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Bahati

Verfasst: Samstag 9. November 2013, 14:53
von Bahati
Bahatis Steckbrief
Name: Bahati

Rasse: Mensch (Tabiki)

Alter: 21 Jahre

Geschlecht: weiblich

Beruf: Jägerin

Heimat: Dorf Hijakya (Urwald Kapayu)

Gesinnung: neutral

Magie: keine

Sprachen: Celcianisch und Tabija

Religion/Glaube: Bahati verehrt die Götter ihres Volkes, Iaszar und Ilani, glaubt aber sonst an keine Götter.

Aussehen:

Bild

Mit ihren 1,50m Körpergröße fällt Bahati in ihrem Volk, dem der Tabiki, nicht besonders auf, da diese dafür bekannt sind nicht viel größer zu werden. Es ist auch kein Attribut, das besondere Vorteile mit sich bringen würde. Mit ihrer kleinen und schlanken Statur ist Bahati nahezu perfekt dazu geeignet, sich unauffällig und schnell im Dschungel und auf Bäumen zu bewegen. Ihre leicht rotbraunen Haare sind etwas länger als schulterlang, viele Strähnen hat sie dabei als Zöpfe nach hinten gebunden, damit diese nicht störend in das Gesicht fallen. Manchmal schmücken verschiedene Verzierungen wie Federn, Holzperlen oder einfache Schnüre, ihre Haare.
Bahati hat strahlend grüne Augen, die an das Grün des Dschungels erinnern. Ihr Gesicht ist von einer großen Tätowierung geziert. Dabei vorlaufen zwei rote Streifen quer über ihre Wangen und vereinen sich auf der Stirn in einem Bogen. Darunter ist eine goldbraune Ellipse, von Kinn bis Unterlippe zieht sich ein Streifen derselben Farbe. Auch an ihren Armen und Beinen hat sie stellenweise Tätowierungen in verschiedenen Naturformen, Streifen- und Spiralformen.
Bahatis Statur ist, abgesehen von ihrer geringen Körpergröße, sehr schlank und dennoch recht weiblich gebaut. Sie hat sehr zarte aber dennoch keine empfindliche Haut. Bei den Männern des Stammes gilt sie als wahre Schönheit und viele würden, ihre beste Jagdbeute dafür opfern, wenn sie sich bereit erklären würde sich auf sie einzulassen.
Bekleidet ist sie, so wie die meisten Tabiki, nur sehr spärlich. Sie trägt zwei lederne Kleidungsstücke, die mehr Fetzen gleichen als richtigen Kleidungsstücken. Das Erste der Beiden, von dunkelbrauner Farbe, so wie die Farbe der feuchten Erde des Urwalds, bedeckt ihre Brüste. Das Nächste, ebenfalls ein knappes, dünnes Lederstück derselben Farbe, bedeckt ihre Schamregion und Teile ihres Hinterteils. Auch wenn diese "Kleidung" nicht gerade konventionell in zivilisierten Regionen ist, für das Leben im Urwald mit den Tabiki reicht es vollkommen aus.

Persönlichkeit: Bahati ist eine sehr stolze junge Frau, die sich nicht viel von anderen sagen lassen möchte. Natürlich respektiert sie die Älteren und Weiseren des Volkes, sie möchte dennoch selbst für ihr Leben bestimmen können. Dabei soll ihr vor allem kein Mann in die Quere kommen. Für Bahati gibt es kaum Schrecklicheres als Frauen, die von ihren Männern quasi nur zum Vergnügen, zum Gebären und zur Hausarbeit „gehalten“ werden. Das soll natürlich nicht heißen, dass Bahati sich nie auf einen Mann einlassen würde, sie glaubt tatsächlich an die Liebe, aber es sollte dann eben wirklich nur den einen Mann geben, der dann nicht versuchen sollte, sie zu unterwerfen.
Zudem ist Bahati sehr naturverbunden. Es gibt für sie nichts Herrlicheres als die Welt, die von Iaszar und Ilani geschaffen wurde. Daher ist es fast schon selbstverständlich für sie, dass man die Natur und ihre Schöpfungen stets respektieren sollte. Wenn man jagt sollte man dankbar dafür sein, dass man dem Kreislauf des Lebens angehört und dass das Sterben des Einen, das Überleben des Anderen sichert. Wie bei den Tabiki üblich, ist Bahati ihr Volk sehr wichtig. Dabei geht es nicht nur um die Ausführung und Aufrechterhaltung von Traditionen, sondern auch um das gemeinsame Sorgen für das Überleben des Volkes durch das Jagen, Sammeln, die Werkzeugproduktion und den Hüttenbau. Wenn jeder seinen Teil beiträgt, kann ein perfekt harmonierendes Zusammenleben stattfinden. Wahren Groll hegt Bahati gegenüber denen, die das verletzen was sie liebt - die Götter, die Natur und ihr Volk. Dennoch ist es bisher nicht soweit gekommen, dass sie gegen jemanden ernsthaften Groll hegen musste.
Innerhalb ihres Volkes ist sie sehr aufgeschlossen, da sie aber noch keinerlei Erfahrung in der Welt außerhalb des Dschungels besitzt, ist ihre Reaktion auf Fremde noch nicht wirklich klar, vermutlich wird sie immer noch selbstbewusst bleiben.

