Jaromir Sagewind

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Jaromir Sagewind

Beitrag von Jaromir Sagewind » Donnerstag 20. Mai 2010, 15:41

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Ansems Zweitcharaker

Name: Jaromir Sagewind


Rasse: Mensch (Zyraner)


Alter: 26 Jahre

Geschlecht: Männlich

Beruf: Lichtmagier

Heimat: Sein fester Wohnsitz befindet sich in Zyranus. Er reist jedoch auch sehr gerne.

Gesinnung:
Neutral mit Hang zum Guten. Er wurde sehr liebevoll von seiner Mutter groß gezogen, was wohl der Grundstein seiner Gesinnung war. Das Helfersyndrom in ihm fügt den neutralen Part bei, da er sich in der Rolle als Helfer jedem verpflichtet fühlt.

Magie:
Jaromir ist ein Lichtmagier. Er beherrscht sein Handwerk überdurchschnittlich.

Sprachen:
Melongiar, Garmisch

Religion/Glaube:
Er würde es nicht zugeben in irgendeiner Form religiös zu sein, aber er betet oft zu Lysanthor. Sei es um in dunklen Stunden seinen Mut zurück zu erlangen oder um die heilende Wirkung seiner Heilzauber zu stärken.

Aussehen:
Jaromir gehört mit seinen 1,82 m zu den eher durchschnittlich großen Zyranern. Er hat Schulter langes, dunkelbraunes Haar das sich an den Spitzen leicht zu locken beginnt. Es wirkt generell recht gepflegt und auch sein Bart trägt letzten Endes dazu bei, dass er meist einen guten Eindruck hinterlässt.
Seine braunen Augen spiegeln seine Gutmütigkeit wider und scheinen bei anderen etwas Warmes aus zu strahlen. Er ist recht dünn und aufgrund dessen verzichtet er außerhalb der Akademie meistens auf das Tragen der üblichen Robe (weiß mit goldenen Stickereien auf Ärmeln und Saum).
Er bevorzugt meist einen gut sitzenden „Hosenanzug“, bestehend aus einer weißen Samthose, einem weißen Seidenhemd und einer goldenen Brokatweste. Darüber trägt er einen weißen Umhang der reichlich mit goldenen Stickereien verziert ist, unter denen sich auch eine Hand befindet über der eine Sonne schwebt. Die Innenseite des Umhanges ist mit grünem Samt ausgekleidet.
Auf eine Kopfbedeckung verzichtet er gerne, solang es die gesellschaftlichen Umstände zulassen. Ansonsten trägt er einen schlichten weißen Spitzhut.
Befindet er sich auf Reisen, so kleidet er sich wesentlich schlichter. In den dunklen Zeiten in denen sie jetzt lebten war es wahrscheinlich besser nicht so auf zu fallen. Deswegen zieht er es vor mit einem gewöhnlichen weißen Leinenhemd und einer beige Leinenhose unterwegs zu sein. Seinen Mantel trägt er lediglich auf links, sodas die grüne Seite zu sehen ist. Seinen Geldbeutel trägt er immer an seinem Gürtel, welchen er auf jeden Kleidungsstil mit einbindet.

Persönlichkeit:
Jaromir ist ein guter Redner, sehr extrovertiert und freundlich. Vor allem bei Frauen kommt er mit seiner charmanten Art immer wieder sehr gut an. Er lernt recht schnell und wenn einer seiner Zauber mal nicht so gut klappt, dann übt er ihn verbissen bis er endlich funktioniert. Er ist ein sehr gutmütiger Mensch, jedoch stellt sich in seltenen Fällen sein Ego über alles, was ihn bis jetzt davon abhielt sich jemals auf eine engere Beziehung mit einer Frau einzulassen. Er ist recht mutig was allerdings auch schnell in Leichtsinnigkeit ausartet, da er sich meist schnell selbst überschätzt. Noch dazu leidet er unter einem starken Helfersyndrom. Er hilft mit seinen Heilkräften auch denen, die es sich eigentlich nicht leisten können oder eventuell aus feindlichen Reihen kommen.

Stärken:
Seine Stärke liegt wie bei den meisten Zyranern in seiner Magie. Leichte Schnittverletzungen und Wunden stellen für ihn kein großes Problem dar, solang es sich um ein Menschenähnliches Wesen handelt. Mit seiner charmanten Art schafft er es oftmals die Leute für sich zu gewinnen. Er beherrscht einige Grundkenntnisse in der Verteidigung mit Lichtmagie. Es ist für ihn ein leichtes ein Schutzschild zu projizieren. Auch die Grundkenntnisse im Reiten sind ihm bekannt, da er oft mit seiner Familie in den Ferien die Großeltern besuchte und diese Pferde besaßen.

Schwächen:
Seine größte Stärke ist gleichzeitig auch eine seiner Schwächen. Was ihm in der Heilkunst leicht fällt, ist bei den Angriffszaubern etwas zurück geblieben. Im Normalfall schafft er es seinen Gegner zu blenden und dann die Flucht zu ergreifen. Jedoch vermag er es nur selten bewusst, jemanden mit seiner Magie zu verletzen, wahrscheinlich weil er es eigentlich auch gar nicht möchte. Sein vorlautes Mundwerk bringt ihn öfters mal in Schwierigkeiten. Es ist sogar schon öfters vorgekommen, dass er danach den ein oder anderen Zauber einstecken musste und nicht zu vergessen auch diverse Fausthiebe. Es fällt ihm sehr schwer seine Wunden selbst zu heilen, da er sich unter Schmerzen nicht gut konzentrieren kann. Im Grunde ist er eigentlich auf andere angewiesen, wenn es zu einem Kampf kommen sollte.

Fähigkeiten:
Lichtmagie: überdurchschnittlich
Reiten: rudimentär

Tierischer Begleiter:
Goliat, das Jorsanische Kaltblut, wird von ihm eigentlich nur zum Reisen genutzt. Er hat ein schwarz weiß geschecktes Fell und knapp 1,67 m groß.
Hat Goliat keine Lust zu laufen, so kommt es vor, dass seine Reisen in der Zwischenzeit etwas länger dauern. Die Beziehung der beiden konnte sich noch nicht richtig festigen. So gibt es ab und zu mal einige Meinungsverschiedenheiten und da Jaromir kein erprobter Reiter ist muss er trotz allem Goliat nachgeben und ihn wohl oder übel an der Hand führen.

Lebensgeschichte:
Jaromir ist der einzige Sohn und das zweite Kind von Jarisil und Kysira Sagewind. Sein Vater ist ein überaus begabter Naturmagier. Seine Mutter Kysira stammte aus einer reichen Händlerfamilie Pelgars, welche mit Pferden handelt. Sie lernte Jarisil auf einer der Handelsreisen kennen die sie mit ihrem Vater nach Zyranus angetreten hatte. Kysira verliebte sich sofort in Jarisil und auch ihm ging es nicht anders. Kysira kehrte nicht mit ihrem Vater zurück nach Pelgar. Sie blieb bei Jarisil, der damals gerade sein Magierstudium beendet hatte und sie kurze Zeit später heiratete.
Zwei Jahre später erblickte seine ältere Schwester Caya das Licht der Welt. Jaromir folgte wiederum zwei Jahre später. Seine Kindheit war eher ruhig und behütet. Als er das vierte Lebensjahr erreicht hatte, verbrachte er die Zeit damit, lesen und schreiben zu lernen. Seine Mutter brachte ihm, mit lesen und schreiben, ihm damit auch gleich Garmisch bei. Sie war der Meinung, dass es für die Kinder nur nützlich sein könnte, mehrere Sprachen sprechen zu können. Ein Junge aus der Nachbarschaft nahm auch am Unterricht teil. Sein Name war Hajo und er war Jaromirs bester Freund. Hajo war später im Stall seiner Mutter angestellt. Sie verbrachten auch die Freizeit oft miteinander und spielten meistens seiner älteren Schwester und deren Freundinnen kleine Streiche. Hajo war sehr geübt im Umgang mit einer kleinen Schleuder und so machten die beiden Jungen sich meistens einen Spaß daraus, sich irgendwo versteckt zu halten und die Mädchen mit kleinen Steinen zu beschießen. Das endete fast immer damit, dass er sich eine Moralpredigt bei seinem Vater anhören musste. Jaromir war bis zu dem antritt seiner Schulzeit recht frech und vorlaut, was er auch später noch beibehielt. Mit knapp sechs Jahren zeigte sich bei Jaromir die Begabung zur Lichtmagie. Dies blieb vorerst noch unbemerkt. Jedes mal wenn er beim spielen mit anderen Kindern auf der Straße einen Kratzer zugezogen hatte, genügte es dies mit Handauflegen wieder zu beheben oder zumindest eine Blutung zu stoppen.
Eines Nachts wachte er von einem Albtraum geplagt auf. Er war schweißnass in seinem Bett hoch geschreckt und blickte im Dunklen umher. Seine Mutter hatte ihm mal erzählt, dass es gegen Angst in der Dunkelheit helfen würde an etwas schönes zu denken. Das Einzige was ihm eingefallen war, war Licht. Im Hellen sah alles anders aus und viel schöner. Tatsächlich schaffte er es eine Glühwürmchen große Lichtkugel herauf zu beschwören. Er war jedoch erst einmal so erschrocken, dass die Konzentration sofort unzureichend wurde um das Glühwürmchen aufrecht zu erhalten. Aber so erschrocken wie er erst war, so rasch packte ihn auch der Eifer und so saß er Nacht für Nacht auf seinem Bett und übte fleißig daran ein paar Lichtkugeln zu beschwören.
Als er dies schon gut genug beherrschte, zeigte er sein Können auch seinem Freund Hajo, dem natürlich immer wieder etwas dazu einfiel. Er schlug ihm vor, dass er seiner Schwester wenn sie in den Ferien wieder zuhause war, sie besuchte mittlerweile schon die Magierakademie, Nachts mit einen Lichterschwarm überraschen sollte. Jaromir hielt es erst für eine witzige Idee, nur war seine Schwester eine Feuermagierin und es könnte für ihn ziemlich schmerzhaft werden.
Schon bald sollten die Ferien kommen. Caya und er sollten zusammen mit ihren Eltern die Großeltern in Pelgar besuchen. Aber erst sollte Caya erst ein mal ihren Eltern ihre neu erworbenen Fähigkeiten zeigen. Natürlich gelang ihr nicht direkt alles und ihre Handflächen waren regelmäßig verbrannt. Am Abend bevor sie aufbrechen sollten beschloss Jaromir seiner Schwester zu zeigen was er sich in letzter Zeit angeeignet hatte. Er klopfte zum ersten Mal an ihre Zimmertür und linste durch den Türspalt. Sie ließ einen tiefen Seufzer hören, bevor sie ihn hinein bat. Er schloss hinter sich die Türe und trat zu ihr hinüber. „Ich muss dir was zeigen.“, sagte er und schaute sie ernst an. „Wenn das jetzt wieder einer deiner kleinen Streiche ist...“, sagte sie tadelnd, doch er winkte nur ab und schüttelte den Kopf. „Nein, ich verspreche es dir.“, sagte er und dann zeigte er seiner Schwester die Horde Glühwürmchen, die er heraufbeschwören konnte.
„Gib mir mal deine Hände.“, sagte er und wartete geduldig darauf, dass seine Schwester die Hände ausstreckte. Sie hatte einige Brandblasen. „Bei mir klappt das immer.“, sagte er und legte seine rechte Hand auf ihre ausgestreckte linke. Er schloss die Augen konzentrierte sich kurz und schon ging es schief. Mit einem Mal zuckte er vor Schmerz zusammen. Ihm entfuhr sogar ein Aufschrei. Seine Schwester hingegen war begeistert. „Jaromir, wie hast du das gemacht?!“, fragte sie laut, während er in seine Hand starrte, auf der sich nun die dicken Brandblasen bildeten, die vorher auf der Hand seiner Schwester gewesen waren. Jaromir war den Tränen nahe und musste sich sehr zusammen reißen, dass er nicht anfing zu weinen. Diese Wunden konnte er nicht mehr heilen und bescherten ihn eine Schlaflose Nacht. Natürlich blieben auch seine Magischen Fähigkeiten seinen Eltern nicht verwehrt. So verkündete ihm sein Vater noch am gleichen Abend das er nach den Ferien auch die Magierschule besuchen werde.
In den Ferien bei seinen Großeltern saß er dann zum ersten Mal auf einem Pferd. Auf Wunsch seines Großvaters hin erlernte er die Grundkenntnisse des Reitens und bekam auch sehr viel von ihm über die Tiere beigebracht. Satteln, Trensen, putzen... „All das, was man wissen sollte, Junge.“, sagte er immer. Ganz wohl war ihm nicht bei der Sache jedoch machte er es seinem Großvater zu liebe. Früher machten ihm Pferde aufgrund ihrer Größe etwas Angst, allerdings verging dies im Laufe der Zeit. Als sein Großvater auf dem Sterbebett lag, Jaromir war gerade 21 Jahre alt, wollte er von Jaromir wissen, wie er sich seine Zukunft vorstelle und ob er bei der Lichtmagie bleiben wollte oder in seinen Augen etwas Sinnvolles tun wollte. Jaromir stimmte es traurig, dass sein Großvater es nicht zu schätzen wusste, das er Kranken half und dies auch wolle. „Es tut mir leid, aber ich glaube, ich habe mich schon entschieden. Ich helfe Kranken wieder gesund zu werden, Großvater... und es ist für mich einfach das schönste, wenn jemand die Klinik verlässt und wieder lachen kann. Ich kann einfach nicht so sein, wie du es gerne hättest. Es tut mir leid. Ich bin jedoch dankbar dafür, was du mich in all der Zeit, die wir zusammen verbrachten gelehrt hast und werde dies auch zu nutzen wissen.“, sagte Jaromir und schritt zum Fenster, um hinab auf die dunkle Straße zu blicken „Ich hab immer gewollt, dass du irgendwann meinen Betrieb leiten würdest, doch du scheinst dich nicht dafür entschieden zu haben. Ich akzeptiere das, mein Junge. Deine Mutter wird den Betrieb vorerst leiten. Aber ich möchte dir ein Geschenk machen. Vielleicht entscheidest du dich irgendwann dazu, den Betrieb zu übernehmen. Meine Lieblingsstute hat vor kurzem einen kleinen Sohn zur Welt gebracht. Sein Name ist Goliat, ich möchte, dass du ihn bekommst und dich gut um ihn kümmerst. Er ist ein Jorsanisches Kaltblut. Ich bin mir sicher, dass er dich überall hin tragen wird, ohne dich fallen zu lassen, Junge.“, sagte der sterbende Alte und deutete mit einem Klopfen auf das Bettlacken, dass Jaromir sich zu ihm setzen sollte. Jaromir tat, wie ihm geheißen und der Großvater bat ihn noch, seine Hand zu halten, bis es endgültig vorbei war. Stillschweigend saß er neben dem Bett seines Großvaters und betete zu Lysanthor. Als er seinen letzten Atemzug getan hatte, stand er auf, erwies ihm die letzte Ehre und verließ den Raum, vor dem schon seine Familie gewartet hatte. Seine Eltern beschlossen in Pelgar zu bleiben, um den Betrieb des Großvaters zu führen. Sie überließen das Haus in Zyranus ihren beiden Kindern.
