Im Herzen Neldoreths

Der Wald liegt südwestlich und erstreckt sich weit in den Osten. Die Zwillingsflüsse Euwin und Auwin schenken dem Wald das Leben. Der Turm der Weisheit und die Ruinen Kosrals verbergen sich in ihm. Angeblich haben die Elfen dort ein Dorf errichtet.
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Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Erzähler » Sonntag 19. Juni 2016, 15:23

Maruka kommt von: Der Ruf der Freiheit

Sternenlicht wurde auf der gefrorenen Schneedecke reflektiert und zauberte tausende kleiner Lichter auf die jungfräuliche weiße Fläche, die Maruka umgab. Keine einzige Spur störte den weißen Teppich. Sie richtete sich auf und nahm sich einen Moment Zeit, ihre Umgebung auf sich wirken zu lassen. Einige Nadelbäume umstanden das kleine Tal, das ringsum von Gipfeln umsäumt wurde. Manthalas Licht schien ungestört durch einen wolkenlosen Nachthimmel und ließ Marukas Arme so weiß strahlen, wie den Schnee um sie herum. Ein Lachen drang aus ihrem Mund, als sie ihre helle Haut erblickte, und registrierte, dass sie ein Mensch war. Voller Freude sprang sie auf, tanzte über den Schnee und jauchzte Laut.
„Na sowas, was findest du denn so Lustig?“
Drang eine etwas dumpf klingende Stimme hinter ihr aus den Bäumen. Erschreckt verstummte die junge Frau und drehte sich schnell zu dem Geräusch. Einige Nadelbäume standen dort dicht aneinander gedrängt und boten genug Raum, um Deckung zu bieten. Vorsichtig pirschte sie sich heran, als die Stimme erneut zu ihr Sprach.
„Ich wollte dir nicht deinen Spaß verderben, nur daran Teil haben. Und wenn du mich suchst … ich bin ein Stück weiter rechts.“
Irritiert runzelte Maruka die Stirn und blickte in besagte Richtung. Ein paar wenige Nadelbäume standen dort, ein massiver Eichenschrank, und ein paar Findlinge. [/b]Ein Schrank?![/b] Ging es ihr durch den Kopf.
„Ja richtig, ein Schrank!“
Sagte der Schrank, ganz offensichtlich ihre Gedanken erratend. Hätten Marukas Ohren noch ihre Beweglichkeit gehabt, sie hätten gezuckt. Einer Gewohnheit folgend zuckte ihr Näschen und erforschte die Nachtluft nach Gerüchen. Sie roch den Nadelwald und den Schnee um sich herum, und etwas schwer Deutbares aus Richtung des Schrankes. Mit ihrer gewohnt Katzenhaften Anmut umkreiste sie das Möbelstück, vorsichtig und doch auch überaus neugierig. Was hatte ein Schrank hier zu suchen? Und warum roch er nach … Kaminfeuer und Hühnchen?! Eigentlich sollen Eichenschränke doch nach Holz und Staub riechen! Blitzschnell schoss ihre Hand vor, um den Schrank zu berühren, nur um dann schnell wieder zurück zu schrecken.
„Hey! Was soll das denn?! Ich lasse mich nicht von jeder begrabschen, frag mich gefälligst vorher, ob du mich anfassen darfst!“
Das entlockte der jungen Frau nur ein verächtliches Schnauben. Es war ein Schrank! Sie fuhr mit ihrer Untersuchung fort. Das Holz schien gut geölt und gepflegt, an einigen Stellen hatte er kleinere Macken, aber er war in gutem Zustand. Der Geruch nach Hühnchen, der in der Nähe seiner Türen noch intensiver wurde, ließ ihren Magen laut knurren. Einem Impuls folgend, versuchte sie diese zu öffnen. Der Schrank protestierte wieder laut, aber sie ignorierte ihn und mit etwas Kraftaufwand gelang es ihr, diese zu öffnen. Der weiche schein eines Feuers drang aus den Tiefen des Möbelstücks. Es war, als hätte sie eine Türe zu einer Hütte geöffnet, und nicht nur einen Schrank, und plötzlich WAR sie in einer Hütte. Wohlige Wärme umfing sie, ihre Füße standen auf einem flauschigen weißen Teppich, der über urigem Holzboden ausgebreitet war. Das Zimmer war geräumig, im Kamin prasselte ein munteres Feuer und auf einem Tisch stand ein Teller mit einem ganzen Hühnchen, noch dampfend, bedeckt mit einer mit Honig bestrichenen knusprigen Kruste. Wieder knurrte Marukas Magen und sie konnte nicht an sich halten. Hungrig stürzte sie sich auf das Hühnchen. Es war noch Köstlicher als es aussah oder roch. Der Honig verlieh ihm eine süße Note, und etwas Fruchtiges - Orangen vielleicht? - rundeten Geschmack ab. Erst war die saftige Kruste dran, dann folgte das zarte Fleisch, das sich wie von allein vom Knochen löste und ihr förmlich auf der Zunge zerging. Im nu war von dem kleinen Festmahl nichts weiter als die Knochen übrig, während sich Maruka genussvoll den Fleischsaft von den Fingern leckte. Sie war satt und zufrieden. In der Nähe des Kamins waren ein paar Kissen und eine Decke und langsam übermannte sie Schläfrigkeit. Sie wollte gerade alles zusammen suchen, da hörte sie ein brummen. Wie kleine Kerzen, die entzündet wurden, erblühten goldene Augenpaar in dem Raum und schlanke, anmutige Katzen traten aus den Schatten. Ihre Blicke waren zornig und hungrig, so unendlich hungrig.
War das etwa ihr braten?
Verschüchtert trat die junge Frau einige Schritte zurück, bis aus ihrem Rücken auch ein brummen erklang und sie begriff, dass sie umzingelt war. Sie wusste, ihre Haut würde den scharfen Krallen nichts entgegen zu setzen haben und sie suchte nach einem Fluchtweg. Mit einem aggressiven kreischen und Fauchen stürzten sich die Katzen auf sie und begruben sie unter sich. Doch statt ihren scharfen Krallen fühlte sie nur Fell, überall Fell und Schwärze.

[Maruka wurde gewichtelt]

Ein keckern ließ die Ohren der Hybridin zucken und träge öffnete sie die silberblauen Augen. Ein kleines Totenkopfäffchen stand nur wenige Zentimeter vor ihrer Nase und betrachtete sie voller Neugierde. In seinen Händen hielt es ein großes und offenbar totes Insekt.
Sie lag auf dem breiten Ast eines weit in die Höhe ragenden Baumes und war umgeben von Grünen Blättern und strahlend schönen bunten Blumen. Insekten summten in der Luft. In etwas Entfernung hörte sie das zwitschern von Vögeln, etwas weiter noch das Fauchen eines Raubtiers und das Kreischen von Affen. Über und unter ihr bildeten die Blätter ein dichtes Dach aus Grün. Die Luft war feucht, warm und voller Gerüche. Die Blumen um sie herum dufteten, manche wohlig, manche wie Aß. Aber da war auch das Totenkopfäffchen und Wasser. Und eine ganz leichte Spur aus Blut, die ein Windhauch zu ihr herüber trug.
Sie stieß ein kehliges Fauchen aus und das Äffchen rannte verschreckt weg. Der Traum hing ihr noch immer wie Spinnweben im Kopf und wollte einfach keinen Sinn ergeben. Sie war ein Serval, was machte also diese blonde Frau in ihren Gedanken? Sie wollte sich dem Thema weiter zuwenden, aber da war eine Wand aus Schwärze und Schmerz, die sie zurück schrecken ließ. Sie wusste, dahinter lag die Antwort auf viele ihrer Fragen, aber diese Türe zu öffnen würde bedeuten, dass sie die Freiheit und Furchtlosigkeit, die sie jetzt erfüllte, verlieren würde.
Ihr Magen knurrte hörbar und unterbrach ihre Gedanken kurzfristig. Sie hatte Hunger!!!
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Maruka » Dienstag 28. Juni 2016, 10:06

Ein kehliges Fauchen erklang und das Äffchen rannte verschreckt weg. Ja, das Geräusch, das sie eben gehört hatte, war aus ihrer Kehle erklungen. Sie war ein Serval, was machte also diese blonde Frau in ihren Gedanken? Sie wollte sich dem Thema weiter zuwenden, aber da war eine Wand aus Schwärze und Schmerz, die sie zurück schrecken ließ. Sie wusste, dahinter lag die Antwort auf viele ihrer Fragen, aber diese Türe zu öffnen würde bedeuten, dass sie die Freiheit und Furchtlosigkeit, die sie jetzt erfüllte, verlieren würde.

Freiheit!
Ihr Magen knurrte hörbar und unterbrach ihre Gedanken kurzfristig. Sie hatte Hunger!!! Der Nachhall dieses seltsamen Traumes hatte sie noch nicht ganz losgelassen, aber sie versuchte ihn schnellstens abzuschütteln. Wie Träume halt waren, sie passten nicht in die Realität. Maruka beschloss, wenn sie jemals einem Schrank im Wald begegnen würde, so würde sie es tunlichst vermeiden hinein zu gehen. Schränke waren böse! So einfach war das. Kein vernünftiges Wesen sollte durch Schränke gehen; nirgends auf der Welt! Damit war das Thema für sie erledigt und andere Erinnerungen stürzten auf sie ein! Alles kam zurück und ließ die Hybridin sich fest in die Rinde des Baumes krallen, auf dem sie lag. Noch einmal fühlte sie sich wund und verbrannt von so viel Macht!
Ich habe einen Gott berührt … eine Göttin! … Manthala!
Die Erinnerungen an den Schmerz und die Angst in der Endlosigkeit zu verschwinden ließen sie zittern und ihr Fell sträubte sich. Aber sie erinnerte sich auch an die Wirkung die das göttliche Handeln in ihr bewirkt hatte und seltsamer Weise, empfand sie aufrichtige Dankbarkeit für das Erlebte. Manthala hatte sie „rein geschwaschen“. Ihr Silber hatte das Schwarz des Schicksals vertrieben und ihr eine Chance auf Freiheit gewährt. Ganz kurz huschten ein paar unangenehme Gedanken durch den Verstand des verbliebenen Menschen, aber es dauerte nicht lange, da das Tier fressen wollte.
Ich werde mich von meiner Vergangenheit fern halten, denn dort wird mich mein Schicksal suchen. Um alles was ich einst war... was ich liebte zu schützen, muss ich nur verschwunden bleiben... und verschwinden kann ich ganz gut.
Der letzte Teil war schon wieder fast dem Tier entsprungen, dass rein und ausgeglichen in ihr lebte. Das erste Mal seit ihrer Verwandlung fühlte sich Maruka nicht - schuldig -. Und das fühlte sich gut an. Vorher hatten sie stets irgendwelche Ängste gequält. Wie würden ihre Elten auf ihre Verwandlung reagieren? Wie Baltos? Würde sie ausgestoßen werden? Müsste sie für immer alleine leben müssen? Könnte sie mit einer Zurückweisung leben? Würde sie jemals einen Gefährten finden? Ständig hatte sie in Furcht vor der Zukunft gelebt, aber irgendwie war das jetzt in sehr weite Ferne gerückt, fast nicht mehr vorhanden, denn sie fühlte sich gut. Besser als sie es je getan hatte, denn etwas reines, etwas starkes war nach der göttlichen Reinigung zurück geblieben. Und Maruka begann zu ahnen, was es war: die Gegenwart.
Sie blickte noch einmal auf die Hand, die die Göttin gehalten hatte und begann sie zu lecken.
So saß ein großer schwarzer Serval auf einem riesigen Baum in einem „Zauberwald“, einfach nur glücklich darüber, im Jetzt zu leben. Zum ersten mal fühlte sie keine Scham darüber was sie war. Irgendwo tief in ihr mochte immer noch der Wunsch existieren wieder ein Mensch zu sein, doch so wie sie jetzt war, so war es nichts schlechtes, denn ein göttliches Wesen hatte sie berührt. Ihr Menschlicher Teil hatte ihr ganzes Leben lang beigebracht bekommen, Ventha anzubeten, aber vielleicht hatte Manthala schon immer mehr ihrem Wesen entsprochen? Maruka, das blonde Mädchen aus Mantron war nie so leidenschaftlich gewesen, so aufbrausend wie die See. Sie war schon immer eher zurückhaltend und gründlich abwägend vorgegangen, immer lebensfroh und freundlich, aber nie so laut wie ihre Freundinnen. Die konzentriere Jagd in den Wäldern hatte ihr mehr gegeben, als die stürmische See. Aber diese Überlegungen erreichten kaum ihr Bewusstsein. Das Gefühl, endlich ein vollständiges Wesen zu sein, war viel zu übermächtig. Endlich war sie ganz! Und das wollte sie auch sein! Mehr als alles andere, also putzte sie die Vergangenheit aus ihrem Fell und blieb an der Dunkelelfenrüstung hängen. Ein kurzes Knurren erklang und dann begann sie sich auszuziehen. Alles was nach Wüste, nach Sand, nach Dunkelelfen roch, das musste weg! Maruka wollte nur noch sie selbst sein und alles was sie bei sich trug konnte sie auch zurücklassen, denn es waren nur Dinge. Dinge, die sie ersetzten würde. Einen Bogen zu bauen hatte sie schon früh gelernt. Wenn sie einen brauchte, dann würde sie sich einen machen, aber ihre Klauen waren genauso tödlich, wenn nicht sogar effektiver. Kleidung war in dieser Umgebung eher hinderlich, wenn sie zum lautlosen Jäger wurde. Sie rollte alles was sie bei sich hatte fest zu einem Bündel zusammen und steckte es in eine verlassene Baumhöhle eines größeren Vogels ein Stück über ihr. Klettern war so einfach wenn man halb Mensch, halb Raubkatze war. Sie markierte die Stelle mit ihren Krallen und ihrem Geruch. Vielleicht würde sie irgendwann noch mal etwas davon brauchen.
Die Astgabel auf der sie gelegen hatte war so groß, dass sie sich bequem dort zusammen rollen konnte. Endlich war alles gut. Maruka legte ihren Kopf auf die verschenkten Arme und spähte aus der erhöhten Position heraus in den Wald hinaus. Sie lag in einer Mulde auf dem breiten Ast eines weit in die Höhe ragenden Baumes und war umgeben von grünen Blättern und strahlend schönen bunten Blumen. Insekten summten in der Luft. Ihre Sinne jubilierten und sogen gierig ihre Umgebung in sich auf. In etwas Entfernung hörte sie das Zwitschern von Vögeln, etwas weiter noch das Fauchen eines Raubtiers und das Kreischen von Affen, was ihre Ohren zittern ließ. Fast hätte sie gekichert vor Glück, aber sie blieb leise. Über und unter ihr bildeten die Blätter ein dichtes Dach aus Grün, verbargen sie und boten ihr ein Heim. Die Luft war feucht, warm und voller Gerüche. Die Blumen um sie herum dufteten, manche wohlig, manche wie Aß. Aber da war auch die Spur des Totenkopfäffchens, diese kleinen merkwürdigen Wesens und Wasser. Und eine ganz leichte Spur aus Blut, die ein Windhauch zu ihr herüber trug. Maruka versuchte einzuschätzen, welche Tageszeit war, denn am effektivsten würde sie in der Dämmerung jagen können. Jetzt am Tag, wo die Sonne die Blüten bunt malte, würde ihr schwarzes Fell in den dichten Schatten des Blätterwaldes zwar gut sein, aber in der Dunkelheit und Dämmerung wäre es einfach perfekt! Instinktiv wusste sie, dass für sie jetzt eigentlich die beste Zeit zum dösen war, doch die Neugierde hielt sie wach und aufmerksam in dieser noch fremden Umgebung. Ihre Nase zuckte witternd, ihre großen Ohren lauschten auf jedes Geräusch und würden sie warnen, wenn sich ihr etwas näherte, doch noch kamen die ganzen Eindrücke einer Sinnesüberflutung gleich. Der Hunger wollte sie auf die Jagd treiben, aber ein guter Jäger musste geduldig sein und auf seinen Moment warten, also leckte sie die Feuchtigkeit von den Blättern und verspeiste das große Insekt, was das flüchtige Totenkopfäffchen vor Schreck hatte fallen lassen, als sie es angefaucht hatte. Sie fand den kleinen Bissen ein paar Äste unter sich. Ein klein wenig ärgerte sie es, dass sie das Äffchen nicht gleich gepackt und gefressen hatte, aber zu diesem Zeitpunkt war der Traum noch zu nah gewesen. Ein bisschen konnte sie noch hungrig bleiben und hier oben fühlte sie sich sicher. Größere Jäger konnten sie hier nicht erreichen und kleinere würden keine Gefahr darstellen. Sie erkundete die nähere Umgebung ein kleines Stück, aber kehrte bald wieder zu „ihrem“ Baum zurück, zu dem Platz an dem Manthala sie abgelegt hatte. Er war perfekt!
Vielleicht konnte sie ein bisschen dösen, vielleicht sogar schlafen und das Geschehene verarbeiten, aber sie blieb wachsam. Das Fauchen hatte ihr schließlich gezeigt, dass sie nicht alleine war und der Geruch von Blut ließ ihr gelegentlich das Wasser im Munde zusammen laufen. Wenn ein größerer Jäger in der Nähe Wild geschlagen hatte, dann konnte sie warten und hoffen, dass vielleicht ein paar Reste für sie abfallen würden. Wenn nicht würde sie sich irgendwann sowieso auf die Jagd begeben. Irgendwie schienen die Äffchen eine lohnende Beute zu sein, wenn sie so dumm waren und so nah heran kamen.
Wer weiß, vielleicht kommt das dumme Dinge ja wieder.
Sie grinste und legte wieder ihnen Kopf auf die Arme.
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 29. Juni 2016, 21:21

Als sie die Hand leckte, die Manthala berührt hatte, sprang ein kleiner funken über und kitzelte ihre Zunge. Fast als wollte die Göttin ihre Gedanken bekräftigen, dass sie sich nicht mehr um Vergangenheit und Zukunft sorgen musste. Voller Sorgfalt ordnete sie ihr Fell und stellte fest, dass die Wüste recht beharrlich an ihr hing – oder besser gesagt, in ihrem Fell festsaß. Die Körperpflege war also etwas mühseliger als erwartet.
Ihre alte Kleidung war schnell verstaut, auch wenn sie ahnte, dass der ehemalige Bewohner des Astloches nicht gerade erfreut sein würde. Das fehlende Gewicht von Rüstung und Kleidung verstärkte noch das neu gewonnen Gefühl der Freiheit und sie spürte nicht auch nur die geringste Spur von Scham über ihre Nacktheit. Wie auch, sie trug ja Fell!
Nachdem der letzte Teil von ‚Katze‘ verstaut war, erkundete sie ihre direkte Umgebung etwas und stieß dabei auch auf das Insekt, dass erstaunlich schmackhaft war. Zumindest für etwas ungewürztes Rohes, dass sie in ihrem Leben noch nie gekostet hatte. Dabei wurde ihr bewusst, dass sie vorsichtig mit dem sein musste, was sie hier zu sich nahm. Alles um sie herum war Fremd und unbekannt und es war durchaus möglich, dass sie auf giftige Dinge stoßen könnte, die man besser nicht aß. Zum Glück hatte das Äffchen ihren Vorkoster gespielt, also war das Insekt wohl genießbar. Und auch das ablecken der Blätter fühlte sich nicht allzu gefährlich an, aber sie beschränkte sich auch auf die grünen. Ergiebig war ihr kleines Mahl nicht, aber es reichte, um ihren schlimmsten Hunger und Durst zu besänftigen.
Maruka stellte recht schnell fest, dass es nicht gerade einfach war, die Tageszeit im Dschungel zu ermitteln. Wenn sie etwas nach unten kletterte, stellte sie fest, dass sie etwa fünf Menschenlängen über dem Boden war, wobei die Zweige gen Boden abnahmen. Zum Glück war der unglaubliche dicke Stamm des Baumes, auf dem sie saß, von dicken Klettergewächsen umrankt, die sie nutzen konnte, um ganz hinab auf den dunklen, Laub bedeckten Boden zu gelangen. Das Licht nahm dort ab und wurde von den Blättern fast gänzlich verschlungen. Das Zwielicht bot noch immer hervorragende Bedingungen für ihre Scharfen Katzenaugen, aber ein Mensch wäre dort hoffnungslos verloren gewesen.
Kletterte sie hingegen nach oben, schien der Baum Ewigkeiten in den (nicht sichtbaren) Himmel zu reichen. Und noch etwas fiel ihr auf. Das diffuse Licht, dass sie umgab, konnte auf keinen Fall das Sonnenlicht sein. Nicht bei diesen mengen Vegetation zwischen sich und der Sonne (oder dem Mond).
All das wurde ihr klar, während sie entspannt auf ihrem, von Manthala auserkorenen, Ast lag. Mögliche Probleme und Fragen hin oder her, es war einfach göttlich, ausgestreckt zu dösen und die Umgebung auf sie wirken zu lassen. Mit halb geschlossenen Augen erlaubte ihr ihre Phantasie, den Weg des Jägers zu verfolgen. Die protestierenden Affen hatten sich längst beruhigt und Marukas Umgebung surrte, zwitscherte und kreischte fröhlich, wobei sich die Geräusche noch immer von ihr – und dem anderen Raubtier – fernhielten.
Wobei – wenn ihre Umgebung sie als Raubtier wahrnahm, warum war das Äffchen dann so nah an sie herangekommen? Was für ein Dummerchen, diese Tierart musste sich verdammt schnell fortpflanzen, um ihr Überleben zu sichern, wenn sie so töricht waren.
Umso besser für sie. Den Kopf auf ihren Arm gebettet grinste sie vor sich hin, als sie sich vorstellte, wie das dumme kleine Äffchen sich wieder nähern würde, und sich ihr quasi auf dem silbernen Tablett servierte.
Sie lauschte weiter ihrer Umgebung und erforschte die Gerüche um sie herum. Erkannte den würzig erdigen Geruch des Baumes und den Duft einer Feuerroten Blume, die sie an reife köstliche Früchte denken ließ. Und noch etwas Anderes. Eine Note von Moschus, die kurz ihre Nase kitzelte. Sie hatte es zuerst für das Odor von Baum und Pflanzen gehalten, aber jetzt, wo sie sich mehr darauf konzentrierte wurde ihr klar, dass es ein eigener Geruch war. Vielleicht das Raubtier? Sie hob das Näschen und witterte aktiver, der Geruch haftete auf dem Zweig, auf dem sie lag. Möglicherweise war das Tier schon einmal hierhergekommen? Schließlich war es durchaus möglich, dass dies sein Revier war. Was auch immer es wohl für ein Raubtier sein mochte. Ihre Nacken kribbelte etwas und die Härchen stellten sich auf. Möglicherweise war das hier doch nicht der beste Platz, wenn die ‚Besitzverhältnisse‘ noch nicht geklärt waren.
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Maruka » Freitag 1. Juli 2016, 18:49