Stärken: Bahati ist die geborene Jägerin und gilt als die beste Jungjägerin. Sie verlässt sich dabei einzig und allein auf den Einsatz ihres Blasrohres. Die Fähigkeiten diesbezüglich würde man als sehr gut bezeichnen. Ansonsten weiß sie aber kaum mit Waffen umzugehen. Sie beherrscht alle Techniken des Überlebens in der Wildnis – vom Fallenstellen bis zum Jagen, vom Sammeln bis zum Erkennen von Gift- und Heilpflanzen. Mit den Giftpflanzen (und dem Gift von Tieren) weiß sie ihre Pfeile zu vergiften, weiß sich aber ansonsten nicht mit Pflanzen zu helfen, geschweige denn zu heilen. Daher würde man ihre Fähigkeiten der Kräuterkunde höchstens als durchschnittlich bezeichnen. Dafür kann sie sich umso besser in der Tierwelt zurecht finden, Tiergifte als Waffe zu nutzen und natürlich potentielle Beutetiere von solchen, die man besser meiden sollte, zu unterscheiden. Außerdem ist sie, auf Grund ihrer Jagderfahrung und -praxis, eine gute Kletterin geworden. Zudem ist sie natürlich sehr agil und schnell, kann sich aber auch sehr unauffällig bewegen, zumindest in der Wildnis. Zudem könnte man ihren starken Willen und ihr Selbstbewusstsein in manchen Situationen durchaus als Stärke sehen.

Schwächen: Als Bahatis größte Schwäche wird sich wohl die mangelnde Erfahrung im Umgang mit Zivilisation und Technik erweisen. Bahati ist weder sonderlich kampferfahren, noch geschickt darin. Sie versteht sich natürlich darauf, ihr Blasrohr zu verwenden, doch ist diese Waffe nur für die Distanz, also optimal für den Hinterhalt geeignet. Im Nahkampf dagegen ist Bahati quasi chancenlos, da sie weder Waffen (außer einem kleinen Jagddolch) besitzt, noch mit ihnen umgehen kann. Sonderlich stark ist sie auch nicht, ihre Muskeln sind auf Laufen und Klettern spezialisiert, nicht darauf schwere Eisenschilde und -schwerter zu tragen. Zudem ist ihr Selbstbewusstsein oft auch ein Hindernis. Viele, vor allem die Männer des Stammes, haben Angst vor einer so starken Frau und daher fällt es ihr nicht gerade einfach einen wirklichen Freundeskreis im Stamm, zu haben. Trotz ihrer Stellung als „Exotin“ im Volk der Tahiti, bleibt sie von ihren Stammesmitgliedern geschätzt.

