Waidurs Territorium

Der Wald liegt südwestlich und erstreckt sich weit in den Osten. Die Zwillingsflüsse Euwin und Auwin schenken dem Wald das Leben. Der Turm der Weisheit und die Ruinen Kosrals verbergen sich in ihm. Angeblich haben die Elfen dort ein Dorf errichtet.
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Re: Waidurs Territorium

Beitrag von Erzähler » Montag 4. September 2006, 23:59

Waidur larbte sich an dem noch frischen und warmen Kadaver. Das rote Blut des Tieres war bald über seine Schnauze und seine Brust verteilt. Die rote Farbe hob sich gut von dem sonst strahlend-weißen Fell Waidurs ab.
Als Rudelführer brauchte er sich keine Sorgen zu machen. Diese Kuh gehörte ihm allein. So fraß er, bis er sich gut gesättigt fühlte. Als er jedoch vom Kadaver abließ um sich zu einem schönen Nickerchen zurückzuziehen roch er etwas. Etwas, was er durch den Blutgeruch des Kadavers bis dahin nicht gerochen hatte. Er roch Regen und Kälte und ein seltsames Gefühl beschlich ihn. Durch seine sensible Nase hatte er schon oft diesen Geruch vernommen, der auch von dem feuchten Waldboden her stammte. Jedesmal war ein starker Sturm darauf gefolgt, mit viel Regen und Kälte, aber dieses mal war es etwas Anders. Diesesmal war dieser Geruch ... unheimlich.

Der Wald um ihn herum war so wie immer. Dicht standen die Bäume bei einander, nur wenig Licht kamen durch die dichten Baumkronen bis auf dem Waldboden herunter. Kaum ein Tier war zu sehen. Die meisten hatte sich, so wie immer, zurückgezogen und in Sicherheit gebracht. Waldurs Wolfsrudel war unter den Waldtieren gefürchtet und nur selten zeigte sich ein Tier freiwillig bei der Gruppe. Sein Rudel hatte sich bei den Kühen versammelt und gaben sich immer noch der Fressorgie hin.

Alles so wie immer und doch schien es diesmal Anders!

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Re: Waidurs Territorium

Beitrag von Erzähler » Dienstag 5. September 2006, 17:34

Waidur und seine drei Wolfsgefährten durchsuchten den Wald. Trostlos und einsam lag der um sie herum.

Auch die drei Begleiter Waidurs hatten jetzt den seltsamen Geruch in der Nase und folgten ihm zusammen mit Waidur weiter durch den Wald nach Norden.

Auch wenn die Wölfe es gewohnt waren kaum ein Anderes Tier zu sehen, war dieses mal wirklich kein Tier zu sehen oder zu hören. Selbst die Vögel die sich, hoch oben auf ihrem Ast sitzend, keine Sorgen um die Wölfe zu machen brauchten waren verschwunden oder zumindest stumm. Eine geisterhafte Stille war in den Wald eingekehrt, nur unterbrochen von dem Knacken einiger kleiner Äste, die zerbrachen, wenn die Wölfe mit ihren Tatzen auf sie traten.

Um so weiter sie nach Norden reisten, umso ängstlicher schienen auch die drei Begleiter Waidurs zu werden. Ihr Instinkt sagte ihnen nichts Gutes voraus und auch Waidur konnte diesen Instinkt spüren.

Der Wald war groß und es würde noch einige Zeit dauern, bis sie aus ihm heraus kommen sollten aber das unheimliche Gewitter war immer noch nicht zu sehen. Ab und zu konnten die Wölfe und Waidur einen Donner in der Ferne ausmachen. Aber wenn sie aus dem sicheren Wald kommen sollten, so würden sie zwangsläufig auch Menschen und Anderen Lebewesen begegnen.

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Re: Waidurs Territorium

Beitrag von Erzähler » Dienstag 5. September 2006, 18:55

Waidur und seine Wolfsgefährten kammen nach langer und anstrengender Reise langsam in die Nähe der Stillen Ebene.

Waidur konnte kaum erkennen, wie lang es noch dauern würde bis sie den Wald , ihre Heimat, verlassen hatten, aber er konnte bereits den frischen Geruch von dem Gras der stillen Ebene riechen. Seine Ohren hörten jetzt aber auch etwas.
vor ihnen lag ein breiter Fluss und Waidur konnte gut das fließende Wasser hören. Auf der anderen Seite des Flusses müsste die Stille Ebene beginnen.

