Unter den Blättern des Neldoreth

Der Wald liegt südwestlich und erstreckt sich weit in den Osten. Die Zwillingsflüsse Euwin und Auwin schenken dem Wald das Leben. Der Turm der Weisheit und die Ruinen Kosrals verbergen sich in ihm. Angeblich haben die Elfen dort ein Dorf errichtet.
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Juno
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Re: Unter den Blättern des Neldoreth

Beitrag von Juno » Freitag 2. November 2012, 10:12

Nachdem sich Juno lautstark um Aufmerksamkeit bittend an die Dunkelelfen wandte, hielt sie inne, und wartete geduldig lauschend eine Reaktion ab..
Doch musste sie schnell und zu ihrer Enttäuschung feststellen, das sich niemand für sie zu interessierten schien und somit ihre Worte ungehört blieben. Stattdessen empfing und belauschte Juno dank ihres ausgeprägten Gehör´s, unabsichtlich ein Gespräch zwischen zwei Männern, die sich irgendwo in ihrer unmittelbaren Nähe befanden.
„Ich will keine Ausreden mehr hören! Weißt du wo wir sind?!“ ( unverständliches Gebrabbel) „WIR HÄTTEN LÄNGST DA SEIN MÜSSEN!!!“( gebrabbel )„DU BIST SO NÜTZLICH WIE BRUSTWARZEN AUF EINEM HARNISCH! LOS VERSCHWINDE!!“
Kaum war das Gespräch der beiden Männer beendet, sorgten neue Geräuschkulissen für Aufsehen und Interesse. So bemerkte das Mädchen in ihrem Gefängnis erst jetzt, wieviele Dunkelelfen dem Trupp warhaftig angehörten. Diese waren jetzt nämlich immer mal wieder gut bei ihren Aktivitäten zu beobachten. So lauschte Juno den seltsamen Klängen von schleifenden Metall, das in den verschiedensten rhytmischen Perioden aufeinander traf. Doch am sprichwörtlich erschütternsten, war der Klang eines sterbenden hölzernen Giganten, der sich nach langem standhaften wiedersetzen letztendlich den grausigen Gewalttaten des dunkelelfischen Holzfällers ergeben musste. Mit holzsplitternden knacken und krachen, ergab sich der Baum seinem Schicksal und senkte sich mit seinem massiven Körper der Erde entgegen.
„Baum fällt!“ vernahm Juno noch aus einer ihr nicht überschaubaren Umgebung, bevor der Erdboden mit samt des improvisierten Gefängniswagens, von dem erschütternden letzten seelischen Atemzug des Baumes heimgesucht wurde. Juno konnte im inneren des Wagens gerade noch so das Gleichgewicht halten. Dabei kullerte erfürchtig eine einsame Träne des Gedenkens ihre Wange herunter. Lediglich an den Jahresringen im Stamm des Baumes hätte man erahnen können, wieviele Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte dieser stolze stille Wächter erleben durfte.
Juno blickte aufgeregt in Wotans Richtung. Dieser hatte sich ängstlich unter den Tierfällen versteckt, und schaute das Fuchshybridfräulein skeptisch an.
" So viele Dunkelelfen!?... Wo kommen die nur alle her?... Und was machen die da?..Hmmm sehr seltsam!!"
Murmelte Juno mehr zu sich selbst als zu Wotan. Dann lachte sie kurz auf.
" Entschuldige Wotan... Ich verhalte mich wohl langsam etwas seltsam hier drinnen...Woher sollst du auch Wissen was die Dunkelelfen hier machen"
Nach dieser belustigenden Erkenntnis, widmete sie sich wieder dem geschehen um sich herum.
Sie erblickte ein paar Gestalten die um das Lager herum, in einigen Abständen Holzpfeiler in die Erde rammten. Sowie andere dunkle Schergen, die ihre Spaten in den Leib von Mutter Natur schlugen, um Löcher und Gräben auszuheben. Nur um diese dann mit einer ekelhaft stinkenden Flüssigkeit zu befüllen und mit dem farbigen Laub des Waldes zu überdecken. Junos Blick, sowie ihre Gesichtszüge strahlten sichtbares Unverständnis, sowie naserümpfenden Ekel für diese Taten aus. Wieder andere traten mit gesammelten Hölzern auf dem Arm aus dem Wald, welches sie in der Mitte der Karavane auf einer freien Fläche aufstapelten. Während sich die Sonne allmählich mit einem beeindruckend himmlischen Farbenspiel aus lila, orange, rot und gelb tönen hinabsenkte und verabschiedend den Mond und den Sternen ihre Herrschaftszeit überließ. Probierte die heranwachsende Fuchshybridin noch ein paarmal die Aufmerksamkeit der Dunkelelfen für sich zu gewinnen. Doch außer sturer Ignoranz oder strafenden bösen Blicken die sie einschüchternd zum Schweigen brachten erreichte sie nicht´s.
So gab Juno ihre Bemühungen bald auf und machte es sich so gut es ging mit dem kleinen Hörnchen Wotan in den Fellen gemütlich. Zwar hasste sie es, sich die lebenserhaltende Wärme aus den Fellen ihrer tierischen Freunde zu suchen. Doch hatte sie in diesem Fall keine andere Wahl. Wenn sie überleben und nicht erfrieren wollte, musste sie sich schweren Herzens diesem ungemütlichen Schicksal fügen.
So saß sie einige Zeit alleine mit ihrem kleinen flauschigen Retter zusammengekuschelt in den Fällen und unterhielt sich mit ihm.
" Weisst du was ich mich Frage Wotan?" Das Eichhörnchen schüttelte unwissend den Kopf. " Ich Frage mich ob Graham und Mellowyn durch unsere Aktion fliehen konnten?"
" Ich meine...ist dir nicht auch aufgefallen, das wir seit unserer Flucht nicht´s von den beiden gehört haben?"
Die junge Fuchshybridin strich Wotan sanft durchs Fell, während sie ihn im Arm nahe ihres Herzens an sich schmiegte. Wotan genoss sichtlich Augenschließend diese fürsorglichen Streicheleinheiten und den beruhigenden frischen Duft den Junos Haut abgab.
" Ich hoffe sie konnten fliehen...dann wäre unsere Gefangenschaft und das Opfer deiner Freunde wenigstens nicht umsonst gewesen."
" Ich bin so froh das wenigstens du mir geblieben bist und mir in dieser schweren zeit Gesellschaft leistest mein tapferer Held."
Juno bedankte ich noch einmal herzlich bei dem kleinen Eichhörnchen, mit einem Kuss auf seinen Kopf. Dieses vedrehte voller Zufriedenheit seine kleinen Augen und schwelgte in Glückseeligkeit. Jedoch nicht für lange. Als sogleich seine Ohren als auch die seiner neu gewonnenen Freundin aufzuckten, und sie den feierlichen Jubel, sowie die knackenden Laute der feierlich entzündeten Feuerstelle registrierten. Trotz der Felle mit denen sich Juno bedeckte, biss ihr die kühle Nachtluft in ihre zarte Haut, und ließ sie bibbern und frösteln.
" Brrr... es ist so kalt"
Immer lauter wurden die sich ineinander vermischenden gemeinschaftlichen Gespräche der Dunkelelfen. Die durch das aufeinander treffen von Krügen und amüsiertem Gelächter unterstützt zu der Gefangenen jungen Frau in ihrem kalten Gefangnis hereindrangen. Unerwartet und von einer Vorahnung aufgeschreckt riss die junge Schönheit den Kopf hoch und spitzte die Ohren.
„Holt unsere Besucherin!“ erklang es in der Sprache der Dunkelelfen
Ein lautes Gegröle unterstrich die Worte und weckten in Juno eine gewisse Neugier.
So erhob sie sich langsam und ging mit einem Fell um ihren nackten Leib gewickelt an das Fenster ihres Gefängnisses um sich umzuschauen. Sie hörte wie sich mehrere Schritte zügig ihrem Gefängnis näherten.
Ein Unwohlsein sowie das Gefühl der Atemnot breitete sich in ihrem innersten aus.
Im ersten Augenblick war nichts besonderes zu sehen. Doch dann erschienen wie aus dem nicht´s zwei finster drein blickende Gestalten vor dem Fenster.
Ein kurzes metallisches klacken und das Geräusch von sich lösenden Kettengliedern erklang, und die Tür wurde geöffnet. Vor lauter Schreck wich Juno ein paar Schritte zurück, stolperte und blieb dann auf den Fellen am anderen Ende des kleinen Raumes sitzen. Von dortaus betrachtete sie jenen Dunkelelfen der in diesem Moment ihr Gefängnis betrat, und sich ihr näherte.
"Was..Was wollen sie von mir?" fragte sie leise. Erhielt aber keine Antwort
Junos Blick viel auf das ledernde Halsband sowie die dazugehörige Leine die der Dunkelelf mit den lilafarbenen Augen bei sich trug.
Wotan hatte sich sofort nach dem Erscheinen der Dunkelelfen unter den Fellen versteckt und konnte nurnoch lauschen was um ihn herum geschah. Vor Angst zitternd hoffte er nicht entdeckt zu werden.
Die kleine Hybridin konnte währenddessen nur erahnen was der finstere Geselle mit den Utensilien vor hatte. Doch ihre Vorahnung sollte sich schon in den nächsten Augenblicken bewahrheiten. Der Dunkelelf mit den für Juno nur allzubekannten lilafarbenen Augen, trat an sie heran. Die junge heranwachsende Hybridin hielt sich sichtlich verängstigt und eingeschüchtert mit beiden Händen das Fell bedeckend um ihren Körper. Sie scheute den Anblick in das Antlitz des Dunkelelfen und traute sich nur bedingt dessen Blicke zu begegnen. Ohne ersichtliche Vorwarnung packte der Mann mit einer Hand das Fell und riss es ihr vom Leib. Sofort drang die kühle Nachtluft an ihren Körper und lies sie erzittern und noch stärker frösteln. Mit einem kurzen durch den Schreck verursachten aufjauchzen hielt sie ihre Arme schützend vor ihre Brust und verschleierte mit Hilfe ihres Fuchsschwanzes ihren Intimbereich.
Sie spürte förmlich die gierigen Blicke des Mannes auf ihrer Haut, welche jedoch das unwohle Gefühl das sich in ihr breit machte nur noch verstärkte.
Dann durchzog ein Ruck ihren Körper, als der Dunkelelf sie mit seiner rauen großen Hand unsanft am Kinn packte und ihren Kopf so in seine Richtung riss das die junge Frau keine andere Möglichkeit hatte als in sein finsteres Antlitz zu blicken. Doch diesen kurzen Augenblick nutzte Juno um ihm erstmals mit ihrem eigenen verachtenden Blick zu strafen.
Dann empfing sie seine mahnenden Worte.
„Du solltest besser deine Klappe halten und nur reden wenn du angesprochen wirst, ansonsten…“
Ein unterdrücktes kurzes aufstöhnen Juno´s unterstützte seine Drohung.„ … werden wir alle Spaß mit dir haben!“
Für die junge Frau war es ein unangenehmes, bedrängendes Gefühl die Hand des Dunkelelfen in dieser Region ihres Leibes zu spüren. So wich ihr zuvor strafender Blick nun wieder der Unsicherheit und Angst von zuvor. Schamesröte breitete sich auf ihren Wangen aus und sie bestätigte mit einem schüchternen kurzen nicken seine Worte. Sich diesen Leuten zu fügen und zu tun was sie von ihr verlangten schien für Juno die einzige Möglichkeit zu sein irgendwann mehr oder minder schonend aus dieser Begegnung herauszukommen. Vorausgesetzt Florencia und Phaun ließen sie in dieser Situation nicht im Stich. Doch tief in ihrer Seelenwelt vertraute die zierliche Waldbewohnerin auf ihre Götter.
So ließ sie sich nun auch ohne weitere Schwierigkeiten das Halsband anlegen und strich mit den Fingern ihrer rechten Hand darüber. Der Dunkelelf zog das Halsband einen Augenblicklang peinigend so stramm das es der jungen Frau die Kehle zuschnürte, und diese begann mit weitaufgerissenen Augen nach Luft zu röcheln. Als ihr Peiniger das Halsband dann wieder etwas lockerte, drang ein Hustenreiz ihre Kehle empor, und störte die Stille der Nacht. Dann beugte er sich mit seinen Lippen ganz nah an ihr Ohr und flüsterte ihr zu:
„Sei eine brave kleine Schlampe und dir wird es gut gehen!“
Junos Augen weiteten sich bei den Worten des Mannes, und ihre Ohren senkten sich waagerecht als Zeichen ihrer Unterwürfigkeit. Dann befestigte er die Leine an dem ledernden Band am Hals seiner gefangenen Sklavin und zog diese mit einem starken Ruck hinter sich aus dem Wagen. Bei dem plötzlichen Ruck fiel Juno beinah vor die Füsse des Dunkelelfen. Sie fing sich jedoch mit einer Hand am Boden ihrer Zelle ab und richtete sich sofort wieder auf. Sie trat aus dem Gefängnis heraus und folgte mit zu Boden gerichteten Blick, wie ein gezähmtes Tier ihrem Herren. Abermals spürte sie die begierigen Blicke auf ihrer entblösten Erscheinung. Diesmal kamen sie von dem Fackelträger der sich angetan von dem was er sah mit der Zunge über die Lippen leckte. Als dieser abgesandte des dunklen Reiches es sich seinerseits nicht nehmen ließ der attraktiven gefangenen an den Hintern zu packe. Entwich ihrer Kehle ein leiser Geräusch der schmerzhaften Abneigung, und zuckte beim Gefühl des Griffes auf der durch die Kälte überreizte Haut zusammen.
Wieso tun die das..? Ich gehorche doch nun schon...Das tut so weh... und mir ist so schrecklich kalt.
Ohne aufzublicken folgte die Fuchshybridin dem Dunkelelfen, und versuchte dabei jegliche Blicke und Äußerungen die um sie herum getuschelt wurden zu überhören.
„Was meinst du… ob die auch so schreit wie die Andere?“
„Das hoffe ich doch, obwohl ich nicht verstehe warum sie bei deinem kleinen Schwanz so aufgeschrien hat.

Doch es gelang ihr nur bedingt und so schaute sie für einen Augenblick flüchtig zu den zwei Wachen herüber, bevor sie ihren Blick nach vorne richtete und das große prasselnde Lagerfeuer erblickte. Welches ihre Haut mit jedem Schritt dem sie näher trat mehr und mehr mit seiner angenehmen Wärme liebkoste.
Hmmm... ist das schön warm..
Juno schloss kurz die Augen und genoss dieses herrlich umschmeichelnde warme Gefühl. Um das prasselnde Feuer herum saßen eine Vielzahl von speisenden und trinkenden Dunkelelfen. Als der Leinenführer das lang ersehnte Objekt der Begierde in die Mitte des Lagerfeuer und zu den Füssen ihres eindrucksvollen, hünenhaften Offiziers führte. Trat er dem zarten Geschöpf an seiner Leine in die Kniekehlen und zwang sie somit sich vor dem Anführer zu verbeugen. Die heranwachsende Frau schaute auf, und fixierte die Gestalt vor ihr mit ihren Blicken.
Dieser tat es ihr gleich und betrachtete das liebreizende Geschöpf vor seinen Füssen. Wo zuvor noch lautstarke Unterhaltungen und Gelächter herrschte, war im nächsten Moment eine wohltuende Stille eingekehrt. Juno schaute sich kurz um und sah wie die Dunkelelfen stillschweigend und scheinbar auf etwas wartend zu ihrem Anführer schauten.
Dann richtete der Offizier seine ungewohnt ruhigen, jedoch mit ernstem Klang mitschwingenden Worte an das liebreizende Geschöpf vor ihm.
„Es gibt zwei Regeln für dich, die du befolgen wirst“
„Erstens! Du tust was man dir sagt oder meine Leute werden dich schänden.
Zweitens! Du wirst nicht versuchen weg zu laufen oder meine Leute werden dich schänden.“
Als ein paar Dunkelelfen anfingen erfreut bei diesem Gedanken zu Grinsen, schaute Juno in die Richtung der Männer und schluckte schwer. Diese verstummten jedoch sogleich als sie den Blick ihres Anführers spürten. Dann fuhr der mächtige Dunkelelf fort.
„Glaube nicht, dass wir nichts von deinem kleinen Eichhörnchen wissen, sieh es als Geschenk, so lange du artig bist. Ansonsten weißt du ja was mit dir passiert und dein kleiner Freund gesellt sich sonst zu seiner Verwandtschaft!“
Junos Blick folgte dem Zeigefinger des Offiziers, der auf seinen Untergebenen zeigte. Dieser war kein anderer als der Dunkelelf mit den Lilafarbenen Augen dessen besondere Bekanntschaft Juno bereits gemacht hatte. Und der sich im Geiste der heranwachsenden jungen Frau bereits einen ungewollten Eindruck hinterlassen hatte.
Dann schaute sie in die Richtung aus der sie gemeinsam kamen, wobei ihre Gedanken bei dem kleinen Wotan waren.
Ihr Blick schweifte wieder zum Offizier und stillschweigend nickte sie diesem bestätigend und erfurcht gebieten zu.
„Ich denke wir haben uns verstanden und nun will ich etwas sehen für meine Gastfreundschaft. Tanz für mich und meine Männer!“
Die Sklavin Juno nickte und erhob sich aus ihrer knienden Position. Sie schaute sich einmal komplett um und erblickte wie einer der Dunkelelfen ein Musikinstrument hervorholte und begann darauf zu spielen. Dazu erklang ein für die Sklavin unbekannt klingendes Lied. Sie lauschten dem Refrain des gesanges sowie dem Rhytmus der Laute. Schloss dann die Augen und stellte sich vor sie wäre wieder in ihrer vertrauten sicheren Heimat. Zwischen den im Wind rauschenden Blättern der Bäume, und den sich filigran windenden Gräsern. Würde den unterschiedlichen Gesängen der Vögel und den Gesprächen der Tiere des Waldes lauschen. Dabei begann sie nun wie von selbst zu Tanzen.
http://www.youtube.com/watch?feature=pl ... GCsyshUU-A
Anfänglich noch unsicher und verängstigt setzte das hinreizend wirkende Waldgeschöpf abwechselnd erst den einen und dann den anderen Fuss überkreuzend und elegant hintereinander. Es folgten Bewegungen in denen die junge Schönheit ihre Arme geschmeidig wie Blätter und Grashalme im Wind wog. Ihr schöner Körper windete, bog und steckte sich wie flüssiges Wasser. Sie vollführte Bewegungen die deutlich an die Tierwelt erinnerten. Brach dann in sich zusammen, nur um im darauffolgenden Moment wie der Phönix aus der Asche wieder aufzuerstehen. Ihre Bewegungen waren von höchster Anmut und Geschmeidigkeit. Sie streckte und beugte die Beine wie es kaum eine anderes weibliches Geschöpf konnte. Manche würden bei Junos Anblick an eine Elfe denken, so geschmeidig bewegte sie sich auf den Zehenspitzen. Sie vollführte sowohl kreisende als auch springende Pirouetten. Und vollführte dabei mit den Armen die eindrucksvollen Figuren. Ihr Fuchsschwanz wirkte dabei wie ein natürliches Accessiour welche ihre Bewegungen noch zarter und fließender wirken ließen. Juno genoss während ihrer Tanzeinlage die aufkeimende wohltuende Wärme des Feuers. Und die wenigen Momente absoluter unbeschwerter Freiheit und Glückseeligkeit. Die Kühle der Nacht die zuvor so hart an ihrer Haut gezerrt hatte, wich nun der Wärme des prasselnden Feuers. Dabei entstanden schimmernde süß duftende Schweißperlen auf ihrer Haut, die sich mit jeder Drehung wie ein Schleier in der Umgebung zerstäubte, oder mit leisem knistern im Feuer verpufften. Dieser betörende Duft der an süße Früchte erinnerte, würde wohl auch den Nasen der Dunkelelfen nicht entgehen. Was daraufhin noch geschah hätte man wohl nur als einen natürlichen Zauber der Natur oder als Halluzination erklären können. Denn nun wirkte es als würde der durch das flackernde Feuer entstandene Schatten des tanzenden Waldgeschöpfes lebendig werden. Und sich sowohl unabhängig als auch gemeinsam, ihr lebendes Abbild Hand in Hand in ihrem Tanz ergänzen und unterstützen. Erst als sich das Lied mit seinen letzten Akkorden dem Ende neigte, sah es so aus als würde sich die Schattensilhouette mit einem Handkuss bei ihrem lebenden Abbild für diesen gemeinsamen Tanz bedanken. Bevor dieser wieder auf mysteriöse Weise mit Junos Körper verschmolz. Die Tanzeinlage endete mit dem Zusammensacken vor den Füssen des Offiziers. Etwas Atemlos und mit leicht zerzauster Frisur blickte sie auf, und wartete darauf wie der Dunkelelfenoffizier auf ihre Vorführung reagieren würde. Der kleine Wotan hatte währenddessen ein wenig abseits dem Lautenspiel, sowie Junos tanz mitverfolgt. Und hatte sich dann mit flinken Füssen auf den Weg gemacht, einen Weg zu finden seine geliebte Freundin aus den Fängen der Dunkelelfen zu befreien.
Zuletzt geändert von Juno am Dienstag 13. November 2012, 14:22, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Unter den Blättern des Neldoreth

Beitrag von Gestalt » Sonntag 4. November 2012, 18:05

Der Tanz ließ alle Anwesenden verstummen, es war ein Wunder das der Lautenspieler nicht Aufhörte seinem Instrument weiterhin Töne zu entlocken oder das ihm nicht die Stimme versagte. Die
Bewegungen der Hybridin im Takt zu dem Lied waren eigentlich eine Verschwendung von Talent, denn diese Melodie erklang meist in Dunkelelfen- Tavernen und war ein plumpes Sauflied. Doch die Bewegungen von Juno machten daraus etwas ganz Anderes. Keinem der Anwesenden war aufgefallen, wie der Musiker unbewusst aufgehört hatte zu singen und nun
eine Melodie spielte, die alle hier noch nie gehört hatten. Es lief alles wie von Geisterhand oder vielleicht, besser gesagt, von Gotteshand? Schwer zu sagen, doch als die Musik endete und Juno vor den Füßen des Offiziers zusammen sank, herrschte stille. Nur das Knacken der Äste im Feuer war zu hören. Alle Anwesenden starrten Juno mit offenem Mund an, außer dem Offizier. Dieser behielt weiter seine Mine aus Stein, war er denn nicht zu erweichen? Doch genau als Juno befürchtete sie würde bestraft werden, weil sie nicht gut genug war, huschte ein kurzes, winziges, kaum sichtbares Anheben
der Mundpartie von Lukra, ein Hoffnungsschimmer. Er ließ seine Hände kurz zweimal auf einander schlagen. Ein mickriger Applaus für die Darbietung die die junge Fuchsfrau gerade
abgeliefert hatte. Nur musste man betrachten von welchem Wesen dies ausging, wenn Lukra auch nur einen Hauch lächelte, dann war das gleichzusetzten mit dem gesamten Königreich
Jorsas, was wild applaudierte. „Anscheinend bist du doch mehr Wert als manch Andere, die wir gefangen haben.“ Sein Blick ging wieder zu dem Elf mit den lila Augen. „Ralandir! Bring sie wieder in den Wagen und gib ihr etwas zu trinken und zu essen.“ Der Blick von Lukra ging noch einmal kurz zu Juno, dabei blieb sein Blick für einen flüchtigen Moment auf ihren Verband hängen. Durch ihre Anstrengung war die Wunde wieder leicht aufgegangen und verfärbte die Bandage rot. „Sagt dem Heiler Bescheid, er soll sich ihre Verletzung noch einmal anschauen und bringt ihr Kleidung. Ich will nicht, dass sie krank ist, wenn sie verkauft wird. Das würde nur den Preis Drücken, der gerade deutlich gestiegen ist!“ Ralandir nickte kurz und befestigte wieder die Leine an ihrem Halsband, die er kurz vor dem Tanz gelöst hatte. Diesmal musste er nicht an der Leine ziehen, denn Juno kam bereitwillig mit. Sein Bruder begleitet sie diesmal nicht, er blieb am Feuer und genehmigte sich etwas von den Speisen und Tränken, die hier bereitstanden. Lukra hatte schließlich nicht ihm gesagt, er sollte die Gefangene wegbringen. Der Weg zurück verlief eher unspektakulär, die meisten Männer legten sich hin und die, die Wache halten mussten, blickten in den Wald. Keiner schenkte den Beiden Interesse.

