Ankunft in Sarma

Obwohl Sarma eine Wüstenstadt ist, besitzt sie einen florierenden Hafen. Reisende und Händler aus Andunie laufen hier mit ihren Schiffen ein und aus. Selten ist im Hafen nichts los.
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Sithal
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Ankunft in Sarma

Beitrag von Sithal » Montag 3. September 2007, 10:52

Sithal sprang vom Steg. Es war unsagbar heiß, aber sie hatte endlich wieder festen Boden unter den Füßen. Sie hasste Schifffahrten, aber eine andere Möglichkeit nach Sarma zu kommen gab es nicht. Selbst nach den unzähligen Fahrten, die sie nun schon gemacht hatte, hatte sie sich ganz und gar nicht an das Geschaukel gewöhnen können, geschweige denn an Stürme, die auch immer wieder auftraten. Zum Glück war ihr diesmal nicht ganz schlecht geworden und sie hatte sich nicht übergeben müssen. Nun, jetzt war sie in Sarma und sie war froh darüber.
Jetzt wanderten Sithals Gedanken wieder ihrer Arbeit zu. Hier in der Wüstenstadt wollte sie nach neuen Aufträgen suchen. Also würde sie zum schwarzen Brett gehen und schauen, ob es Aufträge gab.

Sithal wedelte sich mit ihrem Umhang Luft zu. Die Sonne prasselte erbarmungslos auf sie herab und hier im Hafen gab es kaum Schatten. Sithal setzte sich an ein Stück Mauer, das wenigstens ein bisschen Schatten spendete und lud ihre Sachen neben sich ab. Nun gut, viel war es ja nicht. Der Seesack war nicht sonderlich schwer … ein paar Sachen, ein paar Reste ihres Proviants … diese packte sie aus. Der Brotkanten war hart und vertrocknet. Sie brach ein Stück davon ab, und kaute gedankenverloren darauf rum. Langsam weichte es auf und sie konnte es runterschlucken. Dann schraubte sie ihre Flasche auf und drückte die letzten Wasserreste raus.
<b>Hm, ich brauche nicht nur neuen Proviant, sondern auch Wasser. Ich sollte mir schleunigst einen Platz zum Schlafen suchen</b>, dachte sie.

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Re: Ankunft in Sarma

Beitrag von fremder Mann » Montag 3. September 2007, 13:44

Auf dem Hafengelände herrschte reges Treiben. Gerade legte ein grosses Handelsschiff an. Ein gewaltiges Gefährt geschaffen in den Werften Grandessas, so zumindest liess es das grosse Segelwappen mit den Lilien darauf verlauten. Das Holz des Schiffes knarrte an den unterschiedlichsten Stellen und an der Reling standen die Seemänner und warteten darauf, bis sie die grosse Verladefläche erreichten, während die anderen den Anker setzten. Peitschenknalle ertönten und hallten über den Platz. Scharenweise Sklaven eilten her und begannen damit, die Waren des Schiffes zu verladen. Ihre Rücken glänzten schweissig in der gnadenlosen Sonne Sarmas. Eine Treppe wurde angefahren um die Edelleute vom Schiff zu lassen. Es waren nur fünf Männer. Einer davon stach sofort ins Auge.

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Er schien nicht aus Grandessa zu stammen sondern wohl eher hier aus Sarma. Er trug edle weinrote, gemusterte Seidenkleider die luftig an seinem Körper hingen. Ein schwarzer Turban verdeckte seine Haare. Darunter war sein leicht eingefallenes Gesicht zu erkennen, welches durch seinen markanten schwarzen Bart geprägt war. Seine Haut war vom Sand der Wüste gegerbt und leicht rau.

Er trug einen prunkvollen Goldenen Säbel an seiner Hüfte und seine Hand zierte ein dicker Diamantring. Offensichtlich ein adeliger Herr. Dahinter seine Gefolgschaft, der Kapitän des Schiffes – zu erkennen an seiner Kleidung, sowie der erste und zweite Maat und der Navigator des Schiffes. Sie erreichten den Steg und schritten direkt auf Sithal zu – ohne ihr jedoch nur einen Blick zu würdigen.

„Ich bin nicht absichtlich frühzeitig zurückgereist um mich nun doch nicht zu vergewissern was Fatima in meiner Abwesenheit so treibt Rolandos.“

Der Kapitän, ein bulliger raubeiniger Kerl mit langem Bart und Dreispitz als Kopfbedeckung nickte nur. „Natürlich Master. Dennoch solltet ihr nicht persönlich auf die Suche gehen, denn wenn eure Fatima heute treu ist, wird sie zukünftig noch mehr Acht geben!“

Der Edelherr blieb stehen. Dachte nach. „Ihr habt recht, Freund. Na dann, lasst uns ins Gesindelviertel gehen und einen passenden Anwärter suchen!“

„Wie ihr wünscht Master“

Sie schritten an Sithal vorbei.
Zuletzt geändert von fremder Mann am Montag 3. September 2007, 13:45, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Ankunft in Sarma

Beitrag von Sithal » Montag 3. September 2007, 14:47

Sithal betrachtete neugierig die Menschen, die an ihr vorbei liefen. Niemand interessierte sich für sie, ja, keiner schien sie überhaupt zu bemerken. Aber sie versuchte sich ein Bild von jedem zu machen, der an ihr vorbei lief. Es erforderte von ihr blitzschnelles Kombinieren der verschiedenen Körpermerkmale. Sie betrachtete es als eine Übung, um sich geistig fit zu halten, den auch ihr Beruf forderte von ihr hin und wieder solche Kenntnisse. Besondere Aufmerksamkeit schenkte sie einem der Edelleute, der gerade von einem Schiff kam. Er war groß, trug edle Kleider und einen eindrucksvollen Säbel an seiner Seite und er sah nicht so aus, als wenn dieser Säbel nur Schmuck wäre – zweifellos ein reicher Bewohner Sarmas. Er unterhielt sich mit einem Mann, der der Kapitän sein musste. Einige Wortfetzen verstand Sithal.

„… vergewissern was Fatima in meiner Abwesenheit so treibt…“ – „… nicht persönlich auf Suche gehen…“

Schon diese Worte waren genug für Sithal. Sie witterte einen neuen Auftrag. Auch wenn es sich nur um eine möglicherweise untreue Ehefrau handelte … dieser Mann sah nicht gerade arm aus, die Bezahlung würde nicht klein ausfallen. Also musste sie ihm folgen. Sithal packte ihre Habseligkeiten wieder ein, sprang auf und stürzte sich in das Treiben. Sie hielt einigen Abstand von dem reichen Herrn und dem Kapitän, aber immer nur so viel, dass sie sie nicht aus den Augen verlor. Als sie aus dem dichteren Getümmel heraus gelangt waren, machte sie schnellere größere Schritte und gelangte hinter die zwei Männer.

„Ihr braucht nicht in das Gesindelviertel zu gehen, um einen … Anwärter zu suchen“, sagte sie mit ihrer tiefen Stimme, sie flüsterte fast. Jetzt, so hoffte sie, würden sich die zwei Männer umdrehen … hoffentlich hatte sie sich nicht getäuscht. Nicht, dass es gar nicht um einen Spion ging, den er suchte.
<b>Ach was, ich habe mich nicht geirrt,</b> sagte sie sich.

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Re: Ankunft in Sarma

Beitrag von fremder Mann » Dienstag 4. September 2007, 02:27

Die beiden Männer – das Gefolge hatte sich inzwischen abgesetzt, weil sie nicht ins Elendsviertel gehen wollten – wandten sich abrupt zu Sithal um, als sie ihre Stimme vernahmen. Der Kapitän schnaubte nur verächtlich und musterte Sithal herablassend. Es stand ihm deutlich in den Augen geschrieben, dass sie für ihn nur ein Bettlersweib darstellte, die es ganz bestimmt nicht würdig war, einen Edelmann so dreist anzusprechen.

„Ihr wagt es uns einfach so anzusprechen Weib?“ Grollte er auch sofort los und hob die Hand zu einer mahnenden Schelte.

Sein Begleiter hingegen hielt ihm die Hand zurück. „Ruhig blut Freund. Was für ein Benehmen ihr doch an Tag legt angesichts einer so hübschen Frau! Gewiss mag sie nur aus dem einfachen Volke stammen, dennoch gebührt unser Respekt vor ihrem Geschlecht.“ Die Stimme des Adeligen klang leicht kratzig – passend zu seiner rauen Haut. Er reichte Sithal die Hand.

„Ich bin Al Assin Abad und dieser, zugegebenermassen unhöfliche Herr hier ist mein Kapitän Rolandos. Verzeiht ihm seine Redensart, er ist ein Mann der See und somit den wohlgepflegten Umgang mit jungen Damen nicht gewohnt.“ Er lächelte Sithal freundlich zu – ein wohlgeformtes Lächeln und der Mann hatte sogar noch alle Zähne – keine Selbstverständlichkeit in jener Zeit. Al Assin strich sich übers Kinn und dann über den Schnauz und musterte die Fremde nun auch aufmerksam. „Ihr sucht also Arbeit werteste?“

Rolandos räusperte sich. „Master, ihr solltet einen Profi suchen, der Rang und Namen hat und nicht irgendein dahergelaufenes Strassenmädchen.“

„Mhmm“ Al Assin dachte nach. „Sie ist eine Frau… das ist durchaus von Vorteil.“ Rolandos konnte diese Tatsache nicht abstreiten. Er nickte nur zerknirscht. Er schien nicht ganz von Sithals Qualitäten überzeugt zu sein und sich nicht sicher zu sein, ob sie wahrlich geeignet war für Al Assins Aufgabe.

„Nun gut Mädchen.“ Brummte er schliesslich. „Könnt ihr schweigen? Verschwiegenheit ist wichtig bei dieser Aufgabe!“

Der Edelmann lächelte. „Bitte… lass mich euch zu einem kalten Getränk einladen werte… wie ist denn euer Name?“ Fragte der Master und deutete auf eine Taverne.

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Re: Ankunft in Sarma

Beitrag von Sithal » Dienstag 4. September 2007, 09:24

Sithal konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen, als der Kapitän die Hand gegen sie erheben wollte. Nun ja, konnte man es ihm verdenken. Schließlich war sie nur eine Frau. Eine andere Reaktion hätte sie gar nicht erwartet. Und die, die anders reagieren, gehören dem gleichen Beruf an wie Sithal selbst. Sein Begleiter, der reiche Mann, hielt ihn zurück und entschuldigte sich dann für den Kapitän bei ihr. Al Assin Abad hieß er und seine Sprache war Sithal eindeutig zu geschwollen. Sicher, er redete jeden Tag so und mochte es gewohnt sein, aber ihr Ausdruck war, nun ja, eben so, wie zwielichtige Gestalten eben redeten, nämlich so, wie ihnen der Schnabel gewachsen war.
Der Kapitän mit Namen Rolandos hatte wohl Zweifel an ihren Fähigkeiten. <b>Den hätte er nicht, wenn sein Begleiter ihn nicht zurück gehalten hätte. Da hätte er meine Fähigkeiten zu spüren bekommen.</b>
Aber wie Al Assin anmerkte war sie eine Frau und hatte schon damit einen entschiedenen Vorteil ihren männlichen Kollegen gegenüber. Der Kapitän fragte sie, ob sie schweigen könne. Sithal wollte verächtlich schnauben, erinnerte sich aber rechtzeitig daran, wer hier vor ihr stand. Sie setzte eine freundliche Miene auf und sagte: „Verzeiht, aber Ihr fragt, ob ich schweigen kann? Ich habe eine sechsjährige Ausbildung hinter mir und jetzt arbeite ich schon sieben Jahre in meinem Beruf. Ich weiß, was ich mache, und würde ich mich nicht für geeignet empfinden, dann hätte ich Euch nicht angesprochen. Aber zurück zu Eurer Frage, werter Herr Kapitän. Ja, ich kann schweigen, sehr gut sogar.“

Sie musste sich zurück halten, um nicht ihre ohnehin schon kräftige Stimme zu erheben. Das Angebot Al Assins, sie zu einem kalten Getränkt einzuladen, kühlte sie aber wieder ab und so konnte sie sich beherrschen und wandte sich nun Al Assin zu: „Mein Name ist Sithal. Entschuldigt, dass ich so hitzig geworden bin, aber mir gefällt es nicht, unterschätzt zu werden.“ Sie lächelte zur Entschuldigung – ja, zur Entschuldigung, denn einen anderen Anlass zu lächeln sah sie nicht.

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Re: Ankunft in Sarma

Beitrag von Erzähler » Dienstag 4. September 2007, 13:16

Rolandos Blick war noch immer der selbe Abschätzige wie zuvor. Seine Augen verengten sich zu bedrohlichen Schlitzen als Sithal kurz aufschnaubte. Vielleicht war es ihr Glück, dass nicht er derjenige war, den der Säbel trug. Dieser Seemann, schien wahrlich den Umgang mit Menschen nicht gewohnt zu sein, schliesslich zeigte er sich übertrieben Feindselig. Doch als Sithal von ihrer Berufserfahrung sprach, lockerten sich die Gesichtszüge des Seemanns einwenig. Jene Al Assins verwandelten sich gar in ein seltsam anmutendes Grinsen. Es schien ihn zu amüsieren, dass eine Frau einem solchen Beruf nachging und dies, auch über so viele Jahre hinweg.

Al Assin schien zufrieden mit Sithal zu sein – ausser er liess sich seine Abneigung gekonnt nicht anmerken – doch dies war offenbar nicht der Fall. Er lächelte nur wieder freundlich und nickte ihr Anerkennend zu. „Entschuldigt es liegt wahrlich nicht in unserem Sinne eine Bewohnerin dieser wunderbaren Wüstenstadt zu beleidigen werte Sitahl… ein schöner Name, wenn ich dies so anmerken darf, doch unüblich in dieser Stadt nicht wahr? Gestattet.“ Er ergriff ihre Hand und gab ihr einen Kuss auf die Handfläche. Dies war nun doch untypisch für einen Adeligen. Normalerweise hielten die ihre Körper meilenweit von jener, des gemeinen Fussvolkes fern. „Ihr erstrahlt genau so wie die Sonne in dieser Wüste. Hell und unnahbar, Werteste.“

Der Seemann drückte deutlich aus was er von Assins Schmeichelei hielt. Er verzog angewidert das Gesicht und verdrehte die Augen. Offensichtlich sprach der Adelige immer so mit Frauen die ihm gefielen. Kein Wunder, war er doch ein Mann der im Stande war alles zu besitzen – wie er glaubte. Al Assin löste seine Hand von ihrer und deutete auf eine Gasse.

„Bitte… folgt mir.“ Er schritt voraus, oh ja wie ein König ging der Mann und seine Gewandung flatterte luftig im lauen Wind der in dieser Stadt der Hitze herrschte. Sie näherten sich einem Gasthaus, welches „Zum glühenden“ hiess. Passend wahrlich zur Wüste aber nicht gerade einladend, wenn man sich eine Abkühlung ersehnte.

Plötzlich merkte Sithal wie sich Assin bei ihrem Arm einhakte. „Entschuldigt meine Dreistigkeit, doch dies verhindert unangenehme Blicke und Fragen wenn eine einfache Frau einem Adeligen folgt.“ Meinte er nur und grinste während er sie ins Gasthaus schob.

Draussen war es schon unglaublich heiss gewesen aber in diesem Haus erreichten die Temperaturen ungeahnte Höhen. Es war wie ein lebendig gewordener Backofen. Darin sassen zwielichtige Gestalten die nach frischen Getränken schrieen. Sklaventreiber, betrunkene Söldner und Matrosen vom grossen Schiff tummelten sich in der Schenke. Es stank nach Schweiss und schlecht gebrannten Alkohol.

Al Assin zückte elegant ein Seidentuch und hielt es sich vors Riechorgan. Als der Wirt sie entdeckte kam er sofort auf sie zugeflitzt. „Oh werter Master, ihr seid wieder zugegen? Bitte… ich richte euch euren Platz… ob bitte folgt mir.“ Offensichtlich war der Kerl ein berühmter Mann. Der Wirt verneigte sich mehrmals und führte die kleine Gruppe eiligst durch die Schenke in einen Nebenraum.

Angenehme Kühle wehte Sithal entgegen als sie den Raum betraten. Der Blick stach sofort auf einen grossen Brunnen der die Mitte des doch ganz beträchtlichen Raumes bot. Versilberte Fischfiguren spieen dort das kühle Nass, welches vermutlich direkt vom Meer bezogen wurde und irgendwo in den Kellern dieses Hauses gesäubert werden musste – denn es kam rein und klar herausgesprudelt. Trinkwasser jedoch war es nicht. In jeder Ecke des Raumes kniete ein Sklave, sie waren gut gekleidet zumindest bedeckten ihre Tuniken die Narben auf ihren Rücken, die sich doch darin zeigten, dass der Stoff in runzligen Falten über ihnen lag. Die Sklaven starrten mit leerem Blick zu Boden.

In einer Nische des Raumes befanden sich grosse rot und blaue Samtsessel auf welche Assin nun gerade zusteuerte und sich kurz darauf setzte. Er bedeutete auch Sithal und Rolandos sich ebenfalls darauf niederzulassen. Der Kapitän gehorchte sofort und machte es sich gemütlich. Er klatschte in die Hände worauf einer der Sklaven sofort hergeeilt kam. „Was wünscht die Herrschaft zu Trinken und zu Speisen.“ Fragte der Mann. Ein kräftig gebauter Kerl, mit kurz geschorenem schwarzen Haar und eingefallenem Gesicht. Trotz seiner Muskeln schien er deutlich unterernährt zu sein. Am Handrücken war das eingebrannte Siegel zu erkennen, welches ihn zweifelsohne als Sklave auswies. Er hinkte leicht und auch seine weisse Tunika konnte die Narben die er trug nicht gänzlich verbergen.

Al Assin lächelte Sithal zu. „Was wünscht ihr zu Speisen werteste?“

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Re: Ankunft in Sarma

Beitrag von Sithal » Dienstag 11. September 2007, 17:13

Sithal konnte es nicht leugnen, aber Al Assins Verhalten schmeichelte ihr. Sie war es nicht gewöhnt, dass man ihr Komplimente machte, und wenn, dann waren es welche, die ihre Arbeit betrafen und nicht ihr Aussehen. Al Assin dagegen verstand es, einer Frau zu schmeicheln. Als er ihren Namen ansprach, lächelte sie. „Ich komme nicht von hier. Und es ist ein Name, den ich mir selber gegeben habe. Es freut mich, dass es Menschen gibt, denen er gefällt.“ Sithal erschauerte, als der Mann ihre Hand nahm und ihre einen galanten Handkuss gab. Sie wusste nicht, ob es üblich war … eher nicht.
Seine Bemerkung zu ihrem Aussehen ließ sie unkommentiert, lächelte nur verschmitzt. Unnahbar … vielleicht war sie das.
Als Sithal die Miene des Kapitäns bemerkte, konnte sie sich ein Grinsen nicht verkneifen. Ihn widerte das Verhalten seines Masters, wie er ihn genannt hatte an. Nun, Sithal wurde klar, dass sich Al Assin wohl nicht selten so verhielt, natürlich nur in Gegenwart schöner Frauen. Aber sie würde sich nicht von seinem Reichtum betören lassen, schließlich war sie zufrieden mit ihrem Leben und mit ihrer Freiheit. Aber wie schon gesagt, im Augenblick genoss sie die Aufmerksamkeit, die ihr zu Teil wurde.

Al Assin hakte sich bei Sithal ein und schob sie ins Gasthaus. Als sie drin waren stöhnte Sithal auf. Hier war es nicht etwa kühler, nein, es kam ihr mindestens doppelt so heiß vor. Sie rümpfte die Nase und versuchte, so wenig wie möglich einzuatmen, so fürchterlich fand sie den Geruch. Nun könnte man denken, dass sie so etwas eigentlich gewohnt sein müsste, aber dem war nicht so. In Kneipen und solche Spelunken ging sie nur, wenn es wirklich nötig war. Was sollte sie dort auch?
<b>Al Assin erwartet jetzt nicht wirklich, dass ich hier bleibe und etwas trinke…</b>, dachte sie bei sich. Auf den hektisch wirkenden Wirt achtete Sithal nicht, sie wollte nur so schnell wie möglich raus. Darum war sie unheimlich froh, als sie in den nächsten Raum geführt wurden. Hier war es angenehm kühl. Die junge Frau fragte sich, wie sie es schafften, bei solchen Außentemperaturen eine solche Kühle zu erschaffen, aber wenn man genügend Geld hatte, ging wohl alles.
Was ihr nicht gefiel, waren die Sklaven, die im Raum saßen. Den Handel mit Menschen fand sie abscheulich. Sie wusste nicht, welches Recht es den Reichen erlaubte, Menschen so zu kaufen und verkaufen, wie sie ihre Tontöpfe. Trotzdem ließ sie sich auf den Sessel nieder, den Al Assin ihr anbot. Es war schön, nach fast zweiwöchiger Schiffsreise mal wieder auf etwas Weichem zu sitzen.

Als ein Sklave kam, fragte Al Assin sie, was sie essen wollte.
„Im Grunde genommen ist es mir egal, Hauptsache es ist etwas Frisches. Etwas mit Früchten wäre nicht schlecht.“

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Re: Ankunft in Sarma

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 12. September 2007, 20:09

Al Assin musterte Sithal lächelnd und strich sich mit seiner linken Hand durch den Schnauzer als sie ihre Essensvorlieben preisgab. Ihn schien es zu amüsieren eine einfache Frau einen solchen Luxus zu gewähren und zu sehen, wie sie sich in dieser Welt des Überflusses zurechtfinden musste. Er sah den Sklaven an und dachte laut nach. „Nun ja, wenn die Dame Früchte haben möchte, dann soll sie diese bekommen und zwar das Beste was Sarma zu bieten hat nicht wahr?“ Er blickte den Sklaven belustigt an, dieser nickte eifrig. „Wie ihr beliebt Master Al Assin. Ich darf euch dazu die Datteln unserer Schenke empfehlen Master“ Sprach er gedrungen förmlich und verneigte sich. Man merkte ihm an, dass er es hasste so zu sprechen und dennoch musste er es tun. So war das Leben jener Leute dieses Standes nun mal. Der Adelige nickte und blickte auffordernd zu seinem Begleiter Rolandos. Dieser musterte Sithal noch immer kritisch. „Master, wenn ihr dieser jungen Dame wirklich das Beste bieten wollt was es in Sarma gibt, dann bestellt zu den Früchten als Hauptspeise den geräucherten Lachs dieses vortrefflichen Meeres.“ Brummte der alte Seebär und seine Gesichtszüge wurden zum ersten Mal etwas weicher als er sich an das Rauschen der See erinnerte. Dieser Mann schien Wasser zum Atmen und Glücklichsein zu brauchen. „Ich nehme ihn zumindest.“ Fügte er hinzu und verschränkte die Arme. Lehnte sich zurück und winkte den Sklaven mit einer ablässigen Handbewegung weg. Dieser verneigte sich noch einmal und wollte sich umdrehen. „Moment, wir brauchen noch Wein! Den feinsten roten den ihr zu bieten habt!“ Warf der Master noch hinein. „Sehr wohl Herr.“ Der Sklave eilte davon.

Al Assin kramte in seinem Umhang und förderte eine edel verzierte Pfeife hervor, welche er duldsam und ruhig mit frischem, wohlriechenden (für einen Raucher zumindest wohlriechenden) Tabak ehe er sie sich ansteckte und genüsslich rauchte. Er inhalierte den dampf und zog ihn tief ein, ehe er ihn wieder ausblies. „Ahh herrlich.“ Lobte er seine Pfeife und schmunzelte zufrieden. Blickte dann wieder zu Sithal, musterte ihren Körper und sehr lange ihre Augen, als wollte er ihre Entschlossenheit abschätzen.

„Kommen wir zum Geschäftlichen werte Sithal, wenn dies auch in eurem Sinne ist – von was ich nun einfach mal ausgehe.“ Rolandos argwöhnischer Blick ruhte die ganze Zeit auf Sithal, es schien so als liesse er sie nicht aus den Augen.

„Nun Sithal. Ich bin ein viel beschäftigter Mann und häufig auf See um andere Reiche zu bereisen. Meine liebe Fatima, auf deren treues Herz ich zu gern vertraue bleibt oft hier in Sarma in unserem Anwesen zurück. Es ist nicht immer leicht für sie, dies ist mir bewusst… doch in letzter Zeit…“ Al Assin seufzte. „Fatima verhält sich seltsam, wirkt in meiner Gegenwart nervös und verängstigt und ich weiss nicht weshalb, viele ihre Gewohnheiten haben sich verändert – so reitet sie nun Morgens statt Abends aus. Ausserdem besucht sie ziemlich oft den Lysanthortempel. Ich bin beunruhigt Sithal versteht ihr? Wenn ich sie darauf anspreche so wird sie mir gegenüber aggressiv und ausweichend. Ich weiss mir nicht anders zu Helfen als mich an Menschen wie euch zu wenden. Natürlich denke ich dabei an eine grosszügige Entlohnung.“ Er seufzte wieder und paffte nur noch an seiner Pfeife herum, als hätte er die Freude daran verloren. Rolandos schaltete sich ein. „Euer Auftrag besteht darin herauszufinden ob Fatima in irgendwelche geheimen Machenschaften verwickelt ist von denen ihr Gatte wissen sollte… ich versteht schon oder? Wir erwarten alle zwei Tage einen Bericht. Für eure Bemühungen erhaltet ihr als Anzahlung 150 Goldmünzen und bei erfolgreicher Ausführung und in Anbetracht des geleisteten Auftrags einen Bonus von 200 – 800 Goldmünzen.“ Das war eine horrende Summe – ohne Zweifel. Er grinste sie an.

In diesem Augenblick kamen drei Sklaven mit grossen Tellern. Für alle drei gab es feinsten geräucherten Lachs Gemüse und Nudeln. Ausserdem brachten sie eine grossen Früchteteller wo die verschiedensten Köstlichkeiten feinste angerichtet waren. Datteln, Annanas, Melonen, Avocados alles mögliche fand sich daraus. Eine Auswahl von sündigen ausmassen.

Rolandos lächelte und zog den Duft des Lachses in seine Nase. „Ich wünsche wohl zu speisen.“ Grinste er und schlug zu.

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Re: Ankunft in Sarma

Beitrag von Sithal » Samstag 15. September 2007, 17:15

Sithals Gesicht verdunkelte sich, als sie bemerkte, wie ihre Speisewünsche Al Assin amüsierten. <b>Er macht sich einen Spaß daraus, auf bescheidene Leute zu treffen. Pah, ich bin bescheiden und ich werde es bleiben. Schließlich bin ich hier, um meine Arbeit zu machen, und nicht um zu essen und zu trinken.</b>, dachte sie verärgert.
Als Rolandos vorschlug, Lachs zu bringen, schüttelte es sie innerlich. Mit etwas „Frischem“ hatte sie eigentlich etwas erwartet, dass man auf einer Schiffsreise nicht bekam … und Fisch hing ihr nach den 11 Tagen zum Halse heraus. Jeden Tag hatte es gepökelten Fisch gegeben. Nicht einen Bissen wollte sie mehr essen. Und Wein mochte sie auch nicht. Einmal hatte sie bei einem Auftraggeben welchen getrunken, nur ein Gläschen, aber schon das bisschen hatte ausgereicht, sie betrunken zu machen. Wenn sie etwas Alkoholisches trank, dann nur Bier, aber so etwas hatte man hier sicher nicht. Ablehnen konnte sie aber nicht mehr, es war bestellt und eine Ablehnung hätte den feinen Herrn nur verärgert. Und die Verärgerung eines möglichen Auftraggebers durfte sie sich nicht zuziehen. Also setzte sie wieder ein Lächeln auf, als ob sie sich riesig über dieses großzügige Mahl freuen würde und hoffte, dass ihre Schauspielkünste ausreichten, um ihre Abneigung gegen Fisch zu verdecken.

Dass Al Assin zu rauchen begann merkte Sithal nicht – zumindest roch sie es nicht. Die vielen Nächte in Kneipen mit anderen zwielichtigen Gestalten hatten sie dagegen abgestumpft. Als sie aber bemerkte, wie die Blicke der zwei Männer auf ihr ruhten, wurde es ihr unangenehm. Sie hoffte, dass ihre Kleidung nicht zu viel Haut zeigte und zupfte etwas an ihrem Oberteil herum.
Endlich kam Al Assin zum Geschäftlichen. Er erzählte von seiner Frau, wegen deren Verhalten er sich Sorgen machte. Sie selbst sollte herausfinden, was es mit dem Verhalten Fatimas auf sich hat, ob sie in irgendwelche „Machenschaften“ verwickelt ist, wie Rolandos sich ausdrückte. Sithal konnte sich vorstellen, dass sich allein gelassene Gattinnen während der Abwesenheit ihres Mannes mit anderen, jüngeren Männern vergnügten. Welche Frau war schon gern allein. Aber so, wie Rolandos sich ausdrückte, würde das auf Fatima eher nicht zutreffen. Den Begriff „Machenschaften“ verband Sithal immer mit zwielichtigen Aktivitäten – im Grunde genommen war Al Assin also auch in irgendwelche Machenschaften verstrickt, wenn Sithal den Auftrag annahm. Erst zweifelte sie, ob es wirklich eine Aufgabe für sie war. Sie hatte öfters mit Ehemännern zu tun, die wissen wollten, was ihre Frauen so treiben. Meist stellte sich es als vollkommen harmlos heraus. Dann bekam Sithal ihren Lohn – wenn auch nicht so viel, wie ihre Anstrengungen eigentlichwert gewesen wären – und alles war gut. Wenn sich das Geheimnis der Frau aber als ein anderer Mann herausstellte, dann gaben ihr die eifersüchtigen Ehemänner ihr die Schuld für was auch immer. In dem Fall bekam sie keinen Lohn und hatte sich mehrere Tage und Nächte umsonst abgemüht.
Sie musste also abwägen, ob es vernünftig wäre, einen solchen Auftrag anzunehmen. Als Rolandos allerdings die Bezahlung ansprach, waren sämtliche Zweifel beseitigt. 150 Goldmünzen Anzahlung … das war wirklich viel. Und wenn sie dann noch Erfolg haben sollte, und noch einen Bonus bekommen würde – sie wäre eine (für ihre Verhältnisse zumindest) reiche Frau.

Eine kurze Denkpause gab es, als die Speisen aufgetragen wurden. Sithals Bedenken dem Lachs gegenüber wurden ausgeräumt, als ihr der köstliche Geruch in die Nase stieg. Sie kostete ein Stück und war wirklich erstaunt, wie man mit Gewürzen und Gemüse den Geschmack und Geruch nach Meerwasser überdecken konnte. Auch der Früchteteller ließ keine Wünsche offen. Also ließ Sithal es sich schmecken, und tat dabei so, als würde sie noch überlegen, ob sie den Auftrag annehmen würde.
Als sie etwa die Hälfte ihres Lachses verspeist hatte, machte sie eine Pause und meine zu den zwei Männern: „150 Goldmünzen … das ist wirklich eine ganze Menge Geld. Habt ihr bedacht, dass ich den Auftrag annehmen, mich dann aber mit den 150 Goldmünzen aus dem Staub machen könnte? Jemand wie ich könnte damit eine ganze Weile leben.“

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Re: Ankunft in Sarma

Beitrag von fremder Mann » Freitag 21. September 2007, 15:26

Al Assin lächelte breit und klatschte wieder in die Hände vor vergnügen, dabei behielt er seine Pfeife geschickt zwischen den Zähnen geklemmt und schaffte es sogar noch davon zu Paffen während er sich amüsierte. Er wischte sich eine Lachträne aus dem linken Augenwinkel und beruhigte sich allmählich wieder. Sein Kapitän schien seine Freude nicht zu teilen, er sah Sithal weiterhin ernst an und musterte sie prüfend sowie misstrauisch. Er presste die Lippen aufeinander und verkniff sich offensichtlich irgend einen bissigen Kommentar der ihm auf der Zunge lag.

Al Assin lehnte sich vor. „Ein weiser Gedanke und eine Frage die durchaus wert ist sie zu stellen. Doch seht, hier in Sarma bin ich ein einflussreicher Mann und auch auf den Seewegen kennt man meinen Namen. Es ist besser für euch nicht in meiner Schuld zu stehen Werteste. Auch kann ich behaupten, dass bei einem solchen… Betrag… mich der Verlust dieses Geldes nicht sehr schmerzen würde, aber ich wäre enttäuscht von euren Fähigkeiten. Sehr enttäuscht.

Der Kapitän schnaubte und biss in einen Lachsstreifen und kaute murrend darauf herum. Er hätte sie wohl an den Galgen geknüpft oder sonst was schauderhaftes mit ihr angestellt. Vermutlich konnte Sithal froh sein, dass Al Assin der Master war und nicht umgekehrt.

„Ausserdem seid ihr ja an einem lohnenswerten Geschäft interessiert. Mit eurem ganzen Sold könnt ihr sogar für längere Zeit ziemlich gut leben.“ Der Kaufmann lächelte breit und strich sich über den Schnauzer. Schliesslich griff er nach einer bereits geschälten Kiwi und kostete davon. Genoss seine Mahlzeit sichtlich, liess sich von einem Sklaven mehr Wein einschenken und trank, die Pfeife nun in der Hand haltend.

„Nun was meint ihr. Nehmt ihr unseren Handel an? Oder nicht?“ Fragte er schliesslich direkt.

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Re: Ankunft in Sarma

Beitrag von Sithal » Samstag 22. September 2007, 17:05

Was Al Assin an ihrer Frage so lustig fand, wusste Sithal nicht. Sie hatte es eigentlich ernst gemeint. Es ärgerte sie, dass der „Master“ sie als Anlass nahm, sich köstlich darüber zu amüsieren. <b>Pah, diese eingebildeten Schnösel, die denken, sich über das einfache Volk lustig machen zu können. Für mich sind 150 Goldmünzen nun mal eine Menge.</b>, dachte sie bei sich. Wenigstens schien es den Käpitän nicht auch zu belustigen, denn dann hätte sich Sithal wirklich gedemütigt gefühlt. Aber vielleicht waren für ihn 150 Taler genauso viel wie für sie, sodass ihn diese Frage auch schon beschäftigt hatte. Ja, was wäre, wenn sie sich einfach aus dem Staub machte?
Al Assin gab sofort eine Antwort darauf. Er sagte, er wäre ein einflussreicher Mann, dessen Namen man kennt. <b>Glaubt er, er könnte mich bei meiner Rückfahrt auf’s Festland schnappen lassen? Na, er mag ein noch so einflussreicher Mann sein, ich bin eine gute Spionin. Nicht selten wurde ich schon von anderen gejagt, aber gekriegt haben sie mich nie.</b>

Da für Al Assin der Verlust nicht schmerzhaft wäre, wie er sagte, wäre für sie wahrscheinlich gar keine Gefahr da. Dass er aber enttäuscht von ihr sein könnte, dass war natürlich schon eher ein Grund, nicht einfach abzuhauen. Denn Sithal hatte wie alle aus ihrem Metier eine gewisse Berufsehre, die man nicht bröckeln sehen möchte. Jeder „freie“ Spion war darauf aus, den Ruf als zwielichtiges Gesindel von dem Beruf des Spions zu trennen. Für einen Außenstehenden mochte das vielleicht seltsam klären, aber dass man enttäuscht von ihr und ihren Fähigkeiten sein könnte, dass wollte sie nicht riskieren.

Dann fragte Al Assin sie, ob sie den Auftrag annehmen würde.
„Das fragt Ihr noch? Natürlich nehme ich an, denn wie Ihr schon sagtet, bin ich an einem lohnenden Geschäft interessiert. Ich werde den Auftrag ausführen und so viele Informationen wie möglich über die Tätigkeiten Eurer Frau sammeln.“

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Re: Ankunft in Sarma

Beitrag von Erzähler » Samstag 29. September 2007, 22:01

Ein zufriedenes Lächeln umspielte seine Züge. „Vielleicht könnt ihr euch in ihre Gefolgschaft einschleusen. Sie sucht gerade neue Tänzerinnen. Könnt ihr Tanzen Werteste?“

Ob diese Frage wirklich nur rein geschäftlicher Natur war, liess sich nicht so genau bestimmen. Er grinste nur und zog erneut an seiner Pfeife. Liess den wohlriechenden Dunst genüsslich entfliehen und klatschte schliesslich in die Hände. Sofort eilte der Sklave wieder heran und kniete vor dem Herren nieder. Senkte sein Haupt. „Mehr Wein, wir haben hier einen Geschäftsabschluss zu feiern.“ Verkündete er gut gelaunt und liess sich, dem Käpten sowie Sithal wenige Augenblicke später frischen Wein einschenken. Er nahm sein Glas auf und schwenkte den Wein, betrachtete ihn prüfend. Nahm schliesslich einen kleinen Schluck und kostete.

Der Sklave schaute ihn nervös an. Der Wirt mochte es nämlich gar nicht, wenn Wein zurückgeschickt wurde, wenn er nach Kork roch. Doch Al Assin winkte ihn zufrieden weg. Schliesslich griff er sich an die Seite unter sein Gewand und zog eine riesige Geldbörse hervor. Sie war offensichtlich schwer vom Gold. Er öffnete sie und zog ein kleines gefaltetes Pergament hervor, welches sich als kleines Gemälde entpuppte.

<img src="http://img233.imageshack.us/img233/7127/fatimafy2.jpg">

Al Assin betrachtete es verliebt lächelnd und reichte es schliesslich Sithal. „Das ist meine Fatima. Vermutlich hält sie sich momentan in meinem Anwesen auf welches sich im Villenviertel Sarmas befindet. Wisst ihr wo dieses liegt? In der Nähe des Wohnviertels doch auf einer kleinen Anhöhe. Ich besitze ein ziemlich grosses Haus, das grösste dort, ihr werdet es kaum verfehlen können. Doch habt acht vor meinen eigenen Leibwachen, dies sind gut ausgebildete Füchse die mit allen Wassern gewaschen sind. Ihr müsst vorsichtig sein und weder sie noch Fatima misstrauisch machen, sonst könnte es euch schlecht ergehen.