Sie lauschte weiter ihrer Umgebung und erforschte die Gerüche um sie herum. Sie konnte einfach nicht anders als diesen neuen Lebensraum als perfekt zu empfinden. Selbst das Licht, so absurd es auch war, es passte perfekt. Hier konnte sie so sein wie sie jetzt war. Die lähmenden Gedanken an die Vergangenheit und was sie alles verloren glaubte, sie verschwanden einfach durch das Schnuppern an dem würzig erdigen Geruch des Baumes und den Duft einer Feuerroten Blume, die sie an reife köstliche Früchte denken ließ. Auch die Sorgen um ihre Zukunft verpufften schlicht vor der Schönheit ihrer Umgebung. Selbst die Gefahren waren ihr willkommen, des es schärfte ihre Sinne. Es war eigentlich unmöglich, da sie nie in ihrem Leben hier schon einmal gewesen war, aber sie empfand so etwas wie heimatliche Gefühle. Sie war einfach sie selbst, nicht mehr ganz „Maruka“, aber auch nicht mehr „Katze“. Manthala hatte sich ihrer angenommen und ihr eine dritte Daseinsebene offenbart. Es war erstaunlich wie einfach auf einmal alles war, wenn sie ihr Tier akzeptierte. Ja, sie war auch immernoch zur Hälfte ein Mensch, aber warum sollte sie sich für die andere Hälfte schämen, wenn sie ihr doch half nicht nur zu „überleben, sondern zu LEBEN!
Alles um sie herum war eine Einladung und Maruka nahm dieses Geschenk dankbar an. Noch im dösenden Zustand überlegte sie, wie sie die Äffchen beobachten wollte. Sie glaubte, zwar, das sie nicht sehr schlau waren, dass hatten sie bewiesen, aber normalerweise machten selbst solche Wesen einen Fehler nur einmal. Sie wollte sie eine Weile beobachten, um zu sehen, woher sie die leckeren Insekten hatten und würde dafür unentdeckt bleiben müssen. Ob Affenfleisch schmecken würde, war auf jeden Fall ein weiterer Punkt auf ihrer Liste, von Dingen die sie herausfinden wollte. Aber auch andere Dinge lagen durchaus im Bereich des Möglichen, wie z.B. Vogeleier aus Nestern stehlen, auf Wassersuche gehen und die Tiere beobachten die dort zum trinken kamen, Fische fangen und einiges mehr. Von anderen Tieren in dieser Umgebung konnte man gut lernen und Maruka hatte den Vorteil einen intelligenten Geist zu besitzen - und Daumen! Daraus sollte sich eine gute Überlebensgrundlage entwickeln lassen. Sie konnte Fallen bauen, sie konnte besser klettern als jede Raubkatze und hatte trotzdem ihre Instinkte. Gerade jene Instinkte erinnerten sie aber auch daran, dass „ihr“ Baum vielleicht in einem Territorium eines anderen Räubers stand. Es war eine sehr interessante Note von Moschus, die kurz ihre Nase kitzelte und sie darauf aufmerksam machte. Sie hatte es zuerst für das Odor von Baum und Pflanzen gehalten, aber jetzt, wo sie sich mehr darauf konzentrierte wurde ihr klar, dass es ein eigener Geruch war. Vielleicht das Raubtier? Sie hob das Näschen und witterte aktiver, der Geruch haftete auf dem Ast, auf dem sie lag. Möglicherweise war das Tier schon einmal hierhergekommen? Schließlich war es durchaus möglich, dass dies sein Revier war. Was auch immer es wohl für ein Raubtier sein mochte. Ihre Nacken kribbelte etwas und die Härchen stellten sich auf. Wurde sie schon beobachtet?
Maruka duckte sich tiefer in die Mulde und spähte in alle Richtungen ihre Umgebung nach neugierigen Augen aus. Es gab mehrere Möglichkeiten einer solchen Situation zu begegnen. Das Tier in ihr war ein Räuber und stellte sich sofort auf Kampf ein. Aber manchmal konnte ein Räuber sein Revier mit anderen Räubern teilen. Das passierte immer dann, wenn Dominanz-verhalten ins Spiel kam. Menschen waren da manchmal sehr subtil, aber Wölfe und auch Raubkatzen verhielten sich territorial. Maruka konnte sich genauso gut unterwerfen, den Rückzug antreten und/oder mit kleinen „Gefälligkeiten“, wie z.B. einem Teil ihrer Beute ihren Platz beanspruchen. Tiere kämpften im allgemeinen nur, wenn es unbedingt notwendig war und nicht wie die Menschen aus niederen Beweggründen. Im Moment war es also nur wichtig, dass sie einen Angriff aus dem Weg ging. Ihre riesigen Ohren zuckten und filterten die Geräusche des Waldes. Neben ihrer feinen Nase und den Katzenaugen, waren ihre Ohren das bestausgerüstete Organ an ihr. Der Serval war der „Lauscher“ unter den Katzenartigen, wo der Eisbär die „Nase“ unter den Landraubtieren war. Ein Eisbär konnte seine Beute sogar unter einer 1m dicken Eisschicht in einigen Meilen Entfernung noch wittern. Ein Serval hatte seine Ohren, die wie riesige Trichter noch so leise Geräusche einfangen konnten und wie bei allen Tieren, die sich über das Gehör orientierten, konnte er diese Filtern. Also blendete Maruka das Rauchen des Windes aus, wie dieser mit den Blättern spielte und über die höher liegenden Zweige strich. Auch das Ferne Kreischen der Affen und das Zwitschern der Vögel konnte sie schon recht gut in dieser ungewohnten Umgebung differenzieren. Jetzt musste sie nur noch den Räuber extrahieren, was nicht leicht war. Sie war eine Fremde und doch Zuhause. Noch musste sie lernen, aber ihre Sinne sollten ihr dabei Hilfestellung geben. Ihre Nasenflügel bebten und zogen in schnellen kleinen Atemzügen den Geruch von Moschus ein. Es war ein schwerer Duft, voller Stärke und Triebhaftigkeit. Sie war vorsichtig, aber noch hatte sie keinen Angreifer ausmachen können. Vollkommen reglos wartete sie, einzig ihr Kopf, dabei vor allem anderen ihre Ohren, rotierten fast wie bei einer Eule um immer wieder ihre Umgebung zu kontrollieren und sofort wieder reglos zu verharren.
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Erzähler » Sonntag 3. Juli 2016, 15:35

Gezielt etwas kleiner und etwas in Deckung begann Maruka ihre Umgebung zu sondieren. So stark hatte sie sich noch nie auf ihr Tier verlassen. Es war unglaublich wie ausgeprägt ihr Hörvermögen war. Zuerst überwältigte sie die fülle aus Geräuschen, die auf allen möglichen Ebenen des Dschungels um sie herum auf sie herein prasselte.
Da war der Boden unter ihr, auf dem ein Grunzen an ihr Ohr heranreichte, etwas wühlte sich durch Laub und Erde, vermutlich auf der Suche nach Nahrung.
Aber auch über und neben ihr war allerhand los. Eine Gruppe aus Affen (den Geräuschen nach zu urteilen vielleicht sogar die Totenkopfäffchen) befand sich schräg über ihr. Eine weitere mit größeren Exemplaren entfernte sich gerade. Dann waren da noch unzählige verschiedene Vögel auf den unterschiedlichsten Höhen und Entfernungen, manche mit jungen und sicher auch einige mit Eiern (so hoffte sie jedenfalls).
Doch kein Raubtier, dass sich durch eine Bewegung verriet. Aber, wie sie schon festgestellt hatte, sie war nicht nur Serval, sondern auch ein Mensch. Und so zog ihr Geist Schlüsse aus dem, was NICHT da war. Schließlich mied jedes Vernünftige Tier die Nähe eines Räubers. Der Dschungel bestand von dem Laubbedeckten Boden bis zur höchsten Baumspitze aus Lärm. Aber an zwei Stellen verrieten ihr ihre Ohren Stille. Die eine war die kleine Kule auf dem Zweig, auf dem sie saß, die Andere befand sich schräg über ihr, vielleicht 1 ½ Menschenlängen entfernt. Vorsichtig hob sie den Kopf und spähte zu der besagten Stelle. Das Blattwerk war nicht ganz so dicht, und so konnte sie einen flecken aus Schwärze ausmachen. Eine schwärze, die nicht so tief hätte sein sollen. Ein paar grüner Augen betrachtete sie neugierig.
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Maruka » Montag 4. Juli 2016, 21:14

Sie war nicht nur Serval, sondern auch ein Mensch und so zog ihr Geist Schlüsse aus dem, was NICHT da war. Schließlich mied jedes vernünftige Tier die Nähe eines Räubers. Der Dschungel bestand von dem mit Laub bedeckten Boden bis zur höchsten Baumspitze aus Lärm. Aber an zwei Stellen verrieten ihr ihre Ohren Stille. Die eine war die kleine Kuhle auf dem Zweig, auf dem sie saß, die Andere befand sich schräg über ihr, vielleicht 1 ½ Menschenlängen entfernt, also sehr nah. Vorsichtig hob sie den Kopf und spähte zu der besagten Stelle. Das Blattwerk war nicht ganz so dicht, und so konnte sie einen Flecken aus Schwärze ausmachen. Eine Schwärze, die nicht so tief hätte sein sollen.
Schwarzes Fell?
Wie ihres? Ein paar grüner Augen betrachtete sie neugierig und mehr war nicht zu sehen. Jetzt da sie Es, Ihn, oder Sie entdeckt hatte gab es wieder ein paar Möglichkeiten zu reagieren und Maruka entschied sich aus ihrem ersten Instinkt heraus noch einmal ihrem Tier zu folgen. War man ein Besucher in einem fremden Revier, so stellte man sich vor. Als Mensch schlug man sich in die Hände, aber das war hier völlig unangebracht. Als Tiere beschnupperte man sich in erster Linie und auch ihr Näschen zuckte neugierig. Hier wurde sie beobachtet und erst einmal schien von dem neugierigen Wesen keine akute Gefahr auszugehen, was eine vorsichtige Kontaktaufnahme eventuell noch nicht ganz ausschloss. Auch im Tierreich war es wichtig seine Nachbarn zu kennen, ob man sich nun mit ihnen verstand oder nicht. Also hielt Maruka weiterhin ganz still, ließ aber den Blick nicht von den funkelnden Jade-Augen. Damit ihr Gegenüber ihr Starren nicht als Aggression wertete, blinzelte sie zweimal bewusst langsam. Menschen nannten dieses Verhalten oft „flirten“, aber es galt vor allem anderen dem Spannungsabbau, so wie Katzen es halt taten um einen Kampf zu vermeiden. Blieb nur zu hoffen, dass Manthala sich nicht ausgerechnet seinen oder ihren Lieblingsplatz ausgesucht hatte um Maruka darauf abzusetzen. Geduckt wie sie war konnte sie im Notfall sich immernoch schnell aus der Kuhle rollen und in das Dickicht unter ihr fallen lassen. Ganz so waghalsig war sie nun doch wieder nicht um sich keinen Notweg offen zu lassen, aber das hier war Erstkontakt und wenn möglich, wollte sie den nicht durch eine halsbrecherische Flucht verderben, die ganz sicher in einer Jagd und blutigem Kampf enden würde.
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 7. Juli 2016, 22:27

Ihr Beobachter ließ sich Zeit und es wurde schnell klar, dass die Raubkatze nicht sicher war, was sie vor sich hatte. Auf sicheren Pfoten näherte sich ihr das Tier und das biegen der Zweige ließ erahnen, dass ihr möglicher Gegner höchst wahrscheinlich einen Vorteil in Gewicht und vermutlich auch Kraft hatte. Und noch etwas bewiesen die zielgerichteten eleganten Bewegungen. Er oder Sie kannte das Terrain.
Drei Sprünge Später setzte eine schwarze riesige Schönheit auf dem großen Ast auf. Es war ein schwarzer Panther, das blauschwarze Fell glänzte Seidig, während sich darunter Sehnen und Muskelstränge bewegten. Maruka kannte die sogenannten Panther nur aus Geschichten, aber ganz sicher hatte sie sich nicht so groß vorgestellt. Die Schulter des Tieres würde sicher etwas höher als ihre Hüfte liegen und die langen weißen Zähne flößten einigen Respekt ein.
Das Raubtier hatte sie die ganze Zeit nicht aus den Augen gelassen und betrachtete sie auch jetzt noch misstrauisch. Ruhig harrte Maruka aus, was den Panther noch mehr zu irritieren schien. Gelassen setzte er eine Pfote vor die Andere, dabei fühlte es sich fast so an, als würde der Ast bei jedem seiner Schritte ein wenig erbeben. Einen Buchstäblichen Katzensprung von ihr entfernt hielt er schließlich an, witterte und studierte sie. Noch immer darauf bedacht, nichts Provokantes zu tun harrte die Hybridin aus. Fast wollte sie sich schon für die gelungene Begegnung mit dem Panther gratulieren, da hoben sich die Lefzen der Raubkatze und enthüllten lange weiße Reißzähne. Ein grollen drang tief aus seiner Kehle und die Muskeln unter dem seidig schwarzen Pelz spannten sich an.
Maruka wartete nicht ab, was als nächstes geschehen würde, stattdessen machte sie einen Hechtsprung ins Grüne. Der Lufthauch in ihrem Rücken, machte ihr die Richtigkeit ihrer Entscheidung klar.
Sie hatte bei ihrer Erkundung zuvor einen Zweig gerade für diese Art der ‚Flucht‘ auserkoren, doch hatte sie ihre Sprungkraft falsch eingeschätzt und so traf sie den Ast mit voller Wucht, statt sich Elegant daran herauf zu schwingen. Der Aufprall trieb ihr die Luft aus den Lungen und sie verlor den halt und stürzte nach unten. Im Fall sah sie noch, wie an der Stelle, an der sie sich nur Sekunden zuvor befunden hatte der Panther aufsetzte.
Dann traf sie ein weiterer Zweig am Rücken und bog sich unter ihrem Gewicht nach unten, bis er schließlich brach. Blätter und Zweige Peitschten ihr ins Gesicht, verlangsamten ihren Sturz jedoch auch. Verzweifelt rang sie darum, wieder halt zu finden und sich aufzurichten, aber die Äste um sie herum machten es ihr schwer.
Endlich fand ihre Hände halt und sie krallte sich fest, keinen Augenblick zu spät, denn ihre Beine schwangen frei und ungehindert durch die Luft. Der Boden befand sich gute fünf Meter unter ihr. Die brechenden Zweige verursachten eine Menge Lärm und noch immer segelten abgebrochene Zweige und Äste zu Boden. Und das Knacken hörte nicht auf. Der Panther setzte ihr weiterhin nach!
Jetzt oder nie! Ging es ihr durch den Kopf und sie ließ den Zweig, den sie für ihre letzte Rettung gehalten hatte, los.
Die Luft pfiff ihr um die Ohren und ließ ihren Magen rebellieren, dann Schlug sie auf. Ihre Instinkte, zusammen mit dem weichen Laubboden retteten sie. Ihr Körper übernahm die Kontrolle und sie rollte sich geschmeidig ab, so dass sie einige Meter weiter auf ihren Füßen zum Stehen kam. Ihr Kopf schwirrte noch immer etwas, aber der Serval in ihr hatte das Kommando übernommen und unterdrückte die panische Angst, die in dem Menschen aufkommen wollte. Stattdessen rannte sie trittsicher über den unebenen Boden, schlängelte sich durch dichte Büsche, hechtete unter riesigen Wurzeln hindurch und sprang über umgefallene Bäume. Und immer lauerte am Rand ihres Blickfelds der riesige schwarze Schatten des Panthers.
Er war ihr in Schnelligkeit und stärke überlegen, aber sie schlug im Ausgleich Haken und schlängelte sich durch unmöglich eng erscheinende Passagen. Das Adrenalin sang in ihren Adern und ließ ihr Herz schneller und stärker schlagen, während sie ihre Beine leicht und voller Energie durch den Dschungel trugen.
Sie schlängelte sich durch ein besonders verwachsenes Gebüsch das auch noch mit ein paar unangenehmen, unerlaubt langen Dornen ausgestattet war und lief noch ein Stück weiter, bis ihr auffiel, dass sie ihren Schatten verloren hatte. Ein Jubleschrei wollte sich aus ihrer Kehle lösen, aber sie wusste es besser und genoss den kleinen Triumph leise. Ihr Atem ging schnell und langsam spürte sie, wie ihre Muskeln unter der Anstrengung protestierten. Sie machte nicht den Fehler, stehen zu bleiben, sondern erlaubt sich nur einen leichten Trab, um mehr Distanz zwischen den Panther (und sein Revier) und sich zu bringen.
Ihr fiel auf, dass das Dickicht um sie weniger dicht wurde und das blau-grünliche Licht, das keine Quelle zu haben schien, hier heller wurde. Frieden lag in der Luft und sie ließ sich davon anstecken. Ihr Atem hatte sich gerade beruhigt, da hörte sie ein Knacken vor sich und aus dem Schatten eines Baumes schälte sich die große Gestalt des schwarzen Panthers.
Maruka blieb fast das Herz stehen, als sie dem Blick des riesigen Raubtiers begegnete. Seine grünen Augen glichen tiefem Brunnen, die sie in sich hinein zu ziehen drohten. Fast schien es, als Blicke sie in die Tiefen des Waldes in seiner Wildheit und Unendlichkeit. Dann erinnerte sie sich, dass ein zu langer Augenkontakt das Tier nur provozieren würde und blickte zur Seite.
Der Panther stieß ein Tiefes, markerschütterndes Fauchen aus und stürzte sich auf sie. Anderer Möglichkeiten beraubt ließ sie sich fallen und stürzte dabei in ein anderes Gebüsch. Über ihr wurde die Zweige und Blätter von einer gigantischen Tatze zerfetzt. So schnell sie konnte krabbelte sie durch das Astwerk, während der Panther ihr dicht auf den Fersen war. Wo sie den Weg des geringsten Wiederstandes ging, zerfetzte das Raubtier alles, was in seinen weg geriet und verwandelte das Gebüsch in Kleinholz. Ihr Verstand kannte nur noch ein Ziel, die Flucht, während sich ein anderer Teil von ihm fragte, warum das Tier so unglaublich wütend war und sie so vehement verfolgte.
Sie machte den Fehler, den Kopf kurz zurück zu drehen, um zu sehen, wie nah ihr die schwarze Bestie war und blickte in einen grünen Abgrund aus blindem Zorn und Wildheit, der ihr das Blut in den Adern gefrieren ließ. Er war ihr nähergekommen, arbeitete sich mit den schweren Tatzen schneller voran, als sie es jemals für möglich gehalten hätte. Das bizarre war, dass ihr selbst im Angesicht der Gefahr auffiel, wie wunderschön der Panther war. In seinen Bewegungen lagen eine solche Kraft und Anmut, dass sie sich am liebsten die Zeit genommen hätte ihn zu bewundern. Da er aber offenbar sehr bestrebt war, aus ihr Kleinholz zu machen, verzichtete sie.
Sie war geistgegenwertig genug gewesen, sich, während sie ihren Verfolger ansah, weiter zurück zu bewegen, um nicht Opfer seiner Fänge zu werden. Sie fühlte es, bevor sie es sah, das Gebüsch war zu Ende und sie richtete sich, noch zurückblickend, auf und wollte sich gerade aufrichten und los spurten, da trat sie ins leere.
Ungläubig richtete sie nun endlich den Blick gänzlich nach vorn, während sie haltlos nach unten stürzte. Vor ihr hatte sich ein Abgrund aufgetan und sie stürzte in die schwärze unter ihr. Ein schrei löste sich aus ihrer Kehle während die dunkle Oberflüche unter ihr immer näher auf sie zu raste. Mit einem lauten Platschen und einer Wucht, die ihr (erneut) die Luft aus den Lungen trieb, traf sie auf eine Wasseroberfläche. Die dunkeln kühlen Wassermassen schlossen sich über ihrem Kopf und ließen sie ins Bodenlose sinken. Durch ihren Schrei befand sich kaum noch Luft in ihren Lungen und so wurde ihr die Luft knapp, während sie verzweifelt versuchte, sich in der schwärze um sie herum zu orientieren. Ein Teil von ihr wusste, dass das Wasser um sie herum nicht so kalt sein konnte, aber plötzlich fühlte sie sich wieder wie damals im Eismeer.
Luftloch, sie brauchte ein Luftloch, um zurück an die Oberfläche zu gelangen, und nicht unter dem Eis zu ersticken! Verzweiflung brannte in ihrem Herzen. Sollte sie unter dem Eis ertrinken? Sie mobilisierte ihre letzten Kraftreserven, stieß sich vom Eis über ihr ab um Anlauf aus der Tiefe zu holen.
Und dann realisierte sie, dass das ‚Eis‘ gar keines war, und sie unbewusst den Boden erreicht hatte, während ihre Lungen in Flammen standen. Mit den kräftigen Stößen einer geübten Schwimmerin folgte sie der Richtung ihres Schwungs und paddelte so schnell es ging zur Oberfläche. Ein immer stärker leuchtendes Licht wies ihr dabei den Weg.
Endlich durchbrach sie die Oberfläche und so viel Luft in ihre Lungen, wie sie fassen konnten. Einen Moment lang war sie einfach nur Glücklich, zu Atmen. Kleine schwarze Punkte tanzten ihr vor den Augen, nahmen aber mit jedem Atemzug weiter ab und enthüllten ihr einen Atemberaubenden Ausblick.
Inspirationsmusik
Sie befand sich in einer Art Lagune, auf der einen Seite befand sich die kleine Klippe, die sie herunter gestützt war, auf der Anderen eine dichte Wand aus Dschungel. Bis auf eine kleine Lichtung, auf der ein einzelner knorriger Baum stand. Er war seltsam verschlungen und wirkte, trotz dass er kleiner als einige seiner ‚Brüder‘ war, Uralt. Und sie sah die Sterne von hier aus, umrahmt von Klippenrand und Baumspitzen. Es war fast, als würde Manthala ihr amüsiert zulachen. Sicher hatte diese sich köstlich auf Marukas Kosten amüsiert.
Aber nicht nur die Sterne erhellten die Nacht. Tausender Glühwürmchen umschwirrten den Baum und tanzten über die Oberfläche des Sees, so dass es fast wirkte, als würde dieser Glühen. Und noch etwas machte sie aus. Im Schneidersitz saß eine Gestalt (oder eine Statue, denn es war völlig reglos) am Fuß des Baumes. Das Gesicht dem See zugewandt.
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Maruka » Samstag 9. Juli 2016, 13:10

