten übers Holz. Das Holz gab unter den Krallen nach.
Nur schwer geherrscht zog er sich zurück. Die Zähne waren noch entblößt und er senkte trotz allen den Kopf. Das war für Isildur Schwerstarbeit. Zu gerne hätte er diesen Mann gerissen.
Nein! Denke klar… so hilfst du keinen…so hilfst du dir nicht
Er wandte sich zu der Wand, zog die Kapuze über und schlug seine Krallen in die seitliche Wand. Die Kisten nahm er ebenfalls zur Hilfe. Das Holz gab nicht sofort nach, als der große Wolf wie ein Freiwandkletterer sich an der Wand langhangelte. Wo sonst man bei einem Baum oder Felsenwand Vorsprünge oder Äste hatte, nutzte Isildur die Krallen, welche sich Halt im Holz suchten. Lange Strecken konnte er nicht klettern, dafür waren die Pranken nicht ausgelegt, aber es reichte um auf die andere Seite zu kommen, ohne die Holzwand einzuschlagen.
Das wäre immerhin noch auffälliger. Und die Wand sah schon so schäbig aus, dass die Kratzspuren nicht wirklich stark auffielen. Jedenfalls empfand es Isildur so.
Hinter den Zaun machte Isildur einen kleinen Sprung, indem er sich mit den Hinterbeinen abstieß. Wieder zuckte ein leichter Schmerz durch den einen Lauf.
Ist nicht mehr so schlimm wie zuvor…so, jetzt wollen wir mal...hoffentlich lässt er Isabeau in Ruhe.
Noch in der Hocke kniend, zupfte Isildur die Kapuze wieder zu Recht. Langsam erhob er sich. Ließ den schäbigen Mantel über seine Gestalt fallen. Seine Kranken verstaute er in den Taschen des Mantel und trat in leicht geduckter Haltung aus der Gasse raus.
Auch hier gilt, gebe Acht… hmm, hier wirkt es nicht besser. Jedoch sind hier mehr Frauen. Warum tragen die solche Augenklappen?...seltsames Schönheitsideal…
Isildur hielt sich immer dicht bei einer Wand. Hatte so wenigstens auf einer Seite die zweifelhafte Sicherheit, dass er nicht angegriffen wurde. Seine Ohren zuckten und auch hier lauschte der Wolf auf mögliche Feinde. Natürlich konnte Isildur nur hoffen, dass er den Leuten nicht auffiel. Würde er es, so würde seine Tarnung schneller dahin sein, als es ihm lieb war.
Lass dich nicht erwischen… sonst hängst du doppelt in Schwierigkeiten. Oh nein, diesmal lass ich mich nicht einfangen….hmm, fünf Stunden…wo ist die Sonne?
Kurz als er sich unbeobachtet fühlte und keiner in seiner Nähe war, blickte Isildur nach oben. Der Stand der Sonne und die Schatten würden ihn zeigen, wie viel Zeit er noch hätte.
Finde ja zurück!...wo der Hafen wohl ist….immer den Gestank folgen
Seine Augen suchten ab. Blickten sich um den Wirrwarr von Gassen und Gängen auseinander zu halten. Zwar konnte Isildur seinem Geruch zurückverfolgen, aber ob er diesen wiederfinden würde, wusste er nicht. Der Wolf im Inneren war wie Isildur angespannt. Der Geruch dieses Viertels war nicht besser, als das des anderem. Nur stank es hier etwas weniger nach Alkohol. Hin und wieder sah Isildur Frauen, die in Kleidung und Bewegung einer Kriegerischen Waldelfe gleich kam. Auch wenn ihnen die Leichtigkeit fehlte, sprach der Gang davon, dass sie mit den Waffen an der Seite gut umgehen konnten.
Sind das Amazonen?...hmm, Myrjala hatte mal so was erzählt.
Wieder duckte er sich weg. Sein Herz raste. Der Umgang bei allen war barsch, dass konnte Isildur wenigstens gut nachahmen.
„Mach Platz“ knurrte er, wenn tatsächlich mal jemand ihn den Weg versperrte.
So irrte Isildur umher. Er beobachtete aber wie er jemanden zu Fall bringen konnte, ging ihm nicht durch den Kopf. Wieso auch? Isildur wollte ins Geheime nur hier weg. Der Wolf wollte weg von den menschen und den Gestank. Er flüsterte fast in den Geist des Elfen, dass dieser eher an sich denken sollte. Es war nicht sein Weibchen und auch nicht sein Welpe. Er musste nur sich selbst retten.
Der Wolf wand sich unter der Nähe von so vielen Fremden. Hier war nur ein Bedürfnis geweckt worden…die Flucht. Hier gab es keine Jagdgründe oder ein passables Weibchen, nur Feinde.
Isildurs Hand suchte Halt an einer Wand. Kurz lehnte er sich dagegen, zähmte sich und das Tier.
Komm runter…. Es wird alles gut…. Bis jetzt ließ alles gut…. Wann war es dass ich so unter Spannung stand, wenn ich etwas inspizierte? Ich weiß es nicht!... ah, Wasser, kühlt das Gemüt…
Eine Regentonne mit Wasser weckte seine Aufmerksamkeit. Er trat auf sie zu. Rasch zog er den Kopf weg.
Uihhhh!!!...
Tot und Krankheit roch man selbst im Wasser.
Wir müssen hier weg!!!!!!
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Re: Catties Viertel

