Im tiefen Dickicht

Der Wald liegt südwestlich und erstreckt sich weit in den Osten. Die Zwillingsflüsse Euwin und Auwin schenken dem Wald das Leben. Der Turm der Weisheit und die Ruinen Kosrals verbergen sich in ihm. Angeblich haben die Elfen dort ein Dorf errichtet.
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Re: Im tiefen Dickicht

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 27. Juli 2011, 17:48

Was auch immer da draußen war, es ließ alle wachsam werden. Celest baute sich schützend vor dem geschwächten Windfuchs auf. Dieser stemmte sich gerade auf seine Hände hoch. Sein Fell sträubte sich, doch lange hielt er sich nicht oben. Jetzt schon begannen die Arme zu zittern. Die Kugel presste er mit ins Fell der Deckel, den Kontakt nicht verlierend.
Firular hatte den Dolch gezogen und schlich zum Eingang.
Asgar waffnete sich ebenfalls.
Es dauerte einen Moment, da konnten alle die Geräusche von klirrenden Kettenhemden und klappernden Schwertern hören. Windfuchs hatte die besten Ohren. Asgar war es gewohnt sein Gehör aus annähernden Gefahren zu sensibilisieren. Der Waldelf wusste ebenfalls worauf man achten konnte.
Celest konnte, wenn sich konzentrierte die Vibrierung der Schritte durch den Boden wahrnehmen.
Die Luft schien zu stehen.
Jeder war angespannt.
Außer einer!
„Ich wurde zwar ignoriert, aber ich schaue trotzdem mal nach“ zischte es neben Celest.
Die kleine schwarze Schlange streckte ihr die Zunge aus und schlängelte sich vorwärts. Sie war wohl noch beleidigt, dass Celest die Namensgebung unterbrochen hatte.
Ernsthaft nahm sie es der Hybridin nicht übel. Windfuchs und sie hatten eben viel gemeinsam, was ausgetauscht werden musste.
Ohne große Mühen kroch sie durch die Beine des Waldelfen und zum Ausgang. Dabei gab sie keinen laut von sich.
Ihr zu folgen sollte nicht schwer fallen, man musste sich nur an den Waldelfen vorbeidrücken.
Gerade wollte sie ihr Köpfchen durch das Blattwerk schieben, da erstarrte sie.
Eine große dunkle Nase tauchte zwischen den Blättern auf. Schnüffelnd bebten die Nasenlöcher und blähten sich auf. Die Schnauze eines Bluthundes folgte. Dunkle Augen, die bösartig funkelten.
Zwar war die Schlange klein, aber bedrohlich richte sie sich auf. Ein warnendes Zischen sollte den Hund vor ihren Biss verscheuchen lassen.

Windfuchs Fell war inzwischen vollkommen gesträubt.
Seine feine Nase witterte ebenfalls den Hund. Eine Angst kam in ihm hoch. Die Angst des Fuchses, der durch seine Bauten gejagt und getötet wurde. Seine Hände krallten sich in die Felle.
„Ein Hund“ entfleuchte es seinen Lippen.
Die Kugel drückte sich schmerzlich in seine Handfläche. Firùlar nickte bestätigend. Er sah den Hund, blieb jedoch still. Der Geruch des Waldes heftete so stark an den Waldelfen, dass er nur schwer rauszufiltern war. Jedenfalls für ein Tier, was domestiziert worden war.
Aber nicht nur der Hund beunruhigte den Waldelfen und auch den Fuchshybriden, sondern die Person, welche den Hund führte.

Draußen, nicht weit von der Höhle, standen zwei Dunkelelfen. Einer von ihnen, ein ziemlich hagerer und griesgrämig schauender Elf mit kurzen weißen Haaren, hielt das Ende einer eisernen Kette. Der Bluthund hing am anderen Ende.
Der zweite war ebenso mürrisch. Sie waren jetzt schon die ganze Zeit unterwegs, hatten aber außer toten Kameraden nichts gefunden. Nur eine Spur beim Bachlauf, wo sie Blut gefunden hatten. Sofort hatte sich Aar nach einen Hund schicken lassen. Die anderen waren zurückgekehrt, doch die beiden wollten es noch überprüfen. Oder eher Aar wollte es überprüfen. Zu sehr erhoffte er sich das dies Blut der Schlangendämonin war.
Der Hund war den Weg bis hierher gelaufen. Er schnüffelte zum X-ten mal an der gleichen Felsenwand.
„ Mir recht es langsam, Aar….will sich das Vieh nur erleichtern, oder hat es tatsächlich eine Spur“ Zischte der Krieger.
Nervös trommelte er bei verschränkten Armen, auf seine Rüstung.
„Du hast dich geirrt…war bloss irgendein anderes Vieh“
Dieser trug wieder einen Helm und doch sah man, dass seine Haut heller war, als von den Hageren.
Der Dunkelelf namens Aar verdrehte die Augen. Er trat zu dem Hund und kniete sich nieder.
„ Hier ist was…was hast du entdeckt“

Windfuchs sah zu Asgar. Sein Blick sprach Bände. Wenn wir hier drin angegriffen werden, kann es unser Vorteil sein, dass nur einer zur Zeit reinkommt.
Der Nachteil war aber auch, zu großen Kampfhandlungen fehlte der Platz, wenn man sich nicht gegenseitig verletzen wollte.
Der Waldelf hielt für die anderen sichtbar, zwei Finger hoch. Alle waren sie wieder in der Höhle vereint.
Nur die kleine Schlange hielt ihre Position.

Und die hatte jetzt genug. Blitzartig biss sie den Hund in die Schnauze. Ein Jaulen.
„Da ist was drin, na warte!“
Das Geräusch wenn eine Klinge blank gezogen wurde.
Dann stürmte Aar mit gezogener Waffe herein. Er gehörte dem Volk der Dunkelelfen an, da würde er sich doch nicht vertreiben lassen. Außerdem hatte die Schlange seinen Hund verletzt.
„persönlich jag ich dich zu Faldor!“, fluchte er wild und sprang förmlich der Schlange hinter her.
Diese flüchte zurück in die Höhle zu den anderen. Der Dunkelelf dicht auf den Fersen. Seinen Blick auf die Schlange am Boden gerichtet, stieß er fast gegen Celest.
Verdutzt sah er zu ihr auf, schielte dann zu den knurrenden Windfuchs.
Jetzt war er überrumpelt. Eine gigantische Schlangenfrau war vor ihm. Den Nachtelfen hatte er nicht realisiert ebenso wenig Firùlar. Beide wussten sich zu verbergen.
Erst blickte er Celest an, dann sah er zu Windfuchs rüber.
Ein Unterschlupf der Dämonen!
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Re: Im tiefen Dickicht

Beitrag von Celest » Freitag 29. Juli 2011, 15:26

Alle waren gespannt auf das, was nun folgen würde. Bereit zum Angriff saßen sie da, wie die Katzen vor einem Mauseloch, und dabei handelten sie nur aus größter Vorsicht.
In Gedanken dachte Celest noch kurz über Asgars Worte nach. Nun würde sie also wirklich auf die Kugel aufpassen dürfen. Es freute sie wirklich sehr, dass Asgar ihr in diesem vertraute, doch sie musste ihre Entschlossenheit und ihre Freude zunächst einmal beiseite schieben, um der derzeitigen Situation irgendwie zu entkommen. Denn wenn es wirklich Dunkelelfen waren die dort draußen lauerten, dann konnte sie ihre Aufgabe, auf die Kugel aufzupassen, gleich vergessen.

Eine furchtbare Situation! Die Anspannung und diese schweren Schritte die durch den Boden hindurch ihren Körper erreichten. Innerlich sprach sich die Schlangendame Mut zu, die Panik durfte sie nicht überfallen, doch spürte sie, dass sie schon anfing ein wenig zu zittern.
Wenn sie kommen schlingst du dich um ihre schmalen kleinen Körper! Du bist hier das Monster, du bist hier das starke große Wesen vor dem man Angst haben sollte!
Aber was ist wenn sie Waffen dabei haben? Schwerter und schwere Rüstungen? Wenn sie eine Kampfausbildung absolviert haben und auf meine Angriffe vorbereitet sind?
Niemand kann auf dich vorbereitet sein, da niemand weiß, wie du kämpfst! Du bist doch hier das Ungeheuer auf das keiner stoßen will!

Vollkommen widersprüchlich gestalteten sich ihre Gedanken. Konnte dieser Moment nicht einfach vorüber gleiten? Konnte es sich nicht einfach um Reisende handeln? Könnten sie nicht einfach weiterziehen?
Schließlich meldete sich die Schlange zu Wort, die ziemlich beleidigt klang. Celest fiel auch wieder ein, warum sie wohl beleidigt war. Sie hatte sich von Windfuchs ablenken lassen und hatte glatt vergessen, ihr einen Namen zu geben. Allerdings kam es ihr schon komisch vor, dass das kleine Tier nun doch Wert auf einen Namen gab, war ihr dieser doch vorher so egal gewesen. Oder hatte sich Celest in diesem Punkt getäuscht?
„Warte!“ flüsterte sie dem Tier hinterer, doch war es schon zu spät. Sie näherte sich dem Ausgang der Höhle und spähte durch die Blätter hindurch.
Oh nein...
Nicht mehr lange und ihre Nerven würde unter dieser Anspannung nachgeben. Sie ignorierte also weitere Gedanken, und konzentrierte sich fortan vollkommen auf das, was da kommen würde. Sie setzte eine ernste Miene auf und wartete nur noch ab.
Dann zischte die kleine Schlange plötzlich, als wolle sie jemanden abschrecken, nur wusste Celest nicht, wen sie denn abschrecken wollte.
„Ein Hund“, hörte sie anschließend hinter sich und war ziemlich erstaunt. Wie hatte er das wissen können? Er hätte ihn doch nicht sehen können, oder doch? Vielleicht war ihm die feine Nase des Fuchses behilflich gewesen?
Egal,sie musste sich konzentrieren. Dort draußen gab es also einen Hund, was problematisch werden könnte, da diese so eine feine Nase hatten. Aber wen hatte der Köter mitgebracht? Die Luft war zum zerreißen gespannt!

Nun hörte sie sogar fremde Stimmen. Sie waren beide männlich und sprachen eine undefinierbare Sprache. Es klang wie genervtes murmeln. Ziemlich aggressiv, aber innerlich spürte Celest bereits, dass es Dunkelelfen sein mussten. Sie hatten einen Hund dabei, um ihre Spur ausfindig zu machen. Wer sonst nahm einen Hund mit in den Wald? Wilde Hunde hatte sie hier noch nicht gesehen und außerdem waren da mehr Personen, das hatte sie gespürt.

Schließlich kam Firalúr wieder zurück und deutete an, dass es sich um zwei Personen handelte. Mehr sagte er dazu aber nicht. Waren es nun Dunkelelfen, oder nicht?
Celest wagte nicht zu fragen. Sie würde am liebsten aufhören zu atmen, um nicht aufzufallen, aber selbst wenn sie dies versucht hätte, hätte sie folgende Geschehnisse nicht aufhalten können:
Die Schlange war am Ausgang geblieben, und schien sich mit dem Hund angelegt zu haben. Dieser jaulte auf und lenkte damit die Aufmerksamkeit der Dunkelelfen auf die Höhle.
Ihr Herz verkrampfte sich, so fühlte es sich jedenfalls an, als sie die Schlange eilig auf sie zu kriechen sah, gefolgt von einem Dunkelelfen.
Nur die Ruhe... noch hat er dich nicht gesehen...
Schließlich blickte er auf und sah direkt in die Augen der Schlangenfrau. Nun musste sie handeln!
Mit eiligen Bewegungen umrundete sie den Eindringling und zog ihren Schweif fest um seinen Körper. Bewusst mied sie dabei die Waffe in seiner Hand, um ihren Schlangenleib nicht zu verletzen, doch dadurch hatte er einen Arm frei, um sein Schwert in ihren Körper zu stoßen.
Eine gefährliche Zwickmühle, die ihr zum Verhängnis werden könnte. Also versuchte sie seine Schwerthand mit bloßen Händen aufzuhalten, was sich als äußerst schwierig herausstellte, da ihre Arme nicht ansatzweise so stark waren wie ihr Schlangenkörper. Zeitgleich versuchte sie ihre Umklammerung mit mehr Druck auszuüben, um ihn so ein wenig zu schwächen.
Diesmal sollte niemand zu Tode kommen, daher setzte sie ihre Kraft mit bedacht ein, auch wenn dies eine gewisse Selbstbeherrschung erforderte. Das Tier in ihr, hatte diesmal keine Kontrolle über sie, nur musste sie aufpassen dass sie ihre eigene Kontrolle nicht wieder verlor.

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Re: Im tiefen Dickicht

Beitrag von Asgar » Montag 1. August 2011, 23:45

Asgar wartete ab, die Nerven bis zum Bersten gespannt. Das Dunkelelfen in der Nähe waren, war in der Tat sehr unvorteilhaft, denn gerade jetzt waren sie ausgelaugt und müde, also sehr angreifbar. Doch kampflos wollte er sich ihnen nicht ergeben. Sie würden ihn töten müssen. Er war schon einmal im Kerker gelandet, doch damals waren es einfältige Menschen gewesen. Im Kerker der Dunkelelfen zu landen, das war etwas anderes. Dort konnte man nicht herum sitzen und darauf hoffen irgendwann wieder frei zu kommen. Nein, da wurde man bis zur Grenze der Belastbarkeit gefoltert und verspottet. Aber eines würden sie jedenfalls gemeinsam haben: das Essen dürfte überall so ziemlich das gleiche sein.

Sein Blick ging starr zum Höhleneingang. Firalúr war immer noch auf seinem Beobachtungsposten und analysierte die Situation. Dann konnte er Stimmen hören. Ein Gespräch. Es wurde zwar in der bösartigen Sprache des dunklen Volkes geführt, doch konnte sich der Nachtelf den Inhalt denken. Sie suchten sie. Er lauschte weiter, doch er konnte mit den schnellen Zungenschlägen nichts anfangen. Hätte ich doch Lerium gelernt, dann wüsste ich jetzt, um was genau es sich handelt. Seine Muttersprache, Herendia, klang zwar der der Dunkelelfen recht ähnlich, doch es wurden meist andere Vokale und Wörter benutzt. Doch er nahm sich fest vor, sich so viele Wörter wie möglich zu merken, man wusste ja nie, wann man sie brauchte.

Dann jedoch konnte er noch ein anderes Geräusch erhaschen. DAS war auf jeden Fall kein Dunkelelf. Aber auch ein Ork war es nicht. Er hatte zwar nur wenig mit ihnen zu tun gehabt, aber so klang kein Vertreter dieses Volkes. Es war irgendwie tierischer. Auch wenn Asgar eine Ahnung hatte, dass es tierischer als die Orks wohl kaum noch gehen könnte. Windfuchs sprach es leise aus: es war ein Hund. Asgar schluckte und schalt sich innerlich, warum er nicht auf diesen Gedanken gekommen war.
Er selbst hatte mal sehr unangenehme Bekanntschaft mit einem gemacht, wobei ihm der Hund damals fast die Komplette Hose zerfleddert hatte. Da war er nur mit einer ordentlichen Portion Glück davongekommen. Eigentlich war es ja so gewesen, dass Rin ihn mit einem Braten abgelenkt hatte, damit er nicht weiter auf den Nachtelfen losgegangen war. Heute könnte er ja darüber lachen, sogar den einen oder anderen Witz reißen, doch danach war ihm momentan ganz und gar nicht zumute. Er würde erst wieder wirklich von Herzen lachen können, wenn er seine Geliebte befreit und in Sicherheit gebracht hatte.

Sein Blick glitt zu Celest und dem Hybriden Windfuchs hinüber. Er sah die Angst in ihren Augen. Es wäre gelogen gewesen, wenn er ihnen beiden gesagt hätte, er selbst hätte keine Angst. In Wahrheit schlug ihm das Herz vor Furcht bis zum Hals und sein Magen krampfte sich unangenehm zusammen. Dann bemerkte er eine Bewegung und blinzelte überrascht. Es war die kleine Schlange, die sich ihnen, aus welchem Grund auch immer, angeschlossen hatte. Er verfolgte sie mit seinem Blick und seine Angst wurde in dem Moment noch stärker, als er wusste, was sie vorhatte. Er wollte sie aufhalten, wenn nötig packen, doch seine Beine versagten vor Angst ihren Dienst. Außerdem wusste er nicht, ob sie ihn nicht gebissen hätte. Tier taten so etwas, wenn sie sich bedroht fühlten. Und ein weiteres Mal vergiftet zu werden, das wollte er nun mal gar nicht. Einmal war in seinem Leben genug.

Dann geschah kurze Zeit überhaupt gar nichts. Dann jedoch hörte er die Stimme von einem der Dunklen und dann direkt danach ein schmerzhaftes Aufheulen. Sie hat ihn doch nicht etwa... Doch sie hatte! Und zwar direkt in die empfindliche Nase. Darüber war der Dunkelelf ganz und gar nicht begeistert, sodass er jetzt laut in seiner eigenen Sprache fluchte und die arme kleine Schlange verfolgte.
Sie huschte herein, mit dem Dunkelelfen auf den nicht vorhandenen Fersen. Irgendwie handelte der Dunkle vollkommen kopflos, denn er rannte einfach an Firalúr und Asgar vorbei, ohne sie auch nur wahrzunehmen. Bis er dann vor Celest zum stehen kam und erst einmal erstaunt die Augen aufriss. Celest hatte diesen Zustand genutzt und ihn mit ihrem Schlangenleib eingewickelt. Doch der eine Arm, welcher die Waffe hielt, hatte sie frei gelassen. Und diesen versuchte sie nun, mit ihren beiden Händen unter Kontrolle zu bekommen. Asgar ahnte, dass dieses Vorhaben nicht wirklich von Erfolg gekrönt sein könnte, denn der Elf schien mehr Kraft in seinen Armen zu haben, als die Frau. Er musste ihr helfen, auch wenn er wieder Gewalt anwenden müsste. Diese dunklen Elfen verstanden eben keine andere Sprache, das hatte er schon gelernt.
Aber er wollte diesem nicht den Schädel einschlagen wie dem letzten. Er brauchte Informationen. Informationen, die er aus dem anderen Dunklen nicht herausbekommen hatte. Also erhob er sich und schlich sich an den umschlungenen Dunkelelfen an, packte das Handgelenk seiner Waffenhand und hielt ihm die Klinge seines Dolches an den Hals. „Lass die Waffe fallen, dann passiert dir nichts“, zischte er ihm leise zu und verstärkte den Druck etwas. Wenn der Dunkle klug war, würde er der Forderung nachkommen, andernfalls würde er entweder zerquetscht oder durch einen Dolch getötet werden. "Und keinen Laut, sonst wird es schmerzhaft", fügte er noch mit einer gewissen Kälte in der Stimme hinzu.

Kurz gab er Firalúr mit einer Geste zu verstehen, dass sie die Lage unter Kontrolle hatten, zumindest für den Moment. Der Waldelf konnte sich nun dem zweiten Soldaten der dunklen Armee widmen und ihn entweder erschießen oder so schwer zu verwunden, sodass er keine Hilfe herbeordern konnte. Das wäre wirklich das letzte, was sie jetzt gebrauchen konnten.

