Ausgeliefert

Hier wohnen die Bürger Sarmas, vom einfachen Sklaven bis hin zum hohen Handelsherren oder angesehenem Magier. Je nach Reichtum und Machtverhältnis findet man hier kleine Barracken oder prachtvolle Anwesen aus Sandstein und Marmor.
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Darak Luthrokar
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Re: Ausgeliefert

Beitrag von Darak Luthrokar » Montag 31. Januar 2011, 01:02

"Du bist es offensichtlich gewöhnt, Dreck zu fressen" „Ja… hast du was dagegen?! Ich war schon an Orten wo du wohl vor Angst zu Flennen beginnen würdest.“ Tatsächlich war Daraks Magen durch 15 Jahre Minen ziemlich abgehärtet. Da hatte er Rattenfleisch, gammeliges Brot, Schales Wasser alla Urania und noch viel schlimmerem en mass gegessen. Sogar auch Menschenfleisch, das einzige was ihn noch heute ekelte. Dies war der Grund warum man immer nur als Skelett aus den Minen kam wenn man starb. Der Kannibalismus der Minen war Gegenstand vieler pelgarischer Schauergeschichten gewesen welche man unartigen Kinder erzählte um sie wieder auf den rechten Weg zu rücken. Wenn Darak wüsste dass dort im Moment die Leichen auf den Plätzen tanzten… Darak spürte wie einer seiner Peiniger wütend wurde und auf ihn zugestapft kam. Er hielt inne und schloss für einen Moment die Augen in Erwartung von Schlägen. Doch nichts geschah. Der Kerl wurde von seinem Kameraden zurückgehalten.
"Beherrsch dich, Drisorn! Wir sind nicht befugt ..." Interessant. Egal für was auch immer sie nicht befugt waren. Aber daraus liess sich schliessen dass die Folterung einem gewissen Plan folgte und er somit noch nicht gänzlich seinem Schicksal überlassen wurde sondern eben jenes in den Händen von Darion lag. Was seine Situation selbstverständlich nicht gerade erheblich verbesserte.
Darak futterte weiter. Er hatte bereits dreiviertel der Schüssel geleert als der Elf zu einer neuen Attacke ansetzte. Darak zuckte zusammen als der Urin seine Wunden traf. Sicherlich der Strahl wirkte desinfizierend doch er brannte auch und selbst für Darak war es äusserst unangenehm angepisst zu werden. Wer wusste aber dass diese Art der Folter sehr schnell zu eintönig wurde und oft nicht über längere Zeit fortgeführt wurde. Meist redeten sich die Folterer irgendwann ein dass ihre Pisse zu schade war um sie an einen Kerl wie ihn zu verschwenden.

Sofort hatte Darak Drisorn als den mental Schwächeren der beiden Identifiziert so dass seine Attacken sich in Zukunft nur noch gezielt auf ihn richten würden. Es war eine Taktik sich als Gefangener bei dem einen beliebt zu machen während er den andern ärgerte. Im besten Fall erreichte er damit dass sich die Beiden untereinander in die Haare kriegten.
Tatsächlich gerieten die beiden bereits in ein Wortgefecht doch Darak konnte nicht verstehen was sie einander an den Kopf warfen. Das Wasser zu trinken ekelte ihn insgeheim mehr als die Brühe, denn dort überdeckte kein anderer Geschmack den Geruch des Urins. Die ganze Zelle stank bereits nach Dunkelelfenpisse die viel schärfer roch als jene eines Menschen. Darak vertrieb sich inzwischen die Zeit damit die beiden noch weiter zu provozieren. Dies gelang ihm vermutlich besser als ihm selber lieb sein konnte. Während der eine ruhig reagierte verlor der andere bereits die Kontrolle. Damit hatte selbst der Gehörnte nicht gerechnet schätzte er die Dunkelelfen doch als äusserst diszipliniert ein. Doch die Auswirkungen einer Besetzung waren für Söldner bekanntermassen verheerend. Es war nichts neues dass die Soldaten sich dann wie Könige und Barbaren zugleich aufführten. Sie gaben sich jeglicher Sünde hin, plünderten und fühlten sich als Herren über alles und jeden. Die Moral und die Disziplin rasselte damit natürlich in den Keller. Ein Leben in Saus und Braus liess sich eben ganz und gar nicht mit dem Militäralltag verbinden. Drisorn war das Ergebnis dieser Auswüchse. Er stürmte soeben auf Darak zu und haute dem sichtlich erschrockenen Häftling den Helm vom Schädel. Drisorn flog beinahe mit seinem ganzen Gewicht auf Darak drauf so wütend begann er auf ihn ein zu dreschen. Dabei erwischte es den Gefangenen mehrmals verheerend am Hinterkopf so dass er nach vorne sank. Unglücklicherweise stiess er dabei den gewürzten Wasserkrug um so dass Drisorn kurz darauf in seiner eigenen Pisse kniete – Darak hingegen lag zu seinem Leidwesen zum grössten Teil darin. Der Dunkelelf hatte ihn so üngünstig von hinten Attackier dass der Luthrokar keine Chance gehabt hatte sich irgendwie zu verteidigen. So hatte er in äusserst kurzer Zeit einige empfindliche Schläge einkassiert.
Als sein Gegner nach schier endloser Zeit endlich von ihm weggerissen wurde lag Darak bereits reglos am Boden. Drisorn hatte Darak mit seiner Aktion sprichwörtlich in den Harax der Migräne befördert. So kriegte er nicht einmal mehr mit dass noch nach ihm gefragt wurde. Seine Sinne schwanden und kehrten erst wieder als die Pisse am Boden bereits getrocknet war. Geblieben war der beissende Gestank der ihm als erstes wieder Bewusst wurde. Dann folgte der abklingende Kopfschmerz und schliesslich sein Rücken den er sich durch die Attacke wieder aufgeschrammt hatte.

Jetzt wimmerte Darak, keuchte und verdrückte sich den Weinkrampf. Hier kam er nicht mehr heraus! Dieser Gedanke begann sich hartnäckig in seinem Geist breitzumachen… und damit öffnete sich die Pforte für noch etwas viel düstereres. Darak schreckte zusammen als er die eisige Stimme vernahm.
"Jetzt bekommst du lysanthorverdammter Mörder, was du verdienst." Sie drang durch Mark und Bein. Darak hielt absolut inne. Setzte sogar mit Atmen aus. „N..nein.“ Hauchte er nur. Panik erfasste ihn. „Nein!“ Er riss seine Augen auf – und sah nichts!
Panisch tastete er nach seinem Helm und zog ihn sich wieder über den schmerzenden Schädel. Doch es kam noch schlimmer. "Bwahahaha, die Kleine hat Recht. Aber die Dunkelelfen foltern wirklich grottenschlecht! So verreckst du ja nie!" „Ihr seid nicht real. Ihr seid nicht real!“ Keuchte er doch die zittrigkeit seiner Stimme verriet ihn. Er presste seinen Helm gegen seinen Kopf und zog sich in seine Ecke zurück.
Ich bin Darak Luthrokar… ich sitze hier in Sarma in der Stillen Kammer… es ist... Er strich sich über den Bart.
… noch keine Woche vergangen… ich lebe… und ich bin nicht verrückt… Immer wieder murmelte er diesen Satz vor sich hin. Erst Gedanklich dann in einer Art Sprechgesang. Er wollte nicht wahrhaben was er soben gehört hatte. Nicht das! Nicht diese Folter!

"Bitte nicht... bitte...nicht...lass es nicht Sam sein....lass es nicht Valrock sein.... ich habe mir dies nur kurz eingebildet...da..w.ar..nichts....n..nichts war da." Sein Herz raste.

[Welchen verwundungsstatus soll ich ihm geben?]

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Re: Ausgeliefert

Beitrag von Erzähler » Dienstag 1. Februar 2011, 18:57

Daraks Lebensenergie ändert sich auf: Bild


Der Dunkelelf Drisorn würde Darak fortan wohl besondere Aufmerksamkeit widmen. Welchen Feind hatte sich der Gefangene da nur geschaffen? Mit finsterer Miene ließ sich jener Krieger von seinem Kumpanen aus der Zelle befördern. Alsbald fand sich Darak wieder allein in der stillen Kammer vor. Doch sein Verstand sorgte dafür, dass es nicht lange so blieb. War es wirklich sein Verstand oder waren die Stimmen seiner Opfer Samantha und Valrock tatsächlich zu ihm zurückgekehrt?
Die ganze Zeit und damit war eine sehr große Spanne gemeint hatten sie sich nicht blicken lassen. Genauer gesagt, konnte sich der Gehörnte vermutlich kaum mehr daran erinnern, wann das kleine Mädchen sich das letzte Mal bei ihm gemeldet hatte. Es war wirklich sehr lange her. Sie hatte ihn geschont. Doch jetzt kehrte sie mit verheerender Verstärkung zurück. Sie hatte Valrock mitgebracht.
Der Foltermeister war wohl eines der wenigen Opfer, bei dem Darak den Mord nicht bereute – höchstens aus eben diesem Grund, dass er nun in seinem Geist herum schwirrte wie ein mickriger, kleiner Parasit, der jedoch die gefährlichsten Krankheiten übertragen konnte. Valrock und Samantha übertrugen Wahnsinn.

Darak eilte sich, seinen Helm wiederzufinden und ihn so schnell es ging, aufzusetzen. Er bot ihm stets vor so vielem Schutz, nicht zuletzt vor den immer wiederkehrenden Migräne-Anfällen, die sich auch in der stillen Kammer seit langem mal wieder präsentiert hatten. Gegen die Stimmen der Toten aber konnte dieses gehörnte Stück Metall nichts ausrichten. Panik beschlich ihn. Valrock breitete bereits die ersten Krankheitserreger in der Kammer aus. Er lachte, dass es geschah, dass seine Stimme von den Wänden widerhallte. Er war tot, ihm war es möglich. Oder aber …
"Ihr seid nicht real. Ihr seid nicht real!"
"Natürlich nicht!", antwortete ihm Samantha unwirsch. Wut sprach aus ihrer kleinen Mädchenstimme. Einer Stimme, die eigentlich nicht diesen blanken Hass mitschwingen lassen sollte. Sie war doch ein Kind. Ein kleines Ding, das Worte wie Mord und Erdrosselung nicht kennen sollte. Sie sollte mit Puppen spielen, an warmen Tagen durch den Garten rennen und irgendwann entdecken, dass Jungen durchaus attraktiv sein konnten. All das würde sie niemals durchleben, denn Darak hatte ihr Leben beendet. "Ich bin nicht real, ich bin tot!", warf sie ihm vor. Ihre Stimme wurde lauter, fester, als manifestierte sich das Mädchen direkt vor ihm.
Tatsächlich geschah es so und so sehr sich Darak auch versuchte, durch wiederholende Phrasen der Realität nahe zu bringen, er konnte es nicht aufhalten. Da stand sie, jung wie damals, als sich seine prankengroßen Hände auf ihren Mund legten – so lange, bis sie keine Luft mehr bekam.

