Der geschändete Tempel

Der Wassertempel zu Ehren der Göttin Ventha. Seefahrer besuchen diesen Tempel vor ihrer Abfahrt aufs Meer und beten für Wind in den Segeln, bringen sogar Opfergaben wie Seesterne oder eine Schale Wasser.
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Thomas Mercer
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Re: Der geschändete Tempel

Beitrag von Thomas Mercer » Freitag 20. November 2015, 00:59

Thomas ahnte nicht, mit welchen finster-süssen Gedanken seine Herrin spielte, als er sich vor ihr in die Knie begeben und ihr das Zeichen seiner Unterwerfung gegeben hatte. Er spürte aber, dass die Geste etwas mit ihm machte. Er fühlte sich alles andere als unwohl zu Amandins Füsse und dies machte ihm irgendwie Angst. Weil es falsch war. Seine ganze pelgarische Moralvorstellung stand praktisch seinem Verhalten entgegen. Seine ganze Gefühlswelt stand kopf und dies verunsicherte ihn zutiefst. Wie konnte etwas, das so falsch und so gefährlich war, sich so schön anfühlen? Vermutlich war es das, was Amandin so gefährlich machte. Einen Sklaven mit roher Gewalt zu brechen war einfach und keine Kunst. Sie hingegen schien es sich zu ihrem persönlichen Genuss gemacht zu haben, den Geist ihrer Sklaven durch Verführung in ihren Besitz zu nehmen und Thomas schien sich dafür hervorragend zu eignen. Sie brauchte ihm nur die Stillung banaler menschlicher Bedürfnisse in Aussicht zu stellen, wie Sicherheit, Geborgenheit...Liebe. Ja, auch Dunkelelfen konnten lieben, doch hatte diese Liebe Dornen, wie Thomas vermutlich noch lernen musste. Er musste noch so vieles Lernen und Amandin würde es ihn Lehren. Er war ihr Meisterstück, ihr Rohdiamant. Die Frage war nur, was sie aus Thomas zu formen gedachte. Sollte er ein ähnliches Konstrukt werden wie Harker? Ein Mensch, der sich letztlich beinahe dunkelelfischer verhielt als die Dunkelelfen selbst? Oder wollte sie die Menschlichkeit in Thomas bewahren, ja sie gar unterstreichen und ihn sich ihr dennoch ganz zu Willen machen? Wie eine Katze, die man aufgrund ihrer Eigenheiten und ihres unverfälschten Charakters schätzte. Sklaven waren für die Dunkelelfen vermutlich wie Steine, in sich neutral. Manche Steine eigneten sich für spezifische Einsatzgebiete, andere waren vielfältig Einsetzbar und einige wenige waren so kostbar, dass man sie nur zu ganz besonderen Stücken verarbeitet. Die Palette der Werkzeuge, mit welcher dieser Stein bearbeitet werden würde, veränderte sich mit der Bestimmung des Steines. Gewöhnliches Mauerwerk bedurfte keiner sorgfältigen Behandlung sondern konnte relativ grob Behauen werden. Von dieser Art waren einfache Arbeitersklaven, die einfache körperliche Arbeiten verrichteten. Ihr Vorkommen war beinahe unerschöpflich und ihr Wert dadurch entsprechend gering. Alles was tragend oder an besonderen Stellen eingesetzt wurde, bedurfte schon viel mehr Aufmerksamkeit. Diese Sklaven verschlangen Zeit und Ressourcen. Man musste etwas in sie investieren, damit sie ihre Wirkung entfalten konnten und entsprechend bedurften sie eines bedachteren Einsatzes der Werkzeugpalette. Nur mit roher Gewalt konnte man dieser Sklavenkategorie nicht begegnen, weil der Verschleiss zu gross werden würde und ein Mangel an Ersatz bestand. Dies waren Sklaven mit besonderen Berufen, Fähigkeiten oder Fachkenntnissen, die anderen fehlten. Tja und dann, dann war da noch der Luxusstein. Rares Material, dass mit Bedacht ausgewählt und in welches viel Zeit investiert werden musste. Er ist es, der dem Bau letztlich die Seele verleiht, der die Blicke auf sich zieht. Amandin hielt den arglosen Thomas für einen solchen Luxusstein und sie schien offenbar bereit sehr vieles in ihn zu investieren. Was jedoch aus ihm werden sollte, dies wusste offenbar nur sie selbst. Der Luxusstein verzieh keine Fehler. Ein falscher Hieb und er verlor seine Makellosigkeit. Nur wahre Meister wagten sich an solche Steine und Amandin war zweifellos eine Meisterin ihrer Kunst.

Ihr Luxusstein verging aktuell beinahe vor Lust und begann sich nervös abzulenken, indem er sich seinen Bart kraulte oder sich über seinen Oberarm strich. Eine typische menschliche Verhaltensweise bei Stress. Offenbar entfaltete die Selbstliebkosung eine beruhigende Wirkung auf die Psyche des Menschen. Thomas ahnte nicht, dass er seine Herrin damit verärgerte und provozierte. Wie sollte er auch? Er war ein Gefäss, gefühlt mit Moralvorstellungen und Werten, die in der Welt der Dunkelelfen kaum einen Platz hatten. Amandin würde viel Zeit damit verbringen müssen jene Anteile die ihr Missfielen vorsichtig daraus zu entfernen und stattdessen diejenigen Elemente, die ihr wichtig waren einzufügen. Zwar lag es durchaus in ihrer Macht ihn für Dinge zu massregeln, die er gar nicht wissenkonnte, doch welchen Sinn machte das und welchen Preis würde sie dafür bezahlen?

Die menschliche Psyche war um einiges fragiler als jene der Dunkelelfen. Durch ihr kurzes Leben hatten Menschen wenig Zeit für falsche Entscheidungen und Irrwege. Bei den Dunkelelfen schliffen sich solche Phasen mit der Zeit einfach aus und prägten den Charakter weniger stark. Bei einem Menschen hingegen zählte jedes einzelne Jahr. Thomas hatte in der für dunkelelfen lächerlich kurzen Zeit schon einiges an Anpassung geleistet. Er hatte sich seinem Schicksal gefügt und ordnete sich brav unter. Ein Umstand, an dem viele seiner Artgenossen bereits scheiterten. Ausserdem besass der Sklave Tugenden, die es Amandin leichter machte, ihr Werk zu formen. Thomas war aufrichtig, neugierig, wissbegierig, ehrlich, ein schlechter Lügner, talentiert, schüchtern, gefügig und doch auch ehrgeizig, mutig und ausdauernd.

Auch seine Konstitution war ein nicht zu unterschätzender Faktor. Thomas war zumindest physisch in der Lage auch den einen oder anderen Fehlschlag und die entsprechende Bestrafung durchzustehen. Was eine solche Aktion jedoch mit seiner Psyche anrichten würde, dies war schwer einzuschätzen. Es gab Sklaven, die danach nur noch unterwürfiger waren, aber auch solche die daran zerbrachen und sich von der Welt abkapselten. Die Beziehung zwischen Amandin und Thomas stand erst am Anfang ihrer Entwicklung und beide mussten sie sich eingestehen, dass sie vom jeweilig anderen nur wenig wussten. Sicherlich, Amandin war deutlich im Vorteil was die Datenbeschaffung betraft, doch wie sicher konnte sie sich sein, dass die Berichte von dunkelefischen Schreiblingen auch dem entsprach, was Thomas wirklich an Verhalten zeigte. Wie viel der Kommentare basierte letztlich einfach auf der Zuordnung der Schreiber in ihr eigenes Wertsystem? Nicht nur Thomas war neugierig, auch seine Herrin schien lernen zu wollen. Sie wollte die Menschen verstehen, um sie sich besser zu beherrschen zu können. Die Menschen waren Nutztiere, der richtige Umgang mit ihnen erhöhte ihre Effektivität.
Amandin kannte auch Thomas grösste Schwächen. Sie wusste um seine Familie. Ein Trumpf, den sie bereits ausgespielt hatte. Alleine schon indem sie ihm verständlich gemacht hatte, dass sie um seine Familie und deren Aufenthalt wusste, hatte sie ihn in der Hand. Die Frage war letztlich, ob sie es ertragen konnte, dass es Personen in Thomas Leben gab, die er liebte. Aber wenn sie ihm die Familie einfach entriss und zerstörte, würde er sich wohl kaum mehr auf sie einlassen.
Sie hatte seine Aufmerksamkeit wieder, als sie sich zurück zu ihrem Thron begab. "Das ist nicht ganz richtig. Nicht jeder hat sein eigenes Zeichen bekommen." Der Sklave runzelte irritiert die Stirn, doch dann wurde er durch die Einblicke abgelenkt, die Amandins provokative Pose bot. Er errötete abermals. Menschen waren diesbezüglich so lächerlich leicht zu lesen. Ihr Körper verriet sie ständig. Elfen hatten Zeit genug ihren eigenen Körper perfekt beherrschen zu lernen. Eine Kunst, die nur sehr wenige Menschen beherrschten und im Falle von Thomas hatte es für ihn in seinem bisherigen Leben einfach nie einen Grund gegeben, diese Fähigkeit zu erlernen. Er trug sein Herz auf seinen Lippen und seine Empfindungen liessen sich am Farbton seiner Gesichtshaut ablesen...

"Genauer haben jeweils die fünf Männer ein Zeichen der gleichen Art bekommen, die auch dem gleichen Beruf nachgehen. Nur jene die den Meistergrad tragen haben noch eine kleine zusätzliche Variante bekommen um ihren Stand und ihren Wert zu kennzeichnen." Er legte seinen Kopf schief und spürte wie es an seiner Stirn kribbelte. Das Blut war schon lange abgewaschen und das Zeichen verschwunden. Würden sie es jedes Mal neu auf die Stirn gestrichen bekommen, wenn sie die Baustelle betraten? Oder würde man es ihnen Eintätowieren? Einbrennen? Der Sklave schluckte leer.

"Ihr Meister Mercer, ihr habt das Zeichen "Stein" in seiner reinsten Form bekommen. Es bedeutet "Stein", oder auch "hartes Material" Sah man etwa gerade einen Ansatz eines verschmitzten Schmunzeln im Gesicht des Steinmetzmeisters? Tatsächlich war Thomas gerade eine ziemlich anzügliche Interpretation der Bezeichnung „hartes Material“ durch den Kopf gegangen und er fühlte sich von seiner Herrin sichtlich geschmeichelt, mit einem solchen Attribut ausgestattet worden zu sein. Thomas hatte sich also so seine Gedanken gemacht, auf welches Material sich die Härte genau bezogen haben mochte. Man musste nicht sonderlich kreativ sein, um Thomas schweinische Annahme rekonstruieren zu können. Tatsächlich machte dieser kurze Moment etwas mit ihm. Er fühlte sich geschmeichelt, streckte seinen Rücken und richtete seinen muskulösen Körper auf. Für einen Moment präsentierte er sich ihr wahrlich überraschend stolz für einen Sklaven. Das war nicht unbedingt eine schlechte Eigenschaft. Es gab Arbeitersklaven, da war es herzlich egal wie die sich präsentierten, aber Prachtexemplare, oder solche, die man zur Schau stellen wollte, sollten durchaus auch durch ein gewisses Selbstbewusstsein was hergeben. Thomas bewies gerade, dass diese Anlage zumindest in ihm vorhanden war. Er kooperierte zwar auffällig konsequent, aber er konnte durchaus auch etwas Ehrgeiz und Selbstbewusstsein an den Tag legen, wenn man dieses denn entsprechend förderte. Doch der Moment hielt nicht lange an, denn wieder stiess er sich an seinem eigenen Gewissen. Ein Familienvater, deren Familie sich in Gefangenschaft und möglicherweise exakt in der Gewalt der Frau vor ihm befand, sollte so nicht denken. Ein loyaler und treuer Freund eines Mithäftlings, der sich ihm und seiner Familie zu liebe unendlich zusammenriss, sollte sich nicht so verhalten. Ein Sklave sollte keine solchen Gefühle kennen. Es war falsch! Es war Sünde! Seine Mimik wurde wieder ernst und er spannte sich etwas an ab seiner eigenen inneren Schelte. Amandin hatte verspielte Züge in ihrem Sklaven geweckt, doch sie wurden sofort durch dessen eigenes Wertsystem wieder gezügelt. Er hatte noch viel zu lernen. Doch auch ihre weiteren Worte brachten den Ernst der allgemeinen Lage wieder deutlich zum Ausdruck. Das hier war kein Spiel. Er würde bald die Verantwortung über einen ganzen Trupp von Arbeitersklaven tragen. Er spürte wie es alles in ihm zusammenzog und sich ein heftiges Gewicht auf sein grosses Herz legte. Es war nicht so, dass er diese Arbeit nicht gewohnt war. Natürlich hatte ein Meister auf jeder Baustelle seine Arbeiter zu führen und zu unterweisen, doch noch nie war er in Gefangenschaft in eine solche Position geraten. Fehlentscheide konnten hier weit verheerendere Auswirkungen für den Arbeiter, aber auch für ihn haben. Er schluckte leer und er wandte seinen Blick kurz von seiner Herrin ab und beobachtete die seltsame Schale, die ihr da anerboten wurde. Er hob eine Augenbraue, als er die seltsamen Instrumente darin erkannte.
"Natürlich hat das Blut an sich in unserer Kultur auch eine besondere Bedeutung. Es ist ein Zeichen, dass ihr euer Werk zu seinen Ehren vollbringen könnt. Ihr alle seid somit Auserwählte diesen Tempel zu bauen." Er wusste nicht recht, was er darauf erwidern sollte. „Ihr ehrt uns.“ Brachte er unsicher heraus. Natürlich war das eine Ehre. Sakralbauten waren immer etwas besonders, für jede Kultur zu jeder Zeit. Die Erschaffung solcher Gebäude war also immer mit Ehren verbunden. Thomas wollte eigentlich noch etwas hinzufügen, weil er seine eigene Reaktion etwas dünn fand, doch dann wurde er durch das Schauspiel vor sich abgelenkt. Thomas blickte nervös von Nelsani zu Amandin auf und wieder zurück. Er schluckte leer und verlor erst jegliche Farbe im Gesicht, nur um dann umso röter zu werden. Seine Kehle fühlte sich plötzlich trocken an und er spürte das Ziehen in seinen Lenden nur umso energischer.

Thomas war sichtlich froh, als Amandin ihn erneut von seiner Starre löste und ihn zurück zum Tisch schickte. Er stiess sich dabei leicht mit der Hüfte am Tischecken an, weil er sich zu hastig umgedreht hatte. Reflexartig hob er die Hände, um die kostbaren Pläne zu schützen, doch nichts war passiert. Vorsichtig rollte er den Turmplan zusammen und betrachtete sich die darunterliegende Grundrisszeichnung. Prägte sich jede Linie ein. Vorsichtig griff er zu seinem frischerhaltenen Notitzbuch und machte davon eine Skizze, ausserdem hielt er die Masse fest.
„Die Bögen, die ihr in den Sand gezeichnet habt, sie könnten gut zu den Fenstern passen." Der Steinmetz nickte. Sie hatte Recht mit der Beschreibung des Baus. „Die Form ist anders, als alles was ich sonst gesehen habe...“ Hatte er hier einen Idealplan vor sich? Der noch kein existierendes Pendant kannte? War das ihr Plan? Hatte sie ihn deshalb unter den anderen Plänen versteckt?

"Seht ihr die nach innen gerichteten Strahlen der Sonne? Im Zentrum des Hauptraums steht der Altarstein und diese Grundform sollte erhalten bleiben, nur habe ich mir gedacht, dass die sternförmig angeordneten Nebenbauten nicht abgeschlossen sein sollten sondern offen einsichtig. Er runzelte die Stirn. Sie wollte Licht? Lichtdurchflutete Räume war im Grunde das Letzte, was er bei einem Faldortempel erwartet hätte. Aber was wusste er schon davon? Brav notierte er sich ihre Wünsche. Er musste erst lernen, wie der Faldorkult aussah. Er musste wissen, welche Funktion die einzelnen Räume hatten und wie die allgemeine Liturgie in den Tempeln aussah. Die Beschäftigung mit dem Bauplan half ihm sichtlich, sich von dem abzulenken, was sich in seinen Augenwinkeln darbot. Thomas war schon fast niedlich, wie er die pure Versuchung und Sünde versuchte zu ignorieren.

“Außerdem habe ich einen Wunsch, dessen Keim ihr selbst in meine Gedanken gepflanzt habt, Meister Mercer." Damit hatte sie seine Aufmerksamkeit zurück auf sich gelenkt und Thomas kam nicht darum herum sofort auf das Glühende Eisen zu starren, welches plötzlich zwischen Amadins Schenkel und Nelsanis Körper verschwand. Der Sklave zuckte erschrocken zusammen und wusste erst nicht, ob er eingreifen sollte oder nicht. „He..“ Brachte er heraus, es war ein abgehaktes „Herrin“. Er hatte sie tatsächlich warnen wollen, aber selbst gemerkt, wie sinnlos und deplatziert das ja eigentlich war. Sie befand sich schliesslich in keiner Gefahr. Sie wollte es so.
"Ich möchte, dass man mich sieht." Er starrte ihr entgegne, als ihre Lider kurz flackerten und der süsse Schmerz ihr Körper flutete. Er starrte auf die frische Narbe. Er hatte gedacht das seien religiöse Zeichen, irgendwelche Zauber vielleicht... dabei tapezierte sie sich mit Orgasmen? Das war in allen Massen irritierend und verstörend für Thomas. Man konnte es ihm nicht verübeln. Glauben und Sexualität waren im Lysanthorkult etwa so weit voneinander Entfernt wie die Sympathie zwischen den Königreichen Grandessa und Jorsan.

"Ich wünsche mir eine Statur, die in einem Alkoven gegenüber des Haupteingangs stehen soll. Ihr spracht von Obsidian, richtig? Hättet ihr noch mehr Ideen, oder wie man mich dort verewigen könnte?" Es war im Grunde seltsam, dass sie ihn mit der Höflichkeitsform ansprach, wo er doch ihr besitzt war. Der Sklave zögerte einen Moment, weil er das soeben Gesehene noch immer nicht fassen konnte, doch dann gab er sich einen Ruck. Dieser verdammte Obsidian! Das war nur so dahingesagt gewesen! „J..ja.. Herrin.“ Brachte er schliesslich hervor. „Aber es sind nur Ideenfragmente... ich...es ist noch gar nicht ausgereift.“ Er hatte Angst, die Idee könnte sie aufgrund ihrer Vagheit erzürnen oder ungeduldig stimmen. „Ich denke an eine Statue mit Euch und eurem Warg.“ Er kam etwas näher. „Der Warg soll dabei eure Wildheit, Wachsamkeit, Aufmerksamkeit und Stärke suggerieren. Ein stolzes Tier, ein edles Tier als Personifikation all eurer... archaischen Eigenschaften.“ So viel wusste Thomas bereits über die Dunkelelfen. Sie waren ein Volk, welches sich durch ihre Stärke definierte.

„Er ist in einer bewegten Pose als wollte er den Betrachter anspringen. Seine Mähne besteht aus Feuer“ Wie auch immer sie das Anstellen sollten. Vielleicht mit Gold? Oder Bronze? Oder echtem Feuer? „Seine Augen sind mit Rubinen besetzt. Er flankiert euch, die ihr da steht ein Abbild von Euch, aus dem edelsten dunklen Stein gehauen, der die Erde hergibt. Ihr trag das Gewand eurer Wahl, doch der Blick des Betrachters wird von der Mähne des Wargs über euer wunderbares Bein nach oben gelenkt. Ihr haltet den Warg bei der Mähne. Ich muss...ich muss euch eingehender Studieren, eure Bewegungsmuster kennen lernen um die richtigen Attribute in den Stein zu hauen. Als was wollt ihr euch verewigen Herrin? Welche eurer Eigenschaften sollen betont werden?“ Thomas war in seinem Element und wenn er Feuer und Flamme wurde, vergass er den Kontext, in dem er sich befand. Er wollte nur schon um den Stein willen, etwas grossartiges Schaffen. Er strebte Perfektion an, nicht unbedingt nur für sie, oder zur Wahrung seines eigenen Lebens, sondern auch für den Stein. So war er. Das war Mercer pur.

" ... Ihr seid meine erste Wahl was diese Aufgabe betrifft. Ihr seid zwei Steinmetzmeister und ich brauche zwei Meisterwerke in diesem Tempel. Zum einen wäre da der Altarstein und zum anderen mein eigenes in Stein geschlagenes Abbild.“ Er nickte, doch eigentlich war für ihn der Fall aus Handwerklicher Sicht schon klar. Ein Meisterstück brauchte die ganze Aufmerksamkeit des Meisters. Keiner konnte zwei gleichzeitig erstellen. Wenn er sich ganz auf den Altarstein und das Abbild konzentrieren könnte... ja, dann würde alles einen einheitlichen Stil ergeben und die beiden Elemente könnten miteinander korrespondieren. Er verlor sich völlig in seinen Gedanken.
„Für mich zählt einzig das Ergebnis."
Er merkte, dass mit diesem Satz etwas nicht stimmte und so holte ihn dieser auch aus seinen Gedanken und dann kreuzten sich ihre Blicke. Amandins sah ihn mit einer solchen Intensität an, dass ihm angst und bange wurde. Er erkannte, dass ihm irgendetwas Entscheidendes entgangen war. Unsicherheit machte sich in seinem Blick breit. Er ging die Gedanken nochmals durch. Er sollte sich ganz auf die Meisterstücke konzentrieren. Indem er ihr Abbild erschuf, würde er sich gänzlich in ihren Dienst stellen. Seine gesamte Aufmerksamkeit würde einzig und allein ihr gelten. Wollte sie Meisterwerke, oder wollte sie ihn an sich binden? Er wusste nicht was sie wollte, er wusste nur was er wollte.

Er wollte diese Statue erschaffen und weil das so war, erkannte er möglicherweise die ganze Tragweite und Dimension nicht richtig, die mit einer solchen Entscheidung verbunden war. „Meister Rasmussen und Meister Geison sind hervorragende Arbeiter. Ich werde mich bei der Planung des Tempels beteiligen und sie den Bau ausführen lassen. Diesem steht ohnehin traditionell der Architekt vor...“ Das klang beinahe belehrend und er fuhr schnell fort um diesen Worten nicht zu viel Raum zu geben. „Ich...ich werde mich persönlich um die beiden Meisterwerke kümmern.“ Tatsächlich hielt er sich letztlich für das grössere Genie als Rasmussen. Sie hatte ihn auf der handwerklichen Ebene herausgefordert und diese nahm er an. In Sachen Steinarbeit mangelte es ihm definitiv nicht an Selbstvertrauen. Er zweifelte keinen Moment daran, dass er nicht der Richtige für diese Aufgabe sein könnte. Wenn nicht er, wer dann? Doch dies war definitiv nicht die einzige Ebene... Die Arbeit an den Meisterwerken würde viel Zeit erfordern, die sie miteinander verbrachten. Zumindest wenn man den Anspruch ernstnahm. Perfektion brauchte Zeit. Perfektion brauchte eine Beziehung. Vertrauen. Unterwerfung. Aber auch Disput. Leidenschaft. Auseinandersetzung.

Sie beide waren gleichgesinnte, wenn es um Perfektion ging. Das war durchaus spürbar und etwas, was die beiden auf seltsame Weise miteinander verband. Doch reichte Amandin dies, oder wollte sie noch mehr?

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Re: Der geschändete Tempel

Beitrag von Erzähler » Montag 23. November 2015, 09:03

Mit jeder Regung die sein Körper verriet, mit jedem Blick, mit jeder Geste steigerte der Mann vor ihr ihre Vorfreude. Amandin las in ihm und fand auf jeder neuen Seite dieses aufregenden Buches das was sie wollte, das was sie erhoffte und das was sie von ihm erwartete. Dieser Mercer war wahlich ein Diamant und sie schätzte sich glücklich.
Als er plötzlich eine unverhoffte Regung von Stolz und Selbstachtung zu seiner Härte zeigte, konnte sie kaum noch an sich halten. Ihre scharfen Fingernägel gruben sich tief in das Fell über den Armlehnen. Sie zwang sich sitzten zu bleiben und genoss ihre eigene inner Ungeduld wie einen seltenen Wein. Wenn sie jetzt aufstehen würde und unter ihren Willen zwang, ihn so nahm wie er jetzt war und sie ihn so wie sie ihn jetzt wollte, würde sie ihn für immer zerstören. Seine Bereitschaft sich ihr hinzugeben "stand" aufrecht vor ihm und ihr Entzücken darüber wärmte ihren Schoß. Heute Nacht würde Nelsani an seiner Stelle statt bei ihr liegen und Amandin hatte nicht vor sanft zu sein. Ihr Blick wanderte unverhalten zu seiner Männlichkeit und begutachtete ihn prüfend. Ein wohlwollendes Schmunzeln legte sich auf ihre verführerischen Lippen die sich just genussvoll um die Rundung einer Traube legten. Ganz kurz spielte ihre Zunge ein gefährliches Spiel und dann verschwand die Köstlicheit. Amandin geizte nicht mit Anspielungen, das war nicht ihre Art; ob sie nun kulinarischer Natur waren oder durchaus direkt seine Poenzen in allen Bereichen auslotete, das Ergebniss blieb das gleiche. Meister Mercer spielte ihr Spiel mit, ob er die Regeln nun schon kannte oder nicht. All seine für sie wichtigen Eigenschaften waren vorhanden.
„J..ja.. Herrin.“
Brachte er schliesslich hervor und seine tiefe Stimme trug sie über die auslaufenden Wellen ihrer Lust.
„Aber es sind nur Ideenfragmente... ich...es ist noch gar nicht ausgereift.“
Er hatte Angst, klang so unsicher. Hatte sie ihn schockiert? Oh, sie hatte vor ihn noch viel mehr zu schockieren!
„Ich denke an eine Statue mit Euch und eurem Warg.“
Er kam etwas näher und Amandin leckte sich die Lippen.
"Der Warg soll dabei eure Wildheit, Wachsamkeit, Aufmerksamkeit und Stärke suggerieren. Ein stolzes Tier, ein edles Tier als Personifikation all eurer... archaischen Eigenschaften.“
Er wählte seine Worte gut und Amandin nickte auffordernd, dass er weiter sprechen sollte. Thomas war ein kluger Mann. Es würde Spass machen ihn zu lehren und von ihm zu lernen. Er war so sehr in seinem Element, dass sie seine Perfektion, seine Euphorie beinahe schmecken konnte.
„Er ist in einer bewegten Pose als wollte er den Betrachter anspringen. Seine Mähne besteht aus Feuer. Seine Augen sind mit Rubinen besetzt. Er flankiert euch, die ihr da steht ein Abbild von Euch, aus dem edelsten dunklen Stein gehauen, der die Erde hergibt. Ihr trag das Gewand eurer Wahl, doch der Blick des Betrachters wird von der Mähne des Wargs über euer wunderbares Bein nach oben gelenkt. Ihr haltet den Warg bei der Mähne. Ich muss...ich muss euch eingehender Studieren, eure Bewegungsmuster kennen lernen um die richtigen Attribute in den Stein zu hauen. Als was wollt ihr euch verewigen Herrin? Welche eurer Eigenschaften sollen betont werden?“
Thomas war in seinem Element und wenn er Feuer und Flamme wurde, vergass er den Kontext, in dem er sich befand. Er wollte nur schon um den Stein willen, etwas grossartiges Schaffen. Er strebte Perfektion an, nicht unbedingt nur für sie, oder zur Wahrung seines eigenen Lebens, sondern auch für den Stein. So war er. Das war Mercer pur. Amandin hörte ihm mit leicht geöffneten Lippen zu und hatte sich aufmerksam nach vorne gelehnt. Bald ... bald würde er ihr gehören, mehr noch als ihr Sklave! Bald ... Sie musste ihn nur noch darauf vorbereiten, also machte sie weiter mit ihrem Plan:
" ... Ihr seid meine erste Wahl was diese Aufgabe betrifft. Ihr seid zwei Steinmetzmeister und ich brauche zwei Meisterwerke in diesem Tempel. Zum einen wäre da der Altarstein und zum anderen mein eigenes in Stein geschlagenes Abbild.“
Er nickte brav und hatte sich anscheinend völlig in seinen Gedanken verloren. Sie musste die Stimmlage ändern.
„Für mich zählt einzig das Ergebnis."
Er merkte, dass etwas nicht stimmte. Dann kreuzten sich ihre Blicke. Amandins sah ihn mit einer solchen Intensität an, dass ihm angst und bange wurde. Er erkannte, dass ihm irgendetwas Entscheidendes entgangen war. Unsicherheit machte sich in seinem Blick breit. Er zögerte und man sah ihm seine rotierenden Gedanken an. Er wusste nicht was sie wollte, er wusste nur was er wollte.
„Meister Rasmussen und Meister Geison sind hervorragende Arbeiter. Ich werde mich bei der Planung des Tempels beteiligen und sie den Bau ausführen lassen. Diesem steht ohnehin traditionell der Architekt vor...“
Das klang beinahe belehrend und er fuhr schnell fort um diesen Worten nicht zu viel Raum zu geben.
„Ich...ich werde mich persönlich um die beiden Meisterwerke kümmern.“
Er hatte ein gesundes Selbstbewusstsein und das brauchte er für das was ihm bevor stand. Genauso wie Perfektion Zeit brauchte. Perfektion brauchte eine Beziehung. Vertrauen. Unterwerfung. Aber auch Disput. Leidenschaft. Auseinandersetzung. Alles in allem = Reibung!
Reibung erzeugt bekanntlich Hitze und Amandin hatte vor sich mit Mercer zu reiben, biss sie beide in Flammen aufgehen würden. Sie beide waren Gleichgesinnte, wenn es um Perfektion ging. Das war durchaus spürbar und etwas, was die beiden auf seltsame Weise miteinander verband. Sie beide wussten um diese einfach Wahrheit. Amandin lächelte einen Moment lang versonnen und blickte an einen unbestimmten Punkt irgendwo weit hiner ihm. Wo vorher eine drängende Frage zwischen ihnen gestanden hatte, da breitete sich und nun wohlwollende Entspannung aus. Irgendwie hatte Mercer etwas richtig gemacht und selbst wenn er sich selbst dessen vielleicht nicht wirklich bewusst war, er konnte es in der abnehmenden Spannung im Raum fühlen. Amandin hatte genau das gewollt, wofür er sich entschieden hatte, wenn auch vielleicht mit anderen Hintergedanken.
"Dann ist es beschlossen."
Sie machte eine kleine bedeutungsschwere Pause und ihre rot glühenden Augen wie Magmar kehrten zu seinen zurück. Ungestillte Leidenschaft loderte hell ihn ihnen.
"Ihr werdet euren Architekten in meinen Willen unterweisen und Rasmussens wird die Steinmetze wärend ihrer Arbeit beaufsichtigen, ... während wir uns dem Kern der Sache widmen werden."
Amandin presste voller Vorfreude ihre Lippen leicht zusammen und ließ sie langsam über ihre markellosen Zähne rollen. Feuchtigkeit glänzte auf ihnen.
"Wie ihr sagtet, ihr müsst mich erst studieren. Meine Bewegungen, meine Beine, meine Eigenschaften ..."
Sie lächelte verlockend und ein klein wenig amüsiert, doch das war gut. Sie hatte gute Laune und eine Herrin mit guter Laune würde ihn nicht verletzen.
"Doch das hat Zeit bis morgen. Ihr sollt euch noch mit euren Mitarbeitern absprechen und ausruhen. Ich wünsche euch neugierig, kreativ und konzentriert bei unseren ... "
Sie überlegte kurz und schien mit irgendwas im Zweifel zu sein.
"Ihr seid sehr ... angespannt. So könnt ihr nicht gut arbeiten. Möchtet ihr, dass Nelsani euch Erleichterung verschafft?"
Die angesprochene Sklavin erhob sich sofort und sah Mercer freundlich lächlend an. Amandin schaute derweil nur neugierig, als fragte sie sich, ob ihre innere Einschätzung diesmal auch zutreffen würde, oder Mercer sie nun überraschen würde. Beides hätte seinen Reiz, auch wenn eines seinen Charakterfassetten etwas mildern würde. Noch sie ihm die Wahl und genau darüber versuchte seine wissbegierige Herrin ihn kennen und einschätzen zu lernen.
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Re: Der geschändete Tempel

Beitrag von Thomas Mercer » Freitag 27. November 2015, 21:29

Thomas merkte wie Amandins Blick nach unten wanderte und ihn ohne jegliche Regung des Schams musterte. Warum sollte sie auch welchen empfinden? Er war ihr Eigentum, sie konnte mit ihm jederzeit tun und lassen was sie wollte, dies durfte er niemals vergessen. Für Thomas war die Sache hingegen mehr als nur ungewohnt, schliesslich hatte er sich schon lange nicht mehr einer Frau auf diese Art „präsentiert“. Tatsächlich hatte er sich schon seit einer Ewigkeit nicht mehr mit einer Unterhalten. Irgendwie beunruhigte es ihn ja, dass Amandin einen solchen Effekt auf ihn erzielte, doch was sollte er letztlich machen? Er war doch auch nur ein Mensch und Amandin die pure Versuchung auf zwei Beinen. Beinahe unangenehmer als Amandins sexuelle Anziehung war die emotionale. Er wollte ihr gefallen, wollte dass sie ihn mochte, sie stolz auf ihn war, ihn tätschelte, sich wohlwollend ihm gegenüber äusserte. Er wollte ihr Lächeln, ihre Begeisterung, ihre Freude. Es war als würden sich seine Persönlichen Bestrebungen und Prioritäten nur noch auf ihre Person beschränken. Er wollte von ihr als Mensch, als Individuum und als Persönlichkeit wahrgenommen und insbesondere geschätzt werden und Amandin machte tatsächlich Anstalten ihm diese Bedürfnisse zu befriedigen. Wie konnte er sich nach der Liebe jener Frau sehnen, die sein Leben, das seiner Freunde und nicht zuletzt jenes seiner geliebten Familie in den Händen trug und vermutlich keine Skrupel zeigen würde, es zu vernichten? Doch wie klug wäre es denn, jene Frau zu verachten, sie zu hassen und gegen sie zu arbeiten und so garantiert ihren Zorn auf sich zu lenken? Dies würde doch sofort das sichere Ende für ihn und seine Familie bedeuten. Wollte er sie lieben, um seine Familie zu retten oder wollte er sie aus ganz egoistischen Gründen lieben und missbrauchte den vermeintlichen Schutz seiner Familie als billige Legitimation für die Auslebung seiner verbotenen Begierden? Ein Schaudern durchjagte den Steinmetz. Er war nicht der einzige Sklave, dem diese seltsame Wandlung in der Beziehung zu seinem Unterdrücker und potenziellen Peiniger vollzog. Es kam oft vor, dass sich Geiseln, Gefangene oder Sklaven irgendwann mit ihrem Versorger identifizierten und sich um deren Wohl zu kümmern begannen. Vermutlich lag diesem seltsamen Verhalten der nackte Überlebenstrieb zu Grunde, doch es brachte ihn dazu eigene moralische Tabus und Grenzen zu überschreiten. Thomas wusste nicht mehr welche Gedanken und Gefühle zulässig waren und welche falsch und verwerflich. Die moralischen Vorstellungen, die seine Erziehung und sein Leben bisher ausgemacht hatten, funktionierten in seiner aktuellen Lebensrealität nicht mehr.

Der Steinmetz wurde glücklicherweise von seinen eigenen Zweifel und Gedanken abgelenkt, als Amandin ihn nach seinen Ideen zu ihrer Statue ausfragte. Er geriet in einen förmlichen Redefluss, den man so bei diesem Sklaven noch nie erlebt hatte, war er schliesslich sonst eher von ruhiger und zurückhaltender Natur. Seine Augen leuchteten und Amandin konnte in dessen Funkeln erkennen, dass Thomas die Statue beinahe schon plastisch vor sich sah. Er benutzte seine Hände um seine Worte zu unterstreichen. Diese riesigen Pranken, welche die Dunkelefin wohl gerne Gebunden und ihr zu Diensten sehen würde. Als er geendet hatte breitete sich beinahe eine unerträgliche Spannung im Raum aus, die jedoch von Amandin kunstvoll gebrochen wurde. "Dann ist es beschlossen." Thomas lächelte zufrieden und wieder war der Stolz in seiner Haltung unverkennbar. Er erwiderte ihren Blick, als sie ihn intensiv ansah und er teilte ihre Leidenschaft. Es war seltsam, dass er den Augenkontakt hielt, denn für gewöhnlich neigte Thomas dazu den Blick sofort zu senken, wenn er von einem Herrn in Augenschein genommen wurde. Zwischen ihnen knisterte es förmlich. Sie waren sich auf einer ganz eigentümliche Art und Weise sehr ähnlich und schätzten offenbar die gleichen Dinge. Das alles wäre ja wunderbar, doch Thomas war sich seiner Situation trotz aller Schwärmerei noch immer sehr bewusst und wusste, dass eine solche Bevorzugung Bürde und Segen zugleich war. Sie würde von ihm stets Höchstleistungen erwarten, vielleicht würde sie einiges an Fehler und Niederlagen bei ihm durchlassen und ihn nicht gleich entsorgen, doch es gab Strafen, die schlimmer waren als der Tod. Ausserdem musste er sich davor hüten bei ihr in Ungnade zu fallen, denn niemand endete grausamer als einstige Juwelen. Sicherlich, möglicherweise würde sie ihn mit Privilegien ausstatten, doch dies würde unweigerlich den Neid, Missgunst und Zorn seiner Kameraden wecken. Kein leichtes Los und vermutlich würden seine Freunde kaum mit ihm tauschen wollen. Dennoch, Thomas konnte es nicht leugnen, dass Amandin sein Leben gerade ungemein bereicherte und seine Kreativität förderte.

"Wie ihr sagtet, ihr müsst mich erst studieren. Meine Bewegungen, meine Beine, meine Eigenschaften ..." Thomas schmunzelte und nickte angeregt. Der Sklave konnte es offensichtlich kaum erwarten. Flirtete er tatsächlich mit seiner Herrin? Zumindest liess er seinen Blick verstohlen über ihre Beine wandern, einzig die Narben bereiteten ihm etwas Ungemach. Thomas war kein Kind von Traurigkeit und wusste, dass es Menschen mit gar sonderbaren Vorlieben gab, doch Thomas war noch nie einem solchen Begegnet. Wie auch? Er war schliesslich seiner Beth stets ein treuer Ehemann gewesen. Er lächelte ihr verstohlen entgegen und strich sich angeregt über den Bart.
Vermutlich würde er dieses ganze Gespräch später in seiner Zelle in Ruhe rekapitulieren und sich fragen, was zur Hölle er sich bei dem ganzen hier eigentlich gedacht hatte. Schliesslich hatte er ihr gegenüber mehr gewagt, als er es sich selbst je zugetraut hatte und dies obwohl Amandin alles andere als Ungefährlich war. Seltsam. Er war nicht ganz sich selbst, dies musste an diesen Kräutern liegen... Ausrede um Ausrede. Reine Begierde konnte es ja nicht sein, er war schliesslich ein vernünftiger und anständiger Mann...

"Doch das hat Zeit bis morgen. Ihr sollt euch noch mit euren Mitarbeitern absprechen und ausruhen. Ich wünsche euch neugierig, kreativ und konzentriert bei unseren ... " Er runzelte die Stirn und hob fragend eine Augenbraue, als sie ihren Satz plötzlich abbrach.
"Ihr seid sehr ... angespannt. So könnt ihr nicht gut arbeiten. Möchtet ihr, dass Nelsani euch Erleichterung verschafft?" Thomas lief hochrot an und starrte seine Herrin für einen Moment an, als wäre sie eine Kutsche. Dann streifte sein Blick die Leibsklavin der Herrin. Was für ein Angebot! Für einige Sekunde wanderten seine Blicke tatsächlich über den Körper der schönen Elfin. Wie konnte sie einem Mann schon nicht gefallen? Amandin bewies auch bei der Auswahl ihrer Gespielinnen einen hervorragenden Geschmack und legte viel Wert auf Ästhetik. Seine Finger zuckten, doch dann ballte er seine Pranken kurz zu einer Faust und löste sie wieder. Es hatte keinen Sinn seine Erregung zu leugnen, die war ja offensichtlich erkannt worden.

Der Sklave leckte sich über die Lippen und sah die Herrin etwas gequält an. Sie musste sich sehr wohl bewusst sein, dass sie ihren Sklaven mit solcherlei Angeboten von einem Dilemma ins nächste schickte. Wenn er Annahm, war er anmassen, wenn er ablehnte undankbar. Er wusste nicht genau, was ihn effektiv dazu veranlasste das Angebot auszuschlagen. War er selbstbewusst genug um für sich selbst den Anspruch zu haben, dass die intime Beschäftigung mit ihm ein Privileg der Herrin war und sie deshalb die erste sein sollte, die sich überhaupt mit ihm befasste? Nein, dies griff wohl zu weit. Eher wollte er möglicherweise nichts für sich beanspruchen, was seiner Herrin gehörte. Vielleicht war er sich aber auch sehr bewusst, dass dieses Treffen so oder so eine sehr kurze Angelegenheit werden würde, zu lange schon hatte er bei keiner Frau mehr gelegen. Vermutlich würde eine Berührung schon genügen um ihn zu entzaubern, was dann vermutlich für die Damen doch eher enttäuschend sein würde. War es das? Wollte er sie nicht enttäuschen?

Er setzte ein verschmitztes Lächeln auf und sah seine Herrin direkt an. „Ich...mag die aktuelle Anspannung... sie...regt die Fantasie an... lenkt meine Gedanken...Inspiriert.“ Es war offensichtlich, dass er „Anspannung“ gerade mit Amandin gleichsetzte. „...und Sehnsucht, Unruhe, Rastlosigkeit gehört doch irgendwie dazu..., sofern es der Herrin so genehm ist.“ Trotz allem Mutes vergass er seine Position nicht.

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Re: Der geschändete Tempel

Beitrag von Erzähler » Dienstag 1. Dezember 2015, 10:47

Thomas hatte sich während ihres Gesprächs wieder einmal über den Bart gestrichen und Amandin quittierte diese menschliche, der Beruhigung zweckdienliche Regung nur mit einem kurzen Zucken ihrer Lider. Wenn er gewusst hätte, wie sehr sie ihn damit ärgerte...! Aber sie konnte sich nicht den ganzen Tag mit ihrem wunderbaren neuen Edelstein beschäftigen, so gern sie ihn jetzt auch gezüchtigt hätte, sie musste auch noch anderes erledigen. Gerne hätte sie ihn sofort auf ihre Art entjungfert, denn das war er in ihrem Sinne. Er schien so unschuldig wie ein Junge, der das erste Mal die Magd durch das Astloch einer Scheune beobachtete, oder wie in ihrem Fall, durch das Gemälde die Diner des Palastes. Er hatte noch so viel zu lernen und war so herrlich leicht zu lesen. Jede noch so kleine Regung präsentierte er förmlich auf dem Silbertablett und war dabei so wissbegierig … ja, er war gierig! Er stand so steif da, war so verkrampft, also machte sie ihm ein verlockendes Angebot indem sie ihm Erleichterung anbot.
Thomas lief hochrot an und starrte seine Herrin für einen Moment an, als wäre sie eine Kutsche ohne Pferde. Ihre Frage hatte ihn überfahren. Dann streifte sein Blick die Leibsklavin der Herrin. Für einige Sekunden wanderten seine Blicke tatsächlich über den Körper der schönen Elfin. Nelsani war eine Schönheit, ganz gewiss. Der schmale Körperbau der Elfen hatte bei ihren Frauen einen unglaublich anziehenden Effekt auf fast jeden Mann. Die zierlichen Hände, die schmalen Fesseln, die schlanken Beine, alles förderte bei einem Mann den Beschützerinstinkt und mehr. Die kleinen weiblichen Rundungen, die Amandin perfekt in Szene gesetzt hatte, die sanften Schwünge ihrer Hüften luden das Auge zum Verweilen ein. Als Mercer die Sklavin so betrachtete, blinzelte sie einmal schnell und sah dann lächelnd zu Boden. Offensichtlich stand Thomas sehr deutlich ins Gesicht geschrieben, dass ihm hier einiges sehr gut gefiel. Amandin bewies auch bei der Auswahl ihrer Gespielinnen einen hervorragenden Geschmack und legte viel Wert auf Ästhetik. Seine Finger zuckten, doch dann ballte er seine Pranken kurz zu einer Faust und löste sie wieder. Es hatte keinen Sinn seine Erregung zu leugnen, die war ja offensichtlich erkannt worden. Der Sklave leckte sich über die Lippen und sah die Herrin etwas gequält an. Er setzte ein verschmitztes Lächeln auf und sah seine Herrin direkt an.
„Ich...mag die aktuelle Anspannung... sie...regt die Fantasie an... lenkt meine Gedanken...Inspiriert.“
Es war offensichtlich, dass er „Anspannung“ gerade mit Amandin gleichsetzte.
„...und Sehnsucht, Unruhe, Rastlosigkeit gehört doch irgendwie dazu..., sofern es der Herrin so genehm ist.“
Seine Herrin hatte verwundert die Brauen hochgezogen und strich sich dann nachdenklich mit der Seite ihres Zeigefingers über die dunkelroten Lippen, die sich dabei verführerisch öffneten. Jeder noch so kleine Geste von ihr ließ den inzwischen sehr bereiten Körper des Sklaven reagieren. Das er sie jedoch mit seiner Antwort überrascht hatte stand ihr deutlich ins Gesicht geschrieben. Ob das gut war? Sie ließ ihn ein paar Atemzüge lang baumeln und betrachtete ihn nur nachdenklich, aber interessiert. Dann erhob sie sich und kam langsam auf ihn zu. Die Spannung zwischen ihnen wuchs ins unerträgliche. Mit jedem wiegenden Schritt, bei dem sie mehr und mehr einem Raubtier glich, dass seine Beute umkreiste, wurde das Prickeln in der Luft intensiver. Ihre Stimme war ein wenig dunkler als sie sprach und ihre Pupillen waren groß und das flammend rot umrandete Schwarz darin schien unendlich. Noch zwei Schritt trennten sie.

Lektion Eins: Spannung

„Verschränke die Arme auf dem Rücken, halte dabei dich an den Handgelenken.“
Mercer war gehorsam, also tat er wie ihm geheißen. Die neue Position streckte automatisch seinen Rücken und drückte seine breite Brust nach vorne. Ein leichtes Ziehen erinnerte ihn an seine geschundenen Knochen, doch es war auszuhalten.
„Setze dich auf deine Unterschenkel und spreize die Knie... weiter... Gut so.“
Der Steinmetz ging erst auf ein Knie und tat dann wie geheißen, was seinen ganzen Körper in leichte Spannung versetzte. Es keine anstrengende Haltung, irgendwie teils unterwürfig und doch stolz in der Wirbelsäule aufgerichtet. Amandin genoss sichtlich das Bild, das sich ihr bot. Selbst in dieser Position war Mercer noch ein Riese. Sein Kopf war nun auf Höhe ihres Bauches und nur noch ein Schritt trennte seine Herrin von ihrem Eigentum.
„Dies ist die Position, die du immer einnehmen wirst, solange du bei mir bist und ich dich nicht irgendetwas anderes befohlen habe.“
Sie machte noch einen kleinen Schritt und stellte sich mit einem Bein zwischen seine Knie und das andere leicht gespreizt seitlich neben ihn. Was hatte sie nur vor? Hatte er etwas falsch gemacht? Die Nähe zu ihr war fast unerträglich und sie roch so gut.
„Ich will, dass du mich immer ansiehst, egal was ich tue. Solange du hier bist, wirst du lernen. Verstanden?“
Ein Klos hatte sich unwillkürlich in seinem Hals gebildet, so dass seine Antwort rau und verzögert ausfiel. Amandin blinzelte nur einmal und ließ es ihm durchgehen.
„Du magst also Spannung, weil sie deine Fantasie anregt. Ich werde deine Spannung noch viel weiter treiben, aber dafür verlange ich etwas!“
In ihrem Blick loderte eine Leidenschaft, als hätte man Öl ins Feuer geschüttet.
„Du wirst dich niemals selbst berühren! Nirgends! Wenn du Hand an dich legst, werde ich sie dir abhacken und ich kann keinen Meister Steinmetz gebrauchen mit nur einer Hand. Ich werde dir Erleichterung verschaffen, wann und wie ich es für richtig halte. Niemals du selbst! Verstanden?“
Sie wartete auf seine Antwort und leckte sich dann über die Lippen. Sie legte den Kopf auf die Seite, wie eine Katze, die einer Maus beim Spielen zusah und ihre Mundwinkel zuckten leicht. Anscheinend hatte sie eine Idee. Ein paar Atemzüge lang geschah nichts und sie sahen nur einander an. Mercer mit in den Nacken gelegtem Haupt und Amandin mit diesem lodernden Feuer in den Augen. Sie hielt ihn mit ihren Blicken gefangen, so dass er nur aus dem Augenwinkel eine langsame Bewegung bemerken konnte. Er sah sie weiter an, aber was tat sie da? Da sie so nah stand, war es ihm unmöglich genau zu sehen. Sie bewegte ihre Hand in Hüfthöhe, soweit konnte er es erahnen und kurz flackerte ihr Blick, dann zeichnete sich ein kleines Schmunzeln auf ihren Lippen ab und sie hob ihre Hand vor sein Gesicht Etwas feuchtes glänzte an ihren Fingern mit dem sie nun sanft seinen Bart ergriff und ihn kurz kraulte. Dann ließ sie ihn los und entfernte sich schneller, als Thomas begreifen konnte, was sie gerade getan hatte. Erst als sie schon fast wieder auf ihrem Platz saß, bemerkte er den süßlichen Geruch, zart und würzig wie Waldhonig mit einer Note, die ganz klar Amandin hieß.
„Genug Spannung … fürs erste.“
Seine Herrin hatte sich wieder auf ihren Thron gesetzt und rieb sich leicht windend die Oberschenkel aneinander.
„Du kannst jetzt gehen.“
Der Aufforderung musste Mercer folgen und so trat er hinaus an die kühlende Luft. Selbst der Leichengeruch, der überall gegenwärtig war, kam nicht mehr in seinem Gehirn an. Da war nur noch Amandin, dafür hatte sie gesorgt. Einer der Wächter trat zu ihm und brachte ihn zu seinen Mitgefangenen. Zum Glück war es ein gutes Stück bis zu der Baustelle, so dass er Zeit hatte seine Gedanken zu ordnen und etwas abzukühlen. Geison sah ihm besorgt entgegen und fragte sofort, nachdem der Wächter sich wieder verzogen hatte:
„Was ist los? Was hat sie mit dir gemacht? Geht’s dir gut?“
Der Architekt hatte ihm eine Hand auf die Schulter gelegt. Nun lag es an Mercer, ob und wie viel er den Anderen von den Erlebnissen im Zelt ihrer Herrin erzählen wollte. Amandin hatte ihm die Entscheidung überlassen. Alle schauten in besorgt an.
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Re: Der geschändete Tempel

Beitrag von Thomas Mercer » Samstag 5. Dezember 2015, 09:21

Thomas war sich plötzlich nicht mehr ganz sicher, ob das was er gesagt hatte wirklich eine gute Idee gewesen war, als Amandin überrascht eine Augenbraue hochzog. Unmittelbar setzte wieder Herzrasen bei ihm ein. Er war unvorsichtig geworden, hatte sich zu viel herausgenommen, seinen Mund zu voll genommen! Seine Augen flackerten nervös, suchten in ihrem Blick nach Antworten. Das gesamte Selbstbewusstsein, das er sich in seinem Eifer aufgebaut hatte zerbröckelte unter ihrem Schweigen. Sie Kontrollierte ihn. Mit jedem Atemzug, jeder Geste, jedem Blick, jedem Schweigen. Der Hüne schluckte leer, als Amandin an ihn herantrat. Erst jetzt fiel der beträchtliche Grössenunterschied zwischen den beiden wieder in aller Deutlichkeit ins Gewicht und es brachte Thomas wieder in die üblichen Nöte, weil er seine Mühe hatte zu ihr herab zu blicken. Doch die Energien der beiden Körper verrieten die Machtverteilung, die definitiv bei der schönen Elfin lag. Seine Stirn glänzte Feucht, da ihm die Angst den Schweiss aus den Poren trieb.

„Verschränke die Arme auf dem Rücken, halte dabei dich an den Handgelenken.“ Thomas schluckte leer und tat wie ihm geheissen. Er war zu weit gegangen und nun würde es wohl eine Strafe setzen. Angst flutete seinen Körper. Die Haltung sorgte für eine natürliche Aufrichtung seines Oberkörpers und streckte seinen Rücken durch, was sich besonders in seinem anfälligen Lendenbereich bemerkbar machte. Vermutlich aber auch, weil es inzwischen eine ungewohnte Haltung für den Sklaven war, der bisher selten aufrecht hatte gehen dürfen. Dunkelelfen waren geradezu allergisch auf Menschen, die grösser waren als sie. Diese Gesetzmässigkeiten hatten zumindest gegolten, als er „nur“ ein Arbeitersklave gewesen war. Er war sich nicht mehr ganz sicher, welchen Status er nun innehielt. Wie alle hier auf der Baustelle war er Amandins Eigentum, doch sie schien ihn eher als eine Art Werkstein, oder Haustier zu betrachten, dass man stolz präsentierte oder als ihren Schüler.

„Setze dich auf deine Unterschenkel und spreize die Knie... weiter... Gut so.“ Der Hüne tat wie geheissen, nur beim Spreizen der Beine war er erst noch etwas zaghaft, so dass Amandin korrigierend eingriff. Es war eine befremdliche Position. Er zeigte sich Amandin gleichwohl in einer relativ stolzen Pose, die seine Ehre und Integrität durchaus nicht in Frage stellte, aber gleichzeitig auch in einer sehr verletzlichen Position, denn sie hatte praktisch uneingeschränkten Zugriff auf seine empfindlichsten Zonen. Durch die Stellung der Arme und Beine wurde er gleichzeitig völlig in die Passivität gezwungen und natürlich blickte er nun zu ihr auf. Das schien den Sklaven erstaunlicherweise zu beruhigen. Die anregenden Aromen vermischten sich mit Amandins eigenem Duft, als sie so nah bei ihm stand. Er spürte das verräterische Ziehen in seinen Lenden und das sehnsüchtige und verbotene Verlangen von ihr berührt zu werden. Wie konnte sich etwas, dass moralisch betrachtet, so falsch war, sich derart verlockend und begehrenswert anfühlen?

„Dies ist die Position, die du immer einnehmen wirst, solange du bei mir bist und ich dich nicht irgendetwas anderes befohlen habe.“ Der Hüne nickte und gab ein unterwürfiges „Ja Herrin“ von sich. Thomas schien noch nicht ganz zu begreifen, was hier gerade passierte. Er umklammerte fest seine Handgelenke und blickte unentwegt zu ihr auf. Er spürte wie sein linker Fuss einschlief, da er die Pose nicht gewohnt war, doch solcherlei Dinge durften ihn nicht ablenken. Er musste sich auf seine Herrin konzentrieren. Thomas spreizte die Knie noch ein klitzekleines bisschen weiter, als sie ihren Fuss zwischen seinen Knien platzierte. Diese kleine Bewegung entstand durch die enorme Anspannung in die er verfallen war und Thomas befürchtete bereits, dass sein Körper sich alleine schon aufgrund aller Vorstellungen, die er sich so machte, bereits über den Zenit seiner Lust brachte.

„Ich will, dass du mich immer ansiehst, egal was ich tue. Solange du hier bist, wirst du lernen. Verstanden?“ Thomas schluckte abermals hart und seine Antwort verzögerte sich dadurch. Er brachte ein raues „Ja Herrin“ hervor. Zum ersten Mal erkannte Thomas, dass Angst durchaus auch ein Aphrodisiakum sein konnte, denn Amandin setzte die Angst bei ihm äusserst gezielt ein und sein Körper reagierte darauf mit steigender Erregung. Thomas lernte hier gerade Seiten an sich kennen, die er nie für möglich gehalten hatte. Er war doch ein treuer Ehemann und Vater, was machte er hier? Was empfand er hier?

„Du magst also Spannung, weil sie deine Fantasie anregt. Ich werde deine Spannung noch viel weiter treiben, aber dafür verlange ich etwas!“ Seine Pupillen weiteten sich und Unruhe machte sich in ihm breit. Seine Atmung beschleunigte sich und er presste seine Zähne aufeinander. Er bereute seine Worte, das war ihm anzusehen. Er hatte sie Herausgefordert, doch war er tatsächlich Manns genug gegen sie zu bestehen?

„Du wirst dich niemals selbst berühren! Nirgends! Erst verstand Thomas nicht recht und er runzelte die Stirn. Es war als würde sich die Welt um ihn verengen. Er hörte nur noch Amadins Stimme und wie sie ihn gänzlich in ihren Besitz nahm. Erst langsam, wie zähflüssiger Honig wurde ihm die Bedeutung ihrer Worte bewusst. “Wenn du Hand an dich legst, werde ich sie dir abhacken und ich kann keinen Meister Steinmetz gebrauchen mit nur einer Hand. Er glaubte ihr. Er wusste schliesslich, dass sie diesbezüglich keine Scherze machte. Das hier war kein Spass. Kein Spiel. Hier ging es letztlich um sein nacktes Überleben. “Ich werde dir Erleichterung verschaffen, wann und wie ich es für richtig halte.“ Thomas verging beinahe vor Scham. Man durfte nicht vergessen, dass er in einer ziemlich verstockten Kultur aufgewachsen war, was dieses Thema betraf. Sexualität war zumindest auf dem Papier der Ehe vorbehalten und Thomas hatte es auch seit seiner Heirat so gehalten, aber daneben hatte es natürlich immer noch die „private“ Sexualität gegeben, die nur Thomas selbst und im schlimmsten Fall Lysanthor bei einer Beichte, etwas angegangen war. Genau in diesen äusserst intimen Bereich stiess Amandin nun vor. “Niemals du selbst! Verstanden?“ Er starrte sie an. Die Schamesröte breitete sich in seinem Gesicht aus und es fiel ihm sichtlich schwer den Blick aufrecht zu halten. Sie wollte, sie wollte ihn kontrollieren? Er war definitiv kein reiner Steinmetzsklave mehr, nun fiel auch bei ihm diesbezüglich endlich der Groschen. Natürlich kannte er die Gerüchte von jenen Sklaven und Sklavinnen, die von ihren Herren zum körperlichen Vergnügen gehalten wurden, doch Thomas hätte nie im Traum daran gedacht, dass ihn dereinst ein solches Schicksal widerfahren würde. Amandin war nicht wirklich bescheiden. Sie wollte nicht nur, dass er ihr seine gesamte Aufmerksamkeit schenkte, wenn er an ihrer Statue arbeitete oder in ihrer Gegenwart war. Sie wollte ihn ganz. Sie wollte offensichtlich, dass jeder seiner Gedanken ihr gehörte, sie wollte ihn besitzen, ihn steuern, ihn pflegen und strafen, wie es ihr beliebte. Das war eine Form der Sklaverei, die selbst den unterwürfigen Thomas an die Grenzen seiner Vorstellungskraft brachte. Dieses „Ja Herrin“, fiel deutlich leiser aus. Thomas musste den Schreck erst verdauen, die Herrin verlangte viel von ihrem Sklaven ab, doch gleichzeitig hatte sie ein überraschend gutes Gespür für ihn und wusste offenbar instinktiv, dass er eine kleine „Motivationshilfe“ brauchte, denn als sie sich gegenseitig Ansahen konnte Amandin sehen, dass der Sklave in Zweifel und Ängste abzudriften drohte. Die Drogen, die in der Luft lagen machten ihn nicht nur empfänglicher für erotische Empfindungen, sondern sie lockerten auch seine Affektlage und steigerten seine Emotionalität. Er musste hier vieles erst setzen lassen und verstehen lernen. Die Bedeutung des Zeichens auf seiner Stirn, die Bedeutung seiner Demutsgeste, die Bedeutung seines neuen Status innerhalb der Sklavenhierarchie, die Bedeutung der Unruhe ihrer Herrin. Auch sie zerging beinahe vor Lust, die er bei ihr offensichtlich schürte. Er hatte Glück, denn durch seine Körperhaltung fiel sein leichtes Zittern gar nicht wirklich auf. Doch allen Zweifeln zum Trotz, Amandin schaffte es ohne grosse Mühe ihn wieder in Versuchung zu bringen. Seine Augen registrierten die Bewegungen im Augenwinkel und dies holte seine Gedanken wieder ins hier und jetzt. Sein Blick richtete sich unweigerlich auf ihre Hand, doch dann betrachtete er wieder ihr Gesicht, als sie ihn sanft berührte. Er konnte nicht anders als sein Haupt leicht zu neigen und sich an ihre Handfläche zu schmiegen und er schloss für einen Moment die Augen, als sie ihn kraulte. Er beruhigte sich. Doch noch ehe er den Moment richtig hatte erfassen können, löste sie sich auch schon wieder von ihm und erst jetzt merkte er endlich, was genau sie da getan hatte. Sie hatte ihn markiert. Allein ihrer Duftspur hatte er zu folgen, alles andere war Nebensächlich. Er unterdrückte den Drang, sich in den Bart zu fassen.

„Genug Spannung … fürs erste.“ Er ertappte sich bereits, wie er sich erhoffte, dass sie ihm Erleichterung gewähren würde. Es war erschreckend, wie schnell Amandin Tatsachen geschaffen hatten und wie schnell sich seine Gedanken entsprechend anpassten. Doch die Herrin schickte ihn fort. Wie in Trance verliess er das Zelt und folgte dem Soldaten. Diesem dürfte der „Zustand“ des Sklaven wohl kaum entgangen sein, doch er sagte nichts und allmählich kam Thomas Körper auch wieder zu einer unbefriedigten Ruhe. Dafür zitterte er nun am ganzen Leib, als er von Geison in Empfang genommen wurde. Thomas schien offenbar auf diese Weise körperlich zu reagieren, wenn er mit einer Situation komplett überfordert war. Abwesend blickte er in die besorgten Augen seiner Kameraden. Seine Gedanken kreisten aber noch immer um das Geschehene.

„Was ist los? Was hat sie mit dir gemacht? Geht’s dir gut?“ Er wagte es kaum, seinen Freund anzusehen. Er schluckte nur leer und nickte. „Ja... mir geht es gut, sie hat mich...gut behandelt. Ich..habe Pläne... Skizzen über die dunkelelfische Architektur.“ Brachte er mühsam hervor und zeigte Geison sein Notizbuch. „Sie ist gütig und grosszügig, wenn wir sie zufriedenstellen.“

Brachte er etwas kryptisch hervor und kraulte sich unbewusst den Ba.... Seine Augen weiteten sich und er sah sich nervös um. Was fiel eigentlich alles unter „Nirgends?“ Er drehte sich zu Geison hin und legte seine Hände auf dessen Schultern, klammerte sich förmlich daran fest. Seine Stimme senkte sich zu einem wispern. „Bete für mich, ja? Und für meine Familie!“ Thomas fürchtete, dass er es selbst bald gar nicht mehr würde tun können, denn Amandin würde wohl keine anderen Götter neben sich dulden. Thomas hatte heute seine Abendration verpasst, doch erstaunlicherweise durfte er diese noch nachnehmen. Also hockte er sich an den Tisch. Ohnehin genossen sie hier die eine oder andere Freiheiten, denn sie wurden nicht gleich alle voneinander separiert und wieder in einzelne Zellen gesperrt, sondern befanden sich in einem Zeltlager. Vermutlich war dies eine Zwischenlösung, bis die Bauhütten und Unterkünfte errichtet waren.
„Uns sollte viel daran liegen, sie nicht zu verärgern. Sie wird uns Strafen, wenn wir Fehler machen, wie sie uns aber auch Belohnen wird, wenn wir grosses Leisten.“ Besonders würde sie wohl auf jeden Fall ihn strafen, denn ob er wollte oder nicht, er würde automatisch die ganze Belegschaft repräsentieren, wenn er in ihrem Zelt war. Thomas strich sich unsicher über seine Handoberflächen. Er hatte Geison nie über seine Sklavenkarriere ausgefragt, doch er hatte durchaus das Bedürfnis über seine Erlebnisse zu reden. „Hattest du jemals eine Herrin, Geison?“ Thomas blickte immer wieder zum Zelteingang. Natürlich wurden sie bewacht und der Steinmetz fürchtete jenen Moment, wo man sie ins Bett schicken würde (ja, auch das wurde fremdbestimmt). Er hatte Angst davor alleine in seiner Schlafstätte zu liegen, seinen Gedanken an ihr ausgeliefert und unfähig die Körperliche Spannung die unweigerlich erfolgen würde, weil die ganze Sache dennoch das aufregendste und verruchteste war, was er jemals erlebt hatte, zu beseitigen. Er sah ihn direkt an, er wollte reden über irgendetwas, auch über das was im Zelt passiert war und irgendwie auch nicht. Thomas machte einen ziemlich verwirrten Eindruck, seit sie bei Amandin waren und genau dies entsprach auch der Realität. Der Steinmetzsklave funktionierte gut in klaren Strukturen, doch jetzt hatte seine Herrin sein Leben gerade einmal auf den Kopf gestellt und daran würde er sich erst gewöhnen müssen...und es war etwas vollkommen Neues für ihn, dass seine Persönlichkeit mit in den Fokus der Aufmerksamkeit gelangte. Bisher waren immer nur seine beruflichen Fähigkeiten gefragt gewesen und dort gab es kaum etwas, woran sein Selbstvertrauen mangelte...aber er als Mensch... das war was anders. "Wie gut kennst du das Wort von Lysanthor?" Er wusste, dass Geison ein sehr gläubiger Mensch war. "Sagt er etwas, über die wahrung der sittlichen Pflichten, in einer Zwangslage, wie wir uns befinden?" Er flüsterte leise und sah sich immer wieder um. Fühlte sich ständig beobachtet. Er strich sich nervös über sein Gesicht und rieb sich die Augen.

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Re: Der geschändete Tempel

Beitrag von Erzähler » Sonntag 6. Dezember 2015, 18:51

„Was ist los? Was hat sie mit dir gemacht? Geht’s dir gut?“
Thomas wagte es kaum, seinen Freund anzusehen. Er schluckte nur leer und nickte.
„Ja... mir geht es gut, sie hat mich...gut behandelt. Ich...habe Pläne... Skizzen über die dunkelelfische Architektur.“
Er zeigte Geison sein Notizbuch der es eilig und voller Interesse überflog.
„Sie ist gütig und grosszügig, wenn wir sie zufriedenstellen.“
Geison hatte das Büchlein ergriffen und studierte jede Zeichnung genau.
„Das ist enorm hilfreich! Gut gemacht!“
Unbewusst hatte Mercer sich wären dessen in den Bart gegriffen. Ängstlich sah er sich nun um aber niemand sah in auffällig an. Er drehte sich zu Geison hin und legte seine Hände auf dessen Schultern, klammerte sich förmlich daran fest. Seine Stimme senkte sich zu einem wispern.
„Bete für mich, ja? Und für meine Familie!“
Geison sah seinen Freund besorgt an und nickte leicht fragend:
„Natürlich werde ich das. Das tu ich immer!“
Wachen traten hinzu und sie wurden erst einmal getrennt. Geison musste wohl auch noch seine Ideen abliefern und ein Schreiber kritzelte wie wild mit. Mercer hatte ebenfalls wieder einen Schatten, der wohl zur Aufgabe hatte seine Ideen zu protokollieren. In der Zeit, die er mit Amandin und ihren Sklavinin verbracht hatte, waren die restlichen Leichen auf einen Haufen gestapelt worden und lagen nun so für die weitere Verarbeitung bereit. Zum Glück hatte der Wind gedreht und kam nun vom Meer. Der klare salzige Geruch verjagte die Fäulnis für eine Weile und nur glaubte Mercer einen Hauch wilden Honigs in der Nase zu haben. Sein Weg durch die gebrochenen Steine, nun angeregt durch eine düstere, leidenschaftliche Phantasie, erlaubte ihm seine Umgebung einmal ganz anders wahrzunehmen. Seine Schritte führten ihn noch einmal in das Zentrum der Tempelanlage, dorthin wo Venthas Standbild gebrochen ihm zu Füßen lag. Hier sollte einmal der Altarstein stehen. Thomas sah sich um und ließ die Pläne vor seinem inneren Auge zum Leben erwachen. Die offenen Gänge, die sich Amandin vorgestellt hatte, würden im Licht des Mondes erst richtig Sinn ergeben. Wenn die Nacht ihre Schönheit über diesen Ort legen würde, gleich einer samtenen Decke, gleich schwarzer verführerisch duftender Haut, so würde vieles ganz anders aussehen. Im schwarzen Glanz der Sterne könnte man dann der Dunkelheit huldigen und trotzdem mit wenig Licht, zum Beispiel aus Feuerschalen, ganz andere Effekte hervorrufen. Dies sollte ein Tempel des dunklen Gottes werden. Finsternis war seine Farbe, schwarz und Blutrot, brutal, aber auch streng und gnadenlos in seinem Urteil. Das Blut würde noch eine wichtige Rolle spielen. Die Knochen und Leichen würden seine Opfergaben werden und über allem würde Amandins Statur stehen. Er konnte den Platz sehen, obwohl es ihn noch nicht gab. Er sah die Stufen zu ihren Füßen, die mächtigen Pranken und ihr scheinbar leichtes Spiel mit der Bestie, die sich ihr unterwarf. Ihre Reize sollten den Betrachter erregen und erschaudern lassen. Das Bild, das sich in seinem Kopf gemalt hatte, veränderte sich kaum merklich. Die Bestie drehte den Kopf und leckte an einem Bein der schönen Elfe, dort wo ihre feinen Narben ihre Haut schmückten.
Unwillkürlich schüttelte es Mercer und das Bild verschwand wieder.

Später wurde er fort vom Ruinenfeld geführt, auf ein großes dunkelgraues Zelt zu. Thomas hatte heute seine Abendration verpasst, doch erstaunlicherweise durfte er diese noch nachträglich einnehmen. Also hockte er sich an den zugewiesenen Tisch, wo Meister Sima noch saß. Viele andere der Sklaven lagen schon teilweise unter groben Decken, dicht zusammen gerutscht, gegen die bald heraufziehende nächtliche Kälte. Sie alle wurden gut bewacht aber genossen hier doch die eine oder andere Freiheit, denn sie wurden nicht gleich alle voneinander separiert und wieder in einzelne Zellen gesperrt, sondern befanden sich in einem provisorischen Zeltlager, das aus mehreren kleineren für die Dunkelelfen und ihre Herrin bestand und einem größeren abseits für die Sklaven. Das Zelt in dem sie gerade saßen, diente in den Außenbereichen der Versammlung und der Speisung der Sklaven. Die Seitenwände waren noch hoch gerollt, sodass man gut ins Innere schauen konnte. Im Innern wurden gerade noch von ein paar Hilfssklaven Strohballen geöffnete und als Schlafstätte ausgelegt. Man hatte sogar eine Öllaterne hoch über ihren Köpfen aufgehängt. Vermutlich war das ganze eine Art Zwischenlösung, bis die Bauhütten und Unterkünfte errichtet waren. Geison legte seine Hand auf Thomas und erst da bemerkte er, dass er noch immer leicht zitterte. Sofort sprach Thomas:
„Uns sollte viel daran liegen, sie nicht zu verärgern. Sie wird uns Strafen, wenn wir Fehler machen, wie sie uns aber auch Belohnen wird, wenn wir großes Leisten.“
Geison nickte und versuchte seinen Freund zu beruhigen.
Besonders würde sie wohl auf jeden Fall ihn strafen, denn ob er wollte oder nicht, er würde automatisch die ganze Belegschaft repräsentieren, wenn er in ihrem Zelt war. Thomas strich sich unsicher über seine Handoberflächen. Er hatte Geison nie über seine Sklavenkarriere ausgefragt, doch er hatte in seiner Position als Architekt die ganze Zeit über die Rolle inne gehabt. Nun hatte Thomas diese aufgedrückt bekommen und durchaus das Bedürfnis über seine Erlebnisse zu reden.
„Hattest du jemals eine Herrin, Geison?“
Dieser schüttelte nur vage mit dem Kopf und folgte Thomas Blick zum Zelteingang. Natürlich wurden sie scharf bewacht und der Steinmetz fürchtete jenen Moment, wo man sie ins Bett schicken würde denn, auch das wurde fremdbestimmt. Dann würde er mit seinen Gedanken alleine sein. Er hatte sich den ganzen Tag nach seinem Treffen mit Amandin mit der Angst herum getragen davor alleine in einer Schlafstätte zu liegen, seinen Gedanken an ihr ausgeliefert und unfähig die körperliche Spannung, die unweigerlich erfolgen würde, weil die ganze Sache dennoch das aufregendste und verruchteste war, was er jemals erlebt hatte, zu beseitigen. Er sah Geison direkt an, er wollte reden über irgendetwas, auch über das was im Zelt passiert war und irgendwie auch nicht. Wenigstens würde er nicht doch nicht wie befürchtet alleine sein.
"Wie gut kennst du das Wort von Lysanthor?"
Er wusste, dass Geison ein sehr gläubiger Mensch war.
"Sagt er etwas, über die Wahrung der sittlichen Pflichten, in einer Zwangslage, wie wir uns befinden?"
Er flüsterte leise und sah sich immer wieder um. Fühlte sich ständig beobachtet. Er strich sich nervös über sein Gesicht und rieb sich die Augen, doch das machte es nicht besser. Ganz im Gegenteil! Jedes Mal wenn seine Hände seinen Bart berührten entlockte die Bewegung einen neuerlichen kleinen Duftschwall, der ihm halb bewusst, halb unbewusst ihm seine Herrin wieder näher brachte.
Geison Sima saß ihm gegenüber und betrachtete seinen Freund nachdenklich. Sie waren bei weitem nicht allein, aber sprach man leise, war man quasi ungestört, da das Rascheln des Strohs und klappern der Holzteller um sie herum alles andere überdeckte.
„Was für seltsame Fragen du stellst, mein Freund...“
Er legte den Kopf schief und musterte die nervöse Hand im Bart seines Freundes.
„Ich muss dich leider Enttäuschen. Ich weis von keiner Lehre Lysanthors, erinnere mich an keine Predigt in der mir ein Rat gegeben wurde, wie man sich als Sklave richtig verhalten soll.“
Seine Stimme klang jetzt selbst ein wenig bitter. Mit fragenden Unterton fuhr er fort:
„Erst recht nicht was „sittliche“ Pflichten anbelangt, aber wenn ich dich so anschaue, wünschte ich mir ich könnte dir einen Rat geben! Wirklich! Der Sonne Glanz möge dich leiten, aber um Himmelswillen, was hat sie nur mit dir gemacht?! ...“
Sein Gesicht wurde plötzlich blass, als hätte er gerade eine furchtbare Erkenntnis gehabt. Nun rückte er selbst etwas näher und beugte sich dabei über den Tisch und flüsterte:
„Hast du deine Eier noch?“
Das Erstaunen in Mercers Augen war ihm wohl Antwort genug, denn er fuhr schnell fort:
„Entschuldige, du liefst vorhin so breitbeinig, da dachte ich … ist ja egal. Offensichtlich hast sie ja noch.“
Er grinste etwas verlegen. Auch er war ein Kind Pelgars und im Glauben an den lichten Gott erzogen worden. Seine Worte waren oft gröber als die der meisten, aber im Grunde seines Herzens war er ein guter Mann, der einst Treue einem einzigen Weib geschworen hatte. Das das Gespräch auch nur in seine solche Richtung ging, war auch ihm nicht ganz angenehm. Er wand sich etwas und wechselte dann erst mal das Thema. Wenn Mercer mit ihm weiter darüber sprechen wollte, würde er auch nicht davon laufen, wohin auch, er würde nicht weit kommen.
„Meister Grimm macht sich Sorgen um die Dachkonstruktionen und ich muss gestehen ich konnte in den meisten deiner Notizen keine finden...zumindest was den Hauptsaal des Tempels angeht. Er befürchtet, dass seine Fähigkeiten vielleicht gar nicht gebraucht werden könnten ...“
Und was das bedeutete stand ihm sorgenvoll im Gesicht geschrieben. Amandin wollte einen freien Himmel über dem Altarstein... aber das musste ja nicht zwangsläufig bedeuten, dass es gar keine Dachkonstruktion geben würde. Beide Männer betrachteten die Aufzeichnungen einen Moment lang anstrengt. Geisons schloss immer wieder seine Faust und öffnete sie, wie eine Blüte die am morgen auf ging und sich am Abend schloss. Dann starrte er plötzlich auf seine Hand und es war fast so als hätte er eine Idee im Spiegel von Mercers Augen gesehen. Er grinste und Hoffnung schwang in seiner Stimme mit:
„Wie wäre es ihn ein Dach konstruieren zu lassen dass sich nach Bedarf öffnen lassen kann?! Könntest du das unserer neuen Herrin entsprechend verkaufen? Meinst du sie würde sich auf so etwas mögen? … Du hast gesagt, sie wird uns belohnen, wenn wir großes leisten … Das will ich... das wollen wir alle! Nicht nur für sie! Da hattest du vollkommen Recht! Für uns, für einander, für unser Erbe.“
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Re: Der geschändete Tempel

Beitrag von Thomas Mercer » Freitag 11. Dezember 2015, 23:37

„Natürlich werde ich das. Das tu ich immer!“ Thomas nickte dankbar und sah seinem Freund hinterher, als sie separiert wurden. Nicht nur auf ihm lastete stetig ein prüfendes Auge, auch auf allen anderen. Von ihnen allen wurde nichts Geringeres als Perfektion eingefordert. Ob Geison seine Ideen auch direkt würde vor Amandin darlegen müssen? Oder hatte nur er selbst diese Ehre bekommen? Wohl kaum, oder? Und wenn nicht, ärgerte ihn das? Machte der Gedanke, dass Amandin auch anderen Sklaven die gleichen Lektionen in Anspannung beibringen könnte Eifersüchtig? Warum sollte er? Er war doch nur ein Sklave, alles was ihm widerfuhr geschah aus einer reinen Willkür heraus! Er war nichts Besonderes, er hatte nur das Glück oder Pech gehabt, aufzufallen oder? Der Steinmetzmeister atmete tief durch und damit abermals ihren Duft ein. Ihre Duftspur hatte sich schon so verfeinert, dass er ihre Note überwiegend unbewusst wahrnahm. Er schüttelte sich und musterte den Leichenhaufen. Das hier war kein Spiel und Thomas hatte prinzipiell einen sehr geringen Handlungsspielraum. Amandin stellte die Regeln auf, sie gebot über die Physik ihrer Beziehung und es lag in ihrer Macht darüber zu entscheiden, was aus Thomas und seiner Familie werden würde. Oh Beth Dachte er verzweifelt und fühlte sich ihr gegenüber bereits schon mehr als Untreu. Sicherlich, als Sklave konnte er es nicht verhindern, dass man sich an ihm vergriff, wenn den Herren oder Herrinnen der Sinn danach stand. Aber seine Gefühle... die waren doch höchst verwerflich gewesen. Er fühlte sich untreu und sündig.
Er war sich wohl bewusst, dass er wieder einen Schatten hatte und war sich auch ziemlich sicher, dass der auch auf seine Bewegungen achtete. Thomas bemühte sich deshalb tunlichst daran, sich nirgendwo zu berühren. Er widmete seine Aufmerksamkeit dem Bauplatz und schon kurze Zeit später befreiten ihn die Gedanken an das bevorstehende Bauwerk von seinen Grübeleien.

„Mhmm die Statue... man könnte sie im Fundament verankern.“ Brummte der Sklave vor sich hin. „Als Symbol für den Triumpf Faldors über die Gattin seines Bruders.“ Was für ein Blasphemischer Gedanke... doch... wo blieb der Zorn der launischen Göttin? Ventha hatte die Schändung ihres Tempels nicht gerächt. Eigentlich undenkbar! Die Andunier mussten sich wahrlich von ihrer Schutzgöttin verlassen fühlen. Er blickte zum Meer hin, welches sich im Mondlicht nur als schwarze Masse präsentierte. Glaubte Amandin nur an Faldor, oder auch an Manthala? Er wusste es nicht, doch seine Herrin würde vorzüglich zum Typ Manthalas passen. Wunderschön und dunkel. Er ging den „neuen“ Tempel ab. Tatsächlich existierte er in seinen Grundzügen bereits vor Mercers Augen. „Mondlicht... Mhm... wir brauchen reflektierende Materialien, gut platziert. Damit liesse sich einiges an Effekten erzielen. Mosaike vielleicht...ein spiegelnder Boden, der das Himmelszelt abbildet? Mhmm bei Dunkelheit ja, aber bei Tage...nein. Ein See aus Quecksilber..mhm..“ Seine Worte blieben kryptisch. Er legte nicht viel Wert darauf, dass sein Schatten nachvollziehen konnte, was genau seine Gedankengänge waren. Er brauchte dieses „Brainstorming“ für sich selbst. Das war Teil seines kreativen Prozesses und wenn er diesen verändern würde, nur um sich gegenüber dem Protokollanten zu erklären, würde dieser Prozess empfindlich gestört werden. Er betrachtete sich die Statue vor seinem geistigen Auge und schrak zurück, als sich der Kopf der Bestie plötzlich bewegte. Doch das Bild, die Zunge, Amandins Narben und die Szenen aus dem Zelt vermischten sich. Er sah für einen Moment ihre flatternden Augen, als die Sklavin ihr das Eisen auf die nackte Haut gedrückt hatte. Er hörte ihr leises keuchen, ihr sanftes Stöhnen und er spürte wie es in seinen Lenden zog. Er wich ein paar Schritte zurück und setzte errötet seinen Weg fort. Schliesslich wurde er zum Sklavenzelt zurückgebracht und durfte erst einmal essen. Erst jetzt merkte er, wie hungrig er war. Die frische Luft draussen hatte ihm gut getan, sein Kopf fühlte sich wieder etwas klarer an, obwohl er leichte Kopfschmerzen von den berauschenden Dämpfen hatte. Auch diesbezüglich hatte sich Thomas bei Amandin verraten. Er war sehr empfänglich für Drogen und es brauchte offenbar nur geringe Mengen um bei ihm den gewünschten Effekt zu erzielen. So vieles hatte Amandin heute über ihren Sklaven erfahren. Thomas unterhielt sich leise mit dem Architekten, doch ständig stand ihm noch immer Amandins Duftspur in der Nase, die ihn ganz unruhig machte.
„Was für seltsame Fragen du stellst, mein Freund...“ „Ach.“ Brummte Thomas nur und strich sich über den Bart. Er machte dies unbewusst und so oft, dass er ihren Duft eigentlich permanent einatmete.
„Ich muss dich leider Enttäuschen. Ich weiss von keiner Lehre Lysanthors, erinnere mich an keine Predigt in der mir ein Rat gegeben wurde, wie man sich als Sklave richtig verhalten soll.“ Thomas bleckte nur gequält kurz die Zähne und begann schliesslich sein Essen in sich reinzuschaufeln. War ja klar, dass es keine Lehren Lysanthors zur Sklaverei gab. In ihrem Glauben war die Möglichkeit, dass Lysanthor seinem Bruder unterliegen könnte, gar nicht existent. Die Suprematie ihres Gottes war das wichtigste Konzept ihres Glaubens.

„Erst recht nicht was „sittliche“ Pflichten anbelangt, aber wenn ich dich so anschaue, wünschte ich mir ich könnte dir einen Rat geben! Wirklich! Der Sonne Glanz möge dich leiten, aber um Himmelswillen, was hat sie nur mit dir gemacht?! ...“ „Shht! Geison... leise...“ Hauchte Thomas eindringlich und sah sich abermals um. Ausgesprochene Lysanthorfloskeln waren strengstens verboten. Thomas fürchtete schon die ganze Zeit, dass Geison irgendwann sein Leben für den Glauben an seinen Gott geben müssen wird. Ob sich dieses Opfer lohnte? Wo war er denn, der grosse Lysanthor? Im Moment schien einzig Faldor allgegenwärtig. Eine der Wachen blickte kurz zu ihnen hinüber und Thomas stellte sich brav essend, bis sie wieder aus dem Fokus jeglicher Aufmerksamkeit heraus waren. Er hielt inne, als Geisons Gesichtszüge sich plötzlich veränderten und starrte dem Architekten irritiert entgegen, als dieser seine These äusserte. „W-was?!“ Thomas wurde knallrot. „Entschuldige, du liefst vorhin so breitbeinig, da dachte ich … ist ja egal. Offensichtlich hast sie ja noch.“ „Ich fürchte...das ist mein Problem...“ Brummte Thomas leise und strich sich über die Stirn. „Ich...habe doch Frau und Kind.“ Sagte er beinahe tonlos. Vielleicht sogar zu leise, als dass Geison ihn gehört hätte.
„Meister Grimm macht sich Sorgen um die Dachkonstruktionen und ich muss gestehen ich konnte in den meisten deiner Notizen keine finden...zumindest was den Hauptsaal des Tempels angeht. Er befürchtet, dass seine Fähigkeiten vielleicht gar nicht gebraucht werden könnten ...“ Thomas nickte und verstand das Problem sofort. „Mhm...ja...“ Er beendete seine Mahlzeit und öffnete vorsichtig sein Notizbuch, welches er auf den Tisch legte. „Hier. Ein Sonnenförmiger Grundriss, mit einem runden Hauptsaal. Sie wünscht ihn offen, damit in der Nacht das Mondlicht hineinkommt. Ich habe bereits daran gedacht den Boden teilweise mit einem See aus Quecksilber auszugestalten, welches möglicherweise ein Ornament oder Muster bildet, welches dann im Mondlicht funkelt. Aber wenn wir kein Dach haben, dann ist die ganze Geschichte der Witterung ausgesetzt.“ Thomas seufzte. Ein Umstand, den er Amandin noch nicht eröffnet hatte. Doch zum Glück war er nicht der einzige anwesende Meister seines Fachs.

“Wie wäre es ihn ein Dach konstruieren zu lassen dass sich nach Bedarf öffnen lassen kann?!“ Thomas starrte seinen Freund an und rief dann die geplante Anlage wieder vor seinem Geistigen Auge ab. Der Hauptsaal türmte sich vor seinem geistigen Auge auf und auch die Sonnenstrahlen erhielten ein weiteres Stockwerk mit einer wunderbaren Terrasse, darunter würden sich Ahnengalerien befinden, die auf langen Mosaiken die Geschichte der Dunkelelfen und ihren Eroberungen verkündeten. Die ganze Anlage wurde dadurch nochmals um ein vielfaches monumentaler und überstieg das bisher gesehene bei weitem. Er sah auch, wie sich eine der Strahlen der Küste entlangschlängelte bis hin zu einer Klippe und ihr Spitz plötzlich in die Höhe wuchs. Ein Leuchtturm... er blickte Geison an. Griff zu seinem Kohlestift und skizierte Grob das Bild, welches er vor seinen Augen hatte. „Eine.... Kuppel aus Holz, welches wir mit Gold oder etwas dunklem überziehen und in der Nacht bei Sternenklarer Nacht öffnen. Faldor empfängt seine Schwester in seinem Haus...“ Er sah Geison an. “Könntest du das unserer neuen Herrin entsprechend verkaufen? Meinst du sie würde so etwas mögen? … Du hast gesagt, sie wird uns belohnen, wenn wir großes leisten … Das will ich... das wollen wir alle! Nicht nur für sie! Da hattest du vollkommen Recht! Für uns, für einander, für unser Erbe.“
Thomas nickte aufgeregt, doch dann hielt er inne und starrte seinen Kamerad an. „Sowas wurde noch nie versucht, nicht wahr?“ Ihm war kein solches Gebäude bekannt. Er kannte Kuppeln, die in sich schon zu den schwersten architektonischen Herausforderungen gehörten, die es überhaupt gab. Wenn eine Kuppel nicht exakt berechnet und gebaut wurde, dann drohte sie einzustürzen. Aber eine sich öffnende Kuppel? Gut, die Kuppel war seine persönliche Vorstellung, möglicherweise käme auch eine andere Dachform in Frage. Er strich sich über das Gesicht. Und betrachtete sich seine Skizze. Er war nur ein Steinmetz, mit Holzkonstruktionen kannte er sich nicht aus, hier würde Grimm eine realistischere Zeichnung anfertigen müssen. Das hier würde kein einfacher Tempel werden, sondern eher ein religiöses und kulturelles Zentrum. Andunie als Wallfahrtsort der Dunkelelfen? Eine seltsame Vorstellung, doch immerhin war Morgeria bei Andunie an die Küste des Festlandes vorgestossen. Er musterte den Grundriss. „Wir könnten einen künstlichen Fluss anlegen, der unter dem Tempel hindurchverläuft. Im Untergrund könnten wir eine wunderbare überwölbte Therme bauen. Der Fluss dient als Antrieb für ein Mühlrad, welches letztlich das Dach öffnet. So...braucht es keine Sklaven. Wir könnten die alten Strukturen des Venthatempels dadurch erhalten... ihr Erbe

Hauchte er. Thomas merkte bereits, auf was seine Position hinauslaufen würde. Amandin würde die Bewahrung der Strukturen im Untergrund und die Verlegung der Venthareste in den Keller als Zeichen des Triumpfes von Faldor verkaufen, gegenüber von Geison argumentierte er aber komplett in die andere Richtung. Im Untergrund würden noch immer die Strukturen des alten Tempels vorhanden sein und damit wäre die Zerstörung der Gottheit nicht gänzlich vollzogen. Ein schwieriger Balanceakt, auf den er sich da begab. Eine Schweissperle bildete sich auf seiner Stirn. „Die Entwicklung und Fertigstellung einer solchen Konstruktion und der Bau der entsprechenden Gerüste und Hebekräne, wird Meister Grimm über Jahre beschäftigen und sein Leben sichern.“ Meinte Thomas nickend. „Eine hervorragende Idee... und gross. Ich glaube unsere Herrin mag grosse Ideen.“ Stand es ihr als Frau überhaupt zu, nach einem solchen Monument zu streben? Hinterfragte er gerade Amandins Einfluss und Macht? Amandins?!! Er schalt sich selbst. Noch hatte er ihre Position noch nicht ganz durchschaut. Sie war Harkers Verlobte, allein schon das war irgendwie seltsam. Warum sollte sich eine Dunkelelfin, die erst noch die Nichte des Stadthalters war, mit einem Menschen verloben... und... war sie nun eine Faldorpriesterin, wie Thomas die ganze Zeit dachte, oder doch eher nur eine Vertreterin der dunkelelfischen Oberschicht? Er wusste so wenig über sie und eigentlich stand es ihm auch nicht wirklich zu mehr zu wissen. Das „ichtigste war, dass sie die Allmacht über ihn, seine Familie und seine Männer hatte. Thomas musterte seinen Freund. „Was hälst du von unserer Herrin? Und von Harker?“ Es gab wenige Gelegenheiten, wo sich der Steinmetz mit Gleichgesinnten unterhalten konnte und so nutzte er diesen Moment.

