Ins Ungewisse

Der Wald liegt südwestlich und erstreckt sich weit in den Osten. Die Zwillingsflüsse Euwin und Auwin schenken dem Wald das Leben. Der Turm der Weisheit und die Ruinen Kosrals verbergen sich in ihm. Angeblich haben die Elfen dort ein Dorf errichtet.
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Re: Ins Ungewisse

Beitrag von fremder Mann » Samstag 16. Juni 2007, 23:12

Der Hybrid blickte Dijanira wütend an, seine Augen funkelden richtig. Doch hatte sie so einen freundlichen Ton und vorallem so eine sanfte Stimme, das er sich leicht beruhigte.

Er folgt Dijaniras Schritte ganz genau, er traute den Elfen nicht, schon gar nicht wenn sie einen seines Rudel getötet hatten. Die Wäöfe selbst standen starr, fletchten die Zähne und wollten am liebsten die beiden schon fressen, doch sie schienen ihrem Alfawolf zu folgen, wie es nunmal üblich war.

Der Hybrid hatte sich die Worte durch den Kopf gehen lassen, doch war er noch lange nicht zufrieden gestimmt.

"Ihr glaubt echt ich bin so dumm? Ihr glaubt ein Gespräch würde alles verzeihen? Nein! Ich verlange eine Gegenleistung, eine Gegenleistung für unseren toten Freund! Ansonsten werdet ihr unser Abendmahl werden!" bellte er sie an und ging näher.

"Die Leoniden halten meine Frau fest! Befreit sie und wir werden euch nichts tun! Tut ihr dies nicht, so werden wir euch finden und euer Leben hat ein Ende" befahl er ihnen direkt, er gab ihnen wenig möglichkeit sich zu entscheiden, denn er war sich seiner Sache sicher.

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Re: Ins Ungewisse

Beitrag von fremder Mann » Montag 16. Juli 2007, 22:25

Der Hybrid knurrte mürrisch, sie hatte recht und wieder auch nicht. Auch stellte sie sich das ganze so einfach vor.

"Ihr glaubt das ganze ist so einfach? Dann hätten wir es schon längst geschafft sie zu befreien. Die Leoniden, geboren Löwenhybriden, sie sind ein großes Volk. Ihre Stadt ist unsichtbar, erschnüffeln geht kaum, da sie selten ausser ihrer sicheren Stadt enfliehen!" er schüttelte sich kurz

"Wieviele es sind wissen wir nicht, doch wir wissen das sie sich im laufe der Jahre eine eigene Stadt erichteten, welche wie gesagt unsichtbar ist, doch soll sie sich irgenwo auf der Stillen Ebene befinden, nahe dem Wald Neldoreth." grummte er, ganz hatte er den Tod seines Begleiters nicht verkraftet, er war ein Teil seiner Familie ein Teil seines Lebens gewesen.

Lélas blickte sie einfach nur starr an und meldete sich kaum zu Wort. Doch dann schüttelte er den Kopf "Wir können eure Frau nicht jetz retten, ich muss meinen Freund retten, er ist ein Teil meiner Familie" sprach er ruhig und gelassen, doch dies schien dem Wolfshybriden gar nicht zu gefallen, er fletschte kurz die Zähenund sein Rudel horchte auf.

"Ihr habt einen Teil meiner Familie auf dem gewissen, helft ihr mir nicht, so werde ich euch bald auf dem Gewissen haben!"

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Re: Ins Ungewisse

Beitrag von fremder Mann » Sonntag 29. Juli 2007, 21:04

Die gelben Augen des großen Wolfshybriden funkelten argwöhnisch. Die Gelassenheit und scheinbare Friedfertigkeit der blonden Elfin machten ihn misstrauisch. Wieso sollte er ihnen trauen? Die Zweibeiner hatten eine Veranlagung dazu Intrigen zu spannen und Lügen zu erzählen. Wenn er nicht aufpasste, würde er letzten Endes wie sein Familienmitglied tot am Boden liegen. Nein, soweit würde es nicht kommen. Er machte einen Schritt auf die Beiden zu, dabei spannten sich die Muskeln an seinen kräftigen Läufen merklich an.
„Der Unterschied darin liegt-“, er sah beide Elfen abwechselnd an, dann sprach er weiter, „-das ich mir nichts zu Schulden kommen hab, im Gegensatz zu euch. Wenn wir schon verhandeln, dann zu meinen Bedingungen.“ Ihren Vorschlag, sich gemütlich an das Feuer zu setzen und dann in ‚Ruhe’ zu verhandeln, überhörte er schlichtweg. Es war nicht seine Art sich wie ein Diplomat auf das Hinterteil zu setzen und zu reden!
„Ihr werdet eure Schuld begleichen und solltet ihr erfolgreich sein... Nun, dann werden wir sehen, ob ich euch helfen kann.“ Seine Lefzen hoben sich ein Stück und entblößten eine Reihe scharfer Zähne.

