Im Herzen Neldoreths

Der Wald liegt südwestlich und erstreckt sich weit in den Osten. Die Zwillingsflüsse Euwin und Auwin schenken dem Wald das Leben. Der Turm der Weisheit und die Ruinen Kosrals verbergen sich in ihm. Angeblich haben die Elfen dort ein Dorf errichtet.
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Gestalt » Mittwoch 4. Januar 2017, 20:59

Ab und an schweifte Marukas Blick herauf zur Klippe und sondierte die Waldlinie. Dieser war noch nicht gänzlich zur Ruhe gekommen und immer wieder wurde Blattwerk durch unsichtbare Passanten in Aufruhr gebracht. Ob es sich allerdings um Tiere oder Humanoide handelte, verbarg das Dickicht. Sie erhaschte kurz einen Blick auf etwas, dass ein menschenähnlicher Umriss hätte sein können, aber da lenkte der Mann an ihrer Seite sie wieder ab.
Der Moschusgeruch hatte tatsächlich wieder deutlich zugenommen und erreichte grenzte fast an Geruchs-Belästigung. Bisher war ihr noch kein Wesen untergekommen, dass so schnell seine Note ohne passende äußere Einflüsse änderte. Natürlich war es ihr bekannt, dass Erregung (jedweder Form) und Krankheit Gerüche veränderten aber Enveri schien nicht derart aufgebracht, auch wenn sein Blick etwas Bohrendes hatte.

Die Hybridin bemerkte, dass er sie schon wieder anstarrte und überlegte wo sie den Faden ihres Gesprächs verloren hatte. Sie hatte zu lange nichts gesagt und rieb sich jetzt verlegen die Wange.
„Äh... Nein, eigentlich nicht. Meine Mutter war die Tänzerin. Ich hab nur ein paar Schritte von ihr gelernt, aber es war nicht so richtig mein Ding. Ich wollte lieber Jagen, so wie die Männer, wie Vater... Aber sie sagte, ich hätte viel Gefühl für... Leidenschaft ...also für Bewegungen. Sie hat einmal gesagt: Da wo Worte nicht mehr ausreichen um Gefühle zu beschreiben, da muss Musik her und wo Musik nicht ausreicht um Gefühl zu beschreiben, da muss Tanz her.“
Maruka lächelte stolz, ob dieser Erinnerung und betrachtete versonnen den Wasserfall.


„Deine Mutter ist eine Frau reich an Einsicht.“
Versicherte Enveri.

„Deshalb auch ihr Name... Eona Sternentanz. Mein Vater meinte immer, sie würde heller stahlen als die Sterne, wenn sie tanzte, aber er war ja verliebt und da sagen Männer komische Sachen...das sagte sie jedenfalls immer.“
Maruka kicherte leise, grinste schief die Klippe über ihnen an und fuhr fort zu erzählen.
„Meine Mutter war die Tänzerin, ich ihr unwilliges wildes Kind. Ich hab nur ein paar Mal auf kleineren Festen getanzt. Am Lagerfeuer mit Freunden, wo die Jungs mit ihren Jagdtrophäen angaben. Ich hab da niemanden beeindruckt...“


„Vielleicht bist du einfach gewachsen, seit du das letzte mal getanzt hast. Das eben … es war wirklich als hättest du mir einen Blick in deine Seele erlaubt.“
Stellte der Waldelf mit Erstaunen in der Stimme fest.

Ihre Ohren sackten ein kleines Stück an den Seiten herab, ohne dass sie es merkte. Die Gedanken an ihre erste unerwiderte Liebe waren immernoch schmerzhaft, aber auch sie gehörten zu ihr. Die Traurigkeit über Verlorenes sollte sie nicht mehr beherrschen. Sie konnte sie zulassen, aber nur wenn Sie es wollte. Sie schüttelte sich leicht, blinzelte und drehte sich wieder zu Enveri.

Dieser Beobachtete sie Mitfühlend, auch wenn er etwas abgelenkt schien. Auch sein Blick fiel immer wieder zur Klippe und seine Hände hatte er schließlich ineinander verschränkt. Anspannung ließ ihn äußerst gerade sitzen und fast schien es, als wäre er längst aufgesprungen, hätte er die Beine nicht im Schneidersitz verankert.
Seine Körpersprache und seine Worte lagen in seltsamen wiederstreit zueinander.

Er ist hier. Er hört mir zu. Ich glaube, er mag mich... Er ist die Gegenwart. Apropo Gegenwart... Was hatte er da gesagt?...Ach ja.
„Was sind denn Tänzer Shyréas? Sind die gut? Kann ich die mir auch mal ansehen?“
Sie drückte ihren Oberschenkel ein paar Mal kurz, aber mit Nachdruck gegen seinen, damit er die Aufforderung auch wirklich verstand, dass er jetzt mal was von sich erzählen sollte.
Der körperlicher Kontakt war schon immer ein wichtiger Teil ihres Lebens gewesen, aber seit sie sich verändert hatte, war er noch viel wichtiger geworden. Er war wie eine eigene Sprache.


Eine Sprache, die auch Enveris Körper sprach, wie Maruka bereits festgestellt hatte, auch wenn es sich der Waldelf vermutlich nicht oft erlaubte. Jetzt jedoch schien diese Seite von ihm Taub zu sein. Nur das Streichen von Marukas Schwanz, als sie ihn zurück zu sich zog, ließ ihn leicht zucken, so als hätte ihn die Berührung gekitzelt. Mit dem beruhigenden putzen ihres Schwanzes beschäftigt lehnte sie sich wieder an Enveri, der zugegeben auch schon einmal anschmiegsamer gewesen war. Aber auch hier verfehlte ihre, nun langsam unbestreitbare, Wirkung auf ihn nicht ihr Ziel. Nach einigen Momenten entspannte er sich etwas und legte den Arm um sie und hüllte sie in einen Mantel aus Moschus, Wald und Mann.
Er lehnte seinen Kopf an ihren und sog tief die Luft ein.
„Ich befürchte nicht. Shyréa, zusammen mit seine Bewohnern, ist verloren. Was bleibt sind verblasste Erinnerungen. Aber ich bin mir sicher, würdest du nach Shyána Nelle Reisen, hätten sie dort ebenso gute Tänzer. Aber ich könnte dich nicht begleiten und deine Gesellschaft würde mir sehr fehlen.“
Enveri klang müde und traurig, als er ihre Frage beantwortete.
Maruka hob den Blick von der ausführlichen Reinigung ihres Schweifs, den die Geister ganz schön in Unordnung gebracht hatten, um den Waldelf an zu sehen. Dabei erregte eine Bewegung am Klippenrand ihre Aufmerksamkeit. Die Hybridin sah wie ein Mann kurz zwischen einigen Büschen in Sicht kam und verärgert die Leere vor seinen Füßen betrachtete und dann, ohne sie zu entdecken, wieder zurück in den Wald ging.
Dem Waldelf war dies offensichtlich entgangen.
„Aber … Maruka … wenn du doch gehen wolltest … würdest du mir etwas versprechen?“
Er löste den Arm von ihr und drehte sich so zu ihr, dass er ihr ins Gesicht blicken konnte.
„Erzähle niemandem von mir, oder dem, was ich dir erzählt habe - oder von dem Wächter. Dieser Ort und wir … wir müssen ein Geheimnis bleiben, vor allem vor den Waldelfen! Ich würde dich nicht darum bitten, wenn es nicht wichtig wäre.“
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Maruka » Donnerstag 5. Januar 2017, 09:13

Mit dem beruhigenden Putzen ihres Schwanzes beschäftigt lehnte sie sich wieder an Enveri, der zugegeben auch schon einmal anschmiegsamer gewesen war. Aber auch hier verfehlte ihre, nun langsam unbestreitbare, Wirkung auf ihn nicht ihr Ziel. Nach einigen Momenten entspannte er sich etwas und legte den Arm um sie und hüllte sie in einen Mantel aus Moschus, Wald und Mann. Ohne in ihrer Tätigkeit des Putzen inne zu halten, wandte sie ihm leicht den Kopf zu und erwischte ein paar mal kurz seine Schulter und den Stoff darüber mit ihrer rosa Zunge. Er lehnte seinen Kopf an ihren und sog tief die Luft ein, während ihr inneres Poltern wieder Fahrt auf nahm. Schnurrend lag sie in seinem Arm und genoss jeden Moment.
„Ich befürchte nicht. Shyréa, zusammen mit seine Bewohnern, ist verloren. Was bleibt sind verblasste Erinnerungen. Aber ich bin mir sicher, würdest du nach Shyána Nelle Reisen, hätten sie dort ebenso gute Tänzer. Aber ich könnte dich nicht begleiten und deine Gesellschaft würde mir sehr fehlen.“
Ich würde ihm fehlen?...
Maruka hob den Blick von der ausführlichen Reinigung ihres Schweifs, den die Geister ganz schön in Unordnung gebracht hatten, um den Waldelf an zu sehen. Dabei erregte eine Bewegung am Klippenrand ihre Aufmerksamkeit. Die Hybridin sah wie ein Mann kurz zwischen einigen Büschen in Sicht kam. Sofort spannten sich ihr Körper. Das Schnurren erstarb in ihrer Brust.
Achtung! So nahe sind sie schon?
Er betrachtete verärgert die Leere vor seinen Füßen und dann, ohne sie zu entdecken, ging er wieder zurück in den Wald. Enveri war dies offensichtlich entgangen.
„Aber … Maruka … wenn du doch gehen wolltest … würdest du mir etwas versprechen?“
Er löste den Arm von ihr und drehte sich so zu ihr, dass er ihr ins Gesicht blicken konnte. Die Berührung seiner Handflächen in ihrem Gesicht jagte einen kleinen Schauer ihren Rücken hinunter.
„Erzähle niemandem von mir, oder dem, was ich dir erzählt habe - oder von dem Wächter...“
Meint er mit Wächter den Panther?
„...Dieser Ort und wir … „
Wir... „Wir“ bedeutet er und ich oder er und der Wächter oder wir alle? Himmel ich kann nicht klar denken, wenn er so nah ist...
„wir müssen ein Geheimnis bleiben, vor allem vor den Waldelfen! Ich würde dich nicht darum bitten, wenn es nicht wichtig wäre.“
Was? … Warum?
Maruka blinzelte ein paar Mal schnell und ihr Verstand schlug noch ein paar schnelle Kapriolen.
Wir? Wächter? Dieser Ort, ein Geheimnis? Vor allem die Waldelfen...aber er ist doch selbst einer – oder?
„Ähm... Also eigentlich hast du mir gar nicht viel erzählt … oder? Und ich möchte nicht weg gehen. Also nicht in nächster Zeit... aber ...Enveri, da war eben ein Mann oben am Klippenrand!“
Sie zeigte in die Richtung wo sie ihn gesehen hatte.
„Er hat herunter geschaut und ist wieder gegangen. Ich glaube, er hat uns nicht gesehen. Soll ich ihm folgen und mal sehen was die da oben treiben? Es könnten mehrere sein...“
Die Neugierde zog sie schon in Gedanken die Klippe hinauf, aber sie war auch vorsichtig und Enveri fürchtete seine Entdeckung, warum auch immer. Sie würde ihn bestimmt nicht verraten und diesen Ort zu beschützen, lag nun auch ihr am Herzen. Schließlich war es ihr neues Zuhause, auch wenn sie es noch nicht so gut kannte. Wenn Enveri einverstanden wäre, würde sie sich lautlos auf den Weg machen. Und sie würde sich so vorsichtig bewegen, als müsste sich sich an den Panther anschleichen!
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 5. Januar 2017, 21:20

Erleichterung bereitete sich auf Enveris Gesicht aus, als Maruka ihm mitteilte, dass ihn so schnell nicht verlassen würde. Allerdings war er genauso Alarmiert, wie sie, als sie ihm von dem Eindringling erzählte. Er seufzte und sah zu Boden.
„… Wenn du das tun würdest …“
Er hob den Blick wieder:
„Aber sei Vorsichtig! Gerate nicht in die Quere des Panthers … und auch nicht in die der Person dort, wenn du dir nicht sicher bist, dass dieser nur Versehentlich hierherkam!“
Mahnte er sie Kryptisch.
„Geh diesen Pfad entlang, dort gibt es einen Weg, der dich hinauf zur Klippe führt.“
Der Waldelf deutete in eine Richtung und Tatsächlich sah Maruka die Andeutung eines Pfades, der entlang der Klippe führte. Aus dieser Richtung war Enveri gekommen, als sie einander das erste Mal getroffen hatten.

Nun, da nichts mehr zwischen ihr und ihrer Neugierde stand, lief sie los. Auf ihr Geschick und ihre Samtpfoten bedacht eilte sie durch alle ihr verfügbaren Schatten und fand schnell den schmalen Pfad, der sich die Klippe hinauf schlängelte. Diese war hier verhältnismäßig schmal aber es war noch immer eine gehörige Kletterpartie. Es dauerte geschlagene Zehn Minuten hinauf zu klettern und als sie schließlich oben ankam, atmete sie schwer. Ihre Agilität und ihre Krallen hatten ihr einige Abkürzungen über Wurzelwerk ermöglicht, die den Aufstieg sicher um Fünf Minuten verkürzt hatten aber nun schmerzten ihre Muskeln in Armen, Beinen und Händen.
Noch vor einiger Zeit hätte sie vermutlich schon bei der Hälfte schlappgemacht, aber der Trank und die gute Mütze voll Schlaf zusammen mit ihrem leckeren Fischmahl hielten sie bei Kräften. Nun vorsichtiger begann sie, nach der Fährte des Menschen zu suchen.

Ihr Weg führte sie zurück zu der Stelle, an der sie den Mann gesehen hatte. Das Gelände war unwegsam und ständig musste sie sich durch Dickicht winden, aber solange sie eine Spur am Boden suchte, blieb ihr der Weg durch die Bäume verwehrt. Zudem wurde der Dschungel langsam wieder etwas lauter, so dass sie einen möglichen Beobachter schwerer wahrnehmen würde. Alles in allem keine Günstigen Umstände, aber sie lernte gerade, dass sie sich auf ihre Fähigkeiten und Instinkte verlassen konnte und so Schritt sie weiter voran.

Die Spur des Mannes war schließlich leicht gefunden. Offenbar hatte er an einigen Stellen beschlossen, sich nicht durch Dickicht hindurch zu drängen, sondern sich den Weg frei zu schlagen und so war es ein leichtes der Fährte zu folgen. Nun, da sie dem Objekt ihres Interesses nähergekommen war, griff sie zu weiteren Vorsichtsmaßnahmen und erklomm einen Baum. Sie konnte über die Äste der nahe beieinander stehenden Urwaldriesen Klettern und noch immer leicht der Spur aus zerhacktem Gehölz folgen, vor allem auch, weil es nur eine Bresche gab. Die Sprünge zwischen den Ästen waren nicht immer einfach und bargen das Risiko eines Sturzes aus luftiger Höhe, aber sie verspürte lediglich ein aufgeregtes Kitzeln in der Magengegend. Es schien, als wäre ihr Körper wie für diesen Ort gemacht!

Diesmal kam ihr der Krach ihrer Umgebung zugute denn sie war nicht das einzige Wesen, dass mal einen Ast zum Knacken oder das Blattwerk zum rascheln brachte. Und mit der Übung wurde sie schneller und Geschickter und fast packte sie der Übermut. So wäre sie beinahe weiter geklettert, hätte sie nicht ein Gesprächsfetzen innehalten lassen.
„… noch nicht zurück. Das Lager liegt etwa eine Stunde weiter Nördlich. Hast du etwas gefunden?“
Stellte eine weibliche Stimme etwas genervt fest.
Ein Blick aus der Höhe zeigte Maruka zwei Personen, die schräg unter ihr standen. Eine schlanke Frau mit blau schwarzem Haar, dass sie zu einem langen Zopf geflochten hatte und Lederkleidung stand mit verschränkten Armen vor einem jungen hoch gewachsenen Mann. Sein ursprünglich weißes Hemd war schweißdurchtränkt und enthüllte einen äußerst muskulösen Oberkörper. Er trug eine dunkle Hose und kniehohe Stiefel und in seiner Hand lag locker eine Machete. Ein Gurt über der Schulter hielt ein Schwert und er hatte einen Gürtel voller prall gefüllter Gürteltaschen. Sein Haar hatte den Ton reifen Weizens und fiel ihm zusammen gebunden bis knapp zu den Schulterblättern.

„Da ist eine Klippe in dieser Richtung und ein gutes Stück Lichtung. Ein seltsamer Ort, aber nicht das, was wir suchen. Aber vielleicht ist es ja doch einen Blick wert.“
Die Frau schüttelte ablehnend den Kopf.
„Nicht, wenn wir nur zu zweit sind. Es war leichtsinnig genug, sich zu trennen. Es könnte durchaus sein, dass wir schon zu nahe sind. Und ab dann werden wir nur Gemeinsam überleben können.“
Sie seufzte entnervt.
„Wenn ihr zwei Euch nicht in jeder freien Minute, die ihr miteinander verbringt, die Köpfe einschlagen würdet, ich hätte Euch das hier auch nicht erlaubt!“
Der Mann lachte erheitert.
„Ein Verbot von dir hätte mich auch nicht aufgehalten, Gana! Gräme dich nicht, wir merken früh genug, wenn es so weit ist. Und die Männer haben doch Fallen ums Lager aufgestellt, oder nicht?“
Er setzte sich wieder in Bewegung und Schritt an der Frau vorbei, wobei er ihr beruhigend auf die Schulter klopfte.
„Psst … sprich nicht darüber … und wenn du weiter so unvorsichtig bist, wirst du nicht lange leben.“
Grollte sie und folgte ihm. Noch konnten Beide der Schneise folgen, die der Mann geschlagen hatte und kamen dementsprechend halbwegs zügig voran, aber ein Blick von Oben verriet Maruka, dass ihr Weg nicht mehr lange so einfach sein würde. Sie konnte ihnen nun folgen, sie aufhalten oder aber nach dem Panther Ausschau halten, der eigentlich längst hätte hier sein müssen. Oder aber sie suchte nach dem Baum, in dem ihre Sachen lagen.
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Maruka » Sonntag 8. Januar 2017, 17:54

Enveri schien nicht abgeneigt, dass sie sich die Fremden einmal ansah.
„Aber sei Vorsichtig! Gerate nicht in die Quere des Panthers … und auch nicht in die der Person dort, wenn du dir nicht sicher bist, dass dieser nur Versehentlich hierherkam!“
, mahnte er sie kryptisch.
„Geh diesen Pfad entlang, dort gibt es einen Weg, der dich hinauf zur Klippe führt.“
Der Waldelf deutete in eine Richtung und tatsächlich sah Maruka die Andeutung eines Pfades, der entlang der Klippe führte. Aus dieser Richtung war Enveri gekommen, als sie einander das erste Mal getroffen hatten. Bis zu einem gewissen Stück hatte sie die Gegend dort erkundet.
„Ich bin nicht lange weg.“
, versicherte sie ihm und war schon halb auf dem Weg, als sie noch einmal umdrehte, kurz ihre Schläfe an seiner rieb und dann davon lief. Sie nutzte den schmalen Pfad, der sich die Klippe hinauf schlängelte. Dieser war schmal und es war eine gehörige Kletterpartie. Es dauerte seine Zeit bis sie schließlich oben ankam. Ihre Agilität und ihre Krallen hatten ihr einige Abkürzungen über Wurzelwerk ermöglicht, die den Aufstieg sicher verkürzt hatten aber nun schmerzten ihre Muskeln in Armen, Beinen und Händen. Sie streckte sich kurz atmete zweimal tief durch und begab sich auf die Suche nach dem Eindringling. Ihr Weg führte sie zurück zu der Stelle, an der sie den Mann gesehen hatte. Das Gelände war unwegsam und ständig musste sie sich durch Dickicht winden, aber sie lernte gerade sich auf ihre Fähigkeiten und Instinkte verlassen konnte und so schritt sie weiter voran. Die Spur des Mannes war schließlich gefunden. Offenbar hatte er an einigen Stellen beschlossen, sich nicht durchs Dickicht hindurch zu drängen, sondern sich den Weg frei zu schlagen und so war es ein leichtes der Fährte zu folgen. Nun, da sie dem Objekt ihres Interesses nähergekommen war, griff sie zu weiteren Vorsichtsmaßnahmen und erklomm einen Baum. In den dichten Kronen war sie unsichtbar und sie konnte über die Äste der nahe beieinander stehenden Urwaldriesen klettern. Noch immer ging es leicht der Spur aus zerhacktem Gehölz zu folgen, vor allem, weil es nur eine Bresche gab. Die Sprünge zwischen den Ästen waren nicht immer einfach und bargen das Risiko eines Sturzes aus luftiger Höhe, aber sie verspürte lediglich ein aufgeregtes Kitzeln in der Magengegend. Es schien, als wäre ihr Körper wie für diesen Ort gemacht!
Danke Manthala, dass du mich nach Hause gebracht hast.
, huschte es flüchtig durch ihre Gedanken. Der Krach ihrer Umgebung kam ihr zugute, denn sie war nicht das einzige Wesen, dass mal einen Ast zum Knacken oder das Blattwerk zum rascheln brachte. Der Urwald war wie eine Symphonie aus Klängen und Geräuschen und sie gehörte nun dazu, konnte sich unter ihnen einfügen und verbergen. Mit der Übung wurde sie schneller und geschickter. Fast packte sie der Übermut. So wäre sie beinahe weiter geklettert, hätte sie nicht ein Gesprächsfetzen innehalten lassen, den ihre feinen Ohren auffingen, noch bevor sie etwas sah. Also verharrte sie lautlos und lauschte.
„… noch nicht zurück. Das Lager liegt etwa eine Stunde weiter Nördlich. Hast du etwas gefunden?“
Stellte eine weibliche Stimme etwas genervt fest und Maruka schob sich lautlos über einen schweren Ast näher. Der Gesprächsfetzen ließ vermuten, dass die beiden nicht die einzigen waren, die sich hier bewegten. Mindestens eine dritte Person war also in das Revier des Panthers eingedrungen. Ein Blick aus der Höhe zeigte Maruka zwei Personen, die schräg unter ihr standen. Eine schlanke Frau mit blau schwarzem Haar, dass sie zu einem langen Zopf geflochten hatte und Lederkleidung stand mit verschränkten Armen vor einem jungen, hoch gewachsenen Mann. Sein ursprünglich weißes Hemd war von Schweiß durchtränkt und enthüllte einen äußerst muskulösen Oberkörper.
Hmmm... Lecker! … Meine Güte, was ist mit mir los, dass ich schon beim Anblick jedes beliebigen Kerls solche Gedanken kriege?!
Maruka konzertierte sich lieber auf das Wesentliche und betrachtete den Eindringling genaustens. Er trug eine dunkle Hose und kniehohe Stiefel und in seiner Hand lag locker eine Machete. Ein Gurt über der Schulter hielt ein Schwert und er hatte einen Gürtel voller prall gefüllter Gürteltaschen. Sein Haar hatte den Ton reifen Weizens und fiel ihm zusammen gebunden bis knapp zu den Schulterblättern.
Die Haarfarbe erinnert mich ein bisschen an Mantron... Rüstung, Bewaffnung und HAARFARBE! Ich bin so doof!
„Da ist eine Klippe in dieser Richtung und ein gutes Stück Lichtung. Ein seltsamer Ort, aber nicht das, was wir suchen...“
Ja!!
„... Aber vielleicht ist es ja doch einen Blick wert.“
Nein!!
Die Frau schüttelte ablehnend den Kopf.
„Nicht, wenn wir nur zu zweit sind. Es war leichtsinnig genug, sich zu trennen. Es könnte durchaus sein, dass wir schon zu nahe sind.“
Woran?
„Und ab dann werden wir nur Gemeinsam überleben können.“
Das glaube ich mal unbesehen! So laut wie ihr durch die Gegend stapft!
Die Schwarzhaarige seufzte entnervt.
„Wenn ihr zwei Euch nicht in jeder freien Minute, die ihr miteinander verbringt, die Köpfe einschlagen würdet, ich hätte Euch das hier auch nicht erlaubt!“
Der Mann lachte erheitert.
Anscheinend hat sie also das Sagen...
„Ein Verbot von dir hätte mich auch nicht aufgehalten, Gana! ...“
...oder auch nicht.
„Gräme dich nicht, wir merken früh genug, wenn es so weit ist. Und die Männer haben doch Fallen ums Lager aufgestellt, oder nicht?“
Es müssen also noch mehr sein, interessant.
Er setzte sich wieder in Bewegung und schritt an der Frau vorbei, wobei er ihr beruhigend auf die Schulter klopfte.
„Psst … sprich nicht darüber … und wenn du weiter so unvorsichtig bist, wirst du nicht lange leben.“
Grollte sie und folgte ihm. Noch konnten beide der Schneise folgen, die der Mann geschlagen hatte und kamen dementsprechend halbwegs zügig voran, aber ein Blick von oben verriet Maruka, dass ihr Weg nicht mehr lange so einfach sein würde, was ihr zum Vorteil gereichen dürfte. Versteckt in den Baumkronen konnte sie ihnen dann theoretisch noch leichter folgen, aber vor allem würden die Spuren, die sie zwangsläufig hinterlassen würden, deutlich leichter lesbar sein.
Auf jeden Fall bewegen sie sich von ihrer Lichtung weg und das ist erst einmal beruhigend.
Sie konnte ihnen folgen, aber Maruka traute sich durchaus zu gegebenen Falls die Fährte auch später wieder zu finden, zumal sie auch gehört hatte, dass das Lager eine Stunde nördlich von hier liegen sollte...
Aber Vorsicht! Mit Fallen!
Sie aufzuhalten oder gar anzugreifen entsprach nicht ihrem Gemüt. Noch hatten sie ihr nicht, oder denen die ihr etwas bedeuteten, ein Leid angetan.
Außerdem gibt es noch den Dritten, der hier irgendwo sein muss...
Nach dem Panther Ausschau zuhalten, der eigentlich längst hätte hier sein müssen, klang am logistischen, zumal das hier sein Revier war und sie nicht zwischen die Linien geraten wollte. Mit einem Feind im Rücken wollte sie auf keinen Fall dem Raubtier begegnen. Aber wenn sie ihn in einer brenzligen Situation antreffen würde? Wenn diese Menschen für ihn vielleicht eine Gefahr dar stellten?
Wie würde ich mich entscheiden? Würde ich ihnen oder ihm helfen? Mensch oder Tier?
Der Gedanke nistete sich in ihren Eingeweiden ein und begann dort zu rumoren.
Erst ein mal muss ich nichts entscheiden. Ich bin hier Beobachter. Der Spion. HA! Der Jäger!
Nur, wenn es die Zeit und Gelegenheit erlaubte, dann würde sie vielleicht nach dem Baum, in dem ihre Sachen lagen suchen, aber auch als aller letztes und am besten gar nicht heute Nacht, sondern wenn sie den Panther besser einschätzen und kennen gelernt hatte. Und genau deswegen, weil es sein Revier war, ließ sie den Abstand zu den zwei Eindringlingen wachsen, schaute sie sich aufmerksam um, suchte nach der Leere im Gleichklang, wo er sich verbergen konnte. Sie lauschte auf die Symphonie des Waldes, wo sein Ton sich versteckte und versuchte ihn zu spüren, so wie er sie gefunden hatte.
Er kennt mich. Er hat mich im Traum besucht. Er weiß, dass ich kein Feind bin. Vielleicht kann ich ihm ja helfen?
Erst als die beiden Menschen ein gutes Stück fort war und auch sonst keine Gefahr drohte, ließ sie sich lautlos von ihrem Baum hinab gleiten und schlich vorsichtig zu der Stelle, wo die beiden gestanden hatten. Sie hob die Nase in den Wind und suchte nach seiner Witterung und all den neuen Gerüchen die die Menschen hier hinterlassen haben mussten, schnupperte an den Gräsern die der Mann mit dem verschwitzen Hemd gestreift haben musste und hob Blätter an die die Frau unter ihren Stiefeln platt gedrückt hatte. Sie beeilte sich eine Ahnung zu sammeln um dann schnell wieder von hier zu verschwinden, denn bald sollte der Dritte hier erscheinen.
... oder vielleicht auch der Panther.
Sie würde ihn suchen, den Hinweisen nachgehen, vorsichtig und lauernd, wie der Jäger der in ihr wachte. Sie verbarg sich im Dickicht des Waldes, spähte nach den Vögeln und lauschte auf jedes Geräusch, dass ihr etwas verraten könnte. Dabei drehten sich ihre großen Ohren wie Trichter mal hier mal dort hin. Ihre Nase war vielleicht feiner als die eines Menschen, aber nicht annähernd so gut wie die eines Wolfes, vielleicht gerade mal halb so gut wie die einer Katze. Dennoch waren Gerüche eine starker Triebfeder, seit ihrer Wandlung.
Wenn etwas nicht gut riecht, dann ist es auch nicht gut!
Ihre Augen durchdrangen die Nacht und hoben jede Bewegung hervor. Und sie nahm an, dass die Menschen sicher nicht lange in völliger Dunkelheit herum tapsen wollten.
Es waren doch Menschen? Ich habe keine spitzen Ohren oder andere Auffälligkeiten gesehen.
Nein, dass wäre ihr aufgefallen. Beide hatten sie ihr Haar zusammen gebunden getragen. Aber das Wichtigste was Maruka inzwischen an sich selbst zu schätzen gelernt hatte, das war ihr Gehör. Es war unabhängig von Windrichtung oder Lichteinfall. Es ließ sie nicht so schnell im Stich. Besonders in an einem Ort wie diesem, ihrer neuen Heimat. Das Lied des Waldes, mit all seinen Musikern, es verriet ihr mehr als all ihre anderen Sinne und darauf konzentrierte sie sich, während sie ihren Streifzug fortsetzte.
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Erzähler » Montag 9. Januar 2017, 22:14

Der Waldboden federte angenehm unter Marukas Füßen als sie vom Baum sprang. Die Strecke zu der Stelle, an der Mann und Frau gestanden hatten, war schnell überwunden. Dort begann Maruka die Gerüche zu erforschen, die Beide hinterlassen hatten, angefangen bei dem Mann, dessen Spur am leichtesten zu verfolgen war.

Das erste, was sie wahrnahm, war frischer Schweiß, der ihre letzthin recht aktive animalische Seite auf den Plan rief. Er roch gesund, stark und hrmm … nun männlich. Und das auf eine ursprünglichere bodenständige Art als Enveri, dem trotz allem noch etwas Fremdartiges Exotisches anhaftete. Darunter mischten sich Leder und Leinen, sowie der scharfe Geruch von Metall. Alles in allem nicht unsympathisch, genaugenommen eher das Gegenteil.
Die Fährte der Frau, Gana hatte der Mann sie genannt, war um einiges schwieriger nach zu vollziehen. Offensichtlich schwitzte sie bei weitem nicht so stark und zum anderen bewegte sie sich geschickter durch das Unterholz, so dass sie weniger Spuren hinterließ. Das Einzige, was Maruka erschnüffeln konnte, waren das Leder, dass sie trug und eine blumige Note und einer Ahnung menschlich-weiblichen Geruchs darunter.
So wenig sie bis jetzt auch von den ‚Eindringlingen‘ gehört oder gesehen hatte, so viel ließ sich gerade von den Spuren ablesen. Offenbar war der Mann das hiesige Klima nicht gewöhnt, war allerdings fit genug, um die Auswirkungen mit seiner guten Konstitution zu kompensieren. Er arbeitete ganz offensichtlich oft mit Waffen, denn sonst wäre der Geruch nach Metall nicht so stark an ihm gewesen. Und er hatte wenig Geduld und wählte den schnellsten Weg … zumindest, wenn man von seinen Bewegungen durch den Wald auf seinen Charakter schließen konnte.