Beitrag von Erzähler » Sonntag 6. November 2011, 12:03

Isildur bekam Zeit, den Zaun genauer in Augenschein zu nehmen. Darüber hinweg zu springen wäre im Grunde in seiner Halbelf-Halbwolf-Gestalt kein Problem. Er sollte jedoch nicht vergessen, dass er noch immer verletzt war. Auch wenn sein Bein nur eine Verstauchung hinter sich hatte, seiner Brust würde es nicht gut tun. Ob er abendlich in Rodericks Viertel der Blutsäufer zurückkehren und sich von Isabeau den Verband wechseln lassen durfte? Aiden verlangte schließlich nur, dass er seinen Auftrag nachts erledigte. Am Tage würde er vermutlich zurück ins Hurenhaus kommen - oder, wenn man ihm denn dann schon mehr vertraute, an einen anderen Ort. Sicherlich gab es in Rumdett keine Parks, anliegenden Wäldchen oder sonstige Natur, in die sich ein Elf mit Vorliebe zurückzog. Er würde in eines dieser Häuser gehen müssen, deren Fenster man mit Brettern verbarrikadierte. Warum baute man sie dann überhaupt ein? Die Piratenstadt war ein seltsamer Ort, so ganz anders als das, was er kannte. Es betrübte ihn. Ob Yavanna und Myrjala wussten, wo er steckte? Ob sie ihn finden würden?
Hier in der Stadt gab es eigentlich nur eine einzige Person, die er ansatzweise als nett bezeichnen konnte. Umso wichtiger war dem Elfen auch ihr Wohlbefinden. Vielleicht knurrte er deshalb Aiden die Warnung zu, sich an ihm bitter zu rächen, sollte er Isabeau auch nur ein Haar krümmen. Der Pirat ließ sich dadurch nicht beeindrucken. Es war schon seltsam, denn Isildur hätte ihn tatsächlich in der Luft zerfetzen können. Trotzdem besaß der nicht ganz so klotzig gebaute Mann keinerlei Furchtduft, den er hätte ausdünsten können. Er war abgebrüht und deshalb vielleicht auch ein angesehener Untergebener bei Roderick dem Roten.
Anker wollte schon auf den Wolf losgehen, aber Aiden hielt ihn mit einer einzigen Handbewegung zurück. "Erledige deine Aufgabe", entgegnete er nur, an Isildur gewandt. "Je besser du vorgehst, desto besser wird dein Stellenwert bei Roderick sein. Und dann bekommst du auch Zugang zu den Nutten, in die du dich verliebst." Dann zog Blutzecke ab. Anker nahm er natürlich mit.

Isildur konzentrierte sich daraufhin wirklich auf seine übertragene Aufgabe. Es hatte keinen Sinn, sich jetzt Sorgen zu machen. Er konnte Isabeau nur auf diese Weise helfen - und letztendlich sich selbst ebenfalls. Während er durch das Viertel der Blutsäufer und die mehr oder weniger neutralen Straßen Rumdetts gegangen war, hatte er bereits einen Eindruck der Stadt gewinnen können. Zwar gab es jede Menge Schlupfwinkel, viele verwinkelte Straßen, die eine Verfolgung seinerseits erschwerten und Isildur hatte sogar einen Blick auf einen offenen Durchgang hinaus aus diesem Rattenloch entdecken können, aber überall wimmelte es nur so von Säbel schwingenden Raufbolden. Ungesehen würde er nicht entkommen und selbst wenn man ihn innerhalb der Stadt nur schwer aufspüren könnte, wäre er draußen sicherlich leichtere Beute. Die Piraten kannten ihre Heimat, die Umgebung und die Bedingugnen, denen er sich unerfahren würde aussetzen müssen. Es barg viele Risiken, zu fliehen. Außerdem könnte er so Isabeau und ihren Jungen nicht mitnehmen. Die wussten nicht einmal, wo er sich derzeit aufhielt.
Er konzentrierte sich wieder auf die Erklimmung des Zauns. Die Kisten kamen ihm dabei nur zu Gute. Allerdings zog es ihm in der Brust, als er das Klettern begann und für einen kurzen Moment konnte er ein Übelkeitsgefühl kaum unterdrücken. Schwarze Sterne tanzten ihm vor den Augen, aber die Sicht reichte aus, dass er die Kletterpartie heil überstand. Auf der anderen Seite jedoch warteten keine Kisten zum Herabsteigen. Also musste er springen, was ihm sein verstauchtes Bein mit stechendem Schmerz dankte. Er musste auf seinen Körper achten.

Isildur befand sich nun auf der anderen Seite des Zaunes. Die Gegend hier wirkte nicht sonderlich anders als jene, durch die er bereits gekommen war. Links und rechts von ihm befanden sich mit Brettern verrammelte Fachwerkbauten. Er stand in einer Sackgasse. Der Blick zur Straße jedoch zeigte ihm ein leicht verändertes Bild. Gestalten schlenderten an der Gasse vorbei, ohne in sie hinein zu sehen. Unter ihnen waren nicht nur Piraten. Isildur konnte Frauen sehen. Frauen in Harnischen, Leder- oder kupfern schimmernden Metallrüstungen. An ihren Hüften schwangen Schwerter, Säbel oder Dolche mit jedem Schritt mit. Eine von ihnen trug sogar einen Bogen geschultert. Aus dem Köcher lugten gefiederte Pfeilenden. Das waren keien Piratenbräute.
Isildur verließ die Gasse. Niemand achtete groß auf ihn. Lediglich ein Pirat murrte, als er seine Richtung ändern musste, weil diese große Mantelgestalt ihm plötzlich im Weg stand. Ein anderer Pirat mit Krücke humpelte an ihm vorbei und fluchte etwas in einer Sprache, die Isildur nicht geläufig war. Zwei Frauen in diesen aufreizenden Harnischrüstungen tuschelten. Eine von ihnen war elfisch, aber ihre Haut schimmerte schwarz wie ein nächtlicher See, auf den das Mondlicht fiel. Sie passierten Isildur, da pfiff die Menschin ihm zu. Ihre elfische Freundin kicherte, murmelte dann aber: "Bist du noch bei Trost? Das ist ein Männchen, der hat Krankheiten." Lachend zogen sie ihrer Wege.
Die Stimmung in diesem Viertel war irgendwie ... heiterer. Es erinnerte an die ausgelassene Atmosphäre der Taverne, die Isildur mit Otis betreten hatte. Glücklicherweise war die Luft hier nicht so stickig und von Alkohol und Tabak überschwängert.
Ein Blick zum Himmel zeigte ihm, dass bisher nicht viel Zeit vergangen war. Für das Erklimmen des Zaunes hatte er keine halbe Stunde gebraucht. Isildur konnte es relativ gemächlich angehen. Warum nur fühlte er sich dann so gehetzt? Es war der Wolf in ihm. Er spürte die Bedrängnis, obgleich ihm keiner der Passanten wirklich zu nahe kam. Aber trotzdem war es hier eng. All die Häuser, die über ihn hinweg ragten, ohne das Geborgenheitsgefühl eines schützenden Waldes zu vermitteln. All der Stein. Straßen, Gebäude, Sitzbänke ... lediglich alte Fässer und Kisten voller Unrat schienen aus Holz gefertigt. Es fehlte Natur. Nicht einmal ein Blumenkübel war hier aufgestellt worden, was der Pflanze vielleicht auch nur zu gute kam, denn bei der schlechten Luft wäre sie schnell eingegangen.

Isildur brauchte eine Verschnaufspause. So lehnte er sich an die nächstbeste Wand und näherte sich kurz darauf einer Regentonne - die ihm antwortete! "He da, Großer! Das ist mein Platz. Verpiss dich und such dir eine andere Stelle, an der du betteln kannst!"
Es war nicht das Fass, das mit ihm sprach. Es war ein seltsamer Haufen Lumpen. Tatsächlich verbarg sich unter all den zusammgeflickten Lappen und Stoffresten ein Mensch. Ein zahnloser, älterer Mann, dürr wie eine Bohnenstange und mit ungesund anmutenden Flecken, die sich über den gesamten Körper verteilten. Über dern Stirn wuchs ein Geschwulst, das schwarz und krustig war. Außerdem fehlte ihm ein Bein, ein Arm war zu einem kümmerlichen Stumpf verkrüppelt. All das war unter den vielen Lumpen jedoch nur schwer zu erkennen. Seine Augen blickten überraschend klar und grau in die Welt.
"Mach schon, die Leute sehen mein Elend sonst nicht! Ich muss mir noch eine Mahlzeit verdienen. Verzieh dich!"
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Isildur Ranarion Ni'Tessin
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Re: Catties Viertel

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Sonntag 6. November 2011, 18:52

Isildur hatte bei dem Sprung Glück gehabt. Noch an der Wand hängend, musste er kurz den Kopf schütteln um die Sicht wieder zu klären. Würde er runterfallen, so wäre er wohl auf dem Zaun gelandet. Die Verletzung an der Brust brauchte noch Ruhe und da war ein anspannen von Muskeln beim Klettern nicht hilfreich gewesen.
ich werde den Verband wechseln lassen müssen…Isabeau wurde mir zum Versorgen der Wunde eingeteilt
So strich er sich kurz über die Brust und über den verstauchten Lauf. Eine alte Angewohnheit, dass man den Schmerz wegstreicht. Natürlich hatte das viel mit Glauben zu tun, aber es gehörte zu seinem Volk.
Jetzt konnte er sich auf machen.

