Aus allen Wolken

Das große Meer ist launisch wie das Wetter. Einmal ist es friedlich und dann wieder die reinste Gefahr. Erfahrene Seemänner befahren es mit ihren großen Schiffen. Alle Reisen sind hier verzeichnet.
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Piraten kapern alle Schiffe, die nicht dunkelelfisch oder verbündete mit sichtbarem Zeichen (Flagge) sind.
Die Mantroner versuchen, gegen die Piraten vorzugehen.
Ein Teil der Amazonen, sowie das dunkle Volk sind Verbündete der Piraten.
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Aus allen Wolken

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 16. Juni 2011, 23:25

Isildur kommt von Hymlia -> Wolkenjagd

Er fiel. Der Wind nahm immer mehr zu, je schneller er wurde. Es war gewiss, er würde sterben. Vielleicht holte ihn die Ohnmacht ein, ehe Isildur den Grund erreichte. Er schien bereits jetzt zu halluzinoieren. Es gab keinen Boden, auf dem er aufprallen könnte. Um ihn herum nur schemenhafte Flecken - Wolken. Ansonsten war alles blau. Fiel er überhaupt nach unten oder trieb er erneut in den Himmel auf? Wohin kehrten Elfen wirklich ein, wenn sie starben? Plötzlich prallte er gegen etwas. Ein bizarres Kreischen, dann Grollen. Seine Krallen kratzten über schlangenartige Haut. Schuppen? In der Luft?
Derat?!
Kein Messing funkelte. Hier war alles blau. "Soll ich dich fressen, fliegendes Pelzwesen? Meinen Flug zu stören! Hinfort!" Die Stimme hallte noch in Isildurs Gedanken, dann wurde er von gewaltigen Krallen gepackt und ihm schwanden die Sinne.

Er erwachte erst wieder vom tosenden Geräusch flatternder Segel und dem Brüllen von Männern und Frauen. Sie grölten, jubelten. Und dann kam der Schmerz. Er begann in seinem linken Lauf, zog sich über das Knie hinweg bis in seinen Oberschenktel und breitete sich dann auf den gesamten Körper aus. Pochend und heiß blendete er Isildurs Gedanken, dabei war der Wold gerade erst wieder auf seiner Bewusstlosigkeit erwacht. Schatten tanzten um ihn herum. Er sah wieder etwas Weißes. Wieder Wolken?
Dann ein Gesicht, ein weiteres. Und Stimmen. Die Sprache verstand er wohl nur bedingt. Etwas stieß ihn an, dann hörte er bellende Befehle. Keine Wölfe, raue Kerle waren es. Und schon packten ihn dutzende Hände. Etwas legte sich um seinen Körper. Man verschnürte den Wolf. Es folgte eine erneute Ohnmacht.

"Hee, es - er - wacht auf!"
"Na und?! Wenn du ihn fütterst, setzt es Dresche! Du sollst die Kartoffeln schälen, verdammter Bastard! Nichts Anderes verlange ich von dir, aber nicht mal das kriegst du hin."
"Ach, leck mich doch kreuzweise, Haken!"
Etwas schepperte. Dann krachte es dicht neben Isildurs Kopf. Der war gerade so einer fliegenden Bratpfannen-Attacke entwischt. Stampfende Schritte, knarrendes Holz und das Krachen einer Luke, die zugeschlagen wurde. Dann herrschte wieder Ruhe. Nun, das was man Ruhe nennen konnte, wenn man sich an diesem Ort befand. Es schaukelte stetig. Von außen rauschten Wellen gegen teilweise morsches Holz. Es sickerte ebenfalls hindurch, so dass es an diesem Ort salzig schmeckte und fischig roch. Mit jeder schaukelnden Bewegung knarrte es irgendwo. Das Holz lebte und es sprach. Aber da murmelte noch etwas Anderes. Genauer gesagt: jemand. Männlich, mitteltiefe Stimme, leicht kratzig. Sie stammte von einem braungebrannten Kerl mit dunklem Haar und Bart. Er trug eine zerschlissene Hose und ein weites Hemd, das ihm um den Torso flatterte, obwohl er durchaus Muskeln besaß. Vor allem aber Narben. Der Kerl war ein einziger Berg aus Narben. Er besaß in etwa so viele wie sein Hemd Schmutzflecken. Eine zog sich direkt über seinen gesamten Arm, bis hinunter zur Hand, wo die oberste Kuppe des Ringfingers fehlte. Goldene Ringe baumelten an seinen Ohren, der Schweiß stand ihm auf der Stirn. Er hockte zwischen zwei riesigen Bergen Kartoffeln und schälte lustlos mit einem kleinen Messer. Das hätte Isildur jetzt durchaus gebrauchen können. Er lehnte in einer Ecke an der Innenwand eines Schiffs und zwar an den Fußgelenken und den Händen gefesselt. Zudem hielt ihn eine eiserne Kette - vermutlich für Hunde bestimmt - an einem Pfosten.
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Isildur Ranarion Ni'Tessin
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Re: Aus allen Wolken

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Samstag 18. Juni 2011, 16:19

Das erste was Isildur auffiel, dass ihn der Boden unter den Füßen fehlte. Eigentlich fehlte alles um ihn. Die Welt um ihn herum, hatte sich gravierend verändert. Und das Schlimmste daran war, dass er fiel. Und es gab nicht mal einen Boden.
„Das gerade mir das passiert, schoss es ihn durch den Kopf.
Seltsam, eigentlich hatte er immer die Befürchtung gehabt, er würde seinen Tod bei einer Aktion seiner Schwestern finden. Nicht dass ihm so was passierte, dass er es selber auslösen würde. Er hatte Angst gehabt, dass seine Schwestern aus der Stadt stürzen…und ihm war es passiert.
Da lag schon eine gewisse Ironie drin.
Er spürte wie sein Fell durch den Fahrwind durchgepustet wurde. Die Ohren rauschten. Die Augenlieder fest zusammen gedrückt. Anders war es nicht ertragbar. So schnell war er noch nie gefallen und auch nicht von so hoch.
Zuerst hatte Isildur noch geschrieen, als er schlagartig wieder klar im Kopfe wurde. Doch wofür?
Er konnte nur hoffen, dass seine Schwestern nicht das gleiche Schicksal ereilte. Alles hatte eine Farbe und schien sich nicht zu unterscheiden. Der Druck auf der Lunge ließ es schwer werden zu atmen. Es flimmerte vor den Augen, wenn er versucht etwas zu erkennen.
Eine Seltsame Ruhe ging durch in durch alles er zwischen Wachen und Ohnmacht taumelte.
Bitte, lasst es nicht vorbei sein, bat er im Geiste mit geschlossenen Augen. Der Wind peitschte.
Dann, plötzlich! Ein Widerstand. Alle Instinkte fuhren hoch, Der Drang zum Leben erwachte und Isildur versuchte Halt an diesem Etwas zu finden. Seine Krallen kratzten über etwas.
Schuppen!...ist das Derat?
Doch die Stimme in seinem Kopf, war fremd. Seine Pranken versuchten halt zu finden. Doch stattdessen, spürte er wie er plötzlich heftig ergriffen wurde. Die letzten bisschen Kraft und Energie verlor sich in diesem Griff und die Luft wich ganz aus den Lungen.
„nicht….nei…in“ Schwärze hieß ihn willkommen.


Was ist das? Warum ist es so laut?...ist das der Tod?
Die Ohren zuckten nervös, fingen zu viele neue Geräusche auf. Erst war es dumpf, wurde von dem Piepen in seinen Ohren noch übertönt. Der Wind hatte soviel Lärm gemacht, dass seine empfindlichen Ohren überreizt waren.
Doch die Geräuschkulisse jetzt war nicht besser. Dazu kam noch die große Anzahl von fremden Gerüchen, welche sich um ihn sammelten. Es roch barbarisch.
Wo bin ich…Boden?...was?
Er spürte was Hartes deutlich unter sich. Die Augen öffneten sich, nur um sich wieder zu schließen. Sein Blick war unscharf. Gestalten standen herum. Sie bewegten sich wie Schatten.
Yavanna? Myrjala?
Der erste Impuls sich zu bewegen .
„AArrgg“ sein Bein explodierte in einer Welle von Schmerzen, welche sich durch seinen Körper verteilte.
Es rüttelte Isildur wach, ließ ihn alles bewusster wahrnehmen. Isildur war Schmerz gewohnt, doch er rechnete nicht ständig damit. Er konnte viel ertragen. Aber bei einer Wandlung konnte er sich rein denken und vorbereiten.
Seine Hand zuckte zu seinem Bein.
Die Stimmen waren Fremd, ebenso das sich ihm nähernde Gesicht.
Nicht bleiben..weg hier
schrieh es in Isildur.
Sie sagten irgendetwas.
Verwirrt versuchte Isildur etwas zu verstehen und zu begreifen. Als er angestoßen wurde. Keucht er auf. Dann folgte die Erste Berührung.
„Fasst mich nicht an!“ brüllte er auf.
Mit aller Kraft stemmte er sich hoch, kurz nach dem die Berührung erfolgt war. Er griff in die Gestalten, versuchte die erste Person zu greifen, welche ihm zu nahe war..
Er wollte nicht angefasst werden. Kein Waldelf wollte sich von Fremden berühren lassen. Das war sich Wolf und Elf einig.
Sie waren beide stolz.
Knurrend und wild um sich schlagend versuchte er sein Bestes. Aber sein Bein schmerzte, ließ ihn fast verrückt werden vor Schmerz. Die Energie für so einen Ausbruch reichte nicht. Er sackte weg, während sich sein Geist mehr und mehr verabschiedete. Sein Blick wurde schwarz. Die sonst so gerühmte Kraft des Waldelfen Isildurs kam zum Fall. Noch ehe er sich versah wurde er überrumpelt und spürte noch wie er gefesselt wurde. Aber er hatte keine Kraft mehr. Wieder wurde es schwarz und die Ohnmacht holte ihn wieder.


Ein seltsamer Traum!....“emmmhhh…oh…“ Der erste Impuls sich zu recken. Die Arme auszubreiten. Doch es geht nicht. Das Knirschen der Halswirbelsäule und der Gelenke.
Die Augen noch schläfrig geschlossen. Die Geräusche zuordnen. Ein Schmerz im linken Bein….oder Lauf.
Er versuchte seine Hand auszustrecken. Klappte nicht. Etwas hielten sie zusammen, sowie seine Füße. Ein Seil oder Strick?
Der Strick scheuerte über Fell und Haut. Etwas lag um seinen Hals. Es roch nach Metal. Eine Kette?
Andere Gerüche mischten sich. Fisch und Meersalz. Morsches Holz. Schweiß. Erde und zwei fremde menschliche Gerüche.
Menschen!...Was war noch passiert? Die Wandlung ging schief…ich bin gestürzt…nach hervorragend, du bist aus der Stadt gefallen. Und da hast du selber ständig deinen Schwestern zur Vorsicht gemahnt.
Es schepperte. Isildur schreckte hoch.
Wwass???
Sein Kopf fuhr rum.
Dann hörte er wie einer von den Leuten wegging.
Noch zwischenzeitlich am Blinzeln öffnete Isildur jetzt endlich mal die Augen. Ein erstes Einschätzen der Lage.
Bin ich auf einen Schiff?
Isildur hatte nur einmal auf einen Schiff gewesen und damals mochte er es schon nicht. Der umstand, dass man nur von Wasser umgeben war, missfiel ihn. Er mochte solche Gewässer nicht. Er blickte zu seinen Bein. Was war wohl damit? Ein vorsichtiges Anspannen der Muskel und ein Bewegen von diesen.
Hoffentlich ist nichts gebrochen, dass müsste ich erst mal rauskriegen
Er spannte die Armmuskeln und bewegte die Hände um die Festigkeit der Stricke zu prüfen. Tiefes Durchatmen.
Okay, wenn ich mich anstrenge, könnte es klappen…Nur nicht umsehen…nein der Raum ist groß genug….konzentrieren…eine Lösung ist wichtig
Da es wichtig war, einen klaren Kopf zu behalten, atmete Isildur tief ein und aus. So machte er es auch bei seinen Schwestern. Seine Schwestern waren immer der Meinung gewesen, dass ihr großer Bruder vor fast nichts Angst hätte. Natürlich hatte er Ängste, doch er wusste, wie er diese austricksen konnte, wenn es darum ging Stärke zu zeigen. Angst gehörte zum Leben dazu.
Außerdem wusste er, dass es ihn nichts bringen würde, wenn er in Panik verfiel.
….Dies ist nicht klein….oben ist alles frei…keine Panik
Was hätte es ihm jetzt auch gebracht? Isildur hatte zwar Angst vor zu kleinen Räumen, aber er konnte die Bewegung des Schiffes deuten. Es wirkte nicht so, als läge es vor Anker. Aber mit Sicherheit wusste das Isildur auch nicht. Wohin sollte er schon fliehen.
Okay, Isildur…versuch raus zu bekommen, wo du bist….erst mal vorsichtig….
„ Wo bin ich?“
Die Stimme war dunkel und kratzig.
Sein Augenmerk fiel auf die Klinge. Damit könnte er die Stricke zerschneiden.
"Weswegen bin ich hier“ zwar bemühte sich Isildur nicht zu mürrisch zu klingen, doch er knurrte stattdessen mehr. Der Wolf hatte versucht von Menschen wegzukommen, jetzt war er sogar gefangen.
Etwas was Elf und Wolf nicht mochten.
„ Lass mich frei!“ Er fixierte den Mann, achte sorgsam auf alle möglichen Regungen. Sein Fell sträubte sich im Nacken.
Die Muskeln in seinen Oberarmen schmerzten. Selbst wenn er die Fesseln lösen könnte, die Kette würde ihn vermutlich halten, aber auch so was hatte er schon mal sprengen können. Nur war er damals fitter gewesen. Die Enge des Raumes machte es Isildur schwerer zu denken. Das Gefühl von Freiheitsverlust.