Die Frau dagegen schien sich oft in diesen Gefilden auf zu halten, möglicherweise lebte sie schon länger hier oder kam vielleicht sogar aus dem Wald. Zumindest ihr dunkler Teint und das dunkle Haar ließen darauf schließen … sofern die Märchen über die exotischen Menschen des Kapayu der Wahrheit entsprachen. Allerdings war dann aber ihre Kleidung überraschend gewöhnlich.

Neben den Gerüchen betrachtete sie noch die Fußabdrücke im weichen Boden des Dschungels. Dieser war zu nachgiebig, um längerfristig Spuren sichtbar zu machen, aber noch erkannte Maruka etwas. Die Schritte des Mannes waren, trotz seines rigorosen Vorgehens im Wald, leichtfüßig, allerdings ließ ihn sein Gewicht weit genug einsinken, um einen ‚bleibenderen‘ Eindruck zu hinterlassen. Offensichtlich war er nicht auf Spurlosigkeit bedacht. Von der Fährte der Frau dagegen war kaum noch etwas zu erkennen, so leichtfüßig und vorsichtig musste sie aufgetreten sein.

Während sie sich die Zeit nahm, den Geruch der beiden Menschen zu analysieren war ein Teil ihrer Aufmerksamkeit stets auf die Geräusche des Urwaldes gerichtet. Sie lernte das ‚Lied‘ ihrer Umgebung gerade erst, aber schon jetzt gelang es ihr, zumindest die lauteren Noten zu erkennen. So nahm sie wahr, wie ihre Umgebung sich ‚entspannte‘ als die beiden Menschen weiter außer Reichweite gingen.

Sie hatte gerade ihre letzten Schlüsse über die Beiden gezogen und wollte weitergehen, da bemerkte sie eine Veränderung im ‚Lied‘. Es war fast, als würde alles, was um sie herum lebte und eine Stimme besaß einige Sekunden den Atem anhalten und sein Lied dann etwas leiser Singen. Ihre Nackenhaare stellten sich auf und sie richtete sich auf, um der Präsenz zu begegnen, die sich ihr näherte. Dabei war die Veränderung der Kulisse gar nicht so auffällig, es war vielmehr das Wissen darum, wer sich ihrer Position näherte und ihre Aufmerksamkeit, die sie warnten. Sekunden flossen so zäh dahin wie Sirup während sie Regungslos lauschend ausharrte.

Als der große Panther schließlich völlig geräuschlos auf die Lichtung trat, musste sie sich trotz allem zusammenreißen, nicht zu erschrecken. Er verstand es äußerst gut, mit den Schatten zu verschmelzen und sogar so gute Augen wie ihre zu narren. Allerdings ahnte sie, dass er kein gewöhnlicher Panther war. Eher eine Naturgewalt im Samt Pelz.

„Kleines Kätzchen … sehe ich dich also so schnell schon wieder. Und auch noch genau auf der Fährte einiger neugieriger todgeweihter Narren. Sag mir, was hast du gesehen? Wer stromt hier durch mein Revier?“
Der Panther schlenderte gespielt langsam auf sie zu und streifte wie beiläufig an ihr entlang, was sie zu einem Ausweichschritt zwang, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Offensichtlich hatte der ‚Wächter‘, wie Enveri ihn genannt hatte, keine sonderlichen Berührungsängste … was, seltsam anmutete.

Sein intensiver Geruch nach Raubkatze umwehte sie. Die Moschus Note darin kam ihr erschreckend bekannt vor. Wie kam es dass Beide …
Der Panther schnupperte, ähnlich wie sie, an der Fährte und wandte sich dann zu ihr um.
„Meine Einladung zu dem kleinen Frage-Antwort Spiel steht noch immer, aber ich muss zugeben, dass ich gerade wichtigeres im Sinn habe. Du kannst mich begleiten, dann schenke ich dir vielleicht ein paar Geheimnisse.“
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Maruka » Mittwoch 11. Januar 2017, 09:10

Maruka hatte gerade ihre letzten Schlüsse über die beiden Menschen gezogen und wollte weitergehen, da bemerkte sie eine Veränderung im ‚Lied‘ des Waldes. Es war fast, als würde alles, was um sie herum lebte und eine Stimme besaß einige Sekunden den Atem anhalten und sein Lied dann etwas leiser singen. Es war so anders, faszinierend und irgendwie auch wunderschön. Sie fühlte sich wieder Kind und erinnerte sich entfernt an das erste Mal, da sie den Kreis der Steine betreten hatte um ihre Ahnen zu ehren. Es war ein erhabener Moment gewesen, genauso wie dieser. Ihre Nackenhaare stellten sich auf und sie richtete sich auf, um der Präsenz zu begegnen, die sich ihr näherte. Dabei war die Veränderung der Kulisse gar nicht so auffällig, es war vielmehr das Wissen darum, wer sich ihrer Position näherte und ihre Aufmerksamkeit, die sie warnte. Sekunden flossen so zäh dahin wie Sirup während sie regungslos lauschend ausharrte.
Als der große Panther schließlich völlig geräuschlos auf die Lichtung trat, musste sie sich trotz allem zusammenreißen, nicht zu erschrecken. Er verstand es äußerst gut, mit den Schatten zu verschmelzen und sogar so gute Augen wie ihre zu narren. Allerdings ahnte sie, dass er kein gewöhnlicher Panther war. Er war eine Naturgewalt im samtenen Pelz!
„Kleines Kätzchen … sehe ich dich also so schnell schon wieder. Und auch noch genau auf der Fährte einiger neugieriger todgeweihter Narren. Sag mir, was hast du gesehen? Wer stromert hier durch mein Revier?“
Der Panther schlenderte gespielt langsam auf sie zu. Maruka blieb wo sie war und bewegte sich so wenig wie möglich. Er streifte wie beiläufig an ihr entlang, was sie jedoch zu einem Ausweichschritt zwang, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren.
Uff!... Nicht umfallen! Bleib standhaft!
Offensichtlich hatte der ‚Wächter‘, wie Enveri ihn genannt hatte, keine sonderlichen Berührungsängste … was, seltsam anmutete, aber er war schließlich doch eine Katze. Eine sehr schwarze, schöne, muskulöse, große, gefährliche, tödliche Katze, aber eine Katze und als solche kommunizierte er einen Großteil über Gesten und Berührungen. Das wusste der tierische Anteil der Hybridin. Dass er sie streifte, seinen Geruch an sie rieb und sie berührte, war wie ein stilles Einverständnis, dass er sie hier vorerst akzeptierte und auf seine Art begrüßte.
Durch seine Nähe stieg sein intensiver Geruch nach Raubkatze ihr in die Nase. Die Moschus Note darin kam ihr erschreckend bekannt vor.
Wie kommt es dass beide …
Marukas Schnurrhaare zuckten noch. Geruch erinnerte sie so stark an Enveri, dass ihr abermals der Gedanke gekommen war, dass die beiden ein und die selbe Person sein könnten. Aber war es vielleicht ganz anders?
Sind sie verwandt?
Der Panther schnupperte, ähnlich wie sie, an der Fährte und wandte sich dann zu ihr um.
„Meine Einladung zu dem kleinen Frage-Antwort Spiel steht noch immer, aber ich muss zugeben, dass ich gerade wichtigeres im Sinn habe. Du kannst mich begleiten, dann schenke ich dir vielleicht ein paar Geheimnisse.“
Sie lächelte ohne Zähne zu zeigen, als sie antwortete:
„Na da komme ich doch gerne mit.“
Maruka schloss ein Stückchen auf. Soweit, wie ihr ihr Instinkt riet sich noch von seinen Krallen fern zu halten, denn Vorsicht war bekanntlich überlebenswichtig in der Wildnis und bei diesem Jäger erst recht! Trotzdem spürte sie aber auch eine unbestimmte Sehnsucht, ihm kräftig durchs Fell zu streichen und zwar genau an der Stelle, wo sich gerade die Lichter der Nacht in seinem Fell bündelten. Er war einfach ein majestätischer Anblick und ihre innere Katze war ganz aus dem Häuschen. Maruka spürte wie sie in ihrem Innern die Krallen wetzte und mit den Pfoten abwechselnd in diesen weichen Pelz stampfen wollte.
Mein Güte, beruhige dich! - Er ist aber so schööön! - Und gefährlich! - Ja, ich weiß, deshalb ist es ja so spannend! Ruhe jetzt!
Ihr innerer Widerstreit war ihr an ihrem zuckenden Schwanz anzusehen, während sie ihm zur Fährte der Eindringlinge folgte. Ihn immer im Augenwinkel beobachtend, hockte sie sich in der Nähe der Spuren hin und teilte mit ihm ihre Erkenntnisse.
„Als ich hier ankam waren es nur zwei. Ein Mann und eine Frau, aber sie sprachen von einem Dritten, der bald aufschließen sollte. Ich vermute er ist noch in der Gegend...“
Sie sah kurz den Panther fragend an, ob er vielleicht dem Dritten schon über den Weg gelaufen war, fuhr aber erst einmal mit ihren Beobachtungen fort. Dabei bemühte sie sich so detailreich wie möglich zu sein. Vielleicht konnten ihre Beobachtungen ja ihrem „Freund“ dem Panther irgendwie nützlich sein. Oder wollte sie ihm einfach gefallen? Nein, sicher nicht. Die Informationen waren wichtiger.
„Den Mann habe ich an der Klippe das erste Mal gesehen. Von dort habe ich seine Spur verfolgt. Er ist jung, muskulös und hoch gewachsenen. Er trägt ein weißes Hemd, eine dunkle Hose und kniehohe Stiefel und in seiner Hand lag eine Machete, eine Klinge, mit der er sich den Weg frei schlägt. Er ist nicht sonderlich geduldig oder vorsichtig auf seinem Weg gewesen. Seien Spur war leicht zu lesen. Er trägt auch ein Schwert und er hatte einen Gürtel voller prall gefüllter Beutel. Sein Haar sieht aus wie reifer Weizen und fiel ihm zusammen gebunden bis zu den Schulterblättern. Er hat Schwierigkeiten mit der Hitze und schwitzt stark. Er arbeitet viel mit Metall und sie sprachen von dem Dritten, mit dem er sich viel streitet. Es klang aber so, als ob sie sich eher necken, als dass es ernst ist. Er hatte darüber gelacht.“
Maruka strich sich kurz mit dem Handrücken der rechten Hand über die linke Wange. Eine kurze, unbewusste Geste, die sie sich besser konzentrieren ließ.
„Die Frau, er nannte sie Gana, ist schlank mit blau schwarzem Haar, dass sie zu einem langen Zopf geflochten hat und sie trägt Lederkleidung. Sie riecht deutlich weniger, ein bisschen blumig und bewegt sich als kenne sie den Wald. Sie sprachen davon, dass sie eine Stunde nördlich von hier ein Lager hätten, mit Fallen drum herum und sie sind auf der Suche nach etwas. Es ist nicht die Lichtung, aber vielleicht wollen sie sie sich später trotzdem noch mal ansehen.“
Maruka legte bei dem Gedanke, dass die Eindringlinge die Ruhe der Lichtung stören könnten die Ohren nach hinten und sah dann wieder den Panther an. Er war wirklich eine Augenweide, wenn man auf schwarzes Fell stand und Irgendwie war Maruka ja auch zur Hälfte Katze. Sein Anblick war aufregend und beruhigend zu gleich. In seiner Gegenwart konnte man sich gleichzeitig bedroht und beschützt fühlen. Sie blickte noch einmal nachdenklich auf die Spur, schaute dann wieder zu ihm und fragte dann leiser:
„Warum riechst du wie Enveri?“
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Gestalt » Mittwoch 11. Januar 2017, 20:38

Offenbar zufrieden nickte der Panther nach Marukas präziser und ausführlicher Zusammenfassung.
„Interessant! Und wie überaus töricht, zu glauben, Fallen hielten mich auf. Mit dieser Vorbereitung … ich glaube nicht, dass ich einen Zweifel daran habe, was sie suchen. Jedenfalls scheinen sie äußerst entschlossen zu sein. Welch eine Verschwendung!“
Kommentierte er und setzte sich in Bewegung.
. Sie blickte noch einmal nachdenklich auf die Spur, schaute dann wieder zu ihm und fragte dann leiser:
„Warum riechst du wie Enveri?“

Eine seiner Tatzen schwebte für Sekunden in der Luft während er innehielt und sich dann wieder leicht in ihre Richtung drehte. Er hatte keine menschliche Mimik aber er wirkte auf die Hybridin äußerst interessiert und erfreut.
„Ahh ich wusste du würdest meine Zeit nicht verschwenden! Aber warum sollte ein Geschöpf, dass von einem Augenblick auf den Anderen hier erscheint, auch nicht interessant sein.“
Stellte er zufrieden fest und fügte dann, wie als erinnerte er sich daran, dass er noch Antworten sollte, hinzu.
„Ich rieche nicht wie der Waldelf.“
Er legte eine Kunstpause ein und arroganz sprachen aus seiner Haltung und seiner Stimme.
„Der Waldelf riecht wie ICH! Ein entscheidendes Detail, möchte ich betonen.“
Er wandte sich wieder um und schlenderte die Spur entlang, wie selbstverständlich davon ausgehend, dass Maruka ihm folgen würde. Die nächsten paar Schritte schwieg er lediglich und es schien fast, als hätte er sein Versprechen, ihre Fragen zu beantworten, vergessen. Dann sprach er und seine Heiterkeit wich Ernst.
„Du hast mich immer dann an ihm gerochen, wenn ich ihm über die Schulter geschaut habe … im metaphorischen Sinne. Aber verrate es ihm nicht, es würde ihn nur aufregen, wenn er wüsste, wie nah ich ihm kommen kann, ohne dass er es bemerkt.“
Er blickte zu Maruka und zwinkerte verschmitzt.
„Wie sehr magst du den, den du Enveri nennst, Maruka? Dass du es tust ist mir nicht entgangen … aber dafür müsste ich auch all meiner Sinne beraubt sein!“
Während der Panther erzählte ging er gemessenen Schrittes weiter durch die Schneise, die die Menschen geschlagen hatten. Offenbar beunruhigte es ihn nicht, plötzlich auf diese zu stoßen … oder er war sich sicher, dass sie genug Vorsprung hatten. Um sie herum wurde der Wald etwas heller, als das Licht, dass sie bei ihrer Ankunft im Dschungel umgeben hatte, langsam um sie herum erblühte. Jetzt bemerkte sie auch, dass es an einigen Stellen konzentrierter war und sie erhaschte ab und an einen Blick auf einen der kleinen Waldgeister.
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Maruka » Samstag 14. Januar 2017, 12:22

„Interessant! Und wie überaus töricht, zu glauben, Fallen hielten mich auf. ...“
Vielleicht nicht jede x-beliebige Falle...
„... Mit dieser Vorbereitung … ich glaube nicht, dass ich einen Zweifel daran habe, was sie suchen. ...“
Und was suchen sie?
„Jedenfalls scheinen sie äußerst entschlossen zu sein. Welch eine Verschwendung!“
Verschwendung?

Kommentierte er und setzte sich in Bewegung. Maruka hatte nicht gewagt ihn zu unterbrechen, aber sie merkte sich die Fragen für später. Dann, als er geendet hatte, fragte sie leiser:
„Warum riechst du wie Enveri?“
Eine seiner Tatzen schwebte für Sekunden in der Luft während er innehielt und sich dann wieder leicht in ihre Richtung drehte. Es war ein majestätischer Anblick. Das Spiel der starken Muskeln unter dem seidigen Fell bannte ihren Blick. Er hatte keine menschliche Mimik aber er wirkte auf die Hybridin äußerst interessiert und erfreut und dieser Blick ließ ihr Selbstbewusstsein wieder ein Stück wachsen. Sie hatte sich ausnahmsweise nicht dumm angestellt und das obwohl sie bei ihm ständig Angst hatte etwas falsch zu machen. ...Bei Enveri war das anders. Da war sie entspannter, eben mehr Mensch. Hier aber mit ihm musste sie sich auf einen Teil von sich verlassen, den sie selbst noch kennen lernen musste. Ihr Herz pochte unruhig in ihrer Brust. Sich dem Unbekannten auszuliefern barg hat auch Fehlerquellen und Gefahren und sie war sich eben nicht sicher, ob der Panter einen Fehler verzeihen würde.
… wohl eher nicht.
, dachte sie etwas missmutig, aber seine folgenden Worte richteten sie wieder etwas auf.
„Ah ich wusste du würdest meine Zeit nicht verschwenden! Aber warum sollte ein Geschöpf, dass von einem Augenblick auf den Anderen hier erscheint, auch nicht interessant sein.“
Ich bin interessant??? ...Erst hast du mich für abstoßend gehalten! Einen Menschen, dem man nicht trauen kann, den man besser verjagt oder tötet... Da ist „interessant“ doch eine Verbesserung.
Das Maruka ihre eigenen Annahmen zu den Tatsachen hinzufügte, war leider ebenso eine menschliche Eigenschaft. Dann fügte er aber hinzu:
„Ich rieche nicht wie der Waldelf... Der Waldelf riecht wie ICH! Ein entscheidendes Detail, möchte ich betonen.“
Arroganz sprach aus seiner Haltung und seiner Stimme, was die Hybridin leicht schmunzeln ließ.
… auch sehr menschlich.
Sie neigte den Kopf leicht zur Seite und er wandte sich wieder um. Er schlenderte die Spur entlang, wie selbstverständlich davon ausgehend, dass Maruka ihm folgen würde, was sie natürlich auch tat. Die nächsten paar Schritte schwieg er lediglich und es schien fast, als hätte er sein Versprechen, ihre Fragen zu beantworten, vergessen. Doch Maruka war ein geduldiger Jäger, sogar wenn es um Antworten ging. Dann sprach er und seine Heiterkeit wich Ernst.
„Du hast mich immer dann an ihm gerochen, wenn ich ihm über die Schulter geschaut habe … im metaphorischen Sinne. ...“
Metha-was?... sinnbildlich gesprochen.
„... Aber verrate es ihm nicht, es würde ihn nur aufregen, wenn er wüsste, wie nah ich ihm kommen kann, ohne dass er es bemerkt.“
Um etwas zu verraten, müsste ich es erst einmal verstehen! ….über die „Schulter gesprochen“.
Er blickte zu Maruka und zwinkerte verschmitzt, was merkwürdig in seinem katzenhaften Gesicht anmutete. Kurz dachte sie, er würde mit ihr flirten, aber das war doch unmöglich. Sie blinzelte selbst überrascht über diesen kurzen Gedanken und ihr Mensch verwarf ihn sofort... ihre Katze hingegen sonnte sich in seiner Aufmerksamkeit.
„Wie sehr magst du den, den du Enveri nennst, Maruka? Dass du es tust ist mir nicht entgangen … aber dafür müsste ich auch all meiner Sinne beraubt sein!“
Ihre Brauen wanderten steil in die Höhe und ihre Ohren stellten sich hoch auf.
Wie kann er wissen...? ...Dummkopf!
Während der Panther erzählte ging er gemessenen Schrittes weiter durch die Schneise, die die Menschen geschlagen hatten. Offenbar beunruhigte es ihn nicht, plötzlich auf diese zu stoßen, oder er war sich sicher, dass sie genug Vorsprung hatten. Die Gedanken der Hybridin drehten sich noch um seine letzten Worte:
Halt er uns beobachtet? War er doch da? Hab ich doch nicht geträumt? Was wenn er... Du denkst zu viel, Maruka! Denk einfacher! Er hat bessere Sinne als du! Bessere als ich! Er hat es an an mir … vielleicht gerochen? Kann er Emotionen riechen? Ich sollte aufpassen, dass ich ihn nicht belüge! - Wozu auch! - Ich muss ehrlich sein! Ehrlich zu mir selbst! Menschen neigen dazu sich selbst zu belügen... - Dann hör auf deine Instinkte! In der Natur ist alles viel einfacher. - Das stimmt! Was hatte Papa mal gesagt?... „Was wäre der Mensch ohne die Tiere? - Und was wären die Tiere ohne den Menschen? --- Frei!“
Maruka dachte noch darüber nach, wie frei sie sich seit ihrer Ankunft hier fühlte. Wie frei sie war, seid sie begann ihre andere Seite an sich zuzulassen und wie glücklich sie hier war, als um sie herum der Wald etwas heller wurde. Als das Licht, dass sie bei ihrer Ankunft im Dschungel umgeben hatte, langsam um sie herum erblühte. Jetzt bemerkte sie auch, dass es an einigen Stellen konzentrierter war. Sie erhaschte ab und an einen Blick auf einen der kleinen Waldgeister und musste dabei lächeln. Dieses neue Leben war voller Wunder. Wunder die sie mit allen Sinnen erleben wollte!
Die ganze Zeit war ich ein Gefangener! Die ganze Zeit habe ich mich selbst eingesperrt...
, erkannte sie mit Wehmut im Herzen, während sie dem Panther folgte.
Und jetzt? … Bin ich stark genug um diese neue Seite an mir gänzlich frei zu lassen? Kann ich mich so akzeptieren, wie ich jetzt bin?...Nie mehr zurück schauen?... Kannst du dich ganz in dieses neue Leben fallen lassen? ...mich selbst ganz „frei“ lassen?
Mit Widerwillen musste sich Maruka einstehen, dass ihr Mensch bei diesem Gedanken Angst hatte und ihr Tier viel mutiger war als sie. Diese Zerrissenheit war nun ein Teil ihrer Seele geworden und würde auch nicht enden, wenn sie dem Tier in sich mal etwas mehr, mal etwas weniger die Führung überlassen würde. Aber der Wächter des Waldes hatte sie auf diese Gedanken gebracht. Er hatte sie dazu gebracht über sich selbst nachzudenken und was sie empfand. Wieso sie sich so unruhig fühlte, was mit ihr los war. Lag es an Enveri?
Ich kenne ihn doch kaum... Mag ich Enveri?... Natürlich!
Sie hatte eine Weile geschwiegen, aber jetzt hob sie den Kopf und sprach ehrlich:
„Ich denke schon, dass ich ihn mag. Er war freundlich zu mir. Er … er gibt mir das Gefühl, dass ich ...gut so bin, wie ich bin.“
Aber da ist noch etwas! Sei ehrlich!
„Er … manchmal... Manchmal schaut er mich an, als ob er mich fressen wollte, aber... aber irgendwie macht mir das keine Angst.“
Sie starrte einen Moment den Boden zu ihren Füßen an. Noch viel ehrlicher konnte sie gar nicht sein, auch wenn sie ihre Gefühle selbst nicht verstand.
„Und ich mag seinen Geruch... euren Geruch...deinen.“
Sehr sogar!
Sie grinste etwas verlegen und zuckte mit den Schultern. Im Moment verwirrten sie einige der Gerüche und die Wirkung, die sie auf sie hatten.
„Um ganz ehrlich mit mir zu sein, ich versteh nicht so richtig, was im Moment mit mir los ist.“
Niemals und nicht in ihren wildesten Phantasien hätte sie sich jemals vorstellen können, so ein Gespräch einmal mit einem Panther zu führen! Eher mit ihrer Mutter, oder ihrem Vater. Zumindest hoffte sie, seine Frage so erfüllend wie möglich beantwortet zu haben und wollte nun ihrerseits wieder eine Stellen. Dafür hob sie die Augen und stellte sich seinem aufmerksamen Blick.
„Und was suchen die Menschen hier?“
Weiterhin beobachtete sie die Umgebung aufmerksam, denn sie wollte sich nicht gänzlich auf seine Sinne verlassen, denn wer sagte ihr, dass er sie warnen würde? Vielleicht testete er sie auch nur und lockte sie zu den Menschen, damit er sah wie sie reagieren würde? War er so berechnend? So menschlich? Zumindest konnte es nicht schaden vorsichtig zu sein.
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Gestalt » Sonntag 15. Januar 2017, 21:58

Es schien fast als hätte der Panther Freude daran, gerade genug Informationen ein zu streuen, dass er mehr verwirrte als verriet. Zudem wusste er entschieden zu viel über sie, dafür, dass sie ihm jetzt erst das zweite mal begegnete – und dann immer auf dieser Seite der Klippe, sah man von dem Traum ab. Hätte er so gute Sinne, wie er für das belauschen von Marukas Gespräch mit Enveri gebraucht hätte, wäre er mehr als beängstigend!
Aber auch ohne dieses Rätsel schaffte er es, Marukas Gedanken zum Kreisen zu bringen. So viel war in kurzer Zeit geschehen und auch wenn sie sich stärker und sicherer denn je fühlte, schien es fast, als würde sie sich selbst davonlaufen, so schnell veränderte sich alles.
„Ich denke schon, dass ich ihn mag. Er war freundlich zu mir. Er … er gibt mir das Gefühl, dass ich ...gut so bin, wie ich bin.“

„Gab es für dich einen Zweifel daran?“

Bohrte der Panther nach.

„Er … manchmal... Manchmal schaut er mich an, als ob er mich fressen wollte, aber... aber irgendwie macht mir das keine Angst.“
Sie starrte einen Moment den Boden zu ihren Füßen an. Noch viel ehrlicher konnte sie gar nicht sein, auch wenn sie ihre Gefühle selbst nicht verstand.
„Und ich mag seinen Geruch... euren Geruch...deinen.“


Als das große Raubtier neben ihr das hörte legte er den Kopf aufmerksam schräg und sah ein weiteres mal zu ihr auf. Einen unlesbaren Ausdruck in den Augen.

Sie grinste etwas verlegen und zuckte mit den Schultern. Im Moment verwirrten sie einige der Gerüche und die Wirkung, die sie auf sie hatten.
„Um ganz ehrlich mit mir zu sein, ich versteh nicht so richtig, was im Moment mit mir los ist.“


„Tze … ich denke, da bist du nicht die Einzige. Und vielleicht wird ihn das am Ende retten.“
Brummte der Panther leise in seinen Schnurrbart.

