Vor der Kaserne

Hier wurden einst Soldaten und Wächter der Hauptstadt ausgebildet. Nun dient die Kaserne als Sklabenunterkunft und Richtplatz.
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Gestalt
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Re: Vor der Kaserne

Beitrag von Gestalt » Freitag 19. März 2010, 09:40

Wolfs Blick strahlte eine ungeahnte Ruhe aus. Obgleich er winselte, schien er Eáránës Geist soweit beruhigen zu können, dass es ihr gelang einen klaren Gedanken zu fassen. Unterhalb der Stadt Pelgar, in den Abwasserkanälen, die teilweise katakombenartig aufgebaut waren, würden die Flüchtenden sicher sein. Auf jeden Fall geschützter als in den Straßen selbst, wo ihnen jederzeit weitere Untote begegnen oder Steine auf den Kopf regnen konnten. Der Knochendrache zerstörte nach und nach die großen und schönen Gebäude, die Pelgar einmal seinen Glanz gegeben hatten. Die meisten von ihnen waren jetzt nur noch Schutt. Eine Ruinenhauptstadt würde Celcia erhalten, wenn nichts unternommen wurde.
Eáránës Entschluss stand fest. Sie musste flüchten, um Hilfe holen zu können. Also folgte die Nachtelfe Wolf in die Gasse. Dort wartete bereits Akái. Obwohl er sich an eine Wand lehnte und damit gewisse Lässigkeit ausdrückte, sah man auch ihm die Anspannung an. Er hatte nur auf Eáránë gewartet, wollte ebenfalls rasch von hier verschwinden. "Und? Entschieden?", fragte er fast schon ungeduldig. Die Antwort kam prompt. Sie hatte sich entschieden. Sie und Wolf würden den Nachtelfen begleiten. Dieser lächelte sein bezauberndstes Lächeln.
"Wunderbar!", rief er aus und nahm Eáránë dann ungeniert an der Hand. "Auch wir könnten versuchen, durch die Katakomben zu entkommen, allerdings würde uns das zeitlich weit zurückwerfen. Und Zeit ist genau das, was wir jetzt brauchen. Deshalb ... müssen wir das hier verwenden." Er zog die Nachtelfe mit sich, tiefer in die Gasse und in einen verborgenen Winkel hinein. Erst dann zeigte er Eáránë, was er mit das hier gemeint hatte.
Aus einer versteckten Innentasche seiner Tunika zückte der Nachtelf eine kleine Flasche, in der eine nahezu durchsichtige Flüssigkeit herum wirbelte, als bestünde sie aus purem Wind, den man auf magische Weise ein wenig sichtbar gemacht hatte. "Dieses Fläschchen ist fast kostbarer als mein Leben. Das ist ein Trank der Levitation. Er wird den Anwender etwa für eine halbe Stunde flugfähig machen. So können wir entkommen." Akái blickte kurz auf den winselnden Wolf. "Er muss auch davon trinken, wenn du ihn mitnehmen willst. Allerdings weiß ich nicht, wie er darauf reagieren wird, wenn er plötzlich fliegen kann. Aber schnell müssen wir sein. Dreißig Minuten sind eine kurze Zeit, wenn man auf der Flucht ist und der Knochendrache darf uns nicht entdecken." Akái Samtnacht zeigte auf die Berge. "Wir müssen es bis ins Drachengebirge schaffen und dort dem Boden so nahe wie möglich kommen, damit wir uns nach Ende der Wirkungsdauer nicht verletzen. Anschließend können wir uns bis zum Reich der Nachtelfen durchschlagen. Dort werden wir Informationen abgeben können und vielleicht auch Hilfe für die Menschenstadt erhalten."
Er öffnete die kleine Flasche. Seine Augen funkelten, als die nebelartige Flüssigkeit leicht hin und her schwappte. "Bist du bereit?"
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Eáránë Fëfalas
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Re: Vor der Kaserne

Beitrag von Eáránë Fëfalas » Donnerstag 29. April 2010, 22:16

In dieser Situation klar denken zu können, war nicht gerade leicht. Ständig musste die Nachtelfe aufpassen, dass ihr keine halben Gebäude auf den Kopf regneten oder dass nicht jeden Moment aus dem nichts ein Untoter auftauchte und über sie herfiel, wie eine halb verhungerte und wilde Bestie über sein ahnungsloses Opfer… Wie gut, dass Wolf da war. Er besaß eine viel feinere Nase und konnte mindestens genauso gut hören wie sie, wenn nicht sogar besser. Somit konnte er sie rechtzeitig warnen, wenn Gefahr zu ihnen unterwegs war. Aber nun musste sie auch darüber nachdenken, ob sie Akái oder den Menschen folgen sollte. Letztendlich entschied sie sich dafür Akái zu folgen. Die anderen waren in den Katakomben viel sicherer als hier oben und würden es mit Sicherheit eher überleben. In der Zwischenzeit könnte Eáránë Hilfe holen. Also folgte sie Wolf in die Gasse, in der schon der andere Nachtelf wartete. Auch er war ziemlich angespannt. Als die Diebin ihm dann ihre Entscheidung mitteilte, packte er ihre Hand, ganz zur Überraschung der Nachtelfe. Ihre Wangen färbten sich leicht rötlich. Aber dann wurde sie auch schon tiefer in die Gasse gezogen. Die leichte Rötung verschwand, als der Spion eine Flasche hervorholte. Staunend betrachtete sie die Flüssigkeit, die mehr wie Wind als etwas Flüssiges aussah. Akái erklärte was dies war. “Trank der… Levitation?” Wiederholte sie fragend und sah ihr gegenüber blinzelnd an. Diese Flüssigkeit sollte alle drei zum fliegen bringen? Sie legte ihren Kopf leicht schief, sah dann zu Wolf herunter. Dieser winselte ein wenig. “Wolf, du kannst dich dann in meinen Umhang festbeißen. Ich wüsste sonst nicht, wie du voran kommen solltest.” Sagte sie schon recht amüsiert zu ihrem Freund. Dieser erwiderte mit einem Blick ‘Als ob du wüsstest, wie du dich in der Luft fortbewegen könntest!’ und ein Schnauben verkündete, dass er ein wenig beleidigt war. Kurz streckte Eáránë ihre Zunge heraus. Da die Zeit mehr als nur knapp war, fingen die beiden erst gar nicht an, sich weiter hineinzusteigern. “Trinkt Ihr als erstes Akái.” Nickte sie dem Spion zu und nahm dann die Flasche, nachdem er von dem Trank nahm. Nach ihm trank dann die Diebin und nach ihr Wolf. Die Flasche gab die wieder dem Nachtelf zurück und wartete. Sie wechselte einige Blicke mit Wolf und sah zu ihren anderen Begleiter. Ja, worauf wartete sie denn? Wie flog sie nur? Musste sie sich abstoßen oder würde sie jeden Moment von alleine abheben? “Funktioniert das auch wirklich?” Fragte sie vorsichtshalber nach. Wolf wollte springen, um zu sehen ob er dann flog, doch traute er sich nicht wirklich. Kurz sah die junge Nachtelfe gen Himmel. Hoffentlich würden sie nicht vom Drachen entdeckt werden. Sie schluckte. Hoffentlich flogen ihre Pfeile nicht aus dem Köcher heraus… Und hoffentlich blieben all ihre Sachen in ihrer Tasche! Langsam machte sich Eáránë nicht nur darum Sorgen, wie sie nun fliegen sollte und wie das funktionierte, sondern auch ob alles gut verstaut war. Es war bestimmt ihre Nervosität, weshalb ihr gerade so vieles durch den Kopf ging. Wichtig war aber, dass sie nun endlich hier wegkamen! Also sah sie zu Akái. Dieser würde ihnen bestimmt gleich zeigen wie das ging.

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Re: Vor der Kaserne

Beitrag von Gestalt » Samstag 1. Mai 2010, 10:50

In der Gasse waren Akái, Eáránë und Wolf relativ sicher. Natürlich konnte ihnen auch hier ein gewagter Hieb des Knochendrachen gegen eines der Dächer Probleme bereiten, wenn dicke Felsbrocken auf sie nieder regneten, aber wenigstens vor den Untoten wären sie hier geschützt. Die Gasse besaß nur zwei Zugänge: jenen, durch den sie sie betreten hatten und einen weiteren, der bereits von Schutt und Geröll versperrt war. Die Untoten neigten nicht zum Klettern, sollte also einer denselben Weg in die Gasse wählen, den sie eingeschlagen hatten, konnten die beiden Nachtelfen und der Wolf über das herabgefallene Gestein flüchten.
Und vor dem Drachen brauchten sie auch nicht wirklich Angst zu haben, im Moment jedenfalls nicht. Er war abgelenkt. Gerade flog dort eine Frau durch die Luft, aber nicht unkontrolliert. Der Wind selbst schien sie zu tragen und weit ins Drachengebirge zu bringen. Ihr folgte ein Mann. Sie flogen wie von einem Katapult abgefeuerte Steine durch die Luft! Das irritierte auch den Knochendrachen, zudem bewegten sich noch mehr Parasiten in seinem Territorium. Geflügelte Pferde, fast ein halbes Dutzend davon. Wo kamen die denn plötzlich her und waren sie hier, um gegen den Drachen vorzugehen?
"Uns bleibt keine Zeit, Eáránë. Trink und dann entschweben wir." Akái drängte berechtigt zur Eile. Je eher sie aus Pelgar herauskamen desto eher wären sie wirklich in Sicherheit. Die Stadt hatte sich in einen brodelnden Gefahrenkessel verwandelt und eine Flucht durch das Stadttor wurde von einer angreifenden Armee des dunklen Volkes verhindert. Wie lange würden die Tore dem Heranstürmen noch standhalten?

Auch Wolf zögerte etwas. Er war eben nicht zum Fliegen geschaffen, es war wider seine Natur. Den Trank würde er Eáránë zu Liebe sicherlich aufschlabbern, aber wie sah es danach aus? Doch er hechelte treu, als die Nachtelfe ihm vorschlug, sich in ihrem Umhang zu verbeißen. Ein Funkeln trat in seine großen, gelben Augen. Er schien nicht bereit fürs Fliegen, wirkte unsicher, aber er würde es wagen. Allein schon, um seine Gefährtin nicht im Stich zu lassen, zu sehr hing er doch an Eáránë.
"Trinkt Ihr als erstes, Akái." Der Nachtelf nickte und entkorkte die Flasche. Die wirbelnde Flüssigkeit drohte, von allein aus dem Glas zu schweben. Schon setzte Akái die Flasche am Mund an und nahm einen tiefen Schluck. Es befand sich noch genug darin, dass es für Eáránë und Wolf reichen würde. Er setzte den Korken wieder leicht auf und gab den Trunk an die Nachtelfe weiter. Schon hob Akái vom Boden ab. Er schwebte!
"Beeilt euch!" Als würde er schwimmen, stieß er sich ein Stück nach oben. So glitt er durch die Luft bis zum Rand eines Häuserdachs. "Die Gelegenheit ist günstig. Der Drache ist abgelenkt. Macht schon!"

Die beiden anderen tranken ebenfalls. Nun war das Fläschchen leer. Wolf setzte zu einem Sprung an, unterließ es dann aber doch. Sein Blick glitt zu Akái, der auf die zwei hinab schaute. Würde er jetzt etwa auch so schweben? Die Frage konnte man mit einem Ja beantworten. Schon hob er ab und auch Eáránë riss es von den Füßen. Sie schwebten nur leicht. Wolf begann sofort zu winseln und zu zappeln. Er wusste nicht, was vor sich ging und wollte wieder hinunter. Durch seine Zappelei drehte er sich in der Luft und fiepte dann ängstlich, den Schwanz zwischen den Hinterbeinen eingekniffen.
"Es ist wie durch die Luft zu schwimmen, aber du musst deinen Wolf beruhigen. Und das schnell, unsere Zeit läuft bereits ab."
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Re: Vor der Kaserne

Beitrag von Drelgin » Donnerstag 8. Juli 2010, 21:57

EINSTIEGSPOST


Seit geraumer Zeit stand er nun hier auf dem Antreteplatz der Kaserne. Inmitten seiner Kameraden und voll gewappnet. Drelgin wusste nicht mehr zu schätzen, wie oft er in Bereitschaft versetzt worden war, seit der Feind vor den Toren der Stadt stand. Und auch dieses Mal war ein Bote in ihre Baracke gestürmt und hatte zum Appell gerufen. Es war für den jungen Menschen beinahe zur Routine geworden, den es war stets der gleiche Trott: das Anlegen des Waffenrocks, das Überstreifen des Kettenhemdes. Die Scheide samt Schwert an den Gürtel und den Schild auf den Rücken geschnallt. Den Helm ebenfalls an den Gurt hängen, die Lederhandschuhe anlegen und Acht geben dass auch die Kameraden nicht zurückblieben. Dann mit der schweren Hellebarde aus der Baracke hinaus zum Antreteplatz. Die ganze Prozedur durfte nicht länger als fünf Minuten dauern. Drelgin schaffte es in drei, wenn er sich ins Zeug legte.