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Re: Im tiefen Dickicht

Beitrag von Erzähler » Freitag 5. August 2011, 15:33

Einen Moment zu lange stand er da. Aar konnte es noch nicht glauben, wo er hinein gestolpert war. Auf Firular und Asgar reagierte er nicht. Er war so nach der Schlange losgerannt, dass er Kopflos handelte.
„ich…Faldor steh…ich…“ Stotterte der Dunkelelf.
Dann handelte Celest, Windfuchs wollte ebenfalls helfen, aber wie sollte er. Außer Knurren konnte er nichts Einschüchterndes machen. Zwar ging es ihn von Minute zu Minute besser, aber noch war er hilflos.
Der Große Schuppige leib legte sich Rasch um den Körper des Dunkelelfen. Hätte er nicht in dem Moment einen Arm hoch gerissen, so hätte sie ihn in richtiger Umklammerung gehabt.
Noch eben ehrfürchtig und verwirrt, reagierte der Dunkelelf aus Reflex als er die Schuppen spürte. Mit seinem Schwert versuchte er den Schlangendämon zu vernichten.
„ Ihr seit kein Dämon“ zischte er. Nein ein Dämon hätte ihn anders behandelt. Nicht mit Respekt, aber wäre vorsichtiger gewesen. Aar, der sich nicht nur der Trainings der Spürhunde widmete, hatte viele Zauber bezüglich Beschwörung und auch der Welt des Harax durchgearbeitet. Er selber hatte auf sich einen Zauber wirken lassen, als sie von dem angeblichen Schlangendämon hörte, der den Dämon milde ihm gegenüber gestimmt hätte. Aber vielleicht hatte er gerade ein Kind des Dämons angreifen wollen.
Mit aller Kraft schlug er nach Celest, doch mit beiden Händen Stemmte sich die junge Frau dagegen. Ihr finster in die Augen starrend, konnte er die Angst in ihr förmlich sehen. Das Grinsen in seinem Gesicht. Wurde breiter. Hätte sie ihn töten wollen, dann hätte sie es schon längst getan. Ein Dämon hatte nicht gefackelt.
Er konnte zwar nicht ihr entfliehen, aber würde sie erst tot sein, wäre es ein Einfaches sich zu befreien.

Seine Kraft, war der der Hybridin überlegend. Windfuchs versuchte ihr zu helfen, in dem er nach der Klinge schnappte. Aber es wirkte mickrig. Langsam näherte sich die Klinge den Körper von Celest. Es mochte zwar nicht stark aussehen, aber er war doch stärker als eine untrainierte Frau.
Was allem zum Glück kam, er rief nicht einmal nach Hilfe. Diese Schmach wollte er sich nicht aussetzen. Mal nebenbei dass sein Partner draußen vor der Höhle den Umstand auch ausnutzen konnte. Aar hätte es getan.
Asgar der das Ganze beobachte schätzte die Lage richtig ein. Celest würde auf Dauer der Kraft einer erfahrenen Kämpfers nicht standhalten. Der Waldelf nickte ihm nur zu.
„dann helfe ihr…ich kümmere mich um draußen“ Und das ließ sich Asgar auch nicht zweimal sagen. Von hinten angeschlichen ergriff er die Schwerthand des Dunkelelfen, der gerade seine Waffe wieder auf Celest Herz zuschnellen ließ. Genau im richtigen Moment stoppte die Hand. Der Dunkelelf riss den Kopf rum und erstarrte. Die Klinge an seinem Hals machte es ihm klar, dass er verloren hatte. Wie weit er die Worte verstand, wusste die anderen nicht. Aber er ließ seine Waffe sofort los.
Wo war dieser Elf hergekommen? Jetzt konnte er gerade noch erkennen, wie ein weiterer Schatten Richtung Ausgang verschwand. Würde auch sein Partner unterliegen?
Firalúr hatte sich seinen Bogen geschnaptt und eilte zum Ausgang. Vorsichtig spähte er nach draußen, wo man das Winseln eines großen Hundes hörte.

Der andere Dunkelelf bedachte das Tier mit keinem Blick. Nur wegen einer dummen Schlange war Aar ausgerastet, dass konnte er nicht verstehen. Aber wo blieb sein Partner?
Hinterher zu gehen mochte er nicht. Zwar würde es sich nicht eingestehen oder ans Licht kommen lassen, aber Schlangen ekelten ihn. Er hasste diese Viecher. Die einzigen Tiere, die ihn zum weglaufen animieren konnten. Und trotzdem hatte er sich gemeldet, als es hieß, man solle den Schlangendämon suchen. Aber ein Dämon war immerhin etwas anderes. Während der Dunkelelf also überlegte und ein weiteres Mal den Hund einen Tritt an die Seite verpasste, spannte Firalúr seinen Bogen. Noch nie zuvor hatte er einen Elfen getötet, aber ihr aller Leben hing davon ab. Und wer wusste nicht, ob dies nicht einer des dunklen Volkes war, der seine Familie entführte und versklavte. Mal nebenbei dass er grausam mit dem Hund umging.Und Dunkelelfen waren nicht für ihren liebevollen Umgang mit ihren Sklaven bekannt.
Ein Geräusch ließ ihn wieder zur Höhle schauen, war da nicht etwas?
Da flog der Pfeil.
Zielsicher traf er sein Ziel. Der Boden war für kurze Distanzen ausgelegt, so war der Schuß tödlich, als der Pfeil sich durch das Auge in das Gehirn fuhr. Mit einem lauten Scheppern ging er zu Boden.
Firalúr Trat vorsichtig aus der Höhle empor und blickte sich um. Er trat zu den Hund, der nicht wusste wie er reagieren sollte. Sanfte Töne und Worte in der Sprache des Waldes berührten das Tier. Er löste das Halsband, sah mit entsetzen die Narben auf dem wohl einst schönen Tier. Der Wille der Freiheit gebrochen, knurrte es selbst ihn an. Mit den richtigen Worten schickte er das Tier wieder in die Freiheit der Natur. Aber Firalúr wusste, dass dieser Hund ihr aller Verderben sein konnte.. „Nehmt ihn zu euch, Florencia und Phaun“ Und ein weiterer Schuss erlöste das Tier und brachte der geschundenen Seele ihren Frieden, die durch die Anerziehung der Dunkelelfen wieder zu denen laufen würde, welche sie schlugen. Eine kleine Verbeugung in die Richtung des Tieres. Jetzt würde sich die Natur darum kümmern. Dann schritt er zu den toten Dunkelelfen. Er löste seinen Pfeil raus und begann alles zu sichern. Die Luft war hier rein. Aber die Leiche musste weggebracht werden. So machte er sich gleich daran, die Leiche und alle Spuren zu verbergen.
Die Rüstung des Dunkelelfen und dessen Waffen nahm er wieder zurück zum Lager mit.

In der Zwischenzeit hatte sich der Dunkelelf seine Hand gehoben um zu signalisieren, dass er keine Gefahr mehr war. Die Klinge an seiner Seite machte es ihm deutlich. Windfuchs schleppte sich aus dem Bett raus. Er schwankte bedrohlich, aber unnütz wollte er nicht sein. Die kleine Schlange schlängelte neben ihn, als wollte sie ihn auffangen, wenn es nötig wäre. Natürlich hätte es nichts gebracht. Schlange und Windfuchs holten gemeinsam ein langes Seil. Er reichte es Asgar und stützte sich mit einen entschuldigenden Blick zu Celest an ihren Schlangenleib ab.
„ ich kann ja schlecht untätig rumliegen“ entschuldigte er sich. Sein Blick war dabei auf sie gerichtet, ob sie irgendeinen ernsthaften Schaden hatte. Aber außer ein paar Kratzern war ihr die Waffe des Dunkelelfen nicht nah genug an sie rangekommen. Zärtlich strich er dabei, als sie nicht hinsah über ihre Schuppen.
Aar verstand zwar die Allgemeinsprache, doch sprechen wollte er sie nicht. Auch war seine Aufmerksamkeit auf den Nachtelfen gerichtet, der die größere Gefahr gerade darstellte. Er konnte Asgar ansehen, dass er zum Volk der Nachtelfen gehörte. Also nutzte er diesen Vorteil und sprach ihn an.
„ Ihr müsst keine Gewalt anwenden…ich werde nicht schreien…“
„Die Luft ist draußen rein!“ hörte sie Firalúr sagen, als dieser die Höhle wieder betrat. Sein Ausdruck trug eine Spur von Trauer und Wut in sich. Die Rüstung und die Waffen ließ er scheppernd zu Boden fallen.
Aar hob die Augenbraue. Wem die Sachen gehörten war ihm klar. Diese Personen waren gefährlicher als er dachte.
"Waffenstillstand?" Jetzt ging es darum die eigene Haut zu retten.
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Re: Im tiefen Dickicht

Beitrag von Celest » Donnerstag 11. August 2011, 00:28

Die Rüstung fühlte sich unangenehm kalt auf ihrer Haut an, doch dies hielt sie nicht davon ab, den Dunkelelfen fest zu halten. Bisher konnte keiner sich ihrem Griff entziehen, bei diesem hier vermutete sie dies auch nicht, allerdings gab es da etwas, was ihr durchaus gefährlich werden könnte: Die Waffe.
Sie war ebenso kalt wie die Rüstung des Dunklen und drohte ihre Haut aufzuschlitzen, um ihren wertvollen Lebenssaft zu rauben.
Mit aller Kraft drückte sie das Schwert von sich weg, war aber außerstande die Klinge vollends aus seiner Hand zu reißen. Gegen einen vollkommen ausgebildeten Krieger hatte sie schließlich keine Chance.

Ihre Konzentration lag auf ihrem Gegner, daher vernahm sie jedes seiner Worte, konnte aber deren Bedeutung nicht verstehen. Es klang auf eine unheimliche Weise anklagend und gleichsam erstaunt, als habe er etwas erkannt. Oder hatte er sie einfach beleidigt? War es ein Fluch der Wut, oder der Verzweiflung?
„Nein.... bitte..“, ihre Angst überkam sie, als sie das Schwert so nah vor ihrem Gesicht erblickte. Es hätte ihren Kopf abschlagen können, die Kehle durchschneiden oder sonstige Dinge mit ihr anstellen können. Dabei hatte sie vorher noch nie die Bekanntschaft mit einem richtigen Schwert eines Kriegers gemacht. Nun kam ihr die Aufgabe eines einfachen Soldaten umso schlimmer vor.

Der finstere Blick der ihren eigenen traf, war mächtiger als ihre Willenskraft. Er raubte ihr praktisch den Mut und ließ sie ein wenig nachgeben. Dunkelelfen waren wirklich furchterregend, dass wurde ihr von Sekunde zu Sekunde klarer, aber sie musste standhalten! Schließlich stand nicht nur ihr eigenes Leben auf dem Spiel, die Verletzten und Firalúr würden darunter leiden, wenn sie nun nachgeben würde.
Doch was sollten leere Gedanken in dieser Situation bringen? Sie war einfach schwächer als dieser Krieger, da mochte kein Gedanke der Welt ihren Willen beflügeln. Zu ihrer panischen Angst setzte der Eingewickelte erneut zu einem Schlag an, dieser sollte mit mehr Kraft auf sie hernieder sausen und sie wahrscheinlich töten. Verzweifelt, versuchte sie seinen Schwertarm aufzuhalten doch holte er bereits aus und...

Der erwartete Schmerz blieb aus. Vor lauter Schreck, hatte Celest ihre Augen geschlossen und ihre Arme schützend erhoben, auch wenn dies keine wirklich schützende Funktion erfüllen konnte.
Nun aber öffnete sie zögerlich wieder ihre Augen und erblickte Asgar mit drohendem Dolch an der Kehle des Bösewichts.
Allerdings wagte es die Schlangenfrau nicht sich nur einen Millimeter zu bewegen, denn schließlich befand sich die gefährliche Schwertklinge genau vor ihrer Nase. Am liebsten hätte Celest die Luft angehalten.
Erst als der Dunkelelf sich geschlagen gab und die Waffe fallen ließ, entspannte sich die Hybridin etwas. „Danke sehr...“
Asgar hatte sie also wieder gerettet, wie sollte sie ihm diese Schuld je wieder ausgleichen? Das konnte die Schlangenfrau in diesem Moment wirklich nicht sagen, aber war es auch egal, denn die Gefahr war vorerst gebannt. Zumindest die Gefahr innerhalb der Höhle.
Doch da sie gerade über den anderen Eindringling nachdachte: Warum war er nicht in die Höhle gegangen? Handelten Dunkelelfen etwa wie Ratten und schickten ihre schwächsten Mitglieder auf Spähkurs? Kamen sie nicht wieder, so wurde der Ort gemieden. Eigentlich eine sehr effiziente Strategie, um großen Gefahren zu entgehen. Doch wäre es unmenschlich, dies auf Elfen zu übertragen. Diesen dunklen Rittern konnte sie es also durchaus zutrauen.

Schließlich löste Celest ihren erdrückenden Griff und zog sich ein wenig zurück. Wieder einmal hatte einer dieser Kerle ihr das Fürchten gelehrt. Und von diesem Schock wollte sie sich erst einmal erholen, besonders da beim Anblick dieser widerlichen dunklen Haut gewisse Erinnerungen hoch kamen, die sie lieber allein verarbeitet hätte.
Derweil hatte sich Windfuchs aufgerichtet und schien einen helfenden Beitrag leisten zu wollen. Eilig, vielleicht ein wenig zu eilig, bewegte sie ihren schuppigen Leib an seine Seite und stützte ihn so ein wenig. Der entschuldigende Blick, den sie dann von ihm bekam, ließ sie erleichtert lächeln, denn scheinbar hatte er ihren etwas deplatzierten Übereifer nicht bemerkt.
„ Ich kann ja schlecht untätig rumliegen“, gab er zu verstehen und erhielt dafür ein verständnisvolles Nicken seitens der Schlangenfrau. „ Aber übernimm dich nicht, du bist noch immer sehr schwach.“ Sofort taten ihre Worte leid, und sie blickte mitfühlend zu Asgar, denn auch er war noch nicht vollkommen geheilt und tat lieber gut daran, sich auszuruhen. „Ebenso wie Ihr, Azard. Obwohl ihr mir wohl erneut mein Leben gerettet habt. Danke dafür.“
Die Berührung auf ihrem Körper bemerkte sie aber ziemlich deutlich. Sie bekam dadurch eine kribbelige Gänsehaut, die ihr den Nacken hoch und den Rücken wieder hinab glitt.

Schließlich kam der Waldelf wieder und bekundete, dass die Luft wieder rein sei. Wie hatte er das bloß geschafft? Celest konnte nicht wirklich glauben, dass der zweite Eindringling, sich so leicht
außer Gefecht setzen ließ. „Wirklich?“ fragte sie daher verwundert aber auch ein wenig bewundernd. „Da bin ich aber froh... das war wirklich knapp, nicht wahr?“ Ihr Herz hämmerte immer noch in ihrer Brust. Sie konnte es deutlich unter ihrer Hand spüren, die nun auf ihrer Brust lag.
Dann hörte sie das scheppernde Geräusch, der auf den Boden krachende Rüstung und blickte schlagartig auf. Scheinbar hatte sich Firalúr an dem anderen Dunkelelfen richtig bedient, ob er tot war?

„Waffenstillstand?“ fragte der dunkle Ritter schließlich und blickte zu Asgar hinauf. Celest wollte am liebsten kein einziges Wort an ihn richten. Nicht einmal ihren Augen wollte sie seinen Anblick antun, zumal ihr wirklich nun die Tränen der Erinnerung in den Augenwinkeln standen. Aus diesem Grund wollte sie sich lieber ein wenig zurück ziehen, doch wollte sie die Situation noch im Auge behalten. Würde der Gefangene irgendwelche Dummheiten anstellen, wäre sie wieder zur Stelle und würde ihn vielleicht nicht mehr so sanft „umarmen“, wie sie es eben noch getan hatte.
Ihren Schuppigen Leib verteilte sie also auf die verschiedensten Steine in der Höhle, um sich anschließend mit ihrem noch menschlichen Körper auf eine kleine Anhöhe zu legen. Ihr Bauch lag auf kaltem Stein, während ihr Kopf auf ihren Händen abgestützt wurde. Von diesem Punkt aus hatte sie einen guten Überblick über die Höhle und wieder musste sie zugeben, dass sie diese steinerne Behausung gerne zu ihrem neuen Heim gemacht hätte. Ihr Blick blieb leer, denn ihre Gedanken schloss sie zunächst weg.
Nun konnten sie ruhig den Dunkelelfen verhören, so wie es sicher im Interesse des Nachtelfen stand und zugegebenermaßen, wüsste die Schlangenfrau auch gerne, was der Kerl zu sagen hatte.
Wo war eigentlich die kleine Schlange? Ging es ihr gut?

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Re: Im tiefen Dickicht

Beitrag von Asgar » Donnerstag 18. August 2011, 18:02

[Info: Normale wörtliche Rede schreibt man ganz normal in Anführungszeichen. Gedanken werden fett geschrieben]

Noch immer überschlugen sich Asgars Gedanken. Ob er den Dunkelelfen aufhalten könnte? Ob er Celest vor einem brachial geführten Schlag bewahren konnte? Er rechnete sich wenige Chancen aus, doch er musste es so versuchen. Die Zeit, sich zurückzuhalten, war vorbei. Wenn er jetzt nicht in die Offensive ging, würde er nie weiterkommen. Also setzte er alles auf eine Karte.

Zu seiner eigenen Überraschung gab der Dunkelelf augenblicklich auf. Bestimmt sah er sein Vorhaben als gescheitert an und ergab sich der Gnade des Nachtelfen, welcher ihm nun einen Dolch an die Kehle hielt. Das wäre zwar das Hauptproblem gewesen, doch das Wissen, dass es sich dabei um eine Waffe handelte, die von Dunkelelfen geschmiedet und gefertigt worden war, machte die Schmach nur noch schmerzhafter.

Er sah ihm in die Augen, sah pure Verdorbenheit und Bosheit, jetzt jedoch auch Angst. Angst um das eigene Leben. Noch immer war er im Schlangenleib der Frau eingewickelt. Kurz stieg in dem Nachtelfen eine ungewohntes Gefühl auf: Überlegenheit, Macht. Der Dunkelelf war wehrlos. Es wäre so einfach, ihm den Dolch in den Hals zu rammen und ihn elendig verbluten zu lassen. Doch er tat es nicht. Er hatte schon einmal einen Unschuldigen getötet, weil er dazu gezwungen worden war. Der Verantwortliche würde sterben, doch dieser Kerl hier hatte ihm nichts getan. Auch er war ein Unschuldiger, dessen Blut er nicht an seinen Händen kleben haben wollte. Also ließ er den Dolch sinken.

