Greifenflucht

Das Drachengebirge streckt sich vom östlichen bis in den westlichen Teil Celcias. Es ist die Grenze zwischen dem hellen und dem dunklen Reich. Die große Hauptstadt wurde im Schutze dieses Gebirges gebaut.
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[INFO] In der Stillen Ebene steht die dunkle Armee (bestehend aus Dunkelelfen, Orks und Untoten). Das Fischerdorf ist in der Gewalt von Orks. Pelgar wird von der dunklen Armee angegriffen, die auch im Besitz eines heraufbeschworenen Knochendrachens war. Hinweis: Dieser ist inzwischen besiegt und auf Pelgar abgestürzt. Seht hierzu die Weltereignisse auf der Webseite durch!
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Darak Luthrokar
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Re: Greifenflucht

Beitrag von Darak Luthrokar » Dienstag 14. Oktober 2008, 00:20

Wie ein zur hälfte zerquetschtes Häufchen Elend lag der Gehörnte unter der Tonne und sah so unendlich traurig und verzweifelt aus. Seine Tränen stammten aus tiefstem Herzen und gaben seinem Schmerz den nötigen Ausdruck. Im Grunde weinte Darak selten – eigentlich hatte erst Elena ihm dies wieder beigebracht. Lilith hingegen, hatte ihn schon oft weinend gesehen und ihm Trost gespendet und Alma? Sie war jener Fels in der Brandung, jener Anker und jene tadelnde Faust die ihn wieder auf die Beine stellten. Kurzum: Darak war von Frauen umgeben die sein Wesen stark prägten und veränderten. Aber Elena – ihr Status bleib unangefochten einzigartig. Sie war es gewesen die seinem Leben den nötigen Umbruch beschert hatte, weg von all den Morden, weg von der schiefen Bahn in die er geraten war. Weg davon und hin zu einem neuen Leben. Ein Leben in welchem er gelernt hatte an Hoffnung zu Glauben… und nun? Immer dann wenn er Hoffte, wenn er die Götter anflehte wie damals in den Minen wurde er mit einer herzenspaltenden und verstandraubenden Wahrheit konfrontiert die sich so tief in sein Wesen in sein Denken einbrannte wie kaum etwas anderes. Die bittere Erkenntnis die sich in seinem Leben bisher immer wieder bestätigt hatte – dies was immer folgen musste wenn er davor stand wahres Glück zu empfinden: Der plötzlich eintretende Abbruch von schrecklichem Ausmass. Angefangen schon nach seiner Geburt. Weggegeben in den ersten Wochen seines Lebens… und dann? Das zweite Mal am kurz bevorstehenden Höhepunkt seiner Mönchskarriere…. So reihte sich Ereignis an Ereignis und zusammen ergaben sie eine Lebensgeschichte welche falls man sie lesen würde höchstens zu betrüben vermochte.

Der Groll gegen seinen einstigen Gott bestätigte sich erneut. Wieder fühlte sich Darak durch Lysanthor selbst verraten, wer sonst wenn nicht dieser Gott war in der Lage das Schicksal so zu seinen ungunsten zu Formen? Ohne wirklichen Sinn dahinter! Vermutlich rein zum vergnügen!

Daraks Ausdruck veränderte sich aus Verzweiflung entstand Wut. Darak wollte aufbegehren wollte dafür sorgen dass nach Elena gesucht wurde, dass ER nach ihr suchen konnte… Doch dann wurde diese Wut und der wachsende Eifer mit einem Satz wieder niedergeschmettert. <i> "Dass du ja nicht aufstehst. DU kannst ihr im Moment am wenigsten helfen"</i> Diese Botschaft traf ihn wie ein Schlag ins Gesicht. Er starrte Alma an. Biss sich auf die Lippen. Sein Blick wurde Leer. Die Spannung in seinem Körper liess nach. Resigniert sank er ins Nest zurück. Er konnte nicht Helfen. Er würde höchstens Hilfe brauchen – was nützten ihm seine Muskeln, seine Sturheit… wenn er doch nicht helfen konnte. Was für ein Narr war er nur?! Er nickte. Blieb stumm. Eine seltsame Aura ging plötzlich von ihm aus. Irgendetwas hatte sich da stark zum ungunsten in ihm, seiner Persönlichkeitsstruktur verändert.

In seiner Seele klaffte ein Loch doch noch wusste er selbst nicht welche Auswirkungen dies haben würde.

Wie in Trance nahm er wahr wie Alma Vorbereitungen traf die irgendwie aberwitzig wirkten. Ausgerechnet sie – die wohl rein schon aus physiologischen Begebenheiten potenziell unberggängigste Frau wollte sich gerade an dieses Unterfangen – und dann noch bei Regen und möglichen Gewitter. Heranwagen. Darak seufzte schwer und blickte zu den Überresten von Valrocks Bruder. Er ballte seine Faust. Noch immer hegte er die Aggression des von ihm interpretierten Verrats in sich.

<i> "Ich bin bald wieder da. Lass mich gehen und pass auf ihn auf."</i> „Ich… möchte nicht dass noch jemand aufgrund meiner Freundschaft stirbt Alma.“ Hauchte er matt, so trübe und leer. So unendlich verloren. In solchen Momenten wünschte er sich Samantha – die stimme seines Kinderopfers herbei. Sollte sie ihn quälen. Ihn beschimpfen und ihm vor Augen halten was für ein schlechter Mensch er war. Als schlechter Mensch war es einfacher Morde wegzustecken – als wenn er als guter Mensch seine Liebste verlor… weil er sie wieder gefunden hatte.

Er blickte Alma nach. Bis ihre gigantische kugelhafte Gestalt hinter dem Horizont verschwand. Er seufzte schwer. Starrte vor sich her. Die Schmerzen in seinen Schultern und seinen Beinen taten ihm gut – die hatte er sich verdient. Sie waren vermutlich verhältnismässig viel zu schwach.

Der Regen prasste an dem Gefieder des grossen Greifen ab. Eine besondere Fettschicht sorgte für diesen Effekt. So würde das Gefieder nicht schwer werden nicht träge – nicht so träge wie Daraks Seele die sich im Moment schwermütiger Anfühlte als drei Almas zusammen.

Er stank. Erst jetzt nahm er es richtig wahr wie er stank. Sein selbst ekelte ihn an. Er schnaubte. Rümpfte die Nase. Starrte auf seine Beine. Sie missfielen ihm. Er hasste sich! Wie er sich noch nie zuvor in seinem Leben gehasst hatte!

Lilith kam auf ihn zu. Nahm ihn in den Arm. Drückte ihn an sich. Er ertrug diese Nähe nicht. Er hatte sie weder verdient - noch wollte er sie haben. Er zerstörte dies was ihm Nah war – oder Lysanthor tat dies. Er war ein Narr! Er schnaubte. Spannte sich an. Biss sich auf die Zähne. Bis er schliesslich knurrend seinen Helm vom Schädel riss. Ihn gegen den Nestrand schleuderte. Dieses dumme Ding… es konnte ihn ja doch nicht von diesem Leid beschützen. „ARHGH!“ Brüllte er auf. Wand sich aus Liliths Griff. Sah sie verstört an. Er riss sich auf die Beine und taumelte zum Nestrand. Wie eine Schnecke und doch so klar signalisierend dass jeglicher Versuch ihn aufzuhalten mit einem grässlichen Tod enden würde. Er kletterte darüber. Stürzte. Rappelte sich wieder auf und humpelte in den Regen.

Reinigendes Wasser ergoss sich über ihn… nahm die Jauche von seinem Körper und liess damit auch den Gestank verschwinden. Doch in Darak blieb er haften. Lauthals brüllte er sein Leid in die Welt. Begann eine Schimpftirade gegen den Gott der Gerechtigkeit. „EEEEEEEEEELEEEEEEEEEEEEEENDIGER!!!“ Heulte er und schleuderte – nicht auf seine Schulter achtend – wild mit Steinen um sich. Nein… ungeachtet war das falsche Wort. Er benutzte absichtlich die verwundete Seite. Er wollte Schmerz. Wollte ihn spüren. Ihn verstärken. Bis er so stark war dass er ihn betäubte. Irgendwann vielleicht…

Er tobte und schrie. Keuchte und ächzte. „Du mieser Bastard!!!“ Brüllte er obwohl er wusste, dass er nicht den Gott sondern sich selbst damit meinen sollte. Doch Lysanthor würde ihm heute als Stellvertreter dienen.

Er weinte und schrie gleichermassen. „ICH BIN EIN MÖRDER NICHT WAHR?!!! DANN GIB MIR NICHT DAS LEBEN EINES GLÜCKLICHEN!“ Klagte er vor seinem einstigen Gott. „KOMM HER! HOL MICH DU KLEINER FEIGER BASTARD!!! HOOOOLLLLT MICH PEEELGAAAARER!! SCHLAGT MICH ANS RAD!!! NA KOMMT HER!!!!“

Verlor er etwa den Verstand? Man mochte wirklich darum Sorge haben wenn man ihn so sah… doch war dies nicht irgendwo verständlich bei all dem was er bereits erlebt hatte? Dass irgendwann sein eigenes Bewusstsein seine Lebensgeschichte nicht mehr tragen wollte und sich lieber in den Wahnsinn flüchtete?

Er begab sich gefährlich in die Nähe der Klippen.

Er würde doch nicht...?!

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Re: Greifenflucht

Beitrag von Erzähler » Dienstag 14. Oktober 2008, 20:01

Wie musste er sich jetzt wohl fühlen? Wie schwer legte sich die Bürde auf seine Schultern, dass Elena – seine Elena – nun einfach fort sein sollte? Und zwar nicht nur weg, so dass man sie nur verfolgen und einholen musste, nein. Sie war tatsächlich fort, verschollen, vielleicht tot. Lilith hatte sie nicht finden können. Wenn sie tief gestürzt war, so brauchte sie sicherlich Hilfe, war möglicherweise verletzt. Die Ungewissheit brannte wie Feuer auf der Haut und schnürte den Hals zu. So erging es jedenfalls der Elfe. Auch wenn sie Elena nicht gekannt hatte, so sollte doch kein Leben, gegeben von Florencia und Phaun, einfach auf diese tragische Weise ausgelöscht werden. Vor allem aber tat es Lilith für den Gehörnten leid. Sie wusste, was der Verlust Elenas für ihn bedeutete. Was dieser schwere Schicksalsschlag für ihn hieß, nachdem er bereits so viel gelitten hatte. Doch konnte sie ihm nicht weiter helfen. Sie durfte bei all dem Schrecken nicht vergessen, warum sie auf den Greif gestiegen und Darak gefolgt war. Sie hatte eine Mission, im Namen der Amazonen von Xytras und sie hatte eigene Pläne, die sich mit dieser Mission noch kreuzen würden. Es würde mehr Konflikte geben, vielleicht verheerende für sie. Aber sie wollte nicht einfach aufgeben. Nicht, nachdem sie den gehörnten Luthrokar kennengelernt hatte.
Er war ihre einzige Chance, so glaubte sie.

Alma fürchtete hingegen, dass Darak seine letzte Chance unnötigerweise aufs Spiel setzen könnte. Er brauchte Ruhe, hatte so viele Verletzungen davongetragen und Blut verloren. Seine Kraft musste doch längst am Ende ihrer Reserven angelangt sein, aber nein. Sturheit trieb diesen Kerl voran, doch erstmals, seit Alma ihn kannte, empfand sie diese Sturheit als störend. Sie könnte ihn zu gefährlichen Taten verleiten, aus denen er möglicherweise am Ende ebenso herauskommen würde wie Elena. Trotzdem konnte sie ihn verstehen. Aber jetzt war er ihr keine Hilfe, nicht so.
Auch er schien es endlich zu begreifen, was Alma mehr verwirrte. Sie hatte mit mehr Widerstand, ja sogar mit heftigem Aufbegehren seinerseits, gerechnet. Dass Darak Luthrokar nun beinahe brav wie ein kleines Kind am Nestrand nach unten rutschte und schweigend sitzen blieb, ließ ihre fettige Stirn in Sorgenfalten fallen.
Na, wenigstens war er fürs erste ruhig. Jetzt musste nur nochmal jemand nach Elena suchen, ehe Darak an der Ungewissheit über ihren Verbleib verzweifelte. Aber auch Alma fürchtete um die temperamentvolle Gefährtin.

<i>"Ich ... möchte nicht, dass noch jemand aufgrund meiner Freundschaft stirbt, Alma."</i> Die Tonne nickte. "Deshalb geh ich ja auch los und such deine Elena. Macht mir fast nichts aus, hinter dir herzuräumen, obwohl ich nichtmal BEZAHLT werde." Sie grunzte. Es sollte eigentlich ein Lachen sein, aber nichts als ein Schnaufen drang aus ihrer Fettkehle. Hatte Alma überhaupt eine Kehle? Sie besaß ja nicht einmal wirklich Hals. "Halt die Hörner steif." Mit diesen letzten Worten wandte sich die Heilerin ab und stapfte in den Regen davon.

Lilith versuchte unterdessen, ihn zu trösten und sich selbst durch die leise gesäuselte Melodie zu beruhigen, die ihre Lippen verließ. Wo war sie da nur hinein geraten? Wollte sie es ungeschehen machen?
Ihr Kopf sank auf die kotverschmutzte Schulter Daraks. Eine Weile saß sie so, bis er sich plötzlich den Helm vom Schädel riss und ihn einfach von sich feuerte. Lilith wich erschreckt zurück, ehe Darak sie von sich stoßen konnte. Sie starrte ihn an. Er erwiderte ihren Blick mit solch verstörten Augen, dass es ihr die Tränen in die eigenen trieb. Selbst eine Amazone musste weinen, wenn sie dieses Leid entdeckte, auch wenn es sich über einen Mann gelegt hatte.

Brüllend und schnaubend wandte sich Darak ab, krabbelte wie ein unbeholfener Käfer aus dem Nest und landete unsanft auf dem harten Gestein des Gebirges. Neugierig krächzend hoben die jungen Greifen ihre Habichtköpfchen und blickten ihn an. Doch Darak warf keinen Blick zurück, er kroch in den Regen, ließ seinen Körper reinwaschen. Doch auf seiner Seele lag eine von Schuld geschaffene Schmutzschicht, die kein noch so reines Wasser je fortspülen können würde. Ein weiterer Mord hatte sich zu seinen begangenen gesellt. Ein Mord, den er nicht als Schlächter von Andunie und nicht als Sklaventreiber begangen hatte, sondern einfach nur, weil er im Glauben an einen Neuanfang Liebe in sein Herz gelassen hatte. Und in ihres. Elena hatte für seine Zuneigung bezahlen müssen.

