Die Höhle der Schlangenfrau

Der Wald liegt südwestlich und erstreckt sich weit in den Osten. Die Zwillingsflüsse Euwin und Auwin schenken dem Wald das Leben. Der Turm der Weisheit und die Ruinen Kosrals verbergen sich in ihm. Angeblich haben die Elfen dort ein Dorf errichtet.
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Celest
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Re: Die Höhle der Schlangenfrau

Beitrag von Celest » Donnerstag 14. Juni 2012, 16:22

Die letzten Tropfen waren es, die über Celests Gesicht liefen und sich in ihren weichen bernsteinfarbenen Schuppen verloren. Ihr Haar hing schwer und voller Feuchtigkeit auf ihren Schultern und auch sonst war kaum ein Körperteil der Schlangenfrau trocken geblieben. Langsam wurde es ein wenig kühl, doch noch blieb Celest standhaft.
Der Dunkelelf, bewusstlos und schwach, hatte ihre vollste Aufmerksamkeit und doch fürchtete sie irgendetwas falsch zu machen. Sogar ihr Zögern könnte seinen Tod bedeuten, doch alles andere könnte dies ebenso. Ihr nervöses Zittern zog sich endlos lange hin, wie konnte sie nur wieder in eine solch schwierige Situation hineinrutschen? In Gedanken nach Lysanthor rufend, entschied sie sich schließlich den dunklen Ritter in eine etwas bequemere Lage zu hieven. Ehe sie allerdings einen Handschlag tun konnte erwachte der Hauptmann, aus seinem bewusstlosen Zustand. Das war der Moment in dem sie aufatmen konnte. Sie hatte ihn also nicht getötet!
Dennoch gab es Grund zur Sorge, könnten seine Verletzungen schließlich immer noch den Tod nach sich ziehen. Beinahe hätte sie den Dunkelelfen wieder zurück in seine liegende Position gezwungen, da er sich vermutlich nicht so stark bewegen sollte, aber der Dunkelelf hatte schlichtweg andere Ziele.
Obwohl ihm der Schmerz im Gesicht geschrieben stand und ihn gleichsam zu einer gekrümmten Haltung zwang, glitt seine Hand Richtung Schwert. Sein Kampfeswille war noch lange nicht gebrochen! Oder war es der Wahnsinn der ihn zu dieser selbstmörderischen Handlung bewegte? Wollte er doch noch jemanden in den Tod reißen, bevor er das Zeitliche segnete? Oder hielt er noch immer daran fest siegreich zu seiner Herrin zurück zu kehren?
All diese Fragen stellte sich Celest nicht. Sie war geschockt, und verharrte, entgegen jeglicher Vernunft, in ihrer Position. Die Angst hatte sie zu dieser Starre verdammt. Doch nicht sie würde den Preis für diese Unvernunft bezahlen.
Auf einmal tauchte Zaknafein in ihrem Blickfeld auf und sprang zwischen sie und seinen ehemaligen Hauptmann, dem er nun als Verräter gegenüber trat.
Es passierte rasend schnell.
Innerhalb eines Herzschlages.
Man hörte bloß das eindringen von kalten Klingen. Zerreißendes Gewebe und das stille Austreten von Blut. Die Schlangenfrau wusste einfach, dass weiterer Lebenssaft verschwendet zu Boden tropfen würde, doch sah sie nicht von wem.
Ihre Hände waren instinktiv zu ihrem Mund gewandert, um den Schrecken in ihrem Gesicht ein wenig zu verbergen. Doch ihre Augen verrieten sie. Sie waren angefüllt mir Tränen der Furcht, Sorge und der Anspannung.
Vollkommen aufgelöst beobachtete sie, wie sich der Hauptmann endgültig zur Ruhe legte, kurz bevor auch Zaknafeins Knie unter ihm nachgaben.
Was war geschehen?
Eilig kroch Celest heran, untersuchte ihren unverhofften Retter, konnte aber keine Wunde erkennen. Und doch wurde er schwächer...
Seine Worte klangen so endgültig, dass Celest all ihre Disziplin fahren ließ. Das alles hatte sie doch niemals gewollt! Er hatte ihr das Leben gerettet und sollte nun selbst zu den Göttern fahren?
„Nein! Ich lass euch nicht einfach hier zurück...“ Ihre Tränen flossen nur so über ihre Wangen, kein Regen konnte diese hinfort spülen, aber das war ihr egal. Es ging hier nicht um sie oder ihre geheuchelte Stärke. Hier ging es um Leben, die es zu retten galt!
Doch wollte der Dunkelelf ihr wohl keinen Kummer bereiten, vielmehr wies er sie erneut daraufhin, dass der Ork wohl einige medizinische Habseligkeiten bei sich getragen hatte, kurz bevor er starb.
Leicht nickend, nahm die Schlangenfrau diesen Hinweis zur Kenntnis.
„Seid ihr verletzt? Bitte sagt es mir! Hier im Wald ist es gefährlich, Wölfe könnten Euch aufspüren und dann wäret ihr leichte Beute!“ Ihre Worte klangen so dringlich und bettelnd, wie selten in ihrem Leben. Es war lange her, dass sie solch einen Kummer verspürt hatte.
Und noch nie hatte sie diesen Kummer für einen Dunkelelfen durchlebt. Wie seltsam die Pfade des Schicksals doch manchmal verliefen. Mit ihrem Handrücken wischte sie sich die Tränen aus dem Gesicht. Dann wandte sie sich an den besagten Beutel, kramte die nötigen Utensilien heraus und kroch damit zu Windfuchs.
Sie musste eine Entscheidung treffen, doch wollte sie sich nicht zwischen den zwei Männern entscheiden. Beide sollten leben!
Dann fiel ihr auf einmal eine Szene ein, die sich in ihrer jüngeren Vergangenheit abgespielt hatte. Abraxas, während ihrer ersten Begegnung, hatte ihr vorgeführt, Lasten mit ihrem Schlangenkörper zu transportieren. Damals hatte sie Windfuchs sicher zu ihrer heutigen Heimat, der Höhle im Wald, gebracht. Warum sollte ihr dies nicht noch einmal gelingen?

Doch zunächst musste sie die Wunde von Windfuchs versorgen, auch wenn ihr das Zunähen einer Wunde nicht besonders behagte.
Eigentlich ist das doch wie das Nähen von Kleidern. Nur eben mit... Haut...
Sie musste ihre Angst, ihrem Freund wehzutun, einfach herunter schlucken, denn Konzentration war nun ihr wichtigstes Werkzeug.
„Windfuchs, Der Ork hatte Verbands-, und Nähzeug dabei! Damit werde ich deine Wunde zunähen und frisch verbinden können.“ Sie weinte nicht mehr, doch war ihre Stimme zittrig und schwach geblieben. „Bleib jetzt ganz stark und denk an etwas schönes. Am besten du... schaust auch nicht hin. Dann tut es nicht ganz so sehr weh.“ Ihre Versuche dem Fuchshybriden irgendwie darauf vorzubereiten, was nun folgen würde, wirkten eher etwas unbeholfen. Zumal sie selbst noch ziemlich unruhig und aufgewühlt war.
Sie wollte allerdings keine Zeit verlieren, und fing sofort mit der Behandlung seiner Wunde an.
Innerlich betete sie zu Lysanthor, dass sich bei Windfuchs auch ja nichts entzündete, während sie Nadel und Faden vorbereitete und die improvisierten Bandagen von seinem Körper löste.
Ihr Herz pochte um einiges schneller und ließ ihre Brust spürbar Beben, als sie die Wunde sah. Es sah furchtbar aus und am liebsten hätte sie die Hände gesenkt und es jemand anderem, Erfahrenerem, überlassen diese Wunde zuzunähen.
Aber es gab niemand anderen außer sie. Celest musste es einfach schaffen!
So strich sie sanft über Windfuchs Kopf, lächelte ihm aufmunternd zu und setzte zu ihrem ersten Stich an.
Krampfhaft stellte sie sich vor, es mit bloßem Stoff zu tun zu haben, der an einer Stelle unglücklicherweise gerissen war, doch das ganze Blut machte es ihr gehörig schwer.
Sie stoppte.
Schaute weg und atmete tief ein und dann wieder aus.
Komm schon, überwinde dich...
Dann zwang sie sich zu einem weiteren Lächeln und setzte widerwillig ihre Arbeit fort.
Celest kam einfach nicht zur Ruhe und mit jedem weiteren Stich wurde es schlimmer! So konnte die Schlangenfrau einfach nicht weitermachen, und doch zwang sie sich dazu.

Leise und zaghaft fing sie auf einmal an zu summen. Eine wunderschöne, sehnsüchtige Melodie stimmte die ehemalige Kammerzofe an, die sie ihrer Mutter damals ständig vorgesungen hatte, als diese von ihrer Krankheit gepeinigt ans Bett gefesselt wurde. Bald erwuchs das leise Summen zu einer klangvollen Stimme, die das Lied im Wald schweben ließ ohne den ursprünglichen Text zu erwähnen. Sie sang einfache Vokale, denn mehr brauchte sie in diesem Moment nicht. Ihre Mutter hatte es immer wieder hören wollen, das Lied, was von Celests Pein und Sehnsucht nach Freiheit gehandelt hatte. Es hatte ihr immer so schön das Herz erwärmt und sie auf wundersame Weise beruhigt.
Nun linderte es die innere Unruhe der Sängerin selbst, und ließ sie gefasster an die Nadelstiche herangehen. Diese führte sie nun sicherer und deutlich zügiger aus als vorhin.
Doch eigentlich hatte die Schlangenfrau Windfuchs zuliebe ihre Singstimme erweckt, sollte er doch die Schmerzen vergessen und sich in weitaus schönere Gedankenwelten tragen lassen. Dabei wollte sie ihm lediglich ein wenig behilflich sein.

Schließlich und Endlich war ihr Werk getan. Die Wunde war geschlossen.
Gleichsam verstummte ihr Lied und Celest machte sich daran, den sauberen Verband um die Verletzung zu binden.
„Du warst sehr tapfer, Windfuchs. Jetzt dürfte alles wieder gut werden. Alles ist einigermaßen gut vernäht. Na ja, so weit ich das beurteilen kann, versteht sich.“ Ihr Lächeln wurde langsam wärmer, der Gesang hat ihr scheinbar sehr gut getan. Nun würde sie sich auch mit gefassterer Miene um den Dunkelelfen kümmern können, den sie partout nicht im Stich lassen wollte.
„Wenn du aufstehen kannst Windfuchs, dann tu dies vorsichtig und langsam. Bitte sei vorsichtig mit dir und schone dich. Ich werde gleich wieder bei dir sein.“

Ihre Augen waren zwar noch immer ein wenig gerötet, doch ließ sie sich davon nicht beirren. Mit einer kurzen Bewegung war sie wieder bei Zaknafein, den sie unbedingt dazu bringen musste mit ihr zu kommen.
„Ihr seid ziemlich töricht, wenn ich das zunächst erwähnen darf. Wieso bringt ihr euch so dermaßen in Gefahr? Ich werde euch ganz bestimmt nicht einfach hier lassen und euch den Wölfen zum Fraß vorwerfen. Ihr kommt mit mir, darauf bestehe ich!“
Celest hatte schon bemerkt, wie oft Zaknafein sie 'Gebieterin' genannt hatte. Dieser Ausdruck behagte ihr nicht sonderlich, erinnerte sie dieser doch sehr stark an ihre damalige Herrin Anastasia von Daventrie, aber zunächst würde sie seine Unterwürfigkeit wohl gut gebrauchen können. Zumindest für seine eigene Rettung.
„Ich habe noch einiges an Verbandszeug übrig! Lasst mich auch Eure Wunden versorgen, dann werden wir es ganz sicher bis zu meiner Höhle schaffen!“
Eben noch Feind, nun ein Freund?
Sie wollte den Dunkelelfen tatsächlich mit nach Hause schleppen, da würde sich Abraxas aber freuen! Zugegebenermaßen hatte er sich ihr Vertrauen aber mehr als verdient. Einmal hatte er sie verschont, und dann hatte er sie vor den Rachegelüsten seines Hauptmannes bewahrt. Für sie war er zum Verräter geworden. Ganz gleich welche wirkliche Ziele er dabei vielleicht verfolgte, in Celests Augen war er nun einer von den 'Guten'.

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Re: Die Höhle der Schlangenfrau

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 21. Juni 2012, 00:02

Sie war überrumpelt worden. Zaknafein hatte ihr das Leben gerettet und würde vermutlich den Tod finden. Sie war sofort zu ihm geeilt und ihr Kummer war nur zu deutlich zu sehen. Sie sah das der Dunkelelf zusammen gebrochen war, aber eine Wunde konnte sie nicht sehen. Er hatte seinen Hauptmann noch immer vor sich, hielt diesen wie man jemanden umarmte fest.
Er sah zu ihr auf, lauschte ihren besorgten Worten… ihren Kummer.
„Gebieterin, Bitte, weint nicht“
Seine Stimme war sanft. Mit einem Stöhnen griff er zu seinen Kopf und nahm den Helm ab. Langes Haar kam zum Vorschein, genauso Schwarz wie das Schuppenkleid von Abraxas. Es war eng an dem Kopf geflochten und er blickte zu ihr auf. Seine Augen waren nicht ganz das tiefe rot, ein Schimmer von violett lag darin. Seine Züge waren ebenmäßig und hatte etwas leicht markantes dennoch . das Gesicht wirkte jung und er hatte am jeden Ohr zwei Ringe aus Silber stecken. Aber auch Schmerz war deutlich in seinen Zügen.
Der Helm fiel zu Boden und er lächelte sie an.
„Der Fuchs!!“
Endlich schien sie sich von ihm abzuwenden, Zaknafein biss sich auf die Unterlippe, sah kurz an sich herunter. Celest konnte die Verletzung nicht sehen. Denn sein Hauptmann hatte ihn eine vergiftete Klinge in den Körper gejagt, die dieser immer verborgen in seiner Unterarmschiene hatte. Sie steckte tief und es brannte bei jedem Atemzug, während Blut aus der Wunde sickerte.
Er sah zu ihr rüber, wie sie sich endlich um den Fuchs kümmerte.

Celest war zu Windfuchs gekrochen. Versuchte ihn oder eher sich zu beruhigen. Gab ihm Anweisungen, dass er nicht hinsehen sollte und sich woanders hinträumen sollte. Der Fuchs sah sie nur mit großen Augen an. In seinen Augen war keine Spur von Schmerz oder Emotionen zu lesen, ließ sie gewähren und fiepte nur einmal kurz auf. Seine Seele war in der Kugel bin Celest Höhle. Er würde nichts erwidern und nicht träumen.
Die Wunde war tief, sobald sie den provisorischen Verband abmachte, klaffte sie auseinander. Blut quoll stetig heraus, aber nicht so extrem dass sie nichtdies zu nähen vermochte. Er sah sie nur dabei an. Beobachtet ohne große Reaktionen wie sie sich an die Arbeit machte.
Erst als sie plötzlich den Gesang für ihren Freund anfing, schien leben in seinen Augen zu glimmen. Nur ein kleiner Funke und doch schloss er die Augen, lauschte ihren gesang. Deutlich sah man es, da die Ohren zuckten. Und als sie schließlich den letzten Stich getan hatte und der Verband neu gewickelt war, nickte er ihr zu. Vorsichtig begab er sich auf seine Beine. Doch auf Zweien schaffte er nicht wirklich zu stehen. Er ließ sich auf alle Viere nieder. Jetzt sah er wirklich fast wie ein richtiger Fuchs aus, wenn man beim genauen Hinsehen, auch merkte, dass die Hinterläufe länger als die Vorderläufe waren. Er also meist ein Zweifüßler war.

Zaknafein hatte ebenso der Musik gelauscht. Auch wenn Celest es ursprünglich dieses Lied für Windfuchs angestimmt hatte, so war es Zaknafein der durch diese Musik beruhigt wurde. Seine Atmung war schwächer und als die schöne Hybridin wieder zu ihn gekrochen war, schien er einen Moment verwirrt.
„Ihr solltet gehen Gebieterin…Nein, das war es mir wert…ihr könnt nichts tun und kein Verbandszeug wird mich retten… „ Er lehnte sich etwas zurück, stöhnte unter den Schmerz. Sie würde gerade noch den kleinen Griff der Klinge sehen.
„Gift war an der Klinge, doch ich bereue nichts.…Es ist mein Weg gewesen…meine Entscheidung. Ich habe selten etwas so Schönes wie euch gesehen…so Reines… zwei der schönsten Geschöpfe in einer Gestalt vereint… ihr müsst mich..arrgh….müsst mich hier lassen“ Sein Blick wurde mehr und mehr abwesend, starrte ins Leere. Schweiß hatte sich auf seiner Stirn gebildet. Seine dunklen Adern schienen hervor zu treten.
„..ich fürchte…den…Tod … Manthala!... bitte singt..für…m…“Er griff zu ihr hoch, strich unnatürlich sanft über ihre Züge, bevor er in die Bewusstlosigkeit und vielleicht seinen Tod sackte.
Celest, alles in ordn….Zaknafein?“ Abraxas kroch gerade durchs Gebüsch, hielt in ein paar Metern Entfernung.
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Re: Die Höhle der Schlangenfrau

Beitrag von Celest » Samstag 23. Juni 2012, 02:51

Nadel, Faden und Verband vollbrachten eine recht gute Arbeit. Zwar zerrten der Anblick von Blut und Schmerzen merklich an Celests Nerven, doch kämpfte sie dagegen an, indem sie aus ihrer Erinnerung das Lied ihrer Sehnsucht sang. Musik hatte schon so manche Seele beruhigt, so manche Wunden konnte es sogar heilen! Doch konnte man dieses Wundermittel leider nicht auf solche Verletzungen übertragen, wie sie Windfuchs besaß.
Musik heilte im Geiste, Knochen vermochte es nicht wieder zusammenzusetzen und auch tiefe Schnittverletzungen blieben von ihr unberührt.
Doch bald schon war die Arbeit getan und Celest konnte aufatmen. Natürlich hatte Windfuchs weder träumerische Szenarien vor seinem inneren Auge erscheinen lassen, noch seinen Geist durch ihren Gesang beruhigen lassen können, war jener doch weit fort in der Kiste, innerhalb der Höhle der Schlangenfrau. Celest war allerdings viel zu aufgewühlt, um sich diese traurige Wahrheit ins Gedächtnis zu rufen.
Konzentriert und voll panischem Eifer, bemerkte sie nicht, wie ihr Gesang sich auf Windfuchs leeren Körper auswirkte. Erst als ihr Gesang beendet und der letzte Stich getan war, nahm sie lächelnd sein Nicken entgegen. Dennoch vermochte sie diese unerwartet „lebendige“ Geste kaum erheitern. Die Situation hatte sie vollkommen überfordert und nun ging es mit einer viel schwereren Aufgabe weiter. Warum war sie bloß als Kammerfrau und nicht als Heilkundige auf die Welt gekommen? Wie nützlich wären nun medizinische Kenntnisse!
Lysanthor … gebt mir die Kraft das hier durchzustehen!
Ihre gefalteten Hände verharrten noch einen Moment in ihrer Position, ehe sie sich leicht fröstelnd die Arme rieb. Es herrschten wahrlich nicht mehr die wärmsten Temperaturen, aber die Schlangenfrau schob diese Tatsache auf die entwässerte Luft, die sich nun feucht und frisch anfühlte.
Es roch so wunderbar nach Leben, Wasser und Hoffnung, dass sie letztere einfach nicht aufgeben konnte!
Windfuchs erhob sich unterdessen und bemühte sich mit allen Mitteln stehen zu bleiben. Seine Beine reichten dafür allerdings nicht aus, weswegen er sich auf allen Vieren abstützte und seinem tierischen Selbst dadurch nur zu ähnlich sah. Mit zweifelndem Blick nahm die ehemalige Kammerzofe diesen Anblick in sich auf. Die Krankheit hatte mit sehr langen Krallen nach Windfuchs gegriffen, doch wusste sie dass er anders damit umging als sie. Er nahm diese Veränderung hin und schätzte die tierischen Eigenschaften seines neuen Selbst sehr. Ganz im Gegensatz zu Celest, die für diesen gewagten Schritt, nämlich jenen der Akzeptanz, noch einige Zeit brauchen würde.
Wenn wir langsam und vorsichtig gehen, könnten wir es schaffen.
Nun nickte Celest ihrem Freund zu. Sein leerer Blick erinnerte sie zwar nun daran, dass er seelenlos war, doch war es ihr dennoch wichtig ihren Begleitern Mut zu machen. Vielleicht um dadurch einen reflektierenden Effekt auf ihr eigenes unruhiges Herz zu erzielen?

Zurück an Zaknafeins Seite, lauschte die Schlangenfrau gebannt seinen Worten. Er nahm sogar seinen Helm ab, was ihm eine gewisse Individualität schenkte, und Celests Herz noch viel schwerer machte. Er war so jung und ein durchaus hübscher Mann. Sollten ihn die Götter wirklich jetzt schon aus der Welt reißen und ihn ins Himmelreich befördern?
Hatte er Familie? Seine Eltern, Geschwister, vielleicht sogar seine Ehefrau... vielleicht würden sie niemals erfahren, was aus ihm geworden ist. Ewige Qualen der Ungewissheit würden sie bis in ihr Grab verfolgen und dennoch, hatte sie es mit einem Dunkelelfen zu tun. Hatten diese Wesen überhaupt liebende Familie?
Angespannt verfolgten ihre Augen seine trägen Bewegungen und bemerkten den Schmerz, den er durchleiden musste. Er musste einfach verletzt worden sein! Nur wo?
Die Antwort folgte auf dem Fuße, da er sich leicht zurücklehnte und einen Griff freigab. Ein kleiner Dolch ragte aus seinem Leib und raubte ihm immer mehr von seinem kostbaren Lebenssaft.
Celests Augen weiteten sich, als sie von dem Gift hörte, welches der Hauptmann auf seine Klinge gestrichen hatte. Dagegen hatte sie wirklich nichts in der Hand.
Ihr Mund trocknete, ob dieser Erkenntnis, innerhalb eines Wimpernschlages aus.
Was sollte sie darauf erwidern? Was sollte sie tun, denken?
Seine letzten Worte galten ihrer Schönheit, umschmeichelte sie mit schönen, fast gehauchten Worten. Doch gingen diese einfach an ihr vorbei. Wie in einer Starre gefangen betrachtete sie sein Angesicht und sah zu wie er langsam die Augen schloss und seine Göttin Manthala anrief, ihm ein letztes Lied zu singen. Dann erschlaffte sein Körper und es wurde still.

