Die Expedition

Der Wald liegt südwestlich und erstreckt sich weit in den Osten. Die Zwillingsflüsse Euwin und Auwin schenken dem Wald das Leben. Der Turm der Weisheit und die Ruinen Kosrals verbergen sich in ihm. Angeblich haben die Elfen dort ein Dorf errichtet.
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Re: Die Expedition

Beitrag von Erzähler » Sonntag 20. Dezember 2009, 14:01

Asmodeus verliert 10% seiner Lebensenergie aufgrund der Selbstverletzung

"Ein Dämon?" Die Feen wechselten Blicke. Schließlich fragte die kleine Penelope mit Unschuldsmiene: "Was ist denn das?" Sie wussten es wirklich nicht. Ein so grässlicher Ort wie der Harax war für Feenwesen etwas, wovor Florencia und die Natur sie in all ihrer Liebe und Güte immer bewahrt hatte. Solch Chaos gehörte nicht in ihre Welt, daher wussten sie mit dem Begriff des Dämons auch absolut nichts anzufangen.
Hoffentlich bekam dieser es nicht in den falschen Hals und glaubte am Ende noch, die Kleinen hätten so wenig Achtung vor der Dämonenwelt, dass sie sie mit Ignoranz und Nichtwissen straften. Sie verstanden doch nur nicht. Aber eines ging in ihre kleinen Köpfe hinein. Der Blauschopf nährte sich vom Leid der Lebenden. Er war definitiv ein Leidbringer - also ein Wesen, dem sie helfen mussten. Ein Wesen, das genug Faszination auf die Feen ausübte, dass sie mehr über es herausfinden wollten. Deshalb schrumpften sie ihn.

Und während Asmodi in erster hasserfüllter Reaktion ob seiner Verkleinerung auf seinem eigenen Fleisch herumkaute, reihten sich die Feen vor ihm auf. Sie alle waren gelandet, betrachteten ihn.
"Er sieht nicht viel niedlicher aus", meinte Belinda. Penelope stimmte ihr kopfnickend zu. "Und er hat keine Flügel."
"Natürlich nicht, er ist keine Fee, sondern ein Deimon ... war das das richtige Wort?"
"Nein, nein, es hieß Domino, Damion ... oder Doremi?" Die Feen kicherten. Sie waren abgelenkt. Das gab Asmodi die Möglichkeit, sich voll Verachtung an ihnen zu rächen. Feyru, der Feenjunge, stand in unmittelbarer Nähe. Aber er überlegte nicht, wie es richtig hieß, sondern gab Asmodi lieber den Hinweis, Aymi nicht wehzutun. Sie war die einzige, die ihm seine ursprüngliche Gestalt würde wiedergeben können. Das Haraxviech interessierte das nicht. Wütend schnellte es vor mit flammenden Augen und machte sich über Feyru her. Dieser schrie auf - ein Piepsen in der Stille des Waldes.

"STIIIRRRBBB STIRIRRRRBRBRRBRB!“ Die Feenmädchen schrien und kreischten. Penelope bewarf Asmodi mit Feenstaub, doch das konnte ihn nicht davon abhalten, ihrem Freund das Gesicht zu zerkratzen. Belinda vergaß vor Schreck alle Feenzauber, mit denen sie durchaus in der Lage gewesen wäre, diese minimalisierte Bestie aufzuhalten. "Was machen wir nur?", rief sie hilflos und vollkommen verstört. Solche Reaktionen kannte sie nicht.
Lediglich Aymi behielt einen klaren Kopf. "Hör auf!", rief sie Asmodi warnend zu. Da dieser sie aber einfach zu ignorieren schien, beschloss das Feenkind zu handeln. Sie flatterte in den Wald hinein. Die anderen beiden schauten ihr nach. "Wo willst du denn hin?"
"Wir brauchen Tiere!", hallte es aus dem Wald und schon hatten Belinda und Penelope verstanden. Sie folgten Aymi. Tiere brauchten sie? Und dafür ließen sie ihren Feenkameraden im Stich. Dieser versuchte sich zu wehren, hatte aber kaum eine Chance gegen die Kratz-Attacken. Er schaffte es lediglich, sein Gesicht leidlich mit erhobenen Unterarmen vor mehr Schaden zu wahren. Doch Asmodis Krallen trafen nun dort auf die Haut.

"Was ist denn mit dir passiert?" Plötzlich wurde der Dämon angehoben. Eine gewaltige Hand riss ihn und den Feenbengel hoch. Reena hatte ihre Selbstkontrolle zurück erlangt. Sie starrte Asmodi an. "Ich könnte dich wie einen Käfer zerquetschen." Aber statt dies zu tun zog sie den Dämon von Feyru fort und setzte ihn zurück auf den Boden. Die Fee aber packte sie an beiden Flügeln, so dass sie kraftlos und hilflos zappelnd in der Luft hing. "Lass mich runter, du zu groß geratene Dunkelfrau!" Er wand sich in ihrem Griff. Vergeblich.
Reena grinste bösartig. "Dich werde ich lehren, mir einen Lachzauber auf den Hals zu jagen. Jetzt wirst du sterben, dreckiges Flattergeschöpf." Sie griff nach den Beinen des Jungen und drehte daran, bis sie beide knackten. Es entlockte der Dunkelelfe einen Freudenschrei. Ihr Opfer hingegen weinte bitterlich und starrte sie dabei ungläubig an. Feyru verstand nicht, wie jemand so gemein sein konnte.

Glücklicherweise kehrten in jenem Moment die Feenmädchen zurück. Hinter sich zogen sie einen langen Schweif aus magischem Staub her und diesem folgte ein ganzes Rudel Hirsche und Rehe. Aymi flog voraus. Sie sah sofort Reena, die Feyru zwischen den Fingern hielt und raste im Sturzflug auf sie zu. Die Dunkelelfe wurde mit Feenstaub bestreut, dass ihre exotische Haut bei jeder kleinsten Bewegung glitzerte. Sie nieste und schlug abgelenkt nach Aymi. Aber der Staub sollte nicht nur schön aussehen. Er lockte die Tiere.
Schon fand sich Reena umgeben von Hirschen und Rehen. Diese leckten ihr Gesicht ab, schmiegten sich an und gaben ihr keine Chance, zu fliehen. Angewidert und völlig erzürnt ließ Reena den kleinen Feenjungen los. Feyru stürzte ab, wurde aber von Penelope und Belinda aufgefangen. "Lasst uns fliehen", schlug die kleinste der Feen vor.
"Nein, bring iht Feyru weg", entgegnete Aymi. "Ich muss noch hierbleiben." Die beiden Feen verstanden nicht, was Aymi noch länger an diesem Ort hielt. Die böse Dunkelelfe und der geschrumpfte Leidbringer doch sicherlich nicht. Sie sahen aber schnell wie schlecht es ihrem Freund ging und so fackelten sie nicht lange und flatterten ins Dickicht des Neldoreth hinein.

Unterdessen kam noch mehr Aufregung auf die Lichtung. Ein Karren, gezogen von einem gewaltigen Ork, näherte sich. Neben ihm setzten sich soeben Danduin und Athros mit gezückten Waffen in Bewegung. "Reena, was ist los?", rief Letzterer der unter Tieren gefangenen Dunkelelfe entgegen. Sie konnte sich den Liebkosungen der Hirsche nicht erwehren.
Der Karren polterte herbei. Auf ihm erhob sich Mallahall, die sich am Rand festklammerte und umblickte. "Wo ist Asmodeus?" Vermutlich würde sie ihn nicht hören, bei seiner piepsigen Stimme. Er hatte Glück, dass er nicht unter die Räder kam.
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Re: Die Expedition

Beitrag von Asmodeus » Dienstag 22. Dezember 2009, 10:44

"Er sieht nicht viel niedlicher aus. Und er hat keine Flügel." „BrärhrhH!“ Asmodi knurrte böse auf und spuckte Penelope sein Fleischstück entgegen. „HahaHrHRH!“ Grinste er und kratzte sich nervös mit den Hinterläufen am Kopf. "Natürlich nicht, er ist keine Fee, sondern ein Deimon ... war das das richtige Wort?" „RHRHRHHRH….“ Wie konnten diese kleinen Wichte es nur wagen! Jeder kennte doch Dämonen und jeder hatte sich vor ihnen zu fürchten und nicht dumme Wortspiele zu machen! *“Dämon! Dääääääääämon!“ Brüllte er ihnen wutentbrannt entgegen. „Was seit ihr nur für dumme Viecher!“ Dann riss ihm jeglicher Geduldsfaden und er griff den Feenjungen offen an. Die Panik die er auslöste gefiel ihm, so konnte es weiter gehen. Die glaubten ja wohl nicht dass sie ihn allein mit der Schrumpfung unter Kontrolle bringen könnten! Wie Naiv waren diese Feen denn nur? Nun, es würde ihr letzter Fehler gewesen sein!
Asmodi begann brüllend damit den Feenjungen zu verunstalten und zeigte ihm so was ein Dämon war. Er lachte düstert dabei und grinste nur als er mit Feenstaub beworfen wurde. Oh nein dieser Kerl würde nun das zeitliche Segnen und dann würde er den restlichen Feen den toten Körper ihres Männchens vor die Füsse werfen.

"Was ist denn mit dir passiert?" Die Stimme von Reena hörte sich gewaltig an, Asmodi spürte sogar den Luftzug der ihre Worte verursachten. Es wehte ihm beinahe den Kamm vom Kopf. Plötzlich fassten zwei riesige Spitze Krallen nach ihm und hoben ihn am Kragen hoch. Schon ziemlich schnell erreichte Asmodi so einen Höhenunterschied der im Falle eines Sturzes garantiert tödlich für ihn sein würde. „RHARHARHRHRHRH!“ Er zappelte und fluchte wütend herum. Von seinen winzigen Krallen tropfte das Blut des Feenjungen der ebenfalls mit angehoben wurde. Asmodi biss nach ihm erreichte ihn aber nicht.
Ein gewaltiges Auge erschien vor ihm. Asmodi starrte düster hinein. "Ich könnte dich wie einen Käfer zerquetschen." „SORG LIEBER DAFÜR DASS SIE DEN BANN AUFLÖSEN DU VERFLUCHTES WEIB!“ Asmodi war wohl nicht für Witze gelaunt. Er zappelte als sie ihn wieder auf den Boden setzte, direkt neben ihrem riesigen Fuss der ihn in einem unbedachten Moment einfach plattdrücken konnte. Da Asmodi nicht in der Lage war zu fliegen war er stets in höchster Lebensgefahr. Dies wurde noch schlimmer als massenhaft Tiere sich näherten. Der Dämon war fluchend damit beschäftigt nicht Totgetreten zu werden. „ARHRH!“ Asmodi keuchte und floh von Reena weg, denn hier sammelten sich inzwischen einfach zu viele kolossale Viecher. Er kletterte über die Ästchen und Blätter die am Boden lagen und versuchte so schnell wie Möglich Abstand zu gewinnen. ZuM Glück hatte er einen Auffälligen Blauen Haarkamm so dass man ihn einigermassen schnell am Boden erkannte.

Das Chaos ward perfekt als dann auch noch der Karren auf sie zugefahren kam. „HERRINN!“ Piepste Asmodi zu dem Karren hoch. Dann musste er jedoch zurückhechten weil er sonst beinahe umgefahren worden wäre. „RAHRHR!“ Erst als der Wagen still stand begann er daran hochzuklettern um seine Herrin auf sich aufmerksam zu machen.

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Das dunkle Volk
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Re: Die Expedition

Beitrag von Das dunkle Volk » Mittwoch 23. Dezember 2009, 02:53

Der Karren polterte auf die Lichtung. Harkash zog ihn mit aller Gewalt. Er knurrte und schnaubte. Man sah ihm an, dass er zornig war. Grund bot der Goblin Korfy, der es nicht geschafft hatte, den Fluss eigenständig zu überqueren. Er mochte kein Wasser, weil er nur behelfsmäßig schwimmen konnte. So war er - heilfroh, dass die anderen endlich auftauchten - an Harkash empor geklettert, um sich und seine Instrumente vor den nassen Strömungen zu schützen. Dass der Ork ebenso wenig Wasser mochte und durch Korfy nur noch mehr davon abbekommen hatte - der Goblin war ein alter Zappler - hatte seine Laune nicht gerade gehoben.
So achtete der Ork auch kaum auf seine Umgebung, als er die Lichtung erreichte. Beinahe wäre er auf ein kleines Geschöpf getreten, dessen blauer Haarschopf zwischen den welken Blättern und dem Schneematsch eigentlich gut sichtbar war. Doch die Ankommenden achteten jetzt am wenigsten auf einen geschrumpften Dämon.
"Was machst du da?", rief Athros und zog seine Waffe, als er Reena entdeckte. Die Dunkelelfe schlug nach den Hirschen und Rehen, welche sich an sie schmiegten und von ihr leckten, als wäre sie ein Salzstein. Sie traf kaum, denn die ausladenden Hirschgeweihe verhinderten, dass ihre Klingenklauen bis zu den verletzlichen Körpern durchdringen konnten. Die anderen dunkelelfischen Söldner aber erreichten die Tiere gerade von hinten. Danduin holte aus und rammte die Klinge seines Dunkelelfenschwertes tief in die Flanke einer rotbraunen Ricke. Das Tier stieß einen gequälten Laut aus.
Die Fee Aymi - einzige Zurückgebliebene der flatterhaften Gruppe - schlug die Hände vor den winzigen Mund und unterdrückte so einen Trauerschrei. Tränen rannen ihre Wangen herab. Jedes Wesen, das auf solch grausame Weise den Tod fand, erschreckte sie mehr als es Asmodi je gekonnt hätte. Wo steckte der Dämon eigentlich?

"HERRINN!" Mallahall legte den Kopf schief und stülpte ihre Hand über ein Ohr. Hatte sie nicht eben eine vertraute Stimme gehört? Sie lauschte, aber ihre Augen entdeckten, wo ihr Gehörsinn scheiterte. Ungläubig starrte sie auf die Winzigkeit herab, zu der Asmodi geschrumpft worden war.
"Asmodi?", fragte sie fassungslos, streckte dann ihre Hand über den Rand des Karrens aus. Die Dunkelelfen waren allesamt zu abgelenkt, um überhaupt mitzubekommen, was derzeit bei ihren Gefangenen vor sich ging. Mallahall hätte nun einfach fliehen und alles zurücklassen können. Aber Asmodi war zu ihrem Entsetzen nicht mehr größer als ein Nagetier und Etelin lag noch immer sabbernd hinter ihr im Wagen. Sie würde keinen der beiden im Stich lassen.
Da der Dämon ihre Hand aus dieser Höhe nicht erreichen konnte, kletterte die Lichtmagierin flugs aus dem Karren und hob ihren verkleinerten Freund vorsichtig hoch. Wie ein kostbares Stück Porzellan hielt sie ihn in hohlen Händen und schaute ihn an. "Was ist mit dir geschehen?"

Die Antwort kam prompt, aber nicht vom Dämon. "Leidbringer, sag, warum tun sie den Rehen und Hirschen weh, warum nur? Hilf, mach doch etwas, bitte!" Aymi litt tiefe Qualen, die ihr nicht einmal das Seelenfeuer offenbart hatte. Grund dafür war, dass sie sich bis zu diesem Zeitpunkt niemals hätte vorstellen können, dass jemand auf hilf- und wehrlose Tiere losging und sie eiskalt abschlachtete. Aber genau das geschah jetzt mit ihren Waldfreunden. Einige wenige flohen sofort ins Dickicht, die meisten aber wurden Opfer der Klingen von Danduin, Athros und Harkash. Sogar Reena gelang es, einen Hirsch aufzuschlitzen. Triumphal leckte sie dessen Blut von ihrer Schneide. Aymi traf es wie ein Blitz. Sie taumelte in der Luft und machte dann eine Bruchlandung direkt zu Mallahalls Füßen. Die Lichtmagierin saß bereits wieder im Karren, hielt noch immer Asmodi und starrte vollkommen hin- und hergerissen immer wieder vom Dämon zur Fee und zu den unglücklichen Tieren. Cinnamon näherte sich vorsichtig dem kleinen Häuflein Elend, das dort auf dem Holz lag und herzzerreißend schluchzte. Die Libellenflügelchen hingen schlapp herunter und das tränenüberströmte Gesicht barg sich unter langen, flachsblonden Strähnen.
"Was ist hier passiert?", richtete Mallahall ihre Frage an Asmodi. Sie drückte ihn eng an sich. Und auch die Elfensklavin aus Kosral griff sich nun ein winziges Wesen - Aymi - und hielt sie tröstend an ihr Herz. Sanft strich sie der Fee über das Köpfchen. Erst als die Dunkelelfentruppe wieder zum Karren zurückkehrte, barg sie Aymi rasch unter ihrer Kleidung. Die Fee verhielt sich still. Sie stand vermutlich unter Schock.

Harkash walzte heran und lachte. Er warf Korfy, der sich hinter dem Wagen versteckt hatte, einen abgetrennten Hirschkopf zu und erschreckte den Goblins auf diese Weise.
"Ha, damit hätten wir auch schon eine leckere Mahlzeit", lachte Athros. Er wischte sich über den Bart, der einiges an Blut abbekommen hatte. Danduin ließ sich auf dem Kutschbock nieder. "Reena, erzähl endlich, was geschehen ist."
"Feen", knurrte die Dunkelelfe und vergaß vollkommen in ihrer Muttersprache zu sprechen. "Sie haben mir einen Lachzauber auferlegt und unseren dämonischen Anführer zu einem Püppchen geschrumpft. Dann sind sie abgehauen und diese Mahlzeit hat mich angegriffen." Wütend, dass sie vor Ankunft ihrer Truppe nicht noch ein Schäferstündchen mit Asmodi hatte einlegen können, kletterte Reena nun auch auf den Kutschbock und versuchte, das Blut von ihrer Kleidung zu bekommen.
Harkash sammelte unterdessen die Überreste der erlegten Wildtiere ein.

"Und wo steckt der Winzling von Anführer?", erkundigte sich Danduin knurrend. Ihm gefiel die derzeitige Lage nicht unbedingt. Sie hatten Probleme bekommen, Reena war schlechtgelaunt, der Dämon geschrumpft und keine Hinweise von einer Schriftrolle. Am liebsten hätte er seine Klinge nun auch noch in drei bis vier weitere Hirsche gerammt.
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Re: Die Expedition

Beitrag von Asmodeus » Donnerstag 31. Dezember 2009, 10:44

Asmodeus starrte nach oben. „HERRRINNN!!“ Er tobte als sie ihn erst nicht erkannte doch dann endlich sah sie ihn. "Asmodi?" „JAHRHRHR!! HEB MICH AUF VERFLUCHT!“ Piepste er ungeduldig und hob mahnend sein Fäustchen. Er kletterte auf ihre Hand. Seine winzigen Krallen frassen sich unangenehm in Malls Handkante als er sich daran hochzog. Schliesslich kauerte er in seiner so typischen Art und weisse auf ihrer Handinnenseite und starrte zu ihr hoch.
"Was ist mit dir geschehen?" Der Dämon wollte gerade antworten doch da kam ihm das Flatterviech zuvor.

"Leidbringer, sag, warum tun sie den Rehen und Hirschen weh, warum nur? Hilf, mach doch etwas, bitte!" „HAhaahrahahahaa…“ Der Dämon drehte sich und sah dem Tiersterben zu. „JAHRHH MACHTS SIE ALLE!!! SCHLACHTET SIE AB! SUHLT EUCH IN IHREN EINGEWEIDEN! Hahaah.a.hah.a.a.! Helfen? Ooh ja ich würd denen gerne helfen sie abzuschlachten haahah!“

Asmodi jaulte freudig auf als die Fee abstürzte. „UND NUN MACH MICH WIEDER GROSS DU GEFLÜGETE HURE!“
"Was ist hier passiert?" „Diese Flatterviecher haben uns angegriffen! Nun sehen sie was sie davon haben! Hahaah!“ Er grinste Mallahall breit entgegen weil er genau wusste dass ihr seine Antwort bestimmt nicht gefallen würde. „MACHT MICH WIEDER GROSS! LOS! HERRIN! MACH MICH GROSS! MACH!“ Begann er zu quengeln. Er hatte es satt ein Winzling zu sein. Ungeduldig zwickte er in Malls Finger. Dass er einen Sturz aus ihrer Hand kaum überleben würde interessierte ihn nicht. Soll doch Mallahall auf ihn aufpassen.

Der Dämon schwieg einen Moment und horchte was Reena zu ihren Männern sagte.
"Sie haben mir einen Lachzauber auferlegt und unseren dämonischen Anführer zu einem Püppchen geschrumpft. Dann sind sie abgehauen und diese Mahlzeit hat mich angegriffen." „ICH BIN KEIN PÜPPCHEN DU VERFLUCHTES GÖR!“ Nur hörte man ihn nicht. Das erkannte er nun auch und biss Mall in die Fingerkuppe. „Sag ihr dass ich kein Püppchen bin! LOS!“ Fauchte er herum. Als kleiner Giftzwerg war er fast noch unerträglicher als wenn er gross war.

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Re: Die Expedition

Beitrag von Gestalt » Samstag 2. Januar 2010, 02:56

Asmodi passte genau in Mallahalls Handfläche. Er hockte da wie eine Miniatur seiner selbst - hundeähnliche Haltung, den blauen Kamm aufgerichtet und den Blick auf seine Herrin fixiert. Die kleinen Krallen seiner Hände piekten auf ihrer Haut, aber es war erträglich.
Mallahall erwiderte den Blick des Dämons nicht. Sie schaute zu Cinnamin, die soeben das Libellenmädchen unter ihrer Kleidung barg. Die übrigen Mitglieder der Expeditionstruppe kehrten zum Karren zurück. Sie waren mit ihrer Arbeit zufrieden, obgleich sich Reena ärgerte, dass sie überhaupt von dem dämlichen Waldgezücht angegriffen worden war. "Immerhin hat der Wald dafür bezahlt", brummte Athros und reinigte seinen Kriegsflegel, der einige Hirschköpfe zerquetscht hatte wie reife Tomaten. Auf der Waldlichtung herrschte ein Bild des Schreckens. Vom dunklen Volk schaute jedoch kaum einer hin. Sie alle blickten zu Mallahall, genauer: in die Hand der Lichtmagierin. Dort zeterte ein auf 230 Zentimeter geschrumpfter Asmodi vor sich hin und verlangte, in seine ursprüngliche Größe zurück verwandelt zu werden.
Er biss seine Herrin trotzig in die Fingerkuppe. Reflexartig riss diese ihre Hand hoch. Nicht einmal Asmodi hätte sich bei dieser Heftigkeit noch halten können und da er keine Flügel wie die Feen besaß, schoss er durch die Luft, bis er auf Etelins Brust landete.
"Uhhh", ließ sich der verstandslose Lich vernehmen. Ein Speicheltropfen rann seinen Hals hinab, verfing sich im Kragen seines Gewandes. Auch er gab noch immer ein Bildnis des Schreckens wie der riesige Blutfleck, der nun den Waldboden des Neldoreth verunstaltete. Harkash näherte sich und warf Überreste der Rehe hinten in den Karren auf ein Tuch. Dann wickelte er die blutigen Gliedmaße ein. Cinnamin beugte sich über den Karrenrand und erbrach sich. Sie ertrug allein schon den Blutgeruch nicht.

"Oh ... oh, vorsicht, meine Dame!" Korfy hatte es geschafft, wieder aus der Versenkung aufzutauchen. Mit Instrumenten und Aufzeichungen beladen sprang er gerade noch rechtzeitig zur Seite, ehe der elfische Mageninhalt ihn traf. Aber gut für alle war es wohl, dass Cinnamin aufgrund ihrer hereingebrochenen Übelkeit nicht sprechen konnte.
Wer Neldoreth-Elfen kannte, wusste, dass sie nicht oder nur sehr selten logen. Vielleicht hätte sie sonst direkt das Versteck der kleinen Fee Aymi preisgegeben, die sich unter ihrem Stoff an den Elfenkörper klammerte und mucksmäuschenstill blieb.

"Sag ihr, dass ich kein Püppchen bin! LOS!" Mallahall hatte Asmodi wieder gepackt und zurück auf ihre Hand genommen. Dass er ihr erneut in die Finger biss, ließ die Magierin ihm einen leichten Klaps geben. Eben gerade so fest, dass er es merkte, ohne von ihrer Handfläche zu purzeln.
"Sei still!", tadelte sie ihn mit ungewohnter Strenge. Sie hatte genug von Asmodi und seiner Zickerei. Er war doch offensichtlich mal wieder selbst schuld. Mallahall wusste nicht, in was er wieder hineingeraten war, aber wenn eine ganze Herde Wild sein Leben hatte lassen müssen und ein kleines Feenmädchen vor Entsetzen nicht einmal mehr weinen konnte, dann musste Asmodi wirklich wieder einmal tief in der Sache drin stecken. Und Mallahall hatte genug. Wahrscheinlich lag es daran, dass der Dämon nun sehr klein war, dass sie ihm mit zurückgehaltener Wut Paroli bot. Vielleicht war es aber auch nur die Abarbeitung von Entsetzen und Frust ob der tierischen Metzelei.

"Wie gehen wir nun weiter vor?", fragte Danduin in die Runde.
"Korfy soll die Stelle untersuchen, an der ich die Lichter gesehen habe! Vergessen wir die Feen und machen bei unserer Aufgabe weiter." Sie schaute zu Asmodi herüber. Er war geschrumpft - und das war alles, was Reena erkannte. Sein Problem. Sollte er sehen, wie er wieder groß wurde. Sie schnaubte.
"Schlagen wir ein Lager auf. Los, Harkash!" Athros scheuchte den Ork, der sogar prompt der Aufforderung nachkam. Korfy war ja beschäftigt und die Sklavin sowie Mallahall waren in den Augen des Dunkelelfen nicht stark genug, Zelt aufzubauen. Also kümmerten er und Harkash sich eben um die Aufgabe. Reena folgte Korfy, um ihn erstens im Auge zu behalten und zweitens genau zu zeigen, wo die Lichter aufgetreten waren. Danduin lud einige Dinge aus dem Karren.

Cinnamin schaute Mallahall an. Sie war bleich, die Spitzohren hingen ein wenig herunter und ihre Hand war auf die kleine Wölbung an ihrem Bauch gedrückt. Dort verbarg sich die Fee.
"Seht zu, dass ihr den Dämonenmann groß bekommt oder stampft ihn platt!", rief Danduin den Frauen zu. Er hatte keine Lust, sich nun auch noch darum zu kümmern. Mallahall schaute Asmodi an. Sie seufzte. "Wieder einmal hast du mich enttäuscht", sagte sie. "Vielleicht ist es besser, du bleibst klein. So scheinst du weniger Schaden anrichten zu können." Sie setzte ihn neben Etelin ab und kroch dann zu der Elfe herüber. Leise flüsterte sie Cinnamin etwas zu, woraufhin diese die Fee vorsichtig vorzeigte.
"Geht es dir gut, kleines Naturgeschöpf?" Mallahall strich Aymi behutsam über den Kopf. Ihr Finger leuchtete. Sie versuchte, die Kleine zu heilen, doch Lichtmagie half selten bei Seelenleid. "Warum zerstört ihr das Leben hier?", wimmerte die Fee. Mallahall nahm sie in den Arm. Wie ein Püppchen hockte Aymi nun bei ihr, schmiegte sich an. Mallahall strahlte soviel Vertrauen und Hoffnung aus, dass sich die Fee schnell beruhigte. Vorsichtig erklärte die Lichtmagierin: "Wir suchen eine Schriftrolle. Wir müssen sie finden, sonst werden wir euren schönen Wald nicht verlassen können." Sie hoffte, dass Aymi vielleicht etwas wusste - und das tat sie. Aber sie wollte ihr Wissen nicht teilen.
"Ihr seid Leidbringer. Ich sag euch nichts, womit ihr nur mehr Leid bringen könntet. Der da", sie zeigte auf Asmodi, "muss zu unserer Oberin gehen und für sein Leid um Verzeihung bitten."
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Re: Die Expedition

Beitrag von Asmodeus » Dienstag 5. Januar 2010, 10:26

Der Dämon bemerkte wie er plötzlich von allen Seiten angestarrt wurde. Diese elendigen Angehörigen des Dunklen Volkes mit ihren riesigen Augen. „GLOTZT NICHT SO BLÖD TUT GEFÄLLIGST WAS!“ Fluchte er ihnen entgegen. Mit ziemlichem Appetit nach grundloser Zerstörung – er hatte schliesslich nicht mitmachen dürfen beim Abschlachten der Tiere – biss Asmodi einen ganzen Spickel aus Mallahalls Fingerkuppe. Dies blieb nicht ohne folge, sie zog reflexartig ihre Hand zurück und katapultierte so den kleinen Dämon furch die Luft. „RHARHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHRHRHRHRH!!!“ Er knurrte und ruderte wild mit den Armen in der Luft ehe er gegen Etelins Brust klatschte und an dessen verschwitzten und versabberten glatten Haut entlang nach unten rutschte. „NrhghrhRHrh…“ Der kleine Dämon wurde beinahe weiss vor Zorn.
Mallahall griff wieder nach ihm und hob ihn zurück auf ihre Hand. Vorwurfsvoll starrte er zu ihr hoch und schnaubte unzufrieden. Er kauerte sich hin und schmollte und knabberte erneut an ihr rum. Da gab sie ihm einen Klaps der für seine Grössenverhältnisse so wuchtig war dass es ihn gegen Mallahalls Handteller schmetterte und er einen Moment benommen liegen blieb. Asmodi war sehr zerbrechlich und anfällig im Moment. „ARNghghh…rrr.h.h.“

"Sei still!" „jarhgngh…“ Knurrte er unfreiwillig… und schwieg. Düster guckend hockte er da, schüttelte den Schlag aus seinen Glieder und kratzte ihn an jener Stelle hinter dem Ohr wo ihn offenbar ständig irgendwas juckend quälte. Er trippelte ungeduldig auf Malls Handfläche herum weil es ihn ärgerte dass er keine Kommentare abgeben durfte zu das was die anderen Sagen. Die Welt war für ihn ungewohnt beängstigend weil alles so überdimensioniert war, nur er war klein. Lieber hätte er es gehabt er wäre zum Riesen mutiert worden dann hätte er SIE alle Plattgemacht.
"Seht zu, dass ihr den Dämonenmann groß bekommt oder stampft ihn platt!", „RHrhrhh…“ Knurrte er leise und wetzte seine Krällchen auf Malls Haut. Er war wahrlich wie ein zu klein geratenes Haustier. Mit einem sehr eigentümlichen Charakter versteht sich.

"Wieder einmal hast du mich enttäuscht Vielleicht ist es besser, du bleibst klein. So scheinst du weniger Schaden anrichten zu können." Asmodi schnaubte nur und gab sich ungerührt. Mallahall würde es niemals übers Herz bringen ihn klein zu lassen. Nun ihn vielleicht schon aber den Medicus wohl nicht. Er grinste hämisch und drehte sich von ihr ab. Sprechen durfte er ja nicht. Er strampelte als sie ihm am Nacken aufhob und zu der gewaltigen Figur Etelins setzte. Seltsam, sonst war er immer der kleine gewesen. Er guckte zu dem Lich hoch und begann an ihm herauf zu krakseln. Seine Krallen eigneten sich gut zum Bergsteigen auf Haut.

Er hockte sich auf Etelins Schulter und sah nach unten. Da verkrallte er sich. Da würde er nicht mehr runtersteigen. Ein plötzlicher Anflug von Höhenangst beschlich ihn. Ich sag euch nichts, womit ihr nur mehr Leid bringen könntet. Der da…muss zu unserer Oberin gehen und für sein Leid um Verzeihung bitten.“ Asmodi funkelte die Fee düster an und grollte leise. Er wollte nichts mehr mit diesen Viechern zu tun haben und an Vergebung dachte er noch nicht mal!

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Re: Die Expedition

Beitrag von Gestalt » Samstag 9. Januar 2010, 17:46

Sie starrten ihn an. Niemals zuvor, nicht einmal in seinem Glaskäfig in Zyranus, war Asmodi bislang dermaßen beäugt worden. Reena, Danduin, Athros und Mallahall blickten auf ihn nieder und selbst Korfy hob seine bebrillten Augen ab und zu von seinen Aufzeichnungen. Er schien jedoch am wenigsten an der neuen Größe des Dämons interessiert zu sein.
"GLOTZT NICHT SO BLÖD, TUT GEFÄLLIGST WAS!" "Wir könnten ihn fressen", knurrte der Ork Harkash. "Ein kleiner Happen zwischendurch ist immer gut." Er war schlecht gelaunt, auch wenn es eine Abschlachtung gegeben hatte. Dies war nicht Teil der eigentlichen Expedition und der Ork wusste, wie ungehalten Kommandant Véllin werden konnte, wenn sie mit einer Niederlage zurück kehrten. Seine Strafen waren nicht angenehm.

Auch jemand Anderes hatte entschieden, sich kleine Häppchen zu genehmigen. Asmodi knabberte an Mallahalls Fingern herum wie ein Verhungernder. Aber sie und er wussten, dass dies allein aus Trotz geschah. Mallahall schaute auf ihren geschrumpften Dämon herab. Sie schaute anders. Diese Frau besaß eine Engelsgeduld, aber selbst eine solche Kraft war irgendwann einmal erschöpft. Oder lag es daran, dass Asmodi mit seinem Gebaren erneut den Tod vieler herbei geführt hatte? In Mallahalls Gedächtnis war die Erinnerung an den im Weg stehenden Goblin noch sehr frisch. Ihr Blick verriet, dass sie Asmodi dieses Mal anders behandeln würde. Es begann damit, dass sie ihm befahl zu schweigen. So musste sich der Dämon zwangsläufig still alles anhören, worüber nun entschieden und gesprochen wurde. Nicht ein Kommentar kam über seine Lippen, lediglich Knurren war zu hören - wenn man so klein war wie er.

Mallahall setzte Asmodi schließlich auf Etelin ab. Danduin hatte ihr und Cinnamin zwar befohlen, ihn wieder zu vergrößern, aber sie wollte sich jetzt erst einmal um den kleinen, geplagten Feengast kümmern. Sie heilte die Wunden. "Das Haar wird bald nachwachsen." Die Fee nickte, während sie sich ein paar Tränchen fort wischte. Sie gab zu verstehen, dass sie Asmodi nicht wieder groß zaubern, geschweige denn etwas sagen würde, solange dieser sich nicht offiziell bei der Feenoberin entschuldigte.
Mallahall hielt Aymi ihre Handfläche hin und trug sie zu Etelin herüber. Dort hockte ihr Dämon auf der Schulter des Lichs. Er hatte sich in den Stoff der Kleidung und dessen fahle Haut verkrallt. Etelin gab keinen Laut von sich. Er verzog nicht einmal das Gesicht, obwohl die Krallen sehr spitz waren wie Mallahall hatte herausfinden müssen.
"Wir lagern hier auf Wunsch der Dunkelelfen. Der Goblin Korfy wird Untersuchungen durchführen." Mallahall beäugte Asmodi entschlossen. Die blauen Strähnen hingen ihr ins Gesicht - Beweise für ihre enge Beziehung zu dem Haraxwesen. Sie hatte viel erdulden und noch mehr ertragen müssen. Und sie hatte Asmodi dabei immer in Schutz genommen, in seinem Namen um Verzeihung gebeten und sogar die Schuld auf ihre eigenen schmalen Schultern geladen. Jetzt zog Mallahall einen Schlussstrich.
"Natürlich wird Asmodi mit dir zu dieser Oberin kommen und sich entschuldigen." Die Lichtmagierin lehnte sich vor, bis ihr Gesicht dicht vor dem gesamten Körper des Dämons ruhte. Sie hielt genug Distanz zu ihm, dass er sehr weit hätte springen müssen, wenn er sie nun hätte attackieren wollen. Mallahall kannte den Dämon zu gut.

"Ich weiß, dass Aurelius mich hören kann. Diese Worte sind für dich, mein Freund. Es tut mir leid, dich dieser Situation auszusetzen, aber du hattest ja selbst schon ... andere ... drastischere Ideen. Ich hoffe, du verzeihst mir meine Entscheidung. Pass auf Asmodi auf, du bist jetzt der einzige, der es kann." Sie holte tief Luft und dann belegte sie Asmodi mit einem Bann. Magie war dabei ganz und gar nicht im Spiel, keine Hexenflüche, nichts. Lediglich die Beziehung Herrin Dämon, die zwischen beiden vorherrschte und die Letzterer seinen eigenen Entscheidungen zu verdanken hatte. Er war jetzt offenbar der Meinung, sich sein eigenes Grab geschaufelt zu haben - wenn er selbst sich denn überhaupt eine solche Erkenntnis eingestand.
"Dies sind strikte Befehle, an die du dich halten wirst, Asmodi. Wenn nicht, so haben die Feen meine Erlaubnis, dich kleiner als ein Staubkorn zu schrumpfen. Dann wird niemand dich überhaupt jemals wieder bemerken." Sie wusste ja, wie sehr er nach Aufmerksamkeit lechzte. Ein Wesen wie dieses musste im Mittelpunkt stehen. Alle anderen sollten zu ihm aufsehen oder sich in Furcht vor ihm zusammenkauern. Aber sie sollten ihn wahrnehmen. Wenn man Asmodi noch weiter schrumpfte, würde das niemals wieder geschehen.
"Du wirst dem Feenmädchen folgen, wo immer sie dich auch hinführt. Du wirst weder ihr noch einer anderen Fee auch nur ein Haar krümmen - und dir selbst auch nicht!" Rasch fügte sie diese Bedingung noch an. Asmodi sollte endlich damit aufhören, sich selbst zu verletzen. Außerdem befürchtete sie, die Feen könnten versuchen, ihm zu helfen und sich so nur in Gefahr bringen. Mallahall befahl weiter: "Du wirst dich zur Oberin bringen lassen und jetzt kommt es: Du wirst dich aus freien Stücken entschuldigen. Diese letzte Bedingung ist kein Befehl von mir, sondern eine Bitte. Vorher brauchst du nicht mehr zurückkommen. Erst wenn du es ernsthaft meinst und tust, werde ich dir verzeihen. Andernfalls können die Feen dich wiederbringen, aber ich schwöre dir, ich werde deine Spielchen nicht mehr mitmachen. Und das, was dann folgt, wird schlimmer sein als alles, was du kennst oder dir in deinen dunkelsten, dämonischen Fantasien ausmalen kannst." Mallahalls Blick besaß eine Ernsthaftigkeit, die jeden Zweifel an ihren Worten im Keim ersticken ließ. Dabei hatte sie weder vor, Asmodi zu töten oder bis zu seinem Ende foltern zu lassen. Nein. Das fiel nur finsteren Wesen ein, aber Mallahall war eine Lichtmagierin.
"Ich werde dich solange mit Lichtmagie füllen, bis deine Existenz endet. Und ich weiß, dass Aurelius mir diese Tat verzeihen wird, denn er hatte Grausameres mit dir vor. Ich würde dich vernichten, Asmodi. Ohne jeglichen Schmerz, ohne jegliche Rachegefühle und ohne Hass. Ich würde nicht einmal die Macht nutzen, die du mir gegeben hast. Keine Dämonenherrin. Nur ich. Mallahall. Ich und mein von Lysanthor geschenktes Licht. Und nun geh mit der Fee. Ich werde die Dunkelelfen in Kenntnis setzen, dass du dich um die Erfüllung der Mission bemühst. Sie brauchen nicht zu wissen, wo du wirklich steckst."

Mallahall beendete ihren Monolog. Sie hob Asmodi erneut am Kragen an und zog, bis er Etelins Schulter losließ. Dann kletterte sie aus dem Wagen und setzte den Dämon auf dem Waldboden ab. Die Fee Aymi folgte ihr flatternd. "Und er wird niemandem von uns etwas tun?"
"Er hat zu gehorchen. Dies oder sein Ende. Er wird euch nicht schädigen." Aymi nickte. Sie vertraute dieser Freudbringerin, denn sie spürte die Reinheit ihrer Seele.
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Re: Die Expedition

Beitrag von Asmodeus » Donnerstag 14. Januar 2010, 23:25

Der Dämon wurde unruhig. Auch wenn er ein Parasit war so verfügte er dennoch über eine unglaubliche Sensibilität auf Schwingungen aller Art. Besonders jener der Stimmungen und Asmodi merkte genau wenn aus Enttäuschung härte wurde. Er blickte zu Mallahall auf. Noch vertraute er immer auf seinen unschuldigen Trumpf. Aurelius, dem sie doch nie was antun würde! Doch diesmal unterschätzte er die Entschlossenheit der Lichtmaga – was er bald schon bitter bereuen würde.

Im Moment jedoch hockte er trotzig wie man es von ihm kannte auf Etelins Schulter. "Natürlich wird Asmodi mit dir zu dieser Oberin kommen und sich entschuldigen." Asmodi starrte seine Herrin an. War die wahnsinnig? Wie soll das denn gehen! Sie waren mitten als gefangene auf einer von den dunkelelfen geführten Expedition! Das konnte nicht ihr ernst sein! Er hätte einiges zu widersprechen gehabt doch er durfte ja nicht. Wutentbrannt jagte er seine Flammen durch Etelins Körper. Doch die Funken waren so klein dass sie wohl kaum was bewirkten.
Asmodi stierte seiner Herrin vernichtend entgegen als sie sich in seine Nähe beugte. Er schätzte die Distanz von seinen Krallen zu ihren Augen, doch es reichte bei weiten nicht. Mallahall stand zu weit von ihm weg. Er mied ihren Blick und drehte sich trotzig um. Soll sie doch mit seinem kleinen Hintern sprechen.

Doch der Dämon lauschte sehr wohl den Worten seiner Herrin, wie auch dessen unterjochter Wirt. "Ich weiß, dass Aurelius mich hören kann. Diese Worte sind für dich, mein Freund. Es tut mir leid, dich dieser Situation auszusetzen, aber du hattest ja selbst schon ... andere ... drastischere Ideen. „ Sie verrät dich elendiger Medicus! Siehst du! Sowas nennt sich Freundin! HAH! Sei still… Erwiderte Aurelius erschöpft. Die ständige Unterjochung seines Geistes war anstrengend und nur schwer auszuhalten. “Ich hoffe, du verzeihst mir meine Entscheidung. Pass auf Asmodi auf, du bist jetzt der einzige, der es kann." Ja…ich verzeihe dir Mallahall… und Danke. WAS?! Was redest du da!! Der Dämon knurrte düster.

"Dies sind strikte Befehle, an die du dich halten wirst, Asmodi. Wenn nicht, so haben die Feen meine Erlaubnis, dich kleiner als ein Staubkorn zu schrumpfen. Dann wird niemand dich überhaupt jemals wieder bemerken." „kkrnghghkhkh.“ Er musste schweigen konnte nicht sprechen obwohl sich seine Augen weiteten. Der Dämon hatte Angst, nichts mochte schlimmer für ihn sein als die Aussicht nicht mehr gesehen – und gefürchtet zu werden. Er verkrallte sich förmlich auf Etelins Schultern.

"Du wirst dem Feenmädchen folgen, wo immer sie dich auch hinführt. Du wirst weder ihr noch einer anderen Fee auch nur ein Haar krümmen - und dir selbst auch nicht!" Asmodi schnaubte trotzig, drehte sich wieder zu ihr um damit er sie mit vernichtenden Blicken traktieren konnte und verkrallte sich weiter in Etelins Haut. Ihm durfte er ja Schmerz zufügen.
"Du wirst dich zur Oberin bringen lassen und jetzt kommt es: Du wirst dich aus freien Stücken entschuldigen. Diese letzte Bedingung ist kein Befehl von mir, sondern eine Bitte.“ Asmodis Augen funkelten herausgefordert. Würde er es etwa darauf ankommen lassen zu erfahren ob Mallahall ihren eigenen Drohungen nachkommen würde? Er war sich ganz sicher dass seine Vernichtung und damit auch jene von Aurelius sie zerstören würde. Ja beinahe schon musste! Sie war eine Lichtmaga ja, aber sie war auch Heilerin und setzte ihre Kräfte nur zum Wohl der Patienten ein – niemals zu ihrem Schaden.
“ Vorher brauchst du nicht mehr zurückkommen. Erst wenn du es ernsthaft meinst und tust, werde ich dir verzeihen. Andernfalls können die Feen dich wiederbringen, aber ich schwöre dir, ich werde deine Spielchen nicht mehr mitmachen. Und das, was dann folgt, wird schlimmer sein als alles, was du kennst oder dir in deinen dunkelsten, dämonischen Fantasien ausmalen kannst."
Er grinste ihr trotzig entgegen. Was wollte SIE ihm schon erzählen? Er glaubte ihr kein Wort auch wenn sie sich hinter der Fassade ihres scheinheiligen Entschlusses versteckte. Schon bald würde sie selbst an der härte ihrer Worte zweifeln und einen Weg suchen ihren eigenen Bann zu mildern. So zumindest schätzte Asmodi seine Herrin ein.

"Ich werde dich solange mit Lichtmagie füllen, bis deine Existenz endet. Und ich weiß, dass Aurelius mir diese Tat verzeihen wird, denn er hatte Grausameres mit dir vor.“ Asmodi schnaubte nur und senkte düster blickend sein Haupt. Warum machte sie jetzt ausgerechnet so einen Aufstand? Wegen diesen paar Hirschen und einem Goblin, dass war nichts was einem in Zeiten des Krieges so aufregen sollte.
“ Ich würde dich vernichten, Asmodi. Ohne jeglichen Schmerz, ohne jegliche Rachegefühle und ohne Hass.“ Der Dämon grinste über beide Ohren. Er hatte sie verdorben! Sie dachte an Vernichtung! An Zerstörung! SIE die doch immer ans Leben und an das Gute in allen Wesen geglaubt hatte!

“ Ich würde nicht einmal die Macht nutzen, die du mir gegeben hast. Keine Dämonenherrin. Nur ich. Mallahall. Ich und mein von Lysanthor geschenktes Licht. Und nun geh mit der Fee.“ Er lachte. Das war ja schon fast idyllisch! Vernichten mit ihrer eigenen grössten Tugend! Sie würde nie wieder Lichtmagie wirken können aus Scham über ihren Mord an ihrem medicus-Freund! Oh sie würde an dieser Tat zugrunde gehen!

“ Ich werde die Dunkelelfen in Kenntnis setzen, dass du dich um die Erfüllung der Mission bemühst. Sie brauchen nicht zu wissen, wo du wirklich steckst." Er runzelte die Stirn. Er konnte sich nicht vorstellen dass die dies einfach so billigten doch er konnte nichts erwidern. Nun es war ihr Problem. Es war gut möglich dass die Horden über sie herfielen wenn der Aufpasser Dämon nicht zugegen war.
„RHRHRH!“ Er knurrte und hakelte sich in Etelins Schulter fest als sie ihn packte und wegzog. Er mochte es nicht einfach so rumgehoben zu werden. Doch schliesslich lösten sich die scharfen Klauen von Etelins Schulter. Trotzig gehorchte er dem Befehl und folgte der Fee düster Blickend.

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Re: Die Expedition

Beitrag von Fee » Sonntag 17. Januar 2010, 11:08

weiter bei Feenreiche

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Re: Die Expedition

Beitrag von Fee » Dienstag 16. März 2010, 17:14

Asmodeus kommt von Feenreiche

Noch immer war die Welt für Asmodi um einiges größer als er sie gewohnt war. Noch immer maß er nicht mehr als zwanzig Zentimeter trotz seines empor stehenden Haarschopfes und noch immer ragten die Bäume des Waldes Neldoreth wie gigantische einzelne Berge über ihm auf. Das Laub formte ein undurchdringliches Blätterdach über ihm, durch das nur wenige Sterne in dieser Nacht blinzeln wollten. Der Mond war aufgegangen und bot wenigstens etwas Licht. Es reichte um Konturen zu erkennen.
Den Neldoreth als winziges Wesen kennen zu lernen wurde zu einer vollkommen neuen Erfahrung, aber Asmodi hatte wenig Sinn dafür, sich nun genauer umzusehen. Umso besser für ihn. Die Nacht barg Schatten, unheimliche Geräusche und Hirngespinste, die einem kalte Schauer über den Rücken jagten - wenn man ihnen denn Glauben schenkte.

Umso beruhigender war der helle Schein eines Lagerfeuers, der von der Lichtung herrührte, auf der Asmodi am Tage noch alte Größe besessen hatte. Dort lagerte sein Expeditionstrupp, wartete auf Ergebnisse des geschrumpften Dämons, den Mallahall ausgesetzt hatte. Seine Herrin! Er gestand es sich nicht offen ein, schien aber froh, sie endlich wieder aufsuchen zu können. Mallahall würde ihn strafen, denn noch immer war der Dämon klein und das bedeutete, dass er sich nicht bei Aymi und der Feenoberin entschuldigt hatte. Gelegenheit würde er dazu noch bekommen, denn beide Feen folgten ihm. Sie mussten ordentlich mit den Flügeln schlagen, denn Asmodi preschte wie eine Wildsau durch das Unterholz - eine winzige Wildsau.
Er musste Stöcke und Wurzeln überqueren, die ihm wie Baumstämme im Wege lagen. Er musste herab fallenden Blättern ausweichen, um nicht von ihnen plattgedrückt zu werden. Gräser und Pflanzenstiele versperrten ihm als haushohe Mauern den Weg, doch Asmodi ließ sich nicht aufhalten.

Das Lager kam immer näher. Dadurch, dass er so klein war, konnte der Dämon allerdings schon recht schnell viele Einzelheiten im Lichtring des Feuers erkennen. Der Karren war zwischen zwei Zelten abgestellt worden, die nun ebenso hoch wie die Bäume herauf ragten. Das eine Zelt besaß eine zur Seite aufgerollte Plane. Darin waren Feldbetten und ein Tisch zu erkennen. Vor letzterem baute der Goblin Korfy soeben mehrere Karten auf. Er lehnte sie reihenweise gegen den Tisch, als suchte er eine bestimmte. Auf den Felbetten hockten Danduin und Athros. Beide warteten ungeduldig. Neben dem dunkelelfischen Späher kauerte eine aufgelöste Cinnamin. Die Elfe gab keinen Ton von sich, aber man sah ihr an, dass sie geweint hatte. Gerötete Augen und feuchte Spuren auf ihren Wangen verrieten es. Danduin hatte einen Arm um ihre Hüfte gelegt, drückte sie besitzergreifend an sich. Offenbar diente die Sklavin nur dazu, den männlichen Mitgliedern des Expeditionstrupps in der Nacht das Feldbett warm zu halten. Ob Mallahall in Asmodis Abwesenheit auch missbraucht worden war?

Reena hockte am Lagerfeuer. Der Duft von gebratenem Fleisch stieg zusammen mit einer dünnen Rauchsäule in die Luft hinauf. Sie kümmerte sich als um eine Mahlzeit. Außerdem schärfte sie ihre Klingenklauen, wie man unschwer erkennen und hören konnte.
Vor dem anderen Zelt stand der Ork Harkash. Er schien es zu bewachen und seine Aufgabe ernst zu nehmen. Breitbeinig, mit verschränkten Armen, aber vor allem wachsam stand er vor dem Zelt. Mallahall war nirgends zu sehen.
"Ich vermute, sie befindet sich im Inneren dieses seltsamen Blütenblattgebildes." Aymi kannte keine Zelte. Vorsichtig landete sie auf einem Mooshügel, den Asmodi in Originalgröße mit dem Fuß hätte zertreten können. Caelia jedoch flog an der kleinen Fee vorbei und versperrte dem voranstürmenden Dämon den Weg. "Einen Moment, Leidbringer Asmodi. Wenn du so auf das Zelt zustürmst, entdeckt dich der Ork und ich nehme an, du willst mit deiner Herrin Mallahall sprechen allein sprechen, ehe deine Reisegruppe von deiner Wiederkehr erfährt." Sie zwinkerte. "Lass Aymi und mich das machen." Dann winkte sie der anderen Fee zu und beide flatterten wie Motten in die Höhe.

Harkash entdeckte sie sofort und schlug nach ihnen. "Blöde Nachtschwärmer!" Er hielt sie wirklich nur für Motten oder große, nachtaktive Käfer. Das gab den Feen die Gelegenheit, einen weiteren Zauber zu weben. Beide kicherten leise, als winzige Staubkörnchen auf den Ork niederrieselten. Er begann zu gähnen, brummte noch ein wenig und dann fielen ihm die Augen zu. Zum Glück schnarchte Harkash nicht, aber er schlief jetzt selig im Stehen.
Caelia und Aymi kehrten zu Asmodi zurück. "Wir können jetzt ins Zelt oder hast du etwas Anderes vor?"

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Re: Die Expedition

Beitrag von Asmodeus » Dienstag 16. März 2010, 23:01

Asmodi preschte voran als gäbe es für ihn kein Morgen mehr. Er kletterte hastig über Wurzeln und Äste, manchmal verhedderte er sich im Moos auf dem Boden und fiel unsanft hin, doch angetrieben wie er war rappelte er sich schleunigst wieder auf und hetzte weiter voran. Er keuchte bereits denn sein Sprint war sehr anstrengend. Er raste auf das Lager zu dass sich vor ihm auftürmte und immer gigantischer wurde. Allmählich drosselte er seine Geschwindigkeit um nicht gänzlich ausser Atem dort anzukommen. Die beiden Feen flatterten indessen hinter ihm her und holten ihn schliesslich ein.

Er fauchte leise als er die Elfe sah die geschockt neben dem Dunkelelfen sass. Offenbar berührte ihn dieser Anblick – ihn den Dämon! Warum? Weil es ihn an den Anblick seiner Herrin erinnerte die vor seinen Augen misshandelt worden war! „RHRHRH!“ Bedrohlich wirkte er bei weitem nicht. Dafür war er viel zu klein. Doch wer den Dämon kannte wusste dass er sehr wohl zu Grausamkeiten fähig war. Doch er akzeptierte es nicht wenn Fremde dies anderen antat. Ihm allein gebührte die Macht darüber jemanden zu misshandeln oder zu töten, nicht den anderen! Darum reagierte er vermutlich auch wütend auf Danduin. Dieser Schnösel widersetzte sich seiner Autorität!
Er blickte zu Reena. Die Schleifgeräusche liessen sein Mark vibrieren. Ihm schauderte und er schüttelte sich kurz. Dann versperrten ihm die Feen den Weg. „Was soll das!“ Knurrte er düster. Auch er hatte gerade den wacheschiebenden Ork entdeckt. Warum konnte die andere Elfe am Lager sitzen und Mallahall nicht?! Das beunruhigte den Dämon.

"Ich vermute, sie befindet sich im Inneren dieses seltsamen Blütenblattgebildes." „Mrhrmrrm….“ Unruhig trippelte er auf und ab. Er machte sich sorgen um seine Herrin. „Wir müssen sie alle töten!“ Keifte er. So unrecht hatte er nicht. Die Feen mochten ein grosses Wissen haben doch von Krieg hatten sie bestimmt keine Ahnung. Da dachte ein Dämon so fürchterlich es sich anhörte vernünftiger. „Man muss den Feind töten bevor er es tut!“ Grummelte er vor sich hin. Erstaunt beobachtete er die Feen dabei wie sie den grossen Ork einschläferten. Er starrte Aymi an. „Könnt ihr das auch bei den anderen machen?!“ Es würde ein leichtes sein deren Kehlen aufzuschlitzen und dann würden sie endlich frei sein… und diese Truppe würde niemanden mehr vergewaltigen!
"Wir können jetzt ins Zelt oder hast du etwas Anderes vor?" „macht das auch bei den anderen!“ Forderte der Dämon und krabbelte bereits auf das Zelt zu. Sichtlich angespannt trippelte er hinein und sah sich nach seiner Herrin um.

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Re: Die Expedition

Beitrag von Erzähler » Freitag 19. März 2010, 09:58

Asmodis Fauchen reichte nicht einmal an ein Mäusefiepen heran, aber für Wesen seiner Größe klang es durchaus bedrohlich. Aymi hielt die Luft an. Er hatte sie erschreckt. Caelia aber folgte dem finsteren Blick des Dämons zum Feldbett hinüber, auf dem Danduin die Elfensklavin Cinnamin enger an sich drückte. Er spielte mit ihren Haaren und ließ die braunen Strähnen durch seine behandschuhten Finger gleiten. "Wann wird der blauhaarige Dämonenmann zurückkehren, Athros? Glaubst du, er erledigt unsere Arbeit und bringt die Lichtmagie-Schriftrolle mit?"
"Weiß nicht. Lassen wir uns überraschen. Wenn nicht, können wir ihn ja kalt machen."
Beide lachten kurz auf. "Mir wäre sogar lieber, er bringt die Schriftrolle mit. Dann könnten wir endlich zurück nach Kosral und um einen spannenderen Auftrag bitten. Ich bin es leid, die Drecksarbeit zu machen!"
"Wenn wir erst einmal die Schriftrolle haben, wird kein Lichtmagier mehr in der Lage sein, sie als mögliches Hilfsmittel gegen das dunkle Volk einzusetzen. Ich kann es kaum erwarten, wenn die niedergeschrieben Zauber von faldorischer Magie durchdrungen und verdorben werden. Jeder Lichtmagier würde sich beim Anwenden eines Spruchs aus der Rolle selbst verletzen."
"Noch steht nicht fest, ob diese Methode auch praktisch funktioniert. Aber wir haben ja ein blondes Lichtflittchen, das es ausprobieren kann."
Das Lachen der beiden Dunkelelfen stieg erneut an, aber Asmodi und die Feen kümmerten sich bereits nicht mehr darum. Aymi und Caelia hatten soeben den Ork mit magischem Feenstaub ins Reich der Träume gebracht. Er stand noch immer, sein Kopf ruhte aber auf der gerüsteten Brust und sein Atmen hatte eine flache Gleichmäßigkeit erreicht.

"Könnt ihr das auch bei den anderen machen?!" "Sicher", lächelte Aymi, "Kannst du denn keinen Schlafstaub verteilen?" Caelia legte der kecken Fee eine Hand an den Arm und verzog leicht tadelnd das Gesicht. Aymi wusste doch, dass die Leid- und Freudbringer diesen uralten Feenzauber nicht beherrschten. Sie tätschelte ihre flachsblonde Freundin. Diese sollte Asmodis Zorn nicht noch schüren. Er war sicherlich nicht besonders angetan davon, sich eingestehen zu müssen, dass er über Schlaf und Wachsein keinen Einfluss ausüben konnte. Doch Asmodi besaß Befehlsgewalt.
"Macht das auch bei den anderen!" "Einverstanden, Freund Leidbringer", antwortete Caelia. "Such du inzwischen deine Herrin Mallahall. Wir finden dich anschließend." Die Feen flatterten als kleine Punkte davon, um nun Reena und auch die anderen des Expeditionstrupps einzuschläfern. Asmodi krabbelte ins Zelt, in dem er Mallahall vermutete.

Und tatsächlich, da war sie! Er hatte wohl befürchtet - ja, Furcht! -, dass Danduin oder ein anderer der Gruppe sie vor der Sklavin missbraucht hätte. Aber Mallahall schien es den Umständen entsprechend gut zu gehen. Im Zeltinneren befanden sich ein weiteres Feldbett und die Vorräte vom Karren. Auf einer am Boden ausgebreiteten Decke hockte Etelin, mit dem Rücken an einen Sack gelehnt. Er starrte vor sich ins Leere und durch Mallahall hindurch. Sie saß vor ihm im Schneidersitz, hielt eine Holzschale und fütterte ihn. Gerade hob sie einen vollen Löffel zu seinem Mund, als Asmodi diese Szene zu Gesicht bekam.
Mallahall wirkte etwas matt, sicherlich war sie müde. Aber sie erfüllte ihre Pflichten wie man es von ihr gewohnt war. Pflichtbewusstsein besaß sie ja.
Etelin aß. Obgleich er den Verstand verloren hatte und eigentlich nur noch ein sabberndes Wrack war, so aß er instinktiv, wenn man ihm Nahrung anreichte. "Wenigstens das", hauchte Mallahall. Sie gab ihm den letzten Löffel und stellte dann die Schale neben sich. Dabei entdeckte sie den blauen Haarschopf des geschrumpften Dämons und dann Asmodi selbst.
"Du bist zurück." Es klang erschreckend kühl. "Und du bist immer noch winzig." Mallahall hatte ihn auch schon auf so viel wärmevollere Art begrüßt. Sie legte ihre Hand auf den Boden, damit Asmodi sich daraufsetzen und von ihr hochgehoben werden konnte. Enttäuschung spiegelte sich in ihren saphirblauen Augen wider. Er hatte sich also nicht entschuldigt. Was hätte sie auch anderes von einem Dämon erwarten sollen?
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Re: Die Expedition

Beitrag von Asmodeus » Freitag 19. März 2010, 10:48

Asmodi war für einen kurzen Moment zufrieden. Die Feen gehorchten seinen Anweisungen. Jetzt hätte er die Möglichkeit gehabt die Truppe anzugreifen, doch er sah davon ab. In seiner jetzigen Gestalt war er viel zu klein um effizient und brutal morden zu können. Ausserdem musste er wissen was mit seiner Herrin war. So entschied er sich dafür das Zelt zu betreten. Er trat hinein und sah wie seine Herrin bei seinem ehemaligen Mentor hockte und ihn gerade fütterte. Würde Mallahall die Suppe über ihn ausschütten würde es wohl ausreichen ihn komplett zu verbrühen. Er war im Moment so verletzlich!

Vorsichtig beinahe schon etwas unsicher wirkend trippelte Asmodi auf Mallahall zu. Er kauerte sich vor sie hin und guckte zu ihr hoch. Er brauchte nichts zu sagen denn die Heilerin erkannte sofort dass er nicht erreicht hatte was sie von ihm verlangt hatte. Konnte sie sich denn überhaupt vorstellen wie grässlich und beängstigend die Feenwelt für dieses Wesen des Harax gewesen war? Er hechelte denn mit seinem Sprint hatte er den kleinen Körper ordentlich strapaziert.

"Du bist zurück." Er blickte zu ihr hoch. Kam ein paar Schrittchen näher. „Ja Herrin.“ Krächzte er hechelnd. Ahnte sie dass er Hilfe geholt hatte? Er hatte sicherlich in einigen Punkten versagt aber doch dank Aurelius einschreiten hatte er wenigstens Hilfe mobilisieren können!

"Und du bist immer noch winzig." Asmodi schnaubte und guckte düster zu ihr hoch. Er war ganz und gar nicht begeistert über ihre Feststellung.
Er wich leicht zurück als sie ihre Hand herabsenkte und krabbelte dann an ihrem Finger hoch. Seine winzigen Krallen piksten als er sich an ihrer Haut herauf hangelte. Er musste sich ducken als sie ihn hochhob den der Luftzug auf der Hand war gewaltig. Für einen winzigen Moment drückte er seinen Kopf an ihren Daumen als wollte er mit ihr Schmusen. Er mochte seine Herrin eben doch irgendwie. Er winselte kurz und wollte ihr damit eine leise Ahnung von seinem Schrecken verpassen denr er wegen ihr hatte erleben müssen. Dann blickte er in diese enttäuschten Augen. „Die Feen sind da draussen. Sie haben alle betäubt… ausserdem…“ Da tat Asmodi etwas erstaunliches. Er griff an seinen Gürtel und hielt Mallahall das Pergament hin. Wenn man bedachte wie machtgierig dieses Viech war so erschien es fast unglaublich dass er bereitwillig das Pergament aus den Händen gab wohlwissend dass Mallahall es ihm so schnell nicht wieder reichen würde.

„Ich habe von der Feenoberin die Schriftrolle der Feenmagie erhalten Herrin. Doch in meinen Händen hat sie keine Macht.“ Er schnaubte. „Wir müssen diese Verbrecher da draussen endlich massakrieren und von hier verschwinden! Wir hätten Kutsche und Vorräte!“ Diese Worte entsprachen dann wieder eher seinem naturell.
Er plapperte viel vielleicht darum weil er so von ihrer Enttäuschung ablenken wollte. Er wollte ihr nicht eingestehen dass er versagt hatte. Ausserdem wollte er nicht dass sie ihn strafte. Mit so viel Licht dass es ihn vernichten würde. Ihm schauderte.

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Re: Die Expedition

Beitrag von Erzähler » Samstag 20. März 2010, 17:03

Mallahall ahnte nicht im Geringsten, was Asmodi im Reich der Feen erlebt hatte. Sie konnte sich nicht vorstellen, wie schrecklich es für ihn gewesen sein musste. All die Kräutergerüche und das ständige Lächeln der Feenoberin. Mallahall wusste ja noch nicht einmal, dass der Dämon Caelia persönlich mitgebracht hatte und dass sie und Aymi draußen soeben die Möglichkeit boten, der Expeditionstruppe nicht nur den Garaus zu machen, sondern ihnen zu entkommen. Sobald Asmodi wieder groß wäre, könnte er ihnen nacheinander die Kehlen aufschlitzen. Vielleicht ließ sich Reena noch dazu überreden, ihn als seine persönliche, dunkelelfische Liebessklavin zu begleiten. Ob sich Asmodi im Moment darüber Gedanken machte, wenn er in Mallahalls enttäuschte Augen blickte? Die Lichtmagierin sah schließlich nur Fakten. Sie sah nur den Dämon, noch immer winzig. Er hatte versagt. Auf ihn konnte sich die Herrin nicht verlassen - glaubte sie.
"Die Feen sind da draußen. Sie haben alle betäubt ... außerdem ..." Mallahall griff nach dem kleinen, zusammengerollten Pergament. Sie musste enorme Fingerfertigkeit aufbringen, es zu entrollen ohne es gleichzeitig zu zerstören, aber es gelang ihr. Kaum waren die Blüten entrollt, wuchsen sie in Mallahalls Händen auf die größe eines normalen Pergaments heran. Die Magierin konnte sich die Schriftrolle betrachten und darin lesen. "Das ist keine Lichtmagie", bemerkte sie. Wieder ein Versagen von Seiten Asmodis. Es handelte sich hierbei "nur" um Feenmagie. Mallahall als gebürtige Zyranerin wusste, dass Menschen nicht in der Lage waren, das natürliche Chaos hinter der Feenmagie zu durchschauen. Sie konnten die Zauber nicht erlernen oder einsetzen. Die Schriftrolle brachte ihnen vermutlich garnichts.
Sie seufzte. "In meinen Händen hat sie ebenso wenig Macht wie in den deinen." Mallahall drehte an dem Pergament, bis sie es erneut aufgerollt hatte. Und dann gab sie es tatsächlich an Asmodi zurück. Während der Übergabe schrumpften die Blütenblätter wieder. Der Dämon konnte damit nichts anfangen, also war dieses Wissen in seinen Händen ungefährlich. Außerdem ... Mallahall blickte an ihm vorbei zu einer Kiste. Dort stand, was sie im Falle seines Versagens vorbereitet hatte. Es tat ihr in der Seele weh, den Gegenstand nutzen zu müssen, aber sie hatte keine Wahl. Asmodi besaß keine Zuverlässigkeit. Das einzige, worauf man sich in seinem Fall verlassen konnte, war, dass er enttäuschen und sich gegen die Wünsche aller richten würde. Er handelte nur zu seinem eigenen Vorteil und dies stellte einen weiteren Grund dar, weshalb Mallahall ihm die Feenmagie-Schriftrolle zurückgegeben hatte. Vermutlich erhoffte sich Asmodi, sie würde die Zauber studieren. Dann könnte er seine Herrin manipulieren und die Magie indirekt einsetzen. Indem sich Mallahall nicht länger mit der Schriftrolle befasste, verhinderte sie die Planung des Dämons. Sie musste es tun. Sie musste verhindern, dass er Celcia in den Untergang stürzte und indem sie versuchte, ihm ihre Werte beizubringen, würde sie verlieren. Es war nicht möglich. Die letzte Chance, bis sie sich in Zyranus oder sonst wo Hilfe geholt hatte, stand dort auf der Kiste. Mallahalls Blick klebte an dem Gegenstand. Sie erhob sich, Asmodi noch immer auf ihrer Handfläche haltend.

"Wir müssen diese Verbrecher da draußen endlich massakrieren und von hier verschwinden! Wir hätten Kutsche und Vorräte!" "Ja", antwortete Mallahall. Sie stimmte Asmodis perfiden Gedanken zu?! Nein, sie war nur abgelenkt, bewegte sich langsam auf die Kiste zu. Und dann griff sie mit der freien Hand nach dem offenen Honigglas. Es benötigte nur eine einzige Handbewegung, die Asmodi von ihrer Handfläche in das Glas rutschen ließ. Sie schüttelte ihre Finger, damit er vom Daumen abglitt. Dann schraubte sie den mit winzigen Atemlöchern durchbohrten Deckel auf.
Ein weiteres Seufzen von ihr, das war alles, was sie Asmodi zu sagen hatte. Sie trug ihn mit sich zum Zelteingang und spähte hinaus. Reena lag am Lagerfeuer. Harkash stand noch immer Wache. Beide schliefen und vom anderen Zelt her drang Schnarchen. Da tauchte Cinnamin, die Elfensklavin, beim anderen Zelteingang auf. Die beiden Frauen entdecken sich. Cinnamin lief sofort zu Mallahall herüber. Auf ihren Schultern hockten zu beiden Seiten Caelia und Aymi.
"Mallahall, diese Feen ... sie ... lass uns fliehen, bitte!"
"Hihi, alle schlafen jetzt", erklang Aymis heitere Stimme. "Oh. Was macht der Leidbringer denn in diesem Einmachglas?" Mallahalls Finger klammerten sich um den Deckel. "Seine Strafe", antwortete sie. "Ich bitte dich, freundliche Fee, ihn nicht mehr zu vergrößern. Er ... hat es nicht verdient."
"Das weiß ich", antwortete Aymi, "er ist gemein, aber ich glaube er kann nicht anders." Das ließ Mallahall traurig nicken. "Habt Dank, ihr Feen." Zu Cinnamin gewandt sprach sie: "Fliehen ist das einzig Vernünftige. Aber wir müssen Etelin irgendwie mitnehmen. Ich kann ihn nicht den Dunkelelfen überlassen." Die Sklavin legte Mallahall eine Hand auf die Schulter. "Das musst du auch nicht. Keiner der Gruppe wird uns nochmal etwas zu Leide tun." Sie zückte einen Dolch. Vermutlich hatte sie ihn dem schlafenden Danduin abgeluchst. "Nur den Goblin werde ich am Leben lassen. Ich glaube nicht, dass er böse ist."
Aymi starrte Cinnamin an. "Du bist eine Leidbringerin!" Sie hatte schnell verstanden, was die Elfe tun wollte. Überraschend für eine ihres Volkes, aber durchaus verständlich. Sie hatte gelitten und ihr blieb nur diese Form der Rache.
Asmodi in seinem Glas wurde von allen weithin ignoriert. War diese Strafe schlimmer als in Licht zu vergehen?
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Re: Die Expedition

Beitrag von Asmodeus » Sonntag 21. März 2010, 00:43

"Das ist keine Lichtmagie" „Hörst du mir nicht zu Herrin?! ICH HAB DOCH GESAGT DASS IST DIE SCHRIFTROLLE DER FEENMAGIE!“ Brüllte er wütend herum. Hatte sie jetzt auch schon etwas an den Ohren? Trotzig schnaubte er und funkelte ihr düster entgegen. Doch Mallahall nahm keine notiz von ihm sondern musterte das Pergament, welches in ihren Händen gross geworden war.

"In meinen Händen hat sie ebenso wenig Macht wie in den deinen." Er knurrte. „Na toll! Von wegen mächtig! Verfluchtes Pergament! Blödsinniges Stück scheisse!“ Noch immer stand Asmodi unter dem Bann immer seine Gedanken aussprechen zu müssen ohne es zu merken. So fluchte er ungehemmt vor sich hin. “Ich muss mich von diesen Flatterviechern demütigen lassen und das alles für NICHTS! BARHRHRHR! Ich könnte sie alle zerfetzen und zerkauen und zerreissen!“ Der kleine blaue Wicht war alles andere als putzig wenn er so sprach.

Mallahall würde vermutlich noch enttäuschter sein jetzt wo sie hörte dass Asmodi beinahe noch schlimmere Dinge von sich gab als vorhin. Er nahm das Pergament entgegen und versuchte es in seiner Wut zu zerknüllen. Doch es gelang ihm nicht. Sobald er am Pergament rumdrückte faltete es sich wieder auseinander wie ein Blatt dass statt zu verwelken wieder erblühte. „RHARHRHRHHRHR!“ Wütend trat er in Mallahalls Handfläche. Aber das tat nicht weh. Plötzlich setzte sich der gewaltige Körper von Mallahall in Bewegung. Darauf war der Dämon überhaupt nicht gefasst. Er taumelte und flog dann auf seinen Rücken als sie die Hand hochzog. „HEHH VORSICHT VERDAMMT!“ Beschwerte er lauthals und krallte sich nun an ihrer Haut fest. Er wandte sich um und starrte zum Honigglas welches immer näher kam. Anhand des Deckels der neben dem Glas lag erkannte er sofort was sie vor hatte. „UNTERSTEH DICH SOWAS ZU TUN! HEHHRHRH!“ Er krallte sich an ihrem Daumen fest und kratzte sie als sie ihn abzuschütteln versuchte. Asmodi wehrte sich verbissen doch dann schmetterte es ihn beim Schütteln gegen das Honigglas und er liess ächzend los. Ziemlich unsanft knallte er auf den Grund des Honigglases. „Nrhgghhh… Wie kannst du nur! DIESES RESPEKTLOSE WEIB WIE KANN SIE ES WAGEN MIR SOWAS ANZUTUN! Eine Schande dass ich DIE zu meiner Herrin erwählt habe!“ Schmerzhafte Gedanken die er da offenlegte. „Ich hätte sie Lynchen sollen als ich die Gelegenheit dazu hatte!“ Er starrte nach oben und sprang hoch doch er war viel zu klein um den Glasrand zu erreichen. „HEHHRHRH LASS MICH HIER RAUS VERDAMMT! LASS MICH SOFORT RAUS!

HERRRIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIINNNN!“ Er klagte, fauchte, winselte, grollte, brüllte und schrie. Seine Empörung war grenzenlos! Am liebsten hätte er sich zerfetzt!
Da legte sich ein grosser Schatten über ihn als sie das Glas zuschraubte. „DAS WIRST DU MIR BÜSSEN DU VERFLUCHTE HURE!“
Brüllte er aus dem Glas. Er war kaum noch zu hören denn der Deckel dämpfte den Schall ab der nur durch die kleinen Luftlöcher entweichen konnte. Asmodi hämmerte wütend gegen das Glas und tobte vor sich hin.

Mallahall setzte sich in Bewegung. Der Glasboden war viel zu rutschig er konnte mit seinen winzigen Krallen keinen Halt finden so dass es ihn während sie lief immer wieder hin und her warf. „HEEEEEEEEEEEEEEEEERHHHHHHHHHHHHHHHH!“ Protestierte er. “Sie ist konsequent geworden Asmodi.“ Ertönte leise die Stimme des Medicus. „SCHNAUZE! HERRRRRRRRRRIIIIIIIIIIIIIIIINNN LASS MICH RAUS! HERRRIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIINNNNN!“ Er brüllte und winselte. Das konnte sie doch nicht machen er war doch kein verdammter Käfer den man einfach so in ein Glas sperren durfte!
Er blickte nach draussen sah aber alles nur seltsam verzogen denn das Glas war gebogen und vom Honig leicht verfärbt. Die ganze Welt da draussen war in einen stetigen goldigen Schimmer getunkt.
Immer wieder versuchte der Dämon hoch zu krabbeln aber das war völlig aussichtslos. Ausserdem schleuderte es ihn mit jedem Schritt den Mallahall tat wieder auf den Grund.

Er erkannte aus dem Glas dass sie das Zelt verlassen hatten. Die Fratze des Schlafenden Orks erschien vor seinem Glas und hinterliess einen schaurigen Anblick. Die hervorstehenden Zähne wirkten riesig und einschüchternd. Da erschien der ebenfalls sehr in die breite gezogene Kopf der dummen der beiden Feen. Aymi, sie bemerkte den tobenden und stinkwütenden Dämon sofort und fragte, in ihrer gewohnt naiven Art was er denn da drinnen zu suchen hatte.
"Seine Strafe. Ich bitte dich, freundliche Fee, ihn nicht mehr zu vergrößern. Er ... hat es nicht verdient." „WAS?! DU BIST DUMM MALLAHALL DUMM!!! WIE WILLST DU DENN DA DRAUSSEN ÜBERLEBEN MIT MIR IM GLAS UND DIENEM SABBERNDEN FREUND NAAA?! Wegen deiner dummen Sturheit werden wir hier alle noch verrecken! DAS IST KRIEG! Von Krieg verstehe ich was… DU etwa auch mhm?! NEIN! ALSO LASS MICH RAUS!“

Es half nichts. Seine Herrin ignorierte ihn gänzlich. Einzig die Sklavin schien die Situation zu kapieren. „JA STICH SIE ENDLICH AB EHE SIE AUFWACHEN UND UNS ZERSTÜCKELN!! Na los! Stich diese verfluchten Hurensöhne ab! LOS!“ Feuerte er sie an. Indessen bewegte sich der Dämon unruhig im Kreis. Die enge tat ihm nicht gut, seine Rasse vertrug es sehr schlecht wenn man ihn in Ketten legen oder einsperren liess, dass hatte sich schon in Zyranus gezeigt als er rastlos in der Zelle herum gehetzt war. Aber er durfte nicht mit dem Kopf ins Glas rennen, durfte sich nicht verletzen. Befehl war noch immer Befehl. Doch das war für den Dämon noch lange kein Grund um Ruhe zu geben. „SIE IST KEINE LEIDBRINGERIN SIE TÖTET NICHT AUS VERGNÜGEN SONDERN AUS NOTWENDIGKEIT…“ Er versuchte den Feen die ja auch sehr chaotisch dachten jenes Chaos verständlich zu machen aus welchem er entsprang. Das Chaos der Zerstörung des Krieges und des Mordens. „Wenn sie am leben bleiben werden sie uns jagen und umbringen! HÖRT MIR ZU VERFLUCHT NOCHMAL!!!! IHR IGNORANTEN HUNDE HÖRT MICH AN!“ Asmodi vergigselte beinahe im Glas.
Dann begann er eine neue Strategie der Werbung um Aufmerksamkeit.

„HEEEEEEEEEEEEEEEERRRRRRRRRRRRRRIIIN“
„HEEEEEEEEEEEEEEEEEEEERRRRRRRRRRIIIIIINNN“
HERRRRRRRRRRRRRRRRRRRIIIIIIIIIIIIIIIIINNNN“
HERRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRIIIIIIIIIIIIIIIIINNN!“
„HEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEERIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIN!“

Er begann ausdauernd nach seiner Herrin zu brüllen wie ein kleines Schaf dass verzweifelt nach der Mutter blökte und es so lange tun würde bis es erhört würde. Dabei achtete der Dämon darauf dass er immer die gleiche ziemlich mühsame Frequenz verwendete. Doch auch er würde irgendwann ins Schnaufen geraten es würde sich herausstellen müssen wer sich als der sturere erweist. Oder ob Mallahall interveniert um ihn ruhig zu stellen. Theoretisch könnte sie ihm einfach ein Kraut ins Glas legen und der Dämon hätte für lange Zeit überhaupt nichts mehr zu melden. Aber so furchtbar war seine Herrin doch nicht? Nun… Asmodis Strategie war gesetzt und lautete:

„HEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEEERRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIINNNNNN!“

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Re: Die Expedition

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 24. März 2010, 00:00

Bei seiner Größe und gefangen in diesem Honigglas wurde Asmodi zu einem zeternden, aber harmlosen Geschöpf. Mallahall hatte ihn im Griff. Er würde niemanden verletzen können - nicht körperich. Seine Worte trafen die Magierin jedoch hart. Aber - und sicherlich zu Asmodis Überraschung - blieb Mallahall konsequent. Sie ignorierte ihren Dämon gekonnt, umklammerte das Glas nur fester, als Asmodi zu Cinnamins Plänen seine persönliche Meinung abgab.
Mallahall wandte sich an die Elfe, als gäbe es das tobende Blauhaar im Glas garnicht. "Cinnamin, auch ich habe Schrecken durch die Dunkelelfen erlebt. Ich kann dir deine Wut nachfühlen, aber wir sollten sie nicht umbringen. Wir wären nicht besser als sie. Außerdem ist es meine Pflicht, Leben zu wahren und es nicht zu zerstören."
Die Feen flatterten von Cinnamins auf Mallahalls Schultern. Aymi schmiegte sich an ihren Hals und spielte dann mit einer der beiden dämonenblauen Strähnen. Sie mochte Mallahall. Das war eine Freudbringerin, wie es sie nur selten gab. Die Elfe hielt sie allerdings für eine Leidbringerin - was selbst Asmodi dementierte. Da nickte die kleine Fee plötzlich erkennend. "Du hast ja Recht, Asmodi. Niemand war bisher so schlimm wie du. Niemand ist mit dir zu vergleichen."
"Lass ihn, er muss sich beruhigen", warf Mallahall ein. Sie wollte nicht mit ihrem Dämon sprechen. Er musste seine Lektion lernen - nein! Er lernte ja nicht. Das hatte die Magierin jetzt voller Enttäuschung begriffen. Er musste bestraft werden und sicher verwahrt bleiben. Beides bekam er im Moment zu spüren. Nur um Aurelius tat es ihr Leid. Lebte die Seele des Medicus überhaupt noch? Mallahall hatte ihn seit ihrer Vergewaltigung nicht mehr gehört. Er zog sich immer mehr zurück. Vielleicht ... war Asmodi dabei, ihn zu vernichten. Sie traute es ihm zu.

Mallahall senkte traurig den Kopf. Die ehemalige Sklavin hielt sich die Spitzohren zu. "Oh, kannst du nichts dagegen unternehmen? Er fiept und quiekt furchtbar laut."
Mallahall schüttelte den Kopf. Sie konnte natürlich etwas unternehmen. Sie bräuchte Asmodi nur befehlen, still zu sein. Aber das wäre keine Bestrafung. Er würde einsehen müssen, dass er mit seiner gedämpften Brüllerei nichts erreichte. Konsequent bleiben!, gemahnte sich die Magierin selbst. "Wir sollten die Dunkelelfen und den Ork fesseln und einer höheren Ordnung ausliefern. Pelgar liegt nicht weit. Vielleicht könnten wir auch in meine Heimat, Zyranus, reisen."
"Ich möchte sie nicht mitnehmen. Wenn wir sie schon nicht töten, dann lass sie uns einfach hier zurücklassen."
"Sie dürfen nicht die Gelegenheit bekommen, in Kosral Alarm zu schlagen", entgegnete Mallahall zur Bitte der Elfe. Und dieser Einwurf war berechtigt. Cinnamins Flucht könnte zum Verhängnis für die anderen Waldelfen aus Neryan werden. Das durfte nicht geschehen. Die Elfe brauchte nicht explizit fragen, was sie nun anstellen sollten. Ihr verzweifelter Blick blieb der Lichtmagierin nicht verborgen und so zog sie Cinnamin in eine freundliche Umarmung. Zwischen ihnen hing das Honigglas mit Asmodi. Der Dämon brüllte noch immer nach seiner Herrin, versuchte, sie dadurch wohl wahnsinnig zu machen. Mallahall ignorierte ihn. Die Bestrafung nahm enorme Ausmaße für ihn an.

"Wir könnten sie doch schrumpfen und bei uns einladen!", rief Aymi plötzlich. Leidbringer zogen sie an wie Motten das Licht. Aber Caelias Augen funkelten und ihr Lächeln schwand nicht im Angesicht des Einfallsreichtums ihrer kleinen Fee. Die Oberin glitt fein wie ein Seidenschleier von der Schulter und schwebte tänzerisch in der Luft. Ihre Flügel gaben ein feines Rauschen ab. "Ich werde alle schrumpfen. Aymi, du musst bei der Gruppe bleiben, mein kleiner Spatz. Irgendwann muss Leidbringer Asmodi wieder vergrößert werden. Solange folgst du ihm oder bis Freudbringerin Mallahall dich heim schickt. Sie wird gut zu dir sein, das weiß ich." Caelia und Mallahall tauschten Blicke. "Ich werde die Leidbringer schrumpfen. Wir Feen werden mit ihnen fertig. Wir haben Macht, die ihr Großlinge euch nicht vorstellen könnt - und die Wesen anderer Welten nicht als solche erkennen." Ihre Augen ruhten für einen Moment auf dem Honigglas und dann erinnerte sich Caelia an eine Bitte, die der winzige Inhaftierte geäußert hatte.
"Etelin. Er braucht Hilfe, nicht wahr? Wo ist er?"
Mallahall zuckte zusammen und starrte Caelia nur an. Sie wollte helfen, konnte sie es aber auch? Cinnamin reagierte schneller und zeigte auf das Zelt. Caelia schwirrte davon. Zeit verging. Zeit, in der niemand sich rührte, niemand auf dämonisches Brüllen reagierte, aber Zeit, in der sich verschwitzte Handflächen gegen sein Glasgefängnis drückten.

Und dann leuchteten die Zeltwände auf. Ranken sprossen, wuchsen darüber hinweg. Rosen erblühten, Weinreben schlängelten sich bis zur Zeltspitze hinauf und Farn umkreiste den Boden. Caelia verließ flatternd das Zelt. Sie schwebte über einer nach oben gedrehten Handfläche. Bleiche, aschefarbene Haut. Rote Augen musterten Mallahall, Cinnamin, Aymi und Asmodi in seinem Glas. Bei letzterem blieben sie haften, leuchteten.
Mit kleinen, noch etwas wackeligen Schritten schlurfte die Gestalt heran. Sie hatte schon immer wie ein kleinwüchsiger Schnitter ausgesehen, aber jetzt schien das warme Licht des Waldes ihn in eine Aura der Lebendigkeit zu hüllen. Wie ein neugeborenes Kitz, das seine ersten Gehversuche im Schutz des Dickichts und unter dem behüteten Blick der Mutter machte.
"Hat jemand meinen Stab gesehen?", fragte Etelin und kratzte sich am Hinterkopf, während er auf die Gruppe zu schritt.
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Re: Die Expedition

Beitrag von Asmodeus » Freitag 26. März 2010, 12:02

Asmodi tobte, zeterte und brüllte doch es half nichts. Seine Herrin schien plötzlich auf einem Ohr taub geworden zu sein. „Das wirst du mir büssen!“ Drohte er. Asmodi zählte schliesslich zu den sehr nachtragenden Geschöpfen Celcias. Unfreiwillig musste er den Worten der Elfe lauschen und der überaus sinnlosen Antwort seiner Herrin.
"Cinnamin, auch ich habe Schrecken durch die Dunkelelfen erlebt. Ich kann dir deine Wut nachfühlen, aber wir sollten sie nicht umbringen. Wir wären nicht besser als sie. Außerdem ist es meine Pflicht, Leben zu wahren und es nicht zu zerstören."

„Leben wahren?! Bah! Du zerstörst systematisch meine Natur mein Wesen! DU HURE!“ Fauchte er erzürnt. Du zerstörst MEIN Leben! Du bist keine Heilerin sondern nur ein verzogenes Gör, dass glaubt die Welt verbessern zu können und merkst nicht einmal dass die Welt nicht auf jemanden wie dich gewartet hat!“ Asmodi wurde zunehmend verletzender in dem was er sagte. Es war nicht einfach ihn auszuhalten wenn er erst mal richtig zornig war. „GEH DOCH ZURÜCK IN DEINE SCHEINWELT IN ZYRANUS! UND LASS KRISEN DIE LÖSEN DIE WAS DAVON VERSTEHEN! UND JETZT LASS MICH HIER RAUS!!!“
Er rammte immer wieder das Honigglas doch es nützte nichts. Gar nichts. „RHARHARHRHRHRHRHRH!!“ Wütend sprang er umher. Wie lange würde seine Energie für solche Tobsuchtanfälle noch reichen? Doch Mallahall hatte jederzeit die Macht ihn zum Schweigen zu bringen.
"Du hast ja Recht, Asmodi. Niemand war bisher so schlimm wie du. Niemand ist mit dir zu vergleichen." „RHRHRHRHRH!“ Der Dämon knurrte nur und schaute die Feen vernichtend an.

"Lass ihn, er muss sich beruhigen" „RHARHARRRRRRRRRRRHRHRH!“ Asmodi trat gegen das Glas. Tatsächlich war es für seinen Wirt unsäglich belastend die Wut des Dämons auszuhalten. Seine Schreie die Gedanklich noch viel lauter waren trieben den Medicus beinahe an den Rand der Verzweiflung. Das bringt doch nichts! Mallahall konnte sich von ihm schützen indem sie weghörte – Aurelius konnte dies nicht. Er war den Gedanken des Dämons ausgeliefert und war selbst im Moment nicht mehr mächtig genug um ihm Paroli zu bieten.

"Oh, kannst du nichts dagegen unternehmen? Er fiept und quiekt furchtbar laut." Diese Worte stachelten den Dämon an weiter zu quieken. „HEEEEEEEEEEEEEEEEERRRRRRRRRRRIIIIIIIIIIIIIIIIINNNNNNNNNNNNNNNNNNNNNNNNN!!!!“
Sie würden schon noch reagieren müssen, irgendwann! Während die Feen und die Elfe sowie Mallahall sich um die weitere Strategie berieten brüllte Asmodi ausdauernd weiter. Es interessierte ihn nicht was die entschlossen. Sollten sie doch in ihrer Dummheit alle in den Abgrund schicken ihm war das doch egal! ER würde schon überleben.

Zu tiefst gekränkt randalierte er munter weiter in seinem Honigglas. Wie sollte das auf Dauer denn schon funktionieren? Er würde gefüttert werden müssen und seine Notdurft musste er ja schliesslich auch irgendwo verrichten. Sie würden ihn nicht ewig im Glas halten können.
"Ich werde alle schrumpfen. Aymi, du musst bei der Gruppe bleiben, mein kleiner Spatz. Irgendwann muss Leidbringer Asmodi wieder vergrößert werden. Solange folgst du ihm oder bis Freudbringerin Mallahall dich heim schickt. Sie wird gut zu dir sein, das weiß ich." „MACH MICH DOCH GLEICH WIEDER GROSS DANN BRAUCHST DU NICHT VON ZUHAUSE WEGGEHEN!“ Fauchte Asmodi düster und hockte sich im Schneidersitz und mit verschränkten Armen hin. Er hechelte und musste sich wohl zum ersten mal etwas von seiner eigenen Brülltirade erholen. Schmollend hockte er da und musterte wie die Feenoberin zum Zelt flog. Selbst der Dämon schien gespannt zu sein ob sie seinem „Mentor wider Willen“ helfen konnte. „HEH NIMM DEINE HÄNDE VON MEINEN ATEMLÖCHER DU DUMME NUSS!“ Protestierte er wütend. Doch dann verstummten sie alle. Aus dem Zelt trat die kleine Gestalt des Lichs. Seine kleinen roten Augen leuchteten vor Kraft und Energie wie man es nie zuvor gesehen hatte. Der Lich war zurück! Die Fee hatte es tatsächlich geschafft die gebündelte Magie des Magierrates zu Zyranus zu brechen. Selbst der Dämon starrte überrascht. Nicht unbedingt weil er so hell begeistert von Etelins Genesung war – das machte nur einen winzigen aber doch vorhandenen Teil seiner Begeisterung aus. Nein, es war die Macht der Fee die ihn so beeindruckte. Würde er mit der Feenmagierolle auch SO mächtig sein? Mächtiger als der vereinte Magierrat?

Etelin… Auch Aurelius war sichtlich gerührt von dem Anblick des Lichts der so tat als wär nichts gewesen. War er nicht ein lebendiges Beispiel dafür dass man die Hoffnung nie aufgeben durfte? Vielleicht selbst bei einem Dämon nicht?

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Re: Die Expedition

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 31. März 2010, 12:12

Mallahalls Finger zitterten. Außerdem schwitzte sie, denn das Glas, in dem Asmodi gefangen saß, beschlug. Seine Worten trafen sie und zwar sehr tief. Selbst die anderen bemerkten es, denn Cinnamin verstummte schließlich und Aymi legte fragend ihren Kopf schief, so dass ihr Blumenhut beinahe hinunter kippte.
"Schon gut", winkte Mallahall ab und blieb mit ihren Gedanken allein. Du zerstörst systematisch meine Natur, mein Wesen! Asmodis Wort hallten in ihrem Kopf nach wie ein nie enden wollendes Echo. Doch sie hielt Stand und ignorierte ihn weiterhin. Selbst dann, als plötzlich Etelin aus dem Zelt kam, gesund und bei vollem Verstand wie früher, da reagierte die Magierin nicht einmal auf das Gebrülle und Gekrächze des Dämons. Nur ihre Hände verrieten ihren Gemütszustand. Oder war es nun einfach nur unfassbare Freude, die in Gesellschaft mit einem Fluss aus Tränen dem aufrichtigen Glück Ausdruck verlieh, das sie beim Anblick des unversehrten Lichs verspürte?
"Etelin", hauchte Mallahall. Sie klammerte das Honigglas eng an sich und trat dem viel kleineren Mann entgegen. Dieser blickte ein wenig verwirrt, hielt sich den Kopf. "Ich bin nicht in Zyranus", bemerkte er. Immer noch konfus nickte er der fremden Elfe aber grüßend zu und musterte dann Aymi als auch Caelia mit seinen roten Augen. Sie strotzten nur so vor Lebendigkeit und Vitalität. Die Leere in ihnen war seiner Seele gewichen.

"Würdet ihr mich bitte aufklären?" Etelin hatte ein Recht darauf. Doch ehe er Antworten erhalten sollte, erhob sich Aymi von Mallahalls Schulter und schwebte wie ein im Winde tanzendes Blatt um den Lich herum. Fasziniert starrte sie ihn aus großen, grünen Augen an. "Was bist denn du?"Feen wollten nicht vorlaut sein, sie besaßen eine Unschuld, die sie einfach ihre Fragen stellen ließ. "Freudbringender Leidbringer? Leidbringender Freudbringer ... du bist seltsam", entschied sie sich schließlich. Der Lich hob eine Hand, auf der Aymi landen konnte. "Ich bin Etelin", antwortete er, als würde dies alles erklären. Und dann musterte er Mallahall wieder - mit dem Honigglas, in dem Asmodi hockte.
Mallahall ließ es über sich ergehen. Sie hielt dem Blick des Lichs Stand wie sie Asmodis Schimpftiraden ertrug - mit geduldigem Schweigen und ohne jegliches Klagen. Etelin nickte schließlich. "Du hattest es nicht leicht."
"Du hast mir gefehlt, Etelin." Endlich fiel alles von Mallahall ab. Sie setzte das Glas auf dem Waldboden ab und kniete sich vor den Lich. So konnten sie sich Auge in Auge betrachten. Mallahall umarmte ihren lange abwesenden Freund. Etelin erwiderte die Umarmung und klopfte der Lichtmaga immer wieder beruhigend auf die Schulter. Dann löste er sich jedoch von ihr. "Warum sind wir in den Wäldern und was macht Asmodeus in einem Glas? Er ist noch kleiner als ich." Jeder, der einen solchen Scherz gerissen hätte, hätte selbst darüber lachen müssen. Doch aus Etelins Mund kam diese absurde Bemerkung vollkommen monoton und ohne jede Gefühlsregung. Guter, alter Etelin.

Er beugte sich über das Glas. Seine Augen glühten als rote Punkte hindurch und musterten den Winzling Asmodi. "Interessant", sagte der Lich. Anschließend erhielt er eine grobe Zusammenfassung von Mallahall. Sie erzählte, wie sie zu den Waldmenschen gegangen und sie um Hilfe erbeten hatte. Dann berichtete sie von der Befreiung Asmodis aus seiner zyranischen Glaszelle und der Flucht in die Wälder. Sie erzählte von anfänglichen Rückfällen Asmodis, vor allem als sie auf Orks und Dunkelelfen trafen und nach Kosral gebracht wurden.
"Er hat dort einen Goblin getötet - weil er ihm im Weg stand", hauchte Mallahall enttäuscht. Sie hielt wieder das Glas, hatte sich während ihrer Erzählungen kaum daran beteiligt, das Lager abzubauen. Dies übernahm Cinnamin, die eifrig alles auf den Karren lud, was sie vielleicht noch gebrauchen konnten.
Caelia hatte inzwischen weitere Feenmagie gewirkt und die Expeditionsgruppe geschrumpft - mit Ausnahme des Goblins Korky. Der wurde gefesselt und ebenfalls auf den Karren verladen. "Er ist auch nur ein Sklave des dunklen Volkes", hatte Cinnamin argumentiert. Sie wollte den Forscher mitnehmen, vielleicht würde er sich nicht nur dankbar, sondern auch als nützliche Hilfe erweisen. Harkash, Athros, Danduin und Reena aber hatten derweil Asmodis Größe angenommen und Cinnamin legte sie - mit Grashalmen gefesselt - in ein Rindenstück. So würde es Caelia leichter fallen, sie ins Feenreich zu bringen.
"Erzähl weiter, Mallahall. Dann berichte ich, was mir widerfahren ist." Etelin hockte sich zu ihr. Dass die beiden sich unterhalten mussten, störte die ehemalige Elfensklavin nicht. Sie war froh um ihre Freiheit, betonte aber mehrmals, dass man ihr Volk aus Kosral retten musste.
"Er hatte also einen Goblin getötet, nachdem er sich bei den Dunkelelfen als Dämon zu erkennen gegeben hatte. Aurelius verhielt sich still und das war unser geheimer Vorteil. Doch Kosral ist wieder erwacht, Etelin. Die ganze Stadt steht und sie lebt - unter dunkelelfischer Führung. Neryans Elfen sind Sklaven und sie scheinen sich auf einen Krieg vorzubereiten. Wir sollten mit dem nun geschrumpften Expeditionstrupp nach magischen Schriftrollen suchen, damit sie nicht in die Hände der Feinde des dunklen Volkes fallen. Wir haben eine Schriftrolle der Feenmagie."
"Die wird uns nichts nutzen. Feenmagie beherrschen nur Feen."
"Oh, aber ihr könnt auch damit zaubern", mischte sich Aymi in das Gespräch ein. Sie hockte auf Asmodis Honigglas, die Beine über Kreuz und den kleinen Hintern fern der Atemlöcher, damit der Dämon sie nicht hinein pieken konnte. Der Blumenkelch-Hut hatte einer leichteren Mütze aus Moos weichen müssen, die farblich auch besser zu ihren Augen passte. "Wenn man eine Schriftrolle in Händen hält und die entsprechenden Voraussetzungen mitbringt, kann jeder Feenmagie beherrschen. Also die Zauber könnt ihr schon nutzen."
"Wie?", fragte Mallahall. Sie war verblüfft, dass dies möglich war. Die Schriftrollen stellten wertvollere Artefakte dar als es sich die zyranischen Magier wohl vorstellen konnten. Sie erinnerte sich an einen Aushang am Schwarzen Brett der Magierstadt, hatte bislang aber kein Interesse gezeigt, eine solche Schriftrolle suchen zu gehen. Doch jetzt ... da scheinbar bald Krieg herrschte ...

Aymi kicherte: "Ihr müsst nur freudbringerische Zwecke verfolgen. Wer Leid bringen will, dem wird sich die Feenmagie versagen. Aber wer darauf aus ist, Freude zu bringen, der darf ihre Macht nutzen." Deshalb hatte Caelia behauptet, Asmodi könne die Schriftrolle nicht nutzen. Er hatte düstere Pläne mit ihrer magischen Kraft verfolgt. Ob es sich mit jeder Schriftrolle so verhielt? Gab es zu jeder Magie-Art ein solches Pergament?
"Die Frage ist nun, wie wir weiter vorgehen", setzte Etelin das Gespräch fort. Er schaute auf das Glas. "Und was aus Asmodi wird."
"Er bleibt erst einmal da drin und geschrumpft." Mallahall duldete keine Widerrede. Der Lich nickte. Er würde sich in dieses Problem nur als Stütze für die Magierin einmischen. Was mit dem Dämon geschah, entschied sie. Schließlich hatte sie ihn auch die ganze Zeit über ertragen und geduldet. "Wir sollten einen Weg finden, die Elfensklaven zu retten. Nicht nur in Cinnamins Sinn, sondern um des Guten Willen. Wir müssen sie befreien."
"Vielleicht könnten uns Schriftrollen unserer Magie-Art retten", sinnierte der Lich.
"Vielleicht auch weitere Verbündete", lenkte Mallahall ein. Als sie den fragenden Blick der roten Augen auf sich ruhen spürte, fuhr sie fort. "Die dunklen Armeen können unmöglich bereits alle celcianischen Städte diesseits des Drachengebirges erobert haben. Zyranus könnte ihre Stärke dezimieren."
"Wenn die Magier das Geschehen außerhalb ihrer Stadt wichtig wäre."
"Ja", seufzte Mallahall. Sie als auch Etelin wussten, wie ignorant sich Magier aus Zyranus geben konnten. Wenn es sie nicht direkt betraf, würden sie nicht einschreiten. Sollten die beiden also ihre Mühe auf Zyranus verwenden? Dort könnte man wenigstens Asmodi wieder sicher verwahren - für immer. So wie es auch Aurelius bereits sich selbst opfernd vorgeschlagen hatte. "Und was wird aus Zynraia und Castus?" Sie hatten so viel zu tun. Lebten die beiden überhaupt noch? Sollte man sie aufgeben?
Etelin blieb ruhig. "Du hast erzählt, man hätte sie nach Grandea gebracht." Mallahall nickte. "Dann werden wir zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und dort suchen. Lass uns den Neldoreth verlassen und am südlichen Rand der Stillen Ebene entlang reisen. Von dort ist es nur ein kurzes Stück durch die Tiefen des gefährlichen Urwaldes. Dahinter liegt bereits das Königreich Grandessa."
Erneut nickte Mallahall. Ihnen blieb wohl keine andere Wahl. Zumindest war es eine der besseren Ideen. Keiner von ihnen konnte ja ahnen, dass sich Grandessas könig auf die dunkle Seite geschlagen hatte.
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Re: Die Expedition

Beitrag von Asmodeus » Donnerstag 1. April 2010, 12:25

„HEHH!“ Asmodi schnaubte als er merkte wie das Glas beschlagen wurde. Er tat voran und wischte sich mit seinem Ärmel ein Guckloch. „Dein Schweiss stinkt!“ Beschwerte er sich lauthals. Er verschränkte die Arme und hockte sich trotzig hin. Er guckte Etelin düster entgegen. „Dann rette ich ihn und das ist der Dank häh?!“ Fluchte er. Er log. Aurelius war es gewesen welcher die Feenoberin um Hilfe angefleht hatte. Nicht er.

"Würdet ihr mich bitte aufklären?" „MEINE HERRIN IST ÜBERGESCHNAPPT! SIE IST WAHNSINNIG GEWORDEN!“ Klärte Asmodi aus seiner Sicht die Situation für Etelin auf. Doch man ignorierte ihn. Das ging ihm deutlich auf den Senkel. Düster musterte der Dämon wie die Fee sich Etelin näherte und ihn neugierig betrachtete. „Er ist ein verdammt schlechter Vater der sich lieber der verbotenen Magie gewidmet hat als sich um seine Familie zu kümmern!“ Asmodi war wütend und so versuchte er alles um möglichst beleidigend zu sein.

"Du hattest es nicht leicht." „Das kannst du aber laut sagen! Ich war der einzige der dafür gesorgt hat dass wir überhaupt noch leben, während Mallahall alles daran gesetzt hat um dies zu Sabotieren!“ Erst jetzt merkte er das Etelin gar nicht mit ihm sprach. Er rollte mit den Augen als Etelin seine Herrin umarmte. „Es herrscht Krieg und ihr knutscht hier rum!“ Grollte er zynisch.

"Warum sind wir in den Wäldern und was macht Asmodeus in einem Glas? Er ist noch kleiner als ich." „ICH SAGTE JA SIE IST ÜBERGESCHNAPPT!“
"Er hat dort einen Goblin getötet - weil er ihm im Weg stand" „JA alles andere hätte ja auch verdächtig gewirkt! Wenn ihr schon wollt dass der Dämon die Zügel in die Hand nimmt soll er sich auch wie einer verhalten können! Es war nur eine Grünhaut! Nichts besonders in einer Zeit wo Lebewesen zu tausenden Abgeschlachtet werden!“ Er sprach dabei eine Tatsache an die wahrlich existierte. Mord kannte man vor allem in Friedenszeiten. Wenn ein Soldat jedoch einen Feind umbrachte war dies eine Feindeliminierung und durchaus gebilligt.
"Er ist auch nur ein Sklave des dunklen Volkes" „Des so ziemlich verräterischsten Volkes! Der verrät uns doch bei der ersten sich bietenden Möglichkeit an die Dunkle Armee!“

Asmodi rollte mit den Augen und wandte sich ab. Er hatte keine Lust sich Mallahalls Ausführungen zu seinen „Missetaten“ noch einmal anzuhören. Erst als sie auf die Feenmagie zu sprechen kamen wurde er wieder hellhörig. Asmodi guckte hoch. „HOCK DICH NICHT AUF MEINEN DECKEL!“ Fauchte er.
"Wenn man eine Schriftrolle in Händen hält und die entsprechenden Voraussetzungen mitbringt, kann jeder Feenmagie beherrschen. Also die Zauber könnt ihr schon nutzen." Der Dämon lauschte und blickte zu seinem Pergament.
"Ihr müsst nur freudbringerische Zwecke verfolgen. Wer Leid bringen will, dem wird sich die Feenmagie versagen. Aber wer darauf aus ist, Freude zu bringen, der darf ihre Macht nutzen." „ARHRHRH SO EIN SCHWACHSINN!“ Fluchte Asmodi und warf das Pergament in eine Ecke. Dann krabbelte er wieder darauf zu und sammelte es wieder ein.

"Er bleibt erst einmal da drin und geschrumpft." „AHRAHRHR!“ Das gefiel dem Dämon ganz und gar nicht. Wütend trat er gegen das Glas. „IRGENDWANN WIRST DU MICH RAUSLASSEN MÜSSEN!“ Düster lauschte er den Ideen seiner beiden Wärter. „In Zyranus? SEID IHR DENN SO VERGESSLICH! WIR WERDEN DORT ALLE GESUCHT! MAN HAT EINE BELOHNUNG AUF UNS AUSGESETZT!“
Asmodi hatte recht. Zyranus würde niemals irgendwelchen Verbrechern Gehör schenken.
"Du hast erzählt, man hätte sie nach Grandea gebracht." Asmodi schwieg. Zanraia… Castus... Er winselte und machte sich klein. Auch der Dämon hatte seinen Kummer, doch darauf achtete sich wohl keiner.

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Re: Die Expedition

Beitrag von Gestalt » Freitag 2. April 2010, 13:16

Zyranus war kein Ziel für sie. Und auch wenn Asmodi von allen Anwesenden weitgehend ignoriert wurde, blieben seine Worte nicht ganz ungehört. Er hatte Recht. Die Hilfe der Magierstadt stand ihnen nicht mehr zur Verfügung. Mallahall wurde gesucht, Asmodi galt als entführt und wenn er zurück käme, würde er wieder Angelegenheit der Zauberer und Hexen werden. Etelin hielt man zwar bereits für bestraft, doch hatte die Magierstadt je eine pelgarische Antwort bekommen, dass er die Anstalt Burgstein erreicht hatte?
Nein, nach Zyranus würden sie nie wieder gehen können. So entschied sich die Gruppe, Hilfe im Königreich Grandessa zu suchen, in der Hoffnung, man würde sie anhören. Dem Lich und der Lichtmagierin blieb natürlich ein Hintergedanke bewusst im Kopf. Zanraia war dort. Sie mussten sie finden und auch ihren Sohn Castus. So hatte man sich schnell auf den Weg gemacht.

Da Harkash nun als Lasttier fehlte und der Karren keinen Esel besaß, hatte Caelia noch einmal ihre Feenmagie spielen lassen, ehe sie sich mit einem sanften Lächeln von der Gruppe verabschiedete. Neben weiteren Feen, die die geschrumpften Dunkelelfen fortbringen sollten, tauchte auch ein stolzer und vor allem kräftiger Hirsch auf. Sein Geweih verzweigte sich mehrmals und wies ihn als erfahrenes Tier aus. Das rotbraune Fell erinnerte an feuchte Erde und es schimmerte auch so, wenn sich mattes Sternenlicht darauf brach.
Bereitwillig ließ sich der Hirsch vor den Karren spannen. Cinnamin saß auf dem Kutschbock. Sie lenkte den Wagen recht gut und zeigte Talent, mit dem Tier umzugehen. Im Karren selbst lag Korfy. Man hatte den Goblin für alle Fälle gefesselt, aber bei den Dunkelelfen zurücklassen wollte man ihn nicht. Es würde sich noch zeigen, auf wessen Seite er sich stellte. Noch hielt der Feenzauber an und er schlummerte selig.

Aymi hatte inzwischen ebenfalls die Müdigkeit gepackt. Kleine Feen mussten nachts auch schlafen und der Mond stand schon weit oben am nachtblauen Himmelszelt. Sie hatte sich neben Cinnamin auf den Kutschbock gekuschelt. Dort war ein Schal für die Fee bereit gelegt worden, in dem sie sich nun eingerollt hatte, so dass nur noch ihr flachsblonder Schopf hervor lugte. Sie gab leise Atemgeräusche von sich, die kaum merklich klingelten. Dabei stob immer wieder eine winzige Brise Feenstaub aus dem Schal auf.
Auch Mallahall hatte sich zur Ruhe gebettet. Nach all der Arbeit im Lager und der Aufpasserei auf Etelin schlief sie nun den Schlaf der Gerechten. Gegen die Rückwand des Karrens gelehnt hockte sie da, die Muskelns erschlafft und das Gesicht entspannt. Endlich fand auch sie einmal Erholung. In ihren Händen ruhte das Honigglas.

Etelin, der nach der langen Zeit ohne Verstand, ein wenig hatte die Glieder bewegen wollen, marschierte eifrig neben dem Karren her. Der Hirsch zog ihn nicht sehr schnell, so dass selbst der kurzbeinige Lich mitkam. Schließlich aber entschied er sich auch für eine Pause und erklomm den Wagen. Neben Mallahall war noch Platz, der Rest wurde von Ausrüstung und Vorräten eingenommen. Etelin ließ sich mit einem Seufzen nieder.
"Ich werde alt", sagte er, die altbekannte Monotonie in seiner Stimme. So würden seine kleinen Scherze niemals Gehör finden. Er musterte Mallahall. Endlich schlief sie. Jetzt konnte er sich mit Asmodi unterhalten. So nahm Etelin das Glas an sich und hielt es vor sein Gesicht. "Wie geht es euch beiden?", fragte der wiedergekehrte Lehrmeister seinen Schüler und dessen Dämon. Er wusste, dass Aurelius noch irgendwo in diesem Körper steckte, obgleich er sich nicht gemeldet hatte. "Du scheinst mehr über den Krieg zu wissen als die anderen. Erzähl mir deine Sicht der Dinge, mein Sohn."
Er hatte ihn noch nicht aufgegeben. Nicht so wie Mallahall, denn Etelin nannte ihn noch immer seinen Sohn. Er glaubte weiterhin an den Dämon, sah das Ganze auch aus einer anderen Perspektive als die Lichtmagierin. Und damit war sicherlich keine Perspektive gemeint, die etwas mit geringerer Größe zu tun hatte. Er hatte eine Ewigkeit damit zugebracht, die Nekromantie zu studieren. Er hatte sich sogar in ein paar Rituale der gleichnamigen Magie-Art eingelesen. Er hatte Schriften und Erzählungen über den Harax, das Wesen des Todes und die Respektlosigkeit vieler dunkler Nekromanten erfahren. Er kannte Asmodi inzwischen mehr als gut.
Er gab ihn nicht auf. "Du hast einmal gesagt, du wüsstest es, wenn Zanraia oder Castus tot wären. Kannst du sie spüren? Wir müssen euch wieder zusammenführen. Dir fehlt deine Familie wohl." Dann wurde er einen Moment lang still. "Was hat Mallahall verändert?", fragte er schließlich und musterte sie.
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Re: Die Expedition

Beitrag von Asmodeus » Sonntag 4. April 2010, 17:39

Asmodi verstummte für einen Moment als der stolze und erhabene Hirsch an seinem Glas vorbei trat. Er starrte das Tier an und schnaubte. „MACHT MICH WIEDER GROSS ODER MEINE RACHE WIRD FÜRCHTERLICH SEIN!“ Brüllte er. Der Feenfluch ging ihm langsam aber sicher gehörig auf den Geist. Wütend verschränkte er seine Arme und hockte sich hin. „ICH HABE HUNGER!“ Es half nichts. Aymi und Mallahall legten sich schlafen. Ihm blieb nichts anderes übrig als zu verharren. Er schwieg einen Moment. Du bist so still was ist mit dir los? Schon lange hatte Asmodi nicht mehr mit seinem Menschen kommuniziert. …Ich… bin so müde… Seufzte der Medicus. Was soll das heissen? Du hast nicht schwach zu werden du elendiger Stümper! Lass mich doch in Ruhe Asmodi! Hah was sind denn das für neue Töne? Merkst du es denn nicht? Sie hat dich aufgegeben! NA UND WAS KANN ICH DENN DAFÜR WENN DIE HERRIN SPINNT! HARHRHRH BLEIB LIEBER STILL DU BASTARD!

Beleidigt nahm sich Asmodi aus der Unterhaltung. Aurelius beliess es dabei, früher hätte er mit dem Dämon gestritten nun fehlte ihm inzwischen jedoch die Kraft. Asmodi wollte gerade damit anfangen rumzubrüllen um die Frauen zu wecken doch Etelin lenkte ihn ab indem er nach dem Glas langte und es zu sich zog. Die roten kleinen Kugeln in Etelins Augen waren durch den Blick durchs Glas leicht verzerrt. Der Dämon kauerte sich auf und legte seinen Kopf schief. „Na wieder normal im Kopf? Hast du wieder die Kontrolle über deinen Sabber und dein Gedärm.“ Brummte der Dämon. Offenbar war dies seine Art und Weise auszudrücken dass er froh war, Etelin wieder zu haben.
"Wie geht es euch beiden?" „WIE ES MIR GEHT? BESCHISSEN GEHT’S MIR! Und nach dem Medicus brauchst du gar nicht mehr zu fragen… der ist tot.“ Log der Dämon dreist vor sich her.

"Du scheinst mehr über den Krieg zu wissen als die anderen. Erzähl mir deine Sicht der Dinge, mein Sohn." „Mit diesem Kuschelkurs kommen wir nicht sehr weit! Wir müssen bereit sein zu töten, zu zerstören und zu morden. Es herrscht Krieg! Krieg ist Chaos und ich bin ja wohl der Meister des Chaos! Wir hätten sie töten sollen! Denn jetzt haben sie die Gelegenheit andere zu töten! Ich weiss nicht viel über die Dunkelelfen aber ich weiss dass sie durchaus in der Lage sind ganze Völker auszurotten. SOWAS SOLLTE NUR ICH TUN DÜRFEN!“ Da sich Asmodi ohnehin als der zukünftige Herrscher Celcias empfand war es verständlich dass es ihm nicht passte wenn irgend ein „Banditen Heer“ „sein“ Volk abschlachtete. Ausserdem wollte er nicht im Schatten der dunklen Horde stehen.

„Statt mich zu unterstützen legt sie mir nun Steine in den Weg wegen eines dummen Goblins! Ich musste dafür sorgen dass wir nicht alle gleich hingerichtet werden während sie nichts tat und sich…“ Er verstummte und knurrte leise. Er wollte nicht aussprechen was dieser Bastard von Kommandant getan hatte.
"Du hast einmal gesagt, du wüsstest es, wenn Zanraia oder Castus tot wären. Kannst du sie spüren? Wir müssen euch wieder zusammenführen. Dir fehlt deine Familie wohl." „Sie leben!“ Fauchte der Dämon. Jeder der was anderes behauptete hätte wohl Strafe verdient. Seine Augen funkelten voller düsterer Entschlossenheit seine Geliebte wieder zu finden.
"Was hat Mallahall verändert?" Der Dämon grollte, tigerte unruhig in seinem gläsernen Käfig hin und her und schien zu überlegen ob er sich Etelin anvertrauen sollte oder nicht. „Sie wurde gefickt.“ Knurrte er schliesslich und offenbarte Etelin so auf brutale, schonungslose Weise was seiner Herrin wiederfahren war.

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Re: Die Expedition

Beitrag von Gestalt » Dienstag 6. April 2010, 00:17

Mallahall hatte sich verwandelt. Jedenfalls schien es Etelin so und der Lich war lange genug mit ihr gereist, hatte versucht Asmodi zu erziehen und kannte sie, um es zu erkennen. Sie war konsequent geworden, bewies mit ausdauernder Härte, dass sie die Schreie ihres Dämons ignorieren konnte. Viele andere hätten längst versagt. Mallahall aber war sogar imstande, zu schlafen. So ruhig und weich waren ihre Züge jetzt, die Augen geschlossen. Sie machte einen friedlichen Eindruck.
Etelin jedoch hatte etwas in ihrem Blick gesehen. Die saphirblauen Spiegel zu ihrer Seele waren befleckt. Etwas hatte sich verändert und nur Asmodi konnte ihm darauf im Augenblick eine Antwort geben. Der Lich wollte die Magierin nicht wecken, nur um sein Interesse für ihren Zustand zu befriedigen. Außerdem zeigte sich Asmodi als schlaflos.

"Na, wieder normal im Kopf? Hast du wieder die Kontrolle über deinen Sabber und dein Gedärm." "Ich freue mich auch, dich zu sehen. Diese Zeit habe ich erlebt, aber dennoch ... es war ihn ein routinierter Traum. Ein ewiger Fluss, dem man zuschauen muss und dennoch nicht eingreifen kann." Der Lich hielt sich den Kopf. Ja, er hatte so einiges miterlebt und trotzdem fehlten ihm Erinnerungen daran. Er wusste nichts, war aber nicht vollständig fort gewesen. Der Zustand eines Verstandslosen ließ sich nicht definieren.
Oh, hätte Etelin mehr Zeit und weniger Probleme, die dringend aufbereitet werden mussten, er hätte sich geradezu leidenschaftlich mit diesem Thema befassen können. Vielleicht wären Studien in Burgstein oder Befragungen von Magiern und Geisteswissenschaftlern äußerst aufschlussreich gewesen. Doch all das geriet ins Hintertreffen. Es gab Wichtigeres.

"Und nach dem Medicus brauchst du gar nicht mehr zu fragen ... der ist tot." Etelins Augen flackerten auf. Seine Miene verzog sich keinen Millimeter, aber das Entsetzen über diese Nachricht reflektierte den Schein aus seinen Augen. Aurelius ... tot. Konnte er Asmodi glauben? Er hob das Glas dich vor sein Gesicht. Der Dämon log oft und wo es nur ging. Mallahall hatte ihm von einer Art Rückfall in sein altes Verhalten erzählt. Was davon konnte er in Bezug auf die Information in die Waagschale legen?
"Tot", wiederholte Etelin. Seine monotone Art schaffte es, selbst dieses Wort lebloser klingen zu lassen als die Bedeutung, die hinter dem Begriff stand. Tot. Er war fort. Für immer.
Etelin neigte dazu, der Aussage zu glauben, denn es passte. Wäre Aurelius am Leben gewesen, er hätte sich bemerkbar gemacht. Ihm konnte nicht so wenig an Etelin liegen, dass er ihn nicht wieder im bewussten Leben begrüßte. Er musste tot sein. Das erklärte auch das zurückgekehrte dämonische Verhalten. Asmodi hatte nur noch von Mallahall aufgehalten werden können und die Magierin war nicht rund um die Uhr für ihn da, um ihn mit Befehlen an Fehlern zu hindern. Aurelius hatte immer noch ein letztes Wort für seinen Dämon gehabt.
"Tot." Erneut hauchte die Silbe durch die Nacht. Sie war so leise, dass die Geräusche des Waldes und das Knarren der Wagenräder sie verschluckten. Etelin atmete schwer aus. Dieses Ende ging ihm sehr nahe. Wieder ein Sohn, der ihn verlassen hatte.

Beinahe abwesend wie zuvor schon im minderwertigen Geisteszustand lauschte er Asmodis Ausführungen zum Krieg, der ins Land zu ziehen schien. Etelin hatte nichts davon mitbekommen und das einzige, worauf er sich nun stützen konnte, war die Sichtweise eines Haraxwesens zu diesem heiklen Thema.
Überraschenderweise nickte er dann. "Die Dunkelelfen müssen aufgehalten werden. Notfalls, indem wir zu ihren Richtern und Henkern werden." Sein Blick flog zu Mallahall. "Vom Töten versteht sie nichts. Sie dient dem Leben. Nimm es ihr nicht übel, es wäre wider ihrer Natur und ihrer Prinzipien. Aber ich verstehe dich." Und das tat er vielleicht wirklich - oblgeich Etelin niemals einplanen würde, ganze Völker auszurotten. Nicht einmal die dunklen Wesen Celcias. Es würden nur genug sterben müssen, damit sie verstanden, dass der Rest der Welt sich wehrte. Manchmal sahen es die Dummen nicht anders ein und man musste sich auf ihr Niveau herab begeben.

Aber nicht nur der bevorstehende - oder bereits begonnene? - Krieg war Thema ihres Geprächs. Noch immer befanden sich Castus und Zanraia weit fort. Aus den Augen, aus dem Sinn. Wo steckten sie? Wie erging es Mutter und Kind?
"Sie leben!" Die Schärfe in diesen Worten war unbeschreiblich. Asmodi duldete keine andere Option. Dass seine Geliebte und sein Sohn wie Aurelius tot sein könnten, kam für ihn nicht in Frage. Etelin legte eine Hand an das Honigglas. "Dann werden wir sie finden", sagte er. Zuvor wollte er allerdings endlich erfahren, was mit Mallahall geschehen war. Die Veränderung ihres Wesens lag wie eine mysteriöse Aura um den Körper der Frau. Unsichtbar, aber sehr präsent. Und endlich rückte Asmodi mit der Sprache heraus. Nicht sehr elegant, aber er schilderte in der kürzesten Fassung überhaupt, was ihr zugestoßen war.

Erneut flackerten Etelins Augen. So tot er als Lich immer gewesen war, so viel Leben und Emotion erfüllte sein von Mallahall, Asmodi, Aurelius und Zanraia wieder beflügeltes Herz, wenn es um die kleine Familie ging. Ja, sie waren eine Familie, zusammengewürfelt, aber zusammenhaltend.
Aber dann stellte Etelin wohl eine Frage, die Asmodi nicht erwartet hatte. Er interpretierte sein Knurren falsch. "Du bist eifersüchtig? In wen hat sie sich verliebt?" Außer ihm befand sich ja nur der Goblin Korfy im Karren und hätte Mallahall einen des dunklen Volkes aus der Expeditionstruppe für sich erwählt, so wäre dieser nicht zurückgelassen worden. Wer also war derjenige, der sich mit ihr vereint hatte?
Plötzlich weiteten sich Etelins Augen. Eine Ahnung beschlich ihn. Er hob das Glas an und blickte starr hinein, auf den geschrumpften Blauschopf. "Mallahall und Aurelius haben sich geliebt und du hast deinen Wirt im Geiste umgebracht. Bedeutete er dir so wenig?" Oder: bedeutet dir deine Herrin so viel?
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Re: Die Expedition

Beitrag von Asmodeus » Samstag 10. April 2010, 23:09

Asmodi grinste zufrieden als er Etelins Reaktion… ja… Reaktion(!) auf die Todesnachricht von Aurelius sah. Seine Worte trafen eben noch immer, vermutlich auch Mallahall. Sie konnten ihn vielleicht schrumpfen doch noch immer hatte er einen gewaltigen Einfluss auf sie. Dies stärkte ihn und dies hatte er im Moment auch dringend nötig. Bei seiner Grösse war es schliesslich nicht verwunderlich dass er langsam unter Minderwertigkeitsgefühlen zu leiden hatte. Etelins ehrliche Bestürzung war wie ein süsser Nektar für den Dämon. Das Leid eines Lichs war eine sehr seltene Delikatesse. „MRhrmrmm.“ Schnurrte der Dämon zufrieden und wurde ruhiger um Etelins Leid vollends geniessen zu können.

"Tot" „Finde dich damit ab!“ Keifte er kaltschnäuzig. Wie konnte das nur sein? Der Dàmon hatte seinen Wirt nicht immer gut behandelt aber er hätte ihn auch nie vernichtet. Was war mit der Bindung die zwischen ihm und Aurelius bestanden hatte passiert? Der Lich hatte wahrlich vieles verpasst… wenn es stimmte was Asmodi ihm erzählte. Dafür sprachen einige Indizien, denn auch Mallahall war ganz anders geworden. Irgendwas einschneidendes musste also passiert sein und Aurelius Tod passte da durchaus ins Schema.

Doch der Mensch war nicht tot. Aber schwach. Seit Asmodi mit dem Mord rückfällig geworden war fehlte dem Mensch die Energie ihn nochmals versuchen zum guten zu bekehren. Er hatte seinen Dämon aufgegeben und hoffte nur darauf so schnell wie möglich nach Zyranus gebracht zu werden. Je präsenter der Dämon aber die Führung inne hielt umso schwächer wurde der unterdrückte Wirt.
Erstaunlich schnell wurde das Thema gewechselt. Man sprach über den Krieg. Asmodi hatte da seine ganz eigenen Vorstellungen – und viele Menschen dachten in jener Hinsicht wohl dämonisch - .
"Die Dunkelelfen müssen aufgehalten werden. Notfalls, indem wir zu ihren Richtern und Henkern werden." „JAHRHRH!! ABER ICH KANN NIEMANDEN RICHTEN BEI MEINER GRÖSSE!“ Wenigstens sah der Lich ein dass Mallahall für den „Tötenpart“ nicht in Frage kam. Irgendeiner musste doch dreinschlagen und morden und dafür war Asmodi doch wie geschaffen!

"Vom Töten versteht sie nichts. Sie dient dem Leben. Nimm es ihr nicht übel, es wäre wider ihrer Natur und ihrer Prinzipien. Aber ich verstehe dich." „ES IST AUCH WIDER MEINER NATUR AUF DIE GRÖSSE EINES INSEKTES GESCHRUMPFT ZU WERDEN!“ Brauste der Dämon wütend auf. „Sie soll mich endlich wieder gross machen!“ Keifte er und weckte vielleicht demnächst die ganze Truppe mit seinem Gebrüll.
Asmodi blieb wütend als sie auf Zanraia und Castus zu sprechen kamen. Niemals würde er zulassen dass ihnen was zustiesse und wenn es ihnen jetzt in der Ferne dennoch passieren würde so würde er nicht ehe ruhen bis er sich auf die grausamste Art und Weise an ihren Peinigern gerächt hätte.

"Dann werden wir sie finden" „JAHRHRH ALSO BEHINDERT MICH NICHT STÄNDIG UND MACHT MICH GROSS¨!“ Fluchte er als wäre es wichtig dass er gross gemacht würde. „Ich spüre Seelen! Ich kann sie filtern! Ich spüre Leid und Angst und Sehnsucht!“ Tatsächlich sah Asmodi ja bekanntlich die Welt ganz anders als es beispielsweise ein Mensch tat. Darum war es für ihn auch immer so leicht Gefühle und Emotionen zu erraten. Er sah die Momentane Stimmungslage seines Ziels wie eine Aura um sein Opfer herum. Je mehr Leid es empfand umso bläulicher wird dessen Aura für Asmodi. Wenn sie schwarz wurde, so handelte es sich um einen sterbenden.
Eigenschaften um den ihn sicherlich jeder Geisteswissenschaftler beneidete der oft niemals wirklich in Erfahrung bringen konnte wie es seinem Patienten wirklich ging. Doch konnte er auch ein ganz bestimmtes Leid wittern und es als jenes von Castus oder Zanraia identifizieren?

"Du bist eifersüchtig? In wen hat sie sich verliebt?" Für einen Moment wollte Asmodi schon wieder aufbrausen doch er hielt inne. Etelin zog völlig falsche Schlüsse und daraus konnte Asmodi eine gehörige Verwirrung stiften. Ein Spiel dass sicherlich in einer bitteren Strafe für ihn enden würde… aber das war es ihm wert. Er würde ordentlich Unruhe ins Lager von Mallahall bringen wenn der Lich glaubte sie hätte sich mit Aurelius vereint und dieser wurde deswegen ermordet. Asmodi grinste düster.
"Mallahall und Aurelius haben sich geliebt und du hast deinen Wirt im Geiste umgebracht. Bedeutete er dir so wenig?" „ER HAT ES VERDIENT!“ Knurrte er und dreht e sich ab. Ohh diese Geschichte würde bestimmt ein Spass werden! Und er würde seine Herrin damit bestrafen weil sie so bös zu ihm war. Sie würde nämlich in die Unangenehme Situation kommen die ganze Sache aufzuklären. Es war sicherlich nicht angenehm für sie über Vergewaltigung zu sprechen. Aber dem Dämon wars egal, sie sollte nur leiden wenn sie meinte ihn bestrafen zu müssen!

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Re: Die Expedition

Beitrag von Erzähler » Montag 12. April 2010, 17:14

Aurelius war also schlussendlich wirklich gestorben. Seine Seele hatte hoffentlich Frieden gefunden. Dennoch ...
"Diese Nachricht kommt überraschend, Asmodi. Nach all der Zeit und dann so plötzlich." Sein Blick wanderte zu Mallahall. Etelin vermutete schließlich falsch und glaubte, sie habe sich mit dem Medicus vereint. Eine tragische Liebe von vorne herein, wenn man sich des Dämons in Aurelius' Körper ständig bewusst sein musste. Das hatte ja nicht gut gehen können. "Wenigstens hat er vorher noch die Liebe finden dürfen, auch wenn ich dachte, er liebt Zanraia." Ja, das war ein bitterer Beigedanke. Hatte Aurelius Zanraia nicht ebenso geliebt wie Asmodi? Hatten beide nicht mit dem geteilten Körper ein Kind gezeugt und jeder die eigenen Eigenschaften an Castus übertragen?
Vielleicht hatte der Medicus aber auch die Hoffnung aufgegeben, dass Geliebte und Sohn in Grandea überlebt hatten und war in Mallahalls Arme geflüchtet. Es gab viele Spekulationen und Asmodi wollte Etelin nicht wirklich Antworten geben. Er interessierte sich nur dafür, seine alte Größe wieder zu erlangen.

"Ich fürchte, das kann ich nicht bewerkstelligen", gab der Lich zurück. Er kannte keinen nekromantischen Zauber oder Fluch, der Asmodi in seine ursprüngliche Gestalt zurück verwandelt hätte. Und bedauerlicherweise studierte Etelin nicht die Schriftrolle der Feenmagie. Niemand hatte sie sich bisher lange genug angesehen, um zu erkennen, dass sich darauf auch der Schrumpfzauber fand, den Aymi über Asmodi gesprochen hatte. Niemand, außer Mallahall, aber die Lichtmagierin schlief.
Vermutlich wären Zauberversuche aber eh nur Zeitverschwendung gewesen. Aymi betonte ja immer wieder aufs Neue, dass sie die einzige war, die Asmodi wieder wachsen lassen konnte.

"Sie soll mich endlich wieder groß machen!"
Der Lich kratzte sich langsam und sehr bedächtig am Kinn. Er dachte nach. "Ich weiß, dass viele Verhaltensweisen dir fremd sind. Celcia ist eben nicht deine Heimat. Aber du hast sicherlich schon selbst bemerkt, dass sein Brüllen die Fee nicht überreden wird, dich zurück zu verwandeln." Er stellte das Glas neben sich ab. "Du solltest deine Taktik ändern."
Wieder entstand ein Moment des Schweigens. Etelin dachte sehr intensiv nach. Letztendlich traf er eine Entscheidung, mit der der Dämon sicherlich nicht im Einklang stand. "Ich würde dich ja gern aus dem Glas heraus lassen, aber Mallahall hat sich mit deiner Einsperrung bestimmt etwas gedacht. Also kann ich es nicht tun, auch wenn ich der Meinung bin, du solltest einmal mit dem Feenmädchen sprechen."

Falsche Vermutungen verdichteten sich. Inzwischen glaubte Etelin den Worten des Dämons, auch wenn ihn die Erfahrung gelehrt hatte dies mit Vorsicht zu tun. Aber wäre Aurelius wirklich noch am Leben, hätte er sich längst zu Wort gemeldet und das bemerkte der Lich mittlerweile. Dann benahm sich Asmodi nämlich ein wenig abwesend, schimpfte manchmal grundlos und ohne jemanden direkt anzusprechen. Dabei sprach er - und zwar mit seinem Wirt, auf gedanklicher Basis.
Das tat er im Augenblick überhaupt nicht. Es fand keine zweite Kommunikation statt und Etelin hatte Asmodis volle Aufmerksamkeit. Er las zwischen den Zeilen, als sich der Dämon über seine verstorbene, bessere Hälfte ausließ. Er hat es verdient. Das war sein Kommentar zu diesem Mord. Wusste Mallahall davon? Etelin beantwortete das mit einem Ja. Das würde wohl der wahre Grund sein, warum sie ihren Dämon in einem Honigglas gefangen hielt.
"Fast wie die Glasgefängnisse in Zyranus, die für wirklich gefährliche Forschungen eingesetzt werden", murmelte Etelin nachdenklich und eher an sich selbst gerichtet. "Sie nimmt Rache. Das sieht ihr nicht ähnlich." Etelin war besorgt. Man sah es ihm zwar nicht an, aber Asmodi würde es spüren können. Aurelius und der Dämon hatten die Lichtmagierin verändert. Derzeit bewegte sie sich auf einem dunklen Pfad.

Etelin sagte nichts mehr. Schweigend hockte er da und lauschte den Geräuschen der Nacht - einige davon kamen vermutlich auch von Asmodi. Im Gegensatz zu Mallahall antwortete Etelin dem zeternden Dämon wenigstens. Leider brachte das Asmodi auch nicht weiter. Und irgendwann nickte der Lich ebenfalls weg.
Er schlief noch immer, als die ersten Sonnenstrahlen zwischen den Bäumen hindurch schienen und fleckige Lichtspiele auf den Waldboden zauberten. Cinnamin hing müde auf dem Kutschbock, der Hirsch lenkte den Karren im Grunde allein. Die Elfe hatte die Augen geschlossen. Neben ihr kauerte Aymi eingekuschelt in Cinnamins Haare. Mallahall schlummerte ebenfalls selig. Alle holten Schlaf nach, den sie so bitter nötig hatten. Nur einer wurde gerade wach.

"Uh oh ... huch! Ich bin gefesselt. Was, bei allen Kobolden ist hier los? Wo bin ich?" Korfy wand sich in seiner Ecke des Karrens. Die Brille rutschte ihm weit nach vorn auf die Nasenspitze. Eigentlich hätte er sie selbstständig nicht wieder aufsetzen können. Cinnamin und Mallahall hatten den Goblin schließlich gefesselt. Doch noch während er verwirrt Fragen stellte ... "Weshalb bin ich hier? Ist das noch immer der Neldoreth? Wo sind Danduin, diese grauenhafte Reena und die anderen?" ... und plötzlich hatte er die Hände frei. "Schlechte Knoten", brummte der Goblin. Schon schaute er sich nach seinen Aufzeichnungen und Werkzeugen um. Erst dann richtete er seine Brille. "Ganz schlecht geknotet. Jedes Goblinkind hätte das lösen können. Und nun?" Es schien ihn wenig zu kümmern, dass er gefesselt worden war und sich in Begleitung all jener befand, die Sklaven der Expedition gewesen waren. Hauptsache, seine Materialien und Unterlagen waren noch da. "Wo ist mein Zwirbeltrigonimeter? Das haben die doch nicht etwa zurückgelassen? Es ist wichtig!" Korfy krabbelte mit suchendem Blick durch den Karren.
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Re: Die Expedition

Beitrag von Asmodeus » Donnerstag 15. April 2010, 15:14

"Diese Nachricht kommt überraschend, Asmodi. Nach all der Zeit und dann so plötzlich." „Aaach der Tod kommt immer plötzlich.“ Brummte der Dämon. Er schien so schrecklich ungerührt. Nun warum sollte er es auch nicht sein, er wusste schliesslich dass jegliche Trauer Verschwendung gewesen wäre. Aurelius war ja noch da.

"Wenigstens hat er vorher noch die Liebe finden dürfen, auch wenn ich dachte, er liebt Zanraia." „Jaja… was ihr immer dachtet wie lieb dieser Medicus war! Dabei war er genau so verdorben wie es meine Herrin ist!“ Fauchte er wütend. Ausserdem hatte der Dämon andere Probleme als den vermeintlichen Toten. Er wollte gross werden!
Diesen Wunsch äusserte er auch bei praktisch jeder Gelegenheit doch bisher erreichte ihm immer wieder die gleiche Antwort. Er würde klein bleiben. „ICH HAB ES GESCHAFFT DICH AUS DEINEM SABBERTUM ZU BEFREIEN UND DU KANNST MICH NICHT MAL GROSS WERDEN LASSEN?!“ Entrüstete er sich. Offenbar erwartete der Dämon eine gewisse Gegenleistung für „seine“ Tat.
"Ich weiß, dass viele Verhaltensweisen dir fremd sind. Celcia ist eben nicht deine Heimat. Aber du hast sicherlich schon selbst bemerkt, dass sein Brüllen die Fee nicht überreden wird, dich zurück zu verwandeln." „Nrhrrhrrn …nrhrhrrh…“ Der Dämon grollte nachdenklich. Etelin hatte recht. Er würde seine Taktik ändern müssen, sich unschuldig geben wie der zahme Köter der plötzlich die Kinder seines Meisters zerfetzt. „Haha.“ Dieser Gedanke gefiel ihm. Jaa… die Fee würde viel arger zu treffen sein wenn sie ihm vertraute und dadurch unvorsichtig wurde.
"Ich würde dich ja gern aus dem Glas heraus lassen, aber Mallahall hat sich mit deiner Einsperrung bestimmt etwas gedacht. Also kann ich es nicht tun, auch wenn ich der Meinung bin, du solltest einmal mit dem Feenmädchen sprechen." „Sie hat sich gedacht dass die Elimination des Goblins was furchtbar verbrecherisches ist! DAS HAT SIE SICH GEDACHT! Sie hätte sich auch wehren können anstatt sich von denen…..nrhgghg…Gefangenhalten zu lassen! Sie ist SCHWACH… und FEIGE!! Sie hat noch nicht begriffen dass diese Welt hier nicht s bunt und frohlockend ist wie sie es sich dies am liebsten einbildet! Die Welt wird im Chaos des Krieges zerfallen! Überall wo wir hingehen werden wir ihm begegnen! Da wird sie mit ihrer alle Menschen sind lebenswert – Idee nicht weit kommen!“
Ganz unrecht hatte der Dämon nicht.

Der Dämon legte sienen Kopf schief als Etelin ihn beobachtete. „WAS?!“ Fauchte er unruhig. Er wusste ja nicht dass sich der Lich auf seine mögliche Kommunikation mit Aurelius achtete.
"Fast wie die Glasgefängnisse in Zyranus, die für wirklich gefährliche Forschungen eingesetzt werden" „GANZ UND GAR NICHT! DORT HATTE ICH WENIGSTENS MEINE WÜRDIGE GRÖSSE!!!“ Ereiferte sich der Dämon der sehr penibel darauf achtete was Etelin sagt.e
"Sie nimmt Rache. Das sieht ihr nicht ähnlich." „Sie ist ein labiles Wrack!“ Asmodi hielt wahrlich nicht gerade viel von seiner Herrin im Moment. Verwunderlich war es nicht schliesslich hatte sie ihn mit ihrer Honigglasaktion auch zu tiefst gekränkt und zeitweise ihn gar schlimmer als einen Köter behandelt.
Asmodi schnaubte und krabbelte unruhig in seinem Glas herum. Bis er merkte dass alle anderen pennten. „NA HERRLICH!“ Fauchte er und legte sich auch hin. “Hat Mallahall nicht schon genug leid erfahren… musst du sie damit jetzt auch noch quälen?“ Flüsterte Aurelius matt und leise. „Heheheh“ Der Dämon kicherte in sich hinein und nickte.
Der Dämon ruhte ohne zu schlafen, so war er es auch der sofort bemerkte dass der Goblin wach wurde. Düster guckend hockte er sich im Glas auf. Stumm sah der Dämon dabei zu wie sich der kleine Grüne befreite. Dieser kurrlige Kerl war mehr um seine Ausrüstung besorgt als um seine verdammte Haut.
„HEH DU! Lass mich raus! Los! Das ist ein Befehl!“ Machte er sich bemerkbar. Der Dämon hatte sofort erkannt dass vom Goblin wohl keine Gefahr für seine "Kameraden" ausging. Dieser grünling war Wissenschaftler, kein Kämpfer.

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