Niemals und nicht in ihren wildesten Phantasien hätte sie sich jemals vorstellen können, so ein Gespräch einmal mit einem Panther zu führen! Eher mit ihrer Mutter, oder ihrem Vater. Zumindest hoffte sie, seine Frage so erfüllend wie möglich beantwortet zu haben und wollte nun ihrerseits wieder eine Stellen. Dafür hob sie die Augen und stellte sich seinem aufmerksamen Blick.
„Und was suchen die Menschen hier?“


Der Panther taxierte sie neugierig und verlangsamte seinen Schritt weiter. Seine grünen Augen funkelten nachdenklich und er krauste die Stirn. Sekunden zogen sich in die Länge während er sie von Kopf bis Fuß Betrachtete. Allerdings achtete er darauf, ihr nicht direkt in die Augen zu sehen. Der Serval in Maruka registrierte, dass es keine Unterwerfung war, sondern Höflichkeit. Ein Blickduell hätte entweder zu einer Herausforderung oder einer unterwerfenden Geste ihrerseits geführt – und offensichtlich brauchte sie jetzt keins der Beiden Dinge weiter.
„Sie möchten die Ruinen betreten, die einige Tagesreisen von hier entfernt liegen. Entweder suchen sie Schätze oder Wissen – was sie Beides finden könnten, aber wohl kaum mit sich nehmen werden. Denn dieser Ort ist schon seit hunderten von Jahren heim Gesucht von einem dunklen Geschöpf, dass dort gefangen gehalten wird. Ich wache dieser Tage darüber um zu verhindern, dass dieses Böse entkommt.“
Er schnaubte verärgert und fuhr dann fort.
„Früher einmal hatte diese Aufgabe Revien, ein uralter Wächter, der von Phaun berufen wurde, dieses Geschöpf in Zaum zu halten, aber das letzte mal, als ein paar Tollkühne die Grenzen überschreiten wollten, wurde er schwer Verletzt und so erfülle ich jetzt seine Aufgabe.“
Und wieder fütterte er sie nur mit einem Mindestmaß an Information. Als wäre jedes Bröckchen das er herausgab, ein kostbarer Schatz mit dem er geizte.
„Du wirst also verstehen, dass ich nicht zimperlich sein werde, wenn ich mit diesen Eindringlingen verfahren muss. Ich kann mir nicht leisten vorsichtig zu sein und zu riskieren, dass ein weiteres Mal Fremde diesen bösen Ort besuchen.“
Ein Schauder lief dem Panther über den Rücken und zauste ihm das Fell. Er überspielte es mit einem lässigen strecken. Er lief danach nicht weiter sondern drehte sich wieder zu ihr. Sie waren inzwischen über die Schneise hinausgelaufen, aber die Spur war noch immer gut zu verfolgen.
„Wir erreichen bald die Grenzen meines Reviers und bis jetzt habe ich diejenigen Verschont, die darüber hinaus waren. Allerdings ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie weiter voranschreiten …“
Er umrundete sie einmal halb, so dass sie sich drehen musste, um ihn noch zu sehen.
„Diese Narren werden in den Tod rennen … und vielleicht wird es nicht nur ihr Blut sein, dass den Boden tränkt sondern auch das deines waldelfischen Freundes.“
Ein unzufriedenes grollen stieg aus seiner Kehle.
„Und auch mein Tod ist nicht ausgeschlossen, wenn sie Klug und Mächtig sind.“
Sein Fell sträubte sich bei dem Gedanken. Im Wald um sie herum wurde das sachte Licht stärker und einige der Waldgeister begannen sich um sie herum zu sammeln. Auch einer, der ihr sehr bekannt vor kam trat an sie heran und umarmte ihren Knöchel. Die anderen umringten den Panther.
„Hast du noch Fragen oder Bedenken? Denn ab hier werden wir Jagen und nicht mehr sprechen.“
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Maruka » Montag 16. Januar 2017, 18:22

„Gab es für dich einen Zweifel daran?“
, bohrte der Panther nach.
Das ich nicht gut bin? Natürlich, sieh mich doch an! Ich gehöre nirgendwo hin! Ich bin ein Monster und jeder in meiner Umgebung hat mich das spüren lassen!...bisher... Sogar du, als ich als Fremdartige in deinem Revier erschienen bin und du mir misstrautest, weil ich halt auch Mensch bin... und schon falle ich in alte Verhaltensweisen zurück...armes! armes! Miezekätzchen! Weniger Selbstmitleid, mehr Akzeptanz und schau wie wundervoll die Welt seit dem ist! Außerdem hat er dir gar nicht misstraut. Er hat nur sein Revier verteidigt.
Ihre Seiten, so uneins wie sie waren, litten wirklich sehr unter Stimmungsschwankungen und beide Teile hatten jede Menge zu tun einander zu beruhigen. Ein Fauchen wäre jetzt sicherlich nicht die beste Antwort, deshalb nickte Maruka nur leicht und konzentrierte sich darauf ihm seine Antworten zu geben. Sich auf Enveri und das was sie für ihn empfand zu fokussieren half dabei.
„Er … manchmal... Manchmal schaut er mich an, als ob er mich fressen wollte, aber... aber irgendwie macht mir das keine Angst... Und ich mag seinen Geruch... euren Geruch...deinen.“
Als das große Raubtier neben ihr das hörte legte er den Kopf aufmerksam schräg und sah ein weiteres mal zu ihr auf. Einen unlesbaren Ausdruck in den Augen, der sie nur noch weiter verwirrte.
„Um ganz ehrlich mit mir zu sein, ich versteh nicht so richtig, was im Moment mit mir los ist.“
„Tze … ich denke, da bist du nicht die Einzige. Und vielleicht wird ihn das am Ende retten.“

, brummte der Panther mystisch in seinen Schnurrbart.
… Was wird Enveri retten? Muss er denn gerettet werden? Und wovor?
Wieder hatte er eine seiner kryptischen Antworten gegeben, die sie nicht verstand und nur lauter neue aufwarfen.
„Und was suchen die Menschen hier?“
Der Panther taxierte sie. Allerdings achtete er darauf, ihr nicht direkt in die Augen zu sehen. Der Serval in Maruka registrierte, dass es keine Unterwerfung war, sondern Höflichkeit. Ein Blickduell hätte entweder zu einer Herausforderung oder einer unterwerfenden Geste ihrerseits geführt. Deshalb blinzelten auch Katzen sehr intensiv und langsam, wenn sie jemanden mochten.
„Sie möchten die Ruinen betreten, die einige Tagesreisen von hier entfernt liegen. Entweder suchen sie Schätze oder Wissen – was sie beides finden könnten, aber wohl kaum mit sich nehmen werden. Denn dieser Ort ist schon seit hunderten von Jahren heimgesucht von einem dunklen Geschöpf, dass dort gefangen gehalten wird. Ich wache dieser Tage darüber um zu verhindern, dass dieses Böse entkommt.“
Das klingt nicht gut! Warum müssen manche Menschen nur immer so gierig sein?! Schätze, ja selbst Wissen kann mir gestohlen bleiben, wenn ich dafür meine Ruhe und Frieden haben kann!
Er schnaubte verärgert und fuhr dann fort.
„Früher einmal hatte diese Aufgabe Revien, ein uralter Wächter, der von Phaun berufen wurde, dieses Geschöpf in Zaum zu halten, aber das letzte mal, als ein paar Tollkühne die Grenzen überschreiten wollten, wurde er schwer verletzt und so erfülle ich jetzt seine Aufgabe.“
Und wieder fütterte er sie nur mit einem Mindestmaß an Information. Als wäre jedes Bröckchen das er herausgab, ein kostbarer Schatz mit dem er geizte.
Ein Gott hat „Revien“ brufen auf etwas böses aufzupassen, der ist aber verletzt und jetzt muss Pantherchen ran... Na toll! Wo bin ich da nur wieder hinein geraten!?! Pantherchen? Echt? Hab dich nicht so! Er ist doch süß! Süß?
Die Katze in ihr schüttelte sich heftig.
Er ist majestätisch, gefährlich, tödlich, wunderschön und... Süß!
„Du wirst also verstehen, dass ich nicht zimperlich sein werde, wenn ich mit diesen Eindringlingen verfahren muss. Ich kann mir nicht leisten vorsichtig zu sein und zu riskieren, dass ein weiteres Mal Fremde diesen bösen Ort besuchen.“
Gar nicht süß! In Ordnung.
Der Panther überspielte einen Schauer es mit einem lässigen Strecken. Er lief danach nicht weiter sondern drehte sich wieder zu ihr. Sie waren inzwischen über die Schneise hinausgelaufen, aber die Spur war noch immer gut zu verfolgen.
„Wir erreichen bald die Grenzen meines Reviers und bis jetzt habe ich diejenigen verschont, die darüber hinaus waren. Allerdings ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie weiter voranschreiten …“
Er umrundete sie einmal halb, so dass sie sich drehen musste, um ihn noch zu sehen.
„Diese Narren werden in den Tod rennen … und vielleicht wird es nicht nur ihr Blut sein, dass den Boden tränkt sondern auch das deines waldelfischen Freundes.“
Wieso sollte Enveri verletzt werden... er ist doch gar nicht da?!?
Maruka machte große, fast entsetzte Augen. Ein unzufriedenes Grollen stieg aus seiner Kehle.
„Und auch mein Tod ist nicht ausgeschlossen, wenn sie klug und mächtig sind.“
Nicht nur sein Fell sträubte sich bei diesem Gedanken! Im Wald um sie herum wurde das sachte Licht stärker und einige der Waldgeister begannen sich um sie herum zu sammeln. Auch einer, der ihr sehr bekannt vor kam trat an sie heran und umarmte ihren Knöchel. Die anderen umringten den Panther. Etwas geistesabwesend und besorgt, dass sie versehentlich drauf treten könnte, beugte sie sich zu dem kleinen Wesen hinab, hob es vorsichtig auf und setzte es sich auf die Schulter, damit es sich wieder in ihrer ungezähmten Mähne verstecken konnte.
„Hast du noch Fragen oder Bedenken? Denn ab hier werden wir Jagen und nicht mehr sprechen.“
„Jede Menge Fragen und einige Bedenken, aber die Fragen können warten....hoffe ich.“

, schoss es aus ihrem Mund, ohne viel nachzudenken. Gleichzeitig verknoteten sich ihre Gehirnwindungen, vor lauter Aufregung.
„Ich weiß nicht, ob ich bereit bin für so eine gemeinschaftliche Jagd. Wir haben noch nie zusammen gejagt und ich... ich bin mir in so vielem noch unsicher. Ich weiß nicht ob ich mithalten kann, ob ich dazu fähig bin einen Menschen zu...“
Töten? Hast du schon! Aus Versehen und aus Notwehr! Und was ist das hier?
„Du gehst davon aus, dass ich mit dir mitkomme und irgendwie will ich das auch, aber ich weiß nicht wie ich die helfen könnte. Ich bin nicht wie du... Du bist der größere Jäger und ich... ich bin ein … Ich könnte dir... helfen, wenn ich dich mit den Menschen verbinde, denn das ist es was ich bin. Ich bin eine Mischung aus Tier und Mensch. Ich könnte mit ihnen reden... Ich meine, ich weiß nicht, wie ich dir sonst helfen könnte und ich weiß nicht ob ich in diesen Kampf mit hinein gezogen werden möchte. Ich weiß nichts! Nichts von dem Bösen, dass du bewachst, nichts von den Motiven dieser Menschen, oder was das alles für mich bedeuten könnte, für Enveri oder allgemein für uns!“
Maruka presste die Lippen aufeinander, der sie hatte bemerkt, dass sie faselte und dabei wild mit den Händen gestikulierte. Eine Angewohnheit, die sie von ihrer Mutter geerbt hatte.
Bleib ruhig! Die Frage ist doch eine ganz andere! Glaube ich ihm?!...
Die Hybridin schaute ihn an. Er war so wahr wie alles andere in diesen Wäldern und sie wusste, dass es eine Verbindung zu ihm gab, auch wenn sie sich diese nicht erklären konnte.
Ich glaube ihm.
Warum sollte er sie auch anlügen. Er hatte bei ihrem Kennenlernen sehr viel Wehrt auf Ehrlichkeit gelegt, also sollte sie auch bei ihm davon ausgehen können. Er mochte die Menschen nicht, weil sie logen, aber er war in vielen Dingen genauso wie sie. Er war arrogant, aber sie kannte schlimmere Kerle. Ganz Mantron war voll mit Männern die gerne mit ihren Taten prahlten. Er log nicht, aber er sagte auch nicht alles und Maruka hatte schlicht Angst wieder in eine Falle zu rennen. Sie wusste einfach nicht, ob sie ihm genug bedeutete, dass er sie nicht einfach an den Feind verfütterte.
Menschen essen doch keine Katzenhaften. Das war metaphorisch gemeint.
Maruka schüttelte den Kopf.
„Ich weiß einfach nicht was ich tun soll. Ich habe Enveri versprochen bald zurück zu sein...nur schauen und vorsichtig sein... Ich fühle mich nicht wohl, bei den Gedanken an das was kommen könnte.“
Aber es ist doch noch gar nichts passiert. Wo ist dein Mut? Ich bin halt etwas paranoid nach den letzten Ereignissen. Es ist nichts schlimmes Angst zu haben! Angst hält einen am Leben.
Maruka kaute auf der Kralle ihres rechten Mittelfingers herum und sprach dann weiter:
„Ich komme mit dir.“
Habe ich das gerade wirklich gesagt? Bist doch mutiger, als du gedacht hast, was? Hihi.
„Ich bin hier in deinem Revier und du ..und Enveri...ihr habt mich hier... geduldet und ein neues Zuhause gegeben. Deshalb komme ich mit und werde tun was ich für notwendig und richtig halte. Ich will meine neue Heimat nicht gleich wieder verlieren! ..., aber ich bin kein Wächter wie du und auch kein Magier, wie Enveri...oder was er oder du auch immer sein mögt. Ich weiß nicht was ich bin oder wofür ich her geschickt wurde. Vielleicht kann ich hilfreich sein. Vielleicht auch nicht. Aber ich werde mir ansehen, was diese Menschen hier wollen...“
Vielleicht würde der schwarze Jaguar, der Panther sie nun doch fort schicken, aber vielleicht war das hier auch eine Chance für die junge Hybridin ihre zerrissenen Seiten einander noch näher zu bringen. Ihr Serval streifte unruhig in ihrem Innern umher und wollte einfach nur jagen, seine Klauen in etwas schlagen, während ihre menschliche Seele immernoch Schatten von Zweifeln in sich trug. Für Maruka war es einfach schwer sich selbst zu vertrauen und sich in das nächste Abenteuer zu stürzen, so sehr sie sich auch danach sehnte. Genaugenommen war sie immernoch das 18jährige..inzwischen vielleicht schon 19 Sommer zählende junge Ding, was sich selbst noch nicht erprobt hatte, ihre Grenzen und Möglichkeiten noch ausloten musste und inmitten von Verwandlungsproblemen, auch noch in hormonellen Stimmungsschwankungen steckte. Also wie sollte man da einen klaren Kopf behalten?
„… Ist das für dich so in Ordnung?“
, fragte sie unsicher, aber der Panther musste wissen, woran er bei ihr war ...auch das sie ein Unsicherheitsfaktor war. Wenn er kämpfen müsste, dann wollte sie ihm nicht im Weg stehen, aber ob sie ihm auch helfen würde, das stand noch auf einem ganz anderen Blatt geschrieben. Ihre Schwanzspitze zuckte nervös hin und her und die Fingerspitzen ihrer linken Hand rollten eine Haarsträhne um das glühende grüne Wesen auf ihrer Schulter, damit es sich gut festhalten könnte, wenn es bleiben wollte.
Ich mach mir viel zu viele Gedanken, oder? - VIEL zu viele!
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Erzähler » Montag 16. Januar 2017, 22:54

Der kleine Geist machte es sich schnell auf dem angewiesenen Platz bequem und schien äußerst erfreut. Als sie zunehmend unsicherer wurde, begann er beruhigend ihre Schulter zu streicheln.
Währenddessen setzte der Wächter sich auf seine Hinterbeine und rollte den Schwanz um sich herum. Gelassen und mit einer Engelsgeduld lauschte er der jungen Frau und schleckte sich einmal über die Nase, wobei er die langen Reißzähne entblößte.
„Was, wenn es nicht in Ordnung für mich ist? Brichst du dann mit deinen Prinzipien?“
Er stand wieder auf und begann langsam um sie herum zu gehen. Dabei hörte er, wie er tief ein Atmete – garantiert um ihre Witterung auf zu nehmen.
„Dich hat also jemand geschickt? Davon musst du mir mehr erzählen.“
Ein leises Grollen stieg aus seiner Kehle auf und er beendete seine Runde um sie herum an der Stelle, an der er gestartet war. Seine Augen blitzten äußerst amüsiert als er sich zufrieden setzte. Offenbar lachte er … nur dass Jaguare eben eigentlich nicht Lachen konnten.
„Mir gefällt dein Vorschlag zu vermitteln viel besser, als vielen Menschenleben zu beenden. Ich Jage gerne, das gebe ich zu, aber ich habe keine Freude daran, so viele Leben zu Verschwenden.“
Stellte er wieder ernster geworden fest.

„Du bist nicht mit dir im Gleichgewicht und ich rieche Unsicherheit an dir. Es muss dich Mut gekostet haben, das Angebot ab zu lehnen, gerade nachdem ich dich gejagt und dir gedroht habe. Vielleicht bin ich zu gemein zu dir, kleine Katze, aber ich weiß nicht, wer dich geschickt hat oder warum du hier bist. Solange das so ist, kann ich dir nicht gänzlich vertrauen, aber ich gebe zu, dass das, was ich von dir gesehen habe, für dich spricht. Also will ich versuchen etwas freundlicher zu dir zu sein.
Du verfügst über die Möglichkeit, etwas zu tun, dass mir nicht gegeben ist – und das auf mehr Arten, als dir bewusst ist - Du kannst, zum Beispiel, mit ihnen Reden und sie Überzeugen wieder zu gehen. Und selbst wenn dir das nicht gelingt, kannst du für mich mehr über sie herausfinden.
In Ordnung sind nicht die Worte, die ich benutzt hätte, um meine Zustimmung aus zu drücken.
Ich werde dich ein Stück begleiten, so dass ich dir helfen kann, solltest du in Not geraten, aber es ist besser, wenn sie uns nicht in Zusammenhang bringen.
Der kleine Freund da auf deiner Schulter wird mir sagen, ob du Hilfe brauchst und ich werde kommen, aber versuch um unser aller willen, nicht zu sehr in Schwierigkeiten zu geraten.“

Mit diesen Worten richtete er sich auf. Die Geister, die bisher um ihn herum gesessen und gestanden hatten, begannen noch stärker zu glühen und wurden in einem Strudel auf den Panther zu gezogen. Seine ganze Silhouette glühte grell und zwang Maruka den Blick ab zu wenden, um nicht geblendet zu werden. Als es wieder dunkel um sie herum wurde erlosch gerade ein letztes Leuchten in den Augen der Raubkatze.
„Komm Maruka. Es ist Zeit, ein paar Schicksale zu wenden.“
Verkündete er und sprang in den Wald um der Spur zu folgen.

Der kleine Geist klammerte sich an der Strähne fest, die Maruka um ihn gewunden hatte und machte sich bereit für ein wilden ‚ritt‘.
Der Panther schlich zügig und trittsicher etwas neben der Spur der Menschen und schlängelte sich wie ein Aal durch das dichte Dickicht. Es verlangte all ihr Geschick und ihre Körperbeherrschung, ihm zu folgen und einige Male hängte er sie fast ab. Dabei fragte sie sich immer wieder, wie er der Spur der Menschen folgte. Es gab ein paar wenige Stellen, an denen sie entfernt den Geruch des Mannes wahr nahm, aber die Raubkatze – oder was auch immer der Panther auch war – schien sich an anderen Dingen zu orientieren, die sämtlichen ihrer Sinne entgingen.

Als er dann, nach etwa zwanzig Minuten, endlich still stand schaffte sie es kaum ihren Atem ruhig zu halten. Auch wenn sie passagenweise langsamer gegangen waren, um nicht zu viele Geräusche zu verursachen, war der Marsch anstrengend gewesen und bedurfte all ihrer Aufmerksamkeit. Jetzt legte der Panther sich flach zu Boden und sah auffordernd zu ihr herüber. Als sie zu ihm auf schloss wisperte er ihr Leise ins Ohr.
„Jetzt ist es nicht mehr weit. Du solltest sie hören können. Ich warte hier.“
Maruka spitzte die Ohren und hörte in der Ferne die Geräusche eines geschäftigen Lagers.
Als sie sich diesem näherte – extra vorsichtig, da sie mit Fallen rechnete – wurde die Geräusche Lauter und sie erhaschte einzelne Gesprächsfetzen in der Gemeinsprache und in einer eigenartigen melodischen Mundart, die sie noch nie zuvor gehört hatte. Was sie verstand, klang nach einfacher Konversation.
Die besagten Fallen waren geschickt und zahlreich aufgebaut und nur ihre Erfahrung als Jägerin rettete sie davor, nicht in eine hinein zu tappen. Dabei fand sie neben simplen Schlingenfallen und Fußeisen auch hauchdünne gespannte Drähte, Spitze lange Nägel in den Bäumen und Fallgruben mit gemein aussehenden Speeren darin. Als Verteidigung gegen einfache Wildtiere war das hier definitiv übertrieben, man hätte eher meinen können, dass die Menschen hier mit einer einfallenden Armee rechneten.
Das Lager selbst war trotz der Uhrzeit noch recht munter. Man hatte den Raum, den ein gefallener Urwaldriese geschlagen hatte, genutzt und mit Kahlschlag erweitert. Gestalten saßen um ein Feuer herum über dem ein dampfender Topf hing. Sie entdeckte zwei Wachen, die ins Dunkel hinaus starrten. Diese hielten Speere in der Hand. Eine davon war groß und breitschultrig, die andere gedrungen aber muskulös und im Dunkeln schimmerte ihre Haut ebenholzfarben. In einem Zelt, einem von dreien, sah sie das Schattenspiel dreier Personen, die offenbar eine erregte, wenn auch leise, Diskussion miteinander führten.
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Maruka » Mittwoch 18. Januar 2017, 18:58

„Was, wenn es nicht in Ordnung für mich ist? Brichst du dann mit deinen Prinzipien?“
Eine gute Frage...

Maruka legte den Kopf schief und schaute nachdenklich drein. Er stand wieder auf und begann langsam um sie herum zu gehen. Dabei hörte sie, wie er tief einatmete, um ihre Witterung auf zu nehmen.
„Dich hat also jemand geschickt? Davon musst du mir mehr erzählen.“
„Geschickt - ist glaube ich, nicht das richtige Wort... Ich habe ja keinen Auftrag oder so erhalten. Ich wurde hier her gebracht...und wenn wir beide uns besser kennen, das hier überlebt haben, dann erzähle ich dir auch meine ganze Geschichte, wenn du sie hören magst. Vielleicht mit Enveri zusammen?... wäre doch nett.“
Und ich müsste nicht alles zweimal berichten... Sich einmal diesen Erinnerungen zu stellen reicht.

Ein leises Grollen stieg aus seiner Kehle auf und er beendete seine Runde um sie herum an der Stelle, an der er gestartet war. Seine Augen blitzten äußerst amüsiert als er sich zufrieden setzte. Offenbar lachte er … nur dass Jaguare eben eigentlich nicht Lachen konnten. Nur worüber?
„Mir gefällt dein Vorschlag zu vermitteln viel besser, als vielen Menschenleben zu beenden. Ich Jage gerne, das gebe ich zu, aber ich habe keine Freude daran, so viele Leben zu Verschwenden.“
Stellte er wieder ernster geworden fest und da konnte Maruka ihm nur nickend beipflichten. Die Jagd hatte immer ein Ziel. Meistens die Gewinnung von Nahrung, aber das hier war etwas anderes.
„Du bist nicht mit dir im Gleichgewicht und ich rieche Unsicherheit an dir. Es muss dich Mut gekostet haben, das Angebot ab zu lehnen, gerade nachdem ich dich gejagt und dir gedroht habe. Vielleicht bin ich zu gemein zu dir, kleine Katze, aber ich weiß nicht, wer dich geschickt hat oder warum du hier bist. Solange das so ist, kann ich dir nicht gänzlich vertrauen, aber ich gebe zu, dass das, was ich von dir gesehen habe, für dich spricht. Also will ich versuchen etwas freundlicher zu dir zu sein....“
Huch, das überrascht mich nun doch! Er kann ja richtig lieb sein! - Ja, richtig süß! - Ach, halt den Rand!
„Du verfügst über die Möglichkeit, etwas zu tun, dass mir nicht gegeben ist – und das auf mehr Arten, als dir bewusst ist - Du kannst, zum Beispiel, mit ihnen Reden und sie Überzeugen wieder zu gehen. Und selbst wenn dir das nicht gelingt, kannst du für mich mehr über sie herausfinden.
In Ordnung sind nicht die Worte, die ich benutzt hätte, um meine Zustimmung aus zu drücken.
Ich werde dich ein Stück begleiten, so dass ich dir helfen kann, solltest du in Not geraten, aber es ist besser, wenn sie uns nicht in Zusammenhang bringen.“

Maruka nickte und verstand.
„Der kleine Freund da auf deiner Schulter wird mir sagen, ob du Hilfe brauchst und ich werde kommen, aber versuch um unser aller willen, nicht zu sehr in Schwierigkeiten zu geraten.“
Mit diesen Worten richtete er sich auf. Die Geister, die bisher um ihn herum gesessen und gestanden hatten, begannen noch stärker zu glühen und wurden in einem Strudel auf den Panther zu gezogen. Seine ganze Silhouette glühte grell und zwang Maruka den Blick ab zu wenden, um nicht geblendet zu werden. Als es wieder dunkel um sie herum wurde erlosch gerade ein letztes Leuchten in den Augen der Raubkatze.
Hat er sie gefressen? Hihi...
„Komm Maruka. Es ist Zeit, ein paar Schicksale zu wenden.“
Verkündete er und sprang in den Wald um der Spur zu folgen. Der kleine Geist klammerte sich an der Strähne fest, die Maruka um ihn gewunden hatte und machte sich bereit für ein wilden ‚Ritt‘. Maruka war froh über die Gesellschaft des kleinen Wesens und das Versprechen, dass der Panther ihr helfen würde, wenn sie in Not geraten sollte, beruhigte sie auch weitergehend.

Als er dann, nach etwa zwanzig Minuten, endlich still stand schaffte sie es kaum ihren Atem ruhig zu halten. Die Strecke hatte ihr einiges abverlangt, aber sie hatten es geschafft. Jetzt legte der Panther sich flach zu Boden und sah auffordernd zu ihr herüber. Als sie zu ihm auf schloss wisperte er ihr Leise ins Ohr:
„Jetzt ist es nicht mehr weit. Du solltest sie hören können. Ich warte hier.“
Maruka spitzte die Ohren und hörte in der Ferne die Geräusche eines geschäftigen Lagers. Sie nickte dem 'Wächter' zu und begann sich lautlos durch den Wald anzuschleichen. Als sie sich dem Lager näherte – extra vorsichtig, da sie mit Fallen rechnete – wurde die Geräusche lauter und sie erhaschte einzelne Gesprächsfetzen in der Gemeinsprache und in einer eigenartigen melodischen Mundart, die sie noch nie zuvor gehört hatte. Was sie verstand, klang nach einfacher Konversation.
Die besagten Fallen waren geschickt und zahlreich aufgebaut und nur ihre Erfahrung als Jägerin rettete sie davor, nicht in eine hinein zu tappen. Dabei fand sie neben simplen Schlingfallen und Fußeisen auch hauchdünne gespannte Drähte, Spitze lange Nägel in den Bäumen und Fallgruben mit gemein aussehenden Speeren darin. Als Verteidigung gegen einfache Wildtiere war das hier definitiv übertrieben, man hätte eher meinen können, dass die Menschen hier mit einer einfallenden Armee rechneten. Vorsichtig umging sie die meisten der Fallen, aber einige einfachere, wie jene die mit einem Auslöser versehen waren, die sabotierte sie soweit, dass sie für den Notfall einen schnelleren Fluchtweg hatte. Ihrem kleinen Freund auf der Schulter zeigte sie die Stellen wo man jetzt gefahrlos entlang rennen konnte, denn er könnte diese vielleicht irgendwie an den Panter weitergeben; genauso wie die Warnung wo es gefährlich war einen Baum hinauf zu klettern und wo nicht. Die spitzen Nägel ärgerten sie ganz persönlich, denn dies wäre ihr erster Weg gewesen. Die dickeren Äste mochten den Panther tragen, aber mit den Nägeln würde er sich verletzten und nicht weit kommen. Sie selbst sah für sich vielleicht noch eher weiter oben im dünneren Geäst Chancen, aber es wäre auch sehr gefährlich, sich dort zu bewegen. Also blieb sie ebenerdig und bohrte ein Stöckchen in die Erde um einen der gespannten Drähte umzustecken. Ziel war es, die Falle immernoch intakt aussehen zu lassen, aber sie unschädlich zu machen. Dabei behielt sie aufmerksam ihre Umgebung im Auge und verließ sich auf ihre großen Ohren, damit sie sie warnten, falls sich jemand näherte. Langsam kroch sie voran und schielte ein paar Mal doch noch in die Baumkronen, ob darüber der Weg ins Lager vielleicht nicht einfacher wäre. Menschen bewegten sich immer am Boden, aber für Affen und Katzenhafte war der hohe Weg manchmal leichter. Maruka prägte sich ihre Umgebung genau ein und vermerkte sich weitere Fluchtwege im Geiste.
Erst einmal beobachten und nach Schwachpunkten suchen... immer ein Plan B bereit haben, das sicher das Überleben!
Das Lager selbst war trotz der Uhrzeit noch recht munter. Man hatte den Raum, den ein gefallener Urwaldriese geschlagen hatte, genutzt und mit Kahlschlag erweitert, so dass sie vermutlich nicht direkt über die Kronen der benachbarten Riesen ins Lager gelangen konnte. Auch der Gefallene Baum war nicht wirklich gut zum Anschleichen gemacht, da sie ihn rund herum frei gelegt hatten, aber trotzdem war er eine erhöhte Position im Lager, was sie sich ihre Katze merkte. Auf ihm entlang in das Lager zu spazieren, das würde gewaltig Aufmerksamkeit auf sie ziehen. Besonders wenn man diese suchte. Es wäre ein Zeichen, dass sie ihre äußeren Fallen überwunden hätte, aber ihre Privatsphäre noch soweit respektierte, dass sie sich offen zeigte. Aber noch war es nicht so weit. Erst einmal hieß es weiter beobachten und dann den bestmöglichen Auftritt planen.
Maruka sah sich weiter um und erblickte Gestalten die um ein Feuer herum saßen, über dem ein dampfender Topf hing. Ihre Nase witterte irgendeinen Eintopf.
Es wäre sicher interessant ihre Gesichter zu sehen, wenn ich mich einfach dazu setze oder frage, ob ich auch was haben kann... oder dass da Tymian rann muss! Hihi
Maruka grinste. Dann entdeckte sie zwei Wachen, die ins Dunkel hinaus starrten.
Ob sie mich überhaupt im Dunkeln sehen könnten?
Sie hielten Speere in der Hand. Einer davon war groß und breitschultrig, der andere gedrungen aber muskulös und im Dunkeln schimmerte ihre Haut ebenholzfarben.
Erstaunlich dunkle Haut! Aber nur zwei Wachen für so ein großes Lager? Sie scheinen sich sehr auf ihre Fallen zu verlassen...
Maruka spann sich in ihrem Kopf eine weitere Szene aus, wie sie vorgehen könnte.
Wenn ich auf Zeit spiele … Ich könnte einem der Wächter „erscheinen“ ...vielleicht ein bisschen schauspielern... Ihn weg locken mit leisem Gesang und weiblichen Reizen, wie Mama und dann befragen ...hm, oder ein bisschen erschrecken? Ich könnte mir mit weißer Asche eine gruselige Bemalung auf das Fell malen... Nö...dann kann ich mich im Notfall nicht so gut verstecken...
, verwarf sie wieder einige ihrer Gedanken. Sie war jetzt schon sehr nah, fast im Lager. Sie kauerte flach am Boden zwischen Farnen und abgeknicktem Unterholz, dort wo sie die Lichtung verbreitert hatten. In einem Zelt, einem von dreien, sah sie das Schattenspiel dreier Personen, die offenbar eine erregte, wenn auch leise, Diskussion miteinander führten. Die Zelte waren groß und sicher für mehrere Personen ausgelegt, wenn drei darin diskutieren konnten. Also musste sie die Anzahl der Leute die hier lagerten noch einmal ein wenig nach oben korrigieren. Sie versuchte eine Zahl zu schätzen, während sie die Wachen und auch zufällige Bewegungen im Lager genaustens beobachtete. Vielleicht gab es ja eine Stelle, wo sie unbemerkt zwischen zwei Zelten verschwinden konnte, einen toten Winkel um das Gespräch noch besser belauschen zu können. Sie musste so viel Informationen wie möglich sammeln, bevor sie entdeckt wurde, oder eben sich offenbaren würde.
Was will ich ihnen sagen? Was soll ich ihnen sagen? Pantherchen hat dazu nichts offenbart. Ich sollte ihn mal nach seinem Namen fragen. Stimmt! Pantherchen wird er bestimmt nicht gern genannt.
Trotzdem amüsierten sich beide Teile über den kleinen Kosenamen, den der schwarze Jaguar von ihr bekommen hatte.
Ich werde mir wohl oder übel was ausdenken müssen. Du machst das schon. Ach, muss ich das? Ja klar, du bist das Gehirn und ich bin der Magen!
Die Hybridin lauschte und grübelte.
Ihre erste Idee mit dem Gesang hatte etwas. Maruka konnte sich gut als schwarzen verführerischen Schemen ausgeben, als mystische Erscheinung. Ein bisschen Tanz verwoben mit lockenden Gesten und leisem Flüstern, vielleicht sogar mit einem kleinen grünen Leuchten ihres winzigen Freundes, so könnte sie einen von der Gruppe trennen und allein befragen, aber dabei könnte sie auch Pech haben und ein faules Ei erwischen, der gar nichts wusste. Dieser Plan mochte der für sie sicherste sein, da der Panther ihr dann am besten helfen könnte, falls ihr „Opfer“ der eine oder auch beide Wächter übereifrig werden sollten, aber er benötigte auch am meisten Zeit und Vorbereitung. Auch das Fehlen eines oder zwei ihrer Leute könnte schnell bemerkt und als aggressiver Akt gewertet werden, wenn etwas schief ging und das dabei etwas schief ging, war nicht ganz unwahrscheinlich.
Die zweite Variante, die Leute hier noch so gut es ging zu beobachten, zu belauschen und dann einen günstigen Zeitpunkt, oder eine gute Gelegenheit abzuwarten um einfach unter ihnen zu „erscheinen“, das war sicher der noch viel gefährlichere Plan, aber die Leute hier würden sie auch anders wahrnehmen. Maruka würde hoch pokern müssen und sehr selbstbewusst auftreten müssen. Haltung und Gang machten ihr dabei am wenigsten Sorgen, aber wie sollte sie sich ausdrücken? Sie spürte Angst in sich aufkeimen, genauso wie Zweifel, ob sie sich mit ihrem Vorschlag, mit den Menschen zu reden, nicht übernommen hatte.
Denk, daran dass du nicht alleine bist. Natürlich!!! Wie jetzt? Das ist es! Ich muss einfach in der dritten Person reden. Von Uns! Das bewirkt, dass sie wissen, dass ich nicht alleine bin und klingt sehr mystisch.
Aufmerksam beobachtete sie das Treiben zwischen den Zelten und drum herum. Die meisten Wege wählte man als Mensch automatisch und nutzte so immer den bequemsten, was nicht bedeutete, dass dieser auch der Schnellste war. In einem Lager wurde jeder Jäger und jeder noch so gefährlicher Reisender zu einem einfachen Bewohner. Man verspürte automatisch das Gefühl von Ruhe und suchte Entspannung selbst an Orten wo man wachsam sein musste. So konnte man eben auch beobachten, wie die wildesten Kerle sich am Lagerfeuer umeinander scharrten und sich Geschichten erzählten. So waren Menschen nun einmal. Je nach dem wie lange die Leute schon hier waren, und die Rodung sprach schon für ein paar Tage, so würden Maruka mal mehr und mal weniger ausgetretene Wege zwischen den Zelten finden und auch Bereiche, die wie „blinde“ Flecken im System waren. Diese suchte sie. Diese würde sie nutzen um unsichtbar noch mehr Informationen zu sammeln um dann sehr plötzlich an einer passenden Stelle aufzutauchen.
Soweit der Plan. Hoffen wir, dass nichts schief geht. Das tut es immer, aber deshalb legt man sich ja auch nicht fest. Außerdem sind wir Frau! - ??? - Und Katze! - ??? - Wir dürfen jederzeit unsere Meinung ändern, uns umentscheiden. Aha...
Maruka spürte, dass ihre Katze auf etwas lauerte. Sie hatte zwar die Geduld eines Jägers, aber irgendetwas, vielleicht war es der Vollmond oder irgendein anderer äußerer Einfluss, machte ihr inneres Tier unruhig. Sie fühlte, wie ihr seidiges Fell an der Schwanzwurzel zuckte und sich an etwas reiben wollte, wie die Katze im Innern sich auf den Rücken warf und umher rollte. Die Katze wollte in Fell beißen, seine Krallen in etwas weiches schlagen und kleine lustvolle Laute hören. Sie wollte viel lieber gestreichelt werden, anstatt hier still herum zu liegen.
Wenn das hier vorbei ist, beschäftigen wir uns mal mit deinem Zustand. Das kann ja nicht gesund sein... Ach wenn du wüsstest. Tu nicht so! Wenn du mehr wüsstest, dann würde ich es auch wissen und könnte es unterdrücken. Aber würdest du es auch wollen?
Missmutig gestand sich Maruka ein, dass es eben nicht gesund war ihr Tier zu unterdrücken. Das hatte sie lange genug getan. Ihre Katze wollte etwas und irgendwann musste sie diesem diffusen Drang nachgeben, der sich immer wieder in ihre Gedankenmuster schob, sonst würde sie wahnsinnig werden.
Aber nicht jetzt! Jetzt musst du dich ganz auf deine Aufgabe konzentrieren! Na gut, ich bin ruhig...zumindest eine Weile...bis wir wieder bei Enveri sind... oder ein anderer toller Geruch auftaucht... RUHE JETZT!
Einer der Wachen näherte sich ihrer Position. Seine bisherigen Runden hatten ihn auch immer an ihr vorbei geführt, aber das war keine Garantie, dass es so blieb. Maruka atmete sehr langsam und flach, als sie seine Stiefel unter den Farnen auftauchen sah und rührte sich nicht mehr bis er vorbei war. Vielleicht ergab sich jetzt eine Möglichkeit hinter ihm weiter in das Lager vorzudringen.
Sie brauchte noch mehr Informationen. War diese 'Gana' die Anführerin? Oder gab es hier noch jemand anderen, der das Sagen hatte? Worüber redeten sie? Worüber waren sie sich nicht einig? Hatten sie noch irgendetwas gefährlicheres als das Offensichtliche in der Hinterhand? Der Panther vermutete, dass sie nach Schätzen und Wissen suchten. Davon würde sie erst einmal ausgehen. Hatten sie Werkzeug dabei, dass man sabotieren konnte? Hatten sie einen Schwachpunkt, den Maruka finden und benutzen könnte um sie zum Weggehen zu überreden. Die blanke Warnung von Blutvergießen kam ihr im Moment eher zu wenig vor. Vielleicht gab es auch in ihrer Gruppe jemanden den sie beschützten? Sie musste nur die Strukturen verstehen und beobachten.
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 19. Januar 2017, 23:45