Doch damit war der Kragen bei Lélas geplatzt. Er war versucht den Bogen wieder zu spannen und konnte diesen Reflex nur mühsam unterdrücken. Man sah ihm die Anspannung an, seine Miene wirkte wie versteinert. „Ihr habt nicht das Recht uns von der Rettung meines Freundes abzuhalten! Er ist in Gefahr und wenn ich nicht-“ „Schweig!“, donnerten die Worte des Wolfshybriden und ließen einige Wölfe zaghaft winseln. Damit kam er noch einen Schritt näher und baute sich vor dem Elfen auf. Sein Gesicht war dem des Elfen ganz nahe. „Ich habe mich kooperativ gezeigt. Stimmt doch, oder?“ Damit er wandte er seinen Blick an Dijanira und erwartete, dass sie ihm zustimmte.

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Re: Ins Ungewisse

Beitrag von fremder Mann » Montag 6. August 2007, 22:27

Lélas konnte nicht anders als diese schöne Elfe zu bewundern für ihre Liebenswürdigkeit und den Willen, eine Lösung zu finden, die beide Seiten befriedigte. Sein Blick ruhte auf ihr, dabei glitten seine Gedanken in weite Ferne und er zerbrach sich den Kopf, wie diese kleine „Unannehmlichkeit“ am besten zu lösen wäre. Auch wenn es ihm wegen des ungewollten Wolfopfers Leid tat, sah er nicht ein diesen Hybriden zu helfen. Immerhin ging es darum zu den Leoniden zu gehen, ein Volk, über welches man kaum etwas wusste, aber was man sich erzählte, reichte aus um sie zu meiden.
„Wie können wir euch helfen? Wir sind –wie Ihr seht- keine Krieger, die es mit einer Horde Leoniden aufnehmen könnten.“
Sein Blick war nun wieder auf den bedrohlich aufgebauten Wolf gerichtet. Allmählich sah er keinen Ausweg mehr in dieser Lage und sein Trotz gegenüber den Bedingungen seines Gegenübers begann zu zerbrechen.
Der Wolfshybrid sah, wie der Widerstand des Elfen langsam zerbrach und ein siegessicheres Grinsen zog seine Lefzen ein Stück nach oben, was ihn noch unheimlicher wirken ließ. „Ah, ich sehe, wir kommen ins Geschäft.“ Das die blonde Elfe in diesem Gespräch eher neutral blieb, war nur gut für ihn, denn somit stand es einer gegen einen.
„Wie ihr sicherlich wisst, ist der Aufenthaltsort der Leoniden nicht genau bekannt. Für mich und meine Schützlinge-„ er machte ein umfassende Geste zu den Graupelzen um sie, „-ist es noch schwieriger die Stadt zu finden, denn die Leoniden wittern uns schon aus weiter Ferne und kennen uns. Daher ist es kaum möglich sich ihnen irgendwie zu nähern. Ich möchte, dass ihr herausfindet, wo sie leben. Ich erwarte nicht von euch, dass ihr kämpft, da habt ihr recht: Ihr seht wirklich nicht gerade wie Krieger aus.“ Er schnaufte abfällig und trat dann einen Schritt zurück.
„Was sagt ihr?“
Lélas warf Dijanira einen fragenden Blick zu. Anscheinend vertraute er ihr soweit, dass sie schon die richtige Entscheidung treffen würde. Jedenfalls hoffte er das.