Lebensgeschichte: Bahatis Lebensgeschichte begann wie die so vieler Tabiti. Für ihre damals noch recht jungen Eltern, der Vater ein Jäger und die Mutter eine Sammlerin, war sie das erste Kind. Dennoch wurde sie nicht verwöhnt, sondern lernte bereits von den frühsten Kindestagen an, dass der Erfolg des Stammes sich auf jedes Individuum auswirken konnte. Schon in jungen Jahren war Bahati recht dominant gegenüber den Jungen ihres Alters. Beim Spielen bestimmte sie welches Spiel gespielt werden sollte und auf so Etwas wie „Mutter-Vater-Kind“ hatte schon bald keiner Lust mehr, da Bahati nie die ihr zugeteilte Rolle der Mutter die nur zuhause sitzt übernehmen wollte. Ihren Eltern, sowie allen Älteren des Stammes, blieb sie aber stets respektvoll gegenüber.
Die junge Tabiki entdeckte daher schon bald ihre Liebe zum Urwald Kapayu. Sie verließ das Dorf in den frühen Abendstunden und kam meistens erst zur Abenddämmerung zurück. Sie beobachtete die Männer des Stammes beim Jagen, kletterte auf Bäume, beobachtete die Pflanzenwelt und spielte mit so manchen Tieren. Natürlich war sie sich stets der im Dschungel lauernden Gefahren bewusst, daher entfernte sie sich nie allzu weit vom Dorf. Eben soweit, dass es noch sicher für ein kleines Mädchen sein konnte, dennoch versteckte sie sich das eine oder andere Mal vor einem vorbeiziehendem Tiger oder einer Mantis.
Ihr Leben veränderte sich mit Eintritt in die Pubertät. Traditionell wurde sie von den heranwachsenden Männern des Volkes getrennt und sollte nun von den älteren Frauen zur Sammlerin ausgebildet werden, wie es der Brauch war. Doch Bahati sträubte sich dagegen, sie wollte zur Jägerin ausgebildet werden, so wie die jungen Männer des Stammes. Die alten Frauen des Volkes waren schockiert, als Bahati nach Beendigung ihres Blutrituals diesen Wunsch unterbreitete. Dennoch sollte ihr der Wunsch nicht verwehrt bleiben. Schließlich war es zwar Tradition, dass Frauen zu Sammlerinnen wurden, aber keineswegs ein Gesetz. Es gab schließlich auch junge Männer, jene die es nicht zu einem Jäger bringen konnten, die zu Sammlern ausgebildet wurden. Auch wenn ihre Mutter nicht viel von der Idee hielt, ihr Vater unterstützte ihren Wunsch gänzlich. Vielleicht war es, weil ein starker Sohn als Erstgeborener eine größere Zierde für seine Familie gewesen wäre als eine Tochter. Vielleicht aber auch einfach, weil er seine Tochter liebte und jeden ihrer Wünsche respektiert hätte. So kam es natürlich, dass auch ihre Mutter die Bedenken nicht äußerte, denn sie wollte nicht den Worten ihres eigenen Mannes widersprechen und auch ihre Geschwister hatten zu viel Ehrfurcht vor dem Familienoberhaupt, um eventuelle Bedenken zu äußern. Natürlich war Bahati bewusst, dass nicht nur in ihrer eigenen Familie, sondern im ganzen Volk viel gemunkelt wurde, dass sich die junge Frau zu einer Jägerin ausbilden lassen wollte. Auch wenn sich niemand mehr dagegen äußerte und so manch einer sicherlich auch insgeheim von der Idee begeistert war, spürte Bahati von da an häufig argwöhnische Blicke. Das Knüpfen und Pflegen sozialer Kontakte fiel ihr in ihrem eigenem Volk nun noch wesentlich schwerer, woran sie sich nicht weiter störte, denn das war sie gewohnt und sie hatte immer noch den Dschungel und konnte auf falsche Freunde gut verzichten.

So kam es, dass Bahati von ihrem eigenen Vater zur Jägerin ausgebildet wurde. Er lehrte sie das Lesen von Spuren, das Klettern auf Bäume und natürlich auch das korrekte Töten und Ausnehmen von Tieren, mit Ausnahme der heiligen Tiere - des Tigers und des Streifenhörnchens. Bahati war ein Naturtalent. Sie ahmte nicht nur nahezu perfekt Tierstimmen nach und lockte so potentielle Beutetiere, auch im Umgang mit dem Blasrohr, was sich zu ihrer bevorzugten Waffe entwickelte, zeigte sie sich extrem talentiert, auch wenn ihr Vater Bogen und Speer bevorzugte. Sie verstand sich darauf mit einem gezielten Pfeil die empfindlichsten Stellen zu treffen und lernte dazu wie sie verschiedene Tiergifte verwenden konnte, um ihre Beute entweder zu lähmen oder am Gift selbst sterben zu lassen.