Beim Wagen angekommen musste Juno wieder ins Gefängnis steigen. Zum Glück war es Nacht. Denn sonst hätte sie den abgehackten Kopf der Adeligen gesehen, der an ihrem Wagen hing. Das hätte dem zarten Geschöpf wahrscheinlich den Rest gegeben. Als sie sich in dem Gefährt befand, machte Ralandir ihr die Leine und das Halsband ab und schloss die Tür wieder. Juno konnte sich erst einmal ausruhen von den seelischen Strapazen, die sie gerade erlitten hatte. Denn nicht jeder verkraftete es, nackt vor einer Horde mordender Dunkelelfen zu tanzen. Alleine in ihrer neuen Behausung stellte sie fest, dass sie wirklich alleine war. Wo war Wotan? Dieser hatte sich doch noch vor Kurzem unter den Fellen versteckt. Juno suchte ihr Gefängnis ab und hob jede Decke dreimal an. Doch nirgends gab es eine Spur von ihrem rotbraunen Freund. Viel Zeit um sich Sorgen um ihn zu machen hatte sie nicht, als sie die Schritte einer Person hörte, die sich ihrem Wagen näherte. Die Tür öffnete sich kurz und jemand betrat den Wagen. Dahinter konnte sie den Dunkelelfen mit seinen lila Augen sehen, die in der Nacht, wie es schien, leuchteten, bevor er die Tür schloss und Juno mit ihren Gast
alleine ließ. Die Umrisse der Gestalt ließen darauf schließen, dass dort gerade ein Kind vor ihr stand. Als diese Person aber eine Kerze aus seiner schwarzen Kutte zückte, diese dann geschickt
anzündete und auf das kleine Fensterbrett stellte, erkannte man ein rundliches, rosafarbenes Gesicht. Vor Juno stand gerade ein Gnom, ein ziemlich alter Gnom. Er hatte schon einige Falten im Gesicht und seine Augen waren umhüllt von einem weißen Schleier. Viele Haare besaß er nicht mehr und die Meisten waren schon ergraut. Der Gnom hielt die Hände nach vorne gerichtet und ging auf die junge Füchsin zu. „Entschuldige mein Kind, ich kann leider nicht mehr sehen, kannst du mir bitte entgegenkommen, damit ich deine Wunde behandeln kann.“ Seine weit geöffneten Hände suchten vergebens nach Halt. Als sich Juno auf ihn zu bewegte und instinktiv ihr Gesicht von seinen Fingern berühren lies, erstrahlte das Gesicht des blinden, alten Gnoms. Seine Hände tasteten zielsicher Junos
Gesichtszüge ab. Sie gaben dabei eine eben solche Wärme ab, wie das Lagerfeuer der Dunkelelfen. „Bei den Göttern, du lebst noch Kind. Ich hatte mir solche Sorgen gemacht, dass sie dich auch getötet hätten.“ Eine Träne der Freude lief an seinem linken Auge hinab und durch das Licht des Mondes blitzte sie kurz auf. „ Komm setz dich hin, wir haben nachher alle Zeit um zu reden. Dieser Ralandir wird bald wieder da sein und uns was zu essen bringen, sowie ein paar Kleider für dich. Aber lass den alten Gregor erst einmal deine Wunde behandeln.“
Juno kam dieser Aufforderung sofort nach, sie hatte keine Scheu vor diesem Mann. Alles an ihm strahlte ein Gefühl von Geborgenheit aus. Was mehr als seltsam erschien in dieser Umgebung. Nachdem sich die Hybridin zu dem alten Gnom gesetzt hatte, griffen seine Hände geschickt an den Verband. Innerhalb kürzester Zeit war dieser abgenommen und die Wunde lag frei. Zum ersten Mal konnte Juno einen Blick auf ihre Verletzung erhaschen und dieser Anblick würde ihr nicht gefallen. In der Mitte ihrer rechten Schulter klaffte ein daumendickes Loch. Die Haut um die Wunde war stark gerötet und Juno, mit ihren feinen Geruchssinn, vernahm einen verwesenden Duft. Der alte Gregor roch auch kurz an der Wunde und verzog das Gesicht „Nicht gut!“ Dabei schüttelte er den Kopf, seine Fingerspitzen tippten vorsichtig um die Wunde und als Juno kurz auffiepte nickte der Alte. „Das habe ich mir gedacht. Eigentlich wollte ich das nicht tun, aber ich muss die Wunde wieder öffnen und
reinigen, danach muss sie verödet werden, damit sie sich nicht wieder infiziert.“ Sein trüber Blick suchte den ihren. „Kindchen, ich sag es dir lieber gleich, das wird höllisch wehtun und du wirst eine Narbe davon tragen. Aber, und das ist das gut, du wirst überleben.“ Ein kurzer Hustenanfall durchzog den alten betagten Körper. „Entschuldige Kleines, ich gebe dir einen Rat: Werde niemals alt.“ Er lächelte kurz, bevor die Tür des Gefängniswagens geöffnet wurde. Zwei lilafarbende Augen richteten sich auf die Beiden. „Gnom deine Tasche..,“ er legte die riesige Ledertasche mit beiden Händen in den Wagen. „Tänzerin! Etwas zum anziehen, sowie etwas zu trinken und zu essen. Ich hoffe ich darf sie bald wieder bei Faldors Schlemmertruppe begrüßen.“ Er donnerte die Tür zu, schloss die Kette und bewegte sich, lachend über seinen eigenen Witz, fort. „Kindchen, sei so gut und gib mir die Tasche.“ Nachdem Juno der Aufforderung nachkam, öffnete der alte Heiler zielsicher seine Tasche und holte einige Sachen hervor. Zuerst eine Zange, dessen Spitze zwei Platten waren die leicht in sich gebogen waren. Dann einige Tücher, ein Gefäß mit Wasser und die größte Kerze, die Juno je gesehen hatte. Sie hatte eine gräuliche Färbung und roch nach verschiedenen Kräutern. Das verriet zumindest Junos feine Nase. Doch welche genau, konnte sie nicht sagen. Die Kerze war ungefähr so breit wie zwei Fäuste und eine Elle lang. Am Schluss stellte er noch eine Schüssel vor sich. Er holte zwei Feuersteine aus seiner Kutte hervor und schlug sie über den Docht der riesigen Kerze zusammen. Es funktionierte gleich beim ersten Mal und die Kerze brannte. Der komplette Wagen wurde durch das Licht der riesigen Kerze erleuchtet und die Schatten tanzten in ihm. Der Geruch, den die Kerze verströmte, hatte eine beruhigende Wirkung auf die junge Hybridin und sie wurde auch leicht schläfrig. „Leg dich jetzt hin, Kleines, egal wie weh es tut, du musst still halten, sonst wird es nur schlimmer oder ich beschädige etwas, was lieber nicht beschädigt werden sollte.“
Als Juno der Aufforderung nachkam blickte der Alte ihr fürsorglich ins Gesicht. „Ich beeile mich, versprochen!“
Seine Hände öffneten das Glas mit dem Wasser und er goss es in die Schüssel. Auch hier verriet Juno der Duft, dass dies kein normales Wasser war. Es roch irgendwie nach Minze. Gregor hielt seine Hände kurz über das Feuer, es sah aus als würde er seine Hände in Dampf waschen. Noch einmal griff er in seine Tasche und holte ein kleines Messer hervor. Die Klinge war gerade mal so lang wie ein Zeigefinger, er zupfte sich von seinem dünnen, grauen Haupthaar eine Haarsträhne ab und lies sie auf die Klinge fallen. Kaum als die Strähne die Klinge berührte, wurde sie geteilt. Der Alte nickte zufrieden, hielt die Klinge ebenfalls über den Dampf der Kerze und befeuchtete sie kurz mit dem Wasser aus der Schüssel. Jetzt beugte er sich über Juno. „Ich muss den Wundbrand herausschneiden, versuche so still wie möglich liegen zu bleiben.“ Seine Hände glitten noch ohne die Klinge an den Rand von Junos Wunde entlang. Die Füchsin spürte ein Prickeln auf der Haut, wo sie berührt wurde und danach, wie die berührte Haut taub wurde. Der Gnom tippte noch einmal gegen die Stellen, die vorher der kleinen Frau Schmerzen bereitet hatten, doch diesmal spürte sie nichts. Noch einmal nickte er und schnitt mit seiner Klinge die mit Wundbrand infizierten Stellen heraus.
„Tu dir selbst einen Gefallen und schau weg.“ Es dauerte nicht lange und der Wundbrand war herausgeschnitten. Jetzt kam die Zange zum Einsatz, die beiden Platten gruben sich in das Fleisch der Frau und drückten es auseinander. Diesmal merkte Juno ein ziehen, doch es war noch auszuhalten. Die Klinge schnitt die Wunde weiter auf und Gregor holte ein Finger großes Stück Fleisch das von Eiter zerfressen war hervor. Der Geruch war widerlich und brachte die Patientin fast dazu, sich zu übergeben. „Nicht bewegen“ , fauchte er leise, er tauchte die Klinge noch einmal in die Flüssigkeit und schnitt noch einmal in der Öffnung entlang. Danach packte er das Messer beiseite und tauchte ein Tuch in die Flüssigkeit und wischte in der Öffnung ein weiteres Mal entlang.
Als er fertig war wischte, er sich mit dem Handrücken den Schweiß von der Stirn. „Gut, das war der schwere Teil, jetzt kommt aber der Schmerzhafte. Ich werde jetzt…, “ dabei holte er ein breites Metallstück hervor. „… dieses Metall erhitzen und damit deine Wunde schließen. Du kannst ruhig schreien, wenn du dich bewegen musst, drück dich gegen den Metallstab, verstanden?!“ Als sie nickte, schenkte er ihr ein herzerweichendes Lächeln und zeigte dabei seine makellosen, weißen Zähne. Es war erstaunlich, dass er in seinem Alter noch solche Zähne besaß, nur hatte Juno andere Sorge, als sich darüber Gedanken zu machen. Lange hielt der Heiler den Metallstift mit seinen Händen über die Flamme, erst als seine Hände so heiß wurden, dass der Geruch von verbranntem Fleisch entstand, nahm er den Gegenstand vom Feuer und drückte es in einer fließenden Bewegung auf Junos Schulter. Sofort zischte die Haut unter der Hitze und die Schmerzen breiteten sich wie ein Feuerwerk in ihren Körper aus. Juno tat das, was ihr der alte Mann gesagt hatte und drückte sich gegen das Metall. Nach einer gefühlten Ewigkeit des Schmerzes nahm er das nicht mehr ganz so heiße Metall von Junos Körper und blickte sich seine Arbeit an.
„Das sieht erst mal ganz gut aus. Deine Schulter wird noch ein paar Tage weh tun. Solltest du aber deine rechte Hand nicht spüren, verlange sofort nach mir. Es wird eine Narbe entstehen, aber keine besonders Große.“
Er hustete wieder und brauchte eine Zeit um sich wieder zu beruhigen. „Verzeih! Dieser Husten wird mich noch eines Tages umbringen.“
Wieder einmal lächelte er während er sprach. „So jetzt hast du mir aber lange genug zugehört, du kannst dir ruhig Bewegung verschaffen, wenn dir danach ist. Nimm dir was von dem Essen und Trinken. Dann kannst du mich alles fragen, was dir auf deiner Seele liegt. Ich probiere deine Fragen so gut wie möglich zu beantworten.“
Er zwinkerte ihr zu und während Juno sich zum Essen begab, begann er seine Arbeitsutensilien zu reinigen und zu verstauen.
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Re: Unter den Blättern des Neldoreth

Beitrag von Juno » Montag 5. November 2012, 15:52

Eine ungewöhnliche Stille breitete sich im Lager des Versorgungstrupps der Dunkelelfen aus. Diese Stille schien geradezu beunruhigend auf die ebend noch tanzende Gefangene zu wirken. Innerlich gespannt auf eine Reaktion des Dunkelelfenoffiziers wartend, schaute sie diesen schüchtern und verängstigt an. Doch in dessen unheilvoll dreinblickender Mimik war...nichts! Nicht einmal das kleinste Zucken huschte über das steinernde Antlitz des Dunkelelfen. So ließ ihr Blick für ein paar wenige Augenblicke von der eindrucksvollen Erscheinung des Offiziers ab und schaute sich mit vorsichtigen Kopfbewegungen um. Ausnahmslos alle Dunkelelfen um sie herum saßen ebendfalls wie gebannt auf ihren Plätzen und schauten zu ihrem erfurchtgebietenden Anführer.
Was geht hier vor?...Warum sind die plötzlich alle so still?...Hat ihnen womöglich mein Tanz nicht gefallen?...Hab ich mich nicht genug angestrengt?
Ohh Gott...hoffentlich schänden sie mich nicht!! Ich will mein Unschuld nicht an diese Monster verlieren...bitte nicht!

Noch bevor sich das im Geiste sorgenvolle Geschöpf ihren inneren Ängsten und Vermutungen hingeben konnte, löste etwas die ungewohnte Stille und die damit verbundene Unruhe der hybridischen Tänzerin auf. Dieses Geräusch ging mit einer Geste einher mit der ausnahmslos niemand der Anwesenden jemals gerechnet hätte. Denn zwei mächtig große Hände trafen wenn auch nur für den Bruchteil weniger Augenblicke aufeinander und zeugten somit ihren Respekt für die zuvor sehr unterhaltsame und beeindruckende Vorführung. Großes erstaunen breitete sich einmal komplett unter dem Dunkelelfentrupp aus und ließ diese beeindruckt zu ihrem hoch angesehenen Offizier schauen. Auch Juno richtete daraufhin wieder respektvoll und unterwürfig schauend ihren verschüchterten Blick ins Antlitz des Offiziers. Dort erblickte sie eine sehr kurze Regung im Gesicht des Mannes, welche sich genauso schnell wieder auflöste wie sie entstand.
Was war das?..Hat er gerade gelächelt?... Hat ihm womöglich mein Tanz doch milde gestimmt?
Noch bevor Juno ihren Gedanken genauer nachgehen konnte, wurde sie erneut von jener unheilvollen Sprache zurück in die Wirklichkeit geholt.
„Ralandir! Bring sie wieder in den Wagen und gib ihr etwas zu trinken und zu essen.“
Sie zuckte leicht zusammen und presste ihre Ohren schützend nahe an ihr Haupt. Dabei wandte sie ihr hübsches Gesicht von dem Offizier ab und schaute ins leere. Sie mochte diese Sprache nicht. Es machte ihr Angst ihrem Klang zu lauschen. Es schmerzte ihr in den Ohren. Zudem verstand sie kein einzelnes Silbe von dem was sie besprachen. So bemerkte Juno auch nicht an wen die Worte des Offiziers gerichtet waren. Als dieser wieder seine Augen auf die vor ihm kniende Schönheit richtete, spürte Juno seinen Blick auf ihrer Haut. Es war ihr immernoch sichtbar peinlich so nackt und stellenweise frierend von einer Horde bösartiger Männer wie ein begehrenswertes, sinnliches Stück Fleisch betrachtet zu werden.
Während sie erneut mit ihren Gedanken abschweifte, registrierte sie unbewusst die weiteren unverständlichen Worte des Dunkelelfen, an seinen Untergebenen.
„Sagt dem Heiler Bescheid, er soll sich ihre Verletzung noch einmal anschauen und bringt ihr Kleidung. Ich will nicht, dass sie krank ist, wenn sie verkauft wird. Das würde nur den Preis Drücken, der gerade deutlich gestiegen ist!“
Als dessen Worte endete, lauschte die junge Fuchshybridin wie sich hinter ihr Schritte näherten. Sie wandte den Kopf in dessen Richtung und erblickte wie sich de Dunkelelfen mit seiner ledernen Leine ihr näherte und diese ohne weiteres anlegte. Ohne jegliche Gegenwehr, ließ die inzwischen ausgezehrte wirkende, müde und gedemütigte Gefangene ihren Leinenführer gewähren. Juno erhob sich und folgt ihm stillschweigend zurück zu dem kleinen Gefängniswagen. Dort stieg sie, nachdem der Dunkelelf Ralandir ihr die Tür geöffnet hatte wieder ein. Ralandir betrat kurz nach ihr das Gefängnis, um ihr das Halsband und die Leine zu entfernen. Dabei wandte sie sich noch einmal hoffnungsvoll suchend zu ihrem dunklen Begleiter um und schaute ihm hilfesuchend in die lilafarbenen Augen. Mit dieser Geste hoffe die junge Frau in den Augen ihres bisher am engsten stehenden Peinigers, einen Funken Güte und Mitgefühl für sie zu entdecken. War er doch schließlich genau wie sie anders als die anderen. Doch was die Farbe seiner Augen ihr versprachen, lies der Rest seines Gesichtes kalt und gefühllos erscheinen. So löste sie ihren Blick wieder von dem seinen und schaute auf die Felle unter ihren Füßen. Das nächste was sie hörte war, wie der Dunkelelf nach draußen trat und hinter sich die Zelle verschloss. Die Hybridin lies sich erschöpft und müde auf die Knie fallen und begann dann eine Felldecke nach der anderen anzuheben. Sie schien etwas zu suchen, nur was...."WOTAN!?" "Wotan wo steckst du mein kleiner Held!?"
Doch schon bald musste Juno zu ihrem Leidwesen feststellen, dass das Eichhörnchen welches ihr doch vor dem göttlichen Hirsch geschworen hatte bei ihr zu bleiben, sie in ihrer Abwesenheit und ohne sich zu verabschieden verlassen hatte. Traurig über das Verschwinden ihre kleinen Freundes, setzt sich das junge Fuchsfräulein auf die Felle, zog die Knie nahe an sich heran und bedeckte ihren Körper wärmend mit einem der weichen warmen Felle. Gerade als sie sich verträumt in ihre Gedankenwelt zurückziehen wollte, hörte sie erneut Schritte die von außen auf ihren Gefängniswagen zukamen. Aus der Angst heraus, nochmals nach draußen in die kühle Nacht zu müssen, um für weitere demütigende Unterhaltung des dunklen Packs zu sorgen. Verkroch sich die junge Frau tiefer und schützend in die Tierfelle ihrer schäbigen Unterkunft. Es erklangen ein paar metallische Laute, sowie das Rasseln des Kettenschlosses bevor sich die Tür des Gefängnisses mit einem knarren öffnete und jemand zu ihr in den Wagen stieg. Juno schaute an der in der Dunkelheit kindlich wirkenden Person vorbei. Und richtete dabei ihren misstrauisch fragenden Blick auf den Dunkelelfen Ralandir mit seinen lilafarbenen Augen. Dieser schaute sie nur mit kaltem Blick an und verschloss dann wieder die Tür. Erst jetzt schweifte Junos Blick zu der kleinen Gestalt vor ihr. Zuerst wusste Juno garnicht wie sie auf ihren neuen Gast reagieren sollte, geschweige denn wie sie sich ihm mitteilen sollte. Dafür war sie in ihrem momentanen Zustand einfach viel zu erschöpft und müde. So betrachtete sie lediglich erstmal still was die kindliche Gestalt tat. Diese schien soweit die heranwachsende Fuchshybridin das erkennen konnte eine Kutte zu tragen, aus der sie etwas herausholte, das in seiner Silhouette wie eine Kerze wirkte, und diese dann geschickt anzündete, und auf das kleine Fensterbrett stellte. Erst jetzt durch das anfängliche aufflackern der Kerzenflamme wurde die kleine Gestalt in all seinen feinen Details sichtbar. Oh..ein älterer Herr!?...Was er wohl vor hat? fragte sich Juno innerlich. Doch schien dieser ihr gänzlichst fremde Herr aus unerfindlichen gründen nicht bedrohlich zu sein. Nein..sie verspürte sogar das Gefühl, das sie diesen älteren Herren schon einmal begegnet sei. Sie schaute ihm in die Augen, die von einem weißen Schleier umhüllt waren.
Was ist mit seinen Augen?
Als der ältere Herr mit nach vorne gerichteten offenen Handflächen ein paar Schritte auf Juno zubewegte, bemerkte sie anhand seiner Bewegungen, das dieser sie scheinbar nicht sah. Innerlich erschrocken erkannte sie seinen Zustand.
Bei Florencia und Phaun...der arme Mann hat seine Sehkraft verloren.
Bei diesem Gedanken schlug sie unbewusst die Hände vor ihren Lippen zusammen. Dann lauschte sie den Worten des alten.
„Entschuldige mein Kind, ich kann leider nicht mehr sehen, kannst du mir bitte entgegenkommen, damit ich deine Wunde behandeln kann.“
Der zuvor noch unsichere und vorsichtige Blick, so wie die Gefühle der jungen Frau verloren sich schnell bei dem Anblick des hilflosen alten kleinen Mannes und wurde durch ein tiefes Empfinden von Mitleid und Hilfsbereitschaft abgelöst. So löste sich die Fuchshybridin flink aus ihrer schützenden Position und trat dem deutlich kleineren Männlein entgegen. Sie hockte sich vor ihm hin und hielt seine Hände für einen Moment in ihren. Dabei fixierten ihre smaragdgrünen Augen besorgt die trüben des alten Mannes. Sie sah auf seine von Falten geprägten und von Geschichte geprägten Hände. Dann führte sie die beiden Hände des Mannes an ihre weiche kühle Wange. Wo sie begannen mit den Fingerspitzen ihre zarten Gesichtszüge abzutasten. Die wohltuende beruhigende Wärme die seine Hände wiedergaben, veranlassten die Fuchhybridin dazu sich ihnen mit ihrem Ganzen Gesicht entgegen zu schmiegen. Dabei entwich ihr ein voller Herzenswärme befreiendes seufzen.
"Hmmm...warm...das tut so gut!!!" entwich es ihren Lippen leise. Dabei schloss sie genüsslich die Augen und genoss das Gefühl.
Sie öffnete ihre Augen erst wieder, als sie den erfreuten Ausruf des alten hörte.
„Bei den Göttern, du lebst noch Kind. Ich hatte mir solche Sorgen gemacht, dass sie dich auch getötet hätten.“
Mit verwundertem und neugierigem Blick schaute sie dem alten ins Gesicht. Mit hauchzarter leiser Stimme erwiederte sie.
" Sie kennen mich!?...woher?" Doch als sie die Träne der Freude an seiner Wange herabgleiten sah, beschloss Juno vorerst ihre ganzen fragen für sich zu behalten und sie zu einem späteren Zeitpunkt zu stellen. Was sie jedoch jetzt schon begann zu beschäftigen war, woher der alte sie kannte. Und vorallem woher er ihr so bekannt vorkam.
Junos filigraner Zeigefingerspitze stoppte die Träne des alten Mannes und fing sie auf. Ihr Blick viel auf die im Mondschein glänzende flüssige Perle, woraufhin die Hybridin sie aus innerem Durst heraus von ihrer Fingerspitze leckte und genüsslich ausatmete."Hmm!!" Als seine liebevolle ruhige Stimme erklang, öffnete die heranwachsende Hybridin ihre Augen und schaute in das Gesicht ihres gastes.
„ Komm setz dich hin, wir haben nachher alle Zeit um zu reden. Dieser Ralandir wird bald wieder da sein und uns was zu essen bringen, sowie ein paar Kleider für dich. Aber lass den alten Gregor erst einmal deine Wunde behandeln.“
Die Fuchshybridin vertraute sich wie von selbst dem alten an und begann sich bedeckt mit der Felldecke zu ihm zu setzten. Still schweigend beobachtete sie sein Handeln. So begann dieser mit geschickten Handgriffen den Verband seiner Patientin zu entfernen und seinen geschulten Blick auf ihre blutende Wunde zu richten. Auch die junge Frau richtete nachdem der Verband entfernt war einen Blick auf ihre Verletzung. Was sie jedoch erblicken musste, lies ihre Augen vor Schreck erweiten.
Oh nein...das schaut ja furchtbar aus!..Ob es jemals wieder richtig verheilt?
Zu diesem erschreckenden Anblick ihrer Verletzung kam nun zusätzlich noch ein für Junos feines Näschen verwesender Geruch hinzu.
Dieser ließ sie unweigerlich die Nase Rümpfen und das Gesicht angewiedert verziehen.
Urgh!!..das stinkt ja furchtbar...eklig!.
Auch die Worte des alten Heilers bestätigten ihre Vermutungen.
„Nicht gut!“
Juno sah ihn an und betrachtete sein nachdenkliches Kopfschütteln.
"Was ist!?... können sie mich Heilen!?"
Seine Fingerspitzen tasteten den Rand ihrer stark geröteten Wunde ab, woraufhin die heranwachsende Hybridin kurz zusammenzuckte und die Luft schmerzhaft zischend zwischen ihren perlsweissen Zähnen einsog.
„Das habe ich mir gedacht. Eigentlich wollte ich das nicht tun, aber ich muss die Wunde wieder öffnen und
reinigen, danach muss sie verödet werden, damit sie sich nicht wieder infiziert.“
Er muss was!?...die Wunde wieder öffnen... Ohh nein...Florencia lass mich aus diesem Albtraum erwachen bitte!? betete Juno innerlich zu ihren Göttern. Doch ihr war klar das es keinen Weg an diesem Eingriff vorbei führen würde. So begegnete sie seinen suchenden trüb vernebelten Blick und lauschte seinen Worten.
„Kindchen, ich sag es dir lieber gleich, das wird höllisch wehtun und du wirst eine Narbe davon tragen. Aber, und das ist das gut, du wirst überleben.“
Dann folgt ein kurzer Hustenanfall des Heilers, woraufhin Juno ihre linke Hand beruhigend auf seine Schulter legte.
„Entschuldige Kleines, ich gebe dir einen Rat: Werde niemals alt.“
Die Lippen der schönen gefangenen formten sich bei der amüsanten Aussage des Heilers zu einem feinen Lächeln. Gerade als das zart beseelte Waldgeschöpf dahingehend Ansätze machte ihm etwas mitzuteilen, wurden sowohl der Heiler als auch Juno von einem Geräusch das von außen an ihr Gehör drang unterbrochen. Als sie die Tür des Gefängniswagens öffnete und der Dunkelelf Ralandir vor den Augen der beiden Insassen erschien. Dabei leuchteten seine lilafarbenen Augen im Mondlicht der Nacht.
„Gnom deine Tasche..,“ Erklangen die Worte hart und emotionslos aus seinem Mund. Dabei spitzte Juno besonders bei dem Begriff GNOM interessiert ihre Ohren.
Der alte ist also ein Gnom...schade das ich meine Tasche mit dem Buch der Völker nicht dabei habe...Aber vieleicht erzählt er mir ja später etwas von sich und seinem Volk wenn ich ihn nett Frage.
Der Dunkelelf trug eine riesige Tasche bei sich die er dem alten Heiler in den Wagen stellte.
Dann schaute sie Ralandir ins Antlitz als dieser sie ansprach.
„Tänzerin! Etwas zum anziehen, sowie etwas zu trinken und zu essen. Ich hoffe ich darf sie bald wieder bei Faldors Schlemmertruppe begrüßen.“
Sofort nachdem Ralandir seinen auswendiggelernten Text runtergeleiert hatte, knallte er die Tür wieder zu, schloss die Kette und entfernte sich laut lachend von dem fahrenden Gefängnis. Sofort viel Junos Blick auf den Stapel mit brauner abgewetzter Kleidung. Sowie der Mahlzeit aus Brot, Fleisch und Obst. Dazu hatte er ihr einen langersehnten Tonkrug mit klarem Trinkwasser hingestellt. Hmm Kleidung ...und etwas zu Essen...Wasser...jammnni!!!Zwar war die Mahlzeit nur sehr spärlich, doch in Junos Augen wirkte nach all ihren Tortouren wie ein Festmahl. Unbewusst leckte sie sich schon mit der Zunge begierig über die Lippen und wollte sich am liebsten sofort mit ihrem knurrenden Magen auf die Köstlichkeiten stürzen. Als der alte Gnom ihre Aufmerksamkeit auf sich zog.
„Kindchen, sei so gut und gib mir die Tasche.“
Juno riss sich zusammen und kam der bitte des Heilers nach. So erhob sie sich kurz und brachte ihm die große schwere Tasche. Der alte öffnete seine Tasche und holte viele interessant aussehende Gegenstände hervor, von denen Juno einige noch nie zuvor gesehen hatte. Diese positionierte der Gnom teilweise zwischen sich und seiner Patientin sowie neben sich um gut heran zu kommen wenn er sie benötigte. Die gewaltige Kerze die der alte hervorholte, wirkte sofort entspannend und beruhigend durch ihren natürlich aromatischen Kräuterduft auf die Sinne der erschöpften Hybridin. Zudem war sie größer als alle Kerzen die sie bisher gesehen hatte. Als der heilende Gnom alles hatte was er brauchte, nahm er zwei Feuersteine in die Hände und schlug diese kräftig aneinander. Ein Funken entstand durch die starke Reibung und entzündete den Docht der Kerze.
Der Komplette Wagen erleuchtete daraufhin in angenehmen rot, orangetönen, und erweckte die Schatten ihrer selbst an den Wänden zum Leben. Durch das brennen des Dochtes verströhmte die Kerze ihren Duft nun noch intensiver als zuvor. Was dazu führte das sich die junge Gefangene leicht benommen und schläfrig fühlte. So verschwamm ihr Blick leicht und nahm die Umrisse sowie die Stimme des Heilers nurnoch verschwommen wahr. Sie hielt sich stützend mit einer Hand die Stirn und versuchte gegen die Benommenheit anzukämpfen.
"Hmmm...was ist das?...ich fühl mich plötzlich so schläfrig."
„Leg dich jetzt hin, Kleines, egal wie weh es tut, du musst still halten, sonst wird es nur schlimmer oder ich beschädige etwas, was lieber nicht beschädigt werden sollte.“
Die Patientin des Gnoms kam seinen Worten nach und bettete sich vor ihm auf den warmen weichen Tierfellen. Dann schloss sie die Augen und versuchte sich zu entspannen.
„Ich beeile mich, versprochen!“
Ein bestätigender Laut entwich Junos Lippen und lies dann dem alten heiler seine Arbeit verrichten. Die Fuchshybridin lauschte entspannt was um sie herum geschah. So hörte sie das Plätschern von Wasser was in eine Schüssel floss. Die Geräusche die seine Instrumente machten und die entspannte Atmung des Gnoms bei seinen Vorbereitungen.
Dann als er fertig war spürte sie wie er sich über sie beugte und dann zu ihr mit fürsorglicher Stimme sprach.
„Ich muss den Wundbrand herausschneiden, versuche so still wie möglich liegen zu bleiben.“
Juno nickte, öffnete die Augen und schaute über seiner Schulter hinweg an die Decke ihres Quartiers. Als dann seine Hände sanft und vorsichtig über den Rand ihrer Wunde glitten, spürte sie ein angenehmes Prickeln welches sich zu einer wohltuende Taubheit ausweitete. Als der Heiler nochmals auf die zuvor schmerzende Stelle tippte, spürte Juno zu ihrer Verwunderung garnichts. Dabei war auch ihr bestens die heilende Wirkung der Pflanzen bekannt. Auch in dem Moment indem der alte begann die mit Wundbrand infizierte Stelle herauszuschneiden spürte die heranwachsende junge Frau lediglich ein leichtes ziehen und drücken, welches aber durchaus zu ertragen war. Lediglich das vereinzelte zusammenziehen ihres gesichtes zeugten von der gelegentlichen Unannehmlichkeit. Die beruhigenden Worte des Gnomes taten ihr übriges um sie zu entspannen.
Als der erste Schritt beendet war, setzte der Gnom sofort seine Behandlung fort und nahm nun eine seltsam gebogene Zange zur Hand. Die er in das offene Fleisch seiner Patientin grub und dieses auseinander bog. Erneut verzog Juno ihr hübsches Gesicht,so hinterließ dieser Eingriff schon bedeutend mehr seine unangenehme Wirkung. Zwar spürte sie wie der Heiler mit seiner Klinge in ihrer Wunde bohrte, doch war auch dieser Schritt noch zu ertragen. jedoch zeichneten sich jetzt die ersten Spuren der Behandlung bei Juno ab.Schweißperlen bildeten sich sowohl auf Stirn, Gesicht, Hals und Dekoltee. Zudem wurde ihre Atmung schwerer und unregelmäßiger. Als der Gnom letztendlich das eitrige Stück Gewebefleisch herausholte verzog Juno angewiedert das Gesicht und sich einen Brechreiz nur knapp unterdrücken.
„Nicht bewegen“ fauchte er leise.
Als der Gnom für Juno sichtbar noch einmal seine Klinge säuberte um dann den Rest des schadhaften Gewebes herauszuschneiden. Als er fertig war mit seiner Prozedur, nahm er ein Tuch das er zuvor in das Wasser heilkräuterduftende Wasser tauchte und wischte damit einmal in der sauberen Wunde um diese zu beruhigen. Als er fertig war schaute ihm Juno ins Gesicht und erkannte das auch ihn dieser Eingriff einiges an nerven gekostet hatte. Doch Juno wusste das dies noch nicht alles war. So erläuterte der Gnom ihr den nächsten Schritt seines Vorhabens.
„Gut, das war der schwere Teil, jetzt kommt aber der Schmerzhafte. Ich werde jetzt…, “ dabei holte er ein breites Metallstück hervor. „… dieses Metall erhitzen und damit deine Wunde schließen. Du kannst ruhig schreien, wenn du dich bewegen musst, drück dich gegen den Metallstab, verstanden?!“
Als die Hybridin dies hörte schluckte sie sichtbar schwer einen dicken Kloß in ihrem Hals herunter. So begannen bereits bei der Vorstellung der Schmerzen ihre Hände zu Zittern.
So bestätigte sie ihm akustisch hörbar und von Angst bedrückt zu. Als der Gnom daraufhin herzerweichend lächelte und seine makellos weißen Zähne zeigte beruhigte dies seine Patientin sichtbar. Denn sie fühlte sich in der Nähe des alten Gnomheilers vertraut und sicher. So beobachtete sie wie Ihr neuer Freund einen Metallstift mit seinen Händen lange über die heiße Flamme der Kerze hielt. Solange bis ein leichter Geruch von verbranntem Fleisch die empfindliche Nase der Füchsin reizten. Noch einmal atmete Sie mehrfach stark ein und aus um ihre Lungen für das schlimmste vorzubereiten. Dann ging alles ganz schnell. Eh sich Juno mental komplett auf den nächsten Schritt vorbereiten konnte. Nahm ihr heilender Gnomfreund das Eisen aus dem Feuer und drückte es in einer fließenden Bewegung auf die Wunde seiner Patientin. Ein zischen welches durch verbranntes Fleisch erzeugt wurde war zu vernehmen. Der aber sofort von einem schmerzhaftspitzen Frauenschrei überflügelt wurde.
"ARRRRGGGGGGGGHHHHH!!!!
Dieser Schrei war so heftig, das man ihn noch weit außerhalb des Dunkelelfenlagers vernehmen konnte. Doch Juno war tapfer, wie der Gnom es ihr zuvor geraten hatte, legte sie beide Hände an seine Schultern und drückte sich mit der ihr noch vorhandenen Kraft dem Gnom entgegen woraufhin sie an seinen Lei umarmte.. So wirkte es für außenstehende möglicherweise so als würden sich zwei liebende Wesen gefühlvoll näher kommen. Es dauerte nicht lange und das Adrenalien in Junos Blut sorge für eine betäubende Wirkung. So spürte sie bald garkeinen Schmerz mehr, hatte aber das Gefühl jeden Moment das Bewusstsein zu verlieren. Nachdem das Metallstück an ihrer Wunde zu erkalten schien, entfernte der Gnom es und seine Patientin legte sich schon fast Bewegungsunfähig in die Felle zurück. Diese hatte ihre Augen geschlossen und begann nun wieder ruhiger atmen.
„Das sieht erst mal ganz gut aus. Deine Schulter wird noch ein paar Tage weh tun. Solltest du aber deine rechte Hand nicht spüren, verlange sofort nach mir. Es wird eine Narbe entstehen, aber keine besonders Große.“ Hörte sie gedämpft dem Gnom sagen, als dieser seine Arbeit betrachtete. Dann öffnete Juno nach einer gefühlten Ewigkeit die Augen.
Drehte den Kopf und schaute ihrem heilenden Freund zu. Dieser musste sich nun selber einem starken und schlecht klingenden Hustenreiz hingeben der scheinbar kein Ende nahm und ihn nun selber peinigte.
" Ist alles ok?...Dein Husten klingt garnicht Gesund?"
„Verzeih! Dieser Husten wird mich noch eines Tages umbringen.“
Wieder lächelte er ihr entgegen.Und vermittelte seiner Patientin das er stärker im nehmen war als er aussah.
.„So jetzt hast du mir aber lange genug zugehört, du kannst dir ruhig Bewegung verschaffen, wenn dir danach ist. Nimm dir was von dem Essen und Trinken. Dann kannst du mich alles fragen, was dir auf deiner Seele liegt. Ich probiere deine Fragen so gut wie möglich zu beantworten.“
Juno drückte sich mit kraftlos zitternden Armen hoch und begab sich an die Stelle ihrer Zelle wo die Speisen und Kleider befanden.
Dort entfaltete sie ersteinmal die abgetragenen Leinenkleidung die aus einem übergroßen Obeteil und einer Hose im braunton bestanden, und zog sie sich über. Das Oberteil wirgte an Junos zierlich sportlichem Körper wie ein übergroßer Sack und rutschte ihr immer wieder über einer der Schultern.Zudem befand sich in höhe der Leber ein großes Loch an dem sich immernoch getrocknete Blutreste befanden. Dem Anscheinnach gehörten diese Kleider einst einem großen kräftigen Bauern. Auch die Hose war ihr im Grunde viel zu weit, so das sie diese immer wieder an ihrer schmalen Hüfte hochziehen musste, damit diese nicht rutschte. Als sie sich fertig angekleidet hatte, begann sie mit kleinen Bissen etwas zu Essen und zu Trinken. Dabei schaute sie zu ihrem Gnomheiler und begann ihre Fragen zu stellen.
"Danke..für alles lieber Gnom."
" Sag was machst du her bei den Dunkelelfen?"
" Und warum glaubtest du das diese mich getötet hätten? Sind wir uns früher schon einmal begegnet?"
Juno hatte noch viele viele weitere Fragen, doch wollte sie ihren neuen freund nicht mit ihrer unbegrenzten neugier überfordern, sondern Schritt für Schritt alles was sie interessierte in Erfahrung bringen?
" Achja ich bin übrigens Juno lieber Gnom"