Sie war ein hübsches Kind. Für eine Andunierin sicherlich nicht so sonnengebräunt, wie man es bei gebürtigen Sarmaerinnen gewohnt war und deshalb etwas blässlicher, aber ihre Wangenknochen betonten bereits in diesen jungen Jahren das Gesicht. Als Frau hätte sie bestimmt eines Tages so manchem Mann den Kopf verdreht. Ihr Haar war seidig, reichte ihr bis knapp zur Hüfte. Es schimmerte schwarz. War sie zum Zeitpunkt ihres Todes ein schwarzhaariges Mädchen gewesen oder gefiel ihr diese Farbe besser für eine Geistergestalt, die sie nun war. Ihre Form gab sie sich aus Daraks Erinnerungen, denn nicht mehr war von ihr geblieben. Die Augen hatte sie in jedem Fall verändert. Kein Menschenauge hatte jemals so tief rot geleuchtet. Rot wie Blut. Rot galt mancherorts als Farbe der Rache. Ihre Seelenspiegel gaben preis, was sie offen nur allzu oft verlangte: Darak sollte leiden für das, was sie ihm angetan hatte.
Sie machte einen Schritt auf seine Gestalt zu. Sie war so klein und dünn. Er hätte sie packen und wie einen Zweig zerbrechen können. Das Kleidchen, das sie wie einen Geisterfetzen am Leibe trug, vermochte es nicht einmal, über ihre Knie zu reichen. Es war ein Nachthemdchen – jenes Hemdchen, das sie mit in den Tod genommen hatte, damals im Hause ihrer Eltern. Sie bot einen mitleiderregenden Anblick. Es fehlte praktisch nur noch ein Stofftierchen in ihrem Arm, um auch noch den letzten Drang zu wecken, sie beschützen zu wollen. Und doch strahlte sie gleichermaßen eine Angst einflößende Aura des Hasses aus. Kernpunkt dieser Quelle war ihr Blick, der sich zielgenau auf Darak richtete.
"Ich hoffe, sie töten dich nicht gleich. Ich hoffe, sie lassen dich lange leiden." Diese Worte aus dem Munde eines kleinen Mädchens zu hören, waren erschreckend. So kalt, so unbarmherzig, befreit von jeglicher Unschuld. Die war ihr zusammen mit dem lebensspendenden Atem genommen worden, den Daraks Hände einfach abgedrückt hatten.

"Keine Sorge, Samantha. Sie werden ihn lange und qualvoll hinrichten." Valrock trat neben sie. Er sah noch aus wie früher: feist und hässlich. Er würde sich niemals ändern. Der narbige Glatzkopf schimmerte milchig. Valrock genoss es offenbar, sich als böser Geist in Daraks Leben einzunisten. Er grinste schief. Selbst im Tode besaß er gelbe Zähne mit ersten fauligen Flecken. Er hatte sich niemals groß um sein Äußeres gekümmert. Jene, die ihn sahen, hatten andere Probleme als sich über sein Erscheinungsbild Gedanken zu machen. Meist waren sie mit Schreien beschäftigt gewesen.
Der Geist Valrock hielt eine Waffe. Den Gedanken daran hatte er offenbar unbedingt mit in diese jenseitige Welt nehmen wollen. Oder der große Schmiedehammer in seiner Rechten hatte sich eben zusammen mit ihm und Samantha erst manifestiert. Konnte er Schmerzen verursachen? Knochen zertrümmern?
"Mir fehlt nur noch ein Keil und ich könnte dir pelgarische Stiefel anlegen. Ich werde es tun, sobald deine verachtenswerte Seele diese Welt erreicht, bwahahaha!" Samantha stimmte in das dunkle Lachen ein. Beide hatten sich gemeinsam gegen Darak verschworen und wurden so zu seinem schlimmsten Albtraum.

Nun machte auch Valrock einen Schritt auf den Gefangenen zu. "Du stinkst nach Pisse", kommentierte er. Woher wusste er das? Er war Teil von Darak und jener hatte sich in dunkelelfischen Urin gewälzt. Jener erinnerte sich daran. Also tat es auch Valrock.
"Stinkender Bastard, körperlich können wir dir nichts antun, aber was hältst du davon, wenn wir reden?" Valrocks geisterhafter Leib ließ sich schwerfällig neben Darak nieder. Er hob den Hammer, um sein Angebot zu unterstreichen. Samantha aber wollte nicht reden. Ihre kleine Hand wischte die Waffe beiseite.
"Nein", sagte sie ausdrucksstark. "Er soll mich ansehen. Er soll solange mein Bild vor sich haben, bis es sich eingebrannt hat. Damit er weiß, wer für meinen Tod verantwortlich ist." Ihre kleinen Finger griffen unter Daraks Kinn. Tatsächlich schien sie es anheben zu können oder war der Luthrokar bereits dem Wahn verfallen und bildete es sich ein.
"Glaubst du, deine dunkle Freundin taucht auch noch hier auf?" Valrock verpasste ihm einen Rippenstoß. Sein runder Ellbogen war zu spüren! "Die Hurenmutter meine ich. Vesta. Du wirst auch an ihrem Tod schuld sein. Folglich wird sie hier auftauchen, sie ist ein rachsüchtiges Biest."
Einen Moment schwiegen beide. Plötzlich meinte Samantha: "Elena ist auch hier. Sie hasst dich. Willst du sie sehen?" Ihre roten Augen funkelten. Sie hatte das geisterhafte Gefühl, dass der Tag ihrer Rache nun endlich gekommen sei.
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Re: Ausgeliefert

Beitrag von Darak Luthrokar » Dienstag 1. Februar 2011, 21:51

Darak kauerte in seiner Ecke. Presste seine Hände auf seinen Schädel und wippte vor und zurück. „Natürlich nicht!" Er zuckte zusammen. „w…was?!“ Er starrte ins Dunkel wo sich etwas manifestiere was ihm die Nackenhaare aufstellte. „NEIN!“ Krächzte er ungläubig. Er petzte seine Augen zusammen und rieb sie sich. Doch als er sie wieder öffnete stand sie noch immer vor ihm. Klein, mit dem Hemdchen welches sie am Tag ihres Todes trug und mit rotglühenden Augen welche einen Einblick in die Hölle gewährte.

"Ich bin nicht real, ich bin tot!" „Ja…tot!“ Ihr seid tot! Ihr könnt nicht in diesem Raum rumstehen. Ihr könnt nicht hier sein… ich bilde mich euch nur ein… genau! Er wagte es sich nur dies zu denken, nicht es auszusprechen. „Sa..mantha…“ Keuchte er. So lange hatte sie geschwiegen nur um jetzt mit noch verheerenderer Wirkung auf ihn loszugehen. Darak schüttelte seinen Kopf. „N..nein nein nein…“ Keuchte er. „Das…. Pack ich nicht…nicht so!“
"Ich hoffe, sie töten dich nicht gleich. Ich hoffe, sie lassen dich lange leiden." „Oh … da kannst du dir sicher sein dabei. Die lassen sich viel Zeiitt…“ Keuchte er nervös.

"Keine Sorge, Samantha. Sie werden ihn lange und qualvoll hinrichten." „UND WAS HAST DU IN MEINEM KOPF VERLOREN DU ELENDER BASTARD!“ Brüllte Darak Valrock panisch an. „GEH RAUS DA! DU HAST MIR NICHT IN MEIN GEWISSEN ZU REDEN! DU HAST MICH ZU DEM GEMACHT WAS ICH WAR!“ Krächzte er doch dann verstummte er. „N..nein…da.s…stimmt nicht…n..nicht wahr? Du…war..st.. es nicht… i..ich war selber Schuld…ich…hätte ihn nie erschlagen dürfen. Ich hätte nie zu diesem Kerzenhalter greifen dürfen.“ Er begann sich unruhig im Raum zu bewegen, zum Glück war die Pisse bereits versickert. Immer wieder starrte er zu Samantha hin. „Es…verging kaum ein Tag an dem ich nicht bereit war zu büssen Samantha… aber ich kann es nicht ungeschehen machen… Ich kann es nicht so sehr ich es mir auch wünsche! Auch wenn du mich noch ein Leben lang quälst wird das dir deine Kindheit nicht zurückgeben!“

Daraks Aufmerksamkeit wurde auf den dicken Schmiedehammer gelenkt welcher sich soeben in Valrocks feister Hand manifestierte. Der Gefangene seiner eigenen Gedanken drückte sich dichter an die Wand. Er verlor jegliche Farbe im Gesicht. Nervös strich er sich über den Bart. Soooo lange war er noch nicht in Gefangenschaft und doch verlor er bereits den Verstand!
„Ich…drehe durch…nicht wahr? Ich werde verrückt! HILFE!! LASST MICH HIER RAUSSSHRHRHR!“ Er stand mühsam auf und polterte gegen die Tür.
"Mir fehlt nur noch ein Keil und ich könnte dir pelgarische Stiefel anlegen. Ich werde es tun, sobald deine verachtenswerte Seele diese Welt erreicht, bwahahaha!" Darak starrte Valrock an. Er war wirklich äusserst authentisch. Beinahe schon zum anfassen – nicht dass Darak das wollte. Wie konnte er wahrhaftig im Raum stehen. Er war tot! Er selbst hatte ihn umgebracht!
„Du bist tot du dreckiger Bastard! Du existierst nicht mehr… du kannst mir nichts anhaben !“

Das gemeinsame lachen der Beiden war ohrenbetäubend und äusserst vernichtend. Abermals schüttelte der arme Gefangene seinen Kopf. Allmählich entfaltete die Stille Kammer ihre volle Wirkung… mit der Garotte und Darion hatte er noch nicht mal Bekanntschaft gemacht bisher und schon litt er deutlich darunter.
"Du stinkst nach Pisse" Darak zitterte. Dieser Kerl konnte riechen? Der Gehörnte war schon lange nicht mehr in der Lage zu verstehen dass Valrock diese Information innehatte weil er selbst ein Produkt seiner eigenen Ängste war. Valrock und Samantha waren für ihn völlig real geworden.
"Stinkender Bastard, körperlich können wir dir nichts antun, aber was hältst du davon, wenn wir reden?" „R…reden?! Du… möchtest dich mit mir versöhnen?“ Darak war wohl noch immer sehr optimistisch trotz dem klaren bedrohlichen Ausdruck der beiden Geister.

Samantha zwang ihn sie anzusehen. Darak konnte schon lange nicht mehr Realität und Wahn voneinander unterscheiden. „Ich weiss dass ich für deinen Tod verantwortlich bin Samantha! Wie könnte ich dies jemals vergessen HÄH?! WIE NUR?! JEDEN VERDAMMTEN TAG DENKE ICH DARAN DASS ICH DICH, kleines unschuldiges Mädchen… zu dem gemacht habe was du jetzt bist! Ich wünschte du könntest endlich deinen Seelenfrieden finden!“
"Glaubst du, deine dunkle Freundin taucht auch noch hier auf?" „W..w.as… uuffrhrrh.?!“ Er krümmte sich zusammen als er den Rippenstoss abkriegte. „Aurhgghh.“
“"Die Hurenmutter meine ich. Vesta. Du wirst auch an ihrem Tod schuld sein. Folglich wird sie hier auftauchen, sie ist ein rachsüchtiges Biest." „Sie…würde mich bis ins Grab und darüber Hinaus verfolgen wenn ihr etwas geschieht..r.r…“ Keuchte er. Doch dann kam es für ihn noch dicker.
"Elena ist auch hier. Sie hasst dich. Willst du sie sehen?" „E…elena?“ Seine Augen wurden feucht. „Meine…liebste…Elena…“
Tränen rannen über sein eingefallenes Gesicht. „Es..tut mir so leid Elena..:“ Keuchte er beinahe ohne Stimme zu haben.

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Re: Ausgeliefert

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 3. Februar 2011, 21:28

Samantha bedachte Darak mit kaltem Blick. Sie verschränkte die Ärmchen vor der Brust. Bei einem Mädchen ihres Alters sah die Geste eher albern aus, dennoch erzielte sie Wirkung. Vermutlich lag es an ihren roten Augen. Diese großen, kindlichen Augen, denen jede Unschuld fehlte und nur mit blankem Hass angefüllt waren.
Und dann stellte sich noch Valrock an die Seite des Mädchens! Die beiden sollten nicht gemeinsame Sache machen. Samantha war ein Kind und Valrock ein boshafter Grobian. Trotzdem bildeten sie eine Einheit gegen ihren gemeinsamen Mörder. Valrock grinste. "Natürlich bist du selbst schuld. An allem trägst nur du die Schuld, Luthrokar! Du vermasselst es doch immer, bwahahaha!"
Der Foltermeister verspottete ihn, stärkte sein Schuldgefühl. Samantha stand neben ihm, blickte nur böse auf Darak herunter. Seine fast schon flehenden Worte erreichten sie nicht. "Hättest du es nicht getan, gäbe es keine Probleme. Ein Leben für ein paar Münzen, du Dummkopf!"
"Ja, dreckiger, verlauster Dummkopf! Verrecke bei den Dunkelelfen mit der Gewissheit, dass die Kleine dir das niemals mehr verzeiht. Sie hasst dich bis aufs Blut, mehr noch als ich. Bwahahaha!" Valrock gefiel es offenbar, dass es jemanden gab, der Darak so viel erstarrten Zorn entgegenbrachte. So viel Hass. Und sie war so ein kleines Ding.

"Ich ... drehe durch ... nicht wahr?" Beide grinsten ihn nur gehässig an. Eine bessere Antwort konnte er von ihnen nicht erwarten. Dennoch erhob Samantha ihre kleine Stimme. Sie klang wie ein Vögelchen. "Keine Sorge, wir helfen dir dabei." Valrock schüttelte sich vor Lachen. Er hob den Schmiedehammer, so dass der dicke Stiel auf seiner Schulter zu liegen kam. "Wenn du nicht mehr kannst, zertrümmere ich dir den Schädel ... bwahaha ... oder nochmal das Knie?!"
„Du bist tot du dreckiger Bastard! Du existierst nicht mehr… du kannst mir nichts anhaben !“ "Ach nein?!" Valrock rückte vor, bis zwischen ihn und Darak nicht einmal mehr ein Pergamentblatt gepasst hätte. Kalte Luft streifte Daraks Gesicht. Valrocks Atem? Das bildete er sich doch auch nur noch ein! Wie lange steckte er hier drin?

Darak konnte es nicht wissen. Die meisten Dunkelelfen verstanden Bartwuchs nicht, es war nicht Teil ihres Lebens. Aber Ach'ray Da'rion, der selbst über ein Spitzbärtchen verfügte, kannte sich aus. Er ließ Nafaé regelmäßig zu ihm hinein, wenn er schlief. Sie rasierten ihn, ließen den stets wachsenden Bart als Stoppeln übrig. Wie lange hockte er schon hier drin?! Wie ging es Vesta, Alma, Constanze?
Er ahnte ja nicht, wie viel Zeit bereits vergangen war! Genug, um Verständnis aufzubringen, dass Darak langsam wahnsinnig würde. Die Ziegenfolter, die Garotte, das alles hatte Da'rion noch nicht eingeleitet. Er wollte seinen Gefangenen glauben lassen, dass er nur wenige Stunden, vielleicht ein paar Tage in der stillen Kammer weilte. Das schürte seine Sorgen, je verzweifelter und ängstlicher wurde, nur umso mehr. Es schwächte ihn, zehrte ihn aus. Der Dunkelelf liebte diese Art von Folter mehr als alle anderen Varianten.

Kein Wunder, begann Darak inzwischen mitten im Dunkeln Gespräche mit sich selbst zu führen. Seine Wächter hielten ihn bereits für irre. Geistig gebrochen, er plapperte ja nur Unsinn. Hatte Angst vor kleinen Mädchen. Und seit neuestem brabbelte er auch etwas von einer Liebsten. Elena.
"Wer könnte einen so rosa farbenen Fleischsack schon lieben? Pfui, Liebe! Ha!"

Samantha nickte. "Ja, sie ist hier. Sie wartet darauf, dir ihren ganzen Hass entgegen zu werfen. Du willst sie sehen? Sie ist hier, da steht sie doch!" Samanthas Geist rückte in den Hintergrund und selbst Valrock hielt still. Beide wollten sich das Spektakel nicht entgehen lassen. Etwas trat aus der Finsternis. Es formte sich zu einer schlanken Gestalt mit weiblichen Rundungen. Das Haar war zuerst zu erkennen. Diese flammende Mähne, in die sich Darak nur zu gern gekuschelt hatte. Diese feurigen Strähnen, die er damals noch unter falschem Namen bespuckt hatte.
"Du wolltest auch sie zur Sklavin machen", erinnerte Samantha mit zischender Stimme, kalt wie Eis.

Elena stand vor ihm. Sie sah noch aus wie an jenem Tag, als sein Herz für sie zu schlagen begonnen hatte. Ihre Augen funkelten. Ihre Lippen bildeten eine schmale Linie. Sie besaß noch immer das Feuer, das Darak so anfachen konnte. Ihre Mähne wellte sich wie geschmolzene Rubine über ihre Schultern herab. Es erinnerte an einen Sonnenuntergang, der sich ins Meer ergießt. Jeder Mann hätte einer solchen Frau nachgetrauert.
"Gleich schreit sie dich an und bricht dir das Herz", säuselte Samantha. Valrock schwieg. Wie gebannt schaute auch er Daraks ehemalige Liebe an. Anmutig trat Elena an den Gehörnten heran. Sie musterte ihn, gab keinen Laut von sich. Weder Wut noch Enttäuschung spiegelte sich in ihren Augen wieder. Aber auch ebenso wenig die Liebe, die sie ihm einst entgegen gebracht hatte. Ihr Blick war neutral, bar jeglicher Emotion.
Elena legte den Kopf schief. "Du sprichst also schon mit deiner Fantasie. Es dauert wohl nicht mehr lang. Steh auf, Darak, und komm mit mir." Sie streckte ihm ihre Hand entgegen. "Lass alles hinter dir. Ich werde dich mitnehmen. Ja, sogar dich. Es muss ja nicht Lysanthors Reich sein."
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Re: Ausgeliefert

Beitrag von Darak Luthrokar » Freitag 4. Februar 2011, 22:38

"Natürlich bist du selbst schuld. An allem trägst nur du die Schuld, Luthrokar! Du vermasselst es doch immer, bwahahaha!" „J..ja…“ Keuchte Darak und senkte seinen Blick. Seine Fantasie war bereits so sehr mit ihm durchgegangen dass er sogar ohne weiteres die Füsse der Beiden sah als er seinen Kopf gesenkt hielt. Es war unheimlich. Doch für Darak Luthrokar inzwischen nicht mehr. Die beiden Gestalten waren für ihn zur Realität geworden. Eine Realität geschaffen um der Reizlosigkeit eines schwarzen Raumes zu entfliehen.

„Ich…habe..es..vermasselt…ich…hätte ihn im Thronsaal umlegen sollen… oder bereits im Bordell DIESEN VERDAMMTEN BASTARD! Ooh…ich..bin…selbst ein verdammter Bastard…nicht..wahr?!“ Darak kicherte vor sich hin und strich sich über die Stirn. Die war Warm geworden. Offenbar fieberte er bereits in seinem Wahn.
"Hättest du es nicht getan, gäbe es keine Probleme. Ein Leben für ein paar Münzen, du Dummkopf!" „J..ja… ich hätte vermutlich…e…eine…hübsche Frau…geheiratet und eine Hühnerfarm eröffnet irgendwo in Andunie oder Santros oder Jorsan. Vielleicht wäre ich jetzt auch von der Armee eingezogen worden und hätte als Soldat gegen die dunkle Armee gekämpft. Ehrenhaft und nicht so wie jetzt al….s..Verbrecher.“ Er kratzte sich über die Brust. Inzwischen war seine Kleidung zerschlissen. Die Nähte welche Alma eigentlich mal hätte entfernen sollen eingewachsen. Die Nahrungsmitteleingabe gestaltete sich minimalistisch. Türe auf. Frass rein. Türe zu. Keine Kommunikation fand mehr statt. Nichts. Die Dunkelelfen erschienen ihm nur als sprachlose Schatten. Manchmal war das was noch ganz knapp als Essen bezeichnet werden konnte „gewürzt“ manchmal nicht. Je nach dem offenbar ob sein „lieblingswächter“ Schicht hatte. Details welche Darak schon lange nicht mehr erkannte. Er war in seiner eigenen Welt gefangen.
"Ja, dreckiger, verlauster Dummkopf! Verrecke bei den Dunkelelfen mit der Gewissheit, dass die Kleine dir das niemals mehr verzeiht. Sie hasst dich bis aufs Blut, mehr noch als ich. Bwahahaha!"

„Es…tut mir unendlich…Leid…Smantha…a..aber jetzt bist du…hier..ic.h.kann..mit dir spielen…ja?“ Doch es kam nicht zu einer Antwort denn Darak legte sich mit Valrock an. Dass er nicht mehr existierte schien dem Gehörnten noch bewusster zu sein als bei Samantha. Ihre Existenz nahm er inzwischen einfach hin. "Wenn du nicht mehr kannst, zertrümmere ich dir den Schädel ... bwahaha ... oder nochmal das Knie?!" „NEINRHGGH!“ Er spürte den Stiel auf seiner Schulter.
Die beiden traktierten ihn während dem Essen, kommentierten ihn beim Pinkeln, machten sich darüber lustig wenn er einfach nur dahockte. Permanent wurde er von Valrock oder Samantha oder sogar beiden gleichzeitig belagert. Nur im Schlaf fand er ein paar Stunden ruhe. Dieser entsprach schon längst nicht mehr einem menschlichen Rhythmus und die schlechte Ernährung tat ihr übriges so dass Daraks Zustand stetig schlechter wurde.
Doch dann… wie viel Zeit auch immer vergangen war. Kam Elena ins Spiel.

"Ja, sie ist hier. Sie wartet darauf, dir ihren ganzen Hass entgegen zu werfen. Du willst sie sehen? Sie ist hier, da steht sie doch!"
„…Elena…a..aber sie hat mich nie gehasst….sie…hat mich nie für ihren Tod verantwortlich gemacht..s…sie…Elena…j…ja!“ Er flehte darum sie zu sehen… und seine Fantasie erfüllte ihm diesen Wunsch.
Seine Augen weiteten sich als etwas aus der Dunkelheit trat. Sehen konnte die Gestalt nur er. Sie war es. Elena. Daraks Augen leuchteten. „E…elena…“ Er kroch auf sie zu. „o…h..du…lässt mich nicht allein…du….holst…mich…hier….raus..ja.j.ja?“

"Du wolltest auch sie zur Sklavin machen" „D..d.a.s….IST NICHT WAHR!“ Zischte er. Doch war es. „JArnghUgnrhghg…!“ Wütend schrie er herum. „ICH BIN SO EIN BASTARD….so ein elendiger Bastard…ic.h..hab dich nicht verdient…ich….hab dich nicht verdient…“ Krächzte er heiser und riss an seinen Ohren rum. Wieder kratzte er sich über den Körper. Schon seit einer Weile verletzte er sich selbst um wenigstens einen Körperlichen Reiz zu spüren. Riechen konnte er schon lange kaum noch etwas, schliesslich stank es inzwischen ziemlich in seiner Zelle so dass sein Hirn den Geruchssinn einfach ignorierte.
"Gleich schreit sie dich an und bricht dir das Herz" „N..nein das würde sie nie tun…d.d.d.as..würdest du..nie tun…nicht..wa.hr..:Elena?“ Er lächelte ihr entgegen. Berührte ihre Füsse und fühlte sie!

"Du sprichst also schon mit deiner Fantasie. Es dauert wohl nicht mehr lang. Steh auf, Darak, und komm mit mir." „I..i..ich…..a…aber…“ Eine unglaubliche Schuld zwickte sein Herz. Er wurde plötzlich blass. „Du..ha..a.s.t.auf mich gewartet? A…aber..E:…elena..i…ich ha……bitte verstehe mich…n..nicht…falsch..i.i.ich……ha….habe lange…ge…t.rauer a..aber dann ist Lilith…gekommen…du…kennst…s..ie…sie..ist..wundervoll..w..w…eisst...du…ich…liebe sie…a…aber…ich liebe auch dich…nur….E…elena….i..ich..wusste..ja..nicht dass du auf mich wartest…i..ich…“
"Lass alles hinter dir. Ich werde dich mitnehmen. Ja, sogar dich. Es muss ja nicht Lysanthors Reich sein."
„A…aber…sie..ist..noch irgendwo hier…draussen…w..w.weisst…du? U…und… die andern…j..ja? D…du…weisst…schon..s…sie…sind alle noch da…draussen…“

Er schüttelte nervös den Kopf. "Conny...versohlt mir den Arsch..we...en...ich..einfach abhaue..."

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Gevatter Tod
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Re: Ausgeliefert

Beitrag von Gevatter Tod » Samstag 5. Februar 2011, 07:30

Sie spielten ihr Spiel mit ihm und für Darak waren seinen fantastischen Einbildungen von der kleinen, aber kalten Samantha und dem forschen Valrock mit dem Schmiedehammer längst zur Realität geworden. Wenn sie ihn nicht darauf hinwiesen, dass ein ekelhafter Brei wieder auf ihn wartete, hätte er vermutlich nicht einmal bemerkt, dass die Dunkelelfen ihm weiterhin Nahrung in die Stille Kammer setzten.
Drisorn zählte natürlich zu jenen Schichtwachen, der seine Speisen weiterhin die entsprechende Würze gab. Die Wächter hatten Ach'ray Da'rion regelmäßig Meldung zu machen, wie es mit Daraks körperlichem und geistigem Zustand aussah. Drisorn aber erkaufte sich Lügen seiner Kameraden mit seinem Sold.
"Ihm geht es noch immer überraschend gut. Er ist sehr zäh, Herr", lauteten dann die Reporte der anderen. Er selbst schloss sich an, so dass keine Aussage auffallend wurde. Da'rion ärgerte das. Er hatte seinen Gefangenen längst foltern wollen, aber solange dieser noch bei geistig guter Verfassung war, machte es wenig Sinn. Der Kerl hing in der Folterkammer schon frech in Ketten, kommentierte fast jede Bewegung des dunkelelfischen Herrschers. Er würde nicht so leicht klein zu kriegen sein. "Dann warten wir noch", kommentierte Da'rion. Er hatte schließlich auch noch andere Dinge, um die er sich kümmern musste. Seit Vestas Bestrafung gefiel ihm der Harem immer besser und so langsam hatte er den Großteil der Frauen - gegen ihren Willen - durch.

Darak bekam von alldem nichts mit. Seine Welt war geschrumpft auf wenige Quadratmeter, die bereits nach seinen Körperausdünstungen und -flüssigkeiten stanken. Wenigstens bekam er neuen Besuch. Elena, seine Elena war hier. Sie würde ihn hier rausholen, sie hatte es schon einmal getan. In Andunie und da kannte sie ihn noch nicht halb so gut wie bei ihrer gemeinsamen Flucht im Anschluss. Sie hatte so viel riskiert, um ihn da heraus zu bringen. Jetzt ging es ihm um so vieles schlechter. Sie würde ihn erneut retten.
Würde sie wirklich? Samantha erinnerte ihn an sein Vorhaben, damals, als er die rothaarige Temperamentvolle noch unter dem Decknamen Woltov getroffen hatte. "ICH BIN SO EIN BASTARD ... so ein elendiger Bastard ... ich ... hab dich nicht verdient ... ich ... hab dich nicht verdient ..."
Elena trat näher an ihn heran. Er konnte sie riechen. Der Duft ihrer Haut, die immer ein wenig Wärme ausgestrahlt hatte. Das rote Haar, das einen feinen Geruch eines jung entzündeten Lagerfeuers wiedergab. Er konnte es beinahe fühlen. Die einzelnen, hauchdünnen Haarfäden, die in der Finsternis trotz allem mit einer Intensität leuchteten, dass es an ein Hoffnung spendendes Licht erinnerte. "Jeder hat mich gleichermaßen verdient. Bastarde, Könige, einfache Bauern und auch Tiere. Ich komme zu jedem, Darak." Sie redete bisweilen seltsam.

Sie wollte ihn mitnehmen. Wohin? Hier heraus, alles andere schien ihm egal. Nun, nicht wirklich. Darak erinnerte sich, was er getan hatte. Er hatte ja nicht ahnen können, dass seine Elena noch ... lebte sie noch? Jedenfalls hatte er nun Lilith an seiner Seite und er konnte doch auch nicht ohne Constanze, Alma und Vesta gehen. Er musste wenigstens diese Frauen retten. Sie waren seine Freunde.
"Wie die Dinge liegen, werde ich sie auch bald holen." Elenas Worte wurden immer seltsamer. "Du magst zäh sein, Darak, aber das hier war eine Nummer zu groß für dich. Komm, ich nehme dich mit." Sie streckte ihm eine Hand aus. Eine weiße Hand, bar jeglichen Fleisches. Blanke Knochen schimmerten von innen heraus in der Dunkelheit. In Daraks Fantasie legte sich rosige, zarte Haut darüber. Er erkannte die hohe Gestalt nicht, welche sich in jene Dunkelheit hüllte, die ihn umgab. Er sah die Sense in der anderen Hand ebenso wenig wie den grinsenden Schädel, der unter der Kapuze hervor lugte. Er sah den Gevatter so, wie er ihn sich gewünscht hätte: als Elena, die kam, um ihn zu erlösen.

"Du kannst für niemanden mehr etwas tun, nur noch für dich. Hier und jetzt. Nimm meine Hand, Darak Luthrokar. Ich bringe dich fort. Niemand wird dir folgen." Tod schaute auf. Er sah die Einbildungen, die Geister. "Nun ... niemand körperliches. Komm", ermutigte er den Todgeweihten erneut.
Es war vorbei.
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Re: Ausgeliefert

Beitrag von Darak Luthrokar » Sonntag 6. Februar 2011, 12:29

Darak hockte zusammengesunken in seiner Ecke, hielt sich den Helm und wippte mit seinem Körper vor und zurück. Er starrte immer wieder zu Elena hin, im Moment fühlte er sich jedoch nicht würdig genug ihr unter die Augen zu treten. Sie musste ihn wohl erst noch beruhigen. Sein Geist war so verwirrt dass er schwer einzuschätzen wurde. Waren dies die kargen letzten Stunden des Darak Luthrokars? Würde er hier und jetzt sterben ohne zu wissen was mit seinen Freunden geschehen war. Lebten sie überhaupt noch? Hatte man Vesta inzwischen die Beine gebrochen, waren Conny und Alma bereits von dem Kerl missbraucht worden? Hatte sich der feiste Wüstendieb an sein Versprechen gehalten und Lilith nicht angerührt?

Elena trat näher an ihn heran. Er drückte sich fester gegen die Wand. Schaute zu ihr hoch. „E…es…tut mir leid.“
"Jeder hat mich gleichermaßen verdient. Bastarde, Könige, einfache Bauern und auch Tiere. Ich komme zu jedem, Darak." Er runzelte die Stirn. Der Tod verwirrte gerade einen seiner Todgeweihten aber die Kommunikation mit Darak Luthrokar gestaltete sich auch ordentlich schwierig. Die meisten Menschen erkannten den Tod in seiner Gestalt weil sie ihm auch eine entsprechende Figur zuteilten. Doch für Darak war er eben… Elena. Da er schon Besuch von Samantha und Valrock hatte kam er nicht darauf dass diese Gestalt eine andere Aufgabe haben könnte als die anderen beiden.
„Mrhrhrmm…“ Er kratzte sich nervös über seine Brust. Was meinte sie damit? Sie käme zu jedem? „I..ich verstehe nicht. Elena… aber…ich habe dich soo vermisst…sooo vermisst! J..ja!“ Er bewegte sich leicht auf sie zu. Gleichzeitig jedoch beharrte er darauf nicht mit zu können da er auf seine Freunde warten musste. Er musste doch wissen was mit ihnen war!
"Wie die Dinge liegen, werde ich sie auch bald holen." „W…w..e.n..? Constanze…u..und Alma und…Lilith? Du willst sie auch…holen? Gehörst du auch zum Widerstand..ja? Schreitet der Himmel endlich gegen diese Horde ein…ja.ja?“

Nun der Gevatter war selbstverständlich neutral. Allerdings hatte er an anderer Stelle bereits erwähnt dass es ihm nicht gerade sehr gefiel wenn die Seelen zu Untoten verarbeitet wurden. Doch dies war hier in Sarma nicht der Fall, sondern ausschliesslich in Pelgar.
"Du magst zäh sein, Darak, aber das hier war eine Nummer zu groß für dich. Komm, ich nehme dich mit." „Mrhrmrmrm….j..ja..ich hätte hier nicht mitmachen sollen. Hätte ich nicht. Nein hätte ich nicht. Was waren wir eins Naiv…ha.ha..und ich glaube diese Kerle haben uns auch reingelegt.“ Interessanterweise hatte er nie die Wüstendiebe erwähnt. Die Flut an Informationen die er vor sich her plapperte war relativ bescheiden verwertbar.

„I..ich will auch einen Schokoladebrunnen haben..j..ja….a?“ Er lachte still vor sich hin und kratzte sich über die Ärmel. Er blickte auf die Hand die ihm entgegengestreckt wurde. Er guckte Elena an. Immer wieder. Dann schielte er zu den anderen Beiden. Schliesslich wieder zu Elena. „W…war..te..h..hier…“ Darak begann im Raum herumzukriechen und kriegte den Oberschenkelknochen der Leiche zu fassen. Damit hatte er oft rumgespielt. Klänge erzeugt indem er ihn an die Wand gehauen hatte. „D…den…ma.g.ic.h..“ Abermals haute er den Knochen an die Wand. Die realen Geräusche taten für einen Moment gut auch wenn sie von ihrer Intensität her für einen Kerl der sonst keinerlei Akkustischen reize mehr ausgesetzt wurde gewaltig war. "Nun ... niemand körperliches. Komm"

Darak erhob sich. „W…war..te..“ Er rieb sich seine Hände an seinen inzwischen schon ziemlich maroden Kleidern ab. Er blickte sie wieder an. „Meine Elena…“ Er lächelte. Kam auf sie zu und reichte ihr die Hand. Dann zog er sie in eine Umarmung. Küsste ihre Wange. Strich durch ihr Haar. Atmete tief durch. „ich habe dich soo vermisst..meine liebste…“ Er schien in diesem Moment sehr glücklich und zufrieden zu sein. Er wusste ja nicht dass er mit dem Tod schmuste. Sie richtig zu küssen traute er sich nicht, schliesslich hielt er sich dafür selbst sogar im moment für zu stinkig.

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Re: Ausgeliefert

Beitrag von Gevatter Tod » Montag 7. Februar 2011, 19:08

Es brauchte keine andere Folter mehr. Keine Ziegen, keine Garotte, kein Rad. Die Stille Kammer wurde Darak Luthrokar zum Verhängnis. Seine Fantasie war sein Henker. Ein großer Mann mit Maske, die nur Löcher für die Augen besaß und in seinem Blick erkannte er Samantha und Valrock wieder. Der Henker führte kein Beil, um seinen Kopf von den Schultern zu trennen. Er hielt den Schmiedehammer, um ihm neue Stiefel anzulegen. Sein letztes Schuhwerk auf einer Reise ohne Rückkehr.
Es war kein Henker, welcher vor ihm stand. Es war auch nicht Elena, selbst wenn sich Darak das so vehement einbildete. Aber der Gevatter besaß viele Erscheinungsbilder. Grundsätzlich sah man ihn in einem Gewand aus Schatten. Aufwirbelnde Schwärze, ineinander verworrene Dunkelheit, Seide aus purer Finsternis, dass man ihm eine Zugehörigkeit zu Faldor zusprechen mochte. Doch es war nur jene Schwärze des Todes, in der sich manchmal ein Tunnel auftat. Ein kleines Licht, das zum Ende diese verschlingenden Dunkelheit und somit in ein Paradies führte, das jede noch so verzweifelte Seele aufnahm. Unter des Gevatters Kutte fand sich kein Licht. Ein Gerippe war das einzige, das leuchtete und die Kapuze verbarg nur halb den blanken Schädel. Es schien, als grinste der Tod. Belächelte er die Vergänglichkeit der Sterblichen? Oder grüßte er sie mit jenem freundlichen Versuch, es nur halb so schlimm erscheinen zu lassen? War der Tod das Ende oder nur ein neuer Anfang?
Für Darak Luthrokar blieb er vorerst seine erste große Liebe.
"Elena … aber … ich hab dich soo vermisst … sooo vermisst! J…ja!" "Sie ist bei mir. Vielleicht siehst du sie. Lass uns gehen, andere werden folgen und ich habe noch eine Menge zu tun. Ich muss noch andere mitnehmen."
"W…w…e…n…?" Darak erkundigte sich nach seinen Freunden. Tod blieb unergründlich. "Vielleicht. Ich werde es als erster erfahren." Er würde keinem Sterblichen einen Blick in die endende Zukunft eines anderen gewähren. Nicht einmal jemanden, der selbst keine Zukunft mehr vor sich hatte.

Darak suchte sich einen Oberschenkelknochen. Er hatte Tod gebeten, zu warten. Und so wartete er. Ihm machte es nichts aus, selbst wenn er erwähnte, dass es noch zu tun gab. Er war zeitlos, sie hatte keine Bedeutung.
Mit seinem nicht enden wollenden Grinsen, was bei der Elena-Fassade, die Darak sah, ein anhaltendes Lächeln bildete, musterte er den Knochen der Verblichenen. Körperliches konnte nicht mitkommen. Auch Darak würde seine Hülle zurücklassen müssen. Den Knochen, den er hielt – sein einstiger Besitzer befand sich bereits in Tods Reich. Wenigstens konnte der Gevatter Darak klar machen, dass er den begehrten Schenkel nicht mitnehmen konnte. Trotzdem bat der Gehörnte, erneut zu warten. Worauf bereitete er sich vor?
Der Gevatter betrachtete sich den Körper. Darak bewegte sich längst nicht mehr. Er lehnte halb sitzend an einer der Kammerwände. Der Speichel in seinem Mundwinkel trocknete bereits. Das Herz schlug langsamer, unregelmäßiger. Über seinen Blick legte sich ein Schleier und der Kopf vermochte den schweren Helm kaum noch zu halten. "Es wird Zeit", sagte Tod.
Im nächsten Moment fand er sich in einer Umarmung wieder, mit Daraks Lippen an seinem Kiefer. Jetzt musste auch die todgeweihte Seele bemerken, dass der Kuss nicht sehr warm war. Elena fehlte die nötige Haut oder sie hatte viel abgenommen, dass ihre Wange so knochig wirkte. Ihr Haar fühlte sich trotz allem seidig an. Es war die Kapuze aus nächtlicher Schwärze, über die Darak strich. Aber mit der anderen hielt er die Knochenhand. Das war alles, worauf Tod gewartet hatte.
"Lass uns gehen, verliebte Seele."


Darak Luthrokar ist gestorben. Die Lebensenergie ist leer (bitte entsprechend im Profil aktualisieren)

Es geht weiter auf der Todesinsel -> Ein Verdammter unter Toten
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Re: Ausgeliefert

Beitrag von Erzähler » Freitag 18. Februar 2011, 16:29

Darak kommt von Todesinsel Kata Mayan -> "Ein Verdammter unter Toten"

Die beiden Dunkelelfen fielen. Sie waren tot, ehe ihre Körper den Boden erreichten. Der Schreck stand ihnen noch in die Gesichter geschrieben, die fernab des Rumpfes davon kullerten. Die beiden Henker senkten ihr Beil. Die versammelten morgerianischen Wachen blickten auf das Schauspiel, das sich im Saal des sarmer Herrschers abspielte. Kaum jemand zeigte eine Regung, aber sie alle waren dankbar für ihre Visiere, hinter denen sie das Entsetzen in ihren Augen verbergen konnten.
Ach'ray Da'rion lehnte sich in seinem Thron zurück. Er legte die Finger aneinander. Hinter ihm trugen die Menschenfrauen des Harems Speisen auf. Sie blickten nicht minder entsetzt auf die hingerichteten Dunkelelfen.
"Tja", seufzte Da'rion. "Das passiert mit Wachen, die mich nicht über den Zustand meiner Gefangenen informieren." Er ließ sie wegschaffen. Wirkliche Genugtuung hatte es ihm nicht bereitet. Gut, die beiden Wächter hatten ihr Leben lassen müssen und das ziemlich abrupt. Da'rion mochte Hinrichtungen, aber ihre war nicht halb so amüsant gewesen wie jene, die er sich erhofft hätte.
Missmutig schaute er auf den Leichnam seines Feindes. Da lag er, absolut reglos, denn er musste schon vor Stunden gestorben sein. "Verreckt in seiner eigenen Scheiße", knurrte der Herrscher auf celcianisch. "Ist das dein letzter Kniff gewesen, Darak Luthrokar?" Er brüllte den Leichnam an. Dieser machte keinen allzu schönen Eindruck. Er lag leicht gekrümmt auf dem Tisch, den man mitten im Saal aufgestellt hatte. Da'rion hatte ihn hier foltern lassen wollen. Nun würde kein Schrei aus der Kehle dieses verhassten Menschen mehr dringen. Interessanterweise versteifte sein Körper noch nicht. Einige Dunkelschelme hatten sich die Freude gemacht, mit ihm alberne Spielchen aufzuführen - auch sie würden nun nie wieder einen Auftritt haben. Das Schauspiel hatte Da'rion nämlich unter keinen Umständen amüsiert. Es war nicht dasselbe. Der Luthrokar war tot und hatte den Dunkelelfen so um seinen Spaß gebracht. Da'rion wusste, dass Darak nur gestorben war, um ihm eins auszuwischen. Jetzt konnte er sich nicht mehr an seinen Qualen ergötzen.

Sarmas Herrscher pfefferte wütend eine Traubenschale zu Boden. Die Keramik zersprang, die Früchte kullerten bis zur Blutlache der beiden morgerianischen Wachen. Fauchend wandte er sich den Haremsdamen zu: "Ihr dummen Dinger, hebt die Speisen auf! Und dann baut den Schokoladenbrunnen auf, ich bin hungrig."
Constanze beugte sich mit grimmigem Blick über die Trauben. Alma setzte die Schalten des Schokoladenbrunnens übereinander. Beide waren nicht bei voller Konzentration. Die Heilerin hatte gar eine ungesunde Blässe angenommen. Sie ertappte sich selbst immer wieder dabei, dass sie einen Blick zu ihrem Lieblingspatienten warf. Sie sog die Luft ein. Er würde nie wieder ihr Patient sein. Hoffentlich kamen sie hier heraus. Alma beschloss im Stillen, sich um Cattie zu kümmern. Vielleicht baute sie sich ein Häuschen in Xytras auf. Die Frauenstadt gefiel ihr. Sie konnte auch dort eine Praxis eröffnen ... oder eine Hühnerzucht, zum Andenken an Darak.
"Dumme Pute, schneller! Das Sepktakel beginnt gleich!" Alma füllte Schokolade in den Brunnen ein. Ja, das Spektakel. Dem dunkelelfischen Herrn reichte es ja nicht, dass er Darak in den Tod getrieben hatte. Jetzt wollte er weitere leiden lassen - mit seinem toten Körper. Sie sah zu, wie man Darak auf dem Tisch zurecht legte. Sie sah seine Geschäftspartnerin auftauchen. Diese Bordellherrin. Der Herrscher grüßte sie mit ausgebreiteten Armen: "Ahhhh, Vesta, schön dass du noch alle Knochen beieinander hast."
"Ich danke Euch für Eure Gnade, Da'rion", erwiderte Vesta kühl. Es entlockte dem Herrscher ein finsteres Lachen. "Oh, hast du wirklich geglaubt, ich würde seine süßen Beine brechen lassen? Das war doch nur eine Lüge, um Darak Angst einzujagen. Tja, jetzt wird er sich nicht mehr fürchten. Aber ich möchte, dass du es tust. Ich weiß, dass du ihm immer noch treu gewesen bist, du schmutzige kleine Hure! Habt ihr geglaubt, ich könnte die Blicke und kleinen Gesten nicht erkennen, die ihr miteinander getauscht habt?!" Da'rion lehnte sich langsam zurück. Er gemahnte sich zur Ruhe. Keine Wut jetzt, er wollte sich amüsieren. "Ich bin nicht dumm, Menschenhure. Ich habe euch in Sicherheit gewogen und nun ist es Zeit, dich leiden zu lassen. Nicht körperlich, das wäre Verschwendung. Ich werde deine Seele vernichten und deinen Leib weiterhin demütigen, indem ich dich nehmen werde, bis du wund und abgenutzt bist." Sein Lachen erfüllte die Halle.
"Was habt Ihr vor, Ihr wurmzerfressener Bastard?"
"Oh nein, nicht ich, Vesta." Da'rion zeigte auf Daraks Leichnam. "Der dort ist wurmzerfressen und weil ich weiß, wie sehr du trotz allem an ihm hängst, sollst du aus nächster Nähe erleben, was ich mir nicht einmal durch seinen Tod nehmen lasse. Du wirst für ihn schreien. Du wirst leiden. Fangt an!"

Die Henker traten an Vesta heran. Man legte ihr die Eisenfesseln an, die sie an den Tisch banden. Sie konnte nicht fort. Sie musste sich ansehen, was Da'rion mit Darak anstellen würde. Es ängstigte sie wahrlich. Er war doch bereits tot, warum musste man seinen Körper jetzt noch schänden? Er konnte den Schmerz nicht mehr spüren - er nicht, aber sie. Sie litt, indem sie die geplante Folterung an Darak Luthrokar mitansehen musste. Lediglich die Ziegenfolter ließ man aus, denn sie brachte nichts. Dafür hatte sich Da'rion besonnen und kehrte zu ihnen zurück. "Bringt die pelgarischen Stiefel." Symbolisch trug eine der Haremsdamen ein Samtkissen mit alten Stiefeln herein. Der Henker griff zum eisernen Schmiedehammer. Man rückte den Keil in Position. Alles stimmte. Die Knie würden gleich zertrümmert werden. Hinter dem Thron wandte Alma den Blick ab. Constanze drückte ihren dicken Oberarm.

Der Henker hob den Hammer. Er ließ ihn niedersausen, auf das einst so schlechte Knie. Vesta schrie wie am Spieß. Und Darak Luthrokar wachte auf.


Daraks Lebensenergie ändert sich in den Zustand: "verletzt"
Sein neues Leben beginnt mit Schmerz
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Re: Ausgeliefert

Beitrag von Darak Luthrokar » Freitag 18. Februar 2011, 23:12

Bekommen blickte Darak zu Florencia hin welche ihn plötzlich mit einer Schwere ansah, wie man es kaum für Möglich gehalten hätte. Doch dass die Göttin der Fauna traurigkeit und sorge empfinden konnte war naheliegend. Wie oft zerstörten die Menschen den Lebensraum ihrer Schützlinge, indem sie Bäume fällten, Felder rodeten und Pflanzen fernab ihrer eigentlichen Heimat ansiedelten ohne das Wissen um die Konsequenz. Wie oft weinte Florencia da? Wie oft musste sie das Leid ihres Gatten teilen? Denn auch Phaun erlebte doch nicht zu selten wie die Menschen und die anderen höheren Rassen rücksichtslos mit den Tieren und den Lebewesen auf Celcia umsprangen. Sie jagen nur um den Tieren die Hörner abzuschneiden, sie töteten nur um an deren Fell zu gelangen und dies ohne jegliches Mass. Schon längst war die Zeit vorbei wo die Menschen nur so viel Beute machten wie es für das überleben unbedingt nötig gewesen wäre. Doch warum jetzt diese Trauer, dieses Leid?

Darak sah sie fragend an. Auch in seinem Gesicht spiegelten sich Sorgen wider. Es konnte nicht gut sein wenn Florencia diesen Schmerz verspürte während sie ihn ansah. Irgendwas würde da draussen auf ihn warten und er wusste dass es nichts Angenehmes war. Er betrachtete ihre wunderschöne und geschmeidige Hand doch irgendwas hielt ihn zurück sie zu berühren. Es war eine Geste von ihr, die bedeutete dass es ihr Leid tat, dass sie selbst als Göttin irgend einer ihm noch nicht bekannten Fügung machtlos gegenüber stand. Selbst wenn sie es gerne für ihn zu einem besseren gewendet hätte.
“Ich habe die Macht, dir dein Leben zurückzugeben, aber ich kann dich nicht von dort wegbringen, wo du jetzt steckst.“ Darak nickte gefasst. Diese Information überraschte ihn nicht. Er hatte bereits befürchtet dass er höchstwahrscheinlich noch immer in der Zelle lag. In dieser elendigen Kammer wo es kein entrinnen geeben würde. Er senkte sein Haupt.

Des Gevatters Zeit konnte deinen Körper konservieren, während du auf seiner Insel wawrst. Hier geht es dir gut, dass weiss ich. Aber es wird dir auch gut tun, zu leben.“ E rblickte wieder auf. In seinen Augen funkelte jene Entschlossenheit und Sturheit für welche Darak Luthrokar einst bei seinen so berüchtigt gewesen war. Dieser Kerl war nicht tot u kriegen, selbst wenn er es wirklich war..Ich werde leben Florencia.“ Sagte er entschlossen.
“Trotzdem schmerzt es mich, eine lebende Schöpfung in diesen Zustand zurück zu befördern. Such einen Weg hinaus. Das ist meine Bitte an dich.“ „Ich bin darauf vorbereitet weiter zu büssen Florencia. Dies hat Lysanthor auch in seinem Urteil erwähnt. Er schickt mich zurück ins Leben damit ich weiter büssen kann und wenn dies auch in physischer Form ist. Dann soll es so sein.“ ER seufzte. Würde er diese Worte bald bereuen? Er konnte ja nur erahnen was auf ihn zukommen würde. „Dies bin ich euch und Lysanthor schuldig… sowie meiner eigenen Seele. Ich werde einen Weg herausfinden… für mich und für meine Freunde.“ Darak besass eine Starke Seele und einen unglaublich robusten Geist Schliesslich war ihm genug widerfahren um ihn zu brechen, doch bisher hatte Darak Luthrokar stand gehalten.
In Gewisser weise war Darak ein unglaublich bescheidener Mensch. ER hatte nicht im geringsten die Erwartung gehabt dass das Leben ihn mit offenen Armen und Kuchen empfing. Er hatte eine Verantwortung gegenüber seinem Körper undwenn er nicht in der Lage war zu solchen himmelfahrtkommandos „nein“ zu sagen, dann musste er auch mit den daraus resultierenden Konsequenzen leben.

Die Göttin der Fauna beugte sich über ihn und küsste ihn so auf die Stirn, wie es Darak in zärtlichen Momenten mit Frauen zu tun pflegte. Es kräuselte an seiner Stirn und dann verflog die Insel von Kata Mayan. Schwärze emfping ihn… und Dunkelheit. Seine Reise begann .Die Seele suchte den Weg zurück nach Celcia, zurück nach Sarma und zurück in seinen Körper.
Sie flog durch den Nebel, liess die Todesinsel hinter sich und schliesslich auch das Zwischenreich. Sie durchdrang die Stratosphäre und drang in die Welt von Celcia ein. Sie flog über die Meere hinweg, zielsicher auf Sarma zu. Sie streifte durch die Gassen und Hinterhöfe und erreichte schliesslich den Palast. Die Seele suchte den Weg und wurde geleitet durch florencias göttliche Wegführung. Die Seele drang in den Herrschersitz zusammen und sichte den Körper in der Stillen Kammer. Dort wo sie ihn vermutete. Doch da war er nicht. Ein anderer Körper der nur noch aus Knochen bestand wurde von der Seele schnell als Fremd erkannt und ignoriert. So schwebte sie durch die Türe hindurch den Gängen entlang nach oben, dort wo der Thronsaal des alten Herrschers sich befand. Die Seele vibrierte, doch niemand konnte sie sehen. Die Seele aber spürte instinktiv die Anwesenheit ihres Körpers. Zielstrebig flog sie darauf zu unter dem Schmiedehammer hindurch der gerade gehoben wurde direkt in Daraks Körper hinein. Seine Lungen füllten sich mit Luft, seine Muskulatur spannte sich an, sein Herz begann zu schlagen, sein Blut zuirkulierte, seine Nerven sandten Impulse aus. Seine Kerntemperatur nahm die üblichen 37 Grad an und ähnlich wie bei einem Säugling war das erste offensichtliche Lebenszeichen des Gehörnten… ein fürchterlicher Schrei.

Ein grauenhaft krächzender Schrei der sich beinahe schon umenschlich anhörte, kein wunder, schliesslich waren seine Stimmbänder bis vor wenigen Sekunden nicht mehr befeuchtet gewesen. Er spürte nur noch den heftigen Schlag und hörte das Knacken und Splittern seiner Knochen. Er konnte förmlich spüren wie es ihm die Knochen in den Beinen verschob weil sie dem gewaltsam eingedrungenen Keil platzmachen mussten. Panisch versuchte er seine Beine zu bewegen doch diese waren stramm aneinander gebunden worden. Unsäglicher Schmerz durchflutete jeden Winkel seines gerade wiedergeborenen Körpers. Sein heulen erstarb nur um einem weiteren Platz zu machen.Seine Augen weiteten sich nur um sich dann nach oben zu verdrehen bis nur noch das Weiss seiner Augäpfel zu sehen war. Der Todgeglaubte bäumte sich auf, packte mit einer Gewalt die sie nur ein Tobsüchtiger haben konnte nach dem Ärmel des Henkers. Wuchtig riss er daran während sein Oberkörper wieder auf den Tisch krachte und er sich vor schmerzen wand. „RAHRRHHRAHRRUAUUARHRHRHRHRHRH!“ Brüllte er. Für eine Leiche war Darak Luthrokar ziemlich laut. Sicherlich war er es nun der Darion erschreckt hatte. Seine Beine zitterten ebenso wie sein gesamter Leib. Er wusste was man ihm angetan hatte. Er spürte es überdeutlich am mörderischen Pochen in seinen Beinen. Der Schmerz verwirrte ihn völlig im Moment konnte er sich weder an Kata Mayan noch daran erinnern wie zur Hölle er hierher gekommen war. Wo war er überhaupt?! Er schrie wild und schäumte gar vor Schmerz. Wieder öffnete er seine Augen. Es blendete ihn gewaltig. Licht waren seine Augen sich definitiv nicht mehr gewöhnt. Der aktuelle Schmerz überdeckte gar seine grundlegend schlechte körperliche und geistige Verfassung. Er petzte wieder die Augen zusammen. Was geschah mit ihm?! Wo war er nur?! „AAAAAAAAAAAAAAAAARHRHRHRHRHRHRH!!“ Brüllte er weiter und drehte sich auf die Seite. Der Schmerz in seinen Beinen trieb ihn beinahe noch tiefer in den Wahnsinn. Hilflos versuchte er zu erkennen wo er war, doch seine blutunterlaufenden und glühend roten Augen lieferten überhaupt keine Sinnvolle Daten. Alles war verzerrt und verzogen. Er konnte nur die Stimmen und Rufe der anderen hören. Vestas Schreie. „ARHRAHRKGKHGHKGHRHRHRH“

So schmerzlich empfing das Leben den alten Darak Luthrokar.

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Re: Ausgeliefert

Beitrag von Erzähler » Dienstag 22. Februar 2011, 21:33

Daraks Lebensenergie steht auf: Bild

Er hatte wohl nicht mit dem Schlimmsten gerechnet. Das Schlimmste für einen Mann wie Darak waren definitiv nicht pelgarische Stiefel - es gab ja noch das Rad - aber sie verursachten genug Schmerz, dass er schon zu Beginn seines neuen Lebens eine Menge an Lebendigkeit einbüßen musste.
Wie lautete das Motto der Nichtgenannten? Wenn man den Schmerz spürte, war es eine gute Sache. Es zeigte einem, dass man noch lebte. Ob Nichtgenannte schon einmal einen Schmiedehammer gegen das Knie geschlagen bekommen hatten? Der Schmerz war fast unerträglich. Doch es hatte auch seine überraschenden Seiten. Niemand rechnete schließlich damit, dass der geschlagene Leichnam reagierte.

Daraks Schrei baute sich langsam auf, wobei dies eigentlich nur eine Täuschung war aufgrund seiner trockenen Kehle. Diese musste sich zunächst befeuchten, nach all der Zeit des Liegens wieder benutzt und geschmeidig werden. Alles, jeder noch so kleine Muskel schien einer enormen Verspannung ausgesetzt gewesen zu sein. Es schmerzte, doch keine Pein konnte jene eines zertrümmerten Knies überdecken.
Sein Brüllen hallte von den Wänden und Säulen des dekadent prunkvoll gebauten Saales wider. Gläser klirrten und Alma ließ vor Schreck die Schale des Schokoladenbrunnens fallen. Sie zerbarst in viele kleine Scherben, ähnlich Daraks Kniescheibe, die sich in ein Geschoss aus Knochensplittern verwandelte. Die dicke Heilerin wirbelte herum, dass ihr Speck in einer fast geisterhaft und hypnotisch wirkenden Bewegung mitschwang, einem Schleier aus purem Fett und Haut gleich. Die wenige Seide flog ebenfalls hoch, bauschte auf und es gelang, noch mehr Falten dieser Frau freizulegen. Ihr linker Busen lugte frech zwischen dem dünnen Seidenstoff hervor, aber nichts hätte im Moment von Darak ablenken können. Schon war der sonst für Augen ungesund erschreckende Moment vorbei und sanft legten sich die Tücher wieder dorthin, wo sie sein sollten. Almas Augen allerdings blieben weit aufgerissen, der Mund ebenso.

Nicht nur sie starrte zu der brüllenden Leiche herüber. Constanze wagte es nicht, sich die Augen zu reiben. Sie war anderthalb Schritte vorgehastet, nur um dann vollkommen zu erstarren. Ungläubig glänzten Daraks erste Regungen matt in ihren großen, braunen Augen, wo sie reflektiert wurden. Auch die anderen Haremsdamen starrten zu dem Mann herüber, den jeder für tot geglaubt hatte.
Der Henker wich zurück. Das war ihm noch nie zuvor geschehen, dementsprechend entsetzte es selbst ihn als waschechten Ork, vor allem, als Darak nach seinem Ärmel packte. Er ließ den Schmiedehammer fallen. Klonk! Metallisch krachte er auf den Boden, wo er eine der Platten zertrümmerte wie kurz zuvor Daraks Knie. "Was ...?!"
"Darak!" Vesta hatte aufgehört zu schreien. Sie verschluckte sich fast an seinem Namen und konnte sich erstmals in ihrem Leben, seit Darak sie wohl kannte, nicht mehr beherrschen. Ihre Mimik schwankte zwischen Entsetzen, Freude und Unglaube, während sich Tränen - echte Tränen! - in ihren Augen sammelten und die Smaragde in den Höhlen wässrig und verschwommen hindurch scheinen ließen. Ihre Beine wollten ihr auch nicht länger gehorchen. Sie sank zu Boden, ohne den Blick von Darak zu lösen. "D-das ist doch nicht möglich", keuchte sie.

"JA, WAS GEHT HIER VOR?! DU SOLLTEST LÄNGST TOT SEIN, DU BASTARD!" Das war Ach'ray Da'rion. Er strafte der Bezeichnung Dunkelelf Lügen, denn er war bleich wie ein Geist. Jegliche Farbe war aus dem Gesicht gewichen, seine Augen weit aufgerissen und die Pupillen hatten sich derart verkleinert, dass sie fast gar nicht mehr zu erkennen waren. Das Weiß des Augapfels durchzogen feine Adern, doch um die Pupillen herum färbte es sich rötlich. Einige der Äderchen mussten geplatzt sein.
Der Holzthron des Herrschers kippte fast, so energisch sprang er auf. In einem unwürdigen Moment schlitterte er auf der Schokoladensoße, die sich nach dem Aufprall der Brunnenschale auf dem Boden verteilt hatte. Er fing sich jedoch rasch wieder, zumindest körperlich. Seine Zähne waren gefletscht wie jene eines tollwütigen Wolfes. Er brauchte keine drei Schritte, um die Halle bis zu Daraks Folterpodest zu durchqueren.
Seine Wachen folgten ihm zögernd, jedoch nicht aus Furcht vor der wieder erwachten Leiche, sondern weil sie einen Moment brauchten, den ersten Schreck abzuschütteln. Einige schafften es schneller, andere langsamer. Doch sie alle erinnerten sich ihrer Pflichten und bauten sich nach und nach um das Podest herum auf.
Da'rion scheute sich nicht, nach dem sich windenden und vor Schmerzen fast wahnsinnig werdenden, wild schäumenden Luthrokar zu greifen. Er packte ihn und riss an ihm, doch vermutlich gelang es ihm nicht, dessen Aufmerksamkeit zu erhalten. Allein seine Tat zeugte davon, dass er weitaus mehr sehen und erleben konnte, ohne übermaßend entsetzt zu wirken als andere Dunkelelfen. Da'rion war ein Veteran. Tatsächlich beherrschte er seinen Schock relativ gut. Sein Zorn war es, der ihn leitete.
"WAS FÄLLT DIR EIN, MICH ZU TÄUSCHEN?!" Er wandte den durchdringenden Blick zu Vesta. Die Bordellherrin war vollkommen aufgelöst. Das war man von ihr gar nicht gewohnt. "WIE HAST DU DAS ZUSTANDE GEBRACHT, ELENDE HURE? DU STECKST DOCH DAHINTER!" Wut schnaubend ließ der Dunkelelf Darak los, um auf Vesta loszugehen. Sie musste ihn verzaubert haben oder hatte ihm ein Mittel verabreicht, um ihn in einen Scheintod zu versetzen. "Dafür wirst du büßen. Wolltest mich um meine Spiele bringen. Ich schäle dir die Haut von den Knochen!"

"VERGISS ES!"
Oh, so viel Naivität traute man ihr doch nicht zu, aber im Moment lief alles ins blanke Chaos hinein. Alma stürmte auf die Wächter los. Sie walzte sich auf sie zu. Die Wachen behielten einen kühlen Kopf und hielten die Heilerin schnell auf. "Steckst du auch mit ihr unter einer Decke, du fette Kuh?!" Almas Augen funkelten unter der Fettschicht ihrer Haarsträhnen. Ihr Blick war jedoch nicht verbissen, eher der einer empörten Heilerin. "Herr, diese Frau mag eine gute Hure sein, aber von Medizin hat sie nicht den Hauch einer Ahnung, geschweige denn von Magie!"
Da'rion drehte sich. Jetzt wollte er es genauer wissen. Die Wachen hielten Alma mit Pranken, fest wie Schraubstöcke. Sie amtete durch. Es klang wie das Schnauben eines Schweines. "Hoher Herr, es ist keine Zauberei. Manchmal schaltet der Körper einfach ab. Dieser Zustand ist wenig bekannt, obwohl er angesichts enormen Stresses oder schwerer Folter häufig vorkommt. Wir haben uns alle von der Natur täuschen lassen. Darak Luthrokar war keine Sekunde lang wirklich tot." Der Dunkelelf musterte Alma. Er erkannte sie als die Heilerin wieder, die man in die Keller hatte bringen lassen. Vorher war nämlich eine Erlaubnis von ihm persönlich einzuholen gewesen. Er gab den Wachen ein Zeichen. Dann schnauzte er: "Behandle ihn, dass er aus dieser dramatischen Stress-Situation heraus kommt. Ich will ihn bei einigermaßen klarem Verstand haben, wenn ich ihn wieder vorführen lasse. Das nächste Mal wird sein letztes großes Spektakel sein. Noch einmal lasse ich mir das Spiel nicht verderben."
Er trat aus den Kreis seiner Wachen heraus und verkündete: "Jeder, der auch nur in irgendeiner Weise an dieser Szene beteiligt ist, wird beim zweiten Versuch meiner Spiele ebenfalls geladen sein! Und wenn auch nur eine Kleinigkeit schief geht, lasse ich euch alle köpfen, bei Faldor!" Mit wehendem Umhang stürmte er, gefolgt von seinen Leibwächtern aus dem Saal. Alma schleppte ihren Körper zu Darak, um sofort mit einer Behandlung zu beginnen, doch sie musste mehrmals durchatmen, bis ihre Hände das Zittern einstellten.
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Re: Ausgeliefert

Beitrag von Darak Luthrokar » Mittwoch 23. Februar 2011, 13:15

.Flrocencia mochte es nicht gefallen was sie sehen musste, falls sie ihren Schützling gerade beobachtete. Der natürliche Aufbau von Daraks Körper war mit einem Schlag zerstört worden. Das Knie zerdrückt, zerquetscht und zersprungen. Teile des Knochens ragten gar aus dem Fleisch heraus und Blut sammelte sich um die Wunden. Sein Bein lag ihn einer unnatürlichen Verrenkung neben dem anderen. Schliesslich war es darum gegangen einen toten zu foltern, da war es doch dem Henker egal gewesen wie er auf den Keil gehämmert hatte. Umso schmerzhafter fühlte sich der Bruch an.

Panisch ruderte der auferweckte Tote mit den Armen herum als sich der Henker von ihm losriss. „AAAAAAAAAAAAAAAAARRHHRH!“ Heulte er weiter und rollte sich auf die Seite. Er zitterte am ganzen Leib, tränen liefen ihm über die Wangen und sein Gesicht war zu einer Fratze des Peines verzogen. Er hielt seine Augen geschlossen denn er ertrug das helle Licht nicht welches auf ihn herab schien. „AAAAAAAAAAAAAARHHHHHHHHRHRHARRR!!!“ Er schrie sich beinahe die Seele aus dem Leib. Ein wunder dass Darion so erzürnt war, sein Opfer litt doch mehr als geplant. Vestas Ruf hörte Darak nicht ebenso wenig wie Darions wütendes Gebrüll.
Die letzte Erinnerung die Darak hatte war an Dunkelheit und diese Umgab ihn hier nicht mehr. Seine Sinnesorgane waren sich über Wochen vielleicht sogar Monate keine Reize mehr gewöhnt gewesen und nun brüllte und tobte es um ihn herum dass es ihn zusätzlich quälte.

Er krächzte auf als der Dunkelelfenfürst ihn packte. Darak schnappte sich dessen Arme und hielt sich ebenfalls daran fest. Er sah ihn nicht an sondern hielt die Augen nach wie vor fest geschlossen so dass es für den Feind ein leichtes war sich von dem Griff des Verletzten zu losen. Dieser knallte wuchtig zurück auf den Foltertisch nur um sich abermals wieder zu krümmen. Er atmete panisch, sein keuchen verriet jedoch eindeutig seine vitalität. Welch hexerei war hier nur am Werk gewesen? Darion vermutete Vesta dahinter und ging sofort auf diese los. Doch Darak war unfähig die Situation auch nur im Ansatz zu begreifen. „MeinrhrRH:R:r..knIEHRRHRH!“ Schrie er indes herzzerreissend.
„RAHRHRHRRHRH!“ Darak war weit davon entfernt stillzuhalten. Er wand sich stetig, tat dabei sich selbst wohl eher weh als dass er sich Linderung verschaffte. Seine Pranken zitterten ebenso wie sein zerschlagenes Bein. Das erste was er wirklich erkannte war Almas Stimme. „AAAAAARHRRRRRRRRRRRRRRRRR!!!“ Er streckte seine Hand in ihre Richtung aus. Doch er war unfähig auch nur ein vernünftiges Wort von sich zu geben. Sobald Alma sich ihm näherte packte er sie und zerrte in seiner Panik und seinem Schmerz an ihr rum.
Seine Situation hatte sich nicht gerade zu einem besseren gewendet.

„Mein.rhrhrhrhr Knieeeeeeeeeeerhrhrh!“ Heulte er verzweifelt. Was schmerzte den Luthrokar mehr? Die körperliche Pein oder das Wissen darum was diese Verletzung für Konsequenzen für ihn nach sich zog.
„Eleeeeenaaaaaaarhhhhhhhhhhhhhhhh!“ Heulte er nach seiner Geliebten. Sie sollte zu ihm kommen und ihm helfen. Er wand seinen Kopf. „Florr.r..enc.iarrh.rhkgkh…“ Winselte er panisch und griff unbeholfen nach Alma.
Diese kannte ihren Patienten er galt als alles andere als Einfach. Schon zu oft hatte sie den armen Tropf verarzten müssen doch nun war dasselbe eingetroffen wie damals als sie sich zum ersten mal getroffen hatten. Auch da hatte er auf einem Foltertisch gelegen und… hatte ein kaputtes Bein.

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Re: Ausgeliefert

Beitrag von Erzähler » Dienstag 1. März 2011, 20:05

Alma kannte ihren Patienten. Sie wusste, wie er reagierte, wenn er unter starken Schmerzen litt. Sie wusste, wie besorgt er war, wenn es um sein Knie ging. Sie kannte diese Szene, denn soeben erlebte die dicke Alma ein Déjà-vu. Damals hatte sie diesen groben, großen Kerl ähnlich zerstört vorgefunden. Seine Seele hatte in den Folgetagen mehr gelitten, er hatte weniger geschrien. Aber das Ergebnis nun schien dasselbe. Man hatte sein Knie zertrümmert, vielleicht würde er nie wieder laufen können.
Alma konnte sich glücklich schätzen, eine professionelle Ausbildung zur Heilerin genossen zu haben. Sie mochte keine Lichtmagie beherrschen, aber dem Beruf der Medica konnte man trotz allem nachgehen. Es brauchte nicht immer Magie, um etwas bewirken zu können. Vielmehr war ein klarer Kopf wichtig, damit man Entscheidung treffen und handeln konnte. Ja, einen solchen Kopf benötigte es jetzt und Alma besaß ihn.
Sie petzte die kleinen Schweinsäuglein zusammen und atmete durch. Das war alles, was sie brauchte – nun ja, fast. "He, ihr da!", blaffte sie die dunkelelfischen Wächter an, als wäre sie eine Autoritätsperson und nicht etwa nur eine überaus fettleibige Haremsdame. Trotzdem behielt Alma den Ton bei. "Ihr habt Herrscher Da'rion gehört. Ich soll den Kerl hier wieder zusammenflicken. Also holt mir mal das Nötigste!" Tatsächlich trat einer der Wächter vor, um sich Notizen zu machen, was Alma verlangte. Verbandsmaterial, Schienen, Jod, eine Pinzette um Knochensplitterungen zu entfernen, Skalpell, Nