Das Anwesen des Hauptmannes im Norden- Mörder und Wächter

Hier wohnen die Bürger Sarmas, vom einfachen Sklaven bis hin zum hohen Handelsherren oder angesehenem Magier. Je nach Reichtum und Machtverhältnis findet man hier kleine Barracken oder prachtvolle Anwesen aus Sandstein und Marmor.
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Das Anwesen des Hauptmannes im Norden- Mörder und Wächter

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 19. Januar 2011, 09:18

cf.: Faen Der Herrscherpalast; Erasmus Das Versteck der Wüstenrose

Langsam schob sich die schwarze Wolke am Himmel weiter und offenbahrte das silbrig weiße Leuchten des Mondes in der sonst so finsteren Nacht, welches sich glänzend wie ein feiner Teppich über die leeren Straßen legte. Eine Katze kreischte laut auf und Vögel flatterten aufgeschreckt in den Wipfeln der Bäume, welche vereinzelt an den zahlreichen Ecken des Viertels paltziert worden waren, um den Menschen Fruchtbarkeit und Leben vorzutäuschen. Doch seit dem Einzug der Dunkelelfen, wurden sich die Bewohner der Stadt dieser Illusion mehr als jemals zuvor bewusst. Die sonst noch reichlich besuchten Gassen waren ohne das hoch angepriesene Leben. Die Dunklen hatten eine Ausgangsperre verhängt und seit dem Angriff auf des Hauptmannes Sohn wurden Vergehen mit dem sofortigen Tod geahndet. Niemand wollte sich diesem Urteil unterziehen. Die Geschichten und Erzählungen über die erbahrmungslose Regentschaft der schwarzen Elfen.
Dennoch regte sich etwas in den finsteren Seitenstraßen Sarmas. Es war, als würde die Finsternis selbst die beiden Gestalten gebären und ihnen Leben einhauchen. Der schwache Mondschein erhellte für einen Augenblick das Gesicht einer jungen Frau und ihre grünen Augen funkelten erschrocken. Schnell zog sie den Kopf zurück und stieß dabei fast mit ihrem Weggefährten zusammen, dem Jäger aus den Nordlanden. Stumm setzte sie den Finger an die Lippen und gebat absolute Stille - Es war zu sehen, dass dieses junge Mädchen reichlich Erfahrung mitbrachte. Bei ihrem Unterfangen war jedes Wissen hilfreich. Erasmus jedoch befand sich in einer niemals erdachten Situation. Er, der Sohn eines einfachen Mannes, sollte einen der mächtigen Besatzer aus den Reihen der Dunkelelfen töten und war sogar eine Schlüsselfigur. Dabei wusste er nicht einmal warum, denn es war offensichtlich gewesen dass es im Versteck der Wüstenrose sehr viel mehr talentierte Mörder gab als ihn. Aber es gab keine Gelegenheit mehr Famina zu fragen, zumindest nicht ohne die Gefahr dabei entdeckt zu werden. Das wunderschöne Wüstenmädchen deutete mit zwei Fingern in die östliche Richtung und nickte Erasmus zu - Er sollte sich wohl vergewissern, dass sich dort niemand befand. Der Jäger reagierte nicht sofort. Er dachte an seine Begegnung mit Jaques und verdrängte die aufkeimenden Gefühle für seine Begleiterin, decke sich mit ausflüchten und ausreden ein, war aber schnell wieder beisammen, als er dunkle Umrisse am Eingang des Herrscherhauses wahrnahm. Vorsichtig tippte er Famina auf die Schulter und zuckte mit dem Kopf in die Dunkelheit. "Hm ... wir haben Glück.", flüsterte die Kämpferin. "Wenn wir den Informationen der Spione glauben schenken können, dann erfolgt bis zum Morgengrauen kein Wachwechsel mehr. Und obwohl mir die Tatsache, dass wir diese beiden dort beseitigen müssen, nicht gefällt, bleibt uns keine andere Wahl. Über die Dächer können wir nicht gehen ... es wurden überall Bogenschützen postiert." Famina, die um die Ecke gespäht hatte, zog sich zurück in die Gasse, legte einen Teil ihrer Kleidung um die Scheide ihres Dolches und zog die Klinge heraus - Der Stoff verhinderte das typische Surren des Metalls. Mit einer Handbewegung gebot sie Erasmus, es ihr gleich zu tun. "Erasmus. Die Gassen hier führen bis direkt an die Mauern des Hauses. Geh du dort hinten herum und halte dich an den Mond, gehe in seine Richtung sobald es dir möglich ist. Ich werde auf die andere Seite gehen und dort auf dich warten. Ich werde dir ein Zeichen geben und wir müssen beide Wachen gleichzeitig ausschalten ... pass auf dich auf.", meinte sich beinahe besorgt und verschwand von der Seite des Jägers. Er sah ihr noch eine Weile nach, aber nach einer Weile war ihr Körper von den Schatten verschluckt worden. Nun kam es auf ihn an. Er setzte sich in Bewegung und folgte Faminas Anweisungen. Es ging recht gut vorran, auch wenn er ein oder zwei Mal darauf warten musste, dass der Mond sich hinter einer Wolke hervorschälte. Ratten, alte Kisten und Fässer oder auch ein schwach erleuchtetes Fenster säumten den Weg des Jägers in der tiefen Nacht. Darauf bedacht keine aufmerksamkeit zu erregen musste er sich unter den bewohnten Häusern langsamer bewegen. Beinahe hätte man ihn entdeckt, als eine Hausfrau die Läden ihrer Fenster knallend verschloss - Doch die Dame hatte wohl keine Zeit oder keinen Mut in die Gassen zu starren. Allerdings geschah etwas, dass Famina und Erasmus nicht mit eingeplant hatten. Um eine Ecke schlenderte halb betrunken eine dunkelfische Wache. Sie schritt direkt auf den Jäger zu, der sich geistesgegenwärtig versteckte und in einer schmalen Einbuchtung verhaarte. Die metallischen Schritte kamen näher und man hörte das Rauschen von Stoff und das Knirschen von Leder. "Woh ischer denn, der kleine Freuhnd.", hörte man das Spitzohr in seiner Sprache lallen und als Erasmus um die Ecke spähte, sah er, dass die Wache direkt neben ihm stand und an ihrer Hose rumnestelte. Es musste eine Entscheidung gefällt werden - Der Jäger betrachtete seine Waffe eingehend. Er könnte das Spitzohr töten, es wäre ein Gegner, nicht einmal für den Jäger. Aber vielleicht würde er schreien - Erasmus war kein so guter Mörder wie Famina. Aber wenn er nichts tat, dann würde er vielleicht entdeckt werden und der Soldat würde um Hilfe rufen. Eventuell würde die Patrouille auch einfach wieder gehen, wenn sie fertig war ...

Es war ein langweiliger Abend für Shanil' Olan und obwohl die meisten seiner Kameraden lieber die Ruhe ihrer neuen Heimat genossen, fehlte dem elfischen Bogenschützen der Geruch des Schlachtfeldes und der staubige Geschmack seiner Befiederung, welche er vor jedem Schuss anzulecken pflegte. Seit dem Angriff auf die Familie seines Herren war dieser sehr vorsichtig geworden. Die Wachen waren verdreifacht worden und es gab immer weniger Freigänge in den letzten paar Wochen. Die meisten der Soldaten waren darüber erbost und es verwunderte Viele, dass sogar die eigenen Artgenossen niedergemacht werden sollten, solange sie nicht zum eigenen Haus gehörten. Er seufzte tief und prüfte die Sehne seines elfischen Langbogens. Er war perfekt. Doch ein lautes Klicken erregte seine Aufmerksamkeit. Verwirrt hob Shanil den Kopf und blickte sich um. zuerst dachte der Elf, sein Köcher wäre löchrig und ein Pfeil wäre zu Boden gefallen, dochso sehr er sich auch bemühte, nichts war zu sehen. Skeptisch begann er die spitze des turmes zu umrunden, damit er die andere Seite überprüfen konnte und tatsächlich sah er etwas sehr merkwürdiges. Ein Pfeil, eindeutig einer seines Volkes, steckte im weichen Sandstein der Mauer und zitterte in regelmäßigen Abständen. Erst nach ein paar Sekunden bemerkte Olan das Seil an seinem Schaft und verfolgte die Konstruktion mit den Augen. Sein Blick starrte in die Leere des Himmels. Doch dann erschien wie aus dem Nichts eine vermummte Gestalt. Der Wächter hob an zu schreien, doch ein widerliches, fleischiges Geräusch durchbrach seinen Mund. Er schmeckte sein Blut, versuchte zu schlucken oder zu spucken, doch nichts rührte sich mehr. Seine Beine haben nach und er sackte zusammen. In den letzten Augenblicken nahm er das Gesicht einer Elfe war und den Zweihänder in ihrem Griff. Ein verführerisches Lächeln erschien auf den Lippen und verdarb, durch eine Reihe spitzer Fangzähne. Dann brach sein Augenlicht und er fiel leblos zu Boden.
Lucifer zog seine Klinge aus dem Körper der Wache und leckte einen Teil des Blutes von der Schneide. Er schmeckte süßlich und war noch dick, denn der Tote hatte keine Zeit gehabt es mit seinem Adrenalin zu verdünnen. Der gelangweilte Blick des Dämons verhaarte nun auf dem gespannten Seil und auf Faen, die sich langsamer als er über die pragmatische Brücke hangeln musste. Nach einer gefühlten Ewigkeit erschien der weiße Schopf in der Ferne. Die Kapuze war ihr aufgrund der Bewegung vom Kopf gerutscht. Es war gefährlich, denn wenn jemand zufällig nach oben blicken würde, wäre der auffällige weiße Fleck verräterisch. Doch die Kriegerin kam unbehelligt auf dem höhsten Turm des Anwesens zum Stehen. Mit einer Handbewegung bedeutete Lucifer der Frau, sich hinzuknien. Mit dem Finger zeichnete er eine Skizze des Hauses in den losen Sand auf dem Boden. Die Nacht war im Moment klar und somit auf die Zeichnung. "Wir haben den obersten Turm erreicht. Ich hatte mit mehr Wachen gerechnet, aber wahrscheinlich wimmelte es weiter unten nur so vor denen. Das soll' uns nicht weiter kümmern, Elfe. Das Zimmer des Hauptmannes ist am anderen Ende dieses langen Ganges. Wir müssen den Turm runtersteigen und dann durch die große Haupthalle ... von dort aus sollten wir uns den Weg je nach Situation suchen: Die Mannschaftsquatiere oder die Küchen. Es führt beides zum Erfolg.", meinte Lucifer nachdenklich und stand auf. Mit einer schnellen Bewegung verwischte er das Sandbild, welches sie sonst hätte verraten können. Schnell versenkte er die lange Waffe in seinem Rückenhalfter und spähteüber den Rand. Einige Fackeln brannten auf den Wehrgängen und zeigten, dass mehr Leben in den Mauern des Hauses war als man hätte annehmen können. Es gab keine Türen im Turm. Nur einen Seilkorb, der am westlichen Rand des Plattform baumelte. Lucifer legte den Kopf schief, denn das Gefährt war am Boden und nicht oben beim Schützen. doch vielleicht war dass das Ergebnis des letzten Wachwechsels. "Wir werden klettern, Faen ... leg' deine Hände um meinen Hals." Der Ton war wie immer kalt und befehlshaberisch, aber etwas in seiner Stimmer veränderte sich zusehens. War es Erwartung? War es Freude? Egal wie sehr sich Faen anstrengte, es gelang ihr nicht herauszufinden, was Grund für seine Veränderung war. Dennoch tat sie, was er sagte und legte die Arme an die entsprechende Stelle. Es war warm und der Atem des Dämon brannte beinahe heiß auf der kühlen Haut. Mit einem Satz sprang Lucifer rücklings vom turm, nährte sich der Mauer und bremmste mit scharfen Krallen ab. Erstaut konnte Faen feststellen, dass die Fingernägel ihres Begleiters plötzlich länger waren und ihm den Halt ermöglichten. Stück für Stück senkte sich das Paar und rückte dem Boden näher. Aber dann brachte ein verräterisches Geräusch den Dämon zum Anhalten. Etwas quietschte und knarzte laut auf. Erst konnte sich Lucifer das nicht erklären, aber Faen hatte den Blick dafür nicht verloren. Sie erkannte, dass die Seilwind in Gang gebracht wurde und machte ihren Weggefährten darauf aufmerksam. Dieser knurrte und hielt die Stimme gesenkt. "Was bei allen ...", begann er zu fluchen und blickte gen Boden. In einem kleinen Korb hoben sich zwei Wachen zum Himmel - Höhstwahrscheinlich wollten sie dem Toten an der Spitze Gesellschaft leisten. "Deine Beine, Faen, halte dich damit an mir fest und erschieß die Beiden, bevor sie uns sehen können." Mit einem leisen Knirschen versenkte der Dämon siene Krallen tiefer im Stein, um den beiden mehr Halt zu geben ... jetzt kam es auf Faen an, denn wenn sie verfehlte, könnte ihre gesamte Unternehmung verloren sein.]
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Re: Das Anwesen des Hauptmannes im Norden- Mörder und Wächter

Beitrag von Faen » Freitag 21. Januar 2011, 20:41

Die Nacht war kühl geworden. Luzifer schien dies nichts auszumachen, sie selber spürte aber wie ihre Muskeln trotz der Anspannung steif wurden. Umso dankbarer war die Dunkle als Luzifer sie endlich etwas machen ließ. Der Bogen lag gut in der Hand und Luzifers Befehl führte sie zu seiner Zufriedenheit aus. Während er sich herüber hangelte ärgerte sich Faen still. Es nervte sie das er ihr Befehle erteilte und sich so verdammt gesickt am Seil anstellte. Auch wenn sie es nicht wahrhaben wollte, Faen wusste dass sie gegen ihn an diesem Seil wie ein nasser Sack wirken würde. Ihr Blick folgte Luzifer und sie ertappte sich bei dem Gedanken dass er doch herunter fallen sollte. Dann wäre der Pakt erledigt und vermissen würde sie dieses Scheusal sicherlich nicht. Doch, wie erwartet, kam er unbehelligt oben an und verschwand aus ihrem Blickwinkel. Faen wartete einige Sekunden und begann dann selber mit dem klettern. Sie fluchte lautlos vor sich hin und gab Luzifer an allem die Schuld. Erschrocken spürte sie wie die Kapuze von ihrem Kopf rutschte, doch nun war es nicht zu ändern. Als sie bei Luzifer ankam, ging sie auf sein Zeichen in die Knie und hob die Kapuze wieder an ihren Platz. Sie schaute den Dämon an und rechnete mit einem Rüffel, doch anscheinend hatte er es eilig. Ohne ein weiteres Wort begann er einen Lageplan in den Sand zu zeichnen und Faen bemühte sich ihm zu zuhören.
"Wir haben den obersten Turm erreicht. Ich hatte mit mehr Wachen gerechnet, aber wahrscheinlich wimmelte es weiter unten nur so vor denen. Das soll' uns nicht weiter kümmern, Elfe. Das Zimmer des Hauptmannes ist am anderen Ende dieses langen Ganges. Wir müssen den Turm runter steigen und dann durch die große Haupthalle ... von dort aus sollten wir uns den Weg je nach Situation suchen: Die Mannschaftsquatiere oder die Küchen. Es führt beides zum Erfolg."

Die Dunkle nickte stumm und stand kurz nach ihm auf. Während er das Sandbild zerstörte schaute Faen sich neugierig um. Fackeln ließen auf regelmäßige Wachgänge schließen. Der ganze Transport zum Turm lief über eine Seilwinde und einen Korb ab. Beunruhigt sah Faen das sich der Korb nicht oben bei ihnen befand. Sie wollte Luzifer sagen das es sehr unüblich war das ein einzelner Dunkelelf Wache hielt doch der Dämon kam ihr zuvor:

"Wir werden klettern, Faen ... leg' deine Hände um meinen Hals."

Faen zögerte. Zum einen begann sich seine Stimmung zu ändern, aber Faen verschloss sich der Grund. Das gefiel ihr gar nicht. Mehr und mehr beschlich sie das Gefühl das Luzifer ihr etwas Wichtiges verschwieg. Sie war wütend und so sagte sie auch nichts über die Unüblichkeit einer einsamen Wache. Langsam schloss sie die Hände um Luzifers Hals, sein Körper strahlte eine angenehme Hitze aus und Faen verspürte Freude darüber. Die Kälte begann ihr in die Knochen zu wandern. Mit diesen plötzlichen Temperaturschwankungen in Sarma hatte sie schon die ganze Zeit zu kämpfen gehabt. Sein Atem jedoch brannte unangenehm auf der Haut und am liebsten hätte sie los gelassen. Doch als er dann ohne jede Vorwarnung sprang klammerte sie sich völlig erschrocken an ihm fest. Ihr Herz pochte wie wild in ihrer Brust und die Dunkle spürte wie der Schreck all ihre Sinne geweitet hatte. Luzifer krallte sich in der Wand fest. Sie klammerte sich an ihm fest und atmete schnell ein und aus. Erst langsam erholte sie sich von ihrem Schreck und stellte erstaunt fest das Luzifer „Krallen“ gewachsen waren. Sie zog die Augenbrauen hoch und begann sich zu fragen was er mit seinem Körper noch anstellen konnte. Doch während er an der Hauswand herauf kletterte genoss Faen lieber den Moment der Ruhe um sich wieder zu beruhigen. Sie wollte Luzifer nicht die Genugtuung geben das er sie erschreckt hatte.
Dann wurde die Nacht durch ein quietschendes Geräusch gestört. Luzifer begann zu fluchen doch Faen wusste schon was geschah ehe sie es sah. Die Wache war wirklich nicht allein gewesen und der Rest war im Anmarsch.

"Deine Beine, Faen, halte dich damit an mir fest und erschieß die Beiden, bevor sie uns sehen können."

Faen schluckte hörbar, ihr Herz schlug wieder schneller und Adrenalin pochte durch ihre Adern. Diesmal war es kein Erschrecken sondern Angst. Um mit dem Bogen überhaupt treffen zu können musste sie sich nach hinten fallen lassen. Ihr einziger Halt waren ihre Beine und daran hing ihr ganzes Gewicht. Hinzu kam die Tatsache dass der Bogen ihr nie so zugesprochen hatte wie das Schwert. Luzifer krallte sich tiefer in die Hauswand fest und gab so Halt. Faen atmete tief ein und aus und umklammerte Luzifer mit ihren Beinen. Danach ließ sie seinen Hals zögerlich los und griff nach Bogen und Pfeile. Sie würde beide Hände brauchen, aber im Köcher konnten die Pfeile nicht bleiben also biss sie vorsichtig darauf. Sie schloss die Augen, lehnte sich nach hinten und spürte dass hinter ihr nichts als Leere war. Die Dunkle wollte die Hand nicht von Luzifers Schulter nehmen. Doch es nützte alles nichts, das quietschen wurde zu einem schreien in ihren Ohren. Als sie ausatmete ließ sie los und hatte das Gefühl zu fallen. Erschrocken riss sie die Augen auf und knallte im nächsten Moment gegen Luzifers Beine. Sie keuchte leise und erblickte zwei Dunkelelfen. Vorsichtig nahm sie den ersten Pfeil aus dem Mund und legte ihn an die Sehne. Es war völlig ungewohnt so zu zielen oder einen Bogen zu spannen. Ihre Beine begannen zu schmerzen ebenso wie ihre Hüfte die sich gegen diese ungewohnte Haltung wehrte.
Nach einem kurzen Augenblick und einer lautlosen Bitte an Faldor ließ sie den ersten Pfeil von der Sehne. Ohne seinen Flug zu verfolgen griff sie den nächsten Pfeil. Während sie danach griff hörte sie das schmatzende Geräusch von Fleisch das durchdrungen wurde. Der Pfeil lag auf der Sehne, diesmal blieb keine Zeit zum zielen, zögern oder nachdenken. Ein kurzer Blick und der Pfeil flog wieder auf sein angestimmtes Ziel zu. Diesmal erfolgte die Bitte an Faldor erst hinterher, sie schloss die Augen und griff nach einem weiteren Pfeil. Sicher war sicher. Obwohl es kaum Sekunden dauern würde bis der Pfeil treffen sollte kam es Faen wie eine Ewigkeit vor und sie hoffte inständig noch einmal dasselbe Geräusch und keinen Warnschrei zu hören.

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Erasmus Weidenfels
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Re: Das Anwesen des Hauptmannes im Norden- Mörder und Wächter

Beitrag von Erasmus Weidenfels » Freitag 21. Januar 2011, 22:34

Das Wetter war fast perfekt um nicht entdeckt zu werden, der Mond stand zwar hell leuchtend am Himmel, doch immer wieder wurde sein Licht von einigen Wolken verdunkelt und tauchte alles um den Jäger in eine tiefe Dunkelheit. Fast wie die Nächte unter den Bäumen, wenn das Blattwerk das Licht aufhält und der gesamte Wald wie die Leere selbst erscheint.
Zwar drang immer noch Licht von einigen Fenstern und Fackeln, jedoch waren sie meist Schwach oder zu weit entfernt um den beiden Mörder gefährlich zu werden.
Das einzige was den Jäger aus dem Norden störte, war der Gedanke an Jaques, der Verlobte Famina's. Warum auch immer lies ihn das Gefühl von Zorn nicht los was er für ihn empfand, er fand ihn recht Sympathisch als sie sich im Krankenzimmer trafen.
Erasmus war in Gedanken vertieft als seine Begleiterin ihn auf die Schulter tippte.

Hm ... wir haben Glück. Wenn wir den Informationen der Spione glauben schenken können, dann erfolgt bis zum Morgengrauen kein Wachwechsel mehr. Und obwohl mir die Tatsache, dass wir diese beiden dort beseitigen müssen, nicht gefällt, bleibt uns keine andere Wahl. Über die Dächer können wir nicht gehen ... es wurden überall Bogenschützen postiert." Sie spähte kurz um die Ecke und wickelte dann ein teil ihrer Kleidung um die Dolch-scheide, dann zog sie den Dolch und man kannte das typisch, metallene Schleifen nicht hören, dann wies sie ihn an das selbe zu tun. "Erasmus. Die Gassen hier führen bis direkt an die Mauern des Hauses. Geh du dort hinten herum und halte dich an den Mond, gehe in seine Richtung sobald es dir möglich ist. Ich werde auf die andere Seite gehen und dort auf dich warten. Ich werde dir ein Zeichen geben und wir müssen beide Wachen gleichzeitig ausschalten ... Pass auf dich auf." sagte Famina etwas besorgt und verschwand dann in den Schatten. Nach wenigen Augenblicken des Nachschauen, begab sich schließlich der junge Jäger auf den Weg und lief die Gassen entlang.