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Re: Ins Ungewisse

Beitrag von fremder Mann » Dienstag 7. August 2007, 21:32

Der Wolfshybrid war sich sicher, dass der Elfenmann ihm folgen würde, sollte die Elfe ihm zustimmen. Und genau dies tat sie. Schnell fing er an, ihr die letzten Zweifel zu entreißen.
„Die Leoniden und mein Rudel sind verfeindet, daher ist es weit mehr auffälliger, wenn wir uns ihnen nähern als ihr, die nur unwissende Wanderer seid, die nichts im Schilde führen.“
Er zog einmal tief die Luft ein und warf einen Blick zu seinen Schützlingen, die die Anwesenden umzingelten, sodass ein Entkommen gar nicht möglich wäre. „Sie werden euch den Weg soweit weisen, wie es möglich ist, etwa bis zur Grenze der Stillen Ebene. Von da an lauft ihr weiter südlich. Mehr kann ich euch nicht sagen.“

Lelás bemerkte zunächst gar nicht, wie Dijaniras Stimmung so trüb wurde, erst nachdem ihr „Entführer“ mit seinem Bericht geendet hatte, sah er zu der blondhaarigen Schönheit und ein Gefühl in ihm sagte ihm, dass er auf sie hören sollte. Schweren Herzens nickte er schließlich und schulterte auch seinen Bogen, sowie den Rucksack. „Dann lasst uns gehen,“ sagte er mit leichter Unsicherheit in der Stimme, aber dem Wissen, dass es nun zu spät war sich für etwas anderes zu entscheiden.
<span style="color:2F5C1F;">”Fühlst du dich stark genug um aufzubrechen? Wir könnten auch noch bis zum Sonnenaufgang warten...“</span>
Aber der Wolfshybrid hatte sich schon umgedreht und beorderte dem Rudel, ihm zu folgen. Dabei blieben mindestens immer zwei der Graupelze bei den beiden Elfen, um diese zu beobachten und mit Blicken aufzufordern, mitzukommen.

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Re: Ins Ungewisse

Beitrag von fremder Mann » Mittwoch 8. August 2007, 15:22

Also marschierten sie los, den großen haarigen Körper des Wolfshybriden einige Meter vor sich und ein Dutzend Wölfe um sie herum. Lélas schritt mit leicht gesenktem Kopf neben Dijanira her, als sie das Wort erhob und versuchte ihn zuversichtlicher zu stimmen. Woher nahm sie nur all diese Hoffnung? Er sah auf, seine blauen Augen huschten über ihr schönes Gesicht, und trotz seiner Sorge musste er lächeln. Er konnte nicht anders, ein Blick in ihr Gesicht und er fühlte sich sogleich viel besser.
<span style="color:2F5C1F;">”Vielleicht wäre es doch besser gewesen, wenn du mir nicht gefolgt wärest. Dann wärest du jetzt nicht in dieser verstrickten Situation! Ich hoffe nur, unsere Reise nimmt ein gutes Ende...</span> An seinen Freund dachte er mit einem unangenehmen Ziehen in der Magengegend. Ob es Jovanim gut ging? Lebte er überhaupt noch?

Mit diesen Gedanken durchquerten sie den Wald. Als die Sonne allmählich aufging und mit ihrem höchsten Stand den Mittag ankündigte, blieb der Wolfshybrid plötzlich stehen.
„Von nun an führen die Wölfe euch. Hier in der Gegend kommt es manchmal vor, dass Spione der Leoniden auftauchen und wenn sie uns zusammen sehen, können wir den Plan vergessen. Wanderern bleiben sie verborgen, ihr müsst keine Angst vor einem Angriff haben.“ Seine gelben Augen musterten die makellosen Mienen der Elfen, dann schob sich ein trüber Schleier auf seine Züge. „Wenn ihr wisst, wo die Leoniden sind, kommt zurück in den Wald. Wir werden euch finden.“ Nach kurzem Zögern fügte er hinzu: „Viel Glück!“ Dann wandte er sich ab und verschwand im Dickicht des Waldes, einige Wölfe folgten ihm, aber vier der grauen Wölfe blieben bei den Elfen.
Lelás sah dem Hybriden nach. <span style="color:2F5C1F;">”Lass uns eine kleine Pause machen. Ich denke nicht, dass man uns diese verbieten wird.“</span> Dabei warf er den Wölfen einen wütenden Blick zu und setzte sich auf einen umgefallenen Baumstamm. Aus seiner Leinentasche holte er ein Stück elfischen Brotes heraus, riss es in zwei Stücke und reichte Dijanira eines.