Fast wäre Isildur, in Gedanken versunken und mit sich selber am Kämpfen, über jemanden gestolpert. Nicht das die Person so klein war. Nein, doch da sie gebückt auf einer Krücke lief hatte Isildur sie einfach nicht gesehen.
Was?!..oh…pass auf!
Der angerempelte Mann fluchte und stampfte davon. Nur an der Betonung konnte der Wolfelf erkennen, dass er den Mann erzürnt hatte. Ihm war die Sprache vollkommen fremd.
Soll das jemand verstehen?... flucht wie ein Troll…
Kurz lugte er unter der Kapuze vor. Sein Blick blieb bei zwei Frauen hängen. Eher bei einer. Es war eindeutig für ihn eine Dunkelelfe.
Dunkelelfen?…die wirkt ja fast friedlich…und sie unterhält sich mit einem Menschen?..seltsam, wirklich
Isildur kannte das grausame Volk der Dunkelelfen. Ihm war bekannt dass angeblich jedes Volk unter ihnen stände. Sie hielten sich für das herrschende Volk. Arrogant und überheblich war es.
Er wandte sich ab. Hier liefen sowieso mehr Dunkelelfen rum, als es Isildur passte. Die Frau pfiff Isildur hinterher. Interesse hatte er jedoch nicht. Mal nebenbei, dass er seine Tarnung nicht ruinieren wollte. So zogen die Frauen weiter, lachend. Es war ein leicht gehässig aber doch natürliches Lachen.
Dass ich so was mal von einer Dunkelelfe höre hätt ich nicht gedacht…wenigstens keine Gefahr…
Sie hatten sich weggedreht und er sah ihnen kurz nach. Die Dunkelelfe hatte einen netten Hüftschwung, dass musste er sagen.
Ein nettes Weibchen…ja aber du bist wegen anderem hier…das mir so was überhaupt in den Sinn kommt.

Der Wolf wurde mit je weniger Grün sich zeigte, je mehr Menschen herumliefen unruhiger. Isildur suchte den halt an der Wand, aber als die Regentonne zu sprechen gelang, stutzte er und sog den Kopf überrascht weg.
“was?” entfuhr es ihm. Erst beim genauen Hinsehen sah er, dass es nicht die stinkende Tonne war, die da gesprochen hatte.
Ist das ein Mensch?
Die Gestalt stank nach Krankheit.
Na, dich will der Tod wohl bald holen, oder? Ziemlich wache Augen…hmm, wie jemand der noch genügend mitbekommt um dies weiterzuerzählen…erlösen…nein!
Das Tier wollte den Kranken erlösen. Nur die Stärksten hatten zu leben, das war Gesetz der Natur. Krankheit ließ andere Krank werden.
Das kann ich schlecht machen!….
Der Wolf knurrte den Mann an. Er sollte nur die Gegend erforschen. Innerlich wusste Isildur, dass dieser Mann sich gut als Spion eignen würde. Er würde einfach unterschätzt werden.
“ich will deinen Platz nicht….” Plötzlich machte es Klick in Isildur Kopf. Der Wolf wollte nicht annähernd den kranken Köter dulden. Das Tier hatte genug geduldet und wollte sich endlich frei bewegen. Hier war alles ein riesiger Käfig. Kein Weg hinaus, keine Freiheit.
Zwar war Isildur früher einer der besonnenen Sorte gewesen, aber die ganzen Umstände ließen ihn gereizt und leicht überreagieren. Das Tier wollte sich nicht mehr zurückhalten, es war ja immerhin auch Isildurs innere Einstellung, dass nur der Starke überlebt. Krankheit schwächte ein Rudel.
Gerade wollte er gehen, da schnellte das Tier vor. Jedenfalls, was Isildur als dieses bezeichnen würde. Der Elf könnte sich theoretisch beherrschen, aber er hatte es satt. Er sollte zwar noch nichts unternehmen, aber erzähl es man einem Tier, welches sich seinen Instinkten hingibt. Der Elf konnte nur hoffen, dass er heil aus der Sache rauskommen würde. Aiden würde ihm einen Strick daraus drehen, wenn er das überstehen sollte.
Er drehte sich blitzartig zu dem Mann um, entblößte scharfe Zähne und machte einen Satz auf den Mann zu. Die Wucht würde sie vielleicht beide in die Gasse befördern.
Der Köter gehört erlöst. Ein Wolf lässt sich nichts von kranken Rüden erzählen...