Die erste Zeit gab es, bis auf einen kurzen Schockmoment, keine Hindernisse. Jedoch fast am Ende der einen Gasse angelangt, torkelte plötzlich ein Dunkelelf um die Ecke und Erasmus versteckte sich rasch in einer dunklen Einbuchtung zwischen den Gebäuden.
Warum kommt hier ein einzelner Dunkelelf, Patrouillen sind normal immer zu Zweit unterwegs. Diese Frage jedoch war recht überflüssig als Erasmus den Elfen vor sich hinlalte und versuchte sein bestes Stück aus seiner Hose zu bekommen um sich wahrscheinlich zu erleichtern.
Das dunkelhäutige Spitzohr stand direkt neben dem Versteck des Jägers und nun war es daran eine Entscheidung zu treffen. Sollte er versuchen ihn zu töten oder hoffen das der Alkoholgehalt reichte um sich unentdeckt zu halten.
Mir fehlt das Geschick mit einer Klinge umzugehen und der Bogen würde ihn nicht Augenblicklich töten, er könnte schreien und damit Alarm geben... Ich hoffe er sieht mich nicht und torkelt gemütlich weiter seine Runde
Dann zog Erasmus seine Nahkampf-Waffe und sobald der Dunkelelf sein Versteck finden würde, hätte er keine Zeit mehr nach Hilfe zu brüllen. Der Jäger legte sich auf die lauer, jedoch war seine Beute ein betrunkener Elf der sich gerade erleichterte.
Dann hörte er das Wasser laufen und es plätscherte gegen die Wand, der typische Urin Geruch ging dem Jäger in die Nase, das machte ihm aber recht wenig aus, da er schon schlimmere Gerüche vom aus weiden verschiedener Tiere kannte.
Dann stoppte es und man hörte wie der Elf sich wieder einkleidete um dann genüsslich seinen Feierabend zu genießen.
Ein Glück das dieser betrunken war, ein Nüchterner hätte mich sofort entdeckt.
Erasmus wartet noch einen Augenblick, spähte wieder um die Ecke und sah 2 Häuser weiter den Dunkelelfen mit dem Rücken zu ihm die Gasse entlang gehen.
Weiter geht’s
Dann ging der Nordinsulaner weiter und folgte dem Weg den Famina ihn beschrieben hatte.

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Re: Das Anwesen des Hauptmannes im Norden- Mörder und Wächter

Beitrag von Erzähler » Samstag 22. Januar 2011, 18:30

Es dauerte eine Weile bis der Dunkelelf den Pfad des Jägers verließ und in südlicher Richtung zum Marktplatz abbog. Erst als seine Schritte verhalten, wagte es der Jäger seinen Pfad fortzusetzen und sich an den Plan zu halten. Vermutlich hockte die Wüstendiebin schon hinter den Spitzohren und wartete nur auf Erasmus. Nach einer gefühlten Ewigkeit stieß dieser gegen eine hohe Mauer und musste mit Schrecken feststellen, dass auf dem Wehrgang mehr als nur eine betrunkene Wache die Runden drehte - Tatsächlich konnten die scharfen Augen des Jägers vier wandernde Lichter ausmachen. Er musste lauschen, denn vielleicht hatte man den jungen Mann bereits entdeckt, aber es erfolgten keine Warnrufe oder ein aufgebrachtes Tuscheln, welches in der stillen Nacht sicherlich zu hören gewesen wäre. Ein einsames Husten drang von oben herab und jemand lachte herablassend. Das metallische Scheppern und ein leiser Fluch erklangen noch und dann hörte man die Wachen ihre runde fortführen. Der Jäger seufzte erleichtert. Ein letztes Mal blickte er in die Höhe. Der Turm dieses Herrschaftshauses war so gewaltig, dass man ihn sogar sehen konnte, wenn man wie Erasmus, dicht an die Mauer gepresst stand. Etwas Mondlicht fiel auf zwei kleine Punkte, welche sich Stück für Stück an diesem Bauwerk herunter ließen. Vollkommen absurd und als der Jäger nochmal hinsah, war dort nichts mehr. Seine Augen hatten ihm einen Streich gespielt, mehr nicht. Er setzte seinen Weg fort, denn Famina würde ihn sicherlich dafür rügen jetzt die sarmische Architektur zu bewundern. Sein federnder Schritt hallte kaum und nur das Rauschen des Umhangs machte sich bei ihm bemerkbar. Die Jahre der Jagd und des Pirschens zahlten sich langsam aus. Endlich erreichte er das große Tor und konnte die zwei Wächter genau sehen - Wahrscheinlich achteten sie nicht auf ihre Flanken, weil es dort eigentlich andere Dunkelelfen geben sollte, doch da Erasmus gesehen hatte in welchem Zustand diese waren, konnte er sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Etwas bewegte sich auf der anderen Seite. Faminas grüne Augen blitzten in den Schatten auf. Kurz darauf ihre Klinge. Mit der Hand versuchte die junge Schönheit ihrem Begleiter ein Zeichen zu geben, er solle auf ihre Ablenkung warten und dann von hinten zu schlagen. Wild deutete die junge Dame auf sich und dann schob sie beide Hände von sich, erst dann verwies sie auf den Stich mit dem Kurzschwert. Mit rausgestrecktem Daumen signalisierte Famina ihre Bereitschaft und erst als Erasmus es ihr gleichtat, begann sie damit, ihren Schulterschutz zu lösen und halbentkleidet aus der Gasse zu torkeln. Im Schein der Fackeln am Tor, konnte der Jäger sehen, dass sie sich selbst verletzt hatte und Blut aus mehren kleinen Strichen trof. Doch für den Jäger entstand nun eine ganz andere Frage ... wie hatte es Famina geschafft ihr Messer zu verstecken oder viel mehr gesagt ... wo? Allerdings blieb dem Jäger keine Zeit sich darüber lange Gedanken zu machen, denn die Wachen wandten sich nun ihr zu und schauten recht verduzt auf das halb entkleidete Mädchen. Diese Überraschung hielt jedoch nicht lange an, denn sofort stahl sich ein erregte Grinsen auf die jungen Lippen. Dunkelelfen verachteten die Menschen, aber wenn man sich nach einem langen Wachtag an einer verletzten Schönheit wie Famina vergehen konnte, dann war man als Rundohr gut genug. Beide Männer schauten sich viel sagend an und derjenige, der noch nah bei Erasmus stand, lehnte sich an die Mauer und wollte warten, bis sein Kamerad fertig war. Es gab keine andere Möglichkeit mehr. Erasmus musste es jetzt tun oder diese Gelegenheit würde verfliegen. In der Zwischenzeit beugte sich der andere Soldat über die Wüstendiebin und ließ etwas Speichel aus seinem Mund tropfen, um damit die Haut Faminas zu benetzen. Er konnte seine kleine Tat nicht einmal vollenden, denn schob zog die junge Frau ihren Dolch hervor, den sie zwischen den Beinen versteckt hatte, den Griff bedeckt mit ihrem Beinschutz. Schmatzend drang die Klinge in den Hals des nun Toten ein, drehte sich kurz und schabte damit die Stimmbänder aus. Der Mann verlor sein Leben und die Fähigkeit zu sprechen in einem Stich. Es waren Sekunden die nun fehlten. Der übrige Wächter würde bald bemerken, was geschehen war ... "Erasmus, bitte ...", flüsterte sie leise und starrte den letzten Dunkelelfen an.

Schmatzend grub sich der hölzerne Pfeil in den Schädel des ersten Soldaten, welcher daraufhin sofort zusammenklappte und tod am Boden des Korbes liegen blieb. Sein Kamerad wandte den Kopf vollkommen verwirrt in alle Richtungen und hob zu einem Schrei an, als ihn ein weiteres Projektil in den Hals traf. Er röchelte und versuchte die Blutung mit der Hand zu stoppen, aber immer mehr Lebenssaft quoll hervor und benetzte den mit Brettern beschlagenen Fußboden. Allerdings genügte das nicht, damit er schwieg. Mit letzter Kraft zwang er seinen Mund auf und presste einen warnenden, nassen Ruf aus der Kehle. Er verhallte in der endlosen Nacht, kaum hörbar, aber man konnte bereits sehen, dass der zweite Schrei deutlicher werden würde. Bevor jedoch etwas passieren konnte, schob sich krachend ein dritter Pfeil in die Stirn des nun Toten. Das Licht in seinen Augen brach und das Ende hatte nun auch ihn ereilt. "Hast du es endlich geschafft ... du wirst langsam schwer?!", keuchte Lucifus gespielt. Er konnte es sich nicht verkneifen die Dunkelelfe erneut herab zu würdigen. SEine Augen blickten kurzerhand über die Schulter und vergewisserten sich, das sniemand den kleinen Zwischenfall bemerkt hatte. Ohne Vorwarnung, setzte der Dämon seinen Weg nach unten fort und achtete je näher sie dem Boden kamen darauf, seine Klauen leiser in das Mauerwerk zu schlagen.
"Wir müssen runter vom Hof.", verkündete Lucifer und schaute sich um, während Faen langsam von seinem Rücken stieg. Vorsichtig bewegte sich die falsche Elfe in dei Dunkelheit und war nun heilfroh über den verbergenen Umhang. Die Haare hätte wie Feuer geglüht. Schritte ertötönten aus einem schmalen Gang zu ihrer Rechten. Stimmen wurden laut. Es blieb kaum Zeit dafür, aber Lucifer und Faen begutachteten ihre Umgebung. Sie befanden sich in einer Art Vorhalle. Viele Flure gingen von hier aus tiefer in das Gebäude hinein und nur wenige Fackeln erhellten die Wände. Trotz der vielen Schatten gab es nur wenig Möglichkeiten sich zu verstecken. Plötzlich knirschte etwas hinter den Eindringlingen. Für Faen war es eindeutig das Geräusch einer sich spannenden Sehne. Langsam wandten sich beide um und sahen direkt in das Gesicht zweier Bogenschützen. Sie Schritte in den Gängen waren so laut gewesen, dass man die weniger hallenden Laute hinter sich nicht gehört hatte ... ihr Fehler. Eindeutig. "Was macht ihr hier?", fragte einer der Wächter und versuchte unter die Kapuzen zu blicken. Hinter Ihnen kam nun auch die andere Patrouille aus der Dunkelheit, erkannten die Situation und eilten auf das Geschehen zu. Lucifer grinste und stuppste Faen mit dem Arm leicht an. Sein Kopf ruckte nach hinten. Plötzlich bewegte er sich und sofort schoß der Bogen des einen Wächters herum, der Pfeil wurde losgelassen und hätte den Dämon direkt zwischen die Augen getroffen, wenn dieser nicht schnell genug abgetaucht wäre. So flog das Projektil über das vermeindliche Ziel und durchbohrte schlagartig den Rachen eines heranrückenden Wachmanns, welcher stumm und blutend zu Boden ging. Es musste nun schnell gehen. Lucifer tauchte vor dem Schützen auf und zertrümmerte mit einem Kinnhaken dessen Schädel. Der zweite Soldat wich zurück und hob an zu schreien, doch schnell umschloß der Dämon mit seiner Hand den Mund des Mannes, rammte ihn mit dem Hinterkopf gegen die Steinmauer und sorgte somit für Ruhe. Seine kalten Augen fixierten Faen und mit Vergnügen sah er, dass sie die Sache gekonnt erledigt hat. "Du scheinst ab und an ja doch zu etwas zu gebrauchen zu sein. Weiter." Lucifer begann damit die Leichen einzusammeln und in einen nahen Raum zu werfen. Das Blut ließ er auf die gewohnte Weise in seiner Haut verschwinden. Dabei leckter sich mehrmals über die Zunge. Der weg war frei, für den Moment. Leise und gebückt schlichen die Eindringlinge weiter und versuchten möglichst wenig Aufsehen zu erregen. Sie erreichten eine Tür mit magischen Bannrunen darauf. Lucifer fluchte leise. "Verdammt ... das ist die Tür für den inneren Komplex. Wir müssen dadurch, wenn wir den Hauptmann erreichen wollen. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, der Hauptmann hat ziemlich viel Angst vor der Außenwelt. Versuch du dich an diesem Ding, ich werde mich umsehen und vielleicht gibt es einen anderen Weg.", meinte der Dämon und verschwand um die Ecke ... seine Schritte verhalten sehr schnell.
Nun war Faen allein. Sie warf einen Blick auf die Symbole. Es waren dunkelelfische Schriftzeichen, eindeutig. Sie waren mehr als interessant angeordnet. Wenn man ehrlich war, so ergaben die Zeichen gar keinen Sinn. Vorsichtig berührte die Dunkelelfe eine Platte und bemerkte, dass diese lose war. Man konnte sie einfach herausziehen. Dahinter lag ein kompliziertes Zahnradsystem. Sicherlich würde mit der richtigen Plattenstellung auch das Werk in Bewegung geraten und das Schloss würde sich öffnen. Faen überlegte und untersuchte das Bild nochmals genau. Ob sie eine Lösung finden würde?