Zusammen mit 15 anderen Rekruten bewohnte er eine Baracke auf dem Kasernengelände. Und zusammen mit den 15 anderen Rekruten stand er nun in einem Glied. In den Reihen vor und hinter ihm Soldaten aus den benachbarten Baracken – allesamt Rekruten. Sie warteten darauf dass sich ein Befehlshaber zu ihnen begeben würde und ihnen die Befehle übermittelte. Wohin es wohl gehen würde? Nachrichten verbreiteten sich schnell in diesen Zeiten. Drelgin und seine Kameraden hatten vom Absturz des Knochendrachen gehört. Angeblich hatte er Teile des Zugangstores zum Ratsgebäude unter sich begraben. Ob sie dorthin geschickt würden um „aufzuräumen“? Der Aufstand einiger Bürger hielt ebenfalls an. Ob es diesen Unruhestiftern gelungen war irgendwo in der Stadt ihrem Namen gerecht zu werden?
Oder aber würden Drelgin und seine Kameraden gar zum Stadttor oder auf die Stadtmauern kommen? An die Front.
Der junge Mann hatte keine Angst davor, an die Front zu müssen. Zu groß war sein Pflichtbewusstsein gegenüber Pelgar und seinen Bürgern. Würde man ihm sagen, sich zwischen die Stadt und der Armee an Nachtelfen, Untoten und Orks zu stellen, ohne zu zögern würde er es tun. Mit einem Lächeln auf den Lippen. Vielleicht ergab sich jedoch auch etwas vollkommen anderes. Drelgin war zu allem bereit.

Stramm standen die Soldaten da, keiner von ihnen rührte sich. Disziplin war eine der obersten Tugenden in der Armee Pelgars. Drelgin musste an seine Brüder denken. Seit dem Tod seines ältesten Bruders, Torjan, sind nur wenige Tage vergangen. Er war im Kampf gegen die dunklen Horden gefallen. Und Tamuel? Drelgin fragte sich, wo sich sein verbleibender, älterer Bruder gerade aufhielt. Er stand ebenfalls in Diensten der Armee Pelgars. Doch Tamuel war bereits befördert worden, war er doch schon länger Teil der Streitkräfte. Ob Tamuel bereits in Kämpfe verwickelt war? Vielleicht lag er auch bereits unter einem Leichentuch verborgen. Oder er war im Lazarett.

Oh hehrer Gott des Lichts, lass meinen Bruder nicht in Dunkelheit wandeln sandte Drelgin ein Stoßgebet an Lysanthor.

Endlich war es soweit: drei gerüstete Männer – Offiziere – kamen auf die Rekruten zu und hielten zwei Dutzend Schritt vor ihnen.
Nun würde Drelgin erfahren wohin seine Wege ihn führen würden.

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Re: Vor der Kaserne

Beitrag von Erzähler » Montag 12. Juli 2010, 20:21

Die Offiziere machten vor den Rekruten halt und sahen jeden einzelnen von ihnen an. Der größte von ihnen, stand in der Mitte und begann zu nicken. Dann trat er vor. „Rekruten. Euch steht eine Aufgabe bevor, die, wie ich zugeben muss, nicht sehr … erfreulich ist. Es wird dringend Hilfe am Ratsgebäude gebraucht. Der Drache hat dort einigen Schaden angerichtet, der schnellsmöglichst beseitigt werden muss. Dafür seid ihr heute zuständig“, sagte er und blickte in die Gesichter. Keiner rührte einen Muskel, aber man hatte ihnen beigebracht ihre Gefühle nicht die Oberhand über ihr Gesicht gewinnen zu lassen.

„Also dann. Abmarsch“, sagte nun einer der anderen beiden Offiziere. Er ging voraus und sie folgten ihm. Seamus lief neben Drelgin her und schüttelte den Kopf. „Aufräumarbeit“, sagte er und klang nicht erfreut. „Wir sind in der Armee und werden zum Aufräumen geschickt.“ Er konnte das nicht verstehen, doch wenn das Ratsgebäude beschädigt war, konnte man es vielleicht nicht mehr betreten.

Es war eines der wichtigsten Gebäude, welches zum funktionieren der Stadt gebraucht wurde. Sie trugen so immerhin dazu bei, dass der Rat seine gewohnte Arbeit wieder aufnehmen konnte. Auf dem Weg dorthin kamen sie an vielen Gebäuden vorbei, die einige Schrammen aufwiesen. Hier und dort fehlten ein paar Dachziegel, Zäune waren zerbrochen oder gar hatte es an manchen Stellen gebrannt. Nach ein paar Minuten erreichten sie das Ratsgebäude.

Es sah schlimmer aus, als vermutet. Der Körper des Knochendrachen war wahrlich riesig. Er versperrte die ganze Straße und hatte den vorderen Teil des großen Gebäudes vollständig unter sich begraben. Vor Ort fanden sie bereits Anwohner vor, die sich bereit erklärt hatten zu helfen. Da der Drache aus Knochen bestand war es einfach die Knochen abzubrechen, um sie dann in Karren beladen wegzuschaffen. Aber er war so groß, dass die Hilfe der Rekruten wirklich gebraucht wurde.

Es würde bestimmt fast Stunden dauern, bis sie den kompletten Knochenhaufen weggeräumt hatten. Sie hatten also einiges an Arbeit vor sich.
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Re: Vor der Kaserne

Beitrag von Drelgin » Montag 12. Juli 2010, 21:49

Sie würden also zum Ratsgebäude gehen um dort aufzuräumen. Seamus, ein Rekrut aus Drelgins Baracke, beschwerte sich kaum hörbar, während die Soldaten zum Ratsgebäude marschierte. Ihre Rüstungen klapperten bei jedem Schritt im Gleichklang. Drelgin bedachte seinen Kameraden nur mit einem kurzen Blick, ehe er seinen Kopf wieder nach vorne richtete. Es schickte sich nicht beim Marschieren zur Seite oder nach unten zu sehen.
Wir tun was getan werden muss, wir sind Soldaten Pelgars!kommentierte Drelgin in Gedanken Seamus Aufmüpfigkeit. Auch wenn er selbst ebenfalls auf eine etwas ruhmreichere Arbeit gehofft hatte. Doch sie waren Rekruten, standen in der Befehlsliste der Armee ganz unten. Es war nur zu verständlich, warum seine Einheit zum Aufräumen geschickt wurde, während die längerdienenden Soldaten in den Kampf geschickt wurden.

Nach einigen Minuten des Marsches erreichten die Soldaten das Ratsgebäude. Drelgin hatte nicht damit gerechnet, dass es so sehr in Mitleidenschaft gezogen worden war. Und vor allem hatte er nicht damit gerechnet dass der Knochendrache so unfassbar groß war. Voller Stolz dachte er an die Männer, die es geschafft hatten solch ein Ungetüm vom Himmel zu holen.
Der Leichnam des Knochendrachen versperrte die Straße. Bei seinem Absturz hatte er den Vorderteil des großen Gebäudes unter sich begraben. Etliche Stadtbewohner waren bereits an der Absturzstelle und hatten begonnen die riesigen Knochenfragmente in Karren zu laden und fortzuschaffen.
Einer der Offiziere zeigte auf eine Transportkutsche der Armee. „Männer, ihr könnt dort eure Waffen ablegen. Im Gegenzug gibt es dort Werkzeuge. Und dann macht euch an die Arbeit! Bis zum Sonnenuntergang soll die Straße benutzbar sein.“

Seamus schnaubte. Drelgin meinte nur: „Komm schon, jemand muss dieses Ding wegräumen. Im nächsten Jahr werden es andere sein, die die Drecksarbeit zu machen haben.“ Daraufhin marschierte er auf die Kutsche zu und legte seine Waffen sowie seinen Schild ab. Er würde sie hier nicht gebrauchen. Stattdessen nahm Drelgin einen schweren Vorschlaghammer, schulterte ihn und machte sich auf den Weg zum Drachen. Mit beiden Händen packte er sein Arbeitsgerät und schlug auf einen Teil der gigantischen Knochen ein.

Die Aufräumarbeiten wären wohl zügiger vorangegangen, hätten nicht die riesigen Knochen des Drachens zertrümmert werden müssen, bevor sie transportfähig waren. Es war schlicht und einfach unmöglich acht oder neun Meter lange Knochenstücke auf einen Karren zu laden und wegzuschaffen.

Drelgin hatte Seamus nicht oft zu Gesicht bekommen, da sich dieser in der Nähe des Ratsgebäudes mit einem Vorschlaghammer abmühte. Drelgin selbst schwang sein Werkzeug etwas vom Ratsgebäude entfernt, mitten auf der breiten Straße die vom Knochendrachen bedeckt war. Dicke Schweißperlen rannen Drelgins Gesicht hinab, unter seinem Kettenhemd schwamm er buchstäblich im eigenen Schweiß. Und dennoch hieb er unermüdlich mit dem schweren Hammer auf die riesigen Knochen ein. An Körperkraft mangelte es dem jungen Soldaten wahrlich nicht. Ein anderer wäre wohl bereits unter den Strapazen zusammengebrochen, Drelgin jedoch fühlte sich blendend. Er war voller Stolz und Pflichtbewusstsein und er würde nicht aufhören bis man es ihm sagte. Die einzigen Pausen die er sich gönnte waren kurze Trinkpausen um den brennenden Staub aus seiner Kehle zu waschen. Mehr als einmal musste er husten. Sein Haar war mittlerweile weißgräulich vom Knochenstaub und auch seine Rüstung war bedeckt.

Mittlerweile waren noch mehr pelgarische Bürger gekommen um bei den Arbeiten zu helfen. Dementsprechend erfolgreich waren auch die Bemühungen die Straße frei zuräumen und allmählich konnte man erste Erfolge erkennen. Dies beflügelte Drelgin noch mehr und so schöpfte er neue, zusätzliche Kraft. Aus den Augenwinkeln beobachtete er zwei kleine Kinder, nicht älter als acht Jahre, die sich ebenfalls an den Arbeiten beteiligten. Auf spielende Art und Weise schafften sie kleine Knochenstücke zur Seite und leisteten so ihren Beitrag. Ein Lächeln stahl sich auf Drelgins Gesicht. So unbekümmert, der Tatsache dass die dunkle Armee vor den Toren der Stadt stand einfach trotzend, lachten die Kinder den Knochendrachen aus und feierten sich selbst als Helden. Das war es, warum er der Armee beigetreten war. Um den Bewohnern dieser wunderbaren Stadt beizustehen, um sie zu beschützen. Er würde nicht zulassen dass ein Ork oder ein Untoter Hand an diese Kinder legen würde.

Ein junge Frau, sie dürfte in seinem Alter gewesen sein, stupste Drelgin an und riss ihn aus seinen Gedanken. „Verzeiht“, entschuldigte sie sich und reichte ihm ein Stück Brot. „Hier, esst etwas.“
Drelgin wischte sich mit dem Handrücken den Schweiß aus dem Gesicht. „Danke“, erwiderte er und nahm das Stück Brot an. Während er davon aß musterte er die junge Dame. Sie war durchaus hübsch zu nennen, hatte wallendes, braunes Haar und ebenmäßige, zarte Haut. Ihre Kleidung war mit einem Staubfilm überzogen, dennoch konnte man sie als ordentlich betrachten. In ihrer linken Hand hielt sie einen braunen Korb der mit einem weißen Tuch bedeckt war. Zweifelsohne befand sich darin noch mehr Brot.
„Es ist wirklich köstlich, habt Dank“, freute sich Drelgin über das ofenfrische Stück Nahrung. Nachdem er es verzehrt hatte nahm er noch einen Schluck aus seinem Trinkschlauch und machte sich wieder an die Arbeit. Voller Elan drosch er wieder auf die Knochendrachen ein und zertrümmerte sie, damit sie von den Männern an den Schubkarren aufgesammelt und weggebracht werden konnten.

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Eáránë Fëfalas
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Re: Vor der Kaserne