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Re: Ins Ungewisse

Beitrag von fremder Mann » Sonntag 12. August 2007, 18:36

Mit einem unveränderten Groll im Blick sagte er auf Dijaniras Sorge hin: „<span style="color:2F5C1F;">”Erschöpft und ausgehungert können wir niemanden helfen.“</span>
Die Wölfe blickten erst etwas argwöhnisch drein, aber anscheinend spürten sie, dass ihre ‚Schützlinge’ eine Pause brauchten – oder den Widerstand, den Lelás ihnen deutlich zu verstehen gab.
Während Lelás auf seinem Brot kaute, dachte er nach und obwohl er seine Gedanken häufig bei sich behielt, sprach er sie in Dijaniras Gegenwart aus. <span style="color:2F5C1F;">”Wer hätte damit gerechnet? Zu den Affenhybriden zu gehen ist schon ein gefährliches Unternehmen, aber jetzt auch noch die Leoniden. Ich hoffe, dass es so einfach sein wird, wie uns der Wolfshybride gesagt hat. Wir werden nur auskundschaften... mehr nicht.“</span>
Er sah auf und seine blauen Augen ruhten auf Dijaniras feinen Zügen. Sorge und leichte Hilflosigkeit waren in seinem Gesicht zu lesen.

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Re: Ins Ungewisse

Beitrag von fremder Mann » Sonntag 19. August 2007, 10:47

Lelás Blick ruhte nachdenklich auf die hübsche Elfe, die sich neben ihn setzte und etwas zu Essen suchte. Als sie ihm einen Apfel anbot, lehnte er dankend ab. <span style="color:2F5C1F;">„Ich habe noch etwas. Wir sollten es aufbewahren, wer weiß, wie lang unsere Reise werden wird.“</span>
Dann sah er vor sich auf den Wald und wurde wieder etwas stiller. Als Dijanira aufgegessen hatte, stand er auf und meinte: <span style="color:2F5C1F;">„Wollen wir weiter? Vielleicht kommen wir ja noch vor Anbruch der Dunkelheit an.“</span> Er lächelte ihr aufmunternd zu und folgte den Wölfen, die aufgestanden waren und sich in eine Richtung fortbewegten.

Und so gingen sie weiter und der dichte Wald lichtete sich immer häufiger und wechselte von saftigen Farnen immer mehr zu hohem Gras. Ja, sie kamen der Stillen Ebene immer näher und während sie –ohne es zu wissen- dem geheimen Versteck der Leoniden immer näher kamen, merkten sie nicht, dass sie verfolgt wurden. Bei ihrer nächsten Rast waren sie an einem kleinen Fluss und löschten dort ihren Durst, als die Wölfe unruhig wurden und anfingen zu winseln. Irgendjemand beobachtete sie, sie konnten es jetzt deutlich spüren, aber niemanden sehen.
Zuletzt geändert von fremder Mann am Sonntag 19. August 2007, 10:47, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Ins Ungewisse

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 6. September 2007, 20:29

Lelás blieb stehen, als sich langsam die Landschaft veränderte und es anfing zu dämmern. Er ließ den Blick über die Umgebung schweifen und musterte diese eingehend. Sie schienen immer noch allein, abgesehen von den Wölfen.
"Was sagen wir den Leoniden, wenn wir da sein? Oder wollen wir uns erst gar nicht erkenntlich geben und sie nur von Weitem beobachten?"
Er ging neben Dijanira her und sah immer wieder zu ihr hinüber. Letztendlich war er doch froh, dass er jemanden bei sich hatte, auch wenn seine Gefühle stark von Sorgen geprägt waren.

Das Wínseln ließ ihn hochschrecken. Die Wölfe schnupperten in der Luft und zogen die Lefzen unsicher hoch. War jemand hier? Lelás holte seinen Bogen und legte vorsichshalber einen Pfeil auf die Sehne.

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Re: Ins Ungewisse

Beitrag von fremder Mann » Mittwoch 26. September 2007, 18:32

Lelás schärfte seine Sinne, aber konnte in dem Gebüsch der Umgebung nicht viel erkennen. Die Wölfe schnüffelten wild umher, dann aber entschieden sie sich für das Weiterlaufen und auch Lelás hatte nichts dagegen einzuwenden. Mit einer Kopfbewegung deutete er in die Richtung, die die Wölfe schon eingeschlagen hatten, dennoch ließ er den Pfeil locker auf der Sehne um ihn gegebenenfalls abzuschließen.
"Vielleicht sollten wir in dieser gefährlichen Gegend nicht so laut über unsere Pläne sprechen. Wer weiß, wer uns alles beobachten könnte."