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Re: Das Anwesen des Hauptmannes im Norden- Mörder und Wächter

Beitrag von Faen » Freitag 28. Januar 2011, 20:16

Faen atmete erleichtert auf als der zweite Wächter tot zu Boden glitt. Sein Schrei hatte bei ihr Unruhe verursacht und, noch während sie kopfüber an Luzifers Hüften hing, schaute sie sich panisch um ob irgendwoher Verstärkung anrückte. Doch erst einmal blieb alles ruhig, bis auf Luzifer der wieder einmal meckern müsste.
Sie grummelte leise und zog sich keuchend hoch. Ihre Gliedmaßen fingen an zu kribbeln als sie endlich wieder in einer gewohnten Haltung waren. Ohne weiter auf Luzifer einzugehen legte sie ihre Arme um seinen Hals, umklammerte seine Taille weiter mit ihren Beinen und legte ihren Kopf gegen seine Schulter. Sollte er klettern, sie brauchte eine Verschnaufpause.

Als sie im Hof ankamen seufzte Faen leise als sie sich von Luzifer löste. Wenigstens taten ihre Beine nicht mehr weh als sie sich ausgiebig streckte.

"Wir müssen runter vom Hof."

Als sie Luzifer anschaute hatte sie das Gefühl er würde mit der Dunkelheit verschmelzen. Der Umhang erwies sich als durchaus brauchbar. Ein ungutes Kribbeln machte sich in ihrem Magen breit als sie Schritte hörte, trotzdem begutachteten sie ihre Umgebung. Kaum Fackeln, kaum Versteckmöglichkeit aber eine Unmenge an Fluren und Gängen. Der Dunklen gefiel dies gar nicht. Während sie neben Luzifer stand und überlegte wohin sie gehen sollte hörte sie ein vertrautes Geräusch hinter sich. Eine Bogensehne die gespannt wurde. Sie spürte wie wieder Adrenalin durch ihr Blut floss. Langsam drehte sie sich um und starrte den Schützen an. Dieser stellte die übliche Frage und versuchte ihre Gesichter zu erkennen. Ein Wächter allein war keine Herausforderung dachte Faen erleichtert. Doch als würde jemand ihren Gedanken strafen wollen folgte ein Trupp weiterer Dunkelelfen. Luzifer stieß die Dunkle grinsend in die Rippen und ruckte mit dem Kopf nach hinten. Faen stockte kurz und verstand dann. Als Luzifer herum wirbelte drehte auch Faen sich weg und zog ihr Schwert. Sie hörte den Bogen und kurz danach auch wie der Pfeil traf. Ihr Blick huschte zu Luzifer doch der wandte sich gerade dem Schützen zu.
In ihr selber spürte sie wieder die Vorfreude in ihren Adern, das Adrenalin das durch ihren Körper pumpte. Der Schlag des ersten Wächters parierte sie und schlug ihm dann ihren Ellenbogen gegen den Kehlkopf. Sie spürte wie der Knochen nachgab, aber wie in jedem Kampf drangen Geräusche nur gedämpft an ihr Ohr und sie verschwendete keinen Gedanken daran genau zu überprüfen ob ihr Gegner tot war.
Sie lief auf den anderen Dunkelelf zu, beide Klingen schlugen aneinander, sie spürte wie die Kraft in ihren Muskeln vibrierte und das Metall kreischte. Es dauerte einige Schläge bis es Faen gelang ihren Gegner gegen das Knie zu treten. Es brach und der Dunkle fing an zu schreien. Kurzerhand schlug sie mit dem Schwert zu und enthauptete ihn. Schlagartig war es wieder still. Faen holte tief Luft und wischte sich mit dem Handrücken das Blut aus dem Gesicht. Sie hatte sich am Oberarm verletzt. Die Wunde war nicht tief und blutete kaum noch. Unweigerlich musste Faen grinsen, seltsamerweise schmerzten die unbedeuteten Wunden meist mehr als die gefährlichen.

Luzifer kam zu ihr und verkündete grinsend dass sie hin und wieder doch zu etwas gebrauchen sei. Was andere als Kompliment auffassen würden klang für Faen nach blankem Hohn. Sie knirschte mit den Zähnen, reinigte ihre Klinge grob und steckte sie wieder weg. In der Zwischenzeit ließ Luzifer die Leichen verschwinden. Schließlich gingen sie mit schnellen aber leisen Schritten weiter und erreichten als bald eine Tür mit Bannrunen. Luzifer fluchte.

"Verdammt ... das ist die Tür für den inneren Komplex. Wir müssen dadurch, wenn wir den Hauptmann erreichen wollen. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, der Hauptmann hat ziemlich viel Angst vor der Außenwelt. Versuch du dich an diesem Ding, ich werde mich umsehen und vielleicht gibt es einen anderen Weg."

Mit bedächtigen Fingern strich Faen über die einzelnen Platten und schob diese hin und her. Doch egal wie sie diese verschob es machte keinen Sinn für sie. Sie sah einzelne Buchstaben, vermutete eins oder mehrere Wörter dahinter. Doch keines machte Sinn. Sie seufzte und lehnte sich an die gegenüberliegende Wand. Mit etwas Abstand würde es vielleicht Sinn ergeben, doch je länger sie darauf starrte desto weniger schien ihr die Lösung greifbar. Schluss endlich sah sie nur noch schwarze Striche. Sie seufzte und konnte sich schon lebhaft ausmalen was Luzifer zu ihrem Scheitern sagen würde.
Als er schließlich wieder neben ihr auftauchte schüttelte sie den Kopf:

„Ich komme nicht auf die Lösung. So viel ich auch probiere und versuche, es macht keinen Sinn. Wenn dir nicht die Lösung einfallen will müssen wir einen anderen Weg einschlagen. Das hier ist für mich eine Sackgasse.“

Sie verschränkte die Arme vor der Brust, senkte den Kopf etwas und starrte die Bannrunen böse an. Wie sehr sie diese Art von Rätseln doch hasste.

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Re: Das Anwesen des Hauptmannes im Norden- Mörder und Wächter

Beitrag von Erasmus Weidenfels » Montag 31. Januar 2011, 23:30

Er wusste zwar nicht ganz genau wie, aber seine Flinkheit vom jahrelangen Jagen hatte sich in solch einer Situation eindeutig bezahlt gemacht. Er war vorbei an allen Wachen die ihm auf dem Weg entgegen kamen und stand nun in einer dunklen Gasse mit freien Blick zum Haupteingang mit den beiden Wachposten. Dann sah er auch schon seine Begleitung auf der anderen Seite, diese wies ihn mit den Händen irgendwas... Er konnte es nicht eindeutig sagen was, aber er würde mal schauen was Famina macht und wie er darauf reagieren konnte. Dann zog sie ein Teil ihrer Rüstung aus und trat in das Fackellicht des Tores. Möge die Jagd beginnen dachte Erasmus nur und hielt das Kurzschwert bereit zum zuschlagen. Die beiden Wachposten waren als erstes erstaunt über das Auftreten der Frau, doch das erstaunen wich einem gemeinen, angeheiterten lächeln und die blicke der beiden mehr als eindeutig. Dann ging der erste der Dunkelelfen auch schon auf Famina zu, während der andere sich gegen die Mauer lehnte und mit den Gedanken sicherlich nicht mehr am Tor war, sondern eher schon bei der wunderschönen Frau. Die Wache bei Famina warf sich förmlich über sie her und blieb dann plötzlich still, dann sah der Jäger mit seinem verschärften Blick ein kurzes Funkeln der Klinge. Na dann los dachte der Jäger und ging aus dem Schatten.
Der zweite Wachposten schaute verwirrt rüber zu seinem Kollegen und fragte ihn anscheinend etwas auf seiner Sprache, als dieser nicht antwortete griff er nach seiner Klinge und holte tief Luft um nach Verstärkung zu brüllen. Doch leider kam er nicht weiter, denn Erasmus hatte mit seinem Schwert nach dem Kopf der Wache geschlagen, das Schwert traf am Hals und schnitt sich halb durch den Hals. Das einzige Geräusch was nun noch von der Wache kam, war ein wildes Gurgeln und der Aufprall auf den Boden. Dann stach der Jäger nochmal in das Herz, um jeden weiteren Schmerz zu beenden... Das hatte er von seinem Vater gelehrt bekommen, denn Qualen von dem Wissen von dem baldigen Tod, sind schmerzhafter als der Tod selbst.

Er wischte die Klinge ab und schaute auf Famina, die hatte gerade den Körper der anderen Wache in die eine Gasse gezehrt. Dass tat der Jäger ihr nach, auch wenn die beiden großen Blutlachen auf dem Boden von jenem Mord ein Beweis lieferten.
Dem Jäger war etwas mulmig im Bauch, bei dem Gedanken das diese Kreaturen vielleicht auch Familie hatten. Zwar waren es die Dunklen die angegriffen haben, doch war das töten eines fast menschlichen Wesens schwerer zu verkraften als das eines Tieres. Diese Emotionen hatte er nicht bei den Töten der Sklavenjäger gehabt, aber nun bei den Morden eines Feindes.
Ihm fiel auch schnell der Grund auf, bei den Sklavenhändlern war sein eigenes Leben in Gefahr und hätte er nicht getötet wäre er niemals weiter als nach Sarma gekommen.
Dann war er wieder mit seinen Gedanken in der jetzigen Situation, sie mussten schnell weiter, bevor eine andere hier auftauchen und das fehlen der beiden bemerkt.

„Dann wollen wir mal lieber schnell weiter...“ flüsterte der Jäger und Famina schaute sich das Tor an. Hoffentlich war der Jäger nicht gezwungen andere Menschen zu töten, nur zu seinem eigenes Schutz wäre noch akzeptabel, aber nicht sinnlos...