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Re: Der geschändete Tempel

Beitrag von Erzähler » Dienstag 15. Dezember 2015, 10:34

„Shht! Geison... leise...“
Hauchte Thomas eindringlich und sah sich abermals um. Ausgesprochene Lysanthorfloskeln waren strengstens verboten und Thomas fürchtete schon die ganze Zeit, dass Geison irgendwann sein Leben für den Glauben an seinen Gott geben müssen wird. Er hielt inne, als Geisons Gesichtszüge sich plötzlich veränderten und starrte dem Architekten irritiert entgegen, als dieser seine These äußerte.
„W-was?!“
Thomas wurde knallrot.
„Entschuldige, du liefst vorhin so breitbeinig, da dachte ich … ist ja egal. Offensichtlich hast sie ja noch.“
„Ich fürchte...das ist mein Problem...“

Brummte Thomas leise und strich sich über die Stirn. Das Gesicht seines Freundes sah aus, als könnte er sich kurz nicht entscheiden, ob er Mitleid oder Neid verspüren sollte, entschied sich aber dann doch für das Mitleid. Nichts von alle dem was sie hier ertragen durften, oder mussten war von ihnen selbst bestimmt.
„Ich...habe doch Frau und Kind.“
Sagte er beinahe tonlos und erntete einen lange verstehenden Blick, sowie eine tröstende Hand auf der Schulter. Lange weilte sie nicht dort, denn einer der Wächter schritt in der Nähe vorbei. Geison wechselte gekonnt das Thema.
„Meister Grimm macht sich Sorgen um die Dachkonstruktionen und ich muss gestehen ich konnte in den meisten deiner Notizen keine finden...zumindest was den Hauptsaal des Tempels angeht. Er befürchtet, dass seine Fähigkeiten vielleicht gar nicht gebraucht werden könnten ...“
Thomas nickte und verstand das Problem sofort.
„Mhm...ja...“
Er beendete seine Mahlzeit und öffnete vorsichtig sein Notizbuch, welches er auf den Tisch legte.
„Hier. Ein Sonnenförmiger Grundriss, mit einem runden Hauptsaal. Sie wünscht ihn offen, damit in der Nacht das Mondlicht hineinkommt. Ich habe bereits daran gedacht den Boden teilweise mit einem See aus Quecksilber auszugestalten, welches möglicherweise ein Ornament oder Muster bildet, welches dann im Mondlicht funkelt. Aber wenn wir kein Dach haben, dann ist die ganze Geschichte der Witterung ausgesetzt.“
Thomas seufzte, doch zum Glück war er nicht der einzige anwesende Meister seines Fachs.
“Wie wäre es ihn ein Dach konstruieren zu lassen dass sich nach Bedarf öffnen lassen kann?!“
, warf Geison ein. Thomas starrte seinen Freund an und rief dann die geplante Anlage wieder vor seinem Geistigen Auge ab. Der Hauptsaal türmte sich vor seinem geistigen Auge auf und auch die Sonnenstrahlen erhielten ein weiteres Stockwerk mit einer wunderbaren Terrasse, darunter würden sich Ahnengalerien befinden, die auf langen Mosaiken die Geschichte der Dunkelelfen und ihren Eroberungen verkündeten. Die ganze Anlage wurde dadurch nochmals um ein vielfaches monumentaler und überstieg das bisher gesehene bei weitem. Er sah auch, wie sich eine der Strahlen der Küste entlang schlängelte bis hin zu einer Klippe und ihr Spitz plötzlich in die Höhe wuchs. Ein Leuchtturm... er blickte Geison an. Griff zu seinem Kohlestift und skizzierte Grob das Bild, welches er vor seinen Augen hatte und wurde dabei neugierig beobachtet. Sobald sein Freund den Leuchtturm als solchen erkannte, murmelte dieser leise:
„Wirklich? Ein Leuchtturm für den Gott der Finsternis?“
Zweifel sprach aus seiner Stimme, aber er verfolgte weiter die Kreativität, die aus seinem Freund förmlich heraus brach.
„Eine.... Kuppel aus Holz, welches wir mit Gold oder etwas dunklem überziehen und in der Nacht bei Sternenklarer Nacht öffnen. Faldor empfängt seine Schwester in seinem Haus...“
Er sah Geison an und dieser nickte begeistert.
“Könntest du das unserer neuen Herrin entsprechend verkaufen? Meinst du sie würde so etwas mögen? … Du hast gesagt, sie wird uns belohnen, wenn wir großes leisten … Das will ich... das wollen wir alle! Nicht nur für sie! Da hattest du vollkommen Recht! Für uns, für einander, für unser Erbe.“
Thomas nickte aufgeregt, doch dann hielt er inne und starrte seinen Kamerad an.
„Sowas wurde noch nie versucht, nicht wahr?“
Ihm war kein solches Gebäude bekannt. Er kannte Kuppeln, die in sich schon zu den schwersten architektonischen Herausforderungen gehörten, die es überhaupt gab. Wenn eine Kuppel nicht exakt berechnet und gebaut wurde, dann drohte sie einzustürzen. Aber eine sich öffnende Kuppel? Gut, die Kuppel war seine persönliche Vorstellung, möglicherweise käme auch eine andere Dachform in Frage. Er strich sich über das Gesicht. Und betrachtete sich seine Skizze.
„Wir schreiben hier architektonische Geschichte, mein Freund!“
Geison strahlte und trotz der widrigen Umstände hatte es Amandin, ihr neue Herrin geschafft ihren Lebenswillen neu zu wecken. Das hier würde kein einfacher Tempel werden, sondern eher ein religiöses und kulturelles Zentrum. Andunie als Wallfahrtsort der Dunkelelfen? Eine seltsame Vorstellung, doch immerhin war Morgeria bei Andunie an die Küste des Festlandes vorgestoßen. Er musterte den Grundriss.
„Wir könnten einen künstlichen Fluss anlegen, der unter dem Tempel hindurch verläuft. Im Untergrund könnten wir eine wunderbare überwölbte Therme bauen. Der Fluss dient als Antrieb für ein Mühlrad, welches letztlich das Dach öffnet. So...braucht es keine Sklaven. Wir könnten die alten Strukturen des Venthatempels dadurch erhalten... ihr Erbe“
Geisons Grinsen wurde noch breiter:
„Diesen Fluss gibt es schon. Rasmussens hat die Säulen untersucht, die das Wasser führten. Er hat einen Zugang unter die Anlage entdeckt und wir haben gutes Potenzial gefunden um hier einiges altes neu nutzen zu können. Deine Idee für den Antrieb der Dachkonstruktion werde ich Meister Grimm weiter leiten. Er wird begeistert sein, da bin ich mir sicher! Ich selbst hatte auch eine Idee … etwas das noch reifen muss, aber ich glaube damit mein Leben hier gut verkaufen zu können und damit auch …das deiner Familie.“
, hauchte er. Für Mercer würde es zu einem Balanceakt werden all die großartigen Ideen Amandin zu verkaufen und zu hoffen, dass sie wenn angenommen, auch umsetzbar waren. Die Strukturen des alten Tempels zu nutzen und damit die Zerstörung der Gottheit nicht gänzlich zu vollziehen, war ein gewagtes Unterfangen, aber durchaus nützlich. Und die alle hatten ihren Wert noch zu beweisen.
„Die Entwicklung und Fertigstellung einer solchen Konstruktion und der Bau der entsprechenden Gerüste und Hebekräne, wird Meister Grimm über Jahre beschäftigen und sein Leben sichern.“
, meinte Thomas nickend.
„Eine hervorragende Idee... und groß. Ich glaube unsere Herrin mag große Ideen.“
Stand es ihr als Frau überhaupt zu, nach einem solchen Monument zu streben? Hinterfragte er gerade Amandins Einfluss und Macht? Amandin... Unbewusst streichelte er schon wieder seinen Bart und seine Gedanken kreisten um alles was seine neue Herrin betraf. Thomas musterte nachdenklich seinen Freund.
„Was hältst du von unserer Herrin? Und von Harker?“
Geison musterte seinen Freund von der Seite.
„Was ich von ihr halte? … So richtig sicher bin ich mir da noch nicht.“
Er rieb sich die Nase und flüsterte hinter vorgehaltener Hand:
„Als sich sie gesehen hab - Uff, ich dachte meine Hose würde gleich platzen. Dann setzte zum Glück mein Gehirn wider ein und seit dem halte ich sie vor allem anderen für eine größere Gefahr, als jeden Herrn den wir bisher hatten. Ich konnte noch nie wirklich die Denkweisen einer Frau vorher ahnen und noch weniger gelingt mir das wohl bei dieser Sirene. Ich glaube aber … sie hat eine gute Wahl mit dir getroffen. Ich meine, wenn sie mich gewählt hätte, wäre ich wahrscheinlich schon tot und das zeigt, dass sie sich, warum auch immer, mit uns beschäftigt.“
Seine Augen glitzerten. Er war im höchsten Maße angespannt und sorgte sich.
„Ich sehe aber auch, dass sie dir im Kopf herum geht und das du ein schlechtes Gewissen wegen deiner Familie hast. Dazu kann ich nur sagen, hätte ich die Möglichkeit meine Frau und mein Kind wieder ins Leben zu rufen, meine dummen aus Stolz begangenen Fehler ungeschehen zu machen, ich würde meine Seele Faldor verschreiben, freiwillig die Tore zum Harax durchschreiten und mit jedem Dämon ins Bett steigen, der mich haben will.“
Tiefe Bitterkeit sprach aus seinen Worten und wieder einmal, lag Geisons Schuld so dicht unter der zerbrechlichen Oberfläche, dass man ihn nur hätte berühren müssen und er wäre in Millionen Scherben zerborsten. Er hatte nie erzählt, was wirklich mit seiner Familie geschehen war, aber Geison war schuld daran. Zumindest glaubte er das.
„Deshalb... ich wollte es dir schon die ganze Zeit sagen. - Ich werde die Deinen beschützen! Ich werde wirklich alles tun, damit durch mein Handeln nicht noch eine Familie ins Unglück gestürzt wird. Ich sage das, weil dieser Harker ihr Schicksal in meine Hände gelegt hat und die Geschichte darf sich nicht wiederholen. Ich weiß, das mein Temperament zuweilen aufbrausend ist, aber ich schwöre bei allen Göttern die meine Seele haben wollen, ich lass dich nicht im Stich. Also wenn du meinst, ich kann irgendetwas tun, was ihre Chancen verbessert, ich tu es.“
In Geisons Iriden funkelte wilde Entschlossenheit und sogar ein paar Tränen. Ein paar Atemzüge lang herrschte Schweigen, dann blinzelte er ein paar Mal, wischte sich mit dem Ärmel über die Augen und fuhr fort:
„Amandin ist nun vor allem dein Problem, aber diesen Harker... den halte ich für eine Marionette. Eine gefährliche, ohne Frage, aber eine Marionette. Warum sie sich mit so jemand verlobt hat? Herjeh, ich weis es nicht. Er ist ein Mensch, ein Mann, vielleicht steht sie auf Typen wie ihn, keine Ahnung. Wenn du was raus findest, sag es mir. Wir halten auf jeden Fall zusammen, egal was wir tun müssen um am Leben zu bleiben.“
Einer der Wächter machte wieder seine Runde in der Nähe ihres Tisches und Geison sprach in normal lautem Tonfall, sodass er es hören konnte.
„Wir sollten langsam schlafen gehen.“
Der Wächter sah zu ihnen und nickte in eine Richtung. Dort wo er hinwies lagen schon ein paar Männer im Stroh und mache schnarchten auch schon leise. Sima und Mercer wurden nun innerhalb weniger Minuten als letzte ihren Schlafplätzen zugewiesen. Nicht weit von Thomas Platz lag Jan Hellersdorf, der Lehrling des Feinschmiedes, der als schwächstes Glied der Schmiede ausgewählt worden war und nun wie die anderen vier Auserwählten wieder zu ihnen gestoßen war. Es lag still ausgestreckt, mit über der Brust gekreuzten Händen da und starrte an die Zeltdecke. Soweit Geison wusste, hatte bisher keiner einen der Vier angesprochen und gefragt, was mit ihnen geschehen war. Es war irgendwie ein ungeschriebenes Gesetz, dass man sich nach seinen Strafen untereinander fragte, sondern wartete, bis derjenige selbst sie erzählen wollte, bevor er daran erstickte. Es gab auch Strafen über die nie jemand sprach, aber Jan sah nicht so aus, als ob er Schmerzen oder dergleichen hatte erdulden müssen. Er sah nur „entrückt“ aus.
Einer der Wächter löschte die Flamme der Öllampe, gab mit Handzeichen Befehl die Seitenwände herunter zu lassen und schon konnte man nur noch die groben Umrisse seines Nächsten erkennen. Draußen vor dem Zelt wurden Fackeln entzündet und die Wächter bezogen ihre Positionen. Ein unglaublich langer und ereignisreicher Tag war beendet und die Nacht streckte ihre gierigen Finger aus. Manthala rief sie eilig in ihr Reich um ihre Träume zu besuchen und in ihrem Unterbewusstsein zu lesen und sicher würde Thomas von Amandin träumen.
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Re: Der geschändete Tempel

Beitrag von Thomas Mercer » Montag 21. Dezember 2015, 16:31

Thomas musterte seinen Freund, der offenbar nicht so recht wusste, wie er auf das Gesagte reagieren sollte. Musste man den auserwählten und bevorzugten Sklaven nun verachten oder Mitleid für ihn und sein empfinden? War Amandins Aufmerksamkeit ein Fluch, oder ein Segen? Um ehrlich zu sein, wusste er es ja selbst nicht. Die Welt war nun mal nicht entweder Schwarz oder Weiss. Auf diese Tatsache, hatte ihn sein Glaube nicht vorbereitet. In seinem früheren Leben war es stets einfach gewesen, gutes von bösem zu unterscheiden, doch diese Grenzen hatten sich aufgrund der neuen Alltagsrealität verschoben und nahezu aufgelöst. Was war die Gnade einer Mörderin wert? Was die Wertschätzung eines Sklavenhalters? Was die Treue gegenüber der eigenen Familie, wenn sie das eigene und ihr Leben kosten könnte? Darauf gab es keine eindeutigen Antworten. Thomas nickte seinem Freund nur zu, als dieser ihm die Hand auf die Schulter legte. Geison würde er sein Leben anvertrauen, er war vielleicht manchmal ein derber und impulsiver Kerl, aber er hatte das Herz definitiv am rechten Fleck und hatte ebenfalls gelernt pragmatisch zu denken. Die beiden begannen an dem Tempel zu tüfteln und daran, wie sie möglichst das Leben ihrer Freunde erhalten konnten, indem man sie für den Bau unverzichtbar machte.

„Wirklich? Ein Leuchtturm für den Gott der Finsternis?“ Thomas strich sich durch seinen Bart und nahm damit unbewusst wieder Amadins Duftspur in sich auf. „Mhmm ja. Hast du die vielen Schiffe gesehen, die hier vor der Stadt ankern? Andunie braucht einen Leuchtturm... vielleicht gelingt es uns, eine purpurne Flamme zu entzünden. Mit irgend einem magischen Trick oder einem Pulver.“ Er zuckte mit den Schultern. „Vielleicht wissen die Schmiede etwas diesbezüglich.“
„Wir schreiben hier architektonische Geschichte, mein Freund!“ Der Steinmetzmeister lächelte und nickte seinem Freund zu. „Vor allem... ist es unsere Geschichte.“ Meinte er leise und die beiden nickten sich wissend zu. Sie würden nicht den Dunkelelfen ein Denkmal setzen, sondern sich selbst und all den Sklaven im Reich.
„Diesen Fluss gibt es schon. Rasmussens hat die Säulen untersucht, die das Wasser führten. Er hat einen Zugang unter die Anlage entdeckt und wir haben gutes Potenzial gefunden um hier einiges altes neu nutzen zu können.“ Der Steinmetzmeister nickte zuversichtlich. Schon seltsam... ich war vor mehreren Jahren das letzte Mal in Andunie, habe mir aber nicht die Zeit genommen mir den Tempel anuschauen...ich dachte er sei für die Ewigkeit gebaut, weisst du? Und nun...ist er für immer verloren. Es....ist seltsam, wie schnell sich alles verändern kann, oder? Wie haben wir nur so blind sein können? Wie konnte Pelgar nur fallen... und wie wird unsere Gesellschaft sein, sollte uns jemals der Befreiungsschlag gelingen?“ Alles relativ heikle Worte, auch wenn sie verständlich waren. Keiner konnte für sich selbst wohl eine Erklärung für das finden, was mit ihnen geschehen war.

“ Deine Idee für den Antrieb der Dachkonstruktion werde ich Meister Grimm weiter leiten. Er wird begeistert sein, da bin ich mir sicher!“ Thomas nickte nur. „Sag ihm auch, er soll jetzt nicht schlappmachen.“ Um Meister Grimm machten sie sich alle ja stets die meisten Sorgen, weil er der Älteste in der Gruppe war und körperlich schon ziemlich angeschlagen. Aber er war ein Mann von unschätzbarer Erfahrung und Kunstfertigkeit. Wenn einer so etwas würde konstruieren können, dann wohl nur er.
“Ich selbst hatte auch eine Idee … etwas das noch reifen muss, aber ich glaube damit mein Leben hier gut verkaufen zu können und damit auch …das deiner Familie.“ Thomas sah ihn direkt an und hob fragend seine Augenbraue. Er sprach ihn aber nicht direkt auf diese Idee an. Geison würde sie schon mit ihm Teilen, wenn er sie für reif genug erachtete. Darum wechselte Thomas das Thema und fragte seinen Freund über die Herrin aus.
„Was ich von ihr halte? … So richtig sicher bin ich mir da noch nicht. Als sich sie gesehen hab - Uff, ich dachte meine Hose würde gleich platzen.“ Thomas wurde rot, vermutlich weil er ähnlich gedacht hatte. Er sah sich jedoch sicherheitshalber nochmals nach der Wache um, da er sich nicht sicher war, ob sie so über ihre Herrin sprechen sollte.

“Dann setzte zum Glück mein Gehirn wider ein und seit dem halte ich sie vor allem anderen für eine größere Gefahr, als jeden Herrn den wir bisher hatten. Ich konnte noch nie wirklich die Denkweisen einer Frau vorher ahnen und noch weniger gelingt mir das wohl bei dieser Sirene.“ Thomas strich sich über seinen Oberarm. „Oh ja.“ Brummte er schliesslich. Tatsächlich war das Leben unter männlichen Herren bisher immer viel eindeutiger gewesen. Man hatte sie immer als Arbeitskraft betrachtet, selten als Individuen wahrgenommen. Man überlebte, wenn man die erwartete Leistung erbrachte. Etwas anderes war nicht erwartet worden und etwas anderes hatte auch keine Rolle gespielt. Amadins Erwartungen waren ungemein komplexer. Bei ihr musste man nicht nur als Steinmetz bestehen, sondern auch als Mensch.
“Ich glaube aber … sie hat eine gute Wahl mit dir getroffen. Ich meine, wenn sie mich gewählt hätte, wäre ich wahrscheinlich schon tot und das zeigt, dass sie sich, warum auch immer, mit uns beschäftigt.“ „Oh ja... das tut sie... und du hast recht, sie hat ein unheimliches Talent darin, Menschen einzuschätzen.“ Thomas strich sich über seinen Handrücken. „Es ist als wäre man Nackt, wenn man vor ihr steht... und sie will alles besitzen... nicht nur den Körper oder das technische Wissen, sie will uns mit Leib und Seele.“[/i]
„Ich sehe aber auch, dass sie dir im Kopf herum geht und das du ein schlechtes Gewissen wegen deiner Familie hast.“ Der Steinmetzmeister biss die Zähne zusammen und knirschte mit den Zähnen. Schliesslich rieb er sich die Augen und nickte. „Ja.“

“Dazu kann ich nur sagen, hätte ich die Möglichkeit meine Frau und mein Kind wieder ins Leben zu rufen, meine dummen aus Stolz begangenen Fehler ungeschehen zu machen, ich würde meine Seele Faldor verschreiben, freiwillig die Tore zum Harax durchschreiten und mit jedem Dämon ins Bett steigen, der mich haben will.“ Thomas blickte auf und sah seinen Freund lange an. Er nickte schliesslich und nun war es an ihm, die Hand auf Geisons Schulter zu legen. Thomas wusste nicht, wie genau Geison seine Familie verloren hatte, doch er nahm sich nicht das Recht für sich selbst heraus, ihn danach zu fragen. Wenn die Zeit gekommen war, würde er reden. Jeder Sklave trug seine eigenen Dämonen und Schatten mit sich herum und es gab einen gewissen unausgesprochenen Kodex unter den Männern, dass man einander nicht zum Reden zwang. Thomas signalisierte ihm aber deutlich, dass er da sein würde.

„Deshalb... ich wollte es dir schon die ganze Zeit sagen. - Ich werde die Deinen beschützen! Ich werde wirklich alles tun, damit durch mein Handeln nicht noch eine Familie ins Unglück gestürzt wird. Ich sage das, weil dieser Harker ihr Schicksal in meine Hände gelegt hat und die Geschichte darf sich nicht wiederholen. Ich weiß, das mein Temperament zuweilen aufbrausend ist, aber ich schwöre bei allen Göttern die meine Seele haben wollen, ich lass dich nicht im Stich. Also wenn du meinst, ich kann irgendetwas tun, was ihre Chancen verbessert, ich tu es.“ Thomas nickte und drückte die Schulter seines Freundes etwas fester. „Ich danke dir, Geison. Ich weiss, dass Harker dir damit eine riesige Bürde aufgelegt hat. Wir schaffen das.“ Er seufzte. „Stell dir vor, ich habe den ganzen Abend bei unserer Herrin im Zelt verbracht und mich nicht getraut, sie nach Beth und Louisa zu fragen.“ Er biss sich auf die Lippen. „Beth hat einen Feigling geheiratet.“ Er senkte sein Haupt und starrte auf seine Notizen. Er hätte nach ihnen Fragen sollen... „In ihrem Zelt, da war eine Elfin...eine Sklavin für...besondere Dienste...ich...denke nur..ich...was... wenn man aus Beth... was wenn aus Louisa...“ Er brachte die Wörter nicht über die Lippen.

„Amandin ist nun vor allem dein Problem, aber diesen Harker... den halte ich für eine Marionette. Eine gefährliche, ohne Frage, aber eine Marionette. Warum sie sich mit so jemand verlobt hat? Herjeh, ich weiss es nicht.“ „Ja.“ Brummte Thomas nur missmutig. Harker passte nicht ins Schema. Seine Rolle in diesem sadistischen Schachspiel war noch nicht gänzlich geklärt und Thomas hatte leider gleichzeitig die Befürchtung, dass zu viel Neugierde ebenfalls gefährlich sein würde.
“Er ist ein Mensch, ein Mann, vielleicht steht sie auf Typen wie ihn, keine Ahnung.“ „Hast du seine Augen gesehen? Sie sind...so dunkel. Irgendwas stimmt mit diesem Kerl nicht.“ Immerhin schien er aber Thomas bis zu einem gewissen Grad für sein Verhalten respektiert zu haben. Ob sich dies nun ändern würde? Ob er ihn als Nebenbuhler betrachten würde? Wenn ja, dann könnte die Sache mehr als nur unangenehm für den Sklaven werden.

“Wenn du was raus findest, sag es mir. Wir halten auf jeden Fall zusammen, egal was wir tun müssen um am Leben zu bleiben.“ Er nickte nur und sah seinen Freund dankbar an. Vertrauen und echte Freundschaft war ein rares Gut unter Sklaven, umso mehr schätzte er es, Geison um sich zu haben. Die beiden zogen sich zu den Schlafstätten zurück. Thomas verzog kurz sein Gesicht, als er das Stroh sah. Sicherlich, Komfort war prinzipielle Mangelware unter Sklaven, aber das Schlafen auf dem Boden ruinierte ihm in der Regel gänzlich den Rücken. Er seufzte und legte sich auf den zugewiesenen Platz. Er rollte sich ein und drehte sich auf die Seite, so dass der junge Feinschmied in sein Blickfeld geriet. Armer Kerl. Was hatte Amandin mit ihnen nur gemacht? Der Junge würde daran wohl zu nagen haben und auch an der Tatsache, dass sein Meister ihn für das schwächste Glied erkoren hatte. Ein schweres Los. Er tat ihm leid. Die Wachen löschten die Fackeln und bald lag er in gänzlicher Dunkelheit. Er atmete ein paar Mal tief durch und schloss schliesslich seine Augen. Es war so als würde er spüren, wie der Junge noch immer an die Decke starrte. Einfach so ins Nichts, unfähig zu schlafen. Doch da war nichts, was Thomas im Moment für ihn tun konnte. Was für ein Tag! Er ging ihn nochmals Stunde für Stunde durch. Sie hatte ihn nicht ausgewählt, er hatte sich freiwillig gemeldet. Ein Kribbeln ging durch seinen Körper. Wie würde sich sein Schicksal nun entwickeln, wo er es fest an seine Herrin gebunden hatte? Er hatte ihr die gewünschte Demutsgeste erbracht, doch hatte er wirklich verstanden, was er da gemacht hatte? Thomas war sich dessen nicht so sicher. Der Gedanke, dass sie über seine Triebe herrschen wollte, beschämte ihn einerseits, weil dies so fremd war für seine Kultur, gleichzeitig erregte es ihn verbotener Weise und letztlich machte es ihm aber auch Angst. Letztlich überwog die Erschöpfung und er schlief ein.

„Thomas.... Thomas...“ Eine süsslich-verlockende Stimme raunte an sein Ohr. Heisser Atem auf seiner empfindlichen Haut. Dann spürte er einen fremden Körper auf seinem Schoss. Etwas legte sich um seinen Hals, es fühlte sich kühl an. Leder? Nein, dafür war das Material zu weich und zu flexibel, es bewegte sich und ab und an hörte er ein zischeln...eine...eine Schlange?! Er riss seine Augen auf und wollte sich aufsetzen, doch Amandin drückte ihn energisch zurück, indem sie ihre Hand auf seine Brust presste. Ihre Hand war klebrig und war... blutig. „Shht.“ Raunte sie ihm entgegen und gab ihm einen intensiven Kuss, während die Schlange um seinen Hals sich enger an ihn schmiegte und ihm langsam die Luft zudrückte. Er starrte sie an und wollte seine Hände heben, doch er war angekettet. Amandin lächelte nur zuckersüss und fackelte nicht lange um sich mit ihm zu vereinigen. Ihr Becken bewegte sich in einem wilden Takt und sie drückte genüsslich ihren Rücken durch. „Hr.r..“ Er wollte stöhnen, doch er konnte nicht, er wollte atmen, doch er konnte nicht, zu sehr drückte ihm die Schlange die Luft an. Thomas wurde unruhig, spannte sich an, begann sich zu winden. „Nanaana...“ Meinte seine Herrin lächelnd und streichelte die Schlange, die sich daraufhin etwas lockerte. Thomas atmete keuchend. Amandin streichelte ihn mit ihrer blutgetränkten Hand. „Weisst du, ich kann alles für dich sein, wenn ich das will... alles...“ Meinte sie lächelnd und hielt ihm für einen Moment die Augen zu. Ihre Bewegungen waren die reinste Sünde und Thomas wollte für einen Moment nichts anderes mehr sein als nur ein Körper. Als die Hand sich entfernte sass nicht mehr Amandin auf ihn, sondern Beth. Doch seine Frau sah nicht glücklich aus und dort wo sonst ihre funkelnden Augen waren, sah er nur Schwärze, eine Schwärze die wie Tränen aus ihren Augenhöhlen tropfte und ihr ganzes Gesicht verschmierte. Er wollte etwas sagen, doch schon wurde sein Kopf zurückgerissen und wieder empfing er einen feurigen Kuss seiner Herrin. „Vielleicht gefällt es mir ja dir dabei zuzuschauen, wie du es von deiner Frau besorgt kriegst..mhm? Oder aber es gefällt mir dich leiden zu sehen...in unvorstellbarer Weise...schau...“ Sie hielt etwas Grosses über seinen Kopf und ihm tropfte warmes Blut auf das Gesicht. Er konnte nicht sehen was es war, denn aus irgendeinem Grund war das Objekt gänzlich in Dunkelheit gehüllt, erst nach einer Weile erkannte er, dass es ein dunkelbrauner Leinensack war. Amandin lächelte, ein Dolch blitzte auf und durchschnitt den Sack. Der Inhalt fiel ihm auf die Brust und erst jetzt erkannte er, dass es Louisas abgetrennter Kopf war.

Thomas riss seine Augen auf und fuchtelte erschreckt herum, als er vom Albtraum erwachte. Das Stroh unter ihm war gänzlich durchgeschwitzt. Seine heftige Bewegung versetzte ihm einen grässlichen Stich im Rücken. „Arrghgh Scheisse!“ Keuchte er und hielt sich den Schädel. Es war nur ein Traum! Es war nur ein Traum! Es war nur ein Traum! Redete er sich immer wieder ein, doch sein Herzschlag wollte sich noch lange nicht beruhigen. „Oh bei Lysanthor.“ Hauchte er unbedacht und schlug seine Hände über seinem Gesicht zusammen. Mit Entsetzen erkannte er, dass sei Körper durchaus auf den Traum reagiert hatte, doch zum Glück ohne irgendwelche verräterischen Flecken zu hinterlasse, dafür war der Schreck vermutlich zu gross gewesen. „Nein, nein nein...“ Krächzte er nervös vor sich her. Was passierte hier nur mit ihm? Sein Kopf fühlte sich an, als hätte man ihm mit einem Knüppel auf den Schädel gehauen. Er hörte jedes Geräusch so überdeutlich klar, dass es ihm in den Ohren schmerzte. Dies waren wohl die Nachwirkungen der Drogen, die er Tags zuvor eingeatmet hatte. Wie viel Zeit war überhaupt vergangen?! Für einen Moment fiel es ihm schwer sich zu orientieren. Endlich legte er sich wieder zurück ins Stroh und starrte an die Decke. Sein Herz pochte noch immer hart gegen seine Brust und seinen Hals.

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Re: Der geschändete Tempel

Beitrag von Erzähler » Sonntag 27. Dezember 2015, 20:25

Sie hatten lange über die Details der Tempelanlage gefachsimpelt und waren dann zu privateren Themen gekommen. Jetzt seufzte Thomas:
„Stell dir vor, ich habe den ganzen Abend bei unserer Herrin im Zelt verbracht und mich nicht getraut, sie nach Beth und Louisa zu fragen.“
Er biss sich auf die Lippen.
„Beth hat einen Feigling geheiratet.“
Er senkte sein Haupt und starrte auf seine Notizen, als Geison leise murmelte:
„Besser einen Feigling, als einen Gatten der ihr Leben verwirkt!“
Meister Sima rieb sich die Stirn, als könnte er dadurch die finsteren Erinnerungen vertreiben und hörte dann weiter zu.
„In ihrem Zelt, da war eine Elfin...eine Sklavin für...besondere Dienste...ich...denke nur..ich...was... wenn man aus Beth... was wenn aus Louisa...“
Er brachte die Wörter nicht über die Lippen und Geisons Miene wurde finster. Eine Weile herrschte Schweigen, dann legte der Architekt seine Hand auf die von Thomas und flüstere:
„In so einem Fall müsstest du dich fragen, womit du leben könntest. Du weist nicht, was die beiden erleben müssen und du weist nicht was du noch erleben wirst, aber vielleicht solltest du dich fragen, was dir lieber wäre. Würdest du lieber den Leichnam deiner Frau im Arm halten, anstatt sie mit einem anderen Mann zu sehen und… ihren Hass ertragen?“
Allein die Vorstellung war grausam, aber Geison hatte da ein Thema berührt, dass jetzt gerade für Thomas sehr aktuell war. ER SELBST steckte in dieser Situation und was würde seine Frau sich wünschen? Würde sie ihn lieber tot sehen, als als Liebessklave einer dunklen Herrin? Wie tief ging ihre Liebe, dass man eine solche Situation überstehen konnte? Wie wahrhaftig waren die Gefühle für einander? Würden sie sich wandeln? Würde Beth ihn lieber tot sehen? Sicher nicht, aber würde ihre Liebe durch ein solches nicht einmal selbst erwähltes Handeln sterben? Geison riss Thomas aus seinen rotierenden Phantasien und das Gespräch kam auf Harker, den Hauptmann der Stadtwache zu sprechen.
„Amandin ist nun vor allem dein Problem, aber diesen Harker... den halte ich für eine Marionette. Eine gefährliche, ohne Frage, aber eine Marionette. Warum sie sich mit so jemand verlobt hat? Herjeh, ich weiss es nicht.“
„Ja.“
“Er ist ein Mensch, ein Mann, vielleicht steht sie auf Typen wie ihn, keine Ahnung.“

„Hast du seine Augen gesehen? Sie sind...so dunkel. Irgendwas stimmt mit diesem Kerl nicht.“
Das Bild dieser tief schwarzen Augen wollte Thomas nicht so recht aus dem Kopf gehen und wenn Harker er ihn als Nebenbuhler betrachten würde? Wenn ja, dann könnte die Sache mehr als nur unangenehm für den Sklaven werden.
“Wenn du was raus findest, sag es mir. Wir halten auf jeden Fall zusammen, egal was wir tun müssen um am Leben zu bleiben.“
Er nickte nur und sah seinen Freund dankbar an. Vertrauen und echte Freundschaft war ein rares Gut unter Sklaven, umso mehr schätzte er es, Geison um sich zu haben. Die beiden zogen sich zu den Schlafstätten zurück. Er rollte sich ein und drehte sich auf die Seite, so dass der junge Feinschmied in sein Blickfeld geriet. Was hatte Amandin mit ihnen nur gemacht? Er tat ihm leid. Die Wachen löschten die Fackeln und bald lag er in gänzlicher Dunkelheit. Er atmete ein paar Mal tief durch und schloss schließlich seine Augen. Was für ein Tag! Er ging ihn nochmals Stunde für Stunde durch. Sie hatte ihn nicht ausgewählt, er hatte sich freiwillig gemeldet. Ein Kribbeln ging durch seinen Körper, als er an sie dachte. Der Gedanke, dass sie über seine Triebe herrschte, beschämte ihn einerseits, weil dies so fremd war für seine Kultur, gleichzeitig erregte es ihn verbotener Weise und es machte ihm aber auch Angst. Letztlich überwog die Erschöpfung und er schlief ein.

Thomas riss seine Augen auf und fuchtelte erschreckt herum, als er vom seinem Albtraum geplagt erwachte. Das Stroh unter ihm war gänzlich durchgeschwitzt und seine heftige Bewegung versetzte ihm einen grässlichen Stich im Rücken.
„Arrghgh Scheisse!“
Mercer versuchte sich zusammen zu reißen. Es war nur ein Traum, redete er sich immer wieder ein, doch sein Herzschlag wollte sich noch lange nicht beruhigen.
„Oh bei Lysanthor.“
Hauchte er unbedacht und schlug seine Hände über seinem Gesicht zusammen.
„Ruhe!“
, zischte es aus einer unbestimmten Richtung. Einer der Wächter hatte drohend seinen Arm in seine Richtung erhoben. Thomas konnte wieder duchatmen, doch mit Entsetzen erkannte er, dass sein Körper durchaus auf den Traum reagiert hatte, doch zum Glück ohne irgendwelche verräterischen Flecken zu hinterlassen, dafür war der Schreck vermutlich zu groß gewesen.
„Nein, nein nein...“
Krächzte er nervös und leise vor sich hin. Sein Kopf fühlte sich an, als hätte man ihm mit einem Knüppel auf den Schädel gehauen. Er hörte jedes Geräusch so überdeutlich klar, dass es ihm in den Ohren schmerzte. Dies waren wohl die Nachwirkungen des Räucherwerks, das er Tags zuvor eingeatmet hatte. Er legte sich wieder zurück ins Stroh und starrte an die Decke, wie es der junge Feinschmied neben ihm noch immer tat. Dann hörte er seine jugendliche Stimme flüstern:
„Sie haben ihn dir auch genommen, oder? Wer hätte da auch nein gesagt... Es war ja nicht so, dass wir eine Wahl gehabt hätten... Ausgesucht wurden wir dafür... „
Eine kleine Pause folgte in der Thomas überlegen konnte, was der junge Mann wohl meinen könnte. Ganz offensichtlich hielt er ihn für einen der Auserwählten. Daraus ließ sich folgern, dass sie nicht zusammen gewesen waren. Oder der Mann war sprach wirr.
„Vier mal... vier mal sind sie gekommen... angezapft... ausgesaugt... Dann konnte ich nicht mehr und sie haben von mir abgelassen... aber... „
Er zitterte kurz.
„Aber ich habe sie gehört. Ihr dumpfer Klang, ihr tiefes Stöhnen... Sie haben sich noch mehr geholt... von den Anderen... Ich hab sie gesehen. Die Gefäße. Sie hatten die Tür nicht schnell genug geschlossen und dachten ich würde schon schlafen... Sie behalten, das was sie sich holen.“
Er zitterte wieder und schien nicht weiter sprechen zu wollen, doch ohne Thomas Zutun, fragte eine andere Stimme aus der Dunkelheit:
„Was den, Junge? Was denn?“
Vermutlich war es ein anderer Sklaven-Arbeiter, der von dem leisen Gerede wach geworden war. Mehr war in der Dunkelheit nicht zu erkennen.
„Den Samen!“
„Schweigt da hinten, oder ich komme zu euch! Glaubt mir, das wollt ihr nicht!“
, grollte einer der Wächter und sofort drehten sich einige Rücken im Schlaf, ein Schnarchen hier und da verstummte und setzte kurz darauf wieder ein, wo an anderer Stelle unbewusstes Murmeln den Schlaf der Arbeiter begleitete.
Die Nacht war nicht mehr lang, dass konnte man durch die Spalten in den Zeltwänden erahnen. Ihr dunkelblauer Himmel kündete von ihrem Ende, doch noch blieben Thomas ungefähr zwei Stunden, in denen er versuchen konnte zu schlafen oder sich hin und her wälzte. Sein Rücken sehnte sich nach der besseren Unterbringung und fast wünschte er sich die festen Wickel des Arztes.
Als der Morgen endlich soweit fortgeschritten war, dass die Wachen in drei Kleingruppen wechselten und sie dann mit einem lauten Gong geweckt wurden, war es für Thomas fast eine Wohltat endlich aufstehen zu dürfen. Sein altes Rückenleiden würde ihn wohl heute ein paar Stunden lang begleiten, aber um so mehr er sich bewegte, um so besser würde es werden. Der Tagesanbruch sah für die Arbeiter einen straffen Plan vor. In kleinen Gruppen wurden sie zu einer Art Notdurft gebracht, die eine Verbindung zum Meer hatte. Der kleine Kanal stank kaum mehr als die Leichen, aber hatte dafür sein ganz eigenes Aroma. Während sie sich dort erleichtern und an ein paar aufgestellten Wassertrögen frisch machen durften, wechselten die Gruppen ständig und es ging zum Frühstück, was aus einer warmen Hafersuppe bestand. Nachdem alle so abgefertigt worden waren, rief man die Meister zusammen und wollte die ersten Anweisungen erfahren. Ein schmächtiger Dunkelelf, sicher wieder so ein Schreiber, stellte sich vor sie und kritzelte ununterbrochen in sein Heft. Ohne auch nur aufzusehen fragte er:
„Los, erste Arbeitsschritte, Gruppenaufteilungen und Materialien, oder was ihr sonst noch so meint zu brauchen! Hop, Hop!“
Ungeduldig tippte er mit seinem Griffel auf den Rand des Pergaments und sein Fuß wackelte. Offensichtlich sollte er die Vorschläge der Meister protokollieren und dann zum Absegnen weiter leiten.
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Re: Der geschändete Tempel

Beitrag von Thomas Mercer » Dienstag 29. Dezember 2015, 00:58

Es war ihm auf der Zunge gelegen Geison endlich nach seiner persönlichen Geschichte zu fragen, doch so weit war es letztlich nicht gekommen, da sie vorher zu Bett geschickt worden waren. Dennoch hingen die Worte des Architekten noch immer in seinem Geist nach. Er wünschte Beth sicherlich nicht den Tod, doch er fürchtete, dass es unter den Dunklen Schicksale gab, die weit schlimmer waren als der Tod selbst. Er rieb sich unruhig über die Arme, als er daran dachte für welche verdorbenen Praktiken man Beth und auch die kleine Louisa alles missbrauchen könnte. Er schloss die Augen und versuchte nicht daran zu denken, auch wenn ihm diesbezüglich sein Verstand wenig Hoffnung machte. Das Schicksal der Frauen in einem Krieg war oft zumindest in gewissen Punkten ziemlich vorhersehbar... Er seufzte und rieb sich über den Schädel. Wie würde es für Beth sein wenn sie erführe dass er... wenn sie erführe was Amandin mit ihm machte? Wie gross waren ihre Sorgen um ihn? Sicherlich, sie wusste, dass man ihn als Steinmetz gebrauchen konnte, doch sie wusste auch um sein Rückenleiden und fürchtete vermutlich, dass dieses ihm zum Verhängnis werden könnte... ob sie überhaupt wusste, dass er noch lebte und ganz nah war? Hatte man ihr ebenso gedroht wie Geison? Eine falsche Bewegung und Thomas würde sterben? Befand sie sich in Amadins besitz, oder einfach nur in Andunie? Waren sie und Louisa noch zusammen? Irgendwie war er immer davon ausgegangen, erst jetzt fiel ihm auf, wie unwahrscheinlich dies vermutlich war. Seine kleine, lebensfrohe Louisa!

Er schauderte und betete still zu Lysanthor, er möge doch über Beth und Louisa wachen, wie er es praktisch jeden Abend tat. Als er in der Nacht von seinem Albtraum aufschreckte und schwer atmend an die Decke starrte geriet er in eine denkwürdige Konversation mit dem jungen Feinschmied. Zuvor war er von einem Wächter zur Ruhe ermahnt worden und er hatte sofort abwehrend die Hände erhoben, als der Wächter Schläge angedroht hatte. Für einen Moment herrschte auch Ruhe, bis eben der Feinschmied zu sprechen begann. Thomas runzelte die Stirn und sah zu ihm herüber, ein natürlicher Reflex, denn sehen konnte er ihn nicht wirklich.
„Sie haben ihn dir auch genommen, oder? Wer hätte da auch nein gesagt... Es war ja nicht so, dass wir eine Wahl gehabt hätten... Ausgesucht wurden wir dafür... „ Thomas verstand die Worte des Jungen aber sie ergaben irgendwie keinen Sinn. Von was zur Hölle sprach er da? Ausgesucht für was? Er war von seinem Meister ausselektioniert worden, weil man sie für die Schwächsten erachtet hatte... wofür hätte man diese denn aussuchen sollen? Er verstand nicht richtig.
„Vier mal... vier mal sind sie gekommen... angezapft... ausgesaugt... Dann konnte ich nicht mehr und sie haben von mir abgelassen... aber... „“ Unbehagen machte sich in Thomas breit, doch er liess den Jungen reden. Man musste sie immer reden lassen, wenn sie schon mal sprachen. Nur so konnte die Seele irgendwann heilen und sich von dem schrecken erholen. Hatte man ihnen Blut abgenommen? Was sonst konnte man anzapfen und aussaugen... Blutkulte waren bei Faldor doch nichts Seltenes. Ein unheimlicher Gedanke.

„Aber ich habe sie gehört. Ihr dumpfer Klang, ihr tiefes Stöhnen... Sie haben sich noch mehr geholt... von den Anderen... Ich hab sie gesehen. Die Gefäße. Sie hatten die Tür nicht schnell genug geschlossen und dachten ich würde schon schlafen... Sie behalten, das was sie sich holen.“ Thomas bleckte die Zähne und malte sich seine eigene Vampirtheorie weiter aus. Gefässe? Was für Gefässe? Blutschalen? Dumpfer Klang? Wer machte einen dumpfen Klang? Wer stöhnte? Wollte er es überhaupt wissen? Wohl eher nicht...Amandins Worte kamen ihm wieder in den Sinn. Sie studierte die Menschen, ihr Verhalten, dafür war doch auch dieser komische Arzt da. Diente das Blut vielleicht Forschungszwecken? Doch wofür? Endlich stellte einer die Entscheidende Frage und versuchte in Erfahrung zu bringen, von was genau der Junge eigentlich redete.
„Den Samen!“ Thomas starrte überrumpelt in die Dunkelheit. Was zur Hölle wollten sie den damit? Menschen züchten? Er schauderte. Er zuckte zusammen, als der Wächter sie anschnauzte und drehte dem Jungen den Rücken zu, damit es keinen Ärger gab. Was ging hier nur vor sich? Die Baustelle war definitiv nur ein Projekt von Amandin, offenbar lief hier noch eine Art Forschung, aber wofür? Würde sie dasselbe von ihm auch noch holen und damit Kinder zeugen lassen? Aber wozu? Warum benutzten sie dafür Arbeiter? Wollte er es überhaupt wissen? War das eine einmalige Aktion, oder würde man sie sich wieder holen und warum hatten sie die Schwächsten gewählt? Das alles ergab für ihn keinen Sinn und verstörte ihn nur, wie wohl alle anderen auch, die dem Gespräch gelauscht hatten. Thomas wurde mit seinen Gedanken allein gelassen und nach ein paar Minuten kam er selbst zum Schluss, dass jegliches Grübeln keine Antworten bringen würde. Sie waren Gegenstände, Versuchsobjekte, die keinen Anspruch darauf hatten zu erfahren, was man mit ihnen oder...ihren...Körperflüssigkeiten vorhatte. Er versuchte zu schlafen, doch letztlich gelang ihm das nicht, so dass er die grösste Zeit wach lag, oder sich hin und her wälzte. Amandin war eine Frau mit vielen Gesichtern und auch wenn manche davon durchaus attraktiv und spannend waren und er sich erstaunlich gut mit ihr verstand, hatte sie Facetten offenbart, die ihn zu tiefst ängstigten.

Endlich wurden sie zum Morgenapell gerufen. Thomas rappelte sich auf, wirkte aber etwas steif. Er streckte sich durch und rieb sich seine Hüfte. Er fasste sich an die Brust, worüber noch immer sein Talisman hing. An diesem hatte bisher keiner der Dunkelelfen Anstoss genommen, weil es nur Mercers Steinmetzzeichen abbildete, welches man ja auch auf jedem seiner Werkstücke sah. Ausserdem war Thomas nie negativ genug aufgefallen, als dass man ihn mit einer Wegnahme seines letzten persönlichen Gegenstandes gestraft hätte. Thomas war sich nicht sicher, ob Amandin das feine Bändchen um seinen Hals aufgefallen war, als sie hinter ihm gestanden hatte. Für einen Moment überlegte er sich, den Talisman abzulegen oder ihn in Geisons Obhut zu geben, doch weshalb ihn verstecken? Er war nicht verboten, oder? Er wusste es gar nicht. Er hatte ihn einfach schon immer getragen. Sofort wurden sie zusammengetrieben und in verschiedenen Schichten abgefertigt. Thomas hoffte, dass diese improvisierten Zelte bald durch richtige Baracken ersetzt werden würden.

Er genoss sein Frühstück. Der Haferbrei war warm und nicht mit irgendwelcher Pisse oder ähnlichem durchsetzt, wie es in Pelgar oft der Fall gewesen war und kalorienreich. Ein gutes Mahl für einen harten bevorstehenden Tag. Gegessen wurde jeweils schweigend oder leise murmelnd. Thomas nahm immer wieder blickkontakt mit dem Jungen auf und versuchte zu ergründen wie es ihm ging. Armer Kerl. Er sah noch immer völlig verstört aus und Thomas wollte sich gar nicht vorstellen wie diese... Ressourcengewinnung genau von sich gegangen war. Schliesslich wurden die Meister zusammengerufen und hatten einem besonders nervösen und grantigen Exemplar eines Schreibers Rede und Antwort zu stehen. Es war seltsam, diese Dunkelelfen waren so schmächtige Erscheinungen und wurden auch von den Wächter eher mit Häme und Spott betrachtet, dass sich Thomas ebenfalls selbst dabei ertappte, wie er diese Männer weniger ernst nahm als beispielsweise ein Harker. Vermutlich würde es aber ebenso harte Strafen setzen, wenn er einem von ihnen dumm käme oder frech wurde. Er musste sich vorsehen.

„Los, erste Arbeitsschritte, Gruppenaufteilungen und Materialien, oder was ihr sonst noch so meint zu brauchen! Hop, Hop!“ Vielleicht lag es an seinen eigenen Kopfschmerzen, seinem Rückenleiden und seiner Übermüdung, dass dieser Kerl ihm jetzt schon gewaltig auf die Nerven ging. Dennoch, Thomas hätte nicht lange überlebt, wenn er sich nicht im Zaum zu halten wüsste, also riss er sich zusammen. „Herr, wenn ihr erlaubt... wir würden uns zuerst gerne den Bauplatz einrichten. Wir benötigen eine Bauhütte, eine Schmiede, einen Abbundplatz, Lagerstätten, Viehställe, eine Bauplatzküche, Frischwasserversorgung...Schlafbaracken...“ Er zählte des Weiteren noch eine ganze Reihe von Instrumenten und Gerätschaften auf, die sie benötigen würden und auch die Qualität der Hilfsarbeiter. „Insbesondere brauchen wir eine grosse Schiefertafel für die Berechnungen und die Konstruktion des Grundrisses und ein grosses Pergament, damit wir ihn festhalten und der Herrin in den kommenden Tagen vorlegen können. Meister Sima und Meister Grimm müssen erst die Dimensionen und die Statik berechnen, bevor wir den Plan zeichnen können.“ Thomas wusste nicht, wie viel dieser Schreiber von ihrem Handwerk überhaupt wusste und was er ihm alles erklären würde. „Ebenfalls wären wir froh um Bücher, Schriften der Mathematik, Physik, Architektur – menschliche wie auch dunkelelfische... und Werke über den Faldorkult...“ Für einen Moment stutzte er. Nannte man ihre Religion überhaupt einen Kult oder war das abschätzig? Er hatte sich noch nie gedanke über das Wort Kult gemacht, doch nun kam es ihm plötzlich falsch vor. Vielleicht war es auch nicht klug von ihm gewesen nach Büchern über Faldor zu verlangen, wo Amandin ihn doch alles selbst lehren wollte... Er hasste diese stetige Unsicherheit. Er nannte eiligst einige Titel berühmter Autoren, um sich selbst wieder zu beruhigen. Die anderen Meister ergänzten ihn und liessen noch weitere Dinge auf die Liste setzen, die für ihr Fachgebiet wichtig war. „Herr, wir bräuchten ebenfalls Einsicht in die veranschlagten Geldmittel für den Bau und die Verfügbarkeit und Auswahl der Baumaterialien...“ Ein unangenehmes Thema, denn dies waren Sphären, in die Sklaven nur selten Einblick erhielten. Für die Materialbeschaffung würden sie offenbar eine ganz neue Transportkette einrichten müssen, denn die traditionellen Handelswege existierten ja seit der Eroberung nicht mehr. Ebenfalls war es in der Umgebung von Andunie zu vielen Brandrodungen der Wälder gekommen, so dass unklar war, wo genau man das Bauholz herschaffen würde. Möglicherweise würde man es in die Nähe der Stadt flössen können und von dort auf Wagen verladen. Eine gut funktionierende und organisierte Transportkette war essentiell für ein effizientes Vorankommen auf dem Bau. Dennoch wurde Thomas etwas mulmig als die Liste der Forderungen immer länger wurde. Unruhig strich er sich über seinen Bart.... Amandins Duftspur war jedoch der morgendlichen Waschung zum Opfer gefallen und nicht mehr wahrnehmbar.