Und so gingen sie weiter und die Sonne verschmolz mit dem Horizont. Dann, ganz plötzlich, brach der Wald ab und vor ihnen erstreckte sich eine weite Ebene. Langes Gras bedeckte anstatt der Bäume und Büsche den Boden. Fortan würden sie keine Deckung mehr haben.
Die Wölfe schienen die offene Ebene mit Misstrauen zu begegnen und hielten sich im Schatten der Bäuem auf. Sie gingen noch eine Weile am Rande des Waldes entlang, dann wurde es zu dunkel und sie hielten an.
"Wir sollten hier Rast machen. Eigentlich wäre es schön gewesen, wenn wir heute noch eine Spur gefunden hätten, aber es ist einfach zu dunkel."
Der Elf legte seinen Rucksack und den Bogen ab und begann dann Holz zu sammeln.
Die Wölfe verschwanden wieder im Wald, anscheinend hatten sie Besseres zu tun als mit den Zweibeinern zu nächtigen. Ob sie wiederkommen würden oder nicht, konnte keiner sagen. Schnell hatte Lelás ein Feuer entwacht, das knisternd in die Höhe stieg und Wärme ausstrahlte. Sie hatten einen Rastplatz nicht direkt auf der offenen Ebene gewählt, sondern waren noch ein wenig mit Bäumen geschützt.
"Wenn die Wölfe morgen nicht zurück kommen, wandern wir morgen noch ein Stück Richtung Süden. Sollten wir dann immer noch kein Anzeichen der Leoniden finden... nun, dann können wir auch nichts daran ändern, oder?"
Er sah zu Dijanira und fragte sich, ob sie seine Anspielung verstand; würden sie nichts finden, sollten sie ihren Weg Richtung Süden beibehlten und sich nach Shyána aufmachen um ihren eigentlich Grund der Reise nachzugehen.
Die Rettung von Jovanim.

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Re: Ins Ungewisse

Beitrag von fremder Mann » Donnerstag 27. September 2007, 21:13

Erleichtert stellte er fest, dass Dijanira genauso dachte wie er. So konnten sie zumindest mit der gleichen Meinung weiter reisen und nicht im Streit, denn das würde Lelás nicht ertragen. Er machte sich so schon genügend Sorgen und wollte um gar keinen Preis, dass sie mitten während ihrer Reise getrennte Wege gehen würden, nur weil sie unterschiedlicher Meinung waren. Ebenso wenig wollte er, dass sie sich seiner Entscheidung fügen würde, denn er sah sie als eine hilfreiche und kluge Gefährtin an, nicht als einen unwichtigen Anhängsel.

Als die Flammen sich von dem Feuer nährten und genügend Wärme ausstrahlten, setzte auch er sich und wärmte die Hände an dem Feuer. Auf ihre Frage hin sah er von den Flammen auf in ihr ebenmäßiges Gesicht und nickte schließlich.
"Ja, ich kann die Lage schlecht einschätzen, aber ich hoffe, dass wir die Leoniden nicht finden und umgekehrt. Dann können wir mit einem reinem Gewissen unseren ursprünglichen Weg wieder aufnehmen."
Er seufzte und dachte an seine Heimat im dichten Urwald, wohin ihre Reise geplant war.
"Wenn wir erst einmal in Shyána angekommen sind wirst du staunen, wie sehr sich der Wald dort von diesem hier unterscheidet."
In seinen Augen spiegelten sich die tanzenden Flammen wieder, während er seinen Gedanken nachhing. Für einen Moment war er nicht ganz anwesend sondern hing seinen Gedanken nach.

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Re: Ins Ungewisse

Beitrag von Erzähler » Dienstag 7. Dezember 2010, 21:20

Raye kommt gestapft von: Die Reise beginnt...