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Re: Catties Viertel

Beitrag von Erzähler » Montag 7. November 2011, 23:34

Damit hatte wohl nicht einmal ein Bettler in einer Piratenstadt gerechnet: Isildur attackierte den besitz- und ehrlosen Lumpenhaufen. Der Wolf in ihm schrie danach, seine Instinkte folgten dem Willen der Natur und der Elf hatte diesen nicht länger standhalten können. Vermutlich auch deshalb nicht, weil ein Waldelf wie Isildur eine ähnliche Moral besaß. Die Macht des Stärkeren formte die grundlegendsten Gesetze, denen sich nicht einmal die Menschen mit all ihren eigens geschaffenen Regeln und ihrer Zivilisation entgegensetzen konnten. Auch sie mussten sich eingestehen, dass in diesem Fall die Natur immer das letzte Wort haben würde.
Der Bettler bekam nicht einmal die Gelegenheit zu schreien. Es geschah alles einfach viel zu schnell. Plötzlich war Isildur in seinem Blickfeld. Er konnte direkt in die glühenden Augen unter der Kapuze schauen. Er sah die tierische Schnauze, die Reißzähne. Er versuchte zu schreien, wurde aber mitsamt des Angreifers nach hinten geschleudert, sein Schrei nur noch ein erschreckter Laut, verschluckt von der Wucht des auf ihn prallenden Körpers. Der Krüppel spürte nur noch, dass er gegen etwas stieß. Es polterte laut und ein Teil seiner Lumpen wurde nass. Danach übermannten ihn Schwindel und pure Todesangst. Er riss die Hände nach oben.
"Schon gut! Schon guuuuuhhhuuuuuut! Kannst den Platz ja haben! Lass mich am Leben!" Sein Wimmern machte andere auf ihn aufmerksam. Dafür sorgte aber ebenfalls die umgestürzte Regentonne. Das Wasser verteilte sich auf der Straße und bildete große Pfützen. Sofort eilten einige Kinder herbei und planschten darin herum. Für arme Betteljungen und -Mädchen von der Straße gab es selten Gelegenheit zu derlei Spaß. Sie wussten, dass es Ärger bedeutete, die Tonnen umzuwerfen. Jetzt konnte sie aber niemand dafür verantwortlich machen. Prügel setzte es dann nur, wenn sie sich von jemandem erwischen ließen, dem ihre Wasserspiele gegen den Strich gingen. Aber die Umstehenden kümmerten sich nicht um die tollenden Wechselbälger. Sie schauten in die Gasse, in die es Isildur und den Lumpensack geschleudert hatte. Erste Schaulustige zogen ihre Säbel. Sie wollten nicht helfen, nein, denn das hier war Rumdett. Sie erhofften sich Beute.

Der missgestaltige Bettler zappelte wie ein Fisch auf dem Trockenen, der um Atem ringt. Er japste und quiekte, als wollte man ein Schwein zur Schlachtbank führen. Immer wieder holte er mit dem verkrüppelten Arm aus, dass die Stummel seiner Finger kraftlos gegen Isildur klatschten. Er hatte Angst um sein Leben und das zu Recht. Der Wolf wollte ihn erlösen, denn er stank nach Krankheit. So vieles in Rumdett hinterließ diese Duftmarke. So vieles gab es hier, das fern jeglicher Natürlichkeit war. Allein der Stein verriet Geschichten, die jedes Tier hätten aufheulen lassen vor Trauer oder Wut. Es war nicht richtig, in diesem Pestloch zu leben.
"Bitte, lass mich gehen. LASS MICH GEHEN!" Verzweifelt krächzte sich der Bettler die verdorbene Seele aus dem Leib und das könnte möglicherweise seine Rettung sein. So wurde er zumindest gehört und die ersten Bürger drängten sich zu ihm und Isildur in die Gasse. Sie formten einen Halbkreis der Schaulustigen, natürlich aus sicherer Distanz. Niemand wollte von dem großen Mann mit dem Mantel angegriffen werden - der einen silberweißen Schweiß vorzuweisen hatte!
"He, was machst du denn mit dem Kerl? Ja, er mag ein Männchen sein - schätze ich - aber soweit ich weiß, bettelt er nur udn vergreift sich nicht an den Frauen. Lass ihn in Frieden." Die Stimme stammte von einer Frau, das hörte man ganz deutlich an der Tonlage, obgleich sie einen energischen Klang besaß. Sie hatte etwas, das Isabeau trotz ihrer Maske fehlte: Selbstbewusstsein. Sie kämpfte noch, wie es sich anhörte. Und sie stand nun direkt hinter Isildur, um ihm mit ihrem Stiefel auf den Fuß zu treten. Letztendlich entschied sie sich aber dafür, seinen Schwanz zu packen und daran zu ziehen. "Beruhig dich, verstanden?!", warnte sie ihn und zog kräftig.
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Re: Catties Viertel

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Dienstag 8. November 2011, 18:57