Thomas wartete ungeduldig, bis der Schreiber alles abgeschrieben hatte. Er musterte den Dunkelelfen. Waren diese es sich gewohnt, solche Anweisungen und Forderungen von Sklaven anzunehmen, oder war dies eher eine Schmach und Demütigung für sie? Er kannte sich mit den Hierarchien unter den Dunklen nicht aus. Würde wirklich Amandin den Bauplan absegnen, oder würde sie ihn dem Statthalter vorlegen müssen? Wie mächtig war sie? Er wusste so vieles nicht.
Die Männer standen herum und warteten, bis der Schreiber fertig war. Diese seltsame Befehlskettete kostete unglaublich viel Zeit. Er hoffte, dass sie immer mehr Freiheiten erhalten würden, um die Baustelle selbst zu organisieren und zu verwalten, sobald die ersten Hürden überwunden waren und das Bauprojekt konkrete Züge annahm.
„Ebenfalls würden wir gerne das Gelände in der Nähe der Klippe besichtigen...“ Dort wo Thomas den Leuchtturm vorgeschlagen hatte. Dieses Gebiet lag aktuell noch ausserhalb der Sperrzone, da Amandin ja noch nichts von diesem Vorhaben wusste. „Es wäre gut, wenn wir uns in diesem Areal frei bewegen könnten, Herr.“ Thomas war sich nicht sicher, ob er nicht mit jedem Wort und jedem Wunsch den Bogen weiter spannte, ohne zu wissen, wie weit er eigentlich gehen würde.

Thomas redete ohnehin viel, für einen Steinmetzmeister, wo doch Meister Sima eigentlich der Vorarbeiter war. Doch dies war eine stille Abmachung zwischen den Beiden. Wenn immer möglich redete Thomas, wenn es um Dinge ging, die er selbst aufgrund seiner Erfahrung auch schon lange wusste. Denn Meister Simas Wortwahl entsprach nicht immer den gepflogenheiten und erwartungen der Dunkelelfen. Man schützte und half sich gegenseitig, jeder nach seinen Talenten und Thomas war eben gut darin, unterwürfig und korrekt zu sein.

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Re: Der geschändete Tempel

Beitrag von Erzähler » Dienstag 29. Dezember 2015, 16:40

„Herr, wenn ihr erlaubt... wir würden uns zuerst gerne den Bauplatz einrichten. Wir benötigen eine Bauhütte, eine Schmiede, einen Abbundplatz, Lagerstätten, Viehställe, eine Bauplatzküche, Frischwasserversorgung...Schlafbaracken...“
Er zählte des Weiteren noch eine ganze Reihe von Instrumenten und Gerätschaften auf, die sie benötigen würden und auch die Qualität der Hilfsarbeiter. Der Schreiber nickte nur ab und an abwesend und kritzelte weiter.
„Insbesondere brauchen wir eine große Schiefertafel für die Berechnungen und die Konstruktion des Grundrisses und ein großes Pergament, damit wir ihn festhalten und der Herrin in den kommenden Tagen vorlegen können. Meister Sima und Meister Grimm müssen erst die Dimensionen und die Statik berechnen, bevor wir den Plan zeichnen können.“
Unermüdlich kritzelte der Griffel über das Papier und notierte nie Wünsche des Steinmetzmeisters. Das einzige Zeichen dafür, dass vielleicht der ein oder andere Wunsch Probleme wecken könnte, war ein kurzes heben der linken Braue seitens des Schreibers. Und nach den ersten Worten war diese dauerhaft erhoben, so dass man kaum noch einen Unterschied erkennen konnte.
„Ebenfalls wären wir froh um Bücher, Schriften der Mathematik, Physik, Architektur – menschliche wie auch dunkelelfische... und Werke über den Faldorkult...“
Für einen Moment stutzte er. Vielleicht war es auch nicht klug von ihm gewesen nach Büchern über Faldor zu verlangen, wo Amandin ihn doch alles selbst lehren wollte... Er hasste diese stetige Unsicherheit. Er nannte eiligst einige Titel berühmter Autoren, um sich selbst wieder zu beruhigen. Die anderen Meister ergänzten ihn und ließen noch weitere Dinge auf die Liste setzen, die für ihr Fachgebiet wichtig war.
„Herr, wir bräuchten ebenfalls Einsicht in die veranschlagten Geldmittel für den Bau und die Verfügbarkeit und Auswahl der Baumaterialien...“
Ein unangenehmes Thema, denn dies waren Sphären, in die Sklaven nur selten Einblick erhielten, doch genau in diesem Moment hielt der Kerl eine Überraschung für sie bereit, in dem er Mercer plötzlich fixierte und dann sprach:
„Geld spielt keine Rolle und über die Materialien solltet ihr mit der Herrin sprechen.“
Trotzdem rotierten Thomas Gedanken eine Weile um die logistischen Schwierigkeiten, die in einer übernommenen Stadt wie Andunie normaler Weise hätten bedacht werden müssen. Die Liste der Forderungen wurde immer länger. Thomas wartete ungeduldig, bis der Schreiber alles abgeschrieben hatte. Er musterte den Dunkelelfen. Der Kerl war der Inbegriff eines Bürokraten. Seine Augen waren hinter einer Bernsteinbrille halb verborgen und so mager wie er war, hatte er sicher noch nie etwas schweres als ein Buch getragen. Er trug eine fast unscheinbare Robe in den Farben der Herrin und wirkte sonst so unscheinbar, wie es nur Schreiberlinge konnten. Würde man ihn in eine Reihe mit zehn anderen Dunkelelfen stellen, würde man sich definitiv nur an neun erinnern. Trotzdem sagte etwas Thomas, dass man diesen Mann nicht unterschätzen sollte.
„Ebenfalls würden wir gerne das Gelände in der Nähe der Klippe besichtigen...“
Dort wo Thomas den Leuchtturm vorgeschlagen hatte. Dieses Gebiet lag aktuell noch außerhalb der Sperrzone, da Amandin ja noch nichts von diesem Vorhaben wusste.
„Es wäre gut, wenn wir uns in diesem Areal frei bewegen könnten, Herr.“
Thomas war sich nicht sicher, ob er nicht mit jedem Wort und jedem Wunsch den Bogen weiter spannte, ohne zu wissen, wie weit er eigentlich gehen würde und redete ohnehin viel, für einen Steinmetzmeister, wo doch Meister Sima eigentlich der Vorarbeiter war. Doch dies war eine stille Abmachung zwischen den beiden. Wann immer möglich redete Thomas, wenn es um Dinge ging, die er selbst aufgrund seiner Erfahrung auch schon lange wusste. Denn Meister Simas Wortwahl entsprach nicht immer den Gepflogenheiten und Erwartungen der Dunkelelfen. Man schützte und half sich gegenseitig, jeder nach seinen Talenten und Thomas war eben gut darin, unterwürfig und korrekt zu sein.
„Wars das vorerst?“
Die anderen Meister ergänzten hier und da noch den ein oder anderen Punkt. Geison Sima bat noch einen Glaser mit ins Boot zu holen, wenn möglich und Rasmussen hatte die ungefähre Zahl der Hilfsarbeiter schon mal vorberechnet, die man für ein solches Projekt benötigen würde. Meister Grimm, mit dem Geison während der morgendlichen Waschung wohl schon gesprochen hatte, erbat ein paar sehr spezielle Werkzeuge für die Herstellung von Zahnräder, oder die Möglichkeit solche herstellten zu lassen. Meister Belegar schwieg zufrieden mit der Aussicht auf eine Schmiede und Meister Thein schloss sich mit ein paar kleinen Adaptionsvorschlägen für seinen Fachbereich an. Nachdem auch ihre Wünsche notiert waren sah der Schreiber noch einmal fragend in die Runde und entfernte sich dann in einem erstaunlich schnellem Laufschritt in Richtung Amandins Zelte. Einige der näher stehenden Arbeiter kamen nun näher und man begann die ersten Ideen auszufeilen und vor allem beruhigte man die Männer, dass jeder hier seinen Wert beweisen konnte, wenn er nicht gerade faul war. Die Aussicht auf eine Zeit der Kreativität und des Erschaffens weckte auch bei den einfachen Männern Hoffnung auf eine gesicherte Zukunft. Ein Bau wie dieser würde einige Jahre in Anspruch nehmen und wer hier sich einen Namen machte, der durfte wirklich hoffen länger als der durchschnittliche Sklave zu überleben.
Geison hatte sich derweil ein wenig aus der Meute heraus gesondert und sah sich eine Weile nachdenklich um. All die Zeit in Gefangenschaft hatte man ihnen stets gesagt, was man wann zu tun hatte und nun mussten sie auf einmal Eigeninitiative zeigen und das tat er nun auch. Er stieg auf eine umgestürzte Säule und baute sich zu voller Größe auf. Mit lauter volltönender Stimme begann er:
„MÄNNER! Hört mir zu!“
Das allgemeine Gemurmel legte sich schnell und sie sahen zu ihm auf.
„Wir haben hier die einmalige Gelegenheit unseren Wert zu beweisen, also enttäuscht mich nicht. Was aber noch viel wichtiger ist … enttäuscht euch nicht selbst! Wir haben viel zu tun und reden bringt den Bau nicht voran! Also LOS, MÄNNER! LASST UNS EINEN TEMPEL BAUEN!“
Er hatte die Hände weit ausgebreitet und einige Stimmen wiederholten seine letzten Worte hoch motiviert. Geison sprang von seiner Säule und schnappte sich einen seiner Vorarbeiter. Er verteilte knapp die Aufgaben und man merkte wie er Freude daran hatte, endlich etwas tun zu können, denn bevor sie all die schönen Pläne umsetzen konnten, musste Platz für Neues geschaffen werden.
„Rendu, Prater, Larson, Jan, ihr schnappt euch jeder ein paar Männer und räumt jeden Stein, der sich bewegen lässt in die östliche Ebene der Anlage. Da ist Platz, da werden wir die Materialien lagern.“
Dann wandte er sich an die nächsten.
„Kasper, Ingolf, Gunner, ihr nehmt den westlichen Teil bis zur Außenmauer.“
So ging es weiter. Gruppe und Gruppe hielt er an sich eigene Leute zu suchen und sich zu verselbständigen, denn Arbeiter die nicht arbeiteten waren nutzlos und solange noch nicht alle Fragen geklärt waren, mussten sie eben Selbständigkeit beweisen. Meister Grimm stand neben Mercer und grinste breit.
„Ich hab ihn lange nicht mehr so … mag das noch so seltsam klingen … glücklich gesehen!“
Worte wie „glücklich“ waren unter Sklaven nun mal selten, aber irgendwie passte es auf Geisons Gesichtszüge. Er war in seinem Element. Er kommandierte die anderen herum und ließ die Zügel locker, damit sie sich wohl fühlten. Es war wie ein Funke, der sich ausbreitete, ein Feuer, dass im hohen trockenen Gras sich zu verstecken versuchte. Es griff um sich und als die Leute erst mal erkannt hatten, dass sie tatsächlich in diesem kleinen Rahmen so etwas wie Freiheit zurück erlangt hatten, brach eine regelrechte Welle der Motivation über die Männer herein. Innerhalb der nächsten Stunden brach ein scheinbar vollkommenes Chaos aus. Überall wuselten die Arbeiter umher und die Wächter hatten sich erstaunlicherweise zu den Randbezirken der Tempelanlage zurück gezogen. Sie beobachten die Sklaven, aber griffen nicht ein, außer irgendwelche zu übereifrigen näherten sich zu nah Amandins Zelten. Das Chaos hatte jedoch Struktur. Mochte einer nur einen Schwarm fleißiger Bienen sehen, die wirr durcheinander flogen, so zeigte sich aber dem genauen Beobachter schnell das erfolgreiche Resultat. Jede Hand tat etwas nützliches, jeder Mann brachte sich ein und jedes Herz fasste neuen Mut zum Überleben. Man plante, wo was entstehen sollte, steckte frei geräumte Bereiche ab und kritzelte ihre Bestimmung in den Dreck. Man rollte gemeinsam riesige Brocken durch die Gegend und sammelte Geröll von den freien Flächen. Erste Flaschenzüge wurden gebaut und sehr schnell ähnelte das ganze wirklich einer richtigen Baustelle.

So war es nicht erstaunlich, dass gen frühen Nachmittag Thomas fast erschreckte, als der Schreiber plötzlich neben ihm auftauchte und ihn bat zu Amandin zu folgen. Natürlich folgte der folgsame Sklave ihrem Ruf und bald darauf näherte er sich wieder in ihrem Zelteingang. Als das Tuch zurück geschlagen wurde, und sich für Hauptmann Harker öffnete, konnte er gerade so noch einen Zusammenstoß vermeiden. Der Mann mit den schwarzen Augen blickte stur geradeaus und wirkte schlecht gelaunt. Als er Mercer sah, zuckte kurz sein einer Mundwinkel erkennend und dann war er aber auch schon vorbei. Der Schreiberling räusperte sich, damit Meister Mercer nun eintreten konnte und kam mit ihm ins Zelt. Im Innenraum hatte sich kaum etwas verändert, nur roch es nach neuen Kräutern. Anscheinend passte Amandin wohl die Dosis und Qualität ihrer Drogen an, die sie ihren Besuchern aussetzte. Schon nach einem Atemzug merkte Mercer eine leicht stimulierende Wirkung auf seine Wahrnehmungsbereiche. Die Konzentration wuchs erst einmal und machte ihn aufmerksamer. So nahm er den Raum mit all seinen Details war, doch seine Sinne fokussierten sich schnell auf das wesentliche.
Amandin stand mit dem Rücken zu ihnen vor dem großen runden Tisch in der Mitte und schien einige Unterlagen zu studieren. Der Schreiber räusperte sich noch einmal und sie winkte sie näher ohne aufzusehen. Dabei konnte Mercer einen guten Blick auf ihren fast nicht verhüllten Körper werfen, der einzig von einem weißen, durchsichtigen Stoff umgeben war, der mehr an lose Spinnenseide im Morgentau erinnerte, als an ein gewebtes Stück Stoff. Die einzelnen Fäden waren nur lose nebeneinander gelegt und öffneten sich so fein und schimmernd bei jeder Bewegung, dass es an ein Wunder grenzte, dass sie nicht einfach vom Körper fielen. Das ganze mutete wie filigrane winzige Perlenketten an, auch wenn es sich sicher nicht schickte, zu genau hinzusehen, da Amandin darunter offensichtlich so nackt war ihr Schöpfer sie erschaffen hatte.
„Therendur, Meister Mercer, schön das ihr da seid. Wir müssen einiges besprechen...“
Sie hob ein Blatt mit ihren schlanken Fingern vom Tisch und las die Notizen des Schreiberlings laut vor.
„... Ebenfalls würden wir gerne das Gelände in der Nähe der Klippe besichtigen... Es wäre gut, wenn wir uns in diesem Areal frei bewegen könnten, Herr.“
Thomas erkannte sofort seine Forderungen Wort für Wort.
„Meister Mercer, könnt ihr mir das erklären?“
Jetzt sah sie auf und ihre dunkelroten Iriden verengten sich, als ihr scharfer Blick ihn traf und fesselte. Unverhaltener Argwohn lauerte darin, jedoch auch noch etwas anderes. Neugierde! Ja, seine Herrin war neugierig und solange er diese in ihr zu wecken vermochte, solange würde er hier sein eigenes und das Leben seiner Männer bewahren können. Langsam richtete sich seine dunkle Herrin auf und achtete auch nicht darauf, dass ihr dabei der merkwürdige Stoff ihres Gewandes dabei über die Schulter rutschte und ihre seidige Haut frei legte. Der Ausschnitt am Hals war so weit, dass sie wohl möglich das ganze Kleidungsstück so fallen lassen könnte. Sicher eine herrliche Vorstellung für jeden Mann.
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Re: Der geschändete Tempel

Beitrag von Thomas Mercer » Mittwoch 30. Dezember 2015, 18:08

Es war ihm auf der Zunge gelegen Geison endlich nach seiner persönlichen Geschichte zu fragen, doch so weit war es letztlich nicht gekommen, da sie vorher zu Bett geschickt worden waren. Dennoch hingen die Worte des Architekten noch immer in seinem Geist nach. Er wünschte Beth sicherlich nicht den Tod, doch er fürchtete, dass es unter den Dunklen Schicksale gab, die weit schlimmer waren als der Tod selbst. Er rieb sich unruhig über die Arme, als er daran dachte für welche verdorbenen Praktiken man Beth und auch die kleine Louisa alles missbrauchen könnte. Er schloss die Augen und versuchte nicht daran zu denken, auch wenn ihm diesbezüglich sein Verstand wenig Hoffnung machte. Das Schicksal der Frauen in einem Krieg war oft zumindest in gewissen Punkten ziemlich vorhersehbar... Er seufzte und rieb sich über den Schädel. Wie würde es für Beth sein wenn sie erführe dass er... wenn sie erführe was Amandin mit ihm machte? Wie gross waren ihre Sorgen um ihn? Sicherlich, sie wusste, dass man ihn als Steinmetz gebrauchen konnte, doch sie wusste auch um sein Rückenleiden und fürchtete vermutlich, dass dieses ihm zum Verhängnis werden könnte... ob sie überhaupt wusste, dass er noch lebte und ganz nah war? Hatte man ihr ebenso gedroht wie Geison? Eine falsche Bewegung und Thomas würde sterben? Befand sie sich in Amadins besitz, oder einfach nur in Andunie? Waren sie und Louisa noch zusammen? Irgendwie war er immer davon ausgegangen, erst jetzt fiel ihm auf, wie unwahrscheinlich dies vermutlich war. Seine kleine, lebensfrohe Louisa!

Er schauderte und betete still zu Lysanthor, er möge doch über Beth und Louisa wachen, wie er es praktisch jeden Abend tat. Als er in der Nacht von seinem Albtraum aufschreckte und schwer atmend an die Decke starrte geriet er in eine denkwürdige Konversation mit dem jungen Feinschmied. Zuvor war er von einem Wächter zur Ruhe ermahnt worden und er hatte sofort abwehrend die Hände erhoben, als der Wächter Schläge angedroht hatte. Für einen Moment herrschte auch Ruhe, bis eben der Feinschmied zu sprechen begann. Thomas runzelte die Stirn und sah zu ihm herüber, ein natürlicher Reflex, denn sehen konnte er ihn nicht wirklich.
„Sie haben ihn dir auch genommen, oder? Wer hätte da auch nein gesagt... Es war ja nicht so, dass wir eine Wahl gehabt hätten... Ausgesucht wurden wir dafür... „ Thomas verstand die Worte des Jungen aber sie ergaben irgendwie keinen Sinn. Von was zur Hölle sprach er da? Ausgesucht für was? Er war von seinem Meister ausselektioniert worden, weil man sie für die Schwächsten erachtet hatte... wofür hätte man diese denn aussuchen sollen? Er verstand nicht richtig.
„Vier mal... vier mal sind sie gekommen... angezapft... ausgesaugt... Dann konnte ich nicht mehr und sie haben von mir abgelassen... aber... „“ Unbehagen machte sich in Thomas breit, doch er liess den Jungen reden. Man musste sie immer reden lassen, wenn sie schon mal sprachen. Nur so konnte die Seele irgendwann heilen und sich von dem schrecken erholen. Hatte man ihnen Blut abgenommen? Was sonst konnte man anzapfen und aussaugen... Blutkulte waren bei Faldor doch nichts Seltenes. Ein unheimlicher Gedanke.

„Aber ich habe sie gehört. Ihr dumpfer Klang, ihr tiefes Stöhnen... Sie haben sich noch mehr geholt... von den Anderen... Ich hab sie gesehen. Die Gefäße. Sie hatten die Tür nicht schnell genug geschlossen und dachten ich würde schon schlafen... Sie behalten, das was sie sich holen.“ Thomas bleckte die Zähne und malte sich seine eigene Vampirtheorie weiter aus. Gefässe? Was für Gefässe? Blutschalen? Dumpfer Klang? Wer machte einen dumpfen Klang? Wer stöhnte? Wollte er es überhaupt wissen? Wohl eher nicht...Amandins Worte kamen ihm wieder in den Sinn. Sie studierte die Menschen, ihr Verhalten, dafür war doch auch dieser komische Arzt da. Diente das Blut vielleicht Forschungszwecken? Doch wofür? Endlich stellte einer die Entscheidende Frage und versuchte in Erfahrung zu bringen, von was genau der Junge eigentlich redete.
„Den Samen!“ Thomas starrte überrumpelt in die Dunkelheit. Was zur Hölle wollten sie den damit? Menschen züchten? Er schauderte. Er zuckte zusammen, als der Wächter sie anschnauzte und drehte dem Jungen den Rücken zu, damit es keinen Ärger gab. Was ging hier nur vor sich? Die Baustelle war definitiv nur ein Projekt von Amandin, offenbar lief hier noch eine Art Forschung, aber wofür? Würde sie dasselbe von ihm auch noch holen und damit Kinder zeugen lassen? Aber wozu? Warum benutzten sie dafür Arbeiter? Wollte er es überhaupt wissen? War das eine einmalige Aktion, oder würde man sie sich wieder holen und warum hatten sie die Schwächsten gewählt? Das alles ergab für ihn keinen Sinn und verstörte ihn nur, wie wohl alle anderen auch, die dem Gespräch gelauscht hatten. Thomas wurde mit seinen Gedanken allein gelassen und nach ein paar Minuten kam er selbst zum Schluss, dass jegliches Grübeln keine Antworten bringen würde. Sie waren Gegenstände, Versuchsobjekte, die keinen Anspruch darauf hatten zu erfahren, was man mit ihnen oder...ihren...Körperflüssigkeiten vorhatte. Er versuchte zu schlafen, doch letztlich gelang ihm das nicht, so dass er die grösste Zeit wach lag, oder sich hin und her wälzte. Amandin war eine Frau mit vielen Gesichtern und auch wenn manche davon durchaus attraktiv und spannend waren und er sich erstaunlich gut mit ihr verstand, hatte sie Facetten offenbart, die ihn zu tiefst ängstigten.

Endlich wurden sie zum Morgenapell gerufen. Thomas rappelte sich auf, wirkte aber etwas steif. Er streckte sich durch und rieb sich seine Hüfte. Er fasste sich an die Brust, worüber noch immer sein Talisman hing. An diesem hatte bisher keiner der Dunkelelfen Anstoss genommen, weil es nur Mercers Steinmetzzeichen abbildete, welches man ja auch auf jedem seiner Werkstücke sah. Ausserdem war Thomas nie negativ genug aufgefallen, als dass man ihn mit einer Wegnahme seines letzten persönlichen Gegenstandes gestraft hätte. Thomas war sich nicht sicher, ob Amandin das feine Bändchen um seinen Hals aufgefallen war, als sie hinter ihm gestanden hatte. Für einen Moment überlegte er sich, den Talisman abzulegen oder ihn in Geisons Obhut zu geben, doch weshalb ihn verstecken? Er war nicht verboten, oder? Er wusste es gar nicht. Er hatte ihn einfach schon immer getragen. Sofort wurden sie zusammengetrieben und in verschiedenen Schichten abgefertigt. Thomas hoffte, dass diese improvisierten Zelte bald durch richtige Baracken ersetzt werden würden.

Er genoss sein Frühstück. Der Haferbrei war warm und nicht mit irgendwelcher Pisse oder ähnlichem durchsetzt, wie es in Pelgar oft der Fall gewesen war und kalorienreich. Ein gutes Mahl für einen harten bevorstehenden Tag. Gegessen wurde jeweils schweigend oder leise murmelnd. Thomas nahm immer wieder blickkontakt mit dem Jungen auf und versuchte zu ergründen wie es ihm ging. Armer Kerl. Er sah noch immer völlig verstört aus und Thomas wollte sich gar nicht vorstellen wie diese... Ressourcengewinnung genau von sich gegangen war. Schliesslich wurden die Meister zusammengerufen und hatten einem besonders nervösen und grantigen Exemplar eines Schreibers Rede und Antwort zu stehen. Es war seltsam, diese Dunkelelfen waren so schmächtige Erscheinungen und wurden auch von den Wächter eher mit Häme und Spott betrachtet, dass sich Thomas ebenfalls selbst dabei ertappte, wie er diese Männer weniger ernst nahm als beispielsweise ein Harker. Vermutlich würde es aber ebenso harte Strafen setzen, wenn er einem von ihnen dumm käme oder frech wurde. Er musste sich vorsehen.

„Los, erste Arbeitsschritte, Gruppenaufteilungen und Materialien, oder was ihr sonst noch so meint zu brauchen! Hop, Hop!“ Vielleicht lag es an seinen eigenen Kopfschmerzen, seinem Rückenleiden und seiner Übermüdung, dass dieser Kerl ihm jetzt schon gewaltig auf die Nerven ging. Thomas war ja sonst eigentlich eine äusserst friedliebende Seele

Thomas konnte es kaum glauben, aber der Schreiber brauchte die Herrin nur zu erwähnen, um ein deutliches Kribbeln in seinen eigenen Fingerspitzen auszulösen. Sehnte er sich so danach sie zu sehen? Sie war seine Herrin, sollte das nicht so sein? Wieder verstrickte er sich kurz in einen inneren Diskurs über die Rechtmässigkeit und Legitimation seiner Gefühle. Doch das kratzende Geräusch der Feder auf dem Papier, holte ihn in die Gegenwart zurück. Die Liste der Meister war sehr lange geworden. Amandin würde sich das alles wohl durchlesen müssen. Viel Arbeit. Die Meister sahen sich bei der letzten Frage des Schreibers an und nickten dann übereinstimmend. Einige Dinge würden im Verlauf des Bauprozesses sicherlich noch nachträglich auf die Liste kommen, denn nicht alles liess sich vorausplanen. Die Aufstellung dieser Liste hatte ihnen alle gut getan, den nun befanden sie sich wieder auf bekanntem Terrain. Ihrem Terrain. Sie konnten das tun, wofür sie geboren wurden, was sie liebten. Bauen. Konstruieren. Planen. Die Routine hatte einen beruhigenden Effekt auf sie alle und vermittelte ihnen auch ein gewisses Gefühl der Kontrolle. Natürlich, denn auf dem Bau kannte jeder von ihnen die Spielregeln und das eigene Scheitern oder Gelingen wurde wieder abschätzbar. Nachdem der Schreiber weggegangen war, versammelten sich die Gesellen und Lehrlinge sofort um ihre Meister und es wurden bereits erste Anweisungen verteilt. Thomas klopfte Baptiste auf die Schultern und sah seine Arbeiter an. „Von diesem Projekt werden wir lange zehren können und es wird eure Hände in meisterliche Werkzeuge verwandeln, mit jedem Stein den ihr behaut.“ Vielleicht würde er Kaspar dazu auffordern hier sein Meisterstück anzufertigen. Doch soweit waren seine Gesellen noch nicht. Kaspar war noch nicht soweit, doch er wollte irgendwann Meister werden so viel hatten sie in der kurzen Zeit, in der sie zusammenwaren bereits besprochen, ebenso Baptiste, der aber noch ganz am Anfang seiner Lehrzeit stand. Ja, er hatte zwei lehrbegierige und talentierte Gesellen auf die er sehr stolz war und deren er sich angenommen hatte. Mercer blickte zu Rasmussen hinüber, der um seine Leute herumstand. Da war auch Gideon, der bisher jeglichen Kontakt zu Thomas vermieden hatte und ihm aus dem Weg gegangen war. Mercer konnte es ihm nicht verübeln, vermutlich musste der Steinmetzgeselle sich gehörig zurückhalten, dass er nicht zu ihm rüber kam und ihn verprügelte. Irgendwann würde er sich mit Gideon wohl aussprechen müssen, denn Zwistigkeiten waren das Letzte, was man auf einer so grossen Baustelle brauchen konnte. Dafür war die Arbeit letztlich zu gefährlich. Man musste einander vertrauen können.
Mercer hielt seine Leute an, den anderen Auszuhelfen, solange sie noch keine Steine zu beschlagen hatten. Sie würden in erster Linie dabei helfen die nötigen Gebäude zu errichten. Für eine solche Baustelle lohnte es sich, feste Häuser zu errichten, statt irgendwelche improvisierten Baracken. Amandin würde dies verstehen, da war sich Thomas sicher, sie hatte schon gestern ein hohes Gespür für menschliche Bedürfnisse bewiesen. Vielleicht erhielten die Sklaven ja sogar sowas wie Freizeit? Wurde er nun übermütig? Er rieb sich über seinen Handrücken und spürte ein leichtes Vibrieren in seinen Fingern. Er freute sich auf die Arbeit. Zum ersten Mal seit langer Zeit fühlte er sich wieder so richtig motiviert. Ein schönes Gefühl, weil er schon befürchtet hatte es nie wieder zu verspüren, hatte er in Pelgar doch hauptsächlich Trümmersteine fürs Mauerwerk neu behauen müssen. Ihnen stand etwas Grosses bevor, etwas, was sein ganzes Können und seine ganze Kreativität erfordern würde. Trotz den widrigen Umständen vermochte ihn ein solches Projekt zu begeistern und er war nicht der einzige. Die Arbeiter agierten wie ein Körper, der durch den gemeinsamen Willen etwas Grosses zu schaffen, gebildet wurde. Schliesslich wurden sie von Meister Sima zusammengerufen. Sie alle versammelten sich um ihren Vorarbeiter und Architekten und liessen sich von dessen Feuer förmlich anstecken. Auch Thomas hob seine Hände und beteiligte sich an den Chorrufen. Sein Herz schlug wild. Dieser Bau würde sie herausfordern, sie würden unter den Bedingungen des Baus ächzen aber er würde sie auch ernähren und am Leben erhalten. Wie konnte dieses Projekt also etwas anderes sein als „ihr“ Projekt?
Meister Mercer verschränkte seine mächtigen Pranken und musterte Geison dabei, wie er die Arbeiter aufteilte. Er lächelte und nickte auf Grimms Worte. „Steine bieten Trost.“ Meinte er nur. Auch die Meister machten sich an die Arbeit. Sie gingen den Bauplatz ab und begannen im Sand schon mit ersten Zeichnungen und Berechnungen. Besonders über die Kuppel entbrannte zwischen Sima und Grimm eine angeregte Diskussion über Material, Statik und Ausmasse. Thomas war wie seine Kameraden ganz in seine Arbeit vertieft, als er zu Amandin abkommandiert wurde. Sofort beschleunigte sich sein Herzschlag...und sofort verspürte er dieses verräterische Ziehen in seinen Lenden. Was sollte das nur?! Es war unheimlich, wie sehr sie seinen Körper beherrschte und dies obwohl sie damit noch nichts gemacht hatte...sie hatte ihn alleine durch ihre Worte an sich gebunden und er hatte es durch seine Demutsgeste zugelassen. Thomas war schon so darauf fixiert sich auszumalen, was im Zelt wohl geschehen würde, dass er am Zelteingang beinahe mit Harker kollidierte. Sofort wich er aus und senkte demütig sein Haupt. „Herr.“ Brachte er gerade noch über die Lippen doch da war der Grimmige Hauptmann auch schon vorbeigeschritten. Offenbar hatte er keine sonderlich zufriedenstellende Audienz gehabt. Ohje... er konnte nur hoffen, dass seine Herrin keine schlechte Laune hatte.

Thomas atmete tief durch als er das Zelt betreten hatte und so konnten die stimulierenden Dämpfe augenblicklich ihre Wirkung in seinem Geist entfalten. Wie sie ihn tags zuvor geheissen hatte ging er in die Knie, drückte diese auseinander und verschränkte die Arme hinter seinem Rücken, sie aufmerksam beobachtend. Seine Muskulatur war angespannt, sein Herz raste, seine Pupillen waren verengt, alles war auf höchste Aufmerksamkeit ausgerichtet und so legte Thomas eine auffallend hohe Körperspannung an den Tag, die seine Haltung wesentlich verbesserte.
Mercer schluckte hart, als er ihre Rückseite eingehender musterte und sie sich schliesslich zu ihm drehte. Es dauerte eine Weile bis sein Blick sich von ihrem Brustkorb löste und sich in ihre Augen verlor.
„Therendur, Meister Mercer, schön das ihr da seid. Wir müssen einiges besprechen...“
„Herrin“ Gab er zum Grusse ab. Er wusste nicht genau, wie er sie sonst hätte grüssen sollen, darum neigte er kurz demütig sein Haupt, wie es sonst üblich war, ehe er sie wieder ansah. Nun wusste er zumindest, wie der Schreiberling hiess.

„... Ebenfalls würden wir gerne das Gelände in der Nähe der Klippe besichtigen... Mercer drückte seinen Rücken etwas fester durch und liess sich nicht anmerken, dass er diese Aktion ebreits bereute, weil sie ein Stechen in seinem Rücken erzeugte. Die Position an sich war nicht so unbequem, aber die Körperspannung auf Dauer zu halten würde sehr anstrengend werden und ihm genau in den Rücken gehen. Seine verschränkten Arme verhinderten, dass er sich durch den Bart streichen konnte, was er sonst normalerweise tat, wenn er nervös wurde. Sie war so sündhaft schön! Für einen Moment funkelte Begehren in seinen Augen und sein Blick zeugte von einer gewissen körperlichen Unruhe. Andererseits musste er in diesem Moment auch an Jans Worte denken. Amandin liess ihn nicht alles wissen... so viel war klar.
“Es wäre gut, wenn wir uns in diesem Areal frei bewegen könnten, Herr. Meister Mercer, könnt ihr mir das erklären?“ „Ja Herrin.“ Diese Antwort kam etwas zu schnell und zu motiviert, zumindest liess sich Mercer sofort durch ihren Scharfen blick verunsichern. Er schluckte leer und es war für ihn sichtbar schwierig, ihrem Blick standzuhalten. War sie angespannt? Amandin liess sich absolut nicht in die Karten schauen. Sie hätte mit Harker vor ein paar Minuten ebenso gut einen tosenden Streit wie auch eine heftige leidenschaftliche Auseinandersetzung haben können, man würde es ihr nicht ansehen, wenn sie es nicht wollte. Er konnte nicht einschätzen, ob sie innerlich entspannt war oder kochte. Vielleicht lag dies daran, dass er sie noch nie wütend erlebt hatte. Die Neugierde in ihrem Blick hingegen, die erkannte er, denn die war ihm wohlbekannt. Sie liebte die Architektur, auf dieser Ebene schienen sie sich beinahe schon ohne Worte zu verstehen.

„Wir möchten gerne das Areal erkunden und herausfinden, ob es sich für einen Leuchtturm zu ehren Faldors und der morgerianischen Flotte eignet, Herrin. Vielleicht gibt es Magier oder Feuergelehrte, die purpurnes Feuer erschaffen können für den Leuchter. Der Grundriss des Tempels soll ja Sonnenförmig werden, Meister Sima und ich haben uns gestern darüber beraten, dass einer dieser Strahlen bis zur Küstenklippe reichen könnte. Den Durchgang würden wir zweigeschossig gestalten. Im Erdgeschoss würden wir eine Ahnengalerie zu ehren der Armee und der Errungenschaften des Dunkeln Volkes errichten und ihre Geschichte anhand von einem riesigen Mosaikzyklus erzählen... Das Obergeschoss wäre eine freistehende Terrasse, wenn es der Herrin gefällt. Stellt euch vor... eine sakrale Anlage, die sowohl Tempel, Denkmal und funktionale Elemente vereint...das wäre etwas...richtig Grosses Herrin.“ Hoffentlich gefiel ihr die Idee. Er sah sie nervös an und schluckte ein paar Mal leer. Vielleicht hielt sie ihn auch für Hochmütig? Sie hatte einen Tempel bei ihm bestellt und er machte praktisch ein kulturell und spirituelles Zentrum der dunkelelfischen Zivilisation daraus. Auf eine Art sehnte er sich danach, dass sie näher kam, auf die andere Seite fürchtete er sich davor, dass es ihn zu sehr erregen könnte und ihm genau das sogar noch gefallen könnte. Er wollte vor allem, dass ihr seine Idee gefiel...damit sie gnädig sein würde... angetan... vielleicht sogar lobend...

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Re: Der geschändete Tempel

Beitrag von Erzähler » Samstag 2. Januar 2016, 19:12

Thomas atmete tief durch als er das Zelt betreten hatte und so konnten die stimulierenden Dämpfe augenblicklich ihre Wirkung in seinem Geist entfalten. Wie sie ihn tags zuvor geheißen hatte ging er in die Knie, drückte diese auseinander und verschränkte die Arme hinter seinem Rücken, sie aufmerksam beobachtend. Er konnte es leider nicht sehen, aber sein Handeln wurde bemerkt und mit einem verheißungsvollen Lächeln belohnt. Seine Muskulatur war angespannt, sein Herz raste, seine Pupillen waren verengt, alles war auf höchste Aufmerksamkeit ausgerichtet und so legte Thomas eine auffallend hohe Körperspannung an den Tag, die seine Haltung wesentlich verbesserte. Mit der Zeit würde er vielleicht sogar merken, dass die ungewöhnliche Haltung ihm auf Dauer eher gut tun würde, aber das lag noch in der Zukunft. Mercer schluckte hart, als er ihre Rückseite eingehender musterte. Durch den durchsichtigen Stoff blieb kaum etwas der Phantasie überlassen und ihre Beine rieben sich so köstlich aneinander. Es dauerte auch eine Weile bis später sein Blick sich von ihrem Brustkorb löste und sich in ihren Augen verlor.
„Therendur, Meister Mercer, schön das ihr da seid. Wir müssen einiges besprechen...“
„Herrin“

Gab er zum Gruße ab und neigte kurz demütig sein Haupt. Nun wusste er zumindest, wie der Schreiberling hieß. Bald darauf las sie seine Notizen vor:
„... Ebenfalls würden wir gerne das Gelände in der Nähe der Klippe besichtigen...“
Mercer drückte seinen Rücken etwas fester durch und ließ sich nicht anmerken, dass er diese Aktion bereits bereute, weil sie ein Stechen in seinem Rücken erzeugte. Die Position an sich war nicht so unbequem, aber die Körperspannung auf Dauer zu halten würde sehr anstrengend werden und er befürchtete noch, dass sie ihm genau in den Rücken gehen würde. Seine verschränkten Arme verhinderten, dass er sich durch den Bart streichen konnte, was er sonst normalerweise tat, wenn er nervös wurde. Amandin sah ihn unverwandt an. Sie war so sündhaft schön! Für einen Moment funkelte Begehren in seinen Augen und sein Blick zeugte von einer gewissen körperlichen Unruhe. Andererseits musste er in diesem Moment auch an Jans Worte denken. Amandin ließ ihn nicht alles wissen. Ob sie ihm vielleicht antworten würde, wenn er sie fragen würde? Schließlich hatte er bis jetzt erst ein paar Stunden mit ihr verbringen können und wer wusste schon was ihre gemeinsam Zukunft noch für ihn bereit hielt?!
“Es wäre gut, wenn wir uns in diesem Areal frei bewegen könnten, Herr. Meister Mercer, könnt ihr mir das erklären?“
„Ja Herrin.“

Diese Antwort kam etwas zu schnell und zu motiviert, zumindest ließ sich Mercer sofort durch ihren Scharfen blick verunsichern. Er schluckte leer und es war für ihn sichtbar schwierig, ihrem Blick standzuhalten. War sie angespannt? Amandin ließ sich nicht einschätzen, ob sie innerlich entspannt war oder kochte. Vielleicht lag dies daran, dass er sie noch nie wütend erlebt hatte. Die Neugierde in ihrem Blick hingegen, die erkannte er, denn die war ihm wohlbekannt. Sie liebte die Architektur, auf dieser Ebene schienen sie sich beinahe schon ohne Worte zu verstehen. In diesem Punkt waren sie sich nahezu erschreckend ähnlich.
„Wir möchten gerne das Areal erkunden und herausfinden, ob es sich für einen Leuchtturm zu ehren Faldors und der morgerianischen Flotte eignet, Herrin. Vielleicht gibt es Magier oder Feuergelehrte, die purpurnes Feuer erschaffen können für den Leuchter. …“
Amandin legte den Kopf etwas in den Nacken und lauschte ihm nachdenklich.
„...Der Grundriss des Tempels soll ja Sonnen förmig werden, Meister Sima und ich haben uns gestern darüber beraten, dass einer dieser Strahlen bis zur Küstenklippe reichen könnte. Den Durchgang würden wir zweigeschossig gestalten. Im Erdgeschoss würden wir eine Ahnengalerie zu ehren der Armee und der Errungenschaften des Dunkeln Volkes errichten und ihre Geschichte anhand von einem riesigen Mosaikzyklus erzählen... Das Obergeschoss wäre eine freistehende Terrasse, wenn es der Herrin gefällt. Stellt euch vor... eine sakrale Anlage, die sowohl Tempel, Denkmal und funktionale Elemente vereint...das wäre etwas...richtig Großes, Herrin.“
Er sah sie nervös an und schluckte ein paar Mal leer. Hatte er es übertrieben? Auf eine Art sehnte er sich danach, dass sie näher kam, auf die andere Seite fürchtete er sich davor, dass es ihn zu sehr erregen könnte und ihm genau das sogar noch gefallen könnte. Er wollte vor allem, dass ihr seine Idee gefiel... damit sie gnädig sein würde... angetan... vielleicht sogar lobend... zugewandt...
Amandin spitzte leicht die vollen Lippen und musterte ihren fleißigen Sklaven. Dabei wanderten ihre Augen tiefer und sie antwortete anzüglich wie immer:
„Oh, ich mag GROSSES!“
Ihr Lächeln war schön süffisant zu nennen und sie zog ihre Unterlippe verführerisch zwischen die Zähne, dass man, wusste man es nicht besser, man die dunkelelfische Herrin für ein schüchternes Mädchen halten konnte. Ihr Augen wurden groß und unschuldig, mit einem Hauch süßester Lüge darin und ihre Stimme war wie warmer Karamell:
„Und ich mag Spannung während ich arbeite... „
Sie richtete sich etwas auf, was dazu führte das sich zarte Knospen durch die feinen Schlingen des Stoffs drückten und hob ihren Arm um auf eine kleine Bank zu zeigen.
„Ausziehen! Dort legt ihr die Kleidungsstücke ab und dann kommt ihr zu mir an die rechte Seite, einen Halbschritt hinter mir.“
Mit dieser kurzen Anweisung widmete sie sich wieder ganz dem Schreiber und tippte auf einen der ausgebreiteten Pläne. Sie sprach wieder in Lerium, aber ihre Stimme klang leicht gereizt, als sie dem anderen Dunkelelfen anscheinend irgendetwas erklärte. Dieser antwortete auch immer wieder kurz und knapp und schenkte Mercer keinerlei Beachtung. Die beiden konzentrierten sich auf ihre Berechnungen, denn so sah das aus, was Amandin gerade in Spalten untereinander schrieb, als Thomas soweit war um zu ihr zu treten. Selbst die Art wie seine Herrin den Stift hielt, ihn ab und an zwischen die Zähne nahm, ihre Handschrift, die eleganten Zeichen, das alles hatte etwas lockendes an sich. Jede noch so kleine Bewegung war reinste Sünde, Lust und Lockruf. Therendur hingegen sah noch nicht einmal auf, als der Sklave sich von hinten näherte und die Herrin dieses Projekts beugte sich gerade weit über den Tisch um nach einem weiteren Zettel zu greifen, während sie dabei ihren kleinen runden Hintern so unvergleichlich ihm entgegen streckte. Dabei streckte sich ihr nacktes Bein und streifte das von Thomas an der äußeren Wade. Durch die kurze Berührung anscheinend auch etwas aufmerksamer geworden, sah sie ihn kurz ins Gesicht und nickte zufrieden.
„Gut. Meister Mercer, zeigt mir hier, wo ihr euch den Strahl zu eurem Leuchtturm vorgestellt habt.“
Dabei zog sie eine Karte der Stadt näher. Das er nackt war, war anscheinend kein Hindernis für sie mit ihm arbeiten zu wollen, oder vielleicht war gerade das der Reiz? Ihre körperliche Nähe ließ die Luft in dem viel zu kleinen Raum zwischen ihnen flirren wie im Hochsommer über aufgeheizten Steinen. Das ein anderer Mann noch mit im Raum war, war zur Nebensache geworden. Mercer musste sich auf den Plan konzentrieren und die Spannung für sich nutzen lernen, so wie er es seiner Herrin versprochen hatte. Sein Blick auf die städtischen Strukturen enthüllte schnell einen geraden Weg, der an der ehemaligen Stadtmauer entlang führte. Dieser Bereich war ohnehin größtenteils zerstört und bedürfte einem Neuaufbau.
„Ich finde die Idee eines Leuchtturms nicht abwegig, Therendur. Mein Onkel wird mir da sicher Recht geben und den strategischen Nutzen erkennen, wie ich. Um die Mehrkosten kümmere ich mich. Meister Mercer und seine Leute werden bekommen was sie brauchen.“
Damit lächelte sie den Schreiberling etwas unterkühlt an und dieser nickte zustimmend, auch wenn sein Kinn zuckte.
„Ihr könnt gehen und euch um meine Anweisungen kümmern, Danke.“
Damit wandte sie sich schon fast strahlend an Thomas, während der Dunkelelf sich mit einer Verbeugung zum Gehen wandte. Amandins Handflächen legten sich kurz auf Thomas nackte Brust und hatte sofort seine ganze Aufmerksamkeit. Sie lächelte und wippte aufgeregt auf den Fußballen auf und ab, was die Rundungen ihrer Weiblichkeit herrlich in Bewegung brachte und den seidigen Stoff an seinem Körper bewegte.
„Das ist alles so wundervoll! Ich wünschte, alle diese unglaublichen Ideen ließen sich in einer Nacht umsetzen! Dafür würde ich alles tun! Stellt euch ...“
Amandin sprach sehr schnell und wirkte regelrecht gelöst, wenn es um ihr gemeinsames Projekt ging.
„.... vor, wie wunderbar das Mondlicht Manthalas auf Faldors Altarstein fallen könnte, wie das Blut seiner ihm dargebrachten Opfer von der erhöhten Galerie vielleicht... in einer Rinne... hinab bis zum Meer fließen könnte an guten Tagen. Diese Idee, diese ganzen Ideen sind hervorragend! Ihr seid wirklich ein Gewinn, Meister Mercer! Ein Tempel Faldors, als höchstes Gebäude mit einer offenen Kuppel in der Nacht! Galerien für Zuschauer und Pilger, Fresken und Mosaike, der Altarstein und natürlich... mein Abbild im Strahl der nach Morgeria zeigt...“
Sie lächelte, hob erwartungsvoll eine Braue und spitzte abermals schelmisch die Lippen.
„Ich sollte euch belohnen, Meister Mercer!... Arme auf den Rücken!“
Ihre Hüfte schob sich leicht zur Seite, so dass ihm fast der Atem stockte. Mit einer leichten Drehung kam sie noch näher und sah er an sich herunter, berührte sie schon fast mit ihrer Brust die seine. Jeder Atemzug brachte ihn ihr gefährlich näher und die Seide ihres Gewands verbarg noch nicht einmal mehr ihre Körperwärme. Ihre Stimme wurde weich wie Samt und streichelte seine Sinne:
„Bevor ich euch belohne, wollt ihr da vielleicht noch etwas lernen?“
Sie leckte sich über die Lippen, so dass klar war, dass dies keine Frage gewesen war. Sie wollte es und er somit auch, was ihn vielleicht noch überraschte.
„Nur etwas kleines... nicht so gewaltig, nicht so fordernd wie das, dass sich gerade gegen meinen Bauch drückt, aber auch sehr schön... „
Sie hob ihre Hände abermals an seine breite Brust und spielte mit den Fingerspitzen auf seiner Haut. Langsam streckte sich ihr Körper an seinem und sie schob ihre Finger in sein Haar. Ihre Nägel schabten leicht über seiner Kopfhaut, aber nicht schmerzend. Ihre Augen waren geweitet und ihre Lippen so süß geöffnet, als sie sich auf die Zehenspitzen stellte und ihn sanft etwas zu sich hinunter zog. Ihr Stimme war ein leises, gehauchtes Zittern an seinem Gesicht:
„Ich mag es, wenn ich sehen kann, wie ihr auf mich reagiert. Ich mag eure Neugierde, eure Phantasien. Ich mag, eure großen Hände, die Hände eines Künstlers, die mich bald, sehr bald studieren werden dürfen, wenn ihr brav seid. Ich mag... „
Sie drückte ihr Becken etwas mehr an seine Lenden.
„Spannung, Härte und Größe und erwarte nicht wenig von euch. Ich will eure Neugierde, eure Phantasie und ich mag eure wortgewandte, mutige Zunge.“
Bei dem letzten Wort war ihr Daumen über seine Lippen gewandert.
„Öffnet euren Mund... ja, so ist es gut. Zeigt mir eure vorwitzige Zunge...“
Klang da leichter Tadel mit? Im nächsten Moment streckte sie sich, stellte sich auf die Zehenspitzen und leckte mit ihrer flinken, kleinen Zungenspitze über seine. Es war elektrisierend und es war kurz kurz, aber definitiv köstlich! Sie ließ sich an seinem Körper etwas zu langsam hinab gleiten, dass die angestaute Lust der letzten Zeit sich zu früh zu entladen drohte. Als hätte sie es gespürt, löste sie sich von ihm, trat zwei Schritt zurück und sah sein zuckendes, bestes Stück an. Kurz zog sie die Lippen zwischen die Zähne und sprach dann:
„Sehr schön. Groß, einem Schwert nicht unähnlich, wohlgeformt, einladend, ganz in der Art wie ich ihn mir heute Nacht vorgestellt hatte. Ich bin gespannt ob er sich so anfühlen wird, wie in meiner Vorstellung, ...aber so weit sind wir noch nicht.“
Sie drehte sich zum Tisch um und erhob leicht die Stimme:
„Nelsani.“
Kurz darauf teilte sich der hintere Vorhang und die Sklavin trat ein.
„Ja Herrin?“
„Ich möchte Meister Mercer beibringen, wie er seine Zunge noch einsetzen kann, um mir Wohlgefallen zu bereiten. Bitte assistiere mir.“
„Gerne.“
Das klang ehrlich und Amandin wandte sich wieder Mercer zu, der jetzt erst bemerkte, dass sie den Tisch frei geräumt hatte und noch ein paar Karten im Arm hielt.
„Bitte legt dies hier in die Truhe dort hinten und kommt dann zum Tisch.“
Thomas tat wie ihm geheißen. Als er sich wieder umgedreht hatte, sah er gerade noch wie Amandin Nelsani von ihrer Tunika befreite und ihr auf den Tisch half.
„Da ich nicht weiß, wie viel Vorerfahrung ihr in diesen Dingen habt, fangen wir mit ein paar grundsätzlichen Lecktionen an.“
Die Sklavin ließ sich mit angewinkelten Beinen auf dem Tisch zurück sinken und öffnete die Beine. Ab diesem Moment hörte Mercer Amandins Stimme nur noch durch ein leises Rauschen und sein Kopf fühlte sich unglaublich wattig an. Gewisse andere Körperregionen machten sich ebenfalls selbständig und schienen einen ganz bestimmten Punkt entgegen streben zu wollen. Amandin kam zu ihm, nahm ihn führend bei der Hand und ließ ihn sich in seiner gewohnten Position neben sich knien. Sie legte ein Bein der Sklavin über seine und eines sich selbst über die Schulter.
„Schaut zu und lernt.“
Dann demonstrierte sie ihm an Nelsani, was man mit einer Zunge noch so alles machen konnte, außer zu reden. Sie achtete darauf, dass er auch genau zusah und war eine hervorragende Lehrerin, was das Zucken der Wadenmuskulatur auf seiner Schulter bald bewies und gerade als das Ziehen zwischen seinen Beinen nicht mehr erträglich zu werden drohte, fühlte er erst Amandins Arm an seiner Brust, dann am Bauch und dann tiefer ihre Handfläche an sich. Es bedurfte kaum mehr als diese kurze Berührung um ihn für sein langes Durchhalten zu belohnen.
Nachdem Nelsani sich auch wieder gefangen hatte und aufstehen konnte, nahmen auch Thomas Gedanken langsam wieder gewohnte Form an. Amandin schickte derweil ihre Gespielin mit einem Klaps auf den Po fort, wusch sich die Hände in einer Schüssel und kam dann wieder zu Mercer. Sie lächelte eine Weile auf ihn nieder, wie er da so vor ihr kniete, mit seiner Fassung rang. Sie trat an ihn heran, stützte sich auf seine Schultern und ließ sich dann ganz langsam rittlings an ihm hinab gleiten. Das Wissen, dass einzig dieser viel zu empfindliche und sicher leicht zu zerreißende, dünne Stoff sein Schwert von seinem Ziel trennte, ließ auch schon die Spannung erneut zwischen ihnen erwachen. Selbst wenn das nicht gereicht hätte, so wäre es der folgende Kuss gewesen, in dem seine Herrin ihm die Arme und den Hals schlang und seinen Kopf in den Nacken zwang. Diese mal war es nicht nur eine kurze Berührung. Dieses Mal waren es ihre Lippen, ihre Zunge, sogar ihre Zähne, die ihn erforschten. Sie bewegte sich auf seinem Schoß und ließ sich einen kleinen Moment gehen. Dann seufzte sie einmal schwer an seinen Lippen und löste sich gerade so weit, dass er sie ansehen konnte.
„Manthala wird mir heute Nacht wieder schöne Träume schenken. Ihr habt doch sicher heute Nacht auch von mir geträumt... Ich hoffe, es war schön für euch, denn wenn nicht, muss ich mir mehr Mühe geben.“
Allein die Erinnerung an Thomas Traum musste ihn wohl verraten haben, denn Amandin bekam einen etwas nachdenklichen Gesichtsausdruck. Sie wirkte kurz etwas zögerlich, stand dann von ihm auf und gebot ihm sich zu erheben. Sie trat ein paar Schritte von ihm zurück und wandte sich zur Seite ab.
„Ich will... ich würde gerne hören, wie es euch mit dem allem hier geht. Ich möchte nicht das hören, was ihr meint, dass ich hören will, sondern die Wahrheit. Das ist wichtig für mich, sonst muss ich mein Vorgehen ändern...“
Sie wandte sich ihm wieder zu und sah ihm fest in die Augen.
„Es bedarf ein gewisses Maß an Vertrauen und auch dieses will ich von euch erringen. Das ich dafür etwas beweisen muss, ist mir bewusst und dass es euch nicht leicht fallen wird. Genauso wenig wie es mir leicht fällt mich... zurück zu nehmen.“
Die Stimmung hatte gewechselt und plötzlich wirkte Amandin fast unsicher und aufgewühlt. An was sie wohl dachte? Etwas beschäftigte sie und da war mehr, als nur die bloße Bitte nach seinem ehrlichen Befinden.
„Gibt es etwas das ihr ...braucht?“
Jede andere Frau, jeder anderen Rasse hätte vermutlich gefragt, ob er Fragen oder Wünsche hätte, ob er etwas wollte, doch Amandin war eine Dunkelelfe. Sie schätzte und grenzte die Bedürfnisse der restlichen Lebewesen auf Celcia vermutlich etwas anderes ein. Auch sie musste noch lernen, doch sie gab sich Mühe.
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Re: Der geschändete Tempel