Darak schrie und brüllte in die Welt hinein. Seine Flüche, seine Verzweiflung, einfach alles, hallte von den Bergspitzen wider, als wollte das Drachengebirge ihn verspotten. Lilith sah zu, wie er Steine und kleine Erdbrocken warf und immer wieder gen Himmel fluchte.
Sie seufzte. Vielleicht war ihre Entscheidung, ihm zu folgen, doch falsch gewesen. Was sollten die Amazonen mit einem Wahnsinnigen? Wie sollte er ... für ihre Pläne herhalten in diesem Zustand?
Doch seine Schreie erzürnten nicht nur die Götter, welche mit Donnerschlägen und nur mehr Regen antworteten oder ließen Lilith nachdenklich werden. Jemand hörte ihn. Jemand hörte ihn und rührte sich. Dieser Jemand ballte die Hand zur Faust, suchte Konzentration im Schmerz, den er spürte und ... richtete sich unter Ächzen auf. Der Nichtgenannte – Carath Molsag – saß keuchend unter dem Flügel des Greifen. Er konnte kaum etwas sehen, so sehr waren seine Augen zugeschwollen. Sein Gesicht ähnelte einem Schlachtfeld, aber er wagte es, seine gebrochene Nase zu berühren. Zischend stieß er die Luft aus, dann drehte er langsam den Kopf. Durch die winzigen Schlitze, die ihm Sicht gewährten, erkannte er im Augenblick nur eine Sache: Daraks Helm, der achtlos neben seinem Fuß lag. Mit der Geschwindigkeit einer altersschwachen Schildkröte griff er danach und hob ihn auf. Carath wollte etwas sagen, doch sein Mund schmerzte. So hatte es keinen Sinn.
So lauschte er zunächst nur.

<i>„ICH BIN EIN MÖRDER NICHT WAHR?!!! DANN GIB MIR NICHT DAS LEBEN EINES GLÜCKLICHEN!“</i> Caraths Kopf drehte sich zu Lilith und dann weiter über das Nest hinaus. Er sah jemanden toben. Darak.
Der Nichtgenannte mochte seine Maske nicht mehr tragen. Seine Kleidung mochte zerschlissen, zerrissen und verschmutzt sein. Er mochte stinken. Aber er konzentrierte sich auf das, was er gelernt hatte. Er erinnerte sich, dass es ihm als Junge schon einmal so ergangen war. Er dachte an den Tag, der sein Leben verändert hatte. Er erinnerte sich an seinen Bruder – von dem Darak ihn befreit hatte – und trotz der entsetzlichen Schmerzen lächelte er. Sein Herz schlug belebend gegen seine Brust. Seine aufgesprungenen Lippen formten lautose Worte, den gesamten Leitsatz seines Ordens: Schmerz spüren ist wichtig, da weiß man, dass man noch lebt. Doch Schmerzempfinden abzuschalten gibt Kraft, zu überleben.

Er krächzte: "El...fe.." Lilith schaffte es, ihren Blick von Darak abzuwenden, der sich soeben aufrappelte und sich den Klippen näherte. Sie blickte den Nichtgenannten an und war mit einer einzigen Bewegung bei ihm.
"Alma sagt, Ihr sollt Euch schonen."
Carath schüttelte den Kopf. Es war nicht ersichtlich, ob er sein Gesicht im Schmerz verzerrte, denn alles war verzerrt, eine groteske Maske des Peins. "Bring ... m... Da..rak ... Schül...er." Lilith verstand nicht jedes Wort, auch weil der Nichtgenannte sehr leise sprach, aber sie wusste, was er von ihr wollte. Vorsichtig hob sie ihn an und schleifte ihn zum Nestrand. "Darak. DARAK!!!" Sie schrie seinen Namen, als sie sah, wo er stand. "Bleib stehen!" Der Nichtgenannte glitt aus ihren Händen, doch dieser hatte Zeit gehabt. Genug Zeit, um sich in seine Meditation zu finden. Schmerz wurde an die Umwelt abgegeben. Kraft kehrte in den Mann ein. Wie durch ein Wunder schob er sich über den Nestrand. Die Elfe folgte und stützte ihn. Sie wusste nicht, was er vor hatte, aber sie half ihm, zu Darak zu gelangen.

"D...k", keuchte Carath und hob den Kopf. Er mochte ihn kaum sehen. Er wusste nicht, wie nahe sein Schüler am Abgrund stand. Aber er hatte zugehört, viel gehört. Er wusste gar, dass Elena verschwunden und abgestürzt war. Wenn man nur hören konnte, lauschte man der Welt und nahm alles in sich auf, was vom Schmerz ablenkte. Doch jene Pein hatte sich für einen Augenblick lang von ihm verabschiedet. Er wusste, sie würde zurückkommen. Er konnte sie nicht auf ewig bannen. Aber jetzt durfte er sich ihrer Qual nicht hingeben, noch nicht. Zuerst musste ...
"Fin..de ... zur ... Be..s...inn...un....ghhhrrrghhh!", schnaubte er Darak entgegen, hob mit aller Kraft, die er besaß, seine Faust und donnerte ihm jene in den Magen.

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Re: Greifenflucht

Beitrag von Darak Luthrokar » Mittwoch 15. Oktober 2008, 18:06

Darak spürte sehr wohl den Schmerz. Doch ob er noch Leben wollte? So wie er an den Klippen herumtobte konnte man an seinem Lebenswillen durchaus zweifeln. Es war ziemlich gefährlich was er tat denn der Steinboden war nass und rutschig. Darak brüllte weiter in die Welt hinein. Verfluchte sich und die Götter und ohnehin alles was ihm gerade in den Sinn kam. Er konnte nicht anders als sein Leid in Aggression auszudrücken. Seine Emotion war stark. Immer wieder wurden Steine weggeschmettert. Sein Verband hatte sich schon wieder rot verfärbt. Kein wunder bei den ungesunden Bewegungen die er da vollführte. Man konnte meinen Darak befände sich in einem unheiligen Rausch der Selbstvernichtung. Zum Glück war er kein Heeresführer sondern nur ein einzelner Flüchtling wie verheerend es doch sonst hätte sein können. Was für einen Sinn machte sein Dasein überhaupt noch? Er würde nie wieder frei sein. Er war es doch jetzt schon nicht mehr. Er wurde Gesucht. Wie alle seine Freunde wegen ihm gesucht wurden! Allein dieser Umstand trieb ihn schon wieder zur Weissglut. „AHRGHGHGH!!!“ Brüllte er. „HÄTTEST DU MICH DOCH VERRECKEN LASSEN IN DEN MINEN!“ Wetterte er. „DER TOD EINES VERBRECHERS IST EINFACHER ZU ERTRAGEN ALS JENER EINES VERSAGERS!!!“ Klagte er laut seine Gedanken in die Welt. Hören mochten es wenige. Die Götter vielleicht – und die vermutlich unfreiwillig. Sowie Lilith und Carath. Natürlich auch die Greifen doch deren Verständnis für menschliche Laute dürfte sich mehr als nur in Grenzen halten.

Er spürte wie seine Kräfte schwanden. Zu lange schon hatte er sich aufgeregt. Seit Pelgar eigentlich. Dort hatte es angefangen. Wieder war jene Stadt quell seines Untergangs. Seines Untergangs?! Nein! Eben nicht! Seine Freunde gingen an ihm zu Grunde! Dies war das perverse Spiel welches jetzt mit ihm getrieben wurde. Darak wusste dass dies nur eine Strafe Lysanthors für seine Sturheit war. Dieser Eierlose Gott versuchte ihn doch nun auf diesem Weg dranzukriegen und zu vernichten indem er ihm alles nahm was ihm etwas bedeutete. So war es doch! Der Gehörnte neigte dazu schnell paranoide Gedanken zu entwickeln wenn er verzweifelt war. Warum schwieg Samantha. Valrock und die anderen??! „KOMMT UND SPOTTET!“ Forderte er seine Stimmen heraus – doch bisher schwiegen sie. Er kannte dies. Sie würden danach kommen. Dann wenn er glaubte sich beruhigt zu haben. Nur um ihn noch weiter zu zerstören.

Sein Leben schien ein einziges unfaires Spiel zu sein welches zwar nach ihm Benannt war… aber er eigentlich nie was anderes als der Verlierer sein konnte.

<i> "Darak. DARAK!!!"</i> Darak wirbelte herum. Einen weiteren Steinbrocken in der Hand halten. Er stierte Lilith giftig entgegen und wirkte mehr als nur Gefährlich. Doch im Moment ärgerten ihn die Greifenjungen noch viel mehr die teilweise Neugierig aber auch Verunsichert zu ihm rüberguckten. Im Grunde sah es niedlich aus wie sie schauten doch Darak verleitete es nur dazu seinen Stein nach ihnen zu schleudern. „GAFFT MICH NICHT SO AN IHR SELTSAMEN VIECHER!!!“

Spätestens jetzt war klar, dass sich der gute Luthrokar überhaupt nicht mehr unter Kontrolle hatte. Wer Darak wirklich kannte wusste nämlich dass er ein sehr tierliebender Mensch war. Sonst wäre er Tierquäler und nicht Foltermeister geworden. Ja man konnte gar behaupten dass er Tiere besser verstand und mochte als Menschen… und nun so was!

Würde er auch Lilith etwas an tun? Dass er bei Carath dazu in der Lage war… nun dies hatte er eindrücklich – physiologisch eindrücklich – bewiesen. Er wurde zum Risiko. Ob Lilith sich dies Bewusst war? Nun war keine Alma hier die ihn zur Vernunft brachte. Sie war es gewesen die ihm das Züchtigungsband wieder hat abnehmen lassen. Weil sie auf ihn aufpassen würde. Weil sie daran glaubte dass er sich kontrollieren konnte. Doch nun zeigte er dass es eben nicht so war. Nicht jetzt. Seine Augen waren weit aufgerissen. Die Pupillen geweitet. Die dunklen Ränder der Augen waren gerötete. Er weinte noch immer. War rasend und verzweifelt zugleich. Ein quälender Zustand. Doch er wankte auch gefährlich. Seine Kräfte schwanden rasant dahin. Lange würde er nicht mehr stehen können und sein Zusammenbruch würde nur ein erneuter Beweis für seine Schwäche darstellen.

Darak starrte Carath an der versuchte ihn anzusprechen. Sofort kam der Sklaventreiber auf den Nichtgenannten zugestürmt. „WAS?! WAS STAMMELST DU HÄH?! BIST DU NICHT ENDLICH ZUFRIEDEN DASS DUUUUU DEINE RUHE HAST! DEINEN VERFLUCHTEN FRIEDEN!!!“ Brüllte er ihm entgegen. Stimmt. Dieser Kerl konnte auch an Elenas Unglück schuld sein… währe er nicht gewesen hätte er nicht gemordet. Darak dachte nicht mehr wirklich zusammenhängend. Alles und jeder war im Moment an allem und jedem Schuld. Er starrte Lilith an. „WAS HAST DU IHR GESAGT?!!!?!?!“ Brüllte er ihr enttäuscht entgegen. „ICH HABE SIE GELIEBT!!!!“ Fauchte er weiter. Er hatte nicht untreu sein wollen… und war es doch gewesen. Er verfluchte sich selbst dafür. Schnaubend begann er unruhig im Kreis zu laufen. Carath kam ihm zu nahe. Darak wirbelte herum und versuchte dem Mann nun wirklich einen tödlichen Schlag zu versetzen. Doch Carath war schneller und näher an ihm dran. „AFHgheghghgh.“ Darak hatte sich wuchtig in die Faust des Mannes gedreht so das der Schlag zünftig ausfiel. Ihm blieb die Puste weg. Er würgte. Krümmte sich nach vorn und brach auf den Boden zusammen. Er heulte und schnaubte. Zitterte vor Wut. Doch dann folgte Husten und Röcheln. Er versuchte sich wieder hochzureissen doch dies gelang ihm nicht. Keine Kraft mehr da. „Arghhghhhrhgh“

Keuchte er und rollte sich weinend zusammen. „Elenaaa!“ Klagte er.

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Re: Greifenflucht

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 16. Oktober 2008, 21:44

<i>Darak verliert aufgrund der körperlichen und seelischen Belastung 10% seiner Lebensenergie</i>

Darak hatte seit dem unglücklichen Vorfall, der seine Mönchkarriere zunichte gemacht hatte, keinen guten Bezug mehr zum Gott von Gerechtigkeit und Wahrheit. Ja, ganz im Gegenteil. Seit diesem drastischen Einschnitt in sein Leben hielt Lysanthor persönlich als universaler Sündenbock her und wurde mich luthrokar'schen Flüchen geradezu überhäuft.
War dies jetzt – Elenas Absturz, dieser Mord trotz des Versuchs eines Neuanfangs – die Strafe? Oder wollte es Lysanthor nicht sehen, dass Darak Luthrokar jemals wieder etwas wie Glück empfand? Ging ein Gott dann wirklich so weit, das Leben einer eher Unschuldigen zu nehmen?
Was auch immer es bedeuten sollte, für Darak erschien es wohl wie sein ganz persönlicher Weltuntergang. Er musste sich ja wie eine lebende Pechsträhne vorkommen. Er stürzte sie alle ins Unglück, alle. Alma, Lilith ... und Elena sogar in den Tod. Nur einem hatte er bisher seinen Wunsch erfüllen und etwas gut machen können. Für Carath Molsag hatte er gemordet. Rache in seinem Namen verübt. Hatte Lysanthor dies nur zugelassen, weil der Lichtgott genau wusste, dass sich Valrock wohl zu Samantha und den anderen Stimmen gesellen würde, die in Daraks Kopf herumschwirrten? Derzeit schwiegen sie noch, warteten sicherlich ab, nur um ihm letztendlich den letzten, vernichtenden Schlag direkt in die Magengrube zu verpassen. Valrock würde ihn auf ewig begleiten, sollte sich diese Totenstimme erheben. Welche Strafe konnte das denn noch übertreffen?! Elena hatte ja sterben müssen! Damit der Gott der Gerechtigkeit ihm noch eins obendrauf setzen konnte!