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Re: Unter den Blättern des Neldoreth

Beitrag von Gestalt » Freitag 9. November 2012, 22:48

Als Juno sich ans Anziehen machte, war der Gnom damit beschäftigt das Stück Metall von seiner Haut zu lösen. Es hatte sich auch mit seiner Hand verbunden und musste entfernt werden. Der kleine Mann zog mit all seiner Kraft an dem Gegenstand und mit einem leisen Schmatzer löste sich dieser. Es hingen noch Hautfetzen an ihm und die Hand von Gregor blutete leicht. Ein kurzer Seufzer entsprang sein Mund und er fuhr sich mit seiner gesunden Hand kurz über die Verletzung der Anderen. Die Wunde schloss sich innerhalb weniger Sekunden, Juno bekam von alledem nichts mit. Sie hatten sich gerade ans Essen gemacht, doch dauerte es nicht lange und sie stellte die Fragen die ihr auf der Seele lagen. Doch die junge Frau lies ihm gar keine Möglichkeit zu antworten, also wartete er bis sie alles gesagt hatte.
Mit einen Lächeln auf dem Gesicht nickte er ihr zu. „Erfreut dich kennen zu lernen Juno! Du brauchst mich nicht immer Gnom nennen, für Freunde heiße ich einfach Gregor.“
Es war schon enorm, wie dieser blinde Mann einem das Gefühl gab zu Hause zu sein. Alles an ihm strahlte eine gewisse Form von Ruhe und Geborgenheit aus, sodass Juno schnell vergaß, in welcher Situation sie sich eigentlich befand. Vielleicht war es aber auch besser so, nicht ständig daran denken zu müssen, vergewaltigt zu werden.
„Warum ich bei Lukra und seiner Bande bin, willst du wissen?“ Er reinigte, während er sprach, seine Instrumente und blickte ab und an zu Juno, obwohl er nicht sehen konnte, blieben manche Gesten einfach erhalten.
„Das ist eine lange Geschichte, aber wir Beide haben ja Zeit.“, wieder einmal musste er kurz husten. „Ach verdammt, ich hätte früher nicht so viel Pfeife rauchen sollen. Wo waren wir? Ach ja! Ich war damals 50 Jahre alt, ein richtiger Jungspund soz sagen.“, dabei zwinkerte der kleine Gnom Juno zu. „Ich war ein angesehener Heiler in der Reichsklinik von Pelgar, meine Frau erwartete Zwillinge. Es war die schönste Zeit in meinen Leben doch es sollte alles anders kommen.“ Sein eben noch fröhliches Gesicht verdunkelte sich und ließ Juno tief in ihrem Herzen die Trauer spüren, die er damals erlebt hatte.
„Ich bekam einen Auftrag und musste ins Drachengebirge, irgendein Adeliger hatte sich wohl verletzt und musste behandelt werden. Warum die Wahl auf mich fiel, weiß ich bis heute nicht. Es kam wie es kommen musste und ich verabschiedete mich von meiner hochschwangeren Frau und fuhr mit meiner Eskorte ins Gebirge. Tja, und dort wurden wir von ein paar Dunkelelfen überfallen. Es war Lukras erster Beutezug und er hat mich als Belohnung bekommen. Seitdem diene ich ihm, um es kurz zu fassen.“
Der alte Gnom verstaute seine Utensilien wieder in der Tasche und ließ dabei lautstark Luft durch die Nase entweichen.
„Was hattest du mich noch gefragt? Woher ich dich kenne? Ich dachte du wüsstest das! Aber gut, du hattest starkes Fieber und hast fast nur geschlafen. Als du geflohen bist und kurze Zeit später wieder gefangen wurdest habe ich den Pfeil aus deiner Schulter gezogen. Es sah drei Tage lang nicht gut um dich aus, aber den Göttern sei Dank hattest du es doch geschafft.“
Die Sache mit dem Feststellen ihrer Jungfräulichkeit sagte er ihr lieber nicht. Wahrscheinlich wusste sie auch gar nicht, dass sie dort von ihm untersucht wurde. Die Dunkelelfen hielten weiter hin in der dunklen Nacht wache. Selbst die Tiere des Waldes hielten sich fern von diesem Ort.

Ralandir und sein Bruder hatten noch einen Auftrag von Lukra bekommen, sie sollten sich die Umgebung anschauen und nach eventuellen Gefahren Ausschau halten. Die Beiden hatten absolut keine Lust dazu, aber Befehlsverweigerung kam bei diesem Offizier nicht in Frage. Sie erinnerten sich noch an den Letzten, der dies gewagt hatte. Lukra hatte ihm zuerst seine Zunge rausgeschnitten und danach jeden Zeh einzeln abgeschnitten, dann die Finger gebrochen und zum Schluss hatte er ihm noch sein Genital, im wahrsten Sinne des Wortes, abgerissen und in den Mund gestopft. Bei dem Anblick damals hatten sich fast alle Übergeben müssen, doch traute es sich auch niemand einzugreifen. Wenn Lukra wirklich wütend wurde, musste man so schnell wie möglich Land gewinnen, sonst erging es einem schlecht. Keiner der hier Anwesenden hatte eine Chance gegen diesen Mann. Was nicht nur an seiner Statur lag, sondern auch an seinen Waffenkenntnissen. Er war der beste Bogenschütze und Nahkämpfer der Truppe. Viele hatten sich damals gefragt, warum er nur für die Nahrungsversorgung zuständig war und wie es nun mal war, gab es Gerüchte. Es lag wohl an seiner Abstammung, sein Vater hatte es wohl mit einer Orkfrau getrieben und Lukra war das Ergebnis dieser Vereinigung. Nur durch den Reichtum seines Erzeugers wurde er wohl in die Armee aufgenommen und als Dunkelelf akzeptiert. Ob die Geschichte wahr war, war die Frage. Lukra war unbestreitbar der kräftigste Dunkelelf, den es wahrscheinlich gab und auch seine Hautfarbe war wesentlich heller als üblich. Doch hört sich diese Geschichte eigentlich ziemlich an den Haaren herbeigezogen an.
Keiner würde auf die Idee kommen Lukra danach zu fragen und auch niemand war so dumm laut über dieses Gerücht zu sprechen. Nicht auszumalen was Lukra mit dem armen Tropf anstellen würde.
Sie liefen jetzt schon eine geraume Zeit durch den Wald, die Pferde hatten sie bewusst nicht mitgenommen. Damit diese sich nicht bei herausragenden Wurzeln in der Dunkelheit die Beine brachen. Irgendwann nahmen sie den Geruch von Pilzen wahr und folgten dieser Spur. Im Dickicht des Waldes erblickten sie eine Waldhütte, in der Licht leuchtete. Beide nickten sich kurz an und schlichen näher. Sie konnten Gestalten in dem kleinen Haus erkennen und frische Spuren von einem Eichhörnchen was erst vor kurzen diesen Weg genommen hatte. Es kam aus derselben Richtung wie die beiden Brüder. Sie blickten sich kurz an, ein Verdacht beschlich sie. Fürs erste sollte diese Aufklärung reichen, beide zogen sich zurück um Lukra das entdeckte zu melden. Wie er wohl reagieren würde?
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Re: Unter den Blättern des Neldoreth

Beitrag von Juno » Montag 12. November 2012, 13:33

Das anfänglich noch schüchterne abbeißen ihres lang ersehnten Mahles, wandelte sich stetig mehr zu einem begierigen Schlingen und genüsslich aufstöhnenden Stopfen.
So kam Juno schon bald nicht mehr mit dem Kauen und Schlucken hinterher, woraufhin sich bei ihr alles wie bei einem Nagetier in den Backentaschen sammelte. Dabei lauschte sie interessiert den Worten des Gnom´s
„Erfreut dich kennen zu lernen Juno! Du brauchst mich nicht immer Gnom nennen, für Freunde heiße ich einfach Gregor.“
Die ausgehungert wirkende heranwachsende nickte ihm liebevoll und mit süßem Blick zu.
„Warum ich bei Lukra und seiner Bande bin, willst du wissen?“
„Das ist eine lange Geschichte, aber wir Beide haben ja Zeit.“
Ein kurzer Hustenreiz des alten unterbrach seinen Gesprächsfluss.
„Ach verdammt, ich hätte früher nicht so viel Pfeife rauchen sollen. Wo waren wir? Ach ja! Ich war damals 50 Jahre alt, ein richtiger Jungspund sozu sagen.“dabei zwinkerte der kleine Gnom Juno zu.
Schon zu beginn der Erzählungen ihres neuen Freundes und der lebhaften Vorstellung an diese Zeit, ließen Juno sichtlich amüsiert schmunzeln.
Dabei verschluckte sie sich an der breiigen Masse des Brotes in ihrem Mund und klopfte sich mit der zur Faust geballten linken Hand auf ihr Brustbein. Dann Griff sie zu dem Krug mit klarem Wasser und nahm einen großen Schluck. Daraufhin galt ihre Aufmerksamkeit wieder der Geschichte Gregors.
„Ich war ein angesehener Heiler in der Reichsklinik von Pelgar, meine Frau erwartete Zwillinge. Es war die schönste Zeit in meinen Leben doch es sollte alles anders kommen.“
Die Fuchshybridin spürte wie sehr ihrem Freund die Geschichte und die damit verbundenen Erinnerungen berührten und traurig stimmten. Sie legte den Teller beiseite und setzte sich dann zu ihrem alten Freund. Einen Moment wartete sie noch bis dieser seine Utensilien in der großen Tasche verstaut hatte und legte dann tröstend und mitfühlend ihren Arm um die Schulter Gregors.
„Ich bekam einen Auftrag und musste ins Drachengebirge, irgendein Adeliger hatte sich wohl verletzt und musste behandelt werden. Warum die Wahl auf mich fiel, weiß ich bis heute nicht. Es kam wie es kommen musste und ich verabschiedete mich von meiner hochschwangeren Frau und fuhr mit meiner Eskorte ins Gebirge. Tja, und dort wurden wir von ein paar Dunkelelfen überfallen. Es war Lukras erster Beutezug und er hat mich als Belohnung bekommen. Seitdem diene ich ihm, um es kurz zu fassen.“
Mit traurigen Gesichtszügen blickte sie Gregor in die Augen und sprach mit hauchzarter sanfter Stimme.
" Das ist ja furchtbar Gregor!!...So durftest du also nie miterleben wie deine Kinder heranwuchsen?...das ist sehr traurig"
„Was hattest du mich noch gefragt? Woher ich dich kenne? Ich dachte du wüsstest das! Aber gut, du hattest starkes Fieber und hast fast nur geschlafen. Als du geflohen bist und kurze Zeit später wieder gefangen wurdest habe ich den Pfeil aus deiner Schulter gezogen. Es sah drei Tage lang nicht gut um dich aus, aber den Göttern sei Dank hattest du es doch geschafft.“
Juno stiegen die Tränen der Dankbarkeit in die Augen, welche im Licht des Kerzenscheins glitzerten
"Ich möchte dir danken Gregor für alles was du bisher für mich getan hast...vielen Dank"
Die junge Fuchshybridin strich dem Heiler das Haar beiseite und gab ihm einen liebevollen Kuss auf die Stirn.
" Ich wünschte mir fiele etwas ein um mich bei dir zu bedanken...doch mir fällt nicht´s ein."
Und so legte Juno ihren Kopf an seine Schulter und hielt ihn so mit den Armen sanft umschlungen als wolle sie ihn nie wieder gehen lassen.
Eine ganze Weile herrschte nun eine sehr beruhigende Stille im kleinen Gefängniswagen. Bis Juno Stimme nach einer gewissen Zeit des nachdenkens leise hauchend erklang.
" Du Gregor...? Weisst du was ich mich Frage?" Einen Moment wartete sie seine Reaktion ab." Ich frag mich immer ob meine Freunde entkommen konnten...weisst du vieleicht etwas?"
" Ich hoffe es so sehr...denn dieser Gedanke würde mir Helfen nicht gänzlichst die Hoffnung zu verlieren."
" Außerdem würde es mich interessieren was die Dunkelefen und dieser Ralandir mit mir vor haben?"
"Werde ich jemals wieder das Gefühl der Freiheit spüren dürfen?"
Bei ihren Fragen, blickte sie Gregor in die Augen wobei sie innerlich hoffte das dieser ihr neuen Mut schenken könnte.

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Re: Unter den Blättern des Neldoreth

Beitrag von Das dunkle Volk » Mittwoch 14. November 2012, 22:31

Im Gefangenenwagen

Der alte Gregor wurde ganz rot, als Juno ihm einen Kuss auf die von Falten gezeichnete Stirn gab und sich an ihn schmiegte. Als sie ihm sagte, dass sie ihm am liebsten ein Geschenk für seine Taten gegeben hätte, begann der Gnom kurz zu husten. Durch das heftige Keuchen seiner Lunge wurde er auch etwas abgelenkt und die Röte in seinem Gesicht nahm langsam ab. „Ach Kindchen, das du lebst ist mir Dank genug. Vielleicht war es von den Göttern so vorgesehen, das ich gefangen wurde, um Jahre später dir zu helfen!“ Dabei schenkte er ihr wieder sein herzerwärmendes Lächeln. Eine Zeit lang schwiegen die Beiden und schenkten sich gegenseitig Wärme. Gregor blickte mit seinen blinden Augen stumm in die Kerze, als würde er etwas sehen, was Juno verborgen blieb. Durch die Nähe der Umarmung von Juno konnte sie spüren, wie das Herz des Mannes unregelmäßig schlug. Kein gutes Zeichen, dass war sogar Juno klar, die von der Funktion des Herzen eigentlich so gut wie nichts wusste.
Doch sagte sie nichts, Gregor wusste wahrscheinlich selbst schon lange, wie es um ihn stand. Er hatte lange gelebt und alles Leben endete nun einmal. Der alte Heiler hatte nur einen Wunsch: Seine Frau und seine Kinder, die er niemals kennengelernt hatte, noch einmal zu sehen bevor er diese Welt verlassen musste. Doch er wusste, dass dies ein törichter Gedanke war, Lukra würde ihn nie gehen lassen! Außerdem wurde Pelgar von den Dunkelelfen erobert, vielleicht lebte seine Familie gar nicht mehr. Bei diesem Gedanken schüttelte er energisch den Kopf. Juno schien von dieser Bewegung auch wieder munter zu werden und druckste mit einer Frage in einer Frage vor sich herum. Gregor quittierte dies mit einem kurzen Brummen.
„Stelle ruhig deine Frage!“ Innerlich hatte er schon so eine Befürchtung, wie diese lauten würde und er sollte sich auch nicht irren. Sie wollte wissen, wie es ihren vorherigen Begleitern ergangen war und was mit ihr geschehen würde.
Dies waren Fragen, auf die der alte Gnom zwar die Antworten wusste, aber sie Juno nicht erzählen wollte. Er wollte ihr nicht die Hoffnung nehmen, doch noch aus diesem Alptraum zu entkommen. Als er gerade zu einer Antwort ansetzten wollte, wurde er durch eine Geräuschkulisse, die sich außerhalb des Wagen abspielte, abgelenkt. Auch Juno vernahm durch ihr tierisches Gehör diese neue Lärmquelle. Personen bewegten sich und unterhielten sich leise. Junos Interesse war geweckt und sie löste sich aus der Umarmung und ging zum Fenster. Durch den Schein des entfernten Feuers, wo sie noch vor zwei Stunden Tanzen musste, entdeckte sie, wie 10 Dunkelelfen mit Schwertern und Bogen bewaffnet, in den Wald verschwanden. Unter ihnen war auch Ralandir. Wenn ihr Aufseher mit von der Partie war, konnte dies nur eines bedeuten: Die Dunkelelfen waren auf der Jagd.


Die Jagd beginnt

Ralandir und sein Bruder Tharan hatten Lukra Bericht erstattet. Der Offizier überlegte nicht lange und schickte seine Männer los, sich um diese Waldbewohner zu kümmern. Schließlich waren diese Feinde des Dunklen Volkes und gehörten ausgelöscht. Er gab den beiden Brüdern nur zwei Anweisungen: Sollten sie jemand entdecken, der eine beträchtliche Summe auf dem Sklavenmarkt einbringen würde, sollten sie diesen gefangen nehmen.
Frauen durften nur geschändet werden, wenn sie nicht attraktiv genug waren um wenigstens einen Drachmen zu erzielen. Die Anweisungen waren klar und verständlich. Keiner der Jagdtruppe würde gegen die Befehle verstoßen. Dafür kannten sie zu gut die Konsequenzen.
Sie waren 10 Mann, Ralandir und Tharan führten die Gruppe an. Hinter ihnen befanden sich fünf Nahkämpfer, die ihre geschwärzten Schwerter griffbereit hatten. Die drei Bogenschützen folgten in einem gewissen Abstand zum Trupp. Der eine 20 Schritte zur Linken entfernt. Der Andere 20 Schritte zur Rechten und der Letzte der Schützen lief 10 Schritte hinter den Nahkämpfern. Keiner von ihnen sagte ein Wort und durch ihre dunkle Hautfarbe, sowie ihre dunklen Rüstungen, verschmolzen sie perfekt mit dem finsteren Wald. Sie bewegten sich lautlos, darauf bedacht, keinen Ast zu zertreten dessen Knacken ihre Ankunft bei den Waldbewohnern verraten hätte. Nach einiger Zeit erreichten sie die Hütte. Es brannte immer noch Licht. Ralandir begann mit seinen Händen gewisse Gesten zu vollziehen. Die Truppe verstand diese und verteilte sich ums Haus.


In der Hütte von Zern

Das kleine Eichhörnchen genoss die Zuwendung von Eilmana und als diese ihre Lichtmagie einsetzte um die Wunde zu behandeln, wurde der Körper des Wesens mit einer wohligen Wärme durchflutet. Als es der schönen Elfe leidtat, dass sie nicht mehr für ihn tun konnte, schüttelte das kleine Hörnchen energisch den Kopf. Es stellte sich auf die Hinterbeine, blickte Eilmana in die Augen und vollführte dann eine Verbeugung, die eigentlich nur am Hofe des Adels üblich war.
Schon wieder so eine Geste, die für ein normales Tier nicht üblich war. Das war der Malerin sofort klar. Doch anscheinend galt ihr Interesse jetzt erst einmal Nevox.
Als Eilmana dem Medikus versicherte, dass sie ihm helfen würde, atmete dieser erleichtert aus und lächelte sie an. Aber eine andere Sache brannte der Frau noch auf der Seele: Warum wurde Zern von den Dunkelelfen gemieden? Schließlich war er doch ein Paradebeispiel für sein Volk, oder hatten diese auch Grenzen, die Zern anscheinend gesprengt hatte? Diese innerliche Frage stellte sie auch sogleich und blickte ihn mit einem vernichtenden Blick an. Was eigentlich sehr ungewöhnlich war, wenn man zurückblickend an die Situation dachte, die sich vor einigen Stunden abgespielt hatte. Der Dunkelelf ließ sich aber nicht noch einmal von dieser Frau überrumpeln und antwortet im saloppen Ton: „Für mein Volk gibt es nichts Schlimmeres als jemanden, der aus Nächstenliebe heraus jemand anderem helfen möchte.“
Für Eilmana musste sich dies mehr als unglaubwürdig anhören. Dieser Mann machte eigentlich den Eindruck, dass er nur für sich selbst lebte. Schließlich wollte er sich auch von Eilmana mit Gewalt das nehmen, was er begehrte. Ohne Rücksicht auf ihre Gefühle.
Doch konnte sie auf diese mehr als seltsam wirkende Antwort keine Gegenfragen mehr stellen. Das Eichhörnchen, was vor wenigen Augenblicken von der Lichtmagierin geheilt worden war, begann wild mit den Ohren zu zucken. Auch Mollpest begann aufgeregt durch die Gegend zu laufen und lauschte nach etwas. Genau wie der Rabe Neif jetzt anfing unruhig zu werden und sich auf der Schulter von Eilmana aufplusterte. Jeder der hier Anwesenden wusste, dass etwas nicht stimmte, Zern erhob sich und ging langsam zu dem Fenster, durch das das Eichhörnchen gekommen war. Nevox indes ging, ohne etwas zu sagen, zu dem Kaminfeuer und löschte es.
Nun standen und saßen sie alle in absoluter Dunkelheit. Draußen regte sich nichts, aber das merkwürdige war, dass absolute Stille außerhalb der Hütte herrschte. Was schon allein kein gutes Zeichen war. Zern blickte verstohlen durch das kleine Fenster und betrachtete die Umgebung. Brunhilde flüsterte schon fast, als sie ihn fragte. „Was siehst du?“
Eilmana beschlich langsam das Gefühl, dass diese Situation wohl nicht zum ersten Mal passierte, so wie die Drei agierten.
Zern schüttelte den Kopf und sprach selber fast im Flüsterton. „Ich kann nichts erkennen!“


Und dann zerbrach das Glas des Fensters, durch das Zern geblickte hatte. Dieser begann rückwärts zu laufen und röchelte wie ein Ertrinkender. Erst als er der länger nach hinten fiel, konnte man erkennen, was ihm die Luft zum Atmen genommen hatte. Ein schwarzer Pfeil steckte in seinem Hals. Die Spitze war genau durch den Kehlkopf gedrungen und ragte ein Stück auf der anderen Seite des Halses heraus. Nevox erkannte sofort, dass er dem Dunkelelf nicht mehr helfen konnte. Brunhilde war mittlerweile aufgesprungen, Mollpest rannte zu seinem Herren und leckte ihm übers Gesicht. Die Augen von Zern blickten starr an die Decke, kein Leben war mehr in ihnen zu finden. Neif begann aufgeregt mit den Flügeln zu schlagen und krächzte. Eilmana war mittlerweile auch auf den Beinen und musste aufpassen, dass ihre Kleidung nicht verrutschte.
Doch mehr Zeit um zu reagieren hatten die Drei nicht. Die Eingangstür flog laut schnäppernd auf und donnerte gegen die Wand. Ein Dunkelelf in schwarzer Rüstung und gezücktem Schwert kam hereingerannt, dicht gefolgt von zwei weiteren. Durch das kleine Fenster sprang ein Weiterer geschickt hindurch und zertrümmerte das restliche Glas. Er rollte sich ab und stand in wenigen Sekunden wieder auf den Beinen, neben dem toten Zern.
Aus dem Hinterzimmer kamen zeitgleich noch zwei dunkle Krieger. Der Erste wurde von Brunhildes Pranke erwischt, die ihn in einer drehenden Bewegung ihre rechte Pfote gegen die Rippen schlug. Dieser flog gute drei Meter zur Seite. Sein Kamerad lies sich davon nicht einschüchtern und sprang der Bärenfrau entgegen.
Nevox war auch nicht untätig und zog hinter seinen Umhang, zwei kurz Dolche hervor. Dann sprang er schützend zwischen Eilmana und die drei Dunkelelfen, die durch die Tür kamen und lieferte sich einen Schlagabtausch mit dem Ersten. Dabei konnte Eilmana sehen, was sich hinter dem Umhang des Medikus befand. Ein länglicher Schwanz der nach oben gebogen war und dessen Spitze sehr scharf aussah. Der komplette Schwanz musste aus Chitin sein. Die einzige logische Schlussfolgerung war, dass Nevox einen Skorpionschwanz hatte! Anscheinend war auch er von dem gleichen Virus betroffen wie Brunhilde. Entweder war der tote Zern auch ein Tiermensch oder er wollte den anderen helfen. Aber Eilmana hatte andere Sorgen. Die zwei Dunkelelfen, die vom Medikus nicht aufgehalten worden waren, steuerten zielstrebig auf sie zu. Die lila Augen des einen bohrten sich in ihre Seele.
Mollpest, der mittlerweile realisiert hatte, dass sein Herr nie wieder aufstehen würde, begann kläglich zu schreien. Der Dunkelelf, der neben ihm stand, wollte dem Kater gerade einen Tritt verpassen, als diese schwarze Fellkugel mit einem unglaublich hasserfüllten Blick den vermutlichen Mörder seines Herrn ins Gesicht sprang. Der Elf hatte keine Chance auszuweichen und lief, mit dem fetten Kater im Gesicht, einige Schritte nach hinten und versuchte sich das Fellknäuel aus dem Gesicht zu schlagen.
Der Elf mit den lila Augen war nur noch zwei Schritte von Eilmana entfernt, der Andere dicht hinter ihm. Sie waren unverkennbar Brüder. Im inneren der Elfe begann es zu brodeln und, wie beim Elf zuvor, ließ sie ihrer Wut freien Lauf. Der Erste der Beiden wurde wieder zur Tür geschleudert und warf dabei Nevox und seinen Duellgegner auf den Boden. Der Bruder des Elfen mit den Lila Augen, konnte dem menschlichen Wurfgeschoss ausweichen, als er sah, wie Eilmana zu taumeln anfing, sprang er nach vorn. Hätte Eilmana noch genug Energie gehabt, sie hätte ihren heran springenden Angreifer auf die gleiche Art wie eben abgewehrt. Doch sie war körperlich am Ende und dies nutzte ihr Feind aus. Das Schwert im Anschlag wollte er gerade zum finalen Schlag ausholen, als Neif todesmutig dem Angreifer entgegensprang. Zum Fliegen war er durch die Verletzung noch nicht in der Lage, aber seine Krallen waren scharf genug, um sich in der Kopfhaut festzukrallen. Überrascht von diesem Schachzug, verlor der Elf das Gleichgewicht, flog an Eilmana vorbei und zertrümmerte dabei den Essenstisch. Der Rabe hackte währenddessen unaufhörlich auf den Elfen ein. Das kleine Eichhörnchen kam Neif zu Hilfe und biss in die Hand, die nach dem Raben schlug. Eilmana wollte gerade ihren gefiederten Freund zu Hilfe eilen, als sie etwas Hartes am Hinterkopf traf. Schlagartig wurde alles schwarz und die junge Frau verlor das Bewusstsein.


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Zurück im Lager

Lukra saß noch immer vor dem Feuer und studierte die Landkarte. Dieser verfluchte Wald schien sie alle zu hassen. Sie waren soweit von der eigentlichen Rute abgekommen, dass der Offizier die Lust verspürte überall Feuer zu legen. Doch verwarf er diesen Gedanken, als er das Geflatter eines Vogels hörte. Sein blick suchte die Lärmquelle und fand eine abgemagerte graue Taube, die geradewegs auf ihn zusteuerte. Der Elf hielt seinen Arm nach vorne ausgestreckt und das krank aussehende Tier landete auf diesem und begann zu Gurren bei seinem Anblick. Lukra interessierte sich herzlich wenig für den Vogel, seine Aufmerksamkeit galt mehr dem versiegelten Stück Papier an seinem Bein. Er nahm die Nachricht an sich und legte sie kurz beiseite. Mit einem schnellen Griff hatte er den Kopf der Taube gepackt und lies ihn ruckartig in eine Richtung fahren. Es knackte kurz und die Taube war tot. Sie hätte eh nicht mehr den Rückflug geschafft und es war ein Wunder, dass ein Raubvogel sie nicht schon vorher getötet hätte. Er ließ den Vogel einfach auf den Boden fallen und nahm sich wieder den Brief vor. Er brach das Siegel auf und begann das Papier zu lesen.
Nach kurzer Zeit war er fertig und warf den Zettel in die Flammen.
„Dann halt nach Andunie!“ Sagte er im Stillen zu sich selbst und ging der neuen Geräuschquelle entgegen, die die Ankunft seiner ausgeschickten Männer ankündigte.


Bei Juno und Gregor

Nachdem Juno gesehen hatte, wie die Männer im Wald verschwunden waren, hatte sie noch kurz Gregor gefragt, ob er wüsste was da los war. Doch der kleine Gnom hatte darauf keine Antwort gewusst und war froh, dass die Fuchshybridin nicht mehr an ihre zuvor gestellten Fragen dachte. Deswegen lenkte er auch schnell ein, dass sie lieber schlafen sollten, solange sie die Möglichkeit dafür hatten. In der Hoffnung, Juno würde ihre Fragen komplett vergessen, aber innerlich wusste er, dass dem nicht so war. Trotzdem nahm er sich ein Fell vom Boden, legte sich darauf und schloss die Augen. Lange blieb Juno auch nicht mehr wach und sie gesellte sich zu ihrem neuen Begleiter und schloss nach einigen Gedankengängen die Augen und schlief.

(OFF: Du kannst gerne einen Traum einbauen wenn du möchtest)
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Als es dämmerte, wurde Juno von dem Lärm außerhalb des Wagens geweckt. Schnell ging sie wieder zu ihrem Ausguck und was sie dort sah, ließ sie mit offenem Mund staunen. Eine Frau wurde gerade in einen Wagen gezogen, doch anstatt Hände, hatte sie Bärenpranken. Fast ihr ganzer Körper glich einem Bären. Ließ man den Oberkörper und das Gesicht außer Acht. Ihre Arme waren hinter dem Rücken gefesselt und die Füße mit einer Eisenkette verbunden. Doch schien sie nicht bei Bewusstsein zu sein, denn fünf Männer mussten sie in den Wagen hieven. Danach wurde ein junger Mann in Ketten und an der Leine durchs Lager geführt. Das Auffällige an ihm war, das er einen Skorpionschwanz hatte. In all der Zeit, in der Juno im Wald lebte, hatte sie noch nie solche Gestalten gesehen.
Ihr Interesse an den Mann verlor sich aber schnell, als es auf einmal an ihrer Gefangenentür klapperte. Jetzt wurde auch Gregor wach und erhob sich schwermütig.
„Was ist denn los, Juno?“, fragte er mit belegter Stimme und räusperte sich kurz. Doch Juno blieb Gregor eine Antwort schuldig, denn die Tür öffnete sich und zum Vorschein kam Tharan mit einem zerkratzten Gesicht, an einigen Stellen hatte er sogar kleine Löcher und überall waren Bissspuren von einen Nager zu sehen. Sein Bruder, Ralandir, hob gerade eine junge Elfe in den Wagen und legte sie vor Gregor ab.
„Schau sie dir an!“, war das einzige was er zu dem Gnom sagte und dann sprang er wieder aus dem Wagen. Die Tür wurde zugeschmissen und abgeschlossen.
Der Alte Gnom fackelte nicht lange und begann zuerst das Gesicht von Eilmana abzutasten, wie zuvor bei Juno.
„Wo finden sie immer diese hübschen Kinder?“, sprach er mehr zu sich selbst und schüttelte traurig den Kopf.
„Juno, sei so gut und gib mir meine Tasche, ich muss ihre Wunde behandeln!“ Juno kam der Aufforderung sofort nach und trug, oder besser gesagt, zog die schwere Tasche zu Gregor.
„Ich danke dir!“ Sofort holte er ein paar Verbände hervor und wieder ein Glasgefäß, welches gefüllt mit diesem Minzewasser war.
„Halte bitte ihren Kopf ein Stück hoch… Ja danke, genau so und schön ruhig halten!“ Juno probierte sich so gut wie nicht zu bewegen während Gregor den Hinterkopf abtastet.
„Da haben sie ihr aber einen ordentlichen Schlag auf den Kopf gegeben.“ Der Heiler öffnete das Gefäß mit dem Wasser und wischte ein paar Mal über die Platzwunde. Danach verband er ihren Kopf. Als er fertig mit allem war, wandt er sich wieder an Juno:
„Das hast du gut gemacht. Du kannst sie jetzt wieder los lassen, aber vorsichtig. Noch einen Schlag auf den Hinterkopf wäre nicht gut für sie!“

Zwei Helden auf dem Weg

Das Eichhörnchen Wotan und der Kolkrabe Neif konnten der Gefangennahme entkommen. Was eigentlich mehr an Wotan lag, der den Raben schon förmlich von Eilmana wegdrücken musste. Als die Elfe bewusstlos wurde, gab es noch ein kurzes Gerangel mit Brunhilde, Nevox wurde von zwei Dunkelelfen auf dem Boden fixiert und der Kater Mollpest lag mit zertrümmerten Rückrat bei seinem Herrn. Neif war Wotan gefolgt, nachdem er verstand, was dieser von ihm wollte. Keiner der Dunkelelfen vermisste die Beiden und so konnte das seltsame Duo ungesehen im Wald verschwinden. Neif krächzte noch einige Male, weil es ihm nicht passte, sich soweit von seiner Freundin zu entfernen, aber Wotan versicherte ihm, dass er sie bald wiedersehen würde. Schließlich wusste er, wo die Dunkelelfen mit den Gefangenen hin wollten. Es ist eigentlich seltsam, dass ein Rabe versteht, was ein Eichhörnchen meint. Aber wenn man überlegt von wem Wotan geschickt wurde, konnte einen nichts mehr wundern.
Das Eichhörnchen lief schnelle, kleine Schritte über den dunklen Waldboden und Neif folgte ihm mit längeren Sprüngen, die er mit seinem Flügelschlag unterstütze. Zum Glück trafen die beiden kein Raubtier, sonst wäre es ihnen wahrscheinlich schlecht ergangen. Als Eilmana gerade von Juno und dem Gnom Gregor behandelt wurde, erreichten Wotan und Neif das Lager.
Hier herrschte gerade reges Treiben, anscheinend machte sich der Konvoi bald wieder auf den Weg. Die Beiden konnten ungesehen bis zu Junos Wagen vordringen. Neif nahm Anlauf und sprang mit lautem Flügelschlagen auf das kleine Fensterbrett. Wotan kletterte einfach hinauf und drängte sich unter den Beinen des Raben hindurch. Juno erblickte sie auch sofort und als sie den mutigen Wotan erblickte, strahlte sie über beide Wangen. Dieser sprang ihr auch gleich entgegen. Neif indes ging zu seiner Freundin und setzte sich auf ihren Brustkorb, wie eine Henne, die ein Ei ausbrütete. Wie abgesprochen öffnete Eilmana ihre Augen. Das erste, was sie sah, war ein alter Gnom und ein Fuchsmädchen, das mit einem Eichhörnchen spielte und ihren treuen Freund, der sie sorgenvoll anblickte. Als sie sich aufrichten wollte, durchfuhr den Wagen ein Ruck und der Konvoi fuhr wieder los.
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Re: Unter den Blättern des Neldoreth

Beitrag von Juno » Sonntag 18. November 2012, 13:55

Der jungen Frau tat es sichtlich gut, sich nach einer schier endlosen, strapaziösen Zeit, voller Qualen und Unterdrückung wieder jemanden anvertrauen zu können. Jemanden der nicht vor hatte ihr Leid, Demütigungen und Qualen zu unterziehen. Sondern sich mit liebevoller Geduld und einem offenen Ohr um ihre Sorgen und Leiden kümmerte.
So war es nur verständlich das sich die junge Frau vertrauenswürdig an den Leib ihres treuen Freundes schmiegte und dort sowohl Wärme als auch eine angenehm innere Ruhe fand.
Aufmerksam zuckten ihre Ohren auf, während sie mit geschlossenen Augen und gleichmäßig entspannter Atmung die Worte Gregors vernahm.
„Ach Kindchen, das du lebst ist mir Dank genug. Vielleicht war es von den Göttern so vorgesehen, das ich gefangen wurde, um Jahre später dir zu helfen!“
Juno empfing die Worte des alten Heilers eher unterbewusst als sie ihm im Halbschlaf murmelnd antwortete.
" Hmmm...das ist schon komisch...was die Götter in letzter Zeit so alles als Vorhersehung betrachten." ein herzhaftes Gähnen beendete ihren tiefgründigen Gedankengang. Und ließ sie sich instinktiv, noch fester an Gregors warmen Körper Kuscheln. Wobei ihr buschiger Fuchsschwanz sich zusätzlich wie ein plüschig wärmendes Accesoure um die beiden legte.
Es folgte eine längere Zeit der Ruhe und Geborgenheit, in der Juno jedoch trotz ihres leichten Dämmerschlafes durch ihr gut ausgeprägten Gehörs das unruhig schlagende Herz ihres alten Freundes vernahm. Dies sorgte dafür das Juno unmerklich für Gregors Sinne ihre Augen öffnete und sorgenvoll in die Flamme der Kerze blickte. Als wenig später etwas den Leib des alten durchzuschütteln schien. Hob Juno den Kopf, stemmte sich mit dem linken Arm von einen der am Boden liegenden Felle ab. Und schaute Gregor mit einer Frage auf den Lippen in die getrübten blinden Augen. Sie vernahm ein undefinierbares brummen aus der Kehle des Gnomes, worauf sie einen verwirrten Gesichtsausdruck auflegte. Hatte sie womöglich etwas falsches Gesagt? Doch von diesem kurzen Gedankengang erlöste der Gnom sie sofort mit seinen darauffolgenden Worten.
„Stelle ruhig deine Frage!“
Juno stellte ihre Frage und spitzte dann eine Antwort erwartend die Fuchsohren. Gregor schien merklich noch einen moment zu zögern bevor er sich dazu durchrang die Frage seiner Leidensgenossin zu beantworten. Doch gerade als er den Ansatz machte ihr zu Antworten, wurde die Aufmerksamkeit der beiden auf eine Geräuschquelle abgelenkt, die sich außerhalb des Quartiers abspielte. Junos Ohren richteten sich instinktiv und neugierig in dessen Richtung. Sie hörte erdig knirschende Schritte auf dem Waldboden, begleitet von leisen sich unterhaltenden Stimmen. Woraufhin sich die Fuchshybridin interessiert von den Fellen erhob und an das kleine vergitterte Fenster trat, um zu schauen was so spät Nacht´s außerhalb ihrer Behausung vor sich ging. Sie schaute hinaus und konnte in einiger Entfernung das Licht des Lagerfeuers erkennen. Sowie jene bewaffnete dunkle Brut, vor denen sie sich einige Zeit zuvor noch tanzend ihre blöße geben musste. Unter ihnen erkannte Juno auch ihren dunkelelfischen Aufseher. Unter deren mit eiserner Hand geführtem Komando sich der kriegerische Trupp in Bewegung setzte.
Was haben die vor? ging es unwillkürlich der Gefangenen durch den Kopf.
Doch die Antwort auf diese Frage, würde sich für Juno schon sehr bald selbst eröffnen. So wandte sie sich an ihren freundlichen alten Begleiter und erkundigte sich ob er wisse was die Dunkelelfen vor hatten. Doch dieser schüttelte unwissend über diese Ereignisse sein dünn bewachsenes Haupt und schlug ihr vor schlafen zu gehen.
So griff sich der alte Gnom eines der Felle und bettete sich so gut es die Umstände ermöglichten zur Nacht. Worauf auch Juno ihr inneres Fragebedürfniss einstellte und sich mit einem letzten Blick zum Lagerfeuer, vom Fenster entfernte. So tat sie es dem alten gleich und kuschelte sich zusammengerollt dich an Gregor heran. Auf das sie sich gegenseitig in dieser Nacht wärme Nähe schenkten.

Schicksalhafte Ereignisse: Junos Seelenwelt

Als Juno friedlich einschlief und zu träumen begann, eröffnete sich vor ihrem inneren Auge die Welt nach der sie sich inzwischen so sehr zurücksehnte. Sie stand wieder vor ihrem Heimatbau. In jenem Wald indem sie sich zuhause, wohl behütet und sicher fühlte. Denn dieser Ort befand ich an jener Stelle des Waldes an dem sie ungestört und abgeschieden leben und aufwachsen konnte. So erlebte sie vor ihrem inneren Auge nochmals die schönsten Ereignisse ihres jungen Lebens. Angefangen von den ersten wackeligen Schritten die sie als kleines Babyspeck behaftetes Kleinkind vor der Tür ihres Heimatbaus und auf quirlig lachend Art und Weise, auf die ausgebreiteten, empfangsbereiten Arme ihres Vaters machte. Dieser saß in gehockter Haltung vor ihr und erwartete darauf das seine kleine Tochter ihm mit kurzen Schritten entgegenkam. Dabei strahlte er mit einem glücklichen Lächeln auf den Lippen seiner kleinen Tochter entgegen. Ihre Mutter stand direkt hinter ihm und erfreute sich ebendfalls an diesem einzigartigen Moment zwischen Vater und Tochter. Nach einer liebevollen Umarmung und voller Stolz verkündeter Worte. Nahm Junos Vater sie auf den Arm und betrat gefolgt von ihrer Mutter den gemeinsamen kleinen Bau. Die Fuchshybridin wollte mit einem Lächeln ihren Eltern in den Bau folgen. Als sich beim berühren des Türknaufs schleichens der Himmel verfinsterte. Juno drehte sich herum und betrachtete die dicke unheilverkündende Wolke die den friedlichen Wald mit einer ungemütlich wirkenden Finsternis überzog. Sie wandte sich wieder zur Tür des Bau´s um diese zu öffnen. Als plötzlich zwei Dunkelelfen mit finsterem Blick heraustraten und sie links und rechts unter den Armen griffen und mit einem hinterhältigen Lächeln aus ihrer Heimat entrissen. Hinter den beiden Dunkelelfen konnte die Fuchshybridin im dunkeln des Bau`s noch die zwei lilafarbenen Iriden erkennen, die ihr nur allzu gut das Gefühl von Angst, Leid und Pein vermittelten. Eh sie die Situation ihrer Traumwelt richtig deuten konnte, warfen die beiden dunklen Schergen sie zu Boden. Alles um Juno herum war nun finster und uneinsichtig. Erst wenige Augenblicke später spürte sie das warme Licht eines Feuers hinter sich. Sie erhob sich und wandte sich in dessen Richtung. Als sie erneut Mittelpunkt des lüstern blickenden Dunkelelfentrupps wurde. Sie sah an ihrem Körper herab und stand nun abermals entblößt und fröstelnd vor den finsteren Schergen.
Diese lachten und leckten sich genüsslich die Lippen nach dem jungen zarten Geschöpf vor ihren gierigen Augen. Junos Pupillen weiteten sich erschrocken.
" Nein bitte nicht nocheinmal!!" wisperte sie
"Tanz Mädchen... Tanz!!" Erklang es aus einem dunklen Bereich hinter der im kreis sitzenden Brut des bösen. Als sich zwei lilafarbene Iriden erhoben und wie die Augen eines Gottes aus der Finsternis auf die herab schauten. Abermals tanzte sich Juno die Seele aus dem Leib, in der Hoffnung die Dunkelelfen besänftigen zu können. Doch dem war nicht so. Denn einen Wimpernschlag später drängten sich fünf von ihnen um das weibliche Geschöpf und besudelten ihren jungfräulichen zarten Körper mit ihren rauen dreckigen Händen. Sie spürte die unangenehme nässe der Lippen und Zungen an ihrem Körper. Und musste sich hilflos die Schandtaten über sich ergehen lassen.
" NEIN BITTE..AUFHÖREN...BITTE HÖRT AUF..ICH WILL DAS NICHT!! schrie sie schluchzend und mit Tränen in den Augen.
Doch die dunklen Schergen schienen ihre Worte nicht zur Kenntnis zu nehmen und vergriffen sich weiter an ihrem blutjungen, herrlich duftenden Opfer. Lediglich die Stimme Ralandir´s vernahm sie zwischen den heiss stöhnend und schmatzenden lauten der Männer über ihr.
" Du warst nicht gut genug Mädchen...nun empfange deine gerechte Strafe. muahahaha!!!"
" Nein..Nein...NEEEIINNN!!!! Arrrgghhh!!!!" Schrie sie schrill und ohrenbetäubend aus ganzer Kehle, bevor dieser sie leise und sichtlich mitgenommen erwachen ließ.
Sofort schlug Juno die Hände vor´s Gesicht und begann still zu Weinen. Ihre Stirn und der gesamter Körper waren von den Torturen ihres Traumes mitgenommen und von kalten glitzernden Schweißperlen benetzt. Nachdem sie sich allmälich wieder Seelisch gefangen hatte, strich sie sich mit den Händen die nassen Haare aus der Stirn. Ihr Puls raste immernoch wie wild, beruhigte sich aber stetig mehr.
"Bei Florencia und Phaun...verdammt!" wisperte sie leise zu sich selbst, und schaute dann mit prüfenden Blick zu Gregor.
Puh Glück gehabt!!.Ich scheint noch zu friedlich schlafen.
Was Juno während ihrer Traumphase nicht bewusst registrierte, sondern erst jetzt mit ihren ausgeprägten Sinnen bemerkte. War der aprupt entstandene Lärm, der sich außerhalb des ihres Gefängnisses ausbreitete und somit ein weiterer Grund für ihr unsanftes Erwachen war. Sofort erhob sie sich aus ihrer sitzenden Haltung und ging zum vergitterten Fenster.
Was sie dort erblickte ließ sie ihre Augen nicht trauen. Sie erblickte wie die Dunkelelfen zwei Gestalten aus dem Wald führten, die weder Mensch noch Tier zu sein schienen.Im selben Augenblick traf auch Juno ein Geistesblitz, worauf sie sich kurz an ihre Ohren fasste und daraufhin ihren Fuchsschwanz prüfend betrachtete.
"Bei Phaun was...könnte es sein das!?" floss es unvermittelt nachdenklich aus ihren zarten roten Lippen. Doch bevor sie ihren Gedanken weiter nachgehen konnte, klapperte und rasselte es lautstark an der Gefängnistür. Woraufhin nun auch Gregor schwermütig erwachte und sich orientierend seiner Umgebung bewusst wurde.
„Was ist denn los, Juno?“
Doch bevor sie ihm antworten konnte öffnete sich bereits die Wagentür und ein äußerlich stark malträtierter Dunkelelf betrat den kleinen Wagen. Die Hybridin erkannte sofort durch ihr jahrelanges Leben im Neldoreth worum es sich bei den Verletzungen an Gesicht und Körper des dunklen Kriegers handelte. Diese konnte nur von einem mittelgroßen Raubvogel und einem Nagetier stammen dachte sie sich. Wobei ihr ein unbeabsichtigt hauchzartes Lächeln der Schadenfreude übers hübsche Gesicht huschte. Welches sie sich jedoch sofort wieder verkniff. Verdient hatten sie es sich trotzdem ging es der jungen Waldbewohnerin durch den Kopf. Doch weiter Zeit um in Gedanken zu schwelgen hatte Juno nicht. Denn schon kurz nachdem die Tür des Gefängnisses geöffnet wurde erblickte sie auch jenen furchteinflößenden gesellen der ihr nun auch in ihren Träumen seine unsanften Spuren hinterliess und sich tief in ihrer Seele seinen Platz bahnte. Ralandir wie Juno von Gregor erfahren hatte, offenbarte nun eine weiteres Opfer vor den Augen der Insassen. Und legte diese unsanft auf dem mit Fellen gepolsterten Boden.
„Schau sie dir an!“ ließ er Gregor mit herrischer kalter Stimme Wissen und sprang sofort wieder aus dem Raum der sofort wieder durch einen Metallschieber und einer dicken Kette verschlossen wurde. Gregor setzte sich sofort in Bewegung und trat an die frische gefangene heran. Tastete ihr Gesicht mit seinen Händen ab und sprach mit mitfühlender Stimme.
„Wo finden sie immer diese hübschen Kinder?“
Erst jetzt schaute auch Juno sich die besinnungslose zierliche Gestalt an. Sie besaß helles blondes Haar und ihre Haut wirkte gepflegt und ebenmäßig.
Als Gregor ihr Gesicht abtastete erblickte Juno das zarte Antlitz ihrer neuen Gefährtin.
" Sie ist wunderschön?" murmelte Juno leise vor sich hin und beobachtete dann Gregors Handeln.
„Juno, sei so gut und gib mir meine Tasche, ich muss ihre Wunde behandeln!“ bat er seine Freundin
Worauf diese sofort ohne zu zögern seiner freundlichen Bitte nachkam und mit schwer seufzenden lauten die große Tasche zu Gregor zog.
„Ich danke dir!“
Sofort holte der Heiler seine Utensilien aus seiner Tasche und begann die unbekannte junge Frau zu behandeln.
„Halte bitte ihren Kopf ein Stück hoch… Ja danke, genau so und schön ruhig halten!“
Juno tat alles so wie Gregor es ihr anordnete und beobachtete dabei aufmerksam was er tat. Vieleicht würde ihr dieses Wissen eines Tages zugute kommen, wenn sie jetzt nur gut aufpassen würde. Dachte sich Juno. So hob sie den Kopf der blonden Frau vorsichtig in ihren Händen, auf das Gregor sich um ihre Verletzungen kümmern konnte. dabei fiel der Blick der Fuchshybridin auf die langen spitzen Ohren die sichtbar aus der blonden Haarpracht herausstachen.
" Schau nur Gregor ist das eine Elfe?"
Junos Frage war berechtigt, so kannte sie doch bisher nur die Neldorethischen Elfen aus ihrem Heimatwald. Wobei sie an ihren damaligen Freund Menegephel denken musste.
Diese hier schien soweit sie wusste nicht zu diesem Volk der Elfen zu gehören. Was Juno deutlich an den optischen Merkmalen erkannte die so untypisch für Neldorethische Elfen war. Aber woher kam sie? Und was hatten die Dunkelelfen mit ihr vor? War diese Frau vieleicht auf eine ähnliche Weise wie Juno selbst in die Fänge dieser Schurken geraten?
Sie beschloss bei Gelegenheit die hoffentlich freundliche neue Mitreisende darauf anzusprechen. Doch in diesem Moment war Junos Konzentration auf die unterstützenden Helfertätigkeiten gerichtet.
„Da haben sie ihr aber einen ordentlichen Schlag auf den Kopf gegeben.“ teilte Gregor seiner weiblichen Assistentin mit.
So dauerte es nicht lange und der Gnomheiler hatte die Wunden mit etwas Hilfe von Minzwasser und einem schützenden Druckverband aufs nötigste versorgt. Mit dankenden Worten wandte er sich wieder an die junge Hybridin.
„Das hast du gut gemacht. Du kannst sie jetzt wieder los lassen, aber vorsichtig. Noch einen Schlag auf den Hinterkopf wäre nicht gut für sie!“
Juno legte vosichtig den Kopf der Elfe ab und betrachtete diese dann abschätzend und nachdenklich.
" Gregor?...Weisst ist das für eine Elfe ist?...Ich hab so eine noch nie gesehen?...Was macht sie an diesem Ort?"
Doch noch bevor Gregor auf ihre Fragen reagieren konnte, hörten beide an der Tür ihres Gefängnisses seltsame kratzende Geräusche.
Als Juno darauf reagierend zu dem kleinen vergitterten Fenster sah, erblickte sie einen schwarzen Kolkraben stehend auf dem kleinen Fensterbrett.
Sie ging näher an das Tier heran und streckte ihre Hand nach dem Vogel aus. Als unter dessen Füssen ihr lang vermisster kleiner Retter Wotan auftauchte.
"WOTAN!" rief sie und öffnete begrüßend die Arme.
Worauf das Eichhörnchen auch sofort freudig schnatternd in die Arme seiner liebsten sprang. Die Juno strahlte sichtlich über das ganze Gesicht bei dem erscheinen ihres plüschigen Begleiters. So hielt sie ihm sanft aber sicher, zwischen beiden Händen und tanzte mit ihm euphorisch durch das kleines Quartier. Sie hörte erst auf als der schwarze Vogel von dem Fensterbrett auf den Brustkorb der unbekannten Elfe sprang und diese sich wie aufs Stichwort zu regen begann.

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Eilmana Silva
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und vereinzelte Worte anderer Sprachen die Sie aufschnapen konnte.
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Re: Unter den Blättern des Neldoreth

Beitrag von Eilmana Silva » Freitag 23. November 2012, 22:19

In dem Moment, als Zern vom Pfeil durchbohrt zu Boden fällt, schaut Eilmana nur noch schockiert auf seinen Leichnam. Die folgenden Ereignisse geschehen in einer so rasenden Geschwindigkeit, dass Eilmana gar nicht mehr realisiert, was genau geschieht. Sie verliert die Kontrolle und stößt eine Druckwelle aus. Diese beraubt sie allerdings fast aller Kräfte und sie wird von den Männern überwältigt.
All das was in der Zwischenzeit geschieht, bekommt Eilmana nicht mit. Die Gefangennahme von Nevox und der alten Bärendame oder den Tod von Zerns Kater Mollpest. Auch das Naif und Votan sich retten konnten, blieb ihr verborgen. In ihrer Bewusstlosigkeit schlich sich ein Traum in ihren Geist der sie an einen Ort führte, den sie zuvor noch nie gesehen hatte. Alles um sie herum war hell erleuchtet. Es sah aus wie ein Tempel aber dieser Tempel wirkte sehr alt. Vor ihr stand ein Altar und auf diesem brannte eine grüne Kerze. Was das alles bedeuten sollte wusste sie nicht, sie schaute sich um und versuchte einen Hinweis zu finden der ihr erklärte wo sie sich befand, aber so sehr sie sich bemühte, alles erschien ihr Fremd. Als sie versuchte aus dem Tempel herauszugehen, um zu sehen wo sich der Tempel befand, verspürte sie einen leichten Druck auf ihrer Brust. Alles um sie herum wurde in gleisendes Licht gehüllt und plötzlich schlug sie ihre Augen auf und sah ihren liebsten Freund Naif der auf ihrer Brust saß und sie liebevoll ansah. Den Traum hatte sie vergessen, dennoch spürte sie nun den Schmerz an ihrem Hinterkopf, woraufhin sie sogleich die Augen zusammen kniff und ein schmerzerfüllte Zischen erklang.
„Ahhh…shh…..“
Sie fasste mit ihrer Hand an ihren Hinterkopf und versuchte sich aufzurichten, als sie den alten Gnom und das Fuchsmädchen erblickte. Sie setzte sich auf und stützte sich mit einer Hand am Boden ab.
„Sagt, wer seid ihr und wo bin ich?...“
Dann kamen ihr die Erinnerungen an die letzten Sekunden in Zerns Behausung zurück und sie riss die Augen auf.
„wo sind Nevox und Brunhilde?...leben sie noch? Habt ihr sie gesehen? …“
Die Anstrengung saugte an ihren Kräften und sackte zusammen. Mit letzter Kraft schob sie sich an die Wand des Wagens und lehnte sich an, war sie es doch leid zu liegen, erst bei Zern und nun jetzt. Ihre Magiereserven waren noch nicht ganz wieder hergestellt so versuchte sie erst gar nicht sich zu heilen, sondern verharrte vorerst so und sah die beiden Bewohner dieses Wagens fragend an. Sie hielt sich eine ihrer zierlichen Hände an den Kopf und ihre langen blonden Haare fielen ihr über die Augen. Vom ganzem Blut waren sie verschmiert und es schien als hätte sie rosa rote Strähnchen in den Haaren. Ihre lilafarbenen Augen funkelten durch eben diese Haarsträhnen und sahen die beiden ihr gegenüber sitzenden an. Jedoch war ihr Blick weder mit Wut, noch Trauer erfüllt. Er war neutral und sehr gefestigt. Unerwartet für jemanden der solche Ereignisse hinter sich hat. Das war auch Juno klar, aber was es damit auf sich hatte, konnte zu diesem Zeitpunkt keiner wissen. Mal abgesehen von Eilmanas Freund Naif der die Elfe schon sehr lange kannte und gut verstand.

Draußen waren in der Zwischenzeit ein paar Stimmen zu hören, aber selbst Eilmana konnte nicht verstehen was diese Sprachen. Was sie jedoch hörte, war die Veränderung des Wetters, schien es doch so als würde es bald noch einen zweiten Regenschauer geben, was nicht ungewöhnlich war nach einem solchen Unwetter.
Eilmana war unterdessen nebenbei damit beschäftigt ihr Kleid, was nun auch blutbefleckt war gerade zu ziehen. Sie trug ihr lilafarbenes Kleid mit weisen Muster drauf. Ihre anderen Sachen hatte sie nicht mehr bei sich. Weder ihre Farben noch ihre zwei anderen Kleider. Ob die Dunkelelfen es wohl in der Hütte liegenlassen haben, oder haben sie es durchsucht nach wichtigen oder wertvollen dingen…sie wusste es nicht.
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Re: Unter den Blättern des Neldoreth

Beitrag von Das dunkle Volk » Dienstag 27. November 2012, 15:05

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Re: Unter den Blättern des Neldoreth

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 19. Januar 2022, 08:31

(Eli kommt von: Die Reise beginnt...)