Beitrag von Thomas Mercer » Sonntag 3. Januar 2016, 13:07

Der Sklave störte sich offensichtlich nicht daran, dass er neben dem Schreiber zu Knien hatte. Thomas war sich seiner Stellung in der Hierarchie sehr wohl bewusst. Ein Sklave blieb ein Sklave, selbst wenn er ein Meister seines Fachs war und darum letztlich im Moment mehr zu sagen hatte, als Therendur. Dieses Bewusstsein für den eigenen Stand, war ihm in den ersten Monat der Sklaverei dermassen deutlich eingeprügelt worden, dass er seither nie Gefahr gelaufen war, sich davon irgendwie zu distanzieren. Er kannte seinen Wert und seinen Platz in der Gesellschaft. Zumal dies bis anhin sehr einfach gewesen war, da er hauptsächlich als Arbeitersklave unter seinesgleichen eingesetzt worden war. Jetzt, wo er Amandin kannte und sie anfing ihn immer mehr ins Vertrauen zu ziehen und sie ihm auf der Ebene der Architektur wie eine gleichgesinnte begegnete, wurde es für ihn zu einem wahren Balanceakt, die Grenze zwischen Neugierde und Engagement nicht zu überschreiten und in Sphären vorzudringen, die ein Sklave nicht zu interessieren hatte. Thomas riskierte einen kurzen Seitenblick zum Schreiber, um zu sehen, ob dieser sie ebenfalls mit Begehren musterte. Es durfte wohl auch für die Dunkelelfen nicht einfach sein, sich in ihrer Nähe zu bewegen, ohne triebhafte Gedanken, oder war diese Form der Freizügigkeit unter den Dunkelelfen völlig normal und daher nichts, was ihr Blut in Wallung versetzen konnte?

Er wusste so wenig über dieses Volk und ihre Gewohnheiten. Doch erst war Mercer an der Reihe seine eigenen Worte zu erklären. Er konnte nicht verhindern, dass er bei der Art und Weise wie sie ihn anguckte, errötete. Für ihn war diese Art des offenen Interessens nach wie vor mehr als nur ungewohnt. Sicherlich, Amandin war nicht die Einzige Frau gewesen, die sich von dem Hünen angezogen fühlte. Schon vor der Sklaverei war Thomas mehrmals auf der Baustelle von einfachen, wie auch wohlhabenden Frauen angeflirtet worden. Tatsächlich gab der Steinmetz eben durchaus ein vortreffliches Bild ab, dass wohl zu der einen oder anderen begehrlichen Fantasie diente. Doch Amandin war die Erste Frau, welche die Macht besass, sich einfach zu holen, was sie begehrte.
Sie konnte sehen, dass der Sklave kaum zu Atmen wagte, während sie ihn so musterte und wie die Spannung in seinem Körper stieg. Er reagierte deutlich auf ihre Aufmerksamkeit, was doch schon ein ziemliches Kompliment war.
„Und ich mag Spannung während ich arbeite... „ Thomas stellten sich die Nackenhaare auf und für einen Moment fragte er sich, was der Schreiber wohl dachte. Was Harker wohl über solche Spiele dachte? Wusste er überhaupt davon? Und von ihren Leibdienerinnen? Er war Mensch, möglicherweise ein Andunier oder Pelgarer, er war doch auch im Zeichen Lysanthors aufgewachsen, oder nicht? Er war ihr Verlobter, als Mensch dürfte er wohl in einer Tradition der sexuellen Exklusivität mit seiner Frau grossgeworden sein, oder nicht? Was war seine Position in diesem Spiel? Er wusste zu wenig!
Nun blieb ihm nichts anderes übrig als in ihr unschuldiges Gesicht zu schauen und sich je länger je mehr wie ein argloses Beutetier zu fühlen, das nicht genau wusste, was die Raubkatze mit ihm vorhatte.

„Ausziehen! Dort legt ihr die Kleidungsstücke ab und dann kommt ihr zu mir an die rechte Seite, einen Halbschritt hinter mir.“ Dieser Befehl kam unerwartet für den Sklaven. Er erhob sich vorsichtig, senkte gehorsam sein Haupt und bewegte sich zur Bank. Zum Glück hatte er sich inzwischen an die Nacktheit vor irgendwelchen fremden Leuten gewöhnt und er ging auch davon aus, dass dieses Bild für die Dunkelelfen ebenfalls zum Alltag gehörte. Zu sehr, als dass Thomas sich vor Therendur hätte schämen müssen. Vorsichtig strich er die ihm zugewiesene Tunika ab. (Er konnte nicht mal von seiner Tunika sprechen, denn bis auf seinen Talisman verfügte er über keinerlei eigenen Besitz). Er befreite sich von seinen Beinkleidern und legte auch den Talisman ab. Schliesslich befreite er sich von seinen Stiefel. Anhand der Eisenringe an Händen und Knöcheln, war er jedoch nach wie vor eindeutig als Sklave erkennbar. Thomas hatte gelernt, dass jeder Sklave Markiert war. Entweder mit besagten ringen, oder aber mit Tätowierungen oder Brandzeichen, wenn sie im Hausdienst standen. Sklaven waren Besitz und dieser Umstand schützte sie in der Öffentlichkeit. Ein fremder Dunkelelf vergriff sich an fremden Eigentum, wenn er einen fremden Sklaven misshandelte. Tatsächlich bot ihnen die Tatsache, dass sie zu einem Objekt und Eigentum degradiert worden waren, letztlich einen gewissen Schutz vor Übergriffen. Es war das erste Mal in seiner Sklavenlaufbahn, dass er in Privatbesitz gekommen war. Bisher waren die Arbeitertrupps immer ein Teil des Heeres gewesen, für die jeweils ein x – Beliebiger Aufseher zuständig gewesen war und keiner sich sonderlich um die Gesundheit der Sklaven geschert hatte. Thomas fragte sich, wie viel er wohl gekostet hatte... und ob er tatsächlich ihr Eigentum war, oder jenes des Statthalters.

Vorsichtig und leise trat er wieder an den Tisch zurück. Nackt wie er war, fühlte er sich auch besonders verletzlich. Das weiche Fleisch der Menschenhaut bot kaum Schutz vor Verletzung jeglicher Art, war aber gleichzeitig auch so empfindsam für Berührungen... Peinlicher war ihm eher, dass die anregende Wirkung im Raum und die von Amandin befürwortete Spannung, ihm schon deutlich anzusehen war, doch immerhin schenkte ihm der Schreiber keine Beachtung. Dafür wurden die beiden vom Sklaven beobachtet. Thomas hatte schon genügend Lerium gehört um unterscheiden zu können, was an rohheit Eigenart der Sprache war und wann der Sprecher tatsächlich gereizt war. Schon Harker hatte angespannt ausgesehen... offenbar gab es Probleme oder zumindest Unstimmigkeiten, was ihm durchaus Sorge bereitete. Es stand ausser Frage, dass das Leben von ihnen allen von Amandins Schicksal abhing, es war also im Interesse aller Sklaven, dass ihre Position gesichert blieb. Seine Aufmerksamkeit wurde jedoch von ihrem Hintern wieder gänzlich absorbiert und auch seine Gedankengänge bewegten sich in eine eindeutige Richtung. Er war so eingenommen, dass er zusammenzuckte, als er die plötzliche Berührung an seiner Wade spürte und plötzlich in das Antlitz seiner Herrin starrte. Man konnte wirklich den Eindruck erhalten, dass Thomas ein Jungeselle war, so überempfindlich reagierte er auf alles, was sie tat. Dies lag aber vermutlich letztlich auch an der langen Absenz körperlicher Nähe, die er zu erdulden gehabt hatte.
„Gut. Meister Mercer, zeigt mir hier, wo ihr euch den Strahl zu eurem Leuchtturm vorgestellt habt.“
„Ja Herrin.“ Er trat näher heran und studierte den Plan, ehe er mit seinem Finger die Bahn nachfuhr, welche der Seitentrakt ausfüllen würde. Dabei berührte Thomas die kostbare Karte nicht. Seine Fingerkuppe bewegte sich ein paar Millimeter über dem teuren Pergament. Ein Ausdruck der Präzision und auch ein Beweis dafür, dass er sich von seiner psychischen Krise vor ein paar Tagen erholt hatte. Ein Steinmetz musste schliesslich ruhige Hände haben, waren sie dies, dann waren sie ein Ausdruck seines Befindens und offenbar fühlte sich Thomas grösstenteils wohl in seiner Haut.

„Ich finde die Idee eines Leuchtturms nicht abwegig, Therendur. Mein Onkel wird mir da sicher Recht geben und den strategischen Nutzen erkennen, wie ich. Um die Mehrkosten kümmere ich mich. Meister Mercer und seine Leute werden bekommen was sie brauchen.“ Es entging Thomas nicht, dass Amandin wohl absichtlich celcianisch sprach, damit auch der Sklave verstand, was geredet wurde. Dennoch stimmten ihn ihre Worte eher besorgt. Offensichtlich hatte die Idee der Sklaven nicht bei allen Anklang gefunden. War dies auch der Grund für Harkers Verstimmung gewesen? Ihm entging nicht, wie der Schreiber kuschte, aber nicht gänzlich zufrieden das Zelt verliess. Thomas sah dem Mann nachdenklich und mit ernster Miene hinterher, bis Amandin sich zu ihm umdrehte und ihre Hand seine nackte Brust berührte und eine elektrisierende Wirkung darauf entfaltete. Er lächelte ehrlich, als sie beinahe wie ein aufgekratztes Kind von dem Projekt zu schwärmen begann. Amandin legte gerade ziemlich mädchenhafte Züge an den Tag, die Thomas ziemlich süss fand. Er hätte nie gedacht, dass eine Dunkelelfe so ein Verhalten überhaupt zeigen konnte. Er merkte, dass auch sie ihn wohl ins Vertrauen holte und ganz sich selbst war.... oder war das hier ihre Maske und ein Spiel? Er wusste es nicht.
„.... vor, wie wunderbar das Mondlicht Manthalas auf Faldors Altarstein fallen könnte, wie das Blut seiner ihm dargebrachten Opfer von der erhöhten Galerie vielleicht... in einer Rinne... hinab bis zum Meer fließen könnte an guten Tagen. Diese Idee, diese ganzen Ideen sind hervorragend! Ihr seid wirklich ein Gewinn, Meister Mercer!“ Thomas strahlte und wurde tatsächlich bei jedem Lob etwas grösser. Er nicke, wegen den Rinnen. Auch wenn er sich wohl bewusst war, dass sie von Menschenblut sprach, dass dafür fliessen müssen würde, erkannte er durchaus einen gewissen ästhetischen Wert in ihrem Vorhaben. Ein Gedanke, den ihn jetzt beflügelte, später aber wohl beschämen und ängstigen würde.

“Ein Tempel Faldors, als höchstes Gebäude mit einer offenen Kuppel in der Nacht! Galerien für Zuschauer und Pilger, Fresken und Mosaike, der Altarstein und natürlich... mein Abbild im Strahl der nach Morgeria zeigt...“ Er nickte und ertappte sich dabei, wie er kurz seine Pranke hob und ihr eine Strähne aus dem Gesicht zwischen wollte, er besann sich mitten in der Bewegung eines Besseres und brach sein Vorhaben ab. „Herrin... die grossartige Idee der Kuppel, ist Meister Grimms und Meister Simas Verdienst und Meister Rasmussen hat die Fundamente untersucht und die Baubarkeit von unterirdischen Thermen bestätigt. Alle freuen sich, für euch etwas Grosses bauen zu dürfen. Wir wollen euch nicht enttäuschen.“ Thomas kümmerte sich um seine Leute und war darum bemüht, dass Amandin sich auch deren Wert bewusst wurde. Ausserdem war er eine ehrliche Haut und wollte sich nicht mit den Lorbeeren anderer schmücken.

Für Amandin mochte der Umgang mit ihren Sklaven wohl ziemlich wohltuend sein. Gut gepflegte Sklaven waren wie Haustiere, sie liebten einen bedingungslos und ertrugen geduldig jegliche Launen, ohne dem Besitzer gegenüber aggressiv oder ablehnend zu werden. Sie waren ihrem Herrchen treu und loyal ergeben und stets bereit, ihm alles zu verzeihen, wenn sie von ihm nur etwas Zuwendung erhielten. In den eigenen Reihen schien sie nicht so ein einfaches Leben zu haben und durchaus auf Widerstände zu stossen. Thomas konnte nur hoffen, dass sich ihr Onkel ebenfalls für die Pläne begeistern liess.
„Ich sollte euch belohnen, Meister Mercer!... Arme auf den Rücken!“ Thomas tat wie ihm geheissen und wurde damit abermals zur Untätigkeit verdammt. Er wusste nicht, ob diese Form der Disziplinierung einzig und alleine der gemeinsamen Luststeigerung diente, oder ob es durchaus Ausdruck von Vorsicht war. Er fragte sich, ob ein Sklave ihr schon mal wehgetan hatte, ob sich schon welche einmal gegen sie erhoben hatten? Er konnte es sich im Moment nicht vorstellen, da sie tatsächlich die gütigste Herrin war, die er bisher gehabt hatte.

Er wusste nur, dass sich Amandin die Anwesenheit von Sklaven gewohnt war, wie ihre Aussagen über ihre Leibdienerinnen verraten hatten. Sie presste sich immer näher an seinen muskulösen Körper und Thomas sah sichtlich ertappt aus, als ihr Körper sich an seinen Drückte und da wohl auf einen bestimmten Widerstand stiess. Es war eine befremdliche Eigenart der lysanthorgläubigen Pelgarer, dass jegliche sexuelle Regung ihres Körpers mit Schamgefühlen behaftet war. Diesbezüglich war Thomas definitiv ein Kind seiner Kultur.

„Bevor ich euch belohne, wollt ihr da vielleicht noch etwas lernen?“ Seine Körperspannung stieg und er bemerkte erst nach ein paar Sekunden, dass eine Antwort gar nicht nötig war. Ihr Wille, sollte sein Wille sein, ihre Wünsche, seine Wünsche. So einfach war das.
„Nur etwas kleines... nicht so gewaltig, nicht so fordernd wie das, dass sich gerade gegen meinen Bauch drückt, aber auch sehr schön... „ Wieder wurde der Sklave hochrot im Gesicht. Amandin schien diesen Anblick wohl irgendwie zu mögen, denn sie provozierte diese Reaktion bei jeder erdenklichen Gelegenheit. Thomas musste sich zusammennehmen, damit ihm nicht vor lauter Anspannung ein grösseres Malheur passierte, doch auch da musste er noch lernen, dass sie seine Triebe kontrollierte und bestimmen würde, wann er den Druck auszuhalten hatte und wann er sich entspannen durfte. Dies setzte jedoch auch eine ziemlich gute Kenntnis ihres Sklaven und dessen Körpers voraus, die sie offensichtlich hatte, denn sie wusste genau, wie weit sie ihn im Moment reizen konnte. Amandin würde wohl in der Lage sein, seine Grenzen diesbezüglich so zu verschieben, wie es ihr beliebte. Das war alles eine Frage von Zeit und Training.
Thomas musste sich sichtlich beherrschen, seine Hände hinter dem Rücken zu behalten. Er amtete angeregt auf, als sie in seine Haare griff und ihn zu sich zog. Begehren flammte in seinen Augen auf, er wollte sie. Er wollte sie ehrlich und trotz seines Bewusstseins, dass es Ehebruch und Sünde war. Zu letzteren beiden Vergehen wurde die ganze Angelegenheit, weil sie ihn zu nichts zwingen musste, sondern er sich bereitwillig hingab.

„Ich mag es, wenn ich sehen kann, wie ihr auf mich reagiert. Ich mag eure Neugierde, eure Phantasien. Ich mag, eure großen Hände, die Hände eines Künstlers, die mich bald, sehr bald studieren werden dürfen, wenn ihr brav seid. Ich mag... „ „Sie gehören ganz euch, Herrin. Meine Phantasien...und meine Hände...“ Meinte der Sklave berauscht und atmete heiss gegen ihre Schulter. Er gab einen angespannten und doch erregten Laut von sich, als sie sich an seine Lenden presste und tatsächlich machte Thomas in seiner ungestümen Art, die manchmal plötzlich aus ihm herausbrach, einen Schritt nach vorn, um sie fester an sich zu spüren. Allein dies vermittelte einen deutlichen Eindruck seiner körperlichen Überlegenheit, die Amandin wohl für sich zu bändigen wissen würde. Solche Dinge geschahen, weil er ein einfacher Arbeitersklave war und bisher keine entsprechende Abrichtung für solcherlei Situationen erhalten hatte. In der Sprache der Haustiere war Thomas wohl eher ein Strassenkötermischling, als ein reinrassiges Zuchttier. Man konnte einen Strassenköter sicherlich erziehen und formen, doch sein Wesen war ein anderes, als jenes eines Tieres, dass zu keinem anderen Zweck gezüchtet worden war.

„Öffnet euren Mund... ja, so ist es gut. Zeigt mir eure vorwitzige Zunge...“ Er wagte die Andeutung einer küssenden Liebkosung, als sie seine Lippen berührt hatte und öffnete dann gehorsam seinen Mund. Vorwitzig? War das eine gute oder schlechte Eigenschaft? Plötzlich berührte sie ihn, mit der ihrigen und eine elektrisierende Welle breitete sich in seinem ganzen Körper aus. Der Eindruck war so kurz und so intensiv, dass er mehr wollte und ihrer Bewegung folgte, er beugte sich vor, als hätte er versucht ihre Zunge noch einmal zu erhaschen. Verhaltensweisen die im Grunde ziemlich dreist waren, zumindest wenn man ihn mit einem Lustdiener verglich, doch manche Individuen fühlten sich eben vom Wesen und Charakter etwas ungestümer Haustiere durchaus angezogen. Doch auch hier ging es darum, die Grenzen auszuloten. Sie mussten sich kennenlernen.

Er gab ein überraschend forderndes Knurren von sich, als sie zu langsam an seinem Körper hinunterglitt. Oh in diesem Geist und Männerkörper schlummerte eine ziemlich archaische Begierde, an der sie züngelte. Natürlich hatte Thomas in seiner Ehe niemals seine ganze Wucht und Kraft angewandt, denn sonst hätte er Beth definitiv wehgetan.
Interessanterweise hatte Thomas wirklich Probleme damit, wenn sie ihn in seiner Erregung einfach nur betrachtete und auch noch kommentierte. Dies war eine höchst ungewohnte Situation für ihn. In Lysanthors Glauben spielte Lust kaum eine Rolle. Eher ging es bei der körperlichen Vereinigung um eine Pflicht und um Liebe. Neues Leben sollte damit geschaffen werden. Sex nur zum Vergnügen galt im Grunde als Sünde – auch wenn die meisten diesbezüglich ein paar Strafpunkte in ihrem Seelenkatalog in Kauf nahmen. Aber Nacktheit war selbst unter Eheleuten eher beschämend gewesen. Am liebsten machte es der Lysanthorgläubige unter einer schützenden Decke.
„Nelsani.“ Thomas blickte zu der Sklavin hin und spürte durchaus, dass auch sie einen Blick auf seine Männlichkeit riskierte. Thomas reagierte gut auf die Dienerin, er mochte sie, fand sie offensichtlich schön, aber auch sympathisch und er lächelte ihr schüchtern entgegn.

„Ich möchte Meister Mercer beibringen, wie er seine Zunge noch einsetzen kann, um mir Wohlgefallen zu bereiten. Bitte assistiere mir. Gerne.“ Der Steinmetzmeister zog fragend eine Augenbraue hoch. Tatsächlich hatte er mit seiner eigenen Frau sehr traditionell geliebt. Die Stellungen waren vorgegeben gewesen, wie auch die erlaubten „Hilfsmittel“, wenn man so wollte. Hände waren dabei das höchste der Gefühle und eigentlich auch nur Seitens der Frau gegenüber dem Mann. Thomas war kein klassischer Patriarch gewesen, doch ihm wäre schlicht nicht die Idee gekommen, dass man der Frau vielleicht auch auf verschiedene Weisen Freude bereiten könnte...
Thomas legte die Karten vorsichtig zurück in die Truhe und kam wieder zu den beiden Frauen hin. Es berührte ihn, wie zärtlich und vorsichtig Amandin mit ihrer Sklavin umging. Für Thomas, der bisher nur Gewalt und laut gebrüllte Anweisungen gekannt hatte, war dies alles sehr neu und beeindruckend. Er mochte Amandin dafür, dass sie so war. So anders.

„Da ich nicht weiß, wie viel Vorerfahrung ihr in diesen Dingen habt, fangen wir mit ein paar grundsätzlichen Lecktionen an.“ „Ich fürchte..keine Herrin.“ Gab Thomas kleinlaut zu. Er schämte sich beinahe für seine eigene Verstocktheit. Thomas hatte sich selbst für einen Lebemann gehalten, der es auf der Walz ordentlich krachen gelassen hatte, doch eigentlich hatte er sich diesbezüglich ebenfalls an den engen Grenzen seines Glaubens orientiert. Seine frivolsten Taten schienen bei den Dunkelelfen dermassen normal zu sein, dass sie nicht einmal eine Erwähnung verdienten. In seiner Reeaktion verriet er Amandin einen weiteren Charakterzug. Er mochte es nicht, wenn er irgendwo nicht gut oder unerfahren war. Thomas Ehrgeiz war ziemlich ausgeprägt.

Doch seine ganzen Gedanken hörten schlagartig auf, als Nelsani sich auf den Rücken legte und sich den beiden Präsentierte. Er hatte noch nie eine nackte Elfe gesehen und schon lange nicht mehr eine nackte Frau. Selbst Beth hatte er nie in dieser Deutlichkeit betrachtet. Vorsichtig kniete er wie befohlen hin und betrachtete sich Nelsanis zarten und verletzlichen Schoss. Es war ein intensiver Moment für ihn. Er kniete vor einer nackten Elfin, neben seiner Herrin und sie beide Schulterten ein Bein. Erstaunlich für ihn war jedoch, dass Amandin ihrer Sklavin Vergnügen bereiten wollte. Sowas hätte er bis anhin für undenkbar gehalten. Anhand von Nelsanis Reaktion leitete er ab, dass dies nicht das erste Mal war, dass sie auf ihre Kosten kam. Er sah seine Herrin an und dankte für einen Augenblick Lysanthor, dass er sie in ihre Obhut geführt hatte. (Was irgendwie seltsam war... aber naja.)

„Schaut zu und lernt.“ Thomas schaute zu. Starrte zu und atmete irgendwann immer abgehakter. Er beobachtete genau was seine Herrin da machte, wie sie ihre Sklavin reizte und für einen Moment wollte er am liebsten mit Nelsani tauschen und für den anderen Moment, wollte er das gleiche für Amandin tun und auch für Beth, denn er sah, welche Freude sie Nelsani damit bereitete. Warum war Lysanthor gegen diese Praxis? Was hatte er gegen Vergnügen? Warum war es falsch, seiner Frau auf diese Weise Freude zu bereiten? Zumal es ihn selbst auch aufpeitschte. Zu sehr. Der Sklave wurde unruhig und begann gepresst zu atmen. Nun wusste er, was Nelsani ein paar Tage zuvor mit ihrer Herrin gemacht hatte, doch bei ihr hatte es auch noch dieser Schnitte bedurft, die nun fehlten. Die Reize gingen mit ihm durch und noch ehe der Sklave seine Herrin warnen konnte, dass er vermutlich kaum noch weiter durchhalten würde, reagierte sie bereits. Er spürte ihre Hand an seiner Brust und wie sie quälend langsam nach unten glitt. Damit baute sie eine solche ungeheure Spannung auf, dass er nur noch ein verzweifeltes „Herrin“ über die Lippen brachte, ehe sie ihn an seiner empfindlichsten Stelle berührte und die Triebe augenblicklich mit ihm durchgingen. Er stöhnte gepresst, weil er sich irgendwie dagegen zu wehren schien – weil er weder Amandins Hand, noch den Teppich besudeln wollte – doch alle Dämme brachen und der Hüne krümmte sich kurz vor, während er gleichzeitig den Kopf in den Nacken legte und tief, sowie brummig aus und einatmete. Die Anspannung fiel für einem Moment von ihm ab. Alles fühlte sich unglaublich intensiv an und für einige Sekunden atmete der Sklave frei und ergab sich dem Moment.

Er sah aus dem Augenwinkel, wie Amandin Nelsani aus ihren Diensten entliess und sie fortschickte. Er hielt seinen Kopf noch immer gesenkt, ehe er ihn wieder anhob und sie wieder in seinen Fokus nahm. Sie hatte ihn. Sie konnte es sehen, wie sie ihn hatte. Seine Zuneigung war nicht gespielt und wurde nicht mehr rein durch Angst gespiesen. Das Netz, welches sie zwischen sich gesponnen hatten, wurde stärker. Sie betrachtete ihn sich und kam schliesslich auf ihn zu. Wieder musste Thomas sich beherrschen, sich nicht aus seiner Starre zu lösen, als sie sich langsam an ihm heruntergleiten liess. Am liebsten hätte er sich auf den Rücken gelegt und sie fest in die Arme genommen...wie Beth. Ein Gedanke, der ihm einen empfindlichen Stich versetzte. Er schob sein Becken leicht vor, so gut es ihm möglich war, als sie sich an ihn schmiegte. Am liebsten hätte er ihr an den Hintern gegriffen und sie fester zu sich gezogen. Doch er durfte nicht. Er sah sie mit dankbaren und flammenden Augen an, konnte offensichtlich sein Glück nicht fassen und keuchte überrascht auf, als sie seinen Kopf in den Nacken zwang und ihn stürmisch mit ihren Lippen erforschte. Er stöhnte leise, als sie sich auf seinem Schoss zu bewegen befand und es war offensichtlich, dass Thomas bereit war sich ihr hinzugeben, ohne sich durch seine eigenen Zweifel und Gedanken behindern zu lassen. Es war erstaunlicherweise Amandin selbst, die ihn wieder an all das Erinnerte.

Er sah sie überrascht an, als sie schwer Seufzte und innehielt. Fragend und besorgt musterte er sie aufmerksam.
„Manthala wird mir heute Nacht wieder schöne Träume schenken. Er guckte sie verdutzt an. Vor ein paar Minuten hatte sie doch noch davon geredet, wie sie die Nacht miteinander verbringen würden und nun würde sie sich mit Träumen begnügen? Thomas beschlich das Gefühl, sie enttäuscht zu haben. Wie das Bauprojekt freute sie sich ehrlich auf alles, was da einmal entstehen soll, knapste aber an der Zeit, die sie dafür würde investieren müsste. Gleiches schien sie bei ihm zu denken. Doch dann erwischte sie ihn an einem völlig unerwarteten Punkt. Eine normale Herrin hätte hier den Satz beendet, denn Sklaventräume interessierten in der Regel nicht, doch Amandin fragte nach.

“Ihr habt doch sicher heute Nacht auch von mir geträumt... Ich hoffe, es war schön für euch, denn wenn nicht, muss ich mir mehr Mühe geben.“ Sofort blitzte Louisas abgetrennter Kopf vor seinem geistigen Auge auf und dieser Schreckensmoment verriet ihn.
Darauf löste sie sich von ihm und gebot ihm, sich zu erheben. Es tat ihm leid. Es tat ihm leid, dass er mit solchen Gefühlen belastet war und sie sich darum kümmern musste. Er merkte gar nicht mehr, dass sein ganzes Denken einzig und allein auf sie ausgerichtet war und wie schnell dieser Prozess sich eigentlich vollzogen hatte. Die Distanz, die sie zu ihm aufbaute schmerzte ihn. Jetzt fühlte er sich nackt und alleine. „Herrin.“ Hauchte er und machte ein paar Schritte auf sie zu, wagte es aber nicht, ganz an sie heranzutreten. Auch sie wirkte im Moment gerade sehr verletzlich.
„Ich will... ich würde gerne hören, wie es euch mit dem allem hier geht. Ich möchte nicht das hören, was ihr meint, dass ich hören will, sondern die Wahrheit. Das ist wichtig für mich, sonst muss ich mein Vorgehen ändern...“

Thomas erwiderte ihren Blick. Sie überraschte ihn positiv. Ob perfides Kalkül oder doch tatsächlich ihre aufrechte Art, Amandin grub sich Schicht für Schicht immer näher an Thomas Herz. Noch nie hatte sich ein Dunkelelf ehrlich um ihn und seine Gefühle gekümmert und er merkte, wie gut ihm das tat.
„Es bedarf ein gewisses Maß an Vertrauen und auch dieses will ich von euch erringen. Das ich dafür etwas beweisen muss, ist mir bewusst und dass es euch nicht leicht fallen wird. Genauso wenig wie es mir leicht fällt mich... zurück zu nehmen.“ Der Sklave strich sich über den Arm. Da war es wieder. Er war unsicher. Haderte mit sich selbst und solang sie ihn in diesen Zustand versetzte, wenn immer er sich ihr eröffnen wollte, gab es Dinge, die er ihr aus Angst verschwieg.
„Gibt es etwas das ihr ...braucht?“ Ja! Dennoch brauchte Thomas Zeit für seine Antwort. Sollte er sie wirklich ins vertrauen ziehen? Sollte er sich in seiner ganzen Verletzlichkeit offenbaren? Natürlich war es ein sehr ungünstiger Rahmen von ihm, einige Minuten nachdem er in ihre Hand gekommen war, von seiner Sorge um seine Ehefrau und sein Kind zu berichten, doch wenn er diesen Augenblick auslassen würde, gäbe es wohl zukünftig nie wieder eine legitime Situation es anzusprechen, ohne dass Amandin sich dann bewusst sein würde, dass Thomas ihr hier und heute nicht vertraut hatte. Thomas befeuchtete seine Lippen, wägte seine Worte vorsichtig ab. Sie hatte ihn aufgefordert die Wahrheit zu sagen und Thomsa wagte es nicht, sie jetzt anzulügen. Zumal er ja inzwischen wusste, wie gut sie ihn lesen konnte. „Es...es gibt einige Dinge, die mir Sorge bereiten, Herrin.“ Er senkte seinen Blick und verdeckte kurz mit seiner Pranke seinen Mund, ehe er über seinen Bart strich. Er bemerkte diese Bewegung jedoch und brach sie abrupt ab, er verschränkte die Arme von sich aus hinter dem Rücken, als wäre dies eine Schutzposition für ihn. Er ging davon aus, dass Amandin sich über ihn informiert hatte und über seine Familie Bescheid wusste.

„Ich habe Familie, Herrin. Hauptmann Harker hat bei unserer Ankunft meine Tochter Louisa erwähnt... und auch meine Frau Beth.“ Seine Augen glänzten feucht. „Sie scheinen hier in Andunie zu sein... ich weiss nicht, ob sie sich sogar in eurer Obhut befinden, oder unter jener von jemand anderem...“ Er sah beinahe flehentlich zu ihr auf, weil er hoffte, dass sie tatsächlich in Amandins Besitz übergegangen war. Denn sie war gut zu ihren Sklaven. „Ich weiss nicht, welchen Stellenwert die Familie in eurer Kultur hat, Herrin. Für mich ist sie etwas vom heiligsten und wichtigsten. Für einen Pelgarer ist es schrecklich und schändlich, wenn er seine Familie nicht beschützen kann und sie gar aus den Augen verliert. Ich...habe sie nicht beschützen können...“ Das nagte deutlich an seinem Gewissen. „Ich habe in meinem Leben so viele Bauwerke erschaffen, eines prächtiger als das andere, aber Steine leben nicht... sie besitzen keine Seele. Meine Tochter hingegen ist für mich eine beseelte Kathedrale des Glücks Herrin... ein Quell meiner Kreativität. Es ist für mich schwer zu ertragen, dass meine Frau und mein Kind ins Joch der Sklaverei geraten sind... und ich nicht weiss, was ihr Schicksal gewesen ist. Wie es ihnen ergangen ist.“

Die Worte gingen ihm nicht leicht von den Lippen, weil er fürchtete, Amandin könnte seine Familie als Konkurrenten betrachten, die zwischen ihm und ihr standen. Wenn er sie doch nur in Sicherheit wüsste, in Jorsan, oder Santros... dann könnte er Amandin noch inbrünstiger Dienen. Seine Augen brannten, hatten sich mit Salzwasser gefüllt. Seine Stirnvene staute sich und für einen Moment wurde die ganze Last deutlich sichtbar, die auf seine Schultern drückte.
„Viele dieser Dinge hier... sind für mich völlig neu... und befremdlich und stehen teilweise gänzlich im Widerspruch zu allem, was man mich über Sitten und Moral gelehrt hat, Herrin.“ Naw, der Sklave hatte innere religiöse Konflikte, das war doch irgendwie knuffig. „Ich...verstehe meinen Glauben schlechter als früher. Für viele Fragen in meinem jetzigen Alltag, bietet er keine befriedigende Antworten und manche der gelehrten Konzepte und Verbote...erscheinen mir plötzlich als...falsch.“ Diese selbstkritische Auseinandersetzung mit dem eigenen Glauben war letztlich jedoch nur ein Zeichen dafür, dass Thomas nicht fundamental genug war, als dass man ihn nicht würde umformen können. Vermutlich würden ihn Faldors Lehren eher abschrecken, da sie doch in einem krassen Konflikt zu dem standen, die Thomas gewohnt war. Aber glücklicherweise hatte Lysanthor ja noch mehr Geschwister...

„Ich mache mir Sorgen um meine Männer. Jeden Tag. Ich fürchte mich davor, dass einer sich verletzen könnte, oder einer sich unangepasst verhalten könnte. Ich fürchte mich davor, dass sie euch verärgern könnten und bestraft werden, weil ich weiss, wie kostbar alle diese Hände sind, Herrin. Wir arbeiten hier an einem noch nie dagewesenen Projekt...und wir wollen euch Ehre bereiten und euch Stolz machen. Ich hoffe nur, dass uns nicht durch menschliches Versagen oder Dummheit, die leider bei jedem grösseren Bauvorhaben immer wieder mal auftreten, Steine in den Weg gelegt werden. Perfektion ist das angestrebte Ziel, aber wir werden sie wohl nicht im gesamten Prozess halten können. Ich fürchte mich vor Fehler, Herrin. Weil Fehler unter Sklaven ganz andere Konsequenzen nach sich ziehen können, als unter freien Arbeitern.“ Jetzt kam er schon wieder damit, Amandin hatte ihn schon Tags zuvor diesbezüglich eine klare Ansage gemacht und dessen war sich auch Thomas bewusst. Er senkte sein Haupt. „Ich verstehe euer Argument und es liegt mir fern, euer Vorgehen gegenüber den Sklaven in Zweifel zu ziehen... ich kann nur nichts daran änderen, dass mich diese Dinge beschäftigen und sorgen.“

Er wusste nicht, welchen Stellenwert die Gemeinschaft unter Dunkelelfen hatte. Bei den Handwerkern, war diese zumindest ziemlich ausgeprägt. Menschen waren soziale Haustiere, hielt man sie in Einzelhaltung, riskierte man, dass sie eingingen. Sie brauchten Artgenossen um sich, Freunde, sogar auch Konkurrenten. Dann entwickelten sie sich gesund.

Er seufzte und schwieg einen Moment. Die nächsten Worte kosteten ihm die grösste Überwindung. „Und ich bin um euch besorgt. Ständig, Herrin.“ Er strich sich wieder über den Handrücken, denn diese Dinge gingen ihn nichts an. Alle Dinge, die eine mögliche Schwäche der Herrin offenlegte, gingen ihn doch nichts an. „Therendur...er wirkte... angespannt, als er das Zelt verliess. Unzufrieden, Herrin.“ Einen Dunkelelfen anzuschwärzen, war vermutlich nicht das Klügste, was er in letzter Zeit gemacht hatte. Amandin mochte möglicherweise sehr gutmütig ihren Sklaven gegenüber sein, doch auch sie war vermutlich gewissen sozialen Normen und Gesetzen ihrer Kultur verpflichtet und konnte nicht alles durchgehen lassen. Thomas konnte ihr im Vertrauen vermutlich relativ viel sagen, doch er musste aufpassen, was er in der Öffentlichkeit tat. „Und es tut mir leid, dass ihr euch meinetwegen zurücknehmen müsst. Ich möchte euch nicht enttäuschen, oder verärgern... das ist das Letzte, was ich möchte.“ Meinte er aufrichtig. „Und ich bin dankbar und stolz...hier sein zu dürfen.“ Meinte er lächelnd, weil es ihm ein Bedürfnis war, die Stimmung etwas aufzulockern. Er hatte ihr tiefe Einblicke in die menschliche Lebenswelt gegeben, die für sie vermutlich so fremd waren, wie für ihn das eben erlebte. Sie beide würden viel voneinander lernen müssen. Doch Thomas musste zugeben, dass er seit seiner Versklavung nie so offen mit einem Dunklelfen gesprochen hatte. Vermutlich hätten ihm auch alle seine Freunde davon abgeraten es zu tun... damit betrat er nun unbekanntes Terrain.