Beitrag von Eáránë Fëfalas » Mittwoch 14. Juli 2010, 01:31

Einerseits war die Nachtelfe ziemlich nervös und sie hatte auch ein wenig Panik. Immerhin befanden sich Untote in der Stadt und über ihnen ließ ein Drache aus Knochen halbe Gebäude auf die Köpfe der flüchtenden Einwohner Pelgars wie auch auf die Köpfe der ‘Gäste’ der Stadt regnen. Eine ziemlich heikle Situation. Und wie konnte man aus der Stadt flüchten? Man konnte sich irgendwo einschließen und hoffen, dass man überlebt. Oder man versteckte sich in den Katakomben, dort war es schon sicherer. Immerhin war man dort relativ von dem Drachen und seinen Steinchen sicher, aber auch die lebenden Leichen hatten wahrscheinlich so ihre Schwierigkeiten dort hinunter zu gelangen, solange jemand nicht vergaß den Deckel wieder zu schließen. Aber es gab noch eine andere Möglichkeit zu fliehen die wohl am schnellsten ging aber aufgrund des Drachens wiederum gefährlich war: Man konnte versuchen aus der Stadt zu fliegen. Manche hatten ihre geflügelten Pferde und andere einen speziellen Trank. Und Eáránë hatte zufälligerweise diesen merkwürdigen Trank als… Hilfsmittel. Dank dem Nachtelf Akái, der sich als Schneider ausgab aber eigentlich ein Spion war. Es war aber keine Zeit nun drüber nachzudenken. Die Diebin sah sich die Flasche mit diesem nahezu unsichtbaren Inhalt an und fragte sich, ob dies wirklich funktionierte. Sie ließ Akái als erstes trinken und staunte, als dieser langsam emporstieg. Zum staunen war aber keine Zeit! Sie nahm die Flasche und tat es Akái nach, auch sie nahm ebenfalls einen tiefen Schluck. Wolf zögerte erst, aber ihm war der Ernst der Lage klar und öffnete sein Maul, sodass Eáránë den Rest des Getränks ihm geben konnte. Auch sie beide hoben dann sofort ab. Wolf zappelte unsicher in der Luft, drehte sich und winselte ängstlich auch die junge Nachtelfe machte einen unbeholfenen Eindruck und musste sich daran gewöhnen. “Seid Ihr schon öfters geflogen Akái?” Fragte sie während sie versuchte irgendwie sich fortzubewegen. Inzwischen hielt sich Wolf an den Umhang der jungen Frau fest indem er sich einfach regelrecht festbiss und darauf hoffte, dass er bald wieder festen Boden unter den Füßen haben würde. Noch immer zappelte er etwas. “Wie schwimmen? Ähm… Also dann…” Die Nachtelfe blinzelte ein paar Mal und sah dann zu ihren treuen Begleiter, der noch immer etwas winselte. “Denk dir einfach, du wärst im Wasser und würdest schwimmen.” versuchte sie ihm etwas die Angst zu nehmen. Er nickte leicht und bewegte seine Beine so, als ob er im Wasser schwimmen würde. Nun ja, er war noch sehr verunsichert und ließ auch nicht vom Umhang los, aber immerhin versuchte er sich zusammen zu reißen. Auch Eáránë nahm sich diesen Tipp zu Herzen und stellte sich vor, dass sie im Wasser wäre. Aber es fühlte sich dennoch so komisch an… Immerhin waren sie ja in der Luft und es war so gewöhnungsbedürftig. Aber Hauptsache die beiden kamen irgendwie voran. Und irgendwie klappte es auch. Mittlerweile machte sie sich aber mehr Gedanken um den Drachen, sie hoffte, dass er die drei nicht entdecken würde! Sie sah sich um, kurz zu Akái ob dieser dieses Ungetüm gesehen hätte. Aber der Knochendrache schien wohl mit etwas anderem beschäftigt zu sein. Er hatte wohl schon eine Beute. Eáránë konnte nicht wirklich gut erkennen was noch in der Luft flog, da es ziemlich weit weg war. Aber soweit sie erkennen konnte waren es “…Fliegende Pferde? Seh ich da richtig? Ach quatsch…” Murmelte sie leise vor sich hin. Sie konnten beobachten, wie diese drei fliegenden was auch immer sie wirklich waren, gerade vom Drachen angegriffen wurden. Er flog von unten auf sie zu und schnappte sich einen von ihnen. “Akái…” Keuchte sie und zeigte auf das Geschehen. Ihr wurde aber klar, dass ihnen keine Zeit blieb, um den anderen Flüchtlingen auf den Pferden zu helfen. Auch Wolf traute sich dorthin zu sehen, er hatte so sehr Angst, dass er sogar seine Augen geschlossen hatte. Es war entsetzlich! Irgendetwas - oder irgendwer fiel sogar hinunter und kurze Zeit später tauchte ein grünes Licht auf. “Was ist das?” Fragte sie leicht panisch und packte reflexartig Akáis Hand. Wolf wollte nun erstrecht nicht den Umhang seiner Freundin loslassen und es war sicher, dass er dies auch nicht tun würde. Aber so plötzlich das mysteriöse Licht aufgetaucht war, war es auch wieder verschwunden. Sprachlos beobachtete die Diebin, wie die toten Knochen des eben noch untoten Drachens gen Boden fielen und es ordentlich krachte. War der Drache wirklich besiegt? “Ich will nur noch weg hier!” Sie hielt die Hand des nachtelfische Spions fester, ihr war es einfach nicht geheuer. Was wenn der Drache plötzlich wieder auftauchte?

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Re: Vor der Kaserne

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 15. Juli 2010, 03:28

für Eáránë geht es weiter in Der Wald Neldoreth -> Elfendorf Neryan -> Im Dorf
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Re: Vor der Kaserne

Beitrag von Erzähler » Freitag 16. Juli 2010, 04:53

[für drelgin geht es weiter in: Das östliche Drachengebirge < Die Hauptstadt Pelgar < Der Sitz des Hohen Rates < Vor dem Ratsgebäude]
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Drelgin
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Re: Vor der Kaserne

Beitrag von Drelgin » Dienstag 28. September 2010, 11:40

[Komme mit Bundror Hammerschlag und (im Laufe des Posts) Seamus (NPC) von: Der Sitz des Hohen Rates – Vor dem Ratsgebäude]


Drelgin war wortlos daneben gestanden während sich Bundror ein relativ großes Stück des Knochendrachens besorgte. Er hatte keine Ahnung was der Zwerg damit anfangen wollte und um ehrlich zu sein hatte er auch keine Lust darüber nachzudenken. Jedes kleine Stück dieses Untiers sollte doch einfach verrotten.
Der Weg zurück zur Kaserne war kein weiter und er kannte ihn in- und auswendig. Lediglich ein paar Gassen hätten sie zu überstehen, dann waren sie endlich in Sicherheit. Nicht dass es Drelgin etwas ausgemacht hätte an diesem Tage doch noch den Tod zu finden. Trotzdem hatte er noch eine wichtige Aufgabe zu erfüllen. Das Pergament des toten Dunkelelfen musste übergeben werden. Und so war er es nicht nur gewesen der den Weg bestimmte, er war es ebenfalls gewesen der das Tempo anschlug. Und dieses war ein scharfes. Er kümmerte sich nicht darum ob der verletzte Zwerg, der nun auch noch einen Teil des Drachenskelettes mit sich herum trug das beinahe seine eigene Körpergröße hatte, das Tempo halten konnte. Sollte er den Knochenteil eben wegwerfen. Drelgin musste zurück in die Kaserne.

Nur wenige Gassen und Straßenstücke bevor die Kaserne eigentlich zu sehen hätte sein sollen fiel ihm etwas ins Auge, das er nun schon seit einigen Minuten nicht mehr gesehen hatte: ein Leichnam. Noch dazu in der Rüstung der pelgarischen Soldaten. Hatte der Kampf etwa auch hier gewütet?
Der junge Soldat hielt auf den am Boden liegenden Körper zu – und erschrak. Es war Seamus, sein Freund der eigentlich Alarm schlagen hätte sollen. Darum war also keine Verstärkung gekommen. Drelgin untersuchte den Körper seines Kameraden und erkannte auch hier wieder diese eigenartigen Bissspuren. Doch warum hatte der Soldat keine anderen Verletzungen? Die Toten auf dem Ratsplatz, die diese Bissspuren aufgewiesen hatten, waren allesamt schwer verwundet gewesen. Seamus hatte kaum einen Kratzer. Nun war es endgültig zu viel für Drelgin und er brach vorne über auf seinen Freund. Tränen rannen ihm aus den Augen und benetzten den Hals und den Brustpanzer seines gefallenen Freundes. Hatte Lysanthor ihn verlassen? Wie konnten all diese Unglücke in so kurzer Zeit geschehen? Sein ältester Bruder war vor einigen Tagen an der Stadtmauer gefallen. Von Tamuel, dem mittleren der drei Brüder, hatte er seit einiger Zeit nichts mehr gehört. Vermutlich ist auch er im Kampf gefallen. Dann kam dieser Hinterhalt und all die jungen Männer die mit ihm gemeinsam in der Ausbildung gewesen waren mussten ihr Leben lassen. Er hatte Seamus in den Tod geschickt. Und er hatte Rasrin und die anderen in den Tod geschickt, als er und Bundror in diese Falle getappt waren. Dann die Demütigung durch diesen Nekromanten. Sein Leben lang würde er ein Schandmal im Gesicht tragen müssen.
Drelgins Gedanken verebbten mit einem Schlag. Atmete Seamus? Der junge Soldat vernahm ein leises, kaum merkbares Pfeifen aus der Nase des vermeintlichen Toten. Wäre Drelgin nicht vornüber gekippt und wäre er nicht mit seinem Kopf über dem Hals Seamus’ gelegen, es wäre unmöglich gewesen dies zu hören. Und ja, er atmete tatsächlich. Zwar nur sehr schwach, doch er atmete!
Drelgin fuhr hoch und schickte ein Stoßgebet gen Himmel. Wie konnte er auch nur eine Sekunde daran gedacht haben dass Lysanthor ihn verlassen hätte?! Lysanthor würde ihn nie verlassen. So wie Drelgin Lysanthor nie verlassen würde. Die Dinge standen nur eben ein wenig schwierig zur Zeit.
Der junge Soldat nahm seinen Kameraden vorsichtig auf die Schultern. „Er lebt noch!“, meinte er kurzum zu Bundror und marschierte weiter. Das Tempo von vorhin konnte Drelgin nicht mehr halten, denn die Strapazen des Tages machten ihm schwer zu schaffen und das zusätzliche Gewicht seines Freundes lastete schwer auf seinen Schultern. Selbst das emotionale Hochgefühl das Drelgin gerade erfuhr mochte die zunehmende Müdigkeit nicht unterdrücken.

Es dauerte nicht mehr lange und Drelgin, mit Seamus auf der Schulter und Bundror im Schlepptau, trat vor das offene Kasernentor. Zwei Wachleute, ebenfalls Rekruten, die Drelgin vom Sehen her kannte standen davor, ihre schweren Hellebarden in den Händen haltend. „Wir brauchen einen Heiler, schnell!“ rief er den beiden zu und hoffte dass einer von ihnen so schnell wie möglich alles in die Wege leiten würde. Tatsächlich hatte sich einer der beiden bereits in Bewegung gesetzt und war im Kasernenhof verschwunden.
„Wir kommen vom Ratsgebäude“, keuchte er. „Wir sind in einen Hinterhalt geraten als wir die Knochen des Drachen abbauen sollten. Ist kein anderer zurückgekommen?“ fragte er den Wachmann. Noch ehe der Soldat ein Wort erwidern konnte sprach Drelgin weiter. „Das ist Bundror Hammerschlag, ein Gesandter Nogrots, wir haben wichtige Informationen für den Kommandanten“, erklärte er und zog umständlich das Pergament mit dem schwarzen Siegel unter seinem Brustpanzer hervor, ehe er es dem Wachmann vor die Nase hielt. Bundror war doch auch tatsächlich so etwas wie ein Gesandter des Zwergenreichs. Immerhin würde er bald dorthin zurückkehren und die Kunde vom weiteren Vorgehen der Dunkelelfen verbreiten. Und auch vom Stand der Dinge in Pelgar.
„Es erduldet keinen Aufschub, wir müssen sofort mit dem Kommandanten sprechen.“ Drelgin atmete schwer. Allmählich verließen ihn seine Kräfte. Würde der zweite Wachmann nicht bald mit Hilfe zurückkommen würde es wohl schwer für Drelgin werden weiter aufrecht stehen zu bleiben. Seamus drückte schwer auf seinen Schulter.

Drelgin hoffte dass es keine Probleme mit Bundror geben würde. Er hatte bereits mitbekommen wie aufbrausend der Zwerg sein konnte. Viele Rekruten waren mehr als übereifrig im Moment und so befürchtete der junge Soldat dass der Wachmann den Zwerg, seines Volkes wegen, möglicherweise nicht in die Kaserne lassen wollte. An und für sich wäre dies noch kein Problem, Drelgin würde dem Wachmann schon die Leviten lesen und ihn davon überzeugen dass der Zwerg unbedingt ebenfalls in die Kaserne musste. Das Problem lag viel mehr darin dass Bundror womöglich etwas Dummes sagen oder gar tun mochte, bevor Drelgin dazu kam den Wachmann zu überzeugen. Wenn der Zwerg erst in Rage war, war er unaufhaltsam. Und dafür könnte er in arge Schwierigkeiten geraten.

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Re: Vor der Kaserne

Beitrag von Erzähler » Montag 4. Oktober 2010, 20:10

Sie hatten es geschafft, das Gefecht war geschlagen, aber der Krieg noch lange nicht gewonnen. Bundror kannte die Regeln des Kampfes, er hatte sie selbst am eigenen Leib er fahren, nur der Stärkste oder der mit dem größten Glück überlebte diese Situationen. Wie alle Zwerge sah er das ziemlich pragmatisch. Es brachte halt nichts, in einem Kampf allzu viele Gefühle hinein zu stecken. Bundror war zwar ein raubeiniger Kerl, aber wie hieß es so schön, unter einer harten Schale steckte oft ein weicher Kern
Bei Drelgin sah die Sache schon anders aus, er war noch jung, voller Ideale, einem hehren Gerechtigkeitssinn und wenig Erfahrung. Dass er seine Erfahrungen auf diese Weise würde machen müssen, hatte keiner kommen sehen. Sein Kommandant hatte ihn und seine Kameraden hinaus geschickt um wenigstens etwas helfen zu können, nicht das dort so viele den Tod finden sollten, aber das war traurige Realität.
Drelgin war zumindest äußerlich unverletzt, was man von seinem Stolz und seinem Ego nicht behaupten konnte. Er hätte nie gedachte, dass eine Schuld so schwer wiegen konnte, eine Schuld, die er sich selber auferlegt hatte. Denn er sah sich für dieses Massaker verantwortlich, er machte sich Vorwürfe und zweifelte sogar an Lysanthor, was ihn aber binnen einiger Sekunden wieder zu Vernunft kommen ließ.
Drelgin wollte und musste einfach daran glauben, dass dies alles einen Sinn hatte.
Erschöpft trat er mit dem Zwerg den Rückweg zur Kaserne an, um dort Bescheid zu geben, was sich in den letzten Stunden Folgen schweres ereignet hatte.
Bundror war wachsam, wie sie durch die dunklen Gassen gingen, Drelgin hingegen hatte einen inneren Kampf auszufechten. Dass er dann noch Seamus fand, der lebte, lenkte ihn zumindest ab und ließ ihn neue Hoffnung schöpfen.
Der Weg war nicht weit bis zur Kaserne und dort herrschte, wie so oft in den letzten Nächten und Tage, ein emsiges Treiben. Es schien keiner zu schlafen, allen war die Anspannung ins Gesicht geschrieben und die, die Befehle erteilten, denen sah man langsam die Strapazen an, wenn gleich dies der Entschlossenheit in ihren Gesichtern keinen Abbruch tat.
Jungendliche Soldaten eilten an beiden vorüber und hinaus in die Viertel der Stadt, auf ihren Gesichtern war eine Art Freude und Tatendrang zu lesen, wie sie bei jedem jungen Soldaten vorkamen. Blieb zu hoffen, dass sie es behielten.
Die jungen Soldaten am Tor, die Drelgin kannte, leisteten ihren Beitrag zu Sicherung. Wachsam blickten sie sich um, bis einer der Blick auf Drelgin und Bundror haften blieb. Mit einem fragenden Blick kam er auf die beiden zu.