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Re: Aus allen Wolken

Beitrag von Erzähler » Sonntag 19. Juni 2011, 14:49

Als Isildur erwachte und so auch erste Laute von sich gab, schaute der vernarbte Kerl kurz zu ihm rüber. Ihm war eingetrichtert worden, ja nicht mit dem komischen Wolfshundetiermann zu sprechen - sofern das Ding überhaupt sprechen konnte. Aber es handelte sich bei dem Kartoffelschäler schließlich um Otis "Dicke Lippe" Kendrick und wer dieses Raubein kannte, der wusste, dass er sich noch nie an Anweisungen gehalten hatte. Kein Wunder, dass er derzeit hier unter Deck beim Schälen halb ranziger Kartoffeln saß. Er hatte wieder einmal Ärger gemacht. Seinen Spitznamen besaß der Kerl schließlich nicht umsonst. Er riskierte oft genug eine dicke Lippe, was ihm sein narbiges Äußeres verpasst hatte. Überraschend, dass ein Seemann wie er überhaupt noch lebte. Jeder andere Kapitän hätte ihn vermutlich schon zweimal Kielholen lassen. Doch nicht sein derzeitiger Käpt'n. Der strafte ihn damit, Wurzelgemüse zu schälen!
Otis ärgerte sich ziemlich darüber, aber was sollte er tun? Oben, direkt hinter der Luke, befand sich die Kombüse und da drin wartete Haken auf ihn. Er wusste nicht mal, wie der Smutje wirklich hieß, aber es interessierte ihn auch nicht. Reichte aus, dass er wusste, dass der Kerl seine Hakenhand regelmäßig schärfte, um - wie er selbst sagte - aufmüpferische Landratten daran aufzuspießen und über den Grill zu hängen! Haken hatte ein Auge auf die Luke, die der einzige Ausweg aus dem Loch hier unten war. Also befolgte Otis sogar einmal Befehle und schälte seine Kartoffeln. Allerdings eben nur, bis sich das Pelztierchen in der Ecke meldete.

Typische erste Frage, nachdem man aus der Bewusstlosigkeit erwachte. Wo steckte der Hund? Er konnte tatsächlich reden. Otis hielt ihn für ein Männchen, weil Stimme und Knurren sehr tief waren. "An Bord der Treibgut bist'e, Landratte ... oder sollte ich Landköter sagen? Warst'e überhaupt schonmal auf 'nem Schiff?" Die Aussprache des Mannes konnte ein wenig Auffrischung vertragen, er verschluckte teilweise Silben, was ihn ein wenig mundfaul erscheinen ließ. Aber dumm war er offenbar nicht. Denn er machte sich einen Spaß daraus, die Kartoffelschalen nun nach Isildur zu werfen. Dem Vieh würde er definitiv nicht zu nahe kommen, er hatte die Reißzähne gesehen.
"Vergiss es. Ich werd'n Teufel tun un' dich frei lass'n! Dann springst mich noch an un' zerreißt mich. Nene, kannst'e knicken!" Er entschied sich, nun doch wieder ordnungsgemäß weiter zu schälen. Er kannte Haken. Der würde ihn nachher nur die Schalen einsammeln lassen und darauf hatte Otis absolut keine Lust. Mit dem Unterarm wischte er sich den Schweiß erneut von der Stirn. "Der Drache hätte dich fress'n soll'n. Was bist'e eigentlich? Ein mutierter Haushund?"
Das Schiff schwankte einmal stark, so dass ein Sack Kartoffeln umfiel. Die kleinen, braunen Knollen kullerten über die Dielen. Es folgte ein Schwall an obszönen Kraftausdrücken von Seiten Otis, der sich über die dämlichen Kartoffeln ausließ. Er rammte das Messer in einen Holzbalken und begann, die vorwitzigen Kullerknollen nach und nach einzusammeln. Dabei kam er Isildur mehrmals unmerklich näher.
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Re: Aus allen Wolken

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Montag 20. Juni 2011, 12:23

Tatsächlich erhielt Isildur also eine Antwort. Zwar war diese sehr verwaschen, doch er verstand das celcianisch. Seine Schwester Yavanna hätte dies vermutlich nicht.
Ein Stich in seiner Brust ließ ihn kurz an seine Schwestern denken. Sie würden sich Sorgen machen, falls sie mitbekamen, dass er noch lebte.
Ich lebe, mir geht es gut, war sein erster Impuls ihnen zu senden. Jedoch tat er es nicht. Und es war eigentlich noch zu früh ihnen die Sorgen zu nehmen.
Mal nebenbei, dass er auch nicht wusste, ob es klappen würde. Bei Yavanna und Myrjala war das band der Familie ziemlich stark, sodass sie sich fast schon spürten. Sie konnten sich auch mit Hilfe ihrer Flöten spüren.
Das war bei ihren Bruder nicht der Fall. Er war nicht so begabt ein Instrument zu spielen.
Aber jetzt gab es wichtigeres.
Der Mann vor dem Waldelfen klang, als würde er die Kartoffeln nicht nur schälen sondern auch eine im Mund haben. Die Begrifflichkeit war Isildur als Waldbewohner ebenso fremd.
Treibgut?…Landratte? Ratten leben doch immer auf dem Land…. reden Menschen öfters so?
“ein Schiff?…na toll” also hatten sich Isildur Befürchtung bewahrheitet.
Er besah sich den Mann genauer. Die ersten Merkmale, Gestank und Dreck, ignorierte Isildur dabei. Dieser Mann hatte schon einiges hinter sich, dass zeigten die Narben. Außerdem konnte man davon daraus schließen, dass er hart in nehmen war.
Da sich Isildur nun zu Wort zu melden, schien der Fremde jetzt einen neuen Zeitvertreib gefunden zu haben. Der Wolf als Zielscheibe für die Kartoffelschalen.
Erwartest du, dass ich mich wegducke?….nein, Mensch, dass werde ich bestimmt nicht.
Die Haltung nicht verändern, ließ er die Schalen auf sich landen. Hier und da zuckte ein kleiner Muskel, wenn die Schale an seinen Fell wieder herabkullerte.
Sein Stolz war größer und egal ob gefangen oder nicht, dass würde sich der Waldelf nicht nehmen lassen. Außerdem schien der Mann Langeweile zu haben. Natürlich konnte Isildurs wenige Regung auch bewirken, dass er seinen stinkenden Gesprächspartner erzürnte Aber so was konnte unter den richtigen Umständen positiv genutzt werden.
Aber erst die Hände freikriegen.
Seine Hände und Gelenke rieben über den Strick. Das machte er jetzt schon die ganze Zeit. Er drehte und wand seine Gelenke. Spürte wie das Fell ausgerissen und weggescheuert wurde und ihn die Haut blutig riss. Die Finger seiner Pranke streckte er um die Krallen zusätzlich noch über die Stricke kratzen zu lassen. Wäre dies ist ein stiller Raum, so könnte man es bestimmt hören. Für Isildur Ohren war es unglaublich laut.
"Vergiss es. Ich werd'n Teufel tun un' dich frei lass'n! Dann springst mich noch an un' zerreißt mich. Nene, kannst'e knicken!"
Hat da jemand Angst?…ich würde auch vorsichtig sein, wenn ich nur annähernd so aussehe, wie ich vermute.
“ hätte ich in deiner Lage auch nicht gemacht” stimmte er ihn zu.
Er legte den Kopf leicht schräg. Der Mann widmete sich jetzt wieder seinen Kartoffeln.
Gut so, dachte Isildur und spannte die Muskeln. Die Stricke spannten sich merklich und seine Muskeln arbeiteten. Wenn er schon nicht an den Dolch kam, musste er sich anders helfen. Jedenfalls würde er sich wehren können, wenn das Nächste mal ihm jemand zu nahe kam.
"Der Drache hätte dich fress'n soll'n. Was bist'e eigentlich? Ein mutierter Haushund?"
"Ein Drache?"…dann hatte ich es mir nicht eingebildet….was ist ein Mut- tier-Ter?” mit dem Begriff konnte Isildur absolut nichts anfangen. Er wusste viel was die Allgemeinsprache betraf, doch so einen Begriff kannte er nicht. Doch das andere drauffolgende Wort, verstand er nur zu gut. Sein Fell sträubte sich und er fletschte die Zähne als er sich vorlehnte
“Haushund?”…nein!…ich bin ein Waldelf und kein von euch Menschen gezähmtes Tier. “ Er schnaubte.
Jedenfalls war ich es…nein, ich bin es noch
Er glaubte fest daran, egal wie er aussehen würde, blieb er im Herzen ein Elf, auch wenn stark mit wölfischen Zügen zur Zeit. Es war sein Seelentier, sein Schutz.
Das Schiff schwankte plötzlich und auch Isildur warf der plötzliche Ruck gegen die Schiffswand. Eine Schmerzwelle zuckte durch seinen linken Lauf. Er keuchte auf.
Doch zeitgleich rissen die Stricke durch die plötzlich Bewegung, als er sich instinktiv abfangen wollte. Er hatte die Hände frei! Doch noch zeigte er es nicht.
Obwohl der Mann es bestimmt nicht mitbekommen hätte.
Als er gerade dabei war, guten Stand wieder zu kriegen, hörte er eine Schimpftriade, jedenfalls vermutete Isildur das, von den stinkenden Mann. Den angebundenen Wolf schien er dabei vergessen zu haben.
Fluchen kann dieser wirklich
Der Mann suchte den Boden und sammelte dabei die Schalen ein.
Wieso machte er das denn jetzt?…aber das kommt mir nur zu gute…komm her
Natürlich konnte dies der Mann nicht wissen, dass er anstatt eines Tieres einen ausgebildeten Jäger vor sich hatte. So wurde für den Jäger schnell die Möglichkeiten bewusst, welche sich ihm jetzt boten. Sich vorsichtig an eine bessere Position zu bewegen, die Kette hing immer hin noch weiterhin um seinen Hals, lauerte Isildur auf eine Chance. Jetzt hing die Kette schlaff herunter, so dass etwas Spielraum war. Dabei musste Isildur achtsam sein, dass die Kette nicht zu laut war.
Seine Finger kribbelten. Die Handgelenke schmerzten, doch jetzt wurde alles ganz ruhig in ihn. Wolf und Elf lagen auf der Lauer.
Jedes Mal wenn er sich näherte zuckte die Rute ein wenig.
Noch nicht…ruhig…komm…
Wölfe waren Treibjäger, doch auch sie konnten warten. Dann als der Kerl wieder zu na war, schnappte Isildur zu. Er machte einen Satz, der Druck der Kette zog seinen Kopf nur etwas zurück. Den Mann ergreifend, schnellte die eine Pranke zu seinem Mund. Dort presste sich die Pranke drauf, während die andere sich um seinen Hals legte. Jeder Muskel arbeite in tödlicher Perfektion. Isildur wusste wie man tötete, doch wenn es unnötig war, versuchte er es auch zu vermeiden.
Seine Schnauze war jetzt dicht an dem Ohr des Mannes. Es stank erbärmlich.
“ Hör zu Mensch, ich könnte dich wirklich zerreißen” knurrte er ihn leise an.
“ Doch das würde mir nichts bringen…ich will nur antworten…ich will hier weg. Wenn ich das Monster wäre, was du glaubst, dann würde ich nicht mit dir reden, sondern dich gleich töten….ich seh dir an, dass du viel überstanden hast… ich muß nicht dein Feind sein”
Es drängte sich Isildur der Impuls, diesen Mann einfach den Tod zu überbringen. Doch was wäre dann? Er konnte nicht hoffen, dass er danach noch eine Möglichkeit erhielt, frei zu kommen, wenn man den Toten neben dem Wolf sah. Mal nebenbei, dass man ihn vermutlich ebenfalls zu den Göttern schicken würde.
Also entschloss sich Isildur anders.
Er ließ den Mann los und wich zurück.
Vielleicht ist er klug genug zu erkennen, dass ich ihn gerade sein Leben geschenkt habe.
Seine wachsamen Augen hefteten sich auf den Mann, während er sich jetzt die Zeit nahm, seine Gelenke zu massieren. Der Schmerz in seinem linken Lauf, wusste er gleich beschauen. Sein Atem war tief. Auch um den Schmerz zu ignorieren. Würde er jetzt Schwäche zeigen, wäre alles vertan. So stellte er sich so aufrecht wie möglich hin um eine würdevolle Haltung anzunehmen.
Immer in den Schmerz atmen, dass war Isildur Devise.
“ Ich bin Isildur” machte er den ersten Schritt.
“ ich will nur wissen, was man mit mir vor hat?…wer bist du?”

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Re: Aus allen Wolken

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 22. Juni 2011, 10:35

Yavanna wäre auf diesem Schiff verloren gewesen, so ließ es sich vermuten. Fraglich aber war, ob man sie auch gefesselt und zu einem Kerl mit einem nuschelnden Akzent gesetzt hätte. Vielleicht wäre selbst Isildur dieses Schicksal erspart geblieben, hätte er sich in Hymlia einmal weniger in einen Wolf verwandelt. Es musste sehr auf seinen Stolz drücken, sobald er sich die Erkenntnis eingestand, dass seine Schwester wieder einmal Recht behalten hatte. Sie war ohnehin der Meinung, dass er sich viel zu oft dem Wolf hingab. Nun musste er dafür bezahlen.
Wahrscheinlich hätte sich Myrjala auch auf die andere Seite gestellt. Ihr Tadel fehlte ihm möglicherweise jetzt schon, denn bei den beiden Elfen zu sein wäre nun wohl eine bessere Option als gefesselt und angeleint wie ein räudiger Straßenköter und Bandit. Ob beide ihn für tot hielten? Sie hatten nur noch gesehen, wie er davon gerauscht war. Hatten sie auch mitbekommen, dass er aus allen Wolken gefallen war - vermutlich in sein Ende? Es waren unnütze Fragen, denn sie schürten nur Zweifel und Sorgen, ohne Antworten parat zu haben. Isildur sollte nicht zu lange über sie nachdenken.

"Ja, ein Schiff", meldete sich der Kartoffelschäler dann zu Wort. "Un' ein wirklich schönes will ich meinen. Wäre nich' hier unten, wenn's mir nich' gefall'n würde! Haha! Wär schon im erst'n Haf'n abgehauen." Er murmelte etwas vor sich her, das so leise und verwaschen war, dass Isildur es nicht mehr verstehen konnte. Er schien mit sich selbst zu sprechen, aber nur kurz. Der Mann hob den Kopf, um das Wolfswesen zu mustern - aus sicherer Distanz. Von dort war es auch ein Leichtes, ihn mit Schalen zu bewerfen, ohne seinen Zorn als Konsequenz tragen zu müssen. Eine dicke Braue hob sich, als Isildur die Fernangriffe über sich ergehen ließ und das, so schien es, als stolzer schweigsamer Fels. So endete die Tirade der fliegenden Kartoffelschalen recht schnell.
"Bist einer von den hart'n Jungs, hä?" Der Mann lächelte grimmig. Es war seine Art zu zeigen, dass sein Gegenüber sich dessen Respekt verdient hatte. Er ließ die Kartoffeln erst einmal sein und lehnte sich gegen die feuchte Bordwand. Dass Salzwasser seinen Hemdsärmel benetzte, störte den Kerl nicht. Er stank ohnehin nach Fisch und der See selbst. Auf einem Schiff durfte nicht jeder das kostbare Gut Wasser für die Reinigung verwenden, auch wenn viele Schiffsmediziner das mit größtem Bedauern hinnehmen mussten. Sie hatten einen neuen Begriff in die Seefahrerwelt gesetzt: Hygiene. Und sie glaubten, dass der Mangel eben jener zu Krankheiten führen konnte, bei denen Finger und Zehen abfaulten. Es verhielt sich ähnlich wie mit dem Obst und Gemüse, deren Fehlen aufgrund zu kurzer Haltbarkeit zu Skorbut führen konnte.
Aber das waren die Sorgen und Ängste eines Heilers. Der Seemann schien anderes zu fürchten. Nämlich, dass Isildur ihn angreifen könnte und dieser stimmte seiner Entscheidung sogar zu, ihn nicht loszubinden. Das verwunderte den Mann. Er kratzte sich das stoppelige Kinn. "Sag mal, bist'e irgendwie nich' ganz helle oder so? Warum verlangst'e dann, dass ich dich frei lass, wenn du's auch nich' mach'n würdest? Bist'n Dummkopf, du!" Er lachte. Dieses Wesen amüsierte ihn auf irgendeine bizarre Art und Weise. Doch er musste sich um die Kartoffeln kümmern, überließ Isildur vorerst seinem Schicksal. Das tat der Unterhaltung aber nichts ab.