Bahati absolvierte ihre Ausbildung mit Bravour und war den meisten männlichen jungen Jägern weit voraus. Zum Ende der Ausbildung nahm sie am traditionellen Ritual „Auf Tigers Pfotenspuren“ teil. Alle jungen Männer, die die Jägersmannausbildung hinter sich gebracht hatten und Bahati versammelten sich am Abend unter dem großen Baum, dem Heiligtum der Tabiki. Sie alle sollten nun zu ihrer ersten großen Jagd ohne die Hilfe ihres jeweiligen Lehrers aufbrechen. Es herrschte große Anspannung, denn jeder der jungen Jäger wollte die größte Beute mit ins Dorf bringen, um sich nicht nur den Respekt der anderen Tabiki zu verdienen, sondern um die nächste Nacht mit einem der jungen Mädchen des Stammes zu verbringen. Somit machten sie sich auf in die Dunkelheit des Kapayu bei Nacht.
Bahati war hochkonzentriert. Sie hatte viele Pfeile bei sich und selbstverständlich ihr Blasrohr. Sie schlich durch den Urwald, der selbst bei Nacht keine Ruhe bot. Zwar schrien nicht mehr so viele Vögel wie tagsüber, doch man konnte etliche Insekten zirpen, Affen schreien, Frösche quaken und ab und an sogar eine Raubkatze brüllen hören. Der Urwald barg nachts noch mehr Gefahren als er es tagsüber tat. Bahati lief eine Weile in den Dschungel hinein und blieb an einem Baum stehen. Sie konnte es hören, es war ein Schrei, kaum vernehmbar, aus der Spitze des Baumes. Flink, aber leise, kletterte sie in die Baumkrone und versuchte in der Dunkelheit etwas zu erkennen. Als sie es fast schon wieder aufgeben wollte, vernahm sie erneut den leisen Schrei. Es war ein kleines Äffchen, das sich schwächlich an einen der Äste klammerte. Die Mutter musste es verlassen haben, denn sie trennten sich meist jahrelang nicht von ihren Jungen. Es wäre aber auch eine Schande so ein junges Geschöpf, das sowieso kaum eine Beute darstellte, zu töten. Daher nahm sie das Jungtier an sich, in der Absicht sich darum kümmern zu wollen. Kaum hatte sie das getan, glaubte sie zwei große gelbe Augen, nicht weit von ihr entfernt zu sehen, die im nächsten Augenblick jedoch auch schon wieder verschwunden waren. Verwirrt wollte sie bereits die Äste wieder hinabsteigen, als sie ein Grunzen am Boden vernahm. Sie erspähte zwei Buschschweine. Diese Tiere waren reich an Fleisch, sie würden dem Volk wahrlich helfen. Sie nahm zwei Pfeile und legte ihr Blasrohr an. Kaum war der Schrei des ersten Buschschweines ertönt und das zweite hatte zur Flucht angesetzt, wurde es bereits vom nächsten Pfeil getroffen. Bahati stieg herab und gewährte dem noch schnaufenden Tier einen schmerzfreien Tod. Dann schulterte sie ihre Beute und machte sich auf den Weg zurück ins Dorf.

Als sie dort ankam, dämmerte bereits der Morgen. Viele Jäger waren ebenso wieder zurück von ihrer Jagd. Manche verzweifelt, da sie keine Beute gemacht hatten, Andere voll Stolz und präsentierten Äffchen oder verschiedenartige Beutetiere, die sie mitgebracht hatten. Ohne großes Aufsehen erregen zu wollen, legte sie ihre Beute nieder und begann ihr junges Äffchen zu streicheln und ihm einige Beeren und Nüsschen anzubieten.
Als auch der letzte Jäger heimgekehrt war, stellte sich heraus, dass Bahati die Jagd für sich entschieden hatte. Eigentlich stand dem Jäger nun die Wahl eines jungen Mädchens zu, doch noch nie hatte ein Mädchen selbst das Ritual für sich entschieden. Bevor es zu Diskussionen kam, bat sie darum auf so eine Wahl zu verzichten und stattdessen das Recht zu haben, das Äffchen behalten zu dürfen, welches ihr gestattet wurde.

