Im Schankraum

Lautes Gelächter, tiefer Gesang und Ohren betäubendes Grölen ertönen aus dieser Schenke. Die Zwerge wissen es zu feiern. Deftige Speisen und das beste Bier aus dem Hause Grimbardts wird hier serviert.
Antworten
Benutzeravatar
Miriel Lefay
Gast
Gast

Im Schankraum

Beitrag von Miriel Lefay » Donnerstag 24. Mai 2007, 16:48

[Komme vom Tempel Brocknars]

Als der Trauerzug vorbei gezogen war, machte sich Miriel auf den Weg in das Straßengewirr der unterirdischen Stadt. Je näher sie dem Zentrum mit dem Marktplatz kam, desto dichter wurde das Getümmel auf den Straßen. Es verwunderte sie jedoch sehr, dass vorwiegend nur Männer unterwegs waren und sie fragte sich, was die Zwergenfrauen um diese Zeit wohl machten. Sie konnte sich einfach keinen Reim darauf machen, zumal sie von Pelgar und Andunie anderes gewohnt war. Den Zwergen schien es jedoch ebenso zu ergehen, denn jedes Mal, wenn sie einem dieser kleinen Männer begegnete, wurden ihr scheele Blicke zugeworfen, so als würde sie etwas tun, was sich einfach nicht schickte.
Irgendwann hatte sie genug von der Stadt gesehen und sprach den nächstbesten Zwerg, der ihr über den Weg lief, nach dem Weg zu einer guten Herberge an.
Der Zwerg schaute sie entgeistert an, brummelte etwas von Dreistigkeit und an den Herd gehören, sagte ihr dann aber mürrisch, in welche Richtung sie sich wenden sollte.

Miriel schüttelte ob der Unhöflichkeit des Zwerges missbilligend den Kopf, bedankte sich aber trotzdem höflich und wandte sich in die ihr gewiesene Richtung. Nur wenige Augenblicke später erreichte sie eine kleine Herberge am Rande des Marktplatzes von Nogrot. Das Gebäude war kunstvoll in den Felsen eingepasst und nur die Vorderfront mit den kleinen Butzenscheiben und dem einladenden Schild über der Tür wies darauf hin, dass es sich um ein Gebäude handelte und nicht um eine kunstvoll bemalte Felswand.
Durch die Scheiben fiel gedämpftes Licht und von drinnen konnte Miriel lautes Gejohle, Gesang, Gelächter und verschiedentlich auch Anfeuerungsrufe vernehmen.
Unentschlossen stand sie vor der Tür und zögerte die Schenke zu betreten. Zu sehr hatte sie noch das Bild der Kaschemme in Pelgar vor Augen. Doch dann gab sie sich einen Ruck und griff nach der Türklinke, als urplötzlich die Tür mit Gewalt aufgerissen wurde und ein Zwerg unter Johlen, Pfeifen und Gelächter heraus und in Miriels Arme stolperte. Dabei hörte man von drinnen eine tiefe Stimme: „Lass dich hier bloß nicht wieder blicken du elender Falschspieler. Das nächste Mal sind wir nicht so gnädig mit dir.
Schimpfend befreite sich der Zwerg aus Miriels Armen und keifte lautstark in den Schankraum hinein. Er benutzte dabei ein ausgesprochen umfangreiches Repartoire an Schimpfworten, die Miriel die Schamesröte ins Gesicht trieben und ihr einen Vorgeschmack davon gaben, was sie in der Herberge erwartete. Der Zwerg hatte sich mittlerweile richtig in Rage geredet, vor allem auch deswegen, weil man ihn von drinnen unter lautem Gelächter einen Pantoffelhelden nannte, der sich in die Arme eines Weibes flüchtete und ihm anschließend die Tür vor der Nase zuknallte. So drehte er sich wütend zu Miriel um und begann damit, sie lauthals zu beschimpfen.

„Was erlaubt ihr euch eigentlich euren Fuß vor eine Herberge zu setzen Weib! Schert euch gefälligst dahin wo ihr hingehört und zwar nach Hause an den Herd und zu euren Kindern. Weiber haben nichts in Herbergen zu suchen. Dies ist allein uns Männern vorbehalten. Und nun macht Platz Weib, bevor ich mich vergesse und euch zeige wo euer angestammter Platz ist.“

Verblüfft und schockiert wich Miriel zur Seite und der Zwerg schritt hoch erhobenen Hauptes und ohne sie eines weiteren Blickes zu würdigen an ihr vorbei.
<b>Na, das kann ja noch lustig werden …</b>, dachte sie sich und griff erneut zögernd nach der Türklinke. <b>…, wenn die Kerle sich hier alle für den Nabel der Welt halten. Die scheinen hier recht verschrobene Ansichten, was den Wert und den Status einer Frau angeht, zu haben. Wenn das mal gut geht.</b>
Mit einem Stoßseufzer öffnete sie die Tür und trat in den Schankraum ein. Mit einem gemurmelten „Bei Florencias Güte, ich habe es geahnt.“ quittierte sie die Eindrücke, die sich ihr boten. An bunt im Raum verstreuten Tischen saßen überall Zwerge, männliche Zwerge. Die Einen amüsierten sich beim Würfel- oder Kartenspiel, andere veranstalteten Wetttrinken und wurden dabei lautstark von denen, die auf sie gewettet hatten, unterstützt. Wieder andere unterhielten sich bei einem Bier oder noch wesentlich hochprozentigeren Getränken über ihre Arbeit, schlossen Geschäfte ab oder genossen ganz einfach ihren Feierabend. Allen war jedoch gemein, dass sie ein gemütlich vor sich hin qualmendes Pfeifchen im Mund hatten und damit die Luft im Schankraum aufs grausamste verpesteten. Der dichte und beißende Qualm trieb Miriel sofort Tränen in die Augen und verursachte einen üblen Hustenreiz, den sie nun mit lautem und krächzendem Husten vertrieb.
Hatte man dem Neuankömmling vorher keinerlei besondere Beachtung geschenkt, so erstarben auf einmal alle Gespräche und Geräusche und jeder schaute zu Miriel auf, die noch immer mit dem beißenden Pfeifenqualm zu kämpfen hatte.
Die Folge davon war, dass sich die Stille in eine Kulisse dröhnenden Gelächters wandelte, dass selbst die Wände leicht zu vibrieren begannen.

Mühsam unterdrückte Miriel den Hustenreiz, richtete sich majestätisch auf und warf zornblitzende Blicke in die Runde. Hier kam man nur mit Kaltschnäuzigkeit und einem gerüttelt Maß an Selbstvertrauen weiter. Das Gelächter hatte sich mittlerweile gelegt, nur hie und da hörte man noch vereinzelt einen Zwerg, der sich über das törichte Weib amüsierte, welches so dreist war, eine Zwergenschenke zu betreten. Doch das interessierte sie schon nicht mehr und so schritt sie würdevoll an den Tresen, wo sie noch einen freien Platz entdeckt hatte. Gerade als sie sich setzen wollte, schwang sich jedoch ein vorwitziger Zwerg auf den Platz und grinste sie hämisch an. Auch die Zwerge, die daneben saßen, lachten nun höhnisch und begannen damit Miriel zu verspotten. Wie es aussah, hatten sich die Zwerge abgesprochen und es darauf angelegt, dass ihrer Meinung nach so vorwitzige Weib zu ärgern und an den ihr gebührenden Platz zu verweisen.
Miriel ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken. Mit einer aufwärts führenden Handbewegung und ein paar dazu gemurmelten Worten ließ sie eine kleine Säule aus dem Steinboden wachsen, wobei die rechts und links neben der entstehenden Säule stehenden Hocker samt den darauf sitzenden Zwergen umgeworfen und durch den Schankraum purzelten. Die fluchenden Zwerge ignorierend ließ sich Miriel mit übereinander geschlagenen Beinen auf der selbst geschaffenen Sitzgelegenheit nieder, lächelte den grimmig dreinschauenden Wirt maliziös an und sagte leise, aber doch gut vernehmlich:
„Was schaut ihr so grantig, Herr Zwerg? Ist euch etwa einer eurer eigenen Schnäpse nicht bekommen? Nun denn, so es euch angelegentlich wieder besser gehen sollte, bringt mir doch bitte eine saftige Hammelkeule mit Bohnen und ein Glas Milch. Und seht zu, dass dies noch heute geschieht, ich verspüre nämlich einen gewaltigen Appetit und wenn mein Magen knurrt, dann werde ich sehr schnell knurrig.“

Benutzeravatar
Zwergenwirt
Gast
Gast

Re: Im Schankraum

Beitrag von Zwergenwirt » Samstag 2. Juni 2007, 13:28

Doch der Zwergenwirt ignorierte sie einfach und brachte einen anderen zwergischen Gast sein Bier. So lies er die schöne Menschenfrau einfach zurück.

Während er das Bier zu seinem Gast brachte, schüttelte er den Kopf und grummelte vor sich hin.

<b>Eine Frau in meiner Schenke, wie kann das nur sein. Und sie bäumt sich gegen unsere starken Zwergenmänner auf. Nein sowas kann ich nicht dulden. Doch halt, sie ist eine Menschenfrau, was hat ein Mensch in unserem Reich zu suchen, wie ist sie nur da her gekommen.</b>

Grummelnd kam er wieder hinter den Thresen und starrte Miriel an. <b>Eine Menschenfrau</b> Er schüttelte den Kopf und verschwand in der Küche, Miriel hatte keine Chance auch nur ein Wort zu dieser Unfreundlichkeit zu sagen.

Nach kurzer Zeit kam der Wirt wieder, seltsamer weise mit dem Essen welches die Frau bestellt hatte. Grimmig drein schauend, stellte er es ihr vor die Nase.

"Hier" grummelte er " Macht sechs Goldmünzen, doch esst schnell und verschwindet dann auf die Feier vor der Schenke, dort fallt ihr nicht so auf. Hier sind Frauen unerwünscht und dann noch welche von anderer Rasse, doch ich weis ihr kennt unseren verstorbenen Freund, doch bildet euch nichts darauf ein!" zischte er sie direkt an und wartete auf sein Geld.

Benutzeravatar
Miriel Lefay
Gast
Gast

Re: Im Schankraum

Beitrag von Miriel Lefay » Montag 4. Juni 2007, 23:58

Wenn Miriel gedacht hatte, dass der Wirt nun umgänglicher war, so sah sie sich erneut getäuscht. Sie wartete bereits eine geraume Weile auf ihr Essen und wollte schon aufbrausend den Wirt anfahren, als dieser völlig unerwartet den Braten und die Milch vor ihr abstellte und unfreundlich etwas von sechs Goldmünzen grummelte. Miriel zückte ihren Geldbeutel, nahm die geforderten Münzen heraus und warf sie achtlos vor den Wirt auf den Tresen. Nachdem sie den Geldbeutel wieder weggesteckt hatte, wollte sie sich ihrer Mahlzeit zuwenden, als der Wirt noch etwas lauter hinzufügte, dass Frauen in seiner Wirtschaft unerwünscht wären, zumal auch noch von anderer Rasse. Deswegen sollte sie sich mit dem essen beeilen und dann zur Feier vor der Schenke verschwinden.
Miriel sah ihn daraufhin nur ungnädig an und widmete sich ihrer Mahlzeit. Was der Wirt gesagt hatte, war ganz in ihrem Interesse, denn die herrschende Ungastlichkeit Frauen gegenüber wollte sie auch nicht länger al unbedingt nötig genießen.
Also beeilte sie sich mit dem Essen und meinte, nachdem sie fertig war: „Eine Frage noch Herr Wirt, bevor ich eure ungastliche Herberge wieder verlasse. Habt ihr eventuell noch Zimmer für vier Gäste frei? Es sollte euer Schade nicht sein. Ach ja, und wisst ihr zufällig etwas über einen braunen Kristall, der hier in Nogrot zu finden sein soll? Es heißt, er würde den Knaufeines Stabes zieren.“

Sie machte sich keine großen Hoffnungen, aber es konnte sicher nichts schaden, wenn sie sich frühzeitig nach dem Kristall umhörte.

Benutzeravatar
Zwergenwirt
Gast
Gast

Re: Im Schankraum

Beitrag von Zwergenwirt » Mittwoch 6. Juni 2007, 23:20

Der Wirt blickte sie grimmig an, im nervte es das dieses Weib noch immer nicht aus seiner Schenke verschwunden war und noch dazu war sie so dreist und fragte nach einem Zimmer für vier Personen.

<b>DAs darf doch wohl nicht war sein, als würde es nicht reichen das ich sie bedienen würde, nein jetz will sie noch ein Zimmer für VIER Personen, was bildet sie sich ein, das sind sicherlich alles Menschen und zu meinem Pech auch noch Frauen.</b>

Der Zwerg grummte vor sich hin und gab erst keine Antwort und doch sah er nachdenklich aus. Die Schenke war zwar gut gefüllt, doch schien er nicht genug einzunehmen um seinen Luxus zu finanzzieren.

<b>Ich könnte jedoch Geld gebrauchen wieso nicht</b>

"EIn Zimmer für vier Personen" murmelte er vor sich hin. " Nun ich habe eines doch es kostet euch 35 Goldmünzen!" grinste er und zwinkerte ihr unverschämt zu, einerseits hoffte er das sie ablehen würde, und doch würde er es Vorziehen sie nehme an, er könnte das Geld gebrauchen, doch da viel ihm auf das diese Frau neugirig nach einem Kristall und einem STab redete.

<b>Soso ist dies wohl eine Diebesbande ...</b>

"Den Stab gibt es schon lange nicht mehr!" sprach er kühl und wischte den Thresen, wobei er vorher das Geld einsammelte. "Nun nehmt ihr das Zimmer oder nicht? Wenn nein dann verlasst endlich meine Schenke!"

Benutzeravatar
Miriel Lefay
Gast
Gast

Re: Im Schankraum

Beitrag von Miriel Lefay » Donnerstag 7. Juni 2007, 17:03

„35 Goldmünzen!“, spie Miriel die Worte aus, wobei sie sich fast verschluckte. „Kerl, wollt ihr meinen Zorn heraufbeschwören? Seit ich von meinem Elternhaus fort ging, habe ich ja schon einige Exemplare nichtsnutziger Männer getroffen, aber ihr steht mit Abstand an der Spitze. Nicht genug, dass ihr uns Frauen, die wir weit über euch Unmagischen stehen, wie Dreck behandelt, nein, ihr erdreistet euch auch noch mich, die ich immerhin euch unmagischem Gesindel überlegen bin, übervorteilen zu wollen. Doch sei’s drum, ihr sollt die Goldstücke haben, doch rate ich euch gut, nicht noch einmal etwas Derartiges mit mir zu versuchen. Anderenfalls werde ich euch zeigen, was eure schöne, so kunstvoll in den Fels getriebene Schenke wert ist.“ Unwillig zog sie ihren Geldbeutel hervor und knallte dem Wirt das Geld auf den Tresen. „Den Schlüssel hole ich dann später ab.“

Dass er auch nur ein Wort zu dem Kristall verlieren würde, hatte sie sowieso nicht angenommen. Umso verwunderter war sie, als er dann noch meinte, dass es den Stab schon lange nicht mehr geben würde. Miriel überlegte kurz, lächelte dann aber spitzbübisch in sich hinein. Die Absicht des Wirtes war klar gewesen, er wollte sie von dem Kristall abbringen. Unabsichtlich hatte er ihr aber trotzdem einen Hinweis gegeben. Nämlich den, dass der Kristall aus dem Stab entfernt worden war. Schließlich hatte er nur gesagt, dass es den Stab nicht mehr geben würde, nicht aber den Kristall.

Zufrieden erhob sie sich von ihrem Felsensitz und ließ ihn just in dem Augenblick mit einer Handbewegung und ein paar gemurmelten Worten wieder im Boden versinken, als ein vorwitziger Zwerg sich darauf nieder lassen wollte, so dass dieser sich unbeabsichtigt auf den Hosenboden setzte und schauerlich fluchte.

Vergnügt verließ sie die Schenke und gesellte sich zu den Zwergen davor, die lautstark Pecew betrauerten. Miriel war sich sicher, dass diese Art Trauerfeier ganz in seinem Sinne war.
Irgendwo in dem Getümmel entdeckte sie auch Yann, Earane und Wolf, sowie Lyrien. Wie es schien, hatten sie sich von der Ausgelassenheit der Zwerge anstecken lassen. Schmunzelnd ging sie zu ihnen und erklärte, dass sie für sie alle gemeinsam ein Zimmer besorgt hätte.

„Ich hoffe es stört euch nicht, dass wir alle in einem Zimmer untergebracht sind. Nebenbei hat mir der Zwergenwirt ungewollt verraten, dass der Erdkristall nicht mehr Teil des Stabes, wie es in Cassandras Aufzeichnungen stand, ist. Die Zwerge müssen ihn irgendwann entfernt und an einen anderen Ort gebracht haben.“

[weiter bei Die Trauerfeier Pecews - @Yann, Lyrien und Earane Ihr könnt eure Antwort hierauf dort posten]]

Antworten

Zurück zu „Grimbardts Schenke“