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Re: Der geschändete Tempel

Beitrag von Erzähler » Montag 4. Januar 2016, 09:11

„Gibt es etwas das ihr ...braucht?“
Thomas befeuchtete seine Lippen, wägte seine Worte vorsichtig ab. Sie hatte ihn aufgefordert die Wahrheit zu sagen und Thomas wagte es nicht, sie jetzt anzulügen. Zumal er ja inzwischen wusste, wie gut sie ihn lesen konnte.
„Es...es gibt einige Dinge, die mir Sorge bereiten, Herrin.“
Er senkte seinen Blick und verdeckte kurz mit seiner Pranke seinen Mund, ehe er über seinen Bart strich. Er bemerkte diese Bewegung jedoch und brach sie abrupt ab, er verschränkte die Arme von sich aus hinter dem Rücken, als wäre dies eine Schutzposition für ihn. Der Blick, den sie ihm bei dieser Aktion zuwarf, sagte deutlich, dass er richtig gehandelt hatte. In ihrer Gegenwart sollte er sich nicht selbst berühren. Dann nickte sie und er fasste neuen Mut.
„Ich habe Familie, Herrin. Hauptmann Harker hat bei unserer Ankunft meine Tochter Louisa erwähnt... und auch meine Frau Beth. Sie scheinen hier in Andunie zu sein... ich weiß nicht, ob sie sich sogar in eurer Obhut befinden, oder unter jener von jemand anderem...“
Er sah beinahe flehentlich zu ihr auf, doch sie blinzelte erst einmal nur langsam und forderte ihn damit auf weiter zu sprechen.
„Ich weiß nicht, welchen Stellenwert die Familie in eurer Kultur hat, Herrin. Für mich ist sie etwas vom heiligsten und wichtigsten. Für einen Pelgarer ist es schrecklich und schändlich, wenn er seine Familie nicht beschützen kann und sie gar aus den Augen verliert. Ich...habe sie nicht beschützen können... Ich habe in meinem Leben so viele Bauwerke erschaffen, eines prächtiger als das andere, aber Steine leben nicht... sie besitzen keine Seele. …“
Amandins Augen wanderten kurz von seinen weg und sie neigte leicht den Kopf, ganz so als wäre sie mit ihm nicht ganz der gleichen Meinung, aber sie unterbrach ihn nicht.
„… Meine Tochter hingegen ist für mich eine beseelte Kathedrale des Glücks Herrin... ein Quell meiner Kreativität. Es ist für mich schwer zu ertragen, dass meine Frau und mein Kind ins Joch der Sklaverei geraten sind... und ich nicht weiß, was ihr Schicksal gewesen ist. Wie es ihnen ergangen ist.“
Seine Augen brannten, hatten sich mit Salzwasser gefüllt. Seine Stirnvene staute sich und für einen Moment wurde die ganze Last deutlich sichtbar, die auf seine Schultern drückte.
„Viele dieser Dinge hier... sind für mich völlig neu... und befremdlich und stehen teilweise gänzlich im Widerspruch zu allem, was man mich über Sitten und Moral gelehrt hat, Herrin. Ich...verstehe meinen Glauben schlechter als früher. Für viele Fragen in meinem jetzigen Alltag, bietet er keine befriedigende Antworten und manche der gelehrten Konzepte und Verbote...erscheinen mir plötzlich als...falsch.“
Amandin beobachtete ihn schweigend.
„Ich mache mir Sorgen um meine Männer. Jeden Tag. Ich fürchte mich davor, dass einer sich verletzen könnte, oder einer sich unangepasst verhalten könnte. Ich fürchte mich davor, dass sie euch verärgern könnten und bestraft werden, weil ich weiß, wie kostbar alle diese Hände sind, Herrin. Wir arbeiten hier an einem noch nie dagewesenen Projekt...und wir wollen euch Ehre bereiten und euch Stolz machen. Ich hoffe nur, dass uns nicht durch menschliches Versagen oder Dummheit, die leider bei jedem größeren Bauvorhaben immer wieder mal auftreten, Steine in den Weg gelegt werden. Perfektion ist das angestrebte Ziel, aber wir werden sie wohl nicht im gesamten Prozess halten können. Ich fürchte mich vor Fehler, Herrin. Weil Fehler unter Sklaven ganz andere Konsequenzen nach sich ziehen können, als unter freien Arbeitern.“
Jetzt kam er schon wieder damit, Amandin hatte ihn schon Tags zuvor diesbezüglich eine klare Ansage gemacht und dessen war sich auch Thomas bewusst. Er senkte sein Haupt.
„Ich verstehe euer Argument und es liegt mir fern, euer Vorgehen gegenüber den Sklaven in Zweifel zu ziehen... ich kann nur nichts daran ändern, dass mich diese Dinge beschäftigen und sorgen.“
Er seufzte und schwieg einen Moment. Die nächsten Worte kosteten ihm die größte Überwindung. „Und ich bin um euch besorgt. Ständig, Herrin.“
Hier weiteten sich ihre Augen.
„Therendur...er wirkte... angespannt, als er das Zelt verließ. Unzufrieden, Herrin.“
Thomas konnte ihr im Vertrauen vermutlich relativ viel sagen, doch er musste aufpassen, was er in der Öffentlichkeit tat. Ihre Reaktion auf seine Worte blieb jedoch aus.
„Und es tut mir leid, dass ihr euch meinetwegen zurücknehmen müsst. Ich möchte euch nicht enttäuschen, oder verärgern... das ist das Letzte, was ich möchte.“
, meinte er aufrichtig.
„Und ich bin dankbar und stolz...hier sein zu dürfen.“
Er lächelte, weil es ihm ein Bedürfnis war, die Stimmung etwas aufzulockern. Er hatte ihr tiefe Einblicke in die menschliche Lebenswelt gegeben, die für sie vermutlich so fremd waren, wie für ihn das eben erlebte. Sie beide würden viel voneinander lernen müssen. Doch Thomas musste zugeben, dass er seit seiner Versklavung nie so offen mit einem Dunkelelfen gesprochen hatte und Amandin hatte anscheinend etwas in ihm berührt, dass diese Offenheit zutage brachte.
„Das sind eine Menge Sorgen... fürwahr... „
Sie verschränkte die Arme unter der Brust, sodass die Hügel noch ein wenig praller wurden. Ihr Gesicht wirkte jedoch nachdenklich und sie ging langsam ein paar Schritte hin und her. Ohne ihn anzusehen sprach sie mehr zu sich und ließ ihn doch an ihren Gedanken teilhaben.
„Es wäre mir lieber, wenn ihr der ganzen Situation offener und zugänglicher sein würdet. Ich möchte eure volle Konzentration. Eure Sorgen stehen mir da nur im Weg, aber ich werde sie nicht alle beseitigen können...“
Sie blieb stehen und sah ihn an.
„Was eure Mitarbeiter, meine Sklaven angeht, da kann ich euch nur insofern beruhigen, dass wenn sie Fehler machen, ich sie beim ersten Mal nicht bestrafen werde... Wenn sie jedoch diese Gnade verspielen und den selben Fehler wieder begehen, würde das meinen Namen weich klingen lassen. Unwissenheit soll sie nur einmal schützen, alles danach wäre Milde und könnte ausgenutzt werden.“
Sie drehte sich langsam und machte wieder ein paar Schritte.
„In Glaubensfragen bin ich sowohl der Richtige, wie auch der falsche Ansprechpartner, aber ich erinnere euch daran, dass die Lehren des lichten Gottes hier nicht gern gehört werden. Also sprecht leise und wenn dann auch nur zu mir, denn allein meine Neugierde vermag darüber hinweg zu sehen. Das euer Gott so viele schöne Dinge verbietet wird mir immer ein Rätsel sein. Ihr werdet durch mich einige Lehren Faldors kennen lernen, aber ich verlange nicht, dass ihr sie annehmt. Das wäre ohnehin für einen normalen Menschen zu viel verlangt.“
Es folgten ein paar Schritte in die andere Richtung.
„Was eure Sorge um eure Familie angeht, da kann ich euch nur zur Hälfte Gewissheit verschaffen. Wenn ich mich richtig an ihren Namen erinnere, dann ist eure Frau bereits seit geraumer Zeit bei mir und leistet mir gute Dienste. Was eure Tochter jedoch angeht... nun sie war zu jung, als dass ich Verwendung für sie gehabt hätte... Aber ich weiß wo sie ist.“
Amandin sah Thomas an und runzelte leicht die Stirn. Durch jede Pore seines Wesens drang die Sorge um sein Kind und das war nicht zu verbergen.
„Sie ist bei einem nahen... Bekannten untergekommen sein. Ich... ich möchte, dass ihr euch besser auf mich konzentriert, deshalb könnte ich... eure Frau... vielleicht als Kurier zu ihm schicken. Ich habe ihn länger nicht gesprochen. Ich könnte mich bei ihm einladen und sie als Dienerin mitnehmen... Vielleicht erkennt sie sie dort und dann könnte ich ihm ein Angebot unterbreiten, sie ihm ab zukaufen. Ich nehme an, dass wäre in eurem Sinne.?!... Ja, das wäre es wohl. Soweit so gut.“
Allein, das Amandin die Herrin seiner Beth war, ließ Thomas Knie weich werden. Die Aussicht seine Tochter aus den Fängen eines anderen Dunkelelfen zu befreien, kam noch dazu und ließ sein Herz unwillkürlich stolpern. Amandin war der dunkel Schatten eines glücklichen Schicksals, wenn man so wollte und sie hatte sich gerade bereit erklärt, Thomas Mercer Tochter zu sich zu nehmen. Sie kam etwas näher.
„Ist es das was euch beruhigen würde? Ist es das was euch glücklich machen würde und mir eure Treue versichern würde?“
Nun stand sie wieder nah bei ihm und sah zu ihm auf. Sie verbarg den Zweifel nicht, der sich nun auf ihren feinen Zügen ausgebreitet hatte.
„Würde es eure Seele beruhigen zu wissen wo sie sind? Würdet ihr meinem Wort allein vertrauen, oder würdet sie sie sehen wollen ...und dann? Würdet ihr wissen wollen, was ihnen geschehen ist, wie es ihnen ergangen ist? Würde ein Blick auf sie reichen oder würdet ihr euch dann mehr sorgen? Unwissenheit kann manchmal ein Segen sein und Antworten können tiefe Wunden reißen. Ihr seid fast so neugierig und wissensdurstig wie ich. Ich weiß um diesen Drang und manchmal ist es besser ihn nicht zu befriedigen.“
War das ein Nein??? Ihre Handfläche legte sich an seine Wange. Zärtlich.
„Wenn ich für euch eine Ausnahme mache, wird euch das befriedigen? Oder werdet ihr mich enttäuschen und immer mehr verlangen. Überlegt gut, bevor ihr antwortet.“
Sie ließ die Hand dort wo sie war und sah ihn unverwandt an, während sie wartete.
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Re: Der geschändete Tempel

Beitrag von Thomas Mercer » Montag 4. Januar 2016, 11:09

Thomas bemerkte erst jetzt, wie unglaublich viel er gesprochen hatte. Tatsächlich hatte er seine Herrin förmlich mit seinen Sorgen und Gedanken überhäuft. Dies lag aber vermutlich mitunter auch daran, dass Sklaven nur wenig Raum für Gespräche bekamen und diese dann jeweils sofort nutzten, wie ein verdurstender. Thomas war ein lebhafter Geist, er brauchte Konversation und Austausch und er brauchte Personen, denen er vertrauen konnte. Genau diese Lücke wollte Amandin füllen. Sie hielt sich zurück, auch wenn er offensichtlich Dinge sagte, die ihr missfielen. Sie war vermutlich empathisch genug um zu wissen, dass es verheerend wäre, wenn sie ihn jetzt strafen würde, wo sie von ihm doch gefordert hatte die Wahrheit zu sagen. Ihre Blicke kreuzten sich kurz, als Thomas sich über seinen Bart strich und er senkte sofort, ertappt und schuldbewusst sein Haupt und verschränkte seine Arme hinter dem Rücken. Er gab sich sichtlich Mühe, doch Bewegungen und Gewohnheiten einzustellen, die grösstenteils unbewusst abliefen, war keine leichte Aufgabe. Als er geendet hatte, sah er sie direkt an. Nackter als jetzt, konnte er sich gar nicht mehr machen. Mit wachsender Unruhe beobachtete er sie dabei, wie sie ihre Arme verschränkte und langsam auf und ab ging.

„Es wäre mir lieber, wenn ihr der ganzen Situation offener und zugänglicher sein würdet. Ich möchte eure volle Konzentration. Eure Sorgen stehen mir da nur im Weg, aber ich werde sie nicht alle beseitigen können...“ Thomas schluckte leer und sah sie besorgt an. Hatte er sie enttäuscht? Hatte er irgendwann den Eindruck der Unaufmerksamkeit hinterlassen? War er zu verklemmt? Offener und zugänglicher für was genau?
„Was eure Mitarbeiter, meine Sklaven angeht, da kann ich euch nur insofern beruhigen, dass wenn sie Fehler machen, ich sie beim ersten Mal nicht bestrafen werde... Wenn sie jedoch diese Gnade verspielen und denselben Fehler wieder begehen, würde das meinen Namen weich klingen lassen. Unwissenheit soll sie nur einmal schützen, alles danach wäre Milde und könnte ausgenutzt werden.“ Er nickte. „Ja Herrin, danke.“ Es war ein grosszügiges Angebot. Thomas würde die Meister dazu anhalten sich ihre Leute zur Brust zu nehmen und sie besonders im Auge zu behalten, wenn einmal ein Fehler passieren sollte, damit dieser sich nicht mehr so schnell wiederholt. Jeder Mann musste für sich selbst in die Pflicht und Verantwortung genommen werden. Mit diesem Bauprojekt hatte man ihr Schicksal in ihre Hände gelegt, dessen sollten sie sich bewusst sein.

„In Glaubensfragen bin ich sowohl der Richtige, wie auch der falsche Ansprechpartner, aber ich erinnere euch daran, dass die Lehren des lichten Gottes hier nicht gern gehört werden. Also sprecht leise und wenn dann auch nur zu mir, denn allein meine Neugierde vermag darüber hinweg zu sehen. Das euer Gott so viele schöne Dinge verbietet wird mir immer ein Rätsel sein. Ihr werdet durch mich einige Lehren Faldors kennen lernen, aber ich verlange nicht, dass ihr sie annehmt. Das wäre ohnehin für einen normalen Menschen zu viel verlangt.“ Er nickte. „Ich schätze diese Offenheit, Herrin.“ Thomas verspürte stets den Drang irgendwas zu erwidern, er konnte doch nicht einfach wie eine Salzsäule dastehen und nichts sagen. Doch mit jedem Satz den sie aussprach wuchs seine Bewunderung und seine Bindung zu ihr. Sie ging auf ihn ein. Hörte ihm zu. Nahm sich seiner Probleme an. Tatsächlich hielt sie Wort. Sie hatte seine totale Unterwerfung von ihm verlangt und er hatte ihr diese durch die von ihr gewählte Geste zum Ausdruck gebracht, nun erfüllte sie ihren Teil und nahm sich seiner an.
„Was eure Sorge um eure Familie angeht, da kann ich euch nur zur Hälfte Gewissheit verschaffen. Thomas Anspannung stieg spürbar. Seine Augen fixierten Amandin und seine Sinne waren geschärft.

Wenn ich mich richtig an ihren Namen erinnere, dann ist eure Frau bereits seit geraumer Zeit bei mir und leistet mir gute Dienste. Thomas widerstand dem Drang sich erleichtert über das Gesicht zu streichen. Bei Lysanthor! Das waren gute Nachrichten! Er war stolz auf seine Frau, dass auch sie ihre Sache gut machte. Als was sie wohl arbeitete? Ob sie glücklich war, bei Amandin zu sein? Wie wohl ihr vorhergehender Herr gewesen war? Wie war sie überhaupt nach Andunie gekommen? Wo hatte Amandin sie erworben? Fragen über Fragen, aber die zählten wenig, denn die Hauptsache war, dass sie hier war. In seiner Nähe und noch wichtiger, in ihrer Nähe.
Man konnte sehen, wie erleichtert und froh er darüber war. Am liebsten hätte er seine Herrin umarmt, oder ihr die Füsse geküsst oder was immer sie mochte getan. Doch seine Mine wurde wieder ernst, als Amandin Louisas Schicksal ansprach. “Was eure Tochter jedoch angeht... nun sie war zu jung, als dass ich Verwendung für sie gehabt hätte... Aber ich weiß wo sie ist.“
Zu Jung? Welche Art von Verwendung würde dann jemand für sie haben, der sie.... nein... nicht weiter darüber nachdenken. Er schloss für einen Moment die Augen, als sie von einem „Bekannten“ sprach. Alleine schon dass es sich dabei um einen Mann handelte, liess bedrückende Spekulationen zu. Er spürte wie sich seine Kehle zusammenzog und sich Wut und Trauer in ihm anstaute. Seine liebste Tochter! Verzweiflung machte sich in ihm breit und er starrte für einen Moment mit glasigen Augen durch Amandin hindurch.

„Sie ist bei einem nahen... Bekannten untergekommen. Ich... ich möchte, dass ihr euch besser auf mich konzentriert, deshalb könnte ich... eure Frau... vielleicht als Kurier zu ihm schicken.“ Nun hatte sie wieder seine vollste Aufmerksamkeit.
“Ich habe ihn länger nicht gesprochen. Ich könnte mich bei ihm einladen und sie als Dienerin mitnehmen... Vielleicht erkennt sie sie dort und dann könnte ich ihm ein Angebot unterbreiten, sie ihm ab zukaufen. Ich nehme an, dass wäre in eurem Sinne.?!... Ja, das wäre es wohl. Soweit so gut.“ Er starrte sie ungläubig. Er konnte ihre Güte kaum fassen. Sicherlich, diese Aktion würde ihn einiges kosten, denn vermutlich würde sie im Gegenzug einiges von ihm abverlangen...aber dennoch. Seine Herrin war grossartig! Eine Göttin! Mächtig, selbstbewusst, fürsorglich... Sie konnte sehen, wie er sie insgeheim anhimmelte und verehrte, wie sehr sie ihn damit für sich einnahm und enger an sich band. Thomas vergoss eine Träne der Rührung. Ein seltsamer Ausdruck menschlicher Schwäche in diesem sonst so robusten Körper.

„Ist es das was euch beruhigen würde? Ist es das was euch glücklich machen würde und mir eure Treue versichern würde?“ Seine Augen bewegten sich unruhig. Er sah direkt an. Doch dann schüttelte er beschwichtigend den Kopf. „Nein...Herrin...“ Eine auf den ersten Blick sicher überraschende Antwort. Vorsichtig löste er seine Hand vom Rücken, sah sie immer wieder genau an und streckte sich langsam aus zu ihrer Hand. Er wagte es nicht, sie von sich aus zu berühren, darum entschied er sich dafür, sich lieber auf die Stirn zu tippen, wo sie dereinst sein Zeichen angebracht hatte. „Meine Treue habt ihr euch schon längstens gesichert, Herrin. Einerseits durch meinen Erwerb, andererseits durch die Demutsgeste, die ich euch gegeben habe.“ Amandin hatte bereits so viel für ihn getan. Er konnte sie nicht für die Schrecken verantwortlich machen, die sonst mit den Menschen geschahen. Er konnte sie nur anhand dessen beurteilen, was sie für sein Leben bedeutete und das war im Moment praktisch alles. Sie war sein Nektar, seine Aorta. Er brauchte sie zum Überleben und er brauchte sie, um das Leben geniessen zu können. Letzteres war ein unsägliches Privileg für einen Sklaven.
„Aber für all das, was ihr für mich auf euch nehmt und für mich tut, Herrin... verdient ihr mein Herz, meine Seele.“ Tatsächlich funkelte für einen Moment aufrichtige Liebe und Zuneigung in seinen Augen. Ob Amandin sowas schon einmal gesehen hatte? Ob sie Liebe kannte?

„Würde es eure Seele beruhigen zu wissen wo sie sind? Würdet ihr meinem Wort allein vertrauen, oder würdet sie sie sehen wollen ...und dann? Würdet ihr wissen wollen, was ihnen geschehen ist, wie es ihnen ergangen ist? Würde ein Blick auf sie reichen oder würdet ihr euch dann mehr sorgen? Unwissenheit kann manchmal ein Segen sein und Antworten können tiefe Wunden reißen. Ihr seid fast so neugierig und wissensdurstig wie ich. Ich weiß um diesen Drang und manchmal ist es besser ihn nicht zu befriedigen.“

Sein Gesicht wurde wieder ernster und man spürte, dass ihm die Fragen unangenehm waren. Wieder widerstand er sichtbar den Drang, mit seinen Händen herumzufuchteln und sich zu betatschen. Er befeuchtete vorsichtig seine spröden Lippen. „Es würde meine Seele beruhigen, Louisa in eurer persönlichen Obhut zu wissen, Herrin. Sie wird euch gefallen Herrin, auch sie ist ein neugieriger Geist und auch sie spricht die Sprache der Steine.“ Er schmiegte seinen Kopf an ihre Hand und legte ihn dafür leicht schief und schloss seine Augen für einen Moment, doch Amandin konnte spüren, dass er ganz bei ihr war. Sie hatte Recht, mit ihren Worten. Je mehr er über das Schicksal der Beiden erfahren würde, desto mehr würde er vermutlich trauern. Er war zu lange Sklave, um sich diesbezüglich irgendwelchen Illusionen hinzugeben. Amandin konnte die Vergangenheit nicht ändern, niemand konnte das, doch sie bot seiner Familie eine Zukunft. Zeit, die Beth und Louisa brauchen würden, um ihre vielen seelischen Wunden heilen zu lassen und vielleicht würden sie irgendwann auch wieder frischen Lebensmut fassen. Thomas hatte sein Bauprojekt, das ihn am Leben erhielt... Beth und Louisa hatten nur sich gegenseitig. Sie zu vereinen, würde ihnen Hoffnung geben.
„Wenn ich für euch eine Ausnahme mache, wird euch das befriedigen? Oder werdet ihr mich enttäuschen und immer mehr verlangen. Überlegt gut, bevor ihr antwortet.“

Er schwieg eine ganze Weile. Er spürte, wie wichtig seine Antwort sein würde und auch wenn es ihn schmerzte wusste er, dass er richtig entschied wenn er sagte: „Herrin, meine Familie in eurer Obhut und unter eurem Urteil zu wissen... würde meine Seele... beruhigen. Wie ich euch mein Leben anvertraue, so vertraue ich euch auch ihres an. Ich fordere keinen Beweis, einzig euer Wort gilt. Ob und wann, ich sie sehen darf, überlasse ich eurem Urteil, Herrin. Ich...schätze ihr wisst besser als ich selbst, was gut für mich ist.“ Letzteres war keine Schmeichelei, denn Amandin hatte bereits mit ihren Anmerkungen vorhin zu Louisa Dinge ausgesprochen, die er gar nicht zu denken gewagt hatte. Sie hatte deutlich mehr Erfahrung mit Sklaven und wusste daher vermutlich, wie sie auf solche Dinge reagieren konnte. Thomas hatte von all diesen Sachen keine Ahnung. Er war nur eine Einzelne, verlorene Seele mitten im Ozean der dunklen Brut... Amandin war sein Rettungsboot. Ohne ihre Gunst und ohne ihre Hilfe, würde er ohne Zweifel untergehen. Aber es war auch ein Ausdruck davon, wie weit seine Unterwürfigkeit bereits ging. Dass er ihr Urteil über seines stellte, in einer solch bedeutenden Angelegenheit war doch schon ziemlich eindrücklich und eine wichtige Lektion, wenn es um Bedingungslose Unterwerfung ging. Denn diese Einstellung öffnete Amandin Tür und Tor um mit ihm auch Dinge zu machen, die ihn erst ängstigen und verstörten, er würde es erdulden und annehmen, weil er ihrer Einschätzung vertraute.

Er bemerkte ihren Unterton, als sie die Sache wegen der Neugierde ansprach. Er spürte, dass sie etwas belastete und sie machte auch immer wieder Andeutungen in diese Richtung, doch hatte er das Recht, oder gar die Pflicht sie darauf anzusprechen, oder war das ein Unding? "Ihr... fragt viel nach meinem Befinden und interessiert euch sehr für mich... ich...sehe aber auch einen Schatten in eurem Blick, etwas, dass euch belastet." Versuchte er vorsichtig den Raum zu öffnen.

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Re: Der geschändete Tempel

Beitrag von Erzähler » Montag 4. Januar 2016, 20:08

„Ist es das was euch beruhigen würde? Ist es das was euch glücklich machen würde und mir eure Treue versichern würde?“
„Nein...Herrin...“

Amandin unterbrach ihre Rede und hatte überrascht die Bauen gehoben. Welcher Sklave hatte es je gewagt, sie zu unterbrechen? Aber sie hatte auch ihre Worte nicht klar genug gewählt, also lauschte sie seinen Worten und beobachtete seine Gesten. Vorsichtig löste er seine Hand vom Rücken, sah sie immer wieder genau an und streckte sich langsam aus zu ihrer Hand. Er tippte sich auf die Stirn, wo sie dereinst sein Zeichen angebracht hatte.
„Meine Treue habt ihr euch schon längstens gesichert, Herrin. Einerseits durch meinen Erwerb, andererseits durch die Demutsgeste, die ich euch gegeben habe.“
Seine Herrin hob leicht ihre Hand und drehte den Handteller so, dass er sie dort berühren dufte. Die Geste erinnerte ein wenig an die Haltung, als sie von ihm Demut verlangt hatte und er ihr die Fläche lecken sollte. Durfte er sie jetzt berühren? Durfte er das tun? Seine Gedanken kreisten. Amandin hatte bereits so viel für ihn getan. Er konnte sie nicht für die Schrecken verantwortlich machen, die sonst mit den Menschen um ihn herum geschahen. Er konnte sie nur anhand dessen beurteilen, was sie für sein eigenes Leben bedeutete und das war im Moment praktisch alles. Sie war sein Nektar, seine Aorta. Er brauchte sie zum Überleben und er brauchte sie, um das Leben genießen zu können. Letzteres war ein unsägliches Privileg für einen Sklaven. Was bedeutet da schon, was sie mit anderen tat, wenn sie ihm den Himmel wieder näher brachte?!
„Aber für all das, was ihr für mich auf euch nehmt und für mich tut, Herrin... verdient ihr mein Herz, meine Seele.“
Tatsächlich funkelte für einen Moment aufrichtige Liebe und Zuneigung in seinen Augen. Ob Amandin so etwas schon einmal gesehen hatte? Ob sie Liebe kannte? Sicher kannte sie Hingabe und Gehorsam, aber wie ihre Fragen vielleicht verrieten, wollte auch sie mehr von ihm. Gleichzeitig ging sie sehr vorsichtig vor. Sie hielt seine Seele, sein Herz in ihren kleinen Händen und vermochte es zu zerdrücken oder zu nähren. Im Moment badete seine Seele in einem See aus Hoffnung für seine Lieben, einem Meer aus warmen Honig gleich. Trotzdem musste sie seinen Geist wach halten, also fragte sie weiter:
„Würde es eure Seele beruhigen zu wissen wo sie sind? Würdet ihr meinem Wort allein vertrauen, oder würdet sie sie sehen wollen ...und dann? Würdet ihr wissen wollen, was ihnen geschehen ist, wie es ihnen ergangen ist? Würde ein Blick auf sie reichen oder würdet ihr euch dann mehr sorgen? Unwissenheit kann manchmal ein Segen sein und Antworten können tiefe Wunden reißen. Ihr seid fast so neugierig und wissensdurstig wie ich. Ich weiß um diesen Drang und manchmal ist es besser ihn nicht zu befriedigen.“
Sein Gesicht wurde wieder ernster. Die Frage war ihm unangenehm. Er befeuchtete vorsichtig seine spröden Lippen und zeitgleich öffneten sich die seiner Herrin. Sie starrte auf seinen Mund.
„Es würde meine Seele beruhigen, Louisa in eurer persönlichen Obhut zu wissen, Herrin. Sie wird euch gefallen Herrin, auch sie ist ein neugieriger Geist und auch sie spricht die Sprache der Steine.“
Das ließ Amandin aufhorchen und sie überwand die letzten Zentimeter zwischen ihnen. Seine Schläfe berührte ihre Finger. Er schmiegte sofort seinen Kopf an ihre Hand und legte ihn dafür leicht schief und schloss seine Augen für einen Moment. Amandin konnte spüren, dass er ganz bei ihr war. Sie hatte Recht, mit ihren Worten. Je mehr er über das Schicksal der Beiden erfahren würde, desto mehr würde er vermutlich trauern. Er war zu lange Sklave, um sich diesbezüglich irgendwelchen Illusionen hinzugeben. Amandin konnte die Vergangenheit nicht ändern, niemand konnte das, doch sie bot seiner Familie eine Zukunft und das war mehr als er je hatte hoffen dürfen. Sie bot der Mutter seines Kindes und seiner Tochter eine gemeinsam Zukunft, eine gemeinsame Zeit. Zeit, die Beth und Louisa brauchen würden, um ihre vielen seelischen Wunden heilen zu lassen und vielleicht würden sie irgendwann auch wieder frischen Lebensmut fassen. Thomas hatte sein Bauprojekt, das ihn am Leben erhielt. Beth und Louisa hatten nur sich gegenseitig, sofern Amandin sie zusammen brachte. Sie zu vereinen, würde ihnen Hoffnung geben.
„Wenn ich für euch eine Ausnahme mache, wird euch das befriedigen? Oder werdet ihr mich enttäuschen und immer mehr verlangen. Überlegt gut, bevor ihr antwortet.“
Er schwieg eine ganze Weile. Er spürte, wie wichtig seine Antwort sein würde und auch wenn es ihn schmerzte wusste er, dass er richtig entschied wenn er sagte:
„Herrin, meine Familie in eurer Obhut und unter eurem Urteil zu wissen... würde meine Seele... beruhigen. Wie ich euch mein Leben anvertraue, so vertraue ich euch auch ihres an. Ich fordere keinen Beweis, einzig euer Wort gilt. Ob und wann, ich sie sehen darf, überlasse ich eurem Urteil, Herrin. Ich...schätze ihr wisst besser als ich selbst, was gut für mich ist.“
Amandin war sein Rettungsboot. Ohne ihre Gunst und ohne ihre Hilfe, würde er ohne Zweifel untergehen. Aber es war auch ein Ausdruck davon, wie weit seine Unterwürfigkeit bereits ging. Dass er ihr Urteil über seines stellte, in einer solch bedeutenden Angelegenheit war doch schon ziemlich eindrücklich und eine wichtige Lektion, wenn es um bedingungslose Unterwerfung ging. Denn diese Einstellung öffnete Amandin Tür und Tor um mit ihm auch Dinge zu machen, die ihn erst ängstigen und verstörten, er würde es erdulden und annehmen, weil er ihrer Einschätzung vertraute und darauf hatte sie anscheinend gewartet. Sie antwortete nicht, aber ihre zweite Handfläche legte sich wie ein seidiger Hauch auf die andere Seite seines Gesichts und wärmte seine Seele. Er hatte aber auch ihren Unterton bemerkt, als sie die Sache wegen der Neugierde ansprach. Er spürte, dass sie etwas belastete und sie machte auch immer wieder Andeutungen in diese Richtung, doch hatte er das Recht, oder gar die Pflicht sie darauf anzusprechen, oder war das ein Unding? Er musste es wohl einfach versuchen.
"Ihr... fragt viel nach meinem Befinden und interessiert euch sehr für mich... ich...sehe aber auch einen Schatten in eurem Blick, etwas, dass euch belastet."
, versuchte er vorsichtig den Raum zwischen ihnen zu öffnen. Amandins blutrote Iriden nährten seinen Verdacht, denn sie zogen sich leicht zusammen. Aus der Entfernung wäre ihm das niemals aufgefallen, doch so nah wie sie ihm wieder war, konnte es nicht unbemerkt bleiben. Ihre herrlich nahen Lippen zuckten kurz, dann streichelten ihre Daumen seinen Wagenbart.
„Ihr sorgt euch wirklich um mich ...“
Es klang fast ungläubig und sie blinzelte ein paar mal schnell. Fast wirkte sie ein wenig irritiert, unsicher, ja sogar verärgert, aber dann begannen ihre Augen zu lächeln und bald setzte sich diese Regung auch auf ihren Lippen fort... diesen wunderschönen, weichen, lockenden Lippen.
„Ihr seid wirklich ein Rohdiamant! … Mein Diamant!“
Es klang wie eine Liebkosung und salbte sein Herz in Zuneigung. Ihr Atem streifte seine Stirn, als sie ihn dort so sanft küsste, als hätte ein Regentropfen im Sommer ihn dort berührt. Ja, sie mochte ihn und dafür hatte sich ihr Gott tausend Wege erdacht um es ihm zu zeigen. Sie setzte sich abermals rittlings auf ihn und drängte ihr Becken über seines. Ganz langsam veränderte sie dann ihre Position, sodass ihre Beine hinter seinem Rücken sich schlossen und sie ihn mit Arm und Beinen ganz umfangen hielt. Ihre Lippen berührten ihn dieses Mal nur kurz die seinen, ohne Zunge, aber dafür häufiger. Sie wanderte von seinem Mund zu seiner Wange und kicherte leise als sein Bart sie kitzelte. Sie rieb ihre Wange sanft an seiner und wanderte seinen Hals hinab, bis ihre Zähne leicht sein Schlüsselbein kitzelten. Dann legte sie seufzend ihren Kopf auf seine Schulter, so dass er ihr Gesicht nicht sehen konnte. Die ganze Position hatte etwas sehr vertrautes, gleich einem Kinderkörper der sich Schutz suchend an seine Muskeln schmiegte, nur war Amandin kein Kind und sicher auch nicht schutzbedürftig, oder? Sie atmete an seiner nackten Schulter und die Wärme ihrer gleichmäßigen Züge streichelte seine Haut.
„Ihr seid ein hervorragender Beobachter, mein Diamant, roh und doch fassettenreich. Ich bin neugierig welche Seiten ich noch bei euch zutage fördern kann... Wisst ihr, meine Sorgen sind wohl eher politischer, als persönlicher Natur.“
Sie atmete einmal langsam ein und schnupperte dabei an seiner Haut.
„Es ist wohl so... „
Sie atmete langsam wieder aus.
„... Jeder hat seine Rolle im Leben zu spielen. Nur die wenigsten kennen den Ausgang des Stücks.“
Irgendetwas in ihrer Stimme sagte Thomas, dass dieser Satz mehr als die bloßen Silben bedeutete. Um so intensiver klang das was folgte:
„... Und jene die das Ende kennen, wünschten es manchmal zu ändern.“
Noch bevor er etwas sagen oder denken konnte, rückte ihr Kopf hoch und ihre Zunge drang fordernd und hungrig zwischen seine Lippen. Der kurze weiche Moment war vorbei geflogen und ihn seinem Kometenschweif folgte aufwallende Lust. Amandin presste die Wölbungen ihrer Brust an seine Kehle, trank seinen Atem und griff fest in die Muskeln seiner Schultern. Ihre Hände führen hart an seinen Armen hinunter und lösten sie von seinem Rücken. Sie griff in seine Finger und übernahm die Führung. Schnell fühlte er ihre seidig, warme Haut unter seinen rauen Händen, so weich, einfach so vollkommen und die feinen Muster ihrer Narben, die sich wie köstliche, gestickte Geheimnisse im Gewand des Schicksals an einander reihten; seines Schicksals! Er fühlte ihre straffen Schenkel, wie sie ihn seitlich daran hinauf führte, langsam und voller Genuss. Der Druck ihrer Hände, wie ihre kleinen Fingerspitzen durch ihn ihr Fleisch knetete war unglaublich. Sie schoben sich zwischen seine, gleich einem Fächer mit unterschiedlichen Längen und doch war hier der kleinere Part der dominante. Auf kleinen Umwegen aber doch sicher fanden so seine Hände unter ihr Gewand und ihr festes Hinterteil. Amandin stöhnte an seinem Mund und öffnete die Beine noch ein wenig weiter, als sich ihre Finger gemeinsam zwischen sie drängten. Sie hielt seine Finger fest, so dass er sie nicht zu bewegen wagte, saß sie doch quasi auf seiner Handfläche. Atemlos und mit rauer Stimme fragte sie:
„Kannst du so aufstehen?“
Thomas war schneller auf den Beinen, als er selbst nachvollziehen konnte. War es das vertraute „Du“, dass sein Herz so zum rasen brachte, oder die Vorfreude auf eine neue Lektion? Er hätte diesen leichten Körper den ganzen Tag mit sich herum schleppen können ohne auch nur einmal außer Atem zu geraten. Doch jetzt war aus andern Gründen plötzlich zu wenig Luft im Raum. Kaum stand er auf den Beinen, befahl sie ihn in Richtung Tisch.
„Lehne dich dort an, damit du nicht das Gleichgewicht verlierst, aber halt dich gerade.“
Er tat wie geheißen und sie gluckste bei jedem qualvollen Schritt vergnügt. Ein leises Knirschen begleitete jeden seiner Schritte und Amandin kicherte und hielt sich verkrampft an seinem Hals und an seiner Handfläche fest, auf der sie saß. Seine zweite Hand hatte sie auf ihrem Hintern abgelegt. Als er endlich die wenigen Meter überbrückt hatte und sich drehte um sich an den Tisch zu lehnen, war Amandin schon ganz außer Atem und ihr Gewand weit aufgerissen. Sie schmunzelte in einem Fort und leckte wieder über seine Lippen, als die Bewegung abebbte.
„Ich werde heute noch eine Ausnahme machen, aber nur heute und nur wenn ich dabei bin.“
Sie zog langsam ihre Finger zwischen seinen unter ihr hervor und biss sich genüsslich dabei auf die Unterlippe. Jetzt waren seine Hände mit ihrem Schoß alleine und Unsicherheit überkam unwillkürlich den Steinmetzmeister. Etwas erinnerte ihn plötzlich an warmes Fett oder Wachs, dass man zum Kerzenziehen benutzte... So etwas hatte er jedoch noch nie gefühlt. Unwillkürlich befahl ihm seine Neugierde die Fingerspitzen aneinander reiben.
„Keine Angst, mein Diamant... Oh... schhhhhhht... noch nicht bewegen! Ich verlange nichts, was du noch nicht kannst.“
Sie lächelte verheißungsvoll und er hielt still, doch es hatte ihr gefallen.
„Ich möchte, dass du dich selbst berührst, … ja, während ich dich dabei spüren kann. Dabei kann auch ich von dir lernen und profitieren... Das hast du doch sicher schon gemacht, oder? Dein Gott verleugnet zwar eure Triebe, aber ausschalten kann er sie nicht. Im Gegenteil, eure Glaubensführer belügen euch, während er, der Lichte, jeden Abend ins Bett seiner Geliebten steigt.“
Der Gedanke, dass ein Sonnenuntergang auch als Vereinigung der Götter gesehen werden konnte, war ungewöhnlich in Lysanthors Glauben, aber nichts desto trotz wahr. So nah wie ihr glühender Schoß war, so bereit, so willig, genauso widersprüchlich waren diese Anweisungen und zollten gleichzeitig von einem großen Maß an Vertrauen! ...vor allem von ihrer Seite aus! Vielleicht war das ein Test? Konnte Thomas seine geweckten Triebe so unter Kontrolle behalten, dass er sich an ihr erleichtern konnte, ohne sie dabei zu entehren? Entehren? War das das richtige Wort? Irgendwie gewann es in diesem Moment eine neue Bedeutung, denn er ehrte Amandin durch seine Zuneigung, seine Dankbarkeit und seine... Liebe?!? Würde er Gefahr laufen, doch etwas verbotenes zu tun? Alles in ihm schrie doch danach, oder?... nur ganz kurz?... einmal abrutschen und sich dann tausendmal entschuldigen?... Sie würde es wissen... oder? Sie lieferte sich ihn doch förmlich aus... Andere Männer hätten nicht lange gezögert und sich genommen, was sie darbot. Er war kräftiger, sie würde es genießen! Alles an ihr zeigte doch, dass sie es wollte! Selbst wenn sie laut schreien würde, könnte es als Lust ausgelegt werden und sie hatte ja selbst gesagt, den ersten Fehler würde sie nicht bestrafen.
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Re: Der geschändete Tempel

Beitrag von Thomas Mercer » Dienstag 5. Januar 2016, 01:03

Thomas beging einige Fehler die er selbst bemerkte und noch in der Aktion korrigierte, andere hingegen fielen ihm nicht einmal auf, weil er es nicht besser wusste, oder weil er nicht achtsam genug war. Im Grunde wusste er, dass man einen Herrn niemals unterbrechen durfte, dennoch hatte er es getan. Erst einige Sekunde später wurde ihm dies bewusst und er biss sich fest auf die Lippen, so dass ein Abdruck darauf entstand. Er musste aufpassen! Bei Lysanthor! Er sollte sich nicht zu sehr von ihren Brüsten und ihren liebreizenden Worte beeinflussen lassen. Sie konnte nämlich auch anders und er wusste es! Sein Glück war einzig und allein, dass seine Art ihr momentan noch gefiel. Sie schien seine Unerfahrenheit zu mögen, wie gewisse Leute eben Strassenköter dafür mochten, dass sie frech und verspielt sowie unberechenbar waren. Doch letztlich würde man auch den Strassenköter an die Leine nehmen, wenn man ihn bei sich behalten würde und allzu grosse Eskapaden durch Disziplinierung eliminieren. Thomas verstummte, als sie ihn ansah und langsam ihren Handteller zu ihm drehte. Er hatte nur wenig Zeit sich zu entscheiden. Vorsichtig, stets Blickkontakt haltend und penibelst darauf achtend, ob sich ein Anzeichen von Ärger in ihrem Gesicht breitmachte, griff er vorsichtig nach ihrer Hand und wiederholte die Geste. Seine Zungenspitze berührte ihre Haut, doch diesmal leckte er nicht darüber. Er hatte ihr seine Demut doch bereits versichert, wenn er die Geste eins zu eins wiederholt hätte, wäre dies eher einem Misstrauensvotum ihm gegenüber gleichgekommen. Als müsste er ihr seine Unterwerfung von neuem Beweisen, was ja offensichtlich nicht nötig war. Stattdessen küsste er ihre zarte Haut vorsichtig und sah dann zu ihr hoch.

Thomas war mutig, denn ihm blieb oft nichts anderes übrig als zu Raten, was sie unausgesprochen von ihm verlangte, forderte und wünschte. Zu fremd waren ihm ihre Sitten, zu selten hatte er im direkten Kontakt mit Herrschaften gestanden. Wieder gingen ihm ihre Worte durch den Kopf, die sie beiläufig erwähnt hatte, Faldorpriesterinnen gehörten zu den begnadetsten Giftmischerinnen. Würde sie ihm einen Fehler verzeihen, oder würde er bald unter Krämpfen vor ihr liegen, wenn ihr seine Berührung missfallen hatte? Er würde es wohl bald herausfinden. Einfache Arbeiter durften vielleicht Fehler machen, doch galt das auch für ihn? Dabei war er sich nicht wirklich bewusst, wie viel sie ihm eigentlich schon durchgehen lassen hatte. Doch vielleicht hatte er sich ja auch richtig verhalten und war mit seinen Instinkten richtig gelegen.
Wenn sie sich so nahe standen, wirkte er selbst kniend wie ein wahrer Koloss. Thomas konnte es von der Körpergrösse her mühelos mit so manchen Elfen aufnehmen, doch war er weit massiger und kräftiger als der Durchschnitt. Die harte Arbeit und die körperliche Entbehrungen hatten seinen Körper geformt. Kaum Fett, nur blanke und harte Muskulatur, die sich unter seiner Haut abzeichnete. Im Gegensatz zu ihr war er gänzlich unvernarbt. Ein unbeschriebenes Blatt, welches geradezu einlud, sich darauf zu verewigen. Einzig sein etwas krummer Zeigefinger war eine stumme biographische Randnotiz und zeigte auf, dass auch Mercer sich dereinst seine Sporen hatte abverdienen müssen.

Amandin schickte ihn abermals in ein Wechselbad der Gefühle, als sie ihn über Beth Schicksal aufklärte und ihm in Aussicht stellte, Louisa zu kaufen. Etwas beunruhigend für ihn war, dass Amandin Beth offenbar nicht mal beim Namen kannte. Als was diente sie? Wollte er es wirklich wissen? Vielleicht war sie Köchin... sie konnte wunderbar kochen... ein naiver, aber irgendwie tröstlicher Gedanke, schliesslich mussten auch Dunkelelfen irgendwann mal etwas Essen. Sie konnten ihre Sklaven doch nicht ausschliesslich zu ihrem körperlichen Vergnügen oder irgendwelchen gewalttätigen Spielen einsetzen. Sie lebten doch mittlerweile auch nur ihren Alltag.
Ihre beide Hände schmiegten sich an seine Wangen und Thomas verspürte eine Geborgenheit und Wärme, die unbeschreiblich war. Er legte leicht seinen Kopf in den Nacken und genoss es, wie sie auf ihn herabschaute. Diese Position gab ihm Sicherheit, er fühlte sich nicht wohl, wenn er Herrschaften überragte und er zu ihnen herunterblicken musste.

Ihre Hände waren so sanft und ihre Berührungen glichen eher einem Hauch. Nie hätte er gedacht, dass sowas von einer Dunkelelfin ausgehen konnte. Auch wenn Thomas ein sehr toleranter Mensch war und sich jeweils selbst ein Urteil über Fremde machen wollte, war er in einem Kulturkreis grossgeworden, der kein gutes Haar an den Dunkelelfen liess. Die Zerstörung um ihn herum sollte diesem Eindruck ja eigentlich auch Recht geben, doch da war Amandin und streichelte seine Wange und zeigte ihm, dass sie auch anders sein konnten und dies so überzeugend, dass er nicht an ein böses Spiel glauben wollte. Das durfte es nicht sein, denn dafür hatte er bereits einen zu hohen Einsatz gewählt. Vorsichtig brachte er abermals seine Sorgen über sie zum Ausdruck, die sie bisher unkommentiert gelassen hatte und er sah, wie sich ihre Iriden leicht zusammenzogen.

„Ihr sorgt euch wirklich um mich ...“ Er zog verdutzt seine Augenbrauen hoch und wirkte irritiert. Natürlich sorgte er sich wirklich um sie, was hatte sie sich denn gedacht? Aber was wusste er schon über das Leben von Herrinnen? Wenn er ehrlich war, wusste er nur, dass die meisten Sklaven ihre Herren verabscheuten und ihnen nur aus Angst treu waren. Falls dies der Norm entsprach so war Amandin vermutlich ständig von Menschen umgeben, die sie anlügen oder Dinge von sich gaben, von denen sie dachten, dass man sie hören wollte. Wie konnte man da noch jemandem vertrauen? Vielleicht war dies nicht nur gegenüber Sklaven so, sondern gegenüber allen ihren Bekannten. Jedes Individuum, trug seine eigenen gesellschaftlichen Ketten. Der Preis eines Lebens in der Gemeinschaft, war die Aufgabe der absoluten Freiheit. Denn sobald man Einer unter Vielen war, musste man sich bestimmten Normen anpassen. Ob Sklave oder König.
Seine Augen ruhten auf ihren und begannen auch zu leuchten, als er das ihrige sah. Er lächelte. Freute sich für sie und war sichtlich stolz, dass er sie glücklich machte. „Ihr seid wirklich ein Rohdiamant! … Mein Diamant Thomas errötete leicht und lächelte beinahe schon schüchtern. Er sog jedes Kompliment wie ein ausgetrockneter Schwamm in sich auf und konservierte es vorsichtig ganz nahe an seinem Herzen. Die Stelle an der sie ihn küsste kribbelte, nachdem ihre Lippen sich wieder von seiner Haut lösten, die leicht salzig schmeckte von der vielen Arbeit.

Ihre Zärtlichkeit wandelte sich in Verlangen. Thomas ächzte angeregt auf, als sie sich fest gegen sein Becken drängte und sich bewegte, offenbar hatte sie ihn mit ihrer Kraft und Entschlossenheit, mit dem sie ihren Körper gegen seinen presste, überrascht. Amandin mochte klein und schmächtig sein, doch in ihr loderte pure Lava, die in ihrer verzehrenden Eigenschaften ganze Welten verschlingen konnten. Oder eben Männer. Sie umklammerte ihn mit Armen und Beinen und begann ihn mit Küssen zu überhäufen. Keiner würde ihm wohl glauben, wenn er das seinen Leuten erzählen würde. Aber Mercer konnte Geheimnisse für sich bewahren, darum Frage er Amandin auch nicht nach Jan und den anderen „Ausserwählten“ und diesen... Samenspenden. Er konnte es nicht fragen, ohne dabei preiszugeben, dass diese Dinge unter den Sklaven besprochen wurden. Er wusste nicht, ob Jan überhaupt darüber hatte sprechen dürfen, oder ob er ein Schweigegelübde abgegeben hatte. Als Meister trug er die Verantwortung über seinen Schützling und so sagte er nichts, was diesen in Gefahr bringen könnte. Sicherlich, er hätte einfach danach Fragen können, wofür die von den Meistern ausgewählten Sklaven abkommandiert worden waren, doch das wäre, als würde er Amandins Befehle hinterfragen oder darin herumschnüffeln wollen. Sowas gehörte sich unter keinen Umständen!
Amandins Umklammerung war so innig und verletzlich, dass sie ihn für einen kurzen Moment an seine Tochter erinnerte. Was natürlich ziemlich unpassend war, da Amandin ein paar hundert Jahre älter war, als Louisa. Ausserdem war sie kein Kind, sondern seine Besitzerin. Es verlangte seine gesamte Selbstbeherrschung, dass er sie nicht in die Arme nahm, sondern die seinigen hinter dem Rücken verschränkt hielt. Sein Herzschlag ging ruhig, keine Angst ging davon aus. Er fühlte sich in ihrer Nähe sicher. Zumindest jetzt im Moment.

„Ihr seid ein hervorragender Beobachter, mein Diamant, roh und doch fassettenreich. Ich bin neugierig welche Seiten ich noch bei euch zutage fördern kann... Wisst ihr, meine Sorgen sind wohl eher politischer, als persönlicher Natur.“ „Mrhrm..“ Brummte der Hüne und stahl sich einen Kuss auf ihrer Schulter. Einfach so. Ohne nachzudenken was er da machte. Da hätte er sie geradesogut umarmen können! Ob sie mit ihrem Verlobten auch solche intimen Momente teilte? Himmel! Er konnte sich doch nicht mit Harker vergleichen! Man verglich ja auch nicht den Hund mit dem Ehemann....Das war doch keine Konkurrenz! Thomas konnte nur hoffen, dass Harker auch so dachte. Thomas fragte sich ganz allgemein, bei wem Dunkelelfen eigentlich schwach sein konnten. Vielleicht wirklich nur bei ihren engsten Sklaven. Wie Nelsani zum Beispiel.
„... Jeder hat seine Rolle im Leben zu spielen. Nur die wenigsten kennen den Ausgang des Stücks.“ Thomas nickte langsam und atmete tief durch.
„... Und jene die das Ende kennen, wünschten es manchmal zu ändern.“ Thomas zog eine Augenbraue hoch, doch noch ehe er ins Grübeln versinken konnte forderte sie mit ihrer Zunge seine ganze Aufmerksamkeit. Der erste Kuss überrumpelte ihn völlig doch beim zweiten und dritten erwiderte er ihr Verlangen. Thomas war etwas ungestüm, wie ein junge Hengst und sichtlich aufgeregt. Jetzt raste sein Herz wieder. Wenn immer das Verlangen sich in seinem Körper ausbreitete wurde er wesentlich archaischer als sonst und verlor etwas von seiner Milde und Unschuld. Immerhin behaute dieser Körper Marmor! Der konnte nicht nur sanft sein! Er stöhnte ihr kehlig entgegen und lächelte herausgefordert in ihre Küsse hinein. Nun war er alles andere als passiv, sondern drängte sich ihrer Zunge verlangend entgegen. (Notiz für Lysanthor: Das lag sicherlich alles einzig und allein an den Drogen, denen er wieder ausgesetzt war.) Endlich löste sie seine Hände aus ihrer Verbannung und führte sie zu ihren Schenkeln. Da zeigte sich Thomas durchaus von seiner besitzergreifenden Seite. Er tastete ihre Oberfläche ab, fühlte ihre Muskulatur, las ihren Körper, wie er einen Stein lesen würde. Keine Unebenheit, keine Narbe, keine Ader, nichts entging seinen Fingern. Sie konnte wieder an ihrem Becken spüren, was die kleine Erkundungsfahrt, die sie mit seinen Händen unternahm, mit ihm machte. Er kriegte ihren knackigen Hintern zu fassen und sah sie teils überrascht, teils begehrend an. Seine Pranke war wahrlich riesig, so dass sie diese förmlich unter ihren Schoss drängen musste. Er keuchte auf, als er in eine andere Klimazone vorstiess. Er gab nur ein überraschtes. „Herrin“ von sich und starrte sie mit glasigen Augen an.

„Kannst du so aufstehen?“ Es reichte gerade noch für ein schelmisches Grinsen. Pha! Was dachte sie denn! Thomas war durchaus stolz und so gab er ihr eine Kostprobe seiner Kraft. Etwaige Rückenschmerzen waren ohnehin durch..Drogen und Lust...völlig in den Hintergrund geraten und würden sich vermutlich erst später im Stroh wieder klagend bemerkbar machen. Scheinbar mühelos erhob er sich und stemmte Amandin mit seinem kräftigen angewinkelten Arm mit hoch. Wie befohlen überbrückte er die kurze Strecke bis zum Tisch. Bei jeder seiner Schritte veränderte sich der Druck seiner Hand auf ihre Mitte, unbeabsichtigt oder nicht und seine Fingerkuppe streifte ganz empfindliche Bereiche, unbeabsichtigt oder nicht. Auch Thomas liess sich nicht immer in die Karten blicken.
„Ich werde heute noch eine Ausnahme machen, aber nur heute und nur wenn ich dabei bin.“ Er hob eine Augenbraue. Sein Hirn war gerade anderweitig beschäftigt, so dass er nicht wirklich verstand, welche Ausnahme sie genau meinte, doch er vertraute darauf, dass er es mitkriegen würde. Sein Hirn hatte eindeutig bereits vor einem anderen Organ kapituliert, welches nun sein Handeln bestimmte. Vorsichtig zog Amandin ihre Hände unter ihrem Kleid hervor und Thomas wähnte sich alleine am Ziel seiner Träume. Er hob eine Augenbraue, als er etwas an seinen Fingern spürte. Er hatte schon sehr lange nicht mehr bei einer Frau gelegen... und doch fühlte sich das dennoch anders an als selbst die entfernteste Erinnerung. Er bewegte seine Fingerkuppen, doch Amandin gebot ihm Einhalt.
„Keine Angst, mein Diamant... Oh... schhhhhhht... noch nicht bewegen! Ich verlange nichts, was du noch nicht kannst.“ Bedauern machte sich in seinem Blick breit, er hätte sich sehr sehr sehr sehr gerne intensiver mit ihrem Schoss beschäftigt. Was die Triebe anging, da standen die Pelgarer den Morgerianer offensichtlich in nichts nahe. Der Unterschied bestand lediglich darin, dass sie daraus eine Sünde konstruierten.

„Ich möchte, dass du dich selbst berührst, … ja, während ich dich dabei spüren kann. Er starrte sie an. “Dabei kann auch ich von dir lernen und profitieren... Das hast du doch sicher schon gemacht, oder?“ Er errötete. „Ja, Herrin...schon...“ Natürlich... aber über sowas redete ein Pelgarer nicht und er machte es schon gar nicht vor anderen Leuten... und schon gar gar nicht von Frauen. Weil man ja ohnehin nur nackt vor Ehefrauen stand... Natürlich gab es auch in Pelgar Huren und derlei Dinge, doch Thomas hatte nie davon Gebrauch gemacht. Er hatte Beth gehabt und war ihr treu gewesen und glücklich. Selbst wenn er mit Amandin in dieser kurzen Zeit gerade mehr erotische Variation erlebt hatte, als während seiner ganzen Ehe.
Dein Gott verleugnet zwar eure Triebe, aber ausschalten kann er sie nicht. Im Gegenteil, eure Glaubensführer belügen euch, während er, der Lichte, jeden Abend ins Bett seiner Geliebten steigt.“ Seiner Geliebten ja... auf deren Trümmern ihres Tempels sie einen neuen errichten würden. Im Grunde müsste Lysanthor ihn und Amandin doch für einen solchen Frevel sofort mit eine Blitzeinschlag bestrafen, doch seit seiner Versklavung, seit er Lysanthor mit den wirklich wichtigen Fragen des Lebens konfrontiert hatte, hatte er die ungewohnt schweigsame Seite seines Gottes kennengelernt. Doch die religiösen Probleme mussten weit praktischeren weichen... seine Position liess keine „gewöhnliche“ Form der Selbstliebe zu, schliesslich hockte sie noch immer auf seiner Hand. Er würde... Er starrte sie wieder an. Mit hochrotem Kopf und sichtlich um seine Fassung ringend positionierte sich. Heisses Fleisch berührte sich und der Steinmetz zog scharf die Luft ein. Seine Hand bewegte sich, umschloss seinen eigenen Leib, doch jede Bewegung die er tat, stimulierte auch ihren Körper.

Es kostete ihn sichtlich Überwindung und Konzentration... schliesslich hatte sie ihn abermals in eine Situation purer Versuchung gebracht. Doch der Steinmetz blieb standhaft und präzise...keine Ausrutscher. Tatsächlich verwirrten ihn seine eigenen Gedanken über einen potenziellen Ausrutscher mehr. So war er doch gar nicht! So dachte er doch nicht! Er war doch ein anständiger Kerl...veränderte er sich? Sein Charakter? Seine Persönlichkeit? Veränderte sie seine Gedanken? War es das, was sie mit ihm machte? Oder waren das auch die Drogen?

Gleichzeitig verriet er wieder so einiges über sich selbst. So war Thomas nicht nur ehrgeizig, schnell und zielstrebig wenn es um Steine ging und er wusste genau wie man hartes Material anpacken musste. Noch nie jedoch war er dabei so aufmerksam beobachtet worden. Es erregte ihn. Spornte ihn zusätzlich an. Seine Atmung veränderte sich und sein Becken wurde unruhig. Er legte leicht seinen Kopf in den Nacken, manchmal schloss er kurz die Augen, doch immer wieder blickte er sie an, erst in die Augen, dann liess er seinen Blick hungernd über ihren Körper streifen und alles was er sah, stachelte ihn nur noch mehr an, doch auch in diesem Moment, zeigte er wirkliches Interesse an ihr und ihrer Reaktion. Er suchte in ihren Augen stets nach einer Reaktion, nach einem Urteil, nach einer Anweisung... und vor allem nach der Erlaubnis den Punkt der höchsten Anspannung zu überschreiten.

Sie duzte ihn! Sie hielt ihn für ihren Diamanten! Sie hielt ihn für einen Künstler. All diese Worte, all diese Komplimente stärkten sein Selbstvertrauen, bauten ihn auf, stachelten ihn an, machten ihn wilder und mutiger. Er schnaubte und stöhnte abermals kehlig und heiss gegen ihren Hals. Für einen Moment vergass er sich sogar so weit, dass er seine Stirn auf ihre Schulter legte. Sie konnte seine Barthaare an ihrer Wange spüren und vor allem seinen heissen Atem, der stossweise ihre entblösste Brust umfing.
„Herrin.“ Hauchte er immer wieder. Wie ein süsses Lied. Eine Lobeshymne.

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Re: Der geschändete Tempel

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 6. Januar 2016, 11:09

Er starrte sie wieder an. Mit hochrotem Kopf und sichtlich um seine Fassung ringend positionierte er sich. Heißes Fleisch berührte sich und der Steinmetz zog scharf die Luft ein. Seine Hand bewegte sich, umschloss seinen eigenen Leib, doch jede Bewegung die er tat, stimulierte auch ihren Körper.

Es kostete ihn sichtlich Überwindung und Konzentration und seine Gedanken nahmen nur kurz sinnliche Irrwege. Das was ihm da durch den Kopf huschte war nicht seine Art und der Steinmetz blieb standhaft und präzise...keine Ausrutscher. Er war doch ein anständiger Kerl...oder? Sein Charakter war makellos, seine Persönlichkeit. Und doch veränderte sie seine Gedanken. Natürlich waren daran einzig die Drogen schuld, sagte er sich und schickte dies als Randnotiz an seinen Gott.
Faldors schallendes Gelächter, blieb ungehört für den Sterblichen.

Mercers Standhaftigkeit verriet jedoch wieder so einiges über ihn. So war Thomas nicht nur ehrgeizig, schnell und zielstrebig wenn es um Steine ging und er wusste genau wie man hartes Material anpacken musste. Noch nie jedoch war er dabei so aufmerksam beobachtet worden. Noch nie zuvor hatte dabei eine Frau auf seiner Hand gesessen. Es erregte ihn. Spornte ihn zusätzlich an. Seine Atmung veränderte sich und sein Becken wurde unruhig. Er legte leicht seinen Kopf in den Nacken, manchmal schloss er kurz die Augen, doch immer wieder blickte er sie an, erst in die Augen, dann ließ er seinen Blick hungernd über ihren Körper streifen und alles was er sah, stachelte ihn nur noch mehr an. Er zeigte wirkliches Interesse an ihr und ihrer Reaktion und er sah sie. Amandin hielt sich ihrerseits in keinster Weise zurück und betrachtete ihn voller unverhaltener Neugierde. Sie studierte förmlich seine Lust, seinen Rhythmus, passte sich ihm teilweise an und hielt auch manchmal bewusst dagegen um die Reibung zu erhöhen. Sie hielt ihn mit ihrem Blick gefangen und kostete sein Lust auf seinen Lippen. Dann ließ sie ihm wieder atmen und drückte ihn leicht nach hinten, sodass er ihr beider Gewicht mit seinen angespannten Bauchmuskeln halten musste. Der Winkel wurde so noch intensiver und Amandin konnte sich so noch mehr an ihm reiben. Ihre Bewegungen auf seinem Handrücken, auf den Knöchel seines Daumens, sie waren hart und standen im scharfen Gegensatz zu ihrem weichen, heißem Fleisch. Thomas konnte kaum noch denken und doch... all ihre Worte, all diese Komplimente hatten sein Selbstvertrauen gestärkt, bauten ihn auf, stachelten ihn an, machten ihn wilder und mutiger. Er schnaubte und stöhnte abermals kehlig und heiß gegen ihren Hals. Für einen Moment vergaß er sich sogar so weit, dass er seine Stirn auf ihre Schulter legte. Sie hatte seine Barthaare erst an ihrer Wange spüren können und vor allem seinen heißen Atem, der mit jedem Stoß ihre entblößte Brust umfing und als er seinen Kopf senkte streife der weiche Flaum ihr Dekolleté. Sie streckte sich und umfing vor seinen Augen ihre Hügel mit den Händen, hob sie, rieb sie, kniff leicht in die harten Spitzen.
„Herrin.“
Hauchte er immer wieder. Wie ein süßes Lied. Eine Lobeshymne. Sie wiegte sich um den Druck zu erhöhen. Sie griff mit einer Hand zwischen sie und drückte seine Hand noch fester an sich. Das Mittelglied seines um sein Fleisch gebeugten Daumens wurde zu ihrem Lustpunkt, den sie ritt. Sie genoss die wechselnden Rhythmen und das ansteigende Tempo. Sobald Thomas sich in dieser Haltung wohl fühlte, ließ sie ihn ohne Führung weiter machen und zog ihre Hand zurück, nur um ihre Nektar bedeckten Finger an seine Lippen zu legen. Das war der Punkt, wo ihre vorangegangene Konditionierung griff und Bewegung, Instinkt und Leidenschaft ineinander griffen. Ihr Geschmack auf seinen Lippen ließ alle Dämme brechen und eine Wildheit in ihm hervor brechen, die sogar Amandin einen Moment überraschte. Ihr hohes Wimmern erfüllte sein Innerstes, als seine Gier sie mit riss, sie kurz vor ihm erbeben ließ und dann in seliger Entspannung sich auf seine Brust legte. Sie umfing ihn, bedeckte ihn, während die Wellen langsam abebbten.

„Was macht ihr bloß mit mir, dass ich meine eigenen Regeln breche.“

, flüsterte sie an seinen Hals. Die Anstrengung hatte ihren Tribut gezollt und hatte Thomas rücklings auf den Tisch fallen lassen. Zum Glück hatte Amandin zuvor ihre Beine hinter seinem Rücken gelöst. Wahrscheinlich hatte sie es geahnt. Jetzt lag sie bäuchlings auf seiner Brust und gab wohlig, zufriedene Laute von sich, gleich einer schnurrenden, immer hungrigen Raubkatze. Ihre Beine waren in weit gespreizter, hockender Stellung neben seinen Hüften und ihre Unterschenkel ruhten auf der Tischplatte, während mindestens eine seiner Hände noch immer ihren Hintern umfing.
„Das war... nett.“
Sie grinste und es war ihr anzusehen, dass sie unter trieb und durchaus mit ihrem neuen Sklaven sehr zufrieden war. Zur Belohnung biss sie sanft in seine Unterlippe und zupfte leicht daran. Sie schob sich ein wenig höher, sodass ihr Schoß sich etwas aus dem Gefahrengebiet zurück zog und dafür andere Rundungen in sein Aufmerksamkeitsfeld rückten. Sie stützte sich mit beiden Ellenbogen neben seinem Hals ab, auch wenn es sicher nicht ihr Gewicht war, dass ihn belastete. Sie hätte sich auf seine Brust stellen können, und er wäre immernoch in der Lage weiter zu atmen.
„Meister Mercer, ihr habt das wirklich gut gemacht! Großartig um genau zu sein... Ein guter Teil Scham, unterdrückter Instinkt, der wie in einem geschlossenen Topf die Spannung explodieren lassen kann und dazu euer Ehrgeiz, eure Perfektion, Kreativität und ...eure Neugierde.“
Sie streichelte seinen Bart.
„Wirklich großartig! … Ich hätte nicht übel Lust mir ein intensiveres Lernprogramm für euch auszudenken, aber meine und eure Verpflichtungen bedürfen ebenfalls unserer Aufmerksamkeit. So wie es also aussieht, werden wir beide mit Spannung unserer nächsten Lehrstunde entgegen fiebern... auch wenn ich mir vorstellen könnte, vielleicht manches mit dem anderen verbinden zu können.“
Sie lächelte, als hätte sie soeben eine gute Idee gehabt und ihr Unterleib zuckte vor Vorfreude auf ihrem Bauch.
„Ich werde mir noch einige schöne Lektionen für euch ausdenken, die alle garantiert nichts mit der Zeugung von Nachwuchs zu tun haben werden, wie eure Glaubenskult es so gerne sieht...“
Sie sah kurz auf und rief nach ihrer Leibsklavin:
„Nelsani?...“
Sie kam sofort.
„Bitte mach uns sauber.“
„Gerne, Herrin.“
Amandin fuhr ungeduldig mit dem Hintern wackelnd fort zu sprechen und die Sklavin bereitete eilig eine Schale mit warmem Wasser vor, während Thomas weiterhin unter seiner Herrin auf dem Kartentisch lag.
„Unser unterschiedlicher Glaube kann genauso Inspiration sein, wie unsere unterschiedliche Herkunft. Ihr sagtet etwas darüber, dass Steine keine Seele haben. Da bin ich nicht ganz eurer Meinung... Wisst ihr, in Morgeria gibt es einen Faldor-Thempel in dem junge Mädchen, die sich dafür entscheiden in seine Dienste zu treten, dort ihr erstes Blut opfern können. Es gibt dort eine Statur des dunklen Gottes mit einem äußerst „hervorstehenden“ Merkmal, dass dafür verwendet wird. Sie können sich dort „hinsetzen“ und von ihm entjungfern lassen. Ich kann euch also sagen, sogar aus eigener Erfahrung, dass Stein sehr erotisch sein kann... und wenn jener Stein solche Gefühle wecken kann, so kann er doch unmöglich unbeseelt sein! Viele glauben Faldor selbst erfülle ihn mit prickelnder Macht.“
Nelsani war mit den Vorbereitungen fertig und trat hinter sie. Ein warmes, weiches Gefühl breitete sich erst auf Thomas Bauch und dann später etwas tiefer aus. Nelsani war sehr gründlich.
„Ich könnte mir vorstellen eine ähnliche Funktion in einem der Seitenräume hier ebenfalls einbauen zu lassen und als Vorlage...“
Sie grinste neckisch.
„... finde ich euren sehr schön.“
Als Nelsani mit einem Tuch die Beine der Herrin trocken getupft hatte diese auf und ließ sich vom Tisch gleiten. Dieses Möbelstück hatte wirklich etwas magisches an sich. Was Thomas in dieser kurzen Zeit hier schon alles drauf erlebt hatte?! Nelsani tupfte auch seine Beine trocken und schien durch seinen Anblick ebenfalls eine wenig erregt zu werden. Ihre Beine rieben sich verräterisch aneinander.
„Gut... Als kleine Aufwärmübung, macht ihr mir einen Phallus nach eurem Abbild. Und jetzt zum geschäftlichen Teil. Für den Altarstein habe ich einige feste Vorgaben, aber die kann euch euch später geben. Euer Studium der elfischen Anatomie wird länger dauern und hat somit Vorrang. Schließlich sollt ihr mir ein Denkmal setzen!“
Sie musterte noch einmal eingehend seine Männlichkeit und ging zu ihrem „Thron“. Kurz davor ließ sie im Gehen ihr zerrissenes Gewand über die Schulter gleiten. Es fiel raschelnd zu Boden und entblößte ihren nackten Körper. Allein der Anblick ihre bloßen Kehrseite wäre für manchen Mann zu viel gewesen. Für eine Elfe war sie erstaunlich weiblich gebaut und hatte schöne straffe Rundungen. Die elegante Kurve, die sich von ihrer Schulter über ihre Taille hinunter bis zum Becken zog, hätte sich ein Künstler kaum besser ausdenken können. Amandin drehte sich langsam um und setzte sich dann hin. Ihre Augen studierten jede von Thomas Reaktionen, der noch nicht einmal seine Frau in solcher Nacktheit zu sehen bekommen hatte.
„Ich solltet euch Skizzen machen, oder?!“
Nelsani reichte Thomas sofort sein kleines Buch und Kohlestift.
„Wie soll ich mich positionieren?“
, fragte Amandin und griff nach einer Dattel, die sie sich dann genüsslich zwischen die Zähne schob. Dabei veränderten sich die Schatten der Berge und Täler ihrer Landschaft und zogen das Künstlerauge in ihren Bann. Thomas hatte sicher schon Staturen gefertigt, aber jene waren meistens bekleidet gewesen, sodass er mehr den Faltenwurf von Gewändern studiert hatte, als die genauen Strukturen die der Vorhof zu ihren Gipfeln umrahmten.
„Ihr hattet ein Bild von mir in unseren Geist gemalt. Überprüft es auf Richtigkeit und erkundet, ob es meinem Wesen entspricht. Überprüft es auf seine Wahrheit. Der Warg an meiner Seite, er sollte meine Macht untermalen, doch ist das Zähmen einer Bestie Ausdruck dessen, was ich bin? Fragte euch, ist das alles? Der Warg soll schließlich nur Beiwerk sein und die Blicke auf mich lenken. Wie stellt ihr euch die Haltung meines Körpers vor? Wie seine Spannung? Betrachtet mich, lernt ihn kennen. Lernt ihn zu lesen. Ihr solltet inzwischen einen kleinen Eindruck von meinen Künsten gewonnen haben und diese möchte ich ebenfalls verewigt wissen. Heute sollt ihr mich zeichnen.“
Sie entspannte die übereinander geschlagenen Beine und lehnte sich nach hinten an. Ihr Fuß wippte leicht und zog seine Augen an. Dann hob sie das obere Bein an und öffnete die Beine leicht. Sein Blick folgte automatisch der Bewegung. Sie war Versuchung in Perfektion. Kein einziges Haar störte den Weg der feinen Ornamente auf ihrem Körper.
„Wenn ihr wünscht, dass ich eine andere Pose einnehme, so sagt es. Mein Abbild könnte auch auf dem Warg sitzen und dem willigen Pilger Lust verschaffen, wenn er seine Opfergaben zu meinen Füßen ablegt. Auch dass ist bei uns Sitte; dem Erbauer zu huldigen. Man könnte einen schönen Blick unter den breiten Riemen einer Peitsche um meine Taille verstecken, oder offensichtlicher arbeiten und meinen Schoß als Schale darbieten.“
Um ihre Worte verständlicher zu machen setzte sich Amandin in eine Art offenen Schneidersitz und schmunzelte über Mercers geweitete Augen, bei so viel Schamlosigkeit.
„... oder beim Akt mit einem Sklaven?“
Sie zog amüsiert die Lippen ein und ließ sie über die Zähne rollen.
„Darüber können wir uns auch noch später Gedanken machen, aber heute studiert ihr erst einmal die Oberfläche eures Models. Proportionen und Spannung der Muskulatur, sowie Haltung sind wichtig... Kommt ruhig noch näher.“
Sie beobachtet ihn sehr aufmerksam.
„Da fällt mir gerade ein, arbeitet ihr gerne mit Alabaster? Ich finde, das ist ein wunderbarer Stein. Regelrecht warm und weich. Wir haben vor kurzem ein reiches Vorkommen in der nähe ausgemacht und ich experimentiere schon geraume Zeit damit. Nelsani, bring Meister Mercer eine Probe... Der Kalkstein der hiesigen Küste ich auch gut zu verarbeiten, jedoch poröser... für die Außenmauern sicher besser geeignet als für die Kunstwerke.“
Die Sklavin verschwand kurz und kam mit einem ca. 30x30 Zentimeter messenden in dunkles Leder eingeschlagenen Block zurück. Sie stellte ihn auf den Tisch und öffnete die Verschnürung. Schneeweißer Alabaster kam zum Vorschein, der jedoch einige ungewöhnliche schwarze Adern vorzuweisen hatte.
„Dieses Exemplar befindet sich gerade in der Stufe des seichten Wandels.“
, kommentierte Amandin Mercers verwirrten Blick.
„Ich experimentiere gerade mit unterschiedlichen Steinen und verändere ihre Strukturen … ihre Seele, wenn ihr so wollt.“
Neugierig beobachtete sie wie Thomas näher ging. Irgendetwas war so ganz und gar anders. Er hatte plötzlich ein komisches Gefühl im Bauch. Um so näher er kam, um so mehr schien es ihm, dass der Stein „nicht ganz richtig“ war. Etwas hatte begonnen ihn zu verändern, sein „Sprache“ verändert, als lernte dieses Stück gerade etwas neues zu sein und widerstrebte noch dem Wandel. Der Steinmetz konnte dem Stein fast nachfühlen, denn Steine mochten keine Veränderungen. Sie gaben nur unter größtem Druck nach und splitterten oft, fasste man sie nicht richtig an. Thomas Neugier siegte irgendwann und er betastete den Kubus. Dort wo der Alabaster noch weiß war, da war er weich und ließ sich sogar mit seinem bloßen Fingernagel bearbeiten. Aber dort wo die schwarzen Adern sich gebildet hatte, war der Stein hart wie Granit und deutlich wärmer. Unterschiedliche Gesteinsarten hatten unterschiedliche Wärmeleitfähigkeiten und diese Stellen waren definitiv nicht so kalt wie sie sein sollten. Fast schien es so als saugte der Stein die Wärme aus seiner Umgebung und wandelte sie in Dunkelheit um. Anders konnte Mercer derzeit das Gefühl das ihm überkam kaum beschreiben und plötzlich erinnerte er sich daran, dass er es schon einmal gehabt hatte, als er bei seiner Ankunft in Andunie an diesem dunklen Adelssitz vorbei gefahren worden war. Dort war es am stärksten gewesen, doch er hatte auch das Gefühl gehabt, ganz Andunie war diesem Wandel unterzogen. Bewirkte Amandin das? Fürchtete er sich, widerstrebte es ihm genauso wie der Stein sich nicht ändern wollte? Seine nackte Herrin beobachtete ihn neugieriger den je.
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Re: Der geschändete Tempel

Beitrag von Thomas Mercer » Samstag 9. Januar 2016, 22:51

Thomas konnte nicht mehr wirklich denken, denn in diesem Augenblick wurde er gänzlich von seinen Trieben beherrscht. Dennoch war sein Sklavenbewusstsein nach wie vor intakt und so kam es zu keiner Grenzüberschreitung und blieb nach wie vor gänzlich unter Amandins Kontrolle. Wer in so einer Extremsituation loyal war und ihren Befehl über seine eigenen Triebe stellte, der war wohl wahrlich gänzlich ergeben. Immer wieder überprüfte er aufgeregt, ob sie ihn noch immer beobachtete. Er errötete jedes Mal, wenn sich ihre Blicke trafen und er stöhnte ihr verhalten entgegen, ehe er seine Augen schloss und seinen Kopf in den Nacken legte. Er verkrallte sich mit seiner mächtigen Pranke förmlich in ihrem Hintern und starrte dann an seinem nackten Bauch herab um dabei zuzusehen wie sie sich auf seinem Daumen bewegte. Er stöhnte kehlig auf, als sie ihn weiter gegen den Tisch drückte und so die Lust der beiden noch weiter steigerte. Seine Gesichtszüge verrieten ihn abermals. Lange würde er sich wohl nicht mehr beherrschen können. Er intensivierte seine Bemühungen und Amandin unterstützte ihn in diesem Bestreben, indem sie ihm ihren Oberkörper anpries und ihm zeigte, was sie damit alles anzustellen wusste. Schliesslich berührten sich ihre Hände kurz und als sie ihre Finger auf seine Lippen legte, schmeckte er ihren inzwischen bereits vertrauten Geruch und es war, als würde ihn dieses wundersame Elixier gänzlich in Ekstase versetzen, denn er wurde nochmals Wilder und für einen Moment sogar reichlich ungehemmt. Er brüllte kehlig auf, als sich die Anspannung löst und er sich selbst in andere Sphären katapultierte. Es war das Zucken ihres Schosses, das ihm letztlich den Rest gab und aufgebracht schnaubend, riss es ihn zurück auf den Tisch, Amandin zog er dabei einfach mit. Noch immer hielt seine eine Pranke sich an ihrem Hintern fest, die andere Löste sich und kam auf ihrem Rücken zu ruhen. Nun umarmte er sie tatsächlich. Er starrte an die Decke und schnaufte noch immer angeregt. „Oh bei L..r.r..hoh..mgh“ Keuchte er. Seine Entspannung, sein erlösender „kleiner Tod“ war nur von kurzer Dauer gewesen, denn nun wurde er wieder von tausenden Gedanken geflutet, die in einer solche Masse über ihn hereinfielen, dass er keinen einzigen davon fassen konnte.

„Was macht ihr bloß mit mir, dass ich meine eigenen Regeln breche.“ Thomas war noch nicht zu einer Antwort im Stande, doch ihm entging nicht, dass sie wieder auf die förmliche Anrede gewechselt hatte. Amandin kommunizierte offenbar auf mehreren Ebenen mit ihm und je nach dem auf welcher sie sich befand, galten offensichtlich andere Regeln.. Er atmete tief durch und gab ein heiseres „Herrin“ von sich. Er sah sie wieder an. Suchte Halt in ihrem Blick und lächelte schliesslich freundlich. Er war der lebende Beweis dafür, dass es auch herzensgute Menschen wie er treiben konnten wie die Karnickel. Vorsichtig liess er seine Hände von ihrem Körper gleiten und breitete sie auf dem Tisch aus.

„Das war... nett.“ Er zog eine Augenbraue hoch und sah sie skeptisch an. „Nett, Herrin?“ Wiederholte er beinahe ungläubig, liess sich aber durch ihre neckischen Bisse besänftigen und ablenken. War der ehrgeizige und stolze Sklave etwa gerade pikiert? Nun, als Steinmetzmeister war er Beurteilungen seiner Leistungen natürlich gewöhnt, doch er war diesbezüglich auch ziemlich verwöhnt, denn normalerweise schlug ihm stets einhellige Begeisterung entgegen. Noch nie hatte jemand eines seiner Werke als...“Nett“ bezeichnet. Er bleckte kurz die Zähne und sog scharf die Luft ein. Ihr Blick zeigte aber deutlich mehr Wohlwollen und Befriedigung als ihre Worte und so hellte sich seine Stimmung sofort wieder auf. Nun gut... für ein Daumengelenk war „nett“ sicherlich nicht schlecht. Nun war er es, der sie eingehend musterte und sie konnte erkennen, dass er sich an ihrer Schönheit kaum sattsehen konnte und ihm das Bild durchaus gefiel, wie sie gerade auf ihm thronte, als wäre er ein erlegtes Tier. Eine ungewohnte Perspektive, für einen Mann, der sich zeitlebens an die Riten Lysanthors gehalten hatte, die nur sehr wenige Variationen zuliessen. Gedankenverloren betrachtete er ihre Narben für einen Moment. Dann riskierte er einen ziemlich ungenierten Blick zu ihrem Schritt und war nicht minder stolz, als er sah wie sehr die Haut um ihre Schenkel herum glänzte. Doch dann kroch sie näher und er kam nicht darum herum ihre wunderbar geformten Brüste zu bewundern, die sich so schamlos in sein Blickfeld drängten. „Meister Mercer, ihr habt das wirklich gut gemacht! Großartig um genau zu sein... Ein guter Teil Scham, unterdrückter Instinkt, der wie in einem geschlossenen Topf die Spannung explodieren lassen kann und dazu euer Ehrgeiz, eure Perfektion, Kreativität und ...eure Neugierde.“ Nun errötete er schon wieder. Beth hatte den Akt in der Regel einfach „schön“ gefunden oder ihm ein „ich liebe dich“ an sein Ohr gehaucht. Er sollte aufhören sie ständig mit Amandin zu vergleichen. Er war ein Sklave, sie seine Herrin. Das hier war eine gänzlich andere Angelegenheit. Sie hatten eine komplett andere Beziehung. Ob seine Herrin ihn aber ihrerseits mit Harker verglich? Das war ein beunruhigender Gedanke. Er war ihr Verlobter...

„Wirklich großartig! … Ich hätte nicht übel Lust mir ein intensiveres Lernprogramm für euch auszudenken, aber meine und eure Verpflichtungen bedürfen ebenfalls unserer Aufmerksamkeit.“ Thomas atmete tief ein und aus. Dadurch verriet er, dass er einem intensiveren Lernprogramm durchaus nicht abgeneigt gewesen wäre, obwohl ihm auch anzusehen war, dass ihn die ganze Aufregung und Anstrengung durchaus erschöpft hatte. Thomas war sich solcherlei Höchstleistungen nicht wirklich gewohnt.

“So wie es also aussieht, werden wir beide mit Spannung unserer nächsten Lehrstunde entgegen fiebern... auch wenn ich mir vorstellen könnte, vielleicht manches mit dem anderen verbinden zu können.“ Der Sklave sah sie fragend an und hob nun beide Augenbrauen, er grinste aber neckisch, als er ihr vorfreudigen Zucken verspürte, was er durchaus als Kompliment auffasste. Gleichzeitig konnte er nur hoffen, dass er ihr nicht irgendwann überdrüssig werden würde und er sie anfangen würde zu langweilen. Gunst war ein flüchtiges Gut.

„Ich werde mir noch einige schöne Lektionen für euch ausdenken, die alle garantiert nichts mit der Zeugung von Nachwuchs zu tun haben werden, wie eure Glaubenskult es so gerne sieht...“ Thomas schluckte leer. So viel Sünde, so viel Verführung und auch er spürte ein vorfreudiges Ziehen in seinen Lenden. Sein Körper verriet ihn überdeutlich. Er konnte noch so fromme Worte von sich geben und noch so sehr erröten, zumindest sein bestes Stück stand ihr auch für die durchtriebensten Dinge gänzlich zu Diensten und würde sich wohl jederzeit über seine Vernunft und sein Gewissen hinwegsetzen. Schliesslich waren auch Pelgarer letztlich nur Männer.

„Unser unterschiedlicher Glaube kann genauso Inspiration sein, wie unsere unterschiedliche Herkunft.“ Thomas nickte. Tatsächlich fand er ihre Kultur und auch die Aspekte ihres Glaubens durchaus interessant und er war willig so viel wie möglich zu lernen.
“Ihr sagtet etwas darüber, dass Steine keine Seele haben. Da bin ich nicht ganz eurer Meinung... Wisst ihr, in Morgeria gibt es einen Faldor-Tempel in dem junge Mädchen, die sich dafür entscheiden in seine Dienste zu treten, dort ihr erstes Blut opfern können. Es gibt dort eine Statur des dunklen Gottes mit einem äußerst „hervorstehenden“ Merkmal, dass dafür verwendet wird. Sie können sich dort „hinsetzen“ und von ihm entjungfern lassen.“ Thomas war mit einem ziemlich bildhaften Denken gesegnet, dies brauchte er ja auch um sich die dreidimensionalen Figuren vorstellen zu können, die er aus einem Block schlug, doch dies hatte auch zur Folge, dass er gerade diese Lysanthorstatue sehr lebhaft vor sich sah. Wenn er daran zurückdachte, dass es ihn und Beth einige Versuche gekostet hatte um den Akt zu vollziehen, stellte er sich die Sache für die Mädchen als ziemlich unangenehm vor, da sie ja in diesem Fall aktiv bewegen mussten.

“Ich kann euch also sagen, sogar aus eigener Erfahrung, dass Stein sehr erotisch sein kann... und wenn jener Stein solche Gefühle wecken kann, so kann er doch unmöglich unbeseelt sein! Viele glauben Faldor selbst erfülle ihn mit prickelnder Macht.“ Thomas blickte verwundert, neugierig, aber spürbar skeptisch. „Tun das alle Mädchen?“ Fragte er vorsichtig nach. „In meiner Kultur, ist der erste Vollzug des Aktes das Privileg des Ehegatten. Die Frauen, die ihr Leben L..ysanthor...“ Er wagte es kaum, seinen Namen auszusprechen und wisperte ihn darum nur leise. „schenken, bewahren für ihn die Jungfräulichkeit... denn nur so gelten sie als rein.“ Er biss sich auf die Lippen. „Wodurch zeichnet sich in eurer Kultur eine Ehe aus? Was bindet euch, an euren Partner?“ Sexuelle Exklusivität konnte es ja offensichtlich nicht sein.

Thomas zuckte förmlich zusammen, als Nelsani seinen Körper berührte und er den feuchten Lappen zwischen seinen Beinen spürte. Sie hatte ihn damit völlig unvorbereitet erwischt, obwohl Amandin den Befehl ja laut ausgesprochen hatte. Wieder errötete er und für einen Moment geriet er ins Stottern.
„Ich könnte mir vorstellen eine ähnliche Funktion in einem der Seitenräume hier ebenfalls einbauen zu lassen und als Vorlage...“ „J..ja.. Herrin.“ Brachte er tonlos hervor, während ihm die Schamesröte ins Gesicht stieg. Dass irgendwelche Frauen einfach mir nichts dir nichts sein Geschlecht putzten war für ihn noch ungewohnter als es einfach zu benutzen.

„... finde ich euren sehr schön.“ Er starrte sie an. „M..meinen?“ Er schluckte leer. Sein Geschlecht in Stein gehauen um Generationen von dunkelelfischen Mädchen zu entjungfern? Ein seltsamer Gedanke. „Ihr ehrt mich, Herrin, aber denkt ihr nicht, dies könnte euren Gott verärgern?“ Er konnte sich nicht vorstellen, dass sich Faldor unbedingt mit dem Phallus eines Sklaven dargestellt sehen wollte, aber was wusste er schon? Bei Tempel für Lysanthor gab es einen strengen Kanon, der für alle verzierenden Elementen und auch Statuen galt und von dem man nicht abweichen durfte. So unterschieden sich die Tempel meistens nur in Grösse und Ausstattungsreichtum, aber selten in ihrer Form.
Vielleicht war Faldor in diesen Belangen etwas lockerer veranlagt als Lysanthor. Bei Lysanthor, war ja der ganze Alltag relativ streng geregelt, weil der Gott alles sehr genau beobachtete. Ausserdem gebot er seinen Priestern bei den einfachen Leuten die Beichte abzunehmen. Für jede einzelne Sünde hatte man Busse zu tun. Da blieb wenig Raum für Spass und Scherze. Thomas und Beth hatten den Glauben selbst nie so streng ausgelegt, sein Vater hingegen schon und entsprechend strikt war auch seine Erziehung ausgefallen.

Thomas richtete sich langsam auf, als sie sich von ihm löste, ihn musterte und sich dann auf ihren Thron zubewegte. Vorsichtig rutschte der Sklave vom Tisch runter und für einen Moment überlegte er, ob er sich wieder hinknien sollte, doch Amandin kam ihn zuvor, indem sie Skizzen verlangte. „Ja..ja...natürlich...“ Meinte er heiser und nahm die dafür erforderlichen Utensilien entgegen. Thomas stand etwas verloren da, und musterte sie verlegen.
„Wie soll ich mich positionieren?“ Er sollte ihr...Anweisungen geben? Er kam etwas näher und beobachtete sie dabei, sie die die Dattel verspeiste. Er schaute ihr einfach fasziniert dabei zu, ohne jedoch einen Strich in das Buch zu machen.

Ihr hattet ein Bild von mir in unseren Geist gemalt. Überprüft es auf Richtigkeit und erkundet, ob es meinem Wesen entspricht. Überprüft es auf seine Wahrheit. Der Warg an meiner Seite, er sollte meine Macht untermalen, doch ist das Zähmen einer Bestie Ausdruck dessen, was ich bin?“ Das war sein erster Eindruck gewesen, inzwischen kannte er sie besser, hatte mehr Facetten von ihr kennengelernt, doch er wusste in jenem Moment bereits, dass er noch viel zu wenig über sie wusste, um sie adäquat darstellen zu können. Sie sollte schliesslich sein Meisterstück werden!
“Fragte euch, ist das alles? Der Warg soll schließlich nur Beiwerk sein und die Blicke auf mich lenken. Wie stellt ihr euch die Haltung meines Körpers vor? Wie seine Spannung? Betrachtet mich, lernt ihn kennen. Lernt ihn zu lesen. Ihr solltet inzwischen einen kleinen Eindruck von meinen Künsten gewonnen haben und diese möchte ich ebenfalls verewigt wissen. Heute sollt ihr mich zeichnen.“ Er nickte nur. Doch man konnte sehen, dass er vor seinem inneren Auge ein ganzes Arsenal von Statuen sich durch den Kopf gehen liess, die er entweder schon gefertigt oder schon einmal gesehen hatte. Das Problem dabei war der Kanon. Ihm kamen vor allem 0815 Lysanthorgenehme Werke in den Sinn. Das hier würde ihn wahrlich vor eine grosse Herausforderung stellen. Andererseits... wären 8015 Lysanthorbildnisse vermutlich etwas absolut seltenes in der Kunst der Dunkelelfen. Sie beide hatten erkannt, dass sie vom Kulturaustausch sehr viel profitierten. Warum also nicht auch hier eine Synthese wagen?
Mit ihren Vorstellungen trieb sie Mercer sichtlich in die Ecke. Man stelle sich eine pelgarische Hochadlige in einer solchen Pose in einem Tempel verewigt vor! UNDENKBAR! Mit ihren provokativen Worten und Posen sorgte sie im Moment aber eher dafür, dass Thomas keinen Strich zustande brachte, weil er zu sehr mit starren beschäftigt war. Ausserdem fühlte er sich aufgrund seiner eigenen Nacktheit sichtlich unwohl. Er war es sich einfach nich gewohnt nackt zu arbeiten.. ..

„Darüber können wir uns auch noch später Gedanken machen, aber heute studiert ihr erst einmal die Oberfläche eures Models. Proportionen und Spannung der Muskulatur, sowie Haltung sind wichtig... Kommt ruhig noch näher.“ Er kam näher und betrachtete sie aufmerksam. Doch dann seufzte er schliesslich und schloss das Buch. Vorsichtig legte er seine falche Hand auf den Deckel. „Herrin. Ich kann euch noch nicht zeichnen, weil ich euch noch nicht wirklich erfassen kann, nicht „sehen“ kann. Das jetzige Ergebnis wäre in höchstem Masse unbefriedigend. Es...wäre sehr hilfreich für mich, wenn ich so oft wie möglich in eurer Nähe sein könnte... euer Leben kennenlernen könnte... euer Wesen in Aktion beobachten...und es wäre gut, wenn wir uns ein paar Tage Zeit nehmen könnten, wo ich euch betrachten darf...und berühren.. ich lese mehr mit den Händen, als mit den Augen.“ Das klang irgendwie etwas eigennützig, doch Amandin konnte vermutlich bereits an seinem Tonfall hören, dass es ihm hier tatsächlich um Geschäftliches ging.
Amandin wechselte darauf das Thema und kam auf Alabaster zu reden. Thomas mochte den Stein, wie er jeden Stein mochte, doch dabei handelte es sich um ein helles Gestein. Ausserdem war es ihm nicht selten und kostbar genug, als dass er es für ein Meisterwerk in Erwägung gezogen hatte.
Die schwarzen Adern stachen Thomas sofort ins Auge, als Nelsani den Block ausgepackt hatte. „Was...“ brachte er kurz über die Lippen und trat näher an den Stein heran.

„Ich experimentiere gerade mit unterschiedlichen Steinen und verändere ihre Strukturen … ihre Seele, wenn ihr so wollt.“ Er konnte seinen Blick nicht vom Gestein lösen, doch mit jedem Schritt, den er auf ihn zu machte, desto stärker bereitete sich ein beklemmendes Gefühl in ihm aus. Wie damals, als sie an diesem seltsamen, pechschwarzen Anwesen vorbeigefahren waren. Viele Steine waren Bastarde, zusammengesetzt aus unterschiedlichen Elementen unterschiedlicher Herkunft, doch dies war ein Prozess der Jahrhunderte dauerte. In dieser Zeit konnte ein Gestein sich von seinem ursprünglichen Platz lösen, durch die Bäche des Landes an einen Strand gelangen und dann geduldig durch Wasser und Gezeiten geschliffen werden. Florencia machte die Steine... aber dieser hier war anders.

Vorsichtig berührte er den Stein, nur ein wahrer Meister konnte einen Stein so berühren, wie es Thomas tat. Es war als würde er den Stein um Erlaubnis fragen ihn zu berühren und abzutasten. Er las ihn und er hörte zu, was der Stein ihm zu erzählen hatte. Der weisse Teil war Intakt, doch je näher er an die schwarze Ader tastete, umso mehr spürte er die Störung. Die Eigenschaften des schwarzen Teils waren ganz anders. Dies war nichts ungewöhnliches, Mischgesteine gab es zu Hauf, nein... das mysteriöse war, dass es den Anschein hatte, als würde die schwarze Ader sich am weissen Gestein laben. Wie ein Parasit. Sie zehrte den weissen Teil aus, entzog ihm seine Eigenschaften, sein Wesen...seine Seele, wenn man so wollte. Wie konnte das sein? Wie konnte Amandin so etwas tun, sie, die doch die Sprache der Steine sprach? Doch er war auch zu sehr Steinmetz als dass es ihn nicht neugierig machte, wie sie dies bewerkstelligte. Er sah sie wieder an. Sie musste doch wissen, dass sie ihrem geliebten Element gewissermassen Gewalt antat, indem sie sein Wesen ihrem Willen unterwarf. Wie sie es mit Sklaven machte... und eigentlich war Thomas nicht unglücklich damit... er musterte den Stein, der schweigend und passiv der Dinge harrte, die da mit ihm geschahen.

„Das Anwesen in der Stadt...“ Er nickte. „W...as.. ist es?“ Neugierde lag in seinem Blick, aber auch ein gewisser Schrecken, den er nicht verbergen konnte. Unbekanntes machte Menschen Angst, eine verbreitete Reaktion, doch neben dem Schrecken war bei Thomas auch ein Hauch von Schmerz zu erkennen. Er musterte den Stein. „Wie... wie macht ihr das?“vEs war auf seine eigene Art auch faszinierend, denn Amandin beherrschte offensichtlich eine Sprache des Steins, die ihm völlig unbekannt war. Er hätte sowas bisher für schlicht unmöglich gehalten, Amandin besass also ein fûr ihn verborgenes Wissen und dies weckte trotz aller Angst den ehrgeizigen Steinmetzen in ihm. Er wollte es verstehen. Plötzlich kamen ihm Harkers pechschwarze Augen wieder in den Sinn... Er trat einen Schritt vom Stein zurück und sah seine Herrin hilfesuchend an, jener Frau, der er alle anvertraut hatte. Wer war sie? Eine Magierin? Wie mächtig musste sie sein, wenn sie Steine verändern konnte?! Angst und Ehrfurcht machte sich in seinem Blick breit. Er wusste nicht recht, wie er diesen Stein einordnen musste. Wenn sie Steine verändern konnte, was konnte sie dann mit Menschen so alles anstellen?