"Aye, ein Drache! Groß und blau, so'n Wasservieh. Segelte über die Treibgut hinweg und hat dich fallen lass'n. Wundert mich, dass der Geschuppte keinen Hunger hatte." Es folgte ein wiederholtes Mustern Isildurs, dann ein Schulterzucken. "Na, ich hätte auch keinen Appetit auf so was Haariges wie dich." Das Messer schabte über die nächste Knolle und ein Band aus Kartoffelschale löste sich davon. "Was ist'n Waldelf? Dasselbe wie'n Dunkelelf?" Der Mann kannte keine Waldelfen und die Dunkelelfen waren ihm erst seit kurzem ein Begriff. Sie hatten sich mit den Piraten verbündet und durchstreiften auf deren Schiffen die Meere und Ozeane. Er hatte sie also zwangsläufig kennen lernen müssen. So glaubte er, dass Waldelfen einfach die Landvariante dieser korrupten Bastarde waren. "Siehst nich' wie einer aus. Ich glaub dir nich'." Er hatte ohnehin andere Probleme. Die Kartoffeln und Schalen waren quer durch den Raum gekullert. Er musste sie einsammeln, ehe Haken herunter kam, um nach dem Rechten zu sehen. Noch mehr Ärger wollte sich Otis auf keinen Fall einhandeln.
Isildur sorgte allerdings dafür. Er hatte es geschafft, sich von den Fesseln zu befreien und nun auf eine Gelegenheit gewartet, sich tatsächlich auf den Mann zu stürzen. Dieser wurde von ihm gepackt, bekam den Mund zugehalten. Er fuchtelte wild um sich, wehrte sich, aber nur einen Augenblick. Isildurs scharfe Krallen waren in sein Sichtfeld gelangt. Er ließ sofort das Messer und die eingesammelten Kartoffeln fallen. Letztere suchten sich neue Orte zum Hinkullern. Otis ignorierte es. Er hob langsam die Hände, die Handflächen nach außen, um zu signalisieren, dass er weder eine Waffe trug noch sich zur Wehr setzen würde. Er lauschte dem wölfischen Raunen. Überall stank es nach nassem Hund.
Aber nach seinen Hinweisen ließ der Wolf ihn tatsächlich los. Otis stürzte nach vorn, außer Reichweite der Bestie, die nur reden wollte. Blitzschnell wandte er sich um. "Hey, aye, wir sind keine Feinde. Aye? Ich mein, ich hab dich nich' gefesselt. Ich soll hier nur aufpassen und Kartoffeln schäl'n. Mehr nich', an mir brauchst'e dich nich' zu rächen. Kannst mich Otis nennen. Otis oder Dicke Lippe." Ein Lachen folgte. Der Mann mochte seinen Spitznamen. "Isildur also. Klingt irgendwie weich, aber ich nehm' an, deine Mutter hat den Namen ausgesucht. Is' ja auch egal. Und ich hab überhaupt nichts mit dir vor. Eigentlich keiner von der Mannschaft. Du bist auf unserem Deck gelandet und hast zwei Männer gebissen, anstatt zu antworten. Da hat der Käpt'n dich fess'ln lass'n. Keiner weiß genau, was du bist, aber im nächsten Haf'n woll'n wir dich eh loswerden. Rumdett nimmt alles auf, was es krieg'n kann."
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Re: Aus allen Wolken

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Mittwoch 22. Juni 2011, 17:38

"Was ist'n Waldelf? Dasselbe wie'n Dunkelelf?"
Der Vergleich passte Isildur gar nicht. Sie hatten nicht im geringsten Ähnlichkeit. Mal nebenbei dass Isildur schlechte Erfahrung mit Dunkelelfen gemacht hatte. Er hatte sie nur als ein grausames und verschlagenes Volk kennen gelernt. Tatsächlich würde Isildur sogar einen Dunkelelfen ohne Probleme niedermachen, falls er einen wieder begegnen würde. Das ursprünglich alle Elfenvölker von einen Volk abstanden, interessierte ihn dabei nicht. Dunkelelfen zerstörten und töteten ohne Gnade. Aber auch Isildur konnte, wenn es für sein Volk nötig war, so handeln. Nicht nur einmal hatte er mit Yavanna Ärger gehabt, weil er doch seine Einstellung nicht überdenken wollte.
Kämpfe um zu Leben und beweise jeden Tag, das du es wert bist, war meist seine Devise.
Wer der Natur absichtlich schadete, der konnte schnell mal einen Pfeil von Isildur ins Bein bekommen. Das galt bei Isildur als Warnung.
„ nein! Wir sind vollkommen verschieden“ war darauf nur seine geknurrte Antwort.
Doch das Thema war recht schnell wieder vergessen.
Dann endlich machte der Mann seinen Fehler und kam Isildur zu nah. Er lernte schnell daraus. Der Mann war, wie der Elf vermutete, klüger als er roch und aussah. Er ließ die Klinge fallen und zeigte das er nichts Dummes machen würde.
So behielt auch der Waldelf sein Wort und ließ ihn los.
„ ich habe mich nicht vor zu rächen…noch gibt es keinen Grund für mich, Otis“ Konnte Isildur gerade noch einwerfen, bevor dieser auf einmal lossprudelte wie ein Springbrunnen.
Hat er daher den seltsamen Namen….er wirkt nervös.
Das jemand ein Wesen wie Isildur überfordert, konnte sich der Waldelf nicht vorstellen. Immerhin war ihn das Mystische und Magische vertraut. Es gehörte für ihn zum Leben dazu. Seine Familie war zwar über die Veränderung die Isildur herbeirufen konnte verwundert, doch wurde schnell als normal angenommen.
Neldor, aus dem Dorf von Isildur hatte damals noch zusätzlich erklärt, dass es Elfen gibt und gab, welche die Gestalt ihres Seelentieres annehmen konnten. Es kam nur eine lange Zeit nicht mehr vor und war weitgehend ins Vergessen geraten. Doch Neldor wusste es, hatte er doch das Wissen gesammelt, um sich daraus neue Zauber zu erschließen.
Mein Name klingt weich?...ja, sie hat mir den Namen ausgesucht, zusammen mit Vater….Menschen, die sind echt seltsam
Doch dann horchte er auf.
„ich habe gebissen?..."kein Wunder, dass ich gefesselt wurde. Ich muss für die tollwütig ausgesehen haben,
Kurz kam ihm das Bild, wie entsetzt seine Schwestern über sein Verhalten als Werwolf waren. Ein Bild, was ihn sein Leben lang begleiten würde. Die Angst in deren Augen. Vermutlich sah er für Menschen ebenso furchteinflössend aus. Er schüttelte kurz den Kopf, um die Bilder zu verscheuchen.
„.. ich habe mich verteidigt, als man mir zu nah kam. Sowas passiert, wenn man sich angegriffen fühlt…Rumdett? Was soll das heißen „es nimmt alles , was es kriegt“?
Irgendwie spürte Isildur immer deutlicher, dass es schwer werden würde, wieder frei zu kommen. In seinem Kopf begann es zu rasen.
Also ich bin hier. Auf einem Schiff, vermutlich auf dem See. Der Drache hatte mich nicht fressen wollen. Wurde fallengelassen und bin hier gelandet. Die Menschen näherten sich mir und ich habe mich angegriffen gefühlt. Das heißt, ich wehrte mich, darauf wurde beschlossen, dass ich gefesselt werden würde…hmm, wenn sie Angst hatten, seltsam das ich nicht getötet wurde. Menschen machen das doch sehr schnell. Angst gleich Vernichtung. Was habe die sich dabei gedacht? Was hat man davon, wenn man jemanden Fürchtet, ihn aber nur einfängt um ihn abzuliefern. Sie wurden doch nicht mit dieser Aufgabe betreut? und weswegen kennt er Dunkelelfen, aber sonst keine anderen Elfen
„Otis,…und woher kennt du Dunkelelfen? Du scheinst noch keinen anderen Elfen gesehen zu haben, aber doch kennst du Dunkelelfen.“ Schwer fiel es Isildur sich zusammen zu reißen. Das Fell sträubte sich nur bei den Gedanken an Dunkelelfen. Das Bereiche in Celcia von dem dunklen Volk eingenommen wurde, wusste er nicht. Er kam gerade aus Hymlia und bei seiner Suche nach seinen Schwestern war ebenfalls noch nichts davon zu sehen.
Der Wolf setzte sich nun wieder, so oder so konnte er gerade nichts machen. Da Otis das Messer zu Boden fallen lassen hatte, griff Isildur es. Es war für seine Pranke fast zu klein. Etwas ungeschickt hantierte er damit herum.
Es ist so klein
Zu seinem Glück war ihm diese Waffe nicht fremd, so dass er schnell den Dreh raus hatte. Es lag zwar nicht so gut in den Händen wie sein Hirschfänger oder sein Bogen, doch es ging.
Tja, meine Waffen sind auch weg
Mit einen „Ritsch“ zerschnitt er die Stricke um seine Hinterpfoten. Wieder zuckte der Schmerz durch sein Bein. Das Messer rammte er mit etwas zu viel Wucht neben sich in einen Balken Holz. Isildur konnte gewöhnlich damit umgehen, doch sein jetziger Körper benötigte noch die Zeit um sich an alles zu gewöhnen.
„ wie lange dauert es bis wir in diesem Rumdett sind?...ich kann vielleicht auf dem Schiff helfen, außer vielleicht Kartoffeln zu schälen? Die Dinger sind zu klein….wenn ihr mich jetzt sehen könntet. Yavanna, Myrjala!...nein, nicht jetzt. Es lenkt ab, bleib am Geschehen. Darüber kannst du später nachdenken.
Währenddessen massierte und befühlte er seinen Hinterlauf. Es schien nichts gebrochen zu sein, doch getaucht und geprellt war es auf jeden Fall.
Weiter kann ich auch nichts machen…hmm?
Der Waldelf griff sich ein paar der Kartoffeln, welche nicht unweit von ihm lagen und stopfte sie sich in den Mund. Zwar wäre ihm etwas Frischeres lieber, doch Isildur wusste, dass er bestimmt noch die Kraft brauchen würde und außerdem lenkte es ab. Dabei warf er immer wieder einen Blick zu Otis. Seine Ohren zuckten ständig bei neuen Geräuschen.
Nur schwer bekam er die schon nach Salz schmeckenden Kartoffeln runter.
Ein Schluck Wasser wäre nicht schlecht.
„ Dein Kumpel vorhin, der der dort oben ist“ Isildur zeigte auf die Richtung, woher er die Geräusche des anderen Mannes vernahm.
„…nun er hatte etwas dagegen, wenn du mir „Fressen“ gibst, aber nicht gegen etwas zu trinken“ Das folgende wölfische Grinsen, musste wohl besonders seltsam aussehen. Doch was hatte Isildur schon zu verlieren?
Er wusste nicht wie lange es dauern würde, bis er überhaupt mal wieder etwas zu sich nehmen konnte. Und er hatte zuletzt in Hymlia etwas gegessen und das war sogar noch vor seinen letzten Wandlungen gewesen.

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Re: Aus allen Wolken

Beitrag von Erzähler » Samstag 25. Juni 2011, 09:08

Otis' Mundwinkel hoben sich. Er stieß etwas aus, das wie ein abgehacktes Lachen klang. Langsam senkte er die Arme. Der Wolfsmann war kein Dunkelelf und hatte nicht vor, sich zu rächen. Zumindest nicht an ihm. Er zeigte sich sogar von seiner ehrbaren Seite, weil er sein Wort hielt und den alten Haudegen losließ, kaum dass der sein Messer hatte fallen lassen. Es war auf gewisse Weise beruhigend und daher vertraute Otis ihm auch alles an, was dem Wolf während seiner Besinnungslosigkeit zugestoßen war. Nein, sogar noch mehr. Er sprach von den verschwommenen Plänen seines Käpt'ns.
"Aye, gebiss'n", bestätigte er. "Zwei Mal. Rechte Hand von Hering-Hingis und das rechte Bein von Einauge Joél. Haha! Hätt'st sein Linkes erwischt, hätt'st dir Holzspäne geholt." Dann schüttelte Otis den Kopf. Seine Arme verschränkte er vor der Brust. "Verteidig'n sieht anders aus. Du warst nich' ganz bei Sinnen. Hattest Angst oder so. Hast geknurrt und was in 'ner anderen Sprache gekeift. Falls es überhaupt eine war und keine Wolfswelpenlaute. Haha! Aber du kennst Rumdett nicht? Solltest froh sein, ist ein gefährliches Pflaster." Gefährlich genug für einen Kerl wie Otis. Er würde in der Piratenstadt von Bord gehen, das hatte er schon seit einer Woche fest beschlossen. Die See war ihm derzeit nämlich noch gefährlicher mit all den Freibeutern und dunklen Schiffen. Wenn er sie jemals wieder sicher befahren wollte, dann musste er sich einer der drei Gemeinschaften anschließen. Am besten jener, die mit den Dunkelelfen zusammenarbeiteten. Dann befand er sich auf der sicheren Seite. Ja, Otis hängte sein Fähnchen, wie der Wind blies. Moral und Ehrgefühl waren bei ihm fehlende Tugenden in seinem Wortschatz. Es störte ihn auch herzlich wenig. Er galt als Egoist und dachte im Falle von Überleben nur an sich selbst. Bei den Göttern, dieses Raubein würde seine eigene Mutter verkaufen, um sich aus einem Schlamassel zu befreien - nochmal.
"Es heißt, was es heißt. Rumdett kann nich' wählerisch sein. Die Piraten gucken nur, wer kommt und entscheiden, welche Gemeinschaft den nehmen soll. Schließt er sich keiner an, findet er sich später tot in der Gosse wieder oder gar nicht. Kannst dir also schon mal Gedanken machen, zu welcher Gemeinschaft du wechseln wirst. Oder ob du schnell rennen kannst. Wenn du Rumdett sofort verlässt, wird sich niemand um dich kümmern." Otis winkte ab. Ihm wurde es langsam zu anstrengend, mit Isildur zu sprechen. Nicht, weil es ihm eine nervtötende Aufgabe war, sondern weil in seinem Hinterkopf die Aufgabe hell leuchtend brannte, dass er noch Kartoffeln zu schälen hatte. Kurz vor Ankunft in der Piratenstadt an der südcelcianischen Küste wollte er sich nicht nochmal Ärger einfangen. Dann müsste er auf dem Schiff bleiben und diesen ausbaden. Eher ließ ihn der Käpt'n nicht gehen.
Er sammelte erneut die herum liegenden Kartoffeln ein, darauf vertrauend, dass der Wolf ihn nicht anfallen würde. Warum auch? Das hätte der jederzeit erneut tun können. Isildur schien ohnehin lieber Fragen beantwortet haben zu wollen und das konnte Otis auch tun, während er seiner Pflicht nachging.
"Jeder, der im Augenblick zur See fährt, kennt diese dunklen Bastarde. Die fahren hier plötzlich überall rum, zusammen mit den Piraten. Einfache Händler können nicht sicher über die Meere reisen, ohne ihnen hohe Abgaben zu machen. Wer sich weigert, wird gekentert, so einfach ist das. Aye, dunkles Pack. Bin gespannt, wann sie Santros im Südwesten einnehmen? Bei Andunie und Sarma haben's ja schon gepackt. Hehe, in Sarma warten ein paar Huren auf mich. Ich hoff, die Dunkelelf'n haben sie am Leb'n gelass'n. Heee, das Messer brauch ich aber noch - zum Kehle aufschlitz'n ist es zu stumpf. Gib's her."
Das tat Isildur nicht, aber er rammte es in ein Holz, so dass sich Otis das gute Stück anschließend holen konnte. Erst einmal wurden die fort gekullerten Kartoffeln zurück auf den Haufen der ungeschälten Exemplare geworfen. "Du sollst hier nich' helf'n. Eigentlich sollte ich nich' mal mit dir red'n. Du sollst in der Ecke sitzen und angebund'n bleiben." Ein Brummen folgte, ebenso ein Mustern. Isildur beschäftigte sich intensiv mit deinem Hinterlauf. Ob er sich verletzt hatte? Immerhin hatte der Drache ihn einfach an Deck fallen lassen wie einen nassen Melhsack. Doch ehe Otis sich erkundigen konnte, bat Isildur zwischen den Zeilen um Wasser. Der Seemann nickte. Wasser durfte das Wesen bekommen. Allerdings gab es hier unten nur Putzwasser und das sollte besser niemand trinken. Es war so schmutzig, dass es Otis nicht einmal dem Meer übergeben wollte. Also griff er in sein Hemd und zückte plötzlich eine kleine Flasche. Die Flüssigkeit darin schwappte hin und her. Sie besaß einen braungoldenen Farbton. Er warf Isildur die Flasche zu. "Trink das. Hab ich aus Serna, als wir dort vor Anker lagen." Es handelte sich um Rübenschnaps. Süß im Nachgeschmack, mit einem Schuss der sernischen Zuckerrübe. Er war nicht sonderlich stark für einen Schnaps, aber erwärmte die Kehle. Otis grinste. Er fragte sich gerade, ob Wölfe schon einmal mit Alkohol in Kontakt gekommen waren. Daher fügte er fast freundschaftlich an: "Trink langsam."
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Re: Aus allen Wolken

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Sonntag 26. Juni 2011, 12:31

Die Informationen, welche Isildur von Otis erhielt waren nicht besonders aufbauend. Sie würden also eine Stadt anlaufen, welche wohl ein hartes Pflaster war. Und zwar würde Isildur, die Stadt so schnell wie möglich verlassen wollen, doch vermutlich käme er nicht lebend heraus. Immerhin schien er eher gezwungen zu werden, sich einer der Gemeinschaften anzuschließen. Oder eher übergeben zu werden.
Sonst hätte man ihn wohl nicht hier angebunden und keiner sollte mit ihm reden oder so.
Mal nebenbei das mit dem Gestauchten Lauf auch nicht gut rennen wäre.
Otis griff in sein Hemd und holte eine Flasche hervor.
Das Der Inhalt kein Wasser war, konnte der Waldelf sofort sehen. Oder sonst wäre es das dreckigste Wasser, was ihm je zu Trinken vor die Lippen kam.
Wundert mich das wirklich…Augen zu und durch
Er fing die Flasche auf. Skeptisch hielt er sich die Flasche schwenkend vor die Schnauze.
“Wasser ist das nicht, oder?”
Er biss mit den Zähnen, die dafür recht Praktisch waren, in die Korken und zog diesen raus. Ein strenger Geruch kam ihm entgegen. Der Korken landete in seiner anderen Hand.
Alkohol!…kannst nicht wählerisch sein….wie mach ich das mit dem Trinken?
Otis innerliche Frage, ob Isildur schon mit so was in Kontakt gekommen war, sollte sich bejahren.
Isildur nahm die Flasche und legte den Kopf in den Nacken. Als Mensch oder Elf kann man ja die Lippen um die Flaschenöffnung ansetzen oder schließen. Doch mit diesem Körper wusste Isildur nicht, ob das kostbare Gut nicht verloren ging. Als normaler Wolf trank Isildur aus einer Fluss oder Bach, während er die Schnauze voran ans Wasser führte und mit der Zunge das Wasser schlabberte. Jetzt war es anders. Sich auf die Hand zu gießen , war nicht möglich.
“Langsam trinken, hmm?…leichter gesagt als getan
So musste sich der Waldelf begnügen, dass er die Rübenschnaps sich in den Mund fließen lies. Es sah eher so aus als schüttete er das Gebräu in einem Zug hinunter. Langsam sah anders aus.
Und Isildur hatte Durst.
Das Getränk war zwar ungewohnt, doch schmeckte besser als erwartet.
Erdig…es könnte noch Kräuter vertragen
Ein Schauer überkam ihn, als das Gebräu die Kehle und den Magen erreichte. Diese Sorte Alkohol war anders als die er kannte. Sie brannte mehr, obwohl die Süße sehr angenehm war.
Er setzte wieder ab und wische sich die Schnauze in seinem Fell ab.
Dann warf er die Flasche, nachdem er sie wieder verschloss, zu Otis rüber.
Zwar war Isildur nicht ein ständig rumtrinkender Pirat, doch gehörte er zu der Sorte Waldelf, der mit Alkohol und auch Rauschmitteln, schon so einige Feste gefeiert hatte. Sein Cousin braute selber einen ziemliche starken Kräuterschnaps, der gerne bei Feiern getrunken wurde.
Doch wurde dazu auch gut gegessen, was bei Isildur diesmal nicht der Fall war. Ein paar Kartoffeln machten einen auch nicht satt.
So hatte er sich überschätzt, obwohl dies nicht der stärkste Alkohol war.
Hitze kam bei ihm auf.
“nicht schlecht! …was für Gemeinschaften eigentlich?…ich glaube nämlich nicht, dass man mich so gehen lässt“ Isildur Rute zuckte durch die Auswirkung des Schnapses.
Ohje, das war so viel …du hattest nichts zu essen… irgendwie ist mir seltsam
“und wie lange… sind wir noch unterwegs?” Die Zunge fand es schwierig die richtigen Worte zu finden.
Isildur brachte sich in eine bessere Position. Doch wirklich bequem war nichts. Die Kette störte ihn ungemein. Sie rieb über seine Kette von Myrjala mit den seltsamen “Platz”-Zauber drauf. Mit der Pranke fuhr er sich durchs Fell und kratze sich Es fühlte sich gut an.
Seine Pranke berührten dabei das Hundehalsband. Er sprang auf.
Ohne sich Gedanken darüber zu machen, dass Otis ja anwesend war, griff der Wolfself mit beiden Händen an die Kette und stemmte sich mit aller Kraft dagegen. Für den Waldelf war mit der stärker werdenen Wirkung des Alkohols der Mann in die Ferne gerückt. Er jaulte auf, als er sein Bein zu sehr belastete, ließ aber nicht locker. Die Kette spannte sich gefährlich. Würde sich die Kette eher aus der Holzverankerung im Schiff lösen? Doch seine Kraft reichte nicht aus, und so warf er sich förmlich zu Boden und keuchte.
Warten war das Einzige was er konnte. Doch es war eine Sache auf die Beute bei einer Jagd zu warten, oder dass etwas geschah.
So lag er nun da, die Ohren zuckten bei Geräuschen, während er sich einen Schlummer hingab. Mal nebenbei, dass Schlafen das Beste war einen kühlen Kopf zu bekommen und man besser genesen konnte.
Der Alkohol vertrieb Gedanken.

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Re: Aus allen Wolken

Beitrag von Erzähler » Sonntag 26. Juni 2011, 20:58

Rübenschnaps war kein starkes Zeug, aber besser als Wasser. Das war zumindest Otis' Meinung. Er benutzte Wasser ja nicht einmal zum Waschen. Nun, eigentlich schon. Er würde es benutzen, wenn er sich ab und zu denn mal wusch. Das geschah allerdings wirklich nur zu besonderen Anlässen. Festlichkeiten, bei denen er eine gute Figur machen und die Damenwelt beeindrucken wollte. Da er aber oftmals furchtbar stank und wie einer dieser abgerissenen Kerle aussah, zu denen er letztendlich auch gehörte, wurde er zu richtigen Feiern nicht eingeladen. Also gab es keinen Grund, sich frisch zu machen. Isildurs Schnauze erkannte das, wenn ihm der Seemann nur allzu nahe kam. Wolfs- und Hundeschnauzen waren ein faszinierendes Phänomen für sich. Sie konnten nicht nur deutlich mehr Aromen aus der Luft entnehmen und in ihre Bestandteile filtern, nein, sie waren sogar in der Lage, mit beiden Nasenlöchern jeweils andere Düfte aufzunehmen, um sie zu analysieren. Manche Forscher behaupteten, dass die Gerüche für ein wolfsähnliches Tier wie Farben in der Luft hingen. Jeder andere Duft besaß eine neue Farbe. Ähnliche Düfte unterschieden sich nur in der Intensität. So konnten verschiedene Käsesorten beispielsweise verschieden blau dargestellt sein. Vorausgesetzt natürlich, Blau war die Duftfarbe für Käse. Das war nämlich für die meisten Forscher immer noch ein Problem. Sie konnten ihre Theorien nicht selbst nachtvollziehen, weil sie weder Wolf noch Hund waren.
Isildur hätte ihnen da jetzt erheblich weiterhelfen können. Aber warum sollte er das tun? Er wollte vermutlich nur noch von dem Schiff herunter. Aber was erwartete ihn dann? Rumdett, ein Flecken, geschaffen von Menschen. Eine Stadt, nichts Gutes. Es war nicht mit der Heimat von Elfen zu vergleichen, demnach kein Ort, an dem er wohl lange würde verweilen mögen. Doch so wie er den Kapitän der Treibgut inzwischen einschätzen könnte, würde dieser ihn wie einen Hund an den meist Bietenden verkaufen. Er war ein lebendes Wesen, ein Elf! Kein Schaustück, keine Schnitzerei und erst recht kein Spielzeug!

"Soll ich dir einen Napf holen?", fragte Otis plötzlich mit einem breiten Grinsen zwischen seinen Stoppeln. Er hatte amüsiert beobachtet, wie der Wolfsmann es sich schwer tat, aus der Flasche zu trinken. Seine spöttische Bemerkung wäre tatsächlich eine Erleichterung für Isildur gewesen. Aus einem Napf hätte er schlabbern können. Aber es ging auch so, allerdings nicht langsam, wie es ihm der Mensch geraten hatte. Das war nun einmal nicht möglich und so kippte der komplette Rübenschnaps in die Kehle des Wolfs.
Ja, der Rübenschnaps war nicht stark, doch wenn er gleich die ganze Flasche trank ... Isildur würde es merken. Schon sehr bald. Die Wärme breitete sich jedenfalls sofort aus und das sorgte dafür, dass er sich zum Schlafen hinlegte. Was sollte er auch groß Anderes tun? Er war angeleint!
"Bis Rumdett ist's nich' mehr weit." Otis nickte. "Schlaf, dann bist'e wach, wenn wir ankommen." Er selbst entschied sich, besser seiner Aufgabe weiter nachzugehen. Als er aber bemerkte, dass sich Isildur mit seinem Bein nun sehr offensichtlich schwer tat, legte er die letzte Knolle wieder auf den Haufen zurück und erhob sich. Ohne ein weiteres Wort zu sagen wandte er sich der Treppe zu und erklomm sie. Die Luke öffnete sich mit einem Knarren, dann war der Seemann auch schon verschwunden. Was Isildur nicht mitbekam, waren eine heftige Diskussion zwischen Otis und dem Haken, warum Ersterer denn schon den Laderaum verlassen wolle. Daraufhin gab Otis einige eher mäßige Argumente ab, dass der Wolfsmann erwacht sei, sprechen kann und dringend den Schiffsmedicus brauche. Flüche und am Schluss sogar Fäuste flogen hin und her. Letztendlich gewann jedoch der Kartoffelschäler - auch, weil Haken mit gleichnamigem Ersatz für seine Hand in der Holzwand stecken blieb. So konnte Otis einfach an Deck gehen und die Kabine des Medicus aufsuchen.
Mit dem Mann kehrte er auch in den Laderaum zurück. Der Medicus sah nicht so aus, als sei er überhaupt jemals zur See gefahren. Nicht, weil er seekrank wirkte, sondern weil er furchtbar schmächtig war. Er erinnerte an eine Stange Sellerie: man vermutete ein frisches Knacken, wenn man ihn in eine Umarmung zog und dann wäre er einfach in der Mitte druchgebrochen. Er war eindeutig nicht mehr der Jüngste, aber das Alter hatte ihn auch noch nicht eingeholt. Dreißig oder vierzig Sommer mochten an ihm vorüber gezogen sein, auch wenn sein Haupthaar bereits von grauen Strähnen durchzogen war. Geheimratsecken ragten bis weit seinen Schädel hinauf und das Monokel, das er vor dem linken Auge trug, vergrößerte die Pupille unheimlich stark. Er trug nicht die typische Seefahrerkluft, sondern hatte sich über Leinenhose und -hemd einen langen Seemannsmantel gelegt - dunkelblau mit goldenen Knöpfen. Der hätte auch einem Kapitän gut gestanden. Unter dem Arm trug der Mann eine schwarze Tasche, die schon ziemlich verwittert wirkte.