Endlich durchbrach sie die Oberfläche und sog so viel Luft in ihre Lungen, wie sie fassen konnten. Einen Moment lang war sie einfach nur glücklich, zu Atmen. Die kleinen Kratzer, die die Flucht durch die Dornen und das Dickicht auf ihr hinterlassen hatten brannten leicht, aber waren anscheinend nicht so schlimm, als wenn sie kein Fell tragen würde. Ihr Rüstung hätte sie zwar vor diesen kleinen Blessuren schützen können, aber sie genauso bei der Flucht behindern können. Es war nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn sie irgendwo hängen geblieben wäre. Die leichte Taubheit ihres Körpers, der die Luft so sehr vermisst hatte, ließ langsam nach. Kleine schwarze Punkte tanzten ihr vor den Augen, nahmen aber mit jedem Atemzug weiter ab und enthüllten ihr einen atemberaubenden Ausblick.
Sie befand sich in einer Art Lagune, auf der einen Seite befand sich die kleine Klippe, die sie herunter gestützt war. Hektisch suchten ihre Augen die Kante ab, ob ihr Verfolger ihr auch ins Wasser folgen würde. Katzen hatten doch normalerweise Angst vor Wasser. War sie hier jetzt endlich einen Moment sicher? Anscheinend war er weg.
Sie ließ ihren Blick schweifen und auf der anderen Seite lag eine dichte Wand aus Dschungel, also ließ sie sich einen Moment treiben um ihre Gedanken neu zu ordnen. Das Adrenalin kochte noch in ihren Adern, aber noch nie... noch NIE!... hatte sie sich so lebendig gefühlt! Am liebsten hätte sie ihre unbändige Lust am Leben hinaus geschrienen, aber das wäre dumm. Einzig ein fast schon verstörend breites Grinsen machte sich auf ihrem Gesicht breit, bevor sie noch einmal unter tauchte, sich unter Wasser umsah, ob sich aus dieser Ebene auch keine Gefahr näherte und dann wieder auftauchte, während sie den Kopf in den Nacken legte, damit ihre nasse Mähne sich im nassen Zustand, ihr nicht im Gesicht klebte. Dann durchbrach sie die spiegelnde Oberfläche und genoss noch einmal die süße Möglichkeit des Atmens und liebte das Leben. Dann schwamm sie mit geübten Zügen näher zum Ufer und sah sich um. Hatte ihr Jäger endlich von ihr abgelassen? Sie wusste nicht genau, was falsch gelaufen war, aber so lange war sie ja nun auch noch kein Tier um alle Verhaltensweisen verstehen zu können. Vorerst schien ihr jedoch keine Gefahr zu drohen, also zog sie sich auf einen nahen Felsen, um den Blick schweifen zu lassen. Sie lauschte und witterte aufmerksam. Dann entdeckte sie nicht weit von sich entfernt eine kleine Lichtung, auf der ein einzelner knorriger Baum stand. Er war seltsam verschlungen und wirkte, trotz dass er kleiner als einige seiner ‚Brüder‘ war, uralt. Und sie sah die Sterne von hier aus, umrahmt von Klippenrand und Baumspitzen. Es war fast, als würde Manthala ihr amüsiert zulachen. Sicher hatte diese sich köstlich auf ihre Kosten amüsiert und Maruka lächelte den Sternen am Himmel entgegen. Auch sie hatte sich köstlich amüsiert und mehr als das! Auch wenn die Situation mehr als nur ein bisschen gefährlich war, so kostete sie jedoch jeden Augenblick voll aus. Das Leben schmeckte hier einfach viel intensiver, süßer... stärker als je zuvor. Sie sah an ihrer Schulter hinunter, wo das nasse Fell wie schwarze Haut glänzte.
… wie glitzernde Schatten, aus Mondlicht und … Nicht mal als ich noch …
Sie schüttelte den Kopf und verwarf die aufsteigenden Gedanken der Vergangenheit. Sie griff nach ihren Haaren und wrang grob das Wasser heraus. Aber nicht nur die Sterne erhellten diese Nacht. Tausende Glühwürmchen stiegen aus den Gräsern, um schwirrten den Baum und tanzten über die Oberfläche des Sees, so dass es fast wirkte, als würde dieser glühen.
So …
Sie fand nicht mal annähernd passende Worte dafür und so ließ sie das Schauspiel einfach auf sich wirken. Und sie selbst saß staunend wie ein Kind, in all dieser Herrlichkeit auf ihrem Stein, nah am Ufer wo das Wasser leise plätscherte. Ihr Sinne sangen das Lied des Dschungels und sie nahm seine Melodie in sich auf, um es gemeinsam mit ihm, in ihrem Herzen zu singen. Sie umfasste ihre Knie, zog sie nah an den Bauch und fühlte etwas in sich, dass sie noch nicht richtig einordnen konnte, aber es war gut und sie wollte es behalten. Ihr Handfläche nach oben ließ sie ein Glühwürmchen auf sich landen und lächelte vor sich hin.
Wenn ich jetzt streben solle, dann hab ich wenigstens noch gelernt, was Schönheit ist.
Es war einfach perfekt. Die Lichter auf dem Wasser, sie gesellten sich zu den Spiegeln der Sterne und vereinigten sich zum Tanz. Die Nacht war wunderschön und Maruka hellwach. Sinn für Sinn erschloss sie diese Welt und war glücklich.

Maruka blinzelte, denn der Schemen unter dem alten Baum, nährte erst jetzt ihre Neugierde. Er war noch etwas entfernt und hatte sich nicht bewegt. Wie die zu tiefe Schwärze des Panters zwischen den Schatten der Blätter war dieser Schemen zu reglos in einem immer bewegtem Wald aus Blättern. Im Schneidersitz saß dort eine Gestalt, oder eine Statue, denn es war völlig reglos, am Fuß der Wurzeln, das Gesicht war dem See zugewandt.
Maruka hielt den Kopf aufrecht und beobachtete ein paar lange, langsame Atemzüge den Schemen genauso reglos wie dieser war. Die Form des Schneidersitz, war zumindest schon mal ein Indiz, dass es sich nicht um ihren Panther handelte, sondern eher um ein humanoides Wesen und die Haltung, der ineinander verschränkten Beine war weder für eine schnelle Flucht oder einen schnellen Angriff geeignet. Ihre Nasenflügel bebten und versuchten eine Witterung aufzunehmen, während ihre Ohren nach einem Atem suchten.
Meine Neugierde wird mich noch mal töten.
Während ihre Augen den Schemen fixierten, lauschten ihre Ohren in die Umgebung um sie vor weiteren Bedrohungen zu warnen. Langsam ließ sie sich zurück ins Wasser gleiten. Erfolgte keine Reaktion auf ihre Bewegung, näherte sie sich im Wasser weiter dem Ufer und lauerte dort noch einen Moment.
...es ist ein Mensch... oder etwas in der Art...
Sie kroch geduckt so nah es ging ans Ufer und behielt den Umriss im Auge. Wenn das ein lebendiges Wesen war, ein eher menschliches, dann sollte sie sich nicht verstecken, zumal sie auch nicht gerade unauffällig hier gelandet war. Dann gewann ihr Unterbewusstsein und flüsterte ihr Worte in die Seele. Worte die sie mehr fühlte als verstand. Sie fühlte endlich was es war, dass in ihr wuchs. - Stärke -
Stärke – Kraft – Selbstvertrauen – in göttlicher Nacht – Schattenglanz auf der Haut– Tanz der Nachtlichter – Kind des Eises und des Meeres, Geist der Katze – die ich war. Wandere in Schatten, ich wandle mich. Ich verwandle mich, werde anders... werde stark. Das lass ich mir nicht mehr nehmen!
Sie zog die Beine unter den Körper und begann sich dann langsam aufzurichten. Es fühlte sich einfach richtig an. Kraft und Geschmeidigkeit lagen in ihrer Haltung, gepaart mit der natürlichen Eleganz des Tieres und ihrem eisigem Willen. Aufrecht stand sie da, umschwirrt von den kleinen Lichtern. Funkelnde Augen, langer Hals, aufrecht, feste Muskeln, leicht geneigte Hüften, die zum ersten Schritt in Richtung Baum zeigten. Genauso langsam wie zuvor, jeden Schritt lautlos mit Bedacht setzend, näherte sie sich dem Schemen.
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Erzähler » Dienstag 12. Juli 2016, 22:06

Der Grasboden unter ihren Füßen in Kombination mit ihren nackten Füßen sorgte dafür, dass kein einziges Geräusch durch die Nacht drang und sie Verriet. Wie ein schwarzer Schnitt im Sternenhimmel bewegte sich die Hybridin geräuschlos durch das Meer aus Glühwürmchen. Lediglich ihre Augen konnten sie noch verraten.
Noch immer regte sich die Gestalt nicht, aber dafür konnte Maruka langsam Details erkennen. Die Figur war schlank und wohlgeformt und harrte in anmutiger Pose aus. Ihre Oberfläche war gleichmäßig gefärbt. Der Verdacht, dass es eine Statue war, hatte sich erhärtet.
Noch immer von Neugierde getrieben ging die junge Frau näher an die Steinfigur heran und studierte sie eingehend. Ihre Augen taten ihr dabei gute Dienste, war das Mondlicht zusammen mit den unzähligen Glühwürmchen doch bei weitem genug.
Es war eine Frau mit äußerst feinen Gesichtszügen, ihre Ohren liefen Spitz zu und sie hatte große, mandelförmige traurige Augen. Sie bestand ganz hellgrauem Stein und trotzdem wohnte ihren Zügen eine erstaunliche Lebendigkeit an. Leichte Sorgenfalten zeichneten sich auf Stirn ab, doch ihr Mund bog sich Leicht in einem gütigen Lächeln. Das Haar trug sie offen, nur einige Strähnen ihres langen Ponys waren mit einem Band zurück gebunden worden. Ein lockeres Gewand lag ihr um die Schultern und floss an ihrer schlanken Gestalt herab. Ein Gürtel hielt es zusammen und brachte ihre dünne Taille zum Ausdruck. Sie blickte auf ihre Hände, die sie in ihren Schoß gebettet hatte. Dort hielt die Elfe eine Vielzahl an ebenmäßigen Blättern (Maruka zählte 19) und einige wunderschöne (echte) Blumen. Eben diese verströmten einen intensiven angenehmen Geruch.
Der Stein der Statue war sorgfältig bearbeitet worden, zeigte aber Spuren von Witterung. Trotz allem war sie zum Großteil von Flechten und Pflanzen befreit. Ohne Zweifel war Maruka nicht die einzige Besucherin der Lagune. Da der Panther wohl kaum Blumen pflücken oder Statuen pflegen würde, ging sie davon aus, dass ein weiteres humanoides Wesen hier sein musste.
Einige Glühwürmchen hatten sich auf den Blüten nieder gelassen und zauberte einen gelben Schimmer auf das Gesicht der Figur, was vermutlich einer der Gründe war, warum sie so Lebendig gewirkt hatte.
Der Ort strahlte eine seltsame, aber nicht unwillkommene, Ruhe aus, die zum Verweilen ein lud. Der verschlungene Baum war Ideal zum Klettern und seine Zweige waren breit und zugänglich. Noch immer fühlte sich die Hybridin beflügelt von ihrer erfolgreichen Flucht. Der Spurt und auch der Dornenstrauch waren nicht Spurlos an ihr vorbei gegangen, aber ihre Energie reichte aus, um ihre Umgebung weiter munter zu erkunden. Nichtsdestotrotz hatte der Ort um sie herum eine einladende beruhigende Wirkung auf ihr Gemüt.
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Maruka » Freitag 15. Juli 2016, 18:09

Lautlos und durch die weichen Sohlen ihrer Füße fast ohne spuren zu hinterlassen hatte sie sich der Gestalt genähert. Der Verdacht, dass es eine Statue war, erhärtete sich schnell. Maruka ging näher an die Steinfigur heran und studierte sie eingehend. Ihre Augen taten ihr dabei gute Dienste, war das Mondlicht zusammen mit den unzähligen Glühwürmchen doch bei weitem genug und ließ ihre Augen von innen heraus irisierend leuchten. Maruka verliebte sich spontan in die Detailverliebtheit des Künstlers und für auch mit den Fingerspitzen manch zarte Kontur nach. Es handelte sich um eine Frau mit äußerst feinen Gesichtszügen, ihre Ohren liefen Spitz zu und sie hatte große, mandelförmige traurige Augen.
Das Abbild einer Elfe, aber nicht wie die Eiselfen, die ich kenne … irgendwie anders.
Sie bestand ganz hellgrauem Stein und trotzdem wohnte ihren Zügen eine erstaunliche Lebendigkeit inne. Leichte Sorgenfalten zeichneten sich auf der Stirn ab, doch ihr Mund bog sich leicht in einem gütigen Lächeln.
Sie ist schön... viel feiner als ein Mantroner, aber auch zerbrechlicher...
Das Haar trug sie offen, nur einige Strähnen ihres langen Ponys waren mit einem Band zurück gebunden worden. Ein lockeres Gewand lag ihr um die Schultern und floss an ihrer schlanken Gestalt herab. Ein Gürtel hielt es zusammen und brachte ihre schmale Taille zum Ausdruck. Sie blickte auf ihre Hände, die sie in ihren Schoß gebettet hatte. Dort hielt die Elfe eine Vielzahl an ebenmäßigen Blättern, Maruka zählte 19 und einige wunderschöne echte Blume. Eben diese verströmten einen intensiven angenehmen Geruch, den sie tief in sich aufnahm.
Wunderschön und ein Kunstwerk wie ich es noch nie gesehen habe!
Der Stein der Statue war zum Großteil von Flechten und Pflanzen befreit. Ohne Zweifel war Maruka nicht die einzige Besucherin der Lagune. Ein weiteres humanoides Wesen musste gelegentlich hier sein. Abermals sah sie sich suchend um. Ihre Sinne suchten nun noch mehr nach dem Zweibeiner, der hier gewesen sein musste um die Blume abzulegen. Hatte er eine Fährte hinterlassen? Noch immer fühlte sich die Hybridin beflügelt von ihrer erfolgreichen Flucht. Der Spurt und auch der Dornenstrauch waren nicht spurlos an ihr vorbei gegangen, aber ihre Energie reichte aus, um ihre Umgebung weiter munter zu erkunden, also streifte sie noch eine Weile spiralförmig um den Baum, sog die Reize ihrer Umgebung in sich auf, bis er sie wieder zu sich rief.
Der Ort um sie herum hatte eine einladende, beruhigende Wirkung auf ihr Gemüt und strahlte eine seltsame, aber nicht unwillkommene, Ruhe aus, die zum Verweilen ein lud und der sie sich nicht so recht entziehen konnte. Der verschlungene Baum war ideal zum Klettern und seine Zweige waren breit und zugänglich, also ging sie leicht in die Hocke, sprang mit einen Satz auf den untersten Ast und kletterte dann tiefer hinauf in die dichte Krone. Einen Vorteil hatte ihr neuer Baum auf jeden Fall. Dadurch, dass er einzeln stand, würde es dem Panther, Raubtieren, sowie anderen Besuchern nicht so leicht gelingen Maruka noch einmal zu überraschen. Zufrieden mit sich und der Welt suchte sie sich eine gemütliche Astgabel und legte den Kopf auf die Unterarme. Als Jäger musste man ruhen, wenn sich die Gelegenheit bot und jagen wenn die Beute nah war.
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Gestalt » Montag 1. August 2016, 21:56

Neugierig erkundete Maruka den Baum und entdeckte dabei ein paar weitere Anzeichen dafür, dass sich ab und an eine Person in dessen Nähe aufhalten musste. Es waren äußerst subtile hinweise, wie ein etwas fest gedrückter Boden, wo die Person sich öfter aufhalten musste und ein einzelner Teil Fußabdruck im Schlamm des Ufers. Einen Geruch konnte sie nicht ausmachen, genauso wenig wie abgeknickte Zweige oder zerdrücktes Gras. Ein Bluthund hätte vermutlich eine Geruchsspur aufnehmen können, aber hier stieß Marukas Geruchssinn an seine Grenzen.
Der Baum war, es war kaum zu glauben, sogar NOCH besser als der Ast auf dem sie dem Panther begegnet war. Leichtfüßig und Problemlos erklomm sie ihn und fand schnell den Perfekten Platz. Einen, an dem sie genug Übersicht behielt, aber selbst von den Schatten der Blätter verborgen wurde. Es fiel ihr leicht, sich zu entspannen und ihre Muskeln hießen die Pause willkommen. Um sie herum herrschte noch immer der stetige Lärm des Dschungels, obwohl das Blattwerk um sie herum einige der Geräusche dämpfte. Oder vielleicht war es auch der Mythische Ort um sie herum, der die Geräuschkulisse etwas Dämpfte und ein Zentrum der Ruhe zu bilden schien. Nur wenig Zeit verging, da fiel sie schon in einen oberflächlichen Schlummer.
Ein Rascheln weckte sie, ihre empfindlichen Ohren drehten sich sofort in Richtung des Geräuschs. Eine Gestalt schritt unter dem Baum hindurch und steuerte auf die Statue zu. Sie war schlank, fast ausgemergelt und die Kleidung, vermutlich war es irgendwann einmal eine Robe, hing in Fetzen an ihr herunter. Die Person war unter mantronischen Maßstäben schmächtig, aber vermutlich würde sie trotz allem Maruka problemlos überragen. Grünliche Funken tanzten über die Haut der Gestalt und durch deren Lumpen. Mit steifen Bewegungen und einem Seufzten, das auf einen Mann schließen ließ, setzte er sich neben die Statue und spiegelte ihre Haltung. Sein Blick wanderte kurz zu ihr und er murmelte:
„Mhy’Ilyra … alte Freundin, schön dich hier an zu treffen. Bereit für einen weiteren Tag in der Ewigkeit?“
Dann drehte er den Kopf in Richtung See und verharrte regungslos. Das einzige, was ihn von der Statue neben sich unterschied, war das leichte heben seines Brustkorbs und das gelegentliche flattern seiner Lumpen, wenn eine Brise sie erfasste. Trotz der vorherrschenden Hitze trug er eine Fadenscheinige Kapuze.
Ein Blick gen Himmel verriet Maruka, dass sie mindestens eine Stunde geruht haben musste.
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Maruka » Dienstag 2. August 2016, 18:09