Stumm und geschwächt, hockte die junge Schlangenfrau da und brachte nichts weiteres als entsetzte Gedanken zusammen, die in ihrem Kopf keinen Sinn ergaben. Sie spürte noch immer die Hand auf ihrer Wange. Unangenehm und zärtlich zugleich.
Unschlüssig leckte sie sich über ihre getrockneten Lippen und setzte sich schließlich langsam in Bewegung. Ihr Kopf legte sich sachte auf Zaknafeins Brust, verharrte dort. Bis sie einen leichten Herzschlag vernehmen konnte.
Und ihre erstarrten Glieder erwachten zum neuen Leben.
„Windfuchs... er lebt noch.“ Ihre Augen glitzerten seltsam als habe ihr der Wahnsinn diese Hoffnung eingepflanzt. Dennoch erwuchs aus ihren Worten der Keim einer fast schon kindlichen Zuversicht.
„Zaknafein wird nicht sterben! Wir können ihn retten!“ Allerdings wusste sie nicht wirklich, wie sie das bewerkstelligen sollte. Gegen Gifte aller Art war sie machtlos. Daheim in Grandea hatte es nie so etwas gegeben und wenn, dann war ein Arzt sofort zur Stelle. Hier in der Wildnis aber, war man auf sich und seine eigenen Fähigkeiten gestellt. Da gab es keine Hilfe.
Plötzlich hörte sie ein vertrautes Zischen aus ihrer unmittelbaren Umgebung. Celests Locken wirbelten durch die Luft, als sie sich erkennend in die jeweilige Richtung drehte, aus der das Zischen gekommen war. Wie ihre Erwartung sie darauf vorbereitet hatte, lag dort die kleine Schlange Abraxas im Gras und blickte fragend in ihre Richtung.
„A... Abraxas! Du hier?!“ Dieser Gedanke war natürlich nicht besonders abwegig, doch erleichterte sie der Anblick der kleinen schwarzen Schlange so sehr, dass die Schlangenfrau ihre Stimme kaum unter Kontrolle halten konnte. Sie hatte sogar vergessen in die Tiersprache zu wechseln und das obwohl sie in den letzten zwei Wochen nichts anderes als eben jene Sprache benutzt hatte. Glücklicherweise besann sie sich und setzte ihre Rede in gefassterem Tonfall fort. Schließlich wollte sie Abrax keine unnötigen Sorgen bereiten. Davon gab es doch schon mehr als genug auf dieser Welt!
„Na ja, ist ja nun auch egal. Wir müssen unbedingt ein Heilmittel gegen dieses Gift finden. Windfuchs hat glücklicherweise nichts davon abbekommen, aber Zaknafein wird es ohne Hilfe nicht überstehen!“ Sie sprach schnell, vielleicht ein wenig zu schnell, bemerken tat sie dies allerdings nicht.
Mit einem geringen Kraftaufwand schob sie den Rest des Hauptmannes von seinem Soldaten runter, und betrachtete die Wunde des Dunkelelfen. Sie wusste nur soviel, dass der Elf kein weiteres Blut verlieren durfte, die Wunde musste dazu aber geschlossen werden und das wiederum führte zu dem Schluss, dass die Klinge aus der Verletzung gezogen werden musste. Danach würde sie den restlichen Verband für eine Bandage benutzen können, aber das Gift würde in seinem Körper bleiben.
Komm schon Celest... denk nach... denk nach...
Sie blickte zu Abraxas, der inzwischen näher gekommen war, und spielte die Fragen in ihrem Kopf ab, die sie ihm in einer anderen Situation wohl nun gestellt hätte.
Wie geht es dem Wolf und dem Fuchs? Habt ihr sicher zu unserer Höhle gefunden? Meinst du es war eine gute Idee sie allein zu lassen? Warum bist du mir gefolgt...?
Und dann kam er endlich. Der rettende Gedanke, der für sie die einzig wahre Lösung bedeutete.
Mit großen Augen blickte sie in Abraxas Gesicht, als habe sie in ihm besagte Lösung erkannt.
„Abrax... der Baumgeist! Sie wird uns helfen Zaknafein zu heilen! Die Klinge ist vergiftet, dagegen wird sie sicher etwas tun können!“
Neue, diesmal sogar wahrhaftige, Hoffnung keimte in der einstmaligen Kammerzofe auf und beflügelte ihren Tatendrang mit aufgeregtem Eifer. Sie würde ihn retten können und dann würde endlich wieder alles gut werden! Vielleicht würde sie auch Windfuchs Seele mit seinem Körper zusammenführen können? Vielleicht sogar noch mehr? Könnte sie sogar die Tierkrankheit heilen und all ihr Leiden beenden können? Wieso war sie nicht schon vorher auf diesen Gedanken gekommen?
Man konnte sich kaum vorstellen in welchem Höhenflug sich die junge Schlangenfrau gerade befand. So viele Lösungen ausgesprochen durch ein einziges Wesen, wären vermutlich zu viel für Celest. Und das erkannte sie bald darauf.
Die Blitzgedanken verschwanden und machten einer nüchternen Sicht der Dinge Platz, um die junge Frau vor einem tiefen Sturz aus seligen Höhen zu bewahren. Möglicherweise konnte dieser Baumgeist all diese Dinge tun. Vielleicht aber auch nicht. Celests Vernunft hatte wieder die Oberhand erlangt.
All das hatte sich in Sekundenbruchteilen innerhalb ihres Kopfes abgespielt, von außen sah man allerdings nur eine gleichbleibende lächelnde Maske.
„Nun aber erst die Klinge. Ich werde sie jetzt herausziehen.“
Und das tat sie.
Mit ruhiger Hand umfasste sie das elende Stück Metall und zog es schnell aus der Wunde heraus. Zaknafein reagierte darauf nicht mehr, doch das Blut aus seinem Inneren dafür umso mehr. Es strömte wie ein Sturzbach aus ihm heraus und ließ Celest kaum eine Minute Zeit um zu handeln.
„Abrax, halt das Mal, es darf nicht nass werden sonst könnte sich die Wunde hinterher dadurch entzünden.“
Und schon landete der Verband im Schlangenschoß des kleinen Tieres. Ihre Hände rissen derweil an den Kleidern des Dunkelelfen, da sie es in der Zeit nicht schaffte erst noch seine Rüstung abzulegen. Sie musste irgendwie an seine Haut heran kommen, deswegen musste der Stoff darüber entfernt werden.
Ihre Bewegungen waren flink und geschickt, sie zerriss den Stoff so gut es ging mit einer Hand, damit die andere sich darum kümmern konnte, sich auf die Wunde zu pressen. Hoffentlich hatte er noch nicht zu viel Blut verloren!
„Danke!“ rief sie ihrem kleinen Begleiter zu, bevor sie sich wieder den Verband schnappte und diesen eilig um den Körper des Bewusstlosen schlang.
Bald schon war das dürftige Werk vollbracht, doch die Lage verbesserte sich dadurch nur kaum.
Die giftige Klinge landete kurz darauf im Fluss, der sie hoffentlich weit weg tragen würde, damit sie niemand mehr in die Finger kriegen konnte.
Nervös strich sich Celest einige Strähnen aus dem Gesicht und versuchte nun den Körper des Verletzten auf ihren Schlangenleib zu hieven. Wissend, dass Windfuchs womöglich zur Hilfe eilen würde, wandte sie sich zunächst an ihn.
„Bleib wo du bist, bitte! Du bist noch viel zu schwach um überhaupt zu stehen. Ruh dich also noch ein bisschen aus, ehe wir aufbrechen.“
Dann widmete sie sich wieder der schwierigeren Aufgabe zu. Ihr Körper war noch immer ziemlich zittrig und erschöpft von der Umklammerung und dem Hunger, der für Celest momentan jedoch unbemerkt blieb.
Allein ihr Wille und ihre Hoffnung konnten ihre Muskeln wieder zu Höchstleistungen animieren, trotz dass in dieser Situation weitaus weniger vonnöten war. Ihre Schwanzspitze umschlang vorsichtig die Hüften des Dunkelelfen, während ihre Arme seinen Oberkörper übernahmen. Mit aller Kraft zog und schob und hievte sie den bewusstlosen Körper in die richtige Position und konnte nach einiger Zeit schließlich und endlich das Endergebnis bewundern. Wieder einmal zeigte sich wie nützlich so ein kräftiger Schlangenleib doch war. Dennoch würde sie sehr vorsichtig mit dem Elfen umgehen müssen.
„Abraxas, würdest du bitte auf den Dunkelelfen aufpassen während ich einen sicheren Weg durch den Wald finde? Ich weiß, dass ist alles ein wenig verrückt. Ich verstehe auch deine Missbilligung, aber es ist mir wirklich wichtig. Ich werde dir hinterher alles erklären, aber bis dahin vertrau mir einfach, einverstanden?“
Die kleine Schlange hatte wirklichen allen Grund für ihr skeptisches Verhalten, doch musste Celest nun auf Abraxas Vertrauen pochen. Und innerlich hoffte sie ein wenig, dass er ihr doch irgendwo die Verzweiflung ansehen konnte, denn vielleicht würde ihr kleiner Begleiter sie dann zumindest ein wenig verstehen.
Bevor sie sich auf machten, kroch die Schlangenfrau zu Windfuchs heran, an seiner Seite fühlte sie sich nach wie vor am wohlsten, selbst wenn er verletzt und sie momentan womöglich die einzige Person war, die sich wirklich wehren konnte.
„Geht es, Windfuchs? Leider haben wir keine Zeit, um die Spuren zu verwischen, aber ich werde noch einmal zurückkommen und diesen Fehler korrigieren.“
Der leere Ausdruck in seinen Augen machte sie wirklich traurig, aber momentan konnte sie noch nichts dagegen tun. Bald würde er aber wieder bei seiner Seelenkugel sein!
„Gut, bist du bereit? Dann machen wir uns mal ganz langsam und vorsichtig auf den Weg.“
Und mit diesen Worten setzte sich der riesige Schlangenleib in Bewegung der schon bald im tiefen Dickicht des Waldes verschwand.

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Re: Die Höhle der Schlangenfrau

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 28. Juni 2012, 16:56

Wie Abraxas schon sagte, Celest hatte ein gutes Herz. Sie dachte nur wenig an schlechtes. Sie konnte sich nicht vorstellen wie grausam die Welt der Dunkelelfen war.
Familie hatte Zaknafein schon, doch diese hätten ihn wohl ebenso als Verräter betitelt, wie der Hauptmann. Er hatte sich gegen seinen Vorgesetzen gestellt, hatte sich Celest ergeben, weil sie ihn in inneren berührte. Er hatte schon getötet, doch war er nie Faldor gläubig gewesen, sondern betete nur die dunkle Schwester an. Diese mochte auch grausam sein, doch war sie nicht mit Faldor zu vergleichen.
Windfuchs war näher an Celest getreten, sah ihr über die Schulter, während sie sich über den scheinbar toten Elfen beugte. Der Herzschlag war noch zu hören, kräftiger als man glauben würde…aber man hörte das es schwächer wurde mit jedem Schlag. Die Blutung musste gestoppt werden.

Das Zischeln von Abraxas vernahm Celest und die kleine Schlange kroch recht eilig zu ihr.
„Was?...ich versteh dich nicht…langsam“ zischte die Schlange und blickte auf den Dunkelelfen. Auch wenn man es nicht sehen konnte, so stockte der Schlange der Atem. Das war schon ein Phänomen an sich, so hatte Abraxas ein ziemlich loses Mundwerk.
Er streckte sich und sein kleines Köpfchen war jetzt in Augenhöhe des Sterbenden.
„das darf nicht sein…DU?...warum, warum“
Celest war indes schwer beschäftigt um den verzweifelten Ausruf ihres Freundes zu hören. Er schüttelte mehrmals traurig den Kopf, bis er sich wieder gefangen hatte. Beobachtet aufmerksam wie Celest arbeitet. Seine Schwanzspitzte hatte er auf die Halsschlagader gelegt und befühlte den Puls.
„Schneller…du musst schneller arbeiten… abdrücken“.
Die Rüstung musste weg, das war klar. Sie riss an der Kleidung, dass Material war glitschig durch Regen und Blut.
„Schnallen, die Schnallen an der Seite“ wies sie ihr Freund an. Tatsächlich, sobald sie die Schnallen gelöst hatte, konnte man die Rüstungsteile und die Kleidung besser zerreißen.

Zaknafein war durchtrainiert, konnte man sehen, aber die Rüstung ließ ihn noch bedrohlicher und breiter aussehen, als er tatsächlich war. Nicht das er nicht breit war, jedoch weniger bedrohlich aussehend. Stattlich, wo man als frau schwach werden konnte, ohne dass man Angst vor zu viel Muskelmasse haben musste. Hier und dort konnte man leichte hellere Striemen auf der dunklen Haut sehen, was wohl eindeutig von der Peitsche kommen musste. Jetzt konnte man jedoch auch seine Atmung sehen. Der Brustkorb hob und senkte sich, wenn auch nicht stark.
Das Gift sah man jedoch auf seinen Körper wirken. Die Adern waren stark hervorgetreten und seine Haut wurde zusehends blasser. Schnelle Hilfe musste sein.
Und Celest wusste nur ein Wesen, welches dies vermutlich bewerkstelligen konnte, der Baumgeist.
Was sie auch äußerte.
Abraxas sah zu ihr, dann zu Zaknafein, wieder schüttelte er sein Köpfchen.
„Celest..was, ja ich halte…Celest! Sie wird etwas dafür wollen… Das ist nicht so einfach!...Baumgeister machen nichts umsonst, aber...wir sollten es versuchen!“ versuchte er der Hybridin mitzuteilen, nickte eifrig mit seinem Kopf. Die Hybridin war jedoch mehr von ihrer Arbeit abgelenkt, dass sie seine Reaktion mitbekam.
Hörte sie ihm überhaupt zu?
Die Schlange schnaubte, wie ein kleiner Drache aus.
„das Mädchen macht was sie will…HALLO!!!! ABRAXAS AN CELEST!...“ schrie förmlich die Schlange ihr entgegen. Dabei unterließ er jedoch nicht ihr zu helfen.
Hielt das Verbandsmaterial hoch, damit es nicht dreckig wurde, oder drückte auf die Wunde, als sie den Dolch zog. Tatsächlich sah die schwarze Schlange jetzt eher wie ein Wesen aus dem Alpträumen aus.
Blutverschmiert und sich windend, könnte man fast glauben, Abraxas war aus den Körper des Dunkelelfen hervor gekrochen. Auch Celest war nicht besser dran. Als hätte sie ein Tier ausgeweidet und dafür kein Dolch genommen.
Den Dolch versenkte sie im Fluss, so konnte sie sicher gehen, dass kein anderes Wesen sich an den Gift an der Klinge verletzten konnte.

Abraxas ließ sie in ihren außerordentlichen Helferwahn einfach machen, denn sie schien die Blutung zum Stoppen gebracht zu haben. Ein innerliches Aufseufzen der Schlange, während seine Schwanzspitze über die Wange des Dunkelelfen strich.

Windfuchs schlug aufgeregt mit seinem Schweif, so als würde ihn die Aufregung der Hybridin anstecken. Mehrmals wirkte es als würde er losspringen ihr zu helfen, was sie mit einem Wort unterband. So legte er nur den Kopf schräg, wartete was als nächstes folgen würde.
„keine Sorge, ich halte ihn...sein Herzschlag ist stabil, Durchhalten, halte durch Zak“ antwortete er nur auf ihre Bitte, er schlängelte sich weg, so dass Zaknafein vorsichtig mit ihrem Schweif umfassen konnte. Ein kaum wahrnehmendes Stöhnen ging durch dessen Körper, als sie ihn umklammerte. Abraxas half so gut er konnte, versuchte mitzuschieben, indem er seinen Kopf gegen die Füße oder eher einen Fuß drückte. Er war schwer, doch hätte sie komplett die Rüstung angelassen, wäre er fast untragbar gewesen. Nach einiger Ziehen und Drücken war er endlich oben. Es konnte losgehen. Abraxas schlängelte sich eben zu ihm hoch, machte es sich neben dem Verletzten bequem.
Sie voraus und Windfuchs hinterher. Er sah kurz zurück, als sie sich auf den Weg machten, so als wollte er die Spuren selber wegmachen, doch dann folgte er Celest.

Ihr Ziel der Ort, wo sie den Wolf gefunden hatten. Der Ort, wo sie ein Wesen gesehen hatte, welches von so unnatürlicher Schönheit war, dass man es nicht glauben wollte. Unschuldig dreinblickend und irgendwie aber auch strafend sein konnte.
Sie erreichten den Baum. Die Blätter raschelten, obwohl jetzt kein Windhauch wehte. Regen aus den Blättern fiel herab, welches wohl noch sich in dem Blattwerk verfangen hatte. Ein leises Kichern und singen war zu hören und würde man in das Blattwerk hochschauen, so war einem als würde dort eine Frau ihre nassen Haare schütteln. Sie blickte mit wachen Augen herunter und ihr Gesang stoppte. Kurz war es als wurden ihre Augen zu Schlitze. Die Augen blitzen, dann war sie verschwunden.
„Celest, sei vorsichtig.… erzähle ihr alles. Wenn du Zaknafein helfen willst, musst du ihr jedoch etwas bieten. …“
„Schwester?...was ist geschehen?... du siehst bekümmert aus“ Sie trat wie aus dem Nichts aus dem Baum hervor. Der Geruch von frischen Blättern und Regen hing ihr an. Sie war nackt und nur ihr nasses Haar verdeckten zum Teil ihre Brüste. Sie schien perfekt zu sein, so wie es eben nur so ein Wesen sein konnte.
Sie berührte zärtlich die Wange von Celest, anders als wie es der Dunkelelfe getan hatte. Besorgt. Kurz blickte sie zu Windfuchs, lächelte diesen zu und war doch traurig, weil keine Reaktion kam. Ihre Aufmerksamkeit war wieder bei Celest.
Abraxas übersetzte wie immer.
„Sie will wissen , was passiert ist…was dich bekümmert“
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Re: Die Höhle der Schlangenfrau

Beitrag von Celest » Samstag 30. Juni 2012, 02:26

Mit vollem Eifer war die Schlangenfrau dabei all ihre aufgewühlten Gefühle unter Kontrolle zu bringen und die Rettung dieses Dunkelelfen so schnell es ging voranzutreiben. Mit immer wiederkehrenden Stoßgebeten erbat sie die Hilfe bei Lysanthor, wenngleich Zaknafein einer dunklen Rasse und damit den Kindern Faldors angehörte. Sie glaubte an Gerechtigkeit und daran, dass auch die Götter erkannten, welch guter Elf der Verletzte doch war.
Er gab sein Leben für das Ihrige trotz dass Celest ein verfluchtes Dasein fristete und sich manchmal, in ihren schwächsten Momenten, sogar den Tod herbei wünschte. Allein deswegen durfte er einfach nicht sterben und nun lag es an ihr dieses drohende Schicksal zu verhindern.
Während sie so damit beschäftigt war, die Verletzung zu behandeln zischelte Abraxas dunkle Antworten weit entfernt von ihrer bewussten Wahrnehmung. Sie bemerkte nicht, dass die Schlange tatsächlich ein Erlebnis des Wiedererkennens durchlebte, als diese Zaknafein erblickte. Sie kannten sich scheinbar, oder zumindest kannte Abraxas den Dunkelelfen und was das bedeuten mochte, war im Moment noch von herzlich geringer Bedeutung.
Ihre Finger huschten so schnell es ging über den durchaus attraktiven Körper des Elfen, Celest konnte es nicht verhindern rot zu werden, während sie sich um seine Verwundung kümmerte. Aber es störte sie auch nicht sonderlich, da es eine kleinliche Nebensache war. Er war nun mal attraktiv, na und? Diese Tatsache würde ihm in Zukunft kaum helfen, wenn Celest jetzt versagte!
Also ließ sie sich weiter von ihren Instinkten und Abraxas kurzen Einwürfen leiten, um Zaknafeins Leben zu retten. Die vielen Spuren vergangener Verwundungen entgingen der Schlangenfrau dabei auch nicht. Wie gerne würde sie dafür Sorgen, dass er sein weiteres Leben in anderen Bahnen fortführe.
Ein Leben ohne Gewalt und Folter.
Ohne Gehorsam und sinnlose Bestrafungen.
Ein Leben in Freiheit!
Celest würde dafür kämpfen ihm eine zweite Chance auf ein besseres Dasein zu ermöglichen, das war sie ihm schuldig, allerdings konnte sie diesen Kampf nicht alleine gewinnen, weswegen der Gedanke nahe lag eine weitaus höhere Macht um Rat zu fragen.
Zugegebenermaßen wusste Celest kaum etwas über Baumgeister. Genau genommen, vermutete sie eher göttliche Hände hinter dieser wunderschönen Fassade, als dass es weltliche Wesen sein könnten, doch Abraxas bestätigte letzteres mit einer wichtigen Warnung.
Baumgeister taten nichts ohne nötige Gegenleistungen. Zunächst nahm sie diese Tatsache flüchtig hin und nickte ihrem kleinen Begleiter aufmunternd zu, doch würde sie sich dieser Aussage noch deutlicher bewusst werden wenn sie dem Baumgeist erst einmal gegenüber sah.
Der kleinen Ausbruch Abraxas ließ die Hände der Schlangenfrau kurz innehalten. Ehe sie sich gedanklich ermahnte, das Verbandsmaterial schnappte und die Behandlung fortsetzte.
Auch wenn sie gerne auf die Kommentare der Schlange eingegangen wäre, so war sie doch noch mit ihrer eigenen nun stark beschränkten Welt beschäftigt, die sich immer mehr in rote Farben tauchte und tiefe Ängste in ihr hervor rief. Das ganze Blut des Dunkelelfen klebte an ihren Händen, es rann ihre Arme hinab und tropfte auf ihren Schlangenschoß. Auch Abraxas blieb davon nicht verschont und jeder Außenstehende hätte mit erstarrtem Blick ein schauriges Festmahl hinter diesem Bild vermutet.
Selbst die nervösen Schwanzbewegungen ihres Freundes Windfuchs konnten ihre angestrengte Konzentration nicht bremsen. Wie gerne sie auch nun in aller Ruhe an seiner Seite gesessen und ihm den Kopf gestreichelt hätte, so schien es ihr als habe sie keine andere Wahl als ihren Instinkten und Handlungen Folge zu leisten. Alles passierte ziemlich schnell und bald schon war die Wunde verarztet, der Elf transportbereit und Windfuchs informiert. Sie konnten aufbrechen zu den ungewissen Wünschen und Vorahnungen, die sich hinter Bäumen und Blätterwerk, in den unnahbaren Gedankengängen des Baumgeistes verbargen.

Der Weg war schnell hinter sie gebracht und dennoch erschien es Celest, als fließe jede Minute wie zäher Sirup durch die Sanduhr der Zeit. Mit aller Vorsicht nahm die Schlangenfrau den ebensten Weg, denn sie finden konnte und blickte dabei immer wieder auf die sterbende Fracht auf ihrem Rücken. Das Blut an ihren Händen, die Feuchtigkeit in ihren Haaren und auch das Moos unterhalb ihres Leibes spürte sie nun mit aller Härte. Nasse Tropfen, die noch immer über ihren Körper huschten kitzelten sie unbehaglich, das Blut schien ihr heiß auf der Haut zu brennen und das Moos unter ihr fühlte sich wie ein nasser Teppich an, den man mit nackten Zehen berührte. Alles in ihr wollte ausbrechen aus diesem Zustand der gestressten Selbstkontrolle, hatten ihre Gefühle sich doch mittlerweile in tiefere Ebenen ihres Geistes zurückgezogen, wo sie wie kleine Kinder schreckliche Dinge anrichten konnten. Sie musste die Ereignisse einfach herunter schlucken sonst überkam sie wieder ein Anfall oder eine unkontrollierbare Panikattacke. Von ihrem rasenden Puls ganz zu Schweigen.
Hitzewallungen durchfuhren ihren langen Körper, als sie endlich den richtigen Baum erreichten. Hier sollte die Naturfrau leben, denn hier hatte Celest auch einiges an Proviant finden können, den sie immer noch in ihrem Beutel mit sich herum schleppte. Doch würde sich die wundersame Frau auch zeigen?
Celest keuchte und spürte deutliche Erschöpfungserscheinungen in ihren Gliedern. Der Hunger war zwar noch immer nicht zu spüren, doch fehlten ihr langsam die wichtigen Nährstoffe um weiter zu machen. Könnte dieser ganze Alptraum nicht einfach vorbei sein?
Hektisch blickte Celest sich um, hielt Ausschau nach Windfuchs und seufzte beruhigt, als dieser kurz darauf aus dem Dickicht des Waldes hervortrat.
Immer noch auf allen Vieren.
Immer noch sehr geschwächt.
Sie lächelte ihm zu, wenngleich sie wusste keine ähnliche Reaktion darauf zu bekommen, und rieb ihre Hände nervös an ihren Oberarmen. Dadurch wurde sie das Blut nicht los, vielmehr verteilte sie es auf ihrem ohnehin nassen Körper, hoffte dadurch allerdings dieses unangenehm warme Gefühl los zu werden. Unglücklicherweise wurde es dadurch nur noch schlimmer, weswegen sie bald schon ihre Hände sinken ließ. Ihre Schwanzspitze zuckte nervös und wie unter Fesseln hin und her. Sie wollte sich waschen. Reinwaschen von all den Strapazen des Tages und dem Lebenssaft der noch unheilvoll an ihren Händen klebte. Celest war sich in diesem Moment nur zu deutlich bewusst, wie schrecklich sie aussah. Sie musste an ein Monster erinnern...
Doch diese Gedanken waren gleichgültig, der Baumgeist musste erscheinen, doch wie brachte man solch ein Wesen dazu ihr Flehen zu erhöhren?
Auf einmal konnte die Schlangenfrau eine wunderschöne Gestalt im Baumwipfel des besagten Baumes entdecken. Noch ehe sie auf sich aufmerksam machen konnte, erschien die Frau direkt vor ihr und präsentierte ihren sinnlichen, weiblichen Körper mit aller Pracht. Die ehemalige Kammerzofe war überwältigt von dieser Schönheit und blieb vorerst stumm. Ihr fehlten einfach die Worte, doch dann kam die Gestalt auf sie zu und brachte einen herrlichen frischen Duft mit sich, der Celest sofort an einen herrlichen Sommertag im Wald erinnerte.
Allein ihr Anblick schien die Schlangenfrau so zu verzaubern, dass sie all ihre Sorgen für einen Moment vergaß, doch ihre Gesichtszüge taten dies nicht. Noch immer zitterten ihre Lippen ein wenig und noch immer zeugten starke Sorgenfalten für einen zutiefst bekümmerten Eindruck.
Tröstend legte der Baumgeist ihre Hand auf Celests Wange, ebenso wie es eine fürsorgliche Mutter bei ihrer traurigen Tochter getan hätte. Die Schlangenfrau ließ es zu, zumal sie es nicht wagte ihre blutverschmierte Hand nach ihr auszustrecken. Dieses Wesen sollte nicht von solcherlei Schmerzen berührt werden. Das schien ihr wie ein fest verankertes Naturgesetz zu sein, woran sich Celest auch gerne halten wollte.
Die Schlangenfrau bereute es wirklich die Sprache es Geistes nicht sprechen zu können, doch zumindest hatte sie einen fähigen Übersetzer dabei, der prompt die richtigen Worte in seiner zischelnden Sprache fand.
Innerlich ermahnte sich Celest zur Stärke, wollte sie doch keinen schwachen Eindruck hinterlassen. Bald wäre es überstanden, wenn sie nur mit fester Stimme für Zaknafeins Leben einstand!
„Es bekümmert mich, dass ich Eure Hilfe erbitten muss, werter Baumgeist. Ich weiß zwar nicht über welche Kräfte ihr verfügt, doch seid Ihr die einzige Hoffnung für diesen sterbenden Dunkelelfen.“ Mit träger, blutroter Hand deutete sie auf Zaknafein und blickte anschließend erneut in das schöne Antlitz des Geistes. „Er wurde von dunkelelfischer Klinge vergiftet nur um mich zu retten. Er darf nicht sterben, nur weil ich zu schwach war um mich selbst zu verteidigen! Bitte, ehrenwerter Baumgeist vertreibt das Gift aus seinem Körper und ich werde eure ergebene Dienerin sein! Niemand soll diesem Wald weiterhin schaden, wenn es euch bekümmert. Ich will für Euch kämpfen wenn dunkle Mächte nach den Geschöpfen der Natur greifen. Damit Euer Baum ewig hier stehen möge und weiterhin die göttlichen Schöpfungen in ihrem Lebenswandel beiwohnen kann.“
Das einzige was eine wilde Halbschlange bieten konnte, die nichts anderes in ihrem vorherigen Leben getan hatte außer zu dienen, war eine helfende Hand. Eine starke Arbeitskraft die sich dem Willen des Baumgeistes beugen konnte. Was sollte ein Baumgeist denn mit den paar Beeren und Kräutern anstellen? Das einzig wertvolle war die Seelenkugel Windfuchs und der Stein der Rückverwandlung, aber diese beiden Schätze standen nicht zur Debatte! Was sollte ein so wunderschöner Baumgeist auch damit anfangen? Andererseits wusste Celest nicht, ob Baumgeister eitel waren und einfachen materiellen Dingen ebenso zugetan waren wie so manche Adelsdame in Grandea.
Es war also das naheliegenste, dieser wunderschönen Frau die Dienerschaft Celests anzubieten, für ein wertvolles Elfenleben war sie allemal bereit dazu sich erneut jemandem zu beugen, da mochte ihre Vergangenheit sie noch so sehr darauf getrimmt haben eine freiheitsliebende Persönlichkeit zu sein. Hauptsache er würde errettet werden.
Hauptsache dieses ganze vergossene Blut würde endlich verschwinden, von ihren Händen ebenso wie aus ihrem Leben! Selbst wenn sie diese Entscheidung möglicherweise in ferner Zukunft bereuen würde.