„Was um alles in der Welt ist geschehen? …Wo sind die Anderen? …. Iiihr müsst zum Kommandanten, eer erwartet euch, ihr müsst Bericht erstatten. Er ist im Hauptsaal … Ich nehme stark an, dass du einen guten Grund dafür hast, einen Zwerg mitzubringen, du übernimmst die Verantwortung für ihn und sein Handeln.
Geht hinein…. Bring den Verletzten in den Krankenflügel, ich lasse nach Heilern schicken.“
Der junge Mann nickte drelgin du auch Bundror zu einmal knapp zu und eilte dann nach drinnen. Sein Posten wurde sofort von jemanden anderes eingenommen, alles funktionierte.
Der neu hinzu gekommene Soldat war ebenso jung wie seine Kameraden und blickte ebenso verwirrt uns fragend drein. Der noch verbliebene Soldat blickte leicht verstört auf den kame3rade, den Drelgin auf der Schulter trug.
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Re: Vor der Kaserne

Beitrag von Bundror Hammerschlag » Donnerstag 7. Oktober 2010, 18:08

"Ahh!", ächzte Bundror auf und rang nach Atemluft. Drelgin war durch die Gassen der Stadt gewetzt und hatte dabei wenig Rücksicht auf seinen Begleiter genommen - Vermutlich hätte der stolze Krieger auch nur sehr wenig davon gehalten, dass man ihn bevormundete und so schwieg er, anstatt sich lauthals über das Tempo zu beschweren. So geschah es, dass der Zwerg erst einige Momente nach seinem menschlichen Führer die Tore der Kaserne erreichte. Der Drachenknochen war zwar nicht schwer, aber er war mehr als unandlich und nur mit Mühe schaffte es Bundror das Stück während des Laufen unter seinem Arm zu behalten. Er hatte öfter danach greifen müssen, als es drohte sich seinem Griff zu entwinden. "Wenn ich nach Hause komme ... sollte mein Vetter besser etwas damit anfangen können - Ich habe keine große Lust zu erfahren, dass ich das Ding umsonst mit mir herumgetrgen habe.", rumorte es in seinem Kopf. Etwas unbeholfen nährte sich der kleine Mann dem Festungsbau. Es stank nach Angst. Bundror verzog das Gesicht und atmete schwer aus um den Geruch aus den Nüstern zu blasen. Sein Blick fiel auf die Wachen am Tor. Sie waren kum älter als Drelgin. Als dieser ihn vorstellte, nickte Bundror kurz und verzichete darauf zu reden. Die beiden Jungen hatten viel mehr damit zu tun, den Zwerg anzustarren und hätte dessen Stimme vermutlich nicht einmal wahrgenommen. Tatsächlich war etwas Nachdruck erforderlich, bevor sich einer der Wächter löste und die Angelegenheit ins Rollen geriet.
Als man ihnen endlich Einlass gewährte, was der Zwerg als sehr langwährigen Prozess empfand, stellte sich bereits ein weiteres Problem ein. Die Wachen waren jung und kannten das kleine Volk wohl nur aus Legenden und Geschichten, aber trotzdem dachte Bundror nicht daran eine Schmähung seiner Ehre ungesühnt zu lassen. Der verbliebende Soldat am Tor hatte Drelgin die Verantwortung über Bundror gegeben. Wie vom Steinschlag getroffen blieb Bundror stehen und schielte seitlich zum Wächter.
"Pass auf, Jungchen. Ich brauch keinen Aufpasser, ich werde eure kleine Festung schon nicht einreißen. Aber wenn du meinst, du müsstest einen Zwerg, wie ein kleines Kind behandeln, nur weil er nicht deiner Körpergröße entspricht, dann kann ich dich ja mal auf meine Höhe bringen und wir reden von Angesicht zu Angesicht darüber!", knurrte der Hammerschlag drohend. Die Oberwelt machte ihn nervös und aggressiv. Dass bemerkte Bundror bereits beim Kampf gegen die Dunkelen. Er war es nicht gewohnt außerhalb von Felsen, Tannen oder Schnee zu kämpfen. Die meisten seiner Reisen nach Pelgar verliefen Ereignislos und waren mehr langweilig als aufregend. Jetzt inmitten eines Krieges zu geraten und dann noch behandelt zu werden, als gehöre man auf die Seite der Feinde, dass konnte der Krieger nicht auf sich sitzn lassen - Selbst wenn es der Junge nicht besser gewusst hatte. Ein altes Sprichwort bei den Zwergen sagt: 'Man muss den Felsen mehrmals schlagen um ihn zu glätten.' Bundror stiefelte an dem vermutlich verdutzten Wachmann vorbei.
"Aus dem Weg, Langer!", grummelte er und schob den dünnen Menschen mit seiner Masse etwas zur Seite. Sie hatten keine Zeit sich lange mit naiven Wachen und dummschätzenden Kommandanten abzugeben. Bundror wusste, dass sich der Auszug der Zwerge verzögern würde und dass man sich langes Warten nicht leisten konnte. Um sich ein wenig abzulenken, ließ der Zwerg den Blick durch den Innenhof der Kaserne schweifen. Vorallem das Mauergestein tat es ihm an. Er verflogte die Streben und Ziegellinien entlang der teilweise verputzten Wand. Mit viel Lehm und Hämmern hatte man versucht sie glatt zu halten, damit Anreifer nicht an ihr emporklettern konnten. Allerdings vermutete Bundror, dass der Wall von Außen schlimmer aussah - Alles in Allem würden diese Wehrgänge keinen Angriff der Dunklen überleben. Wenn keine Katapulte der Tod waren, so waren es die Dunklen und ihre Kletterkünste. Sie würde die klaffenden Wunden im Gestein nutzen und sich über die Zinne katapultieren, um daraufhin jeden Soldaten der Menschen ausnahmslos abzuschlachten. Da lobte sich der Zwerg seine Stadt und die natürlichen Felsen, die sich schützen um den Kern legte - Der enge Tunnel war die einzige Möglichkeit für Feinde in dasHerz des Berges zu gelangen und dort waren die bärtigen Krieger in ihrem Element. Eine Reihe von acht Zwergen schaffte es mindestens drei Reihen der gleichen Anzahl an Orks spielerisch in der Enge aufzuhalten. Er blieb stehen und blickte sich weiter um. Nicht unweit ihrer Position befand sich ein Brunnen für die Verpflegung der Soldaten. Allerdings gab es keine Wachen. Es wäre ein leichtes für Angreifer die Versorgung durch ein Gift außer Gefecht zu setzen. Das klirren eines Schmiedehammers erregte die ganze Aufmerksamkeit des Zwerges und sein Kopf ruckt so rasch zur Seite, dass die Verletzung an der Seite kurz schmerzte. Knurrend betrachtete der kleine Mann nun den Schmied der Menschen, welcher in einer behelfsmäßig kleinen Arbeitskammer die Waffen und Rüstungen ausbesserte.
"Also bei dem Umfeld ist es ja kein Wunder, dass die Menschen einst auf unsere Schmiedekunst angewiesen waren.", sagte er mehr für sich selbst als für Drelgin. Erst jetzt bemerkte er, dass der Rekrut immer noch neben ihm stand, vermutlich unschlüssig, ob es nach der Aktion mit der Wache eine gute Idee war, den Zwerg mit zum Kommandanten zu nehmen. Hammerschlag erkannte das Problem und achtete es. Er wolle auch nicht zum Anführer und sich unzählige Reden und Lobpreisungen seiner Leistung anhören - Er wollte nur nach Hause, zu seiner Familie und seinen Freunden, um alle von einem Krieg gegen die Spitzohren zu überzeugen und gegen all' die Biester, die mit ihnen ziehen.
"Ich werde dort hinten warten, Drelgin, bei den Wagen. Geh und berichte was du gefunden und getan hast. Und vergiss nicht ... wir müssen bald aufbrechen und schnell reisen, sonst denke ich, wird deine Stadt keine Gelegenheit mehr dazu haben, Verstärkungen anzufordern.". Er nickte kurz und ohne das Drelgin etwas hätte sagen können, um Bundror umzustimmen, schritt er zum besagten Fuhrpark. Es roch nach Heu und Pferdemist. Aber der Duft war weniger störend als der eines Elfen oder Orks. Ächzend stellte er die Knochenplatte neben sich auf den Boden und lehnte sie gegen das hintere Ende eines Fuhrwerks. Grade fiel ihm ein, dass er nicht einmal Verbandszeug oder ähnliches hatte. Also hob er die Hand an den Mund und rief seinem menschlichen Kampfgefährten etwas zu: "Drelgin, wenn du unterwegs bist, lass mir etwas Verbandsmaterial zukommen, ich versorge mich dann auf der Fahrt.", gröllte er lautstark über den Platz. Einige Soldaten bemerkten erst jetzt den Zwerg und machten große Augen. Bundror konnte es ihnen nicht verübeln. Schließlich gab es seit beinahe einem halben Jahrtausend keine Beziehungen mehr zwischen Nogrot und Pelgar. Allerdings musste er diese Verblüffung nicht genießen. Auf seinen Reisen durch das Land war er stets ein Grund für überraschte Blicke. Mit geschickten Fingern öffnete er seine Tasche am Gürtel und suchte darin nach einigen Utensilien. Das Gesicht des Kriegers hellte auf, als er eine lange, hölzerne Pfeife herverholte und in den Mund steckte. Erneut verschwanden die gepanzterten Hände in seinem Reisegepäck. Es raschelte und dieses Mal konnte man einen kleinen Stoffbeutel erkennen, der mit einem Lederbändchen zusammengehalten wurde.
"Ahh ... Berorim-Kraut. Das Beste der Südhöhlen.", presste er zwischen den Zähnen hervor. Mit viel Übung konne er den Beutel öffnen, etwas Tabak in den Pfeifenkopf füllen und den Behälter wiederverschließen. Während er das Zwergenmittel verschwinden lie zauberte er die Feuersteine heraus und klopfte, bis einige helle Funken eine Glut erzeugten. Schnell legte er de Werkzeuge wieder in seinen Rucksack und verschloss ihn. Mit kräftigen Zügen paffte Bundror etwas und bald schon erfüllte der würzige, starke Geschmack des seltenen Tabaks seinen Gaumen. Ein wunderbares Gefühl durchströmte ihn. Manche sagten, dass das Rauchen die schwersten Wunden heilen konnte, aber selbst der Hammerschlag wusste, dass dies nur eineAusrede für Krieger war, kuz nach der Schlacht eine Siegespfeife zu rauchen. Er hingegen wollte einfach etwas entspannen und auf die Rückkehr Drelgins warten. Es musste für die meisten in der Kaserne sicherlich vermunderlich aussehen: Jeder war angespannt und verharrte in wachsamer Poition, während mitten im Kasernenhof ein kleine Mann stand, der gemütliche eine Pfeife schmauchte.

ooc.: Sry, hat etwas gedauert und ist nicht sooo berauschend.

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Re: Vor der Kaserne

Beitrag von Erzähler » Dienstag 16. November 2010, 21:06

Dort saß also mitten vor dem Gebäude der Kaserne ein einzelner Zwerg, der gemütlich seine Pfeife rauchte. Tatsächlich wurde er von den vorgehenden Soldaten und Bewohnern mehr als seltsam angestarrt. Man konnte ihnen ansehen, dass sie nie einen Zwerg so genau zu Gesicht bekommen hatten. Für die Leute war er eine Attraktion.
Ein paar Meter entfernt standen zwei angehende Soldaten, welche bei sich gerade abmessen wie weit er ihnen reichen würde. Aber spätestens als sie seine mächtige Waffe sahen, hielten sie den Atem an. Zwerge waren zwar klein, doch auch berüchtigt für ihren Umgang mit Axt und Kriegshammer.

Der Geruch von seinem Tabak tat dem Zwergen gut. Etwas Heimat, in einer fremden Stadt. Es ließ ihn die Schmerzen vergessen, die er sich beim Kampf zugezogen hatte. Doch solche Kratzer warfen einen echten Zwergen nicht um. Er war schon zu erfahren um sich davon einschränken zu lassen. Diesen Vorteil hatte der junge Drelgin nicht gehabt.
Er hörte Schritte, die sich ihm näherten.
Eine Frau trat auf ihn zu. Sie hatte ein schlichtes Kleid an und eine helle Schürze um. In einer Tasche trug sie verschiedene Fläschchen. Die Haare waren Braun, und streng nach oben gebunden. Eine Heilerin.
“ verzeiht, Herr Zwerg….Seid ihr Bundror?…Mein Name ist Magae. Ich bin hier als Heilerin in der Kaserne tätig. Mich hat Drelgin zu euch gesendet. Ich solle mich nach euren Verletzungen erkunden… Bitte seid so freundlich und folgt mir…Dieses Kraut riecht furchtbar…“ Die Frau verzog angewidert das Gesicht, deutete dann Bundror ihn zu folgen.
Sie liefen nicht weit und die Frau war so rücksichtsvoll sich dem Schritt von Bundror anzupassen.
“ Ich soll euch ausrichten, dass es noch etwas dauern kann. Es wird wohl noch beraten.“
Sie führte den Zwerg zu einer Tür, die Soldaten , die dort waren ließ sie ohne Mühe passieren. Ein belustigtes Grinsen war flüchtig auf dem Gesicht des älteren der Soldaten zu sehen.