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Re: Das Anwesen des Hauptmannes im Norden- Mörder und Wächter

Beitrag von Erzähler » Sonntag 20. Februar 2011, 18:01

Famina scharrte etwas Sand über die großen Blutflecke, damit das Mondlicht Schwierigkeiten hatte das tödliche Rot zum glänzen zu bringen. Das würde für einen gewissen Zeitraum die Anwesenheit der beiden Mörder verschleiern, aber dennoch mussten sie sich beeilen. Die Wüstentochter begab sich zum großen Tor und überprüfte die Verschläge. Es klapperte laut, aber keineer der Flügel gab nach - Es war verschlossen. Die Wachen hatten mit Sicherheit keinen Schlüssel bei sich, sondern gaben nur ein Zeichen, damit man den Riegel von Innen löste.
"Das war zu erwarten, aber es gibt andere Wege in das Innere zu gelangen, Erasmus. Du musst mir helfen."
Sie deutete auf die Verzierung am oberen Ende des Eingangs. Dort hatte ein recht begabter Künstler mehre Aussparrungen vorgenommen und zeigte das Bild einer atemberaubenden Schlacht. Der Jäger würde sich nicht sicher sein, was an diesem Werk so hilfreich sein sollte, aber trat etwas näher, als die Wüstentochter ihn herbeiwinkte.
"Räuberleiter, mein Freund.", flüsterte sie leise und zwinkerte kaum merklich. Es dauerte eine kleine Weile bis Erasmus mit Sicherheit verstand, was die junge Frau meinte und half ihr dabei, nach oben zu steigen. Geschickt wie sie war, schlängelte sich Famina durch eine besonders großzügige Aussparung unter dem Korpus eines gewaltigen Schlachtrosses. Sie verschwand mit einem gespielt kindischen Salut hinter dem Holzverschlag. Der Jäger war alleine und lauschte in die Nacht, aber es blieb still. Dann plötzlich ertönte ein ersticktes Gurgeln und ein winziges Rinnsal Blut lief unter dem Holztor hindurch. Ob Famina erwischt worden war und ein Pfeil hat sich durch ihr Herz gebohrt? Der Jäger lauschte stärker, doch kein Laut ertönte. Nach einiger Zeit, die Erasmus wie eine Ewigkeit vorkommen musste, erklang das Geräusch von mehren Mechanismen auf der anderen Seite des Eingangs und knirschend öffnete sich der linke Flügel. Für den Bruchteil einer Sekunden fühlte sich Erasmus ertappt, aber dann leuchteten die wunderschönen grünen Augen der jungen Frau auf, welche ihn zu sich winkte.
"Entschuldige Erasmus! Ich musste den Leichnam der Wache wegschaffen ... die haben hier drinnen mehr Bogenschützen auf den Wänden als ich dachte."
Beide hileten sich nahe an der Mauer um vor den wandernden Fackeln unentdeckt zu bleiben. Sie nährten sich einem größeren Gebäude und schlpften wie zweiu Schatten in das Innere. Es roch nach Blut, aber zu sehen war nichts. Das machte beide Gefährten stutzig. "Etwas stimmt hier nicht, ich glaube, wir sind nicht mehr allein." Sie gab ein Zeichen zu folgen und öffnete eine der Türen im Flur.
"Die Wachn sind mir zu zahlreich also haben Mutter und ich einen Weg gefunden, zu den hohen Gemächern zu kommen, ohne dabei das ganze Gebäude durchqueren zu müssen. Es ist eigentlich ein Fluchtweg für den Hauptmann, aber wenn man weiß wie, dann kommen wir auch anders herum zu ihm." Sie schlüpfte durch die Tür und blieb starr vor Schreck stehen. Ein ganzer Haufen Leichen türmte sich vor der jungen Frau auf, Erasmus folgte und sah das mörderische Werk deutlich vor sich.
"Ja, wir sind eindeutig nicht mehr alleine ... die Mörder des Feldherren scheinen bereits hier zu sein." Blutlachen sickerten durch die Steine des Bodens bis auf den Flur. "Wir müssen das Blut entfernen, bevor ..." Dunkelelfische Stimmen ertönten im Eche des Gebäudes und Famina schlug die Tür zu. Mithilfe der Leichen konnte sie den Eingang blockieren. Beide warteten stumm und gerade als sie dachten, es wäre alles nochmal gut gegangen, versuchte jemand die Tür zu öffnen. Der Leichenberg wackelte.
"Ist da jemand drin? Hallo? Hey!"
Faminas Augen zeigten Besorgnis. Sie musste den Verschlag halten. "Erasmus, dort hinten im Raum findest du Kordeln. Du musst sie in der korrekten Reihenfolge ziehen, damit sich der Geheimgang öffnet ... die Lösung findest du im Test, unter den Seilen, schnell." Sie stemmte sich mit aller Kraft gegen die Tür, welche nun von sicherlich drei Wachen belagert wurde.
Der Jäger nickte nur und verschwand im hinteren Teil des Raums. Er bemerkte, dass die Seile unterschiedliche Farben hatte. Das Linke war schwarz, das in der Mitte rot und das Rechte von goldener Farbe. Darunter prangte eine große Steinplatte mit folgendem Text eingraviert:
'Der Panther jagt den Phönix bei Nacht.
Die Nacht ist des Feuervogels Feind.
Die Sonne vertreibt des Panthers Freund.
Die Nacht die Sonne hasst, der Panther den Phönix jagd.
Jagd bis die Ewigkeit in Schatten versinkt.'
Würde der Jäger schnell genug die richtige Reihenfolge erraten können, bevor die Wachen einen riesigen Kampf porvozieren würden?


"Das war ja fast zu erwarten!", erklang die süßliche Stimme Lucifers und die falsche Dunkelelfe hangelte sich von der Decke herab. Auf dem bösartigen Gesicht strahlte Schadenfreude und die perfekten Zähne bildeten ein gehäßiges Grinsen. "Ich genieße es, wenn du versagst, Faen, wirklich sehr." Zufrieden mit der geistigen Niederlage seiner Gefährtin, streichelte Lucifers über die Runenplatten ... sein Finger hinterließ eine blaue Funkenspur und zeugte mehr als deutlich von der großen Menge Magie, die zum versiegeln verwendet wurde. Doch der Dämon wirkte keineswegs nervös, aufgeregt oder erbost. Scheinbar hatte er nicht erwartet, dass Faen das Rästel hätte lösen können - Die somit erfolgte Bestätigung war sehr befriedigend. "Ich habe einen anderen Weg für uns gefunden. Wir können durch die Küche gehen, aber die ist mit Sklaven und Arbeitern besetzt, welche das Frühstück für die Truppen bereiten. Es wäre leichter für uns durch die Mannschaftquatieren zu schleichen, aber da du nicht einmal die Tür aufkriegst.", meinte er gehässig und lockte die Elfe mit dem Finger. "Hier entlang ... wir werden es versuchen müssen." Die Schatten der Beiden spielten an den Wänden und im Zwielicht des Mondes. Niemand hinderte sie am Weiterkommen. Entweder hatte man einen Wachwechsel veranlasst oder man hatte die Leichen gefunden - Beides war sehr unpassend für die Mörder des Feldherren. Der Duft feiner, dunkelelfischer Speisen drang den Zweien in die Nase und machte deutlich, dass sie sich der Küche nährten. Klappern von Töpfen und einige unbeholfene Rufe in Menschensprache zeugten davon, das hinter der Tür, welche sich vor den Beiden auftürmte, das Ziel lag. Lucifer öffnete diese einen Spalt breit und lugte hinein. Tatsächlich wuselten jede Menge Sklaven herum und versuchen das Essen zu bereiten. Plötzlich riss jemand die Tür auf und starrte wütend in den Gang:
"Seid ihr endlich zurück von eurem Gang, wir warten hier schon auf ... ", jetzt entdeckte der Mensch die beiden Elfe in gebeugter Stellung und schluckte schwer. Er hatte wohl erwartet mit anderen Sklaven zu reden und war nun davon überrascht, dass er zwei Herrinnen vor sich hatte. Einige Gesichter wandten sich der seltsamen Begegnung zu. Schnell genug reagierte Lucifer, stand auf und schnappte dem verängstigen Mensch das Hackbeil aus der Hand. Mit einem gekonnten Schlag, drückte der Dämon die Axt in den Mund des Sklaven, rammte den Kopf gegen die Tür und durchschlug damit den restlichen Schädel. Während die obere Hälfte des Kopfes auf dem Beil verhaarte, glitt der andere Teil des Körpers schwer zu Boden. "Wegräumen, Abschaum!", befahl Lucifer gekonnt und betrat die Küche. Sofort wurde wieder gewuselt und den Befehlen nachgekommen. "Ich habe einen Plan ... versuch herauszufinden, wo sich die Sklavenunterkünfte und der Hausherr befinden, aber bitte subtil. Ich habe keine Lust auf weitere Wachen, die Fragen nach uns stellen und dann mit den falschen Informationen gefüttert werden." Lucifr verschränkte die Arme und sah mit vergnügen, wie die Küchentür geschlossen wurde. Jetzt war Faen dran, er würde sich damit begnügen sich an einem Bratferkel gütlich zu tun.
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Re: Das Anwesen des Hauptmannes im Norden- Mörder und Wächter

Beitrag von Faen » Donnerstag 10. März 2011, 22:05

Faen blieb an der Wang gelehnt und hörte den Worten des Ifrit zähneknirschend zu. Wie sie diesen Kerl und seine Art manchmal hasste. Sollte er es doch selber versuchen, aber dazu war sie der der Dämon ja zu fein. Sie grummelte und blickte die Wand an aus der blaue Funken spürten als die falsche Frau mit den Fingern darüber fuhr.

Als Mann hast du mir besser gefallen. Da hast du wenigstens noch etwas für die Augen geboten, dein Gefassel kann man ja so oder so kaum aushalten.

Sie seufzte und konzentrierte sich auf das was der Ifrit heraus gefunden hatte.

"Ich habe einen anderen Weg für uns gefunden. Wir können durch die Küche gehen, aber die ist mit Sklaven und Arbeitern besetzt, welche das Frühstück für die Truppen bereiten. Es wäre leichter für uns durch die Mannschaftquatieren zu schleichen, aber da du nicht einmal die Tür aufkriegst.

Sein Lachen konnte Faen problemlos an sich ab prallen lassen, aber das er sie nun auch noch mit dem Finger lockte brauchte Faens Blut zum kochen. Als er ihr den Rücken zudrehte um heraus zu gehen glitt ihre Hand zum Schwert. In Gedanken brachte sie ihn um, doch Faen wusste ganz genau das sie keine Chance gegen ihn hatte. Selbst wenn sie jetzt vielleicht die Überraschung auf ihrer Seite hatte. Also löste sie sich davon und ging ihm leise hinterher.