Vorrausschauend begann Maruka ihren Fluchtweg vorzubereiten und schaltete geschickt einige der Fallen aus, dann machte sie sich daran, das Lager zu untersuchen.
Die Wächter standen jeweils knapp außerhalb des Lichtkreises des Lagers, so dass sie nicht geblendet wurden. Allerdings wurde der Wald auch sehr schnell äußerst dunkel und war schlecht zu überblicken. So würde sie wahrscheinlich eher zuerst gehört als gesehen werden, solange sie im Wald blieb. Und die Geräuschkulisse blieb auch in der Nacht recht laut, so dass sie in dieser Hinsicht auch wenig Sorge haben musste. Soweit die guten Nachrichten.
Jemand hatte das Lager mit verstand errichtet, und so gab es eine freie Fläche bevor die Zelte begannen. Und diese war halbwegs gut beleuchtet. Es war nicht unmöglich die Strecke zu überwinden aber es bedurfte eines guten Timings und einer kleinen Portion Glück, um ungesehen in das Lager vor zu dringen. Bei einem der Zelte standen Glücklicherweise ein paar Kisten, so dass sie sich, einmal dort angekommen, verstecken konnte.
Sie nahm sich die Zeit, das Lager zu umrunden bevor sie in Betracht zog es zu betreten. Die Runde, die sie im Schatten des Waldes drehte bot ihr die Möglichkeit die Männer und Frauen im Lager zu zählen. Neben den vier Wachen und den drei Personen im Zelt entdeckte sie sechs weitere Personen, fünf davon um das Feuer, eine schlafend im Schutz des gestürzten Urwaldriesen. Als sie an der Stelle an kam, an der sie gestartet war, standen die Männer und Frauen auf, deckten den Topf zu, löschten das Feuer und begaben sich zur Ruhe, drei davon in eines der unbesetzten Zelte.

Das fehlende Licht des Feuers half ihr leider wenig, denn an strategischen Punkten hatte man Laternen aufgehängt und ihre Neugierde nagte schon eine Weile an ihr. Sie würde es ganz sicher nicht aushalten, die halbe Nacht darauf zu warten, dass mal eine erlosch! Davon ab, noch redeten die Leute im Zelt, aber wie lange noch, bis sie auch zu Bett gingen?

Sie schlich sich an die Stelle, an der die Strecke zu den Kisten die kürzeste war und harrte angespannt aus um den Best möglichen Zeitpunkt zu finden, los zu pirschen. Sekunden zogen sich in die Länge, während die beiden Wächter, die sie entdecken könnten sich einen Spaß daraus machen zu schienen, immer abwechselnd in die Richtung der Kisten und der Fläche davor zu sehen. Nunja, sie war sicher dass sie das NICHT taten, aber es wirkte trotzdem so.
Als der richtige Zeitpunkt endlich kam, musste sie ein halb entnervtes, halb erleichtertes Stöhnen unterdrücken und rannte stattdessen in geduckter Haltung und auf Samtpfoten los.

Dann hörte sie einen der Männer rufen und sie sprang so schnell sie konnte in den Schatten einer der Kisten. Kurz darauf Antwortete der andere Wächter in einer fremden Sprache.
Eng hinter an das Holz geschmiegt erwartete sie, dass jederzeit einer der Männer auftauchen würde. Sekunden verstrichen aber niemand schien Alarm zu schlagen und so entspannte sie sich wieder während das Adrenalin in ihren Adern langsam abflaute. Noch immer etwas zittrig von der Aufregung schlich sie weiter in ihrer Deckung bis sie dem Zelt nah genug war, dass ihre feinen Ohren das Gespräch innen belauschen konnten.

„ … ihn finden! Der Rest interessiert mich nicht! Und bis jetzt habe ich noch keinen Beweis gefunden, das wir überhaupt richtig sind!“
Äußerte ein angenehmer, wenn auch verärgerter Bariton. Der blonde Krieger, wenn sie sich richtig an seine Stimme erinnerte.
„Ich weiß das wir hier richtig sind! Ich kenne diese …“
Wandt eine weibliche Stimme ein, bis sie von einer weiteren Männer Stimme, diese etwas heller war, in schneidendem Unterton unterbrochen wurde.
„Wir sind richtig, und IHR habt den Beweis gefunden, junger Mann!“
Ein verächtliches schnauben seitens des blonden Hünen.
„Diese Lichtung muss der Ort der Macht sein, von dem er schrieb! Das heißt es sind nur noch wenige Tagesreisen bis wir ankommen, wir müssen es nur FINDEN!“
Die Frau lachte verächtlich.
„Nein, zuerst müssen wir den Wächter überleben!“
Der Krieger schaltete sich wieder ein.
„Wenn man dem Buch glauben kann, sollte er extrem geschwächt, wenn nicht tot sein, ich glaube nicht, dass er ein Hindernis wäre. Davon ab, vielleicht weiß er mehr.“
Jetzt sprach die hellere schneidende Männerstimme.
„Ihr glaubt tatsächlich das er Euch helfen würde?! Die Geschichten die man hört klingen mehr nach einer rasenden nachtschwarzen Bestie, denn nach etwas Vernunft begabtem. Wir sollten ihn umgehen und stattdessen den Ort absuchen.“
Jemand knirschte mit den Zähnen und der Krieger sprach wieder.
„Ja, warum solltet ihr auch mehr hören wollen … ihr seid ja nur auf der Suche nach den Aufzeichnungen …wenn ich nicht müsste, glaubt mir ich würde …“
„GENUG!“
Schritt die Frau ein.
„Wir sind alle müde und ihr streitet schon seitdem wir zurück im Lager sind. Lasst es diese Nacht gut sein, morgen könnt ihr weiter zanken!“
Einer der beiden Männer atmete hörbar ein und aus und der größte der Schemen verließ Wortlos das Zelt. Ein Blick verriet ihr, dass es tatsächlich der blonde Mann aus dem Dschungel war. Und er ging direkt an ihrem Versteck vorbei in das letzte noch leer stehende Zelt. Der Nachtwind blies ihr seine Geruchsnote ins Gesicht und ließ ihren Bauch kribbeln. Sein rauer männlicher Geruch erweckte den kleinen Teil in ihr, der schon die ganze Zeit leise irritierende Dinge in ihr Ohr flüsterte. Ob sich diese breite Brust wie stahl unter ihren Händen anfühlen würde, oder doch warm und angenehm…
„Der Junge bringt mich noch um den Verstand, Gana. Wenn er weiter so macht, wird er sterben noch bevor er seinen Teil der Abmachung erfüllt!“
Stellte der Mann im Zelt leise und Frustriert fest.
„Lass ihn seinem Dickschädel folgen, bis jetzt hat ihn noch nichts töten können … und eigentlich sollte er schon einige Male im Reich der Toten gelandet sein. Er ist zäh … versuch etwas zu schlafen, wenn einer von Euch Beiden unausgeschlafen ist, werdet ihr noch unleidlicher.“
Der Zynismus in der Stimme der Frau war unüberhörbar.
„Obacht Gana, vergiss nicht deinen Platz … und gute Nacht.“
Nun verließ auch die Frau das Zelt und machte es sich neben dem anderen Schlafenden, der Schutz unter dem großen Baumstamm suchte, bequem.
Der Mann im Zelt indessen begann einige Papiere auf einem Tisch zu ordnen und las ein paar Seiten in einem Buch, dann legte auch er sich zur Ruhe und löschte das Licht. Stille kehrte ins Lager ein.
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Maruka » Mittwoch 25. Januar 2017, 20:05

Maruka hatte eine Menge gehört, nur leider nicht alles verstanden. Die Bruchstücke der Informationen waren wie ein großes Puzzle, in dem noch Teile fehlten. Hinter den Kisten verborgen und dicht in die schwärzesten Schatten gedrückt wartete sie und lauschte. Die Zeltwände waren zum Glück nicht dick und ihre Ohren gut, selbst wenn die Personen dahinter so leise sprachen, dass ein Menschenohr sie nicht vernommen hätte, so verstand sie gut, was vor ging. Die Drei waren sich uneins in der Vorgehensweise aber sie hatten ein gemeinsames Ziel, dass sie antrieb, trotz aller Differenzen zusammen zu arbeiten. Gana, die Frau, hatte dabei die unglückliche Aufgabe, die beiden Männer immer wieder zu beschwichtigen, während jene auf ihrem Standpunkt beharrten.
Dabei haben sie alle unrecht!
„GENUG!“
Schritt die Frau ein und beendete damit den Streit.
„Wir sind alle müde und ihr streitet schon seitdem wir zurück im Lager sind. Lasst es diese Nacht gut sein, morgen könnt ihr weiter zanken!“
Einer der beiden Männer atmete hörbar ein und aus und der größte der Schemen verließ wortlos das Zelt. Ein Blick verriet ihr, dass es tatsächlich der blonde Mann aus dem Dschungel war. Und er ging direkt an ihrem Versteck vorbei in das letzte noch leer stehende Zelt. Der Nachtwind blies ihr seine Geruchsnote ins Gesicht und ließ ihren Bauch kribbeln. Sein rauer männlicher Geruch erweckte den kleinen Teil in ihr, der schon die ganze Zeit leise irritierende Dinge in ihr Ohr flüsterte.
Ob sich diese breite Brust wie Stahl unter meinen Händen anfühlen würde, oder doch warm und angenehm…?
Bilder von seiner nackten Haut unter ihrem weichen Fell malten sich in ihren Geist. Marukas innere Katze warf sich rollend auf den Rücken und suhlte sich in dieser Duftnote, bis der menschliche Teil sich erinnerte, dass sie sich in einer durchaus gefährlichen Situation befand.
Ich brauche wirklich... wirklich dringend etwas, wo ich rein beißen darf... vorzugsweise, einen starken männlichen Nacken...
„Der Junge bringt mich noch um den Verstand, Gana....“
Mich auch!
Maruka verdrehte über ihre eigenen Gedanken die Augen.
Vor wenigen Stunden lassen ich mich noch von Enveri kraulen und jetzt glotze ich einem völlig fremden Kerl hinterher, weil er starke Muskeln hat... Was bin ich doch für ein böses Miezekätzchen! JA! Wankelmütig, unstet, untreu ...Wieso untreu? Enveri hat keinen Anspruch geltend gemacht! Aber...
„...Wenn er weiter so macht, wird er sterben noch bevor er seinen Teil der Abmachung erfüllt!“
Stellte der Mann im Zelt leise und frustriert fest und riss damit Maruka aus ihren Gedanken.
„Lass ihn seinem Dickschädel folgen, bis jetzt hat ihn noch nichts töten können … und eigentlich sollte er schon einige Male im Reich der Toten gelandet sein. Er ist zäh … versuch etwas zu schlafen, wenn einer von euch beiden unausgeschlafen ist, werdet ihr noch unleidlicher.“
Der Zynismus in der Stimme der Frau war unüberhörbar.
„Obacht Gana, vergiss nicht deinen Platz … und gute Nacht.“
Nun verließ auch die Frau das Zelt und machte es sich neben dem anderen Schlafenden, der Schutz unter dem großen Baumstamm gesucht hatte, bequem.
Der Mann im Zelt, bzw. sein Schemen, begann derweil einige Papiere auf einem Tisch zu ordnen und las ein paar Seiten in einem Buch. Dann legte auch er sich zur Ruhe und löschte das Licht. Stille kehrte ins Lager ein und Maruka stand nun vor einer quälenden Auswahl an Möglichkeiten, was sie nun tun könnte. Seit das Licht erloschen war, grübelte sie angestrengt. An Ideen mangelte es ihr nicht, aber wie immer waren sich ihre tierischen und menschlichen Anteile nicht ganz einig.
Hier in diesem Zelt ist der ältere der beiden Männer...der mit weniger Testosteron in der Stimme... Ja, er ist Kopf betonter. Er scheint Pläne oder ein paar Aufzeichnungen zu besitzen, die sie hier her geführt haben. Und sie suchen nach weiteren. Wenn wir die vorhandenen unbemerkt stehlen könnten, dann drehen sie vielleicht von selbst um, oder beschuldigen sich vielleicht sogar gegenseitig. Auf jeden Fall wäre es eine willkommene Verzögerung!... Wenn. Wenn wir aber erwischt werden, wenn er aufwacht, dann können wir immernoch auf mystisches Wesen machen und die Botschaft des Wächters überbringen. Dass wir dann in seinem Zelt sind, könnte allerdings schon sehr aggressiv gewertet werden. Sie gehen ohnehin schon von einer Bestie aus. Nicht perfekt, aber immerhin eine gute Möglichkeit einen der Männer allein zu erwischen und mit ihm zu reden. Auch wenn wir bei Entdeckung wahrscheinlich eher schlechte Chancen auf eine gesittetes Gespräch haben... Wenigstens scheint er der Kopf des Vorhabens zu sein, was vermuten lässt, dass er nich sofort angreifen wird. Und was ist mit dem Leib des Vorhabens? Dem Krieger? Er ist auch allein in seinem Zelt. Er ist der ganzen Sache sowieso abgeneigter als der Andere. Er würde uns bestimmt mehr zuhören... Oder wir schleichen uns in seine Träume, so wie der Wächter es bei uns getan hat. Nur kann ich das nicht. Können wir nicht? Oh, aber es gibt andere Wege. Wir können ihn eher für uns gewinnen. Er riecht gut. Er ist bereit. Ihn könnten wir leichter verführen. Verführen? ...auf unsere Seite ziehen. Selbst wenn er erwacht, wäre er derjenige, der für ein ...Gespräch am zugänglichsten wäre. Das weiß ich! Das wittern wir! Hm...
Maruka überlegte hin und her. Der menschlichere Teil in ihr war erstaunlicher Weise für den gefährlicheren Part, der aber mehr Erfolg versprach, wohingegen ihr tierischer Anteil seiner Nase folgen wollte und damit eine eher „friedlichere“ Lösung anstrebte. Es war zum verrückt werden.
Und vergiss nicht, was du dem Tier versprochen hast.
Maruka zog angestrengt das Gesicht kraus und stellte die Schnurrhaare steil nach vorne.
Ja ja. ...nicht mehr unterdrücken! Genau. Lass uns dem Instinkt folgen... Aber der spinnt im Moment völlig rum! Ach das geht vorbei, wie beim ersten Mal. Drei Tage, dann kannst du wieder die Führung übernehmen. Den ersten Tag haben wir schon geschafft und morgen werden wir uns irgendwo dran reiben! Oder an irgendwem.
Der Serval schnurrte genüsslich in ihrem Innern und rollte sich einmal quer über ihre Seele. Es war ein merkwürdiges Gefühl und Maruka, ahnte, dass sie akzeptieren musste, dass es fortan immer so sein würde. Mindestens einmal im Monat. Ihre Katzenhafte Seele hatte in diesen Tage an Stärke gewonnen und sie hatte sich selbst versprochen sich nicht mehr zu beschneiden. Also zuckte sie mit den Achseln und schlich verborgen hinter den Kisten weiter zum Zelt des Kriegers.
Außerdem ist es ja nicht so, als ob wir eines gegen das andere tauschen müssen und eigentlich... ich möchte auch nicht zur Diebin werden... Wenn er wach wird und reden will, dann wird er früher oder später vielleicht auch die Anderen zu Rate ziehen wollen. Bis dahin müssen wir nur den bestmöglichen Eindruck machen! Das kriegen wir hin! Lass mich nur machen...
Letzteres kam so überzeugt, dass Maruka merkte, dass sie sich voller Vorfreude die Lippen leckte. Einerseits wollte sie ihre Katze schon wieder schelten, dass sie unvernünftig und so … so seltsam umtriebig handelte, aber andererseits wollte sie auch ihren Instinkten vertrauen. Ihr Körper spannte sich und in der Erregung des Anpirschens an ihre Beute, ließ sie dann endlich das Denken ein wenig in den Hintergrund treten. Sie folge seinem Geruch, blähte die kleinen Nasenlöcher weit auf und öffnete den Mund um seinen Duft auf ihrer Zunge zu schmecken. Sie war schon ganz nah und ihr Kiefer zitterte leicht vor lauter Aufregung, wie ein Vögelchen das schnatterte, so schnell. Als sie nah an seinem Zelt war, hielt sie lautlos inne und lauschte auf seinen Atem. Sie lauschte seinem Rhythmus und nutzte die lauteren Intervalle um sich voran zu arbeiten. Die Zeltplanen lagen lose übereinander, aber sie wollte lautlos hinein huschen, wenn er wieder eines dieser leisen Seufzer tat, die ihre Geräusche in seinen Ohren überdecken würden.

Drinnen war es finster und die Schwärze legte sich wie ein Mantel um sie. Selbst ihre Katzenaugen hatten hier ihre Grenzen, also wartete sie einen Moment absolut still, biss sie zwischen schwarz und dunkelgrauen Schemen unterscheiden konnte. Vorsichtig und sehr langsam schob sie sich vorwärts. Das Zelt war nicht so riesig, dass sie nicht schnell seinen Schlafplatz finden konnte. Mit Kriegern kannte sie sich aus und sie umging die Waffen und Rüstungsteile, die scheppernde Geräusche machen könnten. Jeder Schritt wurde mit Bedacht gesetzt und hatte nur ein Ziel.
Was würde ich tun, wenn sich etwas in meinem Zelt an mich anschleichen würde? Ich würde nach dem Dolch unter meinem Kissen greifen und so tun als schliefe ich...
Maruka schmunzelte in sich hinein. Das alles war herrlich aufregend und ließ ihre Haut unter dem kurzen schwarzen Fell prickeln. In der Nähe seines Schlafplatzes sah sie sich nach offenen Waffen um, die er schnell greifen könnte und platzierte sich dann so über ihm, dass sie ihn notfalls davon abhalten könnte. Versteckte Waffen waren nun mal versteckt und sie konnte ihn ja nicht bitten, mal kurz den Kopf anzuheben.
Der Überraschungseffekt ist auf unserer Seite... also... sind wir jetzt erst mal gaaanz lieb und anschmiegsam...
Maruka beugte sich näher zu ihm herab und schnupperte an seinem Gesicht. Vielleicht kitzelten sogar ihre Haare einen Teil seiner Wange. Wenn er fest schlief, dann würde er vielleicht eine Hand unbewusst nutzen um das Kitzeln zu beseitigen und sich drehen. Sie wollte sein Gesicht sehen. Schmunzelnd wich sie seinen Bewegungen aus, nur um sogleich noch näher zu rücken und ihre Samtpfote leicht auf sein Herz zu legen, als er sich offenbarte. Eine Berührung so sanft, dass er sie kaum spüren sollte und so bedacht, dass sie nur langsam das Gewicht erhöhte um den Kontakt herzustellen. Ihre Geste war ein wenig so, wie es der Panther in ihrem Traum gemacht hatte, bos viel zärtlicher. Sie hockte nun breitbeinig über ihm und beobachtete die zuckenden Lider, mit den hellen Wimpern. Er war schon eine Augenweide. Ein bisschen wie die Mantroner ihrer Heimat, eben genau ihr Typ, breitschultrig, gestählte Muskeln, rau und oft kantig, aber in der Seele tapfer, gut und ehrenhaft. Wieso ging sie bei ihm auch davon aus? Es war dieser kleine Teil, den er gesagt hatte... dass er nicht würde, wenn er nicht müsste... Vielleicht konnte sie ihn davon überzeugen, dass es schlecht war hier zu sein und dass es vielleicht besser war, nicht zu müssen. Die Katze in ihr dachte nicht so viel. Sie näherte sich seinem Mund und ihre rosa Zunge leckte über ihre eigenen spitzen Zähne, bevor sie sich wieder versteckte und ein paar gehauchten Worten Platz machte:
„Dein Duft hat uns gerufen...“
Maruka gab sich Mühe ihre Stimme dabei so sanft wie möglich klingen zu lassen und dachte dabei an Manthalas Flüstern. Die Stimmer der Göttin war wie nachtschwarzer Samt gewesen, unendlich schön, mystisch und geheimnisvoll. Vielleicht half ihr ihre Göttin vielleicht ein bisschen bei ihrem Vorhaben, auf jeden Fall fühlte Maruka sich gut dabei. Schließlich ging es hier um Verhandlungen auf einer sehr tief gehenden und sehr emotionalen Ebene. Maruka wollte und versuchte nach besten Kräften es ihr gleich zu tun und sie nicht zu enttäuschen.
„...wir sind dir gefolgt und haben dich gefunden...“
Die Hand über dem Herzen, dicht an der Kehle des Mannes blieb wo sie war. Die Andere strich ihm sanft eine verirrte Strähne glatt und liebkoste dann mit der Außenseite der Finger seine Wange. Maruka war sich bewusst, dass sie ihn so langsam vom Traum in die Realität holte, aber die Berührungen waren so sanft, dass sie ihn noch ein paar Momente einlullen sollten, ihn sich fragen lassen sollten, ob das hier wirklich passierte. Ebenso war sie sich ihrer Haltung mehr als nur bewusst. Ihre Schenkel lagen dicht an seinen Lenden, ihre Unterschenkel fest am Boden, damit sie nicht so leicht um-gerungen werden konnte, so wie sie es mit dem Panther getan hatte. Sie hatte ihren Körper näher an ihr „Opfer“ gebracht, einen tieferen Schwerpunkt und damit einen sicheren Halt.
„Du bist stark... „
Sie hauchte über seine Lippen und streichelte kurz mit ihrer Schläfe an seinem Kinn entlang. Ein fernes Schnurren baute sich in ihrem Leib auf, aber sie hielt es leise.
„...und gewiss ein würdiger Gegner, aber wir möchten nicht gegen dich kämpfen. Dein köstliches Blut soll diese Nacht nicht die Erde tränken. Höre uns! Höre den Wald und die Wächter!“
Sie ließ ihr Lächeln in die heißen Worte fließen, die seine Haut streiften, damit er hörte, dass sie es gut meinte, ja sogar mit ihm flirtete. Dann richtete sie sich wieder ein klein wenig auf und sah auf seine bebenden Lider.
„Bleibe nicht hier um zu sterben. Geh um zu leben und nimm die deinen mit dir.“
Sie wartete lächelnd, bis sich ungläubig seine Wimpern hoben und sie in seine Augen blicken konnte.
„Hast du uns verstanden, Mensch?“
Maruka war mit sich und ihrer Darbietung durchaus zufrieden. Sehr mystisch und doch auch sympathisch, so hoffte sie! Die „Wir-Form“ brachte einen Schuss Irrsinn in dieses Schauspiel und ihre Erscheinung, ihre weiblichen Reize sollten auch einen guten Teil beigetragen haben, dass sie nun seine volle Aufmerksamkeit nun hatte. Sogar das „Wir“ war hier vor Ort keine Lüge, denn ihr kleiner grüner „Funken-freund“ war ja auch noch tief in ihren Haarsträhnen verborgen. Gleichzeitig funkelten ihre Augen vor Erregung, denn was auch immer sie hier „nur“ spielte, es war auch viel wahres dabei. Ihre Katze wollte sanft in diese Lippen beißen, seinen Atem stehlen und seine Arme spüren, aber gleichzeitig war sie sich auch der Gefahr bewusst, die der Mann unter ihr dar stellte. Deshalb legte sie nur den Kopf fragend leicht zur Seite und musterte den erwachenden Krieger. Sollte er Anzeichen von Unwohlsein zeigen, würde sie sofort beide Hände in abwehrender Geste zeigen und sich dann langsam erheben. Akzeptierte er sie jedoch, so würde sie sich bequem auf seiner breiten Brust nieder lassen und seiner brummenden Stimme lauschen.
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Erzähler » Sonntag 29. Januar 2017, 23:07

Das war das Problem an vielen Möglichkeiten – man wusste nie, welches die Beste war. Maruka folgte diesmal ihrem Instinkt und nicht dem Verstand. Bisher hatten ihre tierische Seite ihr im Dschungel immer gut weiter geholfen, aber diesmal waren Menschen im Spiel …
Außerdem, sie war doch eine ehrenhafte Mantronerin, Diebstahl kam da nicht in Frage! Nur … ihr Körper war wie geschaffen für dergleichen und Manthala die Göttin der Hinterlist hatte sie unter ihren Schutz gestellt … aber nur weil man die Möglichkeiten und die passende Gottheit dazu hatte, hieß das noch lange nicht, dass man mit seinen Grundsätzen brach! Davon abgesehen, dieser Krieger …
Der Rausch, der sie ergriff, als sie auf das Zelt zu schlich fühlte sich gut an. Es war immer wieder eine Freude, ihrem schlanken Körper die Möglichkeit zu geben, sein volles Potential auszuschöpfen.
Und wie er das tat! Das flattern des Zeltstoffes war perfekt mit einem tiefen ausatmen des Kriegers synchronisiert und ihre weichen Ballen ließen sie geräuschlos über den Boden huschen. Das Innenleben des Zeltes war bescheiden und äußerst ordentlich. Ein Umstand, der das Schleichen deutlich erleichterte. Die Plane war nicht völlig blickdicht und so ließ sie eine Spur aus Restlicht hindurch. Bei weitem nicht genug, um einen Menschen mehr als nur Schemen sehen zu lassen, aber ihre hybriden Augen konnten mehr Informationen aus dem Zwielicht ziehen. Die Rüstung, wenn er eine dabei hatte, musste irgendwo verpackt sein, aber ein Schwert lehnte in der Nähe des schlafenden an einer Kiste. Der blonde Mann lag auf der Seite, sein Lager war eine simple Decke auf dem Boden. Er hatte einen Umhang zusammengeknüllt und nutzte ihn als Kopfkissen, beide Hände waren daruntergelegt und stützten seinen Kopf. Sein Oberkörper war nackt, eine Decke bedeckte seinen Körper ab dem Bauchnabel.
Und WAS für ein Körper! Er lag entspannt da und so traten seine Muskeln nicht allzu deutlich hervor, aber selbst jetzt ließ sich erahnen was für eine Kraft in ihm stecken musste. Seine Schultern und Brust waren breit, liefen aber in einer Schmalen Hüfte und langen Beinen aus.

Maruka beugte sich näher zu ihm herab und schnupperte an seinem Gesicht.

Er roch jetzt etwas sauberer – musste sich also gewaschen haben – aber noch immer haftete ihm dieser männliche Geruch an und die Note aus Metall und Leder. Einige Strähnen ihres Rabenschwarzen Haars verirrten sich aus ihrem Schopf und kitzelten ihn. Mit einem verärgerten Brummen versuchte er das Kitzeln zu verscheuchen und drehte sich dabei auf den Rücken, noch immer eine seiner Hände unter dem ‚Kissen‘.