Sie führte ihn in einen Raum. Er war nicht groß, jedoch sauber. Eine Liege war dort, ein Stuhl ein Tisch. Eine große Schale mit Wasser. Durch eine weitere Tür konnte man wohl ins innere.
“ Hier könnte ihr euch erstmal säubern. Wasser ist in der Karaffe da. Bitte entkleidet euch so, dass ich mir die Wunden beschauen kann. …Wenn ihr was braucht ruft nach mir, ich bin nebenan und bereite alles zum verbinden vor….“
Sie verließ den Raum durch die andere Tür.
Plötzlich hörte man vom Hof aufgebrachter Lärm. Die Tür öffnete und etwas- oder jemand stürmte rein. Ein Soldat folgte. Mit rotem Kopf stand dieser an der Tür und schnappte nach Luft, während sein Kollege draußen prustete vor lachen.
“…gesehen?..er hat mir gegen das Bein getreten…diese kleine Kröte…”
Der andere lachte um so lauter.
Neben sich sah Bundror den Sohn von Pelm. Er hatte seinen Hammer noch immer bei sich.
Der Junge hatte es tatsächlich geschafft lebend zur Kaserne zu kommen. Ein kleiner Überlebenskünstler, oder war es Glück?
Hatte Bundror überhaupt noch an ihn gedacht?
Es war immerhin ziemlich gefährlich gewesen, dieses Kind alleine loszuschicken. Bundror hatte sich ganz vom Kampf berauschen lassen.
Sein Weib zu Hausse würde ihn dafür ganz schon die Leviten lesen, denn Kind war Kind.
Und dieser Junge hatte keinen mehr.
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Re: Vor der Kaserne

Beitrag von Bundror Hammerschlag » Mittwoch 17. November 2010, 22:17

Gemächlich formten die Lippen des kleinen Kriegers ein 'O' und gekonnt schickte er einen wabernden Rauchkringel auf die Reise. Freudig verfolgte Bundror sein Werk und war beinahe enttäuscht als sich der Tabakqualm nach wenigen Metern in Nichts auflöste. Eine sanfte Brise trug nicht nur seinen Ring davon, sondern auch den Geruch des Krieges in den Hof der Kaserne. Die Zeit glich einem dünnen Seil auf dem ein Troll balancierte - Es würde nicht lange dauern, dann würde alles reißen und niemand konnte den Menschen gegen die Horden vor Pelgar beistehen. Ein tiefes und unruhiges Brummen drang aus seinem Rachen. Für gewöhnlich gehörte der altgediente Zwerg zu den geduldigen seines Volkes, aber in einer solchen Situation schien jeder Moment einem Sonnenzyklus gleich. Und wenn das 'Frühjahr' und der 'Sommer' bereits vergangen waren, so blieb den Verteidigern nur noch der 'Herbst' bevor im 'Winter' jegliches Leben restlos ausgelöscht würde.
Wartend, ließ Bundror seinen Blick über den Platz schweifen und verfolgte die Geschäfte der Langen. Es war teilweise interessant zu sehen, dass sich die Handlungen der Menschen und die der Zwerge doch in vielen Punkten unterschieden: Das beste Beispiel lieferten die beiden Soldaten am anderen Ende des Exerzierplatzes. Sie schienen recht angetan von Bundrors Körpergröße, denn sie verglichen sich und ihn sehr häufig mittels Handzeichen. Das bedächtige Schmunzeln auf den dümmlichen Gesichtern lieferte den Beweis, dass sich die Langen abermals aufgrund ihrer sehr hinderlichen Größe über andere belustigten. Vielsagend legte der Zwerg seine schweren Plattenfingern um den Griff seines Hammers. Es knirschte nur leicht, doch als die Wachen erneut einen Blick wagten, schien die anfängliche Überheblichkeit sehr schnell in maßregelnden Respekt überzugehen. Sie erinnerten sich wohl daran, dass ein Zwerg und seine Waffe jederzeit zehn Stück Lange in zwei Halbe verwandeln konnten.

Mit seinem kleinen Gedankenspiel war ihm die Frau entgangen die sich kaum merklich an seine Seite begeben hatte. Erst die letzten Schritte hallten laut genug im Innenhof wieder, dass Bundror nicht überrascht war, als sie ihn ansprach. Allerdings war der Wortlaut etwas ungünstig gewählt. Sie fragt nach einem Zwerg und hat wohl den einzigen auf der gesamten Kaserne gefunden - Und sie hält es für nötig, auch noch durch meinen Namen uf Nummer sicher zu gehen? Diese Langen ... Er nickte kurz, aber als diese Heilerin sei Krautals stinkend bezeichnete, wurde es dem Zwergen etwas zuviel, denn schlussendlich war dieser Tabak in Nogrot etwas eher seltenes und dadurch auch Teures. "Und euer Bier schmeckt wie Trollpisse riecht, Lange.", grummelte der Zwerg und klopfte den Tabak aus seiner Pfeife. Noch während er das Räucherwerk in seiner Reisetasche verstaute, hievte der Zwerg die Knochenplatte auf den Rücken. Ein Ziehen in der Seite verdeutlichte noch immer, dass die Verletzung nicht ausheilen wollte. Es war allerdings unangenehm, nicht hinderlich. Dennoch wollte er die Zeit nutzen und die Wunde fachgerecht behandeln lassen, wenngleich er einer Langen nicht genügend Wissen zusprach, um jemanden seines Volkes ausreichend zu verarzten.
Stampfend folgte er der Frau die sich als Magae vorstellte in einen kleinen Raum, aber nicht ohne der dümmlich grinsenden Wache davor mit der freien Schulter in die Seite zu stoßen, denn erneut sah sich der Zwerg als Zentrum des Spotts. Die Schwester verließ kurz darauf das Zimmer, um in der Nebenkammer die Verbände vorzubereiten. Vieles jedoch betrübte Bundror. Einerseits die Tatsache, dass Drelgin sich mit Besprechungen aufhielt obwohl er um die Wichtigkeit ihres Auftrages wusste und was er dem Zwerg versprochen hatte, auf der anderen Seite, dass er sich waschen sollte. Bei den Arschhaaren Brocknars, wer käme auf die verrückte Idee, dass sich ein Zwerg außerhalb des normalen Rhythmus mit Wasser reinigen sollte!
Dennoch begann er damit seine Rüstung abzulegen. Sorgfältig, beinahe zärtlich, löste er die Schaniere an seinem Panzer und streifte am Ende auch das Kettenhemd ab. Viele Narben und ein gewaltiger Muskelberg kamen zum Vorschein - Eigentlich das, was man bei einem Zwerg vermuten würde. Er legte die Teile neben den Drachenknochen und die vorherabgelegten Reiseutensilien. Das Gewicht von den SChultern fühlte sich Bundror erleichtert, aber auch sehr unwohl, denn es war widernatürlich, dass ein männlicher Zwerg auf den schützenden Stahlpanzer verzichtete. Nichtsdestotrotz wollte er sich gerade daran machen die Heilerin zu rufen, das krachte es gewaltig und etwas stürmte in den Raum, einen Soldaten im Genick - Es war Pelm´s Sohn. Das kleine blonde Bürschchen mit den blauen Augen hatte sich, nur mit dem kleinen Zimmermannshammer bewaffnet durch eine verseuchte Stadt gekämpft um nun neben seinem Retter zu stehen. Doch die Wache war vermutlich nicht begeistert und hatte den Jungen aufhalten wollen, wodurch er sich das Gelächter seines Kameraden und die Schmerzen im Bein verdiente.
"Ruhig bleiben, Langer ,geh lieber wieder auf deinen Post, du hast andere Dinge zu tun, als Kindern nachzujagen. Es sei denn du hättest Lust dich an mir vorbeizudrängen.", griente der Hammerschlag belustigt und verschränkte die Arme vor der Brust. Die Muskulatur pumpte ich auf und gab ein recht beeindruckendes Spiel ab. Scheinbar wirkte der kleine Wink mit der sogenannten Steinsäule, denn der Soldat verzog sich äußert mies gelaunt und humpelnd. Jetzt allerdings richtete sich der eiserne Blick des Zwerges auf den kleinen Jungen neben sich.
"Eigentlich, mein Junge, würde ich dir jetzt solange in den Hintern treten, bis dein Kopf ein paar Ellen in die Höhe schießt.", meinte der Zwerg ernst und fixierte das Kuchengesicht des Pelmsohns gebieterisch.
"Du hast mir nicht gehorcht - Ich sagte, du solltest dich in das Ratsgebäude begeben. Allerdings ...", begann er dann doch freundschaftlich und legte seine Hand auf den Kopf des Jungen (wodurch dieser ein kleines Stückchen nachgeben musste) "... bist du nicht mein Sohn und eine Portion Mut, wie die deinige sollte nicht bestraft werden. Wie ist dein Name?", schloß er ab und war begeistert davon, dass es auch Menschen gab, die kaum Bartwuchs hatten, aber dennoch mutiger zu sein schienen als eine ganze Rotte in voller Rüstung. Zudem war er froh darüber, über die Sicherheit des Jungen Gewissheit zu haben - Wenn wirklich etwas passiert wäre: Seine Frau hätten ihm den Bart gestutzt.

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Re: Vor der Kaserne

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 24. November 2010, 16:41

Der kleine Junge gab unter den Händen des Zwerges ein wenig nach, sah ihn aber stolz an. Swie weit er tatsächlich alles verstand, was ihm Bundror sagte, war egal.
“ Wolfram” antwortete er auf die Frage des Zwerges stolz.
Ein typischer menschlicher Name.

Der Junge hatte Glück gehabt. Zwar hatte ihm Bundror damals gesagt, dass er sich zu dem Gebäude fliehen sollte, jedoch wäre der Zwerg doch froh, dass Wolfram es nicht getan hatte, wenn er wüsste was im Inneren geschehen war.
Jedoch hatte Wolfram die Notwendigkeit verstanden, vor den Dunkelelfen verborgen zu bleiben.
Das hatte er auch geschafft.
Ihm war es damals nicht leicht gefallen, wieder wegzulaufen, als wieder jemand in Gefahr war.
Umso mehr freute sich Wolfram jetzt seinen Helden wieder begegnet zu sein.
“ waren das die dunklen Spitzohren?” fragte er neugierig. Er deutete auf die Verletzungen, welche der Zwerg durch seinen Kampf davon getragen hatte.
Zwar war ein Zwerg nicht zu erschüttern, doch es konnte Brocknar danken, dass ihm schlimmeres erspart geblieben war.
Und eine weitere Erfahrung hatte es ihm auch eingebracht. Ein Dunkelelf ist selbst dann noch gefährlich wenn er halbtot war. Sie starben lieber als zu reden.
Besah sich Bundror seine Wunden, so war auf jedenfalls die Verletzung unter seinen Arm recht schlimm. Sobald er den Arm falsch bewegte, platzte die Wunde gleich wieder auf. Der Dunkelelf wusste, wo er treffen musste.
“ gehst du auch tot…wie Papa?” große blaue Augen blickten ihn an.
In dem Blick stand Unschuld und Mut, aber auch Verlust, Angst und Sorge.
Er umklammerte wieder seinen kleinen Hammer. Als würde dieser ihm Schutz geben. Tatsächlich sah er damit irgendwie wie Bundrors Sohn aus. Entschlossen und doch noch keine Ahnung.
“ Seyd ihr fertig?” hörte Bundror die Stimme der Frau. Sie wartete nicht mehr ab, sondern betrat den raum. Wolfram bezog gleich die Stelle neben dem Zwerg wieder.

“ Oh, noch nicht fertig! Hört, Herr Zwerg, ich habe nicht die zeit lange zu warten.” Sie wippte aufgebracht mit dem Fuß und stemmte die Hände in die Hüfte.
Dann ehe sich der Zwerg versah zog sie ihn zum Stuhl. Dort drückte sie ihn nieder. Die Frau hatte tatsächlich mehr Kraft als man glaubte.
“ Nicht wehtun!” drohte Wolfram der Frau. Diese verdrehte die Augen.
“ habe ich nicht vor!…so stillhalten!…ist das euer Ziehsohn?… Arm hoch!” sie hatte einen harschen Ton drauf, man sah ihr an, dass sie wohl unter Stress litt.
Doch ihre Handgriffe waren gekonnt.
“ keine Sorge, er ist ein starker Mann…den so was nicht umwirft…nicht wahr?…LASST DEN ARM HOCH!… wollt ihr ein Schmerzmittel?” Sie legte eine Tasche auf den Tisch, in der sie rumkramte. Mehrer Phiolen und Fläschchen holte sie raus, auch Salbentiegel und Kräuter. Dann holte sie saubere Tücher und eine scharf riechende Flüssigkeit hervor. Ohne weitere Kommentare wusch sie damit die Wunden aus. Es brannte und Bundror konnte den Geruch von Alkohol erkennen. Wolfram beobachtete das ganze fasziniert und achtete auf jede Regung des Zwerges und jede Handlung der Heilerin.
Nicht lange dauerte das ganze, dann war sie fertig. Dann holte sie Nähmaterial hervor, legte es neben sich.
“ ich weiß, das Zwerge ein stolzes Volk sind. So frage ich euch, wollt ihr die Wunden mit Lichtmagie geheilt bekommen oder soll ich sie euch nähen? “
Sie wartete auf seine Antwort, nickte dann und machte sich dann an die Arbeit.
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Re: Vor der Kaserne

Beitrag von Bundror Hammerschlag » Freitag 26. November 2010, 18:42

"Wolfram also - Wie ein Wolf siehst du mir aber nicht aus, mein Junge."
Skeptisch blickte der Zwerg dem Pelm-Sohn in die tief blauen Augen. In seinem Volk wurden die Namen aufgrund von bestimmten Talenten oder auffälliger Merkmale vergeben. Sein Clan, die Raueisens waren bekannt für die Fähigkeit, jedes Metall verarbeiten zu können, während man dem Zwerg selbst den treffenden Namen 'Hammerschlag' gab, denn seine Waffe sorgte bei Fels und Feind für einen schnellen Fall. Natürlich suchte Bundror nun eine mögliche Verbindung zum Namen Wolfram. Der Zwerg war mit den Menschen zwar vertraut, aber über dieses Thema wollte der bärtige Krieger nie mit den Langen sprechen. Es interessierte ihn auch nicht sonderlich. Schlussendlich gab es Bundror auf und schmatzte ungehalten.

