Im Herzen Neldoreths

Der Wald liegt südwestlich und erstreckt sich weit in den Osten. Die Zwillingsflüsse Euwin und Auwin schenken dem Wald das Leben. Der Turm der Weisheit und die Ruinen Kosrals verbergen sich in ihm. Angeblich haben die Elfen dort ein Dorf errichtet.
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Maruka
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Maruka » Dienstag 25. Oktober 2016, 11:44

Durch ihre Kraft gehalten folgte er ihrer Anweisung und ließ sich zu Boden gleiten. Unter ihren Händen spürte sie, wie knochig sich sein Arm und sein Brustkorb anfühlten. Sein Atem ging flach und ihm trat kalter Schweiß auf die Stirn. Ihre schnelle Reaktion war vermutlich alles, was ihn vor einer unangenehmen Kollision mit dem Waldboden gerettet hatte.
„Was machst du nur?...Wie kann ich dir helfen?!?“
Ihr Gesicht war ganz nah an seinem. Sein schwacher Atem bewegte ihre Schnurrhaare kaum. Sein Blick war leer aber das Kitzeln an seiner Wange ließ ihn aufblicken … und jagte einen Schauer der Angst über ihren Rücken. Diese grünen Augen schienen stumpf, kraftlos und leer, als würde gerade das letzte Fünkchen Leben aus ihm herausrinnen. Die Augen eines Toten! Sie sog scharf die Luft ein, das Türkisblau ihrer Augen begegnete den Seinen.
„Komm schon, sag es mir!“
Ein Hauch von Verzweiflung und drängen lag in ihrer Stimme.
Und plötzlich kehrte das Leben in ihn zurück. Goldene und Grüne funken tanzten über seine Iris.
Magie... so wunderschön...
Wildheit und Zorn lauerten in den Lichtern, die in seinen Augen tanzten. Ein weiterer Schauder kroch Maruka über den Rücken und ließ sich ihr Nackenfell sträuben. Da war es, was sich zuvor nur angedeutet hatte, die Gefahr, die hinter Enveris ruhiger Fassade lauerte. Seltsamerweise war die Angst, die in ihr aufstieg, eher erregend. Ein kleines Ziehen in ihrem Unterbauch ließ sie ihre Schenkel anspannen, aber wirklich Furcht einflößend war er nicht und auch der unbändige Zorn, der in ihm lauerte, schreckte sie nicht, denn – sie war kurz davor gewesen zu verstehen wogegen er wütete, dann brach es ab und ließ sie voller Erwartung zitternd zurück. Etwas ihn ihr wollte ihn sanft beißen, seine Haut neckend an ihren Zähnen, an ihrer frechen Zunge spüren, aber sie riss sich zusammen. Sie wollte vor ihm davon rennen, ihn locken, sich einholen lassen und das Spiel wiederholen bis sie die Chance bekam ihm ihr Zeichen aufzudrücken. Maruka fühlte, dass ihre tierische Seite sehr stark auf ihn reagierte, mehr noch als sie selbst und es war verwirrend diese Gefühle zuzulassen. Verwirrend aber schön. Sie wollte zu ihm gehören und wollte ihn besitzen. Sie wollte sich an ihm reiben, ihren Duft an ihm riechen, sich mit seinem vermischen...
Himmel! ...Falscher Zeitpunkt um ins Schwärmen zu geraten Katze!
, schalt sie ihre aufsteigenden Instinkte. War sie so? War sie so besitzergreifend?
Der Waldelf blickte ihr entgegen. Reue und Trauer legten einen undurchsichtigen Vorhang über das Geheimnis, auf dessen Spur die Hybridin gestoßen war, auf dessen Fährte sie wandeln wollte, der sie nachjagen wollte. Er holte tief Luft, wie ein Schwimmer, der nach langem Tauchgang wieder an die Oberfläche stieß. Es war, als würde Enveri sie gar nicht erkennen, so als käme sein Geist aus weiter Ferne. Doch als er schließlich registrierte, wen er vor sich hatte lächelte er und legte seine Stirn sanft an ihre und schloss erschöpft die Augen.
Die Berührung ließ sie wie selbstverständlich seiner Bewegung folgen und sie lehnte sich sanft gegen ihn, ihn immernoch fest mit ihren Armen haltend – seinem Atem so nah.
Mein!
Sie wand sich an seiner Stirn, rieb ihre Schläfen an ihm, wollte mehr.
...schööön...
„Es geht schon wieder. Es tut mir leid, manchmal vergesse ich, auf mich zu achten.“
, sagte er leise und erschöpft. Seine Worte streichelten ihre Wangen und ihre kleine Nase zuckte vor Vergnügen. Irgendetwas hatte sie erwidern wollen, hatte mit ihm schimpfen wollen, ihm sagen wollen, dass er sie gefälligst nicht allein lassen durfte!...
...macht nix...
Marukas Gedanken waren warm und träge und drehten sich mehr um den kleinen Punkt an ihrer Stirn, dort wo er sie so vertraut berührte, als um die Worte selbst. Der sanfte Druck dort ließ sie sofort die Augen schließen und ein verräterisches Schnurren begann sich leise in ihrer Brust aufzubauen. Tiefes Wohlbefinden und Ruhe breiteten sich in ihr aus. Die Stelle an ihrer Schädelplatte kurz über ihren Augen war wie dafür gemacht sie zu beruhigen.
...mag das...
Plötzlich war es vorbei und sie reckte ihren Hals, damit er weiter machte. Er hatte die Augen wieder geöffnet, brachte er etwas Abstand zwischen sich und Maruka und richtete sich in eine gerade Sitzposition auf. Maruka knurrte leise, ob der fehlenden Nähe, die sie jetzt schon vermisste. Es war kein bösartiges Knurren, mehr ein Murren, weil ihr Raubtier ihn wieder spüren wollte. Die Hybridin brauchte etwas länger als er um sich aufzurichten und als sie aufsah, wirkte ihr Blick noch einen Moment etwas trunken.
„Nun, es sieht so aus, als wäre mit mir heute wenig an zu fangen. Wie wäre es, wenn du dem Ruf der Jagd folgst? Ich werde zum See zurückkehren und dort nach Ruhe suchen. Es gibt keinen Grund, warum meine Unachtsamkeit uns beiden die schöne Nacht verderben sollte!“
Wie um seine Worte zu unterstreichen richtete er sich wieder auf. Seine Bewegungen hatten nicht dieselbe Eleganz, aber ansonsten verriet nichts, dass er gerade vor ihren Augen zusammengebrochen war. Marukas Sinne lichteten sich wieder und sie hob misstrauisch eine Augenbraue.
Ja klar!
Maruka sah ihn an, als hätte er jetzt vollends den Verstand verloren und ihre menschliche Seite begann wieder klarer zu denken. Ganz langsam bildete sich sogar ein Fünkchen Wut darüber, dass er so unachtsam mit sich umging und es auch noch herunter spielte. Sie starrte ihn an und antwortete mit „leicht“ gereiztem Unterton:
„Die schöne Nacht kann mir mal meinen flauschigen Buckel runter rutschen!“
Ihr Zorn ließ ihre Augen funkeln.
„Dir geht es schlecht und du spazierst hier mit mir durch die Gegend? Spielst Lehrmeister und vergeudest deine Kräfte, wo du selbst dringend was zu Essen bräuchtest! Ich werde dich zurück zum See bringen, jawohl, aber ich werde dich da bestimmt nicht allein lassen, wenn du das hoffst! Das kannst du vergessen!“
Sie war wieder näher gekommen und verschränkte störrisch die Arme vor der Brust, hob sie dadurch zu kleinen Wölbungen an.
„Du brauchst Hilfe und du wirst sie bekommen! Notfalls trag ich dich, wenn du es nochmal wagst umzukippen!“
Das war ihr Ernst und da gab es auch nichts zu diskutieren, also nahm sie seine Hand und wandte sich in die Richtung aus der sie gekommen waren, schnupperte und folgte ihrer eigenen Fährte. Warum hielt sie seine Hand? Er konnte selbstverständlich selber laufen, aber...
Es fühlt sich richtig an... Gut.
Sie achtete aus dem Augenwinkel auf seine Gesichtsausdrücke und ob er wieder Anzeichen zeigte zusammen zu klappen. Die Gedanken an seine Unvernunft halfen ihren Zorn aufrecht zu erhalten, sonst hätte sie sich vielleicht doch noch gefragt, was sie da eigentlich machte. Mit einem quasi Fremden Hand in Hand durch einen wunderschönen „Zauberwald“ flanieren war definitiv etwas vor dem ihr Mensch panische Angst gehabt hätte.
„Ich muss jetzt nicht jagen. Ich hab schon viel längere Hungerzeiten durchgestanden.“
Sie erinnerte sich kurz an die Zeit auf See, in der sie sehr abgemagert war und wie sie die Dunkelelfen vor der Hatz erst einmal aufpäppeln mussten. Auch danach war sie noch nicht wirklich gut genährt gewesen und erst ein Zaubertrank hatte sie ihre volle Kraft wieder erlangen lassen. Vrannyk, der Zuchtmeister bei Sademos hatte sich um sie gekümmert, aber sie hatte sich bei ihm wie eine Kuriosität gefühlt... Maruka schüttelte die Gedanken an die Vergangenheit ab und wandte sich ihrer Zukunft zu.
„Ich werde ein paar Fallen auslegen und auf dich aufpassen, während du ruhst. Vielleicht fang ich ein paar Fische im See... Magst du Fisch?“
Ich liebe Fisch. Ich könnte ein Netz aus dem Wollknäuel … Mist.
Das magische Wollknäuel, das irgendwie nie weniger geworden war, lag im Territorium des schwarzen Panters und der war nicht gut auf sie zu sprechen. Also musste sie wohl Fische fangen, wie die Bären es taten. Sie würde beobachten wo sie sich sammelten, wo die Strömung sie zusammen trieb und dann zuschlagen.
„Ich könnte auch eine Reuse aus kleinen Störkern bauen. Hier gibt es so viel Holz...“
, führte sie ihre Gedanken laut aus. Sie sah nach oben und dann wieder auf den Waldboden. Material gab es hier wahrlich genug. Holz gab es in Mantron zwar auch, aber es war schwer zu beschaffen. Nicht umsonst baute man dort die Häuser aus den Fellen der erlegten Tiere. Eiseichen waren härter als das Holz hier. Aber hier machte es viel mehr Spaß seine Krallen hinein zu schlagen. Hier und da ließ Maruka ihre Krallen durch die weiche Rinde gleiten, wenn sie einem Baum nahe kam. Es fühlte sich einfach gut an und markierte auch ihren Weg. Ja, ein bisschen fühlte sie sich schon hier zu Hause. Sie wurde ruhiger und ihre Wut ebbte so schnell ab, wie ihre Sorge wieder hoch wallte. Stimmungsschwankungen waren schon etwas interessantes. Sie sah ihn von der Seite her an und musterte ihn immer wieder. Irgendwie würde sie ihn schon aufpäppeln. Sie würde jagen und sammeln, wenn er sicher war und schlafen, wenn es wachen konnte. Zu zweit war man immer stärker, dass wusste nicht nur ihre mantronische Seele. Im Rudel konnte man effektiver agieren. Gehörte er zu ihrem Rudel? Jetzt gerade auf jeden Fall ja. Etwas leiser als geplant sagte sie:
„Ich pass auf dich auf.“
Er wirkte manchmal so weit weg, so einsam...
Sobald sie am See ankamen, wollte sie ihm sagen, dass er schlafen solle.
Dann wollte sie ein paar Stöcker und Pflanzenfasern in der Näheren Umgebung zusammen sammeln. Als erstes nahm sie sich vor ein paar kleinere Fallen bauen und vielleicht eine Reuse für den See. Ein paar Mäuse oder vielleicht ein Hase würde ihren größten Hunger stillen und während sie das nötigste zusammen suchte, würde sie sich nach essbaren Beeren und Pflanzen umschauen, die er ihr gezeigt hatte. Sie würde in Hörreichweite bleiben, denn ihren guten Ohren vertraute sie am meisten. Am Seeufer würde sie die Fallen bauen, damit sie ihn nicht beim Schlafen störte.
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Erzähler » Montag 28. November 2016, 22:51

„Nun, es sieht so aus, als wäre mit mir heute wenig an zu fangen. Wie wäre es, wenn du dem Ruf der Jagd folgst? Ich werde zum See zurückkehren und dort nach Ruhe suchen. Es gibt keinen Grund, warum meine Unachtsamkeit uns beiden die schöne Nacht verderben sollte!“

Maruka sah ihn an, als hätte er jetzt vollends den Verstand verloren und ihre menschliche Seite begann wieder klarer zu denken. Ganz langsam bildete sich sogar ein Fünkchen Wut darüber, dass er so unachtsam mit sich umging und es auch noch herunter spielte. Sie starrte ihn an und antwortete mit „leicht“ gereiztem Unterton:
„Die schöne Nacht kann mir mal meinen flauschigen Buckel runter rutschen!“
Ihr Zorn ließ ihre Augen funkeln.

„Dir geht es schlecht und du spazierst hier mit mir durch die Gegend? Spielst Lehrmeister und vergeudest deine Kräfte, wo du selbst dringend was zu Essen bräuchtest! Ich werde dich zurück zum See bringen, jawohl, aber ich werde dich da bestimmt nicht allein lassen, wenn du das hoffst! Das kannst du vergessen!“

Sie war wieder näher gekommen und verschränkte störrisch die Arme vor der Brust, hob sie dadurch zu kleinen Wölbungen an.
„Du brauchst Hilfe und du wirst sie bekommen! Notfalls trag ich dich, wenn du es nochmal wagst umzukippen!“


Überrascht und erheitert ließ sich Enveri von Maruka die, gut gemeintem, Leviten lesen. Hätte er nicht zum Ende demütig genickt und brav ihre Hand ergriffen, hätte sie wohl vielleicht in Betracht gezogen noch etwas sicherer zu gehen, dass er sie verstanden hatte. So aber wandte sie sich, seine noch etwas Kühle Hand in ihrer, in die Richtung, aus der sie gekommen waren. Ihre Nase erschnupperte dabei sicher ihrer Beider Fährte.

Warum hielt sie seine Hand? Er konnte selbstverständlich selber laufen, aber...
Es fühlt sich richtig an... Gut.
Sie achtete aus dem Augenwinkel auf seine Gesichtsausdrücke und ob er wieder Anzeichen zeigte zusammen zu klappen. Die Gedanken an seine Unvernunft halfen ihren Zorn aufrecht zu erhalten, sonst hätte sie sich vielleicht doch noch gefragt, was sie da eigentlich machte. Mit einem quasi Fremden Hand in Hand durch einen wunderschönen „Zauberwald“ flanieren war definitiv etwas vor dem ihr Mensch panische Angst gehabt hätte.


Was auch immer den Waldelfen da getroffen zu haben schien, es äußerte sich nur noch in etwas steiferen Bewegungen, was an sich etwas äußerst Seltsames, wenn ich beunruhigendes war. Bei einer Sache war sie sich sicher, Enrveri wäre fast gestorben und das obwohl sein Körper jetzt zwar noch immer ausgemergelt wirkte, aber keine Anzeichen zeigte, kurz vor dem Versagen zu stehen.
Aber so oder so würde es sie nicht weiterbringen, darüber verrückt zu machen, nicht jetzt, wo das Leben in ihn zurückgekehrt war. Es war lediglich etwas, dass es vielleicht irgendwann zu bedenken galt, wenn er ihr neues Rudel werden sollte!

„Ich muss jetzt nicht jagen. Ich hab schon viel längere Hungerzeiten durchgestanden.“
Sie erinnerte sich an die Zeiten des Hungers, die sie schon durchgestanden hatte.

„Ich werde ein paar Fallen auslegen und auf dich aufpassen, während du ruhst. Vielleicht fang ich ein paar Fische im See... Magst du Fisch?“
Ich liebe Fisch. Ich könnte ein Netz aus dem Wollknäuel … Mist.
Das magische Wollknäuel, das irgendwie nie weniger geworden war, lag im Territorium des schwarzen Panters und der war nicht gut auf sie zu sprechen. Also musste sie wohl Fische fangen, wie die Bären es taten. Sie würde beobachten wo sie sich sammelten, wo die Strömung sie zusammen trieb und dann zuschlagen.
„Ich könnte auch eine Reuse aus kleinen Störkern bauen. Hier gibt es so viel Holz...“
, führte sie ihre Gedanken laut aus. Sie sah nach oben und dann wieder auf den Waldboden. Material gab es hier wahrlich genug. Holz gab es in Mantron zwar auch, aber es war schwer zu beschaffen. Nicht umsonst baute man dort die Häuser aus den Fellen der erlegten Tiere. Eiseichen waren härter als das Holz hier. Aber hier machte es viel mehr Spaß seine Krallen hinein zu schlagen. Hier und da ließ Maruka ihre Krallen durch die weiche Rinde gleiten, wenn sie einem Baum nahe kam. Es fühlte sich einfach gut an und markierte auch ihren Weg. Ja, ein bisschen fühlte sie sich schon hier zu Hause. Sie wurde ruhiger und ihre Wut ebbte so schnell ab, wie ihre Sorge wieder hoch wallte. Stimmungsschwankungen waren schon etwas interessantes. Sie sah ihn von der Seite her an und musterte ihn immer wieder.


Mit jedem weiteren Schritt kehrte wieder etwas mehr Anmut in seine Bewegungen zurück, auch wenn sich jetzt müde Linien in sein ansonsten Jugendlich glattes Gesicht gruben. Die meiste Zeit schien er zu sehr damit beschäftigt, auf den Weg zu achten, aber einmal ruhte ihr Blick etwas länger auf ihm und er hob den Blick in ihre Richtung. Das grün seiner Augen blitzte herausfordernd auf und er schenkte ihr ein äußerst Raubtierhaftes Lächeln. Fast hätte sie die Energie in diesem Blick stocken lassen, aber er senkte schon wieder den Blick und als er das nächste Mal aufsah, war das animalische einem sanften müden Ausdruck gewichen.

Irgendwie würde sie ihn schon aufpäppeln. Sie würde jagen und sammeln, wenn er sicher war und schlafen, wenn es wachen konnte. Zu zweit war man immer stärker, dass wusste nicht nur ihre mantronische Seele. Im Rudel konnte man effektiver agieren. Gehörte er zu ihrem Rudel? Jetzt gerade auf jeden Fall ja. Etwas leiser als geplant sagte sie:
„Ich pass auf dich auf.“
Er wirkte manchmal so weit weg, so einsam...


Der Weg zurück, jetzt wo sie nicht bei jedem Zweiten Baum und Busch anhielten, war um einiges kürzer, auch wenn sie sich die Zeit genommen hatte, ein paar geeignete Ranken und Stöcke mit zu nehmen.
Enveri ließ sich folgsam unter dem Baum am See nieder und seufzte erleichtert. Ihre Ermahnung, er solle sich ausruhen und etwas schlafen nahm er Dankbar entgegen und schenkte ihr freundliches Lächeln.
Mit flinken geschickten Händen, begann sie aus dem gesammelten Material Fallen zu bauen. Die Fasern der Ranken ließen sich hervorragend zu Schlingen umarbeiten und die saftigen biegsamen Zweige waren Dankbares Arbeitsmaterial.
Es schien eine Ewigkeit her – nein es WAR eine Ewigkeit her - dass sie sich dem Handwerk des Fallenstellens gewidmet hatte und es brauchte einige Versuche, die richtigen Schlingen und Befestigungen zu erstellen. Ales es ihr dann schließlich gelang breitete sich eine tiefe Befriedigung in ihr aus. Sie hatte es geschafft, mit den einfachsten Mitteln zu improvisieren und zwei wirklich passable Fallen zu erstellen. Ohne ihre Krallen, die sich als hervorragende Werkzeuge entpuppten, wäre ihr das nicht gelungen. Aber genauswenig ohne ihr Wissen als Jägerin. Die Krallen mit eklig schmeckenden Pflanzensaft verschmiert zu haben war da ein kleiner Preis.

Durch die neuerlichen Erfolge beflügelt begann sie mit der Reuse. Nicht aber, ohne vorher noch einen Blick auf Enveri zu werfen. Dieser wirkte jünger und unbesorgter mit dem friedlichen Blick, mit dem er eingeschlafen war. Seine Brust hob und senkte sich gleichmäßig und beruhigte Marukas aufkeimende Sorge. Heute Nacht würde er sie ganz sicher nicht allein lassen.
Die Reuse erwies sich als etwas schwieriger als die Fallen und sie zog noch einmal los, um mehr Arbeitsmaterial zu besorgen. Dabei stellte sie gleich ihre Beiden Fallen auf, wobei ihr ihre Nase gute Dienste leistete, um die richtigen Stellen dafür zu finden.

Während der Suche nach Arbeitsmaterialien beruhigte sie ihren knurrenden Magen mit ein paar wohlschmeckenden Früchten und einer äußerst aromatischen Raupe.
Als sie schließlich auch die Reuse fertig gestellt hatte, versenkte sie diese im See und zog ein letztes Mal aus, um etwas Früchte für den noch immer selig schlafenden Enveri zu sammeln.
Die Sonne färbte bereits den Horizont rosafarben als sie schließlich gut beladen und mit einem halbwegs gefüllten Bauch zurückkehrte. Die Reuse war noch immer leer, aber die Geduld würde ihr schon einen schönen Fang bringen.
Offenbar brauchte der Waldelf wirklich dringend schlaf, denn er lag noch immer gleichmäßig atmend da, ein Lächeln auf den Lippen. Maruka brachte es einfach nicht über sich, ihn zu wecken und legte ihre gesammelten Vorräte sicher an eine geeignete Stelle auf den Baum. Dann setzte sie sich neben ihn und betrachtete seine entspannten Züge. Er sah wirklich gut aus, wie er da so lag, und so einladend …

Sie war die ganze Nacht auf den Füßen gewesen und die aktiven Stunden forderten langsam ihren Tribut. Etwas verriet ihr, dass sie hier sicher war, auch wenn ihr Instinkt ihr in jeder anderen Situation davon abgeraten hätte, am Boden zu schlafen. Aber der Boden sah so herrlich weich aus. Und Enveri so herrlich anschmiegsam. Ein unbewusstes Schnurren auf den Lippen kuschelte sie sich an den Waldelfen. Dieser reagierte im Halbschlaf auf sie, ein wohliges Brummen von sich gebend schlang er seine Arme um sie und zog sie an sich.
Das Sehnen nach Berührung und Nähe in ihr fand endlich Befriedigung und sie schmiegte sich voller Wonne an den Warmen Körper neben ihr. Schon wollte das angenehme Gefühl in andere Bereiche wandern, da überwand sie der Schlaf und schickte sie ins Traumreich.