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Re: Die Höhle der Schlangenfrau

Beitrag von Erzähler » Samstag 7. Juli 2012, 09:25

Abraxas staunte nicht schlecht, als Celest so ohne weiteres ihre Dienerschaft anbot. Wieso machte das Mädchen das?
Sie kannte doch nicht die Folgen daraus. Vielleicht würde sie selber ein Wesen des Waldes werden, welches auf ewig an einen Ort gebunden werden würde. Er biss sich selber fast in den Schwanz. Was war er doch für ein schlechter Freund, dass er ihr keine Vorschläge gemacht hatte.
"Bist du dir sicher Celest?" raunte er ihr mit vorgehaltener Schwanzspitze zu.
Zaknafein stöhnte leise auf, kämpfte desweilen mit dem Gift in seinem Körper. Er krampfte und zuckte.
Windfuchs blickte von Celest zu den Baumgeist. Auch wenn er nicht viel von sich gab, zuckten seine Ohren bei jedem Geräusch.

Der Baumgeist sah Celest an, ergriff ihre Hände und drückte sie sanft. Vor dem vielen Blut schien sie keinen Ekel zu empfinden.Sie stieß einen leisen vogelähnlichen Laut aus und der Baum begann sich wie von Zauberhand zu schütteln. Das Wasser aus den Blättern floss hinunter und wusch das Blut von Celest und der schönen Frau. Dabei lachte dieses feengleiche Wesen hell und drückte Celest eine Kuss auf.
"Er hat dich gerettet... das ist Grund genug dir zu helfen, kleine Schwester. Du musst dich mir nicht verpflichten, Schwestern helfen einander...jeder auf seine Art. Ich werde ihn helfen, aber er wird trotz allen Zeit brauchen. Ein Gift, wenn es aus der Natur kommt, kann ich nehmen. Eine Wunde aber nicht.... aber etwas möchte ich schon! Ich möchte nur ihn.." sie wies auf Windfuchs, der den Kopf leicht schräg legte. Der Baumgeist kicherte wie ein kleines Mädchen und widmete sich dann wieder Celest zu.
"ich lasse ihn wieder frei...aber er soll mir in den Baum folgen...nicht lange"
Abraxas hätte erstaunt eine Augenbraue gehoben, wenn er eine gehabt hätte. Denn ob Celest klar war, was dies bedeutete wusste die Schlange nicht.
"Sie hilft dir, weil er dich gerettet hat...sagt aber, nur ein pflanzliches Gift könnte sie entfernen...und sie möchte sich Windfuchs ausleihen, sagt man das so?"
Baumgeister und insbesondere Dryaden neigten dazu, Männer die sie attraktiv fanden mit in ihren Baum zu nehmen. Was im inneren geschah, wusste man nicht, denn diese Männer waren nie wiedergekehrt. Aber irgendwie mussten sich ja auch Dryaden vermehren.
Die Dryade trat zu den Dunkelelfen, sah sich die Wunde an. Ihre zierlichen Finger glitten an seiner Haut lang und der Kontrast konnte nicht stärker sein. Vor seiner Wunde stoppten die Finger.
"Er hat einen guten Kern...ist nicht komplett von der Dunkelheit zerfressen." dann legte sie die Hände auf die Wunde, ein Zittern ging durch den Körper von Zaknafein. Er bäumte sich auf und wandt sich so plötzlich, dass Abraxas in die Büsche geschleudert wurde. Der Baumgeist ließ sich jedoch nicht vertreiben. Sie stand ebenso fest, wie der Baum und änderte ihre Haltung nicht. Die Augen glühten in einem Grün, wie das der stärksten Bäume.
Die zuvor verfärbten Adern schien von innen heraus zu leuchten, Grünes Licht frass sich durch jede einzelne Arterie und Vene. Sie machte eine schnelle Bewegung und riss ihre Arme hoch, streckte sie dem Himmel entgegen. Dabei sang sie eine Melodie, die herzzerreissender nicht sein konnte. So wie Celest gesungen hatte, machte dies die Dyrade ebenso.
Der Dunkelelf schüttelte sich, und keuchte, Er war stark am schwitzen und es brauchte einen Moment biss man sah, dass er das Gift ausschwitzte. Erst als nichts mehr kam, beendete sie ihr Lied.
"Das Blut ist gereinigt...sowie sein Körper...."
"sie hat hat ihn gesäubert. kein Gift mehr im Körper" kam es aus dem Busch gerufen.
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Re: Die Höhle der Schlangenfrau

Beitrag von Celest » Montag 23. Juli 2012, 01:14

Was mochte die vor Sorgen fast zerrissene Schlangenfrau wohl dazu gebracht haben, ihr Leben in die Knechtschaft zu zwingen? Welche Gedanken huschten ihr durch den Kopf und welche ließen sie ganz unberührt? Das Blut an ihren Händen fühlte sich kalt und unwirklich an, ein Gefühl dem sie nur zu gerne entronnen wäre, dennoch nahm sie die blutigen Spuren ihres Rettungsversuchs in Kauf, denn sie fühlte sich dazu verpflichtet.
Tatsächlich hatte Celest keine Ahnung von Waldgeistern oder derlei Wesen, vielmehr erschien ihr die Baumfrau wie eine Naturgegebenheit, die einfach da war und den Willen der Natur verkörperte. Was sollte denn schlecht daran sein, sich solch einem Wesen zu verpflichten? Nein, nicht einmal die Frage nach „richtig“ oder „falsch“ kam ihr in den Sinn, denn in diesem Punkt war es ihr vollkommen gleichgültig. Zaknafein hatte es verdient gerettet zu werden und dafür würde sie der Natur zu Diensten sein. Nüchtern betrachtet, eine ziemlich eindeutige Angelegenheit, wäre da nicht der Eigensinn des Baumgeistes, der sicherlich die einen oder anderen Eigenbedürfnisse im Herzen trug.
Abraxas Worte sorgten höchstens für einen geistesabwesenden Blick ihrerseits, der in seine Richtung ging, ihn aber nicht wirklich wahrnahm. Sie nickte stumm und bemerkte nicht den Kummer, den sie damit ihrem kleinen Schlangenfreund bereitete. Ihr Gesicht zeigte kaum eine Regung, ihre Mundwinkel zuckten nicht einmal. Wie eine ebenmäßige Maske blickte sie in Abraxas schuppiges Gesicht und ließ dabei nur einen müden bis traurigen Ausdruck durch ihre Seelenspiegel schimmern, der nicht durch diese perfekte Fassade verdeckt werden konnte. Es fiel ihr ziemlich schwer sich gedanklich zurückzuhalten, am liebsten würde sie einfach aufwachen und diesen Alptraum hinter sich lassen, doch die Zeit dehnte sich ins unendliche. Ein wirklich unerträgliches Gefühl.
Plötzlich spürte sie wie Zaknafeins Körper zuckte, und jenes Verkrampfen ging wie ein Erdbeben durch ihren ganzen Körper. Unwillkürlich musste auch Celest zusammenfahren, da sie mit so etwas nicht gerechnet hatte. Sorgenvoll blickte sie zu dem Sterbenden.
Doch dann spürte sie etwas anderes, dermaßen sanftes, dass sie augenblicklich ihren Kopf wandte und in die Augen des Baumgeistes blickte. Diese lächelte und gab einen gurrenden Vogellaut von sich, der die Blätter ihres Baumes zum zittern brachte und unzählige Regentropfen heraufbeschwor, die sich zuvor auf jenen niedergelassen hatten. Das Blut wurde daraufhin restlos von Celests Haut gewaschen und auch der Baumgeist reinigte sich dadurch.
Verwundert zersprang Celests Maske und ließ einige fragende Falten zu, die sich nun auf ihrer Stirn bildeten. Der Kuss trieb ihr hingegen die Schamesröte ins Gesicht, zumal die Schlangenfrau nicht wusste, wie sie darauf reagieren sollte. Das wunderschöne Wesen schien hingegen seinen Spaß zu haben, denn sein Lachen hallte über die ganze Lichtung und schien alles und jeden mit seiner Leichtigkeit anstecken zu wollen.
Nur Celest konnte sich kein Lächeln abgewinnen. Nicht einmal beim Anblick ihrer faszinierend schönen Züge. Dazu war sie einfach nicht stark genug.
Noch immer behielt sie diesen verzweifelt fragenden Blick aufrecht, der sich auch nicht von ihren fremdartigen Worten beruhigen ließ, die so anmutig an ihre Ohren drangen.
Abraxas musste erneut den Übersetzer spielen und gab dadurch Informationen zu Tage, die Celest kaum für möglich gehalten hatte.
Sie würde ihr also helfen, ohne einen Ausgleich? Doch, da war etwas... Windfuchs wollte sie haben, aber wofür?
Ungläubig schüttelte Celest den Kopf, denn sie verstand nicht ganz. Was bedeutete es jemanden auszuleihen? Für einen kleinen Dienst? Etwas anderes konnte sich die Schlangenfrau darunter beim besten Willen nicht vorstellen und doch verzog sich ihr Herz ein wenig und stachelte ihre Gedanken zu mutigeren Schlüssen an. Die ehemalige Kammerzofe war mit vielen Geschichten in Kontakt gekommen, doch keine hatte jemals von Baumgeistern gehandelt. Dennoch wusste sie, dass es in vielen Märchen und Legenden um Frauenwesen ging, die wildfremde Männer bezirzten und sie für immer raubten.
In Anbetracht dieser Erinnerung klärte sich Celests Kopf ein wenig, doch wusste sie noch immer nicht was sie davon halten sollte. Ihr Haupt wandte sich abrupt in Windfuchs Richtung, doch würde sie von ihm kaum einen rettenden Einwand erwarten können. Sie war die Besitzerin seiner Kugel, auf sie würde er wortlos hören. Aber wie sollte sie sich entscheiden?
Noch ehe eine Antwort überhaupt in Celests Gedanken ausformuliert war, bewegte sich die Baumfrau zu Zaknafein und verleitete die Schlangenfrau dazu ihr nach zu sehen. Lieber ließ sie sich ablenken, als über so eine heikle Frage nachzudenken.
Die Dryade sagte noch etwas auf ihrer beruhigenden Sprache und begann dann eine Art Zauber zu wirken, zumindest sah es in Celests Augen danach aus. Gespannt, wurden ihre Augen größer und ihr Mund öffnete sich leicht. Plötzlich gingen heftige Bewegungen durch den Körper des Dunkelelfen und übertrugen sich gleichwohl auf ihren eigenen Leib. Sein Stöhnen und Beben ließen ihr Herz erzittern und machten sie schwach und sensibel. Dieses Leid, egal wie sehr es dem dunklen Ritter auch helfen mochte, wollte sie nicht sehen und auch nicht hören, daher hielt sich die Schlangenfrau mit aller Kraft die Ohren zu und begab sich in eine schützende, kauernde Haltung.
Sie bemerkte bloß an den Bewegungen, wie sehr der Dunkelelf kämpfte und auch die immense Energie die mit dem Wirken des Baumgeistes durch seinen Körper ging, war wie ein schwacher Schatten auch in ihrem Schlangenschweif zu spüren. Es war gut und richtig, da es endlich zu dem glücklichen Ende führen würde, was sich Celest schon seit einiger Zeit ersehnte. Aber es war ein schmerzhafter Akt und davon wollte die ehemalige Kammerzofe am liebsten nichts mehr wissen.
Ohne Gnade fand die Heilung schließlich ihr gewaltiges Crescendo, als die wundersame Baumfrau ein Lied anstimmte, was sich stumpf aber wundersam in Celests Ohren anhörte.
Es brachte sie sogar dazu, ihre schützende Haltung aufzugeben und nachzusehen, was sich da auf ihrem Rücken tat.
Schließlich war die Schlangenfrau noch immer eine Musikliebhaberin und das was sie da vernahm, klang schöner als alles was sie bisher in ihrem Leben vernommen hatte. Es klang unwirklich, wundersam, betörend und anmutig, dennoch hätte Celest kaum beschreiben können wie diese Stimme auf sie gewirkt hatte, denn es schossen ihr tausende Eindrücke auf einmal durch den Kopf, die sie nicht einmal versuchen konnte zu sortieren. Sie passierten einfach, genau wie dieses Lied einfach passierte und schließlich auch sein Ende fand.
Wie gerne hätte die Schlangenfrau noch weiter zugehört, war es doch eine äußerst atemberaubende Erfahrung für sie gewesen.
Endlich wagte Celest einen Blick auf den Verletzten, denn wie zuvor bei ihrem eigenen Lied, hatte sie auch jetzt wieder genügend Mut aus der Musik geschöpft, um wieder ein wenig klarer zu denken. Auf einmal sah die Welt nicht mehr ganz so furchtbar aus wie vor wenigen Minuten, wenngleich noch immer die quälende Frage in ihrem Herzen spukte, wie sie nun für Windfuchs entscheiden sollte.
Das Gift hatte sich derweil seine Weg aus Zaknafeins Körper gesucht und obwohl er einen äußerst mitleidigen Anblick darbot, war Celest froh den Baumgeist um Hilfe gebeten zu haben. Der Dunkelelf war gerettet, nun war es endlich wieder an der Zeit tief durchzuatmen und diese gute Nachricht auf sich wirken zu lassen.
Und das tat sie auch.
Ihr Seufzer schien all die negativen Emotionen aus ihrem Herzen zu verscheuchen, ließen aber auch einige Unklarheiten und Sorgen zurück, für die sie nun aber mehr Stärke besaß, auch wenn sie nun am liebsten in ihre Höhle zurückgekehrt wäre und zwar MIT Windfuchs.
Abraxas kleine Übersetzung hatte nicht nur ein Lächeln auf Celests Wangen gezaubert, sondern hatte auch seinen derzeitigen Standpunkt verraten über den sich die Schlangenfrau wieder einmal nur wundern konnte. Wie schaffte er es nur immer wieder so schnell den Standort zu wechseln? Irgendwann würde sie sicher den Trick dahinter erfragen, doch zunächst wollte sie sich an den Baumgeist wenden und ihr all den Dank entgegenbringen, den die wundersame Frau verdient hatte.
„Ich weiß nicht was ich sagen soll... Ich danke Euch vielmals, ehrenwerter Baumgeist. Wie kann ich Euch das nur wieder zurückzahlen? Ihr sagtet, Ihr würdet meinen Freund ausleihen wollen?“
Celests Blick wanderte wieder zu Windfuchs, der wie ein treues Tier neben ihr stand und stumm die Szenerie betrachtete. Was würde er wohl nun dazu sagen?
Die Schlangenfrau schluckte und bedachte ihre Schuld. Wäre es nicht gerecht, dem Baumgeist das zu geben, wonach ihm verlangte? Sie hatte das Leben des Dunkelelfen gerettet! Dennoch konnte Celest nicht einfach mit einem Körper handeln, als sei es eine Ware.
Schließlich lächelte sie zuversichtlich und setzte ihre Rede fort.
„Solange Ihr ihm nichts tut und ich ihn wiedersehen kann, sind mir eure Bedingungen Recht. Doch ist Windfuchs verletzt und braucht Ruhe um sich wieder zu regenerieren. Erlaubt Ihr mir, ihn aufzupäppeln, damit ihr ihn so bald wie möglich zu euch nehmen könnt?“
Es war eine Notlösung, die Celest ein wenig Zeit verschaffen sollte. Zeit und die Möglichkeit mit Windfuchs darüber zu reden. Natürlich hatte Celest nicht vor dem Baumgeist irgendetwas zu verweigern, doch würde sie sich besser fühlen, wenn sie sich zunächst mit dem Fuchshybriden auseinandergesetzt konnte.
Doch was würde sie machen, wenn Windfuchs sich diesem „Handel“ verweigerte? Er hatte schließlich nichts mit dem Dunkelelfen zu tun und müsste eigentlich nicht für sein Leben herhalten.
In Gedanken winkte sie ihre eigene ängstliche Frage einfach nur müde ab. Sie war viel zu erschöpft um noch weiter irgendwelchen Sorgen Beruhigung zu verschaffen.
Langsam machte sich auch wieder ihr Hunger bemerkbar, also war es höchste Zeit ihre Höhle aufzusuchen und sich den Beeren hinzugeben, die sie so sorgsam gesammelt hatte.
Vor einigen Stunden, als sie noch voller Erwartung war und sich auf den Tag mit all seinen Überraschungen gefreut hatte, da war die Welt noch irgendwie ein bisschen in Ordnung, doch nun hatte sie nicht nur drei weitere Wesen unter ihre Fittiche genommen sondern auch eine große Schuld auf ihre schmalen Schultern geladen, unter der sie beinahe zusammensackte wie ein müder Bauer nach langer harter Arbeit. Konnte sie sich nun wieder ein wenig erholen?

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Re: Die Höhle der Schlangenfrau

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 26. Juli 2012, 10:01

Zaknafein würde durchkommen, die Dryade hatte das Gift aus seinen Körper bekommen. Doch ihr Preis war etwas, was Celest nicht ohne weiteres zu zahlen bereit war. Sie wollte nicht über Windfuchs Körper entscheiden, als wenn er Ware wäre.
Der Hybrid sah sie nur an, blickte aus leeren Augen mal auf die schöne Dryade dann wieder auf Celest.
Wie weit bekam er überhaupt mit, dass es um ihn ging?
Meist verstand er alles, nur reagierte er ohne Seele wie ein Puppe, die man befehlen konnte.
Abraxas ließ sich unterdies so langsam von dem Zweigen gleiten, wo er mal wieder hingeschleudert wurde. Er kam sich so langsam wie ein Wurfgeschoß vor.
Noch ein bisschen streckte er sich, dann glitt er geschmeidig zu Boden. Hätte er die Möglichkeit eine Faust zu ballen, so hätte er diese wohl drohend gegen den Busch gerichtet. So warf er nur einen Blick nach hinten und zischelte fast schon beleidig weg.
"ist ja klar, was mit mir ist, ist egal...pü" er hob eingeschnappt seinen kleinen Kopf hoch und kroch um die Schlangenhybridin rum.
"Sie wird ihm schon nichts tun!" rief er Celest entgegen, als sich jetzt die Dryade ihr wieder zuwandte.
"also noch billiger kommst du nicht weg... vermutlich will sie sich mit ihm paaren oder so"
"ja, ich seh , dass er verletzt ist...du magst ihn, oder?" Die schöne Dryade lachte glockenhell auf und hielt sich wie ein kleines Mädchen wieder die Hand vor den Mund. Dann blickte sie Celest mit leicht schräggelegten Kopf an, dass ihre langen nassen Haare fast wie ein seidiger Umhang zu Seite fielen und ihren Körper umschmeichelten. Ihre Augen blitzen vor neugier.
"Oder ist da mehr?...Liebe?"
Sie kicherte.
Doch man konnte auch ihr die Strapazen ansehen, dann eine Hand ruhte an ihrem Baum, strich zärtlich darüber.
Dort wo ihre Hand auflag glühte die Rinde etwas heller auf.
"heile ihn und dann bring ihn her... ich verspreche dir, er wird keinen schaden davon tragen, Schwester"
Sie küsste Celest abermals, diesmal auf die Stirn und im nächsten Moment war sie im Baum verschwunden.
Nur das Rascheln der Blätter, da kein Wind wehte, zeugte von der seltsamen Begegnung und das es kein Traum war.
"Och" stöhnte Abraxas auf
"Also sie glaubt, dass du verliebt bist..." er wies zu Windfuchs mit der Schwanzspitze.
"Und rat mal in wen?...hihihi ... ich habs ja gewusst....ach ja, du sollst ihn heilen und ihn dann bringen.und sie verspricht, dass ihm nichts passiert...Lass uns endlich gehen, ich bin müüüüüüüühüüüde!" jammerte er, während er einen kleinen Stamm erklimm um sich bei Celest auf ihren Leib fallen zu lassen.
Ruhe hatten sie alle verdient.
"Schau noch mal im Stamm nach...wegem Essen"
Er selber kroch zu Zaknafein und beäugte ihn ,strich mit seiner Schwanzspitze sanft über dessen Wange.
"Du hast Glück, Zak" flüsterte er leise und rollte sich knapp daneben zusammen.
Auch diesmal würde sie findig werden. Ein ordentliches Mahl an Früchten,Pilzen und abermals Marden wartete dort auf sie. Selbst 9 recht große Einer.
Die Dryade hatte ja gesagt, sie würde immer etwas zu essen zu finden. Und vielleicht war sogar noch im Rucksack von Zaknafein das eine oder andere Nützliche. Dieses Riesenwesen, welches mit Windfuchs gekämpft hatte, war ja scheinbar auch zum Transport dabei gewesen.
Es war ein anstrengender Tag bis jetzt gewesen und Celest hatte an einem Tag mehr erlebt, als sie je gedacht hätte.
Und es war nicht mal der Abend im Anbruch.
Die Sonne kroch hinter den Wolken hervor und zeigte, das es heute noch ein paar Stunden trocken bleiben würde.
Vögel waren in den Bäumen am Singen.
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Re: Die Höhle der Schlangenfrau

Beitrag von Celest » Sonntag 29. Juli 2012, 16:58

War es wirklich eine so gute Idee gewesen, die Dryade aufzusuchen?
In Celests Gedanken gab es diese Frage nicht einmal. Es musste einfach sein, da es die einzige Möglichkeit gewesen war, Zaknafein zu retten. Die Richtigkeit ihrer Handlung konnte die Schlangenhybridin also kaum von der Hand weisen, aber warum zögerte sie nun so sehr?
Die Bedingung dieses „Handels“ waren Celest nicht ganz geheuer. Ihr Herz schien leicht zu stechen, obwohl sie keinen wirklichen Schmerz verspürte. Es war vielmehr wie ein unangenehmes Gefühl, was sich langsam in ihrem ganzen Körper ausbreitete.
Auf einmal spürte sie etwas, was sie leicht zusammenzucken ließ. Abraxas ließ sich wieder blicken und erklärte mit einfachen Zischlauten, dass sich die Dryade wohl mit Windfuchs paaren, ihn aber ansonsten in Frieden lassen würde.
Erst jetzt bemerkte sie, dass keine Berührung sie zusammenfahren ließ sondern die Worte, die Abraxas von sich gab. Windfuchs und die Dryade würden sich paaren!
Im Endeffekt eine harmlose Forderung. Zaknafein war gerettet und die Dryade würde sich fortpflanzen können. Celest stellte sich ungern zwischen diese Vereinigung, doch musste sie zugeben, dass sie ein wenig eifersüchtig war. Vielleicht nicht unbedingt darauf, dass Windfuchs mit der Dryade schlief, sondern vielmehr, dass sie nicht selbst einmal diese Erfahrung machen durfte.
Der Hybrid bedeutete ihr zwar fiel, aber wirklich kennen tat sie ihn nicht. Ihre Gefühle, so redete sie sich also ein, waren rein freundschaftlicher Natur. Es verlangte ihr nur selbst nach ein wenig Liebe und deswegen reagierte sie so allergisch auf diese Forderung.
„Ja Abrax... billiger kommen wir wirklich nicht weg.“ Ihre Stimme klang ein wenig verbittert, doch noch konnte sie sich ein schelmisches Lächeln bewahren, was ihren Kommentar unterstützen konnte.
Die Schlangenfrau widmete sich wieder dem Baumgeist, der wieder zu sprechen begonnen hatte. Zwar konnte Celest ihre Worte nicht verstehen, die so angenehm in ihren Ohren klangen, doch wusste sie instinktiv, dass die Dryade ihre verwirrten Gefühle erkannt hatte.
Macht sie sich über mich lustig? Nein... das würde sie nicht tun. Aber sie scheint zu ahnen, wie wichtig mir Windfuchs ist. Aber warum sollte ich ihm kein Schläferstündchen mit einer so wunderschönen Frau gönnen? Und warum sollte ich diesem zauberhaften Wesen keinen Nachwuchs gönnen? Nur weil mir das Schicksal auf eine glückliche Familie auf ewig verwehrt bleiben wird, sollten nicht auch noch andere wegen mir darunter zu leiden haben.
Der Baumgeist beendete seine Rede mit einem sanften Kuss auf Celests Stirn. Für einen kurzen Moment fühlte sie sich dabei an ihre Mutter erinnert.
Wie sehr sie diese starke Frau doch vermisste.
Dennoch verspürte sie längst keine Trauer mehr.
„Was hat sie gesagt?“ zischte sie ihrem kleinen Freund also unbeirrt zu, nachdem sich die Dryade wieder in ihren Baum zurückgezogen hatte. Dieser setzte sofort zu einer Antwort an und erklärte ihr, dass der Geist gewisse Liebesgefühle in ihrem Herzen vermutete. Eigentlich hatte Celest erwartet, sie habe sich über ihre Verwirrung lustig gemacht, aber das übertraf all ihre Erwartungen! Außer sich vor Scham, schlug sie die Hände vor den Mund. Glücklicherweise war Zaknafeins Blut von jenen bereits abgewaschen.
„Ver...liebt? Ich?? Also...“ Die Schamesröte ließ ihr Gesicht ganz heiß werden. Windfuchs durfte sie so nicht sehen, daher blickte sie weiterhin in Abraxas Richtung und verharrte in angespannter Haltung.
Weiterhin schien auch Abrax dieser Meinung zu sein, und das konnte sie sich nun wirklich nicht unterschieben lassen. „Aber ich... bin doch gar nicht verliebt!“ Ihr Gesicht glich einer reifen Tomate. „ Das musst du mir glauben, Abraxas!“ Doch dieser ließ sich nicht beirren und kletterte unbekümmert auf ihren Rücken. Er ließ bloß verlauten, dass er müde sei und gab ihr noch die Anweisung im Stamm nach etwas Essbarem zu schauen.
Diese Gedanken ließen die Schlangenfrau aber einfach nicht in Frieden. Trotz dass sie sich nun dem Stamm näherte und die vielen Leckereien und... Merkwürdigkeiten... an sich brachte, dachte sie angestrengt über diese Unterstellung nach. Hatten sie vielleicht doch Recht?
Aber ich kenne ihn doch nicht einmal. Er ist mir fremd, andererseits auch nicht. Irgendetwas scheint uns zu verbinden, das gebe ich zu. Aber vielleicht liegt dies nur daran, dass wir beide Hybriden sind!
Gut, selbst wenn dem so sei, was ich vehement bezweifeln möchte, ist dies noch lange kein Grund ihm solch ein Vergnügen zu verwehren. Mit mir hätte er solche Freuden nicht. Und überhaupt: Wer verliebt sich schon in so ein Monster wie mich?