So lange hatte sich der Wolf zurückgehalten, hatte den Elfen in sich die Oberhand gelassen. Aber jetzt waren sie sich einig, dieses Häufchen Elend gehörte erlöscht. Das donnern, als die Wassertonne zu Boden fiel, war wie der Trommelschlag zum agieren. Die Gasse war eng und der kranke Rüde konnte nicht entfliehen. Er strampelte und versuchte den Wolf von sich fernzuhalten. Mit einer Pranke hielt ihn Isildur am Boden, während er versuchte mit jammern und betteln dem unausweichlichem zu entfliehen. Der Geruch der Angst reizte den Wolf umso mehr. Die kläglichen versuche gegen die Muskeln konnte der Krüppel kaum mit Wucht ausführen. Ein Paar mal traf er die Schnauze des Wolfes, was den Wolfelfen nur kräftiger mit der Pranke zupacken ließ.
Der Wolf wollte es schnell machen konnte einem nur selber verletzen. Er wollte hier keine beute reißen, sondern nur aussortieren. Andere würden sich um den Kadaver kümmern. Geifer tropfte und der Wolf wartete nur auf den günstigen Moment wo er die Kehle freigab und er zustoßen konnte. Jetzt schon schnappte er nach der fuchtelnden Hand, und schlug mit der Pranke nach den Kopf des Mannes.
Das Adrenalin rauschte durch sein Blut, machte jedes normales Denken unmöglich. Die Wörter des Mannes wurden nicht in eine Sprache umgesetzt, sondern blieben nur unverständlich. Hier war kein Elf mehr, hier war ein Tier…aber das Geschrei lockte andere Rüden an.
Und diese spürte der Elf ebenso wie der im Moment herrschende Wolf. Geruch von Schweiß und Angst mischte sich mit dem Gewirr von Stimmen und Herzschlägen. Entfernt hörte er das lachen von Kindern. Er hielt inne.
Verharrte kurz um die Situation zu verarbeiten. Er war in einer Gasse. Hohe Mauern, welche ein Fortlaufen unmöglich machte. Enge durch die Wände und den Unrat , der hier lagerte. Ein anderes Gefühl gesellte sich zu dem viel zu hohem Adrenalin. Angst!
Angst vor zu engen und kleinen Räumen. Fast jeder Waldelf hatte diese Angst. Immerhin kannte man nur die Weite der Wälder. Der Wolf sah es ebenso. Die Ohren zuckten! Lauschten! Hinter ihm waren Menschen. Viele Menschen!…
Eingekesselt!
Flucht!
Eine Stimme drang nun endlich zu ihm durch! Weiblich!
"He, was machst du denn mit dem Kerl?
Ja, er mag ein Männchen sein - schätze ich - aber soweit ich weiß,
bettelt er nur und vergreift sich nicht an den Frauen. Lass ihn in Frieden."
"Beruhig dich, verstanden?!"

Wie aus tiefer Dunkelheit gab der Elf dieser Stimme recht. Er sollte sich beruhigen oder schnell fliehen, anstatt noch mehr anzustellen.
Der Geruch von Metall und Zündfeuer war stark. Sie würden ihre Waffen benutzen. Er sollte diesen wertlosen Rüden lassen. Sollten sich doch andere rumkümmern.
Er machte einen Satz, tatsächlich nicht wie es aussah zum Bettler hin, sondern von dem Bettler weg. Leider wurde dies wohl falsch interpretiert. So war er noch im Begriff zu springen , als etwas nicht stimmte. Ein Ruck , ein Schmerz zuckte kurz durch seine Rute.
“Aiaohhl!“ jaulte der Wolfelf auf.
Jemand zog an seiner Rute. Egal ob Elf oder Wolf berühren ließen sie sich nicht gerne. Und ein Tier am Schwanz zu packen, welches sich eingeengt fühlt, war nie gut.
So schnellte er blitzartig rum, scharfe Zähne die nach der Hand an seiner Rute schnappten. Die Kapuze flog nach hinten, offenbarte den Wolf.
“GRRRRRR….weg da!!!!!” Sich jetzt tief geduckt am Boden haltend und auf allen Vieren stehend, knurrte Isildur die Person an.
Die Ohren waren so dich an den Kopf gelegt, dass man sie fast nicht mehr sah. Dass Fell stand bis zum Kopf aufrecht wie ein Igel. Mit geduckter und wachsamer Haltung drückte sich Isildur mit einen Schritt nach dem anderen nach hinten weg. Seine Augen suchten einen möglichen Fluchtweg!