"Nunja. Einen Grund wird es geben, dass man dir so einen Namen gegeben hat.", meinte er abschließend und nickte. Erneut durchzuckte ihn Schmerz und die Wunde unter seinem Arm schien sich nicht beruhigen zu wollen. Das und die Tatsache, dass seine Rüstung unbenutzt in einer Ecke lag, ließ' Unbehagen in ihm aufsteigen. Zwerge sollten nicht von ihrem Stalh getrennt werden - Es war beinahe, als hätte ihm jemand die Manneskraft entrissen.
Aus seinen Gedanken riss ihn, wie sollte es anders sein, der junge Pelm. Seine Neugierde und das erfreute Funkeln im kindlichen Gesicht ließen ein Lächeln über die alten Wangen des harten Kriegers gehen - Kleine Grübchen bildeten sich unter den Augen und im Mundwinkel. Jetzt konnte man sehr gut sehen, dass dieser Zwerg bereits ein paar Jahre mehr auf den Schultern trug, als es seine kämpferischen Fähigkeiten hätten vermuten lassen. Unbeirrt folgten die schwarzen, kleinen Augen des Zwerges dem Fingerzeig Wolframs und gluckste etwas.

"Aye, Kleiner, die spargeldürren Dunkelsplitter haben versucht mich zurück zum Stein zu schicken - Da ist ihnen aber abermals nicht gelungen."

Bundror blickte auf und klopfte sich auf die Brust. Man konnte ihm ansehen, dass er ein wenig Stolz verspürte siegreich aus den Kämpfen hervorgegangen zu sein. Normalerweise würde er jetzt in der nächst besten Taverne sitzen, Singen und Tanzen, Trinken und sich mit den anderen Kämpfern über die gewonnene Schlacht freuen. Leider war er nicht einmal in der Nähe seines Volkes. Trotz seines Erfolges und den Geschichten, die er darüber erzählen konnte, fehlte ihm das Zechen mit seinen Artgenossen. So wie es Brauch war. Schnell löste er sich von seinen Gedanken, als er das runde Kuchengesicht mit großen Augen vor sich sah.

"Und nenn' sie nich' dunkle Spitzohren, Wolfram, sag entweder verkohlte Mimosen oder rotäugische Kleiderträger!", er lachte auf und musste dabei husten.

Bereits beim Kampf mit Drelgin an seiner Seite, genoss er das Witze reißen im angesicht von Gefahr. Vorallem die sonst so große Furcht vor den Dunkelelfen war genug Grund für Spott und Hohn. Allerdings musste Hammerschlag zugeben, dass das weibische Volk der Elfen geschickt mit ihren Brotmessern umgehen konnten. Eine Waffe aus elfischer Esse, konnte nichts gegen den Stahl gehämmert mit zwergischer Schmiedekunst ausrichten. Doch die kleinste Lücke und Nische wussten die verräterischen Spitzohren zu nutzen. Allein aus diesem Grund, war Bundror gegenüber den anderne Elfen recht tolerant - Ein Zwerg genoss zwar die Herausforderung einer ganzen Horde an Feinden gegenüber zu stehen, aber verzichtete darauf, sich eventuelle Verbündete zu Feinden zu machen. Die Betonung liegt dabei auf: Eventuelle.
Nichtsdestotrotz war der Treffer unter seinem Arm sehr gut, denn die Haut wollte durch das ständige Bewegen nicht verheilen und beständig lief ein kleines Rinnsall Blut daraus hervor. Bundror seufzte etwas und verdrehte die Augen. Es war keine tödliche Verletzung und dank dem Steinigen waren die Kinder des Berges nicht gerade für ihre Schmerzempfindlichkeit bekannt. Dennoch wäre er auf keinen Fall für einen langen Kampf bereit, falls die Wunde nicht geschlossen werden würde. doch bevor er die Heilerin ins Zimmer zurückrufen wollte, stellte Wolfram eine erneut recht seltsame Frage.
Bundror überlegte kurz, verschränkte die Arme vor der Brust, was erneut einen brennenden Schmerz in der Wunde verursachte und legte den Kopf schief.

"Ich sterbe schon nicht, wenn du das meinst, Wolfram. Wir Zwerge sind ein wenig anders als ihr Langen ... also, Menschen."

Sein voller Bart baumelte lebendig auf seiner mit kleineren Narben übersehter Brust umher. Nun, da die Breite der Rüstung fehlte, wirkte das Gesichtshaar noch mächtiger als ohnehin schon.

"Aber wie dein Vater - Vielleicht. Seine Familie zu beschützen ist mit Sicherheit ein guter Grund, Brocknar zu Gefallen."

Er wollte gerade zu einer anderen Erklärung ansetzen, da fiel ihm ein, dass es wohl einen Grund gab, dass er Pelms Frau nirgendwo in dem Laden gesehen hatte. In all' der Hektik hatte er nicht einmal nach ihr gesucht. Nun, Pelm war alt und vielleicht war seine Frau bereits gestorben. Obwohl ihr auch ein schlimmeres Schicksal hätte wiederfahren können. Bundror wusste nicht, ob sich die Dunkelelfen an Kriegsgefangenen vergangen, da sie sich anderen Rassen als übermächtig darstellten. Er vermied es, dieses Thema anzusprechen, denn in den Augen des Jungen spiegelten sich Trauer und Verzweiflung wieder. Vermutlich war Bundror das einzige Wesen in Celcia, dass der Junge noch hatte. Der Verlust der Familie wog schwer und der bärtige Krieger dachte an seine Frau und sein Kind, dass er zurückgelassen hatte in Nogrot. Sie wussten immernoch nicht, was vorgefallen war und Bundror würde bald überfällig werden. Inzwischen wäre der Zwerg schon auf dem halben Weg zurück in seine Heimat.

"Ich kannte deinen Vater gut, mein Junge. Sehr gut. Ich glaube, er war der erste Mensch, den ich als Großzügig gesehen habe. Ich denke, auch wenn er nun nicht mehr auf dieser Welt weilt, so ist er dennoch bei euren Göttern und wacht über dich. Brocknar, der Gott der Zwerge, sendet seine Toten zurück zum Stein auf dem mein Volk lebt und so wachen unsere Ahnen jeden Tag über uns - Sie sind der Berg der uns schützt.", gab der Zwerg lächelnd seine kleine Weise wieder.

Er kannte viele der Legenden und Geschichten seines Volkes. Die von großen Heldentaten und von mächtigne Schlachten. Die großen Erfindungen und auch viele lustige Anekdoten über Kip Rotnase, den dauerbetrinkenen Kobold, und Hogart Schnellbein, dem schnellsten Tänzer zwergischer Lyriken den das Volk der Kleinen kannte. Belustigt betrachtete er, wie Wolfram seinen Hammer umklammerte und ein letztes Mal, wuschelte der Zwerg durch die Haare des Jungen.

"Pass schön auf deine Waffe auf, die erste Regel eines wahren Kriegers ist es, niemals deine Waffe zu verlieren - Niemals!"

Mit erhobenen Finger schärfte der Zwerg es dem Menschenjungen ein und kam sich nun wirklich vor, als ürde er seinem Sohn beibringen zu kämpfen. Tatsächlich unterrichtete er seinen Jungen seit gut zehn Jahren im Kampf und ganz dem Vater gleich, erreichte der Sproß schnelle Erfolge.

Die Heilerin meldete sich etwas ungehalten aus ihrem Zimmer und da erst bemerkte Bundror, dass er beinahe vergessen hatte, warum er überhaupt in einem muffigne Zimmer mit einer Wasserschüssel in der Ecke wartete.

"Ja, bin ich!", antwortete er auf die Frage aus dem Nebenzimmer, aber er schaffte es kaum lauter zu werden, denn bereits mit ihrem letzten Wort, trat die harsche Dame in die Räumlichkeiten.

Auf ihren bissigen Kommentar hin und die recht weibische Art, welche Bundror sehr an seine junge Frau erinnerte (Man sollte es nicht falsch verstehen, sie war eine gute Frau, doch konnte sie jedem Mann mit einem Blick seine Fehler vorhalten), konterte der schlagfertige Bartträger:

"Habt ihr nicht? Ich habe gedacht, es gäbe ein Bier und etwas Eberkeule zur Entspannung?!"

Er wollte Lachen, aber schon packte die Frau ihn an der Schulter und zog den Krieger etwas unbeholfen zu einem Stuhl. Ganz schaffte sie sein Körpergewicht nicht, aber dank der Wunde gab der Zwerg nach. Es gefiel ihm kein Stück, dass eine Lange sich derart viel herausnahm - Sie hatte nur Glück, dass ein Zwerg gegen Frauen normalerweise nichts unternahm und dass sie ihm die Wunde nähen konnte. Der dumpfe Aufschrei Wolframs ließ Bundror erneut schmunzeln und versuchte den Jungen zu beruhigen.

"Schon gut, Kleiner, schlimmer als die schwarzen Scheusale ist die hier nicht!"

Sofort totterte die Heilerin herum. Für eine Frau, so dachte Bundror, die anderen helfen sollte, war sie nicht sehr 'einfühlend'.

"Nein, ist es nicht ... er gehörte zu Pelm, dem Steinmetz am Marktplatz.", meinte der Hammerschlag ruhig. Sittsam folgte er ihren Anweisungen.

"Ziehsohn ... ein Langer als Sohn eines Zwerges. Wo gibt es denn sowas, dass die Söhne irgendwann einmal größer sind als die Väter. zumindest nicht in diesem Umfang.Ich muss Drelgin bitten, den Jungne Sicher unter zu bringen - Niemand soll denken, ich schleppe ein Kleinkind auf eine Meilenlange Reise. Eis und Kälte würden das Bürschchen töten, bevor es die Wölfe oder Bestien tun. Dennoch ... Ziehsohn, ha!"

Bundror musste lachen und ließ den Arm sinken. Sofort folgte der Tadel und man hievte sein Gliedmaß in die Höhe.

"Ich brauch' kein Schmerzmittel, Lange. Hebt so etwas für die nächste heulende Elfe auf ,die hier reinstolpert.", höhnte der Zwerg erneut.

Die Tinktur, die von der Heilerin auf ein Tuch gebracht wurde, roch verführerisch nach Alkohol und Bundror wurde schmerzlich daran erinnert, dass er seit einer gefühlten Ewigkeit keinen Krug Starkbier gesehen hatte. Doch die Sehnsucht wurde harsch unterbrochen, als die Menschenfrau ihm den getränkten Lappen in die Wunden drückte und darin herumrüttelte. Er zog die Luft scharf ein und gewöhnte sich schnell an den brennenden Schmerz. Ein Zwerg jedoch würde wegen einer solchen Kleinigkeit keinen Aufstand machen. Man hatte ihm bereits einen Langspeer durch die Mgen gerammt - Da hingegen wirkte so etwas eher Kleinlich. Es war auch mehr der Schreck, der ihn hatte aufjauchzen lassen.

"Nähen, bei Brocknar. Keine Magie an meinen Körper!", begehrte der Zwerg auf, als die Heilerin ihn tatsächlich fragte, ob er seine Wunden mit Magie verschließen lassen wollte.

Manchmal fragte er sich, ob die Langen sein Volk wirklich schon so sehr vergessen hatte. Bundror war der Meinung, dass gerade die Abneigung gegen Magie eines der hervorstechendsten Merkmale eines Zwergs waren. Sie nickte und vernähte gekonnt die Wunde. Nach einer Salbe und etwas Verband, konnte sich Bundror auch wieder ankleiden. Beinahe zu geschickt, wie die Heilerin den Zwerg versorgte, so gekonnt, legte er die einzelnen Teile seiner Rüstung wieder an. Während er sich um seine andere Ausrütung kümmerte, blickte er sich um und besah sich die Lange.

"Habt Dank, Heilerin."

Ein Zwerg, ja, ein Krieger, auf jedenfall, aber niemals unhöflich, wenn ihm jemand etwas Gutes getan hatte.

"Sagt, wie lange wird Drelgin in der Besprechung bleiben? Euer Volk stirbt dort draußen und jede weitere Verzögerung, wird euch mehr Kundschaft bescheren.", ohne den Blick von ihr zu wenden, warf sich der Zwerg seinen Rucksack über, legte seinen Mantel darauf und stützte sich auf den Kampfhammer. Die Knochenplatte glänzte leicht neben dem Zwerg.