Tagelang war Raye schon unterwegs, setzte einen Schritt vor den anderen, immer weiter. Nachts machte sie gezwungenermaßen Rast und schlief so wenig wie möglich, stattdessen verschwendete sie ihre Zeit und lauschte der Stimme in ihrem Kopf, die alles andere als einen guten Einfluss auf ihre Gedanken hatte. Sie redete ihr ein, sie wäre ein Schwächling, wenn ihr die Augen zufielen vor Erschöpfung, und lobte sie, wenn sie sich überanstrengte und Raubbau an ihrem Körper betrieb.
Der Fuchs war alles andere als ergiebig gewesen und anstatt auch das letzte Bisschen zu sich zu nehmen, wie es klüger gewesen wäre, hielt die Stimme sie davon ab. Mit knurrendem Magen und müden Gliedern schleppte sie sich weiter.
Inzwischen waren sechs Tage vergangen und sie war weiterhin der Hügelkette gefolgt. Da die Wolkendecke noch immer nicht abgerissen oder dünner geworden war, hatte sie sich nur an den Bergen orientieren können. So war sie ein wenig von ihrem Kurs abgekommen, hatte unbewusst und ohne es zu bemerken eine leichte Kurve gemacht, sodass ihre Schritte sie nun in leicht nordöstliche Richtung führten.
Einen Vorteil allerdings hatte ihre Reiseroute, es war ein bisschen wärmer geworden. Die Temperaturen befanden sich nun um den Gefrierpunkt, es war zwar keine sonderlich große Veränderung, aber jedes Grad fühlte sich schon besser an als die Eiseskälte im Arus.
Den genauen Übergang von dem einen zum anderen Wald konnte wohl niemand wirklich benennen, der nicht alles sofort und korrekt vermaß, denn von der Optik her gab es keinen Unterschied. Überall standen die Bäume dicht, waren kahl und dunkel, krächzten die Raben und ihre schwarzen Körper zeichneten sich stets überdeutlich vor dem diesigen Hintergrund ab.
Inzwischen war es wieder Nachmittag geworden, ihre Beine waren schwer wie Blei und die Stimme in ihrem Kopf verlachte sie ob dieser Schwäche. Sie musste weiter...
Allerdings, wie lange würde ihr Körper diese Tortur noch dulden? Vielleicht wäre es gut, endlich den Rest des Fuchses zu essen, bevor er endgültig verdarb...
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Re: Ins Ungewisse

Beitrag von Raye-Lin Sarlathza » Sonntag 12. Dezember 2010, 12:18

Seit Tagen schleppte sich die Dunkelelfe durch die karge Landschaft und holte alles an Kraft aus ihrem Körper heraus. Inzwischen wurde die Stimme ihres Volkes immer lauter und Raye begann immer stärker den Verlockungen zu lauschen. Es gelang ihr inzwischen nur noch selten, nicht auf das zu hören, was ihr versucht wurde, einzureden. In den Nächten, in denen sie viel zu wenig schlief, versuchte sie sich zu erklären, was es mit dieser Stimme auf sich hatte. Es musste doch einen Grund geben, warum sie immer lauter wurde und stetig versuchte, ihr Schwäche zuzuschreiben. Sie entschied für sich, während sie wieder mal den erholsamen Schlaf verschmähte und lediglich stur auf das Feuer starrte, dass diese Stimme ihre eigentliche Natur war. Es war ihr Unterbewusstsein; sie konnte nicht leugnen, woher sie kam und was sie war. In ihrem Volk war es üblich, dass Schwäche geahndet und mit dem Tod bestraft wurde. Wer, wenn nicht sie und viele Andere, würden das wissen?

Inzwischen lief sie wieder, doch ihr Tempo verringerte sich mit jeder Nacht, in der sie nicht schlief. Sie durchkämmte den Wald und war sich sicher, den Arus mittlerweile verlassen zu haben, doch die Grenzübergänge waren fließend und wirklich verändert hatte sich an ihrer Umgebung auch nichts. Des Öfteren musste Raye nun stehen bleiben und sich gegen einen der knorrigen Bäume lehnen. Innerlich kämpften zwei vorherrschende Meinungen; zum Einen die, dass sie dringend Ruhe und Schlaf brauchte und zum Anderen die Stimme ihres Volkes, die sich einfach nicht verbannen ließ. Ihr kam der Gedanke, dass sie nicht mehr in der Lage war, sich gegen das Flüstern in ihrem Kopf zu wehren, weil sie einfach zu schwach wurde. Denn während sie im Reich der Nachtelfen aufwuchs, wurde die Stimme immer leiser und verschwand sogar für Monate aus ihrem Kopf. Doch jetzt, wo Raye alleine und auf sich gestellt durch eisige Temperaturen wanderte, zerrte diese Reise deutlich an ihren Kräften, psychisch wie physisch. Es war ganz klar, dass nun jeglicher Einfluss, ob gut oder schlecht, die Chance nutzen würde, um sie zu manipulieren.