Als sie an der Küchentür angelangten öffnete Luzifer diese ein Stück und spähte hinein. Faen musste sich an ihn lehnen um etwas sehen zu können und dieser Umstand ärgerte sie abermals. Immer war sie auf ihn angewiesen. Gedanklich wünschte sie ihn wieder in die letzte Hölle zurück. Plötzlich flog die Tür auf und ein Mensch stand vor ihnen der lautstark am fluchen war. Als er jedoch erkannte dass zwei Dunkelelfinnen vor ihm standen verstummte er. Faen hätte ihn einfach weg gejagt doch Luzifer brauchte wieder einmal Blut. Er riss das Hackbeil aus seiner Hand und rammte es ihm in den Mund. Mit einem kräftigen Schlag gegen den Türrahmen jagte der das Beil durch den Schädel des Menschen. Luzifer ließ ihn los und der Tote glitt zu Boden. Laut rief er durch die Küche dass der Abschaum weggeräumt werden sollte und wandte sich dann zu Faen um.

"Ich habe einen Plan ... versuch herauszufinden, wo sich die Sklavenunterkünfte und der Hausherr befinden, aber bitte subtil. Ich habe keine Lust auf weitere Wachen, die Fragen nach uns stellen und dann mit den falschen Informationen gefüttert werden."

Mit einem gehässigen Grinsen schob er sie aus der Küche und schloss die Tür. Faen stand da und starrte wütend die Küchentür an. Dieser Mistkerl ließ es sich nun gut gehen und würde wahrscheinlich ein paar Hähnchen und als Nachtisch ein oder zwei Sklaven fressen und sie durfte als Laufbursche für ihn hier herum laufen. Sie hatte mit dem ganzen Mist am allerwenigsten zu tun. Trotzallem drehte sie sich schließlich herum und begann sich umzusehen. So wie sie ihr Volk kannte würden die Unterkünfte der Sklaven nicht schwer zu finden sein. Man musste nur den Schreien und dem schlechten Geruch folgten.

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Re: Das Anwesen des Hauptmannes im Norden- Mörder und Wächter

Beitrag von Erzähler » Dienstag 15. März 2011, 17:05

Obwohl Faen die Sklaven in der Küche nach deren Unterkunft hätte fragen können, trat sie hinaus in den Gang und verschwand in den Schatten des Herrenhauses. Lucifer schüttelte mit dem Kopf und seufzte schwer - Niemand konnte ihn töten, aber seine Nerven waren kurz vor dem Zerreißen. Die Dummheit der Spitzohren, gepaart mit dem unberechtigten, arroganten Verhalten, schlug sich auf den Charakter dieser Wesen nieder. Wenn die dürren Gestalten zumindest im Ansatz so wären wie er, dann könnte man noch von einem Wunschtraum reden oder ein entferntes Ziel. So jedoch waren die Köpfe der Sterblichen vermutlich mit Holzwolle gefüllt.
Faen jedoch bekam von all' dem Nichts mit, sondern war damit beschäftigt sich in den Gängen der Villa umzusehen. Sie kannte die Haltung von Sklaven, schließlich waren sie in jedem Haushalt vertreten - Ob besser bestellt oder nicht, irgendwie kam jeder Dunkelelf an wenigstens einen der niederen Bediensteten. Während die Elfe durch die von Fackeln schwach erhellten Gänge schlich, versuchte sie sich an die Kindheit und die Erlebnisse mit den Diener zu erinnern, denn jedes Detail konnte die Suche schnell beenden. Eine beunruhigende Stille lag in der Luft, nur das Knistern von Feuer und der vereinzelt aufkommende Wind störte die Ruhe der Nacht. Zum einen war dies ein Gutes Zeichen, zeugte es doch davon, dass weder Wachen noch andere Störenfriede ihr Unwesen trieben. Zum Anderen jedoch war es ungewöhnlich, dass bis auf den Zwischenfall vor ein paar Minuten, keine weiteren Patrouillen ihrne Weg gekreuzt hatten. Erst kam ihr der Gedanke, dass Lucifer etwas damit zu tun gehabt haben könnte, doch dann verwarf Faen diese Überlegung, denn selbst der Dämon wäre nicht in der Lage gewesen sämtliche Wachen der Villa unbemerkt auszuschalten. Sie versuchte die Gedanken zu verdrängen, aber es gelang nur schwer.
Endlich nahm die Elfe einen sehr bideren Geruch wahr. Es stank nach Dreck, Schweiß und Koopulation. Es geschah von Zeit zu Zeit, dass sich die Sklaven wie die Tiere benahmen, die sie waren, und übereinander herfielen. Es waren damals lange Tage, an denen man die Nachkommen der Menschen töten musste - Solange sie nicht zur Nachzucht gebraucht wurden.
Gerade wollte Die Dunkle um die Ecke biegen, als ein langer Schatten sie davon abhielt. Jemand stand um die Ecke und ein lautes Gähnen gab ihr Recht: Es war ein Elf. Vermutlich eine feste Wache für die Sklavenräume. Gerade dachte Faen darüber nach, wie sie dem Problem Herrin werden wollte, da ertönte eine zweite, tiefere Stimme am hinteren Ende des Ganes wieder und hielt direkt auf die Dunkle zu. Eine Lösung war nötig und zwar eine von der guten Sorte, die einem den Kopf retten konnte. Sie erinnerte sich daran, wie Lucifer die Dachbalken benutzte, welche über den Gängen befestigt waren. Schmerzlich musste sie eingestehen, dass es der einzige gute Plan war, den Dämon zu imitieren. Mit einem schnellen Satz, sprang die geschickte Elfe gegen die Mauer und zog sich dann an einem der Holzbalken hoch. Die Füße verschwanden gerade im Dunkel der Decke, als die zweite Wache unter ihr hindurchging. Ein flüchtiges Gespräch entflammte. Es ging um Frauen, Familie, Alkohol und andere Dinge, die bei den männlichen Vertretern ihres Volkes gerne vertreten waren. Faen verfluchte die Wartezeit, doch dann wagten sich die beiden Wächter an ein etwas heikleres Thema heran, dass einem die Ohren öffnete.
"Und? Hast du die Beiden schon gesehen? Ich habe gehört, heute Nacht soll' es passieren?!"
"Meinst du?"
, fragte der andere recht irritiert. "Also ich habe weder etwas gehört, noch habe ich zwei Elfen gesehen, die schwarze Umhänge tragen."
"Hm. Wir werden sehen was der Hauptmann geplant hat - Viele meinen, der Befehl käme direkt vom Feldherren. Ich weiß nicht warum, aber irgendwie habe ein ungutes Gefühl im Magen!"
"Wird schon, mach lieber deine Runde zu Ende, dann trinken wir später noch einen Becher zusammen."
"Hmm, wird wohl das Beste sein. Halt die Augen offen."

Beide trennten sich unter einem kleinen Gelächter und Faen saß immernoch auf dem Balken. Die Augen aufgerissen und ein verschlagenes Grinsen auf dem Gesicht. Endlich hatte sie etwas in der Hand und war Lucifer einen Schritt vorraus, das könnte sich als Positiv erweisen, wenn man diese Information richtig einsetzte. Jetzt galt es erst einmal Präoritäten zu setzen: Sie konnte sich in die Unterkünfte schleichen und dort ausreichend Fragen stellen oder sie konnte zurück, mit der Information und sich überlegen wie sie diese einsetzen wollte, während man die Sklaven in der Küche befragte. Die Entscheidung war nicht schwer zu treffen, oder?

Erasmus saß vor dem Rätsel aber schaffte es nicht, die Seile in der richtigen Reihenfolge zu ziehen. Famina stemmte sich gegen die Tür, aber schaffte es nicht mehr. Mit einem Krachen fiel die Tür auf und ein ganzer Pulk Wachen strömte hinein. Vermutlich hatten sie mit mehr Eindringlingen gerechnet, weshalb die beiden Mörder noch ma Leben waren. Famina fluchte auf Sendli und warf eine Rauchbombe auf den Boden. Erasmus erfasste ein schwarzer Wirbel und schon verschwand die Welt um ihn herum. (Mod-Eintrag: Damit ist Erasmus erstmal auf "Eis" gelegt.)
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Re: Das Anwesen des Hauptmannes im Norden- Mörder und Wächter

Beitrag von Faen » Sonntag 3. April 2011, 18:47

Während sie sich durch die schwach beleuchtenden Gänge bewegte stiegen Erinnerungen an Morgeria auf. Nachdem sie ihre Kindheit hinter sich gelassen hatte war vieles besser geworden. Doch wie sie selbst wollte sie ja nur das Beste für ihre Kinder, schließlich würde dies auch zu einem guten Teil zugesprochen werden. Einen kurzen Moment dachte sie an ihre Söhne, doch für solch unsinnige Gedanken war jetzt keinen Platz. Stattdessen atmete sie die kühle Nachtluft ein umso heraus zu finden wo die Sklavenunterkünfte lagen. Dass sich erst einmal nichts wahrnehmen ließ bedeutete nicht dass die Sklaven hier besser lebten als in Morgeria. Es wäre unsinnig diese `Tiere` irgendwie anders zu halten, sie bekamen nur was sie verdienten. Schließlich hatte man ihr Volk Jahrzehnte in der toten Ebene gebannt, es war ihr gutes Recht diesen Moment der Schwäche wieder richtig zu rücken.

Luzifer jedoch ließ sie immer wieder deutlich spüren dass er besser war als sie. Sie hatte sich niemals für göttlich oder dergleichen gehalten. Doch bis jetzt war ihr keine andere Rasse begegnet bei der sie das ungute Gefühl bekam das sie besser sein könnte als ihre eigene. Natürlich würde Luzifer dies niemals von ihr erfahren. Sie musste dem überzogenen Ego des Dämons nicht noch Futter liefern. Sie schüttelte den Kopf und seufzte bei dem Gedanken das Luzifer sich gerade in der Küche den Bauch vollschlug. Sie hatte das letzte Mal gestern Nacht etwas gegessen und langsam verspürte sie Hunger. Kurz schaute sie zurück und spielte mit dem Gedanken zurück zu gehen und Luzifer zu verkünden dass sie nichts heraus gefunden hatte. Doch ehe ihr Trotz zum Vorschein kommen könnte erblickte sie einen langen Schatten und ein deutliches Gähnen. Sie zuckte zurück und dachte an eine Lösung. Faen hatte sich schon gewundert wo all die Wachen verschwunden waren, aber offensichtlich waren noch einige hier. Ein zweiter Schatten erschien, eine dunkle Stimme drang an Faens Ohr. Sie brauchte ganz dringend eine Lösung, die beiden würden in wenigen Augenblicken bei ihr sein. Ihr Blick glitt nach oben und seufzend musste sie daran denken dass sie nun Luzifer imitieren würde. Also schwang sie sich gekonnt am Dachbalken hoch und verschwand in der Dunkelheit kurz bevor die erste Wache unter ihr hindurch ging. Faen versteifte sich in ihrem Versteck und begann zu lauschen. Es ging um allerlei unnütze Dinge. Frauen und Alkohol waren mal wieder die Hauptthemen. Faen begann sich zu entspannen. Die beiden würden weiterziehen und Faen wurde aus ihrem Versteck kommen und weiter machen. Doch dann wurde es doch noch interessant.


"Und? Hast du die Beiden schon gesehen? Ich habe gehört, heute Nacht soll' es passieren?!"
"Meinst du? Also ich habe weder etwas gehört, noch habe ich zwei Elfen gesehen, die schwarze Umhänge tragen."
"Hm. Wir werden sehen was der Hauptmann geplant hat - Viele meinen, der Befehl käme direkt vom Feldherren. Ich weiß nicht warum, aber irgendwie habe ein ungutes Gefühl im Magen!"
"Wird schon, mach lieber deine Runde zu Ende, dann trinken wir später noch einen Becher zusammen."
"Hmm, wird wohl das Beste sein. Halt die Augen offen."


Ein Grinsen huschte über ihr Gesicht und sie biss sich auf die Lippen um ja kein Geräusch zu machen. Nachdem die beiden weiter gezogen waren stellte sich die Frage was sie machen sollte. Sie lauschte und als sie sich sicher war nichts mehr zu hören blickte sie vorsichtig herunter ehe sie sich ganz wieder in den Gang schwang. Zuerst wollte sie in die Sklavenunterkünfte weiter vordringen, mittlerweile drang ihr ein eindeutiger Geruch in die Nase. Doch dann fiel ihr Luzifer ein. Er wusste nichts von der Information, der schwarze Umhang würde ihn gleich verraten. Und in der Küche war des Öfteren mit Dunkelelfen zu rechnen. Ihr kamen Zweifel an Luzifers Fähigkeiten, auch ein Dämon musste Grenzen haben und sei es nur das der Körper wieder seinen Dienst aufgab. Also machte sie kehrt und schließlich zurück zur Küche. Vorsichtig öffnete sie die Tür und fand Luzifer speisend in der Küche vor. Sie grummelte leise, ging auf ihn zu und begann ihm von den beiden Wachen und den Informationen zu erzählen. Nachdem sie ihm das Neuste berichtet hatte griff sie sich ein Stück Hähnchen und begann im stehen zu essen.

"So nachdem ich in meinem kurzen Rundgang mehr in Erfahrung gebracht als du. Was schlägt der große Dämon den vor zu tun nachdem unser Besuch offensichtlich erwartet wird?!

Sie grinste ihn an und biss ein Stück von ihrem Hähnchen ab.

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Re: Das Anwesen des Hauptmannes im Norden- Mörder und Wächter

Beitrag von Erzähler » Samstag 18. Juni 2011, 00:39

[Für Erasmus geht es hier weiter: Der Bund der Wüstendiebe - Das Versteck der Wüstenrose]
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Re: Das Anwesen des Hauptmannes im Norden- Mörder und Wächter

Beitrag von Erzähler » Dienstag 21. Juni 2011, 23:21

Als sich die Küchentür öffnete, schaute der Dämon mit gefletschten Zähnen auf. Zwischen seinen oft entblößten Beißerchen zeigten sich Fetzen des eben verspeisten Hühnchens. Als er jedoch erkannte, dass es lediglich Faen war, die zurückkehrte, widmete er sich wieder dem Schenkel in seinen Händen. Natürlich hätte er es lieber roh gehabt, doch wählerisch sollte man jetzt nicht sein. Mit boshaftem Glitzern in den Augen, war er sich in Gedanken sicher, schon sehr bald frisches, warmes Blut zu trinken.
Während Faen erzählte, was sie soeben erfahren hatte und dann ebenfalls in ein Stück Fleisch biss, beendete Lucifer sein karges Mahl schmatzend und sabbernd, ehe er sich mit dem Ärmel das tropfende Fett vom Kinn wischte. Eine Weile wurde die Stille der Küche lediglich vom gelegentlichen Schlürfen und Kauen der Dunklen erfüllt, während der Dämon nachzudenken schien. Wie sooft ließ sich der Kerl viel zu viel Zeit mit seinen Antworten und es war nicht selten, dass nichts Brauchbares dabei herauskam. Als er endlich den Mund öffnete und seine boshaften Augen Faen fixierten, hatte diese ihr Mahl sicherlich schon beendet. “Also schön, Elfe. Deine Brut weiß also, dass wir kommen..“ Welch herausragende Feststellung, das doch war. Hatte sie ihm nicht gerade genau das erzählt? Lucifer strapazierte wirklich Nerven. Erneut machte der Dämon eine Pause und schien zu überlegen. Offenbar hatte er nicht damit gerechnet, dass sie bereits erahnt wurden. Dann griffen die feingliedrigen Finger der seelenlosen Hülle, in welcher der Dämon steckte, nach dem Umhang und zogen ihn aus.
Das hätte Faen mit Sicherheit auch selber getan; dafür brauchte sie nun wirklich nicht seine Hilfe. War der Dämon etwa ratlos? Doch ehe sich die Dunkle daran erfreuen konnte, ruckte Lucifers Kopf in die Höhe und die gelben Augen starrten die verschlossene Küchentür an. Noch bevor die Dunkle fragen konnte, was denn los sei, hörte auch sie die Schritte. Wenn man es nicht besser wüsste, würde man denken, das ungleiche Paar hielte die Luft an. Doch auch wenn die beiden sich völlig ruhig verhielten, so waren es die Sklaven, die geschäftig arbeiteten und demnach auch Lärm machten. Die Schritte vor der Tür brachen ab und daraus ließ sich schlussfolgern, dass derjenige vor der Küchentür stehen geblieben war. Sollten die Wachen tatsächlich in der Küche nachschauen, würde es mit Sicherheit ein Massaker geben. Lucifer würde sich bestimmt nicht erneut einkerkern oder gar töten lassen.

Der Dämon jedoch knurrte leise und starrte nach wie vor die Tür an, als ob davon sein Leben abhinge. Draußen konnte man erneut Schritte hören, die sich zu entfernen schienen. In dem Moment, als sowohl Faen, als auch der Dämon ihrer Erleichterung platz machen wollten, wurde die Küchentür aufgestoßen und herein stürmten mindestens zehn Soldaten. Nach und nach füllte sich der Raum mit dunkelelfischen Wachen, die allesamt den Ausweg durch die Tür versperrten.
Wenn Faen nicht gleich getötet werden wollte, musste sie sich auf die Seite des Dämons stellen und von der Tür zurückweichen, denn die Wachen bildeten einen Halbkreis und richteten ihre Waffen auf die Eindringlinge. Woher haben sie gewusst, dass sie hier waren? Es musste einfach eine Falle sein, denn sonst wären die Dunklen nicht mit Verstärkung angerückt. Im Prinzip sah die Verteilung gar nicht so schlecht aus: Immerhin hatte Faen einen Dämon auf ihrer Seite und sie hatte inzwischen gesehen, wozu er in der Lage war. Für einen Bruchteil einer Sekunde, war es mucks-mäuschen-still in der Küche. Die Skaven, die bis eben noch gearbeitet haben, starrten mit unheilvollen Mienen auf die Gruppierungen an der Küchentür. Sie wussten, was folgen würde und so ließen sie ihre Arbeiten liegen, drückten sich zusammen und wichen, so gut es eben ging, vor den Bewaffneten zurück.

Bevor jedoch die Apokalypse hereinbrechen konnte, wurden die konzentrierten Mienen der Wachen von lauten Geräuschen, außerhalb des Gebäudes abgelenkt. Auch Faen und Lucifer konnten das Geschrei und die Rufe nicht länger ignorieren. Draußen tobte ein Bürgerkrieg. Offenbar traf nun alles auf einander und Faen war mitten drin. Als diese ganze Sache anfing, wollte sie sich lediglich die Beine vertreten und eventuell etwas Spaß haben. Nun befand sie sich zusammen mit einem Dämon, in einem Frauenkörper, in der Küche des Feldherrn und stand mindestens zehn Wachen gegenüber, die allesamt mal ihre Kollegen waren. Wie war sie da nur hineingeraten?
Doch bevor sie sich darauf eine Antwort geben konnte, brach buchstäblich die Hölle los:

Die Wachen teilten sich auf und so waren fünf noch geblieben und fünf eilten vor die Tür, um die Aufständischen davon abzuhalten, ihren Marsch fortzusetzen. Die restlichen Fünf hatten offenbar genug vom Warten und griffen an. Lucifer lachte diabolisch und entfesselte seine – wenn auch eingeschränkte – Kraft. Er streckte seinen Arm nach hinten, in Richtung des Feuers unterhalb des Kessels und ließ die Flammen über seinen Arm tänzeln. Eine Feuerwand zog sich durch den Raum, als der Dämon seinen Arm blitzschnell nach vorne zog und das Feuer auf die Wachen losließ. Kurz wurde es heiß in Faens Gesicht und die Schreie der Soldaten hallten in der Küche wieder. Drei der fünf Soldaten, konnte noch gerade unter dem Feuerschwall weghechten und entgingen somit knapp den Verbrennungen. Die anderen beiden wurden von der Wucht der Feuerwand zurück gedrängt und blieben reglos, doch dampfend, auf dem Küchenboden liegen.

Einer der Überlebenden widmete sich nun Faen und zielte mit seinen beiden Säbeln auf die Dunkle. Offenbar war nun vollkommen egal, dass sie ebenfalls zu seinem Volk gehörte. Anweisungen, waren Anweisungen. Die anderen beiden Wachen, kümmerten sich um Lucifer. Das war nur fair; immerhin war er der Dämon und besser bewaffnet als sie.
Lucifer lächelte grimmig und ging in eine ‚Hab-Acht-Stellung’. Offenbar erfreute er sich an dieser Entwicklung der Dinge. Warum auch nicht? Feuer, Krieg, Tod und Chaos. Genau sein Ding! Um das ungleiche Paar tobte ein Sturm aus brennendem Mobiliar, wüstem Geschrei, widerwärtigen Gerüchen und einfach nur Chaos. Vor den Fenstern der Küche gaben sich Wachen und Aufständische die Ehre, bekämpften sich bis aufs Blut und sekündlich wurden es mehr Wachleute und mehr Aufständische.
Die Dunkle wusste gar nicht wie ihr geschah, als ihr Angreifer mit einem Schrei der Anspannung platz machte und sie wirbelnd und um die eigene Achse drehend angriff. Ohne Gnade sausten die scharfen Säbel auf ihren Feind zu und waren wild entschlossen der Dunkelelfe den Garaus zu machen.

Lucifer hingegen, der ja nach wie vor in dem Körper einer zierlichen Elfe steckte, ließ sich mit seinen Opfern mehr als Zeit. Er lachte und frohlockte wie ein Wahnsinniger, sprang den wilden Stößen der Wachen leichtfüßig aus dem Weg und klatschte amüsiert in die Hände, wie ein Kind, das sich über sein Geschenk freute. Dann jedoch machte der Dämon einen Ausfallschritt nach vorne, packte den ersten Angreifer, der seinen Schlag von oben führte, am Arm und hielt diesen mühelos in der Pose fest. Grinsend, näherte sich das Gesicht der Elfe, dem des Soldaten und dieser blickte immer wieder panisch von der Elfe, zu seinem Arm, den er verzweifelt versuchte zu senken. Wie konnte eine gewöhnliche Dunkelelfe derartige Kräfte besitzen? Selbst wenn sie Feuermagierin war – wie er glaubte.
Doch durch das Spiel des Dämonen, welches er einfach nicht lassen konnte, vernachlässigte er den zweiten Soldaten. Sein Fehler. Bevor Lucifer auch nur eine weitere Sekunde auskosten konnte, wurde die leblose Hülle des Dämons von einem Säbel durchbohrt. Für eine Sekunde, zuckten die Augen der Elfe auf und wurden groß vor Überraschung. Dann wandte er das Gesicht dem Angreifer zu und sah ihn erstaunt und perplex an. Zwar fühlte der Dämon den Schmerz nicht, doch er würde zusehen, wie seine fleischliche Hülle zerfiel. Durch den Angriff wurde jedoch das perfide Spiel uninteressant und Rache erreichte ihren Höhepunkt. Ein lauter Schrei gellte aus der Kehle der Elfe, die Augen flammten zornig auf und dann ging alles sehr schnell: Lucifer packte seinen Peiniger am Hals, zog ihn zu sich und versenkte seine Zähne in dessen Halsschlagader. Er riss ein Stück des Halses heraus und eine gewaltige Blutfontäne durchflutete die Küche. Mit wilden Augen widmete er sich dem zweiten Soldaten, der schlotternd sein Schwert umklammert hielt. Doch dieser wusste gar nicht wie ihm geschah. Er hatte gar keine Zeit darüber nachzudenken, wie er der Elfe am Besten das Licht auspustete, denn Lucifer hatte ihn bereits gepackt und zerriss ihn wie ein Blatt Pergament. Dann wandte er sich Faen zu und starrte sie, mit ihrem Angreifer zornig und mit glühenden Augen an. Es dauerte nicht sehr lange, bis sie ihn geschickt ausgeschaltet hatte.

Draußen vor den Fenstern, tobte nach wie vor der Kampf um Sarma. Zu allem Übel sah man mehr Dunkelelfen fallen, als die Reihen der Aufständischen gelichtet wurden. Doch auf welche Seite schlugen sich der Dämon und die Dunkle? Wollten sie überhaupt für eine Seite kämpfen? Wozu? Was ging es sie an. Während die Augen der Dunklen noch auf die Szenerie vor den Fenstern gerichtet waren, nestelte Lucifer bereits an dem Schwert in seiner Seite. Ungeduldig, wie er sein konnte, grabschte er nach dem Griff und zog sich das nervtötende Ding einfach heraus. Blut quoll hervor und mischte sich mit dem der toten Wachen. Erneut standen die beiden in einem Meer aus Toten, Blut und Gedärmen. Das blieb wohl bei einem Dämon wie Lucifer nicht aus.
Dieser betrachtete seine Wunde und murrte grollend. Sie war tief und tödlich. Nicht für ihn, doch für seine Hülle. Sein Blick glitt zu Faen und er beobachtete sie argwöhnisch und diebisch. Er könnte ihre Hülle nehmen… Andererseits hatte er keine Lust ständig gejagt zu werden, er wollte der Jagende sein.
“Also Elfe. Wir verschwinden! Die Wachen sind abgelenkt- bahnfrei für uns.

Lucifer eilte aus der Küche, versetzte dem toten Wachmann, der die Tür blockierte, einen Tritt, sodass er die Tür öffnen konnte und öffnete diese. Er ließ die Küche hinter sich, sah nur hin und wieder zu der Dunklen und grollte ihr Befehle entgegen, dass sie schneller machen sollte. Lucifer erreichte die Hintertür des Anwesens und schnupperte schon die Luft, die Freiheit bedeutete. Sie würde einfach hinter den Kämpfen wegschleichen und keiner würde es bemerken. Diebisch war seine Freude, boshaft seine Stimmung. So öffnete der Dämon die Tür zur Freiheit und trat hinaus. Draußen war es dunkel und nur die Feuer und Fackeln der Bauern Sarma’s erhellten die Nacht. Die Luft war von Kampfgeräuschen erfüllt. Zu ihrer Rechten tobte das Geschehen, zu ihrer Linken war die Luft rein. Also schlug der Dämon diesen Weg ein und war sich sicher, dass Faen ihm folgen würde. Doch weit kamen sie nicht. Aus einer nicht näher definierten Umgebung ertönte plötzlich ein Lachen und Beifall. Lucifer blieb ruckartig stehen und wenn Faen nicht aufpasste, würde sie direkt in ihn hineinlaufen. Wie schon zuvor, ruckte der Kopf des Dämons in die Höhe und er schien zu wittern. Dann wurde sein Ausdruck diabolisch. “Wüstenrose.“ War das einzige was er sagte. Unruhig sah er sich immer wieder im Kreis drehend um. Faen wusste, dass Wüstenrose magische Kräfte besaß und die Schatten beherrschte. Sie konnte praktisch überall sein. Das Lachen erstarb und der Beifall ebenso. Stattdessen ertönte eine andere Stimme und diese schmetterte, wenn auch in einer anderen Sprache, einen Befehl, woraufhin rundherum die Schatten sich zu bewegen begannen und in Umhängen gekleidete Menschen preisgaben. Vor ihnen trat dann endlich die altbekannte Wüstenrose aus den Schatten. Sie waren umzingelt; umzingelt von Schattenmagiern und Assasinen. Selbst Lucifer würde das nicht „wuppen“ können.

Die Anführerin der Gruppe lächelte zufrieden. Entspannt hatte sie die Arme vor der Brust verschränkt. Sie wusste, was nun kommen würde – Er auch. Er hatte es bereits erlebt. Sich dessen bewusst, dass Wüstenrose ihn womöglich erneut verdrängen konnte, entfachte der Dämon einen gewaltigen Brand, welcher die menschliche Gestalt- seine Hülle- flambierte und verdampfen ließ. Nun stand er erneut in voller Größe und Pracht da, erhellte mit seinem flammenden Körper die Nacht und trieb die Hitze auf die Gesichter der Umstehenden, die allesamt einen Schritt nach hinten wichen. Wüstenrose, schaute zu dem gewachsenen Dämon hinauf und brachte ihre Männer mit einer Handbewegung zur Ruhe. Dann veränderte sich ihr Handzeichen von der flachen Hand, zu einem mit dem Zeigefinger und Daumen geformten Kreis und mehrere Umhänge raschelten. Sie alle hatten Bögen dabei und zielten nun auf den Dämon. Der feuerte eine Salve Feuerbälle auf seine Feinde ab, doch Wüstenrose beherrschte ihre Magie wirklich gut. Die Feuerbälle prallten an einer Schutzwand aus Schatten ab und wurden zurück zu Lucifer gefeuert. Auch Faen musste acht geben, nicht getroffen zu werden.
“Du verdammtes Weibsbild! Dich mach’ ich fertig !“ Brüllte der Dämon mit gespaltener Stimme. Wüstenrose lächelte galant und taxierte ihn mit ihren Augen. Dann begann die Anführerin die Augen zu schließen, ihre Hände formten seltsame Symbole aus Schatten, die nach kurzen Sekunden wieder verrauchten und sie murmelte leise vor sich hin. Währenddessen legten die Umstehenden an und zielten auf den Dämon und – Faen!
Lucifer tobte und schleuderte Feuerbälle in alle Richtungen, ohne darauf zu achten wen er damit verletzen konnte. Dann widmete er sich Wüstenrose: “HÖR AUF ZU MURMELN DU DUMMES WEIB!“ seine Stimme war laut, doch schrill. So wie es aussah, ging dem Dämon der Arsch auf Grundeis. Während er jedoch nur toben konnte und unkoordinierte Bälle schleudern, surrten die Pfeile der Umstehenden durch die Luft. Doch zu Faens Überraschung, zielten sie nicht auf den Körper des Dämons, sondern darüber hinweg. So flogen sie über den Kopf und landeten dann akkurat vor den Füßen der jeweils gegenüber stehenden. Auch Faen wurde nicht verletzt. Eilig gingen die Vermummten in die Hocke und griffen nach den Pfeilen, zogen daran. Jetzt erst erkannte Faen, dass sich an den Enden Schnüre befanden. Diese wurden nun von insgesamt 6 – je 3 auf einer Seite – Umstehenden straff gezogen und dann nach unten gedrückt. Zu Faen’s Erstaunen konnte sie sehen, wie sich Lucifer wand und schrie, doch mit der Bewegung mitging und schließlich auf dem Boden lag. Als er vorerst gebändigt war, griffen kräftige Männerarme, Faen’s und hielten sie grob fest. Inzwischen dürfte sie geschwächt sein, ob der Anstrengungen der letzten Zeit und er würde sie gut festhalten, sodass sie nicht fliehen konnte. Lucifer hingegen wurde inzwischen ganz ruhig und es ging ein Zischen von ihm aus. Dieses mal jedoch war es nicht der Blutrünstige, der den Boden unter sich verdampfte, sondern die Schnüre, die wohl Fesseln waren, verbrannten sein Fleisch.
Noch immer murmelte Wüstenrose und zeichnete Glyphen in die Luft. Während der Ruhe hinterm Haus, drangen die Schreie und Rufe des Kampfes um die Häuserecke herum zu ihnen. Plötzlich jedoch, klatschte Wüstenrose in die Hände und es klang viel lauter, als gewöhnlich und erzeugte ein seltsames Echo. Gleichzeitig waberte die Luft und schlug feine Wellen in Richtung des Dämons, wie ein See, in den man einen Stein geworfen hatte. Der Ausdruck in Wüstenroses Augen war beinahe ebenso bestialisch, wie der von Lucifer. Von diesem war schon länger kein Kommentar mehr gekommen, lediglich ein Knurren und Fauchen war zu vernehmen. Sich unter den Fesseln windend, starrte er mit gelben Augen zu der Anführerin. Diese kam mit geduldigen Schritten auf Lucifer zu und lächelte noch immer. “Du hast es nicht anders verdient, Dämon!“ fauchte sie ihm zu und entfernte sich dann wieder von ihm. Sie machte eine Bewegung mit den Armen und ihre Gefolgschaft wich einige Schritte nach Außen. Nur Faen und ihr Aufpassen, behielten ihren Platz. Dann hob Wüstenrose die Hände zum Himmel, wie zum Beten und senkte sie rasch herab, tat so, als griff sie nach etwas aus dem Boden und schloss erneut die Augen. Dann murmelte sie erneut irgendwelche unverständlichen Worte, hielt kurz inne, öffnete die Augen, nickte dem Aufpasser zu und stieß dann gegen die Luft vor sich. Im selben Moment, wo sich aus den Handflächen von der Anführerin eine gewaltige Schattenwand entwickelte, die Lucifer bedrohte, stieß der Aufpasser die Dunkle in Richtung des Dämons. Ob der Überraschung, dürfte Faen taumeln und vielleicht sogar stürzen, was ihn zum Verhängnis wurde: Sie war zu dicht an Lucifer dran, als die Schattenwand ihn erreichte. Aus den Schatten schälten sich kleine, silberne Messerchen, die allesamt mit denselben Verzierungen wie die Kerkerfesseln bestückt waren und wohl dafür Sorge tragen sollten, dass der Dämon sich nicht heilen konnte. Doch für Überlegungen war gar keine Zeit. Bevor Faen in Schatten gehüllt wurde, sah sie die Angreifer verschwinden. Sie war allein mit dem Dämon der markerschütternd aufbrüllte und sich aufbäumte. Sie selber konnte die Schmerzen der Messer nicht fühlen, prallten sie doch eines nach dem anderen an ihr ab. Nur Lucifer wurde gepeinigt und durchlöchert. Zischend und rauchend lag er vor ihr, während der Schattensturm immer heftiger wurde, bis sich Faen nicht länger auf den Beinen halten konnte. Während sie Mühe hatte etwas zu sehen und der Wind ihre Haare erbarmungslos durcheinander wirbelte, kehrte bei Lucifer langsam Ruhe ein. Schwer ging sein Atem und seine flammende Gestalt vermochte kaum gegen das Dunkel ankämpfen, welches sie beide umfing. Faen hatte immer mehr Mühe überhaupt etwas zu erkennen. Langsam aber stetig wurde das Zischen und Brodeln lauter. Ein letzter Schrei ertönte, bis um Faen alles dunkel wurde und sie gänzlich die Orientierung und das Bewusstsein verlor.…

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