Blättern klatschten ihr ins Gesicht, aber sie ignorierte sie. Mit einem beherzten Sprung stieß sie sich von dem breiten Zweig ab, über den sie rannte. Einige Momente flog sie durch die Luft, unter sich nur Luft und weit entfernte Büsche, dann erreichte sie einen anderen Ast und ergriff ihn. Ihr Momentum nutzend schwang sie wie eine Artistin im Zirkus daran, um zum genau passenden Zeitpunkt los zu lassen und weiter zu fliegen. Den schlanken Körper einer Sprungfeder gleich gespannt. Wieder spürte sie die Luft, die um sie herum rauschte, während unter ihr lange nichts und dann der Tot wartete. Sie landete gekonnt auf dem nächsten tragenden Ast, rollte sich ab und lief weiter.
Wenn er glaubte, sie in ihrem eigenen Revier schlagen zu können, irrte er gewaltig! Er mochte die Bestie sein, aber sie war Maruka, die Wilde und Ungezähmte, Freie und Göttinen-Erwählte! Sie verband Tier und Mensch in perfekter Einheit und das hier war IHR Wald, IHR Territorium!

Sie Kletterte nun, jeder Handgriff saß, jeder Fußtritt sicher. Ihre Krallen gruben sich in die Weiche Rinde und Boten ihr halt, während sie sich einem Eichhörnchen Gleich den Baum herunterließ. Am Ende dieses klug ausgetüftelten Parcours wartete die Falle, die sie eigens für ihn Entworfen hatte. Natürlich würde sie ihn nicht töten oder dauerhaft gefangen halten, aber eine kleine Lehre hatte er sich absolut verdient!
Ein erhitztes Fauchen drang durch den Wald und an ihr Ohr – um einiges dichter als sie Gedacht hatte! Adrenalin schoss ihr durch die Adern und sie erinnerte sie an ihrer Beider erste Begegnung. Diesmal würde ER im Wasser landen! Sie holte jedes Quäntchen Kraft und Schnelligkeit aus ihrem Körper heraus und beschleunigte nochmals. Der Abgrund kam in Sicht und sie Sprang, den heißen Atem des Panthers im Nacken, hinab. In letzter Sekunde ergriff sie eine Liane, die sie eigens dafür angebracht hatte und schwang in hohem Bogen über die Klippe.

Nur, dass sie kein friedlicher See mit Unmengen n Glühwürmchen erwartete! Stattdessen war da nur eine seltsam gräulich schwarzer Vorhang den sie durchbrach. Er enthüllte eine Welt aus Alpträumen. Schreie drangen an ihr Ohr, voller Verzweiflung schmerz und Angst. Die Liane entglitt ihren Händen und sie landete schon nach kurzer Zeit auf harten Steinen. Eine Gestalt, halb Insekt, halb humanoid taumelte auf sie zu und riss sich völlig panisch Chitin Platten aus dem Leib und entblößte dabei frei liegendes Muskelgewebe. An anderer Stelle kniete eine Frau über einem leblosen Leib. Zuerst hatte sie gewirkt, als würde sie trauern, doch als sie den Blick hob, erkannte die Hybridin, dass die Frau den Mann vor sich verspeiste. Maruka wollte schreien, aber das Entsetzen schnürte ihre die Kehle zu. Dann senkte sich samtige Schwärze über sie und vertrieb die dunklen Schatten. Als sie die Augen wieder öffnete ragte der Panther über ihr. Die grünen Augen leuchteten mit beängstigender Intelligenz. Seine riesige Tatze, die halb auf ihrer Brust, halb an ihrem Halsansatz ruhte, hatte eingezogene Krallen.

„Was tust du hier in diesem Wald, Halbblut?“
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Kampf mit Klauen/Reizzähnen: gut
Peitsche: rudimentär
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Maruka » Donnerstag 1. Dezember 2016, 19:15

Die meiste Zeit schien er zu sehr damit beschäftigt, auf den Weg zu achten, aber einmal ruhte ihr Blick etwas länger auf ihm und er hob den Blick in ihre Richtung. Das grün seiner Augen blitzte herausfordernd auf und er schenkte ihr ein äußerst Raubtierartiges Lächeln. Ein heißer Schauer rieselte ihr den Nacken hinunter und fast hätte sie die Energie in diesem Blick stocken lassen, aber er senkte schon wieder den Blick und als er das nächste Mal aufsah, war das animalische einem sanften müden Ausdruck gewichen.
Was verbirgt dieser Kerl nur?
Der Weg zurück, jetzt wo sie nicht bei jedem Zweiten Baum und Busch anhielten, war um einiges kürzer, auch wenn sie sich die Zeit genommen hatte, ein paar geeignete Ranken und Stöcke mit zu nehmen. Enveri ließ sich folgsam unter dem Baum am See nieder und seufzte erleichtert. Ihre Ermahnung, er solle sich ausruhen und etwas schlafen nahm er dankbar entgegen und schenkte ihr ein freundliches Lächeln, bevor Maruka sich an die Arbeit machte. Mit flinken geschickten Händen, begann sie aus dem gesammelten Material Fallen zu bauen. Die Fasern der Ranken ließen sich hervorragend zu Schlingen umarbeiten und die saftigen, biegsamen Zweige waren dankbares Arbeitsmaterial. Es schien eine Ewigkeit her, dass sie Fallen hergestellt hatte und sie blickte stolz auf ihr Werk hinab. Die Reuse war schwieriger herzustellen und sie brauchte andere Arbeitsmaterialien. Während der Suche danach beruhigte sie ihren knurrenden Magen mit ein paar wohlschmeckenden Früchten und einer äußerst aromatischen Raupe. Die Reuse war fertig und mit etwas Geduld würde sie ihr schon einen schönen Fang bringen. Als sie das letzte Mal von ihren Sammlertätigkeiten zurück kehrte, lag er gleichmäßig atmend da, ein Lächeln auf den Lippen. Maruka brachte es einfach nicht über sich, ihn zu wecken und legte ihre gesammelten Vorräte sicher an eine geeignete Stelle auf den Baum. Dann setzte sie sich neben ihn und betrachtete seine entspannten Züge. Er sah wirklich gut aus, wie er da so lag, und so einladend …
Darauf achtend, dass ihre Krallen eingezogen waren und sie nicht an den Haaren zog, sie ihn auf keinen Fall kratzen würde, berührte sie eine seiner roten Haarsträhnen an den Spitzen. Sie musste es einfach tun. Das seidige Gefühl war einfach zu schön, wie sie zwischen ihren veränderten Fingern hindurch glitten. Ihr Blick fiel auf ihre Hand und dem Kontrast zwischen Rot und Schwarz. Während ihre Fingerbeeren noch weitestgehend menschlich geblieben waren, so waren die Ballen von Daumen und kleinem Finger weicher, aber auch robuster geworden, eben wie bei einer Katze. Vorsichtig ließ sie de Strähne wieder los und gähnte dann lautlos, wobei ihre frei gelegten Eckzähne im Licht der Sterne glitzerten. Sie war die ganze Nacht auf den Füßen gewesen und die aktiven Stunden forderten langsam ihren Tribut. Etwas verriet ihr, dass sie hier sicher war, auch wenn ihr Instinkt ihr in jeder anderen Situation davon abgeraten hätte, am Boden zu schlafen. Aber der Boden sah so herrlich weich aus. Und was noch viel verlockender war, Enveri sah so herrlich anschmiegsam aus.
Und wenn ich bei ihm liege, merke ich gleich wenn er sich bewegt. Ja, Ich sollte ganz nah... sehr nah bei ihm bleiben und Körperkontakt ist da natürlich unabdingbar...
, erklärte sie ihrer menschlichen Seite, das in ihr aufsteigende Bedürfnis nach seiner Nähe. Ein unbewusstes Schnurren auf den Lippen kuschelte sie sich an den Waldelfen. Dieser reagierte prompt im Halbschlaf auf sie. Ein wohliges Brummen von sich gebend schlang er seine Arme um sie und zog sie an sich. All ihre Sinne jubilierten und ein ebenso wohliges Brummen antwortete in ihrer Tiefe und ließ ihren ganzen Körper vibrieren. Sofort atmete sie tief durch um es zu unterdrücken, damit sie ihn nicht aus Versehen weckte. Das Sehnen nach Berührung und Nähe in ihr fand endlich in seinen Armen die Befriedigung die sie nach all den Schmerzen und Entbehrungen brauchte. Voller Wonne schmiegte sie sich an den warmen Körper neben ihr, genoss seine Gegenwart, den sanften Druck seines Körpers, wie einen Anker, der ihre Sturmerprobte Seele fest hielt. Er fühlte sich einfach gut an. Das alles fühlte sich viel zu gut an. Schon wollte das angenehme Gefühl in andere Bereiche wandern, da überwand sie der Schlaf und schickte sie ins Traumreich.

Blättern klatschten ihr ins Gesicht, aber sie ignorierte sie. Mit einem beherzten Sprung stieß sie sich von dem breiten Zweig ab, über den sie rannte. Einige Momente flog sie durch die Luft, unter sich nur Luft und weit entfernte Büsche, dann erreichte sie einen anderen Ast und ergriff ihn. Ihr Momentum nutzend schwang sie wie eine Artistin im Zirkus daran, um zum genau passenden Zeitpunkt los zu lassen und weiter zu fliegen. Den schlanken Körper einer Sprungfeder gleich gespannt. Wieder spürte sie die Luft, die um sie herum rauschte, während unter ihr lange nichts und dann der Tot wartete.

Laufen... Springen... so fühlt sich Freiheit an... so fühlt sich LEBEN an!
Maruka genoss die Kraft ihres Körpers, seine Wendigkeit und die Ausdauer auf die sie sich verlassen konnte. Dies hier war ein gutes Gefühl...
Sie landete gekonnt auf dem nächsten tragenden Ast, rollte sich ab und lief weiter. Wenn er glaubte, sie in ihrem eigenen Revier schlagen zu können, irrte er gewaltig!
Du jagst mich... aber ich bin besser als du denkst!...Komm und hol mich... fang mich wenn du kannst!
Er mochte die Bestie sein, aber sie war Maruka, die Wilde und Ungezähmte, die Freie und von der Göttin-Erwählte! Sie verband Tier und Mensch in perfekter Einheit und das hier war IHR Wald, IHR Territorium! Sie kletterte nun, jeder Handgriff saß, jeder Fußtritt sicher. Ihre Krallen gruben sich in die weiche Rinde und Boten ihr halt, während sie sich einem Eichhörnchen gleich den Baum herunterließ. Am Ende dieses klug ausgetüftelten Parcours wartete die Falle, die sie eigens für ihn entworfen hatte. Natürlich würde sie ihn nicht töten oder dauerhaft gefangen halten, aber eine kleine Lehre hatte er sich absolut verdient!
Was mache ich hier? Warum?...
Ein erhitztes Fauchen drang durch den Wald und an ihr Ohr – um einiges dichter als sie gedacht hatte!
Ups, zu nah! Konzentration!
Adrenalin schoss ihr durch die Adern und sie erinnerte sie an ihrer beider erste Begegnung. Diesmal würde ER im Wasser landen! Sie holte jedes Quäntchen Kraft und Schnelligkeit aus ihrem Körper heraus und beschleunigte nochmals.
Diesmal nicht! Los komm!
Der Abgrund kam in Sicht und sie sprang, den heißen Atem des Panthers im Nacken, hinab. In letzter Sekunde ergriff sie eine Liane, die sie eigens dafür angebracht hatte und schwang in hohem Bogen über die Klippe.
Ein Hochgefühl machte sich in ihr breit, wie sie es noch nie erlebt hatte, doch dann änderte sich plötzlich alles!
Kein friedlicher See mit Unmengen von Glühwürmchen erwartete sie! Stattdessen war da nur eine seltsam gräulich schwarzer Vorhang den sie durchbrach.
Was... wieso...???
Er enthüllte eine Welt geformt aus Alpträumen. Schreie drangen an ihr Ohr, voller Verzweiflung, Schmerz und Angst. Die Liane entglitt ihren Händen und sie landete schon nach kurzer Zeit auf harten Steinen.
Achtung! Gefahr! Pass auf!
, wies sie sich selbst zur Ruhe.
Eine Gestalt, halb Insekt, halb humanoid taumelte auf sie zu und riss sich völlig panisch Chitin Platten aus dem Leib und entblößte dabei frei liegendes Muskelgewebe.
Das Hochgefühl verpuffte, ihre Gedanken erstarrten und wichen nacktem Entsetzen! Sie sah sich um.
An anderer Stelle kniete eine Frau über einem leblosen Leib. Zuerst hatte sie gewirkt, als würde sie trauern, doch als sie den Blick hob, erkannte die Hybridin, …
Nein! Das darf nicht sein! Das ist nicht richtig! Warum passiert das? Warum muss ich das sehen?
… dass die Frau den Mann vor sich verspeiste.
Manthala, warum lässt du mich das mitansehen?!
Maruka wollte schreien, aber das Entsetzen schnürte ihre die Kehle zu. Dann senkte sich samtige Schwärze über sie und vertrieb die dunklen Schatten.
Ist es vorbei?
Als sie die Augen wieder öffnete ragte der Panther über ihr auf. Die grünen Augen leuchteten mit beängstigender Intelligenz. Seine riesige Tatze, die halb auf ihrer Brust, halb an ihrem Halsansatz ruhte, hatte eingezogene Krallen.
Nicht – bewegen! - Träume ich noch?
Sie hatte die Augen fest zu gepresst. Mit jetzt einsetzender Klarheit wurde ihr bewusst, wie schnell ihr Herz schlug, wie sehr es gegen die weichen Ballen des Raubtiers hämmerte, als ob es sich den Weg frei kämpfte und sie für immer verlassen wollte. Das Adrenalin ihres Angsttraums rauschte in ihren Ohren und der Panther über ihr hatte nicht wirklich beruhigende Wirkung. Aber er hatte die Krallen nicht ausgefahren. Steif und vor Anspannung bebend lag sie da und rührte sich nicht. Sie hielt den Kopf seitlich abgewandt, um ihn nicht zu reizen, sie als „lecker“ einzustufen und vielleicht doch zuzubeißen.
Er hat sich angeschlichen, während ich geschlafen habe. Er hätte mich töten können! Er hat es nicht... Warum...?
Noch einmal sah sie vorsichtig blinzelnd in seine grünen Augen. Instinktiv nach diesem Funkeln von Intelligenz suchend, den sie eben gesehen hatte. Intelligenz, könnte ihr Überleben bedeuten! Sie fühlte sich ausgeliefert, hilflos und so unendlich dumm!
Nicht anstarren – sieh weg! - Ich hätte wach bleiben müssen! Was mach ich? Ich kuschel mich an Enveri und schlafe ein... ENVERI!
Soweit es ohne Bewegungen ging, versuchte Maruka ihre Umgebung einzuschätzen. Wo war der Halbelf geblieben? War er tot? Hatte der Panther ihn erwischt? Das könnte sie sich nicht verzeihen, nach so einer dummen, dummen Unachtsamkeit!
Ich bin so dumm! Enveri! Wo ist er? Ich muss entkommen und Enveri finden! Nur wie?
Alles war so schnell gegangen und ihre Gedanken rasten.
Warum tötet er mich nicht?
Dann geschah das Ungeheuerliche.
„Was tust du hier in diesem Wald, Halbblut?“
Er hat gesprochen … und ich verstehe ihn!
Neugierde war schon immer die alles überstrahlende Emotion in Maruka gewesen. Als Mensch war sie schon so gewesen, doch als halbe Katze war diese so stark geworden, dass sie selbst in dieser gefährlichen Situation sich in den Vordergrund drängte.
Ich lebe... Er will mich nicht fressen... Was will er?...Spielt er mit mir? ...mit seiner Beute?
Sehr langsam, auf jede Verlagerung seines Gewichtes achtend, dass auf ihre Brust drückte, begann sie ihm das Gesicht zuzuwenden. Die Lieder gesenkt und nur ab und an vorsichtig blinzelnd. Ihre Katzensinne arbeiten auf Hochtouren, sogen jeden Hinweis in sich auf. Jeder Gedanke dehnte sich ins Unendliche.
Ich bin nicht seine Beute... aber was bin ich dann für ihn? - Bin ich einfach zum falschen Zeitpunkt erwacht und er reißt mir gleich die Kehle auf, oder ...
Vorsichtig suchte sie seinen Blick.
Warum weiß ich nichts über Großkatzen! ...über sprechende Großkatzen! So ein sch... Moment! Ich bin auch eine Raubkatze...zur Hälfte... Los Maruka, hör auf deine Instinkte, was sagen die dir? Ich sollte ihm vielleicht auch mal antworten, aber...
Ganz so einfach war es nicht, sich in einer lebensbedrohlichen Situation so ruhig zu geben. Aber Maruka war nun einmal beides – Katze UND Mensch. Ihre tierische Seite fühlte, dass irgendetwas an der ganzen Situation nicht stimmte. Ihre Katze war sogar fasziniert von diesem Wesen, mit seiner Stärke, seinem Geruch und seinen funkelnden Augen.
Ich bin eh tot – wenn ich falsch liege. Also lass dich fallen. Es ist eh nicht deine Entscheidung...
Es ist seine!

Maruka schloss die Augen und atmete gegen den Druck auf ihrer Brust an. Langsam lösten sich ihre Muskeln und sie ergab sich ihm - ergab sich ihren Instinkten, ihrem Serval, dem kleinen Räuber, der neugierig durch ihren Geist streifte und auf seinen Moment wartete. Langsam hob sich ihr Kopf und ihre Lippen näherten sich der im Fell verborgenen Klauen, nah an ihrem Hals. Ihr Mund öffnete sich einen kleinen Spalt breit und ihre hellrosa Zunge leckte über seine Pranke. Ihre Zunge war rau und glitt durch Fell, traf die gebogene Härte seiner Krallen. Einmal...vielleicht ein zweites Mal, bevor sie ihre Augen öffnete und seinen Blick suchte. Das grüne Funkeln war so nah... konnte es sein? War es möglich... Ihr menschlicher Verstand leugnete die Möglichkeit, aber war es unmöglich? Konnte sie sich so sehr irren? Ihr Herz schlug immernoch schnell, aber die Angst wandelte sich langsam in etwas anderes – in Neugierde. Ihre Lippen öffneten sich und in heißer Atemstößen hauchte sie die Silben, die ihr durch den Kopf tanzten:
„En – ve – ri ...?“
Das hatte zwar nicht direkt seine Frage beantwortet, aber zu mehr war sie gerade nicht in der Lage. Er brauchte nur die Krallen auszufahren und sie war Geschichte.
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Gestalt » Freitag 2. Dezember 2016, 20:39

Die Raubkatze über ihr beobachtete mit scheinbarer Langeweile wie Maruka vorsichtig über die Tatze leckte, die so bedrohlich auf ihrer Brust am Halsansatz lag. Jetzt, wo ihr der Gedanke kam, schlichen sich immer mehr Ähnlichkeiten ein, die sie zu bemerkt haben meinte. Diese animalische Energie, die Enveri manchmal durchströmte, das Gefährliche an ihm, dass so gar nicht zu dem ansonsten ruhig und friedvoll wirkenden Waldelfen passen wollte… Oder redete sie sich das gerade ein, weil alles Andere bedeutete, dass sie einem Feind gegenüberstand, der sie in der Gewalt hatte? Womöglich jemandem, der ihren Freund Enveri getötet hatte?
Von dem war jedenfalls nichts zu sehen, aber im Moment schien es ihr auch unmöglich, ihren Blick auf etwas anderes, als den dunklen bedrohlichen Schatten über ihr zu richten. Ihr Sichtfeld war förmlich zusammen geschrumpft auf die überwältigende Präsenz des Panthers und dessen Aura aus urtümlicher Kraft.
„En – ve – ri ...?“
Die Raubkatze über ihr stieß ein verächtliches Fauchen aus und verlagerte ihr Gewicht für einen Moment etwas, so dass der Druck auf Marukas Brustkorb zu nahm und ihr das Atmen erschwerte.
„Enveri? Was für ein dummer Versuch die Wahrheit zu verdrehen! Nein, Halbblut, dieser Name gehört nicht zu mir. Aber ich kenne den, der diesen Namen nutzt. Wenn mir danach ist, werde ich dir vielleicht etwas mehr erzählen. Aber zuerst musst du mir meine Fragen beantworten. Und ich warne dich. Belüge mich nicht!“
Das letzte war ein tiefes bedrohliches Grollen in aus seiner Kehle.
„Was tust du hier in diesem Wald?“
Aber mit einer Vermutung hatte sie recht gehabt, ihr Gegenüber war Intelligent und Reden würde ihr vermutlich tatsächlich den Hals retten. Wobei – je mehr sie sich auf ihre Instinkte verließ, desto mehr spürte sie, dass die über ihr aufragende Raubkatze zwar Vorsichtig aber nicht Feindselig eingestellt war. Solange sie den Panther über ihr nicht aufbrachte, würde sie das hier überstehen.
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Maruka » Sonntag 4. Dezember 2016, 18:59