Wenn ihr etwas herausgefunden habt, dann kommt hierhin zurück in die Schenke und sagt dem Wirt bescheit, dass ihr Al Assin zu sprechen wünscht. Hinterlegt mir dann ein Schreiben, wann ihr euch mit mir Treffen könnt und wo. Ich werde da sein. Es ist wichtig, dass Fatima euch nicht in Verbindung mit mir bringt… ihr versteht?“

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Re: Ankunft in Sarma

Beitrag von Sithal » Dienstag 23. Oktober 2007, 20:37

Sithal machte große Augen als sie hörte, dass Tänzerinnen gesucht wurden und Al Assin sie fragte, ob sie tanzen könne? Sie lachte nervös. „Tanzen? Ich? Ich bin eine Kämpferin, keine Tänzerin. An Beweglichkeit würde es mir nicht mangeln, allerdings habe ich Bedenken wegen der Wunden, die meinen Körper übersäen. Es würde verraten, dass ich keine echte Tänzerin bin. Außerdem glaube ich kaum, dass ich Eurer Frau als Tänzerin in den Tempel des Lysanthors folgen könnte. Gibt es nicht andere Dienste für sie zu verrichten, bei denen man nicht an den einen Ort gebunden ist, es aber auch nicht auffällt, wenn man sich länger als nötig dort aufhält?“
Al Assin ließ neuen Wein bringen, was Sithal gar nicht gefiel. Sie hatte an ihrem Gläschen nur kurz genippt und es dann stehen gelassen, denn wie schon gesagt, sie trank kaum Alkohol. Zum Glück war schon von vorne herein nicht viel drin gewesen, sodass Al Assin nachschenken lassen konnte. Trotzdem fragte sie vorsichtig: „Habt Ihr nicht etwas Wasser? Ich vertrage nicht viel Wein …“

Er gab ihr ein kleines Bild, auf welchem Fatima abgebildet war.
<b>Freundlich sieht sie aber nicht gerade aus …</b>, dachte Sithal, wagte es aber nicht, ihren Gedanken auszusprechen. Allerdings brachte die Schlange auf dem Bild sie auf eine Idee.
Sie hörte Al Assin aufmerksam zu, was sie zu tun hätte, bevor sie anfing zu reden.
„Sagt,“, wandte sie sich an ihn, „hat Eure Fatima Tiere, die man betreuen muss? Wie diese Schlange zum Beispiel?“
Sie hatte gelernt mit Tieren umzugehen. Zwar war sie noch nie einer Schlange begegnet, dafür aber vielem anderem gruseligem Getier. Vielleicht wäre das eine Aufgabe, die sie übernehmen könnte.

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Re: Ankunft in Sarma

Beitrag von fremder Mann » Montag 29. Oktober 2007, 20:24

Al Assin musterte Sithal aufmerksam als sie das erste Mal das Bildnis seiner Frau sah und war überrascht von ihrer Reaktion… nun vielleicht lag es daran, dass Sitahl eine Frau war denn bei den Männern fielen denen beinahe die Augen aus dem Kopf. Er nickte zufrieden. Es war eine gute Wahl eine Frau für diesen Auftrag anzuheuren, diese würde sich auch darauf konzentrieren können nicht so wie bei den männlichen Kollegen die wohl mehr auf Fatimas Schenkel als Machenschaften achteten.

Er lachte auf als sie Wasser wünschte. Er klatschte den Diener heran und liess ihr Wasser bringen. Kalten Wasser und sauber, klar. Nicht jenes dreckige hastig abgekochte welches in den einfachen Schenken gab.

Sie versuchte ihm gerade bedauernd beizubringen, dass es wohl nicht viel Sinn machte sich als Tänzerin einzuschleusen. Al Assin nickte zustimmend bei ihren Bedenken. Seine Fatima war gewitzt und liess sich nicht so einfach hinters Licht führen. Umso angenehmer war es, wenn sich mögliche Probleme bereits vor der Entstehung praktisch von alleine lösten, denn Sithal entdeckte die Schlange auf dem Bild und somit auch ein verstecktes Türchen in Fatimas Gefolgschaft. Al Assins Gesichtszüge nahmen wieder begeisterte Formen an. „Oh ja… und ob, sie hat sich schon mehrmals bei mir beschwert, dass den Tieren zu wenig geschaut würde…das wäre wirklich eine Möglichkeit!“ Er strich sich über den Schnauzer betrachtete seinen Begleiter. „Oder?“ Dieser brummte nur. „Nana nur nicht so garstig Freund.“ Lächelte Al Assin und schnippte mit den Fingern. „Na los, die Anzahlung.“ Der Kapitän kramte in seiner Robe herum und schob ihr schliesslich einen Goldbeutel entgegen. „Geht durch die Stadt zu unserem Anwesen. Sprecht dort mit Guardil. Ihr erkennt ihn sicherlich leicht, denn er hat nur noch ein Auge. Wenn ihr noch spezielle Ausrüstung braucht, dann besorgt sie euch jetzt.“

Al Assin lehnte sich zurück. „Na gut… viel erfolg meine Schöne.“ Raunte er ihr freundlich zu.

[Sithal erhält 150GM]

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Re: Ankunft in Sarma

Beitrag von Sithal » Sonntag 16. Dezember 2007, 16:51

Auf ihren Wunsch hin ließ Al Assin wirklich Wasser bringen. Im Gegensatz zu dem, was sie sonst trank, schmeckte dieses Wasser wie ein himmlischer Trank. Es war glasklar, keine Verunreinigung war zu sehen, nicht ein Staubkorn. Und ebenso wie es aussah schmeckte es auch. Einen Hauch von Zitrone meinte Sithal herauszuschmecken. Sie kam ins Grübeln. <b>Wie schafft man es, das Wasser so klar werden zu lassen?</b> Aber war das keine Frage, über die hinweg man seine Arbeit vernachlässigen sollte. Also erfreute sie sich an der Erfrischung, die das Wasser ihr bescherte und hörte dann wieder aufmerksam zu.

Al Assin erzählte, dass seine Fatima sehr gewitzt sei und sich nicht leicht hinters Licht führen lasse. <b>Nun, wer sagt den, dass ich nicht gewitzter sei? Ich weiß, wie man Leute täuscht</b>, dachte Sithal, sagte es aber nicht, denn es hätte ihren neuen Auftraggeber wohl nur verärgert und das konnte sie sich nicht leisten, nicht bei der Bezahlung, die der Auftrag in Aussicht stellte. Die 150 Goldmünzen Vorrauszahlung waren mehr, als sie im Moment dabei hatte. Sie konnte das Geld gut gebrauchen, neue Waffen waren mal wieder fällig.
Nun sagte Al Assin, dass das mit den Tieren eine gute Idee wäre. Der brummige Kapitän schob ihr den Geldbeutel hin, den sie sofort verstaute. Al Assin erklärte ihr, was sie zu tun hätte. Bei einem einäugigen Mann Namens Guardil solle sie sich melden und wenn sie Ausrüstung bräuchte, solle sie sie sich jetzt besorgen.
„Nun, eigentlich brauche ich nichts mehr … vielleicht etwas unauffälligere Kleidung, aber das lässt sich ja schnell beschaffen.“ Sie sprach mehr mit sich selbst als mit den Männern, trotzdem hörte sie, was Al Assin ihr zuraunte. Darüber schüttelte sie verächtlich den Kopf. „’Meine Schöne?’ Ihr habt eine Frau. Die ist Eure Schöne, nicht ich.“

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Re: Ankunft in Sarma

Beitrag von fremder Mann » Mittwoch 2. Januar 2008, 17:35

Al Assin musterte die Frau wie sie ihr Wasser betrachtete als handelte es sich hier um flüssigen Diamant. Er schmunzelte. Er mochte es schöne Frauen mit dem Luxus zu beeindrucken den er sich leisten konnte. Der Kapitän kannte diese Spiele seines Herrn und rollte mit den Augen. Er fand sie überflüssig. Das Gold wechselte den Besitzer und der Kapitän fürchtete, dass es nun wohl verschwunden sein würde, ohne ein Ergebnis zu erzielen. Er glaubte nicht wirklich an die Fähigkeiten von Sithal – aber er entschied hier ja auch nicht.

<i> „Nun, eigentlich brauche ich nichts mehr … vielleicht etwas unauffälligere Kleidung, aber das lässt sich ja schnell beschaffen.“</i> Al Assin nickte. „Du solltest aber gepflegt erscheinen, meine Gemahlin mag keine zu schäbige Dienerschaften. Eine gewisse Eleganz… - ohne natürlich jene meiner Geliebten in Frage zu stellen, könntest du bei ihr Punkten.“ Meinte er schliesslich nachdenklich.

<i>„’Meine Schöne?’ Ihr habt eine Frau. Die ist Eure Schöne, nicht ich.“</i> Ihr Auftraggeber lachte amüsiert auf und klatschte sich in die Hände. Der Kapitän runzelte Kopfschüttelnd die Stirn. Ein Sklave schmunzelte in einer Ecke. Dann beugte sich Al Assin vor, seine Augen zu schlitzen verengt, man sah in das Antlitz eines sehr mächtigen Mannes. „Ich bezahle dich… du arbeitest für mich… du gehörst mir.“ Meinte er schliesslich mit einem leicht bedrohlichen Unterton – doch dann verflog er wieder zu einem freundlichen Lächeln als er sich zurücklehnte.