Eigentlich hätte sie sich diese Gedanken am liebsten für später aufgehoben. Wenn sie alleine war und sich ihrer Tränen nicht schämen musste, aber leider überfielen sie ihren Kopf wie wahnsinnige Banditen und hinterließen nichts außer Kummer und Schmerz.
Reiß dich zusammen, Celest! Du bist eine starke Frau, auch das stehst du durch! Du bist nicht allein, also musst du dich nicht sorgen!
Dieses Mal gab es noch viel mehr Essen im Baumstamm zu finden, und so kam Celest langsam in eine brenzlige Situation, was ihre Tragekapazitäten anging. Das Buch der Beeren und Pilze des Waldes war auf ihrem Rücken gut verstaut, ebenso wie der Bogen, die Pfeile und der Köcher des Jägers, der sich in einen Wolf verwandelt hatte. Der Dolch Zaknafeins hing locker an ihrer Seite und der Beutel mit dem restlichen Proviant sowie dem restlichen Verbandszeug hing schwer auf ihrer anderen Seite. Die vor ihr liegenden Speisen mussten also teilweise in ihrem Beutel verstaut teilweise aber auch in ihren Armen getragen werden. Langsam fühlte sich die Schlangenfrau wie ein übergroßer Packesel. Allerdings beschwerte sie sich nicht, sondern grinste nur über ihre eigene gedankliche Bemerkung.
Die Eier und Maden fanden gerade noch einen Platz in ihrer Tasche, der Rest musste allerdings in ihren Armen Platz finden. Wie sehr freute sie sich schon über ein anständiges Mahl und die sicheren Wände ihrer Höhle!
„Windfuchs, folge mir vorsichtig. Ich will nicht, dass dir etwas passiert.“ Die Röte war ihr aus dem Gesicht gewichen und ermöglichten es der Schlangenfrau nun, sich wieder mit Windfuchs verständigen zu können. Sie wollte nicht, dass er sie so sah, selbst wenn er momentan keine Seele hatte. Sein Körper würde die vielen Eindrücke, die er ohne seine Seele erfahren hatte, ohnehin auf jene übertragen sobald sie sich wieder einander näherten. Aus diesem Grund, durfte sie einfach keinen falschen Eindruck erwecken.
Endlich machte sich die kleine Gruppe auf den Weg nach Hause. In sanften Bewegungen wich die Hybridin unebenem Untergrund aus und versuchte dadurch den empfindlichen Körper des Elfen zu schonen. Langsam und bedächtig kroch sie über den Waldboden, hielt ab und an Ausschau nach Windfuchs und achtete sorgsam auf ihre Umgebung.
Weitere Strapazen würde Celest vermutlich nicht überstehen, auch Windfuchs und Zaknafein wären eine leichte Beute für Banditen, wilde Tiere oder dunkle Ritter.
Umso erleichterter war die Schlangenfrau als sie endlich die vertrauten Umrisse ihrer geliebten Höhle zu Gesicht bekam.
Hatten der Fuchs und der Wolf wohl auf sie gewartet? Das Jungtier würde vermutlich auf seine Ziehmutter warten, doch was mit dem Jäger war, wusste Celest nicht zu sagen.
Sie würde ihm eine Flucht nicht verübeln, war er doch ziemlich verwirrt gewesen, doch andererseits glaubte Celest nicht daran, dass er sie jetzt schon verlassen hatte.
Wo sollte der Wolfsjäger ansonsten hin? Er musste sich einfach noch in der Höhle befinden, alles andere wäre töricht gewesen.
Und so machte sich Celest keine weiteren Sorgen mehr darum und bewegte sich zielstrebig auf den Eingang zu.
Zunächst wollte sie Zaknafein auf einen weichen Untergrund abladen, damit sich ihre Muskeln wieder ein wenig entspannen konnten und er sich endlich in vollkommener Reglosigkeit ausruhen konnte.
Sie blieb also zielstrebig und steuerte ihr Lager aus Moos und weiteren Pflanzenteilen an, was sie sich für ihren menschlichen Körperteil zurecht gelegt hatte. Vorsichtig ließ sie anschließend den Körper des Dunkelelfen auf das Lager gleiten und legte anschließend alle Erbeutungen des Tages ab. Pfeile, Köcher und Bogen, fanden neben der Kiste mit der Seelenkugel ihren Platz, der Proviant landete neben der Feuerstelle, wo sie gleich darauf zubereitet werden konnten und das Verbandszeug sowie das nützliche Buch wanderten in die hölzerne Kiste, aus der sie gleich darauf Windfuchs Seelenkugel heraus holte.
Nachdem all dies erledigt war, rollte sie ihren massigen Leib zusammen und blickte erwartungsvoll in Windfuchs Richtung.
Er braucht einen Rastplatz!
Zum Glück gab es noch eine weitere zurecht gemachte Stelle, an der sich der Verletzte Fuchshybrid ausruhen konnte. Sie schlängelte eiligst dort hin und wandte sich an ihren Freund. „Windfuchs leg dich bitte hier hin, du bist bestimmt völlig erschöpft.“ Die Kugel behielt sie dabei weiterhin in ihren Armen. Erst wenn er sich hinlegte würde sie ihm die Kugel vorsichtig neben den Körper legen. Doch würde sie an seiner Seite bleiben. Er würde vermutlich großen Kummer und Leid erleben, daher musste sie einfach neben ihm sitzen bleiben und abwarten.

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Re: Die Höhle der Schlangenfrau

Beitrag von Erzähler » Freitag 3. August 2012, 13:23

Sie war erschöpft, alles forderte irgendwann einen Preis.
Nicht nur ihre Bitte an die Dyrade, welche sich mit Windfuchs paaren wollte. Celest schaffte es, bis jetzt ihr Gefühlschaos unter Kontrolle zu halten, wollte sich nicht eingestehen, wie sie zu den Fuchshybriden stand. Na, es stimmte, sie kannte ihn nicht wirklich, aber konnte man sich nicht trotzdem in jemanden verlieben.
Sie war noch immer eine Frau und innerlich würde sie verstehen, wenn er dieses schöne Wesen aus dem Baum ihr vorziehen würde. Sie malte sich keine Chance aus. Dass sie diesbezüglich, eher mit dem Hybriden reden sollte, kam ihr nicht in den Sinn.
Abraxas würde diesbezüglich nur verächtlich mit seiner Nase rümpfen. Für ihn war Celest eine bessere Partie als so ein Baumgeist, welcher Forderungen stellte. Auch wenn die Schlange müde war, so entging ihm nicht, wie Celest mit sich kämpfte. Und die Schlange war schlau genug zu wissen, jetzt nicht noch etwas Dummes zu sagen. Er schlug etwas kräftiger mit seinem Schweif auf ihren Leib, wollte sie ein Tätscheln spüren lassen. Dann gähnte er wieder und rollte sich endgültig zusammen.
“Mich kannst du nicht belügen, Celest“ zischelte er noch leise.
"Du bist viel schöner als der Baumgeist...", dann kehrte Ruhe in ihm ein.

Celest machte sich mit gepackten Armen auf den Weg zu ihrer Behausung. Windfuchs folgte ihr, war trotz seiner Verletzung noch flink und auch stark genug, dass er ohne große Probleme ihr folgen konnte. Das Sie beschämt seinen leeren Blick auswich, konnte er zwar sehen, aber im Moment fehlte ihn eben der Teil, der ein nachfragen bewirkte. Doch vermutlich würde es folgen, sobald er seine Kugel wieder in Händen hielt.

Sie konnte ein aufgeregtes Fiepen und Jaulen hören, als sie die Höhle nicht mal richtig betreten hatte. Ebenso ein warnendes Knurren, was eindeutig von dem Wolf kam. So würde sich bestimmt kein Eindringling in die Höhle wagen.
Der kleine Fuchs kam ihr entgegen gesprungen, sprang wie ein kleiner Hund freudig ihr entgegen. Drückte sein kleines Köpfchen gegen ihren Leib, wollte die Wärme seiner Ziehmutter spüren.
„na sie haben wenigstens keinen Schaden angerichtet“ kam es verschlafen von der schwarzen Schlange auf ihren Rücken. Abraxas ließ sich von ihr runter gleiten und kroch ebenfalls durch die Höhle. Der Wolf erhob sich, er hatte an einer Seite auf dem Boden gelegen. Sah zu ihr auf.
Das dies mal ein Mensch war, konnte man auf den drauffolgenden Reaktionen sehen. Er erhob sich, half Celest so gut er konnte. Stupste die kleine Fuchswelpe erst mal zur Seite, so dass sie in Ruhe handeln konnte.
Ein fragendes Winseln, als es den Fuchshybriden und auch den Dunkelelfen sah. Waren es Wesen wie er, besonders bei dem Fuchshybriden nahm er es an.
Celest hätte viel zu erzählen, besonders Windfuchs würde Fragen haben.
Das erste Lager teilte sie Zaknafein zu. Ein Stöhnen und Keuchen ging durch den geschundenen Körper, als dieser auf das Lager gebettet wurde.
Abraxas schlängelte sich zu den Dunkelelfen und strich ihn abermals Haare aus dem Gesicht. Man könnte fast glauben, dass Abraxas Zaknafein gut kannte. Es war eine Vertrautheit da, die sonst nur Celest mit der Schlange hatte.
„Schlafe, das ist das beste für dich...ich achte auf Zak, kümmere du dich um Windfuchs“
Das musste man Celest nicht zweimal sagen. Windfuchs folgte gehorsam den Befehl der Hybridin und kroch auf das andere Lager. Die Augen noch immer ausdruckslos.

Doch dann legte Celest die Kugel zu ihn und instinktiv griff er danach. Es war ein Teil von ihm.
Die Kugel leuchtete auf und Windfuchs keuchte. Kleine Wellen schien von der Kugel auf ihn und zurück zu wandern, als würde ein Austausch stattfinden. Gefühlskälte und Seelenlos, gegen Warmherzigkeit und eine helle Seele. Seine Augen erhielten Leben.
Der kleine Fuchs verkroch sich hinter seinen Vorderpfötchen. Der Wolf machte ein paar Schritte zurück, winselte.
Windfuchs griff nach Celest Hand, eine Mischung aus Entsetzen und Schmerz aber auch Freude. Freude sie zu sehen und sie wahrzunehmen. Ihre Worte, wenn sie fürsorglich die Kugel berührt hatte.
Er schluckte hart, Tränen füllten seine Augen.
Der Kampf mit dem Ork, die flucht durch die Wälder, der misslungene Versuch nach Nogrot reinzukommen. Wesen, die durch seine Hand den tot fanden. Er schnappte wie ein Ertrinkender nach Luft. Mit einer Hand verbarg er sein Antlitz.
„ich..ich...sie...ich konnte nichts tun...ich weiß nicht was mit ihnen geschehen ist...“ Die Stimme war schwer und seine Schultern bebten. Ja, er konnte auch sehr stark sein, aber jedesmal wenn er seine Seele wieder in den Händen hielt, überfielen ihn die Emotionen.
Er zitterte noch immer von den Auswirkungen und schloss die Augen, ließ jedoch nicht Celests Hand los, umklammerte diese sogar fester.
„Ey, Celest“ zischte es von der anderen Seite. Abraxas wies mit seiner Schweifspitze auf die Hand von Windfuchs und Celest. Ja, Schlangen konnten schadenfroh grinsen.. oder zumindest Abraxas.
„Also wenn das kein Beweis ist, wie er zu dir steht, hmm?“
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Re: Die Höhle der Schlangenfrau

Beitrag von Celest » Samstag 11. August 2012, 15:59

Eine Weile blieb Celest stehen. Verharrte in ihrer Bewegung und dachte über Abraxas aufmunternden Worte nach. Es war kaum zu fassen, dass sie dieses kleine Wesen vor nicht allzu langer Zeit gefürchtet und verabscheut hatte. Und nun lag er hier auf ihrem Rücken und gab ihr dieses wunderbare Kompliment. Es ließ die junge Frau erröten und gleichzeitig lächeln. Nie hätte sie gedacht, dass eine Meinung eines Tieres sie jemals so erfreuen würde. Zumindest war sie für diesen Moment gerührt genug, um sich um den weiteren Proviant zu kümmern, den sie sich erneut aus dem Inneren des Baumes heraus klaubte. Die Maden berührte sie dabei nur mit Ekel, allerdings wollte sie schnell nach hause und wusste, dass der Jungfuchs vermutlich etwas von diesen fetten Dingern haben wollte. Die Wildnis war eine harte Erzieherin und so überwand sie sich und packte die Maden mit dem anderen Proviant in ihre Tasche. Hauptsache sie bekämen alle etwas in den Magen!
Auf dem Weg zurück spielten sich die vorangegangenen Ereignisse immer wieder vor Celests innerem Auge ab und ließen ihr Gemüt wieder traurig und bekümmert werden. Sie wollte nicht, dass Windfuchs zu dieser Dryade ging! Sie war wunderschön und attraktiv, warum suchte sie sich also ausgerechnet jenen Mann zur Fortpflanzung aus, den Celest lieb gewonnen hatte? Wollte sie die Schlangenfrau ärgern? Ihr noch einmal unter die Nase reiben, wie hässlich sie doch war?
Andererseits wallte ein wütender Zorn in der Schlangenfrau auf, der ihren Gesichtsausdruck kalt werden ließ.
Dann sollte sie eben mit ihm schlafen, was ging Celest das an? Solcherlei Gelüste haben eben nichts mehr im Kopf der Schlangenhybridin verloren, besser wäre es also sich schnellsten daran zu gewöhnen keinen Partner zu haben und die Gesellschaft von Abraxas und den anderen Tieren vorzuziehen. Ohne Mann war sie ohnehin besser dran.
Die Hybridin schnaubte verächtlich und bettete sich gedanklich in Rosen. Mit dieser Arroganz versuchte sie ihr aufgewühltes Herz ein wenig zu beruhigen und … tatsächlich klappte das auch.
Es gibt wichtigere Dinge als die Liebe. Ich habe mich schließlich um eine kleine Gruppe zu kümmern, die gefüttert werden will! Außerdem bin ich ein starkes Mädchen, so etwas brauche ich nicht!
Und damit hakte sie dieses Thema vorerst ab.
Als sie schließlich die Höhle erreichten, ging Celest das Herz auf. Der kleine Fuchs hatte sie tatsächlich nicht vergessen und begrüßte sie nun wie ein aufgeregter kleiner Hund. Leider hatte sie keine Hand mehr frei, um ihn zu tätscheln also begrüßte sie ihn mit Worten.
„Hallo, mein Kleiner! Warst du auch schön brav?“
Schon immer wollte sie so etwas sagen und schon immer wollte sie sich um so ein kleines niedliches Ding kümmern, wie es der Jungfuchs war. Wie freute sie sich schon darauf endlich genügend Ruhe haben, um sich intensiver mit ihm zu beschäftigen.
Zu ihrer Erleichterung war aber auch der Wolfsjäger anwesend und bewachte ihre Höhle wie ein knurrender Wachhund. „Ah, du bist also auch noch da. Wie schön, dass euch nichts passiert ist!“
Dann bewegte sie ihren langen Körper an ihnen vorbei und verstaute all ihr „Gepäck“ an die richtigen Stellen.
„na sie haben wenigstens keinen Schaden angerichtet“ , gab Abraxas von sich und erntete dafür ein weiteres Lächeln seitens Celest. „Sie sind ja auch nicht so tollpatschig wie du, Abrax. Allein dein letztes Verschwinden in den Büschen, gibt mir bis jetzt Rätsel auf.
Wie hast du das nur so schnell geschafft?“

Der Wolfsjäger hielt den kleinen Jungfuchs erst einmal von Celest fern, während sie sich fürsorglich um die Verletzten kümmerte. Mit einem freundlichen Nicken bedankte sie sich dafür, ehe sie sich wieder ihrer Arbeit widmete.
Während sie also den Dunkelelfen in eine ruhige Lage brachte und eine Art Kissen aus Moos und Blättern zusammenlegte wurde sie nur von Abraxas unterbrochen, der sich scheinbar um den Dunkelelfen sorgte. In diesem Moment stockte Celest und erhob sich verwundert. All die Situationen der letzten Stunden gingen ihr erneut durch den Kopf und schon war da wieder diese Frage, die sie sich schon einmal leise im Hinterkopf gestellt hatte. Woher kannte die kleine schwarze Schlange den Dunkelelfen? Und warum sorgte er sich so um ihn?
„Schlafe, das ist das beste für dich...ich achte auf Zak, kümmere du dich um Windfuchs“
Was auch immer der Grund dafür sein mochte, Zeit hatte sie dafür nun leider nicht. Celest nickte bloß, sagte: „Ist in Ordnung...“ und kümmerte sich dann, mit der Seelenkugel in der Hand, um Windfuchs.

Nachdem sich dieser hingelegt hatte, legte sie die Kugel dazu. Zunächst fand sie dies äußerst egoistisch von sich, hätte der Hybrid doch zunächst eine Ruhepause verdient. Doch stattdessen konfrontierte sie ihn sofort mit diesen intensiven Gefühlen und förderte sein Leiden dadurch ungemein. Allerdings war sie viel zu neugierig, um ihre eigenen Wünsche wirklich zurückstellen zu können. Sie musste einfach wissen, was Windfuchs von alledem hielt.
Doch dann verkrampfte sich sein Körper augenblicklich. Schon einmal hatte sie so einem Schauspiel beigewohnt, doch dieses Mal erschreckte es sie ungemein.
Vielleicht lag dies auch daran, dass sich seine Hand schmerzhaft fest um die ihre gelegt hatte?
Der Jungfuchs und der Wolfsjäger zogen sich ebenfalls zurück. Dies war neu für sie und mochte so manch unheimliche Ahnung in ihnen wach rufen.
Celest hingegen blieb so ruhig wie es eben ging, selbst wenn sie sich am liebsten aus seinem Klammergriff befreit hätte.
Wie konnte so etwas nur so weh tun?
Ein leises Ächzen konnte sie nicht unterdrücken, und doch blickte sie in seine Augen und versuchte das Leben in ihnen zu entdecken. Mit Erfolg.
„Windfuchs...“, murmelte sie erleichtert und freute sich, wenngleich sie tiefes Mitgefühl für ihn empfand, da er doch nun mit all den schrecklichen Dingen konfrontiert wurde, die ihm passiert waren. Sie konnte es an seiner Gestik sehen, in seinen Worten hören. Er musste viel durchgemacht haben.
Seine Tränen schmerzten Celests Herz und beinahe hätte sie sich selbst vergessen und hätte ihn umarmt, aber dann beherrschte sie sich wieder und ließ einfach all seine Gefühle zu, ohne großartig einzugreifen.
Erst als er sich langsam ein wenig beruhigte und seine Augen sich schlossen, strich sie mit ihrer noch freien Hand über seinen Kopf und sprach mit ruhiger Stimme auf ihn ein.
„Es ist alles gut, Windfuchs! Du bist jetzt in Sicherheit, niemand wird dir hier etwas tun..“
Ihre Schwanzspitze zuckte wie wild, hin und her. Schon seit er nach ihrer Hand gepackt hatte, war ihr Schweif unruhig durch die Höhle gehuscht und hatte dadurch so einige Kiesel durch die Gegend geschleudert. Ihre Nervosität und Aufregung hatte ihr diese Eigenart beschert, die sich nun wieder zu äußern wagte.
Auch Abraxas Bemerkung, über Windfuchs machte diese Spannung nicht gerade einfacher für sie.
Sofort lief sie rot an und wandte ihren Kopf in seine Richtung, während ihre Locken innerhalb der Bewegung verspielt um ihr Haupt tanzten. „Abraxas!! Sei ja still dahinten!!“

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Re: Die Höhle der Schlangenfrau

Beitrag von Erzähler » Freitag 17. August 2012, 01:23

Ihre Gedanken waren schwer und voller Sorge. Es passte der Hybridin nicht, dass sich der Fuchshybrid mit der Dryade paaren sollte. Es war in ihren Augen ungerecht, dass sie nie Liebe erfahren würde. So dachte sie jedenfalls.
Sie wollte die Zeichen nicht sehen, die der Fuchs ihr gab. Abraxas hatte es schon längst bemerkt, auch wenn er Celest eher damit neckte. Doch die Schlange konnte sehen, dass der Fuchs erleichtert war, in die Augen der ehemaligen Kammerzofe zu blicken. Jetzt strich sie ihn sanft über den Kopf.
Wenn man bedachte, dass Windfuchs elfisches Blut besaß und schon lange dem Kinderalter entsprungen war, so mochte es befremdlich wirken, einen Erwachsenen so zu trösten. Doch diesbezüglich sagte er nichts. Er wusste wie es um sie stand und auch wenn er selber ohne Seele nicht eigenständig agieren konnte, so erinnerte er sich an jede Mimik, jede Gestik und jedes gesprochene Wort.
Und obwohl er noch vollkommen überfordert war, zuckte die Ohren des Fuchshybriden als er ihr leises Ächzen vernahm.
Er sah auf die Hand, die er noch immer festhielt. Celest mochte Schmerzen haben, so fest war sein Druck gewesen.
„verzeih“ sagte er sacht und löste rasch seine von der ihren.
„ich wollte dir nicht wehtun?... es war nur, dass ich einen Halt brauchte. Es ist so viel passiert… du hast ihn mir gegeben, danke“ seine Finger fuhren nur sacht über ihren Handrücken. Dann griff er sich an die Seite, zog die Luft scharf ein.
„argh… ich habe wohl schon wieder Bettruhe, oder?“ er lächelte und in seinen Augen schienen funken zu sprühen.
Indes traten der Wolf und der Fuchs zu Celest. Naja, der kleine Jungfuchs war eher von Celests Schwanzspitze angetan zu sein und sprang dieser hinterher. Windfuchs musste lächeln, doch war es nur wegen dem jungen Fuchs? Oder schien er wieder über ihren Schlangenleib zu schauen. Nicht verachtend, nein.
Eher wie man jemand ansah, der in einem schönen Kleid gekleidet war.
„Es hat sich hier einiges verändert, wie ich sehe“ damit nickte er höflich dem Wolf und den anderen Verletzen zu.
„ich kann verstehen, dass du ihn gerettet hast… du hast mit ihr geredet oder? Die Dryade?...“ er ergriff Celest Hand, hielt sie davon ab ihm zu entgleiten. Zärtlich nahm er ihr Kinn in seine Hand- es entlockte ihn ein Keuchen, dann drehte er ihr Gesicht zu sich.
"ich danke dir, dass du mir den Aufschub gewährt hast… ich bin dir nicht böse!... aber…. nun, ich werde mit ihr was anderes aushandeln müssen... „
Er sah weg, als hätte er etwas Verbotenes gedacht, lächelte nur sanft.
„Keine Sorge, sie wird es akzeptieren…und ihm wird es nicht schaden" Er deutete auf den Dunkelelfen.
"… sie hat ihn geheilt“

Ein Schmerz in ihrer Schwanzspitze fuhr plötzlich durch ihren Körper. Der kleine Fuchs hatte Beute im Maul - Celest Schwanzspitze. Es war kein starker Schmerz, eben wie ein Jungtier unbeholfen zubiss.
Eine Erinnerung! Nämlich, dass alle Hunger hatten.