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Re: Der geschändete Tempel

Beitrag von Erzähler » Montag 11. Januar 2016, 17:58

Thomas hatte den kleinen Quader berührt ihn ausgiebig betastet und seine Schlüsse gezogen.
„Das Anwesen in der Stadt... W...as.. ist es?“
"Ein Experiment."
Neugierde lag in seinem Blick, aber auch ein gewisser Schrecken, den er nicht verbergen konnte. Amandin beobachtete ihn. Unbekanntes machte Menschen oft Angst und bei Thomas war sogar ein Hauch von Schmerz zu erkennen. Trotz allem wagte er noch eine Frage und das ließ noch hoffen.
„Wie... wie macht ihr das?“
Er wollte es verstehen und starrte sie an. Plötzlich überschattete etwas seine Neugierde und er trat einen Schritt vom Stein zurück. Am liebsten hätte sie ihre Hand nach ihm ausgetreckt um ihn aufzuhalten, um ihm die Angst zu nehmen, aber das wäre in dieser Situation falsch gewesen. Er musste mutiger werden und dafür brauchte sie seine Neugiede. Angst und Ehrfurcht machte sich in seinem Blick breit und diese Hürde musste er aber selbst überwinden, sonst wäre er nicht geeignet, für das was sie mit ihm vor hatte.
"Das wäre nicht einfach zu erklären, aber ihr sprech die Sprache der Steine. Sagt mir, was fühlt ihr, wenn ihr ihn berührt? Fühlt ihr die Veränderung? Könnt ihr die wachsende Stärke unter seiner weichen Oberfläche erahnen?..."
Sie war neben ihn getreten und beugte sich nackt wie sie war zu dem Stein und liebkoste ihn mit den Fingerspitzen. Für einen kurzen Moment, nur einen Liebschlag lang, glaubte Thomas zu sehen, dass eine der Adern unter Amandins Fingern sich bewegt hätte, aber das wäre doch unmöglich! Wenn es keine Halluzination gewesen war, dann war es kaum mehr als ein Pulsschlag gewesen und er hatte es sich das sicher nur eingebildet. Die ganzen Drogen in der Luft, spielten seinen Sinnen ohnehin schon geraume Zeit Streiche. Er musste sie ungläubig und staunend angesehen haben, denn sie nahm seine Hand und legte sie gemeinsam mit ihrer erneut auf den Stein. Ihre Finger schoben sich zwischen seine und der Stein schien förmlich zum Leben zu erwachen. Es prickelte in Thomas Handfläche, dort wo die schwarzen Linien ihn berührten, aber der Stein schrie nicht. Er hielt still und wartete auf Amandins Befehl. Ja, er war verändert. Er war härter, stärker, wärmer, auch dunkler und somit auch irgendwie unnatürlich, aber trotzdem noch immer der gleiche Stein. Als hätte sie seine Strukur neu geordnet und einen Teil von ihm an die Oberfläche gebracht, der sonst im Verborgenen lag. Alle Steine hatte helle und dunkle Anteile, das wusste auch Thomas. Manche waren weiß, andere dunkel und grau, mache mehr, manche weniger hart oder hatten unterschiedliche Leitfähigkeiten. Manche waren kalt, selbst wenn sie in der Sonne lagen und manche waren fast so warm wie Holz. Einige verwoben sich so eng mit anderen Materialien, dass sie untrennbar miteinander verbunden waren. Eisen war einer dieser Stoffe die Schmiede nur unter Einsatz von größter Hitze vom Stein trennen konnten und auch dies war genaugenommen ein Gewaltakt an seiner innersten Substanz. Thomas fühlte unter Amandins Händen, dass sie etwas ähnliches tat und die prikelnde Wärme, die dabei in ihren Händen zwischen ihren Fingern entstand, gab Zeugniss der Magie die sie wirkte. Sie atmete tief und langsam. Ein Blick zur Seite verriet ihm, dass sie die Augen geschlossen hielt und die Lippen leicht geöffnet. Ihre Seite lag an seiner Front. Sie hatte sich halb vor halb unter ihn geschoben, da er so groß im Gegensatz zu ihrem winzig wirkenden Körper wirkte, doch nun begriff er, dass sie so viel mehr war, als dieser begehrenswehrter Körper. Sie war seine Herrin, Sünde und Magie. Ihr hoch konzentriertes Gesicht war nur wenige Zentimeter von seiner Brust entfernt und ihr ganzer Körper schien von einer leicht flirrenden Hitze umgeben zu sein, dabei fühlte sie sich nur etwas fiebrig an.
Amandin zog ein weiteres Mal tief die Luft ein und öffnete beim Ausatmen die Augen. Die Glut in ihren Iriden hatte sich in scheinbar flüssiges Magmar verwandelt und sie sah den Stein an. Als sie dann langsam ihre Hand hob und Thomas seine fort nahm, hatten sie einen gemeinsamen Abdruck auf dem weißen Untergrund hinterlassen. Bei genauerem Hinsehen hatte sich die Oferfläche sogar etwas unter ihrem Druck nachgegeben und sich ebenfalls mit diesen winzigen, schwarzen Adern gefüllt.
Amandin drehte sich halb und hielt sich an seinem Arm fest. Ob aus Berechnung oder Schwäche war nicht zu erkennen. Sie sah zu ihm hoch und lächelte.
"Es kostet schon einiges an ...Überzeugungskraft um ihm zu sagen, was er tun soll."
Sie löste sich von Thomas und ging zurück zu ihrem Tron, griff nach der Felldecke die auf ihm lag und hüllte sich darin ein. Plötzlich bemerkte Thomas, dass dort wo sie ihn berührt hatte, sich seine Haut plötzlich kalt anfühlte. Er sah Amandin an und trotz der dunklen Hautfarbe wirkte sie etwas blasser. Er hätte schwören können, dass sie frohr.
"Ich würde mir wünschen, dass ihr keine Angst habt, Meister Mercer. Ich wünsche euch voller Vertrauen und Stärke, hart und willens zu lernen... in mehr als nur einer Weise. Dann könnte ich euch mitnehmen und lehren. Meint ihr, dass ihr mir diesen Wunsch erfüllen könnt?"
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Re: Der geschändete Tempel

Beitrag von Thomas Mercer » Dienstag 12. Januar 2016, 01:22

"Das wäre nicht einfach zu erklären, aber ihr sprecht die Sprache der Steine. Sagt mir, was fühlt ihr, wenn ihr ihn berührt?“ Thomas blickte für einen Moment zu dem Alabaster, der unschuldig auf dem Tisch lag, doch selbst wenn er dem Gestein den Rücken zuwandte, spürte er dessen absorbierende Präsenz. Thomas erinnerte sich gut an Zyranus, welches er im Rahmen seiner Walz bereist hatte. Dort hatte er zum ersten Mal in seinem Leben magische Steine gesehen. Runensteine, doch die waren von einer ganz anderen Qualität gewesen als der Alabaster. Die Runensteine waren Gefässe gewesen, Träger jener Magie, die durch die Zeichen gewirkt wurde. Der Stein selbst hatte sich nicht verändert. Es war einem Stein letztlich egal, ob er als Säulenkapitell, Strassenpflaster, Kiesel oder Phallus endete... Man konnte diese trotzigen Dinger behauen, in eine Form pressen, sie Glätten oder Bossig schlagen, man konnte sie Bemalen oder der Witterung aussetzen, dies alles veränderte die Form des Steines, aber nie das Wesen. Amandin hatte Recht, so betrachtet hatte ein Stein eine Seele.

“Fühlt ihr die Veränderung? Könnt ihr die wachsende Stärke unter seiner weichen Oberfläche erahnen?..." Thomas nickte langsam und bedachte seine Herrin mit einem langen, nachdenklichen Blick. Sein Ausdruck war schwer zu deuten, schwankte er nach wie vor zwischen stillem Entsetzen, dem Drang laut zu protestieren und wachsender Faszination. Thomas Mercer wusste vieles über Steine, doch er hatte keine Ahnung von Magie. Wie konnte er von sich selbst und seinem Handwerk behaupten, dass dieses „Steingerechter“ wäre, als das, was Amandin damit machte? Es war nicht so, dass er fachliche Bedenken hegte, sondern kulturelle... und da würde es schwierig werden, denn auch wenn sich die beiden sichtlich bemühten, sich gegenseitig zu verstehen, so sprachen sie da nicht die gleiche Sprache. Auch hier hatte der Stein eine Funktion, denn hier bot er eine gemeinsame Basis, auf der die beiden aufbauen konnten. Sie kam auf ihn zu, suchte seine Nähe. Ihre beider Körper waren noch immer erhitzt vom vorhergehenden Liebesakt. Die Atmosphäre im Raum hatte sich geändert: Noch immer wurde der allgemeine Geruch durch das berauschende und antreibende Räucherwerk dominiert, doch auf einer weit archaischer Ebene befand sich noch immer die Duftnote der geteilten Lust. Amandin Konditionierung wirkte, denn diese vertraute, jedoch unbewusste Note beruhigte den Steinmetz etwas.

Er beobachtete sie dabei, wie sie vorsichtig die Oberfläche des Steins berührte und ihn mit ihren filigranen Fingerkuppen liebkoste. Er blinzelte und auf einmal war ihm, als hätte sich ein schwarzes Äderchen bewegt, als hätte es nach dem Finger der Herrin geleckt, die Geste der Unterwerfung. Sein Verstand gemahnte ihn zur Vernunft. Steine konnten funkeln, glitzern und glühen, aber sie machten keine Unterwerfungsgesten... doch was dann folgte liess seinen Verstand verstummen und ging ihm direkt ins Herz. Sie umfasste seine Hand und führte ihn auf den Stein und plötzlich wurde er von dessen...Gefühlen.... geflutet...und plötzlich merkte er, dass es die seinigen waren. Der Stein wartete geduldig, harrte der Dinge und erwartete Befehle. Wie er. Sie hat sie versklavt Ging es ihm durch den Kopf. Und nun formt sie ihn nach ihrem Willen. Thomas schluckte leer und schloss die Augen, als das Kribbeln in seiner Hand immer stärker wurde. Der Steinmetzmeister hatte keinerlei bekannte magische Begabung, aber er spürte Amandins Magie, weil der Stein ihm davon berichtete. Es war ein überwältigendes Gefühl, auf das Thomas nicht vorbereitet gewesen war. Wie auf so vieles, was in Amandins Zelt passierte. Sie forderte wahrlich viel und setzte ihm einem Reizfeuerwerk nach dem anderen aus. Etwas irritierte ihn, der Stein wirkte reifer. Er wirkte stärker, stabiler und was ihn am meisten verstörte...wärmer. Sie entzog ihm keine Energie, sie folterte ihn nicht, sie peinigte ihn nicht, sie züchtigte ihn nicht und zwang ihn nicht in die Form, nein der Stein gab nach, Thomas konnte es nicht erklären wie er darauf kam, aber er glaubte es zu spüren, der Stein wollte ihr gefallen, denn sie nährte ihn, stärkte ihn. Er starrte auf seine Hand und dann zu seiner Herrin, die konzentriert neben ihm stand, die Augen geschlossen haltend. Sie wurde wärmer und für einen Moment erschien es ihm, als wäre sie von einer dunklen Aura umgeben. Er richtete sein Augenmerk wieder auf den Stein, als sich seine Herrin wieder rührte und vorsichtig ihre Hand davon nahm. Sie hatten einen Abdruck hinterlassen und darunter hatten sich neue Äderchen gebildet. Das war unmöglich! Solche Prozesse gingen – wenn überhaupt – Jahre, wenn nicht gar Jahrtausende. Stein war schliesslich ein gemächliches Element.
Als sie sich umdrehte, leicht einknickte und sich an seinem kräftigen Arm stützte, hielt er sie reflexartig mit beiden Armen fest, weil er für einen Moment glaubte, dass sie gleich zusammenbrechen würde. Tiefe und aufrichtige Sorge lag in seinem Blick. Seine hellen, blauen Augen lagen in einem starken Kontrast zu der ihrigen.

"Es kostet schon einiges an ...Überzeugungskraft um ihm zu sagen, was er tun soll." Ihm fiel keine Erwiderung ein, er musste erst selbst begreifen, was sich da gerade abgespielt hatte, doch es war interessant, dass sie von Überzeugungskraft gesprochen hatte und nicht von Gewalt... Thomas „überzeugte“ seine Steine jeweils mit Hammer und Meissel... Amandin ging da viel subtiler vor. Doch während sich die Anwendung von Hammer und Meissel auf Materie beschränkte, war sich Thomas nicht sicher, ob sie ihre Magie nicht auch gegenüber anderen Wesen wirken konnte. Menschen zum Beispiel. Er folgte ihr zum Thron und kniete sich zu ihren Füssen. Er nahm nicht die vorgeschriebene Haltung ein, es war eher ein natürlicher Reflex, den ihn dazu gebracht hatte vor ihr zu knien. Thomas war sichtlich viel zu ergriffen und zu berührt, als dass er sich im Moment an irgendwelche Umgangsregeln hätte erinnern können und man sah ihm an, dass er das Bedürfnis hatte mit ihr über seine Erfahrungen zu reden.

"Ich würde mir wünschen, dass ihr keine Angst habt, Meister Mercer. Ich wünsche euch voller Vertrauen und Stärke, hart und willens zu lernen... in mehr als nur einer Weise.“ Er sah sie lange an, ohne jedoch ein Wort zu sagen. “Dann könnte ich euch mitnehmen und lehren. Meint ihr, dass ihr mir diesen Wunsch erfüllen könnt?" „Mitnehmen, Herrin?“ Hauchte er und rückte näher zu ihr heran. Er musste es einfach tun... und so beugte er sich vor, entblösste vorsichtig ihren Fuss und küsste ihren Fussrücken. Kälte umfing ihn und genau davon hatte er sich vergewissern wollen.
Jetzt kniete er wieder aufrecht und legte seine mächtigen Pranken auf seine Oberschenkel ab, die Handflächen nach vorne geöffnet, so dass sie diese sehen konnte.

„Ihr habt mich gefragt, was ich fühle Herrin.“ Begann er vorsichtig und er war sich nicht sicher, ob er nun nicht sie überraschte. Thomas ging nämlich insgeheim davon aus, dass der Stein auf sie eine andere Wirkung entfaltete als auf ihn. Warum sollte sie Steine heranzüchten wollen, die ein beklemmendes Gefühl in ihr auslösten und sie ängstigten? Vielleicht reagierten Dunkelelfen auf diese Magie anders, vielleicht war aber auch das Gefühl der Beklemmung bei ihnen anders kulturell angelegt und dadurch nichts Negatives. Er wusste es nicht und letztlich war ja das alles nur ein Veracht, den er zu überprüfen gedachte.

„Ich...kann ihn verstehen. Wie er da liegt. Abwartend. Er kennt euch. Er vertraut euch und erwartet euren Befehl... und ja... ich spürte, wie er erstarkte, härter wurde, wärmer wurde... aber....ich fühlte noch was anderes. Ich kann es nicht erklären, aber dieser Stein sendet eine Aura aus, die mein Herz umfasst und es leicht zusammendrückt. Es beklemmt mich, in seiner Nähe zu sein.“ Er wusste selbst nicht, ob dieses Gefühl vom Stein kam, oder von ihrer Magie. Der menschliche Körper reagierte auf viele Substanzen in erster Linie einmal mit einer heftigen Abwehr, so dürfte der erste Alkoholgenuss oder die erste Pfeife bei den meisten nicht gerade den Eindruck von Hochgenuss hinterlassen haben. Dieser konnte sich erst einstellen, wenn der Körper die Substanz allmählich kannte und sich an seine Präsenz gewöhnte. „Es scheint so, als hättet ihr ihn genährt, Herrin. Als hättet ihr Teil eurer Lebensenergie in...den...Stein transformiert.“ Plötzlich kam ihm wieder in den Sinn was Jan gesagt hatte. Über den Samen, den sie ihnen abgenommen hatte. In vielen Kulturen, auch in seiner, war der Samen Ausdruck von Lebenskraft...

Dieser Gedanke half ihm definitiv nicht, seine Angst abzubauen. Der Stein fordert einen hohen Preis von euch. Auch das bereitet mir Sorge Herrin, auch deshalb ängstigt er mich. Er sollte euch dienen und euch stärken, nicht euch auszehren.“ Er stellte damit eindeutig die Interessen des Steins und damit im indirekten Sinne auch die seines Berufes, hinter jene gegenüber ihres Wohlergehens. Ein weiterer, unbewusster Beweis seiner Treue. Amandin genoss diesbezüglich einen gewaltigen Vertrauensvorschuss von seiner Seite, denn bis auf Worte, Wärme und Sex, hatte sie ihm nüchtern betrachtet wenig stichfestes gegeben. Seine Treue kam daher, dass er die Empfindungen, die sie in ihm auslöste so stark gewichtete. Empfindungen, bei denen er sich nicht hinterfragte ob sie durch ehrlich gemeinte Mittel hervorgerufen wurden, oder letztlich doch nur durch ein trügerisches Gift, welches ihn komplett einlullte.
Er konnte ihr dieses Versprechen nicht geben, denn es würde bedeuten, dass er aufhören müsste ein Stein zu sein. Er konnte vielleicht Form, Farbe, Charakter ändern, aber Emotionen machten ihn zu dem was er war. Ein Mensch. Ein Individuum. Dazu gehörte auch die Fähigkeit, Angst zu empfinden. „Herrin...ich... bin wie der Alabaster. Ich kann unter eurer Führung gewiss härter werden, ich kann mutiger werden und an Lernwillen mangelt es mir gewiss nicht, aber wenn ich keine Angst mehr hätte...dann...wäre ich kein Mensch mehr.“

Die Worte fielen ihm schwer, denn er hatte das Gefühl sie zu enttäuschen. „Ich kann sie überwinden, aber ich werde sie vermutlich immer verspüren können.“ Vielleicht hatte er sie aber auch in seinem Perfektionismus auch falsch verstanden und es war ihr gar nie darum gegangen, dass er ein Emotionsloses wesen wurde, vielleicht hatte sie auch nur gemeint, er sollte die Angst vor diesem Phänomen ablegen, was durchaus im Rahmen des Möglichen war.

„Herrin, was spürt ihr, wenn ihr den Stein berührt? Wenn ihr in seiner Nähe seid?“ Er versuchte sie zu verstehen und gab sich nach wie vor redlich Mühe, sich als würdig zu erweisen. Doch er konnte ihr nicht Dinge versprechen, die er nicht vorhersehen konnte. Vielleicht musste aber auch Amandin ihr Meisterwerk hinterfragen. Auch sie hatte sich von Thomas schnell ein gewisses Bild gemalt, doch auch sie kannte ihn inzwischen Besser. Hatte intime und fachliche Gedanken mit ihm ausgetauscht und beide zeichneten sich dadurch aus, dass sie versuchten einander zu verstehen. Wenn Amandin Granit war, dann war Thomas Alabaster, welchen Wert würde es für Amandin haben, ihn ebenfalls in Granit umwandeln zu wollen. Das Konzept von Härte kannte sie bereits, doch Thomas gab ihr bereitwillig und vollem – vielleicht etwas naiven- Vertrauen, Einblick in das Konzept der Nachgiebigkeit. Er seufzte schliesslich und zuckte mit den Schultern. „Vielleicht mögen wir Steinmetze deshalb Bücher nicht so sehr, mit ihren festgehaltenen Geschichten, die von Anfang an auf ein vordefiniertes Ende zustreben. Wir arbeiten uns lieber voran, Schlag für Schlag und passen uns letztlich der Struktur des Steines an... und manchmal... treffen wir auf unerwartetes, Überraschendes und manchmal gibt genau das, dem Stein seinen individuellen Wert.“ Damit griff er relativ Dezent eine weitere Wichtige Äusserung von Amandin auf, die sie einige Minuten zuvor, noch während des Liebesaktes zu ihm gesagt hatte. Sie spielte ein Spiel, deren Ende ihr nicht gefiel... und Thomas unterstellte ihr unbewusst, dass sie dieses Spiel nicht nach ihrer Art führte, sondern sich einer ihm unbekannten Autorität fügte, was gänzlich ihrem Naturell widersprach.

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Re: Der geschändete Tempel

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 13. Januar 2016, 09:23

„Mitnehmen, Herrin?“
Hauchte er und rückte näher zu ihr heran. Seine Herrin legte kurz misstrauisch den Kopf schief und wartete dann aber was da kommen würde. Er musste es einfach tun... und so beugte er sich vor, entblößte vorsichtig ihren Fuß und küsste ihren Fußrücken. Kälte umfing ihn und genau davon hatte er sich vergewissern wollen. Amandin lächelte für einen Augenblick versonnen und genoss seine Wärme. Dann kniete er wieder aufrecht und legte seine mächtigen Pranken auf seine Oberschenkel ab, die Handflächen nach vorne geöffnet, so dass sie diese sehen konnte.
„Ihr habt mich gefragt, was ich fühle Herrin.“
Begann er vorsichtig und er war sich nicht sicher, ob er nun nicht sie überraschte.
„Ich...kann ihn verstehen. Wie er da liegt. Abwartend. Er kennt euch. Er vertraut euch und erwartet euren Befehl... und ja... ich spürte, wie er erstarkte, härter wurde, wärmer wurde... aber....ich fühlte noch was anderes. Ich kann es nicht erklären, aber dieser Stein sendet eine Aura aus, die mein Herz umfasst und es leicht zusammendrückt. Es beklemmt mich, in seiner Nähe zu sein.“
Er wusste selbst nicht, woher dieses Gefühl kam. Der menschliche Körper reagierte auf viele Substanzen in erster Linie einmal mit einer heftigen Abwehr, so dürfte der erste Alkoholgenuss oder die erste Pfeife bei den meisten nicht gerade den Eindruck von Hochgenuss hinterlassen haben. Dieser konnte sich erst einstellen, wenn der Körper die Substanz allmählich kannte und sich an seine Präsenz gewöhnte.
„Es scheint so, als hättet ihr ihn genährt, Herrin. Als hättet ihr Teil eurer Lebensenergie in...den...Stein transformiert.“
Amandin schmunzelte. Plötzlich kam ihm wieder in den Sinn was Jan gesagt hatte. In vielen Kulturen, auch in seiner, war der Samen Ausdruck von Lebenskraft. Dieser Gedanke half ihm definitiv nicht, seine Angst abzubauen. Die Dunkelelfe beobachtet seine Reaktionen, doch jetzt gerade war es seine zuvor geäußerte Sorge die seine Furcht wohl überlagerte und sie vor ihr verbarg.
„Der Stein fordert einen hohen Preis von euch. Auch das bereitet mir Sorge Herrin, auch deshalb ängstigt er mich. Er sollte euch dienen und euch stärken, nicht euch aus-zehren.“
Ein weiterer, unbewusster Beweis seiner Treue und Amandin genoss diesbezüglich einen gewaltigen Vertrauensvorschuss von seiner Seite, denn bis auf Worte, Wärme und Sex, hatte sie ihm nüchtern betrachtet wenig stichfestes gegeben. Genaugenommen war da doch noch etwas mehr gewesen, aber die emotionale Seite überwog in ihrer Bedeutung so sehr, das Thomas die ärztliche Behandlung, die gute Unterbringung und das bessere Essen gerade nicht als so wichtig empfand. Für ihn als Mensch war die Zuwendung die sie ihm entgegen brachte um ein vielfaches wichtiger! Ja, er vertraute ihr, doch gleichzeitig konnte er ihr das Versprechen nicht geben keine Angst zu empfinden, denn es würde bedeuten, dass er aufhören müsste ein Stein zu sein. Er konnte vielleicht Form, Farbe, Charakter ändern, aber Emotionen machten ihn zu dem was er war. Ein Mensch. Ein Individuum. Dazu gehörte auch die Fähigkeit, Angst zu empfinden.
„Herrin...ich... bin wie der Alabaster. Ich kann unter eurer Führung gewiss härter werden, ich kann mutiger werden und an Lernwillen mangelt es mir gewiss nicht, aber wenn ich keine Angst mehr hätte...dann...wäre ich kein Mensch mehr.“
Die Worte fielen ihm schwer, denn er hatte das Gefühl sie zu enttäuschen.
„Ich kann sie überwinden, aber ich werde sie vermutlich immer verspüren können.“
Vielleicht hatte er sie aber auch in seinem Perfektionismus auch falsch verstanden und es war ihr gar nie darum gegangen, dass er ein emotionsloses Wesen wurde, vielleicht hatte sie auch nur gemeint, er sollte die Angst vor diesem Phänomen ablegen, was durchaus im Rahmen des Möglichen war, denn sie lächelte noch immer zufrieden über seine Worte, was ihm Mut gab weiter zu sprechen:
„Herrin, was spürt ihr, wenn ihr den Stein berührt? Wenn ihr in seiner Nähe seid?“
Er versuchte sie zu verstehen und gab sich nach wie vor redlich Mühe, sich als würdig zu erweisen. Doch er konnte ihr nicht Dinge versprechen, die er nicht vorhersehen konnte. Amandin prüfte auch ständig den Wehrt ihres Rohdiamanten und auch sie hatte sich von Thomas schnell ein gewisses Bild gemalt, doch auch sie kannte ihn inzwischen besser.
„Vielleicht mögen wir Steinmetze deshalb Bücher nicht so sehr, mit ihren festgehaltenen Geschichten, die von Anfang an auf ein vordefiniertes Ende zustreben. Wir arbeiten uns lieber voran, Schlag für Schlag und passen uns letztlich der Struktur des Steines an... und manchmal... treffen wir auf unerwartetes, überraschendes und manchmal gibt genau das, dem Stein seinen individuellen Wert.“
Damit griff er relativ dezent eine weitere, wichtige Äußerung von Amandin auf, die sie einige Minuten zuvor, noch während des Liebesaktes zu ihm gesagt hatte. Sie spielte ein Spiel, deren Ende ihr nicht gefiel.

„Sehr interessante Denkweise und höchst vielversprechend.“
In seiner zu ihren Füßen knienden Position war sein Kopf ihrer Hand sehr nah und sie löste sie aus der Umarmung ihrer Felldecke. Lächelnd strich sie ihm eine Haarsträhne aus der Stirn und fuhr dann mit den Fingern durch sein struppiges Haar. Viellicht erinnerte sie Mercer wirklich an einen Straßenköter, aber er gefiel ihr so wie er war und das war alles worauf es im Moment ankam; zur Sicherung seiner eigenen Existenz und der seiner Familie.
„Ich werde euch … morgen oder übermorgen mein kleines Reich hier in Andunie zeigen. Vorher muss ich jedoch einige „Versprechen“ einlösen, die ich gegeben habe, also werdet ihr euch mit euren Fragen gedulden müssen. Vergesst sie also nicht und stellt sie mir dann dort noch einmal... Nur so viel...“
Sie liebkoste zärtlich seine Lippen mit ihrer kühlen Daumenspitze. Ihr Stimme war etwas leiser geworden und klang ungewöhnlich warm für eine Dunkelelfe.
„Ich liebe Steine und ich fühle Zuneigung und tiefe Verbundenheit wenn ich sie berühre...“
Das Thomas sich selbst als Stein bezeichnet hatte machte diesen Satz seltsam doppeldeutig.
„... und wenn sie mir gute Dienste erweisen, dann gebe ich ihnen etwas von mir zurück. Nichts ist umsonst in dieser Welt und alles verlangt einen Preis. Ein Kind ernährt sich gierig vom Körper der Mutter, aber gibt sie ihm deshalb weniger? Nein, sie speist seine Kraft auf das es wachsen und gedeihen möge, da es ihr Vermächtnis für die Zukunft ist. Meine Steine sind wie meine Kinder. Sie sollen noch in fernen Zeiten von meinem Wirken berichten und mich unsterblich machen. Ihr Meister Mercer, seid mein Werkzeug der dem Stein seine edle Form geben soll. Wenn ich mich also als Mutter dieses Tempels bezeichne, dann seht in euch den Vater … und in vielen von euren Männern die euch helfen dieses Werk zu vollbringen. Unsere Elternschaft kann die Geschichte ändern und uns unsterblich machen. Das ist es doch was Stein ausmacht … seine Ewigkeit.“
Sie lächelte versonnen und etwas glitzerte hintergründig in ihren Augen. Ihre Worte hatten etwas wahrhaftiges und wahres. Sie zeugten von einem großen Erfahrungsschatz und einem Hang zur Poesie, was vermuten ließ, dass in diesem fast jugendlich anmutenden Körper eine alte Seele steckte. Wie alt Amandin wohl in Menschenjahren war?
Sie hatte nicht aufgehört sein Haupt zu streicheln und diese Liebkosung war mehr als er jemals von einem seiner vergangenen Herren erhalten hatte. Sie war eine ungewöhnlich geduldige Frau und außergewöhnlich zärtlich zu ihren Sklaven. Oder war sie es nur zu ihm? Thomas wusste es nicht, aber war es auch wichtig? Gab sie ihm nicht das wonach er dürstete?
„Ihr habt eure Sache heute gut gemacht. Nehmt euch den Spitzenblock und zeichnet was ihr gelernt habt. Versucht euren Phantasien eine Form zu geben, etwas sichtbares und lasst euch nicht von eurer Moral oder Furcht beschränken. Überwindet eure Ängste und lasst eure Leidenschaft fließen, wenn ihr könnt. Eure Kunstfertigkeit wird euch den Weg zeigen und euch wachsen lassen. Ich freue mich auf euch und werde euch wieder zu mir rufen, aber jetzt brauche ich etwas Ruhe.“
Ihre zweite Hand tauchte unter dem Fell auf und dann nahm sie sein Gesicht in beide Hände. Thomas Unterbewusstsein registrierte, dass die Konditionierung auf ihren Duft wieder verstärkt wurde, doch sein wacher Verstand nahm nur ihre süßen, nach Feige schmeckenden Lippen auf seinen wahr. Sie saugte ihn regelrecht aus und zog zum Abschluss seine Unterlippe zwischen ihre Zähne. Der leichte Druck war nicht schmerzhaft, aber konnte glühendes Verlangen wecken. Diese Frau konnte mit allein mit ihrem Mund Dinge mit ihm anstellen... köstlich!
Auch in ihren Augen loderte schon wieder diese unersättliche Leidenschaft und schien sie wieder etwas erwärmt zu haben, als sie von ihm abließ und sich langsam erhob. In ihre Decke gehüllt ging sie zu dem Vorhang der das Vorzelt von den verborgenen Bereichen trennte und lächelte ihn noch einmal kurz an. Dann war Thomas allein - allein und ohne eine klare Anweisungen was er jetzt tun sollte. Sollte er gehen und seinen Männern und Freunden helfen? Sollte er hier bleiben und hier vor Ort Zeichnungen üben? Oder ...sollte er ihr vielleicht folgen?
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Re: Der geschändete Tempel

Beitrag von Thomas Mercer » Donnerstag 14. Januar 2016, 00:29

Auch Amandin war nicht naiv und begegnete Thomas noch immer mit einer gewissen Vorsicht. Dies zumindest liess sich aus ihrem misstrauischen Blick schliessen, als der Sklave so unerwartet und ohne Aufforderung näher zu ihr heranrückte. Die Dunkelelfe war sich sicherlich bewusst, dass Vertrauen zwar durchaus ein grosser Gewinn sein konnte, sie aber auch verletzlicher machte. Welcher der Arbeiter könnte ihr momentan sonst so nahe kommen? Für einen Moment fragte er sich wieder, was sie wohl mit Meister Sima besprochen hatte. Er konnte sich eine Unterhaltung zwischen den beiden nur schwer vorstellen. Beide wussten voneinander, dass sie hohes Konfliktpotenzial mit sich brachten und beide schienen bemüht zu sein, sich möglichst nicht aneinander zu reiben... zumindest hoffte Thomas in einem kurzen, eifersüchtigen und besitzergreifenden Moment, dass zwischen den Beiden keinerlei „Reibung“ stattfand. Er küsste ihren Fussrücken und die Kälte auf seinen Lippen beunruhigte ihn. Schliesslich schüttete er ihr sein Herz aus und erzählte ihr von seinen Eindrücken. Gebannt erwartete er ihr Urteil und atmete erleichtert aus als sie seine Gedankengänge als interessant und vielversprechend bezeichnete.

Er legte seinen Kopf in den Nacken, als sie ihn berührte und seine Haut mit ihren Liebkosungen ehrte. Er genoss es sichtlich, wie sie ihn streichelte. Leider hatte sie ihn darüber im Dunkeln gelassen, wie ihre Kultur das Eherecht zum Ausdruck brachte. Die Tatsache, dass Harker ein Mensch war, beunruhigte ihn diesbezüglich etwas. Allerdings vertraute er auch darauf, dass Amandin schon wusste was sie tat und irgendwelche Eifersüchteleien von Seiten des gehörnten verlobten nicht tolerieren würde... hatte sie in dieser Beziehung überhaupt die Vorderhand? War Harker ein freier Mann, oder letztlich doch nur...ein Sklave? Gab es überhaupt noch freie Menschen? Thomas wusste es nicht. Er selbst war seit seiner Versklavung nur noch Schicksalsgenossen begegnet und letztlich hatte die harte Arbeit in Pelgar nur wenig Zeit und Energie für irgendwelche philosophischen Gedankengänge übrig gelassen. Auch das gewährte Amandin ihren Sklaven. Die Arbeit war zwar hart und schweisstreibend, brachte die Männer aber nicht restlos an ihre Belastungsgrenzen. Ausserdem gab es ordentliche Ruhezeiten und gute Nahrung. Ein ausgeruhtes und gesättigtes Gehirn konnte sich den Luxus wieder leisten über Gott und die Welt nachzudenken... Thomas Gedanken waren diesbezüglich äusserst loyal gegenüber seiner Herrin, doch ob dies bei allen Männern so war?

„Ich werde euch … morgen oder übermorgen mein kleines Reich hier in Andunie zeigen. Vorher muss ich jedoch einige „Versprechen“ einlösen, die ich gegeben habe, also werdet ihr euch mit euren Fragen gedulden müssen.“ Thomas Augen leuchteten. Er konnte sich keinen besseren Ort innerhalb der Herrschaftsgewalt der Dunkelelfen für Louisa vorstellen, als unter der Obhut von Amandin zu sein. Bei Lysanthor und bei allen Göttern im Himmel...und unter der Erde...möge sie noch immer unberührt und frei von grosser Gewalteinwirkung sein.“ Bat er in Gedanken und es war das erste Mal, wo er nicht ausschliesslich Lysanthor ansprach. Er hatte Faldor nicht namentlich genannt, aber ihn auch nicht ausgeschlossen, sondern ihn unter den „übrigen“ Göttern in seine Gebete eingeschleust, als könnte er Lysanthor damit etwas vormachen...

Vergesst sie also nicht und stellt sie mir dann dort noch einmal... Nur so viel...“ Er hielt ihrem Blick stand und erwiderte ihre Liebkosungen mit sanften küssen auf ihre Daumenspitze. „Ich liebe Steine und ich fühle Zuneigung und tiefe Verbundenheit wenn ich sie berühre...“ Nun funkelten seine wunderbaren blauen Augen nur für sie. Er lächelte und es war offensichtlich, dass sich seine geschundene Seele im Moment förmlich in all der Liebe und Zuneigung suhlte, mit der sie ihn überschüttete.
„... und wenn sie mir gute Dienste erweisen, dann gebe ich ihnen etwas von mir zurück.“ Er nickte und freute sich bereits darauf zu sehen, welche Belohnung wohl Meister Sima, Rasmussen und Grimm zuteil werden würden und den Männern allgemein, denn er hatte ihre Dienste und besonders die der Meister löblich hervorgehoben und sich nicht mit fremden Loorbeeren geschmückt, insbesondere was die Idee der Kuppel betraf.
Nichts ist umsonst in dieser Welt und alles verlangt einen Preis. Da waren sie sich einig, doch sie beide wussten auch, dass ein Sklave eine ziemlich bescheidene Verhandlungsposition hatte und auf die Gunst und das Entgegenkommen der Herrschaft zwingend angewiesen war.

Ein Kind ernährt sich gierig vom Körper der Mutter, aber gibt sie ihm deshalb weniger?“ Thomas erinnerte sich daran, wie sich Beth jeweils beschwert hatte, dass Louisa sie förmlich aussaugte und dies obwohl sie doch ein Mädchen war! Milchgier war unter Pelgarern eher eine Eigenschaft die man Knaben nachsagte. Natürlich hatte auch Beth nie weniger gegeben. Aber er hatte auch andere Bilder gesehen, in Pelgar waren die Frauen so schlecht behandelt worden, dass ihnen nicht selten aus lauter Unterernährung die Milch ausgeblieben war, um ihr Kinder zu ernähren. Diese waren dann in grosser Zahl in der Folge verhungert. Thomas fragte sich, ob die Zustände in Pelgar und in Andunie allgemein noch immer so schlimm waren, oder ob dies eher eine Phase des Terrors gewesen war, die nun mit der Zeit einem durchstrukturierten Alltag gewichen war. Thomas konnte nicht einschätzen, ob Amandins Gutmütigkeit und Sklavenhaltung eine Oase des Lichts, inmitten von Schrecken war, oder ob sich diese Haltung allmählich in vielen Haushalten durchgesetzt hatte, weil man schlicht erkannt hatte, dass die Produktivität von gut gehaltenen Sklaven um ein Vielfaches besser war.

“Nein, sie speist seine Kraft auf das es wachsen und gedeihen möge, da es ihr Vermächtnis für die Zukunft ist.“ „Ja.“ Hauchte der Sklave und man hörte ins einer Stimme, dass hier der Vater aus ihm sprach. Umso schlimmer, wenn man das eigene Kind aus den Augen verlor und in der Gewalt des Feindes wusste. So viel Ohnmacht, so viel Hilflosigkeit löste diese Gewissheit aus, die unbeschreiblich war und im letzten Jahr stets an seiner Seele genagt hatte.
“Meine Steine sind wie meine Kinder. Sie sollen noch in fernen Zeiten von meinem Wirken berichten und mich unsterblich machen.“ Der Steinmetz nickte. Unsterblichkeit war mitunter stets ein treibendes Motiv beim Bau von Monumenten. In manchen Städten, wie Beispielsweisen in gewissen Vierteln von Grandessa, war dieser Unsterblichkeitstrieb derart ausgeprägt, dass die vermögenden Leuten Statuen von sich im Überfluss produzieren liessen. Jeder wollte sich und seine vermeintlichen Errungenschaften und Heldentaten in Stein gemeisselt sehen, so dass die Strassenzüge und Gärten mit der Zeit mit Statuen förmlich vollgepflastert wurden und der Einzelne Stifter schliesslich im allgemeinen Gewirr unterging. Dies hatte soweit geführt, dass der König irgendwann vor einigen Jahrzehnten ein Edikt erliess, dass fortan keine Statue mehr ohne die ausdrückliche Erlaubnis der königlichen Verwaltung mehr auf öffentlichem Grund platziert werden durfte. Die meisten Wohlhabenden in Grandessa begnügten sich seither, ihre Privatvillen mit wahren Galerien bestehend aus kostbaren Büsten ihrer Ahnen zu schmücken.

“Ihr Meister Mercer, seid mein Werkzeug der dem Stein seine edle Form geben soll. Wenn ich mich also als Mutter dieses Tempels bezeichne, dann seht in euch den Vater … und in vielen von euren Männern die euch helfen dieses Werk zu vollbringen.“ Er rechnete es ihr hoch an, dass sie durchaus begriff und auch betonte, dass Thomas dieses Kunstwerk nicht alleine würde vollbringen können und jeder einzelne Arbeit dadurch seinen Wert besass und an diesem Wunder teilhaben würde. Vater des Tempels Der Steinmetz richtete seinen Oberkörper etwas auf, wirkte Stolz. Ja, ihm gefiel diese Bezeichnung... und natürlich gefiel ihm auch die Beziehung in welche die Beiden plötzlich zueinander traten..so als Vater und Mutter desselben Kindes... Damit waren sie ebenbürtige Partner, die beide ihren Teil an die Erziehung und Aufzucht ihres „Kindes“ leisten würden.

Unsere Elternschaft kann die Geschichte ändern und uns unsterblich machen. Das ist es doch was Stein ausmacht … seine Ewigkeit.“ Er nickte, völlig fasziniert und begeistert von diesem Gedankengang. Er fühlte sich durch ihre Worte so berührt und beschwingt, dass er sie am liebsten auf der Stelle angesprungen, geküsst und heftig geliebt hätte... doch dies durfte er nicht. Aber sein Blick, seine Atmung, sein Geruch, seine Körperspannung all diese Zeichen, auf welche Amandin so sensibel achtete, verrieten seine Gedanken. Er hätte nie gedacht, dass eine Dunkelelfin derart viel Poesie im Herzen tragen konnte. Sie war wirklich ein wundersames Wesen und immer mehr wollte er wissen, wie sie zu dieser Person geworden war. Thomas kannte die Dunkelelfen nur aus der Perspektive Pelgars und die fiel vernichtend aus: Die Dunkelelfen waren ein brutales, hasserfülltes und kaltes Volk, dass in Gewalt- und Sexorgien seine Befriedigung fand, sich gegenüber fremden stets expansiv und unterdrückend verhielt, jedoch zugegebenermassen lernfähig war und über eine hochentwickelte, wenn auch archaische Kultur verfügte. Härte zeigte man dabei nicht nur gegenüber Anderen, sondern auch innerhalb der eigenen Gesellschaft. Amandin erfüllte sicherlich die meisten dieser Punkte... aber sie war noch so viel mehr... und er fragte sich, welche Ereignisse in ihrer Biographie sie dazu gebracht hatten, dieses „mehr“ für sich zu erschliessen und zu verinnerlichen. Thomas war sich bewusst, dass ihre persönliche Lebensgeschichte möglicherweise mehrere Jahrzehnte, wenn nicht gar Jahrhunderte zurückreichen konnte. Einige Stammgäste in seiner Lieblingskneipe hatten sogar behauptet, dass Dunkelelfen 1200 Jahre alt werden konnten, wenn sie nur genügend Menschenblut tranken...doch Thomas war sich bewusst, dass Kneipenbesucher meist ziemlich unzuverlässige Quellen darstellten. Wie alt mochte sie wohl sein? War sie unter den Dunkelelfen eine junge, aufstrebende und selbstbewusste Frau, oder doch schon eine reife Dame, mit gesetzter Position und einem hohen Grad an Würde? Vielleicht war sie sogar eine Greisin, auch wenn er sich dies nur schwer vorstellen konnte. Alterten ihre Körper denn gar nicht? Würde sie immer so wunderschön bleiben? Schmerzlich wurde er sich diesbezüglich seiner eigenen Sterblichkeit bewusst. In ihrem Leben würde Thomas nur ein relativ kurzer Abschnitt darstellen, eine abenteuerliche Episode vielleicht... doch letztlich würde vermutlich die Erinnerung an seine Person irgendwann verblassen. Was hatte sich Thomas nur für Illusionen gemacht? Er würde vermutlich einer von sehr vielen Sklaven sein, der ihre Gunst würde geniessen dürfen... Er schluckte leer und merkte WIE unerfahren er ihr gegenüber vermutlich im Bett war... Nein... mit einer Dunkelelfin konnte sich vermutlich kein Mensch Messen, nicht einmal der berüchtigte und schändliche Frauenheld und Verdammte Luthrokar, der irgendwo in Celcia sein Unwesen trieb.
„Ihr habt eure Sache heute gut gemacht.“ Wieder schien es so, als wäre Thomas nochmals ein paar Milimeter gewachsen. Lob richtete ihn förmlich auf und er strahlte ihr glücklich und zufrieden entgegen.

“Nehmt euch den Spitzenblock und zeichnet was ihr gelernt habt. Versucht euren Phantasien eine Form zu geben, etwas sichtbares und lasst euch nicht von eurer Moral oder Furcht beschränken. Überwindet eure Ängste und lasst eure Leidenschaft fließen, wenn ihr könnt. Eure Kunstfertigkeit wird euch den Weg zeigen und euch wachsen lassen. Ich freue mich auf euch und werde euch wieder zu mir rufen, aber jetzt brauche ich etwas Ruhe.“ Er nickte und atmete tief ein, als sie abermals seine Wange berührte. Ihr Duft strömte in seinen Körper und verankerte sich tief in seinem Unterbewusstsein, ehe sie seinen Atem raubte, indem sie ihn sanft und innig küsste. Er erwiderte, doch er zügelte sich und zwang sich, nicht gleich wieder gänzlich in purer Leidenschaft aufzugehen, denn er wusste, dass er sie sonst würde aushalten müssen. „Ja Herrin, danke...Herrin.“ Hauchte er und wartete brav kniend, bis sie sich in den hinteren Teil des Zeltes zurückgezogen hatte. Auch wenn er ihr am liebsten gefolgt wäre und ihren Körper gerne durch Reibung aufgewärmt hätte, respektierte er selbstverständlich ihren Befehl und überliess sie ihrer Ruhe. Er erhob sich und ging zu dem Stuhl, wo er seine Kleidung abgelegt hatte. Als er die grobe Tunika dort liegen sah wurde er sich wieder seiner Nacktheit bewusst, die er in der Zwischenzeit tatsächlich völlig vergessen hatte... Vorsichtig griff seine riesige Pranke nach dem kleinen Steintalisman. Er betrachtete ihn sich und lächelte. Louisa würde zu ihnen stossen und hoffentlich in Beths Obhut gelangen. Er küsste das kleine Steinmetzzeichen und hängte es sich um den Hals, ehe er sich wieder anzog. Er spürte sofort eine unangenehme Präsenz in seinem Rücken und so drehte er sich reflexartig um. Sein Blick fiel auf den Alabaster, der immer noch auf dem Tisch lag. Er musterte den Stein skeptisch. Langsam trat er näher. Wieder berührte er ihn, fühlte den Abdruck, den sie hinterlassen hatten darauf nach und liess schliesslich seine Fingerkuppen über die schwarzen Äderchen kreisen. Eigentlich hätte Thomas vorgehabt raus zu gehen und sich um Amandins angeforderten Phallus zu kümmern...doch der Stein zog ihn in seinen Bann. (Vielleicht liess er sich auch vom Stein ablenken, weil ihm nicht ganz wohl bei dem Gedanken war, unter den Augen seiner Männer sein Geschlechtsteil in Stein zu hauen, immerhin war er nach wie vor Pelgarer.) Seine Scham war wirklich ein nicht zu unterschätzender, hemmender Faktor. Er zog den Stuhl an den Tisch, nahm sein Zeichenbuch und begann den Alabaster zu zeichnen. Er stellte eine exakte figürliche Zeichnung her und beschrieb die Eigenschaften der Weissen und Schwarzen Anteile...er wollte diese Beobachtung unbedingt mit Meister Rasmussen und Sima besprechen. Er vertiefte sich gänzlich in die Zeichnung und irgendwann begann er grobe Skizzen einer Frauenstatue zu malen: Er zeichnete sie nackt, aufrechtstehend mit einer würdevollen und eleganten Ausstrahlung, sie hatte den Mund leicht geöffnet und sog sinnlich an einem ihrer Finger, als würde sie vor Erregung beinahe zergehen. Thomas hatte ein ziemliches Talent darin, Ausdrücke und Emotionenmit wenigen Strichen auf das Papier zu bringen.

Er kombinierte diese erotischen Anteile mit dem traditionellen Gewand einer lysanthorpriesterin, die ihr Haupt zum Gebet mit einem Tuch verhüllte und ihr etwas sittliches, priesterliches, ja beinahe schon göttliches verlieh. Ihr Blick galt einer Horde von Sklaven, Wargen und Dunkelelfen, die wie ein Rudel neben ihr Knieten und um ihre Aufmerksamkeit buhlten. Diese boten ihr einen weissen Stein dar, den sie einzig mit der Fingerkuppe ihres Mittelfingers berührte... und von dort aus breitete sich Schwärze aus. Thomas war gänzlich in seine Arbeit vertieft, so dass er Zeit und Raum um sich herum vergass und nicht mehr darauf achtete, was um ihn herum passierte, ja nicht einmal auf seinen eigenen Körper achtete er mehr. Er spürte weder Hunger noch Durst, ja nicht einmal Bange und Aufregung, ob der Kauf von Louisa auch wirklich gelingen möge... für ihn zählte im Moment nur das, was er vor seinem geistigen Auge sah. Auch Kreativität forderte seinen Preis, einen Preis den Beth irgendwann gelernt hatte zu akzeptieren. Wenn Thomas diesen Blick hatte, dann hatte sie jeweils gewusst, dass er ihr manchmal für Stunden nicht mehr wirklich zuhörte. Ein Verhalten, für welches er sich oft genug geschämt und entschuldigt hatte, dass er aber nicht ablegen konnte, weil er sonst nicht sein konnte was er war... ein Meister.

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