Kein Gott von Licht, Gerechtigkeit und Wahrheit war er in Daraks Augen, sondern nur ein sadistisches Schwein. Anders konnte man es nicht mehr ausdrücken.

Wenn jemand zum Ziel eines Gottes geworden war – oder dies mit paranoischer Überzeugung glaubte – musste es irgendwann einmal so weit kommen, dass es nur noch zum Schreien war. Darak stand scheinbar einen Schritt vom Wahnsinn entfernt oder er war einfach nur schrecklich verzweifelt und wütend. Jemand, der Darak gut kannte so wie Alma vielleicht, hätte dies sofort an seinem Verhalten gegenüber den Greifenjungen erkannt. Darak war kein Mann, der grundlos auf Tiere losging, aber jetzt bewarf er sie gar mit Steinen.
Die kleinen Greife verkrochen sich so schnell sie konnten wieder im Nest. Der Greifenvater warf Darak einen scharfen Blick zu. Sein Schnabel zuckte, ebenso wie die Flügel, die das Tier nun anlegte, als es langsam am Gebirgshang entlang hangelte. Der Greif hielt sich mit seinen gewaltigen Klauen fest.

Aber ehe das Tier etwas unternehmen konnte, um Darak zu warnen, seine Kinder nicht zu bedrohen, waren Lilith und der Nichtgenannte bei dem tobsüchtigen Gehörnten.

<i>„WAS?! WAS STAMMELST DU HÄH?! BIST DU NICHT ENDLICH ZUFRIEDEN DASS DUUUUU DEINE RUHE HAST! DEINEN VERFLUCHTEN FRIEDEN!!!“</i> Carath Molsag machte keineswegs den Eindruck zufrieden zu sein. Sicher, innerlich war er wohl niemandem dankbarer als Darak. Dieser hatte ihm eine wahre Last von den Schultern genommen, aber jetzt, das Carath sah, dass sein Schüler mit dieser Last ganz und gar nicht zurecht kam – und er konnte sein Leid fast aus der Luft heraus schmecken –, da wusste er, dass er diesem Mann auch zu Dank verpflichtet war. Er musste es ihm auf gleiche Weise vergelten, ihn retten.
Deshalb ballte er die Hand zur Faust ...

Zuvor aber wandte sich Darak der Elfe zu. Sie starrte ihn an. Er sah so dermaßen unglücklich aus. Sie vergaß für einen Moment, dass er ein Mann war.
<i>„WAS HAST DU IHR GESAGT?!!!?!?! ICH HABE SIE GELIEBT!!!!“</i> Lilith schüttelte den Kopf, starrte ihn aber weiterhin an. Geliebt? Elena hatte ihr doch gesagt, sie verfolgte Darak, weil er ihr Geld schuldete. Nichts weiter. Sie hatte sich auch nicht gegen Liliths Worte aufgelehnt, als diese berichtet hatte, sie nähme ihn zu den Amazonen mit – als Spender. Sie konnte ihn nicht geliebt haben. Eine einseitige Liebe. Sie konnte einfach nicht.
Aber kein Wort kam über die zarten Lippen der Elfe. Warum Darak diese tragische Wahrheit vorhalten und ihn damit quälen, wenn Elena nicht mehr auftauchen würde und es dementierte. Aber vielleicht ... würde es helfen?
Die Elfe öffnete den Mund, um zu sprechen, doch da donnerte schon die Faust Caraths gegen Darak und dieser taumelte zurück. Erneut entleerte er seinen Mageninhalt in die Berge, viel war jedoch nicht mehr da, was es auszuspucken gab. Schließlich blieb er liegen, mitten im Regen. Sein Klagen hallte bis zum wolkenverhangenen Himmel hinauf.

Carath hielt sich die Faust und glitt aus den Armen der Elfe. Er hockte am Boden, schaute zu Darak hinüber. Dieser hatte sich immer noch nicht richtig gefangen, was natürlich auch vollkommen verständlich war. Dennoch, was er jetzt dringend brauchte, war ein klarer Kopf. Um zu verstehen, dass er Ruhe bitter nötig hatte.
Auch Lilith war dieser Meinung und sie fasste einen Entschluss, kniete sich neben Darak nieder und legte ihm eine Hand auf die Schulter. "Hör zu. Deine Liebe ... ist von ihr nicht erwidert worden. Sie sagte mir, du hast ihr Gold geschuldet. Deshalb ist sie dir gefolgt."
Mit diesen Worten wollte sie Darak keineswegs Salz in die Wunde streuen. Möglicherweise könnte es aber gerade jene Wirkung haben. Doch Lilith hoffte, dass Darak auf diese Weise loslassen konnte. Damit er seine Kraft nicht mit Trauer und Selbstvorwürfen verbrauchte, sondern auf seine Heilung konzentrierte. Und vielleicht hatte Alma sogar Glück. Sie durften nicht ausschließen, dass Elena noch gefunden werden konnte und möglicherweise sogar noch lebte.

Lilith drückte die Schulter des Mannes, der wie ein geprügelter Hund zu ihren Knien lag. "Reiß dich zusammen!" Doch ehe Darak dazu Gelegenheit bekam, wurde er unsanft gepackt. Eine Klaue legte sich um seinen Leib und hielt ihn wie ein Kind ihr Püppchen. Schon hob er ab. Der Greifenvater hatte ihn gepackt und flog nun mit ihm davon. Unter Darak breiteten sich Gebirgsspitzen und -schluchten aus.
Der Greif krächzte. Er war noch immer wütend, weil der mutmaßliche Gast seines Nestes auf seine Kinder losgegangen war. Dies sollte er nun bereuen. Der Regen prasselte Darak kalt ins Gesicht und seine Wunde schmerzte. Der Wind pfiff ihm um die Ohren. Wohin würde der Greif ihn bringen oder ließ er ihn gar in Elenas Nähe einfach fallen?
Ob Darak nun wenigstens in dieser Hinsicht Glück haben würde?

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Re: Greifenflucht

Beitrag von Darak Luthrokar » Freitag 17. Oktober 2008, 00:45

Der Gehörnte – das war er im Moment nicht mal denn der Helm war noch immer in Besitz des Schmerzgurus krümmte sich auf dem Boden. Stierte vor sich her und blickte so traurig, verzweifelt wie auch wütend in die Welt wie man es selten bei einem Menschen sah. Kurz schielte er zu dem Nichtgenannten hoch und schenkte ihm vernichtende Blicke. Nur dessen zertrümmerte Visage munterte den Foltermeister etwas auf.

Was wusste dieser Carath Moslag schon von Schmerz? Im Aushalten von Schmerz mochte der Mann vielleicht ein Meister sein, doch ob er auch im erleben von Schmerz mit Darak mithalten konnte der diesen beinahe schon kontinuierlich immer wieder erlebte? Wusste er zum Beispiel was es hiess am Tod der eigenen Geliebten schuld zu sein? Oh ja Elena war für ihn tot. Er wusste es einfach. Bei SEINEM Glück konnte es ja nicht anders sein! Er verlor sich erneut in einem wütenden Heulkrampf und kriegte gar nicht mit welch böse Blicke er von dem Greifenvater er erntete. Doch hätte es ihn überhaupt interessiert? Wohl kaum. Seine Welt bestand im Moment ohnehin gerade nicht mehr.

Er wollte allein sein doch man liess ihn nicht in Ruhe. Er spürte die Blicke der beiden auf sich als versuchten sie seine Seele zu durchleuchten. Sie waren unverschämt und störend! Er wurde nur noch wütender. Hatten die den nichts besseres zu tun als ihn zu begaffen?! Elena zu suchen zum Beispiel!!

„LASST MICH IN RUHE!“ Heulte er den beiden entgegen und wollte erst gar nicht hinhören als Lilith ihn ansprach. „LASS MICH!“ Wehrte er sich weiter. Doch es halft nichts.

<i> "Hör zu. Deine Liebe ... ist von ihr nicht erwidert worden. Sie sagte mir, du hast ihr Gold geschuldet. Deshalb ist sie dir gefolgt."
</i>

Daraks Augen weiteten sich. Er starrte zu Lilith hin. Ohne zu zögern riss er seinen Oberkörper hoch und noch ehe die Amazone wohl recht wusste wie ihr geschah hatte sie auch schon Daraks Pranke im Gesicht. Der Schlag war wesentlich ungezielter als derjenige gewesen den Carath eingesteckt hatte. Ausserdem hatte er „nur“ den Unterkiefer getroffen und war um ein vielfaches weniger Kräftig gewesen als er normalerweise zuschlug. Darak war sehr geschwächt. „WAGE ES NIE WIEDER SOWAS ZU SAGEN!!!“ Brüllte er der Amazone entgegen die sich wohl gerade dafür hätte schelten können dass sie diesem Kauz einst das Halsband der Züchtigung abgenommen hatte. Dieser Kerl war im Moment einfach nur noch gefährlich.

Er wollte nicht dass sich Liliths Worte in ihm festsetzten und dennoch waren sie bereits so tief in ihn vorgedrungen dass er sie nicht mehr von sich schieben konnte. „NEIN!“ Knurrte er laut. „DAS IST NICHT WAHR!“ Das durfte nicht wahr sein! Konnte es nicht! Ja sie war sauer auf ihn gewesen… aber sie hatte ihn doch noch immer geliebt! Er war sich doch dabei so sicher gewesen! Er KONNTE sich einfach nicht in ihr getäuscht haben! Sie hatte ihn geliebt! Als einzige Frau vielleicht! Die Amazone Log! Sie LOG!

Nun war der Nervenzusammenbruch wohl komplett und gipfelte in einem weiteren Weinkrampf unter welchem sich der Foltermeister krümmte. Doch lange blieb er in seiner Wut und Trauer wieder nicht ungestört. Plötzlich umschlang etwas hartes seinen sonst schon mehr als gemarteten Bauch und hob ihn hoch. Er ächzte auf weil die Schwerkraft ihn über die Krallen drückte und er sich durchbog - einer Banane gleich. Er starrte Runter und sah wie Lilith und Carath unter ihm immer kleiner wurden. Es dauerte einen Moment bis er annähernd kapiert hatte was da gerade geschah. Er zappelte erst… doch schon ziemlich bald liess er es bleiben. Dies war doch nun wirklich auch egal ob er jetzt noch als Greifenmahlzeit endete. Resigniert hing er in der grossen Kralle und erwartete jeden Moment fallen gelassen zu werden. Ein mulmiges Gefühl durchzog ihn. Trotz seines Todeswunsches hatte er grässliceh Angst vor dem sterben.

Darak fror. Er besass kein dickes, fettbeschichtetes Gefieder welches ihn wärmte. Er hatte nur seine Lederhose an. Nicht mal sein Helm war bei ihm. Hier in den hohen Lüften zumal war der Wind noch eisiger und die Tatsache dass er pitschnass war tat ihr übriges. Langsam aber sicher kriegte der Gehörnte Ohrenschmerzen. Die Wunde schmerzte sehr. Zu sehr hatte er mit dem verletzten Arm rumgewütet. Ausserdem hatte der Regen den Verband bereits wieder aufgeweicht – und die Haut darunter.

Darak wehrte sich nicht. Bewegte sich nicht. Als wäre die Beute des Greifen bereits erlegt. Er starrte nur vor sich her und nutzte die wahnwitzige Gelegenheit nach Elena Ausschau zu halten. Ein sinnloses Unterfangen da er im Regen noch nicht mal richtig auf den Boden sah.

„Bist du nun zufrieden du verdammter Schlappschwanz?!“ Fluchte er den Himmel an. Immer wieder musste er an Liliths Worte denken.

Sie verletzten ihn. Erschütterten ihn. Seine Liebe konnte doch nicht falsch gewesen sein. Ihre Liebe konnte es doch nicht gewesen sein!

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Re: Greifenflucht

Beitrag von Erzähler » Samstag 18. Oktober 2008, 20:29

Als der Greif zupackte und mit Darak abhob, sah dieser nur noch die Gesichter von Lilith und Carath. Letzterer verzog kaum eine Miene, vermutlich um dem Schmerz zu entgehen. Seine Nase blutete wieder, die Verbände hatten sich im Regen ebenso aufgeweicht wie jener um Daraks Schulter. Er hing nur noch wie ein nasser Lappen darum und sog sich immer mehr mit Wasser und Blut auf.
Vielmehr aber würde Liliths Blick bei Darak wohl haften bleiben. Nachdem er sie so angefahren hatte, war die Elfe verwirrt zurückgewichen, aber auch Angst hatte sich in ihren Augen widergespiegelt. Sie war sich mit ihren Plänen überhaupt nicht mehr sicher. Zugleich fürchtete sie, dass sie ein Männchen wie Darak kein zweites Mal finden würde. Und nun wurde er einfach von dem Greifen verschleppt. Vollkommen unsicher sah Lilith ihm nach, sie konnte es nicht verstehen. Sie hatte doch die Wahrheit gesagt, ihr Blick war aufrichtig. Elena hatte ihr jedenfalls nicht einmal zu verstehen gegeben, dass sie in Darak verliebt war. Wollte er dies nur nicht wahr haben? Hatte er der Verschollenen vielleicht deshalb Gold entwendet oder sich ausgeliehen ohne es zurück zu zahlen? Damit sie ihm folgte?
Würde die Elfe es jemals erfahren? Sie wünschte sich plötzlich Alma herbei, fühlte sich hier in den Bergen nicht sehr wohl. Allein mit einem Mann, dessen Gesicht so entstellt worden war. Allein in einer Umgebung, die sie als Elfe nicht kannte. Lilith sank auf die Knie. Nicht einmal ihrem Spendermännchen konnte sie nach, denn Darak erhob sich immer weiter in die Lüfte.

Nach einer Weile war der helmlose einstige Sklaventreiber vollkommen durchnässt und ebenso durchgefroren. Der Wind pfiff auf dieser Höhe vollkommen erbarmungslos. Seine Glieder schmerzten, die Fingerspitzen wurden langsam taub. Sein Gesicht mochte er wohl auch überhaupt nicht mehr spüren.
Doch dies kümmerte ihn wohl nicht. Seine Gedanken waren bei Liliths Worten und den Zweifeln, dass Elena ihn wirklich niemals geliebt hatte. Ein erschreckender Gedanke, aber konnte er denn wahr sein? Sie hatte so viel für ihn getan. Ohne Elenas Hilfe ... hätte sich Valrocks Ratte durch seinen Bauch gefressen. Ohne sie wäre er in Andunie gerichtet worden. Ohne Elena ... wer oder was war er da noch? Musste er wieder in sein altes Leben zurückkehren und Sklaven eintreiben, foltern, morden? Oder ... gar in die Minen zurück, sollte er den Greifenflug überleben und von den Pelgarern erwischt werden?