Bislang hatte eine dichte Wolkendecke die Landschaft unter ihnen verborgen, aber gen Mittag, als der Drache mit den zwei Reitern eine Pause brauchte, öffnete sie sich und sie landeten für eine Stunde in einer kleinen von der Sonne beschienen Hügelkette, wo dichter Baumbestand mit harten Felsen sich abwechselte. Ob sie die Gegend von oben aus dieser doch so anderen Perspektive wieder erkannte? Eli hatte bemerkt, dass sie ein wenig von der geraden Route mehr nach Westen ausgewichen waren und über dichtem Nadelwald geflogen waren. Yran wollte anscheinend doch nicht Kosral am Tag überfliegen. Die Reisegeschwindigkeit mochte nicht mit dem eines der großen Drachen mithalten und Malagen brauchte auch ein paar mehr Pausen, aber so sah man auch mehr von der Landschaft. Die Mittags-Rast hielten sie kurz und auch Malagen bekam von seinem Reiter die Muskeln massiert. Durch Yrans Fürsorge musste Eli sich um kaum etwas kümmern, außer Naira und das Drachenbaby war in diesem Entwicklungsstadium noch sehr genügsam. Trotzdem beschnupperte sie neugierig ihre Umgebung und steckte sich alles ins Mäulchen, was sie erreichen konnte. Elis Kleidung war bereits jetzt mit kleinen Flecken von Drachen-sabber übersät und die würden gewiss nicht weniger werden. Bald ging die Reise weiter und sie überflogen einen Fluss, der sich wie eine silberne Schlange durch das grüne Gras schlängelte. In der Ferne konnte man gerade noch sehen sehen, dass er sich teilte. Der Euwin mündete in den Ilfar. Eine Weile folgten sie dem Wasserlauf. Dann flogen sie wieder über dichte Waldgebiete und gen Abend schimmerte in der Ferne ein weiterer Fluss.
„Da ist schon der Auwin. Wir rasten im Wald. Da sieht uns niemand.“
, rief Yran ihr im Wind zu und Malagen suchte bereits nach einer Stelle, wo er landen konnte. Sie waren wieder auf ihrer geplanten Reiseroute.
Abermals ließ Yran einen Busch zu einem Unterstand heran wachsen und Elis Verlobter bereitete alles für die Nacht vor, während sich Malagen einfach zusammen rollte und einschlief. Gemeinsam saßen sie dann am kleinen Lagerfeuer und wärmten sich die Knochen. So zu reisen mochte schnell gehen, aber gemütlich war es nicht besonders. Ein Moment harmonischer Stille entstand, doch bald würde Yran Eli wieder drängen zu schlafen und solange Malagen ruhte hielt er Wache. Morgen würde die Reise wohl ihren letzten Abschnitt erreichen und dann wäre Eli bald in ihrer alten Heimat.
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Re: Unter den Blättern des Neldoreth

Beitrag von Eilmana Silva » Dienstag 25. Januar 2022, 14:25

Der erste Morgen im freien verlief anders als Eli erwartet hatte. Das sie mit Yrans Hand auf ihrem Mund erwachte und als erstes die Stimmen von Dunkelfen hörte machte ihr wieder ganz bewusst wie gefährlich es in der Welt hier draußen sein konnte.

Malagen und Yran zeigten ihr allerdings auch wie geübt sie darin waren mit solchen Situationen umzugehen und so verflog die Angst schnell.

Sie zog sich rasch an, Yran sattelte Malagen und ehe sie sich auch nur bewusst machen konnte was gerade geschehen war flogen sie schon wieder über den Wolken.
Das Fliegen war anstrengend und sie spürte trotz Yrans Bemühungen ein wenig die Anstrengung ihrer Muskeln in den Beinen. Aber Eli wusste jeh öfter sie so reisen würde, auch später mit Naira, um so mehr würde sie sich daran gewöhnen.
Sie lächelte selig und drückte Naira ein wenig an sich.

Gegen Mittag landete Malagen um eine Pause einzulegen und Eli genoss es sich ein wenig die beine zu vertreten. Sie ging ein wenig um her, betrachtete die Umgebung und lies auch Naira ein wenig um her „Stolpern“.

Kichernd verfolgte sie die kleine und beobachtete was sie alles so in ihr Mäulchen steckte, jede Blume, jedes Grashalm wurde beschnuppert und im bestfall auch angenagt.
Die Sonne tat gut und Eli sog die Strahlen und die Wärme mit einem tiefen Atemzug in sich auf.
„Herrlich...!“
Ihr war aufgefallen das sie die Route ein wenig verändert hatten und sie konnte sich denken weswegen....trotzdem wollte sie es genau wissen.

„Sag mal mein Herzblatt, warum haben wir um Kosral einen Bogen geflogen?!“

Nach der kleinen Pause machten sie sich aber auch bald wieder auf den Weg und sie erreichten schneller als erwartet einen Ort für ihr Nachtlager.
„Da ist schon der Auwin. Wir rasten im Wald. Da sieht uns niemand.“
Eli nickte und betrachtete den Wald unter ihren Füßen...bald würden sie ihre Geburtsstätte erreichen, sie kannte diesen Wald und diesen Fluss und es war ein seltsames Gefühl wieder hier zu sein...

Es Verlief beinah genau so wie am Vorabend. Klar, war diese Art zu reisen vielleicht nicht die bequemste und sicher wären sie auf einem der großen Drachen schneller gewesen, aber Eli genoss es dennoch sehr.
Es war trotz aller Anstrengungen aufregend und schön mit ihren Liebsten so eine Reise anzutreten und das Yran sich so liebevoll um alles kümmerte war einfach reizend. Er war so ein wundervoller Mann...

Sie ging zu ihm und küsste ihn sanft auf die Wange.
„Ich liebe dich...!“

Sie funkelte ihn an, aber auch sie wollte schnell schlafen. Sie spürte einfach das sie gerade weder die Kraft noch die Zeit hatten sich ausgiebig mit ihrer „Liebe“ zu einander zu beschäftigen. Aber dafür würde es schon wieder Zeit geben.
Zufrieden schlummerte Eli ein und freute sich auf den kommenden Tag.
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Re: Unter den Blättern des Neldoreth

Beitrag von Erzähler » Sonntag 30. Januar 2022, 13:02

„Sag mal mein Herzblatt, warum haben wir um Kosral einen Bogen geflogen?!“
Yran hielt nicht hinter dem Berg, als seine Elfe nachfragte:
„Nun ja, zwei Dinge ...erstens: Es ist nie ratsam tagsüber über eine Stadt zu fliegen, selbst wenn sie mit friedliebenden Bürgern erfüllt wäre, denn jemand könnte und sehen und zweitens … Dass wir so früh Dunkelelfen begegnen würden hat mich vorsichtig gemacht. Wir haben Naira dabei. Da gehe ich kein Risiko ein.“
Bald machten sie sich aber auch wieder auf den Weg und sie erreichten schnell einen Ort für ihr Nachtlager.
„Da ist schon der Auwin. Wir rasten im Wald. Da sieht uns niemand.“
Eli nickte und betrachtete den Wald unter ihren Füßen. Bald würden sie ihre Geburtsstätte erreichen, sie kannte diesen Wald und diesen Fluss und es war ein seltsames Gefühl wieder hier zu sein. Alles verlief beinah genau so wie am Vorabend. Klar, war diese Art zu reisen vielleicht nicht die bequemste und sicher wären sie auf einem der großen Drachen schneller gewesen, aber Eli genoss es dennoch sehr. Geschwindigkeit war nicht alles. Mit Malagen war man viel näher am Geschehen. Um einen der großen Drachen am Himmel zu tarnen hätten sie die ganze Zeit weit über den Wolken fliegen müssen und überhaupt nichts von der Landschaft gesehen. Trotz aller Anstrengungen war es so viel aufregender und gleichzeitig schön mit ihren Liebsten so eine Reise anzutreten und das Yran sich so liebevoll um alles kümmerte war einfach reizend. Er war so ein wundervoller Mann. Kurz nachdem er fertig war, das Lager her zu richten, ging sie zu ihm und küsste ihn sanft auf die Wange.
„Ich liebe dich...!“
Sie funkelte ihn an, aber auch sie wollte schnell schlafen. Sie spürte einfach das sie gerade weder die Kraft noch die Zeit hatten sich ausgiebig mit ihrer „Liebe“ zu einander zu beschäftigen. Aber dafür würde es schon wieder Zeit geben. Zufrieden schlummerte Eli ein und freute sich auf den kommenden Tag, der schneller kam als erwartet.

Eilmana erwachte mit Yrans Armen um ihren Körper und Nairas leises Schnaufen vor ihrer Brust. Das Drachenbaby war hungrig und nagte an ihrem Fingerknöchel, ohne dabei Erfolg zu haben. Ohne Zähne war das kleine Mäulchen ein weicher Saugnapf, der maximal einen Knutschfleck an weicheren Stellen hervorrufen konnte. Yran regte sich noch nicht und draußen waren Malagens Schnüffeln an den Blättern des Strauches zu hören. Der Gründrache steckte seine Schnauze unter den natürlich gewachsenen Vorhang aus Ranken und spähte nach dem Drachenkind. ER schnaufte noch einmal leise, als wollte er seinen Reiter nicht wecken und 'rief' somit die Elfe ins Freie. Eli war ausnahmsweise vor ihrem Liebsten erwacht, der die letzten Tage kaum geschlafen hatte. Mit etwas List und Tücke und dem Austausch ihres Körpers gegen eine zusammengerollte Decke, gelang ihr die Flucht aus seinen Armen. Mit Naira entkam sie aus ihrem Unterschlupf, ohne Yran zu wecken und sah sich dann einer großen neugierigen Nase gegenüber.
Malagen stupste sacht Naira an, die ihre Vorderpfötchen prompt in seine Nüstern steckte und sich darin fest hielt. Die Augen des Drachen wurden groß und er hielt brav still, auch wenn dies sicher nicht all zu angenehm sein musste. Dann musste er niesen...
IGITT! Drachenschnodder!!!
...Nun gab es nicht nur für Naira einen dringlichen Grund sich zu waschen. Malagen guckte betreten, aber konnte ja nichts dafür. Der Fluss war nicht weit und das Wetter nicht mehr so kalt und eisig wie in den Bergen. Sollte sich Eli mit Naira davon stehlen für ein schnelles Bad? Der Wald war dicht und der Morgen noch jung.
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Re: Unter den Blättern des Neldoreth

Beitrag von Eilmana Silva » Montag 31. Januar 2022, 17:17

Die zweite Nacht war nicht so Traumlos wie die erste was vielleicht daran lag das sie wusste das sie bald ihrem altem Leben ins Auge sehen musste.
Auch wenn sie jetzt glücklicher war als jemals zu vor, war es dennoch nicht leicht den alten Gesichtern entgegen zu treten.

Ihr Lehrmeister der sie in der Lichtmagie unterrichtet hatte und wohl schon früh erkannte das große Kräfte in ihr Schlummern...was würde er wohl sagen?

Der Traum führte sie zu einer fast vergessenen Erinnerung...Sie sahs als kleine Elfe auf einem Stein am Fluss, beobachtete die Fische..sie gefielen ihr so gut das sie ihr kleines Zeichenbrett heraus holte und begann die Fische zu zeichnen. Als es dunkler wurde machte sie unbewusst eine licht kugel die ihr Zeichenbrett erhellte....durch das Licht konnte sie auch noch die Fische beobachten und so sah sie plötzlich wie einige der Fische von einem Raubfisch gejagt und gefressen wurden.
Eilmana erschrak, ihre kleine Lichtkugel von der sie nicht wusste das sie sie erschaffen hatte wurde kurz blenden Hell bevor sie erlosch. Dann hockte Eli sich auf den Stein und starrte ins dunkle Wasser. Sie fing zu weinen an und ihre Salzigen Tränen vielen in den Fluss.
Da legte sich sacht eine Hand auf ihre Schulter...ihr zukünftiger Lehrmeister hatte sie eine ganze weile beobachtet.
„Was ist kleine ?“
Eilmana sah dem alten Elf in die treuen Augen und schluchzte.
„Ich habe die kleinen Fische gezeichnet...sie haben den ganzen Tag hier in diesem kleinen Schilf verbracht aber jetzt kam ein großer Fisch und hat einige von ihnen einfach gefressen......das macht mich traurig...!“
Der ältere Elf sah auf ihr Zeichenbrett und dann streichelte er Eilmana über den Kopf.
„Nun das ist der Lauf der Dinge, aber es ist dennoch verständlich das es dich Traurig macht..bewahre dir diese Gefühlte, sie werden dich in Zukunft noch Stärken!“
Eilmana sah ihn verständnislos an und er fügte hinzu.
„Magst du nicht meine Schülerin werden? Wenn ich mich nicht irre, und das tue ich selten, hast du dich noch nicht für eine Sache entschieden?!“
Eilmana schüttelte den Kopf und stand langsam auf.
„Was würdest du mir den beibringen?!“
Er lächelte sanft und legte seine Hand auf ihre Schulter.
„Das werden wir noch sehen...!“

Am nächsten Morgen erwachte Eli, sie lag in Yrans Armen und blieb erst mal regungslos liegen und dachte über diesen Traum nach...

Daran habe ich ja ewig nicht mehr gedacht...“Meister“....ob ihr damals schon wusstet das Lichtmagie das richtige für mich ist....?

Dann lies sie ihre Gedanken noch eine weile schweifen...einschlafen konnte sie nicht mehr....

Sie dachte an ihre Eltern, sie waren immer liebevoll zu ihr gewesen und ihr Vater schien sehr traurig gewesen zu sein als sie damals ging....wie es ihnen wohl geht?

Dann dachte sie auch an ihre einzige gute Freundin Euwine die ihre Leidenschaft des Zeichnens Teilte und mit der sie oft durch die Wälder stromerte um nach neuen Motiven zu suchen.

Die anderen Elfen in ihrem Alter waren doch ein wenig anders...besonders Cazz, als sie alle noch wirklich junge Elfen waren hat er sie viel geärgert, als er Älter wurde, wurde er eben vernünftig...aber seine Spitzzüngigen Bemerkungen über sie und ihre Kunst waren meist Spitzer als seine Ohren.
Plötzlich hörte sie Malagen draußen leise schnaufen, er hatte wohl mitbekommen das sie und Naira wach waren und es dauerte nicht lange da steckte er seinen Kopf auch in ihren Unterschlupf.
Eli verstand schnell und schaffte es mit ein paar Hilfemitteln sich aus Yrans Griff zu befreien. Sie wollte ihm auch noch etwas ruhe gönnen. Schließlich hatte er viel getan die letzten Tage.
Sie streichelte Malagen über die Nüstern und Naira hatte natürlich nichts besseres zu tun als ihren großen Freund auch zu Liebkosen....


Eli Stand überrumpelt, etwas schockiert und ein wenig angeekelt da und blickte in Malagens Schuldbewusste Augen. Er hatte sie nicht anniesen wollen....und Naira auch nicht, aber wenn sie sich doch an seinen Nüstern festhielt...er konnte sich ja auch nicht weg drehen...das hätte Naira ja mitgerissen....
Eli begann leise zu kichern und streichelte ihn noch mal. „Du kannst nichts dafür, alles okay!“
Dann spitzte sie ihre Ohren und hörte den Fluss.

„Malagen. Ich werd mich mal mit Naira Waschen gehen...!“ flüsterte sie.
Eli vertraute auf ihr Gehör und Malagens Nase das gerade keine Feinde in der Nähe waren und stapfte so zum Fluss wo sie sich auszog. Ihre Hose hatte nicht so viel abgekommen und würde auch zu lange zum trocknen brauchte, aber ihre Bluse....die triefte nur so vor „Drachenschnodder“
Eli begann erst die Bluse zu waschen und behielt Naira dabei im Auge die sie neben sich setzte.
Sie musste immer wieder das Waschen unterbrechen und die kleine vom Wasser weg ziehen oder von einem „Ausflug“ der nicht weiter als 2 Meter reichte, zurück ziehen.
Als sie dann notdürftig fertig war hängte sie die Bluse auf und schnappte sich Naira um mit ihr ins Wasser zu gehen. Sie wusch sich und die kleine mit einer Hand bis sie allen Schnodder erwischt hatte. Am schwierigsten waren ihre Haare...
Sie seufzte...sie beugte sich vor und hielt ihre Haare ins Wasser um ihren Kopf mit einer Hand durchzuwachen.
Es ging nicht so gut wie mit den Waschnüssen oder mit 2 Händen aber es musste reichen.
Während sie so Kopfüber mit ihrem Baby im Wasser hing leckte Naira ihr Ständig die Nase und den Mund ab was schrecklich kitzelte und Eli immer wieder zum lachte brachten.
„Mensch Naira...lass das doch mal....das kitzelt...ich bin gleich fertig....!“
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Re: Unter den Blättern des Neldoreth

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 2. Februar 2022, 09:12

Eli stand überrumpelt, etwas schockiert und auch ein wenig angeekelt da. Malagen hatte sie nicht anniesen wollen und Naira auch nicht, aber wenn sie sich doch an seinen Nüstern festhielt. Er hatte sich ja auch nicht weg drehen können, das hätte Naira mitgerissen. Nun standen sie alle drei da und tropften vor sich hin. Eli begann leise zu kichern und streichelte ihn noch mal.
„Du kannst nichts dafür, alles okay!“
Dann spitzte sie ihre Ohren und hörte den Fluss.
„Malagen. Ich werd mich mal mit Naira waschen gehen...!“
, flüsterte sie. Eli vertraute auf ihr Gehör und Malagens Nase das gerade keine Feinde in der Nähe waren. Malagen wirkte zwar etwas unglücklich und sah immer hin und her gerissen zwischen seinem schlafenden Reiter und ihr hin und her, aber Eli war schon los gelaufen. Die Elfe stapfte zum Fluss, wo sie sich auszog. Der Tag war zwar gegen die in Drachma recht warm, aber auch hier griff ein kühler Wind nach ihrer Haut und ließ sie etwas frösteln, also beeilte sie sich voran zu kommen. Ihre Hose hatte nicht so viel abgekommen und würde auch zu lange zum trocknen brauchte, aber ihre Bluse, die triefte nur so vor Drachenschnodder. Eli begann erst die Bluse zu waschen und behielt Naira dabei im Auge, die sie neben sich setzte. Sie musste immer wieder das Waschen unterbrechen und die Kleine vom Wasser weg ziehen oder von einem Ausflug der nicht weiter als 2 Meter reichte, zurück ziehen. Als sie dann notdürftig fertig war hängte sie die Bluse auf und schnappte sich Naira um mit ihr ins Wasser zu gehen. Sie wusch sich und die kleine mit einer Hand bis sie allen Schnodder erwischt hatte. Am schwierigsten waren ihre Haare. Sie seufzte. Sie beugte sich vor und hielt ihre Haare ins Wasser um ihren Kopf mit einer Hand durchzuwachen.
Es ging nicht so gut wie mit den Waschnüssen oder mit zwei Händen aber es musste reichen.
Während sie so Kopfüber mit ihrem Baby im Wasser hing leckte Naira ihr ständig die Nase und den Mund ab was schrecklich kitzelte und Eli immer wieder zum lachte brachten.
„Mensch Naira...lass das doch mal....das kitzelt...ich bin gleich fertig....!“
Und da leckte etwas über ihren Hintern!
Damit sie nicht vor Schreck das Drachenbaby fallen ließ, war da noch eine Hand die Naira stabilisierte. Eli hatte durch das Rauschen des Wassers nicht mitbekommen, dass Yran sich genähert hatte. Nairas Kitzeln hatte sie nicht mal die Wellen bemerken lassen, die er machte, als er hinter ihr in den Fluss gestiegen und nah an sie heran getreten war. Eli war wirklich eine sehr unaufmerksame Elfe und das sah man in seinem teils besorgten, teils erbosten, aber auch hoch erregtem Blick! Seine Stimme war rau und er fixierte jede ihrer Bewegungen wie ein Jäger, der seine Beute eingekreist hatte.
„So unvorsichtig!“
, grollte er leise, was fast wie ein Schnurren klang. Eli war herum gewirbelt und sicher in seinen Armen gelandet, aber er reizte das Spiel weiter aus, als er nachdenklich zu ihr hinab sah und ihr ins Ohr hauchte:
„Dafür wirst du jetzt bestraft!“
Irgendwie kitzelte diese Androhung mehr ihre Libido, als dass sie sich vor ihm fürchtete. Doch bevor sie sich auf die Strafe freuen konnte, da bemerkte sie noch etwas anderes, dass sie wohl stark erstaunte. Yran nahm ihr Naira ab und reichte sie halb hinter sie... Eli folgte mit den Augen und sah...
Yran! Noch MAL! Also zwei mal!
Sie musste mehrfach blinzeln um das Bild zu verstehen. Yran der Zweite nahm ihr Drachenbaby so sanft in die Arme, dass es unmöglich ein Trugbild sein konnte. Der zweite sah sie nicht mal an, sondern küsste die Stirn des Drachenbabys und setzte sich mit ihr ans Ufer, wo er frisches Fleisch zu liegen hatte. Er nahm es in den Mund, riss es in winzige Happen und kaute es sogar weich, bevor er es Naira übergab. Dann packten jedoch zwei Hände ihren Kopf und wandten ihr Gesicht wieder Yran dem Ersten zu. In ihrem Hirn ratterte es. Und da viel es ihr wieder ein. So wie Yran sich aufgrund seiner gemeisterten Naturmagie in einen Bären verwandeln konnte, so hatte er erzählt, konnte das auch Malagen. Yran der Zweite war kein anderer als der Drache Malagen – auch wenn der Anblick sicher sehr gewöhnungsbedürftig war. Wie zwei nackte Zwillinge standen sie am Ufer. Eine Tasche zwischen dem Schilf verriet, dass sie an ihre Kleidungsstücke gedacht hatten, aber sich wohl zu ihrer Familie ins Wasser begeben wollten. Nur Eilmana war sehr überrascht worden. Sie sah in Yrans funkelte Augen auf, als dieser leise knurrte. Er war noch immer böse, dass sie sich davon geschlichen hatte, aber gleichzeitig machte ihn das so unglaublich anziehend, dass es ungefragt ganz warm zwischen ihren Beinen wurde. Yrans Nase blähte sich kurz und sein Blick flackerte. Er genoss es ihre Lust zu riechen und ein Mundwinkel zuckte kurz in seinem ernsten Gesichtsausdruck. Dann wirbelte er sie herum, legte sie über einen Felsen und drückte sie nach unten. Ihren nackten Hintern streichelte er kurz und sah sie an, als ob er fragen würde, dass sie ihre Strafen auch bereitwillig annehmen würde. Sie hatte kaum Zeit nicken, als seine Hand ihre Kehrseite traf. Es klatsche, aber nicht sehr schmerzhaft. Es war mehr der kleine Schreck, dass er es tatsächlich getan hatte und dabei sogar ihre empfindliche Mitte mit der flachen Hand getroffen hatte. Ein summendes Gefühl blieb zurück, dass ihr Verlangen noch noch mehr steigerte. Ihr gegenüber saß Malagen in Yrans nackter und sehr anziehender Gestalt und fütterte ihr Baby. Das war seltsam. Er hatte kurz aufgesehen und pustete dann dem Kind in die kleinen Nüstern, bevor er sie neu wickelte und dick in ihre Decken einpackte. Derweil hatte Eilmana noch zwei weitere bittersüße kleine Schläge zu ertragen, dann drangen plötzlich Finger in sie ein. Die Folter begann und dass Malagen vom Ufer her zusah und ganz offensichtlich auch erregt war, machte es noch seltsamer. Ihr Verlobter gab sich dabei größte Mühe ihre Lust schnell und effektiv ins Unermessliche zu steigern, bis sie sich nur noch wimmernd am Felsen fest hielt. Süße kleine Funken rieselten durch ihren Körper, als er plötzlich aufhörte!
Ein innerer Aufschrei erklang in ihr. Wie konnte er es wagen sie so anzuheizen und dann sie nicht zur Erfüllung kommen zu lassen?! Er trat von ihr zurück. Sein Anblick, sein steifer Speer, sagte, dass er sich mit dieser Folter ebenso selbst quälte, aber er sprach deutlich:
„Das ist dafür, dass du mich allein zurück gelassen hast!“
Jetzt trat Sorge in seinen wütend/erregten Blick.
„Jage mir nie wieder so einen Schreck ein!“
Damit trat er ans Ufer und setzte sich neben seinen Zwilling, der zwischen ihm und Eilmana hin und her sah und leise grollte. Yran schüttelte entschieden den Kopf.
„Strafe muss sein!“
Elis süße Mitte glühte, ihr Körper wollte mehr, schrie nach Erlösung und im Gegensatz zu einem Mann, war kaltes Wasser leider nicht die vollständig heilende Lösung. Tief in ihr blieb ein unbestimmtes Sehnen zurück, dass erfüllt werden wollte. Aber ihr Verlobter hatte sich zurück gezogen. Konnte sie das akzeptieren? War sie eine brave Geliebte und würde er sie später dafür belohnen, oder war sie böse und riskierte seinen Ärger. Beides erschien gerade irgendwie reizvoll. Und dann war da noch der irritierende Anblick seines Zwillings. Malagen sprach nicht, er kümmerte sich um Naira, aber seine Körpersprache war genauso eindeutig. Wie das alles wohl für ihn war? Der Bund zu seinem Reiter war geschlossen und sie teilten nicht nur Gedanken. Eli wusste von Yran, dass Malagen sich in der Brunftzeit befunden hatte, als sie vor so langer Zeit in den magischen Schlaf des Königsdrachen gezogen worden waren. Wie es ihm wohl jetzt erging? Seine Nase zuckte und er wagte es ja kaum sie anzusehen. Ähnlich wie sein Reiter, verbot er sich gerade jede weitere Reizung seiner Sinne. Das hier war wahrlich eine Strafe!
„Eli?“
Yran sah sie an.
„Zieh dich an. Ich möchte etwas mit dir besprechen.“
Nun lag es an ihr. Gehorchte sie?
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Beitrag von Eilmana Silva » Mittwoch 9. Februar 2022, 22:11

Eli war offensichtlich zu Sorglos gewesen, das wurde ihr schlagartig bewusst als ihr ein Wahnsinns Schreck durch die Glieder fuhr.
Das sie etwas am Po ableckte...damit hatte sie nicht gerechnet...im ersten Bruchteil des Augenblicks hatte sie nur Angst. Sie war unaufmerksam geworden. Hatte in dieser Position, mit Naira und ihrem Haar alle Hände voll zu tun...sie hatte weder was gehört noch konnte sie so wirklich etwas sehen..und wenn es nicht ihr Liebster gewesen wäre...bei den Göttern...sie hätte sich nicht mal im entferntesten Wehren können.
Im Schreck richtete sie sich auf, drehte sich rum und presste Naira schützend an sich. Sie blickte in Yrans Gesicht... in einen Blick den sie von ihrem Liebsten so noch nicht kannte. Eine Mischung aus Erregung, was ihr bekannt war und noch etwas...Enttäuschung?...Angst...? Wut..?
„So unvorsichtig!“
Sie schluckte und sah ihn nur an...die Angst steckte ihr immer noch in allen Gliedern und ihr war mehr als Plötzlich klar geworden wie unvernünftig das hier gewesen war....
„Dafür wirst du jetzt bestraft!“
Verwirrt sah sie ihn an...wollte er jetzt das eine oder wollte er mit ihr Schimpfen?...
Sie verstand die Situation gerade nicht so recht und sah ihn unentwegt aus großen grünen Augen an. Dennoch begann es ein wenig in ihren Schoß zu kribbeln...und sie wusste gerade nicht was er jetzt vor hatte was ihr auch ein Stück weit gefiel...unsicher aber auch ein wenig erregt leckte sie sich über die Lippen als Yran ihr Plötzlich Naira abnahm und sie....sich selbst gab!
Eli schaute verwirrt zwischen den beiden hin und her....
„Wa....wie.....“
Doch als sie noch mal hinsah viel es ihr ein...Yran hatte ihr erzählt das Malagen sich in ihn verwandeln konnte...aber es jetzt zu sehen...das war schon verrückt...Sie beobachtete den zweiten Yran wie er mit Naira liebevoll umging und sie fütterte doch dann wurde ihr Kopf einfach gepackt, der andere Yran drehte sie zu sich und sein Blick loderte was ihr Mitte nur noch mehr zum zucken brachte.
Sie hatte nicht damit gerechnet das er es wirklich tun wollte...und nach dieser heißen aber kurzen Folter zeigte sich auch das er sie wirklich leiden lassen wollte.
Sie genoss das klatschen seiner Hand auf ihren Backen und als er begann sie richtig anzuheizen konnte sie ein Stöhnen nicht mehr unterdrücken. Dabei gleichzeitige ihren Liebsten vor sich zu sehen...ebenfalls erregt...war seltsam...einerseits erregend...andererseits einfach seltsam...sie schloss kurz die Augen...
Doch dann, als es fast schon zu schön war...fast hätte er sie mit seinen Händen schon zum Höhepunkt gebracht...da hörte er auf.
„Das ist dafür, dass du mich allein zurück gelassen hast!“

Er trat zwei schritte von ihr weg und ging um sie herum, sie sah auf, stemmte ihre Hände auf den Stein um sich wieder ein wenig aufzurichten und sah jetzt eindeutig die Sorge in seinen Augen...ihr Atem ging noch schwer, ihre Lippen leicht geöffnet sah sie ihn und

Ich war so dumm....

„Jage mir nie wieder so einen Schreck ein!“

Damit trat er ans Ufer und setzte sich neben seinen Zwilling, der zwischen ihm und Eilmana hin und her sah und leise grollte. Yran schüttelte entschieden den Kopf.
„Strafe muss sein!“
Eli Beobachtete die beiden und auch wenn sie Malagen noch nicht wörtlich verstehen konnte...sie wusste was in etwa er gesagt hatte...ein trauriges schmunzeln zeichnete sich auf ihren Lippen ab...sie wusste das er auch darunter litt...und das letzte was sie gewollt hatte war ihm sorgen zu bereiten...Sie richtete sich auf und ging einen schritt auf die beiden zu da sah sie wie angestrengt Malagen den Blick von ihr abwandte. Irritiert legte legte sie die Arme um sich um ihre knospen etwas zu verdecken....sie presste die Lippen auf einander und sah betrübt zu Boden. Was sollte sie jetzt tun? Sie spürte das es für beide eben so eine Qual war...aber Yran hatte ja recht...eine ihrer Hände wanderte noch mal kurz nach unten und presste sich auf ihren Venushügel.
Das Kribbeln war beinah unerträglich...aber schlimmer war das Gefühl das Yran verärgert und enttäuscht von ihr war...

„Eli?“
Yran sah sie an.
„Zieh dich an. Ich möchte etwas mit dir besprechen.“

Das war genug! Seine Stimme klang so anders..so ernst....auch wenn es ihre Lust nicht Erlöschen lies, so sorgte dieser Klang in ihrem Magen für einen Klos der einfach alles andere überwog.
Sie senkte traurig den Blick, nickte und zog sich schweigen an...
Zumindest ihre Hose...die Bluse hob sie an...sie war immer noch nass...eben so wie ihr Haar und der Wind zerrte doch ein wenig an den Nassen Stellen...sie sah zu Yran und Malagen hinüber, traurig zog sie die Augenbrauen hoch...

Es wäre unfähr wenn ich mich oben rum Nackt neben sie setzten würde....

Sie seufzte und legte sich die Nasse Bluse locker über die Schultern so das sie ihre Hügel etwas verdeckte.
Dann ging sie langsam zu den beiden rüber und setzte sich im Versen sitzt neben die beiden.
Traurig sah sie zu Boden.

„Es tut mir leid...ich...ich...ich war zu unvorsichtig...!“
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Re: Unter den Blättern des Neldoreth

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 17. Februar 2022, 11:32

„Zieh dich an. Ich möchte etwas mit dir besprechen.“
Sie senkte traurig den Blick, nickte und zog sich schweigen an. Zumindest ihre Hose, die Bluse hob sie an, sie war immer noch nass eben so wie ihr Haar und der Wind zerrte doch ein wenig an den nassen Stellen. Sie sah zu Yran und Malagen hinüber und traurig zog sie die Augenbrauen hoch. Sie seufzte und legte sich die nasse Bluse locker über die Schultern so das sie ihre Hügel etwas verdeckte. Dann ging sie langsam zu den beiden rüber und setzte sich im Fersensitz neben die beiden. Traurig sah sie zu Boden.
„Es tut mir leid...ich...ich...ich war zu unvorsichtig...!“
Wo ein Yran spontan über ihre Entschuldigung lächelte, da runzelte der andere die Stirn. So widersprüchlich der Anblick war, so musste sich wohl auch der Drachenritter fühlen.
„Meine süße kleine Blaubeere... Wie kann ich dir nur begreiflich machen, wie sehr ich... ICH DARF DICH NICHT VERLIEREN!“
Er sprach nicht wirklich lauter, aber so eindringlich, dass jede Silbe tief in ihr Herz vor drang.
„Ohne dich aufzuwachen...in dieser Umgebung... Das war schrecklich.“
Yran sah sie an und wirkte so verletzlich.
„Ich...“
Er petzte kurz die Lieder über seinen schönen grünen Augen zusammen und Yran-Drache legte ihm die freie Hand auf die Schulter. Yran-Mensch saß auf und nickte langsam.
„Er meint, ich soll dir nicht grollen... und das tue ich auch gar nicht. Ich will dich nur über den nächsten Stein werfen und dir meine Sorge so tief hinein rammen...“
DAS klang wieder nach ihrem Ritter. Er war nicht wirklich wütend, aber die Sorge um ihre Sicherheit hatte ihm gezeigt, wie verletzlich er war. Yran war es schlicht nicht gewohnt sich so sehr um jemanden zu sorgen. Leise flüsternd wiederholte er die Worte:
„Strafe muss sein...“
Dabei bestrafte er sich genauso, indem er ihnen beiden ihre Lust versagte. Elis Hintern summte noch immer kräftig und das Gefühl wurde trotz aller Worte noch eine Weile anhalten. Ihr Schoß pochte unwillkürlich und vielleicht fühlte sie sich ein bisschen wie eine rollige Katze. Die kleinste Berührung würde ihre Libido hoch schießen lassen und vielleicht sehnte sie sich sogar insgeheim ein bisschen frech zu sein, damit er sie noch einmal so bestrafte?
Yran sah sie an und seine Leidenschaft loderte unverhohlen in seinem Blick. Es bräuchte sicher nicht viel um ihn über die 'Klippe' seiner Selbstbeherrschung zu schubsen. Der andere Yran hielt seinen Blick gesenkt aber ...sein Mundwinkel zuckte. Malagen fühlte noch intensiver als sein Reiter die Emotionen, die hier loderten. Er legte die schlafende Naira ins weiche Gras neben Yran, der sofort eine Hand über sie legte und erhob sich. Dann schimmerte er kurz in grünem Licht auf und wandelte sich wieder in einen Drachen. Yran verfolgte das Schauspiel nur aus dem Augenwinkel und versuchte anscheinend noch immer Herr über seine Emotionen und seinen stolz geschwellten Pfahl zu werden. Dabei sah er Eli immer wieder an.
„Was ich sagen... was ich besprechen will...“
Er räusperte sich.
„Wenn wir Shyana erreichen, dann sollten wir Malagen nicht mitnehmen. Wir sollten als Frau und Mann mit einer Tochter auftreten. Ein Drachenkind, selbst gut eingewickelt, könnte erkannt werden und zu schnell zu viele Fragen aufwerfen. Bist du damit einverstanden, wenn Malagen sie verwandelt? Sie ist selbst dazu noch nicht in der Lage, aber er kann ihr seine Macht leihen, da sie von der gleichen Art sind.“
Inzwischen hatte er sich soweit beruhigt, dass er nach ihrer offenen Hand griff und sanft mit seinem Daumen ihren Handfläche nach fuhr. Dann beugte er sich kurz darüber und setzte einen kleinen Kuss auf ihren Ballen. Seine Liebe war unvermindert, oder sogar noch gewachsen durch diesen kleinen Vorfall der Sorge. Als er wieder aufsah, fragte er:
„Was meinst du. Zeigen wir der Welt unsere kleine Tochter?“
Dann war es wieder da. Sein unendlich charmantes kleines Schmunzeln. Und auch wenn Naira nicht wirklich ihre geborene Tochter war, so fühlte sich das hier ganz gewiss nach Familie an.
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Re: Unter den Blättern des Neldoreth

Beitrag von Eilmana Silva » Donnerstag 24. Februar 2022, 12:58

Seine Worte nach ihrer Entschuldigen waren Balsam und gleichzeitig versetzten sie ihr einen Stich ins Herz.
„Meine süße kleine Blaubeere... Wie kann ich dir nur begreiflich machen, wie sehr ich... ICH DARF DICH NICHT VERLIEREN!“
Sie spürte wie ernst er diese Worte meinte und zum ersten mal wurde ihr wirklich bewusst wie wichtig sie IHM war...
Sie hob den Blick und sah ihn traurig an...voller Verständnis und Schuldgefühl
„Ohne dich aufzuwachen...in dieser Umgebung... Das war schrecklich.“
Yran sah sie an und wirkte so verletzlich.
„Ich...“
Erst wollte Eli etwas erwidern doch sein Anblick hinter lies einen Klos in ihrer Kehle den sie kaum beschreiben konnte...sie fragte sich wie sie sich fühlen würde, würde sie ihn oder Naira verlieren...der Schmerz wäre unbeschreiblich...sie wüsste jetzt in diesem Augenblick nicht mal wie sie dann weiter leben sollte...wie sie damit umgehen sollte...und sie verstand mit jedem Augenblick besser welcher Angst sie ihm ausgesetzt hatte.
Sie betrachtete die Gesten der beiden Yrans und jetzt gerade fühlte sie nur ihr Leid...
„Er meint, ich soll dir nicht grollen... und das tue ich auch gar nicht. Ich will dich nur über den nächsten Stein werfen und dir meine Sorge so tief hinein rammen...“
Bei diesen Worten Pulsierte ihre Mitte, ein zucken ging durch ihre untere Magengegend und gleichzeitig spürte sie immer noch wie ernst ihm das alles war.
Es war verwirrend und machte diese Situation nicht einfacher. Sie schluckte und wandte ihren Blick nicht von ihm ab.
„Strafe muss sein...“ hörte sie ihn flüstern und sie spürte das es eine Strafe für sie beide war...ihre Mitte wollte nicht aufhören zu Pulsieren und der Wind zehrte zwischendurch so sehr an ihr das die Spitzen ihrer weichen Hügel mehr als deutlich unter der Nassen Bluse hindurch schimmerten.
Sie legte einen Arm um sich selbst und sah in seinen glühenden Blick.
Sie wusste das es auch ihm schwer viel...aber noch versagte der Klos in ihrem Hals ihr jedes Wort.
Allerdings mochte ihr Körper und ihr Geruch wohl für sich sprechen und sie wusste das sie das vor Yran nicht verbergen konnte...und das wollte sie auch nicht. Nicht wirklich!
Als Yran-drache aufstand ging ihr Blick zu ihm und sein Nackter Anblick sorgte für sehr verwirrende Gefühle in ihr...Sie schluckte und beobachtete das Schauspiel wie Malagen sich wieder zurück verwandelte.
Dann sah sie wieder zu Yran der ihren Blick erwiderte.
„Was ich sagen... was ich besprechen will...“
Er räusperte sich.
„Wenn wir Shyana erreichen, dann sollten wir Malagen nicht mitnehmen. Wir sollten als Frau und Mann mit einer Tochter auftreten. Ein Drachenkind, selbst gut eingewickelt, könnte erkannt werden und zu schnell zu viele Fragen aufwerfen. Bist du damit einverstanden, wenn Malagen sie verwandelt? Sie ist selbst dazu noch nicht in der Lage, aber er kann ihr seine Macht leihen, da sie von der gleichen Art sind.“
Elis Blick wandelte sich von Traurig in Überrascht. Zwei große grüne Augen sahen Yran fragend an und wanderten dann auf Naira.
Dann spürte sie wie er ihre Hand nahm und über ihre Handfläche streichte. Ihr blick veränderte sich zu einem Lächeln voller Liebe mit dem sie erst Naira und dann Yran ansah.
„Ja das ist wohl die beste Idee....ich bin damit einverstanden...!“
Sie sah Yran tief in die Augen und spürte wie sehr sie diese kleine Familie liebte...dann umarmte sie ihn und warf ihn mit dem Schwung zu Boden.
„Ich verspreche dir das ich dir nie wieder solche Sorgen bereite....!“
Dann hob sie ihren Blick und sah ihn an.
„Und ich freue mich der Welt unsere Tochter zu zeigen...!“
Sie lächelte und küsste ihn dann Zärtlich.
Ihre Mitte begann sofort wieder zu Pulsieren und ein wenig nagte das schlechte gewissen an ihr...aber er konnte schließlich immer noch nein sagen...oder?
Sie genoss auf jedenfall seine Körperwärme nach dem der Kalte Wind so sehr an ihr gezerrt hatte und drückte ihre kühlen und harten Spitzen fest an seine Brust.
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Re: Unter den Blättern des Neldoreth

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 2. März 2022, 15:36

Yrans Vorschlag bezüglich der Verwandlung Nairas veränderte Elis Züge zu einem Lächeln voller Liebe mit dem sie erst Naira und dann Yran ansah.
„Ja das ist wohl die beste Idee....ich bin damit einverstanden...!“
Sie sah Yran tief in die Augen und spürte, wie sehr sie diese kleine Familie liebte. Dann umarmte sie ihn und warf ihn mit dem Schwung zu Boden. Er gluckste und fing sie in seinen Armen auf.
„Ich verspreche dir das ich dir nie wieder solche Sorgen bereite....!“
Dann hob sie ihren Blick und sah ihn an. Ihr Körper lag angenehm schwer auf seinem und Wärme strömte durch ihre Haut.
„Und ich freue mich der Welt unsere Tochter zu zeigen...!“
Sie lächelte und küsste ihn dann zärtlich. Allein dass sie ihm so nah war ließ ihn leise wolllüstig stöhnen und er griff fest um sie, eine Hand an ihrem Hintern. Ihre Mitte begann sofort wieder zu pulsieren und ein wenig nagte das schlechte Gewissen an ihr. Aber er konnte schließlich immer noch nein sagen, oder? Sein 'Nein' wurde allerdings abermals zur reinsten Folter, da er seine Finger zielstrebig zwischen ihre Beine schob und auch durch den Stoff es vortrefflich verstand den Druck dort zu erhöhen. Seine Lippen nagten derweil hungrig an ihren und seine zweite Hand hatte die Außenkante ihrer Brust gefunden um diese sanft zu streicheln und dann leicht zu kneten. Wohlige Schauer rasten schon wieder durch ihren Körper und sie genoss auf seine Körperwärme nach dem der kalte Wind so sehr an ihr gezerrt hatte und drückte ihre kühlen und harten Spitzen fest an seine Brust. Seine Finger fanden ihre Mitte und gleichzeitig eine Knospe, die er sanft anstupste und dann leise lachte, nachdem er sich ein klein wenig von ihrem Kuss befreit hatte. Seine Augen funkelten, als er heiser raunte:
„... immer so bereit für mich! Das liebe ich so an dir!“
Dann packte er fest zu und ein kleiner Stromstoß ließ ihren Schoß erglühen. Hätte er so weiter gemacht, wäre sie sogar vielleicht sogar so gekommen, aber er schien ihre Glut gut genug zu kennen, dass er das Feuer in ihr lodern ließ, aber nicht genug Nahrung gab, dass sie explodieren konnte. Sein fester Griff hielt sie einen Moment reglos gefangen und jede Bewegung wurde zur süßen Qual. Dann knurrte er etwas frustriert über sich selbst und setzte sich ruckartig mit ihr auf. Seine Hände glitten fort von den süßen Stellen und er packte ihre Arme um sie auf den Rücken zu ziehen. Die nun vor gewölbten entblößten Hügel ihres Körpers kostete er jedoch nur mit seinen Blicken und knurrte noch einmal hungrig wie ein Bär nach dem Winterschlaf. Das Geräusch zeigte keine Aggression, es jagte eher Schauer durch Elis Körper, da es ihr verriet, wie sehr er sie wollte und sie sich doch versagte. Er wollte sie vielleicht ein bisschen leiden lassen. Verdient hatte sie es. Doch das Leid welches er ihr schenkte, war so unendlich köstlich, dass es sich warm und feucht in ihrem Höschen sammelte und ein merkwürdiges Gefühl dort hinterließ. Seine Nasenflügel bebten und er lächelte...ein klein bisschen 'böse', was ihn unglaublich anziehend machte. Das Funkeln in seinen Augen loderte zu einer alles verbrennenden Glut heran und er leckte sich die Lippen. Ihre Arme mit einer Hand hinter ihrem Rücken gefangen, konnte sie sich auch kaum wehren und Yran beugte sie ein wenig nach hinten, so dass er dann genüsslich eine ihrer Knospen zwischen seine glatten weißen Zähne ziehen konnte. Gleichzeitig sorgte das kleine Zwicken für eine heftige Kontraktion in ihrem Innern und er hob den Blick sofort.
„Oh nein! Ich werd dich nicht kommen lassen! ...noch lange nicht!“
, klang sein düsteres Versprechen. Er grinste und leckte über die andere Knospe und ließ Eilmana abrupt los. Seine Hände stützten ihre Schultern und er erhob sich mit ihr. Seine Hose war straff gespannt und deutlich zu eng, doch er nahm ihre herab gerutschte Bluse und 'heftete' sie wieder vor ihre Blöße. Dann wandte er sich zum Gehen um.
„Wag dich, dass du dich selbst berührst! Deine Höhepunkte gehören mir allein!“
, grollte er leise und sah sie noch einmal über die Schulter hinweg 'drohend' an. Dieses Spiel war...heiß? Und jeder Schritt den Eilmana tat war eine kleine Qual, denn ihr Körper war so willig, dass selbst die kleinste Reibung ihrer unteren Lippen ihr Schauer bereiteten. Dann führte er sie zurück zu ihrem Lager. Malagen lag halb zusammen gerollt vor dem 'Busch' und hob den Kopf. Er hatte Naira mitgenommen, als Yran mit seiner Folter begonnen hatte. Nun lag sie schlafend an seiner Brust.
„Malagen, mein Freund. Es ist beschlossen. Leih ihr deine Magie.“
Der Drache blinzelte wie zur Bestätigung und ebenso wie es bei ihm gewesen war, so begann er zart zu leuchten, dann umschloss sein grünes Glühen auch den kleinen Körper von Naira. Die Verwandlung selbst war kaum zu sehen, aber als das Leuchten abnahm, lag da ein kleiner Säugling mit blondem Flaum auf dem Kopf und spitzen Ohren.
Wenn Eilmana sich je gefragt hatte, wie sie als Baby ausgesehen hatte, dann bekam sie jetzt eine Antwort darauf: Super süß!!!
In ihrem Schlag gestört quäkte sie leise auf und steckte die winzigen Hände nach Malagens schnuppernden Nüstern aus. Bevor sie ihn jedoch kitzeln konnte und der Drache erneut einen Niesanfall erleiden würde, da nahm Yran sie auf den Arm. Er strahlte und sah dann wechselnd von Naira zu Eilmana.
„So ein süßes Kind warst du also...“
Winzige Finger schlossen sich um seinen Daumen und brachten ihn staunend zum schweigen. Er wickelte die Decke in einer neuen Technik um sie, die besser zu einem humanoiden Säugling passte und reichte sie dann an Eli weiter. Er küsste die Stirn seiner Verlobten und sein Blick war ganz warm.
„Dann lass uns mal weiter ziehen. Ich möchte gen Mittag in Shyana ankommen.“
Naira schaute blinzelnd zu Eli auf und sah sie aus grünen runden Augen an. Die Verwandlung war perfekt. Als sie wieder aufsah, hatte Malagen seinen Kopf unter seinen Flügel gesteckt und seine Haut nahm gerade die Farbe seiner Umgebung an. Die Magie hatte ihn müde gemacht und er würde wohl hier bleiben. Den Rest des Weges würden sie wohl laufen müssen. Yran schulterte einen Großteil der Last, die sie mit sich führten und ein Teil blieb auch hier bei Malagen. Eilmana bekam auch eine Umhängetasche und ein Tragetuch zugewiesen. Dann machten sie sich auch schon auf den Weg.

(weiter bei: Eintritt ins Paradies)
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Re: Unter den Blättern des Neldoreth

Beitrag von Erzähler » Freitag 26. August 2022, 12:49

Rhuna kommt von Auf unbekannten Wegen

Es war wie eine magische Barriere, wenn man es sich recht überlegte. Rhuna verließ zum ersten Mal in ihrem Leben, ihre wahre Heimat und den Wald, in dem sie lag. Mit dem nächsten Schritt war sie nicht mehr im Urwald und weiter entfernt denn je. Der Neldoreth. Er wartete mit ähnlicher Flora auf, wie der Kapayu, doch als hätte jemand den Himmel ausgesperrt, drang keine Sonne und kein Blau zu ihnen hindurch. Hier hingen Lianen in Braun und Grün von gigantischen Bäumen herab. Der ganze Wald wirkte magisch und man hatte das Gefühl, dass man diese Magie atmen konnte. Alles wirkte wahnsinnig friedlich, zauberhaft mochte man sagen und allein durch das Gefühl, bestätigte sich schon, was kartografisch längst entdeckt wurde. Yedan lächelte, als er Rhuna beobachtete. Es war, wenn man diesen Unterschied zwischen den Wäldern erkannte, schon etwas Besonderes. Er überließ sie diesem Moment, um alles in sich aufzusaugen. Rhuna konnte, je weiter sie hineingingen, erkennen, dass der Neldoreth doch um einiges… fülliger wirkte. Hier gab es Hasen, die durch wunderschöne Blumen wetzten, als sie näherkamen. Große Rehaugen, die ihnen aus gewisser Distanz entgegensahen und sofort das Weite suchten. Kauze, die ihre Rufe durch die dicken, in sich geschlungenen Äste schickten. Das Klima wurde zudem anders. Hier war es zwar auch noch latent feucht, aber längst nicht so drückend wie im Kapayu selbst. Die grünen Bäume schirmten die Sonne ab, filterten die Luft und verliehen ihr eine ganz eigene Reinheit. Yedan führte Rhuna weiter und weiter, bis sie an eine Lichtung kamen. Inzwischen dürfte Rhuna bewusst sein, dass sie eine Rast ausgelassen hatten. Yedan hatte sie beinahe anderthalb Tage durchmarschieren lassen und nur zeitweise gerastet. Die Pause am See war noch die längste gewesen, doch jetzt schien auch er endlich ein Einsehen zu haben. Er sah sich um, schabte mit dem Fuß und nickte kurz. „Wir können hier eine Rast machen, Rhuna. Der Sarius ist nicht weit und wir kreuzen den Neldoreth nur kurz. Morgen sind wir auf jeden Fall dann im Sarius.“, meinte er und sah sie an.
Hatte er ihr zu viel abverlangt? Oder ging es ihr soweit gut? Aufgrund der Hitze im Kapayu und des ordentlichen Marsches, hatten sie deutlich weniger miteinander gesprochen, sodass jetzt die erste richtige Möglichkeit war, wieder einmal einander anzusehen und das ein oder andere Wort zu wechseln. Seit dem Lagerfeuer am Fluss, hatte Yedan sich auf den Weg konzentriert und nur hin und wieder etwas geantwortet, wenn sie eine Frage gehabt hatte. Ansonsten hatte sich nicht viel geändert. Er bedacht sie immer noch ab und an mit Blicken oder kam ihr in heikleren Momenten zu Hilfe und somit näher. Er verhielt sich nicht sehr viel anders, da brauchte sie keine Sorge zu haben, dass sie ihn vergrault hätte. Raji hatte sich seit einigen Stunden nicht mehr blicken lassen. Der war im Kapayu geblieben und stromerte dort durch sein Reich. Yedan hatte Rhuna erklärt, dass Raji selten die anderen Wälder betrat, dass es etwas mit Revierkämpfen zu tun hatte und sie sich finden würden, sollte Yedan zurückkehren. Es war offenbar völlig normal für Jäger und Tier. Der Sarier strich sich durch das Haar und bedeutete Rhuna, sie solle hier das Lager für die Nacht aufschlagen. „Ich werde mich dieses Mal um das Essen kümmern. Ich bin bald zurück!“, versicherte er ihr und verschwand mit seinem Bogen. Vielleicht wäre Rhuna gerne mitgekommen, doch der Weg war wirklich anstrengend gewesen und die Nacht fortgeschritten. Es war wohl besser, dass Yedan das für heute übernahm, damit sie noch etwas Nahrhaftes auf den Tisch bringen konnte. Rhuna hatte also etwas Zeit, um anzukommen, vielleicht ein Feuer zu entzünden und alles vorzubereiten. Allerdings musste sie feststellen, dass es allmählich tröpfelte. Und aus dem Tröpfeln entwickelte sich ein wahrer Schauer. Noch hielt das Feuer, wenn sie welches entzündet hatte, stand, doch wurde der Regen zunehmend stärker und stärker. Die Blätter der hohen Bäume schützten sie noch eine Weile, bis auch sie sich gegen die schier endlosen Wassermassen nicht mehr wehren konnten. Es prasselte unablässig und weichte den Boden zu ihren Füßen auf. Die Geräuschkulisse war enorm, da die Tropfen auf so vielen Blättern aufgehalten wurden, bevor sie weitersprangen. Und während Rhuna die Stellung hielt, fehlte von Yedan jede Spur…
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Re: Unter den Blättern des Neldoreth

Beitrag von Rhuna Bláidyaét » Samstag 27. August 2022, 01:27

Der Tag war vielseitig gewesen und voller neuer Informationen, die die Elfe nun kurz vor dem Schlafen verarbeiten musste. Eine geistige Erschöpfung hatte sie befallen und es fiel ihr doch ein wenig schwer in Ruhe ihre Gedanken und Empfindungen zu sortieren. Es war einfach viel passiert – schönes, besorgniserregendes und verwirrendes.
Am Schluss war es die Sorge um Yedan, die Rhuna noch zu beschäftigen vermochte. Doch gleichzeitig war sie ratlos, weil er ihre Versuche, auch für ihn da zu sein, vollständig abblockte. Er hüllte sich in einen Mantel aus Rätseln und mehrdeutigen Antworten, der jedoch nicht gänzlich seine Verletzlichkeit verbergen konnte.
Eine Antwort auf ihre letzte Aussage hatte die Elfe gar nicht erwartet. Sie hatte ihm seinen Ratschlag wie einen Ball zurückwerfen wollen, so dass er darüber nachdenken konnte – ganz für sich. Doch Yedan schien sich doch kurz dazu äußern zu wollen.
Mit müdem aber nicht weniger aufmerksamen Blick beobachtete sie, wie er eine Art Entschuldigung für sich suchte, seinen eigenen Ratschlag nicht zu beherzigen. Der Halbelf glaubte wohl, dass es nichts ändern würde. Plötzlich fühlte sich Rhuna an ein Kind erinnert, das immer wieder den Schorf von seinen Wunden piddelte und kratzte, so dass eine Heilung unmöglich wurde. Er verletzte sich selber - strafte sich vielleicht sogar für etwas. Die junge Shyáner verstand es nicht, weil er ihr einfach keine Gelegenheit bot ihn mit all seinen Narben kennenzulernen. Und ihr blieb nichts anderes übrig als es in diesem Moment gezwungenermaßen zu akzeptieren. Ihr Begleiter war vielleicht direkt neben ihr und in Person anwesend, doch seine Vergangenheit schien ihn wie eine Teufelsschlinge festzuhalten.
Yedan erhob sich und entfloh erneut der Situation, indem er die Einsamkeit einer Sicherheitsrunde suchte. Rhuna hatte nicht vor ihn aufzuhalten und drehte sich einfach nur müde um.
„Pass auf dich auf…“, bat sie ihn lediglich und verschloss ihr Violett hinter erschöpften Lidern. Raji schien dieses Mal nicht mit seinem Freund zu gehen und blieb an ihrer Seite. So fand die Shyáner Elfe schnell in einen durchgehenden Schlaf, der vielleicht nicht traumlos verging, sie allerdings noch vor Kriegsszenarien und weiteren Todesbegegnungen verschonte.

Der Morgen kam dennoch zu früh und Rhuna erwachte mit dem Gefühl nicht wirklich erholsam geschlafen zu haben. Doch im Vergleich zur vorherigen Nacht war diese bereits angenehmer verlaufen. Sie setzte sich auf und wirkte im ersten Moment noch nicht besonders wach, als Yedan lächelnd zu ihr kam und ihr ein Frühstück aus Obst und Beeren reichte. So schnell nach dem Aufwachen konnte sie diese noch nicht essen und erhob sich erst einmal, um sich am Fluss zu erfrischen.
"Guten Morgen!", murmelte sie noch und schenkte ihm ein verschlafenes Lächeln, bevor sie ihn kurz zurück ließ. Von der Abkühlung der Nacht war längst nichts mehr zu spüren. Die Hitze hatte bereits in den frühen Morgenstunden eingesetzt und versprach die Aussicht auf einen heißen und anstrengenden Tag.
„Füll‘ deine Flasche noch am Fluss auf, bevor wir weitergehen.“, riet Yedan ihr, woraufhin die Elfe ihre Wasserflasche nahm und den Rat in die Tat umsetzte. Sie trank eine ausreichende Menge, um ihren Körper grundlegend zu versorgen und wusch sich den Schweiß der Nacht ab. Dann erst kehrte sie zurück und nahm ihr Frühstück zu sich.
„Du bist immer vor mir wach. Schläfst du überhaupt genug?“, fragte Rhuna nun deutlich wacher und unbeschwert und schien die gedrückte Atmosphäre des vergangenen Abends nicht in den neuen Tag mitzunehmen. Doch es war lediglich der Tatsache geschuldet, dass ihr weiterer Weg anstrengend und weit war, so dass Yedan nicht eindeutig erkennen konnte, dass sich die junge Elfe emotional ein wenig zurückzog. Sie sprachen lediglich über Belanglosigkeiten oder den Weg und hier und da gab der Sarier ihr Hinweise und Informationen über das Leben hier draußen in den Wäldern.
Oberflächlich hatte sich nichts verändert, denn Rhuna verhielt sich auch nicht anders. Sie ließ sich noch immer von ihm helfen, obgleich sie das ein oder andere Mal seine Hand ausschlug, weil sie eine Hürde selber nehmen wollte. Doch wenn es nötig war nahm sie diese an und ließ auch die Nähe zu ihm zu, die weiterhin den Anforderungen der Schicklichkeit zuwiderhandelten. Doch die kleinen Momente, in denen sie verlegen seinen Blicken begegnete, oder Augenblicke einer Berührung hinauszögerte, schienen auszubleiben.
Es war nicht so, dass der Halbelf seine Wirkung auf sie verloren hatte. Nein, keineswegs. Er schaffte es noch immer ihr Herz zu kleinen Hüpfern zu bewegen. Doch Rhuna disziplinierte sich zu einer gewissen Distanz.
Die Stunden vergingen und dadurch, dass sie kaum Rasten einlegten, wurde die Elfe von sich aus auch noch mal stiller. Einfach aus Erschöpfung. Selbst Raji und auch Yedan, die das Leben und Wandern in den Wäldern gewohnt waren, litten unter der drückenden Hitze. Dafür hielt sich Rhuna sogar ziemlich tapfer. Ihre Hände streiften am Schluss nur immer Häufiger die moosbewachsene und feuchte Rinde der Bäume, als würde sie, in diesen kurzen Momenten der Berührung, Halt und Stütze finden. Erst jetztverstand sie wahrlich Yedans Worte, dass die Tabiki den verletzten Nachtelfen dem Urwald überlassen hatten. Verletzt fand hier jeder ein schnelles Ende, denn die Umstände waren erbarmungslos. Dass ihr Tal in ein und demselben Wald lag, war für die Shyáner kaum zu begreifen.
Der Weg schien kein Ende zu nehmen. Rhuna hatte sowieso keinerlei Orientierung mehr und einzig das Rauschen des Flusses brachte ihr eine grobe Ahnung in Anlehnung an ihr festgelegtes Ziel.
Er geht immer weiter…!, dachte sie fast schon verzweifelt, als Yedan erneut abbog und einen Weg wählte, der von dichter werdenden Ranken bewuchert war. Sollte sie langsam doch um eine Rast bitten? Ihr Körper war all diese Strapazen nicht gewohnt und schrie nach einer Pause.
„Bist du bereit?“, hörte die Elfe ihn plötzlich fragen und hob den Blick, der daraufhin auf sein verschmitztes Lächeln traf. Bereit wofür? Fragend sah Rhuna ihn an und folgte ihm um die Baumreihen. „Wofür soll ich bereit sein?“, fragte sie, nur um einen Moment später die Antwort vor Augen zu sehen. Die Beiden standen auf einer Anhöhe. Das Rauschen, das sie dem Fluss zugeordnet hatte, war teils von einem Wasserfall erzeugt worden, der in das klare Wasser eines Sees stürzte. Ihr erschöpfter Geist wurde augenblicklich etwas wacher und vorsichtig schritt sie zum Abgrund, um einen besseren Blick auf den See zu werfen. Dabei registrierte die Brünette kaum, wie der Halbelf seinen Bogen und Köcher ablegte. Sie konnte lediglich noch einen Blick auf sein grinsendes Gesicht werfen, als er auch schon vom Plateau ins kühle Wasser sprang. Mit einem lauten Platschen durchbrach er die Oberflächenspannung des Sees und verschwand aus ihrer Sicht.
Rhuna hatte sich hingekniet und sah, im ersten Moment etwas überfordert, vom Rand hinab. Ein Moment verging, bevor er mit einem zufriedenen Ausruf auftauchte und zu ihr hinaufsah.
„Komm runter! Das ist herrlich erfrischend!“, rief Yedan ihr lachend zu und lockte sie mit seinem schwimmenden Anblick, der leider keineswegs zu verachten war. In mehrfacher Hinsicht. Nach einem Augenblick des Verarbeitens breitete sich nun auch auf ihrem Gesicht ein Lächeln aus.
„Du bist einfach verrückt!“, rief sie ihm zu, legte dann allerdings ebenfalls ihre Tasche ab und stellte sich an den Rand des Plateaus. Es brauchte doch ein wenig Überwindung, doch dann traute sie sich den Schritt in die Luft und ließ sich ins kühlende Wasser fallen. Auch sie ging einen Moment unter, tauchte dann aber ein paar Schwimmzüge weiter neben Yedan auf. Sei es vom Sprung, doch auch ihre Kehle verließ ein befreites Lachen, das sie vom angesammelten Druck des Tages befreite. Beide erfrischten sich und genossen die Leichtigkeit ihrer Körper im Wasser. Endlich konnten sie sich ein wenig entspannen und ausruhen. Für eine ganze Weile ließ sich Rhuna auf dem Wasser treiben, hing ihren Gedanken nach und sah einfach nur in den Himmel.
Hier könnte ich für heute das Lager errichten!, dachte sie, ohne zu wissen, dass sie das Ziel, vor einer endgültigen Rast, noch nicht erreicht hatten. Das Wasser belebte ihrer beiden Geister und die beiden Elfen begannen ausgelassen miteinander herumzualbern und etwas zu schwimmen, bevor sie ans Ufer zurückkehrten. Nach einer Kleinigkeit zum Essen, das Rhuna für sie beide zubereitete, saßen sie nebeneinander und ließen sich von der Hitze des Tages trocknen. In diesem Moment schien alles harmonisch und in Ordnung zu sein. Die Stimmung zwischen ihnen war so entspannt, dass die junge Elfe die Müdigkeit übermannte. Ihr Kopf fiel sanft zur Seite gegen Yedans Schulter und für etwa 10 Minuten schlief sie tief und feste an ihn gelehnt ein.
Die Nähe war keineswegs beabsichtigt gewesen. Und so war es nicht verwunderlich, dass Rhuna nach ihrem Aufwachen verlegen errötete, als sie erkannte, wie sie eingeschlafen war.
„Tut mir leid.“, entschuldigte sie sich rasch und richtete sich zeitgleich auf. Plötzlich war sie es, die etwas Distanz zu errichten schien. Obwohl es unverkennbar gewesen war, dass sie sich an seiner Seite noch immer geborgen und sicher fühlte und sich ohne Zweifel entspannen konnte.
Das kurze Nickerchen hatte ihr wirklich gutgetan und so nahm Rhuna es mit Fassung, als ihr Yedan mitteilte, dass sie weitergehen würden. So folgte sie ihm weiter und überschritt nach ein paar weiteren Stunden mit ihm zusammen die Grenze und betrat zum ersten Mal in ihrem Leben den Wald Neldoreth.

Der Wald unterschied sich auf dem ersten Blick nur geringfügig von der Flora des Kapayu. Doch je weiter sie gingen, je magischer wurde die Atmosphäre, die sie umgab. Gigantische Bäume streckten sich gen Himmel, der durch die dichten Baumkronen kaum mehr zu erahnen war. Dennoch war es nicht düster oder unheimlich. Der Wald besaß ein ganz eigenes Leuchten, das sich Rhuna nicht erklären konnte. Still gingen sie über den moosbewachsenen Boden, der jeden Laut zu schlucken schien. Yedan ließ Rhuna Zeit die Eindrücke auf sich wirken zu lassen. Ihr Blick wanderte aufmerksam umher und zauberte ein ganz eigenes Mienenspiel in ihr Gesicht. Erstaunen, Bewunderung, Ehrfurcht konnte man in ihren Blicken finden, ebenso wie eine Widersprüchlichkeit von Aufregung und Ruhe.
Im Kapayu hatte sie stets eine gewisse Unruhe empfunden. Hier schien ... die Zeit beinahe still zu stehen. Andererseits war es voller Leben, das die neuen Eindringlinge mit wachsamen Augen beobachtete. Tierlaute, die sie selten oder noch nie gehört hatte, drangen an ihre feinen Ohren, doch anders als im Urwald, lösten die Geräusche krine alarmierten Reaktion in ihr aus.
An einer Lichtung hielt Yedan an und wandte sich Rhuna zu.
„Wir können hier eine Rast machen, Rhuna. Der Sarius ist nicht weit und wir kreuzen den Neldoreth nur kurz. Morgen sind wir auf jeden Fall dann im Sarius.“ Erleichterung stieg in der jungen Elfe auf und sie atmete die frische Luft tief ein und aus.
„Du musst auch müde sein. Ich mache Feuer und …“, ihre violetten Augen sahen sich um. „Wo ist Raji?“, fragte sie plötzlich, als ihr sein Fehlen auffiel. Yedan erklärte ihr daraufhin, weshalb er die Grenze nicht überschritt, dass sie sich aber keine Sorgen zu machen brauche.

Einen Moment lang betrachtete sie den Halbelf wieder. Verhielt er sich anders, wo sie nun hier waren? Nein, eigentlich fiel ihr keine große Veränderung in seinem Verhalten auf. Auch sie verhielt sich nicht groß anders, wenn man von der leichten Distanz absah, die sie hier und da aufzubauen schien. Ihre Blicke hatten dafür umso öfter, in unbeobachteten Momenten, auf ihm geruht.
„Ich werde mich dieses Mal um das Essen kümmern. Ich bin bald zurück!“, versicherte er ihr plötzlich und verschwand mit seinem Bogen so schnell aus ihrer Sichtweite, dass sie gar keinen großen Einspruch hätte einlegen können.
Mit einem Mal alleine sah sie sich noch einmal auf der Lichtung um. Unbekannte pfeifende Geräusche, die einen niedlichen Klang besaßen wechselten sich mit dem Rufen von Käuzchen ab. Trotz ihres kleinen Nickerchens merkte Rhuna, wie erschöpft sie war. Yedan würde es sicher nicht anders gehen und so machte sie sich auf Feuerholz zu sammeln und ein Lagerfeuer zu errichten.
Als das Feuer knisternd zu brennen begann spürte sie den ersten Regentropfen auf ihrer Wange. Kurz darauf berührte ein zweiter ihre Nase. Der Blick der jungen Elfe wanderte nach oben, doch Wolken oder jegliches andere Himmelsgestirn konnte sie aufgrund der dicht befüllten Baumkronen nicht sehen.
Ob der Regen überhaupt durch die Bäume dringen wird?, fragte sich Rhuna in Gedanken, bevor der Schauer einsetzte und immer stärker wurde. Anfangs versuchte sie das Feuer noch zu schützen, doch erkannte sie schnell, dass dies keinen Sinn hatte. Die Tropfen trommelten auf die Blätter ein und erzeugten eine nicht gekannte Geräuschkulisse. All die Tiere, die sie vorhin noch entdeckte hatte, schienen wie vom Erdboden verschwunden.
Die Shyáner kniete sich auf den feucht-nassen Boden und schloss für einen Moment die Augen, spürte die tropfen, die sie schon nach kurzer Zeit völlig durchnässten. Dadurch, dass die Sonne vollends abgeschirmt schien, folgte der Nässe eine kriechende Kälte, die sie sich über den Tag hinweg immer wieder gewünscht hatte. Noch war sie ertragbar, doch wie würde die Nacht ohne ein Feuer aussehen?
Von Yedan fehlte wieder eine längere Zeit jegliche Spur und einen Moment bedauerte es Rhuna, dass Raji diesen Wald nicht betrat. Sie erhob sich und entfernte sich nahe der Lichtung, um nach Beeren oder Früchten zu suchen. Auch weil die junge Frau so in Bewegung bleiben und der aufkommenden Kühle entgegenwirken konnte.
Während dieser Tätigkeit riss sie ein plötzliches Kreischen aus den Gedanken. Es war ein furchtbarer hoher Klang, der sie einen Augenblick erstarren ließ. Doch dann wagte sie sich weiter vor. Das Kreischen kam aus nächster Nähe und nur einen großen Baumstumpf weiter konnte sie die Ursache entdecken. Der markerschütternde Klang war mit einem Male verstummt und Rhunas Blick lag auf einem Falken, der ein kleines, felliges Wesen mit seinen Klauen zu Boden gedrückt hielt und bereits blutige Stücke Fleisch aus dem kleinen Körper riss. Die Elfe stand stumm an der Seite und beobachtete den Lauf des Lebens, bis sich der Greifvogel vom Regen erschwert in die Lüfte erhob und gesättigt auf einen nahegelegenen Ast flog. Sie wollte sich schon abwenden und zur Lichtung zurückkehren, als ein klägliches und leises Pfeifen sie innehalten ließ, das kaum durch den trommelnden Regen zu vernehmen war. Suchend sah sich Rhuna um und entdeckte nahe der Stelle, an der der Falke seine Mahlzeit erbeutet hatte, in einem Gewirr aus verschiedenen Gräsern ein weiteres dieser kleinen Geschöpfe, die ihr vollends unbekannt waren.
Das kaum faustgroße Wesen, lag auf der Seite und fiepte hilflos. Es besaß ein rötlich gestreiftes Fell, das an Rajis erinnerte und einen kleinen buschigen Schwanz, wie katzenähnliche Ohren. Eines der Ohren hatte einen tiefen Riss und blutete. Und auch eines der kleinen Beine schien verletzt zu sein. Mit mitleidigem Blick hockte sich Rhuna vor das kleine Wesen und legte ihre Beerenausbeute, die in ein Blatt gewickelt war, neben sich.
„Scht~ Kleines, keine Angst! Ich tu dir nichts.“, sagte sie leise und mit ruhiger Stimme, als das kleine Geschöpf die Augen öffnete und vor Todesangst schnell atmend versuchte, sich von ihr wegzubewegen, was ihm kaum einen Zentimeter gelang. Behutsam nahm Rhuna das Tierchen in ihre Hände und gab beruhigende Laute von sich.
„Keine Angst…!“, wiederholte sie, auch wenn das Kleine sie wohl nicht verstehen würde. Es wackelte und zitterte unruhig in ihrer Hand, schien jedoch nicht einmal im Ansatz mehr genug Kraft zu besitzen, um sich noch anständig zu wehren. Ganz leicht und zaghaft strich sie mit ihrem Daumen über eine vermeidlich unverletzte Stelle, was durch die Größe gar nicht so leicht war. Die Elfe versuchte den pfeifenden Laut zu imitieren und das Tierchen weiter zu beruhigen.
Es vor dem Regen abschirmend, trug sie das Eon in einer Hand nahe ihrer Brust - die Beerenausbeute in der anderen und kehrte so zum Lager zurück. Rhuna suchte sich eine möglichst trockene Stelle und versuchte so vorsichtig, wie möglich ihren kleinen Patienten zu untersuchen.
„Hat der Falke dich mit erwischt?“, fragte die Elfe leise und bettete das Kleine in ihren Schoß. Mit den nun freien Händen kramte sie in ihrer Tasche und zog nach kurzen Suchen ein kleines Fläschchen hervor.
Damit kann ich die Wunden zumindest behandeln und desinfizieren…! Und ihm wird etwas von seinen Schmerzen genommen! Innere Verletzungen scheint es nicht erlitten zu haben. Aber das Wesen ist so klein, dass ich mir nicht sicher sein kann, ob das tatsächlich stimmt! Rhunas Behandlungsbedingungen und Möglichkeiten waren nicht die Optimalsten, aber sie tat, was in ihren momentanen Kräften stand, um dem unglücklichen Wesen zu helfen, das sich zumindest ein kleines bisschen zu beruhigen schien. Dadurch abgelenkt bemerkte sie kaum, wie auch sie ein feines Zittern erfasste.

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Re: Unter den Blättern des Neldoreth

Beitrag von Erzähler » Samstag 27. August 2022, 22:36

Es war schlicht nicht fair, dass Yedan Rhuna kaum etwas gab. Obwohl das nicht ganz richtig war: Er gab ihr sogar eine ganze Menge. Doch alles blieb irgendwie oberflächlich, distanziert, selbst wenn sie die Nähe des jeweils anderen suchten. Es war nicht so, dass er unaufrichtig mit ihr umging oder sie das Gefühl haben musste, dass er sie verhöhnte. Er wirkte nicht wie jemand, dessen Absichten nicht ehrlicher Natur sein könnten, doch darüber hinaus blockierte er das Näherkommen ihrerseits auch. Was war wohl der Grund dafür? Lag es an ihr? Die Zweifel waren begründet, woher sollte sie nur wissen, was richtig und was falsch wäre? Doch Rhuna lernte nicht nur, wie sie im Kapayu überleben konnte, sie lernte gleichzeitig was es hieß, jemanden wirklich ins Herz zu schließen und mit ihm tagein und tagaus Zeit zu verbringen. Mochte am Anfang noch alles leicht und einfach erscheinen, kamen mit der Zeit immer die Probleme oder Eigenheiten des anderen hervor. Das war ein natürlicher Prozess und eine Verbindung würde nur Bestand haben können, wenn gewisse Hürden gemeistert würden. Oder man ging tatsächlich getrennte Wege, wenn die Übereinkunft für beendet erklärt wurde. Obwohl sich zwischen ihnen kaum etwas geändert hatte, bemerkte Rhuna sehr wohl etwas: Sie baute eine Distanz zu Yedan auf. Er schien, wie so oft, kaum Notiz davon zu nehmen, doch war das wirklich so? Er war ihr bisher recht einfühlsam begegnet und hatte sich binnen kürzester Zeit ihrer angenommen. Er verlangte nicht mal etwas im Gegenzug und was er vorher hatte machen wollen, wusste sie auch nicht. Gleichzeitig schien es aber auch so, dass er kein tiefergehendes Interesse an ihr hatte, denn Fragen nach ihr oder ihrem Leben kamen seit geraumer Zeit schon nicht mehr. Dennoch konnte Rhuna erkennen, dass Yedan sich immer mal wieder auf dem langen Marsch hinreißen ließ, sie zu mustern. Oder aber er suchte ihre Nähe, wenn es im Prinzip kaum nötig gewesen wäre. Rätselhaft oder nervtötend, das musste die junge Elfe für sich entscheiden. Fakt war, dass er ihr zur Seite stand, wann immer sie es brauchte und wenn sie signalisierte, dass sie ihre Ruhe wollte, dann akzeptierte er auch das. Dennoch war der Marsch ein Gewaltakt, denn Rhuna war es definitiv nicht gewöhnt so lange in dieser Umgebung aktiv zu sein. Selbst das eingespielte Duo hatte daran zu knabbern. Trotzdem, die Ruhe war ihr dieses Mal lange nicht vergönnt. Am See konnte sie wenigstens die müden Glieder etwas ausruhen, sich einen Moment erfrischen und erkennen, dass sie sich in seiner Nähe nach wie vor so wohlfühlte, dass sie sogar einnickte! Während Rhuna ihrer Müdigkeit erlag, hielt der Sarier still und schaute sie einfach nur an. Ein feines Lächeln ruhte in seinem Mundwinkel, während er es nicht wagte sich zu bewegen. Nach einigen Minuten schreckte sie auf und entschuldigte sich pflichtbewusst, was Yedan abwiegelte: „Jederzeit.“, meinte er verschmitzt lächelnd und gab ihren Nerven damit nur noch mehr Futter. Allerdings erwies sich der Jäger dieses Mal als nicht so gnädig. Er hatte es sich in den Kopf gesetzt, sie beide bis in den Neldoreth zu bringen und zog das Programm ungeachtet der Müdigkeit durch.

Erst hier, im magischen Licht des fremden Waldes, hielt er endlich an und erklärte, dass sie rasten würden. Dankbarkeit war wohl eine passende Beschreibung für die Gefühle der Elfe. Auch der Halbelf sah erschöpfter aus als sie es gewohnt war, vielleicht verschwand er deshalb auch so zügig, um noch halbwegs vernünftig jagen zu können. Irgendwann brauchte jeder seine Ruhe. Mit sich und der neuen Umgebung allein, tat Rhuna vorerst das, was sie gelernt hatte. Ihr fiel es nicht schwer das Feuerholz zu finden und auch das Feuer zu entfachen. Vielleicht kamen einige Erinnerungen an seine Hilfe zurück, vielleicht war sie auch zu müde, doch Yedan’s Unterricht wirkte. Sie war souverän in der Lage, das Feuer zu entzünden. Leider waren die Götter anderweitig beschäftigt, denn der Regen setzte ein. Einen Tag verspätet, denn im Kapayu hätten sie gut Regen gebrauchen können. Immer stärker prasselten die Tropfen auf Elfe und Feuer herab, sodass sie letzteres bedauerlicherweise aufgeben musste. Die junge Flamme kämpfte noch wacker, bis sie allerdings aufgeben musste und erlosch. Gerade als Rhuna sich aufmachte, Nahrung zu suchen, gellte ein markerschütternder Schrei durch den Wald. Nach einer kurzen Schrecksekunde wagte sie sich mutig vor und erhaschte den Blick auf den Kreislauf von Florencia und Phaun. Ein Falke nahm seine Beute zu sich. Für das kleine Fellknäul kam jede Hilfe zu spät und auch wenn sie betroffen war, so war es nun mal unumgänglich. Doch bevor sie für ihr Abendessen weiter sorgen konnte, wurde ihre Aufmerksamkeit auf ein weiteres Geschöpf gelenkt. Ein Eon, klein, buschig und blutig, fiepste mitleiderregend. Das große Herz der Shyánerin hatte genug Platz, um auch unbekannten Wesen Hilfe zuteilwerden zu lassen. So schaffte sie es mit ihrer beruhigenden Art, dass das Eon sich von ihr aufnehmen und zum Lager bringen ließ. Beziehungsweise zu der auserkorenen Lagerstelle, denn das Feuer war unwiederbringlich gelöscht. Der Regen hatte sich auf einen ordentlichen Guss eingependelt und durchnässte alles, was sich nicht schützen konnte. Dennoch ignorierte Rhuna die Kühle, die der Regenguss mit sich brachte und hatte nur Augen für das kleine Wese in ihrem Arm. Liebevoll beruhigte sie es und hatte Erfolg damit. Die Wunde am Ohr war ein ordentlicher Riss und würde wohl, sollte sie sie nicht nähen, bestehen bleiben. Die Verletzung an der Pfote war jedoch weniger tief und würde in ein paar Tagen und mit ein wenig Sorgfalt abklingen.
Das Eon schien allerdings zu spüren, dass Rhuna ihm lediglich helfen wollte. Es beruhigte sich mehr und mehr und in ihrem Griff, konnte die Elfe spüren, dass das kleine Herzchen von wahnsinnig schnell zu ruhiger wechselte. Rhuna’s vertrauenswürdige Art legte sich auf das Tier und mit einem zufriedenen Schnurren, ließ es zu, was sie auch immer vorhatte. Allerdings lenkte die Versorgung nicht all zu lange davon ab, dass ihr allmählich kalt wurde. Sie begann zu zittern. Sie fror und ihre Kleidung hätte nach dem Bad im See kaum nasser sein können. Während sie sich dem Eon widmete, wurde das schöne, magische Leuchten des Waldes, welches ihm so eigen war, abgelöst von einer Dunkelheit, die den späten Abend ankündigte. Der Wind frischte auf, wog die Blätterdächer immer stärker umher und führte dazu, dass ihr noch kälter wurde. Oder lag es gar nicht so sehr am Wetter? Sie hatte die Zeit vergessen über die Behandlung ihres kleinen Patienten vergessen, doch als Yedan zur Jagd aufgebrochen war, war es definitiv noch hell gewesen. Wo war er? Plötzlich ertönte in ihrer unmittelbaren Nähe ein Röhren. Ein Blick gab noch keinen Aufschluss, obwohl es unverkennbar zu einem Bären gehören musste. Das Eon in ihrer Hand war auf einmal weniger verletzt, denn es entwand sich aus ihrem Griff und schlängelte sich verängstigt an ihren Haaren empor, um sich unter ihnen in ihrem Nacken zu verstecken. Grüne Augen lugten unter ihrem Braun hervor und starrten in die Richtung, aus der das Brummen gekommen war. Schemenhaft, hinter einigen Baumstämmen, konnte Rhuna dann aber alsbald einen Braunbären ausmachen. Er hatte sie bisher nicht wahrgenommen, tappte seinen Weg entlang und röhrte ab und an immer mal. Plötzlich erhellte ein Blitz die Szenerie und für den Bruchteil von Sekunden, konnte Rhuna deutlich erkennen, dass die Schnauze des Bären blutig war. Und neben ihr zwei kleine Babys herliefen, die sich eng an dem kuscheligen Fell ihrer Mama hielten, um nicht ganz so nass zu werden. Bei der Bärin jedoch wackelte etwas unnatürlich in der Flanke. War das etwa ein Pfeil?! Die kleine Familie hatte Rhuna und das Eon nicht bemerkt und zog in eine andere Richtung weiter. Doch das nachfolgende, tiefe Donnergrollen klang wie ein Paukenschlag der Unheil ankündigte.
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Re: Unter den Blättern des Neldoreth

Beitrag von Rhuna Bláidyaét » Sonntag 28. August 2022, 10:37

Für die junge Städterin hatte sich vieles verändert. Seit ihrem Aufbruch war tatsächlich noch nicht viel Zeit vergangen, auch wenn es sich bereits wie eine wochenlange Zeitspanne anfühlte. Der Kapayu hatte Rhuna gelehrt, dass die Shyáner Elfen vielleicht naturverbunden lebten. Doch auch das taten sie nur in ihrer kleinen abgeschotteten Welt. Natürlich gab es sicher ein paar, die in der Stadt lebten und hier draußen klarkämen, doch der überwiegende Teil hätte höchstwahrscheinlich wie Rhuna, mit den neuen Gegebenheiten zu kämpfen.
Die junge Elfe begann einen Weg der Veränderungen zu gehen und verschloss davor ihre Augen nicht. Sie wollte lernen und sich verändert – sich entwickeln, um mit sich nach all den vielen Jahren endlich im Einklang zu sein. Doch von heute auf morgen veränderte man sich nicht so schnell. Deshalb gab es in ihrer Beziehung zu Yedan auch kleinere und größere Auf und Abs. Wobei die positiven Momente überwogen.
Der Sarier war geheimnisvoll und widersprüchlich. Er war Rhunas Lebensretter und Beschützer und das war ihr stets im Hinterkopf. Es war wohl nicht verwunderlich, dass sie alles über ihn wissen wollte. Und normalerweise gab es wenig Leute in ihrer Heimat, die große Geheimnisse und Lasten mit sich herumtrugen und für sich behielten. Yedan war da anders. Er hatte ein völlig anderes Leben geführt, wurde körperlich, wie auch seelisch verletzt und das in einem unabschätzbaren Ausmaß. Während ihrer gemeinsamen Strecke waren sie sich immer wieder nähergekommen und Rhuna sah sich mit neu entstehenden Gefühle konfrontiert, von denen sie bislang geglaubt hatte, sie nicht empfinden zu können. Das alleine brachte sie emotional ein wenig aus der Balance – dazu kamen all die anderen Eindrücke und Anstrengungen – es war abzusehen, dass sie sich nicht immer richtig verhielt.
Mit ihm schien alles leichter zu sein. Doch es gab unterschiedliche Arten von Nähe und der Sarier empfand natürlich nicht dasselbe, wie sie. Nicht auf den gleichen Ebenen und er zog eine deutliche Grenze, wenn man ihm persönlich zu nah kam. Er war immer für sie da – stellte sich stetig hinten an. Und das war es wohl, das Rhuna so aus dem Konzept brachte. Sie verstand es nicht, es störte und verwirrte sie, doch sie musste und wollte es auch akzeptieren. Doch wie verhielt man sich richtig? Zwischen ihnen kam es immer wieder zu kleinen Momenten, die ihr die wohlbekannten Schmetterlingsgefühle bescherten. Doch das verunsicherte sie nun. Und so versuchte die junge Elfe diese nicht mehr ganz so offen an sich heranzulassen. Es fühlte sich belastend an, dass er alles für sie tat, sie ihm aber nichts zurückgeben konnte. Yedan schien es gar nicht zu wollen und sein Handeln als völlig normal anzusehen. Doch er war verletzt, zeigte in unachtsamen Momenten hier und da einen Funken des Leides, das er mit sich herumtrug und Rhuna war ihm mittlerweile so zugetan, dass es sie stark beschäftigte. Sie wollte ihm einen Teil der Einsamkeit nehmen, die er über die Jahre aufgebaut hatte. Doch er ließ dies nicht zu und sie wusste, dass weiteres Drängen egoistisch war. Deshalb baute sie eine gewisse Distanz auf. Einerseits aus Selbstschutz, weil er ihr Herz und ihre Gedanken bereits nach so kurzer Zeit so stark bewegte und nicht abzusehen war, worin dieses unbekannte Chaos führen würde – andererseits weil es ihr, je näher er ihr war, schwerer fiel seine Grenze zu akzeptieren. Er konnte vielleicht mit den unterschiedlichen Arten der Nähe gut umgehen und sie trennen. Für die junge Elfe war dies deutlich schwerer. Besonders weil sie bei ihm theoretisch sein konnte, wie sie war und es sich so natürlich anfühlte bei ihm zu sein und ihm nah zu kommen.

