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Turnil Melwasúl

Verfasst: Montag 8. Juli 2013, 13:35
von Turnil Melwasúl
Turnils Steckbrief
Zweitcharakter von Baltos
Name: Turnil Melwasúl

Rasse: Dunkelelf-Nachtelf

Alter: 100 Jahre

Geschlecht: männlich

Beruf: Meuchelmörder
Schwarzer Harlekin

Heimat: Morgerias

Gesinnung: böse

Magie: Assassinenmagie (überdurchschnittlich)
Graue Schelmenmagie (rudimentär)

Sprache: Lerium
Kr'zner

Religion/Glaube: Faldor

Aussehen:

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Alltag

Zuerst würde man wohl in das Gesicht dieses Vertreters seiner Art blicken. Die Augen sind stets auf sein Ziel gerichtet und die graue Iris gibt einem das Gefühl, nicht mehr wert zu sein als der Abfall eines Gerbers.
Der Mund hat eine strenge Note und man fragt sich, ob Turnil jemals in seinem Leben gelächelt hatte. Die Haut, die seinen Körper umgibt, hat eine dunkle, gräuliche Färbung. Das Haar des Dunkelelfen ist gräulich weiß. Man könnte fast sagen silbern, aber das würde es nicht ganz treffen, vielleicht nur, wenn sich Sonnenstrahlen darin verfangen würden.
Der Körper ist wie bei allen Dunkelelfen wohl geformt und trainiert, mit seiner Körpergröße von 1,85m und 72 Kilogramm gehört er wohl den Standard an.
Seine Kleidung im Alltag ist prunkvoll übertrieben. Da er zum Adel der Dunkelelfen gehört, zeigt er dies auch. Er trägt eine mittelschwere Rüstung, die etliche Verziehrungen aufweist. Am Auffälligsten ist wohl sein Harnisch, der in der Mitte, kurz unter dem Hals, einen hervorstehenden Wargkopf besitzt. Die Rüstung ist, wie übliche, in schwarz gehalten, da sie aus Aldrit (auch bekannt als: Faldarium) hergestellt wurde. Durch dieses besondere Erz passt sich die Rüstung an die gegebenen Lichtverhältnisse an. Wenn Licht auf sie strahlt, wirkt es, als würde das Metall dieses verschlingen und noch dunkler werden. In der Nacht wiederum verfärbt sie sich in ein sattes Dunkelblau. Die Ornamente sind aus Gold gegossen. Alles in allem eine verdammt unverschämt teure Rüstung, Oberkörper und Oberschenkel verdeckt. Seine Beine werden zusätzlich von einer schwarzen Lederhose verborgen, die in die kniehohen Schuhe gesteckt wird.
Ein Assassinenarmband ist am rechten Unterarm befestigt und wird natürlich von der Rüstung verdeckt. Hier ist ein Dolch angebracht, der blitzartig in der Hand seines Besitzers erscheint, wenn dieser ihn braucht.
An der rechten Seite von Turnil Melwasúls Hüfte hängt ein Kurzschwert, dessen Klinge schwarz gefärbt ist. In den Griff wurden einige Diamanten eingefasst. Die Scheide der Waffe ist ebenfalls geschwärzt, aber eher schlicht gehalten. Wahrscheinlich, damit der Griff besser zur Geltung kommt. Am Schwertgurt hängen noch einige kleinere Taschen, in denen Gold, gewisse Substanzen und Utensilien verstaut sind.
Die Lederstiefel gehen ihm bis kurz unters Knie, natürlich besitzen auch diese eine dunkle Färbung. Der genaue Beobachter könnte beim rechten Stiefel erkennen, dass sich eine Wölbung abzeichnet. Dort ist ein weiterer Dolch versteckt, für den Fall, dass Turnil noch eine weitere Waffe benötigt.
Wenn er über die Straßen Morgerias läuft, sind mehr als nur ein paar Augen auf ihn gerichtet und genau darauf zielt die Rüstung ab. Als Adeliger will und muss man in der Masse auffallen. Schließlich gehört man ja nicht zum gemeinen Pöbel! Eigentlich immer, wenn der Dunkelelf in der Stadt unterwegs ist, wird er von Händlern umringt, die ihm etwas verkaufen wollen. Ein paar mutige Bettler wagen es sogar, ihn nach einer Münze zu fragen. Doch gilt das nur für Neulinge dieser Gesellschaftsschicht. Denn die meisten wissen, dass sie kein Geld von einem Adeligen in Morgeria bekommen werden. Es ist wahrscheinlicher, dass sie für diese Dreistigkeit eher getötet werden, und genau dies vermittelt auch Turnil, wenn er unterwegs ist.
Natürlich kennt sich der Adel untereinander und es gab auch schon einige Gerüchte, dass die Kinder von Turnils Mutter eventuell Mischlinge sind. Doch sprach man darüber nicht in der Gegenwart der Melwasúl, denn diese waren bekannt dafür, solchen Hetztriaden ein schnelles Ende zu bereiten. Eben wie richtige Dunkelfen!
Außerdem konnte es ja sein, dass die Kinder einfach zu viel in der Sonne waren und deswegen etwas ausbleichten. Denn so richtig konnte man es nicht einschätzen, ob sie Mischlinge waren. Immerhin waren die Mutter und der angebliche Vater eindeutig reinrassige Dunkelfen und die Kinder waren einfach nur etwas heller als üblich.
Im Großen und Ganzen konnte man über Turnil sagen, dass er auf andere überheblich und versnobt wirkte, was aber bei einem Adeligen nichts Besonderes war.

Berufskleidung

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Wenn er sich als Narr ausgibt, um einigen Leuten einen Schrecken einzujagen oder um sie zu töten, ändert sich natürlich auch sein Äußeres. Die Ränder um seine Augen schminkt er sich schwarz, da die Maske nur diesen Teil des Gesichtes preisgibt. Der Rest wird von einer schwarzen, absurd grinsenden Maske umschlungen, mit einer Bronze färbenden Umrandung und einigen Verschnörkelungen am Rand. Seine Rüstung ist nicht mehr die gleiche, die er sonst trägt.
Bei seinen Aufträgen bevorzugt er eine leichte, schwarze Lederrüstung, die er hinter einer schwarzen Robe versteckt, in der mehrere geheime Taschen angebracht sind. Eine große Kapuze verdeckt die Ohren sowie seine Haare. Jetzt steht man nur noch einer schwarzen Gestalt gegenüber. Die einen so dümmlich angrinst, dass man nicht weiß, ob die Person dahinter will, dass man lacht oder lieber um sein Leben bettelt.


Persönlichkeit:

Turnil gehört wie alle seiner Rasse den Egoisten an. Sein Lebensziel ist es, so viel Macht an zu häufen wie möglich und jeden, der ihm dabei im Weg steht, zu beseitigen. Er hasst alles und jeden und vertraut nur sich selbst. Seine Mutter respektiert er, aber er würde nicht zögern, wenn sich die Gelegenheit bietet, ihren Posten einzunehmen. Seine Geschwister sieht er als nervigen Anhang an, dem man nicht vertrauen kann, da sie genauso nach Macht streben wie Turnil.

Es gibt nur zwei Wesen in seiner Welt, denen er nicht zutrauen würde, ihn zu verraten, auch wenn er sich da manchmal nicht so sicher ist.
Zum einen ist es sein Orkleibwächter, Rramghat Rthoam, oder, wie Turnil ihn nennt, Ram. Auch wenn die Bezeichnung Freund nicht passen sollte. Ram ist mehr der Ork fürs Grobe für den Dunkelelf, er persönlich sieht ihn eher als seinen stinkenden Wachmann, mit weniger Grips als ein behindertes Schaf.
Die zweite Person oder besser gesagt Tier ist sein Warg, Pestilenz, dessen Willen er gebrochen hatte und ihn seitdem als sein Reittier benutzt. Den Waffenschmied Kasan könnte man vielleicht auch in diese Kategorie aufnehmen, da Turnil seit Jahren mit ihm zusammenarbeitet und noch nie den Verdacht hatte, dass dieser ihn betrügt. Doch der Überlebensinstinkt des Dunkelelfen rät lieber zur Vorsicht, als zu blindem Vertrauen. Bei einem Dunkelelfen konnte man nie wissen.

Von den Grundzügen ist Turnil ein Planer. Es ist für ihn nicht üblich, sich blindlings ins Verderben zu stürzen. Er analysiert zuerst, überprüft gedanklich, welche Konsequenzen entstehen könnten, und wenn alles durchdacht ist, schlägt er zu. Heroische Taten sind für ihn ein Fremdwort. Warum sollte sich Turnil für irgendjemanden opfern? Das wäre ja noch schöner!
Der Dunkelelf verachtet Schwäche, sei es körperlich oder geistig, und das lässt er sein Gegenüber auch spüren. Turnil macht daraus keinen Hehl. Bei so vielen Vorurteilen, die ihm seit seiner Jugend an in den Kopf gepflanzt wurden, fällt dem Dunkelelfen immer etwas ein, um sein Gegenüber auf subtile oder unsubtile Art und Weise zu beleidigen.
Es kümmert ihn wenig, was andere von ihm denken, solange er sich selbst gefällt.

Vorurteil ist wohl ein gutes Stichwort! Turnil hat Vorurteile gegenüber alles und jeden, er verachtet Zwerge, weil sie so klein und rund sind, andere Elfen, weil sie sich für etwas Besseres halten. Den Menschen, weil er so schnell stirbt, Hybride, weil sie eine Laune der Natur sind, und so ziemlich jedes andere Wesen außer sich selbst.

Was Liebschaften angeht, gehört der Auftragsmörder wohl zu den Betthüpfern. Es interessiert ihn nicht, ob die Frau verheiratet ist. Wenn er sie haben will, dann nimmt er sie sich auch.

Turnil praktiziert seit kurzem die graue Schelmenagie und hat einen Narren daran gefressen. Er genießt es, sein Gegenüber zu peinigen und zu verspotten. In seinen Augen ist das die amüsanteste Magie, die es gibt. Die Assassinenmagie sieht er eher als praktische Form, die ihn bei seinen nächtlichen Meuchelmördermissionen dienlich ist.