Der Greif flog weit mit ihm, doch endlich verlor er an Höhe. Seine Schwingen weit ausgebreitet ließ er sich auf den Luftströmen treiben wie ein Stück Holz auf dem Meer. Er krächzte, segelte auf eine Steilwand zu. Wollte er sich und Darak daran zerschellen lassen?
Nein. Eine Höhle erschien, ohne jegliches Plateau davor. Sie begann oder endete direkt vor der Steilwand, führte in nichts als Schlucht oder tiefe Schwärze, je nachdem welche Richtung man einschlug.
Der Greif flog hinein, ließ Darak los und landete ein Stück weit hinter ihm.

In der Höhle war es mittelmäßig dunkel. Das bisschen Licht kam von einigen interessant gewachsenen Pilzen, deren platte Kappen purpur leuchteten. Es reichte gerade aus, um die Konturen von Felsen und Wänden zu erkennen.
Der Greif wandte sich um, sein großer Adlerkopf schwang nach vorn, so dass er Darak direkt ins Gesicht stierte. Weil Greifen zum Teil Vögel waren, konnten auch sie immer nur mit einem Auge genau sehen und legten beim schauen daher den Kopf schief. Bei einem Wesen ihrer Größe jedoch sah es keineswegs niedlich, sondern vielmehr einschüchternd aus. Bei Hühnern oder Amseln war es süß, aber ein Greif war nun einmal kein Huhn.
Die Höhle war einigermaßen trocken. Irgendwo tropfte trotzdem Regenwasser herein, denn es erklang ein stetiges Plätschergeräusch. Außerdem roch es merkwürdigerweise nach nassem Hund. Vielleicht war das aber auch nur dass nasse Fell des Greifengeschöpfes.

"Krähhhhhk", krächzte der Greif. Sein Schnabel war nur wenige Zentimeter von Daraks Kopf entfernt. Wie stark konnten Tiere ein Gefühl wie Wut empfinden? Wenn es auch nur halb so intensiv wie bei Alma war, konnte sich Darak ordentlich auf etwas gefasst machen.

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Re: Greifenflucht

Beitrag von Darak Luthrokar » Samstag 18. Oktober 2008, 23:28

Darak hatte es schon lange aufgegeben herumzuzappeln und liess sich von dem Greifen forttragen. Dies war doch nun auch egal. Er musste nachdenken und dafür fand er hier in Luftiger, eisig kalter Höhe massenhaft Zeit. Er starrte in den Abgrund und dachte an seine Elena die da unten irgendwo lag. Wieder allein. Ohne Hoffnung darauf dass er ihr folgen würde. Sie retten würde. Er weinte. Was war er nur für ein Versager! Konnte er nicht mal die einzige Frau beschützen die er liebte?! Ihr treu sein?! Sie Glücklich machen?! Offenbar nicht.

Hätte es sie nicht gegeben so hätte Darak niemals das bestreben gehabt solche Gedanken solche Verpflichtungen und solche Empfindungen überhaupt zu haben. Sie hatte ihn verändert. Sie hatte einen Menschen aus ihm gemacht und was war sein Dank? Er hatte sie in den Tod getrieben!
Die Kälte lähmte ihn und seine düsteren Gedanken. Er wurde müde. Wollte schlafen. Seine Finger waren bereits dermassen durchgefroren dass er nicht mehr wusste wo sie anfingen und wo sie aufhörten. Er war in keinem guten Zustand. Seit seiner Verhaftung war er schliesslich nicht gerade in den Genuss von grossem Komfort gekommen. Da er sich ohnehin nicht mehr bewegte, ging die auskühlung noch schneller vonstatten. Er woltle Schlafen. Einfach Ruhe haben. Sterben vielleicht – wenn es sein musste dann bitte.

Warum bloss war er aus den Minen gekommen? Wäre er doch dort verreckt! Dann würde Elena noch Leben. Wäre er ihr nicht begegnet. Vielleicht hätte sie mit der Tulpe einen ganz anderen Weg eingeschlagen. Wären nicht nach Pelgar gegangen sondern hätten irgendwo in Andunie geheiratet. Ein Haus gekauft. Eine Hühnerfarm gegründet und hätten in Frieden gelebt.

Aber nein. Dieser verdammte Sklaventreiber Luthrokar hatte sich natürlich in ihr Leben einmischen müssen. Aber… sie hatte sich doch ihn verliebt! Genau dies war ihr doch zum Verhängnis geworden! Sie hatte ihn wirklich geliebt! Liliths Worte konnten nicht der Wahrheit entsprechen!

Plötzlich wurde es dunkel um ihn. Er machte seine Augen auf. Eine Höhle. Es folgte ein unangenehmer Sturz aus kurzer Distanz auf den Vorderkörper. Für einen Moment verschlug es ihm den Atem. Er drehte sich zitternd vor Kälte auf die Seite und rollte sich zusammen. Seine Lippen und seine Fingerkuppen waren bereits blau gefroren und auch sein Schuhwerk war nicht das beste gewesen so dass es bei seinen Füssen ähnlich eisig aussah. Er rührte sich kaum. Sah mit glasigen Augen dem Greifen entgegen. Er hatte Angst. Dies sah man dem Sklaventreiber an.

Jeder Atemzug brannte kalt in seinen Lungenflügeln. Er würde sich hier bestimmt eine deftige Lungenentzündung einfangen. Vielleicht gar die letzte in seinem idiotischen Leben. Er sah dem Auge des Greifen entgegen.

<i> "Krähhhhhk"</i> Darak zuckte zusammen als er in diesen vernichtenden Rachen starrte. Er begann zu weinen. Ehrenhaft sterben war ohnehin nicht sein Schicksal. Warum also nicht vor Angst und Verzweiflung weinend Sterben wie eine holde Maid?

Darak war zum halb toten Häufchen Elend geworden.

"Na los! Pick mich tot du elendiges Federviech!" Röchelte er.

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Re: Greifenflucht

Beitrag von Erzähler » Montag 20. Oktober 2008, 16:38

Für Darak schien die Zeit des Sterbens noch nicht gekommen. Ob auch hier Lysanthor seine Finger im Spiel hatte, blieb ungewiss, aber Gevatter Tod ließ sich nicht blicken. Stattdessen tauchten Darak und der Greif in eine Gebirgshöhle, wo der Halbvogel seine geschnappte "Beute" kurzerhand einfach fallen ließ.

Darak blieb fast reglos liegen. Er rollte sich lediglich auf die Seite, die Gliedmaßen eng an den Körper gepresst. Seine Haut war nass und durchgefroren, die Lippen ebenso blau wie Finger und Füße.
Der Greif wandte sich zu ihm um, stierte ihn an. Verstand das Tier Daraks Angst, die aus den glasigen Augen so ersichtlich war für intelligente Wesen? Nun, Greifen waren nicht unbedingt dumm, nur dachten sie weitaus anders als Menschen. Oder etwa doch nicht? Warum hatte der Greif Darak hierher gebracht, wollte er sich für die geworfenen Dreckklumpen und Steinchen auf seine Kinder rächen?

Der Greif trat vor, blickte auf den zusammengekauerten Menschenleib herab. Dieser weinte und bibberte. Nichts mehr von der lauten Wut und der Wildheit war in jenem Moment noch übrig. Nichts. Nur noch ein Häuflein Elend. Ein kleines bisschen Darak, das seinen Weg aus dem Mund des Mannes fand.
<i>"Na los! Pick mich tot du elendiges Federviech!"</i> Der Greif legte erneut den Kopf schief, musterte und beobachtete. Schließlich stapfte er an Darak vorbei, ließ sich vor dem Höhleneingang nieder und krächzte müde. Ein Gähnen und schon bettete Vater Greif seinen gewaltigen Adlerkopf auf den Vorderfüßen. Er unternahm nichts, sondern schaute nur träge in Daraks Richtung.

Vielleicht war es seine Art zu helfen. Der Greif hatte nie vorgehabt, Rache zu üben. Jene gewaltsame und brutals Art war eine Erfindung der Zivilisation, die für einen Greifen viel zu komplex war. Für ihn zählten andere Dinge und Rache war ihm wirklich fremd. Nicht jedoch Hilfe.
In seinem einfachen Denken hatte der Greif erkannt, was Darak nun wirklich benötigte: eine Auszeit. So bekam er sie, auch wenn er aufgrund des weiten und sehr nassen Weges nun eine Erkältung bekommen könnte. Aber die war besser als sein Fluchen und Schreien.

"Kräähk", gab der Greif von sich und streckte einen Flügel aus. Einladend wies er mit der Schnabelspitze darunter, schaute dann wieder zu Darak herüber. Nein, diese Tiere waren keinesfalls dumm und auch kein bisschen nachtragend. Denn bei dem Greif handelte es sich sogar um jenes Exemplar, das Darak in seiner Halbohnmacht versucht hatte, zu begatten.
Geduldig wartete das Tier auf eine Reaktion des Menschen, den es wahrlich faszinierend fand.

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Re: Greifenflucht

Beitrag von Darak Luthrokar » Mittwoch 22. Oktober 2008, 01:38

Der Enthörnte lag da wie ein verstossenes Kücken. Fertig mit sich und der Welt und nur noch auf den Gevatter wartend. Doch der hatte wohl anderweitig zu tun denn er kam nicht. Die tragische Ära des Luthrokars. Des Schlächter von Andunie würde nicht in einer Greifenhöhle enden.

Er starrte dem riesigen Wesen entgegen als es auf ihn zuschritt. „Zerstampfen also und dann totpicken?!“ Darak lachte nervös. „JAAA DAS PASST ZU MIR!“ Brüllte er und musste dann verdutzt feststellen… das er übergangen worden war. Im wahrsten sinne des Wortes. Den der Greifenvater liess sich gerade gemütlich hinter ihm nieder.

Darak blieb in seinem Trübsal liegen und fror weiter vor sich her. Er führte sich immer und immer wieder vor Augen wie unsinnig sein Leben doch geworden war. Welch leid er nur verursacht hatte. Er hätte gar nicht auf diese Lysanthorverpestete Welt kommen dürfen!

Und Elena… sie hätte nicht so schnell von dieser Welt weggerissen werden dürfen! „DAS IST NICHT FAIR!“ Brüllte er so dass es in der Höhle widerhallte. „Ich hätte sterben sollen!“ Doch dies war sein Fluch. Man konnte ihn Foltern. Man konnte ihn Jagen. Ihn beinahe in Jauche ertränken. Ihm das Bein amputieren und dennoch lebte er. Warum? Damit er mit ansehen musste wie er andere Menschen in den Ruin und den Tod trieb?!

Alma würde niemals wieder eine Stelle in Pelgar finden können. Es wäre sogar nicht verwunderlich wenn sie aus der Stadt verbannt werden würde – nachdem sie ihre Strafe wegen Fluchthilfe abgesessen hatte.
Lilith… bereute es vermutlich schon dass sie ihn als Spender auserwählt hatte. Er hatte sie Geschlagen. Ein deutlicher Grund für eine Amazonen ihn an den Eiern aufzuhängen!
Carath… er würde die Maske nun wohl aus kosmetischen Gründen wieder Tragen müssen.
Torok? Der alte Minenbruder hatte sich mit seiner Hilfe bestimmt ebenfalls Ärger eingehandelt.
Zitter! Der gute Hauptmann der ihn vor dem Tode bewahrt hatte… wie lange würde es wohl noch dauern bis man ihn dafür seines Amtes entzog?!
Der gütige Lysanthorpriester… der ihm Obdach geboten hatte entgegen seiner Brüder…
Der verstorbene Tulpenfreund… dem er die Freundin ausgespannt hatte.
Elena selbst… die durch ihn nun den Tod gefunden hatte.

Er keuchte. So viel und das in so kurzer Zeit. Noch mehr Seelen die sich Rächen würden. Noch mehr zukünftige Stimmen.

Dabei hatte er doch schon genug!
Er blieb liegen. Achtete nicht auf den Greis. Soll die Nacht und der Frost sein Herz doch erschlaffen lassen!

Er gehörte nicht in die Freiheit! Einsperren sollte man ihn! Rädern wie es in Pelgar gefordert wurde! Da würde er weniger Schaden anrichten können…

Jetzt wusste er was Gemeingefährlich wirklich bedeutete. Er zerstörte aus seiner Natur heraus. Das war bitter.

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Re: Greifenflucht

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 22. Oktober 2008, 23:17

Jemand da oben oder wo auch immer die Götter lebten konnte ihn nicht leiden. Jemand ganz Bestimmtes und Darak tippte vermutlich auf Lysanthor. Denn warum ließen sie ihn nicht einfach sterben? Warum musste er erst andere vorausschicken? Jene, die er liebte?
Ob ein Leben wie dieses seine Strafe darstellte und was hatten die anderen nur getan, seine Strafe durch ihr Leid mit ihm zu teilen? Es war nicht gerecht, aber was war dies schon unter den Augen des Lichtgottes? So lautete zumindest eine luthrokarsche Meinung.

Frierend lag Darak auf dem kalten Stein des Höhlenbodens. Der Untergrund war hart und uneben. Eine spitze Kante piekte ihn in die Wade, winzige steinerne Krümel drückten sich in seine Unterarme. Die Wunde von Valrocks Peitschenhieb schmerzte. Dreck konnte jetzt sehr leicht hineingeraten, aber kümmerte dies den einst so aufrecht und teilweise auch stolz gehenden Darak? Den Mann, der die Welt zusammenbrüllte?

<i>"DAS IST NICHT FAIR!"</i> Der Greif krächzte zur Antwort. Erneut hob er seinen Flügel an, eine wiederholte Einladung ans wärmende Gefieder und das regenabweisende Fell des Tieres.
Darak reagierte nicht darauf, zu sehr war er im Moment auf seine finsteren Gedanken fixiert. Er fürchtete weitere Stimmen, die sich denen in seinem Kopf hinzugesellen könnten. Stimmen wie Samanthas, die nicht zu überhören waren. Doch bisher hatte sich nicht einmal Valrock gemeldet und der war nun schon eine ganze Weile tot. So geduldig kannte Darak den miserablen Foltermeister sicher nicht.