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Re: Catties Viertel

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 10. November 2011, 14:30

Sein Jaulen hallte weit über die Gasse hinweg und ihm folgte nicht wenig erschrecktes Keuchen, als Isildurs Kapuze nach hinten flog und somit die Tarnung des Mantels, des Hemds und der Hose unbrauchbar machte. Furchtsame Frauen zogen sich eilig zurück. Die neugierigen Kinder wurden gepackt und mitgerissen oder aus der Gasse gestoßen. Das war kein Anblick für sie, zu unheimlich und fremd war die Erscheinung. Ein Wolf im Schafspelz. Genauer gesagt, ein Wolf im Menschengewand. Was ging hier vor? Dies riefen auch die ersten Tapferen unter den Schaulustigen. Jene, die ihre Waffen bereits beim Betreten der Gasse, auf Beute hoffend, gezückt hatten.
"Es ist ein Wolf!"
"Ein Wolf!"
"WOOOLF!!!"
Sie alle reagierten überrascht panisch, vielleicht weil sie in ihrer Stadt keine Bestie erwarteten, der sie sonst an den zu plündernden Küsten begegneten. Einige rückten näher, die Spitzen ihrer Klingen auf Isildur gerichtet. Sie waren bereit, was auch immer er war, sofort umzubringen. Normalerweise gaben sich Piraten eigentlich toleranter, denn sie hielten nicht viel von Rassen- und Völkertrennung. Untereinander scharten sie sich auch nicht zu Sarmaern, Pelgarern, Elfen oder Goblins zusammen. Da waren sie einfach nur Piraten und lediglich die Gemeinschaft, für die man raubte und brandschatzte, zählte etwas. Dieses Wolfswesen aber hatte einen von ihnen attackiert. Viele hatten gesehen, wie er den Bettler zu Boden gedrückt und nach seiner Kehle geschnappt hatte. So kamen erste Gerüchte auf, denn er befand sich in Catties Viertel.
"Der gehört bestimmt zu Finn, diesem skrupellosen Schwein!"
"Oder zu Roderick, was auch immer der wieder von unserer Cattie will!"
"Rache will er! Weil sie ihn nicht in ihr Bett lässt!"
Die Rufe wurden immer lauter und mischten sich zu einem verworrenen Geflecht, so dass man die eigentliche Botschaft nicht mehr aussondern konnte. Alle schrien wild durcheinander. Alle, bis auf eine. Die Frau, die Isildur an der Rute gepackt hatte, stand ihm noch immer gegenüber. Zwar hielt sie sich die blutende Hand, aber sie wich nicht zurück und richtete auch keine Waffe auf ihn - obgleich sie bewaffnet war! Eine gewaltige, zweiblättrige Axt ragte quer hinter ihrem Rücken hervor. Sie trug einen Metallhelm, der mit silbernen Verschnörkelungen reich verziert war und in zwei nach unten zeigenden Hörnern - ebenfalls aus Metall und Silber - endete. Ihre Rüstung war eine Kombination aus solchen Metallrüstungsteilen, Leder und Fell. Isildurs Nase erhaschte eine Duftnote, die an einen Bären wie Sturmkralle erinnerte, aber irgendwie Spuren anderer Herkunft beinhaltete.
Selbst ihr Hals lag in Eisen, um das ihre flachsblonden Haare bis knapp zu den Oberarmen offen herab fiel. Es wirkte beinahe weiß, nur ihre Haut war blasser als sei sie eine Erfrorene. Unter den eisblauen Augen formten sich bläuliche Tätowierungen zu spitzen Mustern.
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Sie rieb sich die blutige Hand nicht allzu lange. Isildur hatte ihre Schwerthand erwischt, die nur bis zum Gelenk den Unterarm herauf von einer Lederschiene geschützt wurde. Das gab ihr genug Freiheit, die Waffe kreisen zu lassen, sofern ein Kampf es erforderte. Die Fremde schien es aber als einzige hier nicht auf einen solchen angelegt zu haben. Sie blinzelte, musterte Isildur lange und dann öffnete sich ihr Mund. Ihre Stimme klang wie ein Sturm und ebenso verheerend fegte er über die Versammelten hinweg. "HALTET ENDLICH DIE KLAPPE, BEI VENTHA!" Sofort kehrte Stille ein. Einige liefen davon, aber nicht viele. Die meisten senkten vor Überraschung ob dieses lauten Organs ihre Waffen. Die Fremde schüttelte ihre Hand aus. Blutstropfen spritzten umher. Dann schaute sie den Wolf an, der inzwischen auf alle Vieren herunter war und deutlich zu verstehen gab, dass man ihn besser nicht noch mehr reizte. Ihre Augen verengten sich. Sie blickte sich um. Hauswände, Mauern, viel Stein. Schauderte die Frau kurz? Kaum merklich, aber ja auch sie wandte den Blick mit leichtem Unbehagen von der Gasse, wandte sich stattdessen wieder an Isildur.
"Ich werde nicht weichen, was immer du bist." Sie roch nicht nach Angst, kein bisschen. "Komm, gehen wir an einen besseren Ort. Dann wirst du mir Rede und Antwort stehen, warum du Menschen angreifst." Eine Pause. Erneut musterte sie ihn. "Als Alternative bliebe dir, dich mit den Klingen der Piraten herum zu schlagen. Ebenso mit meiner Axt. Ich halte meinen Vorschlag also für besser. Was ist nun?"
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Re: Catties Viertel

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Freitag 11. November 2011, 12:39

Wie war er da nur reingeraten?
Der Elf wusste es nicht wirklich. Sein Verstand klärte sich nur langsam. Der Geschmack von Eisen im Mund. Die Zunge spürte noch an den Zähnen das verräterische Zeichen, Spuren von Blut eines menschlichen Wesens. Er hatte nur reagiert. Der Wolf ebenso wie Isildur es getan hätte.
verdammt, Isildur...was hast du gemacht.
"Es ist ein Wolf!"
"Ein Wolf!"
"WOOOLF!!!"

Seine Tarnung war aufgeflogen. Die Menschen reagierten wie sie es immer taten. Mit Angst und erhobenen Waffen. Sein Knurren zeigte, dass sie auf Abstand bleiben sollten, wenn sie nicht angegriffen werden wollten.
jetzt ist es raus...jetzt wissen sie was du bist…die heimliche Arbeit ist dahin! Aber stört es mich wirklich?
Nur so laut war der Ruf nach Wolf durch die Menschen gegangen. Sie würden ihn töten und Isildur war nicht in der Lage sich bis zu Letzt durch zubeisen. Sie versperrten den Weg. Hielten ihn in der Gasse. Nur zu gut verstand er, dass sein Plan, Isabeau und Tristan zu helfen gescheitert war. Es schmerzte das Versagen, dass er nun nicht mehr Isabeau und Tristan helfen konnte. Zu schnell würde sich alles rumsprechen.
Kurz wand er den Kopf, sah zu den Häufchen Elend, sah die Vielen Leute, welche wild miteinander sprachen und stritten.
"Der gehört bestimmt zu Finn, diesem skrupellosen Schwein!"
"Oder zu Roderick, was auch immer der wieder von unserer Cattie will!"
"Rache will er! Weil sie ihn nicht in ihr Bett lässt!"