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Re: Ankunft in Sarma

Beitrag von Sithal » Mittwoch 2. Januar 2008, 22:29

Ungeduldig wartete Sithal, dass ihr neuer Auftraggeber zu Ende erzählte. Er redete von einer gewissen Eleganz. Nun, wie würde sehen, was sich machen ließ. Im Kleid konnte sie kaum antanzen, schon gar nicht in so einem, wie man sie zu Hunderten an Marktständen fand. Eine Hose musste es sein, da war sich die junge Frau sicher. Über Genaueres wollte sie sich später Gedanken machen.
Ihre Erwiderung wegen der ‚Schönen’ amüsierte die Männer wohl, aber Al Assin wollte ihr anscheinend noch einmal seine macht demonstrieren. <i>„Ich bezahle dich ... du arbeitest für mich ... du gehörst mir.“</i>, sagte er und Sithal lief bei diesen Worten ein kalter Schauer über den Rücken. Er sprach sie mit ‚du’ an, wie einen Untergebenen. Das gefiel ihr ganz und gar nicht. Es war eine Dreistigkeit, sie wie einen Untergebenen anzureden. Sie mochte nicht so viel macht haben wie der Mann vor ihr, aber sie war frei.
„Ich bin es nicht, die die Hilfe anderer braucht. Ich bin nicht auf die Dienste reicher Edelleute angewiesen, aber Ihr seid sehr wohl auf die Dienste von uns zwielichtigem ... Gesindel angewiesen. Sonst würdet Ihr nie erfahren, welche dunklen Geheimnisse Eure Frau vor Euch verbirgt.“ Sie sagte dies mit einer ausgesprochenen Kälte in der Stimme. Dann verließ sie den Raum, mit finsterer Mine und ohne noch ein Wort zu sagen.

Wieder im stickigen Schankraum setzte sich Sithal erst einmal an den Tresen. Sie brauchte etwas, um die harten Worte zu vergessen. „Einen Rübenschnaps bitte ... und ein Malzbier.“, sagte sie. Ein großes, bemaltes Schild, was für irgendeinen Wein warb, anstarrend verlor sie sich wieder in Gedanken.
<b>Was bildet sich dieser Mann ein, wer er ist? Nur, weil er mehr Macht hat als ich und ich einen Auftrag für ihn erledige bildet er sich ein, ich würde ihm gehören. Pah ... der wird sich wundern. Bevor ich einem Mann gehöre fällt uns allen der Himmel auf den Kopf.</b>
Sie schüttelte abwertend den Kopf und strich sich dann ihre Haare wieder hinter.
<b>Macht ... Reichtum ... was bedeuten schon Macht und Reichtum? Freiheit ist das, was zählt, und das scheint dieser Al Assin nicht zu würdigen. Er kann so etwas nur behaupten, weil er frei ist, nicht, weil er mächtig ist. Allerdings ist die Freiheit eine Folge der Macht. Abstechen sollte man sie, nachts, wenn sie schlafen!</b>
Wütend schlug sie mit der Faust auf den Tresen, so kräftig, dass sie sich danach vor Schmerzen das Handgelenk schüttelte.
<b>Ach, verdammt! Das tat weh.</b>
Das schlimme war, dass sie, trotz dem, was sie behauptet hatte, nicht ganz unabhängig von diesen ganzen Edelleuten war. Sie brauchte ihre Aufträge, um sich ihren Lebensunterhalt verdienen zu können und der Gedanke an diese Abhängigkeit machte sie noch viel wütender.

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Re: Ankunft in Sarma

Beitrag von Asmodeus » Samstag 5. Januar 2008, 17:37

[weiter in der Glühenden Taverne]

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Re: Ankunft in Sarma

Beitrag von Erzähler » Samstag 17. Juli 2010, 11:09

Darak kommt von Auf hoher See -> Die Sturmgöttin segelt

Daraks Lebensenergie ist wieder voll: Bild Bitte im Profil aktualisieren.


Matrosin Ines band Darak vom Mast. Das Tau hatte nach der langen Reise Druckstellen auf seiner Haut hinterlassen. An Armen und Beinen leuchteten rötliche Streifen und die Haut sah auch etwas wund aus. Wenigstens zwischen seinen Beinen hatte sich alles erholen können. Almas Verbände und Salben hatten Wunder bewirkt. Darak wusste nun, wie sehr er ihr vertrauen konnte.
Die Heilerin kam gerade an Deck, ihre große Tasche schleppend. "Uff, endlich kommen wir an. Wird verdammt nochmal Zeit. Ich werde froh sein, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben."
Alma war schon weit gereist, doch die Insel Belfa war ihr fremd. Sie würde sich daran gewöhnen müssen, dass es gerade dort auch nicht unbedingt festen Boden hatte. Der Sand gab unter jedem Schritt nach, brannte heiß auf den Sohlen, wenn man barfuß unterwegs war und knirschte zwischen den Zehen. Die Bewohner der Stadt waren es gewohnt und schmunzelten stets amüsiert über Reisende, die sich im Licht abendlicher Kerzen versuchten, die Sandkörner unter den Zehennägeln heraus zu holen. Es war oftmals ein Anblick für die Götter! Doch einen Gott mochte man hier auf der Südhälfte der Insel besonders wenig leiden. Lysanthor hatte ihnen den Fluch der Hitze und unfruchtbaren Erde geschenkt. Sein Tempel war wenig besucht und so zeigte es sich auch bei Recht und Ordnung - gesetzliche Eigenschaften, welche man in Sarma nur selten vorfand.

Die Sturmgöttin schipperte in den Hafen ein. Die Besatzung holte das Segel ein, ließ den Anker zu Wasser und besorgte eine lange Planke, damit die Passagierinnen - und Darak - von Bord gehen konnten. Einige Amazonen rüsteten sich. Es handelte sich um Söldnerinnen, die der Besatzung Lebewohl sagten oder als Gast mitgefahren waren, um sich in Sarma anheuern zu lassen. Der Krieg brauchte Einheiten und sie wollten sich eine hübsche Stange Geld verdienen oder ein paar Männer in den Tod reißen.
Lilith stand an der Reling, schaute beim Anlegen zu und warf immer wieder Blicke auf die großen Schiffe mit den schwarzen Segeln oder den Fahnen der Piraten aus dem Süden. Sarma hatte sich in ein von der Sonne beschienenes Reich des dunklen Volkes entwickelt. Überall fand man sie vor, auch hier am Hafen. Sie standen oder saßen im Schatten, beaufsichtigten die Sarmaer, die versuchten, ihrer Arbeit nachzugehen. Die Stadt wurde von Dunkelelfen regiert. Hin und wieder sichtete man auch einen Ork, der wie ein graugrüner Felsen aus der Menge heraus ragte.

Auf einem der Anlegestege beaufsichtigte ein Dunkelelf mit Peitsche einige sarmaer Bürger, die ihre Boote für eine Angeltour vorbereiteten. Kinder sah man hier keine, nicht einmal die obdachlosen Bettler. Sie hielten sich versteckt, fürchteten das dunkle Volk.
Lilith wandte sich zu ihren Freunden um. "Ein schrecklicher Anblick. Wir müssen etwas tun."
"Wir werden die Frauen retten", entgegnete Constanze, die dicht neben ihr stand. Sie legte fürsorglich eine Hand auf Liliths Schulter. Die Elfe senkte ihr Haupt. Sie wirkte nachdenklich, so als ließe sie sich Daraks Bitte noch einmal durch den Kopf gehen. Nicht nur Frauen und Mädchen mussten hier gerettet werden, sondern ein ganzes Volk. Es stand schlecht um das alltägliche Leben in Sarma, denn die Dunkelelfen sorgten dafür, dass es hart, schmerzhaft und kürzer wurde, als es sich die Menschen hier gewohnt waren.
"Gehen wir von Bord?", fragte Alma, die Cattie aufhob und an Darak weiter reichte.
"Du kommst von hier. Sag du uns, wohin wir gehen sollen." Constanzes bitterer Blick ruhte auf Darak. Dass sie seine Heimat und den Ort ihres Schicksalsschlages erreicht hatten, behagte ihr nicht und das sah man ihr deutlich an. Die Grimmigkeit stand ihr verbissen ins Gesicht geschrieben.
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Re: Ankunft in Sarma

Beitrag von Darak Luthrokar » Samstag 17. Juli 2010, 21:46

Die Tage verstrichen. Darak kam noch ab und an in den zweifelhaften Genuss von Jungfrauenblut denn wenn immer der Kater einsetzte begann er derart zu jammern dass die Amazonen ihn nicht selten wieder abfüllten. So gab er auch die ganze Zeit ruhe. Vielleicht gar keine schlechte Methode um Darak Luthrokar die Ruhe zu verschaffen die sein Geschlecht so dringend benötigt hatte. Während sein Magen eher unter dem Alkohol litt konnte sich sein Zentrum vollständig regenerieren. Nur eine kleine Narbe blieb zurück. Nicht unbedingt eine womit er würde angeben können…

Darak verhielt sich auffallend pflegeleicht und sorgte für keinen weiteren Zwischenfall mehr. Dennoch fühlten sich die Amazonen offenbar deutlich wohler solange er am Mast gebunden blieb und so wurde er auch nicht davon befreit bis die Sturmgöttin Land sichtete. Alma hatte dafür gesorgt dass Darak rechtzeitig ausgenüchtert wurde so dass er nicht verkatert anlegen würde. Die ganze Truppe befand sich beim Anlegen in einer ziemlich guten Verfassung. Darak war froh endlich wieder laufen zu dürfen und die Aussicht auf Land unter den Füssen streichelte seine Seele. Er durfte einfach nicht zulange darüber nachsinnen welches Land er betreten würde.