Der Greif schnaubte. Dann erhob er sich, trottete zu Darak heran. Sein schwerer Leib ließ sich neben dem Menschen nieder. Warum er dies tat war dem Geschöpf selbst nur halbwegs begreiflich. Florencia und Phaun hatten ihm einen Impuls gegeben, den Menschen zu helfen, auch wenn er und seine Art sie sonst mieden. Aber es musste den Göttern schon wichtig sein, wenn sie sich an ihre Schöpfung wandten.
Ein gewaltiger Flügel legte sich um Darak. Der Greif schob seinen großen Kopf an ihn heran. "Krrrhh", krächzte er beruhigend. Ein anschließendes Schnabelklackern sollte wohl aufmunternd dazu beitragen.

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Re: Greifenflucht

Beitrag von Darak Luthrokar » Donnerstag 23. Oktober 2008, 01:30

Darak verharrte in seinem Leid. Es war ihm egal dass der Greif sich erhob. Soll der doch wegfliegen und ihn hier allein Sterben lassen! Vielleicht würde er sich heute doch noch von der Klippe stürzen wenn er die Motivation finden würde aufzustehen. Doch selbst dies ergab für ihn keinen Sinn mehr.

Warum sollte er überhaupt noch irgendetwas tun? Es endete doch nur alles im Desaster! Vermutlich würde er gar beim Selbstmordversuch noch kläglich scheitern! Er konnte es sich gut vorstellen. Doch irgendwie gefiel ihm der Gedanke auch mit zerschmetterten Knochen auf einem Felsen zu liegen um langsam dem Tode entgegen zu röcheln. Dies war ein Ende welches er durchaus verdient hatte nach all dem was er an Leid über Celcia gebracht hatte! Ja… er gab es zu… eine Zeit lang fand er sein da sein als grässliche Legende schön.

Er hatte sein Werk ausgeführt wie ein Schneider oder Müller wohl das seinige. Es hatte ihm manchmal spass gemacht. Manchmal auch nicht. Wie in jedem anderen Beruf eben auch. War Mörder überhaupt eine Berufsbezeichnung? Wohl kaum. Doch was hatte es ihn gekümmert? Es war seine Realität gewesen und er hatte nie darüber nachgedacht was für ein Monster er eigentlich war und warum dies?

Weil er geglaubt hatte, dies wäre das einzige Recht welches in Celcia funktionierte. Jenes des Stärkeren. Ihn hatten seine Opfer genau so wenig interessiert wie seine Auftraggeber oder das Gold welches er mit seiner blutigen Arbeit verdient hatte. Niemand hatte ihn vom Gegenteil überzeugt. Lysanthors Lehren des Lichts hatten ihn in seiner dunklen Stunde im Stich gelassen. Die wenigen Gesetze Sarmas hatten in seinem Folterkeller nie existiert. Es hatte nie eine ausgleichende Gerechtigkeit gegeben. Niemand war ausgezogen um sich bei ihm für den Mord an ihre Angehörigen zu rächen. Er hatte gut gelebt.

Wäre da nicht ein Bruchteil seines Gewissens noch übrig geblieben. Welches Platz liess für Stimmen. Doch diese Stimmen hatte er hingenommen. Sie vermochten ihn zu quälen ja… er zeigte vielleicht sogar reue. Aber nie wäre er auf den Gedanken gekommen seinen Lebenspfad zu ändern oder Busse zu tun. Dies alles war erst in sein Leben getreten als er Elena kennen gelernt hatte.

Elena. Er keuchte. Schmerz durchzog sein kaltes Herz.

„Du hast mir ein neues Leben gegeben… und dafür musstest du mit deinem Bezahlen!“ Röchelte er von der eisigen Kälte bereits gelähmt vor sich her. „Lysanthor… sei einmal kein Arsch und behüte sie!“ Betete er. Ehe er wieder weinte.

Die Pelgarer hätten wohl einiges für dieses Schauspiel – den bösartigen Darak Luthrokar SO elendig vor sich her heulend zu sehen bezahlt. Doch der Greif dachte bestimmt nicht Gewinnorientiert. Plötzlich wurde es warm um ihn. Er kuschelte sich instinktiv an den Flügel an welche ihn wärmte. Das Unterfell des Greifen war erstaunlich flauschig und weich. Er lehnte seinen Kopf daran.

Das gewaltige Tier klackerte mit seinem Schnabel. Darak fühlte sich unendlich verstanden. Er fühlte sich nicht allein. Jemand war da und wärmte ihn. Als würde noch ein Hoffnungsschimmer für ihn existieren. Er hatte bisher nicht an die Möglichkeit gedacht dass Elena vielleicht überlebt hätte. Er seufzte schwer. Mögen die Götter sie beschützen wo er versagt hatte. Er konnte nicht mehr tun als beten und dies war grässlich für einen Luthrokar.

Die Wärme liess ihn träge werden und müde. Erschöpft schlief er ein. Dumpf pulsierte in seinen Träumen den Schmerz. Jener physische welcher aus seiner Schulter entsprang… und jener seines Herzens welcher ihn schlecht schlafen liess.
Zuletzt geändert von Darak Luthrokar am Donnerstag 23. Oktober 2008, 01:31, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Greifenflucht

Beitrag von Erzähler » Freitag 24. Oktober 2008, 10:50

Unter dem weichen Fell und den vielen samtenen Federn des Greifen herrschte eine angenehme Wärme, die auch noch das letzte bisschen Kälte, das vom harten Boden heraufzog, vertrieb. Darak musste diese Nacht nicht frieren, aber Träume quälten ihn und die kamen nicht von irgendwoher. Sein Geist verarbeitete das jüngst Erlebte und da gab es einiges davon.

So fand sich Darak in einem Traum wieder, der anfangs vollkommen schwarz war. Doch dann erkannte er zwei Gestalten, ein Mädchen und eine junge Frau. Das Mädchen reckte die Arme zu der Frau aus. Waren es Mutter und Tochter?
"Willkommen in seinen Gedanken, du wirst nie wieder gehen", sagte das Mädchen und die Worte verschwammen vor Daraks Wahrnehmung, verwandelten sich in einen Schwarm kleiner Greifen, die ungestüm über ihn hinwegflatterten. Sie alle jagten einem fliegenden Helm hinterher, der gegen all die Schnäbel keine Chance hatte und schnell erlegt wurde.
Die Aufmerksamkeit kehrte auf die beiden weiblichen Gestalten zurück. Das Mädchen wartete noch immer, hatte die Hand der Frau aber bereits ergriffen. Doch die zerrte daran. "Ich will nicht tot sein!" Feuer flammte auf. Alles brannte. Der Boden, die Wände, die Decke, das Mädchen ... sie alle verbrannten ... und die Frau richtete den Blick direkt auf Darak. Es war Elena. Ihre Haare brannten.
"Du hast mich in den Tod getrieben. Jetzt muss ich zu ihm und kann nicht entkommen", warf sie ihm vor, ehe der Boden unter ihr einbrach und Elena in einen Abgrund stürzte. Unten aber landete sie auf einer Folterbank Valrock, der seinen Bruder soeben zu Brei schlug und sich ihr dann zuwandte. "Wir beide, du und ich, für immer." Sein Lachen verfolgte Darak noch bis in den jungen Morgen, als der starke Regen sich gelegt hatte und nur noch ein sanftes Nieseln war. Dunkle Wolken bedeckten den Himmel, ließen nicht unbedingt einen angenehmen Tag auf sich warten. Sie passten zur eingebrochenen Jahreszeit. Die Zeit der dunklen Tage ... ein Herz, das finsterer nicht hätte sein können, trug es doch so viel Leid und Kummer mit sich.

"Kraaaaaaääääk", weckte der Greif seinen menschlichen Schützling und stupste ihn sanft mit dem Schnabel an. Greifen waren untereinander sehr soziale Tiere. Nichts war ihnen wichtiger als ein harmonisches Familienleben und dieser Greif ließ Darak daran teilhaben.
Er erhob sich, hinterließ eine frische, aber belebende Kühle und stapfte wieder zum Höhleneingang. Dort öffnete das Tier seinen Schnabel, ließ den Regen in seinen Rachen fallen und trank.

Dort, wo Darak lag, hatte sich eine kleine Blutlache gebildet. Die aufgebrochene Wunde musste behandelt werden. Ob Darak überhaupt noch genug Kraft besaß?

<i>Daraks Lebensenergie sinkt auf 28%</i>

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Re: Greifenflucht

Beitrag von Darak Luthrokar » Samstag 25. Oktober 2008, 13:22

Die Nacht brachte die Erschöpfung mit sich und diese schliesslich den Schlaf. Der sich jedoch alles andere als Erholsam herausstellte. Valrock. Elena. Samantha war gekommen ihre Stimmen in seinem Kopf willkommen zu heissen. Sein Wahnsinn. Sei Leid breitete sich aus und bereicherte sich um zwei starke Mitglieder. Er wand sich unruhig unter dem grossen Greifenflügel. Immer wieder schüttelte er den Kopf. Krächzte auf. Doch das Tier liess sich davon offenbar nicht stören. Entweder es schlief zu fest dafür oder aber seine Jungen verhielten sich ähnlich unruhig.

„Nein! Nein!“ Nuschelte er immer wieder klagend. Niemand wusste wohl von seinen Träumen. Selbst Manthala schien ihm nicht wohlgesinnt zu sein. Wenn sich selbst die Göttin der Diebe und Kriminellen abwandte… welch schlechtes Omen musste dies doch sein!

Der Morgen kam schnell und brachte neue Dunkelheit mit sich. Ihm wurde kalt als sich der Greif erhob. Er keuchte auf als er angestupst wurde. Langsam und träge öffnete er seine Augen. Dicke Ringe hatten sich darunter gebildet. Noch immer raste sein Herz. Die Bilder des Traumes waren noch immer präsent. Er blieb liegen. Fühlte sich matt. Schwach. Verloren. Seine Schulter fühlte sich taub an. Seine Glieder schmerzten und ihm war übel vom Traum.

Er tat nicht viel. Schloss nur erneut wieder die Augen. Selbst seine düstere Traumwelt erschien ihm erträglicher als das jetzt. Wo es keine Möglichkeit gab die Stimme von Elena zu hören. Er hustete immer wieder. Hatte sich eine kräftige Grippe zugezogen. Seine Augen brannten. Seine Kehle kratzte und seine Lungen rasselten.

Denn wenn der Geist das Kämpfen aufgab. Wurde es schwer für den Körper sein natürliches Schild aufrecht zu erhalten. Bei Darak war dieses Phänomen sehr stark ausgeprägt. War er stur und wollte er nicht sterben überlebte er beinahe unmögliches. Aber...w enn er es nicht wollte...
wurde er Krank.

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Re: Greifenflucht

Beitrag von Erzähler » Sonntag 26. Oktober 2008, 02:21

Was ging im Kopf eines Greifen vor sich, dass er sich Daraks Gezappel, das Ächzen und Stöhnen antat? Welche Motive hatte das Tier, seinen Flügel dennoch schützend und wärmend die ganze Nacht über den Wimmernden zu halten? Niemand würde es jemals erfahren, am allerwenigsten Darak. Er hatte auch sicherlich im Augenblick Besseres zu tun, allein schon weil ihn selbst nach dem Erwachen der Traum plagte.
Wenigstens brachte er es fertig, die Augen zu öffnen, nachdem der Greifenvater ihn anstupste. Und er hustete. Selbst ein warmes Greifengefieder konnte die Kälte aus dem Boden nicht vollkommen vertreiben und so war es kein Wunder, dass Darak sich eine beträchtliche Erkältung zuzog. Vermutlich hatte er auch Fieber, aber in diesen Dingen war das Vogel-Raubtier-Wesen nun wirklich nicht bewandert. Doch es spürte, dass es seinem Schützling schlecht ging.

"Krähk?" Der Greif tänzelte um Darak herum, versuchte es erneut mit aufmunternden Stupsern, aber als sich nichts tat, entfernte er sich. Er ging zum Höhleneingang, spreizte die Schwingen und stürzte sich in den Nieselregen. Schon flog sein massiger Körper ins Grau davon, das sich in der Ferne zu lichten begann. Es würde wohl doch noch ein schöner Tag werden. Schön, in keinerlei Hinsicht für Darak. Was sollte noch schön sein an einer Welt, die er nicht an Elenas Seite verbringen konnte?

Es dauerte sehr lang, bis der Greif zurückkehrte. Ob Darak dies überhaupt vermutet hatte. Jedenfalls besaß er mehrere Stunden für sich. Der Himmel klart auf, Sonnenstrahlen wanderten in die Höhle, wärmten den Stein aber nur bedingt. Es war, als wolle Lysanthor persönlich vorbeischauen und sich an Daraks Leid ergötzen. Oder hatte der verflixte Lichtgott ihn endlich einmal erhört und kam, um ihm mitzuteilen, dass er Elena behütete? Welch schwer vorstellbarer Gedanke für einen Mann wie Darak.
Er hatte nicht einmal seinen Helm bei sich, hatte nichts und niemanden mehr.
Nur den Greif. "Krrääähhk", grüßte dieser, landete wieder in der Höhle und trippelte ein wenig, um seinen Schwung abzufangen. Mit schnellen Schritten war er bei Darak, neigte den Kopf herab und spuckte ihm ein totes Tierchen in den Schoß. Es war irgendein Nagetier, vielleicht eine Bergratte oder ein besonders dickes Wiesel. Jedenfalls sah es so aus, hatte große Schneidezähne und dicke Backen. Das Fell war noch warm, aber das Genick des Tierchens gebrochen.
"Krähhk", forderte der Greif Darak zum Essen auf. Er zwickte ihn in den Nacken, wo seine Tätowierung nun mehr als präsent war. Aber dies kümmerte ein Greifentier nicht.

Noch ehe Darak reagieren konnte, wurde eine Stimme laut. Es war eine beträchtliche Stimme, tief, aber nicht die eines Mannes. Und die Stimme schrie, dass sie selbst das Echo übertönte. "MIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII.............ST!"
Ein zweiter Greif flog in die Höhle hinein. Langsam wurde es sehr eng und mit Schreien, Poltern und viel zu wenig Körperkontrolle riss es Alma vom Rücken des zweiten Flugtiers. Sie rollte wie eine Tonne über das Gestein und stieß Darak wie einen Kegel um. "UFF ... DÄMLICHE FLIEGEREI!", brummte sie mit dem Organ eines Drachen. "Da bist du ja! Wenigstens DICH hab ich gefunden." Trotz ihrer Lage, die Darak Einblick auf Gebiete der Welt aufzeigten, die wohl kein Forscher jemals entdecken wollte – auf Almas Unterwäsche waren kleine rosa Katzen gestickt! – lächelte die Heilerin ihm herzlich entgegen.

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Re: Greifenflucht

Beitrag von Darak Luthrokar » Montag 27. Oktober 2008, 18:42

Der Enthörnte lag einfach da und starrte vor sich her. Versank immer mehr in seinen Trübsal so dass er nach aussen hin abwesend und unlebig wirkte. Dies nahm auch der Greif wahr der den Kerl immer wieder anstupste. Doch Darak reagierte nicht. Da gab er es auf – so dachte Darak zumindest. Denn der Greif entfernte sich von ihm und flog davon. Das war es also. Sein Ende. Entweder er würde sich doch noch aufraffen können um selbst von der Klippe zu springen. Oder aber er würde hier erfrieren. Er seufzte. War zu Müde um ersteres zu tun.

So lag er einfach da und verharrte. Stunden vergingen. Doch sie wirkten wie eine Ewigkeit. DA hörte er in der Ferne das schwingen der Greifenflügel und das Krächzen des Besitzers. Darak rührte sich nicht. Er fühlte sich matt und träge. Die Blutlache hatte sich weiter vergrössert.

Er keuchte angewidert auf als das tote Etwas in seinem Schoss landete. Endlich reagierte er mal. Hockte sich auf und schob das Viech von sich. Auch dass noch ! Dachte er düster. Kein Dank ging an den Greif der im Grunde sein möglichstes tat und sich rührend um das fremdrassige Kücken zu kümmern versuchte. Er starrte das Tier an. „Au!“ Keuchte er auf als der Greif ihm in den Nacken zwickte. „Lass das!“ Knurrte er – erntete dafür nur ein weiteres Zwicken.

Plötzlich bebte die Höhle. Almas Stimme hallte hindurch und hätte es Stalaktiten gehabt sie wären wohl alle erstochen worden weil sie sich ab der Vibration die Almas Masse zu produzieren imstande war wohl von der Decke gelöst hätten. Da rollte dieses Fass auch noch ihm entgegen. SO wollte er nicht sterben! „Haaaaalltgmgghgfmmffmdhghmm.“ Almas dicker Hintern walzte über Daraks Beine bis auf seinen Oberkörper wo sie mit gespreizten Beinen auf ihm zu sitzen kam. Darak starrte in den Eingang dieser neuen- viel grässlicheren Höhle. Die Unterwäsche war Kitschig wie sie auch furchterregend war. Denn zwischen denn einzelnen Woben hindurch presste sich das eine oder andere borstige Haar. Dies war keine Unterhose, dies war ein Lawinennetz welches verhindern sollte dass da was all zu sehr nach aussen drang. Darak wurde blass. Eine ganze reihe von unkontrollierten Zwangsgedanken spielten sich gerade in seinem Kopf ab und verbildlichten ihm dies auch noch. Alma besass da unten einen Haarwuchs dass sie damit locker hätte Lockenperrücken herstellen können. Ihm schauderte es bei der Vorstellung.

„R…ruun..t.e.r…..kei..ne…Lu….f….t..“ Ächzte er hervor. Ausserdem tat ihm die Schulter weh.

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Re: Greifenflucht

Beitrag von fremde Frau » Dienstag 28. Oktober 2008, 21:51

Da lag sie, schwer und aus Daraks Perspektive gesehen: gigantisch – und haarig. Wie kleine, gekräuselte Borsten wuchs da etwas sehr ... sehr ... nun, etwas, von dem Darak sich wohl wünschte, es niemals genauer herauszufinden, durch die schrecklich kitschig bestickte Unterhose. Bei dieser handelte es sich in Forum und Größe übrigens möglicherweise auch um eine Hängematte, die Alma auf bizarre Weise irgendwo zwischen ihren Speckfalten mit Seilen festzuhalten schien. Die Schreckensbilder, die ihm begegnen könnten, wenn auch nur eine dieser Kordeln riss, wollte kein lebendes Wesen jemals sehen. Manchmal war es gut, wenn der Mensch nicht alles wusste.

Aber der Rest von Alma – und das war eine gewaltige Menge Rest, immerhin sprachen wir hier von Alma! – drohte, Darak die Luft abzuschnüren. Er begann, zwischen die Ritze beider Pobacken zu rutschen und dies war eine schluchtartige Ritze. Zudem schien hier niemals die Sonne. Es war dunkel, kalt und manchmal jagten Stürme durch die zerklüftete Landschaft ... oh ja, Land gab es auch. Lieber nicht zu sehr dran denken! Bloß nicht ins Detail gehen!

Aber es ging ins Detail. Es war ohnehin schwierig, an etwas Anderes zu denken, wenn sich vor einem ein ganzer schwarzgekräuselter Urwald auftat. Der Kapayu in runzliger Härchenform, welch Vorstellung!
Dabei sollte Darak sich irgendwie darüber freuen, dass Alma ein eher natürlicher Mensch war und es vorzog, kein Messer an ihren Intimbereich anzusetzen. Jetzt wurde der Enthörnte wenigstens wieder etwas warm gehalten. All die Fettschichten und das Haar strahlten eine wohlige Wärme aus – wohlig nur dann, wenn man nicht an die Quelle dieser Wärme dachte.

Trotzdem nützte alle Wärme nichts, wenn ihm die Luft ausging. Als Alma seines Ächzens gewahr wurde, rollte sie von ihm ab wie eine hochschwangere Milchkuh. "Wie gut, hier bist du. Wir dachten schon, der Greif hätte dich irgendwo ausgesetzt." Alma riss ihn einfach hoch und drückte ihn an sich. Erneut blieb Darak die Luft fort, aber dann endlich löste sich der Schraubstock ihrer Arme und Darak konnte einen Blick auf den zweiten Greifen werfen. Dem hatte jemand seinen Helm auf dem Rücken befestigt.
Alma erhob sich und nahm den Kopfschutz ab. "Ich weiß ja, wie wichtig er dir ist." Mit diesen Worten setzte sie ihrem Lieblingspatienten seinen geliebten Helm auf den Kopf. "Können wir dann zurück, auch wenn es heißt, dass wir wieder ... auf diesen Dingern fliegen müssen? Lilith und Carath warten. Wir müssen dringend aus dem Gebirge raus, ehe wir alle totkrank werden. Ich muss den Nichtgena... Carath behandeln und dich auch." Sie musterte seinen Arm und schnaubte, weil der Verband fehlte.

Wie gut, hatte sie sich zwei, drei Arnikapflanzen zwischen die Speckfalten gestopft. So zog sie diese wie ein kleiner Zauberkünstler den Hasen aus dem Hut hervor und zerrubbelte alles in ihren patschigen Händen. Jene Pranken drückte Alma dann auf Daraks Oberarm, in der Hoffnung, dass etwas Arnika in die Wunde einziehen würde.

Die Greifen schauten neugierig auf Alma herab, krächzten leise und warteten geduldig auf Weiteres.

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Re: Greifenflucht

Beitrag von Darak Luthrokar » Donnerstag 30. Oktober 2008, 22:51

Von einer Tonne erdrückt zu werden. Auch eine Art zu Sterben. Darak fand sich langsam mit diesem Gedanken ab. Ob der Gevatter einen Witz reissen würde deswegen? Hatte der überhaupt Humor? Er wusste es nicht doch er wünschte sich im Moment nichts sehnlicher als mit ihm den Beruf tauschen zu können. Er würde Elena nicht ins Totenreich schicken und wenn – dann würde er es zusammen mit ihr beherrschen. Er hätte wohl geseufzte wenn dies möglich gewesen währe. Doch jegliche Blähung seines Brustkorbes war ein Ding der Unmöglichkeit. Seine Rippen wurden wohl beim lediglichen Versuch dem Gewicht der Tonne keine Paroli bieten können und einfach brechen. Wer vor einer Alma stand – bekam ein Gefühl für Kontinentalverschiebungen. Wer aber UNTER einer Alma lag, konnte mit gut und recht behaupten der unfreiwilliger Träger einer Welt gewesen zu sein. Man wusste ja nicht welch Eigenleben sich da unter den riesigen Fettspalten sich da so entwickelt hatte. Vielleicht existierten dort celcianische Wesen die noch nicht entdeckt worden sind – weil offenbar niemand dort suchen wollte. Noch nicht mal vermutlich Alma selbst.

Er keuchte auf als sie von ihm abrollte. Erneut bebte es in der Höhle. Darak genoss seine Atemzüge. Tat diese Tief und mit Hingabe als hinge er eigentlich noch am Leben. Oder es lag daran dass Alma nicht nur Schweissfüsse hatte… alles was in Falten gebettet ist erweist sich schliesslich als potenzieller Geruchsherd und da gab es bei einer Alma VIELE Möglichkeiten. Schweiss konnte sich dort über Jahrzehnte festsetzen. Darak merkte dass er nicht an Leistenschweiss denken wollte. Ihm schauderte es.

<i> "Wie gut, hier bist du. Wir dachten schon, der Greif hätte dich irgendwo ausgesetzt."</i> Noch bevor er irgendwas erwidern konnte wurde er auch schon hochgezogen. An die beleibte Masse gedrückt und geherzt. Ihm tat die ganze Aktion an der Schulter weh. Doch irgendwie… tat sie ihm… auch gut. Auf eine unerklärliche Art und Weise brauchte er diese kitschige Zuwendung gerade.

Er blieb einfach stehen. So anders als sonst. Klein. Gekrümmt. In sich gekehrt. Kein stolzer Krüppelsklaventreiber der jeden Augenblick nutzte um mit seine Überlegenheit und seiner taktischen Intelligenz zu prahlen. Nicht jener Mensch der höchstens seine Situation die so brenzlig wie keine andere war als… ärgerlich… eingestuft hätte. Nein. Hier stand ein verzweifelter Mann der die Liebe seines Lebens verloren glaubte.

Schuld nagte an ihm. Frass sich langsam aber ausdauernd durch sein Gewissen.

Er blickte kurz auf als Alma ihm den Helm aufsetzte und nickte dankbar – ohne es aber aussprechen zu können.

<i> "Können wir dann zurück, auch wenn es heißt, dass wir wieder ... auf diesen Dingern fliegen müssen? Lilith und Carath warten. Wir müssen dringend aus dem Gebirge raus, ehe wir alle totkrank werden. Ich muss den Nichtgena... Carath behandeln und dich auch."</i> Nun starrte er Alma an. „Hier weg?! ABER ELENA!!!“ Beschwerte er sich und man merkte dass es kein spielerisches aufbegehren war sondern wirklich eine tiefe Angst und ein grosser Kummer dahinter steckte. Wie viele Witwen namenloser Soldaten betrauerten das Fehlen einer Grabstätte. Auch Elena… war für ihn in der Ferne gestorben. Für ihn? Nein – wegen ihm.

Wieder ein Stich mitten ins Herz. Seine eigenen Gedanken peinigten ihn. Folterten ihn. Immer wieder. Dafür bedurfte es noch nicht mal Samanthas stimmliche anwesenheit. Oder jene von Valrock die vielleicht noch kommen möge…. Oder jene von Elena selbst.
Ein weiterer Stich.

Er schniefte. Hustete. Fühlte sich in allen belangen nicht wohl. Alles erschien ihm plötzlich so sinn- und aussichtslos.

Die Behandlung seiner Schulter liess er ohne Protest über sich ergehen. Auch dies war seltsam. Sehr seltsam. Selbst für Alma musste dies äusserst ungewohnt sein. Schweigend schlurfte er zu den Greifen und hockte sich auf denjenigen der ihn dahin gebracht hatte. Er kraulte ihn leicht. Sein stiller Dank an ihn für die Auszeit. Mehr konnte er im Moment an Zuneigung und Dankbarkeit nicht ausdrücken.

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Re: Greifenflucht

Beitrag von Erzähler » Freitag 31. Oktober 2008, 13:46

Alma runzelte die Stirn. Noch kein einziges Wort war über Daraks Lippen gekommen und das verwunderte sie. Vor allem, da er sich doch so um Elena gesorgt hatte. Nicht einmal nach ihr rief er jetzt und seine Lieblingsheilerin hatte er auch noch nicht begrüßt. Da kam nichts von Darak Luthrokar, dem sturen Brüller. Er stand einfach nur da ... Alma musterte seine Haltung. Er machte einen befremdlichen Eindruck, so gebückt und winzig wie er sich selbst darstellte.
Aber Alma fragte nicht, ob alles in Ordnung sei, denn sie wusste, dass das für Darak nicht so war. Er vermisste wohl seine Elena und zusätzlich zu seinem Seelenschmerz gesellte sich jener aus der Schulterwunde, die die Tonne von Frau nun erneut behandelte. "Wenn du die Verbände noch öfter verlierst, hab ich bald kein Kleid mehr", brummte sie aufmunternd und riss sich erneut einen langen Streifen Stoff ab.

Als sie soweit fertig war und fragte, ob beide nun zurück zu den anderen fliegen könnten, meldete sich Darak endlich zum ersten Mal zu Wort.
<i>"Hier weg?! ABER ELENA!!!"</i>
Da war sie, die Konfliktsituation, vor der sich sogar eine Alma gefürchtet hatte. Nun musste sie sich zusammenreißen und stark sein – damit Darak auch stark sein konnte. Irgendwann musste sie es ihm ja sagen. Der jetzige Zeitpunkt war genauso schlecht wie jeder andere. <b>Gut, Mädchen, bring es hinter dich.</b>
Für einen Moment sehnte sich Alma nach ihrer Heilerinnentasche. Darin befand sich nämlich ihr gutes, altes Pfeifchen, das sie gern bei Problemen vorher rauchte. Es beruhigte sie, den Qualm in tiefen Atemzügen auszustoßen und zuzusehen, wie die Rauchkringel sich in der Luft verflüchtigten. Dieses Mal musste sie darauf verzichten.