Otis trat an Isildur heran. Der Medicus hielt sich zurück, beide Arme nun um die große Tasche geklammert. Er machte einen nervösen Eindruck. Ersterer war derweil schon viel ruhiger. Er hatte nicht länger den Eindruck, dass Isildur ihn grundlos angriff. Mit dem ließ sich sogar reden und außerdem hatte er vom Rübenschnaps getrunken. Das war wie eine Friedenspfeife zu rauchen in den Augen des Mannes. So stupste er den Wolfsmann mit der Stiefelspitze an, um ihm zu signalisieren, dass er etwas von ihm wollte.
"Ich hab dir uns'ren Arzt mitgebracht. Der kann sich dein Bein anschau'n. Du hast doch Schmerzen, oder nich'?"
"Mein N-Name ist Dr. Horatio Ignatius Lachmus Bernenwalder. I-ich stamme aus dem schönen Königreich Jorsan und habe dort im Kottenhaus zu Jorsa gelernt. Äh ... erfreut, Euch kennen zu lernen, werter ... hm ... Herr. Otis sagte, Ihr könnt sprechen?"
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Re: Aus allen Wolken

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Dienstag 28. Juni 2011, 07:11

Isildur versuchte sich etwas Schlaf zu gönnen. Die Stimme von Otis drang gerade so noch an sein Ohr und sein Verständnis. Nicht wirklich bequem lag er da. Das Quietschen der Leiter und die folgenden Geräusche hörte Isildur zwar, doch konnte er sie nicht einordnen. Ein weiterer menschlicher Geruch wurde von seiner Nase erfasst, als Otis die Lucke zu der Kombüse öffnete.
Schweiß, Dreck, Stahl- seltsame Verbindung?
Stimmengewirr und ein Schlagabtausch, der mehr mit Fäusten anstatt Worten durchgeführt wurde.
Der Wolf und Elf döste weg. Hätte Isildur keinen Alkohol gehabt, so hätte er jetzt wohl von seinen Schwestern und seiner Heimat geträumt. Doch selbst dies ließ sein Verstand nicht zu.
Unbewusst drängte er sich an die Wand des Schiffes. Die Geborgenheit, welche sonst in den Zelten seiner Heimat herrschte. Dicht gedrängt hatten die Schwestern meist neben ihm geschlafen, mit all ihren tierischen Gefährten. Sturmkralle hatte sich meist zwischen Isildur und Nachtschatten gelegt. Die gemütliche Wärme möchte der träge Bär besonders gerne. Isildur hatte oft geschimpft, dass im Zelt bald kein Platz gäbe, doch das Familiengefühl war wunderbar. Und seine Schwestern wussten immer wie sie ihn kriegten.
Den Kopf auf seinen Armen gebettet, konnte man Isildur wirklich fast für einen richtigen Wolf halten. Doch die Beine waren anders und er war zu groß dafür. Im schlaf zog er etwas die Beine an, nur um ein Murren von sich zu geben. Der Lauf schmerzte und egal wenn es nur eine Stauchung war, er störte den Schlaf. Bei jeder Bewegung zog ein Schmerz durchs Bein und weckte ihn so wieder. Erholung sah anders aus.
So realisierte er das Knarren der Treppen. Wie von selbst schnupperte Isildur. Den einen Geruch kannte er inzwischen, doch der andere?
Es riecht nach Alkohol…aber zum desinfizieren…ein Heiler?
Noch bevor Otis ihn mit den Fuß antippte, öffnete er ein Auge und schielte zu den Neuankömmling. Er war ziemlich mager .
Ein Magier?…sieht so aus…auf jedenfalls kein Kämpfer
Doch noch was anderes fiel ihn sofort auf. Angst!
Ob vor Otis oder Isildur konnte man schwer sagen. Die Überforderung stand ihm ins Gesicht geschrieben..
Der Wolf zog die Lefzen hoch und hob den Kopf.
“Bin wach!…”
Etwas schwerfällig setzte sich Isildur auf.
“der Schmerz wird schwinden, ist nur verstaucht” kam die bockige Antwort von Isildur. Die Angst dieses Mannes machte es nicht leicht. Und So jemand soll sich sein Bein ansehen? Dieser zitterte wie Espenlaub. Würde Isildur nur einmal lauf Knurren, so vermutete er, würde der Mann wegrennen. Er war ängstlich und hatte scheu. So einer war Heiler?. Oder Arzt?
Mal nebenbei das dem Waldelfen der Begriff Arzt nichts sagte.
Isildur bezweifelte es. Mal nebenbei dass er nicht angefasst werden wollte. Schon gar nicht von einem fremden Menschen. Dem Waldelfen fehlte das Vertrauen zu Fremden. Die Hymlianern hat er nicht wirklich als Menschen gesehen, sie waren ebenso den üblichen Menschen entfernt, wie Isildur das typische Aussehen eines Waldelfen jetzt hatte. Jedenfalls nach Isildurs Ansicht.
So war seine Haltung angespannt, den Blick skeptisch auf diesen seltsamen Mann mit den komischen Namen gerichtet.
“Der Name ist Isildur..und Du kannst heilen?” Das aufkommende Knurren konnte Isildur noch runterschlucken. Abweisend wie eh und jeh.
Plötzlich hatte er Yavanna im Kopf. Wie sie ihn anschauen würde um ihn eine Standpauke zu halten.
“ dann lass dir eben nicht helfen. Aber wehe wenn es dann doch gebrochen ist und man es dir nochmal brechen muß. Du bist ein Dickkopf, Isildur. Der will nur helfen”
Oh, ja die Worte würden so ähnlich von ihr kommen.
Er seufzte wehmütig auf.
Hast ja recht, Yavanna….ich wäre dann auch nicht hier…ich muß nicht jeden Angst einjagen…
“Entschuldige…hier…keine Sorge ich Fresse dich nicht”
Er lehnte sich etwas zurück und streckte so gut es ging dem seltsamen Mann mit Namen Ignaratio Irgendwas- aus- Irgendwo sein Bein entgegen. Entspannt sah er auf keinen Fall aus. Den Mann genau beobachtend, versuchte er möglichen Schaden abwehren zu können.
“Fasst mich nicht mehr als nötig an, dass mag ich nicht”
Und doch ließ Isildur ihn gewähren. Zwar sträubte sich sein Fell, doch handzahm unternahm er nichts gegen die Untersuchung. Er schweifte zu den Piraten ab, der ihn den heiler besorgt hatte.
Etwas verwundert sah er zu Otis hoch.
Warum hat er das gemacht?…sieht er in mir nur einen seltsamen Hund?…sei nicht immer so misstraurig.
Isildur sah zwar äußerlich mehr Wolf als Elf aus, doch man würde ihn wohl nicht mit einem domestizierten Tier verwechseln. Aber das hatte Otis doch zuvor auch gedacht.
Er schüttelte die Gedanken aus den Kopf. Früh genug würde er sich damit auseinander setzen müssen. Wenn sie am Hafen ankämen und man Isildur dort loswerden wollte. Hatte Otis nicht auch vor an Land zu gehen?
Um das Hantieren an seinem Bein so gut wie möglich zu ignorieren, richtete er den größten Teil seiner Aufmerksamkeit auf Otis.
“du hattest von einer Gemeinschaft gesprochen…welche wirst du nehmen?…ich kanns es mir wohl nicht aussuchen”er zuckte schlagartig zusammen, als der Arzt etwas machte.
“ach ja, danke”

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Re: Aus allen Wolken

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 30. Juni 2011, 03:04

Der Heiler roch seltsam. Die Seeluft brachte eine salzige Note in alles, aber da war noch das hauchdünne Aroma alten Blutes, das niemals aus seinen Kleidern verschwinden würde. Hinzu gesellte sich ein beißender Gestank für Isildurs Nase: Erbrochenes. Offenbar war mindestens einer der Seefahrer seekrank und hatte seinen Mageninhalt auf die Schuhe des Mannes verloren. Es konnte noch nicht lange her sein, so stark wie der Geruch noch war. Er überdeckte beinahe den Kräuteranteil, der ebenfalls von dem Heiler ausging. Genauer gesagt, von seiner Tasche, um die sich noch immer krampfartig die filigranen Finger klammerten. Der Mann fürchtete Isildur. Das konnte der Wolf ebenfalls wittern. Da brauchte der Fremde nicht einmal den Mund zu öffnen und etwas sagen. Trotzdem gab der Mann sein Wissen kund. "E-eine Verstauchung sollte man auch nicht u-unterschätzen, werter ... äh ... Wolf? Mann? ... Äh ... werter Herr. Ihr habt uns Euren Namen noch nicht verraten. Naja, ähehehe ... äh ... konnte ja niemand ahnen, dass Ihr sprecht."
"Ich hab' schon gesagt, dass'er Isildur heißt. Bist'e plötzlich senil geword'n, Lachi?"
Der Heiler mit dem langen Namen räusperte sich empört. Er rückte sein Monokel zurück. "Bitte, Otis. Ich heiße Horatio Ignatius Lachmus Bernenwalder - Doktor! Und nicht Lachi. Ihr alle wisst, dass ich diesen ... Spitznamen ... nicht schätze."
"Aye, Lachi." Otis grinste. Er benutzte den Namen mit voller Absicht. Der Medicus seufzte resigniert. "B-bringen wir es hinter uns." Er straffte die Schultern, als könnte er sich so neuen Mut holen und dann überraschte der Mann selbst Otis, als er einen Schritt auf Isildur zu machte. Trotz seiner Angst trat er vor. Das sprach doch mal von Tapferkeit - oder einem Pflichtgefühl gegenüber seiner Berufung, sich selbst mutmaßlich gefährlichen Patienten zu nähern. "I-ich bin in der Heilkunde ausgebildet worden, ja, Herr Isildur. I-ich werde mein B-bestes tun, Ihnen zu helfen." Es klang trotz aller Furcht aufrichtig. Von diesem Mann ging vermutlich weniger Gefahr aus als von herum kullernden Kartoffeln. Es sei denn, er würde Operationsbesteck zücken und sich vor Schreck verschneiden. Doch ein chirurgische Eingriff wäre hoffentlich nicht nötig. Der Lauf war nur verstaucht!
"D-danke, dass Ihr mich nicht fressen werdet. Das weiß ich zu schätzen. Das Bein muss ich allerding sch-schon anfassen." Er kniete sich zu Isildur herunter und stellte endlich die Tasche ab, die er daraufhin auch öffnete. Heraus holte er einen Satz Seidenhandschuhe. Sie waren so fein gewebt, dass sie dast durchsichtig erschienen. Beide stülpte er sich über. "Ich werde nun Euer ... Bein ... äh ... anfassen. Ich muss prüfen, ob wirklich nichts gebrochen ist." Zaghaft legte der Medicus die Hände auf Isildurs Hinterlauf und begann, darauf herum zu tasten. Er ging vorsichtig, aber sehr sorgfältig vor, zuckte nur einmal zusammen, als sich unter seiner Berührung das Fell sträubte. Otis lachte auf. Die Furcht des Heilers amüsierte ihn. Er wusste zwar inzwischen besser, dass hinter dem Wolf tatsächlich Gefahr stecken konnte, aber Isildur hatte keinen Grund, ihn anzugreifen. So wog er sich in Sicherheit.

Die Frage war nur, warum Otis so handelte. Weshalb hatte er diesen Heilkundigen in den Laderaum gebracht? Es war zu bewzeifeln, dass hier aus Nächstenliebe gehandelt worden war. Doch was war dann der Grund? Isildur wollte sich erkundigen, aber wohl nicht direkt fragen. So begann er, nach den Gemeinschaften zu fragen. Otis zuckte daraufhin die Schultern. "Weiß noch nich'. Käpt'n Finn soll genauso gut sein wie Roderick der Rote und Cattie is' eine waschechte Meerjungfrau, sag ich dir! Die ist soooo anziehend, da fällt die Entscheidung wohl doch leicht. Haha! Vielleicht kann ich sie auf die Planken legen. Auf jeden Fall muss ich von dem Schiff runter. Genug der Seefahrerei, solang die Dunkelelfen die Meere unsicher machen. Ich hoff, jemand unternimmt was gegen die. Ich will nich' zur Landratte werd'n. Nene, nich' mit mir! Und bitte. Jetzt schuldest du mir was, aye?"
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Re: Aus allen Wolken

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Donnerstag 30. Juni 2011, 19:52

Der Mann stank erbärmlich, als er sich tatsächlich näherte. Die empfindliche Nase rümpfte sich. Isildur atmete aus.
Otis schien ihn gerne zu ärgern. Dies wirkte jedenfalls so. Wenn man die Reaktion des Heilers bedachte.
Als wenn sie seine Künste nicht glauben wollten
Wenn dies wirklich ein Heiler war, dann hatte jemand wie er Respekt verdient. Immerhin war man als Krieger auf deren Hilfe angewiesen. Wussten das die Menschen nicht?
Doch es konnte ja auch an dem Namen liegen.
Als sich der Dokter näherte, spannte sich Isildur an.
“Du kannst das Herr lassen, nur Isildur” warf er ein, bevor die Finger des Fremden ihn berührten. Akribisch und sorgfältig ertasteten die Finger den Lauf. Drangen mit sanften Druck auf geschwollene Muskeln und Sehnen. Die Rute von Isildur zuckte und schlug hin und her. Nicht wie bei einem freudigen Hund, sonders gereizt.
Den Atem tief gehend, fühlte Isildur den Schmerz wie Wellen durch sich laufen. Aber er das musste nun mal sein. Nur so konnte rausbekommen werden, ob es wirklich nur verstaucht war.