In der Zwischenzeit hatte die Frau den Elfen freigegeben und auch Windfuchs meldete sich zu Wort. In den Händen hielt er ein Seil, welches er Asgar noch etwas kraftlos in die Hände drückte. Der Nachtelf nickte ihm dankend zu. Es war gut zu sehen, dass der Hybrid wieder auf die Beine kam. Und vor allem so selbstständig. Rin würde ihn sicherlich nicht wiedererkennen, sobald er sie gerettet hatte. Sie würde ihn sicher als seelenloses Wesen in Erinnerung behalten haben, sofern sie überhaupt noch am Leben war. Celests Dankesrede nahm er mit einem Nicken zur Kenntnis. „Geschenkt“, kommentierte er gelassen. Sie brauchte sich wegen der vielen Lebensretteraktionen nicht verrückt machen. Einmal mehr oder weniger fiel da auch nicht ins Gewicht.

Was dann kam, überraschte ihn nicht nur, er wurde davon total überrumpelt: der Dunkelelf sprach in der Zunge seines eigenen Volkes. Kurz stand er etwas perplex da, unfähig, etwas zu tun, doch er fasste sich schnell wieder. „Sehr schön, dann muss ich schon nicht fragen, ob du mich irgendwie verstehst.“ Er erkannte, dass der Dunkle trotz einer feinen Aussprache, einen leichten Akzent hatte, was die Unterhaltung jedoch nicht im Geringsten einschränken würde. „Wer bist du?“, fragte er ihn und sah ihm direkt in die Augen. Er musste mehr über den Kerl erfahren. Das ihn sein Gegenüber als Nachtelf erkannt hatte, erstaunte ihn nicht wirklich, schließlich hatten nicht allzu viele Völker Celcias so blasse Haut, wie dieses, welchem er angehörte.
Er ließ seine Hand, in welcher er den Dolch trug sinken. Damit war die Sache vom Tisch. Er würde keine Gegenwehr leisten und Asgar wiederum würde ihm nicht die Kehle aufschlitzen.

Er nahm das Seil und band dem Dunklen die Hände auf dem Rücken zusammen. Dieser ließ es über sich ergehen, da er unbewaffnet und in Unterzahl war. Trotzdem zog Asgar das Seil nicht übermäßig stramm, schließlich wollte er ihm nicht den Arm abbinden, indem er ihm die Blutgefäße abschnürte. Jedoch wollte er eine gewisse Sicherheit und Kontrolle gewährleisten, damit nicht doch noch etwas passieren könnte, dass sie am Ende bereuen würden.

Firalúr war am Eingang fertig, denn man konnte ihn nahen hören und noch besser hörte man das Aufschlagen einer geschwärzten Rüstung, welche wohl dem anderen Dunkelelfen gehört hatte. Damit war für ihn spätestens jetzt klar, dass der andere nie wieder ein Problem darstellen würde. Und auch das Hundeproblem schien sich in Wohlgefallen aufgelöst zu haben, womit seine Anspannung auch etwas gemildert wurde. Ich und mein Hosenboden bedanken sich bei dir, Firalúr.

"Waffenstillstand?", fragte der Dunkelelf überraschend. So überraschend, dass Asgar kurz ungläubig blinzelte. Sollte er darauf eingehen? Kurz überlegte er. Er erinnerte sich an all das Leid, dass er beim letzten Mal erdulden musste. Durch Dorcha, diese verfluchte Made! Eine schmerzliche Erinnerung daran, wenn man sich mit einem vom dunklen Volk einließ. Würde es nun genau so ablaufen? Nein, bestimmt nicht! Er würde dem Kerl keine Gelegenheit geben, die Kontrolle zu übernehmen. Er war der Gefangene, nicht andersherum! Sie bestimmten gerade über sein Leben, nicht andersherum! Jetzt waren sie die Überlegenen, nicht er.

Er musterte den Dunklen nun von oben bis unten. Das war ein Soldat durch und durch, der da vor ihm stand. Bestimmt hatte er schon das eine oder andere Mal getötet. Aber er wusste, wo er ihn packen könnte: Einfache Soldaten bekamen wahrscheinlich nicht allzu viel Sold. Von dem bisschen, dass sie verdienten, konnten sie sich meist nur ein kümmerliches Mal leisten, vielleicht auch mal einen Wein oder Schnaps. Wenn sie nicht vorher im Kampf getötet wurden, verstand sich. Womöglich konnte er ihn bestechen, genug Geld hatte er ja bei sich. „Hättest du vielleicht Interesse an einem Geschäft?“, fragte er deshalb beiläufig, so als wären sie beide alte Freunde, die sich zu einem Plausch trafen. Er fragte deshalb in der Sprache der Nachtelfen, weil er erst die Formalitäten klären wollte, bevor er sie den anderen mitteilte.

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Re: Im tiefen Dickicht

Beitrag von Erzähler » Sonntag 21. August 2011, 13:07

Celest machte der Dunkelelf Angst. Nur zu gerne hielt sie sich auf Abstand. Die Boshaftigkeit war ohnegleichen. Nie zuvor war sie in so oft in kurzer Zeit so grausamen Wesen begegnet.
Diesen Wesen würde man glauben, wenn man sagen würde, die Farbe der Haut zeigt die Seele. Natürlich war es sehr allgemein gesprochen, aber bis jetzt wurde Celest noch nicht von Gegenteil überzeugt. Sie kroch auf eine Anhöhe, von woraus sie reagieren konnte und auch etwas mitbekam.
Die Höhle gefiel ihr. Es war schön geräumig und gab Schutz.
Ein Ort, wo sie verweilen konnte.
Asgar fesselte den Dunkelelfen. Windfuchs war zur Seite gegangen. Einen flüchtigen Blick warf er Celest zu. Der Hybrid war zwar noch nicht genesen, doch jetzt sorgte er sich um anderes. Seine Kugel hielt er noch immer.
Vorsichtig trat er zu ihr. Kurz stockte er und hob etwas vom Boden auf. Es war die Schlange. Dann ging er leicht schwankend zu der schönen Hybridin.
“Ist mit dir alles Ordnung?…du…ihr….ach, die Schlange” er reichte Celest die kleine Schlange rüber, welche sich lang streckte um zu ihr zu kommen.
“ Und wo ist mein Dank?..immerhin habe ich versucht auch zu helfen… ich bin schließlich auf die Idee mit dem Seil gekommen…okay, der Fuchs hatte die gleiche Idee. Kann man von deiner Position gut sehen?”
Sie reckte ihr Köpfchen hoch.
Windfuchs blickte Celest noch immer an. Es schmerzte ihn.
“ Man versteht nicht, warum die Götter so ein grausames Volk erschaffen haben, oder?…mein Vater sagte mal, dass es für alles ein Gegengewicht geben muß…und man Gutes nur am Vergleich zum Bösen erkennen kann….Tut mir leid, ich will so viel erzählen.” er atmete tief durch.
“ Celest, darf ich euch was fragen? Wie lange seit ihr schon so?…wie ist es geschehen?”
Windfuchs wollte nicht nur mit ihr plaudern,.nein, er bezweckte eigentlich sie abzulenken. Sie aus ihren Gedanken zu reißen. Doch seine Neugier ihres Lebens bezüglich war gewaltig. Sie war wie er. Doch war sie mehr Mensch als Tier. Und sie war dabei noch wunderschön. Windfuchs spürte das Tier in jedem seine Handlungsweisen, nur weil er von Natur ein Optimist war, hatten ihn Selbstzweifel nicht verschlungen. Er konnte sich auf zwei sowie auf vier Beinen bewegen. Früher hatte er kein Fleisch gegessen, weil das Tier ihm leid tat. Heute ging er selber zur Jagd. Der Fuchs wollte sich nicht nur von Pflanzen ernähren.
“Oh, wichtiges Gespräch, hmm?…der mag dich!” die kleine Schlange konnte ihre Kommentare nicht lassen. Bestätigend nickte sie jetzt sogar mit dem Kopf.
“Aber wenn du mit ihm nicht reden möchtest, ich hör dir zu…nur so als Angebot” zischelte sie zu Celest.


Asgar kümmerte sich inzwischen um den gefangenen. Kurz überkam den nachhelfen sogar ein Anflug von macht. Vermutlich hätte die Kugel, wie sie es schon öfters getan hatte, ihn noch weiter die macht schmackhaft gemacht. Vielleicht war es ganz gut, wenn Celest die Kugel bekam. Aber vielleicht verdarb sie auch andere?
Es war dunkle Magie gewesen, die so ein Dämonenwerk erschuf. Vielleicht hatte sie sogar bei Asgar den keim des Bösen gesäht.?
“Oh, ich versteh euch nur zu gut, Nachtelf” versuchte der Dunkelelf so ruhig wie möglich zu klingen. Asgar ließ die Klinge sinken und der Dunkelelf schluckte hart. Was für eine seltsame Gruppe das war.
Der Waldelf, vermutlich einer aus der Gegend, hatte die Arme vor der Brust verschränkt. Er sah ungewöhnlich grimmig aus. Älter erschien er. Dann die Schlangenfrau und das Fuchswesen, die beiden wusste er nicht einzustufen. Aber Aar wusste jetzt das es keine Dämonen waren. Zu gerne hätte er die beiden gefangen und sich gefügig gemacht. Besonders die Schlangenfrau hatte doch sehr nette weibliche Reize. Aber es war anders gekommen. So wand er seinen hinterlistigen Blick auf seinen Verhörer.
Aar war kein großer Krieger gewesen. Feigheit mit List und Hintertücke war eher sein Fachgebiet. Er mochte zwar wie ein Krieger aussehen, aber tatsächlich beschäftigte er sich mit der Dressur von Tieren und Züchtigung von Sklaven.
“ mein Name ist Aar Kizzan. Ich bin der Tiermeister….Vermutlich werde ich den eurigen Namen nicht erfahren?” er sprach fast schon im Plauderton. Doch so sicher wie sich Aar gab, war er nicht. Er hatte noch einiges vor, dafür musste er aber am Leben bleiben.
Als Asgar ihn dann auf das Geschäft ansprach, funkelten seine Augen. Vielleicht hatte er doch eine Möglichkeit am leben zu bleiben.
“ Ein Geschäft?..nun, ich gebe zu, dass man mit eventuellen Geschäftspartner anders umgehen sollte…” Er grinste dabei hämisch. Man musste kein Genie sein um zu wissen, dass Dunkelelfen ihre Geschäfte ebenfalls meist erpressten. Friss oder stirb, war da die Devise.
“ Was wollt ihr von mir? Und was erhalte ich dafür,…und sagt mir bitte nicht, dass ich dafür am leben bleibe. Ich fürchte mich nicht vor Faldor zu treten.” Stolz hob er den Kopf an. Das war zwar nicht gelogen, aber leben brachte mehr Perspektiven.
Firúlar knackte mit den Fingergelenken, so wie es einst dieser Magier namens Silvarius getan hatte. Der Waldelf wurde unruhig. Zu gerne hätte er den Dunkelelfen genommen und ihn so lange geschlagen, dass dieser alles erzählte. Aber wer wusste schon, wie viel der Dunkelelf tatsächlich auf Celcianisch sprechen konnte. Vielleicht war “Waffenstillstand” das einzige Wort gewesen. Er sprach die Sprache der nachhelfen, dass war schon mal gut.
“Was sagt er?” Wollte der Waldelf murrend wissen.
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Re: Im tiefen Dickicht

Beitrag von Celest » Montag 22. August 2011, 17:46

Asgar nahm ihren Dank erstaunlich gelassen hin. Machte es ihm schon nichts mehr aus, Celest zu retten? Die Schlangendame würde sich darauf gewiss nicht ausruhen. Seit viel zu langer Zeit hatte sich keiner mehr um ihre Gesundheit, gar um ihr Leben geschert. Das Gefühl ihre Schuld zu begleichen, war daher sehr stark und musste unbedingt ausgelebt werden. Die Zeit dazu würde gewiss kommen, spätestens wenn sie sich nach Kosral begaben. Zwar hatte sie Angst vor den dort lauernden Gefahren, doch würde sie diese Angst überwinden und versuchen nützlich für diese freundliche Gruppe zu sein.
Mit ausdruckslosem Gesichtsausdruck beobachtete Celest, wie der Nachtelf sich mit dem Dunkelelfen verständigte. Ihr fiel dabei nicht auf, dass sich die beiden auf Herendia verständigten. Da sie die Nachtelfen auch nicht besonders gut kannte, vermutete sie, dass die beiden die Sprache der Dunkelelfen sprachen. Auf jeden Fall klang es ähnlich und in den Augen der Schlangendame fand sich da kein Widerspruch.

Als sie in ihren Augenwinkeln eine Bewegung vernahm, huschte ihr Blick zu Windfuchs hinüber, der sich gerade etwas unsicher auf den Beinen zu ihr hinüber kämpfte. Sie hob den Kopf und stützte dabei ihren Oberkörper mit ihren Unterarmen ab. Stumm schüttelte sie den Kopf.
„Ihr solltet euch doch ausruhen...“
Ihr Vorwurf blieb unbeantwortet, denn als er sie schließlich erreichte, schien er sich nach ihrem Wohlbefinden zu erkundigen.
“Ist mit dir alles Ordnung?…du…ihr….ach, die Schlange”
Ein wenig überrumpelt, ließ die Schlangenfrau es zu, dass sich das kleine Tier zu ihr gesellte. Anfangs hatte sie bei ihrem Anblick noch so laut geschrien, und nun fühlte sie sich in ihrer Gegenwart sogar ziemlich wohl.
“ Und wo ist mein Dank?..immerhin habe ich versucht auch zu helfen… ich bin schließlich auf die Idee mit dem Seil gekommen…okay, der Fuchs hatte die gleiche Idee. Kann man von deiner Position gut sehen?”
Irgendwie tat diese Ablenkung gut. Sie konnte dadurch ihre Gedanken wieder zulassen, ohne an das vergangene denken zu müssen. Auch wenn in ihrem Herzen noch die Angst pochte, welche ihr der Dunkelelf eingeflößt hatte.
Dennoch lächelte sie das kleine Tier neben sich an und nickte. „Ja, von hier aus kann man wirklich gut sehen. Wäre doch ein tolles Zuhause, diese Höhle. Findest du nicht?“
Noch immer hatte sie dem Kleinen keinen Namen gegeben, daher wollte sie darauf auch noch zurück kommen: „ Wie wäre es wenn ich dich Abraxas oder Xerxes nennen würde?“ Es wirkte vielleicht ein wenig aus dem Kontext gegriffen, aber glücklicherweise konnte nur die Schlange ihre letzte Frage vollständig vernehmen. Dieser Sprachwechsel war irritierend, aber scheinbar schien es fast von alleine zu funktionieren, auch wenn es noch einige Fehler aufwies. Sie würde hoffentlich bald genug Zeit haben, um sich diese Sprache besser aneignen zu können.
Nun wollte sie sich aber wieder Windfuchs zuwenden. Das Geschehen um den Dunkelelfen herum wurde allmählich uninteressant. Schließlich verstand sie kein Wort. Hinterher würde sie sicher erfragen können, was die Befragung ergeben hatte.

„Es geht schon, danke der Nachfrage. Ich mache mir eher sorgen, um deine Gesundheit. Du siehst aus, als würdest du gleich umkippen. Willst du dich nicht lieber wieder hinlegen?“
Diese Situation erinnerte sie an einen kleinen Jungen, um den sie sich einmal gekümmert hatte. Er war ein Taschendieb gewesen und stahl sich auf das Anwesen ihrer Herrin. Als Celest ihn erwischt hatte, erschreckte er sich so sehr, dass er von einer hohen Mauer viel und bewusstlos liegen blieb.
Auch er wollte so schnell wie möglich wieder auf den Beinen sein, zumal er sich ja auf einem Privatgelände befunden hatte. Um ihm jeglichen Ärger zu ersparen, hatte sich Celest um ihn gekümmert und ihn so lange versteckt, bis er wieder laufen konnte. Seinen torkelnden Gang würde sie sicher nie vergessen. Dazu hatte es einfach viel zu putzig ausgesehen.
Ja, Windfuchs hatte es wirklich geschafft sie von alledem abzulenken und dafür war sie sehr dankbar.
Celest konnte dem Fuchshybriden nur beipflichten. Warum hatte Lysanthor solch ein Volk nur zugelassen? Viel Leid wäre sicher erspart geblieben, ohne diese üblen Schufte. Allerdings hatte Windfuchs Vater Recht, ohne Böses wird es wohl auch nichts Gutes auf der Welt geben. Aber wo ist dieses Gute? In Celests Gedanken spielte sich wieder einmal ihre eigene Verwandlung zu diesem Monster ab, was sie nun darstellte. Auch das Leid und die Armut in ihrer Heimatstadt hafteten in ihren Gedanken. Wo war da das Gute? Existiert es irgendwo in Celcia? Zunächst fand die Schlangenfrau keine Antwort darauf, nur ihr Blick betrübte sich ein wenig. Irgendwo gibt es immer Gerechtigkeit, aber diese hatte sie bisher noch nicht erspähen können.
Die frechen Kommentare der kleinen Schlange neben ihr, unterbrachen diese ernsten Gedanken. Ein Lächeln konnte sie sich daher nicht verkneifen. Sanft strich Celest über den kleinen Kopf des Tieres und schob es damit ganz sachte ein wenig beiseite. „Du bist ziemlich vorlaut, weißt du das?“
Allerdings rührte es sie schon ein wenig, dass sich selbst die Schlange für ihre Vergangenheit interessierte, war es ihr doch neu, dass sich überhaupt ein Tier für Menschen interessieren konnte.
„Ich führe dieses Gespräch gerne weiter, aber trotzdem danke für dieses reizende Angebot. Du darfst ruhig zuhören wenn du magst.“
Windfuchs schien wirklich viel auf der Seele zu brennen. Er musste erst einmal Luft holen, um weiter reden zu können, aber vielleicht lag dies auch einfach an seiner Erschöpfung.
„Ich weiß, dass ihr viel zu sagen habt. Mir brennen auch viele Fragen auf der Zunge. Aber alles nacheinander. Setzt euch doch.“, antwortete sie und deutete gleichsam auf einen Stein der in der Nähe lag und gut als Sitzplatz dienen konnte.
Ein wenig machte sich Celest auch sorgen um die Kugel in seinen Händen. Was würde passieren, wenn sie auf den harten Höhlenboden fallen und zerspringen würde? Sein Geist würde vielleicht ebenso leicht zerstört werden und dann wäre es aus. Sie befürchtete, dass er sie bald fallen lassen würde, wenn er sich nicht neben sie setzte.
“ Celest, darf ich euch was fragen? Wie lange seit ihr schon so?…wie ist es geschehen?”
Diese Frage kam etwas unerwartet, dennoch hatte Celest auch damit gerechnet, diese irgendwann von ihm zu hören. Schmerzlich erinnerte sie sich daran, wie sie eines Tages aufwachte und diese Verwandlung ertragen musste. Es hatte so lange gedauert und es war so schmerzhaft gewesen.
„Nun ja... es ist schon ziemlich lange her. Sechs Jahre, wenn ich mich nicht täusche.“ Sie hielt inne, um sich genau daran zu erinnern. Wo sollte sie bloß anfangen zu erzählen?
„Ich war damals Bedienstete in einem Adelshaus.“ Ihre Stimme senkte sich, damit niemand sonst ihre etwas zittrig gewordenne Worte vernehmen konnte.
„Meine Herrin, Anastasia von Daventrie, hatte sich einen persönlichen Tiergarten angelegt, mit den seltensten Wesen die sie in ganz Celcia finden konnte.“ Ihre Augen suchten den Blick des Fuchshybriden, um einen gewissen Halt zu haben. Sie hatte noch nie darüber gesprochen und nun fiel ihr das Reden etwas schwer.
„Ich war neugierig und dumm genug, mich in den Tiergarten zu schleichen. Dort wurde ich Zeuge eines tragischen Unfalls, den einen Tierpfleger betraf.“ Wieder eine Pause, in der sie sich sammeln musste. „Ich bin mir nicht sicher, ob ich dort infiziert wurde, aber mein Arzt war davon überzeugt, dass meine Vermutung stimmte. Eine Würgeschlange hatte den Tierpfleger angefallen und ich versuchte mit einem weiteren Pfleger sein Leben zu retten, aber wir waren bereits zu spät. Sein Leben war ausgehaucht. Wir konnten lediglich die Schlange davor bewahren sich selbst an Lysanthor zu übergeben. Sie wollte den Leichnam im Ganzen verschlingen und wäre dadurch sicher aufgeplatzt. Meine Hände griffen also in ihren Rachen und zogen den Pfleger heraus...“ Als würde sie die Wunde suchen, blickte sie zu ihren Händen hinab. In Gedanken fügte sie das Blut hinzu, was damals ihre Handrücken hinunter geronnen war. „Doch anschließend waren da diese Wunden. So klein... aber dennoch bluteten sie stark. Es tat nicht weh, denn der Schmerz sollte erst später folgen.“ Das alles war schon sehr lange her. Tränen hatte sie deswegen schon lange nicht mehr vergossen, aber sie wurde trotzdem etwas nervös und fing an zu zittern. Die Neugierde ihrer beiden Zuhörer waren für sie wie eiskalte Hände, die sich um die empfindlichsten Gefühle ihres Herzens legten. Sie versuchten zu ertasten was in ihr vorging, und diese Kälte ließ sie zittern. Dennoch fühlte es sich gut an, denn sie wollte es. Sie wollte mit jemanden darüber reden. Sie wollte mit Windfuchs darüber reden, denn er war der einzige in dieser Höhle, der sie wirklich verstehen konnte. War es also auch Aufregung die sie so zum beben brachte?
Nervös hielt sie ihre Hände fest, sie wollte sich nicht vom Reden abhalten lassen.
„ War es auch so schlimm bei dir? Es tat so weh, meine Beine sind zunächst miteinander verwachsen und dann... dann...war ich plötzlich viel größer und schwerer … ich .. ich fühlte mich wie in einem Alptraum. Meine Mutter starrte nur, und der Arzt fasste sich erschrocken an den Kopf ich musste fort... und dann haben sie mich in den Wald Kapayu gebracht ich...“ Sie stotterte ihre Sätze nur noch herunter und verlor am Ende ihre Stimme. Sie blickte daher einfach zu Windfuchs und versuchte ihre Stimme wieder zu finden. „ Also... naja … dann...“ Am liebsten hätte sie gefragt, wie es bei ihm verlaufen war, wie er sich gefühlt hatte, aber ihr fehlten praktisch die Worte. Sie fielen ihr aus dem Kopf. Zunächst würde sie sich wohl erst mal etwas beruhigen müssen.
Selten verlor sie die Kontrolle über sich, höchstens wenn das Tier in ihr Hunger hatte oder wenn sie besonders wütend war. Aber wegen ihrer Vergangenheit war sie noch nie so nervös und unkontrollierbar gewesen. Andere Dinge, die um sie herum passierten, schaltete sie daher einfach aus. Sie hätte ohnehin kein Wort von dem verstanden, was da zwischen Asgar und dem Eindringling gesprochen wurde.