Schmunzelnd wich sie seinen Bewegungen aus, nur um sogleich noch näher zu rücken und ihre Samtpfote leicht auf sein Herz zu legen, als er sich offenbarte. Eine Berührung so sanft, dass er sie kaum spüren sollte und so bedacht, dass sie nur langsam das Gewicht erhöhte um den Kontakt herzustellen. Ihre Geste war ein wenig so, wie es der Panther in ihrem Traum gemacht hatte, blos viel zärtlicher.

Sie konnte ihre schwarzen schlanken Finger deutlich vor seiner hellen Haut erkennen und sah, wie seine Brustmuskulatur sich etwas anspannte.

Sie hockte nun breitbeinig über ihm und beobachtete die zuckenden Lider, mit den hellen Wimpern. Er war schon eine Augenweide.

Sein Gesicht wirkte fast jugendlich, wenn es im Schlaf entspannt war, aber jetzt sah sie seinen Zügen an, dass er dabei war, zu erwachen. Leichte furchen bildeten sich auf seiner Stirn und seine Mundwinkel sanken. Ein Bartschatten lag über einem breiten Kinn und einem definierten Kiefer. Seine Züge waren symmetrisch, die Nase etwas breiter, die Augenbrauen buschig aber nicht unförmig. Er war älter als Baltos und trotzdem erinnerte viel an dem Krieger sie an die Männer aus Mantron.
Ehrlichgesagt machte er sogar mehr her als ihr erster Schwarm. Dieser war damals noch jung gewesen, hier hatte sie es mit einem echten Mann zu tun, einem, der den Narben auf seinem Oberkörper zu urteilen bereits einige Schlachten geschlagen hatte, aber noch immer in den Besten Jahren war.
Aber vermutlich traf das auf Baltos inzwischen auch zu.

Sie näherte sich seinem Mund und ihre rosa Zunge leckte über ihre eigenen spitzen Zähne, bevor sie sich wieder versteckte und ein paar gehauchten Worten Platz machte:
„Dein Duft hat uns gerufen...“


Maruka wollte sich Mühe geben, ihre Stimme so sanft wie möglich klingen zu lassen und scheute sich nicht, dabei insgeheim auf Manthalas Segen zu hoffen.
Als ihre Stimme ihre Kehle verließ, war sie leise und rau. Ein versprechen sprach daraus, dessen sich Marukas Menschliche Seite noch nicht bewusst war.
Diesem Fremden so nah zu sein … sie wusste nicht, ob es nur das Verlangen des Servals war, die seine Lippen so verführerisch aussehen, ihr Herz fest gegen ihren Brustkorb klopfen und ihren Verstand sich vernebeln ließ. Vielleicht war da auch ein Teil Mensch in ihr, der ob der Intimität des Moments langsam die Zügel fallen ließ und bei weitem nicht so nüchtern war, wie es die Situation eigentlich verlangte.

„...wir sind dir gefolgt und haben dich gefunden...“
Die Hand über dem Herzen, dicht an der Kehle des Mannes blieb wo sie war. Die Andere strich ihm sanft eine verirrte Strähne glatt und liebkoste dann mit der Außenseite der Finger seine Wange. Maruka war sich bewusst, dass sie ihn so langsam vom Traum in die Realität holte, aber die Berührungen waren so sanft, dass sie ihn noch ein paar Momente einlullen sollten, ihn sich fragen lassen sollten, ob das hier wirklich passierte. Ebenso war sie sich ihrer Haltung mehr als nur bewusst. Ihre Schenkel lagen dicht an seinen Lenden, ihre Unterschenkel fest am Boden, damit sie nicht so leicht um-gerungen werden konnte, so wie sie es mit dem Panther getan hatte. Sie hatte ihren Körper näher an ihr „Opfer“ gebracht, einen tieferen Schwerpunkt und damit einen sicheren Halt.


Sie spürte, wie der Mann unter ihr sich immer mehr anspannt und seine Wimpern flatterten leicht.

„Du bist stark... „
Sie hauchte über seine Lippen und streichelte kurz mit ihrer Schläfe an seinem Kinn entlang. Ein fernes Schnurren baute sich in ihrem Leib auf, aber sie hielt es leise.


Ein leises Stöhnen erklang aus dem Mund des Mannes und sie spürte, wie er ganz leicht sein Gesicht in Richtung ihrer Bewegung drehte. Einige Haare ihres Fells verfingen sich kurz in den Stoppeln auf seiner Haut.

„...und gewiss ein würdiger Gegner, aber wir möchten nicht gegen dich kämpfen. Dein köstliches Blut soll diese Nacht nicht die Erde tränken. Höre uns! Höre den Wald und die Wächter!“
Sie ließ ihr Lächeln in die heißen Worte fließen, die seine Haut streiften, damit er hörte, dass sie es gut meinte, ja sogar mit ihm flirtete. Dann richtete sie sich wieder ein klein wenig auf und sah auf seine bebenden Lider.
„Bleibe nicht hier um zu sterben. Geh um zu leben und nimm die deinen mit dir.“
Sie wartete lächelnd, bis sich ungläubig seine Wimpern hoben und sie in seine Augen blicken konnte.
„Hast du uns verstanden, Mensch?“
(…) Ihre Katze wollte sanft in diese Lippen beißen, seinen Atem stehlen und seine Arme spüren, aber gleichzeitig war sie sich auch der Gefahr bewusst, die der Mann unter ihr dar stellte. Deshalb legte sie nur den Kopf fragend leicht zur Seite und musterte den erwachenden Krieger. Sollte er Anzeichen von Unwohlsein zeigen, würde sie sofort beide Hände in abwehrender Geste zeigen und sich dann langsam erheben. Akzeptierte er sie jedoch, so würde sie sich bequem auf seiner breiten Brust nieder lassen und seiner brummenden Stimme lauschen.


Der Mann musterte sie eingehend, so als versuchte er, mehr aus der schwarzen Fläche zu lesen, die sie für ihn sein musste. Natürlich abgesehen von ihren leuchtend blauen Augen. Sein Arm, der noch immer unter dem Kissen lag, spannte sich an und sie wollte schon den Rückzug antreten, da entspannte er sich wieder und ein abschätzender entschlossener Blick trat auf sein Gesicht.
Das Tier in Maruka schreckte davor zurück, sich nun entspannt auf seiner Brust nieder zu lassen. In gewisser Weise war der Mensch ein Raubtier und die Wachsamkeit in seinem Blick verriet ihr, dass er, nein, dass sie Beide für eine solche Geste längst nicht bereit waren. Auch wenn sie ihm eine Hand reichte waren sie, wie sie selbst gerade festgestellt hatte, Gegner. Und auch aufstehen wäre vielleicht nicht die Beste Idee, schließlich hatte sie zumindest auf Körperlicher Ebene eine enge Verbindung hergestellt, womöglich half diese ihn weiter auf ihre Seite zu ziehen.
„Bist du dir sicher, dass das alles ist, was du von mir willst?“
Fragte der Mann kritisch mit einer gewissen Heiterkeit in der angespannten Stimme. Er zog die Hand langsam unter seinem Kopf hervor und öffnete sie, um zu verdeutlichen, dass sie leer war.
„Ich will auch nicht kämpfen, siehst du? Jetzt muss niemand bluten, denn wir können vorher miteinander reden. Ich muss dorthin, verstehst du? Aber du kannst mich führen, dann störe ich den Frieden dieses Ortes nicht und bin wieder Weg, ehe du dich versiehst – wenn du das wirklich möchtest.“
Er zwinkerte ihr grinsend zu. Während er sprach bewegte er sich etwas, sie hörte es aber sie spürte es auch, als er sein Bein ein wenig hob und ihren Innenschenkel streifte. Er machte nicht den Eindruck als wolle er sie Angreifen, aber er schien etwas aus zu hecken.
„Ich bin Liam, wie heißt … ihr …du?“
Er hielt seine Stimme die ganze Zeit über gesenkt, so dass er niemandem im Lager alarmieren würde.
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Maruka » Montag 30. Januar 2017, 22:30

Der Mann musterte sie eingehend, so als versuchte er, mehr aus der schwarzen Fläche zu lesen, die sie für ihn sein musste. Natürlich abgesehen von ihren leuchtend blauen Augen die selbst das wenige Restlicht hier im Zelt einfingen und sie zum Glühen brachten. Sein Arm, der noch immer unter dem Kissen lag, spannte sich an, wölbte seinen schönen Muskeln und sie wollte schon den Rückzug antreten, da entspannte er sich wieder und ein abschätzender entschlossener Blick trat auf sein Gesicht.
Er will nicht, dass ich gehe. ...mutig... trotzdem...
In gewisser Weise war der Mensch auch ein Raubtier und die Wachsamkeit in seinem Blick verriet ihr, dass er, nein, dass sie beide immernoch Gegner waren. Aber auch aufstehen wäre vielleicht nicht die beste Idee, schließlich hatte sie zumindest auf körperlicher Ebene eine enge Verbindung hergestellt und womöglich half diese ihn weiter auf ihre Seite zu ziehen.
„Bist du dir sicher, dass das alles ist, was du von mir willst?“
Fragte der Mann kritisch mit einer gewissen Heiterkeit in der angespannten Stimme.
Was... was sollte ich sonst noch von ihm wollen?...
Die Katze in ihr drückte sich beide Pfoten fest auf die Stirn und stöhnte leise vor Verzweiflung auf. Junge Menschenmädchen konnten wirklich schwer von Begriff sein, selbst wenn ihr Instinkt ihr den Weg wies. Er zog die Hand langsam unter seinem Kopf hervor und öffnete sie, um zu verdeutlichen, dass sie leer war und Maruka entspannte sich auch ein wenig mehr, wenn gleich sie immernoch nicht ihre Hand dazu bewegen konnte seine wundervolle feste Brust zu verlassen.
„Ich will auch nicht kämpfen, siehst du? Jetzt muss niemand bluten, denn wir können vorher miteinander reden. Ich muss dorthin, verstehst du?...“
Warum?
„...Aber du kannst mich führen, dann störe ich den Frieden dieses Ortes nicht und bin wieder weg, ehe du dich versiehst – wenn du das wirklich möchtest.“
Er zwinkerte ihr grinsend zu und Marukas Ohren zuckten irritiert.
...wenn ich das wirklich möchte...?? Hier geht es doch nicht um mich, sondern um...
Während er sprach bewegte er sich etwas, sie hörte es kommen aber sie spürte es vor allem, als er sein Bein ein wenig hob und ihren Innenschenkel streifte. Ein merkwürdiges heftiges Ziehen zuckte durch ihre Muskulatur und sammelte sich in kleinen elektrischen Entladungen am Scheitelpunkt ihrer Schenkel. Unwillkürlich hatte sie den Drang ihr Beine zusammen zu pressen, aber da lag der Mann dazwischen. Und plötzlich war es auch so warm um sie. Als hätte sich die Umgebungstemperatur schlagartig um drei oder vier Grad angehoben und wäre Maruka ein Mensch gewesen, sie hätte sich sofort die Kleider vom Leib gerissen. Mantroner vertrugen Hitze nicht so gut. Da sie das aber nicht mehr war, begannen ihr nur die Ohren zu glühen und zwischen ihren Krallen begann sich ihr Fell leicht zu kräuseln, als würde sie feuchte Finger bekommen. Ihre Katze wollte sich lecken, das Fell mit Feuchtigkeit benetzten, damit sie sich abkühlen konnte, aber das ging im Moment nicht und außerdem war es doch auch nicht wärmer geworden! Der Speichel sammelte sich in ihrer Kehle und sie musste schlucken. Sie öffnete die Lippen zu einem schmalen Spalt und begann leicht zu hecheln.
Das ist doch Unsinn!
, schalt sie sich und konzentrierte sich wieder auf sein Gesicht... was auch nicht besser war. Er machte nicht den Eindruck als wolle er sie angreifen, aber er schien etwas aus zu hecken. Lächelte er verschmitzt? Sie erkannte diesen Ausdruck von ihrem Vater. Meistens hatte er ihr kurz drauf irgendeinen Auftrag gegeben, der sie für Stunden aus dem Haus hinaus auf die Jagd getrieben hatte und wenn sie zurück war, dann war ihre Mutter immer so gut gelaunt gewesen, dass sie gesungen hatte.
„Ich bin Liam, wie heißt … ihr …du?“
Er hielt seine Stimme die ganze Zeit über gesenkt, so dass er niemandem im Lager alarmieren würde. Dieses dunkle Brummen unter ihren Händen machte sie noch verrückt. Ihre Krallen wollten heraus zucken, also hob sie sicherheitshalber leicht die Finger an, spreizte sie, damit sie ihn nicht aus versehen verletzte. Die kleine Bewegung fühlte sich fataler Weise aber so gut an, sodass es nicht bei der einen blieb. Der Kontakt zwischen ihrer weichen nackten Handfläche und ihrer Haut war einfach zu köstlich. Wie sollte sie sich nur auf ihre Mission konzentrieren, wenn jeder Muskel dieses Mannes ein gefundenes Fressen für ihre Sinne war.
Ob er so gut schmeckt wie er duftet?
Machte er das mit Absicht? Selbst wenn ja, woher sollte Maruka das schon wissen. Was sie aber merkte, dass ihre Unruhe weiter anstieg und sich in einem nervösen Zucken ihrer Schwanzwurzel bemerkbar machte.
Reden! Ja, das war der Plan! Rede mit ihm!
„Liam ...“
, kostete sie seinen Namen flüsternd auf ihrer Zunge und er gefiel ihr.
Lecker...
Ehrlich gesagt, gefiel ihr ALLES an diesem Mann. Nicht nur, dass er sie unbewusst an ihre erste Jugendliebe erinnerte, mit er er einige Gemeinsamkeiten teilte, mit seinen durch und durch männlichen Zügen, der scharfen Kinnkante und den Lippen, die sie lecken wollte. Es war das ganze Paket! Nicht nur der Körper, der zugegebenermaßen gerade 90% ihrer Wahrnehmung einnahm. Er schien zu wissen was er tat... ganz im Gegensatz zu ihr. Irgendwo in ihrem weit entfernten Hinterstübchen dämmerte es ihr vielleicht, dass das hier auch ein gewaltiger Fehler sein könnte und ein winziger Funken schlechten Gewissens regte sich. Vor wenigen Stunden hatte sie noch in Enveris Armen gelegen und jetzt lag sie quasi in den Armen des Feindes. Aber wie das so war, bei hormongesteuerten, vollkommen verwirrten und gänzlich überforderten Wesen, die ihren Platz noch in der Welt finden mussten, die dachten nicht wirklich vernünftig! Trotzdem musste sie etwas sagen.
„Wir … wir haben keinen Namen bekommen, der berichten könnte, wer wir sind. Wir sind... vielfältig und nicht allein. Wir sind der Bote.“
Das war auch nicht gelogen. Maruka hatte nie ihren Namen bekommen, wie die anderen Mantroner und wusste nicht so recht, ob sie ihm einfach ihren Geburtsnamen sagen sollte. Ihre Rolle als mystisches Wesen, als geheimnisvolle Botschafterin des Wächters war wichtig und sie sollte sich wohl möglich nicht zu schnell enträtseln lassen, also beschloss sie erst einmal bei dieser vagen Formulierung zu bleiben. Und allein war sie ja genaugenommen auch nicht. Aber irgendwie musste sie ihm einen Namen sagen, damit er sie ansprechen konnte... Sie überlegte, legte den Kopf leicht schief und bezog ihn kurzerhand in ihre Gedanken mit ein.
„Welchen Namen würdest du uns geben, wenn du wählen dürftest? Du musst darauf aber nicht antworten. Du musst auf nichts antworten, denn wir sind nur hier … um euch zu warnen. “
Ist das die reine Wahrheit? ...nur zum warnen??
, fragte die Katze den Menschen und erwartete genau sowenig eine Antwort.
Die Frage nach einem Namen war gewiss schwer für ihn zu beantworten, aber manchmal waren es die ersten Momente, wenn man jemanden kennen lernte, die einen solchen Namen bildeten. Was würde er in ihr sehen? Einen Schatten? Ein Funkeln wie Sterne oder des Mondes? Würde er seine Sinne befragen, sie berühren und sie wie Seide beschreiben, die sich wie die Nacht über ihn legte?
„Die die hier bei dir ist, ist geneigt dir zu glauben, dass du auch kein Blutvergießen möchtest.“
Trotzdem war da dieses Gefühl, dass er etwas im Schilde führte. Etwas, dass sie nicht so recht verstand. Sie war hin und her gerissen zwischen ihrer Neugierde, was es war und dem Verlangen schnellstens hier zu verschwinden. Hatte sie Angst? Ja, natürlich und diese Angst hatte ihr schon oft das Leben gerettet. Doch dieser Mann hatte eine fast magnetische Wirkung. Sie biss sich leicht auf die Unterlippe, was die kleinen Eckzähne verstohlen funkeln ließ. Lächelte sie, als sie ihre schwarzen Finger auf seiner hellen Brust betrachtete? Konnte sie sich eingestehen, dass das nicht nur bloße Neugierde war, sondern die magische Faszination die sie schon ein oder zwei Mal in ihrem Leben in wagen Ansätzen hatte fühlen dürfen, aber noch nie ausgelebt hatte? Der scharfe Kontrast zwischen ihrer Dunkelheit und seinem Licht war fast hypnotisch und das machte ihr Angst. Sie war das Raubtier mit vielen kleinen Klingen und Reißzähnen und sie fürchtete sich vor einem Mann, der unter ihr lag? Konnte das sein? Und warum flüchtete sie dann nicht?
Anscheinend werde ich wirklich langsam verrückt... oder mutig?
Ein Teil von ihr wollte einfach alles um sie herum vergessen und sich ganz seiner Führung hingeben. Dieser Teil war durch und durch hungrig und brannte geradezu vor Neugierde. Dieser Teil war es der ihre Nervenenden in hellen Flammen auflodern ließ, sobald er sich bewegte und sie mit süßen Qualen folterte. Ein anderer Teil, zugegebenermaßen ein sehr leiser, versuchte mit aller Macht ihren letzten Rest Vernunft zusammen zu halten.
Ich muss ...ja was muss ich...ich... ...Reden? Oder doch lieber lecken? Konzentration!
Maruka richtete sich betont langsam etwas weiter auf, zumal sie seinem Gesicht noch sehr nah gewesen war, viel näher, als das sie sich im Licht eingestanden hätte. Dabei senkte sich andererseits ihr Hintern langsam ab. Aber der Abstand zu seinem heißen Atem half ein wenig, zumindest für den Moment, bildete sie sich ein. Ihre Hand kurz unter seiner Kehle wanderte dabei langsam tiefer und was beiläufig hätte sein können, fühlte sich mehr und mehr wie neugieriges Erkunden oder wie Streichen an. Hatte da eben seine Bauchmuskulatur gezuckt?
„Wir müssen dich warnen. Wir haben gute Ohren und wir haben euren Streit gehört und wir müssen sagen, ihr irrt euch alle.“
Maruka fuhr ganz vorsichtig die senkrechte Rinne, die seine Muskeln bildeten, von seinem Brustbein bis zu seinem Bauchnabel hinab. Solange sie seinem heißen Atem nicht direkt ausgesetzt war, war es leichter mit ihm.
...leichter mit ihm zu spielen.
Die Katze in ihr grinste von einem großen Ohr zum anderen, während die menschliche Seite versuchte die passenden Worte zu finden. Sie versuchte die Worte des belauschten Gesprächs zu verwenden.
„Ihr solltet eurem Buch nicht glauben kann, in dem es heißt, er wäre extrem geschwächt, wenn nicht sogar tot. Ich kann bezeugen, dass ihn unter diesen Sternen noch wohlauf gesehen habe.“
Maruka holte tief Luft und sprach flüsternd weiter. Das Sprechen half sich etwas von dem Zauber zu befreien, den der feste Körper zwischen ihren Beinen auf sie auswirkte.
„Der Wächter wird euch aber auch nicht helfen euer Ziel zu erreichen, wenn er in euch eine Gefahr für seinen Auftrag sieht. Ich weiß nicht ob er dich überhaupt anhören wird, aber ich kann deine Worte zu ihm tragen. Eure Geschichten, die ihr hörtet und die mehr nach einer rasenden nachtschwarzen Bestie klingen, denn nach etwas Vernunft begabtem, sind sowohl wahr und könnten gleichzeitig der Wahrheit nicht ferner sein... Ihr spracht davon, ihr seid auf der Suche nach Aufzeichnungen …Du sagtest: Wenn ich nicht müsste, glaubt mir ich würde … Wir würden gerne wissen, warum du glaubst dort hin zu gehen müssen? Der Mann nannte dich Junge, als du gegangen warst und du brächtest ihn noch um den Verstand. Das sagte er zu Gana, der Frau, die zwischen euch vermittelt. Er sprach von deinem Teil der Abmachung, der noch nicht erfüllt ist. Wir würden gerne wissen, was diese Abmachung besagt, damit wir entscheiden können ob wir dich an deinen Ziel begleiten sollten. “
Maruka beobachtet genaustens seine Mimik und spürte seinen Herzschlag unter ihren Fingern, die immernoch leicht über seine Haut wanderten. Sie hielt inne und legte mehr Gewicht in die nächsten Worte, sowie in den Druck ihrer Hände auf sein Herz, als könnte sie ihn damit glauben lassen, was sie sicher wusste.
„Der Wächter ist weder eine rasende Bestie - noch ist er geschwächt! Er ist auch nicht allein! Das soll unsere Warnung sein und wenn du es zulässt, dann können wir deine Stimme sein, die deine Worte zu ihm trägt. Wenn du uns gehen lässt, dann werden wir für dich sprechen - nur für dich, denn die Worte der Anderen haben wir nicht gehört. Möchtest du, dass wir sprechen? Möchtest du dass wir gehen?“
Maruka war einen kleinen Moment lang stolz auf sich. Sicher nur solange er sich nicht wieder bewegte oder mit seiner tiefen verführerischen Stimme ihre Sinne streichelte, aber für den Moment war sie mit sich zufrieden. Sie hatte das getan, wofür sie hergekommen war. Sie hatte den Feind gewarnt und nun lang es an ihrem Gegner, was er daraus machte. Deshalb wich auch etwas die extreme Anspannung aus ihren Muskeln und machte sie etwas anschmiegsamer. Sie hatte ihre Aufgabe beendet und nun musste die andere Seite ihren Zug machen.
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Erzähler » Dienstag 31. Januar 2017, 21:48

„Wir … wir haben keinen Namen bekommen, der berichten könnte, wer wir sind. Wir sind... vielfältig und nicht allein. Wir sind der Bote.“

Liams Augenbrauen wanderten neugierig und in die Höhe.

(…)Sie überlegte, legte den Kopf leicht schief und bezog ihn kurzerhand in ihre Gedanken mit ein.
„Welchen Namen würdest du uns geben, wenn du wählen dürftest? Du musst darauf aber nicht antworten. Du musst auf nichts antworten, denn wir sind nur hier … um euch zu warnen. “


„Sehr Rücksichtsvoll von dir …“
Jetzt grinste er breit und wirkte, als hätte er einen Nachsatz mit Gewalt zurück gehalten.

„Die die hier bei dir ist, ist geneigt dir zu glauben, dass du auch kein Blutvergießen möchtest.“

„Wenn du von Euch sprichst, zählst du den Wächter mit, Prinzessin? Achja, ich denke ich nenne dich Prinzessin, wo du doch das Königliche Wir vorziehst.“
Bemerkte er belustigt und mit einem Augenzwinkern. Ihre Romantische Seite sank enttäuscht in sich zusammen, er hatte offenbar auch in anderer Hinsicht Ähnlichkeit mit Baltos.

Maruka richtete sich betont langsam etwas weiter auf, zumal sie seinem Gesicht noch sehr nah gewesen war, viel näher, als das sie sich im Licht eingestanden hätte. Dabei senkte sich andererseits ihr Hintern langsam ab. Aber der Abstand zu seinem heißen Atem half ein wenig, zumindest für den Moment, bildete sie sich ein. Ihre Hand kurz unter seiner Kehle wanderte dabei langsam tiefer und was beiläufig hätte sein können, fühlte sich mehr und mehr wie neugieriges Erkunden oder wie Streichen an. Hatte da eben seine Bauchmuskulatur gezuckt?

Bis jetzt hatte der Krieger relativ unbeeindruckt und konzentriert gewirkt, aber ihr gesenktes Becken und das neugierige Streicheln ließen ihn die Augen kurz schließen und er Atmete einmal tief durch.

„Wir müssen dich warnen. Wir haben gute Ohren und wir haben euren Streit gehört und wir müssen sagen, ihr irrt euch alle.“
Maruka fuhr ganz vorsichtig die senkrechte Rinne, die seine Muskeln bildeten, von seinem Brustbein bis zu seinem Bauchnabel hinab. Solange sie seinem heißen Atem nicht direkt ausgesetzt war, war es leichter mit ihm.
...leichter mit ihm zu spielen.
Die Katze in ihr grinste von einem großen Ohr zum anderen, während die menschliche Seite versuchte die passenden Worte zu finden. Sie versuchte die Worte des belauschten Gesprächs zu verwenden.
„Ihr solltet eurem Buch nicht glauben kann, in dem es heißt, er wäre extrem geschwächt, wenn nicht sogar tot. Ich kann bezeugen, dass ihn unter diesen Sternen noch wohlauf gesehen habe.“


Hatte er sich da gerade, während sie erzählte, in die Mund Innenseite Gebissen? Ihre Katze bemerkte, wie ein Teil Liams ihre Berührung offensichtlich genoss – und ein anderer um seine Beherrschung rang – und leider bisher gewann.

Maruka holte tief Luft und sprach flüsternd weiter. Das Sprechen half sich etwas von dem Zauber zu befreien, den der feste Körper zwischen ihren Beinen auf sie auswirkte.
„Der Wächter wird euch aber auch nicht helfen euer Ziel zu erreichen, wenn er in euch eine Gefahr für seinen Auftrag sieht. Ich weiß nicht ob er dich überhaupt anhören wird, aber ich kann deine Worte zu ihm tragen. Eure Geschichten, die ihr hörtet und die mehr nach einer rasenden nachtschwarzen Bestie klingen, denn nach etwas Vernunft begabtem, sind sowohl wahr und könnten gleichzeitig der Wahrheit nicht ferner sein... Ihr spracht davon, ihr seid auf der Suche nach Aufzeichnungen …Du sagtest: Wenn ich nicht müsste, glaubt mir ich würde … Wir würden gerne wissen, warum du glaubst dort hin zu gehen müssen? Der Mann nannte dich Junge, als du gegangen warst und du brächtest ihn noch um den Verstand. Das sagte er zu Gana, der Frau, die zwischen euch vermittelt. Er sprach von deinem Teil der Abmachung, der noch nicht erfüllt ist. Wir würden gerne wissen, was diese Abmachung besagt, damit wir entscheiden können ob wir dich an deinen Ziel begleiten sollten. “
Maruka beobachtet genaustens seine Mimik und spürte seinen Herzschlag unter ihren Fingern, die immernoch leicht über seine Haut wanderten. Sie hielt inne und legte mehr Gewicht in die nächsten Worte, sowie in den Druck ihrer Hände auf sein Herz, als könnte sie ihn damit glauben lassen, was sie sicher wusste.
„Der Wächter ist weder eine rasende Bestie - noch ist er geschwächt! Er ist auch nicht allein! Das soll unsere Warnung sein und wenn du es zulässt, dann können wir deine Stimme sein, die deine Worte zu ihm trägt. Wenn du uns gehen lässt, dann werden wir für dich sprechen - nur für dich, denn die Worte der Anderen haben wir nicht gehört. Möchtest du, dass wir sprechen? Möchtest du dass wir gehen?“


Liam beobachtete Maruka genauestens, während sie ihm ihre Warnung überbrachte. Ihre kleinen Liebkosungen blieben dabei nicht ohne Wirkung, aber seine Konzentration nur kurz nach. Sein Gesichtsausdruck ähnelte dabei Teilweise dem eines Kriegers während eines Übungskampfes. Er analysierte sie und versuchte, sie ein zu schätzen. Das sie dabei die etwas abwertende Art des anderen Mannes erwähnte, schien ihn nicht zu überraschen. Offenbar wusste er sehr genug, wie ihrer Beider Beziehung stand. Sein bohrender forschender Blick jagte ihr dabei wohlige Schauer über den Rücken. Sie sah an dem entschlossenen Blick in seinen hellen Augen wie er eine Entscheidung traf.

Der Krieger richtete sich auf und schien wenig von dem Gewicht ihrer Hand auf seinem Oberkörper beeindruckt zu sein. Die Bewegung war flüssig aber deutlich nicht als Angriff zu verstehen. Gleichzeitig umfasste er ihre Hüften und zog sie zu sich, so dass sie rittlings auf seinem Schoß saß. Sie spürte deutlich die Wölbung in seinem Schoß und Wonne durchfuhr ihren Körper. Durch den dünnen Stoff spürte sie deutlich seine Hitze und Größe. Das Bedürfnis sich an ihn zu pressen und ihn zu Küssen war überwältigend. Er ließ eine Hand an ihrer Hüfte und fasste mit der anderen in ihr volles seidiges Haar, jedoch noch so locker, dass er ihren Kopf lediglich führte, aber nicht kontrollierte oder festhielt.
„Tztz, du hast uns belauscht? Unartig!“
Er grinste sie anzüglich an.
„Ich möchte nicht, dass du gehst, nicht jetzt, aber du willst doch auch nicht gehen.“
Sagte er, während seine Nasenspitze fast die ihre berührte. Ein wollüstiges Grinsen lag ihm auf den Lippen. Seine Stimme klang jetzt dunkler und rauer. Er fuhr sich mit der Zunge über die Lippen und raunte dann.
„Ich verspreche dir, das reden ist gleich vorbei. Ich kann dir doch deinen unausgesprochenen Wunsch nicht abschlagen, Prinzessin. Aber lass uns zuerst verhandeln.“
Er schmiegte sein Gesicht an ihres und fuhr federleicht und spielend mit seinen Lippen über ihre. Seine Hand in ihrem Haar verhinderte dabei, dass sie seiner Bewegung folgen oder ihr entgegenstreben konnte.
„Das Buch hat mein Bruder geschrieben und ich habe keinen Zweifel am Wahrheitsgehalt seiner Worte. Ich bin hier, um ihn zu suchen! Er hat diesen Ort besucht, um ein großes Unheil auf zu halten und er ist noch immer hier gefangen. Ich muss ihn befreien, verstehst du? Und dafür werde ich alles tun, was in meiner Macht steht und niemand wird mich aufhalten!“
Die Sinnlichkeit, die in seiner Stimme gelegen hatte, wurde zu eindringlicher Entschlossenheit. Er meinte, was er sagte.