In der Schulzeit war er eher einer der Strebsameren. Um sein Ziel zu erreichen, ein guter Lichtmagier zu werden, verbringt er die meiste Zeit damit, seine Nase in Bücher zu stecken und sich in der Universitätsklinik seine praktischen Fähigkeiten anzueignen. Richtige Freundschaften schloss er in der Schule eigentlich nicht. Es gab dort lediglich Leute, mit denen er sich gut verstand und jeden Tag zu tun hatte, weil sie im gleichen Jahrgang waren. Wo immer Jaromir mit Frauen zu tun hatte, versuchte er sich mit kleinen Tricks in den Vordergrund zu spielen. Meistens benutzte er dafür die Glühwürmchen – Methode und hatte damit sogar Erfolg.
Ansonsten blieb er eigentlich lieber für sich. Nur einmal war es anders gewesen. Als er morgens auf dem Weg zum Hörsaal in der Klinik unterwegs war, fiel ihm ein junges Mädchen auf. Sie saß auf einer Bank im morgendlichen Nebel und las in einem Buch. Sie machte einen recht traurigen Eindruck auf ihn. Da er aber schon spät dran war konnte er sich unmöglich gerade jetzt darum Gedanken machen. Tags darauf saß sie wieder dort und las in ihrem Buch. Sollte er sie vielleicht ansprechen? Er fand sie recht hübsch, doch wie es der Zufall so wollte, tauchte einer seiner Mitschüler auf und sprach ihn an, bevor er sich entschließen konnte sie anzusprechen. Vielleicht morgen? Am nächsten Morgen stand er etwas früher auf, zog sich an und machte sich auf den Weg zur Klinik. Schon wieder saß sie da im Nebel. Sie sah so traurig aus. Er beschloss ihr ein kleines Licht zu schenken, bis die Sonne über die Dächer scheinen würde, beschwor eine Faustgroße Lichtkugel und ließ sie zu ihr hinüber schweben. Sie schaute verdutzt auf und lächelte ihn milde, aber dankend an. Gerade, als er zu ihr hinüber gehen wollte, tauchten wieder ein paar seiner Mitschüler auf und stießen ihn weiter. Am nächsten morgen war die Bank leer und auch die Tage darauf. Wahrscheinlich hatte sie einen anderen Ort zum Lesen ausgesucht. So fiel Jaromir wieder in den täglichen Trott des Lernens. In der Akademie kursierten einige Gerüchte über die Rollen der Magiearten und darüber, dass man in Aufzeichnungen über deren Verbleib spekulierte. Jaromir, dem langsam, aber sicher das Studium und das ewige Leben in der Akademie auf die Nerven ging, träumte insgeheim davon, sich auf die Suche nach der Schrifftrolle des Lichtes zu machen. Aber ihm fehlten die Aufzeichnungen und so mir nichts dir nichts würde er sie nicht erlangen können. Außerdem beherrschte er nicht viele Angriffszauber und ihm fehlten die Verbündeten. Er verwarf den Gedanken jedoch nie so richtig.
An einem Nachmittag war er auf dem Weg zur Bibliothek. Das Sonnenlicht fiel durch die verstaubten Fenster der Bibliothek und alles war recht ruhig. Die meisten hatten ihre Bücher ausgeliehen und lernten draußen in der Sonne oder auf ihren Zimmern. Jaromir schritt durch die Regalreihen der Bibliothek, suchte nach einigen Anatomiebüchern und ein paar über Heilungsmethoden mit Lichtmagie. Mit einem Stapel Büchern bepackt, wanderte er nun durch die schmale Gasse zwischen den Regalreihen und bemerkte dabei etwas belustigt, wie eine junge, recht klein wirkende Magierin versuchte, ein Buch aus einer der oberen Regalreihen zu nehmen. Auf Zehenspitzen stehend versuchte sie das Buch zu erreichen. Jaromir hielt sie für eine Magierin aus den Mittelstufen, aber so wie er nun mal war ging er zu ihr hinüber und griff ohne zu fragen über sie hinweg nach dem Buch. Sie ließ sich zurück auf die Fersen fallen und sah in Jaromirs lächelndes Gesicht. „Hier bitte. Ich konnte mir das irgendwie nicht mit ansehen.“, sagte er kess und gab ihr das Buch. Dann erst fiel ihm auf, dass sie viel älter war, als er anfangs gedacht hatte. Sie konnte nicht viel jünger sein, als er es war und irgendwie bereute er es dass er sie so angesprochen hatte. „Danke, aber ich hätte das auch ohne deine Hilfe geschafft.