Alma seufzte schwer und vermutlich konnte Darak schon anhand dieser Art, wie die Luft träge ihren geblähten Körper verließ, erkennen, dass es nichts Gutes war, was sie zu sagen hatte. Alma wirkte auf bizarre weise ausgemergelt. Nein, ihre Wangen waren nicht eingefallen, die Züge nicht kantig wie bei jemandem, der lange Zeit krank gewesen war und sich in einem dunklen Loch versteckt hatte. Trotzdem ... Alma sah mit einem Mal furchtbar alt aus.
Vielleicht bemerkte Darak erst jetzt die vielen kleinen Kratzer und blauen Flecke an ihren schwabbeligen Armen. Möglicherweise entdeckte er auch, dass ihr Gesicht von Staub und Dreck verschmutzt war, ebenso wie ihre Kleidung. Alma fehlte ein Schuh, aber beklagt hatte sie sich darüber noch nicht. Die Socke, die sie trug und welche für eine schlanke Maid gut und gern als Schlafsack hätte herhalten können, war mehrmals gestopft worden. Ein blauer Stoff-Flicken bedeckte ein Loch am großen Zeh. Der Stoff war verwaschen und alt. Alma warf nicht grundlos etwas fort, nur weil alle anderen es als nutz- und wertlos ansahen.
Kümmerte sie sich deshalb mit so viel Fürsorge um Verbrecher und Gefolterte, speziell Darak Luthrokar?

Sie schaute ihn an, ihren Patienten, mit dem sie schon so einiges durchgestanden hatte. Ängstlich und besorgt war sein Blick. Seine Haltung verriet tiefe Gewissensbisse und alles schrie nach Elena, auch wenn kein Ton die Stille in der Höhle störte. Selbst die Greife standen ganz ruhig, krächzten nicht.
Als Darak hustete, klang es wie dämonisches Grollen, so kontrastreich stand es zur Ruhe, die vorher herrschte. Alma schnaufte, griff in ihre Rocktasche. Sie förderte ein ebenfalls mit dem Stoff ihres Kleides zusammengebundenes Etwas hervor: einen Büschel roten Haares.
"Ich ... hab überall gesucht, Darak. Ich hab nur das hier gefunden." Mehr sagte sie nicht, sondern reichte ihm das kleine Überbleibsel, das ihm von Elena geblieben war. Dann zog sie ihn an ihre ausladende Brust, drückte ihn an sich, dass sein Helmhorn sich gegen ihre Nase presste. Aber Alma ließ nicht los. Sie sagte nichts. Worte halfen hier nicht. Trotzdem leistete sie schweigend und treu ihren Beistand wie nur ein Freund es vermochte. Auch ihr Herz schlug schwer.

Eine Weile stand sie mit Darak so da, bis sie glaubte, es sei vorerst genug. Sie hörte ihn atmen und leicht schniefen, immer wieder hustete er. Eine Erkältung konnte für jemanden in seinem Zustand – mit einer Verletzung und dem vielen Blutverlust – gefährlich werden. Sie mussten die Trauer für eine Weile beiseite schieben.
"Wir müssen los", erhob Alma also ihre Stimme. "Lass uns nicht noch mehr verlieren, nur weil wir rumstehen und nichts tun."

Darak gehorchte ohne Protest. Er näherte sich den Greifen, natürlich würde er auf dem Vater reiten, der ihn auch hierher gebracht hatte. Selbigen erklomm er und kraulte ihn. Der Greif dankte es ihm mit einem leisen Krächzen und neigte den Kopf ein wenig, damit Darak ihn noch gründlicher liebkosen konnte.

Alma schaute zu ihm herüber. Sie hatte oft Menschen mit schweren Herzen gesehen. Gebrochene Menschen – Kinder. Sie hatte sie gepflegt, aufgepäppelt und sich um sie gekümmert, bis es nicht mehr ging. Bis die meisten gestorben waren, weil sie nicht mehr den Willen hatten, zu leben. Diese Kinder hatten sich aufgegeben, glaubten nicht daran, dass Celcia auch noch schöne Seiten haben konnte. "Bei dir lass ich das nicht zu", murmelte die Heilerin und stieg auf ihren Greifen.

Die Tiere trotteten zum Höhlenausgang und stürzten sich nacheinander in die Tiefe. Dann breiteten sie ihre Schwingen aus und mit einem begleitenden "MIIIIIIIIIIIIIIIIIIIST!" von Alma flogen sie in den aufklarenden Himmel hinauf.

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Re: Greifenflucht

Beitrag von Darak Luthrokar » Samstag 1. November 2008, 21:22

<i> "Wenn du die Verbände noch öfter verlierst, hab ich bald kein Kleid mehr"</i> Ihm schauderte es gewaltig bei dem Gedanken. „Alma… bitte…“ Ihm war nicht nach so düsteren Scherzen, die vermutlich noch nicht mal als solche von Alma gedacht waren. Ihm gefiel ihr Schweigen nicht. Ihm gefielen ihre Blicke nicht. „Nein…“ Knurrte er und schüttelte seinen Kopf. Die Tonne nestelte in ihren Taschen und förderte etwas zu Tage. Darak starrte auf das Büschel Haar. „NEIN!“ Krächzte er verzweifelt. Seine Augen glänzten feucht. „NEIN!“ Verrieten seine Verzweiflung. Er keuchte. Es musste auch weh tun einen so getroffenen Luthrokar zu sehen. Er griff nach dem Haar. Streichelte es mit zittrigen Händen. Immer wieder. „N..,nein..“ Keuchte er weiter. Seine Lippen vibrierten. Das Atmen fiel ihm schwer. In seinem Hals bildete sich ein hässlicher Klotz und in seinem Herzen einen zentnerschweren Druck.

Er wurde an sich gedrückt. Dann löste er sich schweren Herzens. Er nahm den Büschel und klemmte ihn unter seinen Helm. Sein intimster Platz.

<i> "Lass uns nicht noch mehr verlieren, nur weil wir rumstehen und nichts tun."</i> Er erwiderte nichts. Hockte sich nur auf den Greif. Streichelte ihn. Er strahlte eine gewaltige Aura der Trauer aus die so unendlich drückend war dass man um ihn herum kaum atmen konnte.

Er starrte vor sich hin. Zeigte keinen Anflug von Freude als der Greif in die Höhe flog. Hoch über den Wolken, brach er erneut in Tränen aus.

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Re: Greifenflucht

Beitrag von Erzähler » Montag 3. November 2008, 12:27

Nicht einmal der wilde Flug des Greifen konnte Darak aufheitern, dabei hätte ihm ein Ritt durch die Lüfte – frei und ungezwungen – ansonsten vielleicht sogar gefallen. Hier oben war die Welt nämlich normalerweise in Ordnung. Die Probleme gehörten auf den Boden. Hier oben aber herrschte Frieden.
Nun, Darak war schon immer etwas rebellisch veranlagt gewesen und sträubte sich wohl mit all seiner Trauer um Elena und mit all seinen Gewissensbissen, sich nun gut zu fühlen.

Unter ihm glitt der andere Greif mit der noch immer fluchenden Alma vorbei. Sein Reittier folgte, schaute hin und wieder aber nach hinten zu ihm und krächzte leise. Greifen legten ein starkes Sozialverhalten an den Tag und eigentlich sollte sich der wieder Gehörnte darüber freuen, dass er in diese Gemeinschaft einbezogen wurde – normalerweise mieden diese eleganten Tiere nämlich den Menschen, geschweige denn ihn auf sich reiten zu lassen.
Aber gewisse Götter, die ihn und die anderen aus den pelgarischen Kerkern gerettet hatten, besaßen eine Menge Einfluss auf ihre Geschöpfe.

Der Greif ließ sich Zeit, flog deutlich langsamer, als er Darak erneut weinen hörte. Dieser hatte sich noch immer nicht vom Verlust erholt, was durchaus verständlich war. Elena war nicht nur ein Mensch gewesen, ein Leben, um das man trauerte. Er hatte sie geliebt und in seinem Glauben war es auch er gewesen, der ihren Tod verursacht hatte.
Die Stimmen in seinem Kopf schwiegen. Wenigstens dies blieb ihm vorerst erspart. Er hatte weder Elena noch Valrock bislang gehört. Nur Samantha und die anderen Totenstimmen seiner Vergangenheit waren definitiv vorhanden. Warum sollten sie sich von ihm abwenden. Verwunderlich erschien nur, dass sich gerade Samantha zurückhielt, wo er doch neben ihr jetzt auch noch die Frau auf dem Gewissen hatte, die ihm alles bedeutet hatte.

Irgendwann ging auch mal der längste Flug zu Ende. Aus der Ferne konnte Darak bereits den Horst erkennen und eine Gestalt, die winkte. Das musste Lilith sein.
Als die Tiere sich unter Almas stetigem Mist-Rufen näherten, war auch Carath zu erkennen. Er saß gegen den Fels gelehnt da, machte keinen sehr vitalen Eindruck, aber jemand hatte ihm die Nase verbunden und das Blut abgewaschen. Ob das nun Alma oder Lilith gewesen war, konnte Darak höchstens durch Erfragen erfahren.

Die Greifen landeten und Alma plumpste wie ein nasser Mehlsack – ein gewaltiger, nasser Mehlsack mit eigener Umlaufbahn und Anziehungskraft – vom Greifenrücken, polterte auf das Nest zu und dotzte krachend dagegen. Das Echo hallte wie ein Donnerschlag nach.
Die Greifenjungen streckten neugierig ihre Köpfe aus dem Nest und piekten den Fleischberg Alma an, der erneut einen guten Ausblick auf Unterwäsche freigab, von deren Bild man vermutlich nie wieder vergessen würde. "SO EIN MIST!", knurrte sie, rappelte sich mühsam ächzend auf.
Daraks Greif landete mit mehr Eleganz und sicherer, so dass dem Gehörnten ein derartiger Abstieg erspart blieb.

"Du hast ihn gefunden. Danke, Alma." Das war der Nichtgenannte. Er hatte sich besser erholt als Darak, litt nicht unter einer sich breit machenden Erkältung, sondern wirkte lediglich nur noch matt. Er keuchte hin und wieder beim Sprechen, konnte vermutlich nicht durch die gebrochene Nase atmen. Ja, Daraks Fäuste hatten ganze Arbeit geleistet.
Lilith wirkte distanzierter. Ihre Wange war geschwollen und sie hielt sich einen feuchten Stoff-Fetzen daran – bestimmt stammte dieser auch von Almas Kleidungsüberresten. Die Amazone musterte Darak, entdeckte die Tränenbahnen und schlulssfolgerte daraus, dass er sich nach dieser einen Nacht Auszeit kein bisschen erholt hatte. Sie hielt sich zurück und schwieg.

Alma gesellte sich zur Gruppe. Ihre Unterhose war wieder unter Speck und Stoff verborgen worden. "Wir können nicht länger hierbleiben, auch wenn wir alle noch etwas mehr Ruhe brauchen, um neue Kräfte zu sammeln. Caraths Nase muss behandelt werden und Darak hat sich vermutlich erkältet. In den Bergen sterben wir nur, wenn wir bleiben."
"Nach Pelgar können wir nicht", meinte die Elfe, warf wieder einen Blick auf Darak. "Wo sollen wir hin?"
"Am besten irgendwo ins Warme. Vielleicht erstmal ins Fischerdorf, um die nötigsten Vorräte zu beschaffen und dann sehen wir weiter."
Carath und Lilith nickten. "Dann lasst uns aufsteigen." Alma brummte. Schon wieder fliegen. Aber es war besser, als durch das halbe Gebirge zu klettern.

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Re: Greifenflucht

Beitrag von Darak Luthrokar » Dienstag 4. November 2008, 10:46

Darak schwieg wenn er nicht weinte und weinte auch wenn er schwieg. Dann aber nur still. In seinem Innern. Er hatte keine Lust mehr und keine Kraft mehr den starken zu mimen. Der ungerührt sein konnte. Alles wegstecken konnte. Schläge, Beinbrüche, Amputationen ja DAS konnte er wegstecken aber das nicht! Nicht der Verlust seiner grössten Liebe! Er sah hoffnungsvoll auf als er eine zierliche Gestalt am Horst winken sah. Doch dann erblickte er das weissblonde Haar und er seufzte erneut. Keine Elena die da auf ihn wartete. Die Präsenz ihrer Haare in seinem Helm wog schwer. War drückend. Das einzige was vor ihr geblieben war. Ein Büschel Haar? Wie konnte sie diesen nur verloren haben? Vielleicht in jenem Moment als ihr Schädel an einem scharfen Stein zerschmettert war? Er keuchte. Wagte es nicht sich die Vorstellung ihres Todes weiter auszumalen. Er wollte es auch nicht und dennoch geschah es automatisch! Es war doch ein verfluchter hohn! Wenn die Stimmen schwiegen quälten ihn seine eigenen dämlichen Gedankenbilder!

Er schnaubte wütend und verzweifelt. Das Leben war der reinste Witz! Ein schlechter Witz!
Teilnahmslos sah er zu wie die Landschaft unter ihnen vorüberzog. Er stierte in die tiefen Abgründe der Schluchten die sich unter ihm durch das Bergmassiv schlängelten wie dicke schwarze Würmer. Einer von diesen hatte seine Elena wohl verschlungen. Er sank weiter in sich zusammen. Suchte im weichen Fell des Greifes nach Trost in dem er sich heranschmiegte und überlegte sich ernsthaft ob er nicht einfach springen sollte. Dem Wurm entgegen. Aber bei seinem Glück würde er von ihm nur wieder ausgespieen werden.

Darak lachte nicht als Alma beinahe von ihrem Greif abgeworfen wurde. Auch wenn das ganze schreiend komisch ausgesehen hatte. Niemand lachte. Es war nicht der Richtige Zeitpunkt dafür. Ohnehin strahlte Darak so viel Leid aus dass es wohl jegliche Freude verschluckt hätte.

Der Gehörnte stieg nicht ab. Sondern verharrte den Greif streichelnd und ab und an hustend. Wer würde schon freiwillig mit ihm fliegen wollen? Sie mussten ohnehin zu zweit auf jeden Greif.

Einer würde der arme sein, denn er musste zu Alma hinzu noch zusätzlichen Ballast tragen. Er hockte einfach da. Blickte die anderen nicht ein einziges Mal an. So dass er nicht sah was er bei Lilith angerichtet hatte.