Sarma Sein „Zuhause“. Hier hatte der „alte“ Darak Luthrokar gelebt und für viele Sklaventreiber vor Ort war er es wohl noch immer. Darak war schon immer berüchtigt gewesen. Er hatte einen gewissen Ruf gepflegt die normalerweise keinen Schaden erlitten hatte wenn er plötzlich mal verschwunden war. Denn solche Aktionen hatte er schon öfters gemacht. Was verständlich war bei der Länge seines Strafregisters. Da war zeitweises Untertauchen ein taktisches Manöver.

Sarma… dieses verfluchte Drecksnest mit all diese wundervollen Huren und üblen Kerlen… mrhrmm… Er wollte es nicht zugeben aber irgend ein längst verstummter Teil in ihm freute sich insgeheim einwenig wieder „angekommen“ zu sein. Würde hier der alte Darak Luthrokar wieder zum Vorschein treten?

Sarma war schon immer jedesmal wenn man lange fortgeblieben war und wieder anlegte ein noch dreckigeres und noch düsteres Loch doch die Veränderung die er diesmal erkannte war weit drastischer. Der Krieg hier schien bereits vorüber und das Land annektiert… von dem Dunklen Volk. Überall lungerten Dunkelelfen und vereinzelt auch Orks herum obwohl es doch hiess dass die Dunkeln einen so heissen Ort wie diesen lieber mieden. Piraten liefen offen durch die Strassen und reichten sich die Hände mit den Sklaventreibern. Es schien so als hätte sich hier ein Nest für den gesamten Abschaum Celcias gebildet. Einen Pulk mit einem kriminellen Potenzial welches kaum noch in Worte zu fassen war. Darak schluckte leer und dennoch genoss er den vertrauten Boden unter seinen Füssen. Hier gehörte er hin, hier hatte er Jahrelang gelebt – als freier Mann. Die Minen waren kein Zuhause gewesen, Sarma schon. Hier hatte er Ruhm und Reichtum und jede Menge Huren genossen. Hier hatte er eine Existenz gehabt, ein Heim, ein Stammbordell und er hatte bei Händler eingekauft die ihm Rabatte gewährt haben damit er die Sklaven reicher Leute mit ihren Produkten fing. Ausserdem kannte er die meisten Adeligen des Ortes weil er mit ihnen Geschäfte gemacht hatte und natürlich kannte er die alten Halunken seines Berufsstandes. Doch er fürchtete dass selbst die Sklavertreiberei unter der Führung von der Dunklen Seite nicht mehr dieselbe war.

„Wir sind zu spät.“ Bemerkte Darak leise. Er kraulte sein treues Huhn. Hätte er Cattie doch bei den Amazonen gelassen hier in Sarma war es für dieses wunderschöne fette Federviech gefährlich. Wie für alle anderen Frauen auch. Frauen ohnehin galten als Freiwild es gab sogar Sultane die eine Rarität wie eine Alma kaufen würden nur um etwas anderes zu haben als alle anderen. Doch existierte dieser Adel überhaupt noch oder waren auch sie unterjocht und zu Sklaven gemacht? Dies konnte sich Darak nicht vorstellen denn diese Kerle waren derart Korrupt und Böse dass sie wohl kaum gegen die Pläne der Dunklen Seite vorgegangen wären… oder doch? Darak ahnte dass sie das ganze Ausmass des Krieges um Celcia nicht richtig eingeschätzt hatten.

"Ein schrecklicher Anblick. Wir müssen etwas tun." Darak schwieg. Wie tollkühn es doch gewesen war auszuziehen in der Meinung sie würden wirklich etwas bewirken können. Man musste diesen Ort nur anschauen um zu sehen dass andere Zeiten angebrochen waren!

Brütend heiss strahlte es auf die Gruppe hernieder und während Alma bereits schwitzte wie ein Schwein (schwitzen die überhaupt?) blieb Daraks Körper kühl. Sein Körper kannte diese Hitze und seine Haut war nicht umsonst für ewig so braungebrannt. Er hielt gewaltige Hitze aus vorallem jene die seinen Helm beinahe zum Glühen brachte, deshalb hatte er ihn einst, als er noch Geld wie Heu besessen hatte den Innenteil des Helmes mit einem speziellen Stahl aus Estria beschlagen lassen, ein Stahl der nicht so Temperaturempfindlich war. Ausserdem schützte das Lederinlet ebenfalls vor Verbrührung. Darak wusste dass er ihn hier in Sarma nur an den Hörnern anfassen durfte und nicht am kochend heissen Metall.
"Wir werden die Frauen retten" „Wir und welche Armee?“ hauchte er leise.

"Du kommst von hier. Sag du uns, wohin wir gehen sollen."
„Hör zu… ich weiss vorallem WIE wir uns hier zu verhalten haben. Ihr seid Frauen, viel zu viele um euch Frei hier zu bewegen.“ Etwas unsicher blickte er zu Constanze hin weil er wusste dass ihm sein Rat nicht gefallen wird. „Ihr solltet euch als meine Sklavinnen… respektive… Huren… oder Dienerinnen ausgeben. Man kennt mich hier und vielleicht geniesse ich noch die Privilegien alter Tage… ich weiss es nicht. Aber wir können zur „Schwarzen Spinne“ ins Bordell gehen… dort erhalten wir… ich… sicherlich Informationen darüber was hier in letzter Zeit so losgewesen ist… und eine Bleibe. Ausserdem habe ich dort noch Geld gebunkert, wenn wir Glück haben ist es noch immer dort!“

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Re: Ankunft in Sarma

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 4. August 2010, 12:05

Die Sonne brannte auf ihre Häupter, unablässig und heiß. Unter ihren Schuhen knirschte bereits der Sand, denn Sarmas Hafengebiet war nicht von Stein gepflastert. Die wichtigeren Anlegeplätze säumten wenigstens noch in den Sand getriebene Holzplanken, um den Sultanen und hohen Anreisenden etwas mehr Bequemlichkeit zu bescheren. Doch der übrige Hafen blieb eine Wüstenei wie die Stadt selbst auch.
Constanze verlagerte ihr Gewicht auf das rechte Bein, was ihre Hüfte zu einem wahren Blickfang machte. Sie schaute sich um. Ihr Blick schweifte über Dunkelelfen, welche den Schatten bevorzugten, Orks, die dem Glücksspiel frönten und Piraten, welche mit den Huren durch die Straßen flanierten. Der bizarre und eigentümliche Glanz Sarmas war noch mehr Korruption und Düsternis gewichen. Gut, die Stadt schmückte sich nicht gerade mit einem gesetzestreuen und friedlichen Ruf, aber sie hatte schon immer etwas Eigenes besessen. Es existierten romantische und abenteuerliche Geschichten von Dieben, geheimnisvollen Wunderlampen, schönen Bauchtänzerinnen und Edelsteinen, die wie Sterne am Firmanent funkelten. Geschichten aus tausend und einer Nacht. Das aktuelle Sarma bot nur Schauermärchen.
Constanzes Finger zuckten zum Schwertgriff, als sie mitansehen musste, wie einer der Piraten eine offenherzig gekleidete Hafenhure niederschlug. Ihre Zähne pressten sich aufeinander, in ihren braunen Augen blitzte es und sie machte einen Schritt vorwärts, als sich ein dunkelelfischer Söldner dem Spiel hinzu gesellte. Die arme Frau wurde auf offener Straße ihrer Kleidung entledigt und anschließend mitgeschleift.
Lilith legte Constanze eine Hand an den Oberarm. "Ich weiß, es schmerzt, aber so erreichen wir nichts."
Die Amazone nickte. Ihre Schwester hatte Recht. Ins offene Messer zu rennen, würde vielleicht der Hure helfen, aber nicht ihrer Sache. Sie mussten alle unterdrückten Frauen retten, wenn sie etwas bewirken wollten. Seufzend entspannte Constanze ihre Haltung. Sie wischte sich den Schweiß von der Stirn. Ein flüchtiger Seitenblick auf Darak zeigte ihr, dass er mit den Temperaturen vertraut war. Nicht ein Schweißtropfen stand auf seiner Stirn.

Schon sprach Constanze ihn an. Er hatte sich oft genug gerühmt, aus dem golden schimmernden Sarma zu kommen - jedenfalls in ihren Augen -, so konnte er nun sein Wissen unter Beweis stellen und sie führen. Darak jedoch wies erst einmal darauf hin, dass sie sich als Sklavinnen oder Dienerinnen, vielleicht sogar Huren ausgeben mussten, wenn sie auch nur einen Schritt weit kommen wollten.
Alma nickte auf seinen Vorschlag hin. "Als Dirne gehe ich wohl nicht durch, aber Heilerinnen werden überall gebraucht. Ich begleite dich, um eine Gesundheitsinspektion bei deinen Sklavinnen durchzuführen." Kein schlechter Plan. Selbst in Sarma achteten einige Sklaventreiber auf solch einen Umstand, vor allem jene, die viel "Ware" zwischenlagern mussten. Es sollte keine Seuche ausbrechen, für die man sie noch verantwortlich machen konnte. Almas Tarnung war perfekt.
Auch Lilith hätte sich wohl zu diesem falschen Spiel bereit erklärt, doch Constanze wimmelte ab. Ihr stolzer Blick verriet, dass sie sich eine solche Tarnung niemals auferlegen würde. "Wir sind Amazonen und somit niemals wieder Sklavinnen, Dienerinnen oder Huren, hast du das verstanden?! Bring uns zu diesem Bordell, dieser Schwarzen Spinne, doch bring und als das, was wir sind. Meinetwegen schicke Lilith als Diplomatin aus Xytras durch die Straßen und mich als ihre Leibwächterin, aber verwende in Bezug auf uns niemals die Worte, die du eben ausgesprochen hast." Ihre Stimme war mit jeder Silbe mehr von Zorn durchfressen worden. Am Schluss zischte Constanze nur noch, außerdem zitterten ihre Schultern. Darak würde sie unmöglich überreden können, die Rolle einer Sklavin oder Hure einzunehmen. Sie sträubte sich mit jeder Faser ihrer Seele davor.