Sie war verwirrt und sie hatte Angst. Hatte sie sich das grüne Leuchten nur eingebildet, weil sie einmal mehr in ihrem Leben dem Tod ins Auge blicken musste? Hoffte sie schlicht zu sehr, dass Enveri irgendetwas mit all dem zu tun hatte? Vielleicht, aber sie musste es wenigstens versuchen herauszufinden.
„En – ve – ri ...?“
Die Raubkatze über ihr stieß ein verächtliches Fauchen aus und verlagerte ihr Gewicht für einen Moment etwas, so dass der Druck auf Marukas Brustkorb zu nahm und ihr das Atmen erschwerte. Sein Gewicht drückte ihr die Luft aus den Lungen und sie spannte so gut es ging dagegen um nicht zu ersticken. Wollte er sie nun doch umbringen? Panik begann an ihren Nervenenden zu reißen und sie zwang sich ruhig zu bleiben und nicht zu kämpfen.
„Enveri? Was für ein dummer Versuch die Wahrheit zu verdrehen! ..."
Die Wahrheit verdrehen? Warum sollte ich das? Ich verstehe nicht was...
"...Nein, Halbblut, dieser Name gehört nicht zu mir. Aber ich kenne den, der diesen Namen nutzt."
Er kennt Enveri ...
"Wenn mir danach ist, werde ich dir vielleicht etwas mehr erzählen. Aber zuerst musst du mir meine Fragen beantworten. Und ich warne dich. Belüge mich nicht!“
Ich - lüge - nicht!!
Das Letzte war ein tiefes bedrohliches Grollen aus seiner Kehle und Maruka versuchte zu nicken, ohne sich seine Krallen in den Rachen zu jagen, aber der dass er ihr unterstellte die Wahrheit zu verdrehen oder versuchen würde ihn zu belügen, war ihr zuwieder. Es verletzte ihren mantronischen Stolz und irgendwie auch ihre Katzenseele, ließ kurz ihre Augen entrüstet auffunkeln. Lügen taten nur die sogenannten zivilisierten Völker um sich einen Vorteil zu verschaffen, so wie die Dunkelelfen. Sah er sie so? Gehörte sie dazu? Aber er war zu 100 Prozent Tier, sie nur zu 50. Warum sollte er aus seiner Sicht also einem Halbblut, wie er sie genannt hatte vertrauen.
„Was tust du hier in diesem Wald?“
Er war vorsichtig aber nicht feindselig, dass sagte ihr Instinkt. Trotzdem lastete immernoch der Druck seiner Pfote auf ihrem linken Lungenflügel und machte ihr das Sprechen schwer. Mit einem gepressten Pfeifen im Unterton stieß sie röchelnd heraus:
"Lufffft ... Runter!"
und drückte mit beiden Unterarmen fest, wenn gleich nicht mir ganzer Kraft, von oben gegen seine Pfote, die sich keinen Finger breit von der Stelle bewegte. Er stand fest auf ihrer Brust, aber nach ihrem kämpferischen, jedoch gescheiterten Befreiungsversuch löste sich doch tatsächlich ein wenig der Druck und Maruka bekam wieder besser Atem. Sie zog ein paar mal tief die Luft ein und ihre Nase kräuselte sich gereizt. Er spielte wohl doch gern mit seiner Beute, aber ihre Katze würde ihm schon zeigen, dann er sich da irrte! Sie war nicht schwach, kein leichtes Opfer! Nie wieder! Aber diesmal war es ihre menschliche Seite, die sie zur Vernunft trieb und sie still liegen ließ um ihn nicht noch weiter zu reizen, wo ihre Katze ihm zeigen wollte wo er gerade seinen weichen Bauch entblößt hatte. Gleichzeitig spielten ihr ihre Instinkte immernoch Streiche und ließen ihn unglaublich interessant riechen. Ihr Sichtfeld war förmlich zusammen geschrumpft auf die überwältigende Präsenz des Panthers und dessen Aura aus urtümlicher Kraft. Jetzt wo sie wieder Luft bekam, musste sie ihm antworten. Sie zog scharf die Luft ein und starrte ihm diesmal in die intelligenten Augen.
„Ich lüge nicht und ich verdrehe auch keine Wahrheiten!“
Dann ließ sie schlagartig locker und ließ auch die Arme links und rechts von Körper in das weiche Moos fallen. Ihr Kopf rollte leicht zur Seite. Ihr Körper erschlaffte und sie ließ sich in den weichen Untergrund sinken, was ihr noch ein klein wenig mehr Raum verschaffte. Sollte er doch ruhig wissen was sie hier tat. Es war kein Geheimnis.
„Wenn du es genau wissen willst, als letztes habe ich versucht Enveri zu helfen!“
Sie lag unbequem und irgendetwas schien in ihrem Rücken zu drücken. Langsam winkelte sie ein Bein an und streifte dabei ganz leicht irgendein anders Bein von ihm. Es war seltsam... Irgendwie musste sie daran denken, wie besitzergreifend Enveri sie erst vor Stunden fest in seine Arme gezogen hatte. Kurz durchflutete sie die Erinnerung an seinen festen Körper. Es war schön gewesen. Unglaublich und fast unwirklich, weil es sich so gut angefühlt hatte. Sie hatte geträumt, wild und sehr verwirrende Bilder hatten ihren Geist verzaubert. Seine Arme hatten ihr Schutz und Geborgenheit versprochen. Und jetzt? Jetzt schwebte sie schon wieder in Lebensgefahr. Eine kleine dunkle Wolke wollte sich ihrer Seele bemächtigen, aber sie schob sie vorerst beiseite.
„Das war alles! Das ist mein Ziel - dass was ich immer will. Helfen.“
Und schon wieder bin ich in Schwierigkeiten! - Na, toll!
Ihr Blick wanderte müde über die Wurzeln „ihres“ Baumes. Hier hatte sie versucht eine neue Heimat zu finden und schon wieder drohte sie alles zu verlieren.
„Du willst wissen was ich hier suche?“
Sie presste kurz die Kiefer aufeinander und ihr Blick wanderte in noch weitere Ferne.
„Ich suche mein neues Leben!“
Maruka fühlte sie immer schwerer werden. Das hier war nicht gut, warnte ihr tierischer Anteil, der kämpfen wollte, aber sie hatte schon so viel gekämpft. Die drohende Dunkelheit aus schweren Gedanken und trauriger Vergangenheit drohten sie unter sich zu begraben, wie der Druck seiner Pfote es tat. Sie fühlte, wie ihre Einheit begann darunter zu leiden. Sie wollte das nicht, aber noch eine Gefangenschaft würde sie nicht überleben – würde sie nicht überleben wollen! Ihre Stimme klang matt:
„Tötest du mich jetzt, wo du schon über mir bist?“
… zwischen meinen Beinen …
, aber ihr Serval rebellierte, merkte aber im gleichen Augenblick, dass auch ihr Mensch noch nicht ganz aufgegeben hatte. Denn dass sie sich so fallen ließ hatte auch einen Vorteil. Ihr Verstand analysierte seine Position und suchte nach Schwachpunkten. Im Geist malte sie sein Bild und ging die Möglichkeiten durch. Ihr Gegner wurde unaufmerksam, ließ weiter locker und sie hatte einiges an Spielraum gewonnen. Ihr Finger spielten Gedanken verloren mit den Gräsern und wanderten zu ihrem Bauch. Die letzte Frage hatte die Spannung in seiner Pfote noch weiter gehoben. Nein, sie log nicht! Nicht mit einem Wort! Sie hatte die reine Wahrheit gesprochen, sogar gefühlt, aber tief in ihr war sie noch nicht bereit zu sterben! Eine Finte war keine Lüge... oder?
Jetzt!
Mit einem gezielten Schlag von unten in das Gelenk seiner Pranke ließ sie sie im „Handgelenk“ nach oben einknicken, so dass sie nah an ihrem weg gedrehten Kinn nach oben weg geschlagen wurde. So hatte er schon einmal nur noch drei Punkte zum stabilisieren. Gleichzeitig nutzte sie ihr angewinkeltes Bein auf der gleichen Seite als Hebel um ihren Rumpf gegen seinen Schwerpunkte zu hebeln, und ihn so zur Seite weg zu drücken. Das Standbein wurde durch ihre seitliches Rollen unter ihm hindurch gezogen und so stand er nur noch auf zwei Pfoten, jeweils eine vorne und hinten und konnte nicht agieren ohne umzufallen. Ringen war definitiv etwas, was einen Panther überraschen sollte und darauf hatte sie gebaut. Das Problem seiner definitiv zu nahen tödlichen Krallen blieb jedoch bestehen, also stieß Maruka gegen seine Schulter zu, was ihn umwerfen sollte. Sie nutzte den Gegendruck der rollte beiseite und kam hockend auf die Beine. Ihr Augen glühten kampfbereit, wenn er es so wollte, aber sie flüchtete auch nicht mehr vor ihm.
„Ich lass mich nicht mehr unterwerfen!“
Sie hatte bewiesen, dass sie nicht zu unterschätzen war. Sie hatte ihn nicht verletzt. Kein Blut war geflossen. Jetzt lag es an ihm. Wenn er so intelligent war, wie sie hoffte, konnte dieser Tag noch unblutig enden. Und sie hoffte auf ein solches Ende, denn insgeheim fand ihre Katze ihn ...echt toll!
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Gestalt » Sonntag 4. Dezember 2016, 22:06

Die Kombination aus klugem Menschenverstand und tierischem Geschick erwies sich ein weiteres Mal als Erfolgreich. All die Kraft und Masse dieser Welt hatten keinen nutzen, setzte sie man gegen sich selbst ein. Der Angriff auf das Gelenk traf die Schwachstelle eines jeden starken Gegners (nun genaugenommen traf dies starke wie schwache gleich) und einmal aus dem Gleichgewicht gebracht waren auch vier Beine irgendwann zu Fall zu bringen. Und zum Glück war Maruka schnell genug, genau das zu erreichen. Während sie sich in die eine Richtung rollte, tat dies der Panther in die Andere.
Eigentlich hätte sie jetzt den Baum im Rücken haben sollen, aber da war nichts … und noch immer schien es, als würde kaum etwas außer ihnen Beiden existieren. Ein Traum also. Das hieß, Enveri war in Sicherheit!

„Ich lass mich nicht mehr unterwerfen!“

Sie hatte bewiesen, dass sie nicht zu unterschätzen war. Sie hatte ihn nicht verletzt. Kein Blut war geflossen. Jetzt lag es an ihm. Wenn er so intelligent war, wie sie hoffte, konnte dieser Tag noch unblutig enden. Und sie hoffte auf ein solches Ende, denn insgeheim fand ihre Katze ihn ...echt toll!


Der Panther fauchte erzürnt und ging bedrohlich auf sie zu. Doch dann verebbte der Zorn und er blieb stattdessen vor ihr stehen. Sein Kopf war mindestens in Höhe ihrer Schulter wenn sie Stand, aber das tat sie nicht und so sah er auf sie herab.

„Du bist mutig, das lasse ich dir. Aber ich warne dich, fordere mich niemals heraus!“

Die Luft um die Hybridin wurde immer dicker und ließ ihr die Haare zu Berge stehen als sich Energie um sie herum aufbaute und das Leuchten der Augen des Panthers blendend hellen Laternen zu ähneln schien. Es war, als würde das Schweigen zwischen ihnen Ohrenbetäubend während ihrer Beider Worte noch in der Luft hingen. Dann ließ die Spannung nach und ebbte zu einem sachten Zupfen am Rande ihrer Wahrnehmung ab.

„Ich respektiere deinen Wunsch nach Freiheit. Die Menschen sind groß darin, sie einander zu nehmen. Ich werde dir deine lassen, unabhängig welche Dummheiten du vor hast, aber bedenke, dass auch Freiheit im Tod liegt und den wirst du finden, wenn du mich erzürnst!“

Es schien, als hätte er seinen Punkt klargestellt und er setzte sich auf seine Hinterpfoten. Noch immer ragte er vor ihr auf und die Spannung hatte seine kraftvolle Gestalt nicht verlassen. Aber nun schien für ihn die Zeit des Redens gekommen.

„Für den Moment glaube ich dir.“

So einfach diese Worte auch klangen, es schien der Raubkatze vor ihr alles andere als leicht zu Fallen, dies zu sagen.

„Es wäre eine interessante Abwechslung, einen Zweibeiner zu treffen, der die Wahrheit spricht und mehr sieht, als nur sich Selbst.
Wenn es deiner stolzen Seele ruhe verschafft, ich glaube nicht, dass DU die Wahrheit verdrehst, Halbblut.“


Irgendetwas schien den Panther an zu widern oder zu verärgern, jedenfalls schnaufte er kurz verächtlich.

„Wenn es stimmt, was du sagst … dass du helfen willst und ein neues Leben suchst, dann finde mich und sieh mir persönlich in die Augen, statt dich hinter Waldelfen Rockzipfeln zu verstecken.
Und wenn du klug bist, bringst du mir ein paar gute Fragen um mir zu beweisen, dass du nicht nur wagemutig bist, sondern auch genug Köpfchen hast um zu überleben.“


Maruka hätte sicher schon jetzt einige Fragen und vor allem Antworten für den arroganten Panther gehabt, aber mit einem hieb seiner Tatze beendete er die Konversation. Sie wich der scheinbar langsamen Bewegung mühelos aus, aber der Windstoß, der sie danach Traf, war nicht zu vermeiden.
Wie eine Feder, die man kräftig anpustete, taumelte sie schwerelos davon. Ihr aufgeregter Geist wollte sie schon zurück in die Realität holen, da umfingen sie sanfte grüne Funken und beruhigten sie, um sie in sanftere erfüllte Gefilde zu holen.

(wenn du möchtest, kannst du Maruka noch etwas schönes Träumen lassen, oder du gönnst ihr einfach einen sehr erholsamen Traumlosen Schlaf)

Sie erwachte schließlich davon, dass der warme Körper an ihrer Seite fehlte. Als sie die Augen aufschlug begrüßte sie außerhalb der Schatten des Baumes strahlendes Sonnenlicht und das laute Geschnatter des Dschungels. Enveri war offensichtlich bemüht, sich leise von ihr zu entfernen, vermutlich um sie nicht zu wecken.
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Maruka » Montag 5. Dezember 2016, 20:43

Eigentlich hätte sie jetzt den Baum im Rücken haben sollen, aber da war nichts … und noch immer schien es, als würde kaum etwas außer ihnen Beiden existieren. Ein Traum also. Das hieß, Enveri war in Sicherheit!
„Ich lass mich nicht mehr unterwerfen!“
Der Panther fauchte erzürnt und ging bedrohlich auf sie zu. Doch dann verebbte der Zorn und er blieb stattdessen vor ihr stehen. Sein Kopf war mindestens in Höhe ihrer Schulter wenn sie stand, aber das tat sie nicht und so sah er auf sie herab.
„Du bist mutig, das lasse ich dir. Aber ich warne dich, fordere mich niemals heraus!“
Unbewusst schüttelte sie sofort den Kopf, was eine leichte Welle durch ihre Mähne und ihr Fell sandte. Nein, herausfordern würde sie ihn sicher nie! Außer sie wollte nicht mehr leben und mit solchen Gedanken hatte sie abgeschlossen. Nicht mal im Traum würde ihr einfallen, so etwas dummes zu tun... nicht einmal im Traum! Es fühlte sich so real an, bis auf ein paar Kleinigkeiten, wie fehlende Umgebung. Trotzdem wurde die Luft um die Hybridin wurde immer dicker und ließ ihr die Haare zu Berge stehen als sich Energie um sie herum aufbaute und das Leuchten der Augen des Panthers blendend hellen Laternen zu ähneln schien. Es war, als würde das Schweigen zwischen ihnen Ohrenbetäubend während ihrer Beider Worte noch in der Luft hingen. Dann ließ die Spannung nach und ebbte zu einem sachten Zupfen am Rande ihrer Wahrnehmung ab.
„Ich respektiere deinen Wunsch nach Freiheit. Die Menschen sind groß darin, sie einander zu nehmen. Ich werde dir deine lassen, unabhängig welche Dummheiten du vor hast, aber bedenke, dass auch Freiheit im Tod liegt und den wirst du finden, wenn du mich erzürnst!“
Es schien, als hätte er seinen Punkt klargestellt und er setzte sich auf seine Hinterpfoten. Noch immer ragte er vor ihr auf und die Spannung hatte seine kraftvolle Gestalt nicht verlassen. Langsam erhob sich auch Maruka und drückte ihre angespannten Schultern durch. Noch einmal schüttelte sie sich leicht und versuchte ihr gesträubtes Fell damit wieder unter Kontrolle zu bekommen. Für ihn schien nun die Zeit des Redens gekommen zu sein.
„Für den Moment glaube ich dir.“
So einfach diese Worte auch klangen, es schien der Raubkatze vor ihr alles andere als leicht zu Fallen, dies zu sagen.
„Es wäre eine interessante Abwechslung, einen Zweibeiner zu treffen, der die Wahrheit spricht und mehr sieht, als nur sich selbst.
Wenn es deiner stolzen Seele Ruhe verschafft, ich glaube nicht, dass DU die Wahrheit verdrehst, Halbblut.“

Irgendetwas schien den Panther an zu widern oder zu verärgern, jedenfalls schnaufte er kurz verächtlich.
Meint er Enveri? Das ER die Wahrheit verdreht? Spricht er in Lügen? Sollte ich mich vor ihm in Acht nehmen?
„Wenn es stimmt, was du sagst … dass du helfen willst und ein neues Leben suchst, dann finde mich und sieh mir persönlich in die Augen, statt dich hinter Waldelfen Rockzipfeln zu verstecken.
Und wenn du klug bist, bringst du mir ein paar gute Fragen um mir zu beweisen, dass du nicht nur wagemutig bist, sondern auch genug Köpfchen hast um zu überleben.“

Maruka hatte sicher schon jetzt einige Fragen. Ihr Traum-Panther hatte Zweifel in ihr zerrissenen Geist gesät. Mit einem Hieb seiner Tatze beendete er jedoch die Konversation. Sie wich der scheinbar langsamen Bewegung mühelos aus, aber der Windstoß, der sie danach traf, war nicht zu vermeiden. Wie eine Feder, die man kräftig anpustete, taumelte sie schwerelos davon. Ihr aufgeregter Geist wollte sie schon zurück in die Realität holen, da umfingen sie sanfte grüne Funken und beruhigten sie, um sie in sanftere erfüllte Gefilde zu holen. Die grünen Funken gefielen ihr, egal ob sie nun von dem Panther oder Enveri kamen. Vielleicht war das alles auch nur Manthalas Art sie auf irgendetwas vorzubereiten. Nur auf was? Maruka war schon immer ein gläubiger Mensch gewesen und auch wenn die Umstände sie verändert hatten, so vertraute sie immernoch auf die göttliche Führung, die jedes Wesen lenkte.
Göttin des Mondes, warum lässt du deine Diener durch meine Träume wandeln? Was soll ich tun? Wohin führt mein Weg mit dir? Bist du an meiner Seite? Lässt du mich durch Träume wandeln um deinen Willen zu sehen? Ich bitte um Führung. Ich kenne deine Zeichen nicht. Lass mich lernen.

Sie erwachte schließlich davon, dass der warme Körper an ihrer Seite fehlte. Kühle zeigte deutlich die Stellen an, an denen sie bis eben noch gewärmt worden war, bzw. sie jemanden wärmte. Als sie kurz die Augen zu schmalen Schlitzen öffnete, begrüßte sie außerhalb der Schatten des Baumes blendendes Sonnenlicht und das laute Geschnatter des Dschungels. Sie machte die Augen wieder zu. Es war ja noch hell!!!
Zu...früh!...viel...zu...früh!...
Enveri war offensichtlich bemüht, sich leise von ihr zu entfernen, vermutlich um sie nicht zu wecken, doch ihre Katze war da anderer Meinung und wollte die Quelle der vermeintlichen Geborgenheit noch nicht gehen lassen. Schon rückte sie mit ihrem Hintern wieder näher an die Wärme heran und hangelte blind nach seinem Arm, als Erinnerungsfetzen durch ihren Geist huschten.
**...statt dich hinter Waldelfen Rockzipfeln zu verstecken.**
Verwirrung ließ sie inne halten und den Tag verfluchen.
Das hier hätte so schön sein können... und dann kommt ein „Traumwanderer“ daher und pflanzt mir Zweifel ins Gehirn... hätte so schööön sein können...
Fast mehr unterbewusst und auch ein bisschen trotzig dem Tag und ihren geträumten Erinnerungen entgegen murrend drückte sie ihren kleinen Po mit leicht schaukelnden Bewegungen der Wärme entgegen und rollte sich fester zusammen.
Ich will noch nicht wach sein!...Noch ein paar Minuten...
Hinter ihr war es wieder warm und ihr Rücken lag an fester Muskulatur. Früher oder später musste Enveri wohl seine Wache übernehmen und sich dabei auch eben leider entfernen, aber noch war Marukas Geist zu sehr auf ihre niederen Instinkte gerichtet und die wollten etwas anderes.
Schlafen – Schnurren – Schlummern!
Ja, so konnte man am besten den Tag verbringen. Ihre empfindlichen Ohren versuchten das Gekreische der Vögel auszublenden. Ihr anhaltendes Schnurren war ein sehr angenehmes Geräusch, mit dem man gut dagegen halten konnte. Aber Tag war doof! Einzig die Sonne hatte einen angenehmen Nebeneffekt, warum sie sie nicht abgrundtief hasste. Sonne wärmte ihren schwarzen Pelz ganz vorzüglich und ihre Katze liebte Wärme, konnte gar nicht genug davon bekommen. Im Moment hoffte sie nur, dass der Tag nicht mehr all zu lange andauerte.
Ich könnte mich auch auf einen heißen Stein legen... aber dafür müsste ich mich bewegen und das würde bedeuten, dass ich nicht mehr schlafe. Aber ich könnte in der Sonne schlafen...
Noch einmal öffnete sich ein träges Auge einen winzigen Spalt und spähte sehnsüchtig zu den von Sonnenlicht beschienenen Steinen hin. Im Geist ging sie den kürzesten Weg durch, der mit am wenigsten Kraftaufwand verbunden war.
Ob schon was in den Reusen ist? Oder …
Der plötzliche Gedanke an ihren Fang ließ leider ihren hungrigen Magen laut knurren und das Schnurren verebbte leider.
Mist.
Das Erwachen wurde immer unvermeidlicher und noch einmal zog sie an Enveris Arm und rollte sie tiefer in seinen Körper, als wollte sie sich damit zu decken.
„Musst du... Musst du weg?“
Ihre Stimme war sehr sehr leise und unter Schichten von Fell begraben und genuschelt, aber er würde sie vermutlich trotzdem verstehen. Er war ja nah bei ihr und wenn er vielleicht auch Wahrheiten verdrehte, so wollte er ihr doch nichts böses.
Später... später kann ich immernoch darüber nachdenken, was der Panther gesagt hat...
Da war sie sich einig.
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Gestalt » Montag 5. Dezember 2016, 21:44

Enveri hatte keine Chance. Auch wenn er sich bemüht hatte, Maruka nicht zu wecken, war er gescheitert und diese ließ ihn nicht so einfach ziehen. Schon rückte sie mit ihrem Hintern wieder näher an die Wärme heran und hangelte blind nach seinem Arm.
Fast mehr unterbewusst und auch ein bisschen trotzig dem Tag und ihren geträumten Erinnerungen entgegen murrend drückte sie ihren kleinen Po mit leicht schaukelnden Bewegungen der Wärme entgegen und rollte sich fester zusammen.

Enveri versteifte sich, als Maruka sich hingebungsvoll mit ihrer Rückseite an ihn schmiegte und ihm ein überraschtes Luftholen entlockte.
Hinter ihr war es wieder warm und ihr Rücken lag an fester Muskulatur.
Ihr anhaltendes Schnurren und ihre Anschmiegsamkeit ließen ihn schnell kapitulieren und er entspannte sich wieder. Den Arm, nach dem sie gefischt hatte schlang er um sie und vergrub sein Gesicht in ihrer dunklen Mähne. Er holte tief Luft und murmelte etwas leises Unverständliches. Ging man nach der Stimmlage, musste es etwas Glückliches gewesen sein.
Tatsächlich war es sogar im Schatten alles andere als Kühl und so wurde Enveri nur allzu schnell wieder etwas unruhiger, was nur zu hälfte störend war. Es war ein angenehmes Gefühl, einem anderen Körper so nah zu sein.
Nun, und da waren der Gedanke an die Reuse und ihr knurrender Magen.
Das Erwachen wurde immer unvermeidlicher und noch einmal zog sie an Enveris Arm und rollte sie tiefer in seinen Körper, als wollte sie sich damit zu decken.
„Musst du... Musst du weg?“
Ihre Stimme war sehr sehr leise und unter Schichten von Fell begraben und genuschelt, aber er würde sie vermutlich trotzdem verstehen. Er war ja nah bei ihr und wenn er vielleicht auch Wahrheiten verdrehte, so wollte er ihr doch nichts böses.

Um alles Andere würde sie sich später kümmern.
Als sich Maruka noch näher an den Waldelfen heran schmiegte nahm er sie noch fester in den Arm und sog genussvoll die Luft ein.
„Nein, nein nicht unbedingt …“
Nuschelte er in ihr Haar. Aber dann strafte er seine eigenen Worte Lügen und richtete sich doch auf, so dass er ihr ins Gesicht blicken konnte. Seine Stirn war nachdenklich gerunzelt.
„Was machst du nur mit mir?“
Fragte er in liebevoll verwirrtem Ton.
Seine Augen verdunkelten sich und er betrachtete ihr Gesicht so eingehend, als würde er es für immer in sein Gedächtnis brennen wollen. Vorsichtig strich er über ihre Schläfe und die Linie ihres Kiefers um dann genau in der Mitte ihres Kinns inne zu halten. Wie hypnotisiert starrte er auf ihre vollen Lippen, um dann tief in ihre Augen zu sehen. Er öffnete schon den Mund als wollte er etwas sagen – oder etwas tun, da blinzelte er, als würde er aus einem Traum erwachen und stand abrupt auf.
Er schien verwirrt und stolperte ein paar Schritte zurück und wandte sich dann um, um ins Sonnenlicht zu treten. Dort stehend blickte er noch einmal zurück und sagte leise:
„Tut mir leid, ich wollte dir nicht zu nahe treten…“
Und ging ein paar weitere Schritte von ihr weg.
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Maruka » Dienstag 6. Dezember 2016, 19:39

Tatsächlich war es sogar im Schatten alles andere als kühl und so wurde Enveri nur allzu schnell wieder etwas unruhiger, was nur zu Hälfte störend war. Es war ein angenehmes Gefühl, einem anderen Körper so nah zu sein. Sie konnte seine festen Muskeln gut durch den dünnen löchrigen Stoff fühlen und um so mehr er sich bewegte, um so schnurriger wurde sie.
Schnurriger...gibt es so ein Wort... ach egal!
Es war ein wohliges Gefühl und versetzte Maruka ein ein kleines Hoch. Sie hatte zu lange keine warme, herzliche Umarmung gehabt, keine Liebe, selbst Freundschaft war selten gewesen, wenn auch außergewöhnlich, als sie sie getroffen hatte. Das hier war jedoch irgendwie anders. Sie konnte nicht sagen, wie, aber es war wie der warmer Honigkuchen, den ihre Mutter einmal gezaubert hatte um ihren Vater milde zu stimmen. Es umschmeichelte sie, ließ sie sich wichtig und geliebt fühlen. Als sie ihn, verbotener Weise, gekostet hatte waren all die süßen Schmetterlinge in ihrem Mund explodiert und sie hatte vor lauter Genuss laut gestöhnt, was letztendlich zu ihrer Entdeckung geführt hatte. Nun war der Gedanke an die Reuse und ihr knurrender Magen nah, aber sie wehrte sich noch. Doch das Erwachen wurde immer unvermeidlicher und noch einmal zog sie an Enveris Arm und rollte sie tiefer in seinen Körper, als wollte sie sich damit zu decken.
„Musst du... Musst du weg?“
Als sich Maruka noch näher an den Waldelfen heran schmiegte nahm er sie noch fester in den Arm und sog genussvoll die Luft ein. Der sanfte Druck auf ihren Körper fühlte sich so gut an. Als würde er sie nicht mehr loslassen wollen und ihr all die Zuneigung geben die sie so sehr herbei sehnte. Sie war wie einer dieser ausgetrockneten Schwämme, die die Seeleute von ihren Fängen mitbrachten. Sie saugte jedes Quäntchen auf, als würde sie sonst verdursten.
„Nein, nein nicht unbedingt …“
Nuschelte er in ihr Haar und sie liebte das kitzelnde Gefühl, dass sein Atem, ihren Nacken dabei streifte. Aber dann strafte er seine eigenen Worte Lügen und richtete sich doch auf, so dass er ihr ins Gesicht blicken konnte. Seine Brust lag fest an ihrer Seite, sein Arm um sie herum geschlungen, wie ein fester Waffengut und sie drehte ihm schlaftrunken das Gesicht zu. Seine Stirn war nachdenklich gerunzelt.
„Was machst du nur mit mir?“
Fragte er in liebevoll verwirrtem Ton. Sie verstand nicht und neigte den Kopf zur Seite, rieb ihn nah an seiner Schulter. Seine Augen verdunkelten sich und er betrachtete ihr Gesicht so eingehend, als würde er es für immer in sein Gedächtnis brennen wollen. Vorsichtig strich er über ihre Schläfe. In ihrem Körper setzte das Brummen wieder ein und sie lehnte sich in seine Berührung, stehbte ihr entgegen, wie es nur Katzen konnten. Er streichelte die Linie ihres Kiefers, was sieden Hals stecken ließ, um dann genau in der Mitte ihres Kinns inne zu halten. Wie hypnotisiert starrte er auf ihre vollen sich leicht öffnenden Lippen, um dann tief in ihre Augen zu sehen. Er öffnete schon den Mund als wollte er etwas sagen – oder etwas tun, da blinzelte er, als würde er aus einem Traum erwachen und stand abrupt auf. Maruka rollte ohne seine Führung wieder zur Seite und gab dabei ein leises Geräusch von sich, dass einem „Uff“ recht nahe kam. Dann sah sie ihm hinterher. Er schien verwirrt und stolperte ein paar Schritte zurück und wandte sich dann um, um ins Sonnenlicht zu treten. Dort stehend blickte er noch einmal zurück und sagte leise:
„Tut mir leid, ich wollte dir nicht zu nahe treten…“
Die Formulierung war ihr nicht bekannt. Sie klang irgendwie gestelzt und steif und außerdem...
„Du hast mich nicht getreten. Alles inOrdnung. Kannich weiterschlafen? Gehtes dirgut?“
Das war alles was sie wissen wollte, auch wenn sie zum Sprechen eigentlich noch viel zu müde war. Sie gähnte mit weiß aufgerissenen Mäulchen und bleckte ihre Eckzähne. Auf halber Strecke kam noch ein ausgiebiges Strecken zu dem Gähnen und sie krallte sich fest in eine Wurzel. Ein Bein hier und das andere da, streckten sich in unterschiedliche Himmelsrichtungen, mal gebeugt, mal gespannt wie eine Sehne. Ihr Rücken bog sich einmal in jede nur erdenkliche Richtung, rotierte und zeigte ihre katzenhafte Beweglichkeit, rechte ihren Hintern in die Höhe, bevor sie vom Strecken scheinbar völlig erschöpft in sich zusammen sackte. Ein paar Atemzüge später spähte sie etwas missmutig zum Sonnenfels und machte sich teils rollend, teils robbend auf den Weg dort hin. Nach den ersten zwei Metern schien sie zu überlegen, ob sich die Mühe lohnte und blieb einen Moment still liegen, nur um dann erneut mit viel Überwindung sich weiter zu rollen, sich zu strecken, zwischendurch ihr Ziel vergessend in kurzes heftiges Putzen ihres Fells an der linken Knieaußenseite zu verfallen und dann von neuem zu beginnen. Die Überwindung der gewaltigen Stecke von fünf Schritt Länge hatte sich jedoch gelohnt und der von der Sonne gewärmt Fels fühlte sich herrlich an. Hier hatte das Blätterdach eine größere Lücke gebildet und eine Weile sollte sie hier sich wohl fühlen können. Rücklings lies sie sich darauf nieder und ließ alle Viere von sich fallen. Mit einem wohligen Seufzen ließ sie sich zerfließen. Kopf, Arme, Beine, Schwanz, alles hing tiefer als der viel zu leere Bauch, aber das störte sie gerade gar nicht. Es war herrlich die Hitze in ihren Knochen zu spüren. Es dehnte ihre Gelenke und Muskeln und ließ sie wieder laut schnurren.
Hier könnte mein Paradies sein... mein Revier.
Eine kleine Weile lag sie still da und genoss einfach nur ihr Dasein. Doch leider meldete sich immer mal wieder ihr Magen und auch wenn sie noch nicht am verhungern war, so wusste sie doch, dass sie unbedingt ein paar Proteine, sprich FLEISCH brauchte, um nicht wieder abzubauen. In der Dämmerung würde sie Jagen müssen, außer, ihre Fallen hatten vielleicht ein kleines Tier oder ein paar Fische eingebracht, die sie dann fressen könnte. Sie begann leise vor sich hin zu sinnieren:
„Jetzt ein gut abgehangenes, zartes Robbensteak! ... oder vielleicht einen schönen Hirscheintopf? Ein gegrilltes Kaninchen? Wal wäre auch nicht schlecht... Oder Seelachs? Seeigel war auch lecker, in Wolfsmilch eingelegt mit Muscheln... Rochen ist schon fast zu zäh, aber schmeckt als Suppe köstlich! Krabben, Garnelen, Hummer, Austern, Krebse... Ja, Krebsfleisch in Honigschnaps mit Wurzelgemüse. Oh jaaah, das war gut! Oder Oktopus kurz angebraten, Haifischsteak mit Knoblauch oder Scholle mit Kräuterkruste. Bärenfleisch gab's auch mal, aber das schmeckte streng, nicht schlecht, aber streng... vielleicht mit Buttermilch, oder wenn man es schön lange hängen lässt... Rabe ist auch nicht schlecht, oder Möve. Eier wären auch schön...“
Sie seufzte langgezogen und drehte sich auf die Bauchseite um auch von dieser gar gebraten zu werden. Dabei war ihr Hintern der höchste Punkt auf dem Felsen und sie stützte ihren Kopf in die Handflächen und die Ellenbogen auf dem Stein ab. Ihr Schwanz zuckte ein paar mal hin und her, während sie nun wieder schweigend die Wasseroberfläche aus leicht zusammen gekniffenen Augen beobachtete. Selbst satten Sonnenlicht war ihr Fell pechschwarz und nur die feinsten Spitzen glänzten leicht silbern. Das Blau ihrer Augen wirkte jetzt heller, da ihre geschlitzte Pupille zu einem winzigen schmalen Strich zusammen gezogen war und kaum Licht hinein ließ. Ihre Iris wirkte durch diesen Effekt um so größer und auch irgendwie strahlend. Nachdenklich ließ Maruka zu, dass sie die Erinnerungen der letzten Nacht sie einholten. Es war so viel geschehen und der Traum hatte sie verwirrt.
Heißt es nicht, Manthala sei auch die Herrin der Träume?
Sie spähte zum Himmel und kniff zu Augen zusammen. Jetzt den Mond zu suchen war vergebens. Ihr Bruder Sonne stand hoch am Himmel und überstrahlte jede Schönheit, die im Dunkel wachsen konnte. Sie versuchte sich ihren Traum wider ins Gedächtnis zu rufen, was nicht ganz einfach war, da sie sich schon wieder fragte, wo Enveri sich herum trieb. Sie hatte ihn wohl irgendwie kurz aus den Augen verloren. Also versuchte sie zusammen zu fassen, was der Panter so im Traum zu ihr gesagt hatte und murmelte leise vor sich hin. Teils war das Sprechen eine Übung ihre ganz eigene , irgendwie noch neuartige Sprache besser kennen zu lernen, teils half es ihr ihre Gedanken zu sortieren. Wann immer „ER“ sprach ließ sie den Kopf hin und her schwingen, wann immer sie ihre Kommentar dazu gab, schaukelte ihre Schwanzspitze auf und ab.
„Also wie war das?...
Du bist mutig, das lasse ich dir. Aber ich warne dich, fordere mich niemals heraus!
Na auf keinen Fall!
Er respektiert meinen Wunsch nach Freiheit. Die Menschen seien groß darin, sie einander zu nehmen.
Da hat er Recht!
Er wird mir meine lassen, unabhängig welche „Dummheiten“ ich vor habe, aber ... Freiheit im Tod und den werde ich finden, wenn ich mich mit ihm anlege!
Noch mehr Drohungen, aber er hat auch gesagt, dass er mir glaubt, was ihm ziemlich schwer gefallen ist. Was kam dann? ...brubbel...irgendwas mit:
...einen Zweibeiner zu treffen, der die Wahrheit spricht und mehr sieht, als nur sich selbst.
Ich glaube, das war ein Kompliment, wenn man das so nennen will.
Wenn es deiner stolzen Seele Ruhe verschafft, ich glaube nicht, dass DU die Wahrheit verdrehst, Halbblut.
Meint er damit Enveri?“

Maruka sah sich noch einmal um, ob der Halbelf gerade irgendwo zu sehen war, fand ihn aber gerade nirgends, also machte sie leise vor sich hin murmelnd weiter.
„Wenn ich helfen will und ein neues Leben suche, dann soll ich ihn finden mich und ihm persönlich in die Augen sehen, statt mich hinter „Waldelfen Rockzipfeln“ zu verstecken... ach ja, und ein paar gute Fragen soll ich mitbringen, um ihm zu beweisen, dass ich nicht nur wagemutig bist, sondern auch kluges Köpfchen habe um zu überleben.
Leichter gesagt als getan!“

Etwas missmutig, aber durch die Sonne und ihre Wärme milde gestimmt, lag Maruka weiter auf ihrem Felsen und beobachtete die Wasseroberfläche und das Treiben darunter.
„Vielleicht sollte ich mal nach der Reuse sehen...“
Sie streckte sich noch einmal unglaublich umständlich und ausgiebig, federte dann im Stand ein paar Mal in den Beinen und näherte sich dann schleichend der Fischfalle im See.
Ich könnte ihm auch Fisch mitbringen, wenn was übrig bleibt... WENN! Wohl eher nicht... und warum gehe ich davon aus, dass ich überhaupt zu ihm will?
WEIL DU NEUGIERIG BIST!
Ach sei, ruhig! Du verscheuchst die Fische!

, führte sie innerliche Zwiegespräche, während sie hoffte endlich etwas zwischen die Zähne zu bekommen!
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Gestalt » Mittwoch 7. Dezember 2016, 21:06

„Du hast mich nicht getreten. Alles inOrdnung. Kannich weiterschlafen? Gehtes dirgut?“
Murmelte die schlaftrunkene Hybridin. Ihre Antwort brachte Enveri zum Stutzen.
„Das meinte … natürlich, schlaf weiter, ich wache über dich.“
Versicherte er ihr, noch immer etwas abwesend klingend. Sie hörte wie er sich noch etwas weiter entfernte während sie sich ausgiebig streckte und ihre Beweglichkeit unter Beweis stellte. Dann bewegte sie sich Raupengleich in Richtung eines großen einladenden Felsens und platzierte sich vorteilhaft darauf.
Enveri, der in einige Entfernung am Seeufer stand, hatte das Schauspiel mit einiger Irritation und Belustigung beobachtet. Trotz der finsteren Gedanken, die förmlich über seinen Kopf zu schweben schienen, zauberte die junge Frau ein kleines Lächeln auf sein Gesicht.
Auf dem Stein wurde es trotz der Nachmittagssonne, die vom Himmel herab schien, schnell wirklich warm und gerade Marukas schwarzes Fell begünstigte die Hitze noch, aber sie war viel zu träge um sich weiter zu bewegen. Und außerdem, so lange sie sich nicht rührte war es trotzdem irgendwie angenehm. Jedenfalls besser als aufstehen.
Sie lag eine Weile nur so da und fühlte sich ungemein wohl in ihrer Haut, bis schließlich ihr Magen nicht mehr länger zu ignorieren war. Ein Blick gen Himmel verriet ihr, dass es nicht mehr lange bis zur Dämmerung war.
„Jetzt ein gut abgehangenes, zartes Robbensteak! ... oder vielleicht einen schönen Hirscheintopf? Ein gegrilltes Kaninchen? Wal wäre auch nicht schlecht... Oder Seelachs? Seeigel war auch lecker, in Wolfsmilch eingelegt mit Muscheln... Rochen ist schon fast zu zäh, aber schmeckt als Suppe köstlich! Krabben, Garnelen, Hummer, Austern, Krebse... Ja, Krebsfleisch in Honigschnaps mit Wurzelgemüse. Oh jaaah, das war gut! Oder Oktopus kurz angebraten, Haifischsteak mit Knoblauch oder Scholle mit Kräuterkruste. Bärenfleisch gab's auch mal, aber das schmeckte streng, nicht schlecht, aber streng... vielleicht mit Buttermilch, oder wenn man es schön lange hängen lässt... Rabe ist auch nicht schlecht, oder Möve. Eier wären auch schön...“
Sie seufzte langgezogen und drehte sich auf die Bauchseite um auch von dieser gar gebraten zu werden. Dabei war ihr Hintern der höchste Punkt auf dem Felsen und sie stützte ihren Kopf in die Handflächen und die Ellenbogen auf dem Stein ab. Ihr Schwanz zuckte ein paar mal hin und her, während sie nun wieder schweigend die Wasseroberfläche aus leicht zusammen gekniffenen Augen beobachtete.

Voller Interesse studierte sie ihr Spiegelbild, dass ihr mehr und mehr gefiel … und sich immer mehr nach IHR anfühlte.
Enveris Definition von ‚Wache halten‘ war offenbar eine andere als die ihre. Bis auf am Morgen hatte sie ihn nur ein weiteres Mal bemerkt, als er offenbar kurz nach ihr sah, während sie in der Sonne lag. Ansonsten glänzte er mit Abwesenheit.
Nachdenklich ließ Maruka ihren Traum Revue passieren und wiederholte das Gespräch mit dem Panther laut.
„Also wie war das?...
Du bist mutig, das lasse ich dir. Aber ich warne dich, fordere mich niemals heraus!
Na auf keinen Fall!
Er respektiert meinen Wunsch nach Freiheit. Die Menschen seien groß darin, sie einander zu nehmen.
Da hat er Recht!
Er wird mir meine lassen, unabhängig welche „Dummheiten“ ich vor habe, aber ... Freiheit im Tod und den werde ich finden, wenn ich mich mit ihm anlege!
Noch mehr Drohungen, aber er hat auch gesagt, dass er mir glaubt, was ihm ziemlich schwer gefallen ist. Was kam dann? ...brubbel...irgendwas mit:
...einen Zweibeiner zu treffen, der die Wahrheit spricht und mehr sieht, als nur sich selbst.
Ich glaube, das war ein Kompliment, wenn man das so nennen will.
Wenn es deiner stolzen Seele Ruhe verschafft, ich glaube nicht, dass DU die Wahrheit verdrehst, Halbblut.
Meint er damit Enveri?“

Maruka sah sich noch einmal um, ob der Halbelf gerade irgendwo zu sehen war, fand ihn aber gerade nirgends, also machte sie leise vor sich hin murmelnd weiter.
„Wenn ich helfen will und ein neues Leben suche, dann soll ich ihn finden mich und ihm persönlich in die Augen sehen, statt mich hinter „Waldelfen Rockzipfeln“ zu verstecken... ach ja, und ein paar gute Fragen soll ich mitbringen, um ihm zu beweisen, dass ich nicht nur wagemutig bist, sondern auch kluges Köpfchen habe um zu überleben.
Leichter gesagt als getan!“

Etwas missmutig, aber durch die Sonne und ihre Wärme milde gestimmt, lag Maruka weiter auf ihrem Felsen und beobachtete die Wasseroberfläche und das Treiben darunter.
„Vielleicht sollte ich mal nach der Reuse sehen...“
Sie streckte sich noch einmal unglaublich umständlich und ausgiebig, federte dann im Stand ein paar Mal in den Beinen und näherte sich dann schleichend der Fischfalle im See.

Ausgeruht und hungrig, den Kopf voller Neugierde und unbeantworteter Fragen näherte sie sich ihrer Reuse, deren zucken darauf hindeutete, dass sie erfolgreich gewesen war. Dabei fiel ihr Blick auch auf Enveri, den sie nun endlich entdeckte. Er hatte sich völlig regungslos im Schneidersitz niedergelassen und saß in der Sonne, nur einige Schritte von ihrer Reuse entfernt. Und möglicherweise in Hörweite dessen, was sie da gerade so vor sich hingeplappert hatte! Zumindest, wenn seine Ohren gut genug waren. Allerdings war gar nicht sicher ob er die Tiersprache überhaupt verstand und er zeigte keinerlei Regung und hätte genauso gut eine Statue sein können. Vermutlich hatte sie ihn deswegen auch nicht bemerkt. Wie schaffte er nur, so lange regungslos in so ungemütlicher Position aus zu harren? Wäre sie nicht so hungrig gewesen, sie wäre umgeschwenkt und hätte ihn spielerisch gejagt. So aber rief der Fisch, der hoffentlich in der Reuse gefangen war, förmlich nach ihr.
Das Wasser lief ihr im Mund zusammen alles sie bei der Reuse angekommen war und zwei Silberne Schatten ihr verrieten, dass sie heute reiche Beute gemacht hatte!
„Sie sind schon eine Weile dort. Ich wollte sie eigentlich frei lassen, aber dann erinnerte ich mich daran, dass du sie sicher essen wollen würdest.“
Stellte der Waldelf nüchtern fest.
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Maruka » Donnerstag 8. Dezember 2016, 17:06

Ausgeruht und hungrig, den Kopf voller Neugierde und unbeantworteter Fragen näherte sie sich ihrer Reuse, deren Zucken darauf hindeutete, dass sie erfolgreich gewesen war. Dabei fiel ihr Blick auch auf Enveri, den sie nun endlich entdeckte. Er hatte sich völlig regungslos im Schneidersitz niedergelassen und saß in der Sonne, nur einige Schritte von ihrer Reuse entfernt. Und möglicherweise in Hörweite dessen, was sie da gerade so vor sich hin geplappert hatte! Zumindest, wenn seine Ohren gut genug waren.
Hm... wäre das schlimm? Ich weiß es nicht. Ob er den Panther auch kennt? Bin mir immernoch nicht sicher, ob er mit „dem Bösen“, was oberhalb des Wasserfalls wohnt den Panther meint... Aber ist auch nicht meine Sache... oder? Vielleicht haben die beiden ja Streit gehabt ums Revier oder so... Sollte mir auch gleich sein, solange sie MEIN Revier in Ruhe lassen und da sich bei Männchen und Weibchen einer Rasse die Grenzen da ohne weiteres überschnei... öhm... verdammt! Mein Denkfehler. Hier ein Mensch, da ein Tier und ich... irgendwie beides... ok, das hat Potenzial! Ich weiß noch nicht wofür, aber es hat Potenzial groß zu werden!
Maruka grinste in sich hinein. Allerdings war gar nicht sicher ob er die Tiersprache überhaupt verstand und er zeigte keinerlei Regung und hätte genauso gut eine Statue sein können. Vermutlich hatte sie ihn deswegen auch nicht bemerkt.
Wie die Statur unterm Baum. Wenn er da noch lange so sitzt wird er vermutlich auch versteinern.
, ging es ihr ein wenig belustigt durch den Kopf. Dass sie inzwischen gedanklich ständig zwischen den Sprachen wechselte, fiel ihr gar nicht mehr auf.
Wie schafft er es nur, so lange regungslos in so ungemütlicher Position aus zu harren? Könnt ich auch gern, da kommt das Futter näher...
Wäre sie nicht so hungrig gewesen, sie wäre umgeschwenkt und hätte ihn spielerisch gejagt, ihn angesprungen und sich ein wenig mit ihm herum gerollt, wie die Welpen es in ihrer Heimat so gern taten. Ihn ein spielerisch zu beißen, oder ihn zu ausgiebig lecken erschien ihr durchaus lohnenswert, so aber rief der Fisch, der hoffentlich in der Reuse gefangen war nach ihr. Das Wasser lief ihr im Mund zusammen als sie bei der Reuse angekommen war und zwei silberne Schatten ihr verrieten, dass sie heute reiche Beute gemacht hatte!
HUNGER!
„Sie sind schon eine Weile dort. Ich wollte sie eigentlich frei lassen, aber dann erinnerte ich mich daran, dass du sie sicher essen wollen würdest.“
Stellte der Waldelf nüchtern fest und Maruka sah zu ihm hinüber.
„Willst du auch was? Ich könnte ein Feuer machen und sie Grillen. Ansonsten …“
Roh! Unbedingt roh! Jetzt! HUNGER!
„.... Du hattest mir gar nicht gesagt, ob du Fisch magst.“
Sie stieg vorsichtig ins Wasser und beobachtete die silbernen Schatten in der Reuse. Einen Moment wurde sie ganz still und fixierte die gleitenden Bewegungen, dann schoss ihr Arm vor und sie packte einen der zuckenden Leiber. Sobald ihre Krallen die Haut durchdrungen hatten prickelte das Hoch einer erfolgreichen Jagd durch ihre Adern. Es war zwar keine „wilde“ Jagd gewesen, aber sie hatte mit ihrem Wissen Beute gemacht, was auch nicht zu verachten war. Sie zog den Fisch heraus, biss in das Genick um seinen Tod schnell und schmerzlos zu machen und dankte ganz automatisch der Göttin wie immer für den Fang, so wie es seit ihrer Kindheit üblich gewesen war.
„Herrin der Meere, danke, dass du meinen Magen füllst.“
Gerade als sie den Satz ausgesprochen hatte, fiel ihr etwas ein. Sie legte nachdenklich den Kopf schief.
Ups... ob Manthala was dagegen hätte? Müsste ich jetzt ihr danken? ...Das ich immernoch ...Nein, sicher nicht. Sie kennt mich und hätte mich sonst nicht berührt.... Hm. Sicher ist sicher...
„Danke Mathala, dass du mich am Leben hältst und mich fütterst.“
Hm... das klingt auch komisch.

Marukas Verwirrung nahm zu, denn einen Glaubenskonflikt hatte es noch nie gegeben.
Außerdem könnte ja auch Phaun für mein Jagdglück zuständig sein... Oder Florencia, weil sie Beeren wachsen lässt... So richtig hab ich mich damit noch nie beschäftigt...
Egal! Fressen!
Ihre Katzenseite war da sehr überzeugend und Maruka warf den toten Fisch in einem leichten Bogen an Land um ihn später für Enveri auszunehmen. Dann schnappte sie sich den zweiten Fisch und machte ebenso schnell kurzen Prozess mit ihm.
„Danke, kleiner Freund, dass du mich satt machen wirst!“
Ja, dass passt.

Sie behielt den Fisch quer im Maul und rückte die Reuse wieder zurecht, damit neue Freunde ihrer Einladung zum Essen folgen würden. Dabei bemerkte ihr Gaumen schon langsam einen ungewohnten Geschmack. Sie stieg aus dem Wasser, schüttelte ihre Beine, einmal links, einmal rechts und dann noch den Schwanz, um zu dem ersten Fisch zu gehen und sich in freundlicher Vertrautheit neben ihn nieder zu lassen. Sie legte sie fein säuberlich nebeneinander und leckte sich die Lippen.
„Hallooo meine Hübschen!“
Dann nahm sie einen und leckte über die Bissspuren am Nacken, wo ein wenig Blut austrat.
Merkwürdig!...
Sie kräuselte ein wenig die Nase und leckte noch einmal.
„Hier schmeckt sogar der Fisch irgendwie süß!... Gar nicht tranig, oder salzig! Richtig süß.“
Ja, Maruka führte gerne Selbstgespräche. Sie nahm eine Kralle, fuhr sie weit aus, schnitt den Bauch auf und klappte ihn auseinander. Die Innereien wurden auf einem größeren Blatt in der Nähe gesammelt, wie sie es gelernt hatte, die Haut abgezogen und das erste Stückchen Fleisch fand schnell zwischen ihre Zähne.
Ich bin tod und im Himmel!!!
„IST DAS LECKER!“
Vergiss Enveri nicht!
Grrrrr...

„Magst du auch was?“
Sie streckte ihm ein Stück entgegen.
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Gestalt » Freitag 9. Dezember 2016, 18:41

„Willst du auch was? Ich könnte ein Feuer machen und sie Grillen. Ansonsten …“
„.... Du hattest mir gar nicht gesagt, ob du Fisch magst.“

Enveri warf einen entschuldigenden Blick in Richtung der Fische und unterdrückte ein Schaudern.
„Ich habe den Geschmack an Fischen vor einiger Zeit verloren. Ich lebe lieber von dem, was die Natur von sich ausgibt und verzichte auf die Jagd und das Töten.“
Fast klang seine Antwort wie eine gut einstudierte Litanei.
„Aber danke, dass du an mich denkst.“

Sie stieg vorsichtig ins Wasser und beobachtete die silbernen Schatten in der Reuse. Einen Moment wurde sie ganz still und fixierte die gleitenden Bewegungen, dann schoss ihr Arm vor und sie packte einen der zuckenden Leiber. Sobald ihre Krallen die Haut durchdrungen hatten prickelte das Hoch einer erfolgreichen Jagd durch ihre Adern. Es war zwar keine „wilde“ Jagd gewesen, aber sie hatte mit ihrem Wissen Beute gemacht, was auch nicht zu verachten war. Sie zog den Fisch heraus, biss in das Genick um seinen Tod schnell und schmerzlos zu machen und dankte ganz automatisch der Göttin wie immer für den Fang, so wie es seit ihrer Kindheit üblich gewesen war.
„Herrin der Meere, danke, dass du meinen Magen füllst.“
Gerade als sie den Satz ausgesprochen hatte, fiel ihr etwas ein. Sie legte nachdenklich den Kopf schief.
„Danke Mathala, dass du mich am Leben hältst und mich fütterst.“
Marukas Verwirrung nahm zu, denn einen Glaubenskonflikt hatte es noch nie gegeben.
Die Hybridin warf den toten Fisch in einem leichten Bogen an Land um ihn später für Enveri auszunehmen. Dann schnappte sie sich den zweiten Fisch und machte ebenso schnell kurzen Prozess mit ihm.
„Danke, kleiner Freund, dass du mich satt machen wirst!“


Es war wirklich überaus verwirrend, steckte man mal zwischen den Stühlen was die Götter betraf. Und nun hatte sie sogar einmal Auge in Auge mit einem dieser Wesen gestanden … wie verhielt man sich dann? Wurde man dauernd beobachtet und musste achtgeben was man tat, sagte und dachte? Machte es überhaupt einen Unterschied? Das Problem war ja, dass sie einem selten irgendeine Rückmeldung darüber gaben, was ihnen denn nun gefiel! Jetzt zumindest hatte sie jeden möglicherweise Relevanten Gott bedacht, inclusive eines Dankeswortes an den verstorbenen Fisch.

Sie behielt den Fisch quer im Maul und rückte die Reuse wieder zurecht, damit neue Freunde ihrer Einladung zum Essen folgen würden. Dabei bemerkte ihr Gaumen schon langsam einen ungewohnten Geschmack. Sie stieg aus dem Wasser, schüttelte ihre Beine, einmal links, einmal rechts und dann noch den Schwanz, um zu dem ersten Fisch zu gehen und sich in freundlicher Vertrautheit neben ihn nieder zu lassen. Sie legte sie fein säuberlich nebeneinander und leckte sich die Lippen.
„Hallooo meine Hübschen!“
Dann nahm sie einen und leckte über die Bissspuren am Nacken, wo ein wenig Blut austrat.
Sie kräuselte ein wenig die Nase und leckte noch einmal.
„Hier schmeckt sogar der Fisch irgendwie süß!... Gar nicht tranig, oder salzig! Richtig süß.“
Ja, Maruka führte gerne Selbstgespräche. Sie nahm eine Kralle, fuhr sie weit aus, schnitt den Bauch auf und klappte ihn auseinander. Die Innereien wurden auf einem größeren Blatt in der Nähe gesammelt, wie sie es gelernt hatte, die Haut abgezogen und das erste Stückchen Fleisch fand schnell zwischen ihre Zähne.
„IST DAS LECKER!“
„Magst du auch was?“
Sie streckte ihm ein Stück entgegen.

Enveris Gesicht wäre Antwort genug gewesen, aber er bemühte sich trotzdem noch um etwas verbales, höfliches.
„Nein Danke, wirklich nicht. Er scheint dir zu schmecken, dass freut mich! Sag, was ist das für eine Sprache, die du da gesprochen hast? Und wo hast du gelebt, dass der Fisch dort Salzig schmeckt? Von so etwas habe ich noch nie gehört.“
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Maruka » Samstag 10. Dezember 2016, 18:14

Auf die Frage ob er auch Fisch mochte antwortete Enveri:
„Ich habe den Geschmack an Fischen vor einiger Zeit verloren. Ich lebe lieber von dem, was die Natur von sich ausgibt und verzichte auf die Jagd und das Töten.“
Aber das eine schließt das andere ja nicht aus. Ich jage – Du isst.
„Aber danke, dass du an mich denkst.“
Na klar, wenn wir ein Rudel sein wollen... wahrscheinlich kann ich eh besser jagen.
Dann machte sie kurzen Prozess mit ihrem Fang und begann sie auszunehmen.
„Danke, kleiner Freund, dass du mich satt machen wirst! ...Hallooo meine Hübschen! ...Hier schmeckt sogar der Fisch irgendwie süß!... Gar nicht tranig, oder salzig! Richtig süß.“
Ja, Maruka führte gerne Selbstgespräche.
„IST DAS LECKER!“
„Magst du auch was?“

Sie streckte ihm ein Stück entgegen.
Sein Gesicht sagte, dass es ihm wahrscheinlich nicht nur um das Nicht-Jagen oder Nicht-Töten ging, sondern dass er doch lieber ganz auf Fisch verzichtete.
„Nein Danke, wirklich nicht. Er scheint dir zu schmecken, dass freut mich! Sag, was ist das für eine Sprache, die du da gesprochen hast? Und wo hast du gelebt, dass der Fisch dort salzig schmeckt? Von so etwas habe ich noch nie gehört.“
„Esera...“
, antwortete sie automatisch und natürlich wahrheitsgemäß.
„Meeresfisch schmeckt etwas salziger. Auf jeden Fall stärker als der hier... Moment... dann hast du mich also verstanden?“
Sie hob den Kopf und hielt in der Bewegung inne, während sie auf den Fisch starrte.
„Ich meine du verstehst mich? Jetzt gerade?“
, schnurrte sie vermischt mit kleinen miauenden Geräuschen, wandte erst die Ohren, dann dem Kopf zu ihm und sah ihn an.
„Hast du mich vorhin auch verstanden? Als ich auf dem Sonnenfels gelegen habe?“
Marukas Gedanken wirbelten ein bisschen durcheinander, als sie versuchte sich zu erinnern, was sie alles laut ausgesprochen hatte und was nicht. Aber im Endeffekt war es vielleicht auch nicht so wichtig. Es war ja nur ein Traum gewesen und jetzt war sie wach.
Oder?... Ist das wichtig?
Aber selbst wenn nicht, war es auch egal. Auch in ihren Träumen würde Maruka nicht anderes handeln als in ihrem Wachzustand. Das einzige Problem was es da gab, war diese bohrende Neugierde, die sie insgeheim antrieb genauso ihren Träumen nachzujagen, wie dem realen Leben. Sie rutschte etwas näher zu Enveri und schnupperte noch einmal seinen waldigen Duft. Hatte sich etwas verändert?
Ist es ihm wichtig?
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Gestalt » Sonntag 11. Dezember 2016, 12:46

„Esera...“
, antwortete sie automatisch und natürlich wahrheitsgemäß.
„Meeresfisch schmeckt etwas salziger. Auf jeden Fall stärker als der hier... Moment... dann hast du mich also verstanden?“
Sie hob den Kopf und hielt in der Bewegung inne, während sie auf den Fisch starrte.
„Ich meine du verstehst mich? Jetzt gerade?“
, schnurrte sie vermischt mit kleinen miauenden Geräuschen, wandte erst die Ohren, dann dem Kopf zu ihm und sah ihn an.
„Hast du mich vorhin auch verstanden? Als ich auf dem Sonnenfels gelegen habe?“


Maruka war unauffällig etwas näher an Enveri heran gerutscht und sog tief die Luft um ihn herum ein. Der sachte und köstliche Geruch des Fisches war schnell isoliert und sie nahm Enveris Note wahr. Er roch noch immer gleich und doch anders, der Geruch nach Urwald um ihn herum hatte sich weiter intensiviert und auch die animalische Note, die ihre tierische Seite so an zog war intensiver geworden. Dafür aber war das, was ihn – nun Menschlicher konnte man nicht sagen – aber elfischer machte, schwächer geworden. Zuvor war ihr nie Aufgefallen, dass die beiden Gerüche so unterschiedlich waren, aber jetzt, wo einer so viel intensiver wurde, fiel es ihr auf.

Enveri lauschte Maruka neugierig als sie von ihrer Heimat sprach. Verwirrung spiegelte sich auf seinen Zügen, als sie von ‚Esera‘ sprach. Als sie fragte, ob er sie Verstand wirkte er einen Moment ertappt.
„Ich ja ... ich habe dich verstanden. Ein Freu … ein alter Bekannter hat es mir einmal beigebracht. Ich habe mich darum bemüht, nicht zuzuhören, als ich bemerkte, dass du nicht mit mir Sprichst.“
Er wandt den Blick von ihr ab und seine Schultern verspannten sich etwas. Es schien, als wollte er noch mehr sagen, entschied sich dann aber dagegen. Stattdessen lenkte er das Gespräch auf andere Gesprächsthemen.
„Dieses Esera von dem du da sprichst, ich habe noch nie davon gehört. Würdest du mir davon erzählen?“
Er seuftze bedauernd und blickte traurig in Richtung Klippe.
„Ich werde niemals in das Vergnügen kommen, andere Orte als den Kapayu zu sehen … aber wenn du mir davon erzählen könntest, wie dieser Ort so ist könnte ich es mir vielleicht wenigstens vorstellen.“
Enveris Augen leuchteten förmlich vor Neugierde, als er sie ansah.
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Maruka » Sonntag 11. Dezember 2016, 16:27

Der Duft des Waldelfen hatte sich tatsächlich verändert; war weniger waldelfisch, mehr MEHR! Der Serval in Maruka reagierte mit einem kleinen Schnurren. Verwirrung spiegelte sich auf seinen Zügen, als sie von ‚Esera‘ sprach. Als sie fragte, ob er sie verstand wirkte er einen Moment ertappt.
„Ich ja ... ich habe dich verstanden. Ein Freu … ein alter Bekannter hat es mir einmal beigebracht. Ich habe mich darum bemüht, nicht zuzuhören, als ich bemerkte, dass du nicht mit mir Sprichst.“
Er wandte den Blick von ihr ab und seine Schultern verspannten sich etwas. Maruka reagierte sofort, legte ihm eine Hand auf die Schulter um meinte leise:
„Das macht nichts.“
Es schien, als wollte er noch mehr sagen, entschied sich dann aber dagegen und sie ließ den Arm wieder sinken und aß schnell den Fisch auf. Stattdessen lenkte er das Gespräch auf andere Gesprächsthemen. Irgendwie erinnerte sie die Situation unbewusst mehr an ihre Familie, als sie sich eingestehen wollte. **Keine Geschichte – keine Berührung** Wie oft hatte ihre Mutter körperliche Näher und Berührungen eingesetzt um bei ihren Lieben sanfte Erziehung wirken zu lassen. Hatte man etwas gut gemacht, gab es Streicheleinheiten und im Arm der Mutter ließ es sich am besten erzählen, selbst die schlimmsten Ängste konnte man in einer Umarmung besser verarbeiten. Doch Enveri schien das nicht zu kennen, bzw. Maruka musste es ihm vielleicht noch beibringen.
„Dieses Esera von dem du da sprichst, ich habe noch nie davon gehört. Würdest du mir davon erzählen?“
Er seufzte bedauernd und blickte traurig in Richtung Klippe.
„Ich werde niemals in das Vergnügen kommen, andere Orte als den Kapayu zu sehen … aber wenn du mir davon erzählen könntest, wie dieser Ort so ist könnte ich es mir vielleicht wenigstens vorstellen.“
Enveris Augen leuchteten förmlich vor Neugierde, als er sie ansah und auch Marukas Augen glänzten, aber aus anderen Gründen. Einerseits freute sie sich sehr, dass Enveri sich für ihre Geschichte interessierte, dabei regelrecht aufblühte, aber sie fühlte auch, dass das der Schmerz sehr nach unter ihrer Oberfläche lauerte. Sie lächelte etwas schief und meinte dann leise:
„Das würde ich gerne... „
Sie sah in eine unbestimmte Ferne, dann auf das glitzernde Wasser im See und wieder in seine neugierigen Augen.
„Ich freu mich, dass deine Neugierde deine Augen zum strahlen bringt, aber meine Vergangenheit... die Erinnerungen an meine Heimat bergen für mich auch viel Schmerz. Ich könnte weinen, oder wütend werden, wenn ich mich daran erinnere. Wenn dich das nicht stört, dann kann ich dir gern davon erzählen. Es wäre … vielleicht sogar gut, wenn ich darüber rede. ...Es ist für mich das schönste Land der Welt!“
Schon jetzt bekam sie glänzende Augen und ihr Blick verriet ihre Liebe.
„Aber du musst mir erklären, warum du diesen Wald nicht verlassen kannst. Eine Geschichte für eine Geschichte! In Ordnung?“
Wie zur Aufforderung legte sie wieder ihre Hand auf seinen Unterarm. Jedes Mal wenn sie ihn berührte, war es, als würde sich jedes Haar auf ihrem Körper zu ihm ausrichten. Es war ein merkwürdiges Gefühl. So wohl sie sich auch in seiner Nähe fühlte, so unruhig ließ es sie auch werden, als würde ihr Körper auf irgendetwas lauern, was aber nur er tun konnte und sie wusste nicht was es war. Seit ihrer Verwandlung hatte sie sich erst einmal so gefühlt und da war sie auf Befehl von Vrannyk für drei Tage in ihr Zimmer bei Sademos eingesperrt worden und hatte nur ihr Essen durch seine Dienerinnen bekommen, die sie nicht leiden konnten. Keiner hatte mit ihr gesprochen und sie wäre am liebsten die Wände hoch geklettert - was sie dann auch getan hatte. Die kunstvolle Holzverkleidung in ihrem Zimmer hatte ordentlich gelitten, genauso wie ihr Kratzbaum und das andere Mobiliar.
Wie lange ist das jetzt eigentlich her? Es scheint alles schon so weit weg... einen Monat vielleicht?
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Gestalt » Sonntag 11. Dezember 2016, 18:53

Marukas tröstende Geste schien Enveri zu überraschen, was ihre Vermutung, dass er wohl nicht sonderlich an derlei Dinge gewöhnt war, bestätigte.

„Das würde ich gerne... „
Sie sah in eine unbestimmte Ferne, dann auf das glitzernde Wasser im See und wieder in seine neugierigen Augen.
„Ich freu mich, dass deine Neugierde deine Augen zum strahlen bringt, aber meine Vergangenheit... die Erinnerungen an meine Heimat bergen für mich auch viel Schmerz. Ich könnte weinen, oder wütend werden, wenn ich mich daran erinnere. Wenn dich das nicht stört, dann kann ich dir gern davon erzählen. Es wäre … vielleicht sogar gut, wenn ich darüber rede. ...Es ist für mich das schönste Land der Welt!“
Schon jetzt bekam sie glänzende Augen und ihr Blick verriet ihre Liebe.
„Aber du musst mir erklären, warum du diesen Wald nicht verlassen kannst. Eine Geschichte für eine Geschichte! In Ordnung?“
Wie zur Aufforderung legte sie wieder ihre Hand auf seinen Unterarm.


Enveri betrachtete sie Nachdenklich, während Erinnerungen an Ferne Zeiten sie ein Moment innehalten ließen. Gerade fragte sie sich, wie viel Zeit vergangen war, da legte seine Hand sich auf ihren Arm. Nachdenklich strich er über das seidige Fell darauf. Etwas sagte ihr, dass viele der Gedanken, die ihm durch den Kopf gingen, niemals seine Lippen erreichten.
„Weit und breit um uns herum ist kein menschliches oder elfisches Wesen und wenn es dir hilft, zu weinen und zu toben, dann würde ich dir gerne zuhören bis dein Kummer etwas abgenommen hat. Ich kenne Heimweh und fühle mit dir. Ich weis allerdings nicht, ob meine Antwort auf deine Frage zufriedenstellend wäre oder nur annähernd ausreicht, um deine Geschichte auf zu wiegen.“
Er verstärkte kurz tröstend den Griff um ihren Arm und nickte ihr aufmunternd zu.
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Maruka » Montag 12. Dezember 2016, 19:13

Enveri betrachtete sie nachdenklich, während Erinnerungen an ferne Zeiten sie ein Moment innehalten ließen. Gerade fragte sie sich, wie viel Zeit vergangen war, da legte seine Hand sich auf ihren Arm. Nachdenklich strich er über das seidige Fell unter dem sofort kleine Funken zu tanzen begannen. Zumindest fühlte es sich für sie so an. Etwas sagte ihr, dass viele der Gedanken, die ihm durch den Kopf gingen, niemals seine Lippen erreichten, ganz im Gegenteil zu ihr. Sie trug ihre Gedanken offen in die Welt wie der Wind und hoffte jemand erhörte sie.
„Weit und breit um uns herum ist kein menschliches oder elfisches Wesen und wenn es dir hilft, zu weinen und zu toben, dann würde ich dir gerne zuhören bis dein Kummer etwas abgenommen hat. Ich kenne Heimweh und fühle mit dir. Ich weis allerdings nicht, ob meine Antwort auf deine Frage zufriedenstellend wäre oder nur annähernd ausreicht, um deine Geschichte auf zu wiegen.“
Er verstärkte kurz tröstend den Griff um ihren Arm und nickte ihr aufmunternd zu. Maruka grinste breit und wippte zweimal vorfreudig mit dem ganzen Körper.
„Es kommt nicht darauf an, wie lange oder wie schön eine Geschichte vorgetragen wird. Es kommt darauf an, wie viel von sich selbst man einbringt, wie fiel Herz man hört. Sie sind wie Geschenke von Herz zu Herz. In meiner Heimat sind Geschichten ein wertvolles Gut. Sie erzählen davon, wer wir sind und geben uns einen Namen. Aber erst will ich dir von meiner Heimat erzählen, damit du weist, wo meine Seele geboren und geformt wurde...“
Da sie neben ihm saß, rutschte sie ein kleines Stück nach vorne und streckte sich dann neben ihm lang aus. Mit Fisch-gefülltem Bauch so neben ihm zu liegen und sich Geschichten erzählend, das war großartig und stimmte sie fröhlich. Rücklings neben ihm, präsentierte sie ihm ihren leicht gerundeten Bauch und zog die Beine an. Den ihm zugewandten Arm legte sie auffordernd auf seinen Oberschenkel, damit er ihn weiter streicheln konnte und den Anderen winkelte sie unter ihrem Kopf an. Die Knie leicht in einem langsamen Takt hin und her schaukelnd, begann sie zu erzählen:
((ooc: Musil-Inspiration im OT))
„Meine Heimat wird auch das „Eisreich“ genannt. Man nennt es auch die „weiße Wüste“, auf der Wind und Schnee einen frostigen Reigen tanzen; wo kein Grün mehr wächst und man vom grellen Weiß geblendet wird. Eine Welt, in der kleine Bäche und Dutzende namenloser Seen zugefroren sind und einen kristallinem Spiegel gleichen. Das ist das kalte Eisreich. Es ist rau, hart aber auch einmalig schön!“
Maruka lächelte in sich hinein und schloss die Augen. In ihrem Geist tanzten Eiskristalle und Schneesterne über der verschneiten Landschaft, während sie weiter von ihrer Heimat schwärmte:
„Ich fange mal etwas weiter vorne an... in der Zeit der Legenden, die das Land formten und so einzigartig machte... Einst soll es grün und schön gewesen sein, so sagen die Legenden. Wälder, Wiesen und viele Lebewesen teilten sich dieses Reich. Dann tauchte ein gewaltiger Eisdrache auf und ließ sich nieder. Die ansässigen Elfen, bald "Eiselfen" genannt, lebten und leben in Estria, der Stadt aus Eis und spielen dem Drachen sein Schlaflied, auf dass er ewig schläft. So erzählen es sich die Alten am Lagerfeuer."
Die Hybridin schnurrte bei dem Gedanken an lang vergangene Abende im Kreis von Freunden und Familie, die zum Erzählen von Geschichten genutzt wurden.
"Viele meinen, das Eisreich sei ohne jedes Leben aber das stimmt nicht. Dort wachsen sogar Pflanzen, die sich an das Wetter angepasst haben. Vor allem in den Randgebieten zum Reich der Nebellande und auf meiner Heimat, der Insel Ersa finden sich ganze Wälder. Bei uns gibt es ausschließlich Nadelhölzer, nicht wie hier... So dicke grüne Blätter...“
Sie war kurz abgeschweift und betrachtete ein Blatt ihres neuen „Heimatbaumes“ eingehend. Dann fuhr sie nachsinnend fort, aber man merkte wieder einmal, wie vollkommen anders ihre Heimat sein musste.
„Unsere immergrünen Fichten, Tannen und Föhren schützen so manchen Wanderer vor den eisigen Winden, die über das übrige Eisreich fegen. Um sich fortzubewegen braucht mal Hunde- oder Rentierschlitten, oder ein Schiff, das Kufen am unteren Rumpf besitzt und somit über Schnee und Eis gleiten kann: der Eissegler, die aber mehr von den Elfen genutzt werden. Auf Ersa nutzen wir vor allem unsere Wolfsrudel, unsere Schneewölfe. Aber allte heimischen Tiere haben gelernt, sich an die harten Bedingungen anzupassen, sie sind allesamt Überlebenskünstler, hartnäckig und stur. Sie wissen, wie und wo man Nahrung findet. Vor allem an den Küsten lassen sich zahlreiche Vogelarten jagen, die von den reichen Fischgründen ebenso angelockt werden wie Eisbären, Pinguine und Seehunde.“
Marukas Wange zuckte in einer schönen Erinnerung versunken und sie schloss die Augen wieder.
„Es ist ein zauberhaftes Land. Selbst in der Zeit der Abendsonne wird es niemals wirklich warm. Dafür kann man im Laufe eines Jahres fantastische Naturphänomene beobachten. Bei uns gibt es das wohl schönste Farbenspiel am Himmel, das man sonst nirgends auf Celcia beobachten kann. Wir nennen es das "Polarlicht", einen faszinierenden Farbschleier, der wie pure Magie am Himmel erscheint und sich darüber zieht. Es soll Glück bringen, ihn zu sehen, zugleich glauben viele daran, dass er magisch Begabte unterstützt. Es gibt viele Geschichten und Legenden darüber, aber diese zu erzählen, braucht einen anderen Tag.“
Die Katze in ihr schnurrte, während der Mensch erzählte und all die schönen Bilder durch ihre Gedanken tanzen ließ. Maruka fühlte sich wunderbar, aber langsam schlich sich auch etwas Dunkelheit in diese Welt. Wie viele Seelen hatten die Tapferen schon an die See verloren oder an das Eis!
„Neben so viel Schönheit zeigt sich das Eisreich jedoch oft genug auch von seiner gefährlichen Seite. Schneestürme, Eishagel, frostige Nächte, tiefe unsichtbare Eisspalten. Selbst meine kleine Insel ist mit der weißen Pracht fast das ganze Jahr überzogen, doch auch hier trotzen die Lebewesen der Kälte. Hier haben sich tapfere Männer und Frauen in einem Wald, nahe der Küste eine Heimat errichtet und beschützen die Meere vor Piraten, aber auch vor den gefährlichen Wesen, die im Schnee geboren wurden und in der Kälte auf die Jagd gehen. Dort bin ich geboren worden. ..."
Maruka seufzte einmal schwer. Die Gedanken an die Stadt, in der sie ihre glückliche Kindheit und einen kleinen Teil ihrer Jugend verbracht hatte, ließen kleine Tränen wie Diamanten unter ihren langen Wimpern glitzern. Sie schluckte schwer und ihr Herz schlug viel zu langsam in ihrer Brust, sodass sie es mit beiden Händen festhalten musste.
"Mantron... Die Heimat der "Tapferen". Die Hüter der Küste... befahren nicht nur den Eiskanal, sondern auch die Weiten der Meere... und die meisten von uns schützen das Eisreich vor Piraten und anderen Gefahren der See. Die an Land lebenden Mantroner reisen mit Hundeschlitten durch Eis und Schnee, jagen und behüten ebenfalls ihre Heimat, so wie ich es auch getan habe. Im Schnee lauern viele Gefahren, die größte davon wohl die Eisbestie, ein magisches Wesen meiner Heimat. Aber wir haben auch viele Eisbären auf unserer Insel. Sie sind wunderschöne und mächtige Jäger und manchmal lässt sich auch einer zähmen.“
Wieder ließ eine Erinnerung ihre Schnurrhaare erzittern und man sah ihr an, wie viel Ehrfurcht und Respekt sie vor diesen Tieren hatte.
„Sie wittern einen gefrorenen Körper sogar in Meilen weiter Entfernung unter einer geschlossenen Eisschicht. Eisbären sind auch unser Zeichen, unser Wappen und wir teilen ihren Mut und ihre Kampfkraft.“
Maruka gab Enveri wieder ihren Arm zum Streicheln, damit sie das kommende auch noch erzählen konnte. Sie brauchte den Körperkontakt um nicht ganz in der Vergangenheit verloren zu gehen. Mit so viel Stolz und Mut, wie sie aufbringen konnte, sprach sie weiter, auch wenn sie spürte, dass das Eis dünner wurde.
„... Wir leben unser Leben, als wäre jeder Tag unser letzter. Aber wir fürchten uns nicht. Wir freuen uns, dann wieder mit unserer Familie vereint zu sein. Wir sind starke Kämpfer, ehrenvoll und die Familie ist unser kostbarstes Gut.“
Bilder von ihrem mutigen Anführer Thure Sturmschreier und seiner so sanften Frau Elin Meersegen, der Venthapristerin im Schein der größten Feuerscheite im Haupthaus tauchten auf.
„Am Feuer erzählen wir uns die Geschichten unserer Ahnen und Geschichten geben uns auch unsere Namen. Dies ist einer unserer ältesten Bräuche... „
Maruka biss die Zähne knirschend zusammen, als ihr wieder einmal bewusst wurde, dass sie keinen Namen auf diese Art ihr eigen nennen durfte. Es war immer ein Ziehen in ihrer Seele geblieben, ein Gefühl von Unvollständigkeit.
„Doch den Namen, der uns auszeichnet, den erhalten wir erst wenn wir uns in einer Tugend oder Eigenschaft besonders hervorgetan haben. Seltener bekommt man ihn auch aufgrund eines unvergessenen Ereignisses und noch seltener gibt es den Segen Venthas, in die Chroniken der Tapferen aufgenommen zu werden. Dies erreicht man nur durch große Taten.“
Niemals würde sie an Thures Lager sitzen um ihre Geschichte zu erzählen. Niemals wieder würde sie stolz und aufrecht den Tapferen gegenüber stehen. Niemals wieder ihre …
„Ansonsten stellen wir uns vor, indem wir die Bezeichnung „Kind von …“ anfügen. Das zeigt unseren Respekt gegenüber der Familie, vor allem … den Eltern."
Maruka schluckte abermals, aber der Klos in ihrer Kehle wollte nicht verschwinden. Ein leiser Schluchzer entrang ihrer Kehle und sie riss die Augen weit auf. Der Schmerz spiegelte sich dort deutlich in ihren türkisblau sturmumtosten Spiegeln. Sie wollte noch weiter erzählen, aber sie konnte einfach nicht. Die Bilder ihrer Eltern standen ihr deutlich vor Augen und Schmerz drang in jede Muskelfaser. Maruka zitterte, bebte, petzte die Augen zusammen und rollte sich auf die Seite. Sie verbarg ihr Gesicht an Enveris Rücken und schluchzte. Ihre Arme hatten ihn wie einen Schraubstock um seine Taille umfangen, da sie fürchtet sonst vom Schmerz hinweg gespült zu werden. Ihr Oberkörper lag an seiner rechten Hüfte und ihre Beine angewinkelt an seinen, eins darauf, eins darunter geschoben. Er hatte gesagt, dass er das ertragen könnte und Maruka fiel ins ich zusammen. Eine Woge von erdrückendem Heimweh ließ ihr Herz stolpern, fallen und in tiefste Trauer stürzen. All die lieben Gesichter, Menschen die sie von Herzen liebte, die sie mochte und für die gestorben wäre, sie rannen wie flüssiges Silber durch ihre Adern, verbrannten sie von innen und ließen sie in der Asche aus Einsamkeit allein zurück. Der Strudel aus Angst, Leid und Sehnsucht riss sie in ungekannte Tiefen. Sie stand so kurz vor dem Abgrund, dass die Angst sie fest gefangen hielt noch einen Schritt weiter zu gehen und den Schmerz zuzulassen. Ihre Eltern... Ihre Lieben... mit ihrer Verwandlung... ihr Leben! Alles hatte sie verloren. Sie bebte und presste sich an ihn, wie eine Ertrinkende.
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Erzähler » Montag 12. Dezember 2016, 21:32

(ooc: für alle, die sonst die tolle Musik, die Maruka zur Untermalung ihres Posts angegeben hat, verpasst hätten: http://www.yourepeat.com/watch/?v=PznzYFwjod8 )


Maruka fasste sich ein Herz und rührte Erinnerungen an, die sie tief in ihrem Herzen verschlossen hatte. Der Wachtraum, den ihr ihr ‚Schicksal‘ geschickt hatte, hatte schon daran gerührt, aber jetzt, wo sie es selbst herauf beschwor, war es Anders. Intensiver.
Während sie mit sicherer Stimme erzählte, schien ein Teil Mantrons mit jedem ihrer Worte ein Stück herauf beschworen zu werden. Sie erinnerte sich an die Kälte, das blendende Weiß des Schnees in der Sonne und die dunklen Herbststürme. An das Raue und das Schöne, das Alltägliche und das Außergewöhnliche. Und nicht nur sie wurde in die kalten Länder Mantrons Entführt. Auch Enveris Geist folgte dem Pfad, den Marukas Stimme zeichnete und seine Augen leuchteten vor Neugierde und Fernweh. Nur dass das, was ihm große Freude bereitete, der Hybridin tief ins Herz stach.

Maruka schluckte abermals, aber der Klos in ihrer Kehle wollte nicht verschwinden. Ein leiser Schluchzer entrang sich ihrer Kehle und sie riss die Augen weit auf. Der Schmerz spiegelte sich dort deutlich in ihren türkisblau sturmumtosten Spiegeln. Sie wollte noch weiter erzählen, aber sie konnte einfach nicht. Die Bilder ihrer Eltern standen ihr deutlich vor Augen und Schmerz drang in jede Muskelfaser. Maruka zitterte, bebte, petzte die Augen zusammen und rollte sich auf die Seite. Sie verbarg ihr Gesicht an Enveris Rücken und schluchzte. Ihre Arme hatten ihn wie einen Schraubstock um seine Taille umfangen, da sie fürchtet sonst vom Schmerz hinweg gespült zu werden. Ihr Oberkörper lag an seiner rechten Hüfte und ihre Beine angewinkelt an seinen, eins darauf, eins darunter geschoben. Er hatte gesagt, dass er das ertragen könnte und Maruka fiel ins ich zusammen. Eine Woge von erdrückendem Heimweh ließ ihr Herz stolpern, fallen und in tiefste Trauer stürzen. All die lieben Gesichter, Menschen die sie von Herzen liebte, die sie mochte und für die gestorben wäre, sie rannen wie flüssiges Silber durch ihre Adern, verbrannten sie von innen und ließen sie in der Asche aus Einsamkeit allein zurück. Der Strudel aus Angst, Leid und Sehnsucht riss sie in ungekannte Tiefen. Sie stand so kurz vor dem Abgrund, dass die Angst sie fest gefangen hielt noch einen Schritt weiter zu gehen und den Schmerz zuzulassen. Ihre Eltern... Ihre Lieben... mit ihrer Verwandlung... ihr Leben! Alles hatte sie verloren. Sie bebte und presste sich an ihn, wie eine Ertrinkende.

Woge über Woge aus Traurigkeit rollte über sie hinweg und ließ sie zittern und schluchzen. Da war so viel Schmerz den sie über Wochen und Monate hinweg heruntergeschluckt hatte. Nicht nur der Verlust ihrer Heimat und ihrer Eltern, auch der Verlust ihrer Selbst, ihrer Identität und ihres Geistes. Sie hatte so lange in Furcht leben müssen, war erniedrigt und verletzt worden, hatte Verlust nach Verlust erleiden müssen. Und das alles schien aus ihr heraus fließen zu wollen und nahm einfach kein Ende!

Enveri drehte sich zu ihr um und nahm sie in den Arm, umschlang sie mit seinen Armen und hielt sie fest. Er sprach sanft und tröstend auf sie ein in seiner fremden Sprache, aber es war ohnehin nicht wichtig was er sagte, sondern vielmehr wie er es sagte. Es ließ sie sich weniger allein fühlen und schon bald fühlte sie sich wie in einem schützenden Kokon aus Licht und Samt.

Irgendwann verebbten ihre Tränen und ihre Schluchzer wurden weniger heftig. Sie fühlte sich leer und erschöpft, ihre Augen waren Wund und ihr Körper fühlte sich seltsam entfernt an, wäre da nicht die Umarmung gewesen und die Brust an der sie Lag, sie hätte glauben können, dass sie Körperlos war. Ruhe hatte sie ergriffen und auch wenn sie wusste, dass die Traurigkeit längst nicht vergangen war, so hatte sie sich wenigstens etwas Luft verschaffen können.
Und jetzt erkannte sie auch, dass Enveri sang. Es klang zugleich fremdartig und vertraut. Worte und Melodie waren ihr unbekannt aber die schönen, beruhigenden Klänge erinnerten sie an die Lieder, die ihr ihre Mutter damals zum zu Bett gehen Vorgesungen hatte. Die Erinnerung hätte ihr einen weiteren Stich versetzen können, aber die waldelfische Weise war zu fremdartig, um sie wirklich an ihre Kindheit zu erinnern.

Langsam löste er sich etwas von ihr, so dass er sie ansehen konnte. Er strich ihr sanft über die Stirn und wischte ihr dabei ein paar nass gewordene lange Haarsträhnen aus dem Gesicht. Einen Moment suchte er nach Worten, gab auf, als er keine Fand und drückte ihr stattdessen einen Kuss auf die Stirn. Er hielt ihr Gesicht in beiden Händen und sah ihr fest in die Augen. Auf seinem Gesicht standen verstehen und Mitgefühl und ein Echo dessen, was sie spürte. Heimweh.
„Ich wünschte, ich wüsste Worte, die dir diesen Schmerz nähmen, Zauber, die ungeschehen machen, was auch immer dir solche Schmerzen bereitet, aber ich befürchte das liegt nicht in meiner Macht.“
Er schien ehrlich bestürzt, ihr nicht helfen zu können und hauchte einen weiteren Kuss auf ihre Stirn. Als er sie nun wieder ansah, ließ er ihr Gesicht los und legte ihr die Hände auf die Schultern.
„Danke, dass du mir von Mantron erzählt hast.“
Ein trauriges Lächeln zierte Enveris Gesicht, während seine Stirn vor Sorge leicht gefurcht war. Er wirkte etwas unbeholfen, so als wäre er etwas überfordert mit der jungen, in Tränen aufgelösten jungen Frau vor sich.
Um sie herum war der Himmel dunkel geworden und nur noch eine dünne Linie Rot verriet die sterbende Sonne am Horizont. Grüne Funken tanzten um sie Beide herum und erleuchteten sie und einen Teil der Lichtung, während die ersten Glühwürmchen schüchtern an den Rändern des Sees tanzten.

Einer der funken tänzelte über Marukas Arm und sie stellte voller erstaunen fest, dass es eine kleine Lichtgestalt war, die Pirouetten drehend in Richtung Enveris Hand tanzte. Sie wirkte ein wenig wie ein kleiner Setzling, dem spindeldürre Arme und Beine gewachsen waren … nur dass es nur aus grünem Licht zu bestehen schien, statt aus Blatt und Wurzel.
An den Stellen, an denen der Funke sie berührte, hinterließ er ein angenehmes Prickeln, dass ihren Sinnen wieder Energie gab.
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Maruka » Dienstag 13. Dezember 2016, 09:30

Sie hatte so lange in Furcht leben müssen, war erniedrigt und verletzt worden, hatte Verlust nach Verlust erleiden müssen. Und das alles schien aus ihr heraus fließen zu wollen und nahm einfach kein Ende!
Enveri drehte sich zu ihr, löste sie vorsichtig aus der seltsamen Rolle, die sie um ihn gebildet hatte und nahm sie in den Arm. Er umschlang sie mit seinen Armen und hielt sie einfach nur fest. Er sprach sanft und tröstend auf sie ein in seiner fremden Sprache, aber es war ohnehin nicht wichtig was er sagte, sondern vielmehr wie er es sagte. Es ließ sie sich weniger allein fühlen und schon bald fühlte sie sich wie in einem schützenden Kokon aus Licht und Samt.
Irgendwann verebbten ihre Tränen und ihre Schluchzer wurden weniger heftig. Sie fühlte sich leer und erschöpft, ihre Augen waren wund und ihr Körper fühlte sich seltsam entfernt an. Da war aber der Druck der Umarmung in der sie lag und die Brust an die sie sich schmiegte. Ruhe hatte sie ergriffen und auch wenn sie wusste, dass die Traurigkeit längst nicht vergangen war, so hatte sie sich wenigstens etwas Luft verschaffen können. Maruka atmete etwas freier und jetzt erkannte sie auch, dass Enveri sang. Es klang zugleich fremdartig, vertraut und wunderschön. Ihre großen Ohren lauschten jedem Ton und sie schmiegte sich an seinen Oberkörper, der bei den tiefen Klängen sanft brummte.
Irgendwann endete das Lieb und er löste er sich etwas von ihr, so dass er sie ansehen konnte. Seine Hand strich ihr sanft über die Stirn und wischte ihr dabei ein paar nass gewordene lange Haarsträhnen aus dem Gesicht. Maruka blinzelte zu ihm auf und genoss mit jeder Faser ihrer Seele die Zuwendung, die sie so lange hatte vermisst. Einen Moment sah er sie einfach nur an, suchte nach Worten, gab auf, als er keine Fand und drückte ihr stattdessen einen Kuss auf die Stirn.
Marukas Lider senkten sich bei der Berührung über ihre von Tränen funkelnden Augen. Sie streckte sanft ihre Stirn seinen Lippen entgegen und hielt dann ganz still. Ihre Lieder hoben sich wieder, als der die Wärme an ihrer Stirn wieder verschwinden ließ und sie sich sofort nach mehr sehnte. Er hielt ihr Gesicht in beiden Händen und sah ihr fest in die Augen. Auf seinem Gesicht standen verstehen und Mitgefühl und ein Echo dessen, was sie spürte. Heimweh.
„Ich wünschte, ich wüsste Worte, die dir diesen Schmerz nähmen, Zauber, die ungeschehen machen, was auch immer dir solche Schmerzen bereitet, aber ich befürchte das liegt nicht in meiner Macht.“
Er schien ehrlich bestürzt, ihr nicht helfen zu können und hauchte einen weiteren Kuss auf ihre Stirn. Als er sie nun wieder ansah, ließ er ihr Gesicht los und legte ihr die Hände auf die Schultern.
„Danke, dass du mir von Mantron erzählt hast.“
Ein trauriges Lächeln zierte Enveris Gesicht, während seine Stirn vor Sorge leicht gefurcht war. Er wirkte etwas unbeholfen, so als wäre er etwas überfordert mit der jungen, in Tränen aufgelösten jungen Frau vor sich, aber Maruka konnte ihm mit einer Frage helfen, ihren Bedürfnissen nachzukommen:
„Darf ich noch ein bisschen bei dir liegen?“
Wenn er sie weg schieben würde, wäre das auch in Ordnung. Jedes Wesen hatte das Recht auf seinen privaten Raum, aber Maruka brauchte jetzt Körperkontakt. Vorsichtig rückte sie wieder etwas näher, schob sich an seiner Seite unter seinen Arm. Sie schmiegte sich wieder an seine Brust und schloss die Augen. In ihrem Innern ließ sie den Sturm der Erinnerungen langsam abflauen und konzentrierte sich ganz auf das hier und jetzt in dem sie ein neues Leben gefunden hatte. Irgendwie hatte dieser Ausflug in die Vergangenheit ihr gut getan, auch wenn noch viel unter der Oberfläche schlummerte. Jetzt brauchte sie aber seinen Atem, seinen Herzschlag als Anker in dieser Welt. Wenn er sie hielt, sie sanft streichelte, dann fühlte sich die Vergangenheit nicht mehr ganz so schlimm an.
Nach einer Weile öffente sie wieder die Augen zu schmalen Schlitzen und sah, dass es sie herum wieder dunkel geworden war und nur noch eine dünne Linie Rot verriet die sterbende Sonne am Horizont. Grüne Funken tanzten um sie beide herum und erleuchteten sie und einen Teil der Lichtung, während die ersten Glühwürmchen schüchtern an den Rändern des Sees tanzten.
Wunderschön!
Einer der Funken tänzelte über Marukas Arm. Sie betrachtete ihn eingehender und stellte voller Erstaunen fest, dass es eine kleine Lichtgestalt war, die Pirouetten drehend in Richtung Enveris Hand tanzte. Sie wirkte ein wenig wie ein kleiner Setzling, dem spindeldürre Arme und Beine gewachsen waren … nur dass es nur aus grünem Licht zu bestehen schien, statt aus Blatt und Wurzel. Ihre Augen wurden so groß, dass sie schon fast kreisrund waren und sie schaute von Enveri zu dem winzigen Wesen und zurück, als wollte sie still fragen: Siehst du das?
An den Stellen, an denen der Funke sie berührte, hinterließ er ein angenehmes Prickeln, dass ihren Sinnen wieder Energie gab. Wieder hellwach und auch etwas aufgeregt, mahnte sie sich aber ganz still liegen zu bleiben, während sie dem Wesen zusah. Das Prickeln wanderte ihren Unterarm hinauf, kitzelte sie am Ellenbogen und tanzte hinauf zu ihrer Schulter, wo Enveris Hand lag. Ihr Mund stand offen und sie hatte bestimmt gerade nicht den intelligentesten Gesichtsausdruck, wohl aber den staunendsten, voller Faszination und einem kleinen Hauch von Glück. Eben jenem Glück, dass man empfand, wenn man Zeuge eines Wunders wurde und das war es für Maruka. Diese wundervolle, einmalige, neue Welt hielt so viele Wunder für sie bereit, dass sie nur still zusehen konnte und langsam wieder das Gefühl bekam ein Teil von etwas großem zu sein – etwas magisch und schönem. Es verankerte sie wieder in sich selbst und gab ihr mehr als nur einen Grund zu leben, es gab ihr Frieden.
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Gestalt » Dienstag 13. Dezember 2016, 22:00

„Darf ich noch ein bisschen bei dir liegen?“
Wenn er sie weg schieben würde, wäre das auch in Ordnung. Jedes Wesen hatte das Recht auf seinen privaten Raum, aber Maruka brauchte jetzt Körperkontakt. Vorsichtig rückte sie wieder etwas näher, schob sich an seiner Seite unter seinen Arm. Sie schmiegte sich wieder an seine Brust und schloss die Augen.


„Natürlich!“
Flüsterte er leise und umfing sie wieder mit seinen Armen. Einige Momente harrten sie Beide so aus. Die Wärme und Geborgenheit, die Maruka empfand, begann ein paar der tiefen Schnitte, die die Zeit in ihrer Seele hinterlassen hatte, zu heilen. Eigentlich war es warm um sie herum und die zusätzliche hitze bereitete nach einer Weile Unbehagen aber weder sie noch Enveri schienen gewillt, sich voneinander zu lösen. Ein kleiner Teil von ihr registrierte, dass sie nicht die einzige von ihnen war, die diesen halt eines anderen Wesens benötigte.
Erst als der kleine Funken ihre Aufmerksamkeit erregte, versteifte sie sich und sah gebannt auf ihren Arm und den kleinen Besucher. Auch Enveri folgte ihrem Blick und lachte überrascht auf. Kurz wollte sich schon ein wenig Ärger in ihr darüber regen, weil der Waldelf sie offenbar auslachte, da bemerkte sie, dass er vielmehr überrascht und erheitert über das winzige Geschöpf war.
„Sieh an! Ihr seid also zurück?!“
Zu Marukas Enttäuschung löste sich Enveri wieder von ihr und sah sich stattdessen um. Überall um sie herum, und auf ihnen kletternd, waren die kleinen Wesen. Keins glich in seiner Form völlig dem anderen, aber doch schienen sie alle demselben … Volk? An zu gehören.
„Das sind kleine Naturgeister, Maruka … du … siehst sie auch?“
Offenbar war ihr offenes Gesicht zu etwas gut.
„Normalerweise zeigen sie sich nicht, ich habe Jahre gebraucht, bis ich sie hervorgelockt hatte. Und ich habe sie schon ewig nicht mehr hier gesehen.“
Er nahm vorsichtig eines der Geschöpfe auf die Hand, wo es sogleich einen seiner Finger als Turngerät nutzte. Indessen hatte sich ein anderes auf ihre Schulter gehievt und versuchte, diese zu Umarmen (was ihm nicht sonderlich gut gelang).

„Ich denke, sie wollten dich wohl trösten, sie sind äußerst gutherzige sensible Wesen. Sie haben hier gelebt noch bevor ich hierher kam.“
Enveri war ganz bezaubert von den kleinen Geschöpfen und strahlte förmlich. Wo sie ihn so ansah wirkte er Lebhafter und Anders. Mehr bei sich.
Eifersucht wollte sich in Maruka regen, da hob sich sein strahlender Blick zu ihr und ließ ihnen einen Moment erstarren. In seinen Augen regten sich Sehnsucht und Zuneigung und ließen ihn innehalten. Dann nutze eines der Wesen ihre Haarsträhne als Liane schwang von einem Ohr zum Anderen, direkt durch ihr Sichtfeld, was etwas ziepte.
Der Waldelf lachte herzhaft und fischte das kleine Geschöpf aus ihrem Haar.
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Maruka » Mittwoch 14. Dezember 2016, 09:44

„Natürlich!“
Flüsterte er leise und umfing sie wieder mit seinen Armen. Einige Momente harrten sie beide so aus. Die Wärme und Geborgenheit, die Maruka empfand, begann ein paar der tiefen Schnitte, die die Zeit in ihrer Seele hinterlassen hatte, zu heilen. Eigentlich war es warm um sie herum und die zusätzliche Hitze bereitete nach einer Weile Unbehagen aber weder sie noch Enveri schienen gewillt, sich voneinander zu lösen. Ein kleiner Teil von ihr registrierte, dass sie nicht die einzige von ihnen war, die diesen Halt eines anderen Wesens benötigte und natürlich war sie bereit, alles in ihrer Macht stehende zu tun, damit es ihm genauso wie ihr wieder besser ging.
Erst als der kleine Funken ihre Aufmerksamkeit erregte, versteifte sie sich und sah gebannt auf ihren Arm und den kleinen Besucher. Auch Enveri folgte ihrem Blick und lachte überrascht auf. Sie zuckte leicht, durch das herrliche Geräusch aufgeschreckt, aber erkannte schnell, dass er nicht sie meinte, sondern die winzigen Geschöpfe, die auf ihr herum turnten.
„Sieh an! Ihr seid also zurück?!“
Zu Marukas Enttäuschung löste sich Enveri wieder von ihr und sah sich stattdessen um. Aber die Enttäuschung hielt nicht lang, da sie von den Wundern um sich herum schnell in ihren Bann gezogen wurde. Überall auf ihnen kletternd, waren die kleinen Wesen. Keins glich in seiner Form völlig dem anderen, aber doch schienen sie alle demselben … Volk? An zu gehören.
„Das sind kleine Naturgeister, Maruka … du … siehst sie auch?“
Offenbar war ihr offenes Gesicht zu etwas gut, sodass Enveri sofort erkannte, dass sie sie sah.
„Normalerweise zeigen sie sich nicht, ich habe Jahre gebraucht, bis ich sie hervorgelockt hatte. Und ich habe sie schon ewig nicht mehr hier gesehen.“
Er nahm vorsichtig eines der Geschöpfe auf die Hand, wo es sogleich einen seiner Finger als Turngerät nutzte. Maruka sah gebannt zu, traute sich nicht sowieso nicht zu bewegen, seit Enveri sie los gelassen hatte. Sie war an seiner Seite langsam zu Boden gesunken und lag nun in der Hüfte seitlich gedreht, im Oberkörper mit der Brust nach unten im weichen Moos. Ihre Augen waren weit aufgerissen und folgten den vielen kleinen Bewegungen, während Maruka ihre Raubkatze beschwor, ihre Krallen bei sich zu behalten. Die kleinen tanzenden Wesen, waren wunderschön und voller Zauber, doch die Bewegungen weckten auch ein wenig ihren Jagdinstinkt. Voller Staunen biss sie leicht in das Moos und trieb ihre Krallen hinein, um nicht aus Versehen eines dieser kleinen Geschöpfe zu verletzen.
Indessen hatte sich eines auf ihre Schulter gehievt und versuchte, diese zu Umarmen, was ihm nicht sonderlich gut gelang. Maruka drehte vorsichtig ihren Kopf und da Enveri auch so entspannt mit den Wesen umging, begann sie sich auch langsam zu lösen. Mit einer langen, fließenden Bewegung und sich vorsichtig umherblickend, dass sie auch niemanden erdrückte, setzte sie sich auf und blinzelte das kleine Ding auf ihrer Schulter an. Durch die Nähe schielte sie leicht.
„Ich denke, sie wollten dich wohl trösten, sie sind äußerst gutherzige sensible Wesen. Sie haben hier gelebt noch bevor ich hierher kam.“
Enveri war ganz bezaubert von den kleinen Geschöpfen und strahlte förmlich. Wo sie ihn so ansah wirkte er lebhafter und anders. Mehr bei sich und das machte sie glücklich. So schnell hatte dieses winzige Fünkchen zum Lachen gebracht, was sie vor ein paar Minuten für unmöglich gehalten hätte. Sie hätte das vermutlich nie geschafft. Ein Funke Eifersucht wollte sich in Maruka regen, da hob sich sein strahlender Blick zu ihr und ließ ihnen einen Moment erstarren. In seinen Augen regten sich Sehnsucht und Zuneigung und ließen ihn innehalten. Dann nutze eines der Wesen ihre Haarsträhne als Liane schwang von einem Ohr zum Anderen, direkt durch ihr Sichtfeld, was etwas ziepte. Maruka blinzelte mit einem Auge auf der Seite, wo die Haarsträhne ziepte und legte den Kopf leicht in den Schwung. Sonst hielt sie aber tapfer still und grinste. Der Waldelf lachte herzhaft und fischte das kleine Geschöpf aus ihrem Haar.
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„Äh... Dan...ke...schön...???“
Maruka sah sich staunend um. Es warne so viele! Was hatte er gesagt? Dass er Jahre gebraucht hätte, bis er sie hervor gelockt hatte? Warum waren sie dann jetzt hier? Um sie zu trösten? War das möglich? Dieser traumhafte Wald bereitete immer mehr kleine Wunder für sie aus und Maruka war drauf und daran sich ernsthaft zu verlieben! In Alles!
Seit dem Manthala sie hier abgesetzt hatte, begann ihre Seele zu heilen. Jeder einzelne Peitschenhieb, den das Schicksal ihr in der ein oder anderen Form verpasst hatte, jede Wunde die sie durch Verlust und Leid erhalten hatte, all das verblasste langsam vor der Schönheit dieser Welt.
Und wenn ich das alles nur träume?
Dann wach nicht auf.

Irgendetwas ziepte an den längeren Quasten ihrer Fesseln und an den Unterseiten ihrer Handgelenke, an ihrem Schwanz und in den Haaren... und sie liebte es!!!
„Au...“
Ihre Schnurrhaare waren empfindlicher, aber sie ertrug es. Sie hob die Hand zu dem kleinen Wesen, dass sich gerade daran hochziehen wollte und unterstützte es, damit das Ziepen nicht so schmerzhaft war.
„Naturgeister, sagst du? Sie sind … Sie sind wunderschön!“
Maruka strahlte über das ganze Gesicht! Es war ihr gleich, ob das Traum war, oder ein Zauber, den die kleinen Geister wirkten, damit sie wieder glücklich wurde. Im Hier und Jetzt war sie glücklich wie noch nie! Enveri hatte gelacht und sie war anscheinend hier in ihrem neuen Heim willkommen geheißen worden. Viel mehr brauchte es für Maruka nicht. Sie beobachtete den Waldelfen aus dem Augenwinkel und freute sich über sein Strahlen.
„Du magst sie, oder? Sie mögen dich, also mag ich sie auch!“
, meinte sie leise. Maruka entspannte sich immer mehr und begann sich mit einzelnen der kleinen Geister mehr zu beschäftigen. Ihre winzigen Ärmchen und Beine, die leuchtenden Körper und die Formen studierend, schnupperte sie an ihnen und lauschte mit ihren großen Ohren. Ihre Trauer knisterte noch irgendwo ganz hinten im ihrem Kopf, aber sie verschwand vor diesem Wunder.
„Du meinst, sie sind wegen mir gekommen? Weil ich ...traurig bin?“
Enveri musste nicht antworten, da die winzigen Umarmungen eigentlich genug sagten. Marukas Atem stockte zutiefst gerührt.
„Ich hab euch auch gern!“
, flüsterte sie leise und strahlte dieses Gefühl aus jeder Faser ihres Seins aus. Ihre innere Katze schnurrte und rieb sich wie Seide an ihrer Seele, denn das hier war rein, einfach und so klar, wie es nur die Natur sein konnte. Maruka sah zu Enveri auf und ihr Blick huschte zwischen ihm und den Wesen hin und her.
„Kannst du sie verstehen? Können sie mich verstehen? Wie hast du sie kennen gelernt? Was machen sie hier?...“
Ihr Ohr zuckte unwillkürlich, weil eines der Wesen ihr gerade hinein geschaut hatte und es kitzelte. Sie lachte, verdrehte den Kopf, ihr Fell zuckte und in ihren Augen spiegelte sich die funkelnden Lichter dieser traumhaften Nacht. Maruka erkannte, wie schön ihre Welt war. Sie sah in Enveris strahlende Augen und genoss diesen Moment in vollen Zügen.
„... aber eigentlich ist es mir gleich. Sie sind gekommen und das ist sooo schön.“
Ihr Serval rollte sich in ihrem Innern auf den Rücken, schnurrte und streckte sich. Alles in ihr schien endlich mal einer Meinung zu sein. Alles fühlte sich gleich an. Alles war gut.
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Gestalt » Mittwoch 21. Dezember 2016, 20:40

Die kleinen Naturgeister erwiesen sich als recht robust, auch wenn ihr Äußeres das Gegenteil vermuten ließ. Das Stellte Maruka fest, als eines von ihnen unglücklich abstürzte und auf einem Stein ‚zerplatzte‘. Im ersten Moment durchfuhr sie ein schrecken, aber dann setzen sich die Lichtfunken wieder zusammen und die kleine Gestalt schüttelte sich und tollte weiter herum.

Ob nun Beabsichtigt oder nicht, Manthala hatte sie in ein kleines Paradies geschickt. Aber hatten Götter-Geschenke nicht immer einen Preis? Zumindest wohl die der Göttin der Dunkelheit. Aber selbst als Maruka in Gedanken einige Worte an sie gerichtet hatte, hatte sie weder geantwortet, noch etwas getan! Oder war das womöglich doch ein Traum und jemand trieb übelstes Schindluder mit ihr?
Die kleinen Naturgeister retteten sie vor weiteren Grübeleien und zumindest im Moment fühlte sie sich sehr Real und Geerdet – und das obwohl kleine Lichtgestalten um sie herumtollten!

Voller Begeisterung begann sie, Enveri nach den kleinen Geschöpfen zu befragen. Dabei schienen nicht nur die Geister kleine Wunder zu vollbringen. Je strahlender das Lächeln in ihrem Gesicht wurde, desto mehr Wärme trat auf Enveris Züge.
„Wunderschön.“
Sagte der Waldelf fasziniert. Ob als Antwort auf ihren letzten Satz oder aus anderen Gründen, das war nicht ersichtlich.

Sein Lächeln wurde etwas breiter und entwickelte sich zu einem neckenden Grinsen.
„Und du hast es schon wieder getan! Tausende von Fragen!“
Er warf die Arme Dramatisch geh Himmel, schien sich aber nicht wirklich an ihren Fragen zu stören.
„Ich glaube, sie verstehen, aber so etwas wie eine Sprache sprechen sie nicht. Sie kommunizieren manchmal, indem sie so etwas Ähnliches tun, wie ihre Gefühle zu Teilen, das ist schwer in Worte zu fassen. Aber meistens … nun, sie tauchen eben ab und zu auf. Ich hatte …“
Sein Blick verfinsterte sich plötzlich wieder und seine Stirn Furchte sich, als er sich an etwas zu erinnern schien.
„Es gab eine Theorie, dass sie den Strömen der Magie folgen. Dieser Ort hier ist davon aufgeladen, deswegen findet man sie hier. Aber sie wandern auch, wenn ihnen ein Ort nicht mehr gefällt. Ich hätte nie geglaubt, dass sie zurückkehren würden.“

Er hatte den Blick abgewandt und als er nun wieder in ihr Gesicht blickte, verschwanden einige der Schatten, die drohten, seine gute Laune zu vertreiben. Er lächelte verhalten aber ehrlich.
„Du hast etwas an dir Maruka … etwas unschuldiges und Wahrhaftiges, dass sie an zieht. Vor vielen Jahren war ich …“
Sein lachen klang bitter.
„Ich war dir nicht unähnlich. Voller staunen, Fragen und Begeisterung. Das scheinen sie zu mögen, vielleicht, weil es ihrem Wesen so ähnelt. Möglicherweise war deine Trauer für sie wie ein Hilferuf, den sie nicht ignorieren konnten.“
Er blickte Nachdenklich in Richtung Klippe.
„Oder sie hatten noch einen anderen Grund, hier her zu kommen.“
Seine Augen wurden Schmaler und ein Muskel zuckte in seiner Wange. Er Atmete tief durch und bemühte sich darum, wieder etwas Heiterkeit zu verbreiten aber die Unbeschwertheit von Eben war verflogen.