Doch trotz dieser Gedanken, war es ihr nicht möglich eine kluge Entscheidung zu treffen. Sie dachte an den Fuchs den sie vor einigen Tagen erlegt hatte und von dem sie noch ein Stück übrig hatte. Sie sollte sich diese karge Mahlzeit gönnen, um wenigstens nicht vor Hunger zusammen zu brechen.
Also packte die Elfe das letzte Stück aus und hob es an ihre Nase. Sie roch kurz daran, verzog das Gesicht und warf das verdorbene Fleisch in den Wald. Wenn sie das aß, dann würde sie mit Sicherheit zusammenbrechen und zwar vor Krämpfen! Sie seufzte, als sie ihren Weg, ohne etwas zu essen, fortsetzte und ging erneut bis zum Nachmittag durch. Doch nun wollten ihre Beine nicht mehr. Sie schrieen nach einer Pause und bettelten um Rast. Ihr tat der Rücken weh und überhaupt war ihr Körper steif und unbeweglich. Der lange Marsch und die Kälte arbeiteten Hand in Hand, um sie zu Fall zu bringen. Erneut lehnte sich Raye an einen Baum, um nicht Gefahr zu laufen einfach umzufallen.

Bei diesem Gedanken musste sie lächeln, ehe sie in ein leises Lachen aufging. Ihre Situation erforderte Humor und sie ließ sich einfach darin fallen. Sie lachte, lachte über sich selber und darüber, wie naiv sie doch war. Wer würde sie jemals ernst nehmen, wenn sie erzählt, wie sie losgestolpert war, um die ferne Welt zu erkunden? Niemand. Sie nahm sich selber auch nicht für voll.

Inzwischen war Raye an dem Baumstamm hinuntergerutscht und saß nun, leise lachend, auf dem kalten Boden und betrachtete rückwirkend ihre Situation. Dann schüttelte sie den Kopf, ließ das Lachen verblassen und spürte auf einmal, wie sich eine unheimliche Müdigkeit auftat. Sie spürte, dass sie hundemüde war und, welche Erschöpfung seit Tagen dafür sorgte, dass sie schwächer wurde.
Noch ehe sie sich erneut auf ein Gespräch mit der Stimme in ihrem Kopf einlassen konnte, fielen ihr die Augen zu und ihr Kopf sackte auf ihre angewinkelten Beine. Sie schlief, schlief mitten am Tag ein und das ohne jede Vorbereitung eines wärmenden Feuers, oder eines Lagerplatzes.

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Re: Ins Ungewisse

Beitrag von Erzähler » Dienstag 14. Dezember 2010, 15:15

Die Stimmen in ihrem Kopf wollten einfach nicht verstummen, sondern wurden sogar noch stärker und penetranter. Gleichzeitig wäre einem Beobachter, der in wirklich alles Einsicht gehabt hätte, aufgefallen, dass es eine weitere Wandlung in ihrem Kopf gab. Mit jeder weiteren Stunde wurde es deutlicher, dass sich die Sprache ihrer Gedanken änderte. Hatte sie, durch die Jahre mit Nexor und in seiner Heimat, in dem Wortlaut der Nachtelfen ihr ganzes Leben geführt, selbst in ihren Alpträumen, so wurde es immer mehr zu Lerium, seit sie auf diesem Weg war. Die Sprache ihrer Vergangenheit, welche ihre Erzeuger und Peiniger mitgegeben hatten, drängte sich genauso in den Vordergrund wie die Stimmen.
Ihr Körper war ausgehungert und erschöpft, ihre Barriere, die sonst immer geholfen hatte, sich gegen die Schatten ihres Lebens zu stellen, war zerbröckelt und ständig trichterte sie sich selbst ein, wie schwach sie war, anstatt aufzubegehren und sich wieder zu wehren wie bisher. Sie verlor diesen inneren Kampf immer mehr, dessen Ausgangslage und Keime vor unzähligen Jahren gelegt worden waren. Ihre Vernunft unterlag und dadurch wurde der Raubbau an ihrem Körper nur noch schlimmer, die Stimmen im selben Verhältnis lauter.
Trotz allem schaffte sie es endlich, daran zu denken, dass sie wenigstens das letzte Bisschen Essen zu sich nehmen sollte, das sie sich besorgt hatte. Nur leider... es war zu spät. Auch wenn die Temperaturen dafür gesorgt hatten, dass es relativ lange hielt, war es nun verdorben und unbrauchbar, lediglich geeignet für Aasfresser.
Also warf sie es weg, das einzige, was sie in dieser Situation noch tun konnte,... und blieb hungrig.
Die junge Frau würde sich ein neues Tier schießen müssen. Ob ihr das in ihrem geschwächten Zustand noch gelingen würde und vor allem... würde sie es rechtzeitig schaffen, bevor sie nicht einmal mehr einen Pfeil gezielt abschießen könnte? Oder würde sie endlich auf eine Siedlung stoßen, bei der sie freundlich aufgenommen werden würde?
Raye setzte ihren Weg fort, etwas anderes blieb ihr auch nicht übrig.
Jedoch lange konnte ihr Körper diese Belastung einfach nicht mehr durchhalten und somit wurden die Abstände zwischen ihren Pausen immer kürzer. Bis sie gar nicht mehr weiter konnte und sich gegen einen Baumstamm lehnen musste.
Ihre angespannten und ebenso malträtierten Nerven musste sich Bahn brechen und taten dies in einem Lachen, das schaurig durch den Wald hallte und ein paar Raben aufscheuchte, die krächzend einige Äste weiter flogen.
Damit allerdings schien auch der letzte Rest von Kraft, der noch in ihr gewohnt hatte, aus ihr heraus zu strömen. Sie rutschte an dem Baum herab, die Rinde scheuerte an ihrer Kleidung und verursachte ein paar kleinere Löcher, bis sie auf dem Boden saß und vor Schwäche einnickte.