Während er sich langsam auf diesen Fluss zubewegte, blendete ihn kurz ein Lichtstrahl und kurz darauf war ein gewaltiger Donner zu hören. Seine Wolfsgefährten sprangen vor Schreck einen Satz zurück und fingen an, ängslich zu Jaulen. Trotzdem hatte der Regen noch nicht eingesetzt, es schien jedoch nur noch eine kurze Dauer zu sein, bis auch dies geschehen würde. Der Himmel über ihnen war schwarz und unheimlich.

Vor ihnen lag eine große Grasebene, in der wohl kaum Schutz vor solch einem Unwetter zu finden war und ein Fluss den es zu übverqueren galt, wenn sie auf diese Ebene wollten.
Zuletzt geändert von Erzähler am Dienstag 5. September 2006, 18:57, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Waidurs Territorium

Beitrag von Erzähler » Dienstag 5. September 2006, 20:56

Als die Wolfsbegleiter sahen, dass Waidur sich wieder in Richtung Heimat aufmachte, schienen sie sichtlich erleichtert.

Waidur war erst kurz in den Wald zurückgekehrt da überkam ihm schon wieder der Hunger. Es war ein weiter Marsch zurück zu seinem Lager und ... wohl fühlte er sich auch nicht. Sein ganzes Fell war immer noch mit dem Blut beschmiert und hatte, klebrig wie es jetzt war, schon einige Zweige und Blätter an Waidur festkleben lassen.

Dann hörte Waidur etwas schnell auf ihn zukommen.

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Re: Waidurs Territorium

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 6. September 2006, 22:04

Waidur raste durch den Wald. Schon bald hatte er seine Wolfsgefährten gänzlich abgehängt, aber daran dachte er jetzt nicht. Er wollte nur zurück zu seinem Rudel und nach dem Rechten sehen. Das Alles war ihm nicht geheuer. Zuerst der Wald, der immer gespenstiger zu werden schien, dann das unheimliche Gewitter und jetzt auch noch flüchtende Feen. Wann sah man Feen schon einmal und wann sah man sie flüchten? Es musste etwas schreckliches passieren und sein Rudel war ohne ihr Alphatier hilflos.
nach einiger Zeit und total ausser Atem kam er an seinem Heim, oder dem, was davon übrig war, an. Die Höhle war eingestürzt und vor dem Eingang konnte er schon ein paar Wolfsleichen erkennen. An den Leichen waren klare schnittwunden zu sehen und in einer steckte sogar noch ein Pfeil. So wie es aussah waren sie Opfer von Menschen geworden.

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Re: Waidurs Territorium

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 6. September 2006, 22:31

Das Jaulen hatte man wohl durch den ganzen Wald gehört.

Waidur hatte eine Spur aufgenommen. Seiner gute Nase und seinen guten Ohren konnte nichts entgehen. Er wusste, die Menschen, die seinem Rudel das angetan hatten waren noch nicht weit entfernt.

Waidur schoß durch den Wald und so dauerte es nicht lange, bis er plötzlich ein Surren durch die Luft hörte. Ein Pfeil blieb nur knapp neben seiner Pfote im Boden stecken und da konnte Waidur die Menschen auch schon sehen.

Es waren mindestens fünf, von denen zwei einen Bogen hielten. Einer spannte gerade einen neuen Pfeil in seinen Bogen ein, der Andere zielte schon auf die Wolfsgefährten Waidurs. Die anderen drei Menschen hatten Schwerter in der Hand und schienen den Ansturm der Wölfe zu erwarten.

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Re: Waidurs Territorium

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 6. September 2006, 23:52

[Waidur verliert 8% wegen Pfeiltreffer am Arm]

Das Blut der Wilderer mischte sich mit dem Blut, das Waidur schon den ganzen Tag an seinem Fell kleben hatte. Seine ganze Gestalt sah furchterregend aus.