Kommen wir auch gleich zu den Auftragsmorden. Er sieht diese als nette Nebenbeschäftigung an, die dazu noch lukrativ ist. Es bereitet ihm größtes Vergnügen, seine Mordpläne zu durchdenken und dann im richtigen Moment zu zuschlagen. Wenn sein Opfer dann noch nicht mal weiß, wer ihn getötet hat, war es der perfekte Mord.

Gegenüber Alkohol hat der Denker eine Abneigung. Er streitet nicht ab, dass manche Getränke wohlschmeckend sind, aber der übermäßige Konsum hat Auswirkungen, die seine Pläne eventuell gefährden könnte. Also beschränkt er sich bei gesellschaftlichen Anlässen auf maximal ein Glas und dieses trinkt er über die ganze Zeit in kleinen vorsichtigen Schlucken verteilt.


Stärken:

Der Dunkelelf beherrscht durch seine 50 Jahre andauernde Ausbildung in der Kaserne das Kurzschwert (überdurchschnittlich), sowie den Dolch (durchschnittlich) besser als so manch einer. Natürlich ist er nicht perfekt, aber eines Tages will er den Grad eines Meisters erreichen. Der Bogen (durchschnittlich) war während seiner Ausbildung zwar nie seine Lieblingswaffe gewesen, aber mit der Zeit, vor allem während der Missionen als Auftragsmörder, hat er gelernt ihn zu schätzen. Die 26jährige Assassinenausbildung hat bei Turnil Früchte getragen. Somit beherrscht er die Assassinenmagie (überdurchschnittlich) besser als die meisten durchschnittlichen Assassinen. Die graue Schelmenmagie (rudimentär) war und ist für ihn nur eine kleine Nebenbeschäftigung. Man könnte es auch als ein Hobby bezeichnen. Deswegen befindet er sich bei dieser Disziplin noch bei den Grundlagen.


Schwächen:

Natürlich hat Turnil auch Schwächen. Jeder hat ja so was. Seine größte Schwäche ist wohl, dass er niemandem vertraut, nicht einmal seiner Mutter! Diese Paranoia oder vielleicht auch Lebenserhaltungstrieb in einer Stadt wie Morgeria sorgt natürlich dafür, dass er keine Freunde besitzt. Dieses Wort gibt es in seinem Wortschatz auch nicht. Er besitzt, in seinen Augen, ausschließlich Geschäftspartner und bleibt mit ihnen nur so lange in Kontakt, wie sie für ihn nützlich sind. Natürlich weiß er, dass sie es auch so sehen. Liebe ist für ihn genauso ein Fremdwort und er könnte niemals mit einer Person eine Beziehung eingehen, die rein auf Vertrauen basiert.

Was ihn schon während seiner Jugend aufgefallen ist, ist, dass er nicht besonders gut direkte Sonneneinstrahlung verträgt. Wahrscheinlich hängt das mit seinem Erbe väterlicher Seite zusammen. Zumindest vermutet er, dass sein Erzeuger ein Nachtelf war. Anders könnte er sich sonst nicht seine hellere Hautfarbe erklären und seine körperliche Reaktion auf die Sonne. Er bekommt dann Brandblasen, die aufplatzen und ihn höllischen Juckreize und Schmerzen bescheren. Dies passiert aber nur in der Zeit des Wandels und bei direktem Kontakt auf nackter Haut.


Lebensgeschichte:

Ein neues Leben

Ungefähr neun Monate nach der Zeit der dunklen Tage erblickte der kleine Turnil Melwasúl die Welt. Sie bestand aus Blut, einem dunklen Raum und vier Augen begutachteten ihn skeptisch. „Du willst mir also erklären, dass das mein Sohn ist? Ich glaube meine Haut sieht anders aus, genau wie deine! Wer weiß, wessen Samen diesen dort entstehen lassen hat! Du hast es doch noch mit 10 anderen getrieben, Weib!!!“ Der Schwarzhäutige wendete sich wieder seinem Getränk zu, das auf einem schwarzen Tisch mit purpurnem Überzug stand.
„Was denkst du eigentlich, mit wem du sprichst? Ich hätte damals jemand anderen Heiraten sollen! Der nicht so ein Feigling ist wie du und genauso mickrig ausgestattet ist. Das Kind kann nur von dir sein, die Anderen haben sich dort entleert, wo keine Kinder entstehen können. Außerdem so dürre wie das Ding dort ist kann es nur von dir sein.“
Die beiden Wesen, die den frisch geborenen Dunkelelf begutachtet hatten, wendeten sich ab und ließen ihn schreiend in der Finsternis zurück. Es dauerte eine Weile, bis die Tür zum Zimmer wieder geöffnet wurde, eine Frau begleitet von einem Lichtschein, betrat den Raum und gab dem kleinen Wesen endlich die Brust. Die Flüssigkeit, nach der er so lange geschrien hatte. Die rosige Brustwarze zwischen den kleinen Lippen und der Milch im Mund saugte sich Turnil in die Welt der Träume.


Die ersten Schritte unter Faldor

Kaum da Turnil laufen konnte, musste er sich schon mit dem grausamen Gott Faldor auseinandersetzen. So wie es schon immer Brauch bei den Dunkelelfen war. Jede schlechte Eigenschaft dieses Volk wurde den Jüngsten hier beigebracht. Wie wichtig es war, Macht zu besitzen, dass man sich alles nehmen kann, solange es zum eigenen Vorteil war. Das nur die Besten es verdient haben zu leben. Jedes andere Volk einen Dreck wert war und Schwäche zu zeigen eine der größten Todsünden war, Mord und Vergewaltigung ein Mittel zum Erreichen seiner Ziele ist. Man konfrontierte die Kinder schon früh mit dem Tod. Dafür tötete man kleine süße Tiere vor ihren Augen und machte dann makabrere Spiele mit den Kadavern um die Jünglinge wieder aufzuheitern. Dem kleinen Turnil gefiel damals schon, was die Priester mit den toten Tieren machten und fand es faszinierend, wie das Blut aus den Schnittverletzungen lief. Warum? Das wusste er selbst nicht, aber ist es nicht auch eine gewisse Kunst ein Wesen so zuzurichten?
Turnil muss immer noch lächeln wenn er sich an die erste Opferung zu Ehren von Faldor erinnerte. Er war ungefähr vier, als er mit anderen jungen Dunkelelfenkindern dem Mann mit der Robe durch dunkle schmucklose Korridore folgte. Nach langer Zeit betraten sie eine große Kammer, in der einige Menschen in einem Pferch zusammen gekauert waren. Der Geruch von Kot und Urin lag in der Luft, Turnil wusste nicht, ob er von diesen erbärmlichen Menschen stammte oder von den Orks die sie bewachten.
Als Erstes hatten sie ein Mädchen aus dem Zwinger geholt. Dieser bestand nur aus Metallgittern und es gab weder einen Abtritt noch Stroh. Die Menschen die in ihm kauerten, saßen oder lagen, dicht gedrängt aneinander, mit einer Kette verbunden, umgeben von Krankheit und Unrat. Der Priester gab einem Jungen ein Messer und verlangte von ihm: „Töte diesen widerlichen Menschen.“ Der Junge weigerte sich und schüttelte den Kopf. Der Priester war erzürnt und lies einen Ork den armen Jüngling auspeitschen. Der Wächter hatte eine zwei Meter lange Peitsche an der Hüfte hängen, in die einige Knoten gebunden waren. Der Dunkelelf wurde mit dem Gesicht zu Wand gekettet. Das Opfer durfte seine Kleidung anlassen, aber als der erste Schlag, gefolgt von einem Knall, auf seinen Rücken prallte, zerfetzte es sein Gewand. Blut quoll aus den deutlich sichtbaren Striemen am Rücken hervor. Turnil wendete nicht den Blick ab, von seinem gepeinigten Mitschüler. Ein Lächeln huschte auf sein Gesicht, als der Knabe unter den Schlägen anfing zu weinen. Dem Priester war dies natürlich nicht entgangen, dass einer seiner jüngsten Schüler diese Folter als lustig erachtete. Er gab ihm das Messer und verlangte das Gleiche von Turnil, wie beim Jungen der gerade gezüchtigt wurde. Das Messer fühlte sich schwer in seiner Hand an, aber irgendwie glitzerte die Klinge so lustig, wenn man sie ins Licht hielt.
Nachdem Turnil das zu große Messer in seiner Hand betrachtet hatte, ging er fröhlich hüpfend auf das Mädchen zu. Sie war ein bemitleidenswertes Wesen in den Augen der anderen Völker. Komplett abgemagert, fettige zerzauste Haare, die teilweise schon ergraut waren und an einigen Stellen ausgerissen. Ihre Kleidung stank nur so von Dreck und war überall zerrissen. Wahrscheinlich war sie von den Orks vergewaltigt worden. Wer wusste das schon?
Ihre Augen blickten stumpf auf die Klinge in Turnils Hand, ihr Geist war gebrochen, dafür hatte man schon im Voraus gesorgt. Es sollte den Jünglingen ja nichts passieren und so war sie an eine Wand gekettet worden und einer der Wachorks stand mit einer riesigen Axt neben ihr. Der gezüchtigte Mitschüler wurde indessen von seinen Ketten befreit und zu einem Heiler gebracht. Turnil zögerte währenddessen nicht, sofort stach er mehrmals mit dem Messer zu und freute sich darüber, wie das Blut aus dem Mädchen heraussprudelte. Wie aus einem Springbrunnen.
In den Augen der Gefangenen konnte man es kurz aufblitzen sehen, als die Klinge in ihren Leib glitt, ihre Lippen bewegten sich. Was sie gesagt hatte daran konnte der Dunkelelf sich nicht mehr erinnern, aber was kümmert ein auch das Geschwätzt von Menschen. Nachdem ihr Leib leblos in den Ketten hing und der junge Elf von oben bis unten mit ihrem Blut verschmiert war, kam der Priester auf ihn zu: „Das hast du gut gemacht, Faldor ist erfreut über deine Tat. Geh nun, deine erste Prüfung hast du bestanden!“
Der Kleine wurde wieder nach Hause gebracht und in der Zwischenzeit wurden wahrscheinlich die anderen Menschen von den Mitschülern getötet. Lobpreiset Faldor!