So kam es, dass Bahti und Amara, wie sie ihr Äffchen taufte, quasi unzertrennlich wurden. Traditionell züchteten sich die meisten Tabiki exotische Vögel und bildeten diese zu treuen Weggefährten aus. Dasselbe wurde Amara für Bahati, sie war klein und flink und raste durch den Urwald. Entdeckte sie Beute oder Gefahr konnte sie Bahati darauf aufmerksam machen. Die Sprache der Affen spricht Bahati zwar nicht, doch Amara versteht meistens was Bahati von ihr verlangt und andersrum ist es genau so.
Die junge Tabiki wurde erwachsen und zur etablierten Jägerin des Volkes, Amara immer bei sich, meist auf der Schulter sitzend. Viele der jungen Männer zeigten Interesse an der schönen Tabikifrau, doch sie zeigte jedem die kalte Schulter. Es war keiner dabei, der sich für sie interessierte, keiner der sie kannte, lediglich diejenigen, die von ihrem Aussehen fasziniert waren.

Bahati lebte daher weiter in der Familienhütte ihrer Eltern und führte einen „normalen Tabikialltag“. Sie ging auf die Jagd, verarbeitete ihre Beute im Haus des Tigers und kam abends heim. Eines Nachts hatte sie einen seltsamen Traum. Sie befand sich in einem leeren schwarzen Raum, doch ein strahlend weißer Tiger saß vor ihr, so hell wie die Sonne selbst, wenn sie durch die Blätter des Urwalds viel. Große, gelbe Augen starrten sie an und strahlten so viel gleichzeitig aus. Ruhe, Stärke, Weisheit und Güte. Er sah Bahati an, bewegte sich nicht, sprach nicht, aber dennoch konnte sie die Worte genau in ihrem Kopf hören.

„Dein Schicksal liegt nicht in der Jagd, Bahati. Du bist zu Etwas höherem bestimmt. Such nicht nur hier im Kapayu nach deinem Weg, denn die Welt ist groß und voller Ereignisse. Du wirst schon sehen, doch handle immer weise. Du wirst deinen Weg finden...“

Bahati schreckte auf. Sie hatte keinen Zweifel. Es war der weiße Tiger, Iaszar, der Gott ihres Volkes. Sofort sprang sie auf und warf dabei Amara von sich, die sich lauthals beschwerte. Auch wenn sie kaum realisierte was gerade geschehen war, wusste sie was sie zu tun hatte. Bahati eilte sofort zu Kanuha, der Hohepriesterin ihres Volkes und erzählte von ihrem Traum. Sie sah sie nachdenklich an und berief einen Rat für den nächsten Morgen ein, in dem über Bahatis Traum beraten werden sollte.
Die restliche Nacht schlief Bahati nicht, sondern saß nachdenklich da. Erst jetzt war es ihr möglich sich wirklich Gedanken über ihren Traum zu machen. Was war das für ein Schicksal, das sie erwarten sollten? Wieso hatte sie den Urwald zu verlassen, das hatte sie schließlich noch nie getan. Warum ausgerechnet sie? Es waren so viele Fragen, auf die sie selbst keine Antwort wusste, diese wüssten wohl nur die Götter selbst. Dem Willen der Götter wollte sie sich allerdings keineswegs in den Weg stellen und somit ging sie im Morgengrauen zum heiligen Baum, an dem die drei Weisen des Volkes bereits saßen und sich unterhielten. Als sie Bahati erblickten, verstummte das Gespräch und die Hohepriesterin ergriff das Wort:

„Bahati, wir haben uns beraten. Es besteht kein Zweifel, dass Iaszar dir persönlich erschienen ist. Er hat seinen Wunsch geäußert und wir werden auf keinen Fall den Willen unserer Götter verletzen. Was du zu tun hast ist klar, du musst den Urwald verlassen. Was auf dich zukommt, das weiß keiner von uns, doch eins ist sicher: Iaszar wacht über dich und wird dich nicht im Stich lassen, ansonsten hätte er dich nicht auf diese Reise geschickt. Nun mach dich bereit. Du solltest am Besten noch heute aufbrechen.“
Am Abend fand ein großes Fest zur Verabschiedung Bahatis statt. Es wurden einige Opfergaben an Iaszar und Ilani gegeben, um die Götter der ausziehenden Tabiki gnädig zu stimmen. Zu Abend tanzte der Großteil des Volkes um ein großes Feuer, denn so einen Festabend ließ sich kaum jemand entgehen. Die Meisten hatten zwar wenig bis nichts mit Bahati zu tun gehabt, hatten nun aber endlich große Hochachtung vor ihr, denn der Gott Iaszar war ihr höchstpersönlich erschienen und das bedeutete für jeden Tabiki eine riesige Ehre. Natürlich gab es auch wieder den Einen oder Anderen, der Bahati aus Eifersucht heraus, diese Bürde nicht gönnte und sie des Abends wieder missbilligend betrachtete. Wirkliche Bedeutung hatte für Bahati nur ihre Familie, insbesondere ihre Eltern. Die Trennung von ihnen würde ihr zwar sehr schwer fallen, aber sie war auch kein junges Mädchen mehr und bereit auf eigenen Füßen zu stehen. Viele der jungen Frauen ihres Alters taten das bereits oder hatten schon eines oder mehrere Kinder zur Welt gebracht.

„Bahati“

Ertönte eine Stimme hinter Bahati, die sich auf einem Baumstumpf etwas entfernt vom Feuer niedergelassen hatte. Sie drehte den Kopf und erblickte ihren Vater. Sie erhob sich, grüßte ihn und er legte seine Hand auf ihre Schulter, sah sie mit einem liebevollen Blick an und sprach:

„Bahati. Ich weiß, dass dich dein Traum und dein Schicksal beschäftigen. Aber sei unbesorgt. Die Götter würden dich nicht auf diese Reise schicken, wenn sie sich nicht sicher wären, dass du die Richtige dafür bist! Du bist etwas besonderes, das wusste ich schon immer. Du bist mein Mädchen und das wirst du immer bleiben. Wenn jemand diesen Auftrag meistert, dann bist du es!“

„Vater, meine größte Sorge ist, dass ich nicht weiß wohin. Ich weiß nicht wohin und was tun. Und wieso. Und überhaupt habe ich kaum Informationen zu meinem angeblichen Schicksal, auf das ich so blindlings losgelassen werden soll.“

„Wie ich bereits sagte, ich glaube nicht, dass du dir Sorgen machen solltest. Wenn du den falschen Weg einschlägst, dann wird Iaszar dich leiten. Außerdem gibt es immer mehr als einen Weg um an seine Ziele zu kommen. Daher sei unbesorgt, denn ich glaube nicht, dass du etwas wirklich Falsches machen kannst auf deiner Reise. Alles ist Teil eines großen Ganzen und gehört zu einem Plan. Pass nur gut auf dich auf und vergiss uns nie.“

Nachdem Bahati letzteres ihrem Vater versprochen hatte, umarmten sie sich lang und innig. Auch von ihrer Mutter und ihren Geschwistern verabschiedete sie sich noch. Dann schlich sie sich weg von der Veranstaltung und legte sich schlafen. Sie wollte fit sein und früh aufbrechen. Noch bevor die Sonne richtig aufging und noch bevor das Dorfleben begonnen hatte, war Bahati auf den Beinen, nahm ihr Zeug und verließ das Dorf der Tabiki in Richtung Norden. Auch wenn es ihr schwer fiel, sich von ihren Eltern zu trennen, so wusste sie, dass sie bereit dafür war. Sie hätte eh nicht ewig bei ihren Eltern leben können und schließlich war sie inzwischen eine junge Frau, die bereit für jegliche Abenteuer war.

Inventar:
  • Blasrohr
  • Pfeile (vergiftete und unvergiftete)
  • Jagdmesser
Tierische Begleiter:
Amara ist ein Lisztaffe und die ständige Begleiterin von Bahati. Sie dient ihr als Augen und Ohren, als hilfreicher Jagdgefährte und als Freund. Auch wenn sie sich nicht sprachlich verständigen können, verstehen sie sich blind und hängen beide sehr aneinander.

Einstiegspost: Die Spuren einer Tabiki