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Re: Greifenflucht

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 5. November 2008, 10:41

<i>OT-Hinweis: Lilith hat nicht weißblondes, sondern rotbraunes Haar</i>


Kein rebellischer Protest. Kein aus Sturheit geborenes Knurren. Kein Brüllen. Darak
hockte auf dem Greifen und schwieg, während Alma sich aufrappelte. Sie grüßte Lilith und Carath, sah kurz nach beiden und schaute dann betrübt zu Darak herüber. Er allein strahlte eine dermaßen bedrückende Stimmung aus, dass selbst den kleinen Greifen ganz flau wurde. Leise krächzend und die Köpfchen nach unten gerichtet, verzogen sich die Kleinen wieder zurück in ihr Nest. Die Mutter schnäbelte liebevoll mit ihnen. Anscheinend stand der Abschied kurz bevor. Sie würden ihre Kinder für eine Weile allein lassen, um die Menschen an einen sicheren Ort zu fliegen. Greifen waren robust. Die Kinder würden zurecht kommen.

"Wie verteilen wir uns nun auf die Tiere?", überlegte Alma laut und schaute sich erneut alle Mitreisenden an. "Carath und du, ihr seid leicht, einer von euch muss mit mir auf einen Greif." Sie legte den Kopf schief. "Da der Nichtgenannte und Darak beide zu sehr verletzt scheinen, als dass ich sie zu zweit allein auf einen Greif packen will ... Lilith ... steigst du bei Darak auf?"
Die Amazone warf einen Blick zum Gehörnten. Ihre Hand drückte den feuchten Stoff gegen die geschwollene Wange. Er hatte sie geschlagen. Allein der Gedanke daran ließ dunkle Erinnerungen in ihr aufsteigen, dass sie kurz wie Schatten über ihre Amethyst-Augen huschten. Sie bibberte, tatsächlich! "... gut", gab sie dennoch zurück und näherte sich langsam dem Greifenvater.
Alma hob unterdessen Carath Molsag auf und schleifte ihn mehr als dass er ging zu ihrem Flugtier. Die Greifenmutter senkte sich herab, um beiden den Aufstieg zu erleichtern. Sie war ein sehr aufmerksamer Geist.

Lilith blieb noch einen Moment vor ihrem Greifen stehen. Den verschleierten Blick hielt sie auf Darak gerichtet. Sie hätte eine Drohung ausstoßen können. Sie hätte Gleiches mit Gleichem vergelten und ihn schlagen können. Die Amazone schwieg, erklomm nur hinter Darak den Greifen und hielt sich wahrhaftig fest, indem sie ihre schlanken Arme um seine Hüften legte.

"Tut mir leid ... wegen Elena. Ich wusste nicht, dass du sie so sehr geliebt hast." <b>Dass Männer so sehr lieben können. Bitte, komm mit mir nach Xytras. Ich brauche dich.</b> "Ich nehme an, du willst jetzt lieber allein weiterziehen, sobald wir aus den Bergen heraus sind", murmelte die Elfe gegen seinen Helm.

Die Greifen erhoben sich und flatterten erneut auf. Alma rief wieder einmal ihren Lieblingsfluch. "MIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIST!" Dann schwenkte ihr Tier ab und zog Richtung Südosten, vermutlich war ihr Ziel tatsächlich das Fischerdorf in der Stillen Ebene. Was die einfachen Männer und Frauen wohl sagen würden, wenn vier Menschen auf zwei Greifen plötzlich mitten auf dem Dorfplatz landeten?

Lilith schlang die Arme enger um Darak. Sie lehnte fast an seinem Rücken. Der Wind rauschte leicht um die beiden herum, trotzdem konnte man den leisen Gesang der Elfe vernehmen. Sie gab ein Lied zum besten, das neben einer melancholischen Melodie zusätzlich noch einen Text über eine Mutter und ihr Kind beinhaltete. Die Tochter wurde vom Schnitter geholt und die Mutter erblindete, weil sie sich die Augen ausweinte. So wurde sie auch im Herzen blind und konnte nicht mehr sehen, dass ihr Leben weiterging und dass es durchaus wieder hätte gut werden können. Das Lied endete mit ihrem Tod, bei dem niemand weinte, weil die Frau in ihrer Trauer und Zrückgezogenheit anschließend einfach alles verloren hatte.

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Re: Greifenflucht

Beitrag von Darak Luthrokar » Mittwoch 5. November 2008, 20:42

Darak hockte einfach da und übte sich weiterhin darin schmerzlich vor sich her zu starren dass es einen sehr verunsichern mochte. Wie ging man nur auf den Gehörnten zu? Was war jetzt das Richtige für ihn? Was brauchte er? Seine Elena… klar… doch was konnte ihm Trost spenden? Für Darak war die Antwort bereits klar. Nichts. Doch dies stimmte nicht. Die Zeit war heilend und die Tränen lösten seinen Kummer. Liessen ihn fliessen und gaben ihm über seine Tränen in die Welt ab. Kein Mensch konnte ewig weinen. Es ging einfach nicht und jeder Mensch reagierte nach dem Weinen mit einem gewissen Grad an Entspannung. Auch Darak war inzwischen wieder trocken was seine Tränenkanäle betraf. Dafür lief seine Nase umso mehr. Seine Nasenflügel waren stark gerötet. Es war klar dass die Erkältung ihn so wie er im Moment gerade drauf war mit voller Wucht erwischte. Der Körper und die Seele brauchten ruhe und die Krankheit würde ihn dazu zwingen sie sich zu nehmen.
Bei Darak schienen sich viele Dinge über den Körper zu regulieren. Schritt er zu schnell durchs Leben – entzündete sich sein Bein. Versank er zu sehr in seinen Gedanken, kriegte er Migräne und wenn er Worte sprach die nicht in die Welt gehörten kriegte er die Fresse poliert.

Darak hörte nicht hin wie sie die Greifen verteilten. Es war ihm völlig egal wer mit ihm flog. Er hätte vielleicht sogar den Nichtgenannten toleriert. Es konnte eh nicht die Richtige Person bei ihm sein. Denn Elena…war nicht mehr. Er seufzte schwer. Sie war nicht mehr… und dennoch beherrschte sie jeden einzelnen seiner Gedanken.

Schlanke aber dennoch kräftige Arme schlangen sich um seine Hüften. Lilith hielt sich an ihm fest. Irgendwie tat ihm der Körperkontakt gut. Er fühlte sich geboren. Wusste dass jemand da war. Auch wenn es nicht Elena war.

<i> "Tut mir leid ... wegen Elena. Ich wusste nicht, dass du sie so sehr geliebt hast."</i> Allein schon weil Lilith ihren Namen aussprach schmerzte es ihn. „Ja…“ Hauchte er nur. Schon lange hatte er nichts mehr gesagt. „Sie… war … der Grundstein meines neuen Lebens.“ Versuchte er sich zu erklären. Er hatte ihr so vieles zu verdanken! So unendlich vieles! Und was hatte er ihr im Gegenzug dafür gegeben? Den Tod?!

<i> "Ich nehme an, du willst jetzt lieber allein weiterziehen, sobald wir aus den Bergen heraus sind",</i> Er seufzte. „Ich… will im Moment gar nichts mehr… ausserdem… wohin soll ich schon noch gehen.“ Alles erschien ihm so sinnlos. Er liess seinen Kopf hängen. Unterdrückte erneute Tränen.

Der Flug begann. Darak lauschte Liliths Gesang und brach erneut in Tränen aus. Er hatte so lange nicht geweint. Obwohl es so vieles gab wofür es sich gelohnt hätte. Elenas Tod war nun Symbol für all diesen Kummer.

"Ich... " Er erinnerte sich gerade daran dass er Elena noch Geld schuldete. Ein bescheuerter Gedanken eigentlich doch er stand Sinnbindlich für so vieles was sie für ihn getan hatte und er ihr nicht zurückgeben konnte. "Warum... "KEuchte er nur. Brachte seinen anfänglichen Satz nicht zu Ende und begann auch keinen neuen. Stellte nru die quälende Frage die an ihm nagte.
Zuletzt geändert von Darak Luthrokar am Mittwoch 5. November 2008, 20:44, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Greifenflucht

Beitrag von fremde Frau » Freitag 7. November 2008, 10:14

Lilith hörte zu, was er sagte. Es tat schon gut zu wissen, dass er noch zu reden bereit war, auch wenn die Amazone sich noch immer nicht sicher war, was sie nun von ihm zu halten hatte. Ihre geschwollene Wange fühlte sich seit dem Schlag taub an, hing auch etwas schlaffer herunter als die andere. Außerdem lief sie an mehreren kleinen Stellen blau an, als hätte jemand mit Farbe in ihrem Gesicht herum gekleckst.
Ob es ein Ausrutscher war, ausgelöst durch den Verlust seiner scheinbar über alles Geliebten? Seines Grundsteins für ein neues Leben? Die Elfe konnte es nur hoffen, andernfalls – wenn ihm häufiger die Hand ausrutschte – war ihre Mission gescheitert und sie würde weitersuchen müssen. Denn dann wäre Darak nur ein Mann unter vielen. Wie gut, schaute der Gehörnte nicht über die Schulter zurück. In Liliths Augen tanzten Schatten dunkler denn je. Ihre Arme legten sich enger um seinen Körper, leicht verkrampft.
Sie hoffte so sehr, dass es nur ein Versehen war. Sie klammerte sich an bessere Gedanken, an gute Erinnerungen – an die Nacht mit ihm im Wintergarten der Taverne des Elfendorfes. Dies ließ sie etwas entspannen.

<i>"Ich ... will im Moment gar nicht mehr ... außerdem ... wohin soll ich schon noch gehen?"</i> Eine Zeitlang herrschte Ruhe. Lilith sang, beruhigte damit eher sich selbst als dass sie Darak etwas Gutes wollte. Der weinte aufs neue, fragte nach dem Warum. Die Elfe antwortete ihm nicht, sang das Lied zu Ende. Dies hatte sie als Künstlerin der fahrenden Gaukler gelernt: bring es zu Ende, übergehe Fehler mit einem Lächeln, aber bring es verdammt nochmal zu Ende. So sang sie auch noch die letzten Zeile, ehe ihre Finger über Daraks Bauch strichen und sie sagte: "Ich würde dich immer noch mitnehmen. Nach Xytras. Wenn du magst. Wenn ... du mir versprechen kannst, mich nicht mehr ... zu schlagen."

Erneut verfiel sie in Schweigen. Die Amazone überlegte, warum Elena hatte sterben müssen – sie war nicht gefunden worden. Niemand konnte einen solchen Sturz in die Tiefe überlebt haben. Es klang bitter, aber sie dachte realistisch. Die Welt bestand nicht aus Träumereien, dafür hatte sie den Gesang.
"Warum ...", griff sie das Thema schließlich auf. Sie fand keine Antwort, aber sie erinnerte sich an die Worte einer amazonischen. nachtelfischen Freundin, die sie damals dasselbe gefragt hatte. <b>Warum musste ich es sein, der man so wehgetan hat?</b> Eine etwas anders formulierte Frage, aber sie begann gleich jener Daraks. Daher bekam er von Lilith auch die Antwort, die sie erhalten hat. "Quäl dich nicht mit dem Warum, niemand wird es dir sagen können. Halt dich nicht am Schmerz fest. Denk an gute Momente, auch wenn es wenige gewesen sein mögen." Ihr hatten die Worte damals sehr gut getan, auch wenn die erwähnten Momente erst mit dem Auftauchen der Nachtelfe angefangen hatten. Mittlerweile ... waren von den Warum-Fragen nur noch Schatten geblieben. Lilith konzentrierte sich nicht auf sie und sie wollte, dass sich Darak auch von seinen Schatten löste.
"Wie sollte dein neues Leben aussehen?", fragte sie beiläufig, erwartete nicht unbedingt eine Antwort.

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Re: Greifenflucht

Beitrag von Darak Luthrokar » Freitag 7. November 2008, 17:27

Er schluchzte und schniefte. Denn seine Nase lief dauernd. Ihm tat der Kopf weh und der Hals sowie seine Brust. Alles fühlte sich so eng an, so bedrückt. Er seufzte schwer und öffnete seine Augen als Lilith ihre Arme um seinen Bauch schlang und ihn leicht massierte. Er legte seine riesige Pranke auf ihren Handrücken. Jene Pranke die sie geschlagen hatte. <i> "Ich würde dich immer noch mitnehmen. Nach Xytras. Wenn du magst. Wenn ... du mir versprechen kannst, mich nicht mehr ... zu schlagen." </i> „Ja… ich folge dir. Ich habe es dir versprochen.“ Wenigstens ein Versprechen wollte er mal halten können. Er senkte sein Haupt. Daran hatte er bis anhin gar nicht gedacht. Ja, es stimmte. Er hatte sie geschlagen. Weil er so verzweifelt und wütend gewesen war. „Tut mir sehr leid Lilith. Ich wollte dir nicht weh tun.“ Entschuldigte er sich und man hörte ihm an dass er es ehrlich meinte. „Ich… bin leider gut darin alles zu vermasseln“ Seufzte er deprimiert.

<i> "Quäl dich nicht mit dem Warum, niemand wird es dir sagen können. Halt dich nicht am Schmerz fest. Denk an gute Momente, auch wenn es wenige gewesen sein mögen."</i> Darak hörte zu. Liess Liliths Worte auf sich wirken. Nickte dann schliesslich. Starrte dann aber in die Tiefen. Es waren viele gute Momente gewesen. Sehr viele. Er lächelte Matt. „Du hast recht… aber es ist schwer.“ Hauchte er. Die Trauer war noch immer zu stark für ihn. Der Verlust zu gross.

<i> "Wie sollte dein neues Leben aussehen?"</i> „Mein Leben?!“ Er schnaubte. Ja er hatte noch ein beschissenes Leben mit welchem er nichts mehr anzufangen wusste, bisher hatte schliesslich jeglicher Versuch im Desaster. Elena hatte mitten im Leben gestanden und wegen ihm war sie daraus gerissen worden.

„Ich komme mit dir.“ Was anderes viel ihm nicht ein. Er brauchte jemanden den ihn führte. Ihm einen Auftrag gab. Dafür sorgte dass er nicht in seinem Trübsal ersoff. „Wenn du mich wirklich noch willst.“

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