„Jedenfalls … genieße ihren seltenen Anblick, aber lass dich auch nicht ärgern, diese Burschen werden unverschämt, wenn man ihnen alles erlaubt. Und nur, weil sie sich wünschen, dass du wieder Glücklich bist, heißt das nicht, dass du aufhören musst, zu trauern. Diese Dinge brauchen Zeit und ich biete gern meine Schulter an, solltest du Trost suchen.“
Wie um Enveris Worte zu untermalen ziepte es an Marukas Schwanz und ein Blick verriet ihr, dass einer der Naturgeister ausführlich mit einem Fellbüschel ihres Schwanzes ‚kuschelte‘ und dabei doch etwas rigoros vorging. Auch andere von ihnen hatten große Begeisterung für ihre ‚flauschigen‘ Attribute entwickelt.
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Maruka » Freitag 23. Dezember 2016, 20:52

„Wunderschön.“
Sagte der Waldelf fasziniert. Auf jeden Fall sah ihn Maruka kurz an und lächelte strahlend von einem Ohr zum anderen. Auch sein Lächeln wurde etwas breiter und entwickelte sich zu einem neckenden Grinsen, das ihr einen kleinen wohligen Schauer über den Rücken jagte und sich in kleinen warmen Funken kurz über ihrer Schwanzwurzel bündelte.
„Und du hast es schon wieder getan! Tausende von Fragen!“
Er warf die Arme dramatisch geh Himmel, schien sich aber nicht wirklich an ihren Fragen zu stören und die Hybridin lachte leise, ob seines kleinen Schauspiels. Solch kleine Neckereien waren ihr vertraut und ließen sie glücklich brummen. So etwas tat man nur, wenn man jemanden mochte, also mochte Enveri sie... oder?
„Ich glaube, sie verstehen, aber so etwas wie eine Sprache sprechen sie nicht. Sie kommunizieren manchmal, indem sie so etwas Ähnliches tun, wie ihre Gefühle zu teilen, das ist schwer in Worte zu fassen. Aber meistens … nun, sie tauchen eben ab und zu auf. Ich hatte …“
Sein Blick verfinsterte sich plötzlich wieder und seine Stirn furchte sich, als er sich an etwas zu erinnern schien.
„Es gab eine Theorie, dass sie den Strömen der Magie folgen. Dieser Ort hier ist davon aufgeladen, deswegen findet man sie hier. Aber sie wandern auch, wenn ihnen ein Ort nicht mehr gefällt. Ich hätte nie geglaubt, dass sie zurückkehren würden.“
Sie beobachtete ihn. Er hatte den Blick abgewandt und als er nun wieder in ihr Gesicht blickte, verschwanden einige der Schatten, die drohten, seine gute Laune zu vertreiben. Er lächelte verhalten aber ehrlich.
„Du hast etwas an dir Maruka … etwas unschuldiges und wahrhaftiges, dass sie an zieht. Vor vielen Jahren war ich …“
Sein Lachen klang bitter, aber seine Worte ließen sie wachsen und staunen. Maruka legte ihm sofort eine Hand auf seinen nahen Oberschenkel, wie um ihn damit zu zeigen, dass er nicht allein sein musste mit seinen dunklen Gedanken.
„Ich war dir nicht unähnlich. Voller staunen, Fragen und Begeisterung. Das scheinen sie zu mögen, vielleicht, weil es ihrem Wesen so ähnelt. Möglicherweise war deine Trauer für sie wie ein Hilferuf, den sie nicht ignorieren konnten.“
Er blickte nachdenklich in Richtung Klippe.
„Oder sie hatten noch einen anderen Grund, hier her zu kommen.“
Seine Augen wurden schmaler und ein Muskel zuckte in seiner Wange. Maruka folgte für ein Weilchen seinem Blick, aber verstand die Zusammenhänge nicht. Er atmete tief durch und bemühte sich darum, wieder etwas Heiterkeit zu verbreiten aber die Unbeschwertheit von eben war verflogen.
„Jedenfalls … genieße ihren seltenen Anblick, aber lass dich auch nicht ärgern, diese Burschen werden unverschämt, wenn man ihnen alles erlaubt. Und nur, weil sie sich wünschen, dass du wieder glücklich bist, heißt das nicht, dass du aufhören musst, zu trauern. Diese Dinge brauchen Zeit und ich biete gern meine Schulter an, solltest du Trost suchen.“
Maruka nickte und wie um Enveris Worte zu untermalen ziepte es an ihrem Schwanz. Ein Blick verriet ihr, dass einer der Naturgeister ausführlich mit einem Fellbüschel ihres Schwanzes ‚kuschelte‘ und dabei doch etwas rigoros vorging. Auch andere von ihnen hatten große Begeisterung für ihre ‚flauschigen‘ Attribute entwickelt. Vollkommen gebannt beobachtete Maruka aus ihren dunklen türkisblauen Augen die kleinen Wesen und lauschte Enveris sanfter Stimme, die so viele Geheimnisse in sich trug. Er hatte so viele schöne Dinge gesagt, zu ihr, so viel was sie noch nie gehört hatte. Er hatte ihr das Gefühl gegeben etwas besonders, etwas wertvolles zu sein, nicht das „Ding“ zu dem sie beinahe gemacht worden war. Er sah tiefer in sie hinein und sie glaubte ihm.
Vielleicht sieht er mehr, als das was man von mir erwartet?
Immer hatte man irgendetwas von ihr erwartet. Immer hatte sie Rollen zu erfüllen gehabt. Tochter, Tänzerin, Schankmaid, Freundin, Jägerin, Gefangene, Sklavin, Foltermeister, Kriegerin, Schicksalsgefährtin, Geflohene, Mondenkind … und jetzt? Was war sie?
Was bin ich für dich?
Sie sah ihn lächeln an, stand mit einer langsam fließenden Bewegung auf und zupfte zwei der kleinen Lichter aus ihrem Fell, hielt sie sanft in ihren ausgestreckten Händen vor sich.
Was bin ich für mich?
Ganz langsam näherte sie ihren Mund zu den kleinen Wesen und flüsterte sehr sehr leise:
„Tanzt mit mir.“
Mit langsamen Schritten ging sie auf die Lichtung hinaus und der Schwarm aus Lichtern folgte ihr. Sanft ließ sie die Finger durch die Gräser und über Steine gleiten, berührte den Stamm des einsam stehenden Baumes. Sie ging weiter, drehte sich ein paar mal um sich selbst um zu sehen ob die Funken ihr folgten. Es war ein Spiel, ein Tanz der Emotionen ohne nachzudenken. Führer hatte sie am Lagerfeuer nach den Regeln getanzt, die ihre Mutter sie gelehrt hatte, aber heute war sie jemand anders und auch ihre Bewegungen waren anders. Ihre innere Melodie hatte sich geändert, genauso wie der Klang ihrer Welt. Sie begann Enveri zu umrunden und die Bewegungen wurden schneller, blieben verträumt. Sie ließ sich von ihrem Gefühl und den Lichtern leiten, tanzte mit Licht und Schatten.

(Inspiration zum Tanz im OT)
Ich bin eine Kreatur von Angewohnheiten
Und ich bewege mich in Kreisen um dich herum
Ich werde zugeben, es gibt ein Muster
Eines, das ich selbst kreierte
Meine Vergangenheit verließ mich nie wirklich
Ich wurde ungeduldig und fad
Schaute nicht zurück, sobald ich sie verlassen habe
Denn ich habe immer erwartet zu scheitern
Aber diesmal ist es anders
Die Regeln treffen nicht zu
Aber ich brauche etwas Abstand um aus der Linie zu treten
Also erfülle mir diesen Wunsch und triff mich hier in einer anderen Nacht
Wenn wir immer noch existieren, kann ich meine Angst loslassen
Angst vor Normalität
Angst vor den soliden Wänden einer Zukunft und loslassen von meiner Vergangenheit


Ihr Körper schien eine Sprache zu sprechen, die weit mehr ausdrückte als Worte es könnten. Da war Leid aber auch Schönheit in ihren Bewegungen, Angst vor dem Scheitern im Hier und Jetzt. Melancholie, Sehnsucht und Leidenschaft für ihre ungeborenen Hoffnungen. Sie liebte ihr Leben, sie liebte ihre Vergangenheit, so sehr es sie auch zerriss und sie tanzte mit ihrer Zukunft. Ungedachte Wünsche wirbelten in Pirouetten herum und warfen sich in das weiche Gras um dort Wurzeln zu schlagen. Marukas Tanz war sicher ein mehr als seltsam anderer Anblick, faszinierend, fremd und begleitet von magischem Schimmer der kleinen Wesen, die sie führten und ihr folgten. Der Zauber dieser Nacht hatte sie ergriffen und sie streckte sich in seinen Armen aus. Sie war ein Kind des Mondlichts und tanzte mit seinen Strahlen in ihrem Fell. Mit nichts als ihrem Fell, mit nicht als mit Dunkelheit bekleidet, tanzte sie für diese Nacht.
Es war nicht leicht mit ihren Angewohnheiten zu brechen, Gedankenmustern die sie Maruka der Mensch sein ließen und nicht die die sie jetzt war. Einmalig in ihrer Art, eine Kreatur der Nacht, ein Wesen der Träume, wenn man sie sehen wollte wie sie war. Und trotzdem zögerte ein Teil in ihr noch ihr neues Leben fest in die Arme zu schließen. Trotzdem zögerte sie den Trieben nachzugeben, erwartete Fehler zu machen und zu scheitern. Schwer atmend lag sie im dichten Gras und starrte in den Sternenhimmel hinauf. Hatten die kleinen Funken mit ihr getanzt oder hatten sie sie tanzen lassen?
Maruka war es gleich, denn sie fühlte sich unendlich glücklich, ruhig und geerdet. Wenn dieser Ort magisch war, wenn hier die Linien der Erde sich bündelten und diesen Ort zu etwas besonderen machten, dann huldigte sie ihm gern mit jeder Faser ihres Körpers. Ihr Brustkorb hob sich zweimal kurz zum letzten Mal, wölbte sich dem Schattenhimmel entgegen und dann lag sie still da. Ihr Kopf fiel zur Seite und ihre Augen öffneten sich wieder. Hatte sie sie die ganze Zeit geschlossen gehalten gehabt? Jetzt strahlten sie Enveri an.
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Gestalt » Dienstag 27. Dezember 2016, 17:25

Maruka tanzte aus ihrem Herzen heraus und fand durch ihre fließenden Bewegungen ihre Mitte. Konfrontierte sich ganz offen mit den Fragen, die sie beschäftigten und ihr Innerstes aufwühlten. Und dabei zog sie Kreise um Enveri, der jeder ihrer Bewegungen mit dem Blick folgte.

Die Naturgeister folgte ihr nicht nur physisch. Während sie ihren Bewegungen freien Lauf ließ spürte sie ein Bewusstsein, dass sich am Rande ihrer Wahrnehmung sanft um sie schloss. Während ihr nur allzu menschliches Bewusstsein sich den entscheidenden Fragen stellte, die einen jeden Menschen bewegten, sprachen die Naturgeister vom Kreislauf der Natur. Wie Leben erblühte und verdorrte in einem unendlichen Kreislauf. Die kleinen Wesen hatten Urwaldriesen gekannt, als sie noch kleine Setzlinge waren. Hatte beobachtet, wie sie ihren harten Kampf um das Sonnenlicht bestritten, nachdem einer der ihren gefallen war. Die Rückschläge die sie verkraftet hatten, wenn ein Tier ihre Zweige brach oder ihre Knospen abknabberte. Wie sie gegen Schädlinge und Pilze ankämpften und sich langsam aber sicher zur ‚Spitze‘ kämpften um die wertvolle Sonne zu erreichen nur um dann irgendwann ihr Ende zu finden und einem neuen kleinen Bruder die Chance zu geben, zu wachsen und zu gedeihen.

Das Konzept barg Traurigkeit, aber auch Hoffnung und etwas sagte ihr, dass die Wesen vermutlich versuchten, sie aufzumuntern und auf ihrem Weg zu bestärken.
Als sie zum Ende kam, spürte sie, wie sich die Energie der Geschöpfe und ihre kurz verbanden und sie in ein Gefühl von Frieden hüllten. Dann, als sie elegant und leicht wie eine Feder zu Boden glitt und ihren Atem aus ihrem Körper fließen ließ, trennten sich auch die Geister von ihr. Sie ließ den Kopf zur Seite fallen und öffnete ihre Augen. Grüne funken tanzten um sie und bildeten, kurz bevor sie auseinander stoben, einen menschlichen und einen Katzenhaften Schemen, die einander umkreisten und dann auseinander gingen.

Enveri schien völlig gebannt von ihr und blickte sie mit einer Intensität an, die an ein starren grenzte. Das dunkle, dass sie schon zuvor an ihm bemerkt hatte, schien sich um ihn zu verdichten und erreichte fast etwas Physisches.
„Du … das war das schönste, das ich je gesehen habe! Und ich habe die besten Tänzer Shyréas gesehen!“
Staunte der Waldelf sichtlich beeindruckt.
„Du bist wirklich etwas Besonderes Maruka. Danke, danke für dieses Geschenk, ich werde es auf ewig in meinem Herzen bewahren!“
Ein Lächeln bildete sich auf seinem Gesicht und er sah sie voller bewunderung an.

Da stob plötzlich ein Schwarm Vögel aus dem Wald auf der Klippen Seite auf und stieg gen Himmel. Wachsam geworden blickte Enveri in die Richtung:
„Jemand ist im Revier des Panthers!“
Stellte er fest und eine Sorgenfalte bildete sich zwischen seinen Augenbrauen. Ärger huschte über seine Augen und ließ ihn die Fäuste anspannen.
„Ist es so schwer, mir etwas Frieden zu gönnen?!“
Sprach er in Richtung der Klippe und schüttelte den Kopf.
„Tut mir Leid, Maruka.“
Entschuldigte er sich bei ihr, so als erschien es ihm als Sakrileg, ihr nicht dauerhaft seine gesamte Aufmerksamkeit geschenkt zu haben. Er setzte sich in den Schneidersitz und trommelte mit den Fingern auf seinem Knie.
„Ich wusste nicht, dass du eine Tänzerin bist. Du musst viele mit deiner Kunst beeindruckt haben!“
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Maruka » Donnerstag 29. Dezember 2016, 20:03

Das magische Konzert kam zu seinem Ende und Maruka spürte sie, wie sich die Energie der Geschöpfe und ihre kurz verbanden und sie in ein Gefühl von Frieden hüllten. Dann, als sie elegant und leicht wie eine Feder zu Boden glitt und ihren Atem aus ihrem Körper fließen ließ, trennten sich auch die Geister von ihr. Sie ließ den Kopf zur Seite fallen und öffnete ihre Augen. Grüne Funken tanzten um sie und bildeten, kurz bevor sie auseinander stoben, einen menschlichen und einen katzenhaften Schemen, die einander umkreisten und dann auseinander gingen. Tonlos, aber aus vollster Seele öffneten sich ihre Lippen zu einem:
„Danke!“
Das letzte Bild hatte sich in ihr Gehirn gebrannt und überlappte noch ihren Blick, als dieser auf Enveris traf. Dieser schien völlig gebannt und blickte sie mit einer Intensität an, die an ein Starren grenzte. Sie blinzelte ein paar mal schnell, da sie das merkwürdige Gefühl beschlich, dass sie vielleicht irgendetwas falsch gemacht haben könnte. Das dunkle, dass sie schon zuvor an ihm bemerkt hatte, schien sich um ihn zu verdichten und erreichte fast etwas Physisches. Trotzdem hatte sie keine Angst vor ihm. Hätte sie lieber welche haben sollen? Vielleicht. Jetzt war sie nur etwas verunsichert.
„Du … das war das Schönste, das ich je gesehen habe! Und ich habe die besten Tänzer Shyréas gesehen!“
Staunte der Waldelf sichtlich beeindruckt.
Dann hab ich wohl doch nichts schlimmes gemacht.
Sie lächelte schüchtern, streckte sich noch einmal und setzte sich dann auf ihre Unterschenkel.
„Du bist wirklich etwas Besonderes Maruka. Danke, danke für dieses Geschenk, ich werde es auf ewig in meinem Herzen bewahren!“
Ein Lächeln bildete sich auf seinem Gesicht und er sah sie voller Bewunderung an. Sein Blick, genauso wie seine Worte bewirkten, dass sich ein warmes Gefühl in ihrem Bauch ausbreitete, dass sie lange nicht mehr gefühlt hatte. Es war wie ein fernes Echo von etwas anderem, dass sie einst gefühlt hatte und doch ganz anders. Es fühlte sich an, wie ehrliches Lob, aber das hatte nie ihren Bauch zum kribbeln gebracht. Etwas verwundert rieb sie sich über die flachen Muskeln unter ihrer Brust und bemerkte dabei das dumpfe Rumpeln in ihrem Innern. Sie schnurrte.
Da stob plötzlich ein Schwarm Vögel aus dem Wald auf der Klippen Seite auf und stieg gen Himmel. Ihre Ohren zuckten sofort in die Richtung und sie hüpfte in eine hockende Position, damit sie beweglicher war für den Fall eines Angriffs. Schnell sah sie zu Enveri der ebenso wachsam geworden in die Richtung blickte:
„Jemand ist im Revier des Panthers!“
Stellte er fest und eine Sorgenfalte bildete sich zwischen seinen Augenbrauen.
Jemand? Ist das schlimm?
Ärger huschte über seine Augen und ließ ihn die Fäuste anspannen.
„Ist es so schwer, mir etwas Frieden zu gönnen?!“
, sprach er in Richtung der Klippe und schüttelte den Kopf. Sie verstand seine Sprache nicht, aber der Klang seiner Stimme verriet, dass er sich ärgerte.
„Tut mir Leid, Maruka.“
Entschuldigte er sich bei ihr, so als erschien es ihm als Sakrileg, ihr nicht dauerhaft seine gesamte Aufmerksamkeit geschenkt zu haben. Er setzte sich in den Schneidersitz und trommelte mit den Fingern auf seinem Knie. Maruka beobachtete ihn und wieder die Klippe, aber anscheinend schien Enveri die kurze Störung für nicht beachtenswert genug zu halten um ihr nachzugehen. Also musste sie es vielleicht auch nicht. Sie krabbelte an seine Seite und setzte sich neben ihn in den Schneidersitz, so wie er es tat, so dass ihr Oberschenkel seinen leicht berührte und die wunderbaren Vibrationen seiner trommelnden Finger sich auf sie übertrugen.
„Ich wusste nicht, dass du eine Tänzerin bist. Du musst viele mit deiner Kunst beeindruckt haben!“
Sie sah gerade noch zur Klippe und überlegte abgelenkt:
Sollte ich nachsehen gehen? Was war da? Was ist im Revier des Panters? Braucht er vielleicht Hilfe?... Nein, sicher nicht. ER nicht. Eher die die ihm Schwierigkeiten machen! Ha!
Maruka grinste kurz in sich hinein, aber behielt trotzdem den oberen Klippenrand im Augenwinkel, damit sie frühzeitig Bewegungen mitbekommen konnte. Die Vorstellung, dass der Panther in seinem Revier umher steifte und seinen Gegnern lautlos folgte, brachte ihre Instinkte zum kitzeln. Die Jagd war schon immer etwas sehr anregendes für sie gewesen. Die Spannung wenn die Beute sich unwissentlich näherte, das Warten auf den richtigen Moment, der Rausch des schnellen Angriffs und der Stolz, wenn man erfolgreich war. Katze wie Mensch waren sich da einig, dass es nichts aufregenderes gab.
Fast nichts...
, warf das Tier in ihr ein und verwirrte sie abermals mit seinen kribbelnden Empfindungen, die von ihrem Oberbauch hin und wieder kleine Schauer über ihren ganzen Körper schickten. Der Tanz war sehr anregend gewesen und Mensch wie Katze waren hin und hergerissen. Einerseits wollte sie nachsehen gehen, aber Enveris Verhalten und seine Nähe beruhigten sie andererseits auch soweit, dass sie bei ihm bleiben wollte. Obwohl seine Nähe auch irgendetwas sehr stimulierendes hatte.
Jaaaa...
Er roch gut und Maruka ertappte sich einmal mehr, dass sie an ihm schnupperte. Sie war sich fast sicher, dass er wieder da war, dieser reife Moschusgeruch, vermischt mit waldigen Noten und männlichen Aromen. Dieser Geruch, in dem sich ihre Katze wälzen wollte.
Was hatte er mich gefragt?
Die Hybridin bemerkte, dass er sie schon wieder anstarrte und überlegte wo sie den Faden ihres Gesprächs verloren hatte. Sie hatte zu lange nichts gesagt und rieb sich jetzt verlegen die Wange.
Ach ja... Tanzen...viele beeindruckt...Quatsch! Das eben war doch was … etwas ganz anderes! Hier hab ich gar nicht nachgedacht.
„Äh... Nein, eigentlich nicht. Meine Mutter war die Tänzerin. Ich hab nur ein paar Schritte von ihr gelernt, aber es war nicht so richtig mein Ding. Ich wollte lieber Jagen, so wie die Männer, wie Vater... Aber sie sagte, ich hätte viel Gefühl für... Leidenschaft ...also für Bewegungen. Sie hat einmal gesagt: Da wo Worte nicht mehr ausreichen um Gefühle zu beschreiben, da muss Musik her und wo Musik nicht ausreicht um Gefühl zu beschreiben, da muss Tanz her.“
Maruka lächelte stolz, ob dieser Erinnerung und betrachtete versonnen den Wasserfall. Das Glücksgefühl und der Frieden, den die kleinen Wesen ihr geschenkt hatten, hielt den Schmerz den diese Erinnerungen bargen zurück und ließ sie alles aus einer etwas anderen Perspektive betrachten. Das was sie erlebt hatte, das was sie jetzt war, das war alles ein Teil von ihr. Genauso wie der Tod und der stete Kampf zum Kreislauf der Natur gehörte, gehörte auch die Freude und die Liebe dazu. Sie durfte sich eben nicht nur an das Schlimme erinnern, es aussperren. Sie musste ALLES zulassen! Das Gute wie das Schlechte. Und zum Guten gehörten nun mal die Erinnerungen an ihre Mutter.
„Deshalb auch ihr Name... Eona Sternentanz. Mein Vater meinte immer, sie würde heller stahlen als die Sterne, wenn sie tanzte, aber er war ja verliebt und da sagen Männer komische Sachen...das sagte sie jedenfalls immer.“
Maruka kicherte leise, grinste schief die Klippe über ihnen an und fuhr fort zu erzählen.
„Meine Mutter war die Tänzerin, ich ihr unwilliges wildes Kind. Ich hab nur ein paar Mal auf kleineren Festen getanzt. Am Lagerfeuer mit Freunden, wo die Jungs mit ihren Jagdtrophäen angaben. Ich hab da niemanden beeindruckt...“
Leider...
Unwillkürlich schob sich ein anderes verloren geglaubtes Bild in ihr Gedächtnis und dehnte die Pause.
Baltos... der mich für fett hielt...
Ihre Ohren sackten ein kleines Stück an den Seiten herab, ohne dass sie es merkte. Die Gedanken an ihre erste unerwiderte Liebe waren immernoch schmerzhaft, aber auch sie gehörten zu ihr. Die Traurigkeit über Verlorenes sollte sie nicht mehr beherrschen. Sie konnte sie zulassen, aber nur wenn Sie es wollte. Sie schüttelte sich leicht, blinzelte und drehte sich wieder zu Enveri.
Er ist hier. Er hört mir zu. Ich glaube, er mag mich... Er ist die Gegenwart. Apropo Gegenwart... Was hatte er da gesagt?...Ach ja.
„Was sind denn Tänzer Shyréas? Sind die gut? Kann ich die mir auch mal ansehen?“
Sie drückte ihren Oberschenkel ein paar Mal kurz, aber mit Nachdruck gegen seinen, damit er die Aufforderung auch wirklich verstand, dass er jetzt mal was von sich erzählen sollte.
Der körperlicher Kontakt war schon immer ein wichtiger Teil ihres Lebens gewesen, aber seit sie sich verändert hatte, war er noch viel wichtiger geworden. Er war wie eine eigene Sprache:
Er soll Bauch kraulen!
Was? Spinnst du jetzt völlig? Maruka! Reis dich zusammen!

Wo kam das denn jetzt her? Um die verrückten Gedanken abzuschütteln wiegte sie sich in der Wirbelsäule ein paar mal kurz hin und her, strafte die Muskeln, bewegte ihre Hüften auf dem weichen Untergrund und ihr Schwanz rollte sich wie ein Verräter um Enveris Rückseite. Da sie es aber bemerkte, griff sie hinter sich und zog ihn an der Außenseite ihre Hüfte entlang in ihren Schoß, wo sie das lange flauschige Ende streichelte und mit den Krallen von kleinen Fremdkörpern befreite. Es war ein bisschen seltsam, dass sie sich selbst streichelte, sich anfing zu putzen, aber es beruhigte und sie ließ sich wieder gegen die Schulter des Elfen sinken, während sie auf seine Reaktion wartete. Nicht auszuschließen war jedoch, dass ihr verräterischer Schwanz sich nicht irgendwann erneut auf Abwege begab.
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"Ich schreibe so lange, wie der Leser davon überzeugt ist, in den Händen eines erstklassigen Wahnsinnigen zu sein."
Stephen King

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