Die Spuren waren für Maruka zu alt um sie vom Geruch her einzuschätzen, aber hier und da überlagerten sie sich mehrfach und verrieten ihr, dass der Besucher dieser Stätte ein regelmäßiger Gast sein musste, aber eben nicht zu regelmäßig, dass sie sofort wieder weiter gezogen wäre. Also konnte sie sich eine kleine Weile ausruhen und der Baum war, es war kaum zu glauben, sogar NOCH besser als der Ast auf dem sie dem Panther begegnet war! Die leichte Kuhle, die sich in der neunten Astgabel von unten gezählt an gebildet hatte, bot ein perfektes, mit weichen Moosen angefülltes Bett für ihren geschundenen Körper. Dieser Baum schien hier wie für sie gewachsen zu sein und Deckung und Übersicht hielten sich die Waage, das Blattwerk um sie herum dämpfte die Geräusche des lärmenden Dschungels oder vielleicht war es auch der mythische Ort an sich, der ein Zentrum der Ruhe zu bilden schien. Vielleicht konnte das ihr neues Zuhause werden?
Danke!
An wen dieser Dank gerichtet war? Wohl am ehesten an Manthala, da sie noch immer am stärksten in ihren Gedanken vorherrschte. Maruka konnte sich ein kurzes, sonores Schnurren nicht verkneifen und bald schon, da fiel sie in einen oberflächlichen Schlummer.
Ein Rascheln weckte sie, ihre empfindlichen Ohren drehten sich sofort in Richtung des Geräuschs, dann folgte der wache Blick aus blauen, gut im Schatten verborgenen Augen. Eine Gestalt schritt unter dem Baum hindurch und steuerte auf die Statue zu. Maruka betrachtet sie lautlos von oben und schien auch nicht bemerkt zu werden. Sie war schlank, fast ausgemergelt und die Kleidung, vermutlich war es irgendwann einmal eine Robe, hing in Fetzen an ihr herunter.
Der sollte unbedingt bald was essen!
Und schon wieder sprang ihre stets hilfreiche Seite an und überlegte schon, wie sie ihren Gast bewirten konnte, ohne das er sie gleich aus seinem Revier verscheuchen würde. Allein die Zusammensetzung dieser Instinkte war verwirrend, aber so war es nun mal. Sie war ein Mensch, der sich gern um Andere kümmerte, aber gleichzeitig auch ein Tier, dass ihr gerade neu bezogenes Revier verteidigt, oder wenigstens vom Revierinhaber gern geduldet worden wäre... je nach dem als wie stark sich dieser herausstellte. Die Person dort unten war jedoch unter mantronischen Maßstäben schmächtig, aber vermutlich würde sie trotz allem Maruka problemlos überragen, aber das wirklich Merkwürdige waren die grünlichen Funken, die über die Haut der Gestalt tanzten, dort wo die Lumpen löcher hatten. Mit steifen Bewegungen und einem Seufzten, das auf einen Mann schließen ließ, setzte er sich neben die Statue und spiegelte ihre Haltung. Sein Blick wanderte kurz zu ihr und er murmelte:
„Mhy’Ilyra … alte Freundin, schön dich hier an zu treffen. Bereit für einen weiteren Tag in der Ewigkeit?“
Mhy’Ilyra … Hilfe, ich wüsste nicht mal wie das aus meinem Mund klingen würde, aber könnte ein Name sein. Vielleicht der der Statur, oder der Gottheit, die er hier anbetet? Der Rest klingt – schön – aber total unverständlich! Ob der Kerl die Sprache der Gemeinen spricht?
Dann drehte er den Kopf in Richtung See und verharrte regungslos. Das einzige, was ihn von der Statue neben sich unterschied, war das leichte Heben seines Brustkorbs und das gelegentliche Flattern seiner Lumpen, wenn eine Brise sie erfasste. Trotz der vorherrschenden Hitze trug er eine fadenscheinige Kapuze, so dass sie sein Gesicht von oben nicht sehen konnte. Ein Blick gen Himmel verriet Maruka, dass sie mindestens eine Stunde geruht haben musste und sie fühlte sich recht gut. Die Kratzer brannten nicht mehr so und auch sonst war das alles da unten viel spannender, als sich mit sich selbst zu beschäftigen. Neugierde war schon als Mensch ein Problem für sie gewesen, aber da hatten sie noch immer ihre Erziehung und andere Moralvorstellungen im Zaum gehalten. Jetzt schien durch das Tier da einiges an Barrieren gefallen zu sein und Maruka musste sich zügeln, nicht über die funkensprühende Haut zu lecken um herauszufinden, wie grüne Funken schmeckten.
Himmel, was für ein blödsinniger Gedanke!
Aber trotzdem war der Drang gewaltig den Mann da unten zu untersuchen, zumal er auch so brav still hielt. Jetzt da er so nah war, müsste auch bald sein Geruch zu ihr aufsteigen. Ihre vor Neugierde glühenden Augen tasteten jeden Millimeter seiner Erscheinung ab. Sie ließ ihren Kopf locker über den Rand ihrer Mulde hängen, was ihren Nacken etwas entspannte. War er bewaffnet? Aber was viel wichtiger war: Wo gingen die kleinen grünen Funken hin, wenn sie ein einem Loch verschwanden? Wo tauchten sie wieder auf? Waren es die gleichen? Wurden sie mehr? Wurden sie weniger um so länger sie ihn beobachtete? Könnte sie sie mit den Pfoten fangen? Also mit den Händen? Könnte sie sie jagen? Ihre Schnurrhaare waren steil nach vorne gerichtet und ihr Körper wollte mit den Lichtern fangen spielen, so wie ihre Augen es gerade taten.
Ohne Krallen natürlich! - Ja bin ich denn wahnsinnig?!? Wenn ich versuche die Dinger zu fangen, wird er doch bestimmt wach! Überhaupt – im Sitzen zu schlafen! Aber – ist das spannend!
Würde er sich lange genug nicht bewegen, also nicht wirklich lange, da ihre Neugierde im krassen Gegensatz zu ihrer Geduld als Jäger stand, würde sie sich vielleicht … also ganz vielleicht eine Astgabel näher zu ihm herab lassen. Also vielleicht! Und dann vielleicht noch eine... Wenn er sie nicht bemerkte.
Vielleicht bemerkt er mich nicht. Ich muss sehr vorsichtig sein und das Rauschen des Windes abwarten, das Knarren der Äste! Ich will nicht schon wieder vertrieben werden! Es gefällt mir hier! Hier kann ich sein wie ich bin! Ich könnte für uns was jagen gehen, wenn er mich nicht bemerkt... ganz leise! ...Dann kriegt er auch was ab. Ich könnte es Mhy’Ilyra zu der Blume in den Schoß legen, wenn ich leise genug bin. Er könnte es gebrauchen, so mager wie er ist. Vielleicht könnten wir eine Koexistenz eingehen, wenn er mich in Ruhe lässt... Am besten ist, er sieht mich gar nicht. Der Stamm ist mächtig genug für einen günstigen Winkel ...Dunkel genug ist es ja auch und leise bin ich. Riechen kann er mich bestimmt nicht besser als ich ihn. Er sieht nicht aus wie ein Tier. Aber die Funken … sie könnten magisch sein. Ich würde so gern mit ihnen spielen... Maruka, du solltest dich konzentrieren!
Lautlos glitt sie Stück für Stück tiefer, immer darauf bedacht, keine Geräusche zu machen und in der Deckung der Blätter zu bleiben, falls er doch hoch schauen sollte. Mal sehen wie weit sie kam, bevor er entweder etwas bemerkten würde und sie dann still verharren würde, oder eben bis sie eine Weile über ihm im Geäst sitzen würde um dann auf der anderen Seite des Baumes zu verschwinden. Jagen musste sie so oder so bald und die Nacht war ihr Freund. Wenn er brav sitzen blieb, bekam er etwas ab, wenn nicht – nun dann gab es viele andere Möglichkeiten.
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 3. August 2016, 13:43

Leise und geschmeidig schlängelte sich Maruka in Zeitlupe über das Astwerk des Baumes. Setzte jede Hand und jeden Fuß so bedächtig, wie sie nur konnte, um Geräusche zu vermeiden. So kam sie nur sehr langsam voran, aber es störte sie nicht. Die Pirsch war eine große Freude, genauso, wie zu sehen, wie gut ihre Körperkontrolle war. Selbst als die Äste dünner wurden, blieb es ruhig um sie herum, auch wenn sich diese leicht neigten. Sie war einfach der Perfekte Räuber!!!
Jetzt, wo sie ihm näher war, konnte sie sehen, wie sich knochige Schultern unter der Robe abzeichneten. Diese war keineswegs dreckig, nur unglaublich abgetragen und an unzähligen Stellen geflickt. Selbst die Flicken hatten Flicken!!! Die Funken tanzten über seine Haut und unter den Fetzen hindurch, aber so wurden immer weniger, je länger die Zeit verstrich und so konnte sie den Impuls, danach zu schnappen gerade so unterdrücken.
Ein einzelnes Blatt löste sich und segelte wie ein kleines Schiffchen herab – Und landete auf der Schulter des Mannes.
Bewegung kam in ihn und er drehte sich um.
„Na so etwas, bist du wieder hier, mein kleiner Freund? Willst du wieder ein paar Glühwürmchen fangen?“
Seine Stimme klang freundlich, aber auch etwas müde. Rotes Haar und ein spitzes Kinn lugten unter der Kapuze hervor. Neugierig spähte er in Richtung Baumkrone. Dabei schob sich die Kapuze zurück und enthüllte ein schmales fein geschnittenes Gesicht, der Statue nicht unähnlich. Er hatte strahlend grüne Augen, in denen Müdigkeit und Traurigkeit standen. Er musste einst wirklich ansehnlich gewesen sein, aber er war zu dünn und alles an ihm wirkte zu Spitz. In die elfischen Züge hatten sich Sorgenfalten eingegraben, die ihm einen scharfen Zug um den Mund gaben. Einen Augenblick lang dachte Maruka, der Elf hätte keinen Geruch, bis ihr klar wurde, dass der waldige Duft von ihm ausging. Er war frisch und erinnerte an den Duft eines Waldes nach einem Regenguss, aber darunter verbarg sich noch etwas anderes, Dunkleres, dass sie förmlich lockte, es näher zu erforschen.

Seine Augen wurden enger, während er versuchte, in den Schatten mehr zu erkennen.
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Maruka » Dienstag 9. August 2016, 13:41

Sie war einfach der Perfekte Räuber!!!
Und das fühlte sich sooo gut an! All ihre Instinkte halfen ihr und setzten das Bild zu einer Symphonie des Lebens zusammen. Ein Leben, dass sie sich niemals auch nur hätte vorstellen können, das erfüllt war von Trieben, Gelüsten, Instinkten, Gefühlen, ihrem eignen Willen und ihrer Seele die sich langsam in das neue Bild einfügte. Ihr Ich hatte aufgehört ständig gegen das Tier anzukämpfen und lernte stattdessen von ihm. Und sie genoss es in vollen Zügen! Sie spürte ihren Herzschlag, als sie näher kam, sie konnte scharf wie nie sehen, wie sich knochige Schultern unter der Robe abzeichneten. Sie erkannte Details, die ihr in der Dunkelheit sonst entgangen wären, Details z.B. wie unglaublich abgetragen und an unzähligen Stellen geflickt der Stoff war. Selbst die Flicken hatten Flicken!!! Fast musste sie schmunzeln und ihre Schnurrhaare zitterten leicht.
Dem Mann müsste wirklich geholfen werden. Keine der Nähte würde einen strammen Winter überstehen und so löchrig... hm... Wir sind hier aber nicht in Mantron... Er könnte bei der Hitze vielleicht sogar noch ein paar mehr gebrauchen.
Jetzt grinste sie doch mit geschlossenen Lippen, damit man ihre Zähne nicht funkeln sah. Die Vorstellung, ihm mit ihren Krallen ein paar zusätzliche Luftlöcher zu reißen war irgendwie verlockend und sie würde ihm dabei gerne behilflich sein. Sie konnte den Jagdimpuls gerade so unterdrücken, denn die Funken wurden immer weniger, je länger die Zeit verstrich. Aber sie hatte Zeit und niemand drängte einen Jäger. Geduld war eine Tugend der Jagd und Maruka hatte schon Stunden reglos im kalten Schnee verbracht um ihre Beute nach Hause zu bringen. Doch das hier war anders. Hier war es ihre Neugierde die sie motivierte. Einen Augenblick lang dachte Maruka, der Elf hätte vielleicht gar keinen Geruch, bis ihr klar wurde, dass der waldige Duft von ihm ausging. Ihr Nase zuckte immer wieder, sie witterte. Er war frisch und erinnerte an den Duft eines Waldes nach einem Regenguss, aber darunter verbarg sich noch etwas anderes, Dunkleres, dass sie förmlich lockte, es näher zu erforschen. Mit schnellen flachen Atemzügen sog sie die verschiedenen Nuancen ein und spaltete sie auf. Sie schloss dafür kurz die Augen und genoss einfach dieses ursprünglichen Gefühle, wie sie in ihr aufstiegen und sich zum Tanz vereinten. Der Mann da unten war ...interessant.
Maruka hatte eine gute Beobachterposition gefunden und lag lang ausgestreckt auf seinem recht schmalen Ast, der ihren Körper gut verbarg. Ihre Umwelt war so lebendig wie sie sich fühlte. Ihre Schwanzspitze hatte manchmal die Tendenz unkontrolliert zu zucken, was sie gerade dadurch verbarg, dass sie sie mit einem Schenkel auf dem Ast eingeklemmt hatte. Ihre Augen schmulten durch das dichte Blattwerk des Baumes, der sich wie ein neues Zuhause anfühlte, wie ein Verbündeter. Wenigstens so lange, bis ein einzelnes Blatt sich löste und wie ein kleines Schiffchen herab segelte. Es landete auf der Schulter des Mannes. Bewegung kam in ihn und er drehte sich um.
„Na so etwas, bist du wieder hier, mein kleiner Freund? Willst du wieder ein paar Glühwürmchen fangen?“
Seine Stimme klang freundlich, unverständlich, aber auch etwas müde. Sein rotes Haar und ein spitzes Kinn lugten unter der Kapuze hervor. Neugierig spähte er in Richtung Baumkrone. Sofort kniff Maruka ihre Augen zu schmalen Schlitzen zusammen, da sonst ihr Glanz sie verraten könnte. Die Kapuze schob sich zurück und enthüllte ein schmales fein geschnittenes Gesicht, der Statue nicht unähnlich. Er hatte strahlend grüne Augen, in denen Müdigkeit und Traurigkeit standen. Er musste einst wirklich ansehnlich gewesen sein, aber er war zu dünn und alles an ihm wirkte zu spitz. In die elfischen Züge hatten sich Sorgenfalten eingegraben, die ihm einen scharfen Zug um den Mund gaben. Seine Augen wurden enger, während er versuchte, in den Schatten mehr zu erkennen.
Bruder Baum, verrate mich bitte nicht und schütze mich vor seinen Blicken.
Ihre Lieder lagen schwer über ihren halb geschlossenen Augäpfeln und ihre langen Wimpern verschleierten den Glanz ihrer sonst vielleicht von innen leuchtenden Seelenspiegeln. Ganz war es vielleicht nicht zu vermeiden, wollte sie nicht ganz die Augen schließen. Vorsicht und Neugierde rieten ihr den Fremden doch lieber im Auge zu behalten, handlungsfähig zu bleiben, wenn es notwendig werden sollte und „Bruder Baum“ nicht ganz zu vertrauen. Blieb also zu hoffen, dass er nichts weiter als zwei verirrte Glühwürmchen unter zig anderen erkennen würde.
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Gestalt » Freitag 12. August 2016, 22:37

Verschmolzen mit den Schatten des Baumes und der Nacht schwebte die schlanke Hybridin mit nichts außer ihrem Fell in den Ästen über dem Elfen. Ihre hellen blauen Augen waren zu Schlitzen zusammengezogen, um zu verhindern, dass ihre reflektierende Wirkung den Mann unter sich aufschreckten.
Dieser stand mit einem leichten Stirnrunzeln auf und sprach weiter.
„He, kleiner Freund, du bist doch sonst nicht so Schüchtern! Komm heraus, ich habe auch etwas für dich.“
Er griff in seinen löchrigen Ärmel und zauberte eine schmackhaft aussehende Frucht daraus hervor. Diese hielt er in Richtung Baum und Astwerk und ging dabei vorsichtig vorwärts.
Sein Ton war noch immer freundlich und Lockend, aber Marukas Instinkte schlugen an. Etwas in seiner Haltung oder Stimmlage ließen ihn alarmierter und misstrauischer wirken. Je weiter er ging, desto mehr schien er viel zu zielgerichtet auf ihre Position zu zu steuern. Gehört haben konnte er sie nicht, also mussten sie ihre Augen verraten haben! Aber noch war der Elf nur Vorsichtig, hätte er gewusst, was da über ihm lauerte, wäre er sicher vorsichtiger gewesen.
Sein Gang war, trotz seiner eher verlotterten und mageren Erscheinung, geschmeidig und seine Schritte sicher. Noch immer hielt er die Furcht nach oben, so als Suche er noch immer … was auch immer. Dabei bewegten sich seine grünen Augen suchend und tasteten förmlich seine Umgebung ab. Nur das er nichts fand, denn die Dunkelheit und Marukas Fell ließen sie förmlich unsichtbar werden. Sie spürte, wie ihre Muskeln angespannt von der stillen Haltung waren, aber sie wusste, dass sie noch längst nicht am Ende ihrer Kräfte war. Wenn es nach ihr ging, konnte das Versteckspiel noch Stunden dauern!
„Wirklich, du verschmähst diese köstliche Feige?! Das sieht dir aber gar nicht ähnlich!“
Fuhr er in der ihr unbekannten Sprache neckend fort. Und lief genau unter ihr hindurch! Vielleicht hatte er sie DOCH NICHT gesehen! Sie musste sich beherrschen, nicht zu kichern. Irgendwie bereitete ihr dieses Spiel Freude.
Noch immer scheinbar Ahnungslos schritt er weiter und gab ein unzufrieden klingendes Brummen aus. Währenddessen verrenkte sich die Hybridin, damit sie hm mit dem Blick weiter folgen konnte. Sich zu bewegen, ohne eine Laut zu machen, den eine Person fast unter ihr nicht wahrnehmen konnte, war schon eine rechte Herausforderung. Aber keine, die ihre Geschickten Glieder und ihr hervorragender Gleichgewichtssinn nicht lösen konnten! Geschmeidig, den Schwanz zu Hilfe nehmend, drehte sie sich auf der Stelle ohne auch nur ein Rascheln zu erzeugen. Meisterhaft!
Der Elf war währenddessen stehen geblieben und stieß ein Seufzten aus.
„Na so etwas, jetzt bilde ich mir auch noch Äffchen ein?! Kannst du das Glauben, Mhy’Ilyra! Nun holt mich der Wahnsinn doch noch ein.“
Er drehte sich wieder um und besah sich die Frucht. Mit einem Schulterzucken nahm er einen Bissen davon. Sie schien so gut zu schmecken wie sie aussah, denn er schloss dabei genüsslich die Augen.
Marukas Magen verkrampfte sich und gab ein unzufriedenes Knurren von sich.
Der Elf riss die Augen erschreckt auf und starrte die Hybridin, oder besser gesagt, die Stelle von der das Geräusch gekommen war, an.
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Maruka » Sonntag 14. August 2016, 17:46