Ehe es weitere Ausschweifungen geben konnte, warf Lilith mit sanfter Stimme und einer auf Daraks Schulter ruhenden Hand ein: "Als Diplomatin gehe ich sicherlich durch, ich bin wortgewandt. Außerdem arbeiten einige Amazonen mit den Piraten zusammen, was meine Anwesenheit erklären könnte. Ich suche in Sarma eine Ansprechperson zwecks einer angemessenen Entlohnung für die tapferen Söldnerinnen aus Xytras. Was meinst du? Könnten wir so bis zur Schwarzen Spinne gelangen? Wenn ja, führe uns dorthin." Die Elfe drückte Daraks Schulter, um ihn zu motivieren, diesen Plan zu wählen. Er würde auf dem Weg zu seinem Stammbordell dennoch aufpassen müssen. Sie waren drei Frauen, ein Mann und ein Huhn. Selbst wenn sich Lilith als Diplomatin ausgab, so konnte es immer noch Sklaventreiber geben, die Darak den Rang streitig machen wollten. In jeder sarmaer Gasse lauerte die Gefahr.
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Re: Ankunft in Sarma

Beitrag von Darak Luthrokar » Mittwoch 4. August 2010, 20:56

Darak senkte sein Haupt als er bemerkte was die beiden Amazonen für einen Moment ablenkte. Solche Szenen würden sie wohl noch öfters zu sehen bekommen. Sarma war ein wüstes Pflaster, schon immer gewesen und der Umstand dass hier nun die Dunkle Seite herrschte machte die ganze Sache nur noch schlimmer. Er seufzte. Er verstand selber nicht wie ihm diese Stadt damals so hatte gefallen können, wie ihm solche Szenen nichts ausgemacht hatten… dieser Umstand löste in ihm eine diffuse Angst aus. Dieser Ort symbolisierte sein altes Leben und er hatte Angst dass es ihm besser gefallen hatte als er sich selbst eingestand.

"Als Dirne gehe ich wohl nicht durch, aber Heilerinnen werden überall gebraucht. Ich begleite dich, um eine Gesundheitsinspektion bei deinen Sklavinnen durchzuführen." Er nickte. „Ja. Ich habe oft Heilkundige mit mir gehabt bei meinen grösseren Touren. Ich denke das könnte klappen.“ Meinte er und nickte ihr zu. Er streichelte seine Cattie. Ob er sie gescheiter an Bord gelassen hätte? Aber vielleicht würden sie ja nicht mehr dorthin zurückkehren! Es war für ihn undenkbar sie zu verlieren!

Dass Constanze widerstand zeigen würde, damit hatte er bereits gerechnet doch nicht damit wie heftig dieser ausfallen würde. Zumindest hatte er erwartet dass Lilith eingreifen und ihr so lange gut zureden würde bis die Amazonenhauptfrau ihr zuliebe einlenkte. Das war der positive Aspekt daran dass Constanze ausgerechnet die Leibwächterin von Lilith spielen wollte. Denn sie hörte auf Lilith und Lilith hörte auf ihn… so dachte er zumindest.

"Wir sind Amazonen und somit niemals wieder Sklavinnen, Dienerinnen oder Huren, hast du das verstanden?! „ Darak hob beschwichtigend die Arme. Er wollte nicht dass die Leute um sie herum bereits jetzt schon aufmerksam auf die Gruppe wurden. Eine Frau die SO vor einem Mann in Sarma aufbegehrte wurde ziemlich schnell und brutal zur Resonanz gebracht, zumindest würde man dies von Darak erwarten. Er wollte schliesslich seinen Ruf wahren um sich hier in Sarma gut bewegen zu können und nicht gleich in den ersten Minuten sein Gesicht verlieren.

“Bring uns zu diesem Bordell, dieser Schwarzen Spinne, doch bring und als das, was wir sind. „ „Beruhige dich!“ Zischte nun selbst Darak wesentlich resoluter. Er war hier in Sarma… und das wirkte sich leicht auf sein Verhalten aus. „Du bist eine Frau, hier in Sarma hat eine Frau nicht gegenüber einem Mann aufzubegehren! Dass weisst du doch! Wir sollten hier keine ungewollte Aufmerksamkeit erregen!

“Meinetwegen schicke Lilith als Diplomatin aus Xytras durch die Straßen und mich als ihre Leibwächterin, aber verwende in Bezug auf uns niemals die Worte, die du eben ausgesprochen hast." „Gut… aber ab jetzt.. bitte etwas… weniger amazonisch! Auch wenn es dir nicht passt aber hier geht es um wesentlich mehr als um irgendwelches Machtgeplänkel!“ Knurrte er einschneidend. Darak war beinahe unheimlich in seiner Reaktion. Kein Wunder, in letzter Zeit war er ja schliesslich selten ein Agressor gewesen sonder hatte mehrmals zünftig auf die Zwölf oder sein Zentrum gekriegt, was ihn eher zum Klagenden gemacht hatte.
"Als Diplomatin gehe ich sicherlich durch, ich bin wortgewandt. Außerdem arbeiten einige Amazonen mit den Piraten zusammen, was meine Anwesenheit erklären könnte.“ „Ja… das erklärt vielleicht deine Anwesenheit… aber es wird die hiesigen Sklaventreiber nicht davon abhalten dich als mögliche Beute zu sehen! Eine entführte Diplomatin ist unter Umständen einiges an Lösegeld wert! Huren die Bereits einem Sklaventreiber gehörten… und dann noch einem berüchtigtem wie mir, gelten wohl als weniger attraktives Ziel!“ Erwiderte Darak leicht gereizt. Warum vertrauten sie ihm nicht?

“ Ich suche in Sarma eine Ansprechperson zwecks einer angemessenen Entlohnung für die tapferen Söldnerinnen aus Xytras. Was meinst du? Könnten wir so bis zur Schwarzen Spinne gelangen? Wenn ja, führe uns dorthin."
„Es ist viel riskanter als es nötig wäre!“ Murrte er und setzte sich in Bewegung. Immer unruhig seinen Schwertknauf haltend.

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Re: Ankunft in Sarma

Beitrag von Erzähler » Samstag 7. August 2010, 11:05

Darak geriet bereits jetzt in eine sich immer stärker ausweitende Bredouille. Constanze verschränkte die Arme vor der Brust. Ihre Haltung zeigte Rebellion und sie wollte sich im Augenblick unter keinen Umständen beschwichtigen lassen. Stattdessen erhob sie immer lauter ihre Stimme.
Einige Hafenarbeiter in der Nähe schauten bereits neugierig zu der Gruppe herüber. Zum Glück sagte niemand etwas, nicht einmal der Dunkelelf, der sie beobachtete. Normalerweise hatte eine Frau in Sarma nichts zu melden. Für dieses Aufbegehren, das Constanze an den Tag legte, wäre sie mit zwanzig Stock- oder zehn Peitschenhieben zum Schweigen gebracht worden. Aber viele erkannten die Rüstung, in der sie steckte. Amazonen ließen sich nicht den Mund verbieten. Sie galten als Aufrührer und Verursacher von Problemen hier in Sarma. Denn sie sagten, was sie dachten.

Wenigstens beruhigte sich die Hauptfrau schnell wieder, nicht jedoch, weil Daraks Zischen ihr Ohr erreichte. Auch sie sah ein, dass für Diskussionen jetzt keine Zeit blieb. Sie mussten eilig zu diesem Bordell, Daraks Erspartes zusammenklauben und dann für ihre Mission kämpfen.
So nickte sie seufzend und lockerte ihre Haltung etwas. Ein durchdringender Blick folgte jedoch und er richtete sich auf Darak. "Natürlich weiß ich es! Oft genug bin ich von diesen Bastarden - und dir! - geschlagen worden, weil ich um Wasser oder meine Freiheit wimmerte."
"Conny." Lilith berührte ihren Arm, doch die Amazone wimmelte sie ab. Sie drehte sich herum, mied jeglichen Blick und betrachtete sich die Stadt unter der Sonne, die noch verkommener schien als Jahre zuvor.

"Gut ... aber ab jetzt ... bitte etwas ... weniger amazonisch! Auch wenn es dir nicht passt, aber hier geht es um wesentlich mehr als um irgendwelches Machtgeplänkel!" Cattie in seinen Armen gackerte unruhig. Daraks Stimme unter solcher Härte zu erleben, behagte dem Huhn nicht und auch Lilith starrte Darak an, als sähe sie ihn zum ersten Mal. Rasch trat sie an seine Seite, berührte seine Hand und den Arm, strich über beides und hauchte: "Sarma erhitzt unsere Gemüter. Wir sollten alle Ruhe bewahren."
"Wir sollten uns endlich in Bewegung setzen", brummte Alma. Ihre schwarze Heilertasche war schwer, die Sonne brannte ihr heiß auf die fettigen Haare und sie sehnte sich nach einem kalten Getränk. Außerdem wurde sie ungeduldig, wenn man stundenlang nur herum stand, anstatt endlich zu handeln. "Sei Diplomatin oder Hure oder sonstwas, Lilith, aber geh endlich los!"
Die Elfe nickte und bat Darak, sie zum Bordell zu führen.


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