“,sagte sie und in dem Moment fiel ihr das Buch aus der Hand und sie schnitt sich an einer der Seiten. Vielleicht bereue ich es doch nicht, dachte er sich, denn er empfand sie als ziemlich zickig. „So ein Mist.“, sagte sie dann und steckte sich den Finger in den Mund. „Ja, kleine Sünden bestrafen die Götter eben sofort.“, sagte er und sah sie mit sarkastischer Miene an. Sie nahm den Finger aus dem Mund und schaute sich die Schnittwunde an, die jetzt wieder begann zu bluten. „Aber sie vergeben auch sehr schnell.“, sagte er dann und wischte mit einer Handbewegung die Schnittverletzung an ihrem Finger weg. Sie schaute ihn mit ihren Bernsteinfarbenen Augen verlegen an, bis sie sich plötzlich verlegen zur Seite weg drehte. Ihre Haare waren hellbraun und einige Strähnen waren über ihre Schulter gefallen. Die rote Robe einer Feuermagierin machte sie nicht weniger attraktiv in seinen Augen. „Ich setze mich dann mal, wenn du noch mal Hilfe brauchen solltest, weil du ja so kurz bist, darfst du mich gerne fragen.“, sagte er lächelnd und schritt an ihr vorbei. Dann setzte er sich mit dem Rücken zum Fenster an den noch einzig freien Tisch. Offenbar waren die anderen Kurse nun auch vorbei und es wurde etwas voller. Er schlug eines der Bücher auf, die er eben aus dem Regal gezogen hatte. Es handelte von der Anatomie des Pferdes. Jaromir war im glauben, dass es die Beziehung zu Goliat vielleicht etwas aufbessern könnte, wenn er ihn bei kleinen Verletzungen heilen könnte. Auf der anderen Seite plagten ihn jedoch Zweifel daran. Der dumme Gaul würde sich mit Sicherheit nie mit ihm anfreunden. Dennoch schmökerte er in dem Buch und versuchte sich den Aufbau der Knochen von Pferden einzuprägen. Er hatte nicht bemerkt, dass sich die Feuermagierin von eben ihm gegenüber gesetzt hatte. Erst als er aufblickte, um etwas auswendig auf zusagen, bemerkte er sie überrascht. Aber bevor er sie ansprechen wollte, sagte er sich noch einige male das gelernte vor. „Vorderfußwurzel, Vordermittelfuß, Fesselkopf, Fessel...“, sagte er und schaute zu ihr hinüber, ohne das er sie eigentlich wirklich ansah. Nach kurzer Zeit blickte sie auf und schaute ihn an. Als er das bemerkte, hielt er inne und starrte sie an. „Was ist?“, fragte er und legte den Kopf etwas schief mit einem fragenden Gesichtsausdruck. „Wofür brauchst du so etwas eigentlich?“, fragte sie ihn interessiert. Irgendwie fühlte er sich gerade ertappt. „Also... ich hab da ein Pferd vererbt bekommen, aber leider bin ich kein guter Reiter und mehr hier als Zuhause. Deswegen dachte ich mir, ich könnte ihn vielleicht, wenn wir irgendwann mal wieder unterwegs sind, einen Gefallen damit tun. Aber auf der anderen Seite bezweifele ich das ernsthaft. Beim letzten Mal kam ich tatsächlich drei Tage später an, als geplant, nur weil Goliat meinte das er nicht weiter laufen wolle oder nicht schneller als Schritt. Ich bin wahrscheinlich einfach nicht dafür gemacht, so etwas zu können.“, erzählte er. „Vielleicht kann ich dir ja dabei helfen. Ich habe auch ein Pferd und wir zwei verstehen uns super.“, sagte sie. „Na gut, wer weiß, vielleicht bringt es ja wirklich etwas und wann wollen wir uns treffen?“, fragte er. „Morgen Mittag?“, fragte sie. „Ja, das klingt gut. Ich habe morgen den ganzen Tag frei.“, sagte er und lehnte sich zurück in den Stuhl. Die beiden verbrachten bis zum Abendessen die Zeit in der Bibliothek, danach verabschiedete sich Jaromir von ihr. Jetzt hatte er doch glatt vergessen sich vorzustellen. Dann eben morgen, dachte er sich.

Inventar:
Geldbeutel mit 100 Fuchsmünzen


Jaromir startet:
Das Grasland > Die magische Stadt Zyranus > Wohnviertel in Zyranus > Auf dem Weg zu den Toren der Stadt
Zuletzt geändert von Jaromir Sagewind am Freitag 21. Mai 2010, 22:50, insgesamt 2-mal geändert.

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