Das kleine Eon in ihrer Obhut beruhigte sich nach einer Weile und schien zu erkennen, dass Rhuna ihm kein Leid antun wollte, oder es ebenfalls als Nahrung betrachtete. Den Riss im Ohr konnte sie leider nicht so behandeln, dass er sich vollständig verwachsen würde.
Ich hätte mich viel… viel besser ausstatten sollen, bevor ich Hals über Kopf losgezogen bin. Der ganze Ärger und Stress mit meiner Familie hat mich die grundlegendsten Dinge vergessen lassen., schalt sie sich in Gedanken. Sie war viel zu naiv an die ganze Sache herangegangen. Ein Spaziergang durch den Kapayu – das hatte sich so leicht angehört. Doch Pharus hatte auch nie erwähnt, dass die Reise durch die Wälder anstrengend hätten sein können. Dazu hatte er die Geschichten – vielleicht in Seemannsmanier – etwas erzähltauglicher gemacht und aufgehübscht, indem er ein paar Details ausgelassen hatte. Nun, der Wald hatte sie bereits in den ersten Stunden eines Besseren belehrt…
Durch den regen behindert versorgte Rhuna so gut es ging die Wunden des kleinen Eons, das sich anschließend mit einem gemütlichen Schnurren an die kuschelte und sich ausruhte. Erst in diesem Moment sah Rhuna auf. Die Dunkelheit war kurz davor völlig über sie einzubrechen. Kein Wunder, dass sie sich so hatte konzentrieren die Wunden überhaupt anständig durch das Fell zu erkennen.
Wo … bleibt Yedan?, fragte sich die Elfe nun deutlich besorgter und richtete sich aufmerksam auf. Mit geweiteten Augen versuchte sie in der düsteren Umgebung etwas ausfindig zu machen. Doch um sie herumtanzten und Wippten Blätter, Äste, wie auch Gräser dauerhaft durch das Gewicht des trommelnden Regens.
Rhuna zählte eins und eins zusammen. Yedan war schon von Beginn an immer mal wieder für eine gewisse Zeit verschwunden, die sich nach Ewigkeiten angefühlt hatte. Doch er war immer in einem gewissen Zeitraum zurückgekehrt. Den hatte er nun überschritten.
Er ist ein geübter Jäger und vorhin … waren überall Tiere zu sehen, die er mit Sicherheit als Beute für das Abendessen gesehen hätte… Das Unbehagen wuchs. Was sollte sie nun tun? Weiter warten – immerhin war er bisher immer zurückgekehrt. Sie hatte gelernt ihm und seinen Fähigkeiten zu vertrauen, doch …
Ihr Alptraum zwängte sich Gewaltsam in ihr Bewusstsein und ein starkes Zittern, das durch die Kälte stark beeinflusst war, schüttelte leicht ihren Körper. Sie hatte gelernt ihm zu vertrauen, doch ... es konnte jedem etwas passieren! Auch ihm – er war nicht unverwundbar!
Plötzlich erklang ganz in ihrer Nähe ein röhrendes Geräusch. Rhuna sah alarmiert auf und ließ ihren Blick hastig durch die Dunkelheit wandern. Das kleine Eon in ihrer Hand erwachte zu neuen Lebensgeistern und krabbelte trotz seiner Verletzungen an ihr hinauf und versteckte sich unter ihren Haaren zwischen Nacken und Hals. Das war natürlich keine beruhigende Handlung. Und nur einen Augenblick später konnte sie Schemenhaft Bewegungen vor sich ausmachen. Rhuna war noch nie einem Braunbären, oder einem sonstigen Bären begegnet, doch sie erkannte das Wesen und wusste dank Berichten aus Büchern, um dessen Verhaltensweisen.
Ihre Atmung flachte instinktiv ab und sie wagte es nicht sich auch nur einen Millimeter zu bewegen. Der Bär tappste durch ihre Sicht, gab immer wieder Laute von sich und die Elfe betete darum, dass er einfach im Dickicht verschwand und sie nicht weiter wahrnahm.
Plötzlich erhellte ein Blitz die Szenerie und Rhuna konnte im Bruchteil des Momentes alles genauer erkennen. Ihr Herz setzte einen Moment aus und ihr Magen krampfte sich unheilvoll und unangenehm zusammen. Das Tier vor ihr war eine Bärin mit ihren Jungtieren! Ihre Schnauze war blutverschmiert und an ihrer Flanke hatte sich ein Pfeil in ihr Fleisch gebohrt.
Nein…! Oh bitte, bitte nicht!!! Yedan…!!! Die Vorstellung, was passiert sein könnte war, traf die junge Elfe wie ein Schlag. Bärinnen beschützten ihre Kinder mit allem, was sie aufbringen konnten. War Yedan beim Jagen auf die Drei gestoßen und die Bärin hatte sich und ihre Jungtiere in Gefahr gesehen?
Die Sekunden, in denen sie still halten musste waren unerträglich. Der Moment, in dem sie den Pfeil hatte sehen können war zu ungenau und kurz gewesen, als dass sie sicher sein konnte, dass es sich wirklich um einen des Halbelfen handelte. Doch das war irrelevant. Yedan war nicht hier - er war viel zu lange fort!
Als die Bärin aus ihrer Sicht verschwand wartete sie gequält noch ein paar weitere Sekunden. Sie griff vorsichtig in ihren Nacken und nahm das Eon in ihre Hände. Als sie der Bärin einen Vorsprung gelassen hatte und nicht mehr direkt in Gefahr war, von ihr ebenfalls als Bedrohung angesehen zu werden, sprang sie auf die Beine. Rhuna griff nach ihrer Tasche, hing sie sich um und lief, das Eon in ihren Händen schützend in die Richtung, aus der die Bärin gekommen war. Rennen konnte die junge Elfe nicht. Dafür war es zu dunkel und die Umgebung zu fremd. Und es brachte auch nichts, wenn sie kopflos hervorstürmte.
Sie versuchte auf dem Boden Spuren des Trios ausfindig zu machen. Die Umstände waren denkbar schlecht. Sie war keine geübte Fährtenleserin und der Regen würde mit jedem Tropfen mögliche Spuren davonwaschen.
Das Eon hielt sie schützend in einer ihrer Hände an ihre Brust geschmiegt. Doch ihre Gedanken rasten und ihre Augen versuchten verbissen etwas zu erkennen, dem sie folgen konnte. Sollte sie rufen? Sie kannte diese Wälder und ihre Bewohner nicht. Was würde sich davon gestört und bedroht fühlen? Doch war dies nicht egal?
Die Abdrücke von Tatzen waren im Boden teils zu erkennen und die junge Elfe folgte diesen, so schnell sie konnte. Rhuna merkte, wie ihr schlecht wurde. Die Vorstellung Yedan schwer verletzt oder gar tot… aufzufinden, wenn sie ihn überhaupt finden konnte, erzeugte Panik in der jungen Elfe.
Bitte lasst ihm nichts passiert sein. Lasst ihn am Leben sein … bitte! Ich bitte euch Florencia… Phaun. Yedan ist ein guter Mann, ein einfühlsamer und uneigennütziger Mann. Er nimmt sich nur, was er zum Überleben braucht und geht mit allem und jedem respektvoll um! Bitte … beschützt ihn! In ihren Augen brannte es, doch sie kämpfte aufsteigende Tränen hinunter. Sie durfte sich nicht von ihrer Angst überwältigen lassen – sie musste nun funktionieren und effektiv sein!
Schritt für Schritt kam sie voran. An einem Busch konnte sie weiteres Blut ausfindig machen, an dem die Bärin offensichtlich mit ihrer Schnauze entlanggestrichen war. Das Gewitter grollte immer wieder und nur hier und da schenkte ein Blitz ihr weitere Sicht.
„Yedan!!!“ Rhuna konnte es irgendwann nicht mehr ertragen und rief nach ihm. Es war ihr in diesem Moment egal. Sie wollte einfach nur ihren Begleiter finden. Was wenn er in der Nähe verletzt lag und sie an ihm vorbeiziehen würde, ohne dass weder er noch sie etwas mitbekommen hatten.
Das kleine Eon in ihrer Hand pfiff plötzlich und wackelte in ihrer Hand. Die junge Elfe hielt inne und erkannte einen Augenblick später, dass das Tierchen wohl etwas wahrgenommen hatte. Sie deutete das Verhalten und lief um eine Baumgruppe.
„Yedan!!!“

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Re: Unter den Blättern des Neldoreth

Beitrag von Erzähler » Sonntag 28. August 2022, 23:06

Es war wohl eine normale und vor allem nachvollziehbare Reaktion, dass man sein Herz vor allem Schaden bewahren wollte. Und Yedan war in ihr höchstes Gut gestolpert, ohne sich je an einer Barriere aufhalten zu müssen. Er hatte sie schlicht überrumpelt und war durch seine Art so weit vorgedrungen, dass er bereits jetzt sanfte Abdrücke hinterließ. Diese konnte auch ihre neugewonnene Distanz nicht mehr tilgen, sodass die kleine, wackelige Barriere lediglich vor weiteren liebevollen Attacken auf ihr Herz schützen sollte. Rhuna lernte gerade auch das Gefühl von Zuneigung kennen, wie es eben nicht in einem Buch definiert wurde. Es war keine simple Aneinanderreihung von Worten, die man auswendig lernen konnte. Es gehörte mehr dazu, so zu empfinden und Rhuna wusste bis zum Kennenlernen von Yedan nicht mal, dass sie in der Lage dazu war. Pharus hatte etwas in ihr anklingen lassen, aber benannt hatte sie das nie. Jetzt jedoch musste sie sich bereits schützen, um nicht Gefahr zu laufen, dass sie mit Yedan auch noch ihren ersten Herzschmerz erleiden musste. Vielleicht lag es alles auch nur an der Situation, in der sie sich befand? Dass er eben jemand war, der sich einfach als dankbares Ziel ihrer Gefühle erwies. Wieso auch nicht? Er war rücksichtsvoll, verwegen und gutaussehend. Er half ihr, besaß also ein gutes Herz und hatte Humor. Wieso sollte sie sich nicht so fühlen dürfen und es sogar genießen? Allerdings war die Sache mit Gefühlen grundsätzlich eine heikle Angelegenheit. Ob nun als blutige Anfängerin oder erfahrene Herzensbrecherin. Irgendwann käme der Moment, wo sich jegliche Distanz aufdröselte, jedwede Barriere einstürzte und all die hart erkämpfte Unabhängigkeit dahin wäre. Unheilvoll verdunkelte sich der zauberhafte Wald und wurde in ein graues Licht getaucht, als der Regen unbarmherzig auf Rhuna niederging. Das Feuer erlosch ungenutzt und der Boden wurde zunehmend weicher. Nichts blieb trocken. Innerhalb keiner Stunde war alles im Wald durchnässt und sämtliches Getier hatte die Flucht ergriffen. Rhuna war allein mit sich und ihren Gedanken, bis sie etwas fand, worum sie sich kümmern konnte. Ein Eon leistete der Shyáner Gesellschaft und forderte ihre volle Aufmerksamkeit. So sehr, dass es sich sogar bereitwillig verarzten ließ, sich in den Armen der Elfe wohlfühlte und ihre gute Absicht hinter ihrer Tat erkannte. Bis es plötzlich verschreckt von einem Laut, unter ihr Haar krabbelte. Auch Rhuna war mit einem Mal angestachelt und das Adrenalin pumpte sich vermehrt durch ihre Venen. In einiger Entfernung trabte eine Bärenmutter mit ihren Jungen. Das an und für sich war bereits beängstigend, doch das Unheil sollte noch weiter an den ohnehin schon müden Nerven der Elfe zehren. Ein Blitz, wie mit Absicht geschickt, erhellte mit einem Mal die Lichtung, sodass Rhuna binnen einigen Sekunden erkennen konnte, dass die Bärenmutter Blut an der Schnauze und den Vorderkrallen hatte. Gleichzeitig aber war es der Pfeil, der in ihrer Flanke steckte und verhöhnend hin und her wippte. Dann war das Schreckensbild vorbei.
Doch der Donner läutete Rhuna’s Gedanken ein, die sich wie giftige Flüssigkeit ihrs Inneren bemächtigte. Angst kroch ihr in die Glieder, doch nicht, weil die Bärin durchaus eine erhebliche Bedrohung darstellte. Sondern weil er immer noch fehlte. Weil er noch nicht bei ihr war, um sie in seine Arme zu nehmen und zu beruhigen. Ihr sanft ins Ohr zu raunen, dass es gleich vorbei sein würde. Kein verräterisches Knacken in ihrem Rücken, dass er den Weg wieder zu ihr gefunden hatte. Oder hatte er sich vielleicht einfach abgesetzt? War er vielleicht doch nicht so rechtschaffen, wie sie glaubte? Wie gut kannte sie ihn denn wirklich? Nichtsdestotrotz waren es quälende Sekunden, bis die Bärenfamilie den Weg woanders hingefunden hatte und sie sich endlich aufrichten konnte. Sie zögerte nicht länger. Sie hatte ohnehin das Gefühl, dass ihr nun die Zeit davonlief. Und sie wusste, dass sie sich kaum würde zurechtfinden können. Doch welche Alternative blieb ihr? Sollte sie darauf vertrauen, dass es Yedan gut ging? Das konnte sie nicht. Was wenn er Hilfe brauchte?!

Also schnappte Rhuna sich alles was wichtig war und machte das Einzige, was sie konnte: Sie verfolgte den Weg der Bärin so gut es ging zurück. In entgegengesetzter Richtung versuchte sie so schnell es ihr möglich war einen Hinweis zu finden. In ihrer Aufregung und mit laut pochendem Herzen war es überhaupt nicht leicht, rational zu denken. Doch Rhuna hatte Hilfe: Das Eon schien ihre Anspannung zu spüren und auch wenn es wohl nicht wissen konnte, was sie suchte, ruderte es mit seinen Ohren und richtete sie dann nach etwas aus, was es wohl hörte. Ein Quieken machte Rhuna aufmerksam für die Richtung, in die sie in ihrer Verzweiflung stolperte. Leider war der Wald inzwischen äußerst dunkel, ein Licht hatte sie bei dem Regen auch nicht und so übersah sie hier und dort einen Stein, einen Zweig oder eine natürliche Kuhle im Boden. Sie musste aufpassen, wenn sie nicht fallen wollte. Immer wieder wurde der Wald grauenvoll erhellt, sodass man das Gefühl haben konnte, dass Fratzen im Dunkel lauerte und sie beobachteten. Das Donnern war krachend und lautstark, dass sie sich sicher sein konnte, dass sie direkt unter dem Gewitter war. Plötzlich krachte es unerbittlich durch den Wald und eine Rauchschwade stieg unweit ihrer Position auf. Wie war das noch? Bei Gewitter niemals unter einen Baum stellen? Rhuna hatte wahrlich das große Los gezogen. Der vom Blitz getroffene Baum barg jedenfalls keine weitere Gefahr für Eon und Elfe, doch vielleicht war es klug einen brennenden Zweig als Licht mitzunehmen? Wie auch immer Rhuna sich entschied, das kleine Tierchen befreite sich abermals aus ihren Händen. Es krabbelte, leicht ungeschickt mit dickem Popo, auf ihre Schulter und setzte sich dort. Der buschige Schwanz legte sich um ihren Nacken, sodass es sich damit mit leichtem Druck offenbar festhielt. Es richtete sich auf und schien wieder zu lauschen. Dann richteten sich beide Ohren des Eon’s nach Links. Sollte sie dem Tier folgen? Vielleicht hörte es auch nur Artgenossen? Doch Rhuna konnte sich, nach ihrer ersten panischen Unruhe, daran erinnern, dass Yedan ihr durchaus bereits ein wenig Fährtenlese beigebracht hatte. Während des Gewaltmarsches hatte er ihr immer wieder kleinere Tipps mitgegeben. Zum Beispiel sollte sie auf umgeknickte Äste, Blätter und Gräser achten. Sie sollte ihren Blick dafür schärfen, dass alles eine Spur hinterließ. Und dass man diese entdecken konnte, wenn man nur genau hinsah. Konnte sie das denn in ihrer Angst um den Sarier umsetzen? Oder verließ sie sich einzig und allein auf ihren kleinen Begleiter, den sie gerade nur ein paar Minuten ‚kannte‘ ? Während Rhuna nach Yedan zu rufen begann, machte ihr das Wetter mehr und mehr zu schaffen. Der Boden verwandelte sich zunehmend in schlammige Pfützen, während die Sicht reichlich bescheiden wurde. Wenn sie den brennenden Zwei genommen hätte, würde er ihr tatsächlich einige Zeit Licht spenden und sie konnte durchaus auf dem Boden etwas erkennen. Auch wenn fraglich blieb, ob die gefundenen Spuren sie wirklich an ihr Ziel führten.
Eine Weile irrte Rhuna umher, fand bis auf wenig aussagekräftige Dinge nicht wirklich etwas, was auf ihren Begleiter wies. Bis sie erneut durch einen Blitz einen Blick auf ihre weitere Umgebung werfen konnte. Die Blitze kamen in kürzeren Abständen, während der Wind mehr und mehr auffrischte und unerbittlich an ihrer Kleidung zerrte. Da! Erneut erhellte sich der Weg vor ihr und sie konnte in einiger Entfernung einige Büsche ausmachen. Dann wurde es wieder dunkel. Und erneut blitzte es, ließ den Blick erneut zu und Rhuna erkannte, dass einige der Büsche ungewöhnlich verformt aussahen. Nicht natürlich, sondern so, als wäre jemand hindurchgerannt oder hineingefallen. Sobald Rhuna den Weg wählen würde und einen Blick hinter die Büsche wagte, würde sie eine kleine Böschung erkennen können. Doch nicht viel weiter, dafür war es zu dunkel und die provisorische Fackel versagte just in diesem Moment den Dienst und ging aus. Erneut blitzte es auf und Rhuna sah eine Momentaufnahme der Böschung. Da waren weitere Spuren. Als wäre jemand dort hinuntergerutscht. Oder gefallen? Der Weg war abschüssig und schlammig, sodass sie aufpassen musste, nicht selbst zu fallen. Das Eon würde sie nach wie vor begleiten und ihr die Hände freilassen. Offenbar war es neugierig, wie das ganze ausging. Nachdem es erneut geblitzt hatte, konnte Rhuna ungefähr auf der Hälfte des Weges eine Baumgabel erkennen, die als erstes Halt bieten würde, wenn sie darauf zu schlittern wollte. Wie auch immer sich die Shyáner entscheiden mochte… Sie suchte bereits lange nach Yedan. Gab es denn überhaupt noch Hoffnung, nach allem was sie bereits vermeintlich herausgefunden hatte? Erneut donnerte es und das Gewitter klang einfach nicht so, als würde es demnächst weniger werden. Vielleicht stritten sich auch Faldor und Manthala, weil sie sich uneins mit der Dunkelheit in der Welt waren… Wer wusste es schon. Doch beim nächsten Blitz, kroch nicht nur die Kälte des Regens in ihre Glieder. Sie erkannte Beine. Irgendwo weiter unten muss es gewesen sein. Oder war das eine Einbildung? Hoffte sie nur, etwas zu entdecken?
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Re: Unter den Blättern des Neldoreth

Beitrag von Rhuna Bláidyaét » Montag 29. August 2022, 12:26

Rhuna hasste es. Sie hasste das Gefühl von Hilflosigkeit, das sie in diesem Moment wieder so stark empfand. Ihre Sorge wuchs parallel dazu immer größer und jeder Stein über den sie stolperte, jeder Ast, der sie kratzte und jede Kuhle, die sie ins Taumeln brachte und in denen sie Gefahr lief sich selbst so zu verletzen, dass sie ihren Begleiter nicht mehr finden könnte, führte ihr ihre Unfähigkeit vor Augen hier draußen alleine zurechtzukommen. An Yedans Seite hatte die Elfe ihre Mängel einsehen und akzeptieren können, im Wissen diese dank seiner fachkundigen Anleitungen überwinden zu können. Doch nun stob sie durch den Neldoreth, der ihr vollends unbekannt war. Die Angst um Yedan beherrschte ihr Herz. Der Gewaltmarsch hatte sie beide schon an einen erschöpften Punkt gebracht und Wind und Wetter würden auch dem Halbelfen weiter zusetzen, wie ihr.
Wenn er wirklich verletzt sein sollte und sich nicht rühren oder schützen kann wird der Regen seinen Körper viel zu schnell auskühlen!
Das Adrenalin, das die Sorgen und Ängste durch ihre Venen jagte hielt sie aufrecht, ließ sie Schritt für Schritt weitergehen und sich jedes Mal aufrichten, wenn sie ins Taumeln oder Stolpern geriet. Das kleine Eon hielt sich tapfer an ihrem Nacken fest und Rhuna tat es unheimlich leid, dass sie es dieser wackligen Strapaze aussetze. Doch in diesem Moment war ihr nur wichtig Yedan wiederzufinden.
„Yedan!!!“, die junge Elfe rief so laut, dass sie gegen Regen und Donner ankam, doch sie ahnte, dass ihr Hall nicht weit getragen wurde. Die Situation war ihrem Alptraum gleich. Ja, sie wünschte einfach aufzuwachen, wie letztes Mal und den Sarier still und heimlich beim Schlafen betrachten zu können.
Das Eon schien begriffen zu haben, dass sie nach etwas, oder jemanden zu suchen schien und lauschte mit seinen spitzen Ohren nach auffälligen Geräuschen. Rhuna versuchte die Fährten weiter zu lesen, Spuren zu finden, die der Regen drohte davonzuspülen und für ihre Augen zu vernichten.
An einem Punkt schien der Weg verloren zu sein. Sie suchte den Boden ab, betrachtete sich Büsche und Sträucher, doch sie konnte keine weitere Richtung ausfindig machen.
Nein… nein ich darf die Spur nicht verlieren. Ich muss ruhig bleiben und mich konzentrieren.. Die Angst davor Yedan nicht finden zu können wuchs stetig größer. Gedanklich versuchte sich Rhuna ruhig zu halten, doch auch das fiel ihr immer schwerer. Plötzlich riss das Eon sie aus ihrer Welt und bedeutete ihr mit seinen Pfeiflauten und Blicken, in eine bestimmte Richtung zu gehen. Zu Beginn zögerte sie – sah von dem kleinen Tier zu dem Teil des Waldes, in den es sie schicken wollte. Was wenn es die falsche Richtung war?
„Ich… suche meinen Gefährten. Ich muss die Bärenspur weiterverfolgen. Bist du sicher, dass es dort weitergeht?“, fragte sie das Eon ohne große Hoffnung, dass es sie tatsächlich verstand. Sie war nicht der Sprache der Tiere mächtig und doch schienen die beiden sich auf andere Weise zu verstehen. Als Rhuna den Weg einschlug fand sie kurz darauf wieder die Spur, entdeckte einen Busch mit abgeknickten Ästen und unter einem Blatt, das geschützt vom Regen unter ein paar anderen lag, konnte sie Blutreste finden. Dankbar strich sie ihrem neuen kleinen Begleiter vorsichtig über sein verletztes Köpfchen, ehe sie sich beeilte der neu gefundenen Spur weiter zu folgen.
Das Unwetter war erbarmungslos. Der Regen schien gegen sie zu arbeiten, doch die Blitze schenkten ihr zumindest zeitweise ein wenig Licht. Plötzlich knallte es ohrenbetäubend und unweit ihrer Position zogen Rauchschwaden auf. Ein Blitz hatte einen der Bäume getroffen und in Brand gesetzt. Der Regen würde diesen wohl im Griff halten und eine Ausbreitung verhindern. Doch der Schreck saß Rhuna in den Gliedern. Einem Blitzeinschlag so nah beizuwohnen würde wohl jedem ein unangenehmes Gefühl bescheren. Doch es brachte auch ein wenig Hoffnung.
Die Elfe lief zu dem Baum und besorgte sich, durch einen der brennenden Äste, eine Art Fackel. Lange würde diese ihr nicht dienen, doch es war eine Chance der Spur schneller folgen zu können.
Das Geschenk des Lichtes half ihr tatsächlich. Sie kam schneller voran, auch wenn die Umstände immer beschwerlicher wurden. Der Boden wurde immer schlammiger und rutschiger.
Was ist, wenn es gar nicht Yedan gewesen war, der auf die Bärin getroffen ist? Was wenn er gesund am Lager ankam und nur ich verschwunden bin? Tapfer schluckte Rhuna den Gedanken hinunter. Sie entschied sich so oft falsch, doch hätte sie einfach dortbleiben und nichts tun sollen? Die Chance, dass ihr Sarier Hilfe benötigte bestand doch.
„Florencia, ich bitte dich. Lass mich bitte keinen Fehler begangen haben!“, sagte sie leise und schickte die Bitte an ihre Gottheit. Die Fackel konnte gegen den andauernden Regen auf lange Sicht nicht viel ausrichten. Die Flamme schrumpfte, doch die Blitze und das Donnergrollen erfolgte in immer kürzeren Abständen.
Die Spur wurde deutlicher. Die Elfe entdeckte einen verformten und verletzten Busch. Dann ging die Flamme aus und ließ Rhuna im Stich. Doch daran hielt sie sich nicht auf. Das Aufflackern der Blitze bot ihr immer wieder eine Lichtquelle, wie es davor auch schon gewesen war. Ihr blieb so oder so nichts Anderes übrig. Sie musste weiter voran.
Hinter einer Böschung erkannte sie weitere Spuren. Sie rutschte vorsichtig hinab und hielt sich an einer Baumgabel fest, die ein unkontrolliertes Hinabschlittern verhinderte. Die junge Shyánerin sah selbst ein wenig zugerichtet aus. Feine Schrammen bis leicht blutige Kratzer übersäten ihre Arme und den Teil der Beine, die von ihren Stiefeln nicht geschützt waren. An ihrer Wange hatte sie ebenfalls etwas geschnitten, doch sie würde nicht einmal mehr sagen können, wann oder wo es genau passiert war. Es war unwichtig, denn diese Kleinigkeiten hielten sie nicht auf. Es war der allgemeine Zustand ihres Körpers, der langsam an seine Grenze geriet, war Rhuna derzeit noch gar nicht mitbekam.
Den Moment eines Blitzes lang glaubte Rhuna unten, zwischen all den klauenartigen Geäst der Bäume und Büschen, den Anblick von Beinen gesehen zu haben. Ihr Herz schlug noch einen Takt schneller.
„Yedan!?“, rief sie erneut und ließ sich hinabschlittern, stolperte zu der Stelle, an die sich ihre Hoffnung klammerte ihren Begleiter endlich gefunden zu haben…

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Re: Unter den Blättern des Neldoreth

Beitrag von Erzähler » Montag 29. August 2022, 16:45

Wie lange sie bereits unterwegs war, wusste Rhuna längst nicht mehr. Die Orientierungslosigkeit und das Wetter machten ein Zurechtfinden schier unmöglich. Sie hatte zudem nicht die Erfahrung sich überhaupt in einem Wald zu orientieren. Soweit war sie mit ihrem Lehrmeister nicht gekommen. Nicht wissend, ob sie das je nachholen würde, stolperte die Elfe durch die unbarmherzige Natur und fiel dennoch nicht. Immer wieder fing sie sich, wenn sie strauchelte und bis auf einige Kratzer hier, einige Schrammen dort, blieb sie unverletzt. Für Rhuna war es keine Frage gewesen, sich sofort auf die Suche nach Yedan zu begeben. Viel zu sehr hing bereits ihr Herz an dem Sarier, der sich klammheimlich und voller Wärme in ihrer Seele verewigt hatte. Sie kannten sich gerade mal ein paar, lausige Tage. Doch die hatten es bereits in sich gehabt. Die Müdigkeit der Reise und des Lernens, verblasste neben der Angst ihren neuen Freund bereits wieder zu verlieren. Die Bärenmutter stand wie ein Mahnmal vor ihrem geistigen Auge und zeigte ihr einen Abklatsch ihrer nächtlichen Vision. Rhuna brauchte Anhaltspunkte und fand diese immer wieder im gleißenden Blitzlicht. Dort ein abgeknickter Ast. Da eine Spur aus rotem Lebenssaft. Dann half ihr kleiner, neuer Freund. Das Eon erwies sich als hilfreich, denn es führte die Elfe auf den richtigen Weg. Hier fand sie neben einer Fackel, die ihr ein wenig das Licht zurückgab, auch ein paar Büsche, die sich verräterisch nach unten wölbten, als hätte sie etwas Schweres geknickt. Mochte es Instinkt sein, göttliche Führung oder einfach der Sinn einer Freundin, die die Sorge um einen Freund wie ein Echolot aussandte und Antwort bekam: Über den Rand der Büsche hinweg, konnte Rhuna erkennen, dass weiter unten tatsächlich jemand sein musste. Sie erkannte innerhalb von zwei Blitzen Beine. Und auch hier war sie sich so sicher, sie zögerte nicht. Dabei wurde es absolut nebensächlich, wie müde sie war. Dass ihre Glieder schmerzen würden, sollte das hier überstanden sein. Das Adrenalin trieb sie voran und spendete ihr Kräfte, die sie sonst wohl nicht gehabt hätte. Rhuna ließ sich die Böschung hinabgleiten und der schlammige Boden half ihr dabei. Sie rutschte der Baumgabel entgegen, bremste ihren Abstieg gekonnt und gönnte sich nur einen kleinen Moment, des Durchatmens. Gebete begleiteten sie die ganze Zeit über und der innige Wunsch, endlich etwas richtig gemacht zu haben. Sie wollte nicht schon wieder erkennen müssen, dass sie völlig kopflos losgestürmt war. Doch welche Wahl hatte sie gehabt, anhand der Informationen, die sie erkennen musste? Yedan überfällig. Die Bärin mit dem Pfeil. Die Bilder fluteten in dem Moment ihre Gedanken, als sie endlich am Grund der Böschung ankam. Hier war es irgendwo. Es blitzte nicht. Wieso blitzte es einfach nicht? Dann.

Ein heller Schein brachte Licht in ihre Dunkelheit und sie sah vor sich die Beine, die sie sich fast schon glaubte, eingebildet zu haben. Nein, sie waren da und ja, sie gehörten ihrem Begleiter. Er saß an den Baumstamm gelehnt, den linken Arm über seinen Bauch gelegt. Er hatte den Kopf gegen die Ringe der dicken Eiche gelehnt und die Augen geschlossen. Noch einmal blendete das Blitzlicht und ließ Rhuna erkennen, was sie befürchtet hatte. Der Sarier verbarg unter seinem Arm eine Wunde. Blut verschmierte nicht nur seinen Bauch, sondern auch seinen Arm. Aber er lebte, denn als sie näherkam, rührte er sich. Er öffnete die braunen Augen, die sie so warm ansahen, wie eh und je. „Rhuna…“, kam es reichlich heiser über seine Lippen. Er lächelte müde und hustete. Dann schaffte er es doch, seinen Kopf wieder aufzurichten und ihr entgegenzulächeln. Er streckte seine Rechte nach der Elfe aus und suchte nach einem Arm oder ihrer Hand, die er halten und drücken könnte. „Du solltest doch… auf mich warten.“, scherzte er halblaut. Hier unten in der Böschung grollte der Donner nicht ganz so deutlich, doch der Regen hatte auch hier alles durchnässt. Yedan selbst tropfte nicht nur Wasser. Beim Näherkommen konnte Rhuna durchaus auch ohne Blitze erkennen, dass er nicht nur eine Wunde am Bauch, knapp über seinem Hosenbund, hatte, sondern auch an seinem Hals einen Biss hatte. In Rinnsalen vermischte sich das Blut mit dem Regenwasser und verführte ängstliche Sinne zu trügerischen Einschätzung bezüglich der Menge. Nichtsdestotrotz war ihr Lebensretter schwerverletzt und wer wusste schon, wie lange er hier saß und blutete. Sie hatte jegliches Zeitgefühl verloren, jegliche Orientierung und kannte sich ohnehin nicht gut im Wald aus. Der Sarier drückte den Teil von Rhuna, den sie ihm für einen Moment überlassen hatte. „Rhuna?“, fragte er und hob seine Hand an, um ihr Gesicht zu berühren. Er wollte ihre uneingeschränkte Aufmerksamkeit, damit er ihr etwas Wichtiges sagen konnte. Sie sollte nicht von seinen Wunden abgelenkt werden. „Rhuna!“, ermahnte er sie und griff sanft mit Fingern und Daumen um ihr Kinn, damit sie ihn ansah und nicht die Verletzungen. „Du musst das Dorf finden.“, sagte er und hustete abermals. „Das Dorf der Waldmenschen.“, meinte er und hob seine Linke von seinem Bauch an, um ihr eine Richtung zu deuten. „Dort lang, immer weiter… du verfehlst es nicht.“, krächzte der Sarier schwach und sein Arm fiel geschwächt zurück auf den Waldboden. Jetzt erkannte Rhuna auch das Ausmaß der Bauchwunde. Beständig sickerte Blut hinaus. Verließ den Körper, der sie zum Zittern bringen konnte. Der eine gute Seele beherbergte, um die sie nun Sorge tragen musste. Wo waren die Götter, wenn sie gebraucht wurden? Das Eon betrachtete den neuen Menschen im Abstand, auf Rhunas Schulter. Er wich der Elfe nicht von der Seite, wie ein kleiner, pelziger, Seelenschmeichler, der ihr Ruhe spenden wollte. „Du hast… einen neuen Freund…“, lächelte der Halbelf und schaffte kein echtes Lächeln mehr. Er war schwach und er war blass, das erkannte sie bei einem erneuten Blitz. „Bitte Rhuna…“, sagte er und ihm fielen die Augen zu. Für einen Moment schien es, als würde er schlafen, bis er nochmal zittrig Luft in seinen Brustkorb sog. „Das Dorf. Dort findest du… Zuflucht.“, murmelte er und wollte selbst jetzt noch für sie sorgen. Wollte sichergehen, dass sie auch ohne ihn zurechtkäme. Dann aber sackte sein Kopf zurück an den Baumstamm und seine Rechte, die den Kontakt zu ihrer Haut gehalten hatte, sank ebenso kraftlos zu Boden, wie die Linke. Rhuna hatte nicht viele Möglichkeiten. Tragen konnte sie ihn nicht. Hierbleiben konnte er aber nicht. Warum sagte Yedan das mit dem Dorf? Wäre es nicht noch mindestens einen Tagesmarsch weg? Das würde sie niemals schaffen oder etwa doch? So sehr sie Yedan auch rütteln und schütteln würde. Der Sarier würde die Augen nicht mehr öffnen können, während mehr und mehr das Leben aus ihm wich. Doch was konnte sie tun?
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