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Re: Im tiefen Dickicht

Beitrag von Asgar » Sonntag 11. September 2011, 23:58

Der Dunkelelf schien doch etwas kooperativ zu sein, doch er legte dem Nachtelfen nahe, dass er den möglichen Tod nicht fürchtete, sodass diese Art von Druckmittel wohl nicht fruchten würde. Wunderbar! Wieder einmal lief es überhaupt nicht wie es sollte, was für Asgar zwar schon oft genug passiert war, doch diesmal hatte er einfach keinen Ausweichplan parat. Ihm fehlte die helfende Hand seiner Partnerin. Sie hatte ihn in solchen Sachen immer unterstützt und mit ihm an Plänen gefeilt, bis sie perfekt waren. Jetzt war sie aber nicht da, deshalb fehlte ihm auch eine konkrete Lösung für ihr aller Problem.

Das Celest hinter ihm mit Windfuchs und der kleinen Schlange sprach, bekam er nicht wirklich mit. Und eigentlich interessierte ihn ihr Gespräch nicht, zumindest jetzt nicht. Sein Augenmerk lag auf dem Dunkelelfen, der sich als Aar vorgestellt hatte. Er schien kein vollkommener Soldat zu sein, denn so jemand hätte sich nicht widerstandslos festsetzen lassen. Er erklärte, dass er Tierausbilder war, wobei er wohl nicht gerade sanft mit den ihm anvertrauten Tieren umging. Als er sich das genauer vorzustellen versuchte, verfinsterte sich kurz sein Gesichtsausdruck. Dunkelelfen waren nicht gerade für Feinfühligkeit und Güte bekannt. Sie setzten wohl eher auf schmerzhafte Disziplinierung und Züchtigung. Das es dabei womöglich auch Tote geben konnte, würde sie bestimmt auch nicht stören.

“Ein Geschäft?..nun, ich gebe zu, dass man mit eventuellen Geschäftspartner anders umgehen sollte…” sagte der Gefangene. Der hämische Gesichtsausdruck entging dem Nachtelfen keineswegs. „Ein Geschäftspartner versucht auch nicht, die Begleitpersonen anderer ab zustechen. Ich war mir von vornherein im Klaren, was du vor hattest. Leugnen ist also zwecklos.“ Somit schien die Beziehung zwischen ihnen auf dünnem Eis zu stehen. Asgar war sich vollkommen im Klaren, dass Aar sie wohl über kurz oder lang verraten wollte. Man konnte dem dunklen Volk nicht trauen. Mit einem Nicken verwies er auf Firalúr, welcher sehr angespannt wirkte. Das knacken seiner Fingerknochen erinnerte den Dieb ganz deutlich an Silvarius. Grausig! Ihm lief kurz ein unangenehmer Schauer über den Rücken. Und es weckte erneut einige unangenehme Erinnerungen. Wenn dieser Elf nicht gewesen wäre, würden Rin und er selbst als seelenlose Kampfmaschinen Tod und Vernichtung verbreiten. Und am Ende selbst auf der Abschussliste stehen, wenn sie ihren Zweck erfüllt hätten.

„Wie wäre es mit ein paar Informationen, die uns geben könntest?“ Er sah ihn ernst an. „Hast du einen Mann in Begleitung einer Frau gesehen? Die Frau gehört meinem Volk an.“ Zwar glaubte er nicht wirklich daran, doch es könnte sich ja herumgesprochen haben und etwas mehr Wissen könnte ihren Weg erleuchten und vor allem auch erleichtern. „Ich kann auch meinen Begleiter die restliche Befragung durchführen lassen, aber ich glaube, dass du dann etwas zu Schaden kommen könntest, wir verstehen uns? Er ist nicht gerade gut auf euch Dunkelelfen zu sprechen und dementsprechend bereit, besondere Maßnahmen zu ergreifen, wenn erforderlich.“ Letzteres traf auch auf ihn selbst zu. Er war von Dorcha betrogen und verraten worden, außerdem hatte er ihm die Person genommen, die er wirklich über alles liebte: Rin. Dafür werde ich ihm das Leben zur Hölle machen. Außerdem wollte er sich noch für den Giftangriff revanchieren und es mit gleicher Münze vergelten. Wie du mir, so ich dir.

Doch im Moment durften sie es nicht übertreiben, denn das hier artete ja schon fast in eine Folter aus, denn Firalúr schien wirklich darauf erpicht, dem Dunklen ernsthaften Schaden zuzufügen, wenn es sein musste. Asgar wandte sich kurz dem Waldelfen zu. „Er sagt, er fürchtet den Tod nicht. Wir müssen uns an die Gegebenheiten anpassen. Ich versuche brauchbare Informationen aus ihm herauszukitzeln. Zur Not darfst du gerne mal übernehmen.“ Er zwinkerte ihm böse zu. Er selbst wollte kein Blut vergießen. Einmal war für ein Leben genug.



[Sorry, das der Post so lange gedauert hat. Er ist etwas kurz, aber mehr ist mir nicht eingefallen]

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Re: Im tiefen Dickicht

Beitrag von Erzähler » Freitag 16. September 2011, 20:51

Windfuchs lehnte sich gegen den Felsen, nachdem er die Schlange bei Celest abgelegt hatte. Diese blickte sich jetzt um. Celest hatte recht, hier würde es sich gut wohnen lassen.
„hmm, vielleicht überlässt uns der Waldelf die Höhle, wenn alles überstanden ist…oder er hilft eine Neue zu suchen…“ die Schlange strich sich dabei wieder mit der Schwanzspitze an ihr Kinn. Hätte sie einen Bart, so hätte sie wohl an diesem gezupft.
„sie ist wirklich geräumig…so ähnlich sah mein letztes Zuhause auch aus. …Doch das ist mir jetzt zu unsicher“ Windfuchs seufzte.
Asgar und Rin hatten keine Ahnung gehabt, doch war das Baumhaus, welches sie im Wald gefunden hatten, das Heim von Windfuchs gewesen. Der Vater von Windfuchs hatte diese für seinen Sohn hergerichtet und versuchte ihm alles so schön wie möglich zu machen.
„Wie wäre was?...ah, das galt nicht mir“ sah sie der Fuchshybrid fragend an. Das Celest mit der Schlange sprach, merkte er nur daran, dass die schöne Hybridin zu zischeln anfing
„Mir gefällt Abraxas gut…klingt doch toll, Abraxas, der Große, oder? Ja, das gefällt mir“ sie nickte eifrig Celest zu.
„und übrigends bin ich nicht frech, etwas vorlaut vielleicht“ Sie streckte Celest ihre Zunge entgegen.
So war Celest völlig eingenommen von den beiden Personen neben sich. Wenn man eine Schlange als Person bezeichnen wollte. Sie wechselte immer wieder zwischen den beiden.
Windfuchs lächelte darüber nur.
Sie musste sich förmlich aufteilen und die kleine Schlange war dabei auch noch vorlaut und frech. Aber sie wirkte so, als würde sie es nie bösartig meinen.
Doch dann wurde das Thema ernst. Nicht dass die Anwesenheit eines Dunkelelfen das bewirkte. Nein, das Thema was wohl jeden Hybriden interessierte. Geschah eine Verwandlung immer gleich? Celest fiel es schwer überhaupt darüber zu reden. Und Windfuchs konnte es gut verstehen.
Das Angebot sich neben sie zu setzen nahm der geschwächte Hybrid gerne an. Etwas unbeholfen krabbelte er auf die Erhöhung und machte es sich bequem. Abraxas strich mit seinem Köpfchen über Celests Handrücken. Dann lauschte auch sie gebannt der traurigen Geschichte der Hybridin. Der Fuchshybrid hielt sie mit seinen Blick gefangen. Er nickte ihr zu, dass sie sich nicht fürchten brauchte. Das Thema war brisant genug.
Windfuchs ergriff bei der Geschichte ihre Hand, drückte sie sanft. Beruhigend strich er mit seinen Fingern über ihre Hand.
„ist in Ordnung…ihr habt bestimmt ebenso wenig darüber geredet wie ich….man füllt sich allein, aber…das seit ihr nicht…nicht mehr“ er zeigte auf die Schlange, welche neben Celest ruhte.
„aber ich fand es ebenfalls schlimm…die Schmerzen dabei“ ihm sträubte sich kurz das Fell. Er schloss die Augen, suchte die Worte. Tränen hatte man deswegen schon früher vergossen.
„ es ist vielleicht 10 Jahre her. Ich war kein Mensch, tatsächlich war ich ein neldoranischer Elf. Beruf…nun, ich würde sagen Sohn. Nein, Sohn eines ehemaligen Auftragsmörder, der rehabilitiert war.“ Er schluckte kurz, vertrieb den dunklen Gedanken.
Er hatte sein ganzes Können von seinem Vater gelernt, doch hatte er sich immer gescheut diese Talente einzusetzen. Das hatte sein Halbbruder nicht, der aber eher in Hinterlist anstatt Waffenführung gut war.
„ Mein Vater hatte mir und meiner Mutter einen Fuchs geschenkt. Leider war das Tier krank. Als wir es aus dem Käfig holten, griff es uns an. Wir wurden krank und mein Vater hatte furchtbare Gewissensbisse. Meine Mutter …sie starb leider an den Folgen. Ich habe vieles nicht mitbekommen. Ich weiß, als ich gerade mit Fieber über den Berg war, fing es an. Starke Schmerzen…nie hatte ich solche vorher gespürt. Kein Schmerzmittel schien zu helfen. Meine Knochen verformten sich, mein Kiefer schmerzte…mehr und mehr wuchs ich förmlich in den neuen Körper. Und dann…war ich irgendwann das…weder ganzer Elf, noch Fuchs. Mein Vater war verzweifelt. Ich gewöhnte mich langsam dran. Ich hatte plötzlich Hunger auf frisches Fleisch und jagte unsere Hühner. Zuvor habe ich kein Fleisch gegessen und konnte keiner Fliege etwas tun. Und dann wurde ich zu einem Baum im Wald gebracht. Ein altes Versteck meines Vaters, wo ich geschützt sein sollte…tja, das ist meine Geschichte. ..oder ein Teil davon“ Er grinste sie schelmisch an, wobei eine Menge spitzer Zähne zum Vorschein kam.
„Ich spüre oft wie sich der Fuchs in mir regt und sich nach den tierischen Gewohnheiten ausleben will…aber ich habe gelernt das als einen Teil von mir zu sehen, ich bin weder das eine noch das andere, aber ich habe überlebt. Viele tun das nicht…man muss stark sein, dass zu überstehen, auch wenn man nicht daran glaubt“
Er blickte sie an. Er bedauerte seinen Zustand nicht. Zwar war seine Geschichte traurig, aber sie schien ihn nicht zu lähmen.
„Da erzählt ihr so schön…oder traurig und ich kann nichts dazu beitragen…oder, also. Ich war damals noch klein…also kleiner als jetzt“ sie winkte mit ihrer Schwanzspitze ab.
“Egal, so …oh, der Dunkelelf ist kleinlaut…hehe, ich höre wenigstens zu“ wieder schnellte ihre Zunge hervor.
Windfuchs blickte Celest an und schüttelte den Kopf. Ihre Hand ließ er dabei jedoch nicht los.


Asgar hatte eine schwere Aufgabe. Wie sollte er den Dunkelelfen zur Arbeit zu animieren?
„Ein Geschäftspartner versucht auch nicht, die Begleitpersonen anderer ab zustechen. Ich war mir von vornherein im Klaren, was du vor hattest. Leugnen ist also zwecklos.“
Der Dunkelelf sah bestürzt aus. Wie kam der Nachtelf nur auf so eine Idee?
„ich darf klarstellen, dass mir nicht bewusst war, dass hier mehrere Personen sind…ähm , vermutlich vor Kurzem, oder? Die Frau und der Mann?....verzeiht, aber ihr macht so eine Befragung nicht oft, oder?“
Aar konnte sich jetzt den Anflug eines Lachen schwer verkneifen. Dieser Nachtelf hatte wirklich von Befragungen keine Ahnung. Asgar wollte doch eigentlich nur wissen, ob Aar Rin und Dorcha gesehen hatte. Aber so konnte es auf mehrere Personen hin treffen.
Ferular wusste zwar nicht, was die beiden besprachen. Doch es ging ihm nicht schnell genug.
„Soll ich helfen?“ Der Waldelf war eigentlich keiner der gewaltverherrlichen Sorte. Er war Waldläufer und kein Foltermeister, aber ein paar Schläge konnten Wunder wirken. Jedenfalls hatte das mal einer seiner Cousins gesagt, als dieser einen Wilderer ausgefragt hatten, wo sie zu den Mantisaugen gekommen waren.

Abwehrend drückte Aar sich von dem Waldelfen weg. Das diese Sorte Elf bedrohlicher als der Nachtelf war, müsste Asgar eigentlich zu denken geben. Denn auch wenn er nichts von Befragungen verstand, so wusste er wie man drohte. Vielleicht ein unbewusstes Talent seines Volkes, was ihn doch etwas Respekt von Seiten der Dunkelelfen einbrachte.
„also, wenn …also…ich habe tatsächlich eine Frau des Volkes der Nachtelfen gesehen. Eine Sklavin vermute ich…sie kam mit einem …ihr würdet sagen, einen Elitejäger entgegen….keine Ahnung, wie er heißt, aber er war auf den Weg nach Kosral.“
War es dass war Asgar hören wollte? Rin als Sklavin dieses Mistkerls Dorcha? Jedenfalls lebte sie noch…oder zu dem Zeitpunkt.
Firular nickte knapp, als ihm Asgar über den Dunkelelfen informierte.
„Ich kenne eine Methode, da hängt man einen, der nicht reden will mit den Kopf über ein Feuer. Nicht so das er brennt, sondern das die Hitze ihm den Kopf zum kochen bringt. Soll gegen Schweigen helfen“ Das jetzt grimmige Grinsen, konnte Aar selber nur schwer einschätzen. Aber Asgar konnte sehen, dass der Waldelf die Theorie zwar kannte, aber keine Erfahrung darüber hatte. Er bluffte ebenfalls wie Asgar. Wenn auch mit anderen Mitteln.
Vermutlich würde er dem Dunkelelfen eher die Knochen brechen können, als das Besagte durchführen..
„ In Ordnung“ Brach es aus dem Dunkelelfen raus. Leichte Panik war raus zu hören.
„ ich…ich gebe euch was ihr wollt…hört, ich will nur am Leben bleiben…mir ist es egal was mit den anderen passiert. Diesen impertinenten Wichtigtuern in Kosral können mir gestohlen bleiben….ich sag euch alles…aber bitte…meinen Kopf wollte ich nicht kochen lassen. Barbaren, vermutlich essen Waldelfen unsereins…“
Jetzt war es raus. Er verstand also tatsächlich die Allgemeinsprache. Und er hatte Angst. Immerhin gab es von den Waldelfen ebenso viele Geschichten beim Volk der Dunkelelfen wie andersrum. Jetzt konnte Asgar ihn wirklich alles fragen.
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Re: Im tiefen Dickicht

Beitrag von Celest » Sonntag 25. September 2011, 17:28

Die Idee, in der Höhle zu wohnen, gefiel Celest wirklich sehr. Vielleicht würde sie Firalúr tatsächlich fragen, ob sie diese beziehen durfte sobald sie die Gefangenen befreit hatten. Möglicherweise würde sie dann auch nicht mehr alleine wohnen, denn die Schlange bezog sich selbst in ihre Überlegungen mit ein. Wollte sie weiterhin bei Celest bleiben?
Auf jeden Fall schien das Tier gewisse menschliche Züge zu besitzen, denn ihre Gestiken erinnerten Celest stark an bekannte Personen aus ihrem alten Leben. Zum ersten Mal kam in ihr die Frage auf, was die Schlange eigentlich dazu getrieben hatte Kontakt mit ihrer Gruppe aufzunehmen. Außerdem wäre es sicher interessant zu wissen, was sie in ihrer Vergangenheit schon alles erlebt hatte. Zumindest schien ihr der Name „Abraxas“ sehr gut zu gefallen. Auch wenn sie diesem scheinbar einen ehrwürdigen Anhang anfügen wollte.
Abraxas der Große? Die Schlangenfrau lachte vergnügt. „Immerhin verfügst du über ein gesundes Selbstbewusstsein.“ fügte sie an und streichelte ihm wieder den kleinen Kopf.
„Dann ist es also abgemacht, von nun an heißt du Abraxas... der Große.“ Bei ihren letzten Worten wandte sie sich an Windfuchs und lächelte freudig. „Das... hat er sich so ausgesucht.“ erklärte sie dann.