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Re: Vor der Kaserne

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 2. Dezember 2010, 21:51

Wolfram lauschte jeden der Worte. Ein paar mal zog er die kindliche Stirn kraus, wenn er etwas nicht gleich verstand. Doch der Junge hatte eine schnelle Auffassungsgabe.
So wiederholte er zur Verinnerlichung, die Bezeichnungen für die Dunkelelfen.
“…verkohlte Mimosen oder rotäugische Kleiderträger, verstanden!” Er nickte eifrig.
Man sah den Jungen an, dass er froh war, jemanden gefunden zu haben. Stolz umklammerte er fester den Hammer, als ihn Bundror darauf aufmerksam machte.
Und so wie Bundror schon selber erkannte, hatte der Junge wohl außer ihn keinen mehr.
“ Brocknar ist das dein Vater?…klingt gut!” fragte er dann jedoch Bundror.
“ Papa, hat immer gesagt…Brocknar hat starke Kinder…hart wie Stein…kann ich das auch?”

Jedoch wie weit die Frage beim Zwerg ankam war ungewiss. Er durfte sich erstmal mit der Heilerin rumschlagen. Erst reagierte sie überhaupt nicht auf die Erzählungen des Zwerges. Sie hatte schon damit gerechnet, dass sie die Wunde nähen müsste. Was sie dann auch tat.
Nach einer Weile war sie fertig. An der Waschschüssel wusch sie sich die Hände und trocknete sie an der Schürze ab.
“ So, kämpfen solltet ihr zur Zeit nicht… aber Krieger nehmen darauf keine Rücksicht….das ist also das Kind vom Steinmetz. Ich vermute mal, das er nicht mehr unter uns weilt. Mag Lythantor seiner gnädig sein…Wie ich weiß, hatte er keine weitere Familie hier. Das Kind wird wohl ins Waisenhaus kommen… falls die Stadt nicht endgültig fällt.” Sie klang gleichgültig.
“Was Drelgin betrifft…so denke ich, ihr meint den Soldaten, der mit euch hier ankam, so sollte es nicht mehr lange….” genau in diesem Moment wurde die Tür aufgerissen.
Die Heilerin zuckte erschrocken zusammen. Wütend drehte sie sich um, und noch bevor jemand etwas sagen konnte, donnerte sie los.
“ Himmel, Arsch und Zwirn… klopft gefälligst an. Ich hätte mitten in einer Operation sein können. Was ist so schwierig zuvor zu klopfen?… Bringt man euch denn nichts mehr bei, außer euer Waffen zu schwingen…”
“ verzeiht!” Der Soldat, tatsächlich selber schon etwas älteres Kalliber, ignorierte sie damit einfach.
Irgendwo konnte man leise Wolfram kichern hören. Worüber, da konnte man sich wohl streiten. Die Heilerin warf ihre Hände in gespielter Verzweiflung nach oben, schnaubte noch etwas und verließ den Raum.
Doch bevor sie ging, drehte sie sich noch kurz zu Bundror um.
“ ich werde das Waisenhaus wegen dem Jungen informieren… in 10 Tagen können die Fäden gezogen werden” damit schloss sie die Tür hinter sich. Wolfram riss entsetzt die Augen auf. Er war zwar klein, doch ihm war klar, dass dies auch nur eine Form des Abschieben war. Der Kleine schluckte hart, seine Fingerknöchel wurden weiß, so heftig hielt er seine Waffe fest.

Der eben eingetretene Soldat schüttelte genervt den Kopf. Er war recht breit und eine große Narbe zog sich über sein Gesicht. Ein Vetaran, doch sah man den mann an, dass er trotzdem gerne lachte.
Doch die Augen waren wach und konzentriert. Sein ehemals rotbraunes Haar war schon an vielen Stellen weiß, so wie sein Vollbart.
“ Bundror Hammerschlag, so nehm ich an. Drelgin schickt mich…oder eher der Kommandant . Mein Name ist Durzo Marcius. Ich bin beauftragt euch nach Nogret zu begleiten. Wir brauchen die Hilfe euers Volkes und hoffe euer Volk zur mitarbeit bewegen zu können. Wir müssen gleich los….Drelgin wird hier gebraucht, sonst wäre er mitgekommen.”
Er streckte dem Zwerg seine Hand entgegen und schüttelte diese kräftig.
“Freut mich euch kennen zu lernen.”
Dann trat Wolfram plötzlich vor. Er hatte eine ähnliche Miene, wie der Zwerg drauf.
“ Ich will mit!”
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Re: Vor der Kaserne

Beitrag von Bundror Hammerschlag » Dienstag 14. Dezember 2010, 16:39

Belustigt über das Verhalten der Heilerin musste der Zwerg breit grinsen und klopfte sich scheppernd auf den Oberschenkel. Eine sehr gereizte Menschenfrau war dies und es sorgte für reichlich Trubel, wenn man ihre Art von Höflichkeit nicht auch als Ideal für die eigene ansah. Erneut bemerkte Bundror, dass es ihm sehr schwer viel sich über das Verhalten der Menschen nicht zu wundern. Wenn es ihr nicht zusagte, wie man auftrat, warum verschuf sie den Argumenten nicht durch ein wenig körperliche Kraft mehr Gewicht? Aber der Zwerg hatte bereits früh festgestellt, dass die Muskelkraft der Langen nur sehr begrenzt war und im Armdrücken hatte er noch nie gegen etwas verloren, dass Größer war als einer seines Volkes. Die Aussage der Heilerin jedoch machte ihm Kopfzerbrechen - Erst in zehn Tagen würde man die Fäden aus der Wunde entfernen können und das würde bedeuten, dass er ganze zehn Tage lang nicht mit gleichem Eifer kämpfen konnte, wie vor der Verletzung. Früher, als er ein junger und wilder Krieger gewesen war, hätte ihm so etwas nichts augemacht, aber er war weise geworden und wusste um die Gefahr einer sich öffnenden Wunde. Kein sonderlich guter Kämpfer riskierte ohne Grund seine Kampfkraft - Denn ein Mann, der im Kampf seine Waffe nicht mehr heben konnte, war so sinnvoll wie ein Elf auf einem Saufgelage. Torkeln, umfallen und sterben. Seinen Gedanken nachhängend, bemerkte er die Sorge Wolframs nicht, der aufgrund seiner Reise in ein Waisenhaus mehr als ungehalten war - Vielleicht war es sogar Angst.
Bundror kehrte erst wieder in die Realität zurück, als er seinen Namen vernahm und der große Menschenkrieger sich vor ihm aufbaute. "Aye, ich bin Bundror Hammerschlag, Durzo Marcius. Hmm. Drelgin kann nicht mit mir kommen - Na hoffentlich ist er noch am Leben, wenn wir zurückkehren, damit ich ihn umbringen kann - Er hat mich warten lassen." Der Griff des Langen war stark und stramm, viele Jahre Kampferfahrung steckten in den geübten Armen. Er war ein anderes Kaliber als Drelgin, der als Rekrut noch sehr jung war. Auch die Narbe war imposant - Im Volk der Zwerge verhießen solche Merkmale immer große Schlachten, mit großer Hingabe. "Aber die Freude scheint ganz auf meiner Seite, Langer. Wir sollten wohl aufbre ...", doch da unterbrach ihn Wolfram und verlangte lautstark mitkommen zu dürfen. Allerdings war die Starköpfigkeit eines Nogroters nicht zu brechen. Bundror erkannte keinen Sinn darin, den kleinen Pelmjungen mitzunehmen. Er wusste nicht einmal selber, ob er lebend bis nach Nogrot kam und dabei noch auf ein kleines Kind aufzupassen war keine gute Alternative. Es sollte lieber hier bleiben und darauf hoffen, dass die Zwergenarmee kommen würde - So hatte er mehr Chancen zu überleben, als wenn er mit ihm kommen würde. "Du bleibst, Wolfram. Es ist sicherer für dich, wenn du hier bleibst. Außerdem musst du dein Volk beschützen. Das ist die höhste Aufgabe eines Kriegers. Wenn ich zurückkehre, werde ich nach die suchen, versprochen, bei Brocknar." Er lächelte und tätschelte ein letztes Mal den Kopf des Knaben. Dann wandte er sich zu seinem neuen Begleiter. "Wir sollten sofort gehen. Geht vorran, wir werden einen Wagen brauchen." Er sicherte erneut den Knochenpanzer des Drachen und sicherte seine Ausrüstung. Er war bereit für die Reise.

ooc.: Verzeiht für Schwäche, aber gerade ein Kreatief.

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Re: Vor der Kaserne

Beitrag von Gestalt » Montag 27. Dezember 2010, 02:23

Für Bundror war alles gesagt, er war eh kein Mann großer oder ausschweifender Worte. Kurze, klare und prägnante Sätze, dass war alles, war er in dem Sinne brauchte. Für ihn war also klar, dass der kleine Junge hierblieb, er Drelgin danach in den Boden stampfen würde und nun sich auf den Weg machte, sein eigenes Volk zu mobilisieren. Wie, das war ihm wohl selber nicht ganz klar, aber ihm würden schon die richtigen Argumente zur richtigen Zeit einfallen. Der älteste seines Volkes dort in Nogrot war ein vernünftiger Zwerg, der den Sinn schon einsehen würde, hier in den Krieg einzugreifen. Nogrot war nicht soweit weg und damit auch nicht so sicher, wie seine Landsleute bisher gedacht hatte. Wenn man den Aspekt bedachte, dass die Dunklen dieses Mal mit viel Magie um sich schleuderten.
Er überprüfte noch einmal seine Ausrüstung und stand dann mit festem Stand und verschränkten Armen vor dem Langen und sah diesen etwas überrascht an, dass er no0ch nicht losgesputet war, um einen Wagen zu besorgen.
“Äh, ihr habt wohl nicht ganz bedacht, in welcher Lage wir uns befinden, oder?” Ein fragender Blick traf den Zwerg.
“Wir befinden uns im Krieg und werden von allen möglichen Seiten dieser Stadt belagert …wie kommt ihr auf die Idee, dass wir diese Stadt auf einem Karren verlassen könnten?” Ein leicht belustigter Ausdruck lag auf Durzos Gesicht.
“Wir können keinen Karren mitnehmen … wofür überhaupt?” Wieder sah den große Mann den kleinen Zwerg fragend an.
“Na, auf jeden Fall müssen wir uns hinaus schleichen, wenn wir nicht gesehen werden wollen. Auch wenn euch das missfällt, aber wir werden hier keinen Kampf riskieren.” Unmissverständlich verschränkte nun Durzo seine Arme vor der Brust und machte damit klar, dass er keinen anderen - riskanten - Weg in kauf nehmen würde oder einer der anderen Langen.
“Wir können uns aber in den Ausläufer des Gebirges umsehen, dort gibt es noch Gehöfte, vielleicht wurden diese bisher vom Krieg verschont … könnt ihr damit leben?” Zumindest versuchte Durzo diplomatisch zu sein, wenn sich das auch eher wie ein Befehl an hörte.
“Noch etwas, … ihr werdet nicht alleine reisen …”, abwehrend hob er eine hand, um Bundrors Protest zu verhindern. “Hört mich erst an, … der Kommandant stellte eure Kampfeskraft nicht in frage, allerdings könnt ihr alleine auch nicht gegen die dunklen Horden ausrichten. … Euch werden ein paar Weggefährten begleiten, sie sprechen sowohl für ihr Volk, als das sie euch auch helfen sollen, in Nogrot heile anzukommen … aufgespießt würdet ihr keinem etwas nutzen.”
Der Soldat legte eine Pause ein, damit Bundror diese Neuigkeiten sortieren konnte.
“Ruht euch ein paar Stunden aus und seid vor Sonnenaufgang fertig zur Abreise, alles klar soweit? … Habt ihr noch Fragen oder brauchte etwas?”
Durzo wartete auf Bundrors Erwiderungen, wandte sich dann mit einem Nicken herum und ging gemäßigten Schrittes aus dem Raum. In der Tür blieb er noch einmal stehen und wandte sich erneut an Bundror.
“Dieses Kind dort …”; er deutete auf Wolfram. “Bringt es irgendwo unter, wenn es sein muss, auch im hiesigen Waisenhaus oder im Tempel … aber er kann nicht mitkommen.” Durzo nickte erneut und verschwand dann komplett aus dem Raum.
Wolfram hingegen blickte schockiert zu Bundror auf, sein Blick war trotzig und schon polterte mit seinem Protest los.
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Re: Vor der Kaserne