Es war ein strahlend heller Sommertag, eine laue Brise frischte die Luft angenehm auf und sie befand sich vor einer Wiese, während sie selbst an einem Baumstamm lehnte, entspannt da saß und vor sich hin döste.
"Raye... Raye-Lin, das wagst du nicht! Du schläfst doch nicht etwa schon wieder während der Jagd?!", rief scheltend eine männliche Stimme, die ihr so lieb geworden war in all der Zeit.
Nur träge ließen sich ihre Lider anheben, wirkten, als würden sie Tonnen wiegen. Aber sie schaffte es und konnte Nexor vor sich stehen sehen. Als wäre es vollkommen normal, stand dieser Mann ungeschützt vor ihr im hellen Tageslicht und schien auch kein Problem mit der Sonne zu haben. Doch für sie wirkte es ganz gewöhnlich, ihr kam nicht einmal die Idee in den Sinn, dass daran etwas nicht stimmen könnte.
"Los, hoch mit dir, sonst mach ich dir Beine!", schimpfte er zwar weiter, wenngleich mit einem feinen, nachsichtigen, fast schon värterlichen Lächeln auf den Lippen.
Er stand in der Blüte seiner Jahre, ein Nachtelf von unbeschreiblicher Schönheit mit seiner hellen Haut und seinen leuchtenden Augen, in denen sich das Licht wie Sprenkel widerspiegelte.
Er griff kurzerhand nach ihr und zog sie kräftig auf die Beine. Aber diesmal gab es einen Unterschied zu der Realität, der nicht ganz stimmen konnte, sie sogar ein bisschen stutzig machen sollte. Sie reichte ihm bei weitem nicht so weit, wie es in den letzten Jahren der Fall gewesen war. Nein, stattdessen musste sie den Kopf wieder soweit anheben wie damals, als sie ihm das erste Mal begegnet war und er sie gerettet hatte.
Mit einem Mal gab es eine etwas stärkere Brise, die sie leicht frösteln ließ. Auch verblasste Nexors Lächeln, er griff nach ihren Schultern und sah sie eindringlich an. "Also, noch einmal, Raye. Du darfst nie... wirklich niemals einschlafen, wenn du auf der Jagd oder sonst wie unterwegs bist! Hast du mich verstanden? So einfach hinsetzen und eindösen, das ist lebensgefährlich! Sorge wenigstens für ein Feuer, das hält gefährliche Tiere ab und sorgt für Wärme. Und jetzt sprich mir nach."
Er hielt kurz inne, wartete, bis sie auch Luft geholt hatte und sprach ihr langsam sowie deutlich vor:"Wenn ich unterwegs bin, mache ich erst ein Feuer und raste mich dann erst aus! Niemals werde ich ohne eine Wärmequelle die Augen schließen!"


Plötzlich verblasste das Bild und ihr Geist befand sich zurück in der Wirklichkeit, ihr Atem ging keuchend, ihr Herz hämmerte und sie zitterte am ganzen Leib vor Kälte. Trotzdem blieb so etwas wie ein Nachgeschmack in ihrer Seele zurück, wenn auch einer der positiven Art, den man auskosten und nicht zerstören wollte.
Inzwischen hatte die Dämmerung eingesetzt und aus einiger Entfernung war das leise, schauerliche Heulen eines Wolfes zu hören, das zwar bis an ihre Ohren dringen, jedoch bei den Raben in ihrer direkten Nähe keinen Respekt auslösen konnte.
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