Waidur begann seine Wunde zu lecken. Dann hört er ein rascheln. Ein weiterer Mensch schien das Alles mit angesehn zu haben und floh jetzt. Auf Grund der Art des Laufens, die Waidur gut durch seine Ohren erkennen konnte, schlußfolgerte er, dass es sich um einen jüngeren Menschen, warscheinlich nichtmal im kampffähigen Alter, handelte. Dennoch, Waidurs Wut auf Menschen war groß genug um auch vor Menschenkindern nicht halt zu machen.

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Re: Waidurs Territorium

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 7. September 2006, 18:28

Waidur folgte ganz seiner Nase, auf die er sich immer verlassen hatte. Sie führte ihn dich genug an eine Lichtung im Wald heran, um diese als Menschensiedlung auszumachen. Aber er konnte auch den einen oder anderen Neldoreth-Elfen erkennen.

Der Junge, den er und sein letzter Wolfsgefährte verfolgt hatten, erreichte gerade eine der sperrigen Holzhütten. Dort kam ihm eine Frau entgegen und schloss ihn in die Arme. Waidur konnte nicht genau erkennen, was der Junge und die Frau taten, denn er war zu weit entfernt und sie bewegten sich kaum.
Wohl aber roch er die Menschen in der Siedlung und empfand diesen Duft nur noch als Gestank.

Sein Wolfsbruder schaute ihn an und signalisierte ihm, dass er mit angreifen und Waidur folgen würde, wenn nötig sogar bis in den Tod.

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Re: Waidurs Territorium

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 7. September 2006, 18:58

Es war kaum einmal richtig dämmrig geworden, da weckten Geräusche den Wolfshybriden aus dem Schlaf. Gerade war er in die Traumwelt hinabgeglitten, als seine Ohren zuckten und die Stimmen aufnahmen.

"...Kommt, Männer, der Wolfsmann muss hier irgendwo sein ..."
"... wir finden ihn..."
"... und dann rächen wir uns an diesem Menschenfresser..."

Waidurs Wolfsgefährte knurrte bereits, doch blieb flach am Boden liegen, den Grund dafür erkannte Waidur schnell, als er die Augen öffnete: Schatten in den Büschen. Die Menschen waren ganz in der Nähe, schlichen direkt an seinem Versteck vorbei. Er konnte sie riechen, doch er roch auch Elfen unter ihnen, die immer einen süßlicheren Duft besaßen als das Menschenvolk.

"... aber sie haben das Rudel angegriffen ... er war es, der Rache nahm ..."

Waidur roch aus all den Düften einen deutlich heraus. Es war der Junge, den er verfolgt hatte. War es seine Stimme, die eben sprach? Verteidigte ein Mensch einen Wolfshybriden und sein Rudel?

Die Suchenden gingen an Waidurs Versteck vorüber, vermutlich wollten sie zur Stelle zurück, an der er die Wilderer getötet hatte. Die Siedlung lag nun allein da, nur Frauen, Kinder und Alte waren wohl geblieben? Dennoch hing der Geruch des Menschen überall in der Umgebung.

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Re: Waidurs Territorium

Beitrag von Erzähler » Freitag 8. September 2006, 01:20

Inzwischen war die Nacht hereingebrochen und legte ihr dunkles Kleid auf die Schrecken, die sich im Neldoreth zugetragen hatten.
Stille begleitete sie, obwohl es eigentlich nie wirklich still im Wald war. Nachtvögel sangen ihre unheimlichen Laute, Insekten zirpten und der Wind spielte mit den Blättern und brachte das Laub zum Rauschen. Dennoch war es anders, denn viele Seelen waren heute Nacht vom Schmerz befallen.

Zum einen waren da die Seelen der Menschen, die nach stundenlangem und erfolglosem Suchen heimkehrten und nur den Tod und Verwüstung in ihrem Dorf vorfanden, zerrissene Leiber und vernichtete Leben.

Zum anderen waren da zwei einsame Seelen, die eines Wolfes und die eines Hybriden, die sich durch den Wald stahlen.
Doch wo sollten sie jetzt hingehen, fragte sich Waidur. Es gab für sie kein zu Hause mehr, die beiden hatten nur noch sich.
Der Wolf wedelte zuversichtlich mit seiner Rute und gab ein leises tröstendes Winseln von sich. Waidur wusste, dass er es nur gut meinte, dennoch war er betrübt. Nur das Wissen, dass er sich an den Menschen hatte rächen können, gab ihm im Augenblick Mut.

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