„Aber ich möchte niemanden töten, der es nicht verdient hat. Vor allem nicht, wenn er einmal die Aufgabe hatte, das Böse zu bekämpfen! Allerdings frage ich mich dann … wenn der Wächter, mit dem du zu tun hattest, auf keine der Beschreibungen passt, von denen ich gesprochen habe, ist er dann überhaupt der echte Wächter? Oder führt er dich nur an der Nase herum?“
Der Griff in ihr Haar war fester geworden, so dass es fast unangenehm war, aber jetzt lockerte er die Hand wieder und streichelte entschuldigend über ihr Haar, dann umfasste er zärtlich ihre Wange.
„Mein Bruder schrieb, dass der Wächter sich halb zu ihnen schleppte und gerade noch genug Kraft hatte, ihnen eine Warnung zu zuraunen. Die Magiebegabten unter ihnen sagten, dass es war, als hätte man ein großes Loch in seine Seele gerissen. Das kann niemand unbeschadet überstehen und vielleicht ist derjenige, mit dem du zu tun hattest, ein Betrüger … vielleicht ist er sogar Teil des Übels, das dort noch immer lauert und er benutzt dich nur!“
Seine andere Hand verließ ihre Hüfte und strich über ihre freie Wange. Dann wanderten seine Hände tiefer, ihren Hals hinab, ein Stück über ihr Schlüsselbein über die Schultern ihre Arme herab. Dann hob er ihre Hände und hielt sie zwischen ihnen in den seinen.
„Wenn du für mich sprechen könntest, würde viel unnötiges Blutvergießen verhindert … aber womöglich ist er gar nicht, was du glaubst, dass er ist. Womöglich wirst du meine Hilfe benötigen, um diesem Blender das Handwerk zu legen!“
Er hauchte einen Kuss auf ihre Hände und ließ sie dann wieder los und umfasste mit der eine Hand ihre Hüfte und strich mit der anderen ihr Kinn entlang.
„Wie auch immer du dich entscheidest, Prinzessin, es ist gut, dass du mutig und vernünftig genug warst, hier her zu kommen und mit mir zu reden. Vielleicht bleibst du ja bis zum Morgen, damit ich dich im Licht bewundern kann, kleiner Waldgeist, oder kannst du nur in der Nacht erscheinen?“
Der letzte Titel, den er ihr gab, klang fast nach einem liebevollen Kosenamen. Er erkundete neugierig und zärtlich ihr Gesicht, fuhr die Form ihrer Lippen nach und strich ihr über Stirn und Haaransatz bis hinab zu dem kleinen Tal an dem sich ihr Schlüsselbein traf. Dass sie Fell hatte, schien ihn nicht ab zu schrecken und er entwickelte offenbar eine gewisse Freude daran, über den seidigen Pelz zu streichen.
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Maruka » Mittwoch 1. Februar 2017, 21:19

„Sehr Rücksichtsvoll von dir …“
Jetzt grinste er breit und wirkte, als hätte er einen Nachsatz mit Gewalt zurück gehalten.
Habe ich für ihn herablassend geklungen? Das war nicht...
„Wenn du von Euch sprichst, zählst du den Wächter mit, Prinzessin? …
Maruka nickte und fügte gehaucht hinzu:
„Ihn und andere.“
„...Ach ja, ich denke ich nenne dich Prinzessin, wo du doch das Königliche Wir vorziehst.“
Bemerkte er belustigt und mit einem Augenzwinkern. Ihre romantische Seite sank enttäuscht in sich zusammen, er hatte offenbar auch in anderer Hinsicht Ähnlichkeit mit Baltos, wobei das raue sie nicht schreckte. Es war etwas anders, dass einen kleinen Teil von ihr reagieren ließ, der sich dann tief in ihrem Innern zusammen krümmte.
Kleine fette Robbe...
Das waren Baltos Worte gewesen. Jene Worte, die sie tief in ihrem Selbstbewusstsein erschüttert hatten und sie dazu gebracht hatten so hart zu trainieren und sie auch leider von den anderen Mädchens ihres Alters dann abschotteten. So kam es dann auch, dass während ihre Freundin Jenna ihre ersten Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht machte, Maruka einsam durch die Wälder streifte und jeden Tag hart für die Spiele trainierte um letztendlich ihrer ersten Liebe überhaupt aufzufallen. Doch was hatte es genützt?
Nichts... Er machte sich auch über mich lustig... Prinzessin ...königliches „Wir“? Ich hab keine Ahnung wie Könige sprechen. Thure Sturmrufer spricht nicht so. Irgendetwas versteht er da anders als ich... Wo er wohl her kommt?
Liam beobachtete Maruka genauestens, während sie ihm dann ihre Warnung überbrachte. Ihre kleinen Liebkosungen blieben dabei nicht ohne Wirkung. Sein Gesichtsausdruck ähnelte dabei teilweise dem eines Kriegers während eines Übungskampfes. Das sie dabei die abwertende Art des anderen Mannes erwähnte, schien ihn nicht zu überraschen. Offenbar wusste er sehr genau, wie ihrer beider Beziehung stand, aber er ließ leider auch den Teil aus, der ihr erklärte, welche Art Abmachung der Andere gemeint hatte. Sein bohrender, forschender Blick jedoch, der jagte ihr kleine wohlige Schauer über den Rücken. Sie sah an dem entschlossenen Blick in seinen hellen Augen wie er eine Entscheidung traf. Der Krieger richtete sich auf und schien wenig von dem Gewicht ihrer Hand auf seinem Oberkörper beeindruckt zu sein. Die Bewegung war flüssig aber deutlich nicht als Angriff zu verstehen. Trotzdem hielt Maruka kurz die Luft an und ihr Körper spannte sich wie eine Feder, als er die kurze Distanz, die sie gerade gewonnen hatte, so schnell wieder überbrückte. Da sie aber keine Bedrohung von ihm spürte, währte der Widerstand nicht mal einen Herzschlag und dann ließ sie ihn führen, neugierig was passieren würde. Er umfasste ihre Hüften und zog sie zu sich, so dass sie rittlings auf seinem Schoß saß. Seine starken Hände umspannten dabei ihre Muskeln und ein kleiner Teil wünschte sich, dass er noch fester zugreifen würde. Ein merkwürdiger Schauer durchlief sie und sie atmete hörbar aus.
Warum klang das jetzt wie ein Seufzen?
Dann setzte er sie ab. Sie spürte deutlich die Wölbung in seinem Schoß und Wonne durchfuhr ihren Körper, wie tausend kleine Küsse.
Was...?...Himmel!!!...
Durch den dünnen Stoff spürte sie deutlich seine Hitze und Größe. Pures Erstaunen ergriff sie und ihre Gedanken wirbelten so schnell Erinnerungen und Empfindungen durcheinander, dass sie sie nicht fassen konnte. Das Bedürfnis sich an ihn zu pressen, sich an ihm zu reiben war überwältigend.
Was passiert hier mit mir?... Was will er? Was will ich? Was soll das werden? Wie...
Er ließ eine Hand an ihrer Hüfte und fasste mit der anderen in ihr volles, seidiges Haar, jedoch noch so locker, dass er ihren Kopf lediglich führte, aber nicht kontrollierte oder festhielt. Maruka lehnte sich instinktiv in diese beiden sanften Berührungen. Beide Hände hinterließen auf ihre ganz eigene Weise einen heftigen Eindruck auf ihren Sinnen. Der sanfte Druck an ihrer Hüfte machte sie schlicht wahnsinnig. Jede noch so kleine Liebkosung ihres Fells dort unten sandte kleine wütende Tornados durch ihren Körper, die sie nach mehr schreien lassen wollten, während die Hand in ihren Haaren ein wohliges Schnurren in ihr auslöste. Beides wanderte durch ihren Körper um sich in ihrer Mitte zu einem Sturm der Gefühle zu vereinigen. Das Rollen ihrer Hüfte kam genau sowenig gewollt, wie der leise grollende Laut, tief aus ihrem Bauch, der die steigende Lust in ihr bezeugte. Maruka biss sich auf die Unterlippe.
„Tztz, du hast uns belauscht? Unartig!“
Er grinste sie anzüglich an, aber Maruka hatte für einen Moment die Augen geschlossen. Was jedoch als Hilfe für ihre Konzentration gedacht gewesen war, entpuppte sich als ein schlimmer Verräter, denn sobald sie die Lider gesenkt hatte, fühlte sie um so intensiver seine Gegenwart. Jeder Zentimeter seiner Haut, die so nah war, die sie lecken wollte, produzierte in ihr verwirrende Phantasien. Ein paar handelten von sich paarenden Wölfen, ein paar von den Erzählungen ihrer Freundin oder andern Mädchen, die dann immer wie irre gekichert hatten. Jedoch die Katze in ihr hatte längst aufgehört zu denken und genoss nur noch seine innige Zuwendung. Das Brummen seiner leisen Stimme tat ihr übriges und ließ sie wie Eis in der Sonne schmelzen.
„Ich möchte nicht, dass du gehst, nicht jetzt, aber du willst doch auch nicht gehen.“
Sagte er, während seine Nasenspitze fast die ihre berührte. Es klang wie ein Geständnis, aber wollte er das wirklich? Mit einer Hybridin? Einem Monster? Sein Atem verbrannte ihre Lippen und sie riss die Augen wieder auf. Ein wollüstiges Grinsen lag ihm auf den seinen. Seine Stimme klang jetzt dunkler und rauer und kratzte an ihrer Selbstbeherrschung. Er fuhr sich mit der Zunge über die Lippen und raunte dann:
„Ich verspreche dir, das reden ist gleich vorbei. Ich kann dir doch deinen unausgesprochenen Wunsch nicht abschlagen, Prinzessin...“
Maruka fiel es schwer auch nur einen klaren Gedanken zu fassen, während der Druck zwischen ihren Beinen sich weiter aufbaute, als wäre SEIN Druck nicht schon genug. Ihr teoretisches Wissen über dreierlei dinge differierte doch sehr mit der Praxis. Sie schaffte es gerade so irritiert zu gucken, was aber in der Dunkelheit um sie herum wohl auch keine große Hilfe war. Wenigstens, hatte er so viel Kontrolle über sich, um das Geschehen nicht sofort außer Kontrolle geraten zu lassen.
„...Aber lass uns zuerst verhandeln.“
Gerade wollte sie fast erleichtert in sich zusammen sinken, da schmiegte er sein Gesicht an ihres und fuhr federleicht und spielend mit seinen Lippen über ihre. Seine Hand in ihrem Haar verhinderte dabei, dass sie seiner Bewegung folgen oder ihr entgegenstreben konnte, also tat sie dass, was jede Katze getan hätte. Sie krallte ihre Klauen tief in die Decke zwischen ihnen und hinterließ ihre Spuren auf seiner Schlafstätte. Das leise Geräusch von reißendem Stoff, hätte auch gut zu ihren Nerven passen können. Als er von ihr abließ, atmete sie schwer. Ahnte er, was er da eben getan hatte? Ahnte er wie kurz davor sie gewesen war, ihre Krallen in ihn zu schlagen? Er sprach einfach weiter, während Maruka versuchte ihre Fassung wieder zu erlangen.
„Das Buch hat mein Bruder geschrieben und ich habe keinen Zweifel am Wahrheitsgehalt seiner Worte. Ich bin hier, um ihn zu suchen! Er hat diesen Ort besucht, um ein großes Unheil auf zu halten und er ist noch immer hier gefangen. Ich muss ihn befreien, verstehst du? Und dafür werde ich alles tun, was in meiner Macht steht und niemand wird mich aufhalten!“
Die Sinnlichkeit, die in seiner Stimme gelegen hatte, wurde zu eindringlicher Entschlossenheit. Er meinte, was er sagte und seine ernsthaften Worte holten einen kleinen Teil ihrer Selbstbeherrschung wieder zurück.
Bruder?...gefangen?...
Ein kleiner Gedanke begann seinen irrwitzigen Keim in Marukas Geist zu pflanzen...
„Aber ich möchte niemanden töten, der es nicht verdient hat. Vor allem nicht, wenn er einmal die Aufgabe hatte, das Böse zu bekämpfen! Allerdings frage ich mich dann … wenn der Wächter, mit dem du zu tun hattest, auf keine der Beschreibungen passt, von denen ich gesprochen habe, ist er dann überhaupt der echte Wächter? Oder führt er dich nur an der Nase herum?“
Maruka war schon oft betrogen worden, also warum sollte das nicht wieder geschehen? Ja, die Möglichkeit bestand durchaus, aber eines sprach deutlich dagegen. Die kleinen grünen Wesen, von denen eines auch jetzt bei ihr war...
Hoffentlich hat er es nicht zerdrückt!!
, schoss es ihr durch den Kopf, aber sie erinnerte sich auch gleich, wie der kleine Funke sich bei ihr aufgelöst hatte um wo anders neu zu entstehen. Sie entspannte sich wieder. Aber die „Waldfunken“ würden sich doch an einem solchen Betrug nicht beteiligen! Oder? Die einzigen Wesen, die Maruka bisher hier kennen gelernt hatte, waren Enveri, der Panther/Wächter und ihre kleinen Funkenfreunde. Alle diese Wesen hingen irgendwie miteinander zusammen. Enveri hatte auch grün gefunkelt und sie hatten ihn gemocht, wie sie auch. Die kleinen Wesen hatten den Panther in ihrer „Umarmung“ zum Leuchten gebracht. Das alles würden sie doch nicht tun, wenn einer von ihnen wirklich böse wäre, oder? Marukas Gedanken flogen zweifeln durch ihr Hirn, während der Griff in ihrem Haar fester geworden war, so dass es fast unangenehm war. Aber jetzt lockerte er die Hand wieder und streichelte entschuldigend über ihr Haar, dann umfasste er zärtlich ihre Wange.
„Mein Bruder schrieb, dass der Wächter sich halb zu ihnen schleppte und gerade noch genug Kraft hatte, ihnen eine Warnung zu zuraunen. Die Magie-begabten unter ihnen sagten, dass es war, als hätte man ein großes Loch in seine Seele gerissen...“
Maruka dachte kurz an Enveri, aber schüttelte dann kaum merklich den Kopf.
Könnte er...
„Das kann niemand unbeschadet überstehen und vielleicht ist derjenige, mit dem du zu tun hattest, ein Betrüger … vielleicht ist er sogar Teil des Übels, das dort noch immer lauert und er benutzt dich nur!“
Das glaube ich nicht! Aber... Hier passen so viele kleine Teile nicht zusammen... kurz dachte ich, dass... aber dann könnte er doch nicht...
Marukas Verwirrung über die gestückelten Informationen setzte sich fort.
...und wie passt dieser „Revien“, dieser uralte Wächter, der von Phaun berufen wurde in das alles hinein?
Seine andere Hand verließ ihre Hüfte und strich über ihre freie Wange, womit er wieder ihre Aufmerksamkeit auf sich lenkte. Dann wanderten seine Hände tiefer, ihren Hals hinab, ein Stück über ihr Schlüsselbein über die Schultern ihre Arme herab. Dann hob er ihre Hände und hielt sie zwischen ihnen in den seinen. Maruka zitterte inzwischen vor lauter Erregbarkeit ganz leicht und versuchte krampfhaft ihre Krallen drinnen zu lassen.
Nicht kratzen! NICHT KRATZEN!...nur ein klein bisschen. Er wird es mögen!
„Wenn du für mich sprechen könntest, würde viel unnötiges Blutvergießen verhindert … aber womöglich ist er gar nicht, was du glaubst, dass er ist. Womöglich wirst du meine Hilfe benötigen, um diesem Blender das Handwerk zu legen!“
Selbst wenn es so wäre... ich kenne doch gar nicht alle Details. Ich würde mir nicht anmaßen über so etwas wichtiges zu entscheiden zu können. Würde ich irgendwem das Handwerk legen?... Ich weiß es nicht... das hier ist meine neue Heimat und ich will sie auch beschützen. Wer sagt mir, dass du nicht der Blender bist...? Ein schöner Blender, aber ich kenne weder den Wächter, noch irgendwen hier gut genug um mich für eine Seite zu entscheiden... deshalb sollte ich neutral bleiben. - Genau. Beobachten und abwarten...
Er hauchte einen Kuss auf ihre Hände und ließ sie dann wieder los und umfasste mit der eine Hand ihre Hüfte und strich mit der anderen ihr Kinn entlang. Sofort baute sich wieder ein Schnurren in ihrem Innern auf. Es war wirklich schwer unter so einem starken Einfluss klar zu denken.
„Wie auch immer du dich entscheidest, Prinzessin, es ist gut, dass du mutig und vernünftig genug warst, hier her zu kommen und mit mir zu reden. Vielleicht bleibst du ja bis zum Morgen, damit ich dich im Licht bewundern kann, kleiner Waldgeist, oder kannst du nur in der Nacht erscheinen?“
Der letzte Titel, den er ihr gab, klang fast nach einem liebevollen Kosenamen. Aber ihren wahren Namen hatte er noch nicht genannt... Was auch unfair war zu verlangen, aber vielleicht würde er ihn herausfinden, wenn sie ihm genug Zeit dafür ließ. Es wäre sicher ein spannendes Unterfangen, zumal Maruka selbst immernoch auf der Suche nach ihrem Namen war.
Haben wir diese Zeit für ihn? Es würde uns bestimmt gut tun... Er würde uns gut tun - Ich bin hier immernoch in einem vermeintlich feindlichen Lager. Ich sollte wirklich nicht...
Seine Berührungen unterbrachen abermals ihre Gedanken. Er erkundete neugierig und zärtlich ihr Gesicht, fuhr die Form ihrer Lippen nach und strich ihr über Stirn und Haaransatz bis hinab zu dem kleinen Tal an dem sich ihre Schlüsselbeine trafen. Instinktiv ließ sie den Kopf in den Nacken sinken, damit seine Finger das Spiel fortsetzten konnten. Dass sie Fell hatte, schien ihn nicht ab zu schrecken und er entwickelte offenbar eine gewisse Freude daran, über den seidigen Pelz zu streichen. Die Freude war auch ganz auf ihrer Seite, nur war sie auch mit einem Hauch Angst vor dem Unbekannten versetzt, die sich jedoch fast mit ihrer Neugierde aufhob. Wieder einmal konnte sie sich nicht mit sich selbst einigen, ob sie sich einfach dem Moment hingeben, oder lieber die Vernunft gewähren lassen sollte. Zumal gestreichelt zu werden, besonders seid sie Pelz hatte, eine unglaubliche Erfahrung war! Und bisher hatte sich niemand die Zeit genommen, oder die Mühe gemacht, diese Erfahrung mit ihr auszureizen. Das Gefühl von Haut auf Haut war schon immer schön gewesen, aber das hier... Das war anders. Maruka verglich unbewusst die Strukturen miteinander und kam zu dem Schluss, dass die Sinne der Katze, gerade wegen ihrem Fell und wegen ihrer Schnurrhaare, ganz besonders überlegen waren. Ein Mensch stolperte blind durch die Dunkelheit, wenn man ihm das Augenlicht nahm, aber eine Katze, selbst wenn sie blind war, die eckte nirgends an, denn ihr Fell warnte sie. Der leiseste Luftzug, der leichteste Druck auf die feinen Härchen wurde an die sensiblen Nervenenden weiter geleitet, noch bevor eine wirkliche Berührung statt fand. Es war als könnte sie seine Aura spüren, bevor der Tastsinn die Bestätigung sendete. Alles war so intensiv und Ja – Ja, sie wollte mit jeder Faser ihres Körpers, mit jedem Härchen ihres Fells und mit jeder Pore ihrer Haut dieses Erlebnis auskosten.
Aber war sie schon bereit dafür?
An einem anderen Tag, zu einer anderen Zeit, unter einem anderen Mond, da hätte Maruka sehr deutlich gemacht, dass sie diesen Liam vorher besser kennen gelernt hätte. Sie hätte ihm unmissverständlich klar gemacht, dass er ihr erst einmal den Hof machen müsste, ihr seine Fähigkeiten als Jäger und Ernährer unter Beweis stellen musste, oder wenigstens die Spiele gewonnen und auch ein paar Geschenke hätte sie abgewartet, wie es unter Mantronern Sitte war, wenn sie auf Brautschau gingen, doch heute...
Brautschau?
Plötzlich versteifte sich die Hybridin.
Brautschau??? - NEIN! Das kann nicht sein! Bin ich wirklich so blind?!? - Liam... Er will... ER WILL...?
Sie wanderte mit dem Blick in Richtung seiner Lenden.
Er will... er will... wie die Wölfe... wie mit einer Frau?... Er will „bei mir liegen“...
Irgendwo in ihrem Innern nahm die Katze Anlauf und schlug kräftig mit der Stirn gegen die Wand, bevor sie die Erkenntnis traf.
Er will sich mit uns paaren!
Selbst in ihrem Innern verschlug es Maruka den Atem. Äußerlich hielt sie die Luft an und saß stocksteif auf einem Mann, der mehr als nur ein bisschen bereit für sie war. Er war äußerst bereit! Himmel und sie auch! Aber wollte sie das hier? So? Zwischen Feinden, wo sie jederzeit unterbrochen werden konnten?
Eben hatte sie ihm noch sagen wollen, dass er sie bei Tageslicht vielleicht gar nicht mögen würde... oder dass sie da ruhte und dass diese Nacht vielleicht ihre einzige sein würde. Im schlimmsten Fall würden sie morgen wieder Feinde sein und vielleicht müsste sie gegen ihn kämpfen. Was hatte er als letztes gesagt?
Vielleicht bleibst du ja bis zum Morgen, damit ich dich im Licht bewundern kann, kleiner Waldgeist, oder kannst du nur in der Nacht erscheinen?
Er wollte, dass sie blieb! Er wolle sie! Und sie hatte ihn dazu gebracht!
Irgendwie fühlte sich diese Erkenntnis gleichzeitig irrsinnig gut, ja fast mächtig, aber auch unglaublich furchteinflößend an. Plötzlich jagten ihr die schönen Momente mit Enveri durch den Kopf. Auch er hatte sie so zärtlich berührt, nicht ganz so fordernd, aber ebenso innig und er hatte sie genauso hungrig angesehen. Selbst der Panther hatte sich an ihr gerieben...
Himmel, was ist nur los mit mir?! Ich benehme mich wie eine läufige Wölfin... wie heißt das bei Katzen? Hitze?
Ihre Katze rollte sich abermals auf den Rücken und stieß einen wohligen Laut aus, den der Mensch unterdrückte.
Dieser eine Händler... Er erzählte von Bauern nördlich der Eislande, die ihre Scheunen mit Katzen vor Ratten schützen. Er nannte es... rollig.
Sie schaute wieder hoch in seine hungrigen Augen.
Will ich ihn wegen des Rolligseins? Bin ich so? Kann ich mir einfach nehmen was ich brauche und ihn dann nie wieder sehen? Kannst du es? Ich könnte es...
Maruka war schon ein gewisses Moralgefühl beigebracht worden. Auch in Mantron band man sich im Ehebund an nur einen Menschen, aber es hatte auch schon Fälle gegeben, da zwei Brüder sich um eine Frau kümmerten, oder zwei Frauen einen einsamen Mann bemutterten. Ganz so starr war das Konstrukt des Zusammenlebens nicht. Eifersucht war eine Erfindung jener Menschen die eine große Auswahl hatten. In Mantron lebte man so eng zusammen, so tief verbunden mit einander, dass jeder jeden zu lieben schien und jeder würde jeden beschützen, so wie auch Maruka diesen Drang immernoch in sich fühlte. Sie wollte diesen Ort beschützen. Sie wollte Enveri beschützen. Vielleicht auch den verletzten Wächter und den Panter, oder alle zusammen. Irgendwie wollte sie ja auch Liam beschützen und sogar die Menschen hier im Lager. So war sie nun mal.
Maruka hatte ihm schweigend zugehört und sich gen Ende doch deutlich versteift. Der Druck zwischen ihren Beinen hatte kein Deut nachgelassen, aber ihr Gehirn fand trotz der Überspannung in dem es sich befand, einige klare Momente, also begann sie leise zu stammeln:
„Wir... Ich bin mir nicht sicher, ob es gut wäre, wenn ich bleibe... Wenn wir bleiben.“
Schließlich war der kleine Funken-freund ja auch noch da und beobachtete alles. Vielleicht war es genau dieser Gedankengang, der sie letztendlich überzeugte es nicht zu tun. Schließlich wollte sie ihr erstes Mal nicht unbedingt unter Zeugen erleben – vorausgesetzt man erwischte sie nicht sowieso. Mitten im Lager...ein sehr hellhöriges Zelt... die Chancen standen gut.
Obwohl die kleinen Freunde sicher schon schlimmeres gesehen haben, als zwei kopulierende Wesen... Du hasst auch für alles eine Ausrede! - Gewiss!
Das diebische Grinsen übertrug sich ein klein wenig von ihrem Innern auf ihr Gesicht, wo es zu einem leisen Schmunzeln wurde.
„Wir wissen nicht, was das Morgenlicht bringt... ob wir morgen noch Frieden haben. Aber vielleicht...“
Maruka hob ihre Hände und legte sie an seine Wangen, so wie er es getan hatte.
„Vielleicht magst du uns im Licht des Tages gar nicht. Aber vielleicht sehen wir uns auch wieder und finden einen besseren Platz, eine bessere Zeit um dies hier fortzusetzen. Vielleicht wenn wir nicht mehr Gegner sind.“
Eine kleine Welle Mut, gewürzt mit etwas das man „vorwitzig“ hätte nennen können, trieb Maruka an ihre letzten Worte zu untermauern. Ihre Stimme senkte sich noch um ein paar Noten und sie drückte einmal ganz bewusst ihr Becken gegen seine Lenden. Der Stromstoß war herrlich und sie genoss jeden Moment. Seufzend atmete sie tief Liams Duft ein und tat das, was sie die ganze Zeit hatte tun wollen. Sie leckte ihm ganz zart mit der Zungenspitze über seine Unterlippe. Dabei hatte sie ihren Mund ein kleines Stück geöffnet, sodass die Spitzen ihrer leicht verlängerten Eckzähne im fahlen Licht glitzerten. Nein, sie war nicht wehrlos! Sie durfte mutig sein, auch wenn diesmal ihr Mensch in ihrem Innern die Hände über dem Kopf zusammen schlug und frustriert aufstöhnte. Ein sehr ähnlicher Laut löste sich dann wirklich aus ihrer Kehle und Maruka machte Anstalten sich ein Stück von Liam zu entfernen, zögerte den Moment jedoch quälend lange hinaus.
„Liam... eine Frage hätte ich doch noch, bevor wir uns von einander trennen...“
Maruka fand nicht die schönsten Worte, aber sie waren wenigstens verständlich.
„Warum willst du dich mit mir paaren? Ich würde gerne wissen, was es ist, was mich für dich interessant macht. Ich verstehe es nicht so ganz...“
Sie strich erst ihm und dann sich selbst die Haare aus der Stirn. Halb unbewusst hatte sie ihm wohl gerade verraten, dass sie keinerlei Ahnung noch Erfahrung in diesen Dingen hatte.
„Und wir möchten einen Treffpunkt oder ein Zeichen wissen, wo wir uns wiedersehen, wenn der Wächter es wünscht... - Und noch etwas...“
Jetzt spannte sie ihre Schenkel an, damit sie dann doch bald langsam aufstehen konnte.
„Dein Bruder...wie heißt er?“
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 1. Februar 2017, 23:47

Als Maruka sich versteifte lehnte sich auch Liam etwas zurück und hörte auf, sie zu Liebkosen. Seine Stirn furchte sich irritiert.
Die Erkenntnis, was hier gerade passierte, hatte ihre Menschliche Seite kalt erwischt. Im Grunde war das keine Wunder, ihr war nie die Möglichkeit gegeben worden, diesen Teil ihrer Selbst zu erforschen. Zuerst hatte sie sich ins Training geflüchtet und danach hatte es größere Probleme gegeben, um die sie sich hatte kümmern müssen. Und jetzt hatte sie den Salat, denn der Serval in ihr wusste genau, was er jetzt brauchte und wie er es erreichte, nur ein paar Wortfetzen weniger und ihre wäre die Erkenntnis vielleicht zu spät gekommen. Und auch wenn Liam äußert Attraktiv und Verführerisch war – war er wirklich der Richtige? Gerade wenn es das erste Mal war?

Maruka hatte ihm schweigend zugehört und sich gen Ende doch deutlich versteift. Der Druck zwischen ihren Beinen hatte kein Deut nachgelassen, aber ihr Gehirn fand trotz der Überspannung in dem es sich befand, einige klare Momente, also begann sie leise zu stammeln:
„Wir... Ich bin mir nicht sicher, ob es gut wäre, wenn ich bleibe... Wenn wir bleiben.“
Das diebische Grinsen übertrug sich ein klein wenig von ihrem Innern auf ihr Gesicht, wo es zu einem leisen Schmunzeln wurde.
„Wir wissen nicht, was das Morgenlicht bringt... ob wir morgen noch Frieden haben. Aber vielleicht...“
Maruka hob ihre Hände und legte sie an seine Wangen, so wie er es getan hatte.
„Vielleicht magst du uns im Licht des Tages gar nicht. Aber vielleicht sehen wir uns auch wieder und finden einen besseren Platz, eine bessere Zeit um dies hier fortzusetzen. Vielleicht wenn wir nicht mehr Gegner sind.“


„Aber wir müssen doch gar keine Fein…“

Eine kleine Welle Mut, gewürzt mit etwas das man „vorwitzig“ hätte nennen können, trieb Maruka an ihre letzten Worte zu untermauern. Ihre Stimme senkte sich noch um ein paar Noten und sie drückte einmal ganz bewusst ihr Becken gegen seine Lenden. Der Stromstoß war herrlich und sie genoss jeden Moment. Seufzend atmete sie tief Liams Duft ein und tat das, was sie die ganze Zeit hatte tun wollen. Sie leckte ihm ganz zart mit der Zungenspitze über seine Unterlippe. Dabei hatte sie ihren Mund ein kleines Stück geöffnet, sodass die Spitzen ihrer leicht verlängerten Eckzähne im fahlen Licht glitzerten. Nein, sie war nicht wehrlos! Sie durfte mutig sein, auch wenn diesmal ihr Mensch in ihrem Innern die Hände über dem Kopf zusammen schlug und frustriert aufstöhnte. Ein sehr ähnlicher Laut löste sich dann wirklich aus ihrer Kehle und Maruka machte Anstalten sich ein Stück von Liam zu entfernen, zögerte den Moment jedoch quälend lange hinaus.

Und nicht nur sie zögerte den Moment hinaus, denn Liam war alles andere als passiv und selbst als ihre scharfen Eckzähne in seine Zunge schnitten, grollte er nur und erwiderte ihren Kuss um so Leidenschaftlicher. Er war forsch und drängend und sie spürte zum ersten mal richtig, wie sehr er sich selbst an der Leine hielt. Als sie sich schließlich von ihm trennte, weil ihnen Beiden die Luft aus ging, rauschte ihr das Blut durch die Adern und ihre Lende schrien förmlich danach, einen Schritt weiter zu gehen. Ihrer Beider Atem ging schnell und das Herz klopfte ihr gegen den Brustkorb. Liam schien hin und her gerissen zwischen Wollust und Zorn darüber, dass sie gehen wollte, vermutlich war das der einzige Grund, warum er nicht mit dem weiter machte, was sie begonnen hatte.