Nachdem sie ihre Erzählung beendet hatte fühlte sie sich irgendwie erleichtert, gleichsam fühlte sie wie ihr Herz ziemlich schwer wurde. Ihre Hände zitterten, fühlten sich aber unter den Berührungen der beiden wohl und behütet. Es war ein beinahe zerreißendes Gefühl, was in zwei verschiedene Richtungen gehen wollte und sie selbst in der Mitte zurück ließ. Unangenehm, aber irgendwo auch sehr befreiend.
„ist in Ordnung…ihr habt bestimmt ebenso wenig darüber geredet wie ich….man füllt sich allein, aber…das seit ihr nicht…nicht mehr“
Er meinte damit Abraxas, doch nicht nur er war nun an ihrer Seite. Schließlich war es vor allem Windfuchs, der ihr Leid teilen und damit ein wenig lindern konnte. Abraxas hingegen war die Gesellschaft, die ihr tierisches Selbst sehr genoss. Er stellte eine Art Verbindung zwischen ihren menschlichen und Tierischen Attributen dar, denn er kannte das Leben als Schlange und konnte gleichsam seine Gedanken mit ihr austauschen wie ein richtiger Mensch.

Gespannt hörte sie auch der Geschichte des Fuchshybriden zu und war sichtlich fasziniert. Er war scheinbar schon viel länger ein Halbwesen und schien all die Jahre niemanden gehabt zu haben, mit dem er darüber reden konnte. Es mussten furchtbare Jahre gewesen sein, dass konnte sich Celest gut ausmalen. Doch wollte sie dies nicht, noch nicht. Zuerst wollte sie seine Geschichte hören.
Ein neldoranischer Elf mit dunklen Wurzeln, scheinbar schien er nicht gerne über seinen Vater zu sprechen. Celest tastete diese Begebenheiten vorerst auch nicht mit taktlosen Fragen an, da es hier schließlich um etwas anderes ging. Außerdem hatte sie ihre Sprache noch nicht wirklich wieder gefunden, weswegen ihr das Zuhören allemal lieber war als das neugierige Suchen nach Antworten.

Seine Geschichte war traurig und von üblen Schicksalsschlägen geprägt. Wie muss er sich gefühlt haben als seine Mutter starb und er sich kurz darauf in diesen Hybriden verwandelte? Er schien anfangs von ihrem Tod zwar nichts mitbekommen zu haben, aber hinterher wird er sich dessen bewusst geworden sein. Sie kannte dieses Gefühl plötzlich vor den Scherben des einstigen Lebens zu stehen. Personen zu verlieren die man liebte gehörte dabei ebenso zu diesem Desaster wie das neue Spiegelbild mit dem man gnadenlos konfrontiert wurde. Celest wusste allerdings auch, in Anbetracht seiner Seelenkugel, dass sein Leiden mit diesen Ereignissen nicht geendet hatten. In diesem Moment schien er aber nur dies erzählen zu wollen, was sie ihm nicht wirklich übel nahm.

Seine warmen Hände und die Ablenkung durch seine Geschichte brachten allmählich ihre Vernunft zurück. Sie hörte auf zu zittern und konnte ihre Gedanken in ihrem Kopf wieder ordnen. Sein Grinsen war schließlich der ausschlaggebende Impuls, der sie vollends beruhigte. Es entspannte ihren ganzen Körper.
„Ich spüre oft wie sich der Fuchs in mir regt und sich nach den tierischen Gewohnheiten ausleben will…aber ich habe gelernt das als einen Teil von mir zu sehen, ich bin weder das eine noch das andere, aber ich habe überlebt. Viele tun das nicht…man muss stark sein, dass zu überstehen, auch wenn man nicht daran glaubt“
Sie nickte zustimmend wunderte sich in ihrem Inneren allerdings über seine ersten Worte. Der Fuchs in ihm war... ein Teil von ihm? Definierte er sich auch durch dieses Tier in ihm selbst?
Celest hatte die Schlange in sich vielmehr als eine Art Eindringling betrachtet, der ab und an ihren Körper übernimmt und sie vielleicht irgendwann vollkommen aus ihrem Körper vertrieben haben wird. Das diese tierische Instinkte wirklich ein Teil von ihrer Persönlichkeit sein sollten lehnte sie strikt ab.
„ Du... akzeptierst den Fuchs in deinem Herzen als einen Teil von dir? Seine Instinkte gehören ebenso zu dir wie deine Gedanken? Aber... vor dieser Krankheit warst du doch nicht so, wie... kannst du dann denken, dass... dies ein Teil von dir sein kann? Ich meine... dass du nun ein Fleischfresser bist, hat doch nichts mehr mit deinen früheren Neigungen zu tun.“
Sie war wirklich erstaunt, dass jemand wie sie so eine Meinung vertrat und sie wollte unbedingt wissen was er dazu sagen würde. Diese Krankheit hatte Kummer und Leid gebracht, sie wollte es einfach nicht als einen Teil von sich selbst sehen. Vielleicht hatte Windfuchs aber schon länger darüber nachgedacht und kam auf einen anderen Schluss als sie?

Erst jetzt vernahm sie wieder die Stimme von Abraxas, der auch gerne seine Geschichte erzählen würde. Doch brach er sich ab und verdiente sich damit wieder ein paar Streicheleinheiten von Celest. Seine Haut war so schön glatt und warm.
„Zu gegebener Zeit erzählst du uns auch einmal deine Geschichte, oder Abraxas? Mich würde es nämlich wirklich interessieren mit wem ich es hier eigentlich zu tun habe.“
Innerlich ohrfeigte sie sich, denn ihre Sprache hatte sich wieder in ein tierisches Zischen verzerrt. Dabei wollte sie, dass auch Windfuchs ihre Worte vernahm, um ihn nicht auszuschließen.
„Oh tut mir leid“, entschuldigte sie sich daher bei ihm. „Ich .. habe noch keine richtige Kontrolle über diese... Schlangensprache.“

Doch was Abraxas angemerkt hatte war auch interessant für Celest und Windfuchs. Jeder in der Höhle wollte schließlich wissen zu was dieses Verhör führen würde. Nachdem sie den Blick des Fuchshybriden mit einem dankbaren Lächeln erwiderte und seine Hand sanft drückte, richtete sie ihre Aufmerksamkeit auf den Dunkelelfen und was um ihn herum geschah.
Sie schienen scheinbar nicht viel aus ihm heraus zu bekommen, denn Firalúr bot sich an ein wenig nachzuhelfen.
„Meinst du sie tun ihm weh?“ Verunsichert hatte sie diese leisen Worte an Windfuchs gerichtet. Sie zweifelte selbst daran, dass der Waldelf zu so etwas fähig wäre. Aber sie hatte in letzter Zeit zu viele brutale Dinge gesehen um so etwas auszuschließen.
Innerlich gönnte sie diesem Dunkelelfen auch ein wenig Schmerzen. Er hatte sie beinahe umgebracht und ihr dabei eine Angst eingejagt, die sie nicht so schnell vergessen würde. Der Gedanke, dass Dunkelelfen einfach nur zu schlechten Dingen fähig sind, hatte sich in ihr dadurch nur verfestigt.
Die darauf folgenden Worte des Dunkelelfen verstand sie zwar nicht aber er schien den Worten des Waldelfen durchaus Glauben zu schenken, denn er versuchte sich ein wenig von diesem zu entfernen.
Wie gerne würde sie diesen Halunken noch einmal ein wenig drücken. Vielleicht würde sie Firalúrs Vorschlag auch in die Tat umsetzen und ihn tatsächlich über ein Feuer hängen. Doch an Firalúrs Gesichtsausdruck konnte sie etwas falsches Erkennen. Es wirkte nicht echt und schien zu bedeuten, dass er ein wenig flunkerte um dem Dunkelelfen zusätzlich Angst zu machen. Eine ziemlich kluge Taktik denn bald darauf fing der Dunkle an auf celcianisch zu reden. Nun konnte sie ihn endlich verstehen, auch wenn ihr seine Stimme einen eisigen Schauer über den Rücken jagte.
Es klang so ungewohnt.
„ ich…ich gebe euch was ihr wollt…hört, ich will nur am Leben bleiben…mir ist es egal was mit den anderen passiert. Diesen impertinenten Wichtigtuern in Kosral können mir gestohlen bleiben….ich sag euch alles…aber bitte…meinen Kopf wollte ich nicht kochen lassen. Barbaren, vermutlich essen Waldelfen unsereins…“
Ein feines Grinsen konnte sich Celest bei diesen Worten nun wirklich nicht verkneifen. Bekam dieser vorhin noch so siegessichere, arrogante Schurke etwa Angst? Und das vor einem Waldelfen, der nicht einmal ansatzweise so bedrohlich aussah wie ein durchschnittlicher Dunkelelf. Wie kam er nur darauf, dass dieses Volk sein eigenes Volk bedrohen könnte? Vielmehr war es doch umgekehrt der Fall! Aber sei wie es sei... das Schweigen des dunklen Ritters war gebrochen.

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Re: Im tiefen Dickicht

Beitrag von Asgar » Montag 31. Oktober 2011, 21:00

Irgendwie machte der gefangene Dunkelelf nicht den Eindruck, als ob er sich von Asgars 'Verhörmethoden' einschüchtern ließ. Er ging sogar so weit, dass er ihm unterstellte, keine Erfahrung damit zu haben. Das stimmte jedoch nur halb. „Auch wenn du es mir nicht glaubst, ich habe sehr wohl Erfahrung auf dem Gebiet. Zwar nicht als derjenige, der andere verhört, sondern als derjenige, der das über sich ergehen lassen muss. Glaube also bloß nicht, nur weil ich eher unscheinbar bin, das ich harmlos bin. Ich habe genug Verhörräume von innen gesehen.“ Er funkelte ihn an. Jetzt musste dem Dunkelelfen doch ein bescheidenes Lichtlein aufgegangen sein. Das er da einen Kriminellen vor sich hatte.
Aber warum Asgar jetzt in diesen Verhören war, das wollte der Nachtelf seinem Gefangenen nicht auf die Nase binden. Womöglich könnte das alles kaputt machen.

Asgar rieb sich die Schläfen. Das tat er immer, wenn ihm die Sache langsam leid wurde. Er erinnerte sich zurück an seine Jugendzeit. Ständig war er da mit Wächtern des Reiches aneinandergeraten und wurde ständig belehrt und getadelt, aber ihm war das meistens egal gewesen. Es hätte eh nichts genutzt, wenn er auf die Worte der Beamten eingegangen wäre. Er wusste genau, dass im Diebstahl und Einbruch seine Zukunft lag, da konnten auch seine Eltern sagen, was sie wollten. Wenn man genau überlegte, wussten sie nicht einmal, dass ihr Sohn kriminelle Geschäfte machte, sei es als Dieb oder als Einbrecher. Ob sie enttäuscht wären? Hm. Ich glaube eher nicht. Vor längerer Zeit war ihm nämlich ein geheimnisvolles Dokument in die Hände gefallen, das belegte, dass seine gesamten Vorfahren Meisterdiebe gewesen waren. Also lag es in der Familie. Das sitzen im Knast war wohl so etwas wie eine Familientradition. Dachte er zynisch. Vielleicht war das mit ihm wieder zum Vorschein gekommen, obwohl seine Eltern keinerlei diebische Veranlagung hatten. Wahrscheinlich hat es diese Generation einfach übersprungen.
Doch es brachte nichts, seinen Kopf in der Vergangenheit ruhen zu lassen. Er musste sich auf das Hier und jetzt konzentrieren, bevor er noch gänzlich in Melancholie versank.

Als Aar lautstark verkündete, Dorcha sei ein ausgebildeter Elite-Jäger, lauschte der Dieb aufmerksam. Jedes Detail konnte wichtig sein und eine mögliche Schwachstelle offenbaren. Zumindest wusste er jetzt, warum der Dunkelelf so leicht mit ihnen fertig geworden war. Das ist kein Elf, das ist ein Monster! Dachte er erschrocken, versuchte aber, seine Angst nicht zu zeigen. Wie würde er denn sonst dastehen? Der Gefangene enthüllte jedoch noch mehr. Anscheinend hatte er Rin doch gesehen, lebend. Aber ob sie wirklich noch lebte, das war die andere Frage. Er brauchte Gewissheit, denn einer Toten hinterherzujagen, das konnte er sich sparen. „Lebt sie noch?“ Fragte er ruhig, trotz seiner inneren Anspannung, welche ihn fast zu zerreißen drohte. Es war unwahrscheinlich, dass Aar genaueres wusste, doch Asgar wollte genaue Informationen.

Aber als der Dunkelelf Rin als Sklavin bezeichnete, da platzte dem sonst eher passiven Asgar der Kragen und sofort ergriff er den Gefangenen an selbigem. „Wenn du sie noch einmal als Sklavin bezeichnest, dann ritze ich ihren vollen Namen in dein Fleisch! Und sie hat einen längeren Namen!“, zischte er ihm zu, die Hand wieder an der Waffe. Bei so etwas verstand er keinerlei Spaß, in seiner momentanen Verfassung war ihm das kaum zu verübeln.
Innerlich musste er sich regelrecht zwingen, sich zu beruhigen, denn der Schmerz saß so unendlich tief. Das Vermögen, welches sie über die Jahre zusammen entwendet hatten, war wertlos, wenn man in der momentanen Situation gefangen war. All das Geld, war nutzlos, denn das wertvollste hatte er verloren. Verloren zwar, doch er war fest entschlossen, seine entführte Liebe zurückzuholen.

Eine längere Pause setzte ein, die Asgar dazu nutzen konnte, endlich den beiden Hybriden im Hintergrund zu lauschen. Windfuchs erzählte etwas von einer Behausung im Urwald, was den Nachtelfen wachrüttelte. Das Baumhaus, in welchem sie eine Nacht verbracht hatten, das war Windfuchs' Versteck gewesen! Also hatte er es von Anfang an richtig eingeschätzt. Tja, auf seinen Riecher war stets verlass gewesen.

Firalúr schien offenbar eine Idee zu haben, denn er sagte, dass er von einer effektiven Methode gehört hatte, um Schweigern zum Reden zu bringen. Jemanden über ein Feuer aufzuhängen, das klang in den Ohren des Diebes doch schon etwas barbarisch, doch bekanntlich rechtfertigte der Zweck die Mittel. Und ab diesem Moment war der Dunkelelf wie ausgewechselt. Er schien regelrecht Panik zu bekommen. Zwar konnte Asgar nicht glauben, dass Firalúr das wirklich anwenden wollte, doch man konnte sich nie wirklich sicher sein. Erst beim zweiten Mal hingucken merkte er, dass der Waldelf geblufft hatte. Nicht schlecht für jemanden, der im Wald lebt und normalerweise keine Ahnung von diesem Geschäft hat. Hut ab! An den Dunkelelfen gewandt sagte er: „Beantworte einfach alle gestellten Fragen, dann muss es erst gar nicht soweit kommen, in Ordnung?“ Er versuchte ihn jetzt ernsthaftig zu beruhigen, denn wenn er vor Nervosität nur herumstammelte, brachte sie das keinen Schritt weiter.