übrigens werde ich es nicht sein lassen… Zaknafein geht es den Umständen entsprechend gut. Schläft… und was meinst du damit, dass ich plötzlich im Busch war?...du hast mich abgeworfen…aber ist ja egal, mit MIR kann man es ja machen…ich bin ja nur eine kleine dumme Schlange…“ er streckte ihr die Zunge raus, während er im Kreis sich schlängelte und theatralisch mal seinen Kopf , mal seinen Schwanz gen Himmel reckte. Er war wirklich ein passabler Schauspieler… oder war er mehr? War er wirklich nur eine einfache Schlange?
Überhaupt war irgendetwas normal in leben von Celest?
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Re: Die Höhle der Schlangenfrau

Beitrag von Celest » Freitag 31. August 2012, 20:06

Celest hielt den eisernen Griff des Fuchshybriden aus. Einfach um ihm irgendwie zu helfen. Sie wusste bereits um den Umstand der Wiedervereinigung und welche Gefühle damit einhergehen mussten, schließlich gab es da diese immense Gefühlswelle, die ihn jedes Mal aufs Neue überwältigen musste. Dennoch war die Schlangenfrau mehr als dankbar, als er ihre Hand endlich frei ließ. Er entschuldigte sich rasch, was sie mit einem freundlichen Lächeln beantwortete, welches allerdings vielmehr traurig als heiter wirkte. In ihrem Kopf herrschte immer noch diese quälende Vorstellung dieser baldigen Vereinigung. Wie sehr sie sich auch dafür verfluchte, sie kam einfach nicht umhin diese Angelegenheit mit schmerzendem Herzen zu betrachten.
„Das macht doch nichts, Windfuchs. Ich bin schließlich hier, um dir zur Seite zu stehen.“ Am liebsten hätte sie etwas gefühlvolleres gesagt, doch fiel ihr auf einmal kaum noch etwas ein. Es war als würden ihre Worte, die sie in Gedanken mühselig aneinander reihte, auf dem Weg zu ihrem Mund wieder auseinanderfallen wie bröseliges Brot. Umso froher war sie, dass sich ihr Gespräch in handfesteren Themen fortsetzte.
„Schätze ja.“, sie lachte. „Aber diesmal wirst du nicht wieder aufgescheucht, um eine große Heldentat zu vollbringen. Ich sorge dieses Mal dafür, dass du deine Ruhe bekommst und so schnell wie möglich gesundest. Hast du vielleicht Hunger oder Durst?“
Diese Frage war kaum gestellt, da hatte Windfuchs sich schon einem anderen Thema gewidmet. Wie dumm von ihr zu vergessen, dass mittlerweile so viel geschehen war, dass sie sich zunächst einmal austauschen mussten. Es gab noch so viel zu bereden.
Nicht nur, dass wir uns nun vielleicht endlich besser kennen lernen können wagte sie sogar in Gedanken zu äußern und freute sich bereits auf dieses interessante Gespräch.
„Ja, diese armen Seelen sind alle in meine Obhut geraten, allerdings erst vor kurzem. Lysanthor scheint mich doch nicht ganz vergessen zu haben. Diese Gesellschaft tut mir nämlich wirklich gut. Du wirst sie mit der Zeit sicher auch sehr zu schätzen wissen.“, sagte sie und lächelte anschließend.
Dann allerdings kam wieder dieses unangenehme Thema auf, was Celest schlagartig einige Tränen in die Augen trieb. Aus diesem Grund wandte sie ihren Kopf ab, um dann allerdings seine Hand auf der ihren zu spüren, die sie instinktiv einziehen wollte, aber nicht konnte, weil er sie mit sanfter Gewalt festhielt.
Auf einmal spürte sie auch seine andere Hand, die zärtlich ihr Kinn in seine Richtung schob. Nur leicht widerwillig ließ sie dies sogar geschehen, konnte ihre Tränen allerdings nicht mehr rechtzeitig fort wischen und so rannen sie ihre Wangen hinab. Weitere blieben ihr allerdings erspart.
Er war ihr nicht böse, und darüber war sie froh. Die Schlangenfrau wollte alles andere außer Windfuchs wütend machen und so lächelte sie sogar bei seinen Worten, dass er etwas anderes mit der Dryade ausmachen wollte.
„Aber was könntest du ihr bieten, was ihr reichen könnte?“ernsthaft besorgt stellte sie diese Frage, die ihr einfach keine Ruhe lassen wollte. Innerlich war ihr Herz zwar beruhigt, denn scheinbar hatte Windfuchs kein großes Interesse sich mit diesem Wesen zu paaren, aber gleichzeitig befürchtete sie den Zorn der Dryade dadurch zu erwecken. „Was ist wenn sie dir dann doch etwas antut? Ich will nicht, dass dir etwas passiert. Es erscheint mir wie eine Ewigkeit, die wir uns nicht mehr gesehen haben, ich will nicht, dass unser Wiedersehen wieder in solch einer einsamen Ewigkeit endet.“
Sie sprach leise und voller Sorge, doch mit zuversichtlicher Miene beschwichtigte sie der Fuchshybrid, denn sein Vorschlag würde die Dryade sicherlich akzeptieren. Diesbezüglich war sich die Schlangenfrau allerdings nicht so sicher, schließlich wusste sie nicht was er für eine Idee hatte, aber sie beließ es vorerst dabei. Wollte sie sich doch lieber um Windfuchs kümmern und nicht um diese seltsame Dryade!
Doch noch ehe sie weitere Fragen stellen, oder irgendeinen weiterführenden Gedanken erfassen konnte, spürte sie einen leichten Schmerz in ihrer Schwanzspitze, der sie schrecklich zusammenzucken ließ.
„Au!“ rief sie unvermittelt, allerdings nicht wegen des Schmerzes sondern vielmehr aus dem Schreckmoment heraus.
Sie blickte sich um und entdeckte den kleinen Jungfuchs, der sich verspielt in ihre Schwanzspitze gebissen hatte. Dieser kleine Racker schien Hunger zu haben und so kam Celest nicht umhin auch ihren eigenen Bauch zu befühlen, der sich auf einmal sehr leer und hungrig anfühlte. Es war demnach wirklich Zeit, für ein wenig Essen zu sorgen.
„Du kleines Wuseltier! Dir werde ich noch Manieren beibringen müssen.“ Mit Leichtigkeit hob sie ihren Schwanz mitsamt Fuchs an und hob diesen in ihre Arme. Da das Jungtier partout nicht loslassen wollte, konnte sie ihn ohne weiteres nicht von ihrem Schweif lösen und so kitzelte sie ihn am Bauch und strich ihm anschließend zärtlich über den Kopf.
„Ach, du bist schon ein Süßer... Hier, darf ich dir Windfuchs vorstellen? Ihr werdet euch sicher prächtig verstehen, ihr zwei.“ Und mit diesen Worten setzte sie den Jungfuchs neben Windfuchs, damit sich die beiden auch einmal kennen lernen konnten.
„Windfuchs, sagst du mir Bescheid wenn der Kleine Ärger machen sollte? Ich werde uns unterdessen eine kleine Suppe kochen... ach ja!“ Plötzlich wieder mit vollem Eifer bei der Sache schlängelte sich die Schlangenhybridin zu ihrem Beutel und kramte dort die Maden heraus, die sich schleimig und widerwärtig in ihren Händen wandten. Eine äußerst widerliche Angelegenheit, die sie in diesem Moment aber erstaunlich kalt ließ, da sie mit den Gedanken irgendwie woanders zu sein schien.
So schnell wie sie verschwunden war, tauchte Celest schließlich wieder in Windfuchs Blickfeld auf und legte die Maden vor die Füße des kleinen Fuchses.
„Damit er dich nicht beißt, sorge ich lieber ein wenig vor.“ kommentierte sie ihre Tat und lächelte, diesmal allerdings freudig, auf Windfuchs herab.
Dann legte sie sich alles zurecht, um eine leckere Pilzsuppe zuzubereiten, dachte nebenbei aber auch fieberhaft darüber nach, was sie dem Wolf zu essen geben konnte. Würde ihm die Pilzsuppe auch so gut bekommen?
Vermutlich war es besser für ihn und Abraxas einige Eier zuzubereiten, wobei Letzterer diese mühsam ergatterten Dinger wohl auch ohne Zubereitung gierig verspeisen würde.

„Ich habe dich abgeworfen?“ fragte sie verwundert auf Abraxas Erklärung hin, während sie ein kleines Feuer unter dem Kessel entfachte und weiteres Holz zusammen suchte um eben jenes aufrecht zu erhalten.
„Aber mein lieber Abrax, ich würde niemals wissentlich deinen hübschen kleinen Körper in irgendeinen Strauch werfen. Was wäre ich denn dann für eine Freundin!?“ Zum ersten Mal benutzte sie tatsächlich die Wortbedeutung 'Freundschaft' in Bezug auf Abraxas. Es war ihr selbst gar nicht aufgefallen, schließlich dachte sie schon seit langem so über diese kleine Schlange, die ihr lange Zeit eine unersetzliche Gesellschaft war. Aber jetzt hatte sie es zum ersten mal gesagt und erst Momente danach fiel ihr diese Bemerkung auf.
„Was möchtest du eigentlich essen?“ fragte sie schließlich ausweichend und blickte unverwandt in die Richtung von Dunkelelf und Schlange. Sie war froh dass der Elf endlich in Ruhe schlafen konnte und womöglich bald genesen würde. Auch wenn der Preis dafür hoch war, zu hoch war er noch lange nicht. Was war schon eine leidenschaftliche Nacht im Tausch gegen ein Elfenleben? Nein, wenn sie Zaknafein erblickte wusste sie instinktiv, dass sie richtig gehandelt hatte, auch wenn ihr Herz da etwas anderes behauptete.

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Re: Die Höhle der Schlangenfrau

Beitrag von Erzähler » Freitag 7. September 2012, 15:51

Windfuchs lächelte sanft. Er konnte es der Hybridin ansehen, wie sehr sie mit sich kämpfte. Etwas was ihn tatsächlich abhandengekommen war. Dadurch dass er sehr starke Züge eines Fuchses hatte, musste er sich schon mehr anstrengen, damit man seine Mimik deuten konnte. Aber Celest konnte es. Sie war eben eine Frau, die in jeder Lage bewundernswert war, selbst wenn sie es nicht so sah.
Die Tränen, die sie zu verbergen suchte, wischte er mit seinem Daumen aus dem Gesicht.
Ihre Züge zeigten so viel, er spürte sie mehr als das er sie sehen brauchte.
Für ihn war der Gedanke, diese Frau zu enttäuschen, nicht nachvollziehbar und so war es ihm sofort klar, dass die Dryade etwas anderes nehmen sollte. Das die Dryade versuchte ihn zu kriegen, verwunderte ihn nicht. Schon als er noch ein Elf war, hatte ihn sein Vater vor den Waldfeen gewarnt. Durch seine unschuldige Art und seiner Lebensfreude schien er für solche Wesen, das gefundene Fressen zu sein ihn zu verführen zu versuchen. Aber er hatte nie Interesse gehabt.
Vermutlich war das ebenso eine Sache, die ihn sein Bruder übel genommen hatte.
Ein kleiner Stich war in seinem Herzen, als er an die Worte dachte, die sein Bruder gegen ihn ausgesprochen hatte. Er seufzte leise auf.
„keine Sorge, ich werde mich brav an die Anordnungen halten und mir Ruhe gönnen...Wasser habe ich genug getrunken“ dabei musste er an das Versteck im Wasser denken, als er sich am Felsen festgehalten hatte.
"..doch Hunger ist da!"
aber er kam nicht drum rum, die Vielzahl an neuen Bewohnern zu bestaunen, die jetzt wohl ebenso hier lebten.
"Lysanthor vergisst einen nicht...aber manchmal sind die Prüfungen der Götter ziemlich hart. Celest, er hat dich nicht verlassen, sei dir das bewusst"
Seine Ohren stellten sich jedoch sofort auf, als er ihre Sorge hörte. Ihre Angst, die Dryade könnte erzürnen oder ihm könnte etwas geschehen.
"Ich werde etwas finden, dass sie nehmen wird...und nicht der Dunkelelf, nicht doch, noch ich oder sonst wer wird dafür zahlen müssen und etwas befürchten müssen. Bitte vertrau mir!“
Er nahm ihre Hand und hauchte ihr einen Kuss drauf.
"ich werde nicht mehr so schnell gehen... und möchte es auch nicht" diesmal war es an ihm, die Worte leise und zärtlich auszusprechen.
Er legte seinen Kopf leicht schräg, beobachtete wie sie mit dem Jungfuchs umging und schmunzelte abermals. Er selber fiepte dem Tier etwas entgegen und dieser blickte neugierig auf. So wie Celest die Sprache der Schlangen verstand und sprach, so konnte Windfuchs die der Füchse.
Die schleimigen Marden, die sie vor der Fuchswelpe hinlegte, erregte jedoch auch seinen Appetit.
"Er wird mir vermutlich in den Finger beißen, wenn ich es ihn wegnehmen will....keine Angst, ich sag es dir, wenn er zu frech wird."
Windfuchs griff sich eine der Marden und einem Moment sah es so aus, dass er mit sich ringte sie selber zu verspeisen, dann jedoch diese der Welpe vor die Nase hielt. Diese fiepte und meckerte, wollte sofort sie haben. Windfuchs erwiderte etwas und die Welpe setzte sich. Es sah fast schmollend aus.
Kurz darauf gab es die belohnung. Glücklich schmatze der Fuchsjunge drauf rum.
Windfuchs sah dann lieber Celest beim Kochen zu. Seine Nase streckte sich und er hörte ein Grummeln aus seinem Magen.
"Das riecht sehr gut"

Der Wolf hatte sich in die Nähe der Feuerstelle zusammengerollt. Er sah auf seine Pfoten und manchmal kam ein leises Seufzen von ihm. Mehrmals sah er zu Celest und dann zu seinen Sachen, leckte sich über die Pfote und jaulte leise.
und was wird aus mir?...Sie reden über die Baumgeister und wollen handeln! ich hätte auch gerne verhandelt!...Lysanthor habe ich das ernsthaft verdient?
Windfuchs fing den Blick des Wolfes auf.
"das..das ist kein Wolf, oder?"

Celest war inzwischen von Abraxas eingenommen. Sie umschmeichelte gerade ihre kleine Schlange, die sich plötzlich zu ihr drehte und dessen Augen größer wurden.
"Freundin?... oh...jaaa!!!" hätte Abraxas weinen können, so hätte die Schlange wohl jetzt große Tränen kullern lassen. Seine Schwanzspitze strich sich jedoch trotzdem über die Augen, als müsse sie Tränen wegwischen. dann schüttelte er sich und in seiner sonst so üblichen Art wurde fortgefahren.
"Aber ich verzeih dir...denn mein wohlgeformter und geschmeidiger Körper ist nicht zu Schaden gekommen. Das verdanke ich meiner Sportlichkeit...Essen?. ähm, als ich hätte ja den Ork gegessen, der wäre genau das richtige...aber ich gebe mich mit EINEM rohen Ei zufrieden"
Zaknafein stöhnte einmal kurz auf und sofort fuhr der Kopf von Abraxas zu ihm rum. Er lag nämlich genau auf der Wunde. Mit einem verlegenen Räuspern schlängelte er sich neben dem Dunkelelfen.
"Ähm... habe nicht aufgepasst!"
Dann machte er einen Blick hoch zu Celest, der dem des Fuchswelpen in nichts nachstand.
"Ei! Bitte!"
Windfuchs musste lachen, als er den Blick der Schlange sah. Er bereute es sofort. Ein Husten und Keuchen war die Antwort.
Der Wolf gab ein resignierendes Seufzen von sich und schüttelte den Kopf.
KINDERGARTEN!
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Re: Die Höhle der Schlangenfrau

Beitrag von Celest » Sonntag 7. Oktober 2012, 11:46

Wenn die Schlangenhybridin gewusst hätte mit welcher Selbstverständlichkeit Windfuchs diese Vereinbarung mit der Dryade innerlich verneinte, wäre Celest vielleicht ein wenig zur Ruhe gekommen, aber ohne dieses Wissen tappte sie praktisch im Dunkeln und konnte nur ängstliche Vermutungen anstellen. Freute er sich vielleicht auf die bevorstehende „Bezahlung“? Celest mochte gar nicht hoffen, dass der Fuchshybrid auf sie Rücksicht nehmen würde, denn schließlich kannten sie sich kaum, das lag auf der Hand. Aber dennoch gab es da diesen Gedanken in ihrem Kopf, der sich einfach nicht abschütteln ließ: Er würde sie, die Schlangenfrau aus dem Wald, bestimmt nicht derart verletzen wollen. Das konnte er einfach nicht! Oder vielleicht doch?
Sie hörte das leise Seufzen in Windfuchs Stimme und fühlte sich dadurch ziemlich alarmiert. Er sagte daraufhin, dass er sich die Ruhe schon gönnen würde, aber nichts zu trinken brauche. Hungrig sei er aber schon. Einen kurzen Augenblick brachte sie das Seufzen mit seinen Worten zusammen und bangte darum, dass er sich von ihr aufgehalten fühlen könnte. Dass sie ihn womöglich zwinge, dort liegen zu bleiben und noch etwas zu warten bevor...
Die Schlangenfrau schluckte und schaute weg, der Dunkelelf in der Ecke war das Ziel ihres Blickes, auch wenn ihre Gedanken ganz woanders waren.
Man, reiß dich endlich zusammen, Celest! Du wirst ja schon ganz anders!
Glücklicherweise kam Windfuchs dann auf ihre Äußerung mit Lysanthor zu sprechen, auch wenn es nur ein kurzer Kommentar seinerseits war, beruhigte dieser doch ein wenig ihre Sinne.
„Ja, da hast du Recht, Windfuchs. Ich werde nicht an dem ehrwürdigen Lysanthor zweifeln. Er wird mir die Mittel schon geben, um diese schweren Aufgaben zu meistern. Da bin ich mir sicher.“
Dies sagte sie trotz der Tatsache, dass sie eigentlich daran zweifelte, ob ihr Gott wirklich hinter ihr stand. Dazu war einfach viel zu viel passiert.
Windfuchs sollte davon aber nichts mitbekommen. Im Grunde genommen kannten die beiden sich kaum und deswegen war ein Gespräch über den Glauben oder Nicht-Glauben noch etwas verfrüht.
Celests Hoffnung, ihre Unterhaltung könnte nun in eine etwas andere Richtung gehen, schien ebenfalls ein wenig zu früh in ihrem Herzen aufgekommen zu sein, denn abrupt ging es plötzlich wieder um das Problem mit der Dryade.
"Ich werde etwas finden, dass sie nehmen wird...und nicht der Dunkelelf, nicht doch, noch ich oder sonst wer wird dafür zahlen müssen und etwas befürchten müssen. Bitte vertrau mir!“
Und das war eine sehr befreiende Äußerung des Fuchshybriden. Er würde eine andere Lösung finden! Wie sehr hatte Celest gehofft, dass er das sagen würde! Nun war alles wieder gut, aber trotzdem war da noch diese Angst. Sie wollte der Dryade nichts schuldig bleiben, oder sie gar erzürnen. Würde sie wirklich sein Angebot annehmen? Ihr zweifelnder Blick schien Windfuchs dazu anzustacheln, ihre Hand zu nehmen und einen zarten Kuss darauf zu hauchen. Das Gefühl was daraufhin durch ihren gesamten Körper raste, war unbeschreiblich und baute sie wieder so sehr auf, dass die zweifelnden Falten zwischen ihren Augen augenblicklich verschwanden.
„Nun gut, ich vertraue dir, Windfuchs. Was bleibt mir auch Anderes? Bisher hast du mich nicht ein einziges Mal enttäuscht.“ Sie lächelte gelassen.
Seine zärtlichen Worte streichelten ihre Ohren wie samtweiche Federn. Wie gut seine Stimme tat wurde ihr erst jetzt bewusst. Als Antwort strich sie ihm sanft über die Hand und schenkte ihm einen zärtlichen Blick.
Doch schon bald war dieser friedvolle Moment vorbei und die alltäglichen Dinge des Lebens verlangten danach erledigt zu werden. Die Gruppe hatte einen kollektiven, großen Hunger entwickelt, der nun besänftigt werden wollte.
Celest begann damit den Jüngsten unter ihnen mit Maden zu versorgen, auch wenn die bloße Berührung dieser ekligen, schmierigen Kreaturen drohten, ihr nicht vorhandenes Morgenmahl wieder an die Oberfläche zu befördern. In der Wildnis musste man so einige sittsame Regeln brechen und die eigenen Grenzen der Toleranz ein wenig höher ansetzen, um überhaupt überleben zu können. Glücklicherweise musste Celest noch keine, für sie, widernatürliche Nahrung zu sich nehmen. Insgesamt hatte sie im bewussten Zustand auch nur ein widerliches, lebendes Geschöpf im Mund gehabt und das war alles andere als eine freiwillige Speise. Nur mit Widerwillen dachte Celest an das damalige Aufeinandertreffen mit der kleinen schwarzen Spinne, aber wenn ihr eine solch widerliche Made unter die Augen kam, konnte sie diesen Gedankengang einfach nicht verhindern.
Umso erstaunter war sie, als Windfuchs bekundete, auch eine dieser Maden verspeisen zu wollen.
Natürlich hatte die Schlangenfrau noch einige davon zur Hand, es bräuchte nur einen kleinen Handschlag und schon wäre auch Windfuchs damit versorgt aber... das ließ der sonst so beherrschten Schlangendame den Kiefer offen stehen.
„Du...“ sie beobachtete wie lehrend er mit dem kleinen Jungfuchs umging. Er sollte geduldig sein, ehe er seine verdiente Mahlzeit bekam. Dieses Bild hatte fast schon etwas von einer Vater-Sohn- Beziehung und hätte Celest ein freudiges Lächeln auf die Lippen gezaubert, wäre da nicht diese unglaubliche Vermutung, dass Windfuchs ein Maden-Esser war.
„Du,...“ Windfuchs hob seine Schnauze ein wenig und schnupperte interessiert. Er bekundete, dass ihre gekochte Mahlzeit in ihrem kleinen schwarzen Kessel ziemlich gut duftete.
Nach dieser freundlichen Bemerkung ließ die Schlangenfrau es schließlich gut sein. Ihre Züge nahmen wieder freundliche Gestalt an während sie ihm dankend zunickte.
„Es ist nichts besonderes, aber ich denke, dass wir alle davon satt werden können.“
Wehleidig dachte Celest einen Moment an alte Zeiten zurück, in der sie viel köstlichere Speisen zubereitete oder zumindest bei deren Zubereitung helfen durfte. Der Duft der verschiedensten Kräuter verwöhnten noch immer ihre Nase, wenn sie bloß daran dachte. Erschrocken ertappte sie sich sogar dabei, wie sie genießend die Augen schloss und verträumt das Umrühren ihrer derzeitigen Suppe vergaß. Eilig nahm sie den Kochlöffel wieder in die Hand und rührte hastig in der Brühe herum. Es sollte doch nichts anbrennen!
Auf einmal durchbrach Windfuchs Stimme die Stille, die nach dem Wolf fragte.
Der Wolfsjäger.
Ein Kapitel, was Celest liebend gern aus ihrer Geschichte gestrichen hätte. Noch immer zweifelte sie am Gerechtigkeitsgrad dieser Verwandlung und auch daran ob Dryaden nicht doch ein wenig willkürlich handelten und ihren Egoismus etwas über die Natur und den Willen der Götter stellten.
Mitleidig sah sie den Wolf an, der mit einem so prächtigen Pelz versehen wurde, dass jeder Jäger ihm wahrscheinlich an den Kragen wollte. In ihren Augen war das einfach nicht gerecht andererseits aber schon. Eine wirklich verzwickte Situation, doch im Endeffekt hätte sie den Jäger am liebsten anderweitig bestraft. Selbst der Tod wäre gnädiger gewesen.
„Woher... weißt du das, Windfuchs? Er ist tatsächlich kein Wolf...“ die Schlangenfrau hörte auf zu rühren, blickte gedankenverloren in die Suppe und hoffte, dass er nicht weiter danach fragen würde. Sie schämte sich für diese Tat, gab sich selbst die Schuld an alledem. Doch wenn sie nicht gehandelt hätte, wäre der Jungfuchs vermutlich gestorben, oder etwa nicht?
„Er ist ein Mensch, der von der Dryade verwandelt wurde...ein Fluch.“ Mehr wagte sie kaum zu sagen. Es war viel einfacher zunächst den Baumgeist als die „Böse“ darzustellen, als das eigene Versagen kund zu tun. Sie würde Windfuchs schon noch die Wahrheit sagen, aber nur dann wenn er weiter danach fragen würde... und sie keine andere Wahl mehr haben würde als ehrlich zu sprechen. Lügen wollte sie auf keinen Fall, nicht gegenüber ihres Freundes.
Auch gegenüber ihres Schlangengefährten wollte sie keine Unwahrheit sprechen, und so wurde sie erstaunlich ehrlich, was ihre Empfindung für ihn anging. Zwar wich sie direkt danach mit einer anderen Frage aus, doch seine Reaktion erweichte dennoch ihr Herz. Er schien beinahe anzufangen zu weinen! Auch wenn Schlangen dies nicht konnten, so gewann Celest doch den Eindruck, dass er dies doch vielleicht ein wenig konnte. Schließlich wischte er sich mit der Schwanzsspitze die nicht vorhandene Feuchtigkeit aus den Augen! Irgendwann würde sie den Kleinen darüber ausfragen. Er war gänzlich anders als andere Tiere, die sie bisher getroffen hatte. Hatte dies womöglich einen traurigen Hintergrund? Die Schlangenfrau wollte es nicht einmal wagen an so etwas zu denken, zumal sie noch immer das arme Schicksal des Wolfes im Hinterkopf hatte.
Abraxas nächste Äußerung brachte sie dazu ehrlich und lauthals zu lachen. Seine Sportlichkeit?
Ach, wie war sie froh, diese kleine schwarze Schlange nicht missen zu müssen!
Noch immer kichernd antwortete sie ihm: „Einen Ork? Na, das traue ich dir zu Abrax... aber mein Geschmack ist das vermutlich nicht. Der ist doch bestimmt viel zu zäh, oder nicht?“
Dann hob sie verwundert die linke Augenbraue und lächelte amüsiert. „Ein Ei reicht dir? Sonst bist du doch immer so ein Vielfraß.“
Doch dann zuckte Celest zusammen, denn das plötzliche Stöhnen des Dunkelelfen hatte sie nicht erwartet. Auch Abraxas fuhr herum und musste feststellen, dass er genau auf seiner Wunde lag.
„Oh nein,... Abrax!“ ermahnte sie ihn mit mitleidigem Ton und biss sich zeitgleich auf die Zunge. Dieser kleine Tollpatsch hätte sie ansonsten wieder zum lachen gebracht.
Schnell huschte das Tier von der Wunde herunter und entschuldigte sich peinlich berührt. Anschließend widmete er sich Celest und bettelte nach dem Ei, was sie ihm wieder einmal lachend vor die Nase legte. „Ach, wie könnte man dir charmantem Kerlchen widerstehen? Bitteschön. Lass es dir schmecken.“
Und mit sanften Fingern strich sie der Schlange noch kurz über den Kopf, ehe sie sich wieder dem Essen widmete.

Kurze Zeit darauf war es auch für die restlichen Hungernden an der Zeit ein sättigendes Mahl zu sich zu nehmen. Mit flinken Fingern holte Celest drei Schüsseln und zwei Löffel hervor, um sich und den anderen etwas aufzufüllen. Dem Wolf stellte sie zuerst eine Schüssel Pilzsuppe vor die Nase, in der Hoffnung, dass er es anrühren und vielleicht sogar mögen würde. Danach goss sie Windfuchs eine Portion ein und reichte ihm die Holzschüssel. Zögerlich reichte sie ihm auch den Löffel, wusste aber nicht so recht, ob er jenen überhaupt brauchen würde.
„Möchtest du?“ fragte sie daher vorsichtig und fügte noch ein „Brauchst du Hilfe beim Essen?“ an.
Zaknafein war bisher noch nicht wach geworden. Celest wusste daher auch nicht wie es mit seinem Hunger stand, deswegen beschloss sie noch etwas zu warten und etwas für den Dunkelelfen übrig zu lassen. Sie selbst könnte zwar den gesamten Inhalt des Kessels verputzen, aber sie wusste noch genau wie man sich selbst zurücknahm und andere gierig schlemmen ließ.
In diesem Punkt war die Erziehung ihrer Mutter tadellos verlaufen

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Re: Die Höhle der Schlangenfrau

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 18. Oktober 2012, 08:37

Endlich konnte sich alle dem essen Widmen. Celest hatte herrlich gekocht und sie hatte eine recht große Anzahl von Wesen zu versorgen. Es lenkte sie ab und sie brauchte die Abwechslung zu etwas normalen.
Ihr Herz war etwas leichter nachdem Windfuchs sie beruhigt hatte. Spürte sie überhaupt die Zuneigung des Fuchshybriden für sie?
Seit dem Tag als er ihr begegnet hatte, war er ihr, wenn auch seelenlos, ihr zur Hilfe gekommen. So als wäre sie ein unbewusstes Ziel geworden. Windfuchs selber würde es auf verwandte Seelen schieben- bestimmt füreinander.
Abraxas schlängelte sich genüsslich um sein Ei.
"ja Orks sind zäh und schwer verdaulich...und ich muß mich ja bewegen können"
Er war ein kleiner Angeber und eine ziemlich freche Quasselschlange, aber er war Celest ein Freund, der sie aus jedem Loch bis jetzt zu ziehen vermochte. Und ihre anderen Mitbewohner. Ein schwerverletzter Dunkelelf, der irgendeine Verbindung mit Abraxas hatte. Einen ehemaligen Jäger, der in der Gestalt eines Wolfes wachsam sich umsah und eine Fuchswelpe, die genüsslich gerade auf dicken Marden rumkaute.

Windfuchs blickte lehrreich auf den Jungfuchs. Sein Magen hatte ebenso deutlich Hunger, wie die anderen.
Erst als sie ihm die herrlich duftende Pilzsuppe entgegennahm, lächelte er sie wieder sanft an.
„danke…ich denke, dass ich es selber hinkriege. Ja, ich nehm den Löffel…und nein, ich esse eigentlich keine Maden“ Doch ganz würde er es nicht abstreiten. Er hatte sich seine elfische Seite bewahrt, doch in Notzeiten hatte er sich schon anders ernährt. Das waren die Zeiten, wo er seelenlos war und nur seinen inneren und lebenswichtigen Bedürfnissen nachgegangen war. Reiner Instinkt also.
Er nahm ihr den Löffel ab und tauchte diesen in die Suppe ein, pustete leicht darüber, bevor es im Mund verschwand.
„hmm…lecker! Sehr gut“ lobte er die fleißige Köchin.
Der Wolf erhob sich, als ihn celest eine Schüssel hinstellte. Seine Schnauze witterte kurz, so musste er doch warten bis es sich abgekühlt hatte.
„also ein Jäger war das?“ kam Windfuchs wieder auf den Wolf zu sprechen. Er spürte, dass es Celest unangenehm war, wollte aber Gewissheit haben.
„Die Dryade wird es irgendwann aufheben, wenn er gelernt hat, was es heißt zu jagen und das Leben zu ehren…ich werde ihn helfen zu jagen. Das wird er irgendwann müssen, denn von Suppe kann er auf Dauer nicht leben.“ Der Wolf blickte hoch, nickte dankbar und auch hoffnungsvoll. Was blieb ihn auch anderes übrig?
Das Windfuchs zwar wusste, dass der Wolf vielleicht irgendwann an seinem neunen Leben Gefallen finden konnte, erzählte er nicht. Er kannte viele Geschichten und Legenden über verwandelte Tiere, die ihr neues Leben dann bevorzugten.
„ich sehe es an den Augen… sie haben die Intelligenz eines Menschen oder Elfen“ erwiderte er noch, woher er das wusste mit dem Wolf. Damit war aber auch für Windfuchs das Thema geklärt.
Der Wolf labbte sich inzwischen an der Suppe. Genüsslich und fast schon gierig verschlang er sie. Schlabberte sie weg und schluckte die Pilze fast ganz herunter.
Abraxas hatte sich inzwischen zum xten mal um das EI gewickelt, und war dabei dieses ganz zu verschlucken. Er war eindeutig eine winzig kleine Würgeschlange. Seltsam sah es aus, als man im Leib der Schlange das Ei noch erkennen konnte. Doch nur kurz, dann drückte er die leere Schale als Klumpen wieder raus. Blieb zufrieden liegen, während seine Zunge über den Mund strich.
„du solltest Zaknafein noch etwas zu trinken geben“ wies sie danach die Schlange, bevor er sich müde und gähnend zusammenrollte.
Erschöpfung machte sich bei allen breit. Der Wolf legte sich vor die Feuerstelle. Die Welpe kroch auf eins der Felle. Windfuchs sah Celest an, wo würde sie eigentlich sich zum Ruhen hinlegen?
„Was ist mit dir?...also..ich …“ Er stockte tatsächlich sah auf das Lager, welches sie so bereitwillig für alle geopfert hatte. Das konnte er mit sich nicht vereinbaren. Die Hand mit der Kugel an der Seite erhob er sich langsam, rückte so weit wie es ihm möglich war zur Seite. Griff mit einem unterdrückten Keuchen ein Schlaffell und legte dieses als Absperrung neben sich.
„dann könntest du dich ebenso hinlegen“ Er lächelte verlegen.
„…ich weiß, als Dame sollte man sich nicht neben einen fremden Herrn legen…aber du hast jeden Platz aufgegeben.“
Uiiihh…. Dann kann Celest ja etwas kuscheln“ kicherte Abraxas und zwinkerte der schönen Hybridin zu.
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Re: Die Höhle der Schlangenfrau

Beitrag von Celest » Sonntag 20. Januar 2013, 21:02

Dafür dass Celest kaum die nötigen Zutaten für eine wirklich gesunde Mahlzeit hatte, schmeckte diese Pilzsuppe gar nicht übel. Allen schien es zu schmecken und so widmete sich auch die Schlangenfrau beruhigt ihrem Essen. Gierig schlang sie die Suppe in sich hinein und drehte sich um, damit niemand ihre etwas unsittsame Essweise mit ansehen musste. Erst jetzt bemerkte die ehemalige Kammerzofe, wie hungrig sie eigentlich mit der Zeit geworden war und dass diese mickrige Suppe niemals reichen würde, um ihren Hunger zu befriedigen. Frustriert registrierte sie dieses wilde Verlangen nach Nahrung. Am liebsten hätte sie deswegen ihre Schüssel zu Boden geschmettert und hätte fluchtartig die Höhle verlassen. Ihre Disziplin war und blieb jedoch eine strenge Lehrerin.
Nachdem sie ihre Portion aufgegessen hatte, was ziemlich schnell ging, verzog sich ihre Miene nur zu einem erfreuten Lächeln. Man sah ihr den Frust, den Kummer und die Sorgen nicht an.
Lysanthor sei Dank!
Stattdessen beobachtete sie ihren kleinen Freund, wie er in aller Sorgfalt sein Ei umrundete und schließlich verschlang. Dann blickte sie zum Wolfsjäger, der ebenfalls sehr gierig seine Suppe wegschlabberte und danach wanderte ihr Blick zu Windfuchs der zuvor freundlich gelächelt und Schüssel sowie Löffel dankbar angenommen hatte. Sein Lob hallte zu ihr herüber und ließ Celest für einen Moment lang ihre Situation vergessen.
Es schmeckte ihm.
Und das machte sie sehr glücklich.

„Meinst du wirklich, dass sie ihn wieder zurückverwandeln wird?“
Mit dieser Möglichkeit hatte sie nicht einmal im Traum gerechnet. Der Gedanke gefiel ihr und machte ihr Hoffnungen. Vielleicht war es für diese arme Kreatur noch nicht zu spät zu seinen Lieben zurückzukehren.
Im Gegensatz zu mir hat er noch eine Chance.
Bei all ihrer Güte kam Celest einfach nicht umhin diesen eifersüchtigen Gedanken zu ersinnen! Was würde sie nicht alles tun, um endlich wieder auf zwei menschlichen Füßen zu wandeln.
Ein Blick zu ihrer Truhe erinnerte sie jedoch daran, dass sie noch immer diesen wundersamen blauen Edelstein besaß, der sie für einen ganzen Tag in einen Menschen zurückverwandeln würde, aber wollte dies wirklich ausprobieren? Wollte sie zurück in ihren alten Zustand, nur um dann nach einem Tag voller sehnsüchtig verlangter Freuden wieder in die Hoffnungslosigkeit ihres jetzigen Daseins zu stürzen?
Jetzt hör aber auf Celest! Dein Leben ist nicht hoffnungslos! Denk doch nur an Abraxas, Windfuchs und all die anderen Kreaturen die nun auf deiner Seite stehen! Du bist nicht allein, du kannst dich um jemanden kümmern und alle die du hier siehst akzeptieren dich so wie du bist! Es geht vielen noch viel schlimmer als dir, also reiß dich gefälligst zusammen!!
Da hatte sich doch tatsächlich wieder ihre optimistische Seite gezeigt. Natürlich waren all diese gedanklichen Anmerkungen gut und richtig. Ihr Gemüt konnte dies jedoch nicht erheitern, denn langsam aber sicher spürte sie tiefste Traurigkeit in sich aufsteigen. Schon häufig hatte sie dieses Gefühl verspürt. Schon häufig hatte sie sich deswegen zurückgezogen, ihren Tränen freien Lauf gelassen und sich anschließend wieder gefangen.
Möglicherweise würde sie gleich für einen kurzen Moment nach draußen gehen.
Doch zunächst wollte sie das Gespräch mit Windfuchs weiterführen und sein Hilfsangebot dankend zur Kenntnis nehmen.
„Es ist wirklich sehr freundlich von dir, dass du ihm helfen möchtest, Windfuchs! Aber zuerst solltest du dich ausgiebig ausruhen und deine Kräfte schonen.“
Mit diesen Worten schlängelte sie ruhig auf ihn zu und schenkte ihm ein erwärmendes Lächeln.
„Schließlich möchte ich dich endlich mal wieder gesund erleben.“
Dann nahm sie ihm sanft die leere Schüssel und den Löffel aus der Hand und strich ihm vorsichtig über die Hand. Dies war schon so selbstverständlich für die Schlangenhybridin, dass ihr nicht einmal in den Sinn kam, dass diese sachte Geste unsittsam sein könnte.
Dies hatte sie schon von Anfang an bei ihm getan und es fühlte sich alles andere als falsch an.
Ihr gewaltiger Schlangenleib trug sie zurück zu ihrem brodelnden Kessel, der noch ziemlich viel Suppe enthielt. Dieser Anblick ließ ihr das Wasser im Munde zusammen laufen, doch zügelte sie ihr Verlangen sich noch eine weitere Schüssel aufzufüllen und legte stattdessen die Utensilien in ihren Händen erst einmal ab. Abraxas' kurze Bemerkung, sie solle Zaknafein noch etwas zu Trinken verabreichen, nahm sie schweigend, jedoch lächelnd zur Kenntnis.
„Wenn ich dich nicht hätte, was?“ bemerkte sie schelmisch während sie beobachtete, wie sich die kleine Schlange genüsslich zusammenrollte. Ein wirklich rührender Anblick!
Auch die anderen Gäste ihrer gemütlichen Behausung machten sich langsam schlafbereit, krochen auf wärmende Decken zu, rollten sich ein und atmeten mit der Zeit immer langsamer und schwerer.
Celest beobachtete die Szenerie mit einer ruhigen Gelassenheit, die ihr beinahe das Herz zum schmelzen brachte. Sie war tatsächlich nicht mehr alleine. Heute morgen war sie mit Abraxas zusammen aufgewacht und nun würde sie mit einer ganzen Familie zu Bett gehen! Wie konnte sich die Welt doch innerhalb eines Tages ändern.
Und doch....
Ihr Herz wurde schwer und ein dicker unangenehmer Kloß machte sich in ihrem Hals bemerkbar.
Mit leisen Bewegungen schlängelte sie schließlich zu ihrem Wasservorrat, holte einen hölzernen Becher hervor und füllte diesen mit der klaren Flüssigkeit.
Anschließend bewegte sich ihre weiche Schlangenhaut über den Boden zu Zaknafein hinüber, der wirklich noch etwas trinken musste, bevor sie sich um andere Dinge kümmerte.
Ob er nun wach war oder noch immer in seinen Fieberträumen dämmerte, war dabei vollkommen nebensächlich.
Vorsichtig setzte sie sich neben den Soldaten dessen Stirn noch immer stark fieberte und hob sachte seinen Kopf an.
Diese Situation erinnerte Celest an damals... ihre Mutter war in ähnlicher Verfassung gewesen wie Zaknafein jetzt, doch hatte sie kein tödliches Gift sondern eine Krankheit überlebt.
Eigentlich gab es da also keinen Unterschied.
Dennoch spürte die Schlangenfrau Unsicherheit in sich aufsteigen, als sie den Becher an des Dunkelelfen Mund führte. Er gehörte einem widerwärtigen Volk an, er wollte Windfuchs töten und hätte sich beinahe auch auf sie gestürzt. Eigentlich sollte sie ihn dafür mit Misstrauen und Hass strafen, doch dann hatte er alles auf einen Schlag wieder gut gemacht.
Zaknafein hatte ihr Leben gerettet und seines damit auf's Spiel gesetzt. Was sie von alledem halten sollte, wusste die Schlangenfrau noch immer nicht, doch zumindest war sie froh, ihn zur Dryade gebracht und ihn damit vor dem Tod bewahrt zu haben. Vielleicht war er einfach nur ein missverstandener armer Mann.
Plötzlich fing der Dunkelelf an zu husten und schreckte Celest damit aus ihrer Traumwelt. Sie hatte ihm zu eilig das Wasser in den Mund gegossen wodurch er sich scheinbar verschluckt hatte.
„Oh nein, das tut mir so leid...“
brabbelte sie leise vor sich hin, wissend, dass er sie vermutlich nicht hören konnte.
Dann versuchte sie es noch einmal und schaffte es den gesamten Becher zu leeren.
Er würde die Flüssigkeit dringend brauchen, denn all das Gift, was er nun teilweise ausgeschwitzt hatte und noch ausschwitzen würde, verbrauchte viel von seiner Körperflüssigkeit.
„So und nun ruhst du dich weiter aus.“ flüsterte sie kaum wahrnehmbar und legte seinen Kopf wieder auf die Decken seines Lagers.

Auch dies war nun erledigt, fehlten nur noch die Belange des fürsorglichen Windfuchs, der noch nicht die Ruhe gefunden hatte, um sich hinzulegen.
In einer schnellen jedoch geräuschlosen Bewegung war sie bei ihm und hörte sich seinen Vorschlag an. Doch mit jedem Wort, dass er sprach, spürte die Schlangenfrau ihr Gesicht wärmer werden, was in ihr ein unangenehmes Gefühl verursachte. Sie wurde scheinbar schon wieder rot.
„Oh das ist wirklich sehr freundlich Windfuchs.“
Ihr trauriges Lächeln schenkte sie dem Boden unter sich.
„Aber ich habe ständig ein wärmendes Lager dabei. Du brauchst deine Felle also nicht mit mir zu teilen. Ich lege mich einfach auf meinen Schweif und … na ja...“
unbeholfen suchte sie nach weiteren Worten, merkte jedoch, dass ihr dazu nichts mehr einfallen wollte. Tränen wollten aus ihr herausbrechen.
„Es ist eben ziemlich praktisch eine übergroße Schlange zu sein.“ Fügte sie schließlich hinzu und lächelte freundlich.
„Mach dir also keine Sorgen, Windfuchs. Ich kann überall schlafen.“
Abraxas Bemerkung rettete Celest vor einer peinlichen Situation. Hätte er nicht humorvoll angemerkt, dass sie wohl jemanden zum kuscheln gefunden hätte, wäre sie vermutlich den Tränen so nah gekommen, dass es Windfuchs bemerkt hätte.
„Du und deine vorlaute Zunge! Schlaf endlich Abrax!“
lachte sie und fühlte sich dadurch sichtlich befreit.
„Dieser kleine Scherzkeks...“ murmelte sie immer noch lächelnd und blickte schließlich wieder zu ihrem schwachen Patienten.
„So, nun solltest du schlafen... nein, ich dulde keine Widerworte!
Ich hingegen werde noch kurz nach draußen gehen, weil mir noch nicht zum schlafen zumute ist. Danach habe ich schließlich auch noch Zeit und keine Sorge ich werde mich nicht weit von euch entfernen. Schließlich lasse ich meine Patienten in ihren schwächsten Momenten wohl kaum alleine.“ , witzelte sie, auch wenn sie merkte, dass ihre Fassade langsam zu kippen drohte. Ihre heitere Art nahm langsam künstliche Züge an und irgendwie hatte die halbe Schlange das Gefühl ihre wahren Empfindungen irgendwie verraten zu haben. Manchmal reichte da schließlich nur ein kurzer Blick oder eine willkürliche Handbewegung aus.
Höchste Zeit also zu verschwinden.
Wenn auch nicht für lange.
„Schlaf gut, Windfuchs.“ murmelte, ja flüsterte sie beinahe und legte all die Fürsorge in ihre Stimme, die sie aufbringen konnte.
Kurz darauf war sie bereits hinter dem Blättervorhang verschwunden und schlängelte sich in die bereits dunkler werdenden Tiefen des Waldes.
Celest wollte wirklich nicht weit weg. Die Natur war ihr in der Dunkelheit schließlich noch immer sehr unheimlich und so suchte sie bloß eine kleine, nahe gelegene Lichtung auf und wickelte kurz darauf ihren Schwanz ein. Nachdem sie sich auf ihren Schweifbündel gesetzt hatte, blickte sie sehnsüchtig in den Himmel, der langsam dunklere Töne annahm. Es war ein wirklich wunderschöner Anblick, auch wenn viele Blätter ihr die Sicht einschränkten und ein lauer Wind um ihren Körper wehte. Ihre Locken nahmen dies gelassen hin, tanzten freudig wie lachende Kinder umspielten ihr Gesicht wie ein lebendiger Schleier.
Die Schlangenfrau ließ sich von diesen sanften Liebkosungen des Windes jedoch kaum beeindrucken. Ihre Gedanken kreisten um die Ereignisse des jüngsten Tages und verfolgten ihr Gewissen mit bösartigen Anschuldigungen.
Ihretwegen wäre Zaknafein beinahe gestorben, ihretwegen hat sich das Leben eines Menschen in einen schieren Alptraum verwandelt und ihretwegen musste Windfuchs möglicherweise einen Preis zahlen der...
„Genug!“
sagte sie laut, und dann leise vor sich hin.
Immer wieder und wieder.
Auf einmal umklammerte sie ihren eigenen Körper als ob sie ihn schützen müsste und obwohl es in der gesamten Umgebung keine Gefahr zum fürchten gab, dachte sie keine Sekunde daran ihren Körper wieder loszulassen.
Stille Tränen rannen ihre Wangen hinab, lautlos sah Celest zu, wie ihr Blick immer verschwommener wurde ehe sie blinzelte und damit viele weitere feuchten Tränen in die Freiheit entließ.
Erst nach einigen Minuten fing sie an zu schluchzen.

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Re: Die Höhle der Schlangenfrau

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 31. Januar 2013, 18:53

Sie hatte alle versorgt und jetzt saß sie alleine draußen und klagte den Göttern und der Natur ihr Leid. Der Mond schien sich milde durch die Wolkendecke zu schieben und blickte auf die traurige Schlangenhybridin.
Sie hatte recht, es war viel geschehen in der letzten Zeit, aus Einsamkeit hatte sich eine große Familie gebildet, wenn auch ein jeder irgendwie ein trauriges Schicksal hatte. Aber vielleicht war es das, was sie zusammengebracht hatte. Vielleicht hatten die Götter genau dieses Ziel vor Augen gehabt.
Nicht weit von ihr, waren ein ehemaliger Jäger im Körper eines schönen Wolfes, eine verwaiste Fuchswelpe, Ein schwerverletzter Dunkelelf, Windfuchs und ihr kleiner Freund Abraxas. Alle hatte sie bemuttert und umsorgt und war dann mit einer fadenscheinigen Ausrede nach draußen verschwunden. Sie hatte nicht gesehen, dass außer der Dunkelelf und die Welpe, ihr alle nachgesehen haben. Jeder konnte ahnen, was in der Frau vorging, jeder hatte sein Los zu tragen.
Ihr Schluchzen blieb so nicht ungehört, selbst wenn sie es gewollt hatte.
„Celest?“ konnte sie so plötzlich hinter sich hören. Im ersten Moment würde sie nichts sehen, aber dann würde sie sie eine Bewegung sehen können, die vom Boden ausging. Eine kleine schwarze Schlange schlängelte sich zu ihr.
Er sah sie direkt nicht an, sondern gesellte sich nur neben sie um dann sein kleines Köpfchen nach oben zu richten.
„Die Nacht ist wirklich schön und wenn du weinst, wirst du dich nur erschöpfen…“ Seine Schwanzspitze streifte ihren Schweif.
„Weißt du, wir haben dir vieles zu verdanken…jeder von denen die in der Höhle sind. Windfuchs wäre dir bestimmt auch gefolgt…. Naja, aber ich war eben schneller, außerdem ist er vernünftig und würde dir eher zusammen brechen. Er mag dich….auch wenn du es nicht dir eingestehen willst und du ihn auch. Ich weiß nicht, wie du warst als du noch ein Mensch warst, aber wir mögen dich so wie du bist… Ich bin stolz dich als Freundin nennen zu können und zu dürfen…“ Er richtete sich ein wenig auf, während er jetzt sich ebenfalls wie Celest zusammengerollte hatte und auf seinem eigenen Schweif thronte.
„Weißt du, ich war nicht immer die Frohnatur wie du mich kennst… aber ich danke jeden Tag, wo ich fresse und mich durch die Welt schlängeln darf… Manchmal lass ich mich von den Trieben leiten…wenn ich zum Beispiel einen Hirsch jage…“ Seine Zunge zischte kurz hervor, während er wieder in Übertreibungen reinfiel.
„… aber dann bin ich eben ich. Verweile nicht im gestern, lebe im heute… Nur weil du kein Mensch mehr bist, glaube nicht, dass dich die Welt nicht leiden kann und dir kein Glück beschienen ist… das Stimmt nicht. Windfuchs weiß es schon lange, der Wolf wird es noch verstehen… du bist nicht alleine und du trägst für kein Schicksal die schuld, hörst du?“ Er hatte sich von seiner Position gelöst und schlängelte sich über einen Busch auf ihren Rücken um sich an sie zu schmiegen.
„Weißt du, wenn du nicht so auf Windfuchs anfahren würdest, dann würde ich dich als mein Weibchen aussuchen…“ neckte er sie und stieß sein Köpfchen an ihre Wange, nachdem er hoch geklettert war. Dann seufzte er theatralisch.
„Aberrrr….. nein…. Ich bin so nett und lasse ihn den Vortritt, nicht das er komplexe bekommt, weil ich ja jeder Weibchen kriegen konnte.“
So ernst die Schlange auch gerade vor ein paar Sekunden noch war, jetzt ärgerte und foppte sie die Hybridin. Eben wie es ein Freund oder Bruder getan hätte.
Dann plötzlich riss es sein Mäulchen auf und gähnte.
„So, ich will jetzt schlafen…und du kommst mit! Keine Widerrede, morgen will ich ein Wildschwein zu essen haben… oder einen Bären. Hmm, meinst du Wolf schmeckt?...oh!“
Er blickte sich um, denn jetzt stand noch eine andere Gestalt draußen. Eine deren Augen leicht leuchteten und sich die Seite hielt. Windfuchs stand an einem Baum gelehnt, sah zu Celest und in seinen Augen war ein Lächeln.
„ich denke Abraxas war schneller…wie? Ich wollte dich nicht stören…und eigentlich gehöre ich ins Bett“
„sag das du ihn magst…und vermisst hast“ Hörte Celest Abraxas leise Stimme an ihrem Ohr. Abraxas hatte sich dorthin gestreckt und wischte ihr die Tränen mit der Schwanzspitze weg.
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Re: Die Höhle der Schlangenfrau

Beitrag von Celest » Sonntag 3. Februar 2013, 18:18

Erst nachdem einige Tränen ihren Weg in die Freiheit gefunden hatten, begann ein Beben die Schlangenfrau zu erfassen. Ihr gesamter Körper, ja sogar ihr gewaltiger Schweif fingen an zu zittern. Celest wusste jedoch, dass diese Erscheinung plötzlicher Gefühlsregung bloß in ihrem Inneren stattfand. Ein Außenstehender hätte nichts dergleichen bemerkt.
Sie wurde unruhig.
Angefangen bei der Schwanzspitze wanderte das Verlangen nach Bewegung bis zu ihrer Hüfte hinauf und erreichte sogar ihren schwer gewordenen Kopf. Ihre wilde Mähne verhüllte ihr Gesicht wie einen Schleier bis eine plötzliche Bewegung ihres Hauptes einen fließenden Wasserfall aus eben jenem machte.
Celest hatte den Kopf zurück geworfen, ihre Arme losgelassen und die gemütliche Sitzposition aufgegeben. Stattdessen rollte sie sich nun auseinander und gab dem Bedürfnis nach Freiheit nach. Ihr Schlangenleib schob sich kreuz und quer über den moosbewachsenen Erdboden, nur um dann wieder zu ihr zurück zu kehren und anschließend eine ganz andere Richtung einzuschlagen. Überall war Bewegung zu erkennen, doch ihr Oberkörper regte sich kaum. Während sie sich auf der Lichtung ausbreitete starrte sie gen Himmel.
Ihre Augen rot unterlaufen.
Ihre Wangen feucht und salzig.
Ich hasse Selbstmitleid...Lysanthor! Wie ich es hasse!
Frustriert über sich selbst biss sie sich auf die Unterlippe, ballte ihre Hände zu Fäusten und schluchzte nun etwas lauter. Ihr Schweif hatte mittlerweile aufgehört sich auf der Lichtung zu winden.
Wie unwirklich dieser Anblick doch war. All diese Schuppen, all dieses warme Fleisch gehörte zu ihr. Das war alles sie. Keine gefährliche Wildschlange und auch kein Monster aus den Untiefen irgendeines schauderhaften Märchenbuches. Nein, all diese unheimlichen Regungen, Windungen und Bewegungen unter dem Licht des aufgehenden Mondes, waren ihre eigenen. Und doch kam es ihr vor, als blickte sie auf ein völlig anderes Individuum. Beinahe bekam sie Angst vor ihrem eigenen Körper, doch sie musste nur daran denken und schon hörte dieses widerliche Treiben dieses wurmartigen Gebildes auf.
„Verflucht... „ murmelte sie verbissen. Sie hasste sich selbst dafür, dass sie diese Angst verspürte, andererseits hasste sie ihren Körper dafür, dass er so mutieren musste und sie zu diesem Monstrum gemacht hatte.
Auf einmal waren alle Freunde, die gar nicht so unweit ihrer Reichweite lagen verschwunden. Auf einmal war Celest wirklich ganz allein auf der Welt und ihre Sorgen erschienen ihr unendlich groß.
Ihr Körper erschlaffte und wenn sie richtige Beine gehabt hätte, könnte man sagen, dass sie in die Knie gegangen wäre.

Nachdem sie dort eine weitere Weile gesessen und sich ihrer Trauer hingegeben hatte, hörte sie plötzlich ihren eigenen Namen. Jemand rief nach ihr.
Verdammt! fluchte sie innerlich und wischte so schnell es ging die Feuchtigkeit aus ihren Augen. Ihr ausgebreiteter Schlangenkörper sammelte sich während sie versuchte den dicken Kloß in ihrem Hals herunter zu schlucken.
Glücklicherweise war es dunkel, so würde niemand ihre geröteten Augen erkennen, aber der Glanz in ihren Iriden würde sie sicherlich verraten und so versuchte die Hybridin ihren Kopf gesenkt zu halten.
„Wer spricht da?“
Rief sie mit schwacher Stimme, ohne sich auch nur umzusehen. Warum musste sie ausgerechnet jetzt gestört werden? Ein kurzer Gedanke tiefster Feindseligkeit machte sich in ihr breit, verschwand aber so schnell wie er aufgetaucht war und hinterließ ein schweres Schuldgefühl. Sie war schließlich nicht allein auf der Welt und wenn einer ihrer Patienten ihre Hilfe brauchte, so musste sie allzeit bereit sein.
Plötzlich spürte sie eine Bewegung dicht neben sich. Woraufhin sie ihren Kopf in eine ganz andere Richtung lenkte. Allerdings musste sie sich nichts vormachen. Abraxas hatte ihr Schluchzen bereits gehört.
„Was machst du denn hier... kannst du nicht schlafen?“ zischelte sie in dieser ihr nun so vertraut gewordenen Sprache und versuchte dabei mitfühlend zu klingen.Eine Antwort erwartete sie jedoch nicht.
Ihr Blick wanderte gen Boden, doch schaute sie an ihrem kleinen Freund vorbei und verlor sich im Anblick eines kaum erkennbaren Steins. Es war als hielte sie sich an diesem Stein fest, damit sie nicht die Nerven verlor. Dementsprechend wagte sie es auch nicht ihren Blick von diesem plötzlich so interessanten Gegenstand zu nehmen. Er verband sie mit der Wirklichkeit.
Dann hörte Celest den Worten ihres kleinen Freundes zu und mit jedem weiteren Satz den er von sich gab, wuchs der Kloß in ihrem Hals weiter an. Wie hatte sie nur einen Moment lang traurig sein können, wenn sie doch nun in Gesellschaft so vieler lieber Lebewesen war? Sie war nicht mehr allein und hatte einfach keinen Grund mehr zur Trauer! Und doch hatte sie sich zurückgezogen und geweint, weil ihr das einfach noch nicht genug gewesen ist. Ihre Eitelkeit verleitete sie noch immer dazu ihren monströsen Körper zu hassen und das obwohl sie dadurch einen so guten Freund wie Abraxas gewonnen hatte.
Wie konnte sie nur?
Einen Teil seiner Worte hörte die Schlangenfrau nicht mehr. Plötzlich waren da wieder diese unzähligen Selbstvorwürfe, die ihren Verstand vernebelten und sie musste sich ziemlich stark anstrengen um sich auf die kleine schwarze Schlange konzentrieren zu können.
Gerade hatte er etwas von einem Hirsch gesagt und anschließend gezischelt, wie es nun mal seine Art war. Celest wusste nicht genau ob sie nun lächeln oder einfach nicken sollte, schließlich nahm ihr ihr Körper diese Entscheidung ab, weil sie sich zu keiner einzigen Regung mehr aufraffen konnte.
Doch dann sprach er etwas an, was ihre Sinne weckte. Mit noch immer tränenden Augen schaute sie auf Abraxas herab und blinzelte die überschüssige Feuchtigkeit aus ihren Seelenspiegeln. Natürlich war sie nicht allein! Doch wurde ihr dies erst in diesem Moment klar. Erst als sie Abraxas angesehen und seinen Worten gelauscht hatte wurde ihr bewusst welch ein Glück sie doch eigentlich hatte. Kein anderer Mensch würde je eine so starke Freundschaft zu einem Tier aufbauen können wie sie es mit Abrax geschafft hatte.
Ein Lächeln zeichnete sich auf Celests Lippen ab.
„Ja... du hast Recht.“ schluchzte sie und rieb sich dann betroffen die Nase.
Wie furchtbar sie aussehen musste! Doch dann erinnerte sie sich an die Dunkelheit und lachte leise über ihre eigene Schusseligkeit.
Auf einmal spürte sie etwas warmes auf ihrem Rücken, was ein angenehmes Kribbeln durch ihren Körper jagte und in gewisser Art und Weise sogar ein wenig kitzelte. Sie kicherte und genoss diese Berührung mit geschlossenen Augen.
Zumindest so lange, bis ihr kleiner Freund auf ihre Gefühle zu Windfuchs zu sprechen kam. Das Gefühl ertappt worden zu sein, machte sich ziemlich schnell in ihrem Herzen breit. Und kurz darauf spürte sie wie ihre Wangen anfingen zu glühen.
„Abraxas... bitte...!“ ermahnte sie ihn mit leiser Stimme und wusste bereits, dass sie wohl kaum noch etwas gegen seine verbissenen Behauptungen tun konnte. Wie kam er überhaupt darauf, dass sie … und Windfuchs... zusammen...
Nein, in Gedanken schüttelte sie energisch den Kopf. Sie war ein Monster. Eine Kreatur die der Wald zu sich befohlen hatte und der von niemandem je geliebt werden konnte. Menschen bekamen Angst vor ihr, selbst stattlichste Ritter ergriffen bei ihrem Anblick die Flucht.
Und da kamen sie wieder... die unsteten Begleiter ihres verfluchten Daseins.
Die Tränen.
„Danke Abrax...“ weinte sie, und ließ wieder mal den Kopf hängen. „Ich bin so froh, dich an meiner Seite zu haben...aber ich glaube nicht, dass er...“ Mitten im Satz stockte die Schlangenfrau und schluckte einmal vernehmlich, ehe sie die Tränen wieder fort wischte und ihre Locken wieder einmal zum tanzen brachte, indem sie den Kopf schüttelte.
„Ach nein... schon gut. Du hast recht wir sollten langsam schlafen gehen. Morgen ist auch wieder ein Tag.“
Noch ehe sie sich umgedreht und Abraxas seine wilden Spekulationen über Wolfsfleisch zu ende gebracht hatte, bemerkte sie eine weitere Gestalt, die unter den Bäumen wandelte. Bei diesem Anblick hätte sie beinahe vor Schreck aufgeschrien, dachte sie soeben doch noch, dass sie allein mit Abraxas sei, aber als sie diese Augen sah, wusste sie sofort Bescheid.
„Windfuchs...“
Entsetzen kroch ihren Hals hinauf. Ausgerechnet jetzt, in ihrer schwächsten Stunde, würde er sie sehen. Er würde ihre Tränen sehen, die roten Augen und die schniefende Nase. In diesem Moment wünschte sie sich nichts sehnlicher als einfach zu verpuffen. Mit dieser von Trauer verzerrten Fratze, sollte sie mit ihm sprechen? Genau deswegen war sie doch geflohen, damit niemand sie so sehen musste. Doch nun schien es als hätte die ganze Welt ihrer Trauer zugehört.
Warum gehen Patienten denn nie schlafen wenn man es ihnen sagt?
„Ich … eh...“
Nervös fing sie an ihre Finger zu kneten. Nachdem Abraxas ihre Tränen getrocknet und leise in ihr Ohr geflüstert hatte, wurde diese Nervosität sogar noch schlimmer.
Sie sollte was??
Unsicher blickte sie zu Boden und lachte künstlich. „Tja, er ist eben manchmal eine etwas anhängliche Schlange.“ Was rede ich denn da für dummes Zeug?
„G....gibt.. e..es... ein Problem? Kannst du nicht schlafen?“ Fügte sie noch an, ohne jedoch aufzublicken. „Du solltest deinen Körper schonen... w...weißt du? Ich bin zwar keine Heilerin aber... diese Verletzungen sahen ziemlich übel aus... und dann ist es besser wenn man schläft, dann... erholt sich der Körper und... kann sich regenerieren... über die Nacht. Also...“
Schnauze Celest! Halt doch einfach die Schnauze!
Langsam drehte sich die Hybridin um, seufzte tief und schluckte weitere Tränen runter. Jetzt war wirklich nicht der beste Zeitpunkt, um wieder damit anzufangen, deswegen dachte sie an die Gesundheit ihres Freundes und nahm all ihre Kraft auf, um sicher zu klingen.
„Geh am besten einfach wieder in die Höhle. Ich komme dann gleich nach, in Ordnung? Es wird nicht lange dauern, versprochen.“
Und dann verfiel sie wieder in diese Position. Ihre Hände wanderten zu ihren Armen hinauf, während sie den Kopf ein wenig einzog. Ihr Blick verharrte abwartend auf einem Fleck im Gras, in der Hoffnung, dass man sie einfach wieder alleine lassen würde.
Gleichsam verspürte sie Angst wieder allein gelassen zu werden.

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Re: Die Höhle der Schlangenfrau

Beitrag von Erzähler » Dienstag 5. März 2013, 12:42

Es gab Momente im Leben, da war die Scharm zu zeigen wie man sich fühlte, so groß, dass man dadurch die Angst der Einsamkeit zu verdrängen wollte. Und bei Celest war es nicht nur die Angst. Sie wollte ja eigentlich nicht wirklich einsam sein- doch da sie so viele um sich hatte, die körperlich schlechter dran waren, versuchte sie eben auf unbeugsame starke Frau zu machen.
Das wusste sowohl Abraxas und wenn man in die Augen des Fuchshybriden sah, dieser ebenfalls. Dieser schluckte dann lieber mal den körperlichen Schmerz runter, denn der in der gebeutelten Seele, war oft sogar gravierender. Und gerade jemand, dessen Seele nicht mehr wirklich mit einem vereint war, konnte das bezeugen.
So legte Windfuchs bei den gutgemeinten Worten nur kurz den Kopf schief und seine Ohren zuckten leicht. Doch anstatt das er ging, kam er zu ihr hin. In der einen Hand hatte er seine Seelenkugel, damit diese geschützt war.
„ich weiß, du meinst es gut mit mir… aber ich werde nicht weichen“ Er hob die Hand mit der Kugel und zeigte sie ihr.
„ich weiß, wie empfindlich alles ist… und wie sehr du mit dir kämpfst. Ich werde nicht gehen, denn in Inneren spüre ich, dass du nicht willst, dass wir gehen. Sich Traurigkeit hinzugeben ist nichts Schlimmes und jeder versteht es. Glaubst du, es fällt mir leicht- aber besser man lässt es laufen, als dass es verleugnet wird. Vor Freunden verleugnet! Celest, du bist die beeindruckende Frau, der ich je begegnet bin. Du bist nicht allein! Ich weiß, du machst dir sorgen um mich, aber das tue ich…und auch Abraxas über dich….“ Er sah zu der Schlange, die eifrig nickte und zu ihrer besten Freundin aufsah. Manchmal wusste auch die kleine schwarze Schlange, wann sie still sein sollte.
Windfuchs trat zu Celest und setzte sich, wenn auch etwas langsam neben die große Hybridin. Abraxas tat es gleich, grinste nach Schlangenart zu ihr auf.
„ich leiste dir Gesellschaft und keine Sorge, wenn du nicht sprechen möchtest, werde ich auch nichts sagen“ seine Hand wanderte sanft über ihre Schuppen, streichelte beruhigend sie.
Mehr sagte er nicht.
Sein Herz schlug schnell und das Glimmen der Kugel, was jedes Mal verstärkt wurde, als er zu ihr aufsah, versuchte er zu ignorieren. Seine Seele gehörte ihr und auch sein Herz, das wusste der Fuchshybrid, doch würde er sie mit so was nicht noch mehr in Verwirrung bringen. Jetzt war es wichtig, dass sie sich besser fühlte. Irgendwann sackte er seitlich weg, sein Kopf an ihr angelehnt, die Kugel konnte Abraxas noch halten und reichte sie Celest hoch. Der Fuchshybrid schlief ruhig, sein weicher buschiger Schweif schmiegte sich um ihn.
„du solltest ihn etwas machen, wo er die Kugel aufbewahren kann…ein Beutel oder so“ murmelte die kleine Schlange und gähnte. Sie rollte sich ebenfalls zusammen und kroch dann unter die Fuchsrute, weil dort es warm war. Schnarchend kamen dort die Töne her.
Zumindest die beiden würden sie nicht alleine lassen und hätte sich Celest umgedreht, so hätte sie auch den Wolf gesehen, der die kleine Fuchswelpe am Nacken trug und zur Höhle zurückschleppte.
Die Nacht verging und langsam krochen die ersten Sonnenstrahlen über ihre Schuppen. Ein neuer Tag und ein neuer Anfang.
Jeder Schatten verschwand irgendwann und selbst nach der dunkelsten Nacht folgte ein heller Tag.
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Re: Die Höhle der Schlangenfrau

Beitrag von Celest » Dienstag 19. März 2013, 21:03

Ein leichter Wind wehte durch die Bäume und ließ auch einige Grashalme tänzeln, die Celest mit ihrem massigen Leib verschont hatte. Die Lichtung lag im weißen Licht des langsam aufgehenden Mondes und dadurch wurde auch ein wenig die Erscheinung der Schlangenfrau ersichtlich. Ihre geröteten Augen waren bereits wieder trocken doch war ihre Nasenspitze ganz rot geworden. Jeder konnte nun sehen, dass sie geweint hatte und wenn sie sich nun in einem Spiegel gesehen hätte, wäre sie am liebsten Schlafen gegangen, um die verunstalteten Züge in ihrem Gesicht über die Nacht hinweg zu regenerieren. Morgen würde sie nur schwerlich die Augen auf bekommen, das wusste die Schlangenfrau bereits jetzt.
Als sie die Schritte des Fuchses neben sich hörte seufzte Celest leise und wand ihren Kopf in eine andere Richtung, bis er das Wort an sie richtete und etwas empor hielt, was in ihrem Augenwinkel wie ein riesiger, pulsierender Ball aussah und seltsam leuchtete. Als Windfuchs ihr sachte erklärte, dass er nicht weichen würde, machte ihr Herz einen gewaltigen Sprung und weitere Tränen bildeten sich in ihren Augenwinkeln. Wie sehr hatte sie doch gehofft, dass er genau das sagen würde! In diesem Moment machte er sie glücklich und beschämt zugleich und genau aus diesem Grund, konnte sie ihn jetzt nicht ansehen.
Ach Windfuchs...
Sie hörte ihm zu, jedes Wort was an ihre Ohren drang klang wie viel zu süßer Honig den sie kaum schmecken wollte. Aber es tat gut all das zu hören und zu wissen, dass es jemanden gab der auf sie acht gab und bei dem sie sich sicher fühlen konnte.
Sie waren Freunde.
Für einen viel zu langen Moment hatte die Schlangenfrau diese Tatsache vergessen, vielleicht wollte sie es aber auch einfach nicht wirklich glauben.
Ihre Wangen wurden wieder von Tränen durchtränkt, ihre Schultern zitterten leicht. Dieses Mal wollte Celest aber nicht im Stillen weinen sondern vielmehr ihren Gefühlen freien Lauf lassen. Alles was ihr Freund angesprochen hatte stimmte vollkommen! Und auf einmal war es so gut einfach nur dort zu sitzen und sich dieser Trauer hinzugeben. Es war sogar noch viel besser als das Leid alleine zu ertragen. Abraxas und Windfuchs gaben ihr in diesem Moment wichtigen Halt, den sie brauchte, um sich langsam aber sicher wieder zu beruhigen. Ausgiebig weinte sie in ihre Hände und senkte den Kopf dafür. Ihr Schweif verharrte derweil in seiner eingerollten Position und schien beinahe tot. Dennoch fühlte sich der schuppige Leib warm und weich an, als könnte er ein wunderbares Kissen abgeben. Celest hatte schon recht früh erkannt, dass sie praktischerweise mit einer mobilen Schlafgelegenheit ausgestattet wurde, weswegen sie es sich nicht nehmen ließ ihren menschlichen Teil mit ihrem Schweif zu umkreisen und sich anschließend so einzuwickeln, dass sie mitten in ihrem Schlangenleib schlafen konnte. So diente er ihr als Bett, Kissen und Decke und sie war gleichsam geschützt vor neugierigen Blicken. Zumindest ihr zierlicher Oberkörper.
Komisch wie sie manchmal mit ihren eigenen Gedanken abdriften konnte, und das allein nur, weil Windfuchs sich zunächst neben sie gesetzt und dann angefangen hatte ihren Körper zu streicheln.
Moment... er tat was?
Langsam lugte Celest hinter ihren Händen hervor und schaute verlegen auf die Hand an ihrer Seite. Sie gehörte Windfuchs, wem sollte sie auch sonst gehören? Und seine Körperwärme pulsierte über ihre Haut wie eine gewaltige Welle geballter Emotionen. Die darauffolgende Gänsehaut jagte ihr bis in den Nacken hinauf und ließ sie kurz darauf zusammen zucken. Ein kurzer Blick zu Abraxas ließ diese gesamte Situation noch unwirklicher erscheinen, denn er machte keine anzügliche Bemerkung oder schenkte ihr einen schelmischen Blick. Nicht mal ein wissendes Lächeln umspielte dessen Lippen.
Die Augen der schwarzen Schlange blickten einfach nur zu ihr auf und versuchten sie dadurch zu trösten. Das wusste Celest indem sie einfach in diesen klaren Augen las. Etwas anderes konnte Abraxas in diesem Moment einfach nicht meinen.
Plötzlich fiel der Schlangendame auf, dass sie ihre Hände runter genommen und ihren Blick wieder auf Windfuchs gerichtet hatte. Ihre Tränen waren getrocknet und nur noch ihre Nase entließ reichlich Flüssigkeit. Verlegen wischte sie mit ihrer Hand durchs Gesicht.
„ich leiste dir Gesellschaft und keine Sorge, wenn du nicht sprechen möchtest, werde ich auch nichts sagen“ erklärte er ruhig und strich weiterhin mit seiner Hand über ihren Leib. Wie sehr diese Berührung kribbelte mochte Celest kaum in Gedanken fassen, doch es fühlte sich unsagbar gut und doch so unsagbar unangenehm an.
Am liebsten hätte sie seine Hand weggeschoben, andererseits befürchtete sie, dass sie dadurch möglicherweise selbst in Versuchung geraten wäre besonders zärtlich zu ihm zu sein.
Kaum war dieser Gedanke erdacht, wurde die Schlangenfrau puterrot und wandte ihren Kopf beschämt zur Seite. Es fügten sich Bilder in ihrem Kopf zusammen, die sich einfach nicht geziemten und auf einmal war es ihr ziemlich peinlich hier neben dem lieben nichtsahnenden Windfuchs zu sitzen.
Gut dass Abraxas nicht auch noch meine Gedanken lesen kann... oh man....
Doch hatte diese Ablenkung einen erfreulichen Nebeneffekt, Celest hörte auf an die traurigen Dinge in ihrem Leben zu denken und hatte sich langsam wieder im Griff.
Freunde waren wirklich etwas Wertvolles in diesen harten Zeiten.
Während die Schlangenfrau also mit sich selbst kämpfte, Rotz und Scham zu bekämpfen suchte, bemerkte sie nicht, dass Windfuchs immer wieder zu ihr hoch sah und seine Kugel in diesen Momenten heller zu glimmen schien.
Irgendwann spürte sie bloß ein Gewicht an ihrer Seite, was immer schwerer zu werden schien.
Lächelnd beobachtete sie, wie sich ihr Freund an sie schmiegte und sein Schweif eine wärmende Haltung einnahm. Er entschwebte in wenigen Sekunden in die Traumwelt und ließ seine Seelenkugel dadurch natürlich fallen. Abraxas konnte gerade noch rechtzeitig das wertvolle Stück auffangen und an die Schlangenhybridin weiterreichen, ehe er den weisen Vorschlag machte, einen Beutel für eben jene Kugel zu fertigen.
„Das ist wirklich keine schlechte Idee, kleiner Freund. Ich werde mich gleich morgen an die Arbeit machen...“
Und da war die schwarze Schlange auch schon unter dem flauschigen Schwanz des Fuchshybriden verschwunden, der vermutlich ziemlich viel Wärme spendete.
Wie niedlich sie hier ruhen... unschuldige Lämmer unter den wachen Augen Lysanthors.
Doch blieb nun noch ein Problem zu lösen... wie sollte sie sich schlafen legen, ohne die beiden zu wecken?
So herzerwärmend diese Szenerie auch war und wie gerne Celest die beiden auch ihren Träumen überließ, ein wenig verärgert pustete sie schon eine Strähne aus ihrem Gesicht. Was hatte sie sich nun schon wieder für eine Unannehmlichkeit bereitet?
Vorsichtig bewegte sich ihr gewaltiger Leib. Die Kugel des Fuchshybriden drückte sie dabei fest an ihre Brust, um sie ja nicht fallen zu lassen und dabei fiel ihr auch auf, dass die Seele darin in gleichmäßigen Zügen pulsierte und wie ein schlagendes Herz zu agieren schien.
Sachte streichelte sie die Kugel, als ihr klar wurde, wie wertvoll dieses Gefäß doch eigentlich war. Was hatte diese Seele wohl schon alles erlebt? Würde sie streichelnde Berührungen spüren? Hatten diese vielleicht sogar Auswirkungen auf ihre Seelenwelt? Könnte man dadurch vielleicht unterbewusste Wunden und Erfahrungen heilen, indem man diese Kugel mit Liebe versorgte?
Diese Überlegungen wollte sie sich für die Schlafenszeit aufbewahren. Vorerst vergrößerte sie den Kreis ihres Schlangenleibes ohne dabei allzu große Bewegungen in den ansonsten reglosen Körpern ihrer Freunde auszulösen. Sachte bettete sie sich in ihren warmen Körper, bildete dadurch eine runde Pyramide und blieb an dessen Grund in Embryonen-Haltung liegen. Die Kugel dicht an ihre Brust gepresst während sie diese wie ein geliebtes Kuscheltier streichelte. Ob Windfuchs wohl träumen konnte ohne sie?
Der Fuchshybrid lag nun an die Schuppenpyramide gelehnt, und auch Abraxas hatte sich kaum von der Stelle gerührt.

Die Nacht verstrich traumlos für die Schlangendame und auch der Morgen schlich sich nur langsam und beinahe unbemerkt an die kleine schlafende Gruppe heran. Sonnenlicht traf auf die Gesellen und kitzelte ihre Nasen. Nur Celests Körper blieb im Dunkeln, und bemerkte daher nicht den angebrochenen Morgen. Ihre Glieder hatten sich in der Nacht kaum gerührt. Die Kugel lag noch immer in ihren Armen und ihre Locken lagen wirr um ihren Kopf herum. Der Raum innerhalb der Schlangenpyramide war mit einer schwülen Wärme angefüllt, die Celest sowohl schätzte als auch verabscheute. In der Nacht fühlte sie sich in dieser Umgebung besonders wohl, doch immer wenn sie aufwachte, spürte sie das Verlangen nach frischer Luft.
Auch jetzt wurde ihr die Luft zu knapp und so öffnete sie langsam ihre trägen Augen und bemerkte damit beinahe sofort die Folgen ihrer nächtlichen Traurigkeit.
Mit wirrem Kopf setzte sie sich auf, befand sich dabei aber immer noch innerhalb ihres schützenden Gebildes und blickte sich verschlafen um. Die Kugel immer noch in ihren Armen, guckte sie nach oben und spürte eine unangenehme Lähmung in ihren Gliedern. Aus diesem Grund ließ sie das wertvolle Gut in ihren Armen erst einmal los und kroch träge aus ihrem Bettchen heraus.
Das Wetter versprach einen wunderbaren Tag, die Äste in den Bäumen bewegten sich nur langsam, so dass man dies kaum bemerken konnte und die Sonne begrüßte die Schlangenhybridin wie eine altbekannte Freundin. Lächelnd nahm Celest das ausgiebige Licht in sich auf und blinzelte unbeholfen in der Gegend umher. Sie musste sich erst an diese Helligkeit gewöhnen, zumal ihre Augen sich noch immer nicht richtig öffnen ließen. Es fühlte sich an, als habe sie kaum noch genügend Flüssigkeit im Leib, um ihre Seelenspiegel zu versorgen.
Der damit verbundene Durst setzte kurz darauf ein. Aber zunächst gähnte die junge Frau ausgiebig und sah sich um. Lagen ihre Freunde noch immer an ihrer Seite?

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Re: Die Höhle der Schlangenfrau

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 17. April 2013, 16:15

Der Morgen war endlich angebrochen und die Sonne weckte die Hybridin. Nachdem sie die Müdigkeit verjagt hatte, und sich erhoben hatte, konnte sie sehen, dass Windfuchs schon wach war. Mit ausdrucksloser Mimik sah er da und blickte auf dem Wald. Die Augen so erschreckend leer, so hatte sie doch die Seele behütet in ihren Händen getragen. Jetzt noch sah sie das leichte Pulsieren der Kugel, der in Rhythmus ihres Herzen schlug. Es musste nichts bedeuten, aber wenn die Hybridin es genau beobachte würde, so hätte sie bemerkt, dass das Leuchten der Kugel bei jeder Berührung von ihr ein wenig stärker am Leuchten war.
„GUTEN Morgen!“ brüllte eine kleine schwarze Schlange zu ihr rüber. Abraxas hing an einem Ast kopfüber und zog sich mit einer geschmeidigen Bewegung wieder höher auf den Ast.
„Gut geschlafen...also ich war in der Zwischenzeit fleißig. Habe bestimmt zwanzig Nester von Vögeln ausgemacht, doch mich für dieses hier entschieden. „ Er wies zu einem Nest mit seinem Kopf, welches ca einen halben Meter über seinen Kopf war. Wenn Celest einen Blick wagen würde, so würde sie erkennen, dass dieses Nest leer war. Ob er alles schon vertilgt hatte, ließ sich bezweifeln, wenn man sich erinnerte, dass er am Abend davor nur ein Ei gegessen hatte. Vermutlich war es schon leer gewesen.
Ja, die Schlange konnte es mit ihren Übertreibungen nicht lassen.
„Zudem geht es Zaknafein besser. Das Fieber ist gesunken... ach ja und DEINE Welpe hat in der Höhle ihr Geschäft verrichtet. Ich habe es ja gesagt, sie wird nur Ärger bringen. Zumindest ist Windfuchs stubenrein“ quasselte der Frechdachs von Schlange und ließ sich jetzt mehr und mehr zu ihr runter gleiten. Oder rutschte er sogar unwillig ab, denn seine Schwanzspitze versuchte zuckend einen festeren Halt zu greifen und umschlingen.
Der Alltag brach für die junge Frau wieder an. Aber sie musste diesen nicht allein bestreiten, sie hatte Freunde, die sie begrüßten und ihr zur Seite standen.

Windfuchs folgte selbst ohne Anweisungen, wenn noch lange nicht so flink wie er sollte. Seine Wunde hinderte den Fuchshybriden.
Ja, Celest hatte einige zu versorgen. Die Welpe begrüßte sie und selbst der Wolf blickte zu ihr auf, wenn er auch etwas lethargisch aussah. Vermutlich vermisste er seine Familie oder hatte erkannt, dass es kein Traum war und er wirklich im Wald bleiben musste. Er gab so was wie ein Seufzen von sich und trat auf Celest zu um sich von ihr streicheln zu lassen.
Der Dunkelelf war hingegen wach und lächelte Celest an, wollte sogar sich erheben, um ihr den nötigen Respekt zu erweisen. Seine Göttin hatte ihn gerettet.
„Übrigens hält er dich für göttlich angehauchtes Wesen...okay, oder auch Dämon. Zumindest für den Schutzpatronin der Schlangen.... er mag Schlangen.“
Windfuchs, der zumindest im Besitz seiner Seele jetzt wieder war, lächelte sanft.
„kann ich verstehen“ wieder berührte er sachte Celest an der Schulter, bevor er sich dann aber doch nochmals auf Lager legte um sich weiter auszukurieren.
Welpe hüpfte indes um alle herum und fiepte aufgeregt.
Das war also jetzt ihre Familie.

So vergingen tage, wo sie die kranken pflegen konnte. Der Baum der Dryade hatte immer etwas zu essen in ihrer Höhle, aber auch Abraxas und selbst der Wolf versuchten zu helfen, wenn es um die Nahrungssuche geht. Nur stellte sich der Wolf noch ziemlich tollpatschig an, wenn er versuchte einen Hasen zu erlegen. Tatsächlich ging es dem Dunkelelfen sogar schneller besser als Windfuchs, der viel nachdachte, was er der Dryade anstatt seinesdessen bieten konnte. Er versuchte es Celest nicht anmerken zu lassen, aber seine Seelenkugel flackerte denn Oft des Nachts, als habe er schlechte Träume oder wollte mit Celest reden. Am Tag zeigte er es ihr nicht, war zuvorkommend und suchte so oft es ging ihre Nähe und wenn es nur das halten ihrer Hand war, wenn sie ihn etwas reichte oder ein flüchtiges Berühren ihres Schweifs. Abraxas kicherte dann auch Schlangenart los und wäre er größer gewesen, so hätte er bestimmt sie das eine oder andere male an geschubst, dass sie sich Windfuchs auch nähern sollte.
Der Dunkelelf selber begriff nur langsam, dass diese Truppe wohl ein Bestandteil seiner Familie jetzt geworden war. Besonders zu der schwarzen Schlange hatte er scheinbar einen mehr als guten Draht und Abraxas saß gerne auf dessen Schoß und kürzte ihn ständig mit Zak ab. Ob es Celest jetzt wieder einfiel, dass ihre Schlange den Namen des Dunkelelfen gewusst hatte, obwohl sie ihm nicht mitgeteilt hatte.
Welches Geheimnis umgab ihren kleinen geschwätzigen Freund, der oft viel zu menschlich anmutende Geste vollführte.
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Re: Die Höhle der Schlangenfrau

Beitrag von Celest » Donnerstag 18. April 2013, 23:21

Die halb geschlossenen Augen der Schlangenhybridin blinzelten häufig, verzogen sich aber zu einer freudigen Miene als sie Windfuchs erblickten. Er war noch immer da.
Allerdings …
„Oh heiliger Lysanthor!“ fluchte sie und ließ die Hände zu ihrem Mund schnellen. Ihr Oberkörper verschwand in der riesigen jedoch äußerst weichen Schuppenpyramide und holte sogleich die pulsierende Seelenkugel ihres Freundes hervor.
„Verzeih mir, Windfuchs... ich habe sie glatt vergessen. Hier!“ Vorsichtig glitt sie an ihrem eigenen Körper hinab und erreichte den Fuchshybriden schließlich mit ihren Händen. In ihnen befand sich die Kugel, die nun ihren Besitzer wechselte. Celest atmete auf. Windfuchs Blick erlangte wieder äußerste Klarheit und konnte nun das herzliche Lächeln einer noch etwas verschlafenen Schlangenfrau erkennen. Ihre Haare brauchten wirklich ein wenig Pflege, hingen sie ihr doch in wirren Strähnen ums Gesicht. Allerdings war ihr das jetzt vollkommen egal. Diese Nacht war schön gewesen, kein Dunkelelf hatte sie erwischt und auch sonst niemand hatte ihren Schlaf gestört.
Wieder einmal hatten sie einen Tag überlebt und dafür dankte sie ihrem Gott im Stillen.
Der gestrige Tag hätte uns beinahe das Leben gekostet, ich habe ein Leben ruiniert, eines gerettet und dann habe ich auch noch Windfuchs wiedergefunden. Ich denke dass mich demnächst ein paar Alpträume heimsuchen werden... nur so eine Vermutung... aber immerhin geht es uns gut!
Schelmisch beobachtete sie ihren Freund, lächelte ein wenig albern. Ihr war irgendwie zum Lachen zumute doch kein Grund ließ sich dafür finden.
„Jetzt aber erst einmal guten Morgen, Windfuchs. Hast du gut geschlafen?“ Sie selbst hatte großartig geschlafen, nur die Folgen dieses tiefen Schlafes saßen noch in ihren Gliedern. Träge rollte sie ihren gewaltigen Schuppenleib also aus und machte dabei erstaunlicherweise kein einziges Geräusch. Ihre Schuppen schmiegten sich so sanft an ihre jeweilige Umgebung, dass man meinen könnte sie schmeichelten dem Untergrund. Streichelten sie vielleicht sogar. Celest spürte jedenfalls jeden einzelnen Grashalm auf ihrer Haut und es fühlte sich großartig an, fast schon sinnlich.
An diesem Morgen genoss sie dieses Gefühl umso mehr, hatte sie doch realisiert wie knapp sie mit dem eigenen Leben davon gekommen war. Scheinbar hatte sie nur einen ordentlichen Schlaf gebraucht um die Dinge mit klareren Augen zu sehen.
Nachdem sich ihr Schlangenleib also auf der Lichtung ausgebreitet hatte, streckte sie diesen ausgiebig und gähnte dabei wie ein satter Löwe in der Sonne.
„GUTEN Morgen!“ brüllte da eine allzu bekannte Stimme von oben herab und ließ Celest neugierig aufblicken.
„Abrax?“ fragte sie ungläubig in den Himmel hinauf und suchte zunächst nur mit den Augen ihren kleinen Freund. Da sie dazu ein wenig in die Sonne blicken musste, erkannte sie die schwarze Schlange nicht sofort. Allerdings plapperte er fröhlich weiter und machte damit seinen Aufenthaltsort mehr als nur offensichtlich.
Als die Schlangenfrau begriff wo er sich befand, lächelte sie freudig und bäumte ihren Körper auf. Mit Leichtigkeit erreichte sie den Ast an welchem die kleine Schlange herab hing und positionierte sich dann in seine Augenhöhe.
„So so... zwanzig Nester?“ fragte sie gespielt skeptisch und blickte dann in das von ihm Gemeinte.
„Mit dem Futtern scheinst du es ebenso eilig gehabt zu haben was?“ Doch wusste sie, dass er niemals so viele Eier verputzt haben konnte. „Hättest mir wenigstens etwas übrig lassen können.“ witzelte sie weiterhin und bot ihrem Freund ihre Schulter an. Als dieser sich auf ihren Nacken geschlängelt hatte, bewegte sie sich wieder Richtung Boden und half ihrem Fuchsfreund beim Aufstehen.
Zusammen machten sie sich wieder auf zur Schlangenhöhle, die für nun sechs Wesen an der Zahl zu einem neuen Zuhause geworden war.
Nachdem Celest erfahren hatte, dass Zaknafein sich scheinbar zu erholen begann konnte sie ihre Freude über diesen Tag kaum noch unter Kontrolle halten. „Das ist ja wunderbar!“ kommentierte sie diese Botschaft mit einem breiten Lächeln im Gesicht. Die Haare noch wirr abstehend.
Dass sich Welpe hingegen mit ihren Bedürfnissen scheinbar nicht mehr halten konnte registrierte sie nur am Rande.
Als sich die grünen Vorhänge aus samtigen Blattwerk erhoben konnte Celest ihre eingesammelten Seelen erkennen, die sie nun um sich gescharrt hatte. Da saß Zaknafein der Dunkelelf, der ihr Leben gerettet hatte und sie scheinbar für eine übersinnliche Kreatur hielt.
Das Fuchsjunge hüpfte als Zweites in ihr Blickfeld und erntete einige Streicheleinheiten, trotz ihres weniger sittsamen Benehmens. Celest hatte den Welpen aufgenommen und sich nun zu seiner Pflegemutter erklärt.
Als drittes und letztes blickte sie dem Wolfsjäger in die ausdruckslosen Augen. Auch er kam angetappst und ließ sich von ihr streicheln aber wirklich wohl fühlte sich die Schlangenfrau dabei nicht. Schuld überkam sie, die Erinnerung an die gestrigen Ereignisse würden sie wohl noch eine ganze Weile nicht mehr in Ruhe lassen, denn sie wusste was er einst war und auch was sie aus ihm gemacht hatte.
Wenn ich doch nur... und doch spürte sie auf der anderen Seite ihres Herzens die Stimme der Gerechtigkeit ertönen, die sie ermahnte und ermunterte. Das was sie tat war gut und richtig. Sie hatte vielleicht ein Leben zerstört aber dadurch ein weiteres, unschuldiges Leben bewahrt. Keines der beiden war dadurch verloren gegangen, vielmehr hatten beide Wesen nun die Chance auf einen Neuanfang.
Einen Anfang mit einer eigenen kleinen Familie.
Zumindest stellte sich der naive Teil von Celest die versammelten Freunde als eine Art Familie vor. Es würde nun alles gut werden.
Und dieser Gedanke brachte sie nun wieder zum lächeln.
Plötzlich drang die Stimme der schwarzen Schlange wieder an ihr Ohr und zischelte ihr Unglaubliches zu!
„Was? Ich und göttlich? Wieso glaubt er denn ich sei göttlich?“
Verwirrung spiegelte sich in ihrer Mimik wieder und Windfuchs schien ihre unbedachten Worte gehört zu haben. Sie hatte nämlich nicht gezischelt.
„kann ich verstehen“ sagte er mit ruhiger Stimme und berührte sie an der Schulter. Sofort schoss daraufhin eine ungemeine Gänsehaut über ihren gesamten Körper und gipfelte in einem nervösen Zucken ihrer Schwanzspitze. Auch ihr Oberkörper zuckte einmal kurz zusammen, wobei man hätte meinen können, dass sie eine abwehrende Haltung annahm aber dieser Eindruck verschwand so eilig wie er entstanden war.
Allmählich fühlte sich Celest wie ein junges Mädchen, nicht nur dass ihr die ganze Weile schon so zum Lachen zumute war wie einer drolligen Kichererbse. Nein, sie wurde auch noch puterrot und das obwohl er sie nur kurz an der Schulter angefasst hatte.
Wo blieb nur ihre Selbstbeherrschung wenn sie diese einmal brauchte?
Celest schüttelte den Kopf und lächelte beschämt. Windfuchs' Worte konnte sie nicht beantworten denn dazu hatte er sie zu sehr aufgewühlt. Doch war der Tag angebrochen und damit kamen einige Verpflichtungen auf sie zu. Ihre Patienten hatten Hunger, ihr Magen stand kurz vor dem rebellieren, schließlich hatte sie am gestrigen Abend auch nicht genug gegessen, und die Wunden mussten betrachtet und versorgt werden.
Viel zu tun aber sie war nicht allein. Lysanthor hatte ihr endlich die Gesellschaft geschickt, die sie sich so sehr gewünscht hatte und daher konnte sie mit fröhlichen Gedanken an die Arbeit gehen.
„Guten Morgen alle zusammen... habt ihr gut geschlafen?“

Die Tage vergingen und die tapferen Kämpfer erholten sich nach und nach. Natürlich musste Celest immer wieder für Nahrung und weitere Verpflegung sorgen, doch der Baum der Dryade sowie Abraxas waren dabei von großer Hilfe. Ja sogar der Wolfsjäger beteiligte sich am täglichen Geschehen und übte sich in der Jagd mit bloßen Klauen. Zwar war er zu seinen Zeiten als Mensch ein erfolgreicher Jäger gewesen doch dies galt noch lange nicht für seine tierische Gestalt. Seine neuen, verstärkten Sinne und die Art zu Jagen schienen ihm noch einige Probleme zu bereiten. So pirschte er sich zwar an, machte im Absprung jedoch noch zu viel Lärm, wodurch die begehrte Beute einfach davon sauste und ihn mit leeren Pfoten zurück ließ.
Trotz ihrer zurückhaltenden Art dem Wolf gegenüber, versuchte sie diesen immer wieder aufzubauen und mit ruhigen Worten von seiner Vergangenheit abzulenken. Dadurch wollte sie ihm klar machen, dass das Leben als Wolf durchaus einen Sinn machen und ihm neue Qualitäten aufzeigen konnte, die er als Mensch nie hätte erfahren können. Dabei wurde ihr aber nie bewusst dass diese Worte auch gut auf ihr Leben passten. Auch in der nächsten Zeit blickte sie ab und an auf ihren Schweif, seufzte tief und widmete sich anschließend wieder anderen Dingen.
Ob sie diesen tierischen Teil ihres Selbst je respektieren würde?
An anderer Stelle machte sich Windfuchs Gedanken um die Bezahlung der Dryade. Celest bemerkte dabei nicht, dass ihn diese Sorgen sogar in die Nacht hinein verfolgten und je gesünder er wurde, desto nachdenklicher schien er in diesem Punkt zu werden.
Zaknafein hatte weniger Schwierigkeiten sich wieder zu erholen, denn bald schon konnte er wieder sitzen, stehen und einige Handschläge bei den täglichen Aufgaben tun. Auch wenn die Schlangenfrau ungern dabei zusah, nahm er ihr sogar einige Arbeiten ab.
Für eine Kammerzofe eine Katastrophe.
Allerdings fiel ihr auch auf, dass er sich sehr gut mit Abraxas verstand. Kein anderer außer Celest hatte einen so guten Draht zu ihm, doch Zaknafein schien da anders zu sein. Ob es wirklich nur daran lag, dass der Dunkelelf Schlangen mochte?
„Abrax... Zaknafein...“
Kam sie schließlich eines Tages auf die beiden zu während diese friedlich in der Höhle saßen und ihr vorangegangenes Essen verdauten. Celest hatte noch immer Hunger. So wie immer, aber das ließ sie sich in diesem Moment nicht anmerken.
Der Dunkelelf und die Schlange hatten irgendwie eine gemeinsame Sprache gefunden, die nicht auf Worten sondern bloß auf Blicken, Mimiken und Gesten basierte. Es war erstaunlich aber es schien der Schlangenfrau so, als kannten sie sich bereits schon sehr lange. Was hatte es damit auf sich?
Der Wolf war derzeit draußen mit Windfuchs und Welpe, denn die Sonne schien und es roch nach Sicherheit in der frischen Waldluft.
Celest hingegen hatte nach etwas Essbarem gesucht und stattdessen zwei ruhige Seelen in einer Höhle gefunden. Es war nun höchste Zeit Klarheit zu schaffen!

Unsicher kam sie auf die beiden zu und wickelte ihren folgenden Schweif ein wenig zusammen. Wie hasste sie es doch dadurch immer viel Größer als all die anderen zu sein!
„Ihr scheint euch wirklich gut zu verstehen...“ begann sie das Gespräch. „Ziemlich gut sogar. Ich … habe mich daher schon eine ganze Weile gefragt, wieso ihr euch so gut versteht.
Abraxas du kanntest zum Beispiel Zaknafeins Namen obwohl ich ihn dir vorher nicht genannt hatte. Außerdem...“ Nun schienen alle Fragen aus ihr herauszubrechen, die sie vorher schon eine ganze Weile beschäftigt hatten. „... wieso benimmst du dich wie ein Mensch oder Elf? Deine Zeichensprache deutet auf mehr hin als das bloße Abgucken von irgendwelchen Handzeichen und deine Blicke sprühen so sehr von … von...“ hilfesuchend blickte die Schlangenfrau auf den Boden und graste diesen mit grübelnden Gedanken ab, ehe sie wieder aufsah und weitersprach. „...Seelentiefe. Du wirkst so lebendig und charakterstark wie kein anderes Tier, was ich zuvor kennen gelernt habe. Abraxas, wer bist du wirklich?“

Nie hatte sie das Wort so an ihren kleinen Freund gewandt. Immer war es lustig zwischen ihnen zugegangen. Es gab auch traurige Momente, in denen Abrax Celest trösten musste, manchmal sogar umgekehrt wenn Welpe ihm wieder einmal etwas von seinem Futter stibitzt hatte, aber nie hatte sie über ein solches Thema mit ihm gesprochen. Wie würde der Kleine darauf reagieren und noch viel wichtiger: Was würde sie nun über ihn erfahren?

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Re: Die Höhle der Schlangenfrau

Beitrag von Erzähler » Dienstag 7. Mai 2013, 11:57

Ertappt, ja so fühlte sich die kleine schwarze Schlange, als Celest irgendwann die Chance nutzte um ihn und auch Zaknafein auszufragen. Sie blickte sich um, doch keiner der üblichen Personen war anwesend. Windfuchs nicht mal, obwohl er gerne in der Nähe der Schlangenhybriden sich aufhielt. Doch seit es ihm zunehmend besser ging, verfiel er oft ins Grübeln und sein Blick war oft zu der Richtung gewandt, wo der Baum der Dryade stand. Und Abraxas hatte ebenfalls bemerkt, dass Celest sich deswegen Sorgen machte. Nicht wegen dem Hinblicken auf den Baum, sondern darüber was die Dryade von ihr erwartet hatte. Heilung gegen eine Nacht mit Windfuchs.
Die Schlange war glücklich, dass Celest den Dunkelelfen gerettet hatte, doch es schmerzte ihr doch ziemlich, dass Windfuchs es ausbaden sollte. Zumal es deutlich für Abraxas war, dass seine Freundin Gefühle für den Fuchshybriden entwickelt hatte. Es waren Blicke und auch wie sie auf Berührungen des ruhigen und irgendwie doch recht friedlichen Fuchswesen reagierte. Sanftmut strahlte er meist aus und eine Zufriedenheit, wenn er auch des Nachts mit Alpträumen zu kämpfen hatte, wenn seine Kugel nicht nah bei ihm war. Zudem leuchtete und strahlte die Kugel umso stärker, wenn Celest sie ganz nah bei sich führte und sanft da hineinsprach oder streichelte. Sie hatte sich ihn den Mann verknallt- in dessen Art und Abraxas gönnte es ihr aus vollen Herzen, auch wenn er sie gerne neckte.
Abraxas hing gerade auf der Schulter von Zaknafein, als Celest die beiden ansprach. Der Dunkelelf verneigte sich mit dem Kopf vor der schönen hybriden. Egal wie oft sie es ihm schon gesagt hatte, er unterließ es nicht. Besonders nachdem sie auch noch ihn gesund gepflegt hatte.
„Was?....wieso, ist doch alles in Ordnung“ Druckste die kleine schwarze Schlange und hätte Zaknafein sie nicht festgehalten, so hätte sich der Schelm schnell weggedruckt.
Zwar verstand der Dunkelelf nicht die Worte der Schlange, aber als Ahnte er, was sie gesagt hatte.
„ich glaube dass ich … ich ihn von früher kenne…also Abraxas.“ Begann der Dunkelelf langsam.
„ich hatte eine Schlange, die so hieß…also die ich Abraxas getauft hatte. Sie war ein guter Freund von …mir, irgendwann habe ich sie wieder frei gelassen“ das erklärte zumindest, woher der Dunkelelf die Schlange zu kennen schien. Abraxas kroch an Celests Arm hoch.
„Das ist es aber nicht…. Du hast ja recht, aber ich weiß es nicht mehr so genau. Manchmal glaube ich mich an ein Leben erinnern zu können…jaja, auch wir Schlangen glauben an ein zweites Leben. …nun, aber ich bin der Meinung, ich habe ihn damals als Zak noch klein war…und er war damals klein. Seltsam oder?“ Er sah zu seiner besten Freundin auf, versuchte zum ersten Mal sich wohl auf etwas einen Reim zu machen, was er nicht mehr wusste.
„ ich bin der Meinung, dass ich damals keine …also ich weiß es nicht, aber es war so, als wäre er auf mich zu gekrabbelt. Da konnte er irgendwie nicht laufen…oder lief auf allen Vieren, keine Ahnung.“ Wieder zuckte die Schlange mit ihren nicht vorhandenen Schultern.
„Aber das ist doch sowieso nicht wichtig…wir sind alle zusammen und das zählt. Ich bin glücklich, so wie ich bin und…mag keine ernsten Themen…speziell über mich“ damit streckte er frech der Hybriden die Zunge raus. Ihr Freund war ein Spaßvogel, aber keiner der lange ernst bleiben wollte.
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Re: Die Höhle der Schlangenfrau

Beitrag von Celest » Donnerstag 15. August 2013, 15:32

Sollte die Schlangendame mit dieser Antwort wirklich zufrieden sein?
Die beiden saßen in aller Ruhe am Feuer, genossen den vorherrschenden Frieden und ließen sich nicht durch Celests Erscheinen stören. Zaknafein nickte leicht, ein Zeichen der Ehrerbietung und die kleine schwarze Schlange schaute interessiert auf. Abraxas ausweichende Bemerkung hätte niemanden wirklich locker werden lassen, zumal er sich viel zu auffällig aufführte. Das Celest ins Schwarze getroffen hatte, leuchtete ihr nun ein. Liebend gern wollte sie die Geschichte ihres kleinen Freundes hören, der sie nun schon seit einiger Zeit begleitete. Zugegebenermaßen haben sich die beiden nie wirklich über die Vergangenheit des jeweils anderen unterhalten, vielleicht war dies aber auch ein Grund mehr um endlich damit anzufangen.
Die Schlangenfrau lächelte geduldig. In letzter Zeit, tat sie dies häufig.
Schließlich war es aber Zaknafein der zu sprechen begann und eine vergangene Geschichte webte, die wie weißer Dunst im Raum verblieb. Viele Informationen gab er nicht, nur dass er einmal eine Schlange gehabt hatte, die wie Abraxas hieß.
„Das ist ja eigenartig... ich taufte ihn auch Abraxas. Er hat mir keinen Namen genannt, als wir uns trafen!“
Ob das wirklich ein Zufall ist?
Bezweifelte sie im Stillen, mischte sich aber nicht weiter in das Gesprochene ein, denn scheinbar waren die Erinnerungen so rar gestreut, dass sie kaum zu erfassen waren. Sie wollte die beiden daher in Ruhe nachdenken lassen.
Allerdings schien die besagte Schlange, der alte Freund Zaknafeins, nicht der hier nun Anwesende Abraxas zu sein, denn dieser verneinte diese Theorie, als er an Celest Arm hinauf kroch.
Es war immer wieder ein angenehmes Gefühl wenn er das tat. Er war so warm und weich, dass sie ihn am liebsten den ganzen Tag über den Kopf gestreichelt hätte. Schließlich tat sie es. Beherrschen wollte sie sich nämlich nicht.
„Du kanntest ihn also auch schon... als Baby?“
Verwundert hob Celest ihre Augenbrauen und blickte von einem zum anderen. Zaknafein war nun ein erwachsener Mann von vermutlich 25 oder vielleicht sogar 30 Jahren, das würde bedeuten, dass Abraxas mindestens zwei Jahrzehnte alt wäre!
Und das wiederum würde ihn zu einem eher alten Exemplar seiner Gattung machen.
„... aber Abrax dann wärst du ja...“
Noch ehe sie ihre Frage zuende bringen konnte, lenkte ihr kleiner Freund erneut ab und streckte ihr anschließend keck die Zunge heraus. Vielleicht war es wirklich besser die Vergangenheit ruhen zu lassen, dennoch fühlte sich die Hybridin ein wenig verwirrt.
Aber gut, wenn er nichts weiteres preis geben wollte... dann wollte er es nicht. Und so ließ Celest diesen Gedanken ruhen und widmete sich wichtigeren Dingen.
„Also gut, Kleiner...“ spielerisch kitzelte ihr Finger seinen kleinen Hals. „... dann lasse ich deine Antwort mal gelten. Besonders hilfreich war sie zwar nicht, aber besser als nichts.“ Ihr Lächeln ging von Abraxas zu Zaknafein, ehe sie den Kopf zur Seite legte.
„Wie geht es übrigens deinen Verletzungen, Zak? Alles in Ordnung? Wenn du noch etwas zu Essen haben willst, hole ich dir noch etwas.“
Dann muss ich aber aufpassen, dass ich es auf dem Weg zu ihm nicht selbst verputze... oh man, dieser Hunger...
Kurz hielt sie sich den Bauch. Natürlich hatte sie gegessen, aber eben noch nicht genug.
„Würdet Ihr so lieb sein und gleich ein wenig auf die Höhle und die anderen aufpassen? Ich möchte runter zum Fluss. Ein Bad, oder zumindest etwas ähnliches, würde mir jetzt wirklich gut tun.“
Womit sie sich eine wirre Strähne aus dem Gesicht schob.
Vorher würde sie jedoch noch einen Abstecher zu Windfuchs machen. In letzter Zeit war er sehr häufig allein und das machte ihr ziemliche Sorgen. Sein Seelenheil war alles andere als gegeben, schließlich befand sich sein Geist in einer Kugel! Was mochte es also bedeuten, wenn sich sein Körper von der Gruppe entfernte? Wurde er krank oder gar schlimmeres? Natürlich wusste Celest, dass es etwas mit der Dryade zu tun haben musste, doch wusste sie nicht was dies für Auswirkungen auf ihn haben würde. Den Zustand einer nicht mehr vorhandenen Seele aber eines immer noch intakten Körpers, kannte sie schließlich nicht.

Antworten

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