"Weiß noch nich'. Käpt'n Finn soll genauso gut sein wie Roderick der Rote und Cattie is' eine waschechte Meerjungfrau, sag ich dir! Die ist soooo anziehend, da fällt die Entscheidung wohl doch leicht. Haha! Vielleicht kann ich sie auf die Planken legen. Auf jeden Fall muss ich von dem Schiff runter. Genug der Seefahrerei, solang die Dunkelelfen die Meere unsicher machen. Ich hoff, jemand unternimmt was gegen die. Ich will nich' zur Landratte werd'n. Nene, nich' mit mir! Und bitte. Jetzt schuldest du mir was, aye?"
Der Waldelf sah auf. Überrascht hob er eine Braue.
“ich schulde dir was?…” aha, da ist der Haken….
“ich habe dich nicht um Hilfe gebeten, oder?…was verspricht du dir dann davon? Man wird mich an dieses Rumdet loswerden, mich gegen Gold eintauschen, wie ich euch Menschen einschätze. Was soll ich da für dich tun können?…Glaube ja nicht, dass ich neben dir bleibe, wie einer euer gezähmten Hunde..” Isildur stemmt sich auf. Seine Krallen gruben sich in das Holz.
Das an seinem Lauf der Arzt noch war, schürte seine aufkommende Wut. Plötzlich, Isildur zuckte. Genau der Punkt schmerzte heftig. Er fuhr mit den Kopf rum und knurrte.
“nicht mehr als nötig drauf drücken… das schmerzt” zischte er zwischen gefletschten Zähnen hindurch.
Die Krallen von ihm hatten inzwischen Furchen ins Holz gekratzt.
“Also Otis, was ist es?…ich kenne die Leute nicht, aber ich bin kein Elf den man vielleicht einer Frau zum Geschenk machen kann, damit du sie flachlegen kannst. Das solltest du wissen.”
Er holte Luft während er sich gegen die Kette drückte.
“ich werde mich nicht versklaven lassen. Da gehe ich lieber freiwillig in den Tod. Keine Kreatur will so was. Ich werde keine Knechtschaft wählen.” Stolz sprach aus den Waldelfen hervor.
Die Augen trotzig.
“und was die Dunkelelfen betrifft. Bist du kein Krieger? Dich stören die Dunkelelfen, dann unternehme etwas gegen sie. Kämpfe! Alleine kann man zwar nicht viel bewegen, aber suche dir Verbündete…”das Isildur gerade Otis eine Standpauke erteilte, wie er gewöhnlich den jungen Kriegern bei sich in der Heimat oft machte, bemerkte er nicht mal.
Er hatte sich in Rage geredet. Warum neigten Menschen immer dazu alles Hinzunehmen. Beschweren sich, doc h ändern sollen es die anderen. Natürlich konnte man über etwas überlegen, aber zu hoffen, das andere die Arbeit machten, war mehr als Mitleids erregend. So was war verabscheuungswürdig. Das vermutlich seine Rede nur auf taube Ohren stieß, war gerade unwichtig. Etwas würde jedenfalls durchsacken. Seine Stimme klang fremd, doch sie grollte wie ein aufkommendes Gewitter. Tiefer und Tiefer erklang sie.
Die Situation und der Schmerz in seinem Lauf brachten das Übrige. Natürlich konnte man bei so einen Unterfangen einen Kampf anzuzetteln sterben. Aber lieber bei den Versuch sterben anstatt es nie versucht zu haben. Otis liebte das Meer und mochte das Schiff, doch war nicht bereit zu kämpfen. Ein Unding für Isildur.
“wenn die wirklich etwas für die See empfindest, dann würdest du es dir auch nicht kampflos nehmen lassen. Ich würde meinen letzten Tropfen Blut geben um das zu verteidigen und dafür zu kämpfen, was mir lieb und teuer ist. Ich würde mich nicht von so einen Pack wie Dunkelelfen verscheuchen lassen. Doch das ist wohl der Unterschied zwischen Menschen und Elfen.”
Er japste nach Luft. Er hatte sich mehr und mehr gegen die Kette gelehnt. Die Glieder von dieser drückten sich gegen Luft und Speiseröhre. Sein Fell sträubte sich vor Erregung..
“Kampf ist die Lösung! Nicht sich zu verstecken wie eine Maus vor der Katze. Auf Wunder kann man hoffen, oder man macht sie selber.” Er zuckte wieder zusammen. Schlagartig drehte er sich zu den Arzt und fuhr ihn schroff an.
“mach was nötig ist, aber eil dich” Ungeduld rief das Tier in ihm hoch. Jetzt war aber logisches Denken gefragt.
Habe ich jetzt übertrieben?..nein, das ist deine Meinung, aber sie wird wohl nichts bringen. Vermutlich zeigt der Gestank von diesen Menschen auch ihre Einstellung.
Isildur hatte alles gesagt, was er für richtig hielt. Aufgeben war für ihn keine Option, jedenfalls nicht was den Kampf betraf. Langsam löste er seine Krallen aus dem Holz. Atemlos lehnte er sich zurück. Klirrend lockerten sich die Kette. Seine Pranke strich durch sein langes Nackenfell.

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Re: Aus allen Wolken

Beitrag von Erzähler » Freitag 1. Juli 2011, 19:03

Der Medicus tastete den Lauf entlang. Er fühlte die Knochen ab und versuchte zu ergründen, ob Muskelstränge geschwollen waren. Letzteres war tatsächlich der Fall. Also handelte es sich um eine Verstauchung. Richtig behandelt könnte sie in wenigen Tagen auskuriert sein. Zu Isildurs Glück hatte der Heiler die passenden Kräuter vorrätig. Er würde sie nur in seinem Mörser zerkleinern und auftragen müssen, dann etwas Gazeverband und das Bein schonen. Vorher wollte er jedoch sicher gehen, dass er auch die richtigen Stellen behandelte. Es war schließlich nicht der gesamte Lauf verstaucht. Er befühlte und achtete hauptsächlich auf die Reaktionen seines Patienten. Schmerz ließ sich nicht ertasten, man musste auch ein gutes Auge für den zu Behandelnden haben. So schielte der Mann, den Otis nur Lachi nannte, immer wieder zu Isildur herüber. Die Mimik eines Wolfsmannes zu lesen, war bedeutend schwieriger als bei einem normalen Menschen.
Zumal ihn die großen Reißzähne, die lange Wolfsschnauze, der nervös zuckende Schwanz und die Krallen an allen Läufen ziemlich einschüchterten. Eien falsche Bewegung und seine Karriere als Schiffsmedicus wäre dahin. Ihm stand bereits der Schweiß auf der Stirn, doch er wusste, dass dies die falschen Gedanken waren. Er musste sich auf seine Aufgabe konzentrieren. So strich er sie aus seinem Kopf und blinzelte, um selbigen wieder klar zu bekommen. Er beugte sich über das Bein.

Unterdessen wurde Isildur durch Otis ein wenig abgelenkt. Die beiden unterhielten sich und der Seemann war der festen Überzeugung, dem Wolf nicht nur einen Gefallen getan zu haben, sondern nun auch eine Gegenleistung verlangen zu können. Dass Isildur ihn nicht um Hilfe gebeten hatte, kümmerte den Seebär dabei recht wenig. Er zuckte nur mit den Schultern, stieß die Luft aus. "Du hattest Schmerzen und ich kannte eine Möglichkeit, sie dir zu nehmen." Er schielte zu Medicus Bernenwalder. "Du schaffst das doch, Lachi?"
"Pssst! Ich brauche hier Ruhe - und ja. Zweifelst du an meinen Fähigkeiten, nachdem ich dir den Arm zweimal wieder eingerenkt habe?" Otis gab ein Brummen von sich. Dann wandte er sich erneut an Isildur. "Wie gesagt, du wirst geheilt, ob du darum gebet'n hast oder nich'. Aber du wirst dich erinnern, dass ich selbstlos war und es mir vielleicht entsprechend vergelt'n, aye? Ich ... könnte in Rumdett immer was Einschüchterndes an meiner Seite gebrauch'n. Und du siehst für den Post'n perfekt aus, hat dir das schonmal einer gesagt?"
"Glaube ja nicht, dass ich neben dir bleibe, wie einer eurer gezähmten Hunde." Eine denkbar schlechte Nachricht für Otis, denn genau dies hatte er sich erhofft. Mit Isildur an seiner Seite wäre er nicht nur in der Lage, sich die Piratengemeinschaft aussuchen zu können, nein! Er hätte sich sogar für seinen Beitritt bezahlen lassen können. Aber das würde nicht funktionieren. Isildur machte deutlich, dass er kein Hund und erst recht kein Diener war. Vermutlich würde der Käpt'n noch Probleme bekommen, wenn er ihn verkaufen wollte. Aber er wusste ja auch noch nicht, dass der angeleinte Köter sprechen konnte. Das steigerte natürlich zugleich auch den Wert, selbst wenn er verletzt war. In diesem Moment fand der Medicus die empfindliche Stelle. Markieren konnte er sie allerdings nicht, denn prompt riss es den Wolf knurrend herum. Doktor Bernenwalder wich auf allen Vieren zurück. "Friss mich nicht!", krächzte er verängstigt.
Otis lachte. "So ein Feigling. Wie willst du deine Arbeit auf See machen, hä? Da wimmelt's von Pirat'n! Und jetzt auch noch Dunkelelf'n. Die werd'n dich auseinander nehmen, Lachi." Der Medicus schluckte. Offenbar wollte er gerade nicht an solche Schauergeschichten erinnert werden, schon gar nicht angesichts des Wolfswesens, das er zu behandeln hatte. Er rutschte mit seinem Hintern weiter über die Planken, um den Abstand zu Isildur zu vergrößern. "I-ich werde die lindernde Paste anmischen." Er brauchte einen Moment, den Mut aufzubringen, um nach seiner Arzttasche zu greifen. Otis schüttelte nur glucksend den Kopf. Deshalb zollte man diesem Mann keinerlei Respekt. Er war ein Angsthase.

Doch Otis sollte sich besser in Zurückhaltung üben. Bezüglich des Themas Dunkelelfen präsentierte er sich schließlich auch nicht gerade als der mutigste 'Krieger an vorderster Front. Etwas, das einen Mann der Waffe wie Isildur einer war, gewaltig gegen den Strich ging. Ein Elf seiner Sorte hatte kein Verständnis für Leute, die sich lieber in sichere Gebiete zurückzogen anstatt für jene zu kämpfen, die sie liebten. Wollte sich Otis denn nicht zur Wehr setzen? Der Seemann verschränkte die Arme vor der Brust. Er stieß ein Schnauben aus, das beinahe nach einem abgehackten Lachen klang. Dann schüttelte er den Kopf. "Nein, ich bin kein Krieger, Wolfsmann. Ich bin Seefahrer."
Nun war es an dem Medicus Bernenwalder, zu schnauben. Er kannte Otis' Geschichte und der Kerl war alles andere als ein einfacher Mann, der sich in Gischt und die celcianischen Ozeane verliebt hatte. Er war mehr, aber auf einen eisigen Blick jenes Mannes hin schwieg der Arzt. "Und ich bin tatsächlich dabei, mir Verbündete zu suchen. Was glaubst'e, was ich in Rumdett will? Mich auf die faule Haut leg'n? Ha!" So ganz falsch vermutet war dies nicht. Otis mochte sich gern zur Wehr setzen. Es passte ihm ganz und gar nicht, dass die Dunkelelfen inzwischen ein wahres See-Regime führten. Was fiel diesen Spitzohren eigentlich ein?! Die Meere gehörten echten Seefahrern und Piraten, nicht diesen Landratten, die meinten, plötzlich ganz Celcia einzunehmen! Doch Otis war keiner, der sein Leben einfach so aufs Spiel setzte. Er würde erst Widerstand leisten, wenn er genug Männer hinter - und vor - sich hatte, um auch siegreich aus der Rebellion heraus zu kommen. Er stellte sich nun einmal nicht gern auf die Verliererseite. Daher wechselte er auch während der Schlacht schon einmal und fiel plötzlich den Verbündeten in den Rücken. Eine derartige Einstellung hatte ihm schon mehrmals das Leben gerettet, daher änderte er sie nicht, nur weil ein daher gelaufener Wolf auf einmal etwas Anderes sagte. Und der kam nicht einmal daher gelaufen! Eher gefallen, weil ein Drache keinen Hunger gehabt hatte. Auf so einen sollte er hören?
Otis musterte Isildur. Naja, das Viech besaß einige scharfe Argumente: Zähne und ... Krallen. Vermutlich konnte es allein mit seinem Atem einige Feinde in die Flucht schlagen. Otis musste schmunzeln. Diesen Trick beherrschte er auch.

Dann aber winkte er ab. "Vergieß du nur dein Blut. Es wird dir eine Menge nützen, dass du deinen Sieg anschließend nicht feiern kannst." Sprach da Egoismus oder reiner piratischer Überlebensinstinkt aus dem Mann? Nein, der war wirklich kein einfacher Seefahrer oder zumindest besaß er keine hohe Loyalität zu der Mannschaft des Schiffes. Wenn der Kapitän diese Worte gehört hätte, dürfte sich Otis wohl nun an den Mast gebunden wiederfinden. Das grenzte fast an Meuterei. Er ließ seine Kameraden im Stich, um die eigene vernarbte Haut zu retten, wenn es sein musste. Da besaß ein Heiler schon eine weitaus bessere Einstellung. Er sorgte sich auch um das Wohl anderer. So hob Bernenwalder den Kopf, als er das Japsen vernahm. "Zerrt nicht zu stark an der Kette, Herr. Ihr erwürgt Euch nur." Da war es wieder, dieses Herr. Wenigstens zeigte der Heilkundige Respekt. Er hatte inzwischen auch die Kräuter zu einem mußigen Brei zerstampft und auf der Innenseite der Verbände verteilt. Mit diesen kehrte er nun zu Isildur zurück, blieb aber doch noch einmal auf Abstand.
"Wenn Ihr mich nicht beißt, lege ich Euch jetzt die Verbände um", sagte er, allen Mut zusammennehmend. Dann trat er näher heran. "Beeil dich, Lachi", meinte Otis. "Wir werden bald ..."
"LAAAAAAAND IN SICHT!"
"Genau das", fuhr er fort, als von oben Rufe laut wurden. Offensichtlich hatte der Ausguck die Küste des Reichs der Dunsthügel entdeckt. Die Treibgut steuerte genau darauf zu. Es konnte sich nur noch um wenige Stunden handeln, bis man anlegte. Rumdett. Isildur war die Stadt kein Begriff, aber er sollte sie noch kennen lernen. Otis schaute den Wolf mit fragenden Blick an. "Was is' nun? Willst'e als Sklave und dienender Hund das Schiff verlass'n und irgendein nutzloses Stück eines Menschenhändlers werd'n oder wirst'e dich mir anschließ'n? Ich kann zumindest versuch'n, den Käpt'n zu überzeugen."
"Na, das will ich sehen", murmelte Horatio Ignatius Lachmus Bernenwalder leise vor sich hin und legte Isildur den Verband an.
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Re: Aus allen Wolken

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Samstag 2. Juli 2011, 16:29

Mit seiner Annahme, dass der Gestank auf die Eigenschaft des Mannes hinweist, hatte Isildur wohl recht gehabt.
Otis, war ein Gauner.
Für ihn war so eine Einstellung nicht verständlich. Nun ja, er schien tatsächlich etwas unternehmen zu wollen. Aber dass er dachte, dass Isildur für ihn Beschützer spielen würde, war mehr als absurd. Nicht das Isildur dies nicht konnte. Er hatte seine Heimat schon geschützt und vor allen immer seine Schwestern, wenn sie unterwegs waren. Die Rolle war ihn also fast aufs Fell gezeichnet. Und ja, ihm wurde es schon des Öfteren mitgeteilt, dass er die Rolle des Beschützers gut durchführen konnte. Selbst als Elf war er ziemlich breit. Seine Schwestern waren oft der Meinung gewesen, er sollte eigentlich ein Baum werden anstatt ein Elf.
Doch Worte wie Ehre und Verpflichtung, kannte Otis wohl nicht. Und wie würde er dafür sorgen das der Wolf tatsächlich an seiner Seite blieb. Das Wort hatte er ihm nicht gegeben.
Er glaubt, dass ich ihn etwas schulde, warum schätzt er dich so ein, dass du dich verpflichtet fühlen würdest?…er kennt mich nicht, ich könnte ihn genauso , wenn ich es abgegolten habe, gleich verschwinden…aber das würde ich nicht tun, oder?…ich würde versuchen erst Informationen zu sammeln wie ich zu meinen Schwestern komme, bevor ich lospresche…das gefällt mir alles gar nicht…einen Mann von Ehre kann man leichter einschätzen.
Es störte Isildur immens, dass Menschen schwer einzuschätzen waren. Und ihn überkam mehr und mehr das Gefühl hier diesem Mann Otis ausgeliefert zu sein schein, weil er bis jetzt außer dem Arzt, keinem gezeigt hatte, dass er sprach.
Und Isildur wusste, dass er ebenfalls Verbündete brauchte.
Ich sollte es weiterhin nicht jeden zeigen….hmm?, was war das für ein Blick. Also kein einfacher Seemann.
Für jemanden mit guten Augen war dies nicht zu übersehen. Das Funkeln an den Medikus war eindeutig, halte den Mund. Egal wie gut der Arzt seine Sache machte, hatte Otis keinen Respekt vor ihn. Nur einmal ließ er sich mundtot machen. Dies jedoch nur, weil er wusste, dass man ohne die heilenden Fähigkeiten das Mannes ausgeliefert war. Nur deshalb war er nützlich.
"Und ich bin tatsächlich dabei, mir Verbündete zu suchen. Was glaubst'e, was ich in Rumdett will? Mich auf die faule Haut leg'n? Ha!"
Also doch kämpfen!
“ so schien es mir” knurrte Isildur nur zurück. Er schüttelte den Kopf um sein Fell lockerer zu bekommen. Es war klamm und roch nach Wasser und salz. Der Geruch von Wald fehlte.
"Vergieß du nur dein Blut. Es wird dir eine Menge nützen, dass du deinen Sieg anschließend nicht feiern kannst."
“ es wäre mir die Feier nicht wert, wenn ich andere für meine Sache kämpfen lasse. Ich feiere mit Leuten mit denen ich gemeinsam gekämpft habe und die sich meinen Respekt verdient haben.”
Da kann man mit einen Baum reden… schmunzelte er im Inneren.
Unbewusst spürte Isildur, dass er dieses Diskussion sogar irgendwie mochte. Wann war es das letzte mal, dass er so reden konnte. Auch wenn dies aussichtslos war.

Der ängstliche Lachi hatte sich nach mehrmaligen Angst und Panikattacken tatsächlich eine Paste und wollte jetzt einen Verband um den Lauf wickeln. Der Waldelf nickte ihn dankbar zu.
“ ich bin nicht dein Herr, lass es…und ich beiße nicht” fugte er noch schnell dazu. Jetzt konnte der Mann beruhigt, naja so ruhig wie es für ihn ging, den Lauf versorgen.
Wenn Isildur tatsächlich die Wahl gehabt hätte, so hätte er wohl gerade eher mit einer Person wie dem Arzt gefeiert. Obwohl es vermutlich nicht besonders spaßig geworden wäre. Da könnte man, nach dem ersten Eindruck, besser mit Otis feiern.
Dann folgte der Ruf.
Sein Kopf schnellte in die Höhe. Die Ohren stellten sich auf, lauschten automatisch den jetzt beginnenden Lärm auf dem Schiff.
Der Verband war gerade fertig da zog er seinen Lauf zu sich und erhob sich. Vorsichtig setzte er ihn ab um den Schmerz und die Stabilität zu erfassen. Belasten ging nicht so gut, doch es ließ sich aushalten. Der Schmerz war erträglich.
Immerhin war es nur verstaucht und Isildur konnte schlecht auf einem Lauf hüpfend voran kommen. Eine Krücke kam für ihn nicht in Frage. Notfalls musste er sich eben auf alle Viere oder eher Dreien herablassen.
Jetzt musste er sich entscheiden.
“ ich bin kein Sklave und werde es auch nicht. Ich werde mich…mich keinem Menschen untertan machen, widerlich! …dir anschließen. Vorerst!“ jedes Wort knurrte Isildur hervor. Es passte ihn so gar nicht. Aber lieber als Beschützer von Otis erstmal, als in einem Käfig auf einem Markt zur Schau gestellt zu werden. Mal nebenbei, dass wenn die Menschen wüssten, dass er nicht nur mit Zähnen und Krallen schaden konnte, dass er sonstwo landet. Isildur hatte hohe Muskelkraft und konnte gut mit Waffen umgehen. Am besten natürlich mit den Bogen. Dies würde ihn vermutlich noch interessanter machen.
Ja, man hatte immer eine Wahl. Ob sie einem gefiel, war eine andere.
“falls du es tatsächlich schaffst, mich rauszubekommen, werde ich dir folgen. …Weil ich erstmal Hilfe brauche, immerhin kennt er dieses Rumdett…und ich werde vorerst nicht sprechen. Ich muß mich nicht unnötig interessant machen….bitte verzeiht mir Schwestern”
Damit griff er sich den noch am Boden knienden Medikus. Angst einjagen konnte nützlich sein und Isildur beherrschte dies schon vorher.
Seine Schwester hasste es, wenn er so was machte. Immerhin hatte er dies schon bei Yavannas Freund gemacht. Isildur hatte ihn solange gefordert, bis dieser sich wehrte. Genau so was wollte Isildur auch bezwecken. Aber er hatte es damals zum falschen Zeitpunk gemacht. Fast wäre Yavannas Freund Calladreth dabei gestorben, da Isildur zu dieser Zeit unberechenbar war.
Der Fluch der Werwolf wütete damals in ihm. Es war noch vor der Zeit, bevor das Silberblut richtig geweckt wurde
Er zerrte Horatio vor seine Schnauze. Dann sprach er in ruhigen Ton.
“das bedeutet für dich, du wirst nichts davon erzählen! Verstanden?” Eine weiter Drohung setzte Isildur nicht noch dran. Sein Aussehen und die Art wie er es hervorbrachte sollte reichen. Er setzte den Mann wieder ab.
“ Aber eins noch Otis! wenn du mich reinlegst, werde ich mich an deinem Fleisch laben, verstanden?”
Das dies ein Trick war, konnte man schwer bemerken.
Ich würde mir den Magen verderben… es ist eine Sache, ob man es tatsächlich mutwillig macht, oder man es aus Verteidigung heraus.
Isildur wusste auf jedenfalls, dass er etwas folgen lassen musste, wenn er drohte. Sonst waren Drohungen leer. Aber Menschenfleisch zu Essen würde er tatsächlich nicht.
Jetzt hieß es abwarten.
Isildur ging wieder in die Hocke. Über kurz oder lang würden andere Menschen kommen. Er hörte sie jetzt schon. Er zog die Gerüche ein.
Menschen, verschiedenster Herkunft. Wasser, Salz, Dreck und Unrat. Exotische Gerüche, die ihn den Kopf schräg legen ließen.
“ich werde mich aber nicht wieder in Fesseln legen lassen, damit das klar ist.” kampflos würden sie nicht an ihn rankommen. Auch Otis behielt er jetzt in Blick. Immerhin was garantierte Isildur, dass der ihn nicht kurzweilig außer Gefecht setzen würde.
Je unruhiger es wurde, desto mehr schien auch Isildur angespannt zu sein.

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Re: Aus allen Wolken

Beitrag von Erzähler » Montag 4. Juli 2011, 09:10

Otis rechnete natürlich auch damit, dass sich Isildur seines Vorschlags heraus verweigern könnte. Er mochte ihm vielleicht etwas schulden, aber das hieß noch lange nicht, dass er sich auf alles einlassen würde, was dem Seemann in den Sinn kam. Aber Otis zählte nicht zu der Sorte von Mensch, die nicht alles versuchte. Er fragte frei heraus und sah dann, wie es sich entwickelte. Da er derzeit eine Art Leibwächter mehr als alles andere an seiner Seite gebrauchen konnte und Isildur wirklich einschüchternd ausschaute, trug er ihm eben seine Wünsche vor. Was der Wolf, der sich selbst für einen Elfen hielt, daraus machte, würde er dann ja sehen. Offensichtlich war er aber abgeneigt, auf den Vorschlag einzugehen. So würde sich Otis wohl eine andere Gegenleistung ausdenken. Er war nämlich fest davon überzeugt, dass ihm dieser wandelnde Pelzball tatsächlich etwas schuldete. Da würden ihn dessen Krallen und Zähne auch nicht von seiner Meinung abbringen - jedenfalls nicht, solange Isildur angeleint war und mit verstauchtem Bein da saß. Die Verletzung sollte aber heilen, dafür sorgte der Medicus Bernenwalder. Er legte den Verband an, wickelte ihn fest um den Lauf, so dass die schmerzlindernden Kräuter nicht nur die Heilung unterstützen, sondern der Druck des Verbandes das Bein auch etwas stabilisieren konnte.
"Das wäre es", sagte der Heilkundige und rieb sich die Hände an seiner Kleidung ab. Er bräuchte nun frisches Wasser zu Desinfektion. Hygiene wurde nur in Heilerkreisen groß geschrieben, aber diese Leute wussten auch, warum. "Ihr solltet ohne Gehhilfe laufen können - langsam und ein wenig humpelnd vielleicht, aber es sollte funktionieren." Horatio Ignatius Lachmus Bernenwalder rutschte ein Stück zurück, damit Isildur testeshalber einmal aufstehen konnte. Wie der Heiler gesagt hatte, es funktionierte. Zwar noch nicht ganz einwandfrei, aber das Bein war ja auch verstaucht. Er nickte zufrieden über sein Handwerk. Gut gemacht.
Von Otis konnte er ein solches Lob nicht erwarten und tat es auch nicht. Das war der Medicus bereits gewohnt, dass wenig Worte des Dankes oder Lobes fielen, wenn man sich als Arzt auf einem Schiff voller raubeiniger Seefahrer anheuern ließ. So wandte auch er sich wortlos um, denn er wollte die kleinen Utensilien wie Bandagenreste, Mörser und Kräuter zurück in seine große schwarze Tasche packen. Was Isildur zu sagen hatte, darauf achtete er kaum. Die Worte waren für Otis bestimmt.

Der wolf verkündete, dass er zum Reisegefährten des vernarbten Seemannes würde, nicht aber dessen Sklave. Otis hob sofort beschwichtigend die Hände. "Natürlich nich', was sollte ich auch mit einem Sklaven? Die müss'n durchggefüttert werden, darauf verzichte ich gern, aye!" Er streckte die Hand wie ein vertrauensseliger Händler mit einem schiefen Grinsen aus. Solche Sorte Mensch, die stets noch einmal betonte, dass es keinen Haken bei der ganzen Sache gab. "Reisegefährt'n, aye?" Mit einem Handschlag wollte er den Zustand besiegeln, der sich nun zwischen ihnen aufgebaut hatte. Es erinnerte an den Versuch, Waffenstillstand zu schließen, nur mit dem Unterschied, dass Isildur und Otis nicht im Krieg lagen. Es sollte einfach die Abmachung zwischen ihnen unterstreichen. Sie würden das Schiff, die Treibgut, gemeinsam verlassen und ab Rumdett Seite an Seite durch die Piratenstadt gehen. Keiner wäre dem anderen unterwürfig, aber Otis erhoffte sich gewisse Leibwächterqualitäten. Ob Isildur jener Pflicht tatsächlich nachgehen müsste, war nicht einmal richtig abgesprochen worden. Dafür hatte er selbst gesorgt, aber der Seemann ließ sich offenbar darauf ein.
"Ich krieg dich schon raus - aufrecht gehend und nich' länger angeleint", versprach Otis. Doch anstatt seine Hand zu ergreifen, packte der Wolf plötzlich nach dem nichts ahnenden Medicus. Dieser quiekte auf wie ein abgestochenes Ferkel, zappelte sodann, dass ihm die mit in die Höhe gezogene Tasche entglitt und zu Boden fiel. Alle eingesammelten Materialien verteilten sich auf den Planken. Der Medicus stoppte seinen Panikanfall und starrte auf die Sachen herunter. Der Mörser hatte einen Sprung abbekommen. Seufzend ließ der Mann die Schultern - überhaupt alles - hängen. Er schwebte knapp über dem Boden, angehoben von Isildurs kräftiger Pranke. Dieser erinnerte ihn nun daran, kein Wort darüber verlauten zu lassen, dass er sprechen konnte.
Otis verschränkte breit grinsend die Arme vor der vernarbten Brust, die unter seinem Fleckenhemd hervor lugte. "Ha! Lachi wird nichts sagen, den kannst'e beruhigt wieder absetz'n. Als Heiler untersteht er etwas, das sich Schweigepflicht nennt, aye?"
"Äh ... ja ... äh ... aye, meine ich", stammelte der Arzt. "I-ich habe mit Dritten nicht über den Zustand oder das Wohlbefinden, geschweige denn die Behandlung meiner Patienten zu sprechen. Ich sage nichts, aber bitte - Herr! - lasst mich wieder runter." Sanft sank der Heilkundige zurück auf seine Füße. Dort angekommen atmetete er erst einmal dankbar aus, ehe er sich erneut daran machte, seine Tasche zu packen. Otis hingegen schien nicht mehr so erleichtert zu sein. Isildur konnte es riechen, nach außen hin verzog der Mann nämlich keine Miene. Nur seine Worte kamen ein wenig ungehalten: "Ich leg dich schon nich' rein! Warum glaub'n das alle immer? Seh ich so hinterrücks aus, hä? Neeeeey!" Er riss die Arme hoch und wandte sich ab, schritt zur Luke herüber. Von oben kam beträchtlicher Lärm. An Deck wurden die Hunde scheu gemacht, wie man so sagte. Alles bereitete sich auf die Ankunft im Hafen der Piratenstadt vor. Immer wieder hörte man dumpf, wie Befehle gebelllt oder darauf mit gleichem Lärmpegel geantwortet wurde. Das Schiff knarrte, die Segel flatterten hörbar und das Rauschen der Wellen mischte sich in die Symphonie eines belebten Komplexes wie dem einer Seemannschaft.
"Ich werde mich aber nicht wieder in Fesseln legen lassen, damit das klar ist." "Aye", gab Otis zurück, ohne sich nach Isildur umzudrehen. Sein Blick war auf die Luke gerichtet.

Als der Medicus den Laderaum durch selbige gerade verlassen wollte, wurde sie knarrend von außen geöffnet. Jemand kam die schmalen Stufen herunter. Bei jedem Schritt ächzte das Holz unter den schweren Lederstiefeln, deren Schwarz bereits seit Jahren verblasst war. Es folgte eine dunkelblaue Lederhose, passend zum Mantel, der von goldenen Knöpfen am Rever zusammengehalten wurde. Quer über die Brust legte sich ein brauner Ledergurt, von dem mehrere kleine Troddeln auf ebenfall goldenem Material herabhingen. Komplettiert wurde dies mit goldenen Borten, die sich am Ärmel- und unterem Mantelsaum des Kleidungsstücks entlang zogen. Der Kragen stand hoch, verdeckte einen Teil des Gesichts des Trägers, gleichfalls wie der schwarze Dreispitz auf seinem Kopf, an dem mehrere winzige Abzeichen metallisch glitzerten. Dunkle Augen in einem wettergegerbten Gesicht, umrahmt von einem hellblonden Bart, blickten unter dem Hut hervor.
Um die Hüfte schmiegte sich ein weiterer Gurt, an dem nicht nur die ausgefüllte Scheide eines Säbels hing, sondern auch noch ein Dolch, auf Hochglanz poliert, sowie ein zusammengestecktes Fernrohr.
Eines musste man dem Mann lassen, bei dem es sich nur um den Kapitän handeln konnte: Er besaß Stil. Hoch erhobenen Hauptes marschierte er in den Laderaum, dabei jedoch sehr bequemlich wirkend, als machte er einen Erkundungsspaziergang. Ihm folgten ein kräftig wirkender Seemann in ähnlicher Kluft wie Otis sie trug, sowie ein kleiner, sommersprossiger Bengel, dessen große klare Augen sofort auf Isildur ruhten. Der Kapitän war er, welcher als erstes sprach: "Medicus Bernenwalder, Ihr hier? Hat sich mein Sorgenkind etwa verletzt?"
"Nein, Kapitän. Ich habe das Wolfswesen behandelt. Verstauchter Hinterlauf, Herr, aber mehr Informationen preiszugeben, verbietet mir die Schweigepflicht." Er neigte dennoch ehrfüchrtig den Kopf. Der Kapitän nickte, was auch ein Zeichen für Bernenwalder war, dass er sich aus dem Staub machen durfte. Hastig erklomm der dürre Medicus die Treppe und verschwand nach oben. Der Kapitän ließ den Blick schweifen. Er streifte Otis und verharrte dann auf Isildur. Die Worte richtete er aber eindeutig an seinen Seemann. "Wir erreichen gleich Rumdett. Otis, betäube den Wolf und schleppe ihn dann von Bord. Die Matrosen haben einen Käfig gebaut, in den wir ihn verfrachten, bis sich ein Käufer findet."
"Herr", utnerbrach der Seefahrer. Der Kapitän hob eine Braue. "Widerrede geben? Hatten wir das nicht schon einmal, Otis?"
"Aye, aber Herr, ich würde mich gern allein um alles kümmern. Überlass mir den Wolf. Du weißt, ich will von Bord geh'n und in Rumdett bleib'n. Ich nehm ihn einfach mit, aye? Du wärst im Nu zwei Sorgen los, Käpt'n." Der Kapitän neigte den Kopf, kratzte sich am Bart. Er schien den Vorschlag tatsächlich zu überdenken. Doch dann entgegnete er: "Ich behalte deinen Seesack mit sämtlichem Hab und Gut auf dem Schiff. Du gehst zusammen mit dem haarigen Pelzknäuel von Bord. Verkauf ihn. Wie, bleibt dir überlassen, aber ich möchte mindestens 30 Fuchsmünzen für ihn haben. Ich gebe dir bis Sonnenuntergang Zeit, dann setzt die Flut ein, die uns wieder aufs Meer bringen wird. Wenn du mir bis dahin das Geld nicht gebracht hast, wirst du besitzlos in Rumdett bleiben - mit einem Riesenköter an deiner Seite."
Otis knirschte mit den Zähnen, antwortete aber: "Aye, Käpt'n." Er wandte sich um und bedachte Isildur mit einem durchdringenden Blick. Mach jetzt kein Thater, sagte der aus, als Otis einen kleinen Schlüssel aus seiner Hosentasche fingerte, um das eiserne Halsband zu lösen, das den Wolf noch immer gefangen hielt.
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Isildur Ranarion Ni'Tessin
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Re: Aus allen Wolken

Beitrag von Isildur Ranarion Ni'Tessin » Dienstag 5. Juli 2011, 10:50

Der Protest von Otis wurde von Isildur zwar realisiert, doch sagte er nichts dazu. Der Mann hatte ihm den Rücken zugedreht. Doch der Waldelf wusste schon, dass Vorsicht angebracht war. Egal wie stark Otis auch beteuerte, dass er nichts Übles in Schilde führte, wehrte er es einmal zu viel ab. Er machte sich in Isildur Augen eher noch undurchsichtiger und misstrauend erweckend.
Und da Isildur eine Schwester hatte, namens Myrjala, wusste er dass man bekanntlich viel erzählen konnte. Was schlussendlich keinen davon abhielt doch etwas zu unternehmen.
Er schüttelte nur den Kopf und folgte dem Beispiel von Otis seine Aufmerksamkeit auf die Lucke zu richten.
Endlich tat sich etwas. Erst konnte man nur die Stiefel sehen.
dass Menschen immer so ein schweres Schuhwerk bevorzugen
Die Person welche erschien, sah prunkvoll aus. Eine Spur erhaben und deutlich erkannte man, dass dies wohl der Anführer war. Kurz die Frage warum der Heiler da war und dieser verschwand anschließend eiligst. Doch wie Otis es schon gesagt hatte, er erzählte nichts.
Der Anführer kam näher und richtete seine Aufmerksamkeit zwar Isildur, doch sprach mit Otis.
Ebenso war er nicht allein gekommen. Ein weiterer kräftiger Mann folgte ihn, vielleicht sine Rechte hand, wie Isildur vermutete. Der Bengel daneben, sah neugierig zu ihm rüber. Der Anführer hatte diesen üblichen menschlichen Blick drauf. Für ihn zählte nur das Gold.
Isildur war sich selbst in seinen Wäldern bewusst, dass sein Fell für Wildjägern und Menschen von hohen und interessanten Wert sein dürfte. Welches Tier hatte schon silbernes Fell. Ein weiterer Grund warum er sich meist nicht außerhalb der Wälder verwandelt aufhielt.
Wenn die Möglichkeit besteht, muß ich mir das Fell färben….hoffentlich geht es irgendwann wieder rückgängig.
Der Wolf blieb brav in der Ecke, spitzte die Ohren und lauschte. Einmal sah er zu den jungen Bengel rüber und konnte sich ein schiefes Grinsen nicht verkneifen. Was dieser wohl dachte? Als der Anführer mit Otis sprach, zwinkerte Isildur ihn mit viel zu intelligenten Augen zu.
Dann lauschte er dem Gespräch. Er verhielt sich dabei wie ein artiges Hündchen.

"Wir erreichen gleich Rumdett. Otis, betäube den Wolf und schleppe ihn dann von Bord. Die Matrosen haben einen Käfig gebaut, in den wir ihn verfrachten, bis sich ein Käufer findet."

Kurz ein Zähne fletschen. Ein nervöses Zucken in der Rute.
Glaube ja nicht dran, dass ich mich einsperren lasse….nun Otis, jetzt bist du dran.
Und zu Isildurs Beruhigung bemühte sich der Seemann tatsächlich.
Was wird wohl sein Anführer denken?…das sich sein Mann mit den Wolf angefreundet hat? Wieso ist er darauf so erpicht?…
Ein kurzes Bangen, während sich der Mann durch den Bart strich und überlegte. Die folgenden Worte passten Otis gar nicht. Er würde immerhin alles verlieren, wenn er Isildur nicht verkaufen würde.
Wie ich es mir dachte…Fuchsmünzen? Vermutlich die Währung.
Otis gab sich damit wohl nur Zähneknirschend einverstanden.
Also Isildur, dass heißt wohl, dass das du aufpassen musst, ob er wirklich einen Beschützer braucht oder er dich bei der nächstbesten Gelegenheit verkaufen will. Menschen und ihr Gold. Schlimmer als Zwerge.
Otis drehte sich zu ihm. Sein Blick sprach Bände. Er kramte in einer Tasche rum. Ein kleiner Schlüssel kam hervor.
Verdammt, dass hätte ich wissen müssen…und dann? den Schlüssel hättest du nicht mal halten können.
Kaum merklich nickte Isildur Otis zu und ließ ihn gewähren.
Spielen wir doch mal mit. Als Otis näher an ihn heran trat, drückte Isildur, wie ein braver Hund, seinen Kopf an den Piraten. Die Pranken wie Pfoten sanft auf seine Brust abgelegt. Die Rute senkte sich und tatsächlich konnte man fast glauben, dass er handzahm war.
Uih, Otis du solltest dringend ein band nehmen…beherrsch dich, spiel schön mit. Jedenfalls so lange noch auf dem Schiff bist…Sollen sie doch denken, dass du ein so treu ergeben bist. Falls sie mir zu nah kommen, werden sie das Gegenteil erfahren.
Als Isildur das befreiende Klicken des Schlosses hörte, zuckte kurz das Ohr. Es war eine Wohltat. Er schüttelte den Kopf, so dass sein langes Haar- oder jetzt längeres Fell, nur so flog. Ein Strecken um das Gefühl der Freiheit zu spüren. Das Dehnen aller Muskeln in seinem Körper.
Aber!
Der erste Impuls war Flucht. Und er machte einen Satz nach vorne.
NEIN!… Kehrtwende jetzt
Er schnupperte kurz an der Luft und machte fast schon scheu kehrt zu seinen vorigen Platz. Ein leises Winseln. Den Kopf demütig gesenkt.
Das Nackenhaar begann sich leicht zu sträuben.
Beruhige dich
Dann trat er zu Otis und gesellte sich neben ihn.
Was für ein Schauspiel…eigentlich ist das eher Myrjala Fachgebiet.
Er sah jetzt so aus, als würde Otis der Mann sein dem Isildur vertraute und ihm folgen würde. Kurz sah er dem Seemann in die Augen. Na, bin ich jetzt brav genug, konnte nur zu deutlich gelesen werden. Dicht neben ihn würde er ihn folgen. Oder dessen Anweisungen ausführen. Jedenfalls so lange sie hier waren. Die Gerüche des Anführers und den anderen prägte sich Isildur für alle Fälle ein. Man konnte ja nie wissen. Der Heiler hatte recht, was den Verband am Bein betraf. Der Waldelf konnte ziemlich gut mit dem Verband laufen. Nur ein wenig war er am humpeln. So war das erklimmen der Treppe besser als erwartet. Ein seltsamer Knoten bildete sich in Isildur Bauch. Die Gerüche und Geräusche wurden lauter.
Was würde ihn jetzt erwarten? Viele Menschen und vielleicht sogar Dunkelelfen. Er musste seinen Zorn gegen die dann zügeln. Jetzt war nicht die Zeit dafür. Und der Wolf in ihm passte dies gar nicht.
Aber nur wenn er mitspielte hatte er die Möglichkeit seine Schwestern wieder zu finden. Er hatte immerhin versprochen Sylcia auch zu helfen. Und gewöhnlich hielt er seine Versprechen.

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Re: Aus allen Wolken

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 6. Juli 2011, 15:00

Die Augen des Jungen wurden noch um eine Spur größer, als er Isildur grinsen sah. Das war ein Ereignis für ihn, denn wann befand sich schon einmal ein riesiger, silberner Wolf auf dem Schiff, der ihn dann auch noch angrinste. Er zeigte keinerlei Scheu, vielmehr Neugier. Furcht stand ebenso wenig in seinen Augen. Blinzelnd grinste der Bengel zurück. Wahrscheinlich wäre er sogar zu dem großen Wolf herüber gegangen, näher noch als Otis jetzt stand, aber dann hätte der Kapitän greschimpft. Er war schließlich nur der Schiffsjunge, stand somit zwar in der Obhut des Käpt'ns, durfte sich aber dadurch nicht sehr viel erlauben. Er hatte ihm zu folgen und die kleinen Aufgaben an Bord der Treibgut zu erledigen. Dinge tragen, Botschaften von einem Ende des Schiffs zum anderen zu überbringen, das Deck schrubben. Eines Tages würde aus ihm ein guter Matrose werden, vielleicht sogar Erster Maat - der Vermittler zwischen Kapitän und seiner Mannschaft. Flüchtig schaute er nun zu dem kräftigen Kerl an der anderen Seite des Kapitäns herüber. Das war nur der Zweite Maat. Er nannte sich Skorbut-Skalder, weil er die Krankheit schon fünf Mal miterlebt und auch gleichermaßen oft überstanden hatte. Ihm fehlten lediglich zwei Zehen, die angeblich abgefault waren. Der Junge schüttelte sich. So ein Maat wollte er nicht werden und der Mann war ihm unheimlicher als der Wolf. Also beobachtete er lieber wieder Isildur. Der war brav, saß so harmlos in seiner Ecke. Er tat dem Schiffsjungen leid, weil er angebunden war. Aber Otis ging endlich zu ihm herüber und zückte den befreienden Schlüssel.

Otis runzelte die Stirn, als sich Isildurs Kopf gegen ihn drückte. Was sollte das jetzt? Er hatte ihm geraten, artig zu sein und er würde schon alles regeln, aber das hier? Otis war doch kein Schmusekater, an den man sich heran schmiegen konnte. Zumindest nicht für Riesenwölfe. In Rumdett gab es Dirnen, allerdings kosteten die immer eine Kleinigkeit und Geld war jetzt etwas, das der Seemann nicht hatte. Im Gegenteil, er musste ganz schnell 30 Füchse auftreiben, wenn er nicht auch noch all sein Hab und Gut verlieren wollte. Das war zwar auch nicht mehr als ein weiterer Satz Kleidung, etwas Rum, ein gezinktes Würfelspiel und sein über alles geliebter Säbel, aber genau solche Sachen sollte man bei sich tragen, wenn man in Rumdett an Land ging. Weniger zu haben bedeutete, in der Gosse zu schlafen.
Zusammen mit dem Wolf an seiner Seite, drehte sich Otis wieder zu seinem Kapitän um. Dieser runzelte die Stirn. Skepsis sprach aus seinem Blick. "Er mag dich wohl."
"Aye, Käpt'n", erwiderte der Seefahrer. "Wir hab'n uns ein wenig angenähert, während ich hier saß zum Kartoffelschäl'n. Ich sagte ja, ich krieg ihn in Rumdett dann schon los." Der Kapitän gab sich mit dieser Antwort zufrieden. Er nickte. "Mach dich auf den Weg, Matrose." Es folgte ein Salut von Otis und dann schnalzte er auffordernd mit der Zunge. Der Befehl galt Isildur. Otis erklomm die Luke, gefolgt von "seinem" Wolf. Und an Deck angekommen konnte man schon die gewaltige Stadt sehen. Holzbauten, teilweise etwas schief oder mit Brettern zugenagelt türmten sich zu einem undefinierbarem Haufen zusammen. Einige Stellen waren von etwas umgeben, das man eine Stadtmauer nennen konnte und im Hafen lagen mehrere Dutzend Schiffe vor Anker. Eine ganze Flotte an fahrbaren Untersätzen für Piraten, Freubeuter und Plünderer.


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