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Re: Im tiefen Dickicht

Beitrag von Erzähler » Dienstag 8. November 2011, 17:10

Wind fuchs hatte das Talent Celest aus ihrem Kummer zu holen und zwar mit einer der mächtigsten Waffen. Einem Lächeln. Selbst damals als Elf konnte er viele mit einem Lächeln bezaubern,. Nur heute wirkte es anders als damals. Doch vieles konnte Celest nicht verstehen. Er schien sich nicht von der Änderung in seinem Körper zu ängstigen, oder?
„ Du... akzeptierst den Fuchs in deinem Herzen als einen Teil von dir? Seine Instinkte gehören ebenso zu dir wie deine Gedanken? Aber... vor dieser Krankheit warst du doch nicht so, wie... kannst du dann denken, dass... dies ein Teil von dir sein kann? Ich meine... dass du nun ein Fleischfresser bist, hat doch nichts mehr mit deinen früheren Neigungen zu tun.“
Wieder sah er sie an. Sah Tief in ihre Seele. Die Hand von ihr haltend.
“ Wieso sollte den Fuchs nicht akzeptieren, er ist ein Teil von mir geworden. Ja,…anfangs war es schwer Fleisch zu essen… und ich habe mich dafür gehasst. Doch soll ich verzweifeln, weil ich mich verändert habe? Ich bin noch jung. Ich lebe und selber wenn ich einiges nicht mehr wie früher kann oder aussehe, so gibt es vieles Schöne was man dafür hat. …Celest, ..du hasst Angst vor der Schlange…warum?…glaubst du, nur weil du dich verändert hast, wirst du ein Monster? Ich sage dir, Kein Tier ist ein Monster, also auch nicht das Tier was ich und du ins uns tragen, wir entscheiden was aus dem Wesen wird… Verstehst du was ich meine? Wenn deine Moral dir sagt, dass du nicht töten sollst, dann wirst du dies nicht absichtlich tun… glaub mir, ich weiß wovon ich rede… ähm, wir reden später weiter, in Ordnung?” Er drückte sanft nochmals ihre Finger und strich ihr über die Wange.
“Hey, Turteltauben. jetzt ist gut…es wird spannend!”
Als sie sich wieder für ihr Wechseln in die Schlangensprache entschuldigte, nickte ihr Windfuchs nur zu. Er hatte für ihre Situation Verständnis.
“Hatte ich auch…”
Sie lauschten dem Gespräch der anderen, so wie es schon Abraxas machte. Dieser brüstete sich förmlich damit. Die Schlange war wirklich ein mehr als freches Ding.
„Meinst du sie tun ihm weh?“
Windfuchs rutschte etwas näher an Celest. Weiches Fell berührte die nackte Haut von Celest.
“ich glaube die beiden bluffen…Asgar ist nicht so ein Elf und firular ist zu angespannt. Man kann es hören…also ich höre den nervösen Herzschlag. ..versuch auch mal dich auf die Instinkte zu verlassen”

Tatsächlich hatten endlich Asgar und der Waldelf mit dem Dunkelelfen erfolg. Die Informationen wollte er nur unter Druck herausrücken. Aar hielt sich selber nämlich für weit überlegender als die anwesenden Personen und Tiere.
So langsam begann der Geduldsfaden auch bei den Nachtelfen zu reißen. Zwar schaffte er es ruhig zu bleiben, aber deutlich konnte man, wenn man über tierische Sinne verfügte, die unterdrückte Anspannung spüren.
„Lebt sie noch?“ richte er die Frage nach Rin.
Aar lauschte auf, konnte aber nichts mehr dazusagen, weil Asgar danach ihm am Kragen zerrte und ihn mehr oder weniger anschnauzte.
„Wenn du sie noch einmal als Sklavin bezeichnest, dann ritze ich ihren vollen Namen in dein Fleisch! Und sie hat einen längeren Namen!“,
Die Augen quellten hervor, wollten fast aus dem Kopf springen.
Der Waldelf nahm seine überzeugten Arme runter, blickte Asgar an. Doch es war Windfuchs, der sich aufrichtete und “bleib ruhig!” rief.
“wenn du ihn erwürgst, wird er uns nicht weiterhelfen!” Der Waldelf legte Asgar beruhigend eine Hand auf die die Hände, welche krampfhaft den Kragen festhielten.Für den Dunkelelfen nicht sichtbar, schüttelte er den Kopf. Seine Lippen formten ein “nicht”
Aar keuchte und brauchte tatsächlich einen Moment. Die Situation änderte sich erst als der Waldelf über eine typische Foltermethode der Waldelfen sprach. Jetzt konnte er reden.
Selbst als Asgar ihn mit einem Satz zu beruhigen wollte, blickte dieser nur panisch den angeblich wilden Waldelfen an.
Jetzt war es doch zu viel für den Dunkelelfen. Lieber erzählte er ihnen alles, anstatt unter qualvollen Methoden sein wertvolles Gehirn zu riskieren.
“ in Ordnung…lass den Wilden aber weg!… es..es..es tut mir leid..ich wusste ja nicht, dass die Skl… diese Rin… für euch so wichtig ist… das hättet ihr mir gleich… in Ordnung!… was kann ich für euch tun?… welche Fragen?…”
Abraxas kringelte sich inzwischen vor Celest. Er lachte auf seine unvergleichbare Schlangenart, wand sich dabei wie ein Wurm am Hacken. "was für ein Feigling!"
Windfuchs hatte sich aufgerichtet, blieb aber bei Celest in der Nähe. Er mochte ihren Geruch und ihre ganze Art.
“ er soll uns zu den anderen Waldelfen führen…und zu Rin!” gab er Asgar einen Tipp.
“Oder erzählen, wie wir sie rausholen können…”
Windfuchs sah zu Celest wieder. Seine weiteren Worte waren wieder nur für sie und deswegen flüsterte er sie auch.
“ Willst du wirklich mit?…ich würde dich gern dabei haben…aber…es klingt kitschig…ich sorge mich auch um dich…du bist keine Kämpferin. Jedenfalls noch nicht…aber deine Hilfe wäre vom Vorteil.”
“Der Fuchs hat deutlich eine Schwäche für dich…hihihi” kicherte Abraxas.

“wir müssen wissen, wie wir am besten nach Kosral reinkommen…!” Aar blickte panisch den Waldelfen an, drückte sich fast vor ihm weg, als dieser das Wort an Asgar richtete. Ein gespieltes Knurren zum Dunkelelfen ließ den Eindruck des Wilden noch verstärken.
"Bitte…Das ist glatter Selbstmord, noch nie ist da jemand eingedrungen…keiner würde euch die Geheimnisse… oh… ICH vermute, dass ist meine Aufgabe, oder?…lasst ihr mich dann frei?”

Fìrular sah zu Asgar, dann zu Windfuch und Celest. Sollten sie ihn wirklich ziehen lassen. Dunkelelfen waren gefährlich und hinterlistig. Windfuchs drehte sich von dem Dunkelelfen weg. Er wusste, dass dieser Mann nicht am Leben bleiben durfte. Er hatte es oft genug als seelenloses Monster so was machen müssen. Diesmal nicht er.
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Re: Im tiefen Dickicht

Beitrag von Celest » Sonntag 13. November 2011, 12:56

Gebannt von Windfuchs Blick, der sie nicht mehr loszulassen schien, hörte sie diesen Worten zu, die versuchten ihre verfestigte Meinung zu kippen.
Seine Worte hallten vereinzelt in ihrem Kopf wieder, als würden sie alles dafür tun in ihre Gedanken aufgenommen zu werden.
Du hast Angst vor der Schlange, warum?
Kein Tier ist ein Monster!
Wir entscheiden was aus dem Wesen wird.

Windfuchs hatte durchaus einige Argumente hervorgebracht, die Celest zum grübeln brachten. Diese Denkanstöße würden sie sicher noch eine Weile beschäftigen, daher nahm sie diese zuerst einfach auf und sagte kein weiteres Wort dazu.
Dann geschah etwas unerwartetes, das Celest in arge Verlegenheit bringen sollte.
Windfuchs strich ihr über die Wange. Es war eine Berührung mit einer gewissen Zärtlichkeit, welche die arme Schlangendame vor Scheu und Scham erröten ließ.
Zugegebenermaßen hatten sich die beiden schon viele Male auf eine Weise berührt, die man unter Fremden wahrscheinlich nie vermutet hätte. Celest hatte dies bisher nur mit ihrem grausamen gemeinsamen Schicksal begründet, was sie nun mal zusammenbrachte.
Aber diese Geste hatte etwas anderes, vertrauteres wenn auch befremdliches.
„In Ordnung.“,murmelte die Errötete vor sich hin und schaute beschämt zu Boden.
Abraxas hingegen verschlimmerte die Situation nur noch, indem er die beiden „Turteltauben“ nannte.
Allerdings hatte die kleine Schlange recht, es wurde interessant. Und so widmete sie ihre Aufmerksamkeit dem Geschehen in der Mitte der Höhle.
Nachdem sie ihre Bedenken bezüglich der „Methoden“ der beiden Elfen geäußert hatte, sorgte Windfuchs wieder einmal, wenn auch unbeabsichtigt für eine gewaltige Gänsehaut bei Celest. Sein weiches Fell kitzelte ihre Haut und ließ ihr Gesicht wieder so warm werden wie noch vor kurzem. Ihr Herz erlebte eine Berg und Talfahrt oberster Güte!
Aus diesem Grund konnte sie seinen Worten auch nicht wirklich zuhören, nur den letzten Teil seines Satzes nahm sie in sich auf.
Meine Instinkte? Nein, jetzt lieber nicht...

Nie hätte sie ein solch kaltblütiges Verhalten von Asgar erwartet. Er schien aufgebracht und ziemlich ungeduldig zu sein, denn in seinen Augen sah die Schlangenfrau aufgebrachte Wut und Ungeduld. Wenn sie doch nur seine Worte verstehen könnte!
Firalúr und Windfuchs mischten sich ein, der Nachtelf wäre vielleicht sonst zu weit gegangen.
Danach wurde es ruhiger und der Dunkelelf schien bereit ihm in jeglicher Weise dienlich zu sein.
Sorgenvoll wagte es Celest wieder zum Fuchshybriden neben sich zu blicken und stellte beruhigt fest, dass seine Seelenkugel noch in seinen Armen ruhte. Sie wünschte sich ihn wieder vollends mit seiner Seele zusammen zu bringen, aber sie wusste nichts über diese dunkle Zauberei und würde daher kaum eine große Hilfe sein.
Plötzlich spürte sie einen warmen Körper über ihren Arm huschen, der sie beinahe zu einem leisen Aufschrei gezwungen hätte, doch glücklicherweise konnte sie sich beherrschen und bemerkte auch schnell, dass es sich bloß um Abraxas gehandelt hatte, der sich nun über den Dunkelelfen lustig machte.
„Ja, er ist ein ziemlicher Angsthase. Aber diese Angst gönne ich ihm! Dieser elende Schuft hat sicher schon viele Elfen und Menschen auf dem Gewissen!“
zischelte sie ihm als Antwort zu und schenkte dem Gefangenen bloß einen bösen Blick, den er hoffentlich auf seiner schwarzen Haut spürte!

Celest stimmte innerlich zu, dies waren die essentiellen Fragen, welche der Gruppe weiterhelfen konnten, die Gefangenen zu befreien. Sie hatte zwar Angst vor diesem Vorhaben, aber langsam spürte sie einen Hass und eine Verachtung in sich aufsteigen, die dem dunklen Volk galt. Diese Gefühle würden ihr sicher dabei helfen ihre Ängste zu überwinden.
Als Windfuchs seine Worte wieder an sie richtete, blickte sie gespannt auf und konnte es nicht verhindern, dass ihre Wangen wieder eine leichte Röte annahmen.
Er sorgt sich um mich!
Und auf einmal freute sie sich auf kindliche Art und Weise. Aufgeregt zuckte ihre Schwanzspitze, die irgendwo zwischen den Gesteinen in einer dunklen Nische lag und von niemandem beachtet wurde. Doch als ihr auffiel, wie dämlich sie sich benahm ermahnte sie sich innerlich zur Ruhe.
Glücklicherweise konnte man diese Gefühlsregungen in ihrem Gesicht nicht sehen. Da waren nur diese geröteten Wangen und ein fragender Ausdruck zu finden.
Abraxas Worte waren nicht gerade förderlich bei dem Versuch dieses aufgewühlte Gefühl zu unterdrücken, so schob sie ihn wieder einmal ein wenig beiseite und flüsterte: „Wirst du wohl leise sein?!“ Am liebsten hätte sie die Tiersprache verwendet, aber immerhin hatte sie geflüstert, wodurch sie wohl ohnehin kaum einer gehört hatte.
„Ich muss einfach mit, Windfuchs!“ richtete sie das Wort schließlich wieder an diesen. „Ihr, Asgar und du, ihr habt mir zusammengenommen schon zwei mal das Leben gerettet. Ich bin euch etwas schuldig und auch durchaus bereit diese Schuld zu begleichen. Außerdem...“, nun bewegte sie ihren gewaltigen Schlangenleib ein wenig. „... muss ich mit meinen neuen Fähigkeiten doch sicher auch etwas anstellen können.“ Sie lächelte keck und widmete sich anschließend wieder den Geschehnissen zu die ihr weiteres Vorgehen bezüglich der Rettungsaktion bestimmen würden.

Wir sollen den Dunkelelfen freilassen?
Der Gedanke behagte der Schlangenfrau überhaupt nicht. Er würde natürlich wieder in alte Verhaltensmuster fallen und den einen oder anderen Menschen meucheln nur um einen eigenen Vorteil daraus zu schlagen.
Andererseits würde Celest auch von niemandem verlangen sich die Hände an diesem Schurken dreckig zu machen und ihn zu töten. Sie konnten ihn nicht bei sich behalten, denn dann würde er sie irgendwann vielleicht ermorden, um seine Freiheit zurück zu erlangen.
Der Tod wäre also wahrscheinlich die einzige Lösung die viel Leid ersparen würde.
Leicht schüttelte sie also den Kopf, als Firalúr seinen fragenden Blick schweifen ließ.

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Re: Im tiefen Dickicht

Beitrag von Asgar » Mittwoch 30. November 2011, 12:21

Wut war das einzige, welches Asgar gerade verspürte. Ein kochender Zorn, der eigentlich Dorcha galt, jedoch im Moment gegen den gefangenen Dunkelelfen Aar gerichtet war. Er war drauf und dran ihm mit der Faust ins Gesicht zu schlagen, doch Firalúr hielt ihn davon ab. Was wohl auch gut war, denn sonst würden sie keine Informationen mehr bekommen, wenn ihre Quelle plötzlich versiegte.

Kurz sah man noch einen kleinen Hauch Zorn in den Augen des Nachtelfen aufblitzen, welcher jedoch sehr schnell wieder verflog. Der Waldelf hatte wirklich recht: Aar jetzt zu töten wäre schlecht, da er womöglich genauestens über die Verteidigung Kosrals Bescheid wusste. Und sie brauchten jede Information, um ungehindert rein und wieder raus zu kommen. Bloß wie man das am Besten mit Celest anstellte, das war noch immer der Knackpunkt. Sie war sehr groß, mit einer herkömmlichen Tarnung war es da nicht getan. Da müsste man schon tiefer in die Trickkiste greifen und sogar dann bestand die Chance, dass man enttarnt werden konnte.
Selbst wenn man versuchen sollte, sie professionell zu verkleiden, würde der Schwindel nach gut ein paar Sekunden gewiss auffliegen. Die Dunkelelfen waren nicht dumm, man konnte sie nicht sehr lange an der Nase herumführen. Und dann war da noch die unangenehme Vermutung, dass die ganze Stadt schon über sie alle Bescheid wusste...
Immerhin waren die beiden Dunkelelfen sehr gezielt vorgegangen. Das sah schon nach einer richtigen Großfahndung aus. Für Asgar nichts neues, sein halbes Leben bestand aus solchen Momenten, doch bei den anderen wusste er nicht so recht. Celest und Windfuchs dürften vielleicht ein ähnliches Schicksal erlitten haben. Sie waren Hybriden und er wusste, das solche Mischwesen in der Gesellschaft kaum geduldet wurden. Die beiden waren fast schon Seelenverwandte, auch wenn sie nicht auf den krummen Pfaden des Lebens wandelten.

Doch die ganze herumquälerei brachte sie nicht einen Deut weiter. Rin und die Verwandtschaft Firalúrs zählten auf sie, auch wenn sie es nicht wirklich wussten. Vielleicht hatte seine Partnerin eine vage Ahnung, aber ob Asgar es schaffen würde sie zu retten? Bisher hatte er sie immer raus gehauen, wenn sie sich mal wieder mit den falschen Leuten angelegt hatte. Hätte sie Dorcha nicht geärgert, wären sie gar nicht in dem ganzen Schlamassel gelandet. Aber bis zu einem gewissen Grad hatte der Dieb auch eine Mitschuld. Immerhin war er es, der unbedingt dieses Lager sehen wollte. Er hatte sie erst da rein gebracht. Ob es anders gekommen wäre, wenn er sich dagegen entschieden hätte?

Der Dunkelelf hatte Angst. Man konnte sie eindeutig in seinen Augen sehen und seine Sätze zeugten ebenfalls davon. „In Ordnung…lass den Wilden aber weg!… es..es..es tut mir leid..ich wusste ja nicht, dass die Skl… diese Rin… für euch so wichtig ist… das hättet ihr mir gleich… in Ordnung!… was kann ich für euch tun?… welche Fragen?…“ Asgar verdrehte genervt die Augen. So was nannte man keine glasklare Antwort, sondern Lückentext. Noch dazu in gröbster Form. Und in keinster Weise aufschlussreich. Außerdem störte ihn, dass er seine Partnerin beinahe wieder Sklavin genannt hatte, obwohl er ihm erst vorhin genauestens klar gemacht hatte, was er von so einer Bezeichnung hielt.
Firalúr nannte freundlicherweise einige der Fragen und Asgar wiederholte sie. Jetzt musste dieser Kerl doch kapieren, was sie von ihm wollten. Aar gab sich sichtlich geschockt. Seiner Meinung war ein Eindringen in die Stadt glatt unmöglich. Asgar grinste. „Lass das mal meine Sorge sein. Ich bin schon in Läden reingekommen, die wesentlich schwerer bewacht waren, als diese Stadt.“ Eigentlich wussten sie noch gar nicht, mit wie vielen Feinden sie es zu tun hatten. „Aber nun Spaß beiseite. Wie viele seit ihr da in der Stadt und wie kommt man am besten rein? Und keine Lügen, klar?“

"Bitte…Das ist glatter Selbstmord, noch nie ist da jemand eingedrungen…keiner würde euch die Geheimnisse… oh… ICH vermute, dass ist meine Aufgabe, oder?…lasst ihr mich dann frei?” Kurz sah Asgar den Dunkelelfen scharf an. Das sie ihn frei ließen kam selbstverständlich nicht in Frage. Er würde sie sofort verpfeifen um den Rest seiner kümmerlichen Ehre, die er durch das Verhör noch besaß, zu retten. „Hm. Sag uns alles, was du weißt. Es erhöht für dich die Chancen zu überleben“, sagte er und zog einen Dolch hervor. Er sah nun blanke Panik im Gesicht seines Gefangenen, doch Asgar sagte trocken: „Ich sagte, es erhöht die Chancen.“ Natürlich war das geflunkert. Er hatte überhaupt nicht vor, den Dunkelelfen ziehen zu lassen. Ein Seitenblick in Richtung Windfuchs signalisierte ihm, dass er nicht auf ihn setzen konnte. Der Fuchs hatte oft genug getötet, er wollte es nicht schon wider tun. Asgar selbst war nur aus der Not heraus zum Mörder geworden. Auch er hatte nicht vor, sein Gewissen mit einem weiteren zu belasten, wenn man Dorcha ausließ. An ihm würde er sich angemessen rächen. Celest? Nun ihr traute er es auch nicht zu, egal was sie nun war. Auch wenn sich ihr Körper verändert hatte, die Einstellung blieb, meistens.

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Re: Im tiefen Dickicht

Beitrag von Erzähler » Freitag 9. Dezember 2011, 20:17

Die Situation spitzte sich zu. Jeder in dieser Höhle wusste, dass der Dunkelelf nicht überleben durfte. Selbst Aar wäre dies bewusst, hätte der Dunkelelf nicht so eine Angst vor dem Waldelfen. Es sprach schon von einer gewissen Ironie, dass einer aus dem Volk der Dunkelelfen, der die Familie und das Dorf des Waldelfen verschleppt hatte, so eine Angst hatte.
Doch keiner in dieser Höhle wollte diese Tat übernehmen.
Natürlich hätte man einfach durch die Seelenkugel von Windfuchs dies befehligen können. Doch außer das dies mehr als niederträchtig war, würde es Windfuchs einem nicht verzeihen.
Er schien sich irgendwie Celest zu nähern, was nicht nur ihr gemeinsames Schicksal zu liegen schien. Celest merkte jetzt schon, dass ihr die Röte ins Gesicht stieg, wenn er sich um sie sorgte. Dass sich aufgeregt ihre Schwanzspitze bewegte, bekam zu ihrem Glück nur die Schlange mit. Und diese foppte Celest diesbezüglich nur zu gerne.
"Du kannst es nicht leugnen, DU findest ihn jedenfalls sympathisch, oder?" Abraxas schenkte mal dem Dunkelelfen die Aufmerksamkeit oder auch Celest und Windfuchs.
" Wenn du die Kugel nehmen würdest, könntest man es Windfuchs befehlen, dass er den Typen erledigt. Wäre aber nicht nett!" Die Schlange schlängelte sich an Celest dabei und deutete mit den Köpfchen auf die Kugel, welche gerade jetzt seltsam zu schimmern begann. Windfuchs bekam dies jedoch nicht mit.
Die Kugel weckte den Drang sie zu ergreifen. Über die Person zu herrschen, vielleicht weil ein Thema im Raum stand, welche schon des Öfteren durch die Kugel gewirkt wurde. Was wusste man schon, wie viele durch die Hand des Fuchshybriden gestorben waren? Ob er es sogar selber nicht wusste?
"Celest, nur weil du uns dein Leben zu verdanken hast, musst du nicht ins Gefecht ziehen. natürlich wärst du eine große Hilfe, aber sehe dies nicht als Übungsplatz. Mir schuldest du nichts, es gehört sich jemanden zu helfen der in Not ist, auch ohne Gegenleistung." natürlich merkte Windfuchs selber, dass er gerade zugegeben hatte, dass man auch die Waldelfen aus Kosral befreien musste. Somit wich er rasch ihrem Blick aus und versuchte nicht ertappt zu wirken. Aber er sah sie gleich darauf wieder an, schmunzelte über sich selber.
Wieder war er kurz davor sanft ihr Gesicht zu berühren, als er die Finger zurück nahm." Und da sagt man Füchse ein freches Lächeln nach!" flüsterte er mehr zu sich als zu ihr.
"Hi, Celest, jedes Mal wenn du Rot wirst, will ich eine Maus zu fressen. Dann hätte ich in ein paar Stunden ausgesorgt" Ja, Abraxas konnte es nicht lassen. Die Schlange rollte sich dann wie eine Kellerassel ein und kicherte wild. Es glich auch einen sich windenden Aal am Land.

Doch während sich die Schlange amüsierte, so starb der Dunkelelf fast selbst vor Angst. Er hatte den Blick gesehen, die die Schlangenfrau ihm zugeworfen hatte. Und egal wohin man sah, es wurde nicht besser.
Den Dolch sah er mit aufgerissenen Augen an.
"Wie ich schon sagte, es ist fast unmöglich dort reinzukommen. Egal was ihr auch könnt, aber das soll nicht meine Sorge sein. Die Stadt..nun, sie wurde wieder aufgebaut. Das heißt, es leben viele...sehr viele meines Volkes dort. Und es wird gut bewacht. besonders nach dem letzten Sklavenausbruch. Die Sklaven hatte ein Aufstand erprobt, doch er konnte niedergeschlagen werden. Doch es sind tatsächlich welche entkommen. Es ist nicht zu glauben, dass so was passieren konnte. Seit dem wurde die Wache verstärkt und die Sklaven dürfen nur unter Verschärften Auflagen außerhalb Kosrals arbeiten. Sie haben ihre Lektion verdient.“
Plötzlich zuckte der Dunkelelf zusammen. Etwas bewegte sich an einer kleinen Tasche. Firular griff danach.
"wehe dir, dort ist ein Tier eingesperrt, dann zeige ich dir, was du verdienst hast." schon öffnete der Waldelf den Beutel. Gerade noch wollte Aar protestieren, da hatte der Beutel seinen Besitzer gewechselt.
"Was ist das?" brachte er noch hervor und schon sprang etwas hervor. Es war sehr klein und noch bevor Asgar reagieren konnte, sprang es ihm ins Gesicht. Der Nachtelf würde so schnell nicht reagieren können, aber alle anderen im Raum sahen eine kleine Gestalt mit einer roten Zipfelmütze. Diese drückte dem Waldelfen einen Kuss auf die Stirn.
Dann sprang es herunter und verschwand so schnell, dass man nicht reagieren konnte. Die Überraschung konnte jeder im Gesicht des anderen sehen. Ein fröhliches Lachen hörte man noch, dann ruhe.
"So ein Mist" entfuhr es den Dunkelelfen. "jetzt ist wirklich alles weg" Aber es hatte sich ja auch zu einfach fangen lassen. Viel zu einfach.

Mit Asgar geschah jedoch kurz nachdem das Wesen ihn einen Kuss gegeben hatte. Er sah vor seinem geistigen Auge etwas. Er konnte eine Gefängniszelle sehen und eine ihm wohlbekannte Gestalt, die ihn ansah. Rin. Sie strahlte ihn an, obwohl ihr Gesicht doch deutlich Schwellungen von Schlägen zeigte. Deutlich konnte er ihre Stimme hören.
" Es hat dich erreicht! Asgar! Ich lebe! gebe nicht auf!! ich liebe dich!" Dann nahm sie einen schmalen Armreifen von ihrem Gelenk und ließ diesen fallen.
Das Bild verschwand. Nur das Klirren von Metall auf Steinboden war zu hören. Am Boden, zu Füßen des Dunkelelfen lag der Armreif. Eine rote Schleife war Drumherum. Der Armreif gehörte Rin!
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Celest
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Re: Im tiefen Dickicht

Beitrag von Celest » Montag 26. Dezember 2011, 18:44

Die Situation zog sich drastisch in die Länge während die Befragung des Dunkelelfen langsam aber sicher Früchte trug. Auch wenn diese Früchte einen bitteren Beigeschmack hatten, denn seine Hilfe würde nicht ewig wären, so hatten sie doch zumindest einen wertvollen“Verräter“ auf ihrer Seite.
Beinahe nervös zuckten Gefühle und Empfindungen durch Celests Körper, die von quälendem Hunger und ängstlicher Erwartung bis zu einem merkwürdig kribbelnden Glücksgefühl reichten, welches sich in wellenartigen Stößen als Gänsehaut auf ihrer Haut ausbreitete.
Sie wusste: Bald schon würden sie aufbrechen, um direkt in die Höhle des Löwen zu spazieren. Daher musste ihre Angst rühren doch gleichzeitig fühlte sie ein gewisses Pflichtbewusstsein, was sie eben in jene Richtung zog. Sollte sie die Gruppe also zum Aufbruch bewegen, oder weiterhin abwarten?
Vorerst schwieg sie, denn ihr widerstrebte dieser Gedanke zutiefst. Die Angst war eben doch noch etwas stärker.
Am liebsten würde ich hier bleiben. Diese gemütliche Höhle würde gewiss guten Schutz bieten. Aber wenn ich mich hier verkrieche ist niemandem wirklich geholfen. Ich wäre wieder allein und vielleicht könnten sie meine Hilfe gebrauchen.

Außerdem konnte sie nicht aufbrechen solange die Verletzten erschöpfte Glieder zu schleppen hatten. Asgar machte einen ziemlich lebendigen Eindruck, die Sorge um seine „Partnerin“ verliehen ihm scheinbar Flügel, anders war es da um Windfuchs bestellt, der immer noch Mühe hatte auf den Beinen zu bleiben.
Nein... ich kann sie nicht alleine ziehen lassen. Selbst wenn sie mir nicht schon zwei mal das Leben gerettet hätten... sie sind noch viel zu schwach dafür.
Ihren eigenen Hunger konnte sie gut verbergen, doch wenn er anfinge Geräusche innerhalb des dunklen Territoriums von sich zu geben stünde es schlecht um ihr aller Leben. Ihr Blick huschte zur Suppe Firalúrs die er vorhin noch mit fürsorglicher Mühe zubereitet hatte. Warm und erfüllt von würzigen Düften brodelte sie noch vor sich hin, unberührt von der kürzlichen Aufruhr, die Celest fast das Leben gekostet hätte.

Plötzlich wagte sich aber ein ganz anderes Bild in ihren Blickwinkel, Abraxas!
"Du kannst es nicht leugnen, DU findest ihn jedenfalls sympathisch, oder?" zischte er vergnügt und scheinbar in der Hoffnung sie damit ein wenig aufziehen zu können.
Die Schlangenfrau war noch immer sehr aufgewühlt von den Gefühlen, die in ihr aufgekommen waren und wurde daher viel schneller rot als in einer sonst eher ruhigen Situation.
„Abraxas! Hüte deine freche Zunge! Sei bloß froh, dass dich sonst keiner verstehen kann, ansonsten hätte ich dir deinen schmalen Hals umgedreht.“ zischte sie zurück, halb verärgert halb vergnügt. Ihre Gefühle konnte sie selbst nicht richtig einordnen und niemand außer ihr selbst sollte von diesem Wirrwarr erfahren. Doch zustimmen musste sie dem Kleinen schon, sie fand Windfuchs sehr sympathisch, doch mehr wollte sie sich nicht eingestehen. Womöglich gab es da nichts weiteres. Also hatte sie mit einer scheinbar gereizten Stimme geantwortet, um Abraxas in seiner Vermutung zu bestärken. Wahrscheinlich würde er sie daraufhin weiter provozieren wollen, aber so weit dachte sie in diesem Moment nicht. Schließlich gab es wichtigeres zu tun, als sich mit kleinen schwarzen Schlangen herum zu ärgern.
Doch das Thema wurde schneller abgebrochen als erhofft, sodass sich Celests Aufmerksamkeit ebenfalls auf die Kugel in Windfuchs Händen richtete.
„Das wäre es natürlich nicht...“ sagte sie, diesmal aber auf celcianisch, ohne es wirklich zu bemerken.
Dieses Schimmern... ich frage mich wie sich die Seele darin wohl fühlen mag.
Weitere Gedanken verlor sie nicht daran, denn was mit dem Dunkelelfen nach der Rettung der Unschuldigen passieren sollte, war in der jetzigen Situation noch nicht relevant. Die Hauptsache war es einfach in momentan gefangen und bei der Gruppe zu halten, damit er seinen dunklen Brüdern nicht von ihrem Aufenthaltsort und ihrem Vorhaben erzählte.
Der bloße Gedanke daran brachte ihr schon wieder eine wilde Gänsehaut ein, die schmerzlich daran erinnerte wie brutal diese Wesen eigentlich waren. Ein ganzer Haufen dieser üblen Brut der Dunkelheit würde ihnen noch viel mehr Probleme bereiten und ihnen sicher Dinge antun die sie nicht einmal in ihren schlimmsten Alpträumen erwarten würde.
Sie schluckte und knetete ihre Hände nervös. Es schien als könne sich ihr Körper kaum entscheiden, welcher Emotion er sich widmen solle.
Schließlich sollte Windfuchs dafür sorgen, dass sich ihr Wille auf das wichtigste konzentrierte und sie daran erinnerte, dass es Elfen und Menschen da draußen gab die ihre Hilfe benötigten. Es ging um viel mehr als um nicht beglichene Schuld oder ein unbefriedigtes Pflichtbewusstsein. Es ging um unschuldige Leben!
"Celest, nur weil du uns dein Leben zu verdanken hast, musst du nicht ins Gefecht ziehen. natürlich wärst du eine große Hilfe, aber sehe dies nicht als Übungsplatz. Mir schuldest du nichts, es gehört sich jemanden zu helfen der in Not ist, auch ohne Gegenleistung."
„Du hast recht!“ antwortete sie plötzlich als hätte sie eine himmlische Eingebung. „Wir müssen diesen Elfen und Asgars Freundin helfen, sie befinden sich nicht nur in Lebensgefahr sondern werden womöglich schlimmsten Folterungen unterzogen oder müssen als Sklaven verenden.“
Als er sie wieder anblickte und dabei schmunzelte interpretierte sie dies als Einwilligung oder eine Art Lob dafür,dass sie seine Worte richtig verstanden hatte. Als hätte er es gerade darauf angelegt, ihr diese Erkenntnis zu vermitteln.
Ihr Lächeln musste irgendetwas bei ihm ausgelöst haben, denn er war kurz davor sie wieder zu berühren, doch er hielt sich zurück und murmelte etwas, was Celest nicht ganz verstehen konnte. Doch seine abgebrochene Bewegung erinnerte sie wieder an seine warme Hand an ihrer Wange und als ob ihr Körper dieses Gefühl wieder in ihr wach rütteln wollte, schoss das Blut zurück in ihr Gesicht.
Abraxas Bemerkung dazu machte sie dieses mal wirklich ein wenig ärgerlich, sodass sie ihn mit einem strengen Blick strafte und sich zugleich in Grund und Boden schämte.
Die Schlange hingegen ließ sich dies alles wohl gefallen, rollte sie sich doch zusammen und kicherte auf merkwürdige Weise in sich hinein.

Glücklicherweise konnte Celest ihre Gefühle rasch durch neue ersetzen, denn gewisse Bewegungen in ihrem Augenwinkel zogen ihre ungeteilte Aufmerksamkeit auf sich.
Firalúr hatte auf einmal einen Beutel in der Hand, aus dem nun ein kleines rot-bemütztes Wesen entsprang. Mit erstauntem Blick beobachtete die Schlangenfrau wie es Asgar an sprang, küsste und anschließend so schnell wieder verschwand wie es gekommen war. Als habe sich Lysanthor höchst selbst einen Spaß mit ihnen erlaubt, beherrschte nun Stille und Erstaunen die Höhle.
Celest wusste nicht recht ob sie lachen, sich dich Augen reiben oder einfach den Kopf schütteln sollte. Schließlich entschied sie sich für ein leichtes unsicheres Lächeln, dass kurz darauf wieder verschwand. Hat es dieses „Ding“ tatsächlich gegeben?
Zumindest schien es gewisse Spuren hinterlassen zu haben, denn mit einem lauten Klirren, was die Mehrheit der Gruppe wohl wieder in die Wirklichkeit zurück holte, erschien ein Armreif wie aus dem Nichts und fiel zu Boden.
War dies ein Zauber gewesen?
Verwirrt blickte Celest zu den anderen und musste feststellen, dass auch ihnen Verwirrung und stumme Fragen in den Gesichtern standen.

Bei all dieser Aufregung wagte die Schlangenfrau es nicht sich wieder auf ihre natürlichen Bedürfnisse zu besinnen und sich auf die restliche Suppe des Waldelfen zu stürzen. Alles was sich gerade in ihrem Kopf abspielte bezog sich auf den Gedankengang ob Lysanthor gerade lachend auf seinem Thron im Himmel saß oder ob gerade wirklich ein kleiner Wichtel aus dem Beutel gesprungen war.
„Was in Lysanthors Namen war das?“ fragte sie schließlich laut, erwartete darauf allerdings keine Antwort.

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Re: Im tiefen Dickicht

Beitrag von Asgar » Sonntag 22. Januar 2012, 15:10

Immer noch war die Situation bis zum zerreißen gespannt. Aar behauptete weiterhin, es wäre unmöglich in Kosral einzudringen. Er dachte wohl, dass der Nachtelf nun verzweifeln und aufgeben würde. Doch er hatte nicht die Rechnung ohne den gewitzten Dieb gemacht. Unmöglich, das war ein Wort, welches Asgar schon vor langer Zeit aus seinem Wortschatz gestrichen hatte. Bisher hatte er immer sein Ziel erreicht, auch wenn dieses meist mit unangenehmen Situationen gepaart gewesen waren.

Das Aar scheinbar Angst vor Firalúr hatte, war blanke Ironie. Die Dunkelelfen, mit denen er zu tun gehabt hatte, waren nicht so gewesen, doch wie in allen anderen Völkern, glichen sie sich nicht immer. Nur weil der eine mutig war, musste das auch auf den anderen zutreffen.

Immer wieder hörte er im Hintergrund ein aufgeregtes Zischen. Ein kurzer Seitenblick offenbarte ihm, dass die kleine Schlange immer noch bei ihnen war bzw. an der Seite von Celest. Und Windfuchs durfte er natürlich auch nicht vergessen. Irgendetwas lief hier, still und leise neben dem Hauptgeschehen her. Wenn er es nicht besser wüsste, könnte man glatt soweit gehen, dass die beiden sich sehr nahe gekommen waren. Und die Schlange schien scheinbare Freude dabei zu haben, jede Annäherung spaßeshalber zu sabotieren.

Doch daran verschwendete der Nachtelf so gut wie keinen Gedanken. Ihm war es egal, ob die zwei sich fanden oder nicht. Der einzige Grund, warum er sich überhaupt mit ihnen zusammengeschlossen hatte war, seine entführte Partnerin zu befreien. Doch er musste sich eingestehen, dass er bei allen noch eine Schuld zu begleichen hatte. Andersherum war es natürlich genau so. Wäre dies nicht der Fall gewesen, hätte er sich nach Rins Befreiung sofort abgesetzt. Wohin, das wusste er noch nicht so genau, aber auf jeden Fall dahin, wo keine Dunkelelfen anzutreffen waren. Die hatten bei ihm im Moment keinen so guten Stand.

Als er seine Aufmerksamkeit wieder auf den Gefangenen lenkte, erzählte dieser, es habe einen Aufstand der Sklaven gegeben, der jedoch niedergeschlagen worden war. Wahrscheinlich mit brutalster Gewalt. Sofort dachte er an Rin, sie war ja dann mittendrin. „Ich verstehe euch nicht, Dunkelelf. Anstatt die Dinge selbst zu regeln, versklavt ihr andere und beutet sie aus. Ist dann auch kein Wunder, wenn sie sich erheben.“ Er hasste so etwas, auch wenn es in seinem eigenen Volk eine 'legale' Art der Sklaverei gab. Ein Beispiel waren die Bediensteten in den Adelshäusern. Schlechter Lohn gleich meist schlechter Behandlung waren da an der Tagesordnung. Er musste es ja wissen, seine eigene Mutter war schließlich zu diesem Weg gezwungen gewesen. Im Normalfall hätte das auch gereicht, wenn der Vater kein Säufer und Spieler gewesen wäre. Und wie es anders nicht hätte kommen können, musste Asgar nun die Kohle heranschaffen. Wenn auch auf die illegale Art und Weise. Wenn ich nur dran denke, mit was ich schon alles Geld gescheffelt habe, muss ich mich zurückhalten, um nicht anzufangen zu lachen.
Die Liste seiner begangenen Straftaten war lang. So lang, dass man fast eine ganze Kompanie Mumien darin hätte einwickeln können. Diebstahl und Einbruch zählten dazu sogar noch zu den kleineren Vergehen. Falschmünzerei, Schmuggel, Urkundenfälschung, Anstiftung zum Diebstahl, das waren schon eher härtere Sachen. Es wurde sogar schon behauptet, dass er selbst als der Kopf hinter der organisierten Kriminalität im Reich steckte. Doch das war blühender Unsinn. Asgar selbst war nichts anderes als ein Mitläufer, wenn auch ein professioneller.

Als er bemerkte, wie sich der Waldelf an einem Beutel zu schaffen machte, richtete er sofort seine gesamte Aufmerksamkeit darauf. Es war ein stinknormaler Lederbeutel, jedoch mit einem seltsam lebendigem Inhalt. Bevor er auch nur einen Muskel rühren konnte, sprang etwas aus dem Beutel direkt auf ihn zu. Er wollte noch die Arme schützend vor sein Gesicht heben, doch das Ding, ja anders konnte er es nicht beschreiben, war einfach zu schnell. Schon klammerte es sich an seinen Kopf. Er schwankte. Wild mit den Armen rudernd versuchte er mit Mühe sein Gleichgewicht zu halten. Auch wenn es nicht sehr schwer war, reichte der Schwung schon aus, um ihn beinahe umzuhauen. Als wäre das nicht seltsam genug küsste ihn das Wesen mit einem Mal auf die Stirn und verschwand so schnell, wie es gekommen war. Er hörte noch Aar fluchen. Dann tauchte plötzlich ein anderes Bild vor ihm auf. Rin. Er wusste nicht, wie sie das hinbekommen hatte, doch sie schien ihm eine Nachricht zukommen zu lassen. Sie lebte. Und sie würde weiterkämpfen und ihrer jungen Liebe eine Chance geben.
Zwar sah sie aus, als wäre sie schwer zusammengeschlagen worden, aber sie stand stolz und stark aufrecht, so als würde nichts und niemand sie einschüchtern können. Ich kann nur hoffen, dass es bei Schlägen geblieben ist. Das war keinesfalls böse gedacht, sondern nur eine tiefere Angst die sich langsam hocharbeitete. Die Angst, dass sich einer der Dunkelelfen an ihr vergangen haben könnte. Auch dafür werden sie büßen!
Die Erscheinung verschwand und zurück blieb ein Armreif. Asgar kannte ihn. Er selbst hatte ihn ihr geschenkt. Damals hatte sie gesagt, sie würde ihn niemals ablegen, bis jetzt eben. Nicht einmal, als sie miteinander geschlafen hatten, hatte sie ihn abgelegt. Das sie das irgendwann brechen musste, war ihm klar. Behutsam hob er ihn auf und sah in eine ganze Weile an. Sie fehlte ihm. Wie so oft, wenn sie getrennt worden waren. Und immer wieder waren sie wieder vereint. Dieses Mal würde es auch so sein.

Sofort funkelte er den Gefangenen an. „Rin hätte ihn niemals freiwillig abgelegt. Ich hoffe für dich, dass du dich nicht an ihr vergangen hast. Wenn doch, dann wird man nur noch deine Leichenteile aus dem Fluss fischen, klar?“ Oh wie ihn dieser Kerl aufregte. Er würde seinen Worten nur zu gerne Taten folgen lassen, aber in Anwesenheit einer Frau wollte er nicht seinem Zorn freien Lauf lassen.

Die besagte Frau schien auch sehr interessiert zu sein, jedoch ließ ihre Frage ihn bitter aufstoßen. „Was in Lysanthors Namen war das?“ Warum? Warum musste dieser verabscheuungswürdige Name fallen? Die Situation war jetzt schon nicht angenehm, nun war sie unerträglich. Aar verzog auch angewidert das Gesicht, zumindest in diesem Punkt waren sich beide Elfen einig. Er bemühte sich nach Kräften, ruhig zu bleiben und nicht deswegen an die Höhlendecke zu gehen. Aber er würde sie von jetzt an mit anderen Augen sehen und sie ganz besonders im Auge behalten.

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Re: Im tiefen Dickicht

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 2. Februar 2012, 12:29

Was war das doch für eine seltsame Situation.
Auf der einen Seite, die Hybriden , welche sich annäherten und dann das Elfentrio, welches das Thema Kosral hatten. Noch wussten sie nicht wie es weitergehen sollte.
Allen war klar, dass der Dunkelelf dies nicht überleben durfte, wenn er sie nicht verraten sollte. Doch was sollte mit ihm geschehen? Tod wäre die einfachste Methode, doch vermutlich hatte Windfuchs die meisten Toten zu verzeichnen. Auch wenn nicht freiwillig.
Der Waldelf machte zwar auf harten Kerl, aber er selber war auch noch recht jung. Firùlar wollte nur seine Familie befreien.
Asgar wollte nur Rin da raus holen und Dorcha ins Jenseits befördern.
Celest hatte das Gefühl in der Schuld zu stehen.
Windfuchs wusste, das er die größten Kapazitäten zum kämpfen besaß und wollte helfen.

Alle hatten ihre Aufmerksamkeit auf den klirrenden Gegenstand, der zu Boden gefallen war, gehängt.
Rins Armreif.
Der Dunkelelf zischte leise.
" das war so nicht geplant..."
Firular warf diesen einen finsteren Blick zu.
" Hört zu...NEIN, ich habe ihn ihr nicht abgenommen...dieses Wichtel hatte es von ihr bekommen...ich habe es gesehen...und ich habe es eingefangen. Die Gestalt sollte es irgendwo hinbringen. ...hör zu Nachtelf, ich habe keine Schuld...diese Frau habe ich nicht angefasst. Bestimmt nicht." Er schüttelte energisch den Kopf.
So was war nicht seine Art. Aar war ein Feigling, wenn man sich wehren konnte. Und Rin hatte sich gewehrt. Selber war er Dorcha nur kurz begegnet, als dieser die Frau in die Zellen gebracht hatte.
Windfuchs hatte sich erhoben. Eine Idee war ihm in den Sinn gekommen, damit sie endlich etwas machen konnten. Dann müssten sie sich nur noch stärken und konnten los.
Den Dunkelelfen konnte man ja erst mal gut verpackt irgendwo verscharren und würden sich später darum kümmern.
Blickte kurz zu Celest rüber, welche ihren Hunger nur zu deutlich spürte. Er reichte ihr nur eine Schüssel von der Suppe. Lächelte.
"Bitte erschrecke jetzt nicht, aber ich muss das machen!" seine Worte waren zärtlich und sanft gesprochen. Entschuldigend.
Als er sich abwandte war sein Blick ernst. Er schnüffelte in der Luft.
Seine Sinne waren scharf.
"Er sagt die Wahrheit!...ich kann es riechen und hören" teilte er den Anwesenden mit. Seine Hände waren zu Fäusten geballt.
Zwar wollte Windfuchs es nicht, doch sie mussten voran kommen. Und das bedeutete dass er wieder Sachen machen musste, die er nie wollte.
Er sprang mit einem Satz zu den anderen. Anmutig und grazil.
Seine zu vorherige Erschöpfung war nicht mehr zu sehen, doch Celest konnte es spüren. Warum, dass würde sie selber nicht wissen. Vielleicht durch die Kugel?
"hmm, was DEIN Fuchs wohl vor hat?" nachdenklich rieb sich Abraxas sein Kinn.
Ohne eine Vorwarnung griff Windfuchs den Dunkelelfen am Kinn, riss ihn zu sich rum. Firùlar trat hastig bei Seite. Der Dunkelelf keuchte erschrocken auf, sah den Fuchshybriden in dessen glitzernden grünen Augen.
" Führ uns nicht an der Nase rum, verstanden?... Ist es möglich, dass sich ein Nachtelf anheuern lässt ...kannst du ihn die Ausgänge und den Ort der Zellen nennen?" seine Stimme klang scharf, fast schon eisig.
Er sah kurz zu Asgar rüber, ob dieser seine Idee verstand. Ein heimliches Einschleichen in die feindlichen Linien.
"wenn du mich verarscht, werde ich nicht so nett wie der Nachtelf sein...ich wittere es, wenn du lügst! Ich werde euch erst den Waldelfen aushändigen, danach werde ich euch eigenhändig die Gedärme zerreißen und wir werden sehen wie die Tiere des Waldes euch als Mahl vertilgen, Verstanden?"
Widerwillen und Bitternis konnte Celest spüren?
Die Kugel pulsierte.
"ähm, möglich ja...aber ...ihr...sie..." Aar schluckte. Er wollte nicht zerfeztz werden. Schweiß trat ihm auf die Stirn.
Firùlar blickte verwundert den Fuchshybriden an. So hatte er ihn noch nicht erlebt. Nicht dass er ihn gut kannte.
Wenn man glaubte, dass Füchse immer nett aussahen, so wurde man jetzt eines Besseren gelehrt. Sein Nackenfell war gesträubt, die Zähne gebleckt.
"WAS??!" herrschte Windfuchs den Dunkelelfen an.
"Die Frau...sie ist zu auffällig...aber...aber ich hätte eine Möglichkeit" Er sah zu den Beutel, woraus der Wichtel entsprungen war. Hätte Aar gekonnte, hätte er abwehrend die Hände hoch genommen.Diese Wesen waren ebenso reizbar wie die Dunkelelfen selber.
Der Waldelf horchte auf.
Hatte er etwa noch ein Wesen darin? Er griff danach, wenn auch sehr vorsichtig. Der Dunkelelf seufzte.
„Das ist ungefährlich!“
Firular schüttelte behutsam den Inhalt auf die Liege. Kein Wesen!
Ein blauer Kristall an einer schlichten Kette aus Silber fiel heraus. Sehr filigran, so dass es eher zu einer Frau gehörte.
Aar räusperte sich, ließ den Blick jedoch nicht von den Leuten um sich. Wie war er da nur rein geraten?
"Ein Verwandlungsmedallion!..es..es kann jedes Wesen in seine Ursprungsform verwandeln...doch es funktioniert nicht mehr richtig! Ich hatte gehofft, der Wichtel könnte es reparieren...Es hält nur noch 24 Stunden!... wäre etwas für die Frau.... eigentlich für meine Herrin"
Windfuchs nickte.
"Er spricht wahr!"
Windfuchs sah zu Celest rüber. Ebenso wie der Waldelf! Beide fanden sie auch in ihrer Hybridenform als sehr schön.
Schmerz sprach aus den Augen des Fuchshybriden. Eine Chance.
"Du solltest es auf jeden Fall nehmen!"

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Re: Im tiefen Dickicht

Beitrag von Celest » Donnerstag 2. Februar 2012, 20:41

Wie erwartet antwortete niemand auf ihre Frage, jedenfalls nicht mit Worten. Es schien als behagte es dem Dunkelelfen sowie dem Nachtelfen nicht sonderlich, was sie da gesagt hatte und sie brauchte nicht lange zu grübeln um herauszufinden warum. Es gab mehr als nur einen Gott und jedes Volk hatte da vermutlich seine eigenen Vorlieben, doch erschütterte es ihr Herz ziemlich, dass es Jemanden gab der ihren Gott verabscheuen könnte. Damit wurde sie noch nie konfrontiert.

Ihre Unsicherheit und Verwunderung darüber behielt sie vorerst für sich. Ihre Gesichtszüge vermittelten nur den Eindruck als habe sie einen Geist gesehen. Schließlich bekam man nicht alle Tage einen Wichtel zu Gesicht, der sich freudig an den Hals eines Nachtelfen warf.
Und dann war da noch dieser Armreif...
Ihn Ihr abgenommen? Dann gehört dieser Reifen wohl … Asgars Partnerin. Seltsam... hatte er diesen Wichtel also die ganze Zeit in seiner Tasche? Warum hat er ihn nicht gleich erledigt?
Ihre eigenen Gedanken taten ihrem Herzen weh. Dieses kleine Wesen hätte niemals einen Tod durch die Klinge eines Dunkelelfen verdient, doch traute sie diesen Schurken einiges zu und dazu gehörte eben auch das Abschlachten von niedlichen kleinen Wichteln.

Auf einmal nahm sie eine Bewegung unmittelbar vor ihrer Nase wahr. Der Duft der ihr dabei die Sinne umschmeichelte ließ ihren Magen augenblicklich knurren. Interessiert blickte sie schließlich auf die Schüssel Suppe, die Windfuchs ihr hinhielt und fast gleichzeitig musste sie um seine Kugel fürchten, die er aber noch sicher in seinen Armen hielt. Innerlich atmete sie auf und nahm dankbar das Essen entgegen.
Hat er meine Gedanken gelesen?
Fragte sie sich und kurz darauf ließ Windfuchs verlauten, dass er dies tun müsse. Damit ließ er die Schlangenfrau weiter im Unklaren und allein mit ihrem Essen, während er sich nun persönlich um den Dunkelelfen kümmerte.

Nachdem sie die Schüssel abgestellt hatte, um sich aufzusetzen und dadurch eine bequemere Sitzposition zu erlangen, blickte sie gebannt auf Windfuchs elegante Bewegungen, die ihn geschmeidig wie eine Katze erscheinen ließen. Doch irgendetwas stimmte mit diesem Bild nicht, er schien zwar gesund und munter, doch war er noch immer geschwächt. Warum Celest diese Schwäche wahrnahm konnte sie nicht sagen, aber sie wusste instinktiv, dass sie Recht hatte. Dementsprechend besorgt, verfolgte sie seine Handlungen und blickte dabei immer wieder zu der Kugel in seinen Händen, die ab und an einen Lichtimpuls von sich gab.

Plötzlich meldete sich Abraxas wieder zu Wort, der sich fragte, was denn IHR Fuchs wieder vorhätte. Sie hingegen zuckte nur stumm mit den Achseln und schien mit ihren Gedanken bereits wieder weit weg zu sein. Nicht einmal die wunderbar duftende Suppe vor ihr konnte sie in diesem Moment ablenken. Sie machte sich Sorgen um Windfuchs aber nicht etwa wie eine Frau sich um einen Mann sorgte, der ihr besonders nahestand, sondern vielmehr wie eine Heilerin, die sich um ihren Patienten sorgte.
Würde er gleich umkippen? Konnte er diesen Belastungen standhalten? Würde ihm die Kugel aus der Hand fallen, zerspringen und seine Seele vernichten?
Reg dich nicht so auf Celest, er wird schon wissen was er tut. Ermahnte sie sich schließlich selbst und verfolgte das weitere Geschehen, während sie endlich anfing ihre Suppe aufzuschlürfen.

Das Gespräch wurde wieder ein wenig unangenehm in den Ohren der Schlangenfrau. Am liebsten hätte sie gar nicht weiter hingehört und hätte sich auf hübsche Gedankenbilder konzentriert aber leider war kein einziger Gedanken in ihrem Kopf so interessant wie dieses Verhör.
Wenn er kein Dunkelelf wäre, würde mir der Kerl fast leidtun. Die drei sind so furchteinflößend wie die Krieger, die mich vor ein paar Tagen gejagt haben.
Doch irgendetwas in Celest sagte ihr, dass Windfuchs diese Worte nicht ganz freiwillig über seine Lippen brachte. Ein merkwürdiges Gefühl, was sie einfach nicht los werden konnte. Lag diese „Fähigkeit“ mit ihrer fortschreitenden Verwandlung zusammen, oder hatte die Kugel etwas damit zu tun? Bei ersterer These fing ihr Magen an sich zu verkrampfen und ein dicker Kloß bildete sich in ihrem Hals, doch mit dem nächsten Schluck der Suppe vertrieb sie dieses Gefühl wieder. Was war schließlich so schlimm an weiteren nützlichen Fähigkeiten, wie die Tiersprache oder das Erspüren von Gefühlen? Solange sie sich nicht weiter unter Schmerzen in eine riesige Schlange mutiert, ist doch alles in Ordnung. Zumindest redete sie sich das ein, und beruhigte sich damit ein Stück.

Schließlich war die Schüssel leer. Ihr Magen knurrte aber immer noch unangenehm und trieb sie beinahe ohne weiteres Zutun zum Suppentopf.
Ein wenig darf ich sicher noch... ist doch noch genug für alle da...
Ihr langer schuppiger Körper genoss die Bewegung und ließ ihre Schwanzspitze verspielt hin und her huschen, während sie sich wieder bediente und den angenehmen Geruch in sich aufnahm.
Wirklich köstlich...
Als sie sich wieder zu ihrem Platz begab und die Gruppe schließlich wieder interessiert mit den Augen verfolgte, bemerkte sie gespannte Blicke auf sich ruhen. Firalúr und Windfuchs schienen irgendetwas von ihr zu erwarten, aber was?
Dann sah sie den Kristall auf der Liege und sofort spulte sie eine Erinnerung in ihrem Kopf ab, die sie zwar Momente vorher aufgenommen aber nicht weiter beachtet hatte.
"Ein Verwandlungsmedallion!..es..es kann jedes Wesen in seine Ursprungsform verwandeln...doch es funktioniert nicht mehr richtig! Ich hatte gehofft, der Wichtel könnte es reparieren...Es hält nur noch 24 Stunden!... wäre etwas für die Frau.... eigentlich für meine Herrin"
Augenblicklich ließ sie die Schüssel mit der Suppe sinken und kam auf die Gruppe zu. Ihr langer Schlangenkörper umrundete dabei spitze Steine und anderen unangenehmen Untergrund so beiläufig als wäre ihr bewusst, wo sich welcher Stein in dieser Höhle verbirgt. Dann rollte sie sich halbwegs zusammen und begutachtete dieses wunderschön glänzende Stück mit interessiertem Blick.
„Windfuchs... dieser Kristall...“ Sie wagte kaum die Kette zu berühren, doch ihre Augen strahlten.
„Damit komme ich ungehindert in die Festung hinein. Aber gleichsam verliere ich auch die Stärken, die mein neues Selbst ausmachen, nicht wahr?“ Eigentlich schossen ihr ganz andere Fragen durch den Kopf. Woher kam dieses Schmuckstück und wer war dazu in der Lage solch eine Magie anzuwenden? Vermutlich gab es davon noch mehr und vielleicht bedeutete dieser Kristall das Ende all ihrer Sorgen. Sie würde zu ihrer Mutter zurückkehren können und alles wäre wieder beim alten!
Dieses Exemplar hier war aber leider kaputt, wie der Dunkelelf kleinlaut anmerkte. Er würde nur für dieses Vorhaben reichen und nicht länger.
Schließlich hob sie den Kristall sachte und mit äußerster Vorsicht auf, um ihn eingehend zu begutachten. Er war wunderschön doch in ihren Augen wurde er in noch hübschere Farben getaucht, da sie in ihm ihre Rettung sah.
Als sei sie ganz weit fort an einem anderen Ort, betrachtete sie die Kette verträumt und vergaß alles weitere um sich herum. Am liebsten hätte sie das Schmuckstück sofort angelegt und wäre mit ihren wiedererlangten Beinen durch die Höhle getanzt wie ein freudiges Rehkitz.
Aber sie beherrschte sich und legte die Kette in Firalúrs Hände.
„Behalte du sie erst einmal, ehe ich noch in Versuchung gerate!“scherzte sie lächelnd, die Freude stand ihr im Gesicht geschrieben und ließ sich kaum verbergen, dazu war sie einfach viel zu glücklich.
Endlich wieder ein Mensch sein... für einen Tag!
Und dabei schien sie fast zu vergessen welchem Zweck diese Verwandlung eigentlich diente und dass Windfuchs ebenso interessiert an diesem Stein sein könnte.
„Kommt jetzt, stärkt euch noch ein wenig, ehe wir wieder aufbrechen!“ sagte sie dann an alle gewandt und widmete sich wieder ihrer heiß geliebten Suppe, die brav auf sie gewartet hatte.

(Heißt der Waldelf jetzt eigentlich Firulár oder Firalúr? :S Ich meine, dass er anfangs noch Firalúr hieß, aber vielleicht täusche ich mich da?)

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Re: Im tiefen Dickicht

Beitrag von Erzähler » Montag 26. März 2012, 18:12

auf Wunsch von Celest, schreibt sie jetzt alleine weiter!

@Asgar: du kannst dann einen neuen Threat öffnen, der Tage später bei Nogrot spielt

Für celest geht es in

Die Höhle der Schlangenfrau

weiter.
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