Ihr Verstand hatte sich durchgesetzt, und jetzt, wo die Entscheidung gefallen war, schaffte sie es besser, ihren Kopf zu klären.

„Liam... eine Frage hätte ich doch noch, bevor wir uns von einander trennen...“
Maruka fand nicht die schönsten Worte, aber sie waren wenigstens verständlich.
„Warum willst du dich mit mir paaren? Ich würde gerne wissen, was es ist, was mich für dich interessant macht. Ich verstehe es nicht so ganz...“
Sie strich erst ihm und dann sich selbst die Haare aus der Stirn. Halb unbewusst hatte sie ihm wohl gerade verraten, dass sie keinerlei Ahnung noch Erfahrung in diesen Dingen hatte.


„Was?!“
Fragte er völlig verdattert.
„Ist die Frage dein Ernst?“
Er lächelte sie gewinnend und mit hoch gezogenen Augenbrauen an.
„Du wirst doch sicher wissen wie ... verführerisch du bist.“
Er raunte das ‚verführerisch‘ förmlich.

„Und wir möchten einen Treffpunkt oder ein Zeichen wissen, wo wir uns wiedersehen, wenn der Wächter es wünscht... - Und noch etwas...“
Jetzt spannte sie ihre Schenkel an, damit sie dann doch bald langsam aufstehen konnte.
„Dein Bruder...wie heißt er?“


Liam schien nicht gerade Glücklich über ihre Entscheidung und die Aufbruchsstimmung, die sie verbreitete, aber er akzeptierte ihre Entscheidung und drängte sie zu nichts.
„Kennst du den Großen See mit dem einzelnen Baum am Ufer? Lass uns uns dort treffen, in zwei Tagen um die Mittagszeit, dann müssen wir keine Zeichen ausmachen. Solange kann ich meine Leute hier aufhalten und davon überzeugen, dass wir einen friedlichen Weg ohne Konfrontation finden können.“
Er runzelte die Stirn und sah sie forschend an, wie als wollte er abwägen, ob er ihre letzte Frage beantworten sollte.
„Sein Name war … nein IST Stiam. Stiam von Morgenstern.“
Liam verzog noch einmal missmutig den Mund und betrachtete ihre Siluette und ihre hellen Augen.
„Ich möchte dich wiedersehen, Prinzessin, lass mich nicht hängen!“
Er beugte sich vor und gab ihr einen innigen Kuss, bei dem seine Zunge geschickt ihren Mund liebkoste. Sie konnte noch immer sein Blut von dem kleinen Schnitt, den ihre Reißzähne ihm zugefügt hatten, schmecken. Sein Mund löste sich schließlich von ihrem und er biss sie noch einmal sanft in die Unterlippe und sah ihr tief in die Augen.
„Versprich mir, dass wir Einander wieder begegnen, als Freunde, nicht als Feinde!“
Betonte er und gewährte ihr dann etwas Abstand.


[ooc: du darfst gern unversehrt und unentdeckt zum Wächter zurück kehren, wenn du das möchtest. Wenn Maruka Liam darum bittet, lenkt er für sie auch die Wachen ab.]
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Maruka » Donnerstag 2. Februar 2017, 19:10

Nicht nur Maruka zögerte den Moment hinaus, denn Liam war alles andere als passiv und selbst als ihre scharfen Eckzähne in seine Zunge schnitten, grollte er nur und erwiderte ihren Kuss um so Leidenschaftlicher. Sein Blut auf ihrer Zunge, in ihrem Mund zu schmecken war sowohl irritierend, wie auch absolut köstlich. Der metallische Geschmack ließ ihre Katze vor Freude fauchen. Er war forsch und drängend und sie spürte zum ersten mal richtig, wie sehr er sich selbst an der kurzen Leine hielt. Sein Begehren überrumpelte sie völlig und für einen kurzen Moment verlor sie sich vollständig in diesem Sturm der Leidenschaften. Leidenschaft war auch genau das richtige Wort für das, was sie gerade empfand. Sie litt haraxische Folterqualen, so sehr sehnte sich ihr Körper nach Erlösung! Sie wollte in diesem Feuer aufgehen, zu Asche verbrennen und als neues Wesen daraus wieder geboren werden, aber als sie sich schließlich voneinander trennten, weil ihnen beiden die Luft aus ging, rauschte ihr das Blut durch die Adern und ihre Lende schrien förmlich danach, einen Schritt weiter zu gehen.
Verfluchtes Laken!
Mehrfach hatte sie ihre Krallen aus purer Verzweiflung hinein geschlagen und es war sicher jetzt mehr ein Fischernetz, als eine Decke oder der Mantel, den er über sich gedeckt hatte, aber sie verfluchte den Umstand, dass die Löcher immernoch nicht groß genug, oder schlicht an der falschen Stelle waren. Sie presste ihren Leib mit aller Kraft gegen seinen, drückte ihre kleinen Brüste an seine Schlüsselbeine, hielt in fest mit Beinen und Armen umschlungen und ihr Becken rollte mal um mal über die Härte seiner Hüfte. Die Leidenschaft seines Kusses führte ihre Instinkte und weckte etwas in ihr, dass neu und berauschend war. Ihrer beider Atem ging jetzt sehr schnell und das Herz klopfte ihr gegen den Brustkorb, als wollte es zu ihrem Gegenüber hinüber springen. Auch Liam schien hin und her gerissen zwischen Wollust und Zorn darüber, dass sie eigentlich gehen wollte. Sie spürte sein Grollen, seine Wut, die ihn fast noch leidenschaftlicher machte, doch vermutlich war seine Wut auch der einzige Grund, warum er nicht mit dem weiter machte, was sie begonnen hatte. Er war kein Mann, der sich einfach trotzdem eine Frau nahm, wenn diese nicht wollte, selbst wenn ihr Körper etwas anderes verriet. Er hatte Ehre im Leib und diese Erkenntnis machte es für Maruka fast noch schwerer ihrem Verstand zu folgen. Beide atmeten heftig, als sie sich voneinander lösten und die Hybridin seufzte einmal tief und wehmütig. Es klang fast bereuend.
Verfluchter Kopf!
Ihr Verstand hatte sich durchgesetzt, und jetzt, wo die Entscheidung gefallen war, schaffte sie es besser, ihren Kopf zu klären. Sie musste diese Situation erst klären, oder wenigstens verstehen, um entscheiden zu können, ob sie sich mit Liam einlassen würde. Auf ihre Frage hin, warum er sich mit ihr paaren wollte, antwortete er:
„Was?!“
Er war völlig verdattert.
„Ist die Frage dein Ernst?“
Er lächelte sie gewinnend und mit hoch gezogenen Augenbrauen an.
„Du wirst doch sicher wissen wie ... verführerisch du bist.“
Er raunte das ‚verführerisch‘ förmlich. Maruka machte ihrerseits ein verblüfftes Gesicht. Sie sprach sowieso schon die ganze Zeit sehr leise, aber das Folgende kam fast nur für sie selbst:
„Ich wurde schon einiges genannt … aber noch nie... verführerisch...“
Dann wechselte sie schnell das Thema, denn ihre Ohren begannen sich sehr heiß anzufühlen. Das hier war ihr ein wenig peinlich. Es war verrückt. Es war ihr peinlich über ihre eigene Selbstwahrnehmung zu sprechen, die unweigerlich mit bösen Erinnerungen einher gingen und eben hatte sie sich noch an ihm gerieben, als würde sie ihn mit Haut und Haaren verschlingen wollen. Gab es einen größeren Widerspruch?
„...und wir möchten einen Treffpunkt oder ein Zeichen wissen, wo wir uns wiedersehen, wenn der Wächter es wünscht... - Und noch etwas... Dein Bruder...wie heißt er?“
Liam schien nicht gerade glücklich über ihre Entscheidung und die Aufbruchsstimmung, die sie verbreitete, aber er akzeptierte ihre Entscheidung und drängte sie zu nichts. Sogar der Mensch seufzte dieser Ehrenhaftigkeit gegenüber.
Vielleicht könnte ich ihn wirklich mögen... - Sehr sogar!
„Kennst du den Großen See mit dem einzelnen Baum am Ufer? ...“
Meine neue Heimat? Den heiligen Ort?
„Lass uns uns dort treffen, in zwei Tagen um die Mittagszeit, dann müssen wir keine Zeichen ausmachen. Solange kann ich meine Leute hier aufhalten und davon überzeugen, dass wir einen friedlichen Weg ohne Konfrontation finden können.“
Er runzelte die Stirn und sah sie forschend an, wie als wollte er abwägen, ob er ihre letzte Frage beantworten sollte. Maruka sah ebenfalls nachdenklich drein.
Der Ort ist auch ein Ruheplatz von Enveri und ein mächtiger Ort, wenn ich das richtig verstanden habe. Ich weiß nicht ob das gut oder schlecht ist, sich mit ihnen dort zu treffen. Aber wenn der Wächter das nicht möchte, dann weiß er zumindest, dass er die Menschen vorher verjagen muss... Wenn ich ihm aber vorschlage...hm...
„Ja ich kenne diesen Ort, aber ich weiß nicht, ob es gut für euch ist, sich ihm zu nähern. Ich hatte dich an der Klippe oben stehen sehen, als du den See betrachtet hattest. Dort oben gab es nicht weit entfernt einen großen umgestürzten Baum, wie jener der hier bei euch im Lager liegt. Treffen wir uns dort. Das wäre … höflicher.“
Dann kam Liam auf seinen Bruder zu sprechen.
„Sein Name war … nein IST Stiam. Stiam von Morgenstern.“
Dann heißt er vermutlich Liam von Morgenstern....Morgenstern... ein schöner Name... würde gut zu „Seidennacht“ passen...
Liam verzog noch einmal missmutig den Mund und betrachtete ihre Silhouette und ihre hellen Augen.
„Ich möchte dich wiedersehen, Prinzessin, lass mich nicht hängen!“
Das möchte ich auch...
Er beugte sich vor und gab ihr noch einen innigen Kuss, bei dem seine Zunge geschickt ihren Mund liebkoste. Sie konnte noch immer sein Blut von dem kleinen Schnitt, den ihre Reißzähne ihm zugefügt hatten, schmecken. Sein Mund löste sich schließlich von ihrem und er biss sie noch einmal sanft in die Unterlippe und sah ihr tief in die Augen.
„Versprich mir, dass wir einander wieder begegnen, als Freunde, nicht als Feinde!“
Betonte er und gewährte ihr dann etwas Abstand.
Gerne...wirklich, wirklich gerne!...
Maruka schwieg beschämt, denn das konnte sie unmöglich versprechen. Sie fühlte sich zunehmend unwohl in seiner Gegenwart. Nicht weil er es verdient hätte, sondern weil sie schlicht befürchtete, dass wenn sie auch nur noch eine Minute länger seinen Duft in der Nase haben würde, sie sich ihn auf die urtümlichste Weise nehmen würde, die sie nicht einmal vorstellen konnte. Bevor ihre Gedanken sie wieder mit vorwitzigen Bildern und Phantasien bestürmen konnten, riss sie sich los und hockte sich an den Eingang des Zeltes.
„Würdest du bitte die Wachen ablenken? Ich denke zwar, dass ich auch allein aus dem Lager kommen würde, aber wenn du hilfst, wäre das für mich ein weites Zeichen, dass wir uns ... wiedersehen sollten.“
Liam nickte und zog sich schnell sein Hemd über. Dabei beobachtete Maruka ihn verstohlen und als der Stoff kurz ihm die Sicht versperrte, griff sie nach einem kleinen Fetzen des „Lakens“, dass sie großzügig und hübsch durchlöchert hatte. Auf jeden Fall würde er so wissen, dass sie kein Traum gewesen war und sie würde den kleinen Fetzen Stoff mitnehmen, an dem sein wundervoller Geruch haftete. Bald darauf war er fertig und verließ vor ihr das Zelt. Maruka wartete, bis er leise irgendwo seine Stimme hörte und spähte dann vorsichtig hinaus. Er hatte Wort gehalten und der Wächter stand abgelenkt mit dem Rücken zu ihr. Schnell überprüfte sie die Lage und nutzte dann den toten Winkel um eilig das Lager zu verlassen. Ein letzter Blick zurück, dann huschte sie lautlos wie ein seidiger Schatten durch die Nacht, verwischte hier und da ihre Spuren und achtete auf Verfolger auf ihrem Weg zurück zum Panther. Stückweise nahm sie sogar den schwierigen Weg über die Baumkronen und verharrte auch mal, wenn ihr irgendeinen Geräusch merkwürdig vor kam. Doch lange musste sie nicht suchen, denn er fand sie sicher schneller, als sie ihn. Sie näherte sich vorsichtig und wartete darauf, dass er sie ansprach, damit sie ihm ihre Informationen überbringen konnte.
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 2. Februar 2017, 21:28

Der Krieger bestätigte Maruka den veränderten Treffpunkt, dann trennten sich ihre Wege. Der Rückweg, der eigentlich mit Liams Hilfe hätte einfacher sein sollen, wurde durch ihn auf andere Weise um einiges schwerer. Zweifel über ihre Entscheidung quälten sie mit jedem Schritt, den sie weiter vom Lager wegging. Nur das Stoffstück spendete ein klein wenig Trost. Sie schnupperte einmal ganz wehmütig daran und der Geruch von Leder, Stahl und Liam ließ sie sich auf die Lippe beißen. Etwas sagte ihr, dass sie da gerade eine unvergleichliche Nacht verpasst hatte, eine, die selbst ein voyeuristischer Waldgeist und ein Lager, dass ihren Freudenschreien lauschte, nicht stören konnte. Aber vielleicht ging da auch die besagte ‚Rolligkeit‘ mit ihr durch und sie hatte genau richtig entschieden.
Zum Glück hatte sie die Fallen wohlweislich auf ihrem Pfad aus dem Weg geräumt und so störte es nicht, dass sie nicht vollends bei der Sache war.
Der Panther erschien (wieder) wie aus dem Nichts neben ihr und schnaufte einmal feste, dann raunte er leise:
„Lass uns ein Stück weiter von hier weg gehen.“
Und rauschte schon weiter, immer darauf bedacht, gerade noch in Sichtweite der Hybridin zu bleiben, aber offensichtlich nicht zum Reden aufgelegt. So gingen gute Zwanzig Minuten einher, die sie nur durch die Nacht liefen und kein Wort wechselten. Genug Zeit für sie, sich zu sammeln und die Ereignisse Revue passieren zu lassen ohne dass ihr der Kopf vor verlangen rauschte.
Er hielt schließlich an und umrundete sie einmal, um sich dann zu setzen. Er zuckte noch einmal mit der Nase und leckte sich darüber.
„Gut, es scheint so, als hätte das Laufen geholfen – ich hatte nicht Gedacht, dass du die Verhandlungen so … intensiv hattest führen wollen. Hat einer der dortigen Menschen dein Interesse geweckt?“
Es war nicht richtig aus zu machen, ob das Raubtier einfach nur seine Überraschung kundtat, oder sich an etwas störte.
„Wie auch immer, es freut mich, dass du unbeschadet dort hinaus bist. Was hast du erfahren?“
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Maruka » Samstag 4. Februar 2017, 14:28

Der Panther erschien wieder wie aus dem Nichts neben ihr und schnaufte einmal feste, dann raunte er leise:
„Lass uns ein Stück weiter von hier weg gehen.“
Das war Maruka nur Recht und schon rauschte er weiter, immer darauf bedacht, gerade noch in Sichtweite der Hybridin zu bleiben, aber offensichtlich nicht zum Reden aufgelegt. So gingen gute zwanzig Minuten einher, die sie nur durch die Nacht liefen und kein Wort wechselten. Genug Zeit für sie, sich zu sammeln und die Ereignisse Revue passieren zu lassen ohne dass ihr der Kopf vor Verlangen rauschte.
Kein Wunder, dass er uns hinter sich haben will. Mit seiner feinen Nase … Himmel, daran hab ich ja gar nicht gedacht! Wie peinlich! ...Ach! Ich schon und so schlimm ist es auch wieder nicht. Er ist ein Panther, er wird das bestimmt schon ein oder zwei mal in seinem Leben gerochen haben... aber... Er ist doch ein Tier und dann wusste er doch die ganze Zeit, was ...was mit mit los ist. Er ist doch aber auch intelligent und ...Er hat mich trotzdem unter Menschen geschickt... Na und? Wir haben uns doch gut amüsiert. Mehr als gut!
Maruka biss sich ein ums andere Mal auf die Innenseiten ihrer Wangen um die jüngsten Bilder ihrer Erlebnisse zu verdrängen. Das Laufen half tatsächlich ihren rasenden Puls zu beruhigen und ihr Blut ein wenig abzukühlen. Am liebsten hätte sie sich jedoch kopfüber in den nächsten See gestürzt. Dabei fiel ihr auch wieder Enveri ein, der sicher angespannt auf sie wartete und sie seufzte ein zwei mal schwer. Das ganze Rätsel um ihn und den Panther, das Böse, der gefangene Bruder von Liam, der verletzte Wächter, das alles schwirrte in kleinen Bruchstücken durch ihren Kopf und sie bekam die Einzelteile einfach nicht zusammen gesetzt. Gleichzeitig wunderte sie sich einmal mehr über ihr eigenes Verhalten in diesem ganzen Spiel. War das wirklich alles sie gewesen? Hatte sie vielleicht schon immer diese „wilden“ Anteile in sich gehabt? Maruka versuchte sich einen Reim auf diese ganze „Instinkt-Geschichte“ zu machen, was nicht sehr gut gelang. Ihr tierisches Wesen konnte ihr schließlich nichts verraten, dass sie nicht irgendwie selbst schon wusste. Das ihr Gehirn in beide Richtungen manchmal nicht richtig funktionierte, war ihr spätestens klar geworden, als sie das mit der Rolligkeit begriffen hatte und was Liam mit ihr vorgehabt hatte. Sie errötete augenblicklich tief unter ihren schwarzen Haarwurzeln, als sie nur daran dachte. Schnell beschleunigte sie ein wenig das Tempo um sich auf etwas anderes konzentrieren zu können, was ihre Gedanken aber nicht lange ablenkte.
War ich früher denn so? …
Sie versuchte sich an die glücklichen Tage ihrer Kindheit zu erinnern und Bilder von ihrer Freundin „Jenna“ und ihr tauchten auf. Sie sah sie beide vor ihrem inneren Auge am Lagerfeuer zwischen den Erwachsenen und jüngeren Männern tanzen und lachten. Damals hatte „Jenna“ sie oft für ihr Geschick beneidet und Maruka hatte ihr so oft sie konnte ein paar Tanzschritte beigebracht. Das was ihrer Freundin jedoch an Eleganz fehlte, machte sie mit Lebensfreude wett. Sie war immer die offenere gewesen, und Maruka die fröhliche, aber damals war für Maruka die Welt auch noch in Ordnung gewesen. Soweit sie wusste, arbeitete ihre Freundin heute in der Taverne. Sie war schon immer freundlich gewesen, aber irgendwann...
Irgendwann hat sie sich angefangen für Jungs zu interessieren und die Jungs für sie … und ich hab mich in der Wildnis verkrochen. ...aber du hast schon damals gerne getanzt.
Maruka erinnerte sich an Enveris entrückten Gesichtsausdruck, als sie im Mondlicht getanzt hatte. Einmal, kurz bevor dieser lang zurück liegende unglückselige Tag mit Baltos Zurückweisung geendet hatte, hatte sie am Lagerfeuer für ihn getanzt. Damals hatte sie geglaubt, dass dies ein Zeichen gewesen wäre, dass er sich mochte, doch dann war alles anders gekommen.Sie hatte sich fein gemacht, ihre besten Felle angelegt und ihm sogar etwas zu Essen mitgebracht. Sie hatte mit ihm sprechen wollen und hatte schüchtern gefragt, ob sie ihm gefalle, wie sie aussähe. Sie war so unendlich jung gewesen.
...und so dumm! - Aber wenn er es nicht so gemeint hatte... wenn du Recht hattest? Dein Bauchgefühl war vielleicht richtig. - Es ist gleich. Ich kann ihn nicht mehr danach fragen. - Aber du könntest Enveri fragen.
Maruka lief ebenso schweigsam wie der Panther vor sich hin und auch wenn ihre Gedanken in der Vergangenheit hingen, so war ihre Aufmerksamkeit auf die Gegenwart gerichtet. Ein paar mal glaubte sie, ihn fast verloren zu haben, sah ihn dann aber doch wieder. Insgesamt musste Maruka feststellen, dass sie seit ihrer Verwandlung immer mehr in die Gegenwart rutschte und immer weniger zu dem was sie einst gewesen war Zugang bekam. Interessanter Weise fand sie diese Entwicklung gar nicht schlimm, ganz im Gegenteil. Im Hier und Jetzt zu leben hatte definitiv seine Vorteile. Eben war sie noch eine gejagte Sklavin gewesen, dann hatte sie ihr Schicksal in einer Traumblase gefangen gehalten, dann war Manthala ihr erschienen und hatte sie hier her gebracht. Sie hatte diesen Ort gefunden, den sie als ihr neues Zuhause ansah und hatte Enveri kennen gelernt. Er war gut zu ihr gewesen und sie mochte ihn, sie mochte auch den Panther, wenn gleich dieser Teil von ihr noch etwas unterentwickelt war. Sie mochte Liam … Wen mochte sie eigentlich nicht?!
Maruka kicherte leise vor sich hin und folgte weiter dem Wächter. Er hielt schließlich an und umrundete sie einmal, um sich dann zu setzen. Er zuckte noch einmal mit der Nase und leckte sich darüber.
Enschuldige... wofür?
„Gut, es scheint so, als hätte das Laufen geholfen – ich hatte nicht gedacht, dass du die Verhandlungen so … intensiv hattest führen wollen. Hat einer der dortigen Menschen dein Interesse geweckt?“
Es war nicht richtig aus zu machen, ob das Raubtier einfach nur seine Überraschung kundtat, oder sich an etwas störte. Maruka grinste auf seine Frage nur schelmisch und zuckte mit den Schultern.
„Wie auch immer, es freut mich, dass du unbeschadet dort hinaus bist. Was hast du erfahren?“
Er ist doch nicht eifersüchtig oder? ...WAS? Nein! ...denke nicht...
Für einen winzigen Moment huschte der Gedanke, dass vielleicht auch der Panther an ihr Interesse haben könnte durch den Kopf, aber Maruka war zu sehr Mensch, als dass sie mit ihrer menschlichen Moral so etwas vorstellen konnte. Ihre Katze hingen fühlte sich augenblicklich geschmeichelt.
Warum denn nicht? - NEIN! - Hihi, ist mir auch gleich. Ob Mensch oder Tier... Hautsache es passt. - Himmel, hör auf! Das geht ja gar nicht! Er hat bestimmt nur die Nase gerümpft, weil ich ...stinke! Und jetzt ruhe! Ich muss mich konzentrieren!
Etwas stammelnd begann Maruka von ihren Erkenntnissen im Lager zu berichten:
„Ich ...hatte sie eine Weile beobachtet, ein paar... ihrer ...Fallen ausgeschaltet, damit der mein Rückzug gesichert war. Sie sind gut organisiert. Sie haben vier Wachen, drei „Anführer“, die zu dem Zeitpunkt sich in einem der Zelte aufgehalten haben, fünf lagerten um das Feuer und Einer befand sich schlafend im Schutz des umgestürzten Baumriesen, also 13 Personen. Ich wartete einen günstigen Zeitpunkt ab und schlich mich näher, dabei konnte ich einen Streit ihrer Anführer im Zelt belauschen. Ich erkannte die Stimme des Mannes, den ich zuvor am Rand der Klippe gesehen hatte und diese Frau, Gana.“
Maruka versuchte sich noch einmal so genau wie möglich das Gesagte ins Gedächtnis zu rufen, aber stellte nun fest, dass das Leben im Hier und Jetzt auch seine Nachteile hatte. Ihre Erinnerungen schwanden schnell und sie befürchtet, dass sie einige Teile schlicht vergessen hatte. Sagte man nicht Katzen ein „Drei-Sekunden-Gedächtnis“ nach?
„Sie sprachen davon, dass sie „IHN finden müssten.“ Den Zusammenhang, auf wen sie sich damit bezogen, hatte ich verpasst. Diese Gana scheint die Gegend hier zu kennen, zumindest behauptete sie das, als die Männer stritten. Ein Mann, der den ich nicht sehen konnte, er hatte eine etwas hellere Stimme mit schneidendem Unterton, er war sich sicher, das sie hier richtig sind. Sie sprachen von der Lichtung als Ort der Macht, über die sie geschriebene Aufzeichnungen haben müssen und sie wissen von „dem Wächter“. Sie haben ein Buch. Ein Buch in dem steht, dass der Wächter extrem geschwächt, wenn nicht tot sein soll.
Sie stritten sich, ob der Wächter intelligent oder eine rasende nachtschwarze Bestie ist. Sie sagten noch, sie wären auf der Suche nach irgendwelchen Aufzeichnungen.“

Maruka rieb sich angestrengt den Nasenrücken zwischen den Augen. Irgendwie hatte sie das Gefühl etwas vergessen zu haben und gleichzeitig überlegte sie, wie viel von dem Folgenden wirklich wichtig für den Panther sein könnte.
„Der Krieger der drei ging und die beiden anderen redeten noch über ihn. Das Verhältnis ist nicht gut zwischen ihnen aber es gibt wohl eine Art Abmachung zwischen ihnen, an die sie gebunden sind.“
Maruka schritt ein wenig hin und her, um sich selbst zu beruhigen und ihre nachfolgenden erneut herauf beschworenen Erlebnisse nicht ihre Konzentration stören zu lassen.
„Ich folgte dem Krieger in sein Zelt wo er schlief. Ich... ich habe mich auf seine Brust gestellt, wie du... halt so ähnlich... Dachte, dass würde genug Eindruck machen, damit er mich nicht angreift. Es hat funktioniert. „
Maruka schmunzelte nur kurz in sich hinein, als sie an die Auswirkungen ihres Handelns dachte. Es hatte wohl ZU gut funktioniert.
„Als er aufwachte habe ich ihn gewahrt, dass sie sich alle irren würden. Du bist weder geschwächt noch eine „dumme“ Bestie. Ich sagte: Der Wächter wird euch aber auch nicht helfen euer Ziel zu erreichen, wenn er in euch eine Gefahr für seinen Auftrag sieht. Ich wählte die Worte so, als wärst du auch da, du und deine kleinen grünen Funken-freunde. Ich fragte ihn, warum er glaubte diesen Ort von dem sie sprachen finden zu müssen und er erzählte mir, dass sein Bruder das Buch geschrieben hatte und er habe keinen Zweifel am Wahrheitsgehalt seiner Worte hätte. Er ist hier, um ihn zu suchen! Sein Bruder hat diesen Ort besucht, um ein großes Unheil auf zu halten und er soll noch immer hier gefangen sein. Der Krieger, sein Name ist Liam von Morgenstern, er möchte niemanden töten, der es nicht verdient hat. Vor allem nicht, wenn er einmal die Aufgabe hatte, das Böse zu bekämpfen!... seine Worte. Allerdings bezweifelt er, dass du überhaupt der echte Wächter bist. Er meint, du führst mich nur an der Nase herum“
Maruka beobachtete den Panther und seine Reaktionen. Vielleicht musste sie gleich wieder rennen, vor ihm flüchten? Ihre Worte entsprachen eins zu eins der Wahrheit, aber sie waren auch als Frage gewählt worden. Bei dieser Wahrheit wollte sie auch bleiben, so hart es werden könnte.
„Ich bin etwas verunsichert, aber ich weiß aber auch zu wenig über deine Geschichte, oder die des Wächters, oder Enveris, oder Reviens, dem älteren Wächter, oder Liam, oder seinem Bruder Stiam. Sagt dir dieser Name irgendetwas, oder bist du gewillt mich an diesen Geschichten teil haben zu lassen?“
Sie schaute ihn nicht direkt in die Augen, aber behielt ihn trotzdem ganz genau im Auge, denn wenn er sich als eine Gefahr heraus stellen sollte, dann wollte sie wenigstens eine Sekunde Reaktionszeit zum Handeln haben.
„Um genau zu sein... Ich glaube eigentlich nicht, dass du mich an der Nase herum führst, flunkerst...mich böswillig belügst, denn ich glaube an die Macht dieses Waldes, so kurz ich auch hier bin. Leider verstehe ich noch nicht alles. Ich weiß nicht wo die Funken hin sind, oder ob sie dir das alles schon erzählt haben. Ich habe dir geholfen herauszufinden, was die Menschen hier vor haben. Ich habe Liams Worte zu dir getragen und wir haben einen Treffpunkt ausgemacht, in zwei Tagen an dem großen umgestürzten Baum in der Nähe der Klippe, also in deinem Revier. Dort könntest du mit ihnen sprechen. Ich würde übersetzten... oder du nimmst dieses Wissen und verjagst sie vorher. Es ist nicht meine Entscheidung. Es ist dein Wald, aber ich möchte hier gerne weiter leben. Ich wünsche mir Frieden, kein Blutvergießen, aber ich weiß auch, dass es manchmal nicht anders geht. Jetzt gerade würde ich gerne zurück zu Enveri, aber ich bleibe, wenn du mir mehr erzählen möchtest.“
Mit großen blauen Augen sah sie „Pantherchen“ zaghaft lächelnd an und hoffte ein Teil dieser Geschichte zu werden, die sie von Anfang an in ihren Bann gezogen hatte.
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Erzähler » Samstag 4. Februar 2017, 21:12

Der Panther lauschte ihr gelassen. Nur ab und an zuckte sein Schwanz hin und her. Als sie ihm so offen ihre Wünsche und Pläne gegenüber äußerte, nickte er anerkennend.
„Du warst offener zu mir als ich zu dir und du hast mir geholfen, obwohl ich dir gegenüber nicht freundlich war. Das Geheimnis darüber, wie du hier her kamst, bleibt, aber vielleicht muss ich dir Gegenüber erst einmal entgegenkommend sein, bevor du den Gefallen erwiderst.

Ich danke dir dafür, dass du so viel für mich herausgefunden hast, gerade wo es den Frieden, den du dir wünscht, in Gefahr bringen könnte.
Wie friedlich und ehrenvoll die Motive des Menschen sind, mit dem du gesprochen hast, werden wir noch in zwei Tagen sehen … aber bis dahin denke ich, dass es wichtig ist, dass du mehr weißt. Du solltest also noch bleiben, aber ich bin mir sicher, der Waldelf läuft dir auch nicht weg.

Ich kann dir nicht erzählen, was genau vor etwas weniger als Zehn Zyklen hier mit dem Bruder des Menschen geschehen ist, aber ich denke, ich weiß, mit welchen Ereignissen dieser Anverwandte verbunden ist. Mach es dir bequem, kleine Katze, diese Geschichte wird länger dauern.