Verschmolzen mit den Schatten des Baumes und der Nacht schwebte die schlanke Hybridin mit nichts außer ihrem Fell in den Ästen über dem Elfen. Ihre hellen blauen Augen waren zu Schlitzen zusammengezogen, um zu verhindern, dass ihre reflektierende Wirkung den Mann unter sich aufschreckten und es funktionierte.
Er sprach weiter, als würde er sich mit dem Baum an sich unterhalten, oder mit der Statur? Nein die saß ja neben ihm, aber er sah zumindest ungefähr in Marukas Richtung, so dass sie sich fragte, ob sie vielleicht doch gemeint war? Ihr Instinkt sagte ihr, dass sie noch nicht entdeckt worden war, aber der Kerl benahm sich äußerst merkwürdig.
„He, kleiner Freund, du bist doch sonst nicht so Schüchtern! Komm heraus, ich habe auch etwas für dich.“
Er brabbelte weiter in dieser angenehm klingenden Sprache und griff in seinen löchrigen Ärmel, dann zauberte eine schmackhaft aussehende Frucht daraus hervor. Diese hielt er in Richtung Baum und Astwerk und ging dabei vorsichtig vorwärts.
Was??? Will der mich füttern? Hat er mich doch entdeckt? Aber mein Kopf ist doch ganz wo anders... Vielleicht ist er so einer wie der alte 'Björn Steinsinger'? Der hat ja auch immer mit leblosen Dingen geredet.
Sie erinnerte sich kurz an das oft wirre Gesicht des senilen Alten, den alle in Mantron mochten, aber keiner richtig ernst nahm. Er war schon lange tot, aber einen lieberen Dorftrottel hatte es wohl nie gegeben. Maruka sah den Mann unter sich schon fast mit so etwas wie Mitleid an und zog ihre Paralelen. Sein Ton war noch immer freundlich und lockend, aber Marukas Instinkte schlugen an. Etwas in seiner Haltung oder Stimmlage ließen ihn nun doch alarmierter und misstrauischer wirken. Je weiter er ging, desto mehr schien er viel zu zielgerichtet auf ihre Position zu zu steuern. Gehört haben konnte er sie nicht, also mussten sie ihre Augen verraten haben! Aber noch war der Elf nur Vorsichtig.
Vielleicht sitzt hier sonst ein anderes Tier, was er füttern will, das Früchte mag?
Sein Gang war, trotz seiner eher verlotterten und mageren Erscheinung, geschmeidig und seine Schritte sicher.
Irgendwie beeindruckend...
Noch immer hielt er die Furcht nach oben, so als suche er noch immer … was auch immer. Dabei bewegten sich seine grünen Augen suchend und tasteten förmlich seine Umgebung ab. Nur das er nichts fand, denn die Dunkelheit und Marukas Fell ließen sie förmlich unsichtbar werden. Sie spürte, wie ihre Muskeln angespannt von der stillen Haltung waren, aber sie wusste, dass sie noch längst nicht am Ende ihrer Kräfte war. Wenn es nach ihr ging, konnte das Versteckspiel noch Stunden dauern und es machte einen heiden Spaß!
„Wirklich, du verschmähst diese köstliche Feige?! Das sieht dir aber gar nicht ähnlich!“
Fuhr er in der ihr unbekannten Sprache neckend fort. Und lief genau unter ihr hindurch! Vielleicht hatte er sie DOCH NICHT gesehen! Sie musste sich beherrschen, nicht zu kichern. Irgendwie bereitete ihr dieses Spiel Freude.
Genau wie Björn...hihihihi...
Noch immer scheinbar Ahnungslos schritt er weiter und gab ein unzufrieden klingendes Brummen aus. Währenddessen verrenkte sich die Hybridin, damit sie ihm mit dem Blick weiter folgen konnte. Sich zu bewegen, ohne eine Laut zu machen, den eine Person fast unter ihr nicht wahrnehmen konnte, war schon eine rechte Herausforderung. Aber keine, die ihre geschickten Glieder und ihr hervorragender Gleichgewichtssinn nicht lösen konnten! Geschmeidig, den Schwanz zu Hilfe nehmend, drehte sie sich auf der Stelle ohne auch nur ein Rascheln zu erzeugen.
Meisterhaft! Es gefällt mir langsam... Katze zu sein... denke ich...
Der Elf war währenddessen stehen geblieben und stieß ein Seufzten aus.
„Na so etwas, jetzt bilde ich mir auch noch Äffchen ein?! Kannst du das Glauben, Mhy’Ilyra! Nun holt mich der Wahnsinn doch noch ein.“
Er drehte sich wieder um und besah sich die Frucht. Mit einem Schulterzucken nahm er einen Bissen davon. Sie schien so gut zu schmecken wie sie aussah, denn er schloss dabei genüsslich die Augen.
Ach Menno, jetzt futtert der mir auch noch was vor! Könnte es denn nicht wenigstens ein schönes saftiges Stück Fleisch sein? Hier muss es doch auch gute Beute geben! So ein Äffchen wäre bestimmt lecker, oder vielleicht gibt es so was wie Hasen auch hier? Ach ja, Schneehase in Biersoße, schön fest Mit Speck umwickelt, dazu viel Soße und...
Marukas Magen verkrampfte sich und gab ein unzufriedenes Knurren von sich. Sofort bemerkte sie, dass sie einen Fehler begangen hatte und Wut stieg in ihr auf. Eigentlich war es die Wut über sich selbst, da sie sich von seinem Verhalten hatte anstecken lassen und sich in Vorstellungen über leckeres Essen ergangen hatte, statt sich auf die Jagd zu konzentrieren. Aber Wut war Wut und innerhalb einer Sekunde dachte man nun mal nicht besonders selbst analytisch.
Der Elf hatte die Augen erschreckt aufgerissen und starrte die Hybridin, oder besser gesagt, die Stelle von der das Geräusch gekommen war, an. Einen Hauch weiter links von der Stelle, die er betrachtete brach nun der schwarze Schatten auseinander und über ihn herein.
Für Marukas Muskeln war es, als löste jemand die Sicherung an einer Ballista. Die gespannten Sehen bekamen endlich eine Richtung und katapultierten ihren Körper im steilen Winkel auf ihn hinunter. Das Tier in ihr jubilierte, wollte herum toben, mit der Beute spielen, aber Maruka besann sich, als sie den schlanken Hals unter ihren Händen spürte. Sie hatte ihn auf den Rücken geworfen und hockte auf seinem Brustkorb, ein Bein auf jeder Seite seine Arme fixierend. Seine Atemgeräusche verrieten, dass er mehr als nur erschreckt war. Trotz des Überraschungsangriffs war er jedoch nicht umgefallen wie ein nasser Seesack, sondern hielt den Kopf noch auf der Brust. Er hatte also richtiges Fallen gelernt und Maruka wollte ihn ja auch nicht unbedingt töten... Ja, was wollte sie eigentlich? Da kam ihr eine Idee. Er hatte es ihr ja quasi angeboten und sie wäre ja unhöflich, wenn sie es nicht annehmen würde. Sie grinste und zeigte dabei ihre spitz zulaufenden Eckzähne, die sie ganz offensichtlich als Fleischfresser deklarierten.
„Eigentlich mag ich kein Obst...“
Sie griff nach der angebissenen Frucht, sprang auf und sah keck über ihre Schulter, kurz bevor sie wieder mit zwei Sätzen im Blätterwerk des Baumes verschwand:
„...aber Dankeschön.“
Und schon saß sie wieder auf ihrem Ast. Dieses Mal ließ sie jedoch ganz bewusst ihren Schwanz herunter hängen, während die Spitze wie ein Pendel elegant hin und her wellte. Mit ein wenig Abstand zwischen ihr und dem Mann schnupperte sie an der Frucht, die wirklich köstlich duftete und leckte einmal vorsichtig daran, dann biss sie hinein. Alles ohne ihren verdutzten Futterspender aus den Augen zu lassen, der wie vom Donner gerührt still am Boden lag und sie mit weit aufgerissenen Augen hinterher sah. Die Süße in ihrem Mund stimmte sie sofort etwas milder, da etwas süßes schon in Mantron zu seltenen Genüssen gehörte. Honig war schon schwer aufzutreiben, aber das hier …
Lecker! … kein Fleisch, aber lecker!
Die Feige war viel zu schnell gefressen und verdaut und machte sowieso Appetit auf mehr, also ließ sie sich aus seinem hungrig-neugierigen Instinkt heraus ein kleines Stück tiefer auf einem Ast nieder, so dass er sie sehen konnte und nicht nur sie ihn. Aus ihren hintergründig reflektierenden Augen beobachtete sie ihn und seine Reaktionen.
Verletzt hab ich ihn nicht, zumindest rieche ich kein Blut und so schwer war der Aufschlag nicht. Ob er mich überhaupt verstanden hat? Er hat bisher sich nur in dieser komischen Sprache mit der Statur unterhalten... vielleicht sollte ich...hm...? Dieser Name... vermutlich ein Name... er hat ihn immer wieder verwendet...
Mit einem Kopfnicken wies Maruka zu der Statur.
„Mhy’Ilyra... Ist das deine Gottheit?“
Ich hoffe, er spricht überhaupt die Sprache der Gemeinen.
Maruka selbst war recht stolz auf ihre flüssige Aussprache, da ihre Mutter sie ihr beigebracht hatte. Eona Sternentanz hatte sie sich angeeignet, da sie auch immer einmal wieder mit Händlern bei ihrer Arbeit in der Taverne in Berührung kam und es für wichtig hielt, dass auch Maruka sie konnte. Aber wie hielt es sich mit diesem Welfen, der vielleicht noch nie seinen Wald verlassen hatte oder gar keinen Grund sah, sich mit der Welt außerhalb seiner Heimat zu verständigen? Sehr weltgewandt sah er auf jeden Fall nicht aus mit seiner löchrigen Kleidung. Die Eiselfen die Mantron besuchten, waren immer sehr kühl und korrekt gewesen, aber konnte man die Spitzohren alle miteinander vergleichen? Sicher nicht! Dunkelelfen waren auch nicht wie Eiselfen gewesen und Marukas misstrauischer Blick dämpfte vielleicht ein wenig die Kontaktaufnahme, wenn es nicht schon ihr kleiner 'Angriff“ getan hatte. Sie hatte nicht nachgedacht, hatte ihn überrumpelt...
„Verstehst du mich...?“
Die Vorsicht gebot ihr aber weiterhin so weit in Deckung zu bleiben, dass sie durch eventuelle, vergeltende Wurfgeschosse oder dergleichen nicht getroffen werden konnte. Also war sie vorsichtig auf der einen Seite, aber auch neugierig, ob der Mann, ihr etwas unfreiwilliger 'Futterspender', für ein Gespräch erreichbar war.
„...oder hab ich dir weh getan?“
Ich hab nicht nachgedacht. Ich hab ihn doch nicht verletzt, oder? … aber … die Frucht war lecker!
Es hatte sich richtig angefühlt und ihre Instinkte hatte sie auch nicht mehr unterdrücken wollen. Außerdem war es jetzt schon gesehen. Impulsives, instinktives Handeln hatte halt seine Vor- und Nachteile. Sich mit anderen Möglichkeiten zu beschäftigen war jetzt ohnehin sinnlos, also blieb abzuwarten, was für Reaktionen ihr Gegenüber zeigen würde.
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Gestalt » Montag 15. August 2016, 21:28

„Eigentlich mag ich kein Obst...“
Stellte die Hybridin keck fest, während sie auf der Brust des Fremden saß, dessen Körper gespannt wie eine Bogensehne war. Sie kam nicht umhin, zu bemerken, dass unter den Lumpen Muskeln lagen, denen durchaus eine sehnige Kraft innewohnen musste. Der Durft nach Wald hüllte sie einen Moment völlig ein und endlich konnte sie etwas der ‚dunklen‘ Note heraus lesen. Ihm haftete ein herber männlicher Duft an, der ihr angenehm in der Nase lag und einen kleinen Schauer über den Rücken laufen ließ. Und darunter … war etwas wildes, aggressives und Blut! Hatte sie ihn doch verletzt? Aber oberflächlich war nichts zu sehen.
Maruka hatte nicht vorgehabt, sich dauerhaft nieder zu lassen und so schnappte sie sich die Feige und sprang geschickt zurück und in die Krone des Baumes.
Der Elf am Boden Schloss einen Moment die Augen und ein Schatten huschte über sein Gesicht. Ganz kurz wirkte es, als läge dort unten nicht länger ein harmloser, halb verhungerte Mann sondern etwas gefährliches, düsteres, dass nur darauf wartete, sie in fetzten zu Reißen. Aber der Moment war so schnell vergangen, dass Maruka den Eindruck hatte, sich alles nur eingebildet zu haben. Nur ihr buschiger Schwanz zeugte noch davon, dass der Moment in gewisser Weise Real gewesen sein musste. So oder so, der Tag, nein einfach ALLES war zu schön, um sich den Spaß verderben zu lassen!
„...aber Dankeschön.“
Neckte sie den am Boden liegenden. Neugierig schnupperte sie an ihrer Beute, leckte vorsichtig darüber und biss dann herzhaft in die süße Frucht.
Die Feige war viel zu schnell gefressen und verdaut und machte sowieso Appetit auf mehr, also ließ sie sich aus seinem hungrig-neugierigen Instinkt heraus ein kleines Stück tiefer auf einem Ast nieder, so dass er sie sehen konnte und nicht nur sie ihn. Aus ihren hintergründig reflektierenden Augen beobachtete sie ihn und seine Reaktionen.
Die Überraschung war aus seinen Zügen gewichen und hatte Verwirrung Platz gemacht. Ungläubig musterten die strahlend grünen Augen die Hybridin von Kopf bis Fuß.
Mit einem Kopfnicken wies Maruka zu der Statur.
„Mhy’Ilyra... Ist das deine Gottheit?“

Fragte sie neugierig und Musterte ihr Gegenüber. Dieser schien tonlos ihre Worte mit den Lippen nach zu Formen, bis endlich erkennen in seinen Augen eintrat.
„Verstehst du mich...?“
Die Vorsicht gebot ihr aber weiterhin so weit in Deckung zu bleiben, dass sie durch eventuelle, vergeltende Wurfgeschosse oder dergleichen nicht getroffen werden konnte. Also war sie vorsichtig auf der einen Seite, aber auch neugierig, ob der Mann, ihr etwas unfreiwilliger 'Futterspender', für ein Gespräch erreichbar war.
„...oder hab ich dir weh getan?“

Noch immer schien der Elf noch etwas durch den Wind, was seltsam war, denn schließlich war Maruka nun doch nicht SO Furchteinflößend und es war ohnehin nur ein ganz kleiner Schreck gewesen!
Zumindest wirkte er nicht so, als wolle er etwas nach ihr werfen.
Er schien etwas mit sich zu kämpfen, aber schließlich schlich sich ein zurückhaltendes Lächeln, das seine Augen nicht erreichte, auf seine Lippen.
„Ich verstehe. Es ist lange her das ich in diese Sprache gesprochen habe. Mhy’Ilyra ist …“
Mitten im Satz bracher er ab, um dann mit einer flüssigen, aber ruhigen Bewegung auf zu stehen, wobei er darauf bedacht war, den Sicherheitsabstand, den Maruka wahrte, weiter bei zu behalten. Seine klugen Augen fixierten sie und schienen ihren Blick hakten zu wollen.
„Wie bist du hierhergereist und warum bist du gekommen?“
Der Elf bemühte sich darum, möglichst präzise zu sprechen, was ihn unnatürlich und gestelzt klingen ließ.
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Beruf: Sklavin
Fähigkeiten: Pfeil und Bogen: durchschnittlich
Kampf mit Klauen/Reizzähnen: gut
Peitsche: rudimentär
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Maruka » Dienstag 16. August 2016, 21:34

Ihm haftete ein herber männlicher Duft an, der ihr angenehm in der Nase lag und einen kleinen Schauer über den Rücken laufen ließ und ihre Schwanzwurzelzucken ließ.
Mmrrrrrrrrrrr...
Und darunter … war etwas wildes, aggressives …
Hmmrrrrrrrrrrrrrrr...
Am liebsten hätte sie ein klitze kleines Bisschen ihre Krallen ausgefahren. Der Serval in ihr bekam ...Appetit?
… und Blut! Sofort schlug die Stimmung um. Hatte sie ihn doch verletzt? Aber oberflächlich war nichts zu sehen. Vor ihrem inneren Auge drehte sie ihn um um nach Verletzungen zu suchen, aber die Situation war zu gefährlich, für solche Spielchen und Maruka hatte nicht vorgehabt, sich dauerhaft auf ihm nieder zu lassen. Also schnappte sie sich die Feige und sprang geschickt zurück und in die Krone des Baumes. Der Elf am Boden schloss einen Moment die Augen und ein Schatten huschte über sein Gesicht. Ganz kurz wirkte es, als läge dort unten nicht länger ein harmloser, halb verhungerte Mann sondern etwas gefährliches, düsteres, dass nur darauf wartete, sie in Fetzen zu reißen. Aber der Moment war so schnell vergangen, dass Maruka den Eindruck hatte, sich alles nur eingebildet zu haben. Trotzdem war sie froh ihn wieder auf Abstand zu haben und nur ihr buschiger Schwanz zeugte noch davon, dass der Moment in gewisser Weise real gewesen sein musste. Ihre Instinkte warnten sie, aber sie verstand auch von ihrer menschlichen Seite aus, dass es nicht 'nett' gewesen war, ihn so zu erschrecken. Es hätte auch schief gehen können! So oder so, der Tag, nein einfach ALLES war zu schön, um sich den Spaß verderben zu lassen! Die Überraschung war aus seinen Zügen gewichen und hatte Verwirrung Platz gemacht. Ungläubig musterten die strahlend grünen Augen die Hybridin von Kopf bis Fuß und sie fühlte fast seinen Blick auf ihrem Fell. Hätte sie sich in diesem Moment auch nur einen Hauch menschlicher gefühlt, wäre ihr vielleicht eingefallen, dass sie quasi nackt war.
„Mhy’Ilyra... Ist das deine Gottheit?“
Fragte sie neugierig und musterte ihr Gegenüber. Dieser schien tonlos ihre Worte mit den Lippen nach zu Formen, bis endlich erkennen in seinen Augen eintrat.
„Verstehst du mich...?...oder hab ich dir weh getan?“
Da war Blut gewesen. Vielleicht hat er sich vor Schreck auf die Zunge gebissen, oder sich irgendwo beim Fallen gekratzt?
Ihre Nasenflügel zuckten in schnellen Atemstößen und ihre Schnurrhaare vibrierten im gleichen Takt. Noch immer schien der Elf noch etwas durch den Wind, was seltsam war, denn schließlich war Maruka nun doch nicht SO Furchteinflößend und es war ohnehin nur ein ganz kleiner Schreck gewesen!
Komm schon! Reiß dich zusammen. War doch nur ein kleiner Schubs!
Zumindest wirkte er nicht so, als wolle er etwas nach ihr werfen, was sie etwas entspannte, aber noch nicht ganz aus der Deckung kommen ließ. Er wiederum schien etwas mit sich zu kämpfen, aber schließlich schlich sich ein zurückhaltendes Lächeln, das seine Augen nicht erreichte, auf seine Lippen.
Falsche Augen... falsches Lächeln... Höflich? Taktik?
, schoss es ihr durch den Kopf. Flasche Augen hatte sie bei den Dunkelelfen zu genüge kennen gelernt. Sademos war darin ein Meister, aber der hier schien vor allem ungeübt im Lächeln zu sein.
„Ich verstehe. Es ist lange her das ich in diese Sprache gesprochen habe. Mhy’Ilyra ist …“
Ungeübt in manchen Dingen...
, interpretierte die Hybridin sein merkwürdiges Verhalten vorerst um es vielleicht später wieder über den Haufen zu werfen. Mitten im Satz brach er ab, um dann mit einer flüssigen, aber ruhigen Bewegung auf zu stehen, wobei er darauf bedacht war, den Sicherheitsabstand, den Maruka wahrte, weiter bei zu behalten. Seine klugen Augen fixierten sie und schienen sich in ihren Blick haken zu wollen.
„Wie bist du hierher gereist und warum bist du gekommen?“
Keine Antwort zu seiner Göttin, aber verständlich...
Der Elf bemühte sich darum, möglichst präzise zu sprechen, was ihn unnatürlich und gestelzt klingen ließ.
Ungeübt im Lächeln und Sprache, halb verhungert und steif wie'n Ast. Das kann ja was werden. Aber riecht er echt lecker!
Ein winziges belustigtes Funkeln glitt über ihre Augen.
Dann wollen wir mal ein bisschen spielen...
„Wie?...
Gereist? Komische Wortwahl. Er meint bestimmt wie ich hier her gekommen bin. Kann ihm ja nicht erzählen, dass eine Göttin mich hier in der Nähe abgesetzt hat und ich daraufhin vor einem größeren Jäger erst mal flüchten musste und dabei in den See gefallen bin. Dann hält er mich für verrückt, ungefährlich und vielleicht noch für total unfähig.
„Ich bin gerannt. Warum? Weil ich nicht mehr da sein wolle wo ich war. Und du?“
Das ist auf jeden Fall die Wahrheit!
Sie reckte das Kinn etwas, eine auffordernde Geste und schwang in einer fließenden Bewegung das Bein über den Ast um ins Sitzen zu kommen. Da sie sich nun schon mal unterhielten war vielleicht nicht sofort mit einem Angriff zu rechnen und sie könnte ihm vielleicht doch etwas näher kommen? Jetzt musterte ihn ganz offensichtlich von oben bis unten und verscheuchte die Gedanken daran, an seiner Haut zu lecken.
„Du bist häufiger hier bei ihr. Ich habe deine Spuren gesehen... Lebst du hier?“
Sie wies abermals mit einer Kopfbewegung auf die Statur unter sich und schwang das zweite Bein hinter sich um nun beide Füße auf dem nächst tiefer liegenden Ast, nicht weit über dem steinernen Kopf zu stehen und sich nun langsam, mit fließenden Bewegungen dort in die Hocke nieder zu lassen. Dabei ließ sie ihn nicht aus den Augen. Störte es ihn, dass sie sich 'Mhy’Ilyra' näherte?
„Das ist eine schöne Blume. Ich vermute von dir, oder? Du magst sie...“
Und ich bin ganz schön direkt... ein bisschen frech...
Vorsichtig schaute sie unter sich und dann gleich wieder ihn an um sich kurz darauf seitlich weiter zum Stamm hin zu bewegen. Sie ließ ihm Zeit ihr mit den Augen zu folgen, wie sie sich Stück für Stück dem Boden näherte. Ihre schwarz glänzenden Krallen waren ihr beim Klettern und auch bei dieser langsamen und vorsichtigen Bewegungsart sehr von Vorteil und die Rinde des Baumes war dick und griffig. Ihr biegsamer Leib wand sich um kleinere Zweige, ohne sie zu berühren und lautlos schelte sie sich langsam aus der Deckung des Stamms. Das letzte Stück, kurz über dem Boden ließ sie sich auf die Füße fallen, federte leicht in den Knien um ihn dann offen anzusehen:
...Aber... Ich muss wissen ob er...
„Stört es dich, dass ich jetzt hier bin? Bekommen wir ein Problem miteinander?“
So! Raus ist es. Wenn du mich auch verjagen willst, ich bin bereit.
Maruka hielt ihren Kopf leicht gesenkt und war nach allen Seiten sprungbereit, auch wenn sie noch recht entspannt wirkte. Solange er sie jetzt nicht angriff, konnte sie sich aufrichten und den menschlichen Teil in ihr mehr Freiraum geben. Selbst wenn er sich jetzt auf sie stürzen würde, konnte sie ihm noch alle vier Klauen entgegen strecken um ihn den Bauch aufzureißen. Manchmal war es auch von Vorteil aus der vermeintlich niedrigeren Position zu kämpfen. Aber eigentlich wollte ihre Raubkatze gar nicht kämpfen. Der Serval wollte etwas ganz anderes und ihre Nase zuckte abermals.
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Gestalt » Mittwoch 17. August 2016, 22:26

Ein winziges belustigtes Funkeln glitt über ihre Augen.
„Wie?...“
„Ich bin gerannt. Warum? Weil ich nicht mehr da sein wolle wo ich war. Und du?“
Sie reckte das Kinn etwas, eine auffordernde Geste und schwang in einer fließenden Bewegung das Bein über den Ast um ins Sitzen zu kommen. Jetzt musterte ihn ganz offensichtlich von oben bis unten und verscheuchte die Gedanken daran, an seiner Haut zu lecken.


Er runzelte kritisch die Stirn, als sie ihm offensichtlich auswich.