Der Wirrwarr war laut und schmerzte in den Ohren. Der weitere Inhalt ging im weiteren Lärm unter. Alle waren sie aufgebracht. Nur die eine Gestalt nicht, welche selbstbewusst und stark auf Isildur blickte. Keine Spur von Angst hing an ihr. Jetzt blickte er die Gestalt an.
Eine Frau, die wie jemand aussah, die Erfroren war. Sie wich nicht zurück, obwohl ihre Hand die Zeichen seines Reagierens trug. Ihr Geruch war ebenso stark wie ihre Ausstrahlung kühl wirkte. Sie verströmte den Duft einer wahren Kriegerin, jedenfalls in Isildurs Augen. Ihr Herzschlag war ruhig.
Sie schien ihm den Biss nicht wesentlich zu verübeln, so hatte sie doch als einzige keine Waffe gezogen. Und die Axt, welche sie am Rücken mit sich führte, überzeigte Isildur umso mehr, dass sie die bestimmt nutzen konnte.
Du bist anders als die anderen hier….
Er ließ den Blick nicht von der Frau. Isildur hatte inzwischen den Kopf leicht gehoben, um sie genauer zu betrachten.
Sie roch nach Bär...und ein Geruch wie von Eis war an ihr.
Es erinnert mich an Schnee
Er stellte die Ohren langsam wieder auf. Die Lefzen entspannten sich langsam, ließen die Zähne verschwinden. Aber noch knurrte er nur zur deutlich die Warnung an die Umstehenden. Näherte sich einer mit einem Säbel zu sehr, war sein Knurren so tief, dass es an ein Gewittergrollen erinnerte. Ein Zuschnappen der Zähne vertrieb die meisten Übermütigen.
Aber seine größte Aufmerksamkeit hatte die Fremde. Sie blieb ruhig, musterte ihn wohl genauso, wie er jetzt sie. Seine Augen suchten die Ihren. Auch er würde nicht weichen. Hier war ein Duell, was auf einer anderen Ebene ausgefochten wurde.
. "HALTET ENDLICH DIE KLAPPE, BEI VENTHA!"
Ihre Stimme donnerte. Und obwohl Isildur mit viel gerechnet hatte, zuckte auch er zusammen. Das Tier mochte diesen Ton nicht. Doch die Wölfin vor ihm hatte Stärke. Sie hatte Kraft. Sie wäre geeignet.
Etwas bewirkte diese Stimme bei ihm, die so vollkommen anders war, als die von Isabeau.
Die Männer um die Fremde waren fast augenblicklich still. Sie hatte wohl alle den Wind aus den Segeln geholt. Isildur legte den Kopf leicht schräg, konnte sich ein wölfisches Grinsen nicht verkneifen.
Kurz sah sie hinter ihn, schien wohl die gleiche Enge zu verspüren, welche auch er teilte. Er konnte ihr das Unbehagen an diesen Ort ansehen. Sie erschauderte kaum merklich, aber seinen Blick entging es nicht.
l Dir gefällt es ebenso nicht, oder?
"Ich werde nicht weichen, was immer du bist."
„Ich w…“ seine Stimme kratzte unangenehm im Hals. Es war alles wie Sandpapier von vielem Knurren. Seine Stimme litt schon genug unter den halbtierischen Stimmbändern.
„“ich…gr..kr..auch ..nicht!“
"Komm, gehen wir an einen besseren Ort. Dann wirst du mir Rede und Antwort stehen, warum du Menschen angreifst."

Das wird nicht einfach sein, dass zu erklären…ich habe instinktiv gehandelt. Mal sehen, was sie davon hält? Isildur, du wirst demnächst noch an der Leine gehalten
"Als Alternative bliebe dir, dich mit den Klingen der Piraten herum zu schlagen. Ebenso mit meiner Axt. Ich halte meinen Vorschlag also für besser. Was ist nun?"
Was bleibt mir schon für eine Wahl!...lieber mitgehen als tot…
Der Wolfelf nickte.
„ich… komme…mit“ Er blickte sich knurrend um. Machte nochmals klar, dass die Versammelten wegbleiben sollten. Dann setzte er sich in Bewegung. Den Kopf stolz ebenso wie die Haltung, zeigte der Wolf, was er von den Kötern hielt.
Erst noch auf allen Vieren ihr folgend, erhob er sich nach den ersten Schritten durch die Menge. Jetzt war er wieder auf zwei Beinen unterwegs, hatte so das Tier etwas besser im Griff. Seine Brust schmerzte, wo jetzt das Adrenalin sich legte. Kurz strich er sich über die Brust.
Hoffentlich hält der Verband
„Er war krank..und schwächt ein Rudel! Der Tod war nicht weit!..“ sagte Isildur nach einer Weile, als seine Stimmbänder sich beruhigten.

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