Die Sterblichen sprechen glaube ich von ‚einem Jahrzehnt‘ und ich denke, die Anzahl der Zyklen kommt dem nahe. Damals war Revien noch … es ging ihm gut. Ein Mann schaffte es sich mithilfe dunkler Magie an … dem Wächter vorbei zu schleichen. Dieser stellte den Magier, als er mit den Vorbereitungen zu seinem Ritual begann. Sie kämpften und er drohte von Revien überwunden zu werden, da bediente sich der Mann einer dunklen Macht und saugte das Leben des Wächters mithilfe eines Artefakts aus ihm heraus.

Der Wächter konnte sich schließlich lösen, aber der sterbliche Teil seiner Seele war all seiner Kraft beraubt. Wäre er nicht zum Teil Unsterblicher, er wäre an diesem Tag gestorben.
Der törichte Magier befreite an diesem Tag einen Dämon, der bis dahin in dem Artefakt gefangen gewesen war.
Der Wächter schaffte es mit letzter Kraft sich davon zu schleppen aber ihm war klar, dass er in seiner Aufgabe versagt hatte. Da traf er auf eine Gruppe aus … nun sie stellten sich als ‚Helden‘ vor. Ich bin mir sehr sicher, dass der Bruder des Morgensterns darunter war.

Ich weiß nicht wie es ihnen gelang, aber schließlich überwanden sie den Magier und auch den Dämonen. Allerdings verließen nicht so viele den Wald, wie ihn betraten.
So oder so, der Wächter hatte versagt und sah sich vor dem Problem, dass er einen Teil von sich verloren hatte.

Dafür sollte ich dir wohl mehr von Revien erzählen, damit du verstehst was mit ihm geschah:
Es ist unzählige Zyklen her, da verband sich ein waldelfischer Druide mit einem großen Geist des Waldes. Zu dieser Zeit wuchs auch das Unheil heran, das seitdem diesen einst friedlichen Ort vergiftet. Um dem Einhalt zu gebieten schwor der junge Mann, der nun so viel mehr als nur ein Sterblicher war, auf ewig über diesen Ort zu wachen.
Phaun, der damals Zeuge des Schwurs war, erlegte Revien auf, niemals seinen Posten zu verlassen und bürdete ihm auf, ewig zu verbleiben, damit er seiner Aufgabe folgen konnte.
Nur dass nach den Ereignissen vor einigen Zyklen der ursprüngliche Träger des Namens Revien während des Kampfes gegen den Magier sein Leben verlor. Nur die Verbindung zu dem Großen Geist und sein Schwur bewahrten ihn davor, gänzlich zu vergehen.

Seitdem ist er nur ein Schatten seiner selbst. Die Verbindung der beiden Geschöpfe ist, bis auf den letzten Faden, der ihn am Leben hält, zerbrochen und das, was sie einst zu einer unüberwindbaren Einheit gemacht hat, ist verloren gegangen. Es gibt nun nur noch einen trauernden Sterblichen, der sich nichts mehr als das Ende seiner Existenz wünscht und einen Geist der Jagd, der in Fleisch, Knochen und den Resten wirrer sterblicher Gedanken gefangen ist.
Das Buch des Menschen lügt also nicht, wenn es davon spricht, dass der Wächter schwer verletzt ist. Genauso wenig wie deine Worte unwahr waren. Es gibt noch immer jemanden, der diesen Ort beschützt und er ist ganz sicher nicht wehrlos.
Diese Sterblichen besuchen die Ruinen Shyréas zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt. Seit einer Weile spüre ich, wie sich das dunkle wieder erhebt und ich müsste eigentlich all meine Kraft nutzen, um es zu bekämpfen. Allerdings hege ich Zweifel, ob es einem anderen als der Union aus Revien und dem Geist gelingen könnte, das dunkel dort wirklich zu besiegen. Aber damit das passiert, müssten die Beiden wieder eins miteinander werden und bis jetzt schien es keine eine Chance auf Heilung zu geben.“


Der Panther streckte sich einmal, wie um eine Anspannung, die sich während des Erzählens angesammelt hatte, zu vertreiben.

„Ich sage, ‚bis jetzt‘ weil ich einen Schimmer der Hoffnung sehe, seitdem du hier bist. Allerdings würde das bedeuten, dass du Hals über Kopf in diese Ereignisse hineingezogen würdest …
Andererseits, wenn du das hier deine Heimat nennen willst und weiterhin bei dem Waldelfen bleiben willst, gibt es ohnehin keine andere Möglichkeit als Einmischung.“
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Maruka » Sonntag 5. Februar 2017, 16:02

Der Panther lauschte ihr gelassen. Nur ab und an zuckte sein Schwanz hin und her. Dann nickte er anerkennend.
„Du warst offener zu mir als ich zu dir und du hast mir geholfen, obwohl ich dir gegenüber nicht freundlich war. Das Geheimnis darüber, wie du hier her kamst, bleibt, aber vielleicht muss ich dir Gegenüber erst einmal entgegenkommend sein, bevor du den Gefallen erwiderst.“
Maruka hob aufmerksam den Blick und wandte sich dem Panther nun gänzlich zu.
„Ich danke dir dafür, dass du so viel für mich herausgefunden hast, gerade wo es den Frieden, den du dir wünscht, in Gefahr bringen könnte.“
Das befürchte ich ja auch, aber muss es denn sein?
„Wie friedlich und ehrenvoll die Motive des Menschen sind, mit dem du gesprochen hast, werden wir noch in zwei Tagen sehen … aber bis dahin denke ich, dass es wichtig ist, dass du mehr weißt.“
Jetzt wird es spannend...
„Du solltest also noch bleiben, aber ich bin mir sicher, der Waldelf läuft dir auch nicht weg. Ich kann dir nicht erzählen, was genau vor etwas weniger als Zehn Zyklen hier mit dem Bruder des Menschen geschehen ist, aber ich denke, ich weiß, mit welchen Ereignissen dieser Anverwandte verbunden ist. Mach es dir bequem, kleine Katze, diese Geschichte wird länger dauern.“
Maruka sah sich kurz um, erblickte einen flachen Stein auf den sie sich setzte. Sie zog die Beine nah an den Bauch, umfing die Schienbeine mit den Armen und ihr Schwanz legte sich um sie herum auf ihre Füße. Nur die Schwanzspitze wippte leicht. Ihr Kinn legte sie auf ihrem linken Knie ab und ihre Ohren stellten sich steil auf. Ihre Haltung verriet unbändige Neugierde, aber auch hohe Konzentration. Maruka war hier ganz in ihrem Element und fühlte sich auf sehr ursprüngliche Art unglaublich wohl. Von Kindheit an gehörten Geschichten zu ihrem Leben und waren von enormer Wichtigkeit. Um so mehr schätzte sie es jetzt, dass der Panther anscheinend sie in diese nun einweihte. Das hier fühlte sich wichtig an und sie hörte aufmerksam zu.
„Die Sterblichen sprechen glaube ich von ‚einem Jahrzehnt‘ und ich denke, die Anzahl der Zyklen kommt dem nahe. Damals war Revien noch … es ging ihm gut. Ein Mann schaffte es sich mithilfe dunkler Magie an … dem Wächter vorbei zu schleichen.“
Interessante Atempausen...
„Dieser stellte den Magier, als er mit den Vorbereitungen zu seinem Ritual begann. Sie kämpften und er drohte von Revien überwunden zu werden, da bediente sich der Mann einer dunklen Macht und saugte das Leben des Wächters mithilfe eines Artefakts aus ihm heraus.
Der Wächter konnte sich schließlich lösen, aber der sterbliche Teil seiner Seele war all seiner Kraft beraubt. Wäre er nicht zum Teil Unsterblicher, er wäre an diesem Tag gestorben.
Der törichte Magier befreite an diesem Tag einen Dämon, der bis dahin in dem Artefakt gefangen gewesen war. Der Wächter schaffte es mit letzter Kraft sich davon zu schleppen aber ihm war klar, dass er in seiner Aufgabe versagt hatte. Da traf er auf eine Gruppe aus … nun sie stellten sich als ‚Helden‘ vor. Ich bin mir sehr sicher, dass der Bruder des Morgensterns darunter war.
Ich weiß nicht wie es ihnen gelang, aber schließlich überwanden sie den Magier und auch den Dämonen. Allerdings verließen nicht so viele den Wald, wie ihn betraten.“

Stiam Morgenstern war dann also das Opfer in diesem Kampf.
Die Situation verursachte in Maruka, in ihrem Körper ernsthafte Verspannungen und sie konnte nicht länger still sitzen. Das alles war so spannend und malte bunte Bilder in ihren Kopf! Sie ließ sich nach vorne kippen, stützte sich mit den Armen ab und kam so auf alle Viere. Mit einer fließenden Bewegung legte sie sich auf den Bauch und stütze ihr Gesicht in die Hände. Dabei bohrte sie ihre Ellenbogen in den weichen Waldboden. Ihre Füße und ihr Schwanz pendelten in der Luft und während sie so weiter gebannt zuhörte robbte sie langsam näher um so spannender die Erzählungen wurden.
„So oder so, der Wächter hatte versagt und sah sich vor dem Problem, dass er einen Teil von sich verloren hatte. Dafür sollte ich dir wohl mehr von Revien erzählen, damit du verstehst was mit ihm geschah:“
Ja bitte!
„Es ist unzählige Zyklen her, da verband sich ein waldelfischer Druide mit einem großen Geist des Waldes. Zu dieser Zeit wuchs auch das Unheil heran, das seitdem diesen einst friedlichen Ort vergiftet. Um dem Einhalt zu gebieten schwor der junge Mann, der nun so viel mehr als nur ein Sterblicher war, auf ewig über diesen Ort zu wachen.
Phaun, der damals Zeuge des Schwurs war, erlegte Revien auf, niemals seinen Posten zu verlassen und bürdete ihm auf, ewig zu verbleiben, damit er seiner Aufgabe folgen konnte.“

So was in der Art hab ich doch schon mal gehört...
„Nur dass nach den Ereignissen vor einigen Zyklen der ursprüngliche Träger des Namens Revien während des Kampfes gegen den Magier sein Leben verlor. Nur die Verbindung zu dem Großen Geist und sein Schwur bewahrten ihn davor, gänzlich zu vergehen. Seitdem ist er nur ein Schatten seiner selbst.“
Enveri? ...ist er vielleicht ...
„Die Verbindung der beiden Geschöpfe ist, bis auf den letzten Faden, der ihn am Leben hält, zerbrochen und das, was sie einst zu einer unüberwindbaren Einheit gemacht hat, ist verloren gegangen. Es gibt nun nur noch einen trauernden Sterblichen, der sich nichts mehr als das Ende seiner Existenz wünscht und einen Geist der Jagd, der in Fleisch, Knochen und den Resten wirrer sterblicher Gedanken gefangen ist.“
Dich ...?
„Das Buch des Menschen lügt also nicht, wenn es davon spricht, dass der Wächter schwer verletzt ist. Genauso wenig wie deine Worte unwahr waren. Es gibt noch immer jemanden, der diesen Ort beschützt und er ist ganz sicher nicht wehrlos.“
Ein schwerer Stein hatte sich in Marukas Magen gebildet. Das Gewirr aus Vermutungen und Theorien, die sie bisher beschäftigt hatten begann an manchen Ecken seine Knoten zu lösen.
„Diese Sterblichen besuchen die Ruinen Shyréas zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt. Seit einer Weile spüre ich, wie sich das dunkle wieder erhebt und ich müsste eigentlich all meine Kraft nutzen, um es zu bekämpfen. Allerdings hege ich Zweifel, ob es einem anderen als der Union aus Revien und dem Geist gelingen könnte, das dunkel dort wirklich zu besiegen. Aber damit das passiert, müssten die Beiden wieder eins miteinander werden und bis jetzt schien es keine eine Chance auf Heilung zu geben.“
Der Panther streckte sich einmal, wie um eine Anspannung, die sich während des Erzählens angesammelt hatte, zu vertreiben. Maruka imitierte unwillkürlich seine Handlung und streckte sich lang aus. Ihre Fingerspitzen reichten dabei fast bis an ihn heran.
„Ich sage, ‚bis jetzt‘ weil ich einen Schimmer der Hoffnung sehe, seitdem du hier bist. Allerdings würde das bedeuten, dass du Hals über Kopf in diese Ereignisse hineingezogen würdest …
Andererseits, wenn du das hier deine Heimat nennen willst und weiterhin bei dem Waldelfen bleiben willst, gibt es ohnehin keine andere Möglichkeit als Einmischung.“

Maruka blinzelte zweimal schnell und starrte dann einen Moment ins Leere. Das alles war sehr viel zu verdauen und ihre Gedanken schlugen gerade wilde Purzelbäume.
Helden...Wächter...Götter die... Phaun, der einem Waldelfen mit dem großen Geist des Waldes verband...daraus entstand Revien... irgend ein Ritual...böser Magier, der ein Artefakt benutzt und den Wächter damit zerreißt...ein Dämon oder etwas dunkles, etwas böses entsteht, oder wird befreit... Revien wird in zwei Teile zerrissen... einer wird Enveri? Einer der Panther?...zerrissen... ein Teil irgendwie noch menschlich...elfisch...zerrissen...wie ich bin... wie ich es war... irgendwie... WAS FÜR EIN CHAOS!...
Maruka petzte die Augen zusammen und drückte ihr Gesicht kurzerhand in den Waldboden. Sie atmete den erdigen Duft ein und schüttelte sich dann kräftig. Sie setzte sich wieder auf, blieb aber im Schneidersitz, rutschte noch näher an den Panther heran und meinte:
„Nur damit ich das richtig verstehe... also... Du und Enveri...ihr beide zusammen wart Revien, bevor ihr zerrissen wurdet?“
Die Hybridin rutschte etwas unruhig auf ihrem kleinen Hintern herum und wirkte etwas nervös und hibbelig. Nein, nicht etwas... sehr! Die Spannung in der Luft war zum schneiden und Maruka war eine hungrige Süchtige, die sich nach dieser Art von Spannung verzehrte. Ihr Fuß wippte nervös und ihr Schwanz zuckte hin und her. Sie kam überhaupt nicht auf die Idee, dass sie vielleicht darüber nachdenken sollte, sich aus dieser Geschichte besser herauszuhalten. Zumal sie sowieso schon glaubte, aus irgendeinem Grund hier her gebracht worden zu sein. Einen kurzen Moment kaute sie nachdenklich auf einer Kralle herum, während sie laut weiter sinnierte:
„Sag mal, wenn Phaun damals Revien erschaffen hatte, damit er einen Gegengewicht für diese dunklen Mächte hatte, könnten dann auch andere Götter was dagegen haben, dass Dämonen hier ihr Unwesen treiben? Ich kenne mich damit nicht aus... So mit dem Bösen...dem was du...ihr bewacht. Wenn es also im Allgemeinen gegen die Götter steht, also nicht nur gegen Phaun, dann hätte ich vielleicht eine Idee, warum ich hier bin...“
Maruka biss noch einmal gedankenversunken in ihre Kralle.
Ich versteh... ich rate ...glaube ich zumindest...sogar ein wenig, warum der Panther sich dem allem bewusster ist als der Teil, der Enveri ist... Er ist das tierische... das Unterbewusste, der Instinkt, der dem Anderen sozusagen „über die Schulter schaut“ … Das Unterbewusste kann sich nicht selbst belügen. Enveri hingen ist der geschlagene Geist, der sich vor sich selbst versteckt.
Sie sah den Panther nachdenklich an und neigte den Kopf.
„Ich glaube... wenn ich mit meinen Vermutungen richtig liege, ...dann … dann bin ich manchmal genauso zerrissen wie du und Enveri, nur dass ich noch in einem ...einem einzigen Körper stecke...“
Mitgefühl sprach aus der Hybridin und vielleicht war sie wirklich in der Situation, das ein klein wenig nachfühlen zu können.
„Nur weiß ich nicht, wie ich euch helfen kann.“
Ich halte mich ja kaum selbst zusammen... aber... hm... irgendwie habe ich es ja geschafft mit mir auszukommen, beide Seiten näher zusammen zu bringen... Das stimmt, du schickst mich nicht mehr ständig weg und fängst an auf mich zu hören... Ja und das alles passierte auch irgendwie durch Manthalas Eingreifen... Vielleicht kann sie helfen... Vielleicht ist das der Punkt, warum ich hier bin? Er hat mir alles erzählt, also kann ich ihm das jetzt auch verraten.
„Manthala hat mich hier her gebracht.“
Maruka beobachtete aus dem Augenwinkel kurz die Reaktion des Panthers, aber in ihrem Kopf rollten schon wieder die Gedanken durcheinander, die sie leise, aber hörbar vor sich hin brabbelte:
„Was ist aber dann aus Stiam geworden? Vielleicht brauchen wir ja wieder die „Helden“ wenn das „Dunkel“ sich wieder rührt. Wenn die Zerrissenheit von Revien das eine Problem ist, dann ist die Familie Morgenstern da auch irgendwie drin verwickelt... Ich hoffe, dass sie keine Feinde sind, denn dann müssten wir mit zwei Gegnern kämpfen.“
Maruka sah bei dem Gedanken mehr als nur unglücklich aus. Ihr Ohren hingen tief an ihrem Kopf herab.
„Ich hoffe, wir finden einen Weg uns alle zu verbünden... bei allen Problemen...“
Etwas zögerlich, aber dann doch mutig streckte sie die Hand nach dem seidigen Fell des Panthers aus, sofern er nicht zurück wich.
„Sag mal... wann wart du und Enveri das letzte mal am gleichen Ort? Ist das möglich? Und da gibt es noch etwas, dass ich wirklich sehr gerne von dir wissen würde.“
Ihre Fingerspitzen kraulten kräftig seine Schulter und wanderten seinen Nacken hinauf, bis zu dieser Stelle nah am Ohr, wo sie selbst so gern berührt wurde.
„... Du bist mir im Traum erschienen. Machst du das irgendwie...bewusst...ja oder?..., oder war das ich? Kann man so was lernen? Du hattest mich ja gerufen... glaube ich. Oder … Manthala steht auch für Träume, oder? Ich bin da verwirrt...Wie funktioniert so was?“
Marukas innere Katze spürte, wie langsam dieses leichte Kribbeln wieder einsetzte, dass ihr Verlangen, sich an irgendetwas zu reiben auslöste. Die Geschichte, genauso wie das Rennen war eine exzellente Ablenkung gewesen, aber nun da sie still saß und nur nachdenken musste, kehrte das Verlangen langsam zurück. Es war immernoch im Wachsen begriffen und würde wahrscheinlich zum Vollmond seinen Zenit erreichen. Aber was hier gerade entstand, das war zumindest in kleinen Teilen etwas... anders. Das Verlangen sich an ihn zu lehnen und einfach die Nähe zu genießen, ein Rudel zu werden war gewaltig. Maruka wollte einfach nicht allein sein - Keine von ihren Seiten!
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Erzähler » Sonntag 5. Februar 2017, 23:43

„Nur damit ich das richtig verstehe... also... Du und Enveri...ihr beide zusammen wart Revien, bevor ihr zerrissen wurdet?“

Der Panther nickte bestätigend.
„Als Revien diesen Namen erschuf dachte er an etwas, dass er ‚Ana...angra ...‘- ich kann es in der Sprache der Tiere nicht ausdrücken. Etwas, dass die gleichen Elemente besitzt, aber anders angeordnet wird.“

Die Hybridin rutschte etwas unruhig auf ihrem kleinen Hintern herum und wirkte etwas nervös und hibbelig. Nein, nicht etwas... sehr! Die Spannung in der Luft war zum schneiden und Maruka war eine hungrige Süchtige, die sich nach dieser Art von Spannung verzehrte. Ihr Fuß wippte nervös und ihr Schwanz zuckte hin und her. Sie kam überhaupt nicht auf die Idee, dass sie vielleicht darüber nachdenken sollte, sich aus dieser Geschichte besser herauszuhalten. Zumal sie sowieso schon glaubte, aus irgendeinem Grund hier her gebracht worden zu sein. Einen kurzen Moment kaute sie nachdenklich auf einer Kralle herum, während sie laut weiter sinnierte:
Sag mal, wenn Phaun damals Revien erschaffen hatte, damit er einen Gegengewicht für diese dunklen Mächte hatte, könnten dann auch andere Götter was dagegen haben, dass Dämonen hier ihr Unwesen treiben? Ich kenne mich damit nicht aus... So mit dem Bösen...dem was du...ihr bewacht. Wenn es also im Allgemeinen gegen die Götter steht, also nicht nur gegen Phaun, dann hätte ich vielleicht eine Idee, warum ich hier bin...“


„Ich sagte nicht, dass Phaun uns erschaffen hat. Göttliches Einwirken hatte damit wenig zu tun. Aber ich möchte hoffen, dass den Göttern nicht gleich ist, was hier geschieht.“

Maruka biss noch einmal gedankenversunken in ihre Kralle.
Sie sah den Panther nachdenklich an und neigte den Kopf.
„Ich glaube... wenn ich mit meinen Vermutungen richtig liege, ...dann … dann bin ich manchmal genauso zerrissen wie du und Enveri, nur dass ich noch in einem ...einem einzigen Körper stecke...“


„Ich hoffe sehr für dich, dass es bei dir nicht ganz so extrem ist.“

Mitgefühl sprach aus der Hybridin und vielleicht war sie wirklich in der Situation, das ein klein wenig nachfühlen zu können.
„Nur weiß ich nicht, wie ich euch helfen kann.“


Der Panther senkte etwas enttäuscht den Blick, als Maruka ihre Zweifel ausdrückte.

„Manthala hat mich hier her gebracht.“
Maruka beobachtete aus dem Augenwinkel kurz die Reaktion des Panthers, aber in ihrem Kopf rollten schon wieder die Gedanken durcheinander, die sie leise, aber hörbar vor sich hin brabbelte:


Der Panther stellte interessiert die Ohren auf.

„Was ist aber dann aus Stiam geworden? Vielleicht brauchen wir ja wieder die „Helden“ wenn das „Dunkel“ sich wieder rührt. Wenn die Zerrissenheit von Revien das eine Problem ist, dann ist die Familie Morgenstern da auch irgendwie drin verwickelt... Ich hoffe, dass sie keine Feinde sind, denn dann müssten wir mit zwei Gegnern kämpfen.“
Maruka sah bei dem Gedanken mehr als nur unglücklich aus. Ihr Ohren hingen tief an ihrem Kopf herab.
„Ich hoffe, wir finden einen Weg uns alle zu verbünden... bei allen Problemen...“
Etwas zögerlich, aber dann doch mutig streckte sie die Hand nach dem seidigen Fell des Panthers aus, sofern er nicht zurück wich


Er zuckt kurz etwas überrascht, aber er akzeptierte die Geste und schien es zu genießen. Unter dem seidigen glatten Fell spürte sie feste Muskeln.

„Sag mal... wann wart du und Enveri das letzte mal am gleichen Ort? Ist das möglich? Und da gibt es noch etwas, dass ich wirklich sehr gerne von dir wissen würde.“
Ihre Fingerspitzen kraulten kräftig seine Schulter und wanderten seinen Nacken hinauf, bis zu dieser Stelle nah am Ohr, wo sie selbst so gern berührt wurde.


Er schnurrte nicht, aber die Art wie er sich ihren Streicheleinheiten entgegen lehnte verriet ihr, dass er die Zuwendung genoss. Und gerade jetzt passte ihr Kosename für ihn. ‚Pantherchen‘ sah wirklich unglaublich niedlich aus, wenn er sich von ihr streicheln ließ.

„... Du bist mir im Traum erschienen. Machst du das irgendwie...bewusst...ja oder?..., oder war das ich? Kann man so was lernen? Du hattest mich ja gerufen... glaube ich. Oder … Manthala steht auch für Träume, oder? Ich bin da verwirrt...Wie funktioniert so was?“

„Ich habe mit diesen Menschen noch immer meine Zweifel und ich bin erst bereit, eine Zusammenarbeit in Betracht zu ziehen, wenn ich alles andere geklärt habe … und sicher sein kann, dass jeder von ihnen nichts im Schilde führt! Aber, wie ich schon sagte, ich habe kein Vergnügen daran, Leben aus diesem Grund zu beenden und werde sie sicher nicht fressen um ihrem Tod mehr Bedeutung zu geben.“

Er schien genug von ihren Zuwendungen zu haben und gab ihr einen kräftigen stups, dann schüttelte er sich, so dass seine Ohren knallten und fuhr fort.
„Im Grunde genommen sind Revien und ich IMMER am selben Ort. Nur unsere Geister sind getrennt, wir sind noch immer an dasselbe Fleisch gebunden.
Damals schleppte ich mich bis an den See. Dort versuchte ich mich zu erholen und bemerkte das erste Mal, dass ich ihn nicht ganz verloren hatte. Ich sprach mit ihm – was vermutlich dem, was du mit deiner Katzenseite tust nicht unähnlich ist. Er war verwirrt und entsetzt. Es war fast, als hätte sein Geist die Erinnerung an die Jahre verloren, in denen wir miteinander eins gewesen waren. Alles was blieb, war der Junge, der damals so töricht war zu wagen, sich mit mir zu verbinden. All die Weisheit und die Reife die wir in den Zyklen danach sammelten schienen verloren. Ich erklärte ihm, was vorgefallen war und versuchte ihn zu beruhigen, aber er war nicht länger bereit zu akzeptieren, dass wir uns verbanden.

Stattdessen tat er alles, um mich zu vertreiben und auf Abstand zu halten. Immer wieder umhüllte er sich mit Gedanken an Schuld und die Trauer um seine verlorene Familie und Freunde. Jedes Mal, wenn mein Geist sich ihm auch nur nähern wollte, wurde ich in diesen Strudel aus Trauer gerissen. Dabei versank er in Ereignissen, die selbst sein eigenes Volk vergessen hat! Ich wurde furchtbar wütend und stritt mit ihm, aber das machte alles nur schlimmer, beinahe hätten wir einander in den Wahnsinn getrieben. Wir schafften es schließlich uns auf einen Kompromiss zu einigen, der sicherstellt, dass er nicht ganz verblasst und ich weiterhin unsere Aufgabe erfüllen kann:
Er bleibt in der Nähe des Sees, wo die Kraft, die dort ruht, ihn stärken kann und währenddessen halte ich mich zurück und schicke die Waldgeister aus, um ein Auge über den Kapayu zu haben. Ab und an, oder wenn Gefahr droht, übernehme ich das Kommando wieder. Aber das tue ich nur ab der Klippe und danach. Ich schicke ihn dann ‚schlafen‘ weil er es nicht erträgt, in der Gestalt des Panthers zu sein und er hat mir verboten ‚seinen‘ Körper zu benutzen – weswegen ich nicht einmal mit Eindringlingen kommunizieren kann!!!

Und seit dieser Einigung weigert er sich, mit mir zu Sprechen. Genauso, wie er wütend wird, wenn er bemerkt, dass ich ihm nahe bin und ihn beeinflusse. Aber wenn ich das nicht täte, hätte er sich sicherlich schon ertränkt oder auf einem Ast aufgespießt!

Zu allem Überfluss bin ich an dieses vermaledeite Fleisch gebunden. Solange wir eins waren, habe ich es genossen – weil es sich richtig anfühlte und weil all diese wirren Gedanken und Gefühle Sinn machten. Aber jetzt … jetzt bin ich ein Sklave dieses Körpers geworden. Ich war einst frei, ich konnte hingehen, wohin ich wollte, ich konnte Fleisch sein, wenn mir danach war, oder eins mit dem Wald werden. Zeit hat mich nicht interessiert, ich WAR einfach. Und jetzt … jetzt zähle ich Augenblicke … ich LANGWEILE mich! Und das macht mich so wütend und frustriert! Und jedes Mal, wenn ich an den See gehe und versuche zu Ruhen und im Strom der Energien des Waldes zu versinken höre ich das Echo seiner Gedanken, die in der Vergangenheit hängen und immer wieder um die Dinge kreisen die er bereut und bedauert!

Bis du mir nichts dir nichts von einer Göttin hierhergebracht wurdest. Du musst verzeihen, ich war nicht der besten Laune, als wir uns begegneten … aber als du in den See sprangst, da konnte ich dich nicht einfach entkommen lassen, also biss ich in den sauren Apfel und ließ Revien zu dir kommen. Immerhin wusste ich, wie ich ihm über die Schulter sehen konnte, ohne dass er es bemerkt. Und siehe da. Plötzlich kannte sein Verstand etwas Anderes als: Wenn ich doch nur, hätte ich doch nur. Stattdessen war er ganz aus dem Häuschen, weil ein anderes Wesen, mit dem er reden konnte, hier erschien. Dabei hätte ich gedacht, dass er gerade ein Halbblut hier nicht willkommen heißen würde. Vielleicht ist es ja wirklich so, dass er in dir eine verbundene Seele sah.“


Der Panther, war, während er erzählte, aufgestanden und lief verärgert auf und ab. Mehrere Male sackte seine Stimmlage in ein fauchen und knurren ab. Er drehte noch ein paar schweigende Runden, bis sich die Anspannung in ihm etwas löste.
„Es war meine Entscheidung, dir im Traum zu erscheinen. Du hast dich mitten im Zentrum dessen befunden, dass mir einen Teil meiner Kraft gibt und ich … Revien hielt dich im Arm und du warst ihm offensichtlich zugetan. Allerdings schien irgendetwas dich auch für derlei Dinge empfänglich gemacht zu haben. Ich wollte persönlich mit dir sprechen, nachdem ich bemerkte, wie stark dein Einfluss auf Revien war. Allerdings hielt ich es für unwahrscheinlich, dass du noch einmal freiwillig auf meine Seite des Waldes gekommen wärst. Es durfte nicht passieren, dass der Waldelf ein weiteres Mal Opfer seiner Naivität wurde und so erschreckte ich dich ein bisschen um dir besser auf den Zahn fühlen zu können. Was du gesehen hast ist das, was jeden erwartet, der die Ruinen Shyréas betritt.“

Er atmete nochmals tief ein und aus und setzte sich dann wieder.
„Ich kann dir nicht sagen, ob man die Traumreise lernen kann, ich kann es nur unter bestimmten Umständen, aber vermutlich ist deine Göttin da der beste Ansprechpartner. Wenn sie dich sogar hierhergebracht hat, wer weiß, wie viel sie da noch für dich tut. Ich warne dich jedoch, Wesen von großer Macht sind weder die verlässlichsten noch die berechenbarsten. Sie handeln stets nach einer eigenen Agenda und selbst wenn sie für das Gute ein stehen wollen, zählen einzelne Leben selten viel für sie.“

Der Ruf des Mondes sang noch immer in ihrem Blut, aber noch waren die Instinkte des Servals und der Verstand der Frau präsent genug, um nicht überstimmt zu werden. Etwas sagte ihr, dass es unklug war, sich dem Panther zu nähern, wie sie es mit Liam getan hatte. Wenn er die Wahrheit sprach, verstand er zwar das Konzept eines Raubtiers und war durch seine Hülle ein Stück weit daran gebunden, aber vor allem war er auch ein Geist der Natur. Und die waren vermutlich an derlei fleischlichen Dinge nicht persönlich interessiert. Zumindest nicht solange, wie der Teil, der ihn sterblich machte, fehlte.
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