„Du bist häufiger hier bei ihr. Ich habe deine Spuren gesehen... Lebst du hier?“
Sie wies abermals mit einer Kopfbewegung auf die Statue unter sich und schwang das zweite Bein hinter sich um nun beide Füße auf dem nächst tiefer liegenden Ast, nicht weit über dem steinernen Kopf zu stehen und sich nun langsam, mit fließenden Bewegungen dort in die Hocke nieder zu lassen. Dabei ließ sie ihn nicht aus den Augen. Störte es ihn, dass sie sich 'Mhy’Ilyra' näherte?


Die grünen Augen des Elfen verfolgten jede Bewegung ihrerseits Aufmerksam, wobei sich Verwirrung und Misstrauen langsam von echtem Interesse ablösen ließen. Anzeichen dafür, unruhiger zu werden, wenn sie sich der Statue nährte, zeige er dabei nicht.

„Das ist eine schöne Blume. Ich vermute von dir, oder? Du magst sie...“
Vorsichtig schaute sie unter sich und dann gleich wieder ihn an um sich kurz darauf seitlich weiter zum Stamm hin zu bewegen. Sie ließ ihm Zeit ihr mit den Augen zu folgen, wie sie sich Stück für Stück dem Boden näherte. Ihre schwarz glänzenden Krallen waren ihr beim Klettern und auch bei dieser langsamen und vorsichtigen Bewegungsart sehr von Vorteil und die Rinde des Baumes war dick und griffig. Ihr biegsamer Leib wand sich um kleinere Zweige, ohne sie zu berühren und lautlos schelte sie sich langsam aus der Deckung des Stamms. Das letzte Stück, kurz über dem Boden ließ sie sich auf die Füße fallen, federte leicht in den Knien um ihn dann offen anzusehen:


Marukas ‚Tanz‘ durch das Astwerk ließ den Elfen nicht unberührt. Fasziniert folgte sein Blick jeder ihrer Bewegungen, während sich seine Augen verdunkelten. Seine Lieder senkten sich, während er das Bild ihrer schlanken Gestalt von der Schwanzspitze bis zum Kopf musterte. Und etwas ertappt blinzelte, als sie wieder sprach.

„Stört es dich, dass ich jetzt hier bin? Bekommen wir ein Problem miteinander?“
Maruka hielt ihren Kopf leicht gesenkt und war nach allen Seiten sprungbereit, auch wenn sie noch recht entspannt wirkte. Solange er sie jetzt nicht angriff, konnte sie sich aufrichten und den menschlichen Teil in ihr mehr Freiraum geben.


Er räusperte sich und senkte dabei etwas Schuldbewusst den Blick. Als er ihn wieder hob, war sein Gesicht ernst und unbewegt.
„Wir bekommen keine Probleme miteinander. Ich möchte dich nicht ergreifen oder dir ein Leid zufügen.“
Er machte eine weitschweifende Geste mit den Armen, so als wolle er die gesamte Lichtung umfassen.
„Dieses hier ist ein Ort der Friedlichkeit. Mhy’Ilyra ist eine Gefährtin, das hier ist ihre ewige Ruhestätte … der Ort, wo sie ruhen soll. Für immer.“
Als er den Namen der Statue erwähnte, schlich sich Traurigkeit in seinen Blick. Wer auch immer sie war, sie hatte ihm viel bedeutet.
„Ich Lebe, ja, und ich Wache. Aber nicht hier. Etwas weiter entfernt. Hier ruhe ich.“
Er musterte sie genauer und runzelte nachdenklich die Stirn.
„Ist das ein schlimmer Ort, da wo du herkommst? Sind dort Jäger die dich suchen?“
Etwas ließ sie ahnen, dass sein Celcianisch dafür sorgte, dass er nicht genau das sagte, was er sagen wollte. Aber offensichtlich hatte er nicht vor, sie mit ihrer doch recht knappen Begründung davon kommen zu lassen, auch wenn seine Art zu Fragen seltsam war.
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Maruka » Donnerstag 18. August 2016, 22:43

Die grünen Augen des Elfen verfolgten jede Bewegung ihrerseits aufmerksam. Verwirrung und Misstrauen mischten sich langsam mit echtem Interesse und ließen und erste Anzeichen von Unruhe zeigen, wobei diese aber nichts mit der Statur zu tun hatten. Es war merkwürdig ihn zu beobachten, wie er sie so ansah, als saugte er jede Regung in sich auf. Irgendwie wirkte er dabei
...ausgehungert?...
, befand der Serval für passenden und Maruka fand derzeit kein besseres Wort und würde bestimmt noch einige Rätsel bei diesem Kerl knacken müssen, aber irgendwie reizte sie diese Spiel auch. Sie hielt seine Aufmerksamkeit mit kleinen Fragen über Blumen auf sich gerichtet, während sie langsam mehr am Baum hinab glitt als kletterte. Marukas ‚Tanz‘ durch das Astwerk ließ den Elfen nicht ganz offensichtlich nicht unberührt. Fasziniert folgte sein Blick jeder ihrer Bewegungen, während sich seine Augen verdunkelten.
Was hat er nur? Hat er noch nie... Achso...
Maruka fiel plötzlich die Wahrheit wie Schuppen von den Augen und sie musste einmal schwer schlucken
Natürlich... so etwas wie mich, hat er bestimmt noch nie gesehen.
Seine Lieder senkten sich, während er das Bild ihrer schlanken Gestalt von der Schwanzspitze bis zum Kopf musterte.
Er starrt mich an...
Etwas ertappt blinzelte er, als sie wieder sprach und ihn kurzer Hand zur Wahrheit zwang.
„Stört es dich, dass ich jetzt hier bin? Bekommen wir ein Problem miteinander?“
Er starrt das Tier an...
Ein kleiner Stich wollte ihre gute Laune dämpfen, doch dafür fühlte sie sich einfach noch zu gut. Ich habe die Hand einer Göttin gehalten, was hatte er in letzter Zeit tolles erlebt, dass er über mich richten dürfte?
Maruka richtet sich auf und nahm unbewusst eine Haltung an, die ihre Mutter ihrem Vater gegenüber immer eingenommen hatte, wenn er mal wieder Unsinn getrieben hatte. Ihre Mutter, die Tänzerin, hatte eine elegante und stolze Anmut, die sie mit jeder Faser, mit dem kleinsten Finger ausstrahlen konnte und ihre Tochter hatte sie immer dafür bewundert. Sie hatte versucht ihr nachzueifern und vielleicht auch ein bisschen davor geerbt. Gerader Rücken, Brust raus, mit leicht weg gedrehtem Oberkörper, so dass die weibliche Silhouette besser zur Geltung kam, die Taille schmal, die Hüften keck geneigt und ein Bein leicht gebeugt an das andere lehnend. Den Fuß kaum aufgestellt, fast schwebend wie eine Feder. Die vorderer Schulter einen Hauch nach vorne gezogen, so dass die Wölbung sich harmonisch ins Gesamtbild fügte. Den Hals gerade, das Kinn leicht gesenkt und strenger Blick...
Er räusperte sich und senkte dabei etwas schuldbewusst den Blick. Als er ihn wieder hob, war sein Gesicht ernst und unbewegt.
„Wir bekommen keine Probleme miteinander. Ich möchte dich nicht ergreifen oder dir ein Leid zufügen.“
Er machte eine weit schweifende Geste mit den Armen, so als wolle er die gesamte Lichtung umfassen. Marukas Augen folgten noch leicht nervös seinen Bewegungen, da sie plötzlich so weit waren. Bei einem Angriff hätte er definitiv den Längenvorteil. Sie versuchte ihre Reaktionen zu unterdrücken, aber schluckte einmal und sah ihm dann wieder schnell in die Augen. Das Grün darin war irgendwie fesselnder, als ihre kurz aufgekeimte Hektik.
„Dieses hier ist ein Ort der Friedlichkeit. Mhy’Ilyra ist eine Gefährtin, das hier ist ihre ewige Ruhestätte … der Ort, wo sie ruhen soll. Für immer.“
Als er den Namen der Statue erwähnte, schlich sich Traurigkeit in seinen Blick.
Ewige Ruhestätte … wo sie ruhen … … ihr Grab.“
Letzteres flüsterte sie sehr leise, mehr zu sich, als zu ihm und nickte verstehend. Wer auch immer sie war, sie hatte ihm viel bedeutet und Maruka ließ dieser Blick nicht kalt; konnte er gar nicht. Ihre Brauen wanderten einander ein wenig näher und sie atmete einmal etwas heftiger.
„Ich lebe, ja, und ich Wache. Aber nicht hier. Etwas weiter entfernt. Hier ruhe ich.“
Er musterte sie genauer und runzelte nachdenklich die Stirn.
„Ist das ein schlimmer Ort, da wo du herkommst? Sind dort Jäger die dich suchen?“
Etwas ließ sie ahnen, dass sein Celcianisch dafür sorgte, dass er nicht genau das sagte, was er sagen wollte. Aber offensichtlich hatte er nicht vor, sie mit ihrer doch recht knappen Begründung davon kommen zu lassen, auch wenn seine Art zu Fragen seltsam war. Maruka atmete einmal tief durch und nahm etwas Strenge aus ihrer Haltung. Die Frage hatte sie bis jetzt immernoch nicht beantwortete, aber ein aufmerksamer Beobachter hatte sicher das leichte Sträuben ihres Schwanzes bemerkt, als der 'schlimme Ort' ihre Erinnerungen kurz wach rief. Jedoch währte dieser Effekt nicht lange, denn diesen Teil ihres Lebens, hatte sie hinter sich gelassen. Zumindest wollte sie das und erst einmal wollte sie ihr Beileid bekunden.
„Es tut mir leid um deinen Verlust und ich möchte werde ihre noch deine Ruhe stören. Ich möchte einfach ...“
Ja was will ich eigentlich hier?
Und plötzlich war es ich klar. Sie sah ihn an. Ein paar Atemzüge war ihr vollkommen egal wer er war, was er bedeutete oder einmal für sie sein könnte, Freund oder Feind. Er war da und nur das war wichtig. Er hatte gefragt. Er hatte es eben gesagt. Irgendwie hatte er eine Tür geöffnet...
„Auch ich suche einen Platz, wo ich Ruhe finden kann. Einen Platz wie diesen, wie diesen Baum, wie diesen See, wie diesen Wald. Auch ich möchte ...Ruhe finden.“
Sie schlug die langen Wimpern nieder und ließ die Schultern in eine entspannte Haltung sinken. So ehrlich, so wahr, so klar hatte sie sich schon lange nicht mehr gefühlt. Es war wahr. Nach all den Strapazen hatte sie eine Pause für ihre Seele mehr als nötig. Sie wollte einen Ort zu finden, wo sie sein konnte wie sie war, einen Platz zum Schlafen, einen Platz zum Leben. Aus ihrem emotionalen Zustand heraus wickelte sich ihr Schwanz um ihr langes angewinkeltes Bein und rollte sich unter ihrem Knie. Das sanfte Mondlicht und die kleinen Lichter der Insekten tanzten mit ihren Bewegungen über ihr Fell und malte sanften Schattenglanz auf ihre Rundungen.
„Ich möchte hier bleiben.“
Sie hob die Lieder und sah ihn schräg von unten her an.
„Ich weiß nicht wie lange, aber wäre das für dich in Ordnung?“
Manchmal stritten sich noch das Raubtier und der Mensch in ihr. Wie konnte ein starker Jäger auch ein so sanftes Wesen sein. Der Serval würde um den Baum kämpfen, der Mensch sehnte sich nach Harmonie und Geborgenheit. Um diese zu erreichen wollte sie sogar ganz ehrlich und offen sein.
„Was deine Frage angeht, woher ich komme... Darüber möchte ich noch nicht reden. Vielleicht werde ich nie darüber sprechen. Ich weiß es nicht.“
Dann tat sie etwas unüberlegtes und furchtbar dummes... meinte zumindest der Serval. Sie drehte ihm den Rücken zu und atmete tief durch. Dann ging sie langsam auf das Seeufer zu. Maruka hatte genug von ihrer Angst, von ihrer ständigen Furcht, dem Gefühl immer fliehen zu müssen. Sie hatte das Gefühl zu ersticken. Ihr Körper glühte von innen. Wenn dieser Mann sie bis jetzt nicht angegriffen hatte, dann würde er es vielleicht auch jetzt nicht mehr. Irgendwie war es ihr auch einerlei. Sie wollte sich nicht mehr schlecht fühlen, nicht mehr beschmutzt, nicht mehr minderwertig und hin und her geschoben werden wie Ware. Sie war Maruka! Sie hatte die Schatten der Nacht berührt und alles überlebt was man ihr antun wollte. Sie hatte gelitten, war gebrochen worden, hatte getötet, gefoltert, war geflohen, gejagt worden und doch hatte sie sich wieder aufgerappelt. Bedeutete dies nicht auch Stärke? Ja sie war vorher ein starker Mensch gewesen, aber unschuldig. War sie vielleicht jetzt durch ihre Erfahrungen ein noch stärkeres Wesen geworden?
Ich bin ein Hybrid. Ich bin halb Raubkatze, halb ein Mensch. Irgendwer, ein Gott oder sonst ein Wesen muss sich dabei etwas gedacht haben. Vielleicht ist es Schicksal. Ich bin so wie ich bin und das ist auch gut so. Es gibt mich halt. Es ist egal, wie andere mich sehen...
Kurz sah sie über ihre Schulter zu dem Fremden.
Lass ihn starren. Es ist wichtig wie ich mich sehe.
Stolz und dickköpfig wie sie nun mal war ging sie mit wiegenden Schritten und wallender Mähne auf das Wasser zu. Weiche Wellen reichten ihr über die Schulten bis zum Schwanzansatz, dort wo sich ihr kleiner fester Hintern über den straffen Schenkeln wölbte.
Sie machte zwei kleine Schritte in das flache Wasser und hockte sich hin um ihre Hände einzutauchen. Ihr Oberkörper lag flach und mit entspannten Rücken auf ihren Oberschenkeln auf. Da ihre Haare so wild nach vorne fielen, strich sie sie mit einer großzügigen Handbewegung über eine Schulter um sie da zusammen zu fassen. So konnte die die ganze Schönheit der Umgebung bewundern. Die Lichter malten ein kleines Feuerwerk auf die glitzernde Oberfläche und sie lachte leise.
Ich bin eine Katze die Wasser liebt.
Das Funkeln weckte unbewusst tatsächlich heimatliche Gefühle. So wie im Licht der Sonne der Schnee in Mantron glitzerte, so glitzerten hier die Sterne in diesem wundervoll verborgenen nächtlichen Waldsee. Eine diamantene Oase inmitten eines Meers aus Blättern und Schatten.
Ja, hier könnte ich ein neues Zuhause finden.
Es war nicht leicht ein Leben hinter sich zu lassen um ein neues zu beginnen, aber sie fühlte sich inzwischen stark genug um es wenigstens zu versuchen.
Mit einem Ohr lauschte sie auf ihren Beobachter und das andere lauschte in die Umgebung.
Auch so etwas, was ich vorher nicht konnte.
Lächelnd betrachtete sie ihr sogar ein wenig wohlwollender ihr Spiegelbild im Wasser und stutzte. Etwas blaues funkelte ihr entgegen. Irritiert hob sie die Hand und winkte ihn heran.
„Du... Ich weiß noch gar nicht deinen Namen?... Ich heiße Maruka. Kannst du mal kurz kommen?“
Als sie seine Schritte in ihrer Nähe wusste, sah sie aus ihrer geduckten Position zu ihm auf und suchte mit weit geöffneten Augen seinen Blick.
„Sag mal, hab ich blaue Augen?“
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Gestalt » Dienstag 20. September 2016, 20:38

„Es tut mir leid um deinen Verlust und ich möchte werde ihre noch deine Ruhe stören. Ich möchte einfach ...“
Ihre Kondolenz schien ihn wenig zu rühren und seine Reaktion viel entsprechend sparsam aus. Vielleicht hatte er es einmal zu oft gehört … oder vielleicht mochte er auch einfach keine Hybriden?
„Auch ich suche einen Platz, wo ich Ruhe finden kann. Einen Platz wie diesen, wie diesen Baum, wie diesen See, wie diesen Wald. Auch ich möchte ...Ruhe finden.“
Sie schlug die langen Wimpern nieder und ließ die Schultern in eine entspannte Haltung sinken.


Was dabei ihrem gesenkten Blick entging, war das Mitgefühl, dass in den Augen des Fremden erwachte. Es schien fast, als würden ihre Müdigkeit und ihr Wunsch nach Ruhe in ihm ein Echo finden.

Aus ihrem emotionalen Zustand heraus wickelte sich ihr Schwanz um ihr langes angewinkeltes Bein und rollte sich unter ihrem Knie. Das sanfte Mondlicht und die kleinen Lichter der Insekten tanzten mit ihren Bewegungen über ihr Fell und malte sanften Schattenglanz auf ihre Rundungen.
„Ich möchte hier bleiben.“
Sie hob die Lieder und sah ihn schräg von unten her an.


Des Elfen Blick traf ihren. Sein Gesicht verriet Verstehen und spiegelte denselben Wunsch wieder, der auch sie Bewegte. Sie konnte für einen Augenblick ein Echo ihrer Einsamkeit, aber auch ihrer Inneren Gehetztheit darin lesen. Für einen Augenblick schlich sich einen Moment der Verbundenheit ein, der die Einsamkeit in Beiden Herzen vertrieb - und dann wurde er sich darüber klar, dass er ihr zu viel Verriet und seine Miene verschloss sich. Fast konnte sie die Stahltore knallen hören, die sich Blitzschnell wie ein mentaler Panzer um ihn legten.

„Ich weiß nicht wie lange, aber wäre das für dich in Ordnung?“

Sein Blick wanderte in die Ferne, aber sein Kopf bewegte sich in einem sparsamen Nicken.

„Was deine Frage angeht, woher ich komme... Darüber möchte ich noch nicht reden. Vielleicht werde ich nie darüber sprechen. Ich weiß es nicht.“
Dann tat sie etwas unüberlegtes und furchtbar dummes... meinte zumindest der Serval. Sie drehte ihm den Rücken zu und atmete tief durch. Dann ging sie langsam auf das Seeufer zu.
Kurz sah sie über ihre Schulter zu dem Fremden.


Er beobachtete sie wieder ganz genau und schien jede ihrer Bewegungen zu studieren. Vielleicht hatte der Serval mit seiner Vermutung gar nicht so unrecht. Er hatte etwas Ausgehungertes an sich. Nur dass es ein Vielschichtiges Verlangen war.

Stolz und dickköpfig wie sie nun mal war ging sie mit wiegenden Schritten und wallender Mähne auf das Wasser zu. Weiche Wellen reichten ihr über die Schulten bis zum Schwanzansatz, dort wo sich ihr kleiner fester Hintern über den straffen Schenkeln wölbte.

Noch immer spürte sie den Blick im Rücken, der ein leichtes Jucken auf ihrer Haut hinterließ. Sie war sich, trotz tierischer Befürchtung, sicher, dass der Elf ihr nichts antun würde, und doch blieb ein prickeln der Gefahr, dass sie vor ihm warnte – und den Serval in ihr reizte.
Sie hatte genug durchgestanden, um sich durch derlei Gefühle nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Unbestreitbar war der Waldelf nicht ungefährlich … aber auf andere Weise, als es Sademos gewesen war. Maruka würde sich die gute Stimmung nicht verderben lassen!

Sie machte zwei kleine Schritte in das flache Wasser und hockte sich hin um ihre Hände einzutauchen. Ihr Oberkörper lag flach und mit entspannten Rücken auf ihren Oberschenkeln auf. Da ihre Haare so wild nach vorne fielen, strich sie sie mit einer großzügigen Handbewegung über eine Schulter um sie da zusammen zu fassen. Die Lichter malten ein kleines Feuerwerk auf die glitzernde Oberfläche und sie lachte leise.
Mit einem Ohr lauschte sie auf ihren Beobachter und das andere lauschte in die Umgebung.
Lächelnd betrachtete sie ihr sogar ein wenig wohlwollender ihr Spiegelbild im Wasser und stutzte. Etwas blaues funkelte ihr entgegen. Irritiert hob sie die Hand und winkte ihn heran.


Das leise Rascheln von Gras und Stoff verrieten ihr, dass er ihrer Bitte nachkam.

„Du... Ich weiß noch gar nicht deinen Namen?... Ich heiße Maruka. Kannst du mal kurz kommen?“
Als sie seine Schritte in ihrer Nähe wusste, sah sie aus ihrer geduckten Position zu ihm auf und suchte mit weit geöffneten Augen seinen Blick.
„Sag mal, hab ich blaue Augen?“


Er stand noch immer und hatte sich nicht neben sie Gekniet. Sein Blick war in die Ferne gerichtet, trotz dass Maruka mit ihm sprach, als sie jedoch die letzte Frage stellte, blickte er zu ihr herab. Ein sanftes Lächeln umspielte seine Lippen, als er ihr Gesicht eingehend Musterte. Gebannt vom unschuldigen Blick der Hybridin strich er ihr eine verirrte schwarze Strähne aus dem Gesicht.
„So intensiv blau wie die Schattenorchidee und so strahlend und hell wie das Sternenlicht.“
Gedankenverloren betrachtete er danach seine Finger und faltete seine Hände danach auf dem Rücken.
„Mich kennt man … nenn mich Enveri.“
Sein Blick wanderte zurück auf den See.
„Ich verstehe es ruhelos zu sein. Wenn dir dieser Ort Frieden bringt will ich dich nicht vertreiben. Mach den See zu deinem Heim. Nur um eines möchte ich dich Bitten. Geh niemals weiter als bis zu diesen Klippen und überschreite sie niemals. Dort lauert böses das dir Leid zufügen wird und ich wünsche dir das nicht.“
Wie um seine Worte zu untermalen zeigte er in einer weitschweifenden Geste zur Klippe, von der Maruka vor kurzem gesprungen war.
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Maruka » Samstag 24. September 2016, 14:59

Sie hob die Lieder und sah ihn schräg von unten her an. Des Elfen Blick traf ihren. Seine geschwungenen Wimpern rahmten das Rund seiner Iris und sie verfing sich im Dunkel, in seiner Mitte.
„Seelenspiegel“ sagt man.... seine Augen... aber ist es nicht ...viel mehr ein Abgrund? Ein umhüllendes schwarzes Gefühl ...ein Mantel, der vor Geheimnissen raschelt... und … der von Wünschen flüstert...
Sein Gesicht verriet Verstehen und spiegelte denselben Wunsch wieder, der auch sie bewegte.
Ruhe finden... das möchte auch er... wir... das haben wir vielleicht gemeinsam... Er wirkt so einsam...
Sie konnte für einen Augenblick ein Echo ihrer Einsamkeit, aber auch ihrer inneren Gehetztheit darin lesen. Für einen Augenblick schlich sich einen Moment der Verbundenheit ein, der die Einsamkeit in beiden Herzen vertrieb -
Sie sahen sich einfach nur an und jegliches Leid, das sie beide ertragen hatten, das die Welt ihnen auferlegt hatte, die Prüfungen die sie bestanden hatten und die Gefahren die sie überlebt hatten - Das alles rückte in den Hintergrund – zumindest für Maruka.
Einen winzigen Augenblick lang gab es nur diesen Blick und ihrer Verbundenheit.
Dieser einen Moment, wo nur zwei Fremde sich gegenüberstanden und sich doch so nah waren, er floss langsam wie schmelzender Schnee. Für Maruka blieb kurz die Zeit stehen und tausend Bilder ihrer Vergangenheit rasten an ihr vorüber. Es war, als mischten sich die Farben ihrer Erinnerungen zu einem einzigen Brei aus Formen und rotierten immer schneller ineinander um dann in einem dunklen Loch zu verschwinden. Sein Blick, er hielt sie im hier und jetzt und ließ alles andere verblassen und dann wurde er sich darüber klar, dass er ihr zu viel verriet und seine Miene verschloss sich. Sein Gesichtszüge änderten sich kaum, aber der Riss war so drastisch und schnell, dass sich Maruka fast „geohrfeigt“ fühlte. Fast konnte sie die Stahltore knallen hören, die sich blitzschnell wie ein mentaler Panzer um ihn legten.
Hab ich etwas falsch gemacht?
, schoss es ihr durch den Kopf und sie wandte schnell den Blick ab. Aggressiven Wölfen sah man auch nicht in die Augen.
Dumm... sehr dumm!...
Also kam sie zu ihrem Problem zurück und vielleicht hatte sie sich den Moment der Vertrautheit ja auch nur eingebildet. Er war ja nur ein Wimpernschlag lang da gewesen.
Bin ich schon so verzweifelt? Suche ich so sehr einen... einen Freund? …ein Rudel? ...Irgendjemand der... mich einfach nur mag?... THEMAWECHSEL!
Sie musste ihn fragen ob sie hier bleiben konnte.
„Ich weiß nicht wie lange, aber wäre das für dich in Ordnung?“
Sein Blick wanderte in die Ferne, aber sein Kopf bewegte sich in einem sparsamen Nicken.
...Gut...Es ist in Ordnung...aber deshalb mag er mich noch lange nicht... Warum auch! Ich bin... Ausschussware, wie Jan der Fischer sagen würde. Ein Fisch mit zwei Köpfen, sechs Augen und Fell landet auf keinem Teller, so gut er auch schmecken würde. Die Menschen mögen nur das vertraute.
Die immer wieder auftauchenden kleinen Gedanken an ihre Heimat schmerzten zwar nicht mehr so sehr wie zu beginn, aber drüber reden? Nein! ...Noch nicht.
„Was deine Frage angeht, woher ich komme... Darüber möchte ich noch nicht reden. Vielleicht werde ich nie darüber sprechen. Ich weiß es nicht.“
Dann drehte sie ihm den Rücken zu und atmete tief durch. Sie ging langsam auf das Seeufer zu und sah über ihre Schulter zu dem Fremden. Er beobachtete sie wieder ganz genau und schien jede ihrer Bewegungen zu studieren. Vielleicht hatte der Serval mit seiner Vermutung gar nicht so unrecht. Er hatte etwas ausgehungertes an sich, so wie er da still da stand und ihr nachsah. Sie spürte ein leichtes Jucken auf ihrer Haut, dort wo sein Blick haften blieb und rieb sich unbewusst über das seidige Fell, dass sich über ihre die sanften Kurven ihrer Hüften legte. Trotz der tierischen Befürchtung, war sie sicher, dass der Elf ihr nichts antun würde. Sie hatte genug durchgestanden, um sich durch derlei Gefühle nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Unbestreitbar war der Waldelf nicht ungefährlich! So richtig wusste sie noch nicht, was sie von ihm halten sollte, aber innerlich zuckte sie nur mit den Schultern.
Ich lass mir nicht die Stimmung verderben!
Sie hockte sich ins Wasser und entdeckte das blaue Glitzern.
Das leise Rascheln von Gras und Stoff verrieten ihr, dass er ihrer Bitte zu ihr zu kommen nach gekommen war, dann sah sie aus ihrer geduckten Position zu ihm auf und suchte mit weit geöffneten Augen seinen Blick.
„Sag mal, hab ich blaue Augen?“
Er stand noch immer und hatte sich nicht neben sie gekniet. Sein Blick war in die Ferne gerichtet, trotz dass Maruka mit ihm sprach, als sie jedoch die letzte Frage stellte, blickte er zu ihr herab. Ein sanftes Lächeln umspielte seine Lippen, als er ihr Gesicht eingehend musterte. Es veränderte seine Mimik so sehr, dass auch Maruka lächeln musste. Nur war ihr Lächeln eben niemals nur angedeutet, sondern es kam tief aus ihrer Seele, war rein und unverfälscht und sie freute sich schlicht über seine Reaktion, egal was dies auch bewirkt haben mochte.
Gebannt vom unschuldigen Blick der Hybridin strich er ihr eine verirrte schwarze Strähne aus dem Gesicht und ihre Lippen öffneten sich leicht. Ihre Sinne kosteten seinen nahen Geruch wie einen seltenen Wein und ihre Haut kribbelte unter der dünnen, schützenden Schicht Seide. Seine Lippen öffneten sich und er sprach:
„So intensiv blau wie die Schattenorchidee und so strahlend und hell wie das Sternenlicht.“
Wa...???
Jedes Wort tropfe wie goldener Honig in ihre hungrige Seele. Es war ihr Klang...seine Stimme...
Ihre Pupillen weiteten sich und ihre Gedanken setzten einen Moment aus. Mit leicht geöffneten Mund starrte sie ihn an! Ihr Serval machte es noch schlimmer, denn die Berührung, so vorsichtig sie auch gewesen war, sie erzeugte ein sehr verräterisches tiefes Brummen in ihrer Brust. Das einzig Gute daran war, dass es sie zurück aus den Anfängen eines Traums holte, der gerade sehr bildgewaltig einsetzen wollte...
**Seine Hand streichelte sie sanft – zu sanft! Es kitzelte und sie wollte sich das Fell wieder gerade streichen, dass er so zärtlich aufgewühlte hatte, da griff er fest in ihren Nacken. Beherzt gruben sich seine Finger in das schwarze Meer ihrer Mähne und ihr Nacken wölbte sich, ihr Gesicht hob sich sehnsüchtig seiner Berührung entgegen...**
Und wo kam das nun wieder her?
Maruka schluckte sicht- und hörbar.
HIMMEL...ist der Kerl scharf! -
-
AUS!!!! SCHLUSS! Was mach ich denn???!!! Nix! Ich hab nix gemacht! Alles gut! Guck einfach weg! Leichte Übung! Einfach nicht hinsehen!

Sie schlug die Lieder nieder und als ihr das gelungen war presste sie sie fest aufeinander, aber der Tagtraum ging rasant weiter. Fantasien waren etwas furchtbar verwirrendes, wenn man ein so gespaltenes Wesen war wie sie. Vielleicht lag es ja an dem Klang seiner Stimme, seinem Duft oder sie wurde einfach verrückt?
**Seine nackte Haut glänzte leicht im Sternenlicht. Sie war hell und der Kontrast war so stark, dass er faszinierte. Er hatte gebadet, stand im See, kam langsam auf sie zu und das Wasser perlte an ihm herab. Sie wollte jeden einzelnen Tropfen...**

Sie senkte ihr Haupt und wandte das Gesicht ab. Wäre sie noch ganz Mensch, so hätte die Röte ihrer Wangen jeden ihrer Gedanken verraten, doch nun schützte sie ihr schwarzes Fell. Nur die Innenseite ihrer Ohren... GLÜHTEN als hätten die Leuchtkäfer ihre Nester darin gebaut!
Beruhige dich! ...Leicht gesagt...
Wenigstens ließ er von ihr ab, betrachtete in Gedanken verloren seine Finger und faltete seine Hände danach auf dem Rücken.
„Mich kennt man … nenn mich Enveri.“
Sein Blick wanderte zurück auf den See, wo auch Maruka derweil versuchte ihr Gleichgewicht wieder zu finden.
"Kennt man, nennt mich“ ... Enveri? Ob das sein richtiger Name ist? Mich nannte man auch Katze.
„Ich verstehe es ruhelos zu sein...
Und schon war sie wieder ganz bei ihm.
Dann war der Moment vorhin... vielleicht doch nicht nur Einbildung?
„...Wenn dir dieser Ort Frieden bringt will ich dich nicht vertreiben. Mach den See zu deinem Heim. Nur um eines möchte ich dich bitten...“
Sie sah aufmerksamer zu ihm auf.
„Geh niemals weiter als bis zu diesen Klippen und überschreite sie niemals. Dort lauert böses das dir Leid zufügen wird und ich wünsche dir das nicht.“
Wie um seine Worte zu untermalen zeigte er in einer weit schweifenden Geste zur Klippe, von der Maruka vor kurzem gesprungen war. Sie folgte seiner Bewegung und knurrte leise.
„Ich weiß.“
Auch wenn er seine Mauern wieder ausgebaut hatte, hieß das noch lange nicht, dass sie das tat. Maruka hatte gesehen, dass sie etwas verband und eben hatte er es auch gesagt. Er hatte zugegeben, dass auch er sich Frieden und Ruhe wünschte und das verband sie, so unterschiedlich sie auch waren. Und da war noch etwas, etwas das sie leicht schmunzelnd auf das Wasser blicken ließ. Ein warmes Gefühl machte sich in ihrer Brust breit und auf dieses Gefühl wollte sie sich konzentrieren mehr als auf das Ziehen weiter unten. Die Wärme in ihrem Herzen rührt von seiner Äußerung, dass er ihr kein Leid wünschte. Er sorgte sich um sie, wie in einem...
Rudel?
Wenn man von Kindesbeinen mit Wölfen aufwuchs, dann übernahm man gewisse Angewohnheiten. Und so kam es dass Maruka unbewusst seine Nähe suchte, wie es ein Wolf getan hätte. Ohne nachzudenken, überbrückte sie das winzige Stück das sie noch von seinem Bein trennte und lehnte sich, immernoch hockend, mit ihrer Seite dagegen. Früher hatten die Wölfe ihres Vaters das häufig bei ihr getan. Als sie noch klein war, war sie dabei oft umgefallen und dann überschwänglich abgeschleckt worden. Ihr Vater hatte ihr erklärt, dass das „Kontakt-liegen“ hieß und die soziale Bindung in einem Rudel ausdrückte. Wann immer ein Rudermitglied in der Nähe war, suchte es sich einen andern um sich anzulehnen. Der Körperkontakt war etwas so selbstverständliches wie das Atmen. Katzen mochten manchmal Einzelgänger sein, aber Mantroner konnten einfach nicht ohne ihre Familie... oder ihr Rudel existieren. Die Nähe gab ihnen Sicherheit und jetzt war es auch so bei Maruka. So an ihn gelehnt, fühlte sie sich gleich deutlich wohler. Irgendwie war es schon seltsam: Solange sie ihn berührte, ging es ihr bestens. Selbst als sie ihn angesprungen und auf seinem Brustkorb gesessen hatte, hatte sie sich gut und lange nicht mehr so lebendig gefühlt, aber wenn er sie berührte, dann schien etwas in ihr aus den Fugen zu geraten?
Was hatte er eben gesagt? Da oben lauert böses?... aber woher?...
„Da oben – Über dem Klippenrand, da hat mich ein anderer Kater... also ein großer Raubkater, schwarz – kenne die Bezeichnung nicht...also er hat mich gejagt, als ich in seinem Revier... aufgetaucht war. Ich glaube, er ist nicht gut auf mich zu sprechen... aber …ich frage mich nur... ob wir das gleiche meinen.“
Sie sah immernoch nicht auf. Der nächtliche See und das Glitzern der Sterne faszinierte sie und fing immer wieder ihren Blick ein. Und an der Seite des Waldelfen fühlte sie sich gut. Seine angespannten Muskeln unter der Hose fühlten sich stark an. Sowieso ähnelte er den Menschen ihrer Heimat ein wenig, wenn gleich ihm auch deutlich an Masse fehlte. Er sollte unbedingt mehr essen! - Was sie auch wieder auf ihren eigenen Appetit brachte.
„Könntest du... also wenn ich hier jagen will... Könntest du mir etwas über diesen Wald erzählen? Wie heißt er? Oder seine Pflanzen? Welche kann ich essen, welche sind gefährlich? Welche Tiere kann man hier gut jagen, wie nennst du sie, wie sehen sie aus und wie weit zieht sich diese Klippe durch den Wald? Gibt es eine Stelle wo man wieder hinauf kommen könnte, oder „er“ hinunter? Wie lebst du hier? Wo schläfst du? Heißt du wirklich Enveri? Ach ja, und was bewachst du eigentlich? Du meintest vorhin, du seist ein Wächter. Ähm... also nur nur wenn du magst, meine das Erzählen. Ich könnte ein paar gute Ratschläge zu dieser Umgebung gut gebrauchen und jetzt... da wir uns einig sind...“
Der Damm, der ihre Neugierde im Zaum gehalten hatte, war allem Anschein nach gebrochen und rollte nun einer Flutwelle gleich über den Elfen hinweg. Maruka setzte ihr liebstes Lächeln auf, dass auch immer bei ihrem Vater dazu geführt hatte, dass er sie mit auf die Jagd genommen hatte, selbst wenn sie mit ihrer Mutter hatte das Tanzen, Gerben, Nähen oder Kochen hatte üben sollen. Sie lehnte ihren Kopf an seinen seitlichen Oberschenkel, wartete kurz, ob er zurück zucken würde, hob dann mit leichter, kreisender Reibung ihrer Schläfe an seinem Bein hoch und blinzelte süß mit ihren großen Augen, was mehr aus der tierischen Seite kam. Das ihr Lächeln auch die Spitzen ihrer für einen Menschen deutlich zu langen Eckzähne entblößte, war ihr nicht bewusst. Wie auf schimmernden, weißen Perlen fing sich das Licht der Sterne und brachte sie zum glänzen.
„Hilfst du mir ein bisschen...mich hier einzugewöhnen? Ich hab ...Hunger... großen!“
Seine Nähe tat zwar gut, aber stillte ihren Appetit leider überhaupt nicht. Ganz im Genteil! Irgendwie riet ihr Unterbewusstsein ihr das merkwürdige, tiefer sitzende neue Hungergefühl mit einer gesteigerten Nahrungsaufnahme zu kompensieren.
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Gestalt » Mittwoch 5. Oktober 2016, 21:58

Wie um seine Worte zu untermalen zeigte er in einer weit schweifenden Geste zur Klippe, von der Maruka vor kurzem gesprungen war. Sie folgte seiner Bewegung und knurrte leise.
„Ich weiß.“


Neugierig blickte der Waldelf zu Maruka herab.

Ohne nachzudenken, überbrückte sie das winzige Stück das sie noch von seinem Bein trennte und lehnte sich, immer noch hockend, mit ihrer Seite dagegen.

Sie spürte für einige Augenblicke Anspannung in seinem Bein, aber je länger sie daran lehnte, desto entspannter wurde er.

„Da oben – Über dem Klippenrand, da hat mich ein anderer Kater... also ein großer Raubkater, schwarz – kenne die Bezeichnung nicht...also er hat mich gejagt, als ich in seinem Revier... aufgetaucht war. Ich glaube, er ist nicht gut auf mich zu sprechen... aber …ich frage mich nur... ob wir das gleiche meinen.“

Der See, der ihren Blick gefangen hielt, bezauberte durch seine Schönheit. Die Glühwürmchen, die darauf tanzten, glitten in Schwärmen darüber und erleuchteten die Nacht in einem fast gespenstischen Licht. Ihrer Beider Spiegelbilder wurden durch die leichten Wellen des Sees verzerrt und bildeten einen Gemeinsamen dunklen Schemen.

„Panther.“

Merkte er mit etwas Verzögerung an.

„Könntest du... also wenn ich hier jagen will... Könntest du mir etwas über diesen Wald erzählen? Wie heißt er? Oder seine Pflanzen? Welche kann ich essen, welche sind gefährlich? Welche Tiere kann man hier gut jagen, wie nennst du sie, wie sehen sie aus und wie weit zieht sich diese Klippe durch den Wald? Gibt es eine Stelle wo man wieder hinauf kommen könnte, oder „er“ hinunter? Wie lebst du hier? Wo schläfst du? Heißt du wirklich Enveri? Ach ja, und was bewachst du eigentlich? Du meintest vorhin, du seist ein Wächter. Ähm... also nur nur wenn du magst, meine das Erzählen. Ich könnte ein paar gute Ratschläge zu dieser Umgebung gut gebrauchen und jetzt... da wir uns einig sind...“
Sie spürte, wie er das Gewicht etwas verlagerte, trotz allem darum bemüht, ihr ihre ‚Stütze‘ nicht zu nehmen. Genoss er den Körperkontakt vielleicht genauso wie sie?
Seine Augen Leuchteten erheitert und er holte Luft, um ihr zu Antworten, da … lehnte Maruka ihren Kopf an seinen seitlichen Oberschenkel, wartete kurz, ob er zurück zucken würde, hob dann mit leichter, kreisender Reibung ihrer Schläfe an seinem Bein hoch und blinzelte süß mit ihren großen Augen, was mehr aus der tierischen Seite kam. Das ihr Lächeln auch die Spitzen ihrer für einen Menschen deutlich zu langen Eckzähne entblößte, war ihr nicht bewusst. Wie auf schimmernden, weißen Perlen fing sich das Licht der Sterne und brachte sie zum glänzen.

Es schien als habe es ihm die Stimme verschlagen und er sah sie nur gebannt an.

„Hilfst du mir ein bisschen...mich hier einzugewöhnen? Ich hab ...Hunger... großen!“

Enveri löste sich mit einem Blinzeln aus dem Bann, in den ihn der Blick der Hybridin gebracht hatte und Antwortete. Ein Lachen sprach aus seinen Augen.

„Hast du je nach so vielen Fragen eine zufriedenstellende Antwort auf jede davon bekommen? Ich bereue keine Notizen gemacht zu haben! Da mein Geist offenbar zu langsam ist, um mit deinem Mund mit zu halten, beschränke ich mich auf das Wesentliche …“

Er legte den Kopf schief und grinste doch tatsächlich verschmitzt. So wirkte er fast Spitzbübisch, doch wie alle Gesichtsausdrücke, die zu lange von Neutral oder traurig-grüblerisch abwichen, verschwand er schnell wieder.

„Der Panther, er ist nur da, um Ungebetene am Eintreten zu hindern … du musst schnell sein, dass du ihm entkommen konntest. Nein, das Böse dort ist weit schlimmer als ein schneller Tod. Aber lass uns nicht von bösen Dingen sprechen, ich zeige dir den Wald, so wie ich ihn kenne!“

Seine Hände stützten sie kurz, als er sein Bein, das sie bisher als Lehne genutzt hatte, zurückzog. Seine knappe Aufforderung wirkte gegenüber der fürsorglichen Geste kalt.

„Folge mir.“

Wies er sie an und schritt ohne Zögern los. Sein Gang war zielsicher trotz der Dunkelheit und verriet, dass er das Terrain hier sehr gut kennen musste. Am Rand des Waldes erwartete sie eine Mauer aus Schwärze (nun zumindest musste es für den Waldelfen so wirken, denn Maruka konnte noch immer ihre Umgebung erkennen, wenn auch etwas schlechter, als im Licht des Sees und der Sterne). Allerdings behalf sich Enveri recht Schnell mit dem Problem der Dunkelheit. Seine langen schlanken Hände vollführten eine elegante, aber äußerst komplizierte, Bewegung während er sehr Leise ein paar Worte flüsterte. Und plötzlich begannen die Ranken an den Bäumen und das Laub auf dem Boden an, sanft zu leuchten.
„Ich habe Angst, über die Jagd werde ich dir nicht viel beibringen können, aber ich kenne einige schmackhafte Wurzeln, Früchte und Pflanzen, die zur Nahrungsannahme funktionieren.“
Er schritt schweigsam in den Wald und begann dann, Maruka die Wunder des Kapayu zu zeigen. Er erläuterte, welche Pflanzen es zu meiden galt, welche zur Stillung von Blutungen oder der Beruhigung eines Aufgewühlten Magens geeignet waren und welche man Essen konnte. Dabei erwies er sich als ein ganz hervorragender Erzähler und schaffte es, seine Erklärungen mit kleinen Anekdoten über die Objekte des Interesses zu würzen. Seine Stimme war angenehm, auch wenn sie recht schnell rau wurde, so als wäre es nicht gewohnt, so viel zu sprechen. Und selbst wenn eine Umschreibung mal nicht so unterhaltsam war, sorgte seine etwas steifer und ungewohnter Umgang mit dem Celcianisch für einige unterhaltsame Versprecher.

Die Essbaren Dinge vernachlässigte er zum Glück nicht, und so verstand er es ganz gut, Marukas Mund mit dem Probieren unterschiedlichster Früchte und Wurzeln zu beschäftigen. Diese waren mal mehr, mal weniger Schmackhaft und zum Glück war es genug um das schlimmste rumoren ihres Magens zum Schweigen bringen. Allerdings reichte es auch nur dafür … langsam leuchtete ihr ein, warum der Waldelf so dürr war. Wenn man so viel Laufen musste, nur um ein paar kleine Häppchen zu ergattern …

So großzügig er auch darin war, Auskunft über den Dschungel war, so sparsam wurde er, wenn es um Dinge Ging, die ihn selbst oder seine Vergangenheit betrafen. Offenbar war Maruka nicht die Einzige, die empfindliche Themen kannte.
Der Wald schwirrte vor Leben und schien auch in der Nacht keine Ruhe zu finden. Vögel krächzten, Äffchen zwitscherten und ständig raschelte etwas im Gebüsch. Und dabei waren sie schon innerhalb kürzester Zeit umgeben von hohen Baumstämmen und dichtem Gebüsch, dass sich zum Glück verdünnte, nachdem sie etwas weiter in den Wald hineintraten. Das eintönige Grün und Braun um sie herum machte es unmöglich, sich zu orientieren, und doch schien Enveri stets zu wissen, wo sie sich befanden. Oder er war verdammt gut darin, so zu wirken, als wüsste er, wo er wäre.

Das Licht um sie herum, dass sich mit dem Waldelfen bewegte, malte faszinierende Schatten in den blättern der höheren Äste und immer wieder fanden einige, durchaus größere, Insekten ihren Weg zu den Leuchtenden Blättern. In ihrer Geistesgegenwart hatte Maruka den Elfen dazu gebracht, ihr zu sagen, welche der Insekten Essbar waren. (Nämlich alles, das keine grellen Farben hatte oder seltsam roch. Er beteuerte, dass es eine große Raupe gäbe, die in der mittleren Ebene lebte, und die als Delikatesse gelte.) Und so nutzte sie die Gelegenheit, als ein besonders dicker, brauner Käfer auf einer Wurzel landete und fing ihn geschickt ein. Dabei vollzog sie einen besonders beeindruckenden Satz über gute anderthalb Meter und wirbelte bei der Landung einige der Blätter auf dem Waldboden auf. Diese Stoben in einem leuchtenden Wirbel auf und verloschen dann. Enveri hatte währenddessen über die aufkratzende Wirkung eines Pflanzsaftes einer Ranke gesprochen (scheinbar wollte er mit einer Enzyklopädie konkurrieren, denn er fand immer neue Dinge, die er erklären konnte und hatte auf jede Frage, bezüglich des Waldes, eine erschöpfende Antwort). Als der Käfer jedoch munter unter Marukas Händen zappelte, hielt er inne. Etwas irritiert hob sie den Kopf, und bemerkte dabei, dass das Leuchten, dass sie bisher stets begleitet hatte, erloschen war. Der Waldelf hielt sich, halb zusammengesunken, an einem der breiten Stämme der Urwaldbäume fest. Sein Gesicht hatte sämtliche Farbe verloren und er rang sichtlich darum, sich aufrecht zu halten.
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Maruka » Donnerstag 6. Oktober 2016, 18:18

Enveri löste sich mit einem Blinzeln aus dem Bann, in den ihn der Blick der Hybridin gebracht hatte. Seine langen, schönen Wimpern flatterten dabei wie Schmetterlinge, die sie gern fangen wollte. Ein Lachen sprach aus seinen Augen, dass sie sehr glücklich machte.
„Hast du je nach so vielen Fragen eine zufriedenstellende Antwort auf jede davon bekommen?..."
Maruka schüttelte wahrheitsgemäß bestätigend den Kopf an sein Bein geschmiegt und kicherte leise. Nein, wann immer sie ihre Umwelt mit Fragen überhäuft hatte, hatten am Ende Teile gefehlt, aber so konnte sie die Menschen gut aus ihrer Reserve locken und niemand fühlte sich unwohl. Es machte nichts.
"...Ich bereue keine Notizen gemacht zu haben! Da mein Geist offenbar zu langsam ist, um mit deinem Mund mit zu halten, beschränke ich mich auf das Wesentliche …“
Es machte wirklich nichts aus. Weder, dass sicher etwas verloren gehen würde, noch dass er langsamer dachte als ihr Mund sprach. Sie mochte das Lächeln in seinem Gesicht und das allein zählte. Sie wusste nur zu genau, dass von all den Fragen, die sie gestellt hatte sie kaum die Hälfte noch einmal wiederholen könnte. Verhuscht wie sie manchmal war, würden eher Neue entstehen.
Er legte den Kopf schief und grinste doch tatsächlich verschmitzt. So wirkte er fast spitzbübisch, doch wie alle Gesichtsausdrücke, die zu lange von Neutral oder traurig-grüblerisch abwichen, verschwand er schnell wieder, was sehr schade war.
„Der Panther, er ist nur da, um Ungebetene am Eintreten zu hindern … du musst schnell sein, dass du ihm entkommen konntest. Nein, das Böse dort ist weit schlimmer als ein schneller Tod. Aber lass uns nicht von bösen Dingen sprechen, ich zeige dir den Wald, so wie ich ihn kenne!“
Also ahnte ich richtig, dass das da noch mehr ist...
Seine Hände stützten sie kurz, als er sein Bein, das sie bislang als Lehne genutzt hatte, zurückzog. Maruka lehnte sich bei der Berührung noch ein wenig mehr gegen ihn, schmiegte sich in seine Handflächen, die an ihren Schultern ruhten. Irgendetwas an seinen Berührungen mochte sie und sie fühlte sich nicht mehr so alleine. Er bemühte sich, ihr nicht seinen Halt zu versagen, was mehr war als sie erwartet hatte, aber Maruka wäre es auch egal gewesen, wäre er einfach los gelaufen und hätte sie umfallen lassen. Sie hätte sich aufgerappelt und wäre ihm genauso vergnügt hinter her tänzelt, wie sie es jetzt tat.
„Folge mir.“
Sie grinste und ihrer Schnurrhaare zuckten. Sie wippte von den Fersen auf die Zehenspitzen und machte einen kleinen Sprung hinter ihm her. Eine kurze Drehung um die eigene Achse folgte, dann passte sie sich seinem zielsicherem Gang in die Dunkelheit an. Am Rand des Waldes erwartete sie eine Mauer aus Schwärze. Enveris lange, schlanke Hände vollführten eine elegante, aber äußerst komplizierte Bewegung, während er sehr leise ein paar unverständliche Worte flüsterte.
Magie! Er ist ein Magus... Na ja, hätte ich auch bei den grünen Funken auf seiner Haut vermuten können, hihi.
Plötzlich begannen die Ranken an den Bäumen und das Laub auf dem Boden an, sanft zu leuchten und Maruka fing verträumt an mit den Blättern zu spielen. Hier berührte sie einen Farn, dort eine schlafende Blüte die wunderschön für sie leuchteten.
„Ich habe Angst, über die Jagd werde ich dir nicht viel beibringen können, aber ich kenne einige schmackhafte Wurzeln, Früchte und Pflanzen, die zur Nahrungsannahme funktionieren.“
Dann werde ich mit ein paar Fallen anfangen und mein Glück selbst versuchen.
Er schritt schweigsam in den Wald und begann dann, Maruka die Wunder des Kapayu zu zeigen. Sie folgte ihm schweigend und bewunderte die Schönheit der Natur. Seine Magie, das was die Götter hier erschaffen hatten und ihre unstillbare Lust am Leben, das alles zog sie immer tiefer in ihren Bann. Es war einfach herrlich hier zu gehen, frei zu atmen und am Leben zu sein. Ein Weilchen folgte sie ihm nur, aber bald begann er der Umgebung Namen zu geben und zu erläutern welche Pflanzen es zu meiden galt, welche zur Stillung von Blutungen oder der Beruhigung eines Aufgewühlten Magens geeignet waren. Maruka steckte sich sofort davon einige ein, denn sie befürchtete schon jetzt, dass sie bald davon etwas brauchen würde, wenn sie all das fremde Futter hier zu sich nehmen würde. Dann lauschte sie wieder seiner angenehmen Stimme, die recht schnell rau wurde, so als wäre es nicht gewohnt, so viel zu sprechen. Sie mochte diesen rauen Klang und sein ungewohnter Umgang mit dem Celcianisch sorgte für einige unterhaltsame Versprecher.
Die Essbaren Dinge vernachlässigte er zum Glück nicht, und so verstand er es ganz gut, Marukas Mund mit dem Probieren unterschiedlichster Früchte und Wurzeln zu beschäftigen. Einige der Wurzeln kamen ihr entfernt bekannt vor, denn in Mantron ernährte man sich auch gelegentlich von solchen Gewächsen, oder benutzte sie zum Würzen des Fleischs, aber das wirkliche Abenteuer für ihre Geschmacksnerven waren die Früchte, die er ihr anbot. Manche waren lecker, süß wie Honig und überraschend gut, aber einmal kam es auch vor, dass sie wieder einmal brav etwas in den Mund genommen hatte, dann innerlich erstarrte, ihn angrinste bis er weg sah und dann das Mäulchen weit aufriss um mit allem was sie greifen konnte sich diesen fürchterlichen Geschmack aus dem Mund zu wischen. Natürlich war ihre Reaktion von ihm bemerkt worden und sie schämte sich etwas. Schulterzuckend zog sie sich das Moos aus den Zähnen, dass die sauren, eingeschlafenen Füße in ihrem Mund hatte aufsaugen sollen und spuckte noch ein paar Mal aus, bevor es weiter ging.
Wenigstens hatte das Kosten das schlimmste Rumoren ihres Magens zum Schweigen gebracht, allerdings reichte es auch nur gerade so dafür aus. Langsam leuchtete ihr ein, warum der Waldelf so dürr war. Das viele Laufen, nur um ein paar kleine Häppchen zu ergattern war wenig effektiv und Marukas Körper war auf Proteine ausgelegt und am besten viel und fettig! Sie brauchte deutlich mehr Energie. Irgendwann würde sie doch jagen müssen und zu diesem Zweck sah sie sich schon mal hier und da nach kleinen Utensilien um, aus denen sie ein paar Fallen bauen könnte. Hier prüfte sie mal die Rinde eines Baumes, ob seine Fasern sich zu Schnüren flechten lassen würden und da die Flexibilität eines Astes, ob er als Feder zu gebrauchen wäre. Der Wald schwirrte vor Leben und schien auch in der Nacht keine Ruhe zu finden. Vögel krächzten, Äffchen zwitscherten und ständig raschelte etwas im Gebüsch, was ihre Ohren zucken ließ. Das eintönige Grün und Braun um sie herum machte es unmöglich, sich an ihm zu orientieren, und doch schien Enveri stets zu wissen, wo sie sich befanden. Oder er war verdammt gut darin, so zu wirken, als wüsste er, wo er wäre. Maruka verließ sich aber auch nicht ausschließlich auf ihren Führer. Hin und wieder markierte sie hier und da einen Baum mit ihrem eigenen Duft, so dass sie hoffen konnte auch den Weg notfalls allein zurück zu finden. Ihr „Bruder Baum“ war ihr wichtig und sie wollte diesen Ort nicht so schnell wieder verlieren. Die Sterne konnte man hier nur selten sehen, weshalb sie wenig hilfreich waren.
Außerdem war das Licht um sie herum, dass sich mit dem Waldelfen bewegte, überaus fesselnd. Es malte faszinierende Schatten in die Blättern der höheren Äste und immer wieder fanden einige, durchaus größere, Insekten ihren Weg zu den leuchtenden Blättern. In ihrer Geistesgegenwart hatte Maruka den Elfen dazu gebracht, ihr zu sagen, welche der Insekten essbar waren. Schließlich hatte das Äffchen es so vorgemacht. Enveri erklärte ihr sogleich, dass sie keine grellen Farben oder seltsam riechen sollten und er beteuerte, dass es eine große Raupe gäbe, die in der mittleren Ebene lebte, und die als Delikatesse gelte. Am liebsten hätte sie sich gleich in die Bäume geschwungen um nach der Raupe zu suchen, aber sie nutzte sie die Gelegenheit, die sich ihr bot, als ein besonders dicker, brauner Käfer auf einer Wurzel landete und fing ihn geschickt ein. Dabei vollzog sie einen besonders beeindruckenden Satz über gute anderthalb Meter und wirbelte bei der Landung einige der Blätter auf dem Waldboden auf. Diese Stoben in einem leuchtenden Wirbel auf und erloschen dann. Einen Moment saß Maruka nur still mit ihrer Beute im Lichterregen und staunte wie ein Kind. All das, war so wunderschön und in Enveris Gegenwart fühlte sie sich auch sicherer, als sonst. Sie lauschte immernoch vorsichtig in die Umgebung, ob sich etwas näherte, war immer vorsichtig und achtsam, aber ihr Mensch ließ sie auch den Moment einfach einmal genießen. Es war Enveris Wald und er wollte ihr nichts böses. Er würde sie in keine Falle laufen lassen. Durfte sie endlich einmal ganz sie selbst sein? Die leuchtenden Blätter landeten auf ihrem Fell und ihren Haaren und erloschen langsam. Er hatte währenddessen über die auskratzende Wirkung eines Pflanzensaftes einer Ranke gesprochen.
Also: Keine Ranken beißen, aufgekratzt bin ich schon genug! Ha!
Scheinbar wollte er mit einer Enzyklopädie konkurrieren, denn er fand immer neue Dinge, die er erklären konnte und hatte auf jede Frage, bezüglich des Waldes, eine erschöpfende Antwort. Maruka ertappte sich darüber nachzudenken, ob sie ihn einfach auch „dumme“ Sachen fragen sollte nur um ihn weiter zuhören zu dürfen, aber ließ es und stand lieber aus ihrem Blätterhaufen auf. Als der Käfer jedoch munter unter Marukas Händen zappelte, hielt er inne. Etwas irritiert hob sie den Kopf, und bemerkte dabei, dass das Leuchten, dass sie bisher stets begleitet hatte, erloschen war. Der Waldelf hielt sich, halb zusammengesunken, an einem der breiten Stämme der Urwaldbäume fest. Sein Gesicht hatte sämtliche Farbe verloren und er rang sichtlich darum, sich aufrecht zu halten. Augenblicklich fiel der Käfer zu Boden und Maruka sprang zu ihm.
„Was ist mit dir?!?“
Sie schob sich unter seinen linken Arm und stützte ihn mit ihrem Körper. Ein Bein vor, ein Bein hinter ihm, damit sie ihn fangen konnte, wenn er fiel und er nicht ungebremst hin knallen konnte. Eine Hand fest in seinem unterem Rücken, in seine Kleidung gekrallt, die andere an seiner rechten Wange. So sah sie ihn eindringlich und besorgt an.
„Setz dich!“
Es klang wie ein Befehl, aber die Tonlage war eher wie die ihrer Mutter, wenn ihr Vater mal wieder verletzt nach Hause gekommen war. Vorsichtig wollte sie ihn zu Boden gleiten lassen, hielt ihn dabei fest umschlungen und vergessen war das Tier in ihr. Vergessen war der leckere Käfer, der sicher glücklich davon krabbelte.
Hat er sich mit seinen Bemühungen für mich verausgabt? Warum hat er nicht gesagt, dass er müde ist? Ist es etwas anders? Ich hoffe, nichts schlimmes! Hatte er während seiner Erzählungen eigentlich mal selbst etwas gegessen?
, überlegte die Hybridin angestrengt, aber konnte sich aber nicht erinnern.
„Was machst du nur?“
Es klang fast vorwurfsvoll. Er durfte sie doch nicht gleich wieder allein lassen!
Nicht jetzt! Nein! Nicht schon wieder....
„Wie kann ich dir helfen?!?“
Das sie ihm helfen würde stand nicht zur Diskussion, nur das „Wie“ war noch verhandelbar. Selbst wenn er jetzt einfach umfallen würde und ohnmächtig wäre, sie würde ihn nicht allein lassen. Nicht hier. Sie würde ihn zurück bringen und über ihn wachen, solange bis sie heraus gefunden hätte was ihm fehlte. Wie man einen störrischen, dickköpfigen Kranken aufpäppelt hatte sie oft genug bei ihrer Mutter mitansehen müssen. Dafür brauchte es vor allem viel Geduld und...
… Liebe.
Sie versuchte sich in einem Lächeln, was ihre Angst um ihn verbergen sollte und suchte seinen Blick. Ihre Gesichter waren sich sehr nah und ihre Schnurrhaare berührten tastend seine Wange. Ihr türkisblauer Blick hielt ihn gefangen.
„Komm schon, sag es mir!“
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Re: Im Herzen Neldoreths

Beitrag von Gestalt » Freitag 21. Oktober 2016, 20:56

„Was ist mit dir?!?“

Das Leben war einfach nicht Fair! Ihr erst Hoffnung und den Ausblick auf ein neues Zuhause und ein Rudel zu geben … und dann drohte es schon Minuten danach damit, ihr alles wieder zu entreißen!

„Setz dich!“

Die Kraft und Energie, die sie noch vor kurzem in Enveri hatte pulsieren spüren, schien völlig verflogen. Kraft und spannungslos sackte er gegen sie, doch statt der erwarteten Last wog er vermutlich nur wenig mehr als sie. Und er war, wenn auch nicht viel, aber größer als sie!

Durch ihre kraft gehalten folgte er ihrer Anweisung und ließ sich zu Boden Gleiten. Unter ihren Händen spürte sie, wie knochig sich sein Arm und sein Brustkorb anfühlten. Sein Atem ging Flach und ihm trat kalter Schweiß auf die Stirn. Ihre schnelle Reaktion war vermutlich alles, was ihn vor einer unangenehmen Kollision mit dem Waldboden gerettet hatte.
Hat er sich mit seinen Bemühungen für mich verausgabt? Warum hat er nicht gesagt, dass er müde ist? Ist es etwas anders? Ich hoffe, nichts schlimmes! Hatte er während seiner Erzählungen eigentlich mal selbst etwas gegessen?

„Was machst du nur?“


Sie grub in ihrem Gedächtnis aber außer dem einen Bissen, den er von der Frucht genommen hatte, erinnerte sie sich an nichts!
Es klang fast vorwurfsvoll. Er durfte sie doch nicht gleich wieder allein lassen!
Nicht jetzt! Nein! Nicht schon wieder....

„Wie kann ich dir helfen?!?“

Ihr Gesicht war ganz nah an seinem,
sein schwacher Atem bewegte ihre Schnurrhaare kaum. Sein Blick war leer aber das kitzeln an seiner Wange ließ ihn aufblicken … und jagte einen Schauer der Angst über ihren Rücken. Diese grünen Augen schienen stumpf, Kraftlos und leer, als würde gerade das letzte Fünkchen Leben aus ihm herausrinnen. Die Augen eines Toten! Sie sog scharf die Luft ein, das Türkisblau ihrer Augen begegnete den Seinen.

„Komm schon, sag es mir!“

Ein Hauch von Verzweiflung und drängen lag in ihrer Stimme.
Und plötzlich kehrte das Leben in ihn zurück. Goldene und Grüne funken tanzten über seine Iris. Wildheit und Zorn lauerten in den Lichtern, die in seinen Augen tanzten. Ein weiterer Schauder kroch Maruka über den Rücken und ließ sich ihr Nackenfell sträuben. Da war es, was sich zuvor nur angedeutet hatte, die Gefahr, die hinter Enveris ruhiger Fassade lauerte. Seltsamerweise war die Angst, die in ihr aufstieg, eher erregend als wirklich Furchteinflößend und auch der unbändige Zorn, der in ihm lauerte, schreckte sie nicht, denn – sie war kurz davor gewesen zu verstehen wogegen er wütete, dann brach es ab.
Der Waldelf blickte ihr wieder entgegen, Reue und Trauer legten einen undurchsichtigen Vorhang über das Geheimnis, auf dessen Spur die Hybridin gestoßen war. Er holte tief Luft, wie ein Schwimmer, der nach langem Tauchgang wieder an die Oberfläche stieß. Es war, als würde Enveri sie gar nicht erkennen, so als käme sein Geist aus weiter Ferne. Doch als er schließlich registrierte, wen er vor sich hatte lächelte er und legte seine Stirn sanft an ihre und schloss erschöpft die Augen.

„Es geht schon wieder. Es tut mir leid, manchmal vergesse ich, auf mich zu achten.“, sagte er leise und erschöpft.

Als er die Augen wieder öffnete, brachte er etwas Abstand zwischen sich und Maruka und richtete sich in eine gerade Sitzposition auf.

„Nun, es sieht so aus, als wäre mit mir heute wenig an zu fangen. Wie wäre es, wenn du dem Ruf der Jagd folgst? Ich werde zum See zurückkehren und dort nach Ruhe suchen. Es gibt keinen Grund, warum meine Unachtsamkeit uns Beiden die schöne Nacht verderben sollte!“

Wie um seine Worte zu unterstreichen richtete er sich wieder auf. Seine Bewegungen hatten nicht dieselbe Eleganz, aber ansonsten verriet nichts, dass er gerade vor ihren Augen zusammengebrochen war.
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