Ein Leben in der Kaserne

Es waren nun schon 10 Jahre vergangen, seit Turnil Melwasúl erstem Mord. Seine Eltern hatten ihn in der verstreichenden Zeit noch weiter in der Obhut der Priester Faldors aufwachsen lassen. An seinem letzten Tag wurde er noch einmal im Namen dieses Gottes geweiht und danach ging es auch sofort in die Kaserne. Sein Elternhaus hatte der Dunkelelf seit seinem Einzug in die Hallen Faldors nicht mehr gesehen, geschweige denn seine Eltern und das würde sich auch in den nächsten Jahren nicht ändern. Es war schon seltsam, dass er nun in die Kaserne verschoben wurde. Es schien fast so, als konnten sich seine Erzeuger nicht entscheiden.
Sollte Turnil ein Priester Faldors werden oder doch ein Krieger, der die Macht seines Volkes weiter sicherte? Diese Frage konnten wohl wirklich nur seine Eltern beantworten, es war aber pure Absicht das Turnil in mehreren Instituten ausgebildet wurde. Diese Ausbildung verschluckte förmlich das Geld seiner Familie, doch ein reicher Dunkelelf fand immer neue Einnahmequellen und ihr Sohn sollte eine sich lohnende Investition werden.
Der 14 jährige lief mit seinen neuen Gefährten durch die Kaserne, die für die nächsten 50 Jahre sein neues Heim werden sollte. An mehreren Strohpuppen trainierten gerade ein Dutzend Dunkelelfen im Alter von 15 bis 20 Jahren. Die Schwerter donnerten gegen die stummen Gegner, mehrere Ausbilder beäugten ihre Schwerthiebe und manchmal unterbrachen sie auch die Übung und wiesen auf Fehler hin. Der Geruch von Blut und Schweiß umhüllte die komplette Kaserne. Dazu gesellten sich die Geräusche von aufeinandertreffendem Stahl und ab und an der Aufschrei eines Verletzten, sowie das Gegrunze von Kämpfern die gerade eine schwere Übung durchstanden. Die kleine Gruppe um Turnil hatte gerade das Innere der Kaserne betreten und wurde in die Unterkunft geführt. Es war ein Raum mit 20 Strohbetten, nur eines war davon gepolstert, was natürlich jedem der Jünglinge aufgefallen war. Kaum da sie ihr neues Heim betreten hatten, wurde die Truppe alleine gelassen.
Sofort begann ein Streit zwischen den Elfen zu entstehen, wer nun dieses Bett bekommen sollte. Die zwei Größten und Stärksten, wie es schien, namens Darion und Elwas, machten zuerst gemeinsame Sache, um die Kleineren und Schmächtigeren aus dem Bett zu prügeln. Turnil beobachtete das Treiben eine Weile und hatte sich ein Bett weit abseits des Streites genommen. Darion und Elwas hatten am Schluss des Tages keine Konkurrenten mehr. Zwei Kinder mussten ärztlich behandelt werden. Einer von ihnen hatte einen offenen Bruch am Unterarm erlitten, der Andere eine Gehirnerschütterung. Die beiden Rüpel waren nicht zimperlich gewesen. Doch das Bett war nicht groß genug für sie beide und da alle Dunkelelfen Egoisten waren, wollte jeder das Bett für sich allein. So entbrannte ein neuer Kampf, den Darion am Schluss für sich gewann, indem er Elwas mit seiner Decke erdrosselte. Die Leiche wurde gerade nach draußen geschleppt und die nun nur noch 12 Kopf starke Gruppe verließ ihre Zimmer und ging in den Speisesaal. Der junge Turnil hatte die Verletzung und den Tod seiner Mitschüler eher gelangweilt hingenommen und war weder verwundert, noch geschockt. Nur die Starken und Gerissenen würden in Morgeria überleben, wie ihm damals schon die Priester Faldors eingetrichtert hatten.
Auch im Speisesaal ging es danach: Wer Macht besaß, bekam das bessere Essen. Die adeligen Kinder bekamen eine ausgewogene Platte bunt gemischt aus Fleisch, Ei, Obst und Brot und die Armen aus geringeren Häusern bekamen ein Laib Brot und etwas Suppe. Turnil war der Einzige aus seinem Trupp, der das privilegierte Essen zustand, was natürlich niemanden entging. Der Dunkelelf war unter seinen „Kameraden“ der schwächste, wie es für sie schien, doch die meisten fürchteten den Zorn, den sie bei seinen reichen Eltern auslösen könnten und ließen ihm sein Essen. Jedenfalls alle außer Darion! Dieser sah es gar nicht ein, dass er diesen Fraß zu sich nehmen musste und Turnil, der Kleinste von ihnen, das Beste bekam. Der Große ging zu ihm, als sie alle am Tisch saßen und tippte ihm auf die Schulter, als der kleine Mischling gerade in einen Apfel biss. „Hey Wicht, gib mir dein Essen oder du leistest Elwas Gesellschaft!“ Ausbilder, Soldaten, Offiziere, Rekruten, Orks und ein paar Goblins, die an anderen Tischen saßen, entging natürlich dieser sich anbahnenden Streit nicht. Keiner sah es aber ein dazwischen zu gehen, warum auch! Eine Prügelei zwischen den Mahlzeiten war immer eine gern gesehene Vorstellung. Vor allem konnte man bei den Neuen somit die Spreu vom Weizen trennen. Turnil Melwasúl schluckte gerade das Stück des Apfels herunter, das er vor dem Kommentar Darions abgebissen hatte. Den angebissenen Apfel stellte er auf das Tablett zurück, erhob sich, blickte dem Streitsuchenden ins Gesicht und ging ohne ein Wort zu sagen, zurück zu den Schlafräumen.
Einige der Männer lachten über die Feigheit von ihm, doch entging ihnen das Turnil lächelte. Darion machte sich über sein neues Essen her und kam später dann mit den restlichen Dunkelelfen zurück ins Schlafgemach.
Er lies ein paar großspurige Geschichten vom Stapel, wie viele Lebewesen er schon getötet hatte, dass seine Eltern ebenfalls von seiner Hand umgebracht wurden und dass er schon mal einen Soldaten, der mit einem Schwert bewaffnet war, mit bloßen Händen erwürgt hatte und viele Weitere solcher absurden Geschichten folgten. Turnil lag derweil in seinem Bett und wartete, in seiner Hand konnte man einen kleinen Metallgegenstand entdecken. Irgendwann war wohl auch Darion von seiner Erzählung müde und legte sich hin. Sein neuer Hofstaat tat ihm dies gleich und Stille legte sich über den Schlafraum. Nach einiger Zeit schlug Turnil die Augen auf, er vergewisserte sich noch einmal das alle schliefen, bevor er sich leise aus seinem Bett erhob. Der kurze Weg zum Bett von Darion war schon, bevor dieser das Recht darin zu schlafen erkämpft hatte, eingeplant gewesen. Der kleine metallene Gegenstand in den Händen Turnils entpuppte sich als Buttermesser, es war zwar nicht besonders scharf, aber es sollte seinen Zweck erfüllen. Vorsichtig zog er die Decke von Darion herunter. Dessen schwarze nackte Brust senkte und hob sich jedes Mal, wenn er ein- und ausatmete. Turnil zählte den Abstand der Atemzüge und gerade als Darion die Luft aus seinen Lungen entweichen lies fuhr das Messer herab. Durch seine Zeit bei den Priestern Faldors wusste der kleine Dunkelelf gut bescheid, wo die Organe lagen, welchen Zweck sie erfüllten und wie man am Besten mit diesem Wissen seine Opfer umbrachte. Die Klinge glitt gekonnt zwischen die Rippen und durchstieß die Lunge. Darion war nicht einmal in der Lage ein Geräusch von sich zu geben. Er starb mit weit aufgerissen Augen, die vor Panik schrien, als sie Turnil erblickten. Seine Kameraden hatten nicht mitbekommen, dass ihr Anführer gestorben war. Turnil gab Darion einen Tritt und legte sich in sein neues Bett. Dabei behielt er die blutige Klinge in der Hand, damit jeder wusste, wer Darion getötet hatte und schlief mit einem Lächeln ein.
Am nächsten Morgen wurde die Leiche von Darion fortgeschliffen und jeder in diesem Zimmer wusste, wer ihn getötet hatte. Keiner kam auf die Idee sich gegen Turnil zu stellen. Dieses selbstgefällige Lächeln, was er auflegte, als Darion weggebracht wurde, war für viele eine Warnung, dass sich keiner mit ihm anlegen sollte und das taten sie auch nicht.
Doch der kleine Dunkelelf wusste, dass neue Rekruten kommen würden, die ihren Anspruch auf das bessere Bett stellen würden, schließlich waren sie nur zu zwölft in einen Raum mit 20 Betten.