Beitrag von Bundror Hammerschlag » Dienstag 18. Januar 2011, 18:40

Bundror´s Braue zuckte nervös und ein abwertendes Schnalzen folgte. Wütend schnaubte der Zwerg und brachte seinen Bart damit zum Zittern - Der Lange war vielleicht Soldat, aber hatte ebenso wenig Mut und Schneid wie die meisten Menschen, die der Steinmetz in all' den Jahren kennenlernen durfte. Es machte ihn zornig, dass niemand auf die Idee gekommen war durch die Blockade zu brechen. Pelgar hatte mit Sicherheit mehrere Stadttore und an ein oder zwei Stellen wären die feindlichen Streitkräfte ausgedünnt gewesen - Ein rasch fahrender Wagen wäre ein schweres Ziel und würde höhstwahrhscheinlich einfach hindurch fahren. Doch trotz all' der Wut im zwergischen Herzen, verblich' der Verstand nicht und Bundror verstand die Lage. Niemand wollte seine Soldaten in den sicheren Tod schicken. Eine kleine Zwergeneinheit würde sich durch die Dunkelelfen schaben wie eine Axt durch weiches Holz, aber die Langen wären dabei nur hinderlich und wenig nützlich. Der Wagen wäre dennoch praktisch, denn mit einem solchen Gefährt würde man sich die fünf Tage lange Reise ersparen. Die Ausläufer des Gebirges, welche der Zwerg recht gut kannte, waren uneben und verzögerten die Reise etwas - Trotzdem musste er auf die Hilfe der Menschen zählen, denn selbst wenn sein Volk zu den besten Kriegern Celcias gehörte, so waren die Feinde dieses Mal zahlreich und es wurde nicht in Schnee und Wind gekämpft.
Bundror beschloß, dass er seine Wut an den ersten zehn Spitzohren auslassen würde, die er auf dem Schlachtfeld antrifft. Bis zu diesem Tag allerdings würde es noch dauern, was seine Laune nur wenig besserte. "Um das Kind wird sich gekümmert, keine Sorge, Durzo. Sorgt ihr dafür, dass die Reise sich nicht noch weiter verzögert - Ich habe ein ungutes Gefühl im Arsch und das hat mich bisher noch nie im Stich gelassen." Als der Mensch das Zimmer verlassen hatte, entspannte sich der Zwerg etwas und ließ die Rüstung dabei leise Klappern. Weggefährten. Eine Reisegruppe gab es für ihn selten. Patrouillen und einige Wachgänge in den Ausläufern der Berge oder bei den Belagerungen von kleinen Orkfestungen in den Auslagerungen des westlichen Drachengebirges waren seine einzigen, geselligen "Ausflüge". Der Zwerg stellte es sich teilweise witzig vor mit einer Horde Menschen durch das Land zu ziehen, aber der illustre Gedanke war in Schatten gehüllt vor der drohenden Gefahr aus dem Westen, die so hart an die schweren Tore der Stadt pochte. Bundror war ehrlich zu sich: Die Pelgarer waren verloren. Einer solchen Macht würde sie niemals alleine begegnen können. Jemand klopfte gegen die Stahlpanzerung des bärtigen Kriegers und lenkte dessen Aufmerksamkeit nach unten. Wolfram machte ein Gesicht wie ein Troll beim Furzen und Bundror wusste sofort worum es ging, als der kleine Mann wie vom Eon gebissen losbrüllte. Der Zwerg nahm all' seine Geduld zusammen und seufzte tief. "RUHE!", polterete er seinerseits los und ließ den kleinen Kerl nach hinten weichen. Die schwarzen Augen waren vollkommen steif auf Wolfram gerichtet und Erst lag in dem zerfurchten Gesicht. "Du kannst kaum eine Waffe halten, Junge und die Armeen dort draußen werden auch vor dir keinen Halt machen. Es ist gut mutig zu sein und in einer Schlacht zu kämpfen, es ist aber dumm, wenn man seine Waffe nicht führen kann. Die Schwester bringt dich morgen früh an einen sicheren Ort und du wirst mit ihr gehen. Keine Widerrede. Geh' zu ihr und nachdem ich mit anderen meines Volkes zurückkehre, werden wir uns wiedersehen." Er trat einen Schritt auf Wolfram zu und sein Gesicht erweichte wieder. Es ähnelte mehr den Zügen eines Großvaters, der Sorge um den Enkel hat, als denen eines Kriegers. Die schwere Hand legte sich auf die Haare des Jungen und verwuschelten diese. "Ajuel Kresh-k.", verabschiedete der Hammerschlag den Jungen in der Sprache seines Volkes und verließ kurzerhand das Krankenzimmer.
Lange Gänge, erhellt von Fackeln und Schreie drangen durch die gesamte Kaserne. Wahrscheinlich waren die Kämpfe vor den Mauern heftiger als man es erwartet hatte. Noch während der Zwerg im Gang stand, passierten zwei Wachtrupps den Eingang zum Krankenzimmer und verschwand laut rufend hinter verschiedenen Ecken. "Man mobilisiert die Reservetruppen ... diese oder vielleicht in der nächsten Nacht. Pelgar wird fallen. Der Zwerge dachte mit der Abgebrühtheit eines Soldaten über die nahende Niederlage nach. Für ihn war das Schocksal der Menschen weniger wertvoll, wie das seiner eigenen Brüder und Schwestern, dennoch war es ein unnötiger Verlust. Schweigend suchte sich Bundror einen Weg in den Hof und stellte fest, dass er einzig und allein den Befehlen und dem Geklapper der Rüstungen zu folgen brauchte. Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichte der alte Mann sein Ziel. Ein recht vertrautes Bild offenbarte sich ihm: Junge Soldaten wurden von alten Veteranen angeschrien. Wagen wurde mit Soldaten und Waffen beladen. Besorgte , nervöse und sogar erwartende Gesichter säumten den stinkenden Innenhof. Die Pferde hatten sich mehrfach erleichtert und auch die Krieger pissten in jede erdenkliche Ecke um ihre Rüstungen nicht ausziehen zu müssen oder aus der Befehlsreichweite zu verschwinden. Kopfschüttelnd verschwand der kleine Mann aus dem schmalen Torbogen und suchte sich einen Stelle am nahen Lagerfeuer. Hier saßen einige junge Rekruten und versuchten sich die Angst vor der nahen Schlacht zu vertreiben. Eine Flasche ging rum und wurde immer mal wieder an die zugeschnürten Kehlen gesetzt. Es klapperte laut, als sich der Kurze auf einer Kiste niederließ. Sofort öffneten sich die Augen der jungen Männern.
"Seid gegrüßt, Herr Zwerg ...", murmelte einer der noch nüchternden Soldaten. Bundror ließ sich etwas Zeit mit dem Antworten, aber nicht aus Unhöflichkeit, sondern, weil er sich erneut von seiner Last befreien musste. Klatschend landeten Rucksack und Drachenknochen im Dreck. "Ich grüße euch ebenfalls, junger Mensch." Jemand stupste seinen Nachbarn an und drängte diesen, die Flasche mit Schnaps an den bärtigen Krieger weiter zu reichen. Dieser erfreute sich des Alkohols und auch wenn Bundror nicht so auf das Menschengebrannte aus war, trank er mit langen Zügen. Er ächzte laut auf, als er die Flasche wieder von den Lippen zog und zurück gab. Morgen war ein großer Tag und es brachte den Zwerg zum Nachdenken, dass er und sein Volk bald wieder mit den Menschen Seite an Seite kämpfen würden. Wie in den alten Geschichten. Ihm viel ein alter Zwergenreigen ein. Tief stimmte der Kriger seine Stimme und obwohl er kein sehr guter Sänger war, dröhnte es aus seinem Rachen.
"Mit Schild und Axt im tiefen Land,
ein Zwerg einsam gegen Feinde stand.
Gestank und Blut quoll aus den Ritzen,
tausend Schläge Wunden schlitzten.

Orkisch Brut und elfisch Schlag,
kein Zwerg sich lang erwähren mag.
Gefallen sind zehntausend gar,
allein der Zwerg stand da.

Mut war nah, doch Kraft gar fern,
am Himmel ward ein einzig Stern.
Neben ihm der Mensch verharrt,
zusammen wurden sie verscharrt."
Er verstummte und entzündete die Pfeife, welche er bei der letzten Zeile hervor geholt hatte. Die Menschen hatten gelauscht und auch, wenn sie kein Wort hatten versthen können, so hingen sie an den Lippen des fremden Kämpfers. Bundror sag noch viele kleine Lieder und gab Legenden zum Besten: Über Alfrin, dem Drachenjäger oder Drog'mar Gash, der einen Riesentroll in die Schlacht geritten haben soll. Einige Dinge amüsierten die jungen Soldaten, andere ließen sie gespannt lauschen. So verging die Nacht schnell und auch wnen die Rekruten allesamt schliefen, so wachte der alte Zwerg behutsam über das Lager - Denn die Kamofgeräusche der Ferne ließen sein Blut kochen.

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Re: Vor der Kaserne

Beitrag von Erzähler » Sonntag 23. Januar 2011, 19:48

Die Geräusche ebbten auch in der Nacht nicht ab. Sie hallten über die Stadt, wie die Vorboten des bevorstehenden Untergangs.
Wie viele dieser Stadt wohl noch fallen würden, bevor die Dunkle Armee die Stadt einnahm. Keiner würde hier wahrscheinlich am leben gelassen werden.
Die dunkle Armee würde nur Sklaven unter sich dulden. Und wer sich nicht fügen würde, würde wohl dem dunklen Gott geopfert werden.
Sie würden nicht Halt machen, weder vor Alten, Frauen und Kindern.
Bundror hatte es selber schon eingeschätzt. Die Stadt würde fallen.
Und vielleicht auch Wolfram.
Die Nacht schritt voran und langsam wurde die Kälte durch die ersten Strahlen der Sonne vertrieben.
Irgendwo krähte ein Hahn.
Langsam wurden die ersten Kadetten wieder wach. Unruhe machte sich breit.
Zwei Gestalten kamen auf Bundror zu.
Sie blieben vor Bundror stehen.
Der Eine war riesig. Er hatte einen durchtrainierten und muskulösen Körper. Von der Statur hatte es ein Riese sein können, war er doch über 2 m groß. Er hatte eine helle Hautfarbe, die einen Graustich aufwies.
Seine schulterlangen Haare waren rotblond und er hatte Augen, die die Farbe von Eis hatten. Die Haut war wettergegerbt und sein Gesicht war kantig und blickte neutral.
An Kleidung trug er eine Lederhose, Stiefel und einen Pelz um die Schulter. Die Brust war frei. An seinem Gürtel trug er mehrere Wurfbeile und auf der Schulter hatte er eine mächtige Axt liegen.
Sein Begleiter war dagegen nicht viel großer als der Zwerg. Vielleicht ca 1,50 oder so.
Und überhaupt schien er körperlich eher schmächtiger Natur zu sein. Das Gesicht war jugendlich und doch sah man an den Lachfalten um den Augen das Alter schon an.
Spitze Ohren ragten zwischen dem langen blonden Haar hindurch, welches er zum Pferdeschwanz gebunden hatte. Ein langer Pony umrahmte seine bläulich schimmernde Haut.
Ein Eiself?
Die Kleidung war passend für die Reise gedacht. Nur einen Degen trug er an der Seite und einen Rucksack auf dem Rücken.
„Seyd gegrüßt, Herr Zwerg….wie ich sehe habt ihr wohl die Wache übernommen. Naja, die Grünschnäbel können nach so einem Trunk auch kaum noch Wache halten…“ Er hob dabei die Flasche vom Boden und schüttelte sie. Es war noch etwas drin.
Sein Grinsen wurde breiter. Er setzte die Flasche an, nahm einen Schluck davon und stellte sie dann wieder ab.
„…kann nie schaden…außerdem verkommt es sonst…mein Name ist Tiador Federflug, doch Tiador reicht. Jaja…ich weiß, ein Spitzohr…aber ich bin ganz umgänglich, glaubt mir und im Wege stehe ich gewöhnlich auch nicht rum. Durzo hat uns zu euch geschickt. Wir sollen euch begleiten. Den direkten Kampf ist nicht meine Stärke…ich bevorzuge eine andere Methode“ Er zwinkerte Bundror zu, unterließ jedoch seinen Redefluss nicht. Dabei schien er bester Laune zu sein.
„…dieser Herr neben mir ist Draven. Ein schlagkräftiger Geselle, doch leider nicht besonders gesprächig. Er ist stumm. Aber dafür rede ich meist genug…“
Der Riese trat auf Bundror zu und schüttelte dem Zwerg kräftig die Hand. Ein wahrer Krieger, durch und durch.
„..nun lange Rede kurzer Sinn. Kommt schon. Wir wollen los. Ihr habt doch nichts vergessen, oder?“
Der Elf schien die Lebensfreude in Person zu sein.
Was hatte Durzo ihn da nur aufgetragen?
„ Ach ja, bevor ich es vergesse…Durzo wartete vor der Stadt auf uns. Er hielt es …nein, eigentlich hielt ich es für eine gute Idee, dass wir dich dazu holen. So lernen wir uns gleich kennen.“ Damit schritt der Elf los. Draven zuckte nur mit den Schultern und deutete Bundror mitzukommen.

Das war also Bundrors Begleitung. Ein Riese, der wenn er kleiner wäre, auch einen Zwerg Konkurrenz machen könnte. Und ein gutgelaunter Elf, der nach seiner Art, nicht zu den typischen Vertretern der Spitzohren gehörte.

Dann machten sie sich auf. Hinaus aus der Kaserne. Sie schienen wohl die Morgenstunden genommen zu haben, weil noch nicht so viel los war.
Sie liefen eine gewisse Strecke und dann blieben sie hinter der Kaserne stehen. Am Boden war eine riesige runde Metallscheibe eingelassen. Ein Eingang zu den Abwässern der Stadt. Draven bückte sich und hob den Deckel hoch.
„ Tja, da stinkt es wirklich…doch es ist der sicherste Gang aus der Stadt heraus. Wartet, ich habe eine Fackel…oder so was ähnliches. Moment., …ah! Hier!“
Er holte einen flachen Stein hervor, der hell leuchtete.
Der Elf an Bundror vorbei und kletterte eine Leiter nach unten. Die Lichtquelle wurde kleiner und erhellte einen groben Gang. Vielleicht selber einst Bauten von Zwergen.
Draven tippte Bundror auf die Schulter. Er solle wohl gehen. Dann folgte der große Kerl, nachdem er den Deckel wieder hinter sich schloss.


OT: Den neuen Post kannst du dann eröffnen. hoffe, es geht für dich alles klar!
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