Bogenschießen leicht gemacht

Turnil hielt sich nun schon seit 10 Jahren in der Position des Anführers seiner Gruppe. Es kamen immer wieder Neue in den Trupp, was zum größten Teil auch die Schuld des Dunkelelfen war. Jeder, der seinen Platz einnehmen wollte, verließ das Schlafgemach als Leiche. Er bekam ziemlich schnell einen Ruf in der Kaserne und die Neuen, die jetzt kamen, spielten nicht mehr mit dem Gedanken seine Position übernehmen zu wollen. Was vielleicht auch an Salwas und Loki lag. Diese beiden waren die letzten Überlebenden aus der anfänglichen Gruppe, die zusammen das erste Mal mit Turnil den Schlafraum betreten hatten. Sie erzählten jedem Neuling sofort die komplette Geschichte, wie und seit wann sich der „Ruhige“, so nannten sie ihn, an der Spitze dieser Truppe hielt. Dass Einige im Schlaf ihren Tod fanden, Andere am Essen erstickt waren und manch einer vom Abort nie wieder zurückgekommen war. Manchmal passierte es auch, dass der Ruhige jemanden aus Versehen bei den täglichen Übungen tötete, weil die Ausbilder ihm anstatt einer Übungsklinge, eine scharfe Waffe gegeben hatten.
Turnil war in den vergangenen Jahren ziemlich fleißig gewesen. Mittlerweile hatte er seine eigenen Spitzel im Trupp, namens Salwas und Loki. Die Beiden verstanden ihr Handwerk besonders gut und hatten das Talent, sich bei den anderen Rekruten beliebt zu machen. Ihre Aufgabe war es, so viel wie möglich zu erfahren und potenzielle neue Möchtegernanführer frühzeitig zu melden, damit man sich darum kümmern konnte. Natürlich vertraute Turnil ihnen nicht, beide waren auch aufeinander angesetzt. Falls einer von ihnen auf die Idee kommen sollte, sich Turnils Posten an den Nagel zu reißen. So spannte Turnil sein Netz aus Untergebenen und Spitzeln immer weiter.
Er hatte jemanden in der Küche, den er bezahlt, damit seine Gruppe besseres Essen bekam, egal welchen Stand sie in der Hierarchie Morgerias hatten. Ein Ausbilder, der Turnil Einzelunterricht gab und die Wachen vor der Tür des Schlafzimmers, gehörten auch zu seinen Leuten. Eine notwendige Investition, da es sich mittlerweile zum Trend entwickelt hatte, da sich die einzelnen Schlafräume gegenseitig bekriegten. Der Leiter der Ausbildungskaserne hatte keine Lust mehr sich das Gemeckere der Eltern anzuhören, dass ihre Investitionen während der Ausbildung umgebracht wurden. So wurde jeder Truppe, vor und in den Schlafgemächern, Wachen zugeteilt. Diese sollten ein Auge auf das Treiben der jungen Dunkelelfen werfen und gegebenen falls eingreifen, aber darauf achten, dass keiner getötet wurde! Das hatte am Anfang gut geklappt, aber Turnil brauchte nicht lange um die Bestechlichen zu erkennen und nutze das natürlich zu seinem Vorteil aus.

Heute stand Bogenschießen an der Tagesordnung, eine Disziplin die Turnil Melwasúl nicht so lag wie der Kampf mit dem Kurzschwert oder dem Dolch. Aber nur Übung machte den Meister und das war auch sein Ziel. Zusammen mit seinem Ausbilder Haldor betrat er den Übungsbereich. Diesmal standen keine Strohpuppen auf dem Platz, sondern Goblins in dicken Metalrüstungen und Schild. Turnil blickte Haldor mit hochgezogener Augenbraue an. „Was soll ich davon halten?“
„Ich dachte mir, es würde dir vielleicht mehr Spaß machen auf bewegte Ziele zu schießen.“ Dabei zeigte er auf einen Goblin, der wie von der Tarantel gestochen loslief. Auf Turnils Gesicht zeichnete sich ein Lächeln ab und schnell nahm er den Bogen, den ihn Haldor gab, in die Hand.
Der Tag ging durch diese Aktivität schnell vorbei und 15 verletzte und ein getöteter Goblin sprachen für sich, dass diese Übung ganz nach dem Geschmack des Dunkelelfen war. Haldor machte diese Art zu üben, im Laufe der Zeit, zum festen Bestandteil des Trainingsplanes von Turnil Melwasúl. Solange das Geld weiter floss, was ihm seine Eltern zur Verfügung stellten, konnte sich der Ruhige freuen, auf lebende Wesen zu schießen oder sie zu erschlagen.

Das Familienanwesen

64 Jahre war Turnil nun Alt, ein alter an dem manch ein Mensch schon seinem Lebensende entgegenblickte, doch bei Elfen verhielt sich dies ja zum Glück, bekannter Weise anders. Das Leben in der Kaserne hatte er nun endlich hinter sich gebracht. Er beherrschte das Kurzschwert sowie den Dolch in einer Form, dass es kein Gegner leicht mit ihm haben würde. Mit dem Bogen ist er nie so richtig warm geworden. Für manche Waffen brauchte man halt auch das Talent, aber die Jahre der Ausbildung hatten ihn trotzdem zu einem recht passablen Bogenschützen gemacht. Die Frage war nun, wo würden ihn seine Eltern jetzt hinschicken?
Seine Ausbildung sollte, wie er erfahren hatte, erst in 26 Jahren zu Ende sein und er war gespannt, was sich seine Familie für ihn ausgedacht hatte. Wie er beim Einzug in sein Elternhaus und dem ersten, richtigen Kennenlernen seiner Sippe, seit seiner Ausbildung erfahren hatte, war er kein Einzelkind mehr. Turnils Mutter hatte noch ein Mädchen und einen Sohn geboren. Es waren Zwillinge und sie kamen vor 25 Jahren zur Welt. Der Dunkelelf nahm diese Information eher gelangweilt hin, seine Geschwister würden keine Bedrohung für ihn darstellen und wenn sie sich doch als solch entpuppen würden, gab es immer noch Mittel und Wege sie zu beseitigen.
Lazarus sollte zu einem Jäger ausgebildet werden und war irgendwo in der Toten Ebene, seine Schwester Náriel bestritt die Wege der Alchemie. Den Nutzen für das Haus konnte Turnil nicht abstreiten, sollten seine beiden Geschwister ihre Ausbildung überleben, würde sich der Reichtum der Familie Melwasúl stetig vermehren. Sein möglicher Vater war mittlerweile getötet worden, von seiner Mutter. Sie konnte seine ständige Einmischung in ihre Pläne nicht mehr ertragen, zudem noch das Genörgel, dass sie so viel Geld für die Ausbildung Turnils verschwendete. Sie hatte ihn vergiften lassen und hielt sich seit dem einen Haufen von Bettsklaven, die sie jede Nacht verwöhnten. Es kümmerte den Elf wenig, dass sein Vater von seiner eigenen Mutter getötet worden war. Er kannte diese Person ja überhaupt nicht. Vor allem war es noch nicht mal klar, dass er wirklich sein Vater gewesen war, seine Mutter war in dieser Sache ja sowieso sehr freizügig, was ihre Bettgenossen betraf. Wahrscheinlich waren seine Geschwister auch nur Halbgeschwister. Als er sie gefragt hatte, wo er jetzt in die Lehre ging, hatte sie nur mit der Schulter gezuckt und ihn angegrinst: „Ich muss noch ein paar Sachen klären, aber es wird dir gefallen, wenn du immer noch daran spaß hast zu töten.“ Sie grinste dabei und auch Turnil musste dabei lächeln.
Er schlief in seinem neuen Zimmer, was er zum ersten Mal in seinem Leben erblickte. Dieses war mehr als nur prunkvoll ausgestattet, überall hingen Wandteppiche mit feinsten Stickereien, vergoldete Türgriffe, Skulpturen aus Marmor und sonst noch jeder Kram mit den sich Reiche befassten, wenn sie ein Haus einrichteten. Er hatte ein großes, schwarzes Bett, das in der Mitte des Raumes stand. Es war nicht mit dem zu vergleichen, das er in der Kaserne besessen hatte. In diesem konnte man bequem mit 10 Anderen schlafen und keiner würde sich berühren.
Ein überdimensionaler Kleiderschrank, war gefüllt mit prunkvoller Kleidung, die er noch nie getragen hatte, sowie einer grotesken Auswahl an Prunkwaffen, die er jetzt sein eigen nennen konnte. Nachdem er sich eine verzierte schwarze Lederrüstung übergezogen hatte und eine schwarze Klinge mit Diamanten im Griff an seiner Hüfte baumelte, verließ er sein neues Schlafgemach. Seine Mutter wollte beim Frühstück über seine weitere Ausbildung mit ihm sprechen.
Er schritt durch das riesige Anwesen, wobei ein Page ihm half, den richtigen Weg zu finden. Natürlich war der Page ein Sklave, ein Elf von irgendwo. Was kümmerte es Turnil, wie dieser Abschaum hieß und wo er herkam, das Einzige was man sagen konnte war, dass er gut aussah. Seine Mutter hatte keinen Hang zu irgendeinem Geschlecht, sie bevorzugte weder Männer noch Frauen, sie mussten einfach nur willig und attraktiv sein.
Das Anwesen der Melwasúl hatte hunderte von Zimmern und jedes war größer als die Schlafstätte in der Kaserne, in der er einen Großteil seines Lebens verbracht hatte. Überall wurde einem der Reichtum der Familie vor Augen geführt, Vitrinen mit Schmuck, Rüstungen, Skulpturen, Gemälde und vieles mehr, war überall vorzufinden. Das Interessante am Schnitt des Hauses war, dass jeder Flur zu einem anderen Bereich des Anwesens führte, indem seine Mutter wohnte. Man musste das Haus, um dies besser zu verstehen, von oben betrachten. Es hatte die Form eines umgedrehten V und in der Spitze, die ein Turm war, wohnte seine Mutter. Dieser Turm hatte fünf Etagen und hatte alles, was eine arme Witwe benötigte.

Der Turm von Silmarwen Melwasúl:


• Im Keller befand sich der Verbindungsgang zur Speisekammer im linken Flügel, hunderte von Kerzen beleuchteten diesen unterirdischen Weg.
• Im Erdgeschoss befand sich die Küche, in der das Essen für die Herrin Silmarwen Melwasúl sowie für ihre Kinder, aber auch für Gäste und natürlich den Bettgenossen der Dame sowie die üblichen Angestellten, zubereitet wurde. Die Sklaven bekamen den Rest der übrig blieb. Ausnahme bildeten hier die Sklaven für die Hatz, sie aßen nach einem speziell zusammengestellten Speiseplan.
• Die zweite Etage war der Gästeraum, hier schlug einem der Reichtum der Familie noch mehr ins Gesicht, als sonst irgendwo im Anwesen. Man wollte natürlich den Gästen vorführen, dass man so reich war, dass man sich eine eigene Scharr von Musikern, Akrobaten und Narren leisten konnte und dazu noch eine eigene Bar. Dieser Raum wirkte schon wie eine eigene kleine Taverne, mit seiner Bühne für Musiker, einigen Tischen und einem Tresen, an dem es immer genug zu trinken gab.
• Die dritte Etage bestand nur aus dem Audienzraum, hier empfing die Herrin ihre Gäste. Sie saß dabei auf einem Thron. Am Ende des Raumes, überragte den Thron nur eine riesige Statur, die den Gott Faldor darstellt.
• In der vierten Etage befand sich der „Lustraum“ des Oberhauptes der Familie Melwasúl. Egal welche sexuellen Gelüste sie hatte, hier konnte sie diese ungestört ausüben. Von Folter bis zur Gruppenorgie war genug Platz und genügend Utensilien vorhanden.
• In der fünften und letzten Etage lag das Schlafgemach des Oberhauptes. Silmarwen hatte hier ein gigantisches Bett, ein eigenes Bad und so viel an Kleidern und Schmuck zu Auswahl, dass sie jeden Tag im Jahr etwas anderes anhaben konnte und trotzdem kein Kleidungsstück doppelt trug. Außerdem gab es hier einen kleinen Speisesaal, in dem die engere Familie gemeinsam speisen konnte.


Der rechte Flügel:

• Der Keller dieses Flügels war die Speisekammer des Anwesens. Hier reihten sich sämtliche Nahrungsmittel aneinander. Jeder Feinschmecker würde hier etwas Passendes finden. Hunderte von Regalen stehen hier dicht nebeneinander, zum Bersten gefüllt, mit Säcken voller Korn und Obst. Das Fleisch hing extra in einem Raum der wesentlich Kühler war, damit die Ware länger hielt. Natürlich gab es dann noch einen Raum für Getränke, wo man fast jeden erlesenen Wein Celcias finden konnte.
• In der ersten Etage waren die Unterkünfte für die Sklaven, es gab einzelne Räume mit Käfigen für die Neuankömmlinge und einen großen Schlafraum für die Alteingesessenen.
• Die zweite Etage beherbergte die Sklaven, die für „die große Hatz“ vorgesehen waren. Besser gestellt als die anderen Sklaven, hatten soe eigene Betten und ein Bad. Es gabt auch einen Übungsraum wo sie sich fit machen konnten, für die Treibjagd. Die Herrin verkaufte gerne einige von ihnen an andere Häuser, da ihre Hatz-Sklaven dafür bekannt waren keine zu leichte Beute zu sein.
• Die dritte Etage waren für die Wachen und einfachen Angestellten des Hauses, hier hatte jeder sein eigenes Zimmer. Auch hier gab es ein Bad, das sich aber alle teilen mussten.

Der linke Flügel:

• Im Keller befand sich der Folterraum. Hier konnte man munter seine Gefangenen quälen und masskrieren und niemand wurde durch deren Geschrei gestört.
• Die erste Etage beherbergte ebenfalls ein eigenes großes Bad, sowie einen Übungsraum mit genug Platz, um sich im Zweikampf zu erproben. Dann gab es noch einen Raum, in dem ein Labor eingerichtet war, dort konnte man munter Tränke und Gifte mischen.
• Die zweite Etage gwährte die Räume für die zukünftigen Enkelkinder von Silmarwen Melwasúl - momentan stehen sie noch leer. Früher waren hier die Verwandten ihres verblichenen Mannes untergebracht. Was mit ihnen geschehen war wusste Turnil nich, denn darüber schweigt das Haus.
• In der letzten Etage waren die Kinder in ihren Germächern einlogiert, darunter auch der Raum von Turnil Melwasúl. Dieser ist der Größte von allen und ist auch gleich der Erste, wenn man den Flügel betritt. Nur er verfügte über ein eigenes Bad neben seinem Zimmer, was wohl seinen Platz in der Hierarchie der Familie darstellen sollte. Dahinter foltgen die Zimmer seiner Geschwister und der zukünftigen. Anscheinend plante seine Mutter noch einen regen Zuwachs. Angrenzend gab es auch einen größeren Speisesaal, mit einem 20 Meter langen Tisch und genügend Stühlen für noch viele weitere Geschwister. Der Platz an der Spitze war der von Turnil. Seine Mutter gesellte sich nie zu dieser Runde.

Natürlich fragte man sich auch, woher der ganze Reichtum der Familie kam. Schließlich lebt man nicht nur vom Erbe allein. Auch Turnil hatte sich dies gefragt und schnell Antworten bekommen.
Sein angeblicher Vater hatte damals ein funktionierendes Netz aus Jägern in der Toten Ebene, die das Haus mit seltenen Kräutern oder Sklaven versorgten. Diese wurden dann weiterverkauft. Einige Sklaven hatte man natürlich auch für die Hatz zurück gehalten und vorher erst einmal trainiert, ehe man sie vor der großen Feier verscherbelte. Seine Mutter hatte dieses Geschäftsfeld nach dem Tod ihres Mannes übernommen und weiter ausgebaut. Sie selbst handelte vor dem tragischen Ableben ihres Mannes mit Informationen und verkaufte diese an Höchstbietende. Wer genau ihre Spitzel waren ließ sich schwer feststellen, auch für den begabten Turnil.

Ein interessantes Frühstück

Mittlerweile befand sich Turnil im Turm seiner Mutter. Der Geruch von Geschlechtsverkehr hing an ihr, wie manch einer Parfüm benutzte. Sie befanden sich in ihren eigenen Speisesaal, hier stand ein Tisch, an dem außer seine Mutter und ihm, fünf weitere Platz haben konnten. Der Rest des Raumes war mit dem üblichen Schnickschnack dekoriert und ein vergoldeter Kronleuchter hing über der Mitte des Tisches. Seine Mutter saß an der Spitze des Tisches, mit dem Rücken zu Wand. „Setzt dich Turnil, wir haben einiges zu bereden!“
Sein Blick viel über das reichliche Essen, was auf dem Tisch platziert worden war, es gab ein komplettes Schwein, dem noch ein Apfel in der Schnauze steckte. Einige seltsame Fische, die der Dunkelelf noch nie gesehen hatte und etliches Obst komplettierten das Angebot. Der älteste Sohn nahm sich einen Apfel, setzte sich rechts neben seine Mutter und biss lautstark ab.
„Die Äpfel sind aus Jorsan, ziemlich teuer aber wir können es uns ja leisten.“ Dabei lächelte sie und befüllte ihren Teller. „Du wirst ab heute von einem Assassinen unterrichtet! Er wird dich in seine Künste einweisen! Es war nicht einfach, ihn für uns oder besser gesagt für dich, zu gewinnen.“ Der Sohn legte den Apfel beiseite. „Ein hübscher Einfall Mutter! Ihr hattet recht, diese Lehre wird mir gefallen, wo finde ich ihn?“ Silmarwen nahm erst ein paar Happen von ihrem Teller, bevor sie antwortete. „Er wird dich im Übungsraum erwarten!“ Dabei machte sie eine zum Gehen auffordernde Geste. Turnil kam dieser Anweisung auch sofort nach und als er schon bei der Tür war, erhob seine Mutter noch einmal das Wort. „Ich brauche nicht zu erwähnen, dass du mich nicht enttäuschen solltest.“ Der Dunkelelf stand mit dem Rücken zu ihr und betrachtete sie nur aus dem Augenwinkel heraus. „Ich werde nicht enden wie dein Gemahl!“ Ohne ein weiteres Wort verließ er den Raum und machte sich auf den Weg zu seinem neuen Lehrmeister.
Seine Mutter indes lachte über den Kommentar ihres Sohns. Sie war eine attraktive Dunkelelfin. Ihre Haut sowie ihr Haar waren so schwarz wie das Fell eines Pumas und ihre dunkelblauen Augen, die einen anstarten, wirkten wie der Blick eines gefräßigen Raubtieres. Silmarwen hatte wollüstige Lippen die einen fast zwangen sie zu küssen. Ihr Gesicht hatte eher strenge Gesichtszüge, doch auch dies gab ihr etwas Geheimnisvolles. Sie war eine rech kleine Frau mit einer Körpergröße von 1,60 Meter. Doch dafür hatte ihr Körperbau an alle stellen die richtigen Proportionen bekommen. Man konnte, wenn man in ihr Dekolleté starrte, schon leicht verstehen, warum sie ihre Kinder nicht stillen wollte. Warum sollte man solch perfekte Rundungen für ein Balg eventuell gefährden?!
Eine ihrer Lustbereiter betrat gerade den Raum, ein Hüne von einem Elf, der eine staatliche Körpergröße hatte und einen Körper der keine Frauwünsche offen lies. Er trug nichts und stand mit verschränkten Armen vor ihr. „Es ist Zeit.“ Er ähnelte den Typischen Nachtelf, nur war er dafür eigentlich zu muskulös.
Ein Lächeln zeichnete sich auf ihren und seinem Gesicht ab und der dunkel Grauhäutige mit dem silbernen Haar und den grauen Augen stieß das Essen mit einer Handbewegung vom Tisch und nahm Silmarwen Melwasúl genau dort.

Der Assassine

Es war das erste Mal im Leben des Dunkelelfen, dass er sich in der 1. Etage des linken Flügel aufhielt. Es war sowieso alles neu für ihn, da er sich ja erst seit einem Tag und einer Nacht im Haus seiner Eltern bewusst befand. Seine Schritte wurden von dem langen, purpurnen Teppich verschluckt. Im Bad, was sich weiter hinten befand, konnte man das Wasser plätschern höheren - nur im Übungsraum herrschte Stille. Turnil blieb mit Absicht vor der großen Doppeltür stehen, die den Weg zum Übungsraum verschlossen hielt. Er drückte sein linkes Ohr gegen das Holz und versuchte etwas zu hören, ein Räuspern, Gähnen oder sonst irgendetwas, was darauf schließen lies, dass sich jemand in dem Raum befand - nichts. Das Einzige was er an Geräuschen vernahm, war seine eigene Atmung. Entweder war dort niemand oder dieser Mann wusste, wie man sich ungehört bewegte.
Turnil drückte die goldene Klinke nach unten und betrat den Raum, er sondierte zielsuchend die Umgebung, doch fand er nichts, außer ein paar Übungswaffen in den dazugehörigen Ständern, zwei Strohpuppen und einigen Zielscheiben. Der Raum war riesig, doch gab es wiederum keinen Gegenstand, wo man sich ungesehen verstecken konnte. Turnil ging tiefer in den Raum hinein, er wurde das Gefühl nicht los, dass er beobachtet wurde. Wo konnte sich diese Person nur verstecken? Die Decke - schoss es ihm sofort in den Kopf. Als er nach oben blickte und die Umgebung betrachtete, fand er aber wieder nichts, außer den tanzenden Schatten, die durch die Kerzenhalter entstanden. Als er auf einmal ein Tippen auf der linken Schulter spürte, glitt seine Hand sofort zum Schwert. Seine Finger wollten sich um den Griff schließen, doch da war nichts. Verwirrt blickte er zu der stelle, wo sein Schwert sein sollte.
„Du bist tot!“ ,erklang eine tiefe dunkle Stimme, die gut zu einem Dämon passen könnte. Der Dunkelelf blickte in die Richtung, aus der die Stimme kam, er stand direkt hinter ihm. Eine Gestalt komplett in Schwarz gehüllt, das Gesicht hinter einer schwarzen Maske verborgen, die ein absurdes Grinsen zutage brachte. Der Rand dieser Maske war verschnörkelt und hatte einen bronzenen Ton. In den Händen hielt sie Turnils Schwert. „Du solltest besser auf deine Umgebung achten, ich habe dich schon gehört, bevor du an der Tür gelauscht hast.“ Der Maskierte gab ihm das Schwert zurück. „Dein Verdacht war richtig, dass ich mich nur an der Decke verstecken konnte, nur kam dir dieser Einfall zu spät.
Komm, lass uns tanzen!“
Der Vermummte zog einen Krummsäbel wie aus dem Nichts und machte den ersten Hieb. Dies war ein Tanz, den der Dunkelelf beherrschte und den er einen Großteil seines, noch jungen, Lebens getanzt hatte. Sofort parierte er den ersten Hieb seines Gegners, dessen Klinge glitt an der von Turnil ab. Der junge Mann probierte mit seiner Rechten zuzuschlagen, als die Klinge seines Gegners nach unten rutschte und das Gesicht des Verhüllten sich neigte. Doch der Schlag traf nur die Luft, der Maskierte hatte den Schlag kommen sehen und sich nach hinten geworfen und eine Rückwärtsrolle vollführt - danach stand er wieder auf den Beinen. Schnell schloss Turnil die Lücke mit zwei Schritten und attackierte den Mann mit einem Schlag auf Kopfhöhe, doch war dies eine Finte und ein Fußfeger folgte. Wieder erkannte sein Gegner den Trick und sprang einfach in die Höhe, als Turnils Fuß kurz davor war, dessen Beine zu treffen. Noch in der Luft zog der Verhüllte sein Bein nach vorne und traf den Dunkelelfen hart gegen die Brust. Dieser stolperte durch die Kraft des Aufpralls ein paar Schritte nach hinten. Sein Gegner schloss, wie zuvor Turnil, die Lücke zwischen ihnen und ließ eine wahre Häufung von Schlägen auf ihn nieder. Links, rechts, oben, unten, der Dunkelelf hatte mächtig zu tun, die Angriffe abzuwehren. Gegen jemanden wie ihn hatte er noch nie gekämpft. Er wusste schon vorher wie Turnil angreifen wollte, bevor er sich selbst seines Angriffes bewusst war.
Es verginge eine viertel Stunde, bis es Turnil gelang, durch einem geschickten Konter, seinen Gegner zu treffen. Dieser ließ sein Schwert wieder verschwinden, nachdem seine Maske einen Treffer abbekommen hatte.
„Nicht schlecht, es hat schon lang niemand mehr geschafft, mich zu berühren. Du hast die Prüfung bestanden, ich werde dich unterrichten!“
Auf dem Gesicht von Turnil Melwasúl bildete sich ein Lächeln.

Ein schwieriger Auftrag

Mittlerweile waren 16 Jahre vergangen, Turnil hatte neben dem täglichen Training, was er mit seinem Lehrer absolvierte, noch genug zu tun, um bei den Intrigen seiner Mutter mitzuhelfen. Seit gut fünf Jahren planten sie einen Überfall auf eine andere Adelsfamilie oder besser gesagt die Vernichtung dieses Hauses, durch Verrat und Mord. Also das tägliche Brot für einem Dunkelelfen. Natürlich musste man auch darauf achten, dass man nicht selbst ins Visier geriet. Doch heute hatte er eine andere Aufgabe, seine Schwester hatte ihre Ausbildung abgeschlossen und sollte in die Sicherheit der Familie gebracht werden. Es gefiel dem Dunkelelfen zwar nicht, jemanden aus seiner Familie in der Nähe seiner Mutter zu sehen, aber sie brauchten Náriel für ihre Pläne. Außerdem würde sich bald auch sein Bruder, in den kommenden Monaten, zu ihnen gesellen. Seine Mutter hatte in der Zwischenzeit noch zwei Kinder bekommen, diesmal waren es zwei Mädchen. Finduilas ist die Ältere von Beiden. Sie ist mittlerweile 14 und befindet sich in der Lehre zur Waffenschmiedin. Welch absurde Idee seiner Mutter, eine Frau für solch einen Beruf auszuwählen. Doch konnte der Sohn seine Mutter wenigsten davon überzeugen, das Finduilas bei Kasan lernte. Dieser war mittlerweile ein guter Geschäftspartner von Turnil.
Lessien, die Jüngste war 12 Jahre alt, sie würde später eine Spionin werden. Seine Mutter hatte sich abermals dazu von Turnil überreden lassen. Wer der Vater dieser beiden Mädchen war, brauchte man den Dunkelelfen nicht fragen. Seine Mutter hatte so viele Liebhaber, dass die potenziellen Väter schwer zu ermitteln waren.
Turnil befand sich gerade auf dem Weg zu seiner kleinen Schwester Náriel. Die Stadt war ihm mittlerweile so vertraut wie sein Gesicht. Der Maskierte hatte ihn öfters hier, in der Nacht, trainiert und ihm die dunklen Künste der Assassinenmagie beigebracht. Wie viele Morde er für ihn schon absolviert hatte, konnte er nicht mehr zählen. In Morgeria gab es immer genug Aufträge, um jemanden zu beseitigen. An einen Mord konnte er sich gerade sehr gut erinnern, als er über den Markt ging.
Sein Ziel war ein Händler gewesen, ein gewisser Loran Dunkel. Er war ein Dunkelelf Mischling, kam von außerhalb Morgerias und bot seine Waren, aus anderen Ländern, zu unglaublich billigen Preisen an. Dass die meisten anderen Händler da nicht mithalten konnten, lag auf dem Tisch. Warum er sich dies hingegen leisten konnte, war unklar, doch seine Konkurrenten wollten ihn tot sehen. Das Problem an der Sache war, er wurde Tag und Nacht von 20 Orks bewacht und ließ immer jemanden vorkosten, wenn er eine Speise zu sich nahm. Zudem hatte er gefühlt Hunderte von Gegengiften dabei, für den Fall der Fälle. Eines musste Turnil dem nun toten Händler lassen, gut vorbereitet hatte er sich, bevor er die Stadt der Dunkelelfen betreten hatte. Doch hatte dies ihm auch nicht geholfen, weiter zu leben.
Der frisch ausgebildete Auftragsmörder hatte ihn einen Monat lang beobachtet; wann er etwas zu sich nahm, in welchem Intervall er seinen Vorkoster wechselte, wie lange er schlief, welche Freunde er hatte und viele weitere Informationen. Am Schluss war Turnil klar das er weder dessen Freunde, noch seine Vorkoster bestechen konnte. Vergiften kam auch nicht in Frage, geschweige denn ein offener Mord - dafür hatte er einfach zu viele Wachen. Turnil brauchte eine ganze weile, bis er auf die richtige Idee kam.
Zuerst benötigte er eine Prostituierte, er wusste auch schon was für eine, Loran hatte da so gewisse Vorlieben, dazu noch ein paar Orks und einige Goblins. Nachdem seine Vorbereitungen abgeschlossen waren, war die Nacht gekommen, in der er zuschlug. Sein Lehrmeister beobachtete das Vorgehen seines Schülers, war dieser Auftrag doch etwas Besonderes.

Loran lief wie immer zu dieser späten Stunde über den Markt, denn eigentlich wollte er ins Gasthaus des „Herres“. Seine 20 Mann starke Orktruppe umgab ihn wie eine Traube, als sein Blick in eine Seitengasse viel.
Dort stand eine Frau, hatte sie wirklich...? Loran musste sich erst einmal die Augen reiben, bevor er noch einen Blick wagte. Oh ja! Sie hatte wirklich nur einen Arm und war eine Zwergin. Nach ihrer Kleidung zu urteilen, war ist sie leicht zu haben. Der Händler schüttelte energisch seinen Kopf und wendete den Blick ab. Nein ich kann nicht in diese dunkle Gasse gehen, das könnte zu meinem Tod führen, egal wie schön sie ist.
Er wollte gerade weitergehen, als 15 Goblins um seine Orks ausschwärmten und sie mit Unrat bewarfen. Einer war sogar so dreist und schlüpfte durch die Truppe. Dieser riss Loran den Goldbeutel vom Gürtel und lief davon.
„Verdammt das sind meine Tageseinahmen, schnappt ihn euch!!!“
Die anderen Goblins begannen auch gerade wegzulaufen, als der Taschendieb das Weite suchte. Fünf seiner Wächter wollten hinterher rennen, als der Erste von ihnen gegen einen anderen Ork lief, der definitiv nicht zu seiner Wache gehörte. Sofort entstand ein Streit und die Goblins waren vergessen. Loran konnte nur teilnahmslos dastehen, als auf einmal wie plötzlich ein Handgemenge losging. Schnell waren die Waffen gezogen und ein Gemetzel entstand. Der Händler brauchte nicht lange, um eine Entscheidung zu fällen und lief los. Ob es ein Instinkt war, der in dazu veranlasste, in die Seitengasse zu laufen, wo vorher die Zwergin stand oder einfach nur purer Zufall, das wusste er nicht. Doch ganz sicher wollte er so viel Land zwischen sich und den sich bekämpfenden Orks bekommen wie möglich. Zum Gasthaus war es letztendlich auch nicht mehr so weit, wenn er diesen Weg weiterfolgte.
So schnell ihn seine Füße trugen rannte er die Seitengasse entlang, der Kampflärm wurde immer leiser. Loran wollte sich schon selber auf die Schulter klopfen, dass er es heil aus diesem Schlamassel geschafft hatte, als ein markerschütternder Schmerz in seiner Bauchregion entstand. Sein Blick ging nach unten und eine verdunkelte Klinge ragte über seinem Bauchnabel aus dem Körper, Blut tropfte von ihr, sein Blut! Seine Beine wurden wackelig und er drohte auf den Boden zu fallen, als zwei Hände ihn sachte auf das Kopfsteinpflaster Morgerias hinabgleiten ließen. Seine Augen erblickten noch eine Gestalt mit einer Maske und einer schwarzen Robe, bevor sie sich für immer schlossen.

Die Schwester

Ein schwarzes Gebäude ragte vor Turnil Melwasúl auf. Ein Schild, das an einer Stange befestigt war, wehte im Wind über der Tür. Auf dem war ein rauchendes Gefäß abgebildet und aus dem Rauch bildete sich ein Totenschädel. Das war also das Lehrhaus seiner Schwester Náriel Melwasúl. Ein schäbiges Gebäude, wenn man es mit der Kaserne verglich, in der der Dunkelelf aufgewachsen war. Die Fassade war vom Dreck der Stadt stark verfärbt und die Fenster waren wohl auch das letzte Mal vor 50 Jahren sauber gemacht worden. Turnil fuhr mit dem Zeigefinger an einem Schaufenster des Geschäftes entlang. Die Schmutzschicht, die sich auf seinem Zeigefinger befand, bestätigte ihn nur in seiner Vermutung. Er ging durch die Eingangstür und betrat den Empfangsbereich.
Im Inneren des Gebäudes war es genauso dreckig wie draußen, dazu gesellte sich noch ein widerlicher Geruch von verbrannten Haaren, Erbrochenem und etwas das Turnil nicht einordnen konnte. Seine Nasenflügel zuckten jedes Mal, wenn er einatmen musste. Wenn er könnte, hätte er das Luftholen unterbrochen. Sein Blick suchte die Umgebung ab.
Der Empfangsbereich war eher spärlich eingerichtet. Eine dunkle Sitzgelegenheit sollte Besucher wohl zum Hinsetzten einladen. Doch Turnil würde hier bestimmt nichts anfassen, geschweige denn sich hier irgendwo hinsetzten. Ein paar alte Bilder hingen an der Wand und stellten irgendwelche Dunkelelfen dar, die dem Elfen unbekannt waren. An einer Art Verkaufstand, erblickte er einen Herrn. Anscheinend hatte dieser Turnil nicht gesehen oder wollte ihn nicht sehen. Er war viel zu sehr damit beschäftigt irgendwelche Beutel, die auf dem Tresen lagen, zu zählen und die Anzahl mit der auf seinem Zettel zu vergleichen. Hinter ihm standen einige Regale mit seltsam zu betrachtenden Gefäßen. Die Farben der Flüssigkeiten variierten und es war schwer zu sagen, ob irgendeine Farbe dominierte. Der Dunkelelf ging zielstrebig auf den Mann zu, der anscheinend ein Mensch war. Das er ein Angestellter sein sollte bezweifelte er, wohl eher ein Sklave. „Náriel Melwasúl soll sich unverzüglich zu mir bewegen!“ , befahl er dem Menschen, ohne ihn einen weiteren Blick zu widmen, er war nur Abschaum. Dieser zuckte zusammen als Turnil ihn ansprach und ließ einen der Beutel auf den Boden fallen. Dieser war gefüllt mit irgendwelchen Kügelchen, die sich sofort verteilten.
„Entschuldigt… Ja Meister! Ich werde sie holen!“ Dieser hagere Mann mit seinem Affengesicht und den zerlumpten Kleidern rannte sofort zu einer Tür, die sich links von ihm befand. Turnil hörte noch das Tippeln seiner Füße als der Sklave sich schon in der nächsten Etage über ihm befand. Während er alleine war, sprang der Dunkelelf über den Tresen und betrachtete die Gefäße im Regal genauer. Das Meiste was er fand, waren irgendwelche Gifte. Es gab aber auch Tränke, die seine Opfer erstarren ließen oder sie ins Vergessen hüllten. Als er wieder ein eilige Schritte über sich hörte, sprang der Dunkelelf wieder zurück und stellte sich so hin, als hätte er sich nie von der Stelle bewegt. Der Sklave kam ziemlich abgehetzt in den Verkaufsraum und wendete sich an Turnil. „Entschuldigt, dass Ihr warten musstet! Fräulein Melwasúl ist gleich da!“ Ein kurzes Nicken von dem Auftragsmörder in spe und der Sklave nahm wieder seinen üblichen Platz ein. Es dauerte auch nicht lange und eine junge Elfin öffnete die Tür, durch die zuvor der Sklave geschritten war. Sie war das komplette Ebenbild ihrer gemeinsamen Mutter, nur das die Kraft der Jugend noch nicht erloschen war. Náriel unterschied sich nur in zwei Sachen und zwar hatte sie die gleiche graue Hautfarbe und grauen Augen wie Turnil, sie mussten also den gleichen Erzeuger haben.
„Endlich lernen wir uns kennen, Bruder!“ Der Dunkelelf musterte noch einmal seine Schwester. „In diesen Aufzug willst du vor unsere Mutter treten?!“ Er zupfte dabei an ihrem vor Dreck strotzendem Gewand, das an eine Klosterschülerin erinnerte. „Wir werden dir ein neues Gewand holen!“ Er ging zur Tür, öffnete sie und seine Schwester drängte sich sogleich vor ihn, um als Erste durch die Tür zu schreiten. Mit erhobenem Haupt schritt sie an ihm vorbei und ließ dabei mehr als auffällig ihre Hüfte schwingen. Turnil warf die Tür hinter sich ins Schloss und holte seine Schwester schnell ein, die schon ein paar Schritte zum Markt vorausgegangen war.
Die Beiden wechselten kein Wort miteinander, bis sie bei einen Schneider angekommen waren. Turnil erzählte diesem kurz, was er für seine Schwester vorgesehen hatte und ließ die Beiden dann zurück. Er wollte sich noch ein Paar Sachen auf dem Markt anschauen.
Er streifte einige Zeit an den Marktständen entlang, fand dabei aber wenig Nützliches. Er bemerkte aber aus dem Augenwinkel, wie seine Schwester in ihrer neuen Kleidung, den Laden verließ. Die Kleidung war hauteng, was der Fantasie nicht wirklich viel Platz mehr bot. Das Korsett ließ deutliche Einblicke in ihren Ausschnitt zu, dazu trug sie noch eine schwarze Lederhose. Der Dunkelelf musste kurz anzüglich lächeln, bevor er auf Náriel zu ging.
„Das sieht doch besser aus! So kannst du unserer Mutter unter die Augen treten.“ Sie blickte ihn skeptisch an, „Und was ist jetzt an der Kleidung besser, außer das sie mir die Luft abschnürt?“
Der Elf fing an zu lachen. „Wie grün bist du eigentlich noch hinter deinen hübschen Ohren? Täuschung ist alles! Wenn dich jemand angreifen sollte, wäre er von deinen prallen Eutern lange genug abgelenkt, damit du ihm deinen Dolch zwischen die geirenden Augen rammen kannst.“ Seine Schwester blickte ihn mehr als angewidert an. „Mit welchem Dolch denn? Und du solltest besser nicht auf meine Oberweite starren!“ Wieder einmal musste der ältere Bruder lachen. Er nahm einen Dolch, der in einer prunkvollen Scheide steckte und drückte diesen so gut es ging in ihren Ausschnitt. „Mit diesem und du solltest mir nicht drohen. Es kann sonst sein, dass du schneller vergewaltigt wirst als dir lieb ist, Schwester!" Dabei leckte er sich über die Lippen. Dies sollte auch, für diesen Tag, das letzte Gespräch zwischen den Beiden gewesen sein.

Geschwisterliebe

Náriel wohnte nun mittlerweile seit fünf Jahren im Anwesen der Melwasúls. Ihr Zwillingsbruder war in der Zwischenzeit auch in das Anwesen eingezogen, doch sah man ihn so gut wie nie. Er war aber derjenige, der Turnil ein wirklich praktisches Geschenk überreichte und somit ein Stück in der Gunst des ältesten Sohnes stieg.

Lazarus war wie üblich längere Zeit auf Jagd gewesen, aber seine neuesten Trophäen waren wirklich vielversprechend.
Für seine Mutter hatte er zwei besonders schöne Bettsklaven gefunden. Für seine Schwester hatte er ein paar tödliche Kräuter mitgebracht, die man nur sehr selten in der toten Ebene fand und für Turnil gab es ein neues Reittier. Dafür wurde extra eine eigene Stallung im Hof des Anwesens gebaut. Als diese fertig war, wurde dem Dunkelelf sein neues Haustier vorgeführt. Lazarus öffnete die Tür, die zum Hof führte. Sein Bruder ähnelte seiner Schwester, sowie Turnil selbst. Er besaß auch die graue Hautfarbe und die gleiche Augenfärbung. Nur, überragte er seinen älteren Bruder um einen ganzen Kopf und besaß deutlich mehr Muskelmasse. Seine Haarfarbe glich reinstem Silber. Dieser Elf hatte es wahrscheinlich nicht schwer, dass sich Frauen in sein Bett verliefen. Die Beiden folgten dem Pfad, der zu dem Stall von Turnils neuem Reittier führte. Vereinzelte Bäume säumten den Weg, der Hof war an sich übersichtlich und bot nicht viel Platz für Verstecke. Das Grundstück wurde durch eine riesige Mauer von den Anderen abgegrenzt.
Der neue Stall wurde aus massivem Stein erbaut und es gab auch keine Fenster, die Einblick erlaubten. Ein großes Doppeltor, das vier Meter hoch und drei Meter breit war, trennte die Außenwelt von dem, was sich hinter der Tür befand ab. Es verwunderte den ältesten Sohn schon, dass zwei Orkwachen vor dem Tor platziert wurden. Entweder war das Geschenk so wertvoll, dass es extra bewacht werden musste oder zu gefährlich. Die Hand von Turnil glitt wie von allein zu seinem Schwertgriff, man konnte nie wissen, was sich hinter diese Tür befand.
Ohne großes Tam Tam öffneten die Orks das Tor und als Turnil sein Geschenk erblickte, wollte etwas in ihm ein Schritt zurückweichen, aber er durfte keine Schwäche zeigen. Im Stall gab es noch zusätzlich eine massive Tür aus Stahlrohren. Das Wesen, was dort auf- und abging, hatte nichts mehr mit einem gemeinen Wolf gemeinsam.
„Ein Warg, der König unter den Wölfen und das perfekte Reittier für den ältesten Sohn des Hauses Melwasúl!"
Turnil blickte skeptisch zu seinem Bruder. Du willst also auch meinen Tod, na diesen Gefallen werde ich dir nicht tun. Dachte er sich noch dabei, bevor er antwortete. „Ich danke dir! Ich werde mit Freuden auf ihm reiten, natürlich sobald er gezähmt ist!“
Anscheinend gefiel Lazarus die Antwort seines Bruders nicht, wie man am Zucken seines linken Augenlids erkennen konnte. „Dann lasse ich dich alleine mit deinem neuen Gefährten.“ Das war Turnil ganz recht und so konnte er sich den Orkwachen widmen, als sein Bruder gegangen war. „Ist schon jemand auf ihm geritten?“ Dabei deutete er zu dem zwei Meter hohen und drei Meter langen Warg, mit den gelb glühenden Augen und zwei Hörnen wie bei einem Stier. „Nein Herr… zu wild!“ Turnil lächelte in Richtung des Tieres, das wild in seinem Käfig auf und abging. „Mein Bruder wird sich in seinen harten Arsch beißen, wenn ich auf dir reiten werde“. Ob ihn das Tier verstand, war Turnil einerlei. Er hatte jetzt eine weitere Beschäftigung, neben den vielen anderen Tätigkeiten. Zuerst würde er einen Goblin Warg-Züchter organisieren und mit ihm gemeinsam, diese Bestie zähmen.

Der Ork und der Harlekin

Turnil Melwasúl hatte nun ein Alter von 90 Jahren erreicht und seine Ausbildung bei den Assassinen vor fünf Tagen beendet. Der Mann, dessen Identität er bis heute nicht erfahren hatte, war von einem Tag auf den anderen verschwunden. Er hatte seine schwarze Robe, sowie die Maske liegen gelassen, aber er konnte dem Dunkelelfen in seinen Augen, auch nichts mehr beibringen. Der Warg wurde langsam handzahm, wenn man dem Gerede eines Goblin glauben schenken konnte. Schließlich war sein letzter Ritt mit Pestilenz, so nannte Turnil ihn, nicht gerade all zu erfolgreich gewesen. Zwar probierte der Warg nicht mehr ihn zu fressen, doch war er immer noch nicht ganz davon überzeugt, als Reittier gehalten zu werden. Doch davon ließ sich der Meuchelmörder nicht abschrecken, irgendwann würde auch dieser Trotz überwunden sein.
Heute galt sein Interesse aber einer privaten Absicherung, die er aus der Kaserne abholen würde. Sein ehemaliger Spitzel Loki, war mittlerweile Hauptmann und kümmerte sich auch um die Ausbildung von Orks. Es sollte dort Einen geben, der seine Ausbildung in der Kaserne abgeschlossen hatte und perfekt für die Zwecke Turnils geeignet war. Zwar hatte dieser Kauf einiges an Bestechungsgelder an Loki gekostet, doch sollte sich seine Investition lohnen.
Melwasúl befand sich gerade auf dem Übungsplatz, als Loki auf ihn zuging, mit einem Ork der seinen Verwandten alle Ehre machte. Er überragte Turnil um gut einen Kopf und hatte somit eine ungefähre Körpergröße von gut zwei Metern. Also genauso hoch wie die Schulterhöhe seines baldigen Reittieres. Fett suchte man an diesem Ork vergebens, da es kein Platz mehr an dessen Körper gab außer für Muskeln. Die Haut hatte eine gräuliche Färbung anscheinend ein kleiner Scherz von seinem rattengesichtigen Freund Loki. Dazu trug er eine Rüstung, die zum größten Teil aus Leder bestand und mit Metallplatten bestückt war. Aus dem Mund ragten zwei mächtige Hauer und die schwarzen Augen schienen nie das Ziel zu verlieren. Als die Beiden vor dem Auftragsmörder standen, erhob Turnil das Wort. „Wie nennt man dich?“
„Rramghat Rthoam!“ Dies sagte er mit einer donnernden Stimme, die vor Stolz nur so strotzte. „Gut, wenn du für mich arbeitest wirst du Ram heißen!" Der Ork nickte und der Dunkelelf wendete sich wieder Loki zu. „Du hast mich nicht enttäuscht Loki, dafür sollst du auch deinen Lohn erhalten. Begleitest du uns noch in die Taverne?“
Sein rattengesichtiger Freund rieb sich kurz die Hände, bevor er einwilligte und sie zum Gasthaus des „Herres“ begleitete. Die Drei tranken noch eine Weile, bis Loki sich verabschiedete, weil er noch etwas in der Kaserne zu erledigen hatte. Nun war es an der Zeit, den neuen Ork Leibwächter zu testen.
„Ram, ich will wissen, ob ich dir vertrauen kann. Töte Loki und du wirst ein wohlhabendes Leben führen, als mein Leibwächter. Wenn du versagst, stirbst du!“
Das musste man dem Ork wohl nicht zweimal sagen, Ram erhob sich und folgte seinem ehemaligen Ausbilder. Nach einer Stunde kam er wieder und überreichte Turnil eine abgetrennte Hand. Der Dunkelelf sah die Tätowierung und wusste, dass dieses Körperteil früher seinem lebendigen Spitzel Loki gehörte. War er doch der Einzige der einen roten Skorpion auf seinem schwarzen Handrücken hatte.
Turnil lächelte und verließ mit seinem neuen Wächter das Gasthaus. Auf den Rückweg fanden die Beiden einen kleinwüchsigen Menschen in einem Harlekinkostüm. Das Interessante an ihm war, dass er die Leute nicht zum Lachen brachte, die sich um ihn versammelten, sonder zum Weinen oder sogar, dass sie vor ihm wegrannten. Des Dunkelelfen Interesse wurde geweckt. Er wartete, bis die Show des kleinen Mannes vorbei war und wollte von diesen wissen, wie seine Kunst hieß. Als dieser meinte, dass es Graue Schelmenmagie wäre, die darauf abzielte seinen Gegenüber zu demütigen, wollte Turnil diese Magie unbedingt in sein Repertoire aufnehmen. Also heuerte er den kleinen Mann für ein paar Monate an, um von diese die Grundlage dieser Magie beigebracht zu bekommen, solange dieser in der Stadt war.

Der Krieg

Der Krieg hatte mittlerweile Einzug auf Celcia gefunden. In Morgeria waren die Straßen leerer als sonst. Die ersten Erfolge der dunklen Armee zeichneten sich ab und viele Dunkelelfen aus den reichen Häusern hatten sich den Kämpfen angeschlossen. Turnil selbst hielt dies nicht für nötig, jedenfalls noch nicht. Er selbst hatte jetzt die 100 Jahre erreicht, sein Warg war ausgebildet und gehorchte dem Dunkelelf aufs Wort. Der Goblin hatte gute Arbeit geleistet und an seinem letzten Arbeitstag ein vortreffliches Futter für Pestilenz abgegeben. Der Warg hatte sich sehr gefreut über dieses besondere Futter, denn der Goblin hatte diesem über die Jahre übel zugesetzt. Während dessen Domestizierung hatte der kleine grüne Mann ihn mit glühenden Stäben verletzt oder ausgepeitscht. Dabei hatte er natürlich immer Verstärkung von zwei Orks gehabt, die das Reittier mit Ketten unter Kontrolle hielten. Turnil hingegen hatte sich bei dieser Folterung immer zurück gehalten und somit gesorgt, dass der Warg nur Positives mit ihm verknüpfte. Denn er war die Hand, die das Futter brachte. Die vor Angst weit geöffneten Augen des Goblin würde der Auftragsmörder wohl nie vergessen, genauso wenig wie seinen Todesschrei. Einfach zu amüsant!
Die Grundkenntnisse der grauen Schelmenmagie hatte Turnil von dem kleinen Narren gelernt, bevor dieser wieder die Stadt verlassen hatte. Seine Geschwister gierten immer noch nach dem Platz des ältesten Sohnes. Doch sollte heute nicht der Tag sein, an dem sie sich Turnil Melwasúls entledigen würden. Heute ging es darum, ein anderes Adelshaus in den Ruin zu treiben. All die Jahre der Planung waren nun vorbei und der Tag zum Zuschlagen war gekommen.


Tierischer Begleiter:

Pestilenz ist ein Warg aus der Toten Ebene und wurde Turnil von seinem Bruder Lazarus geschenkt. Nachdem er gezähmt wurde, ist er seinem Reiter hörig und akzeptiert nur diesen. Keiner sollte sich zu nah an seinem Maul befinden, denn es kann schnell passieren, dass Pestilenz sich sonst flink einen großen Happen abbeißt.

Bild
Inventar:

Geld

0D, 0L, 100F

Ausrüstung:

mittelschwere Dunkelelfenrüstung
schwarze Kutte + Maske
Assassinenarmband + Dolch
Kurzschwert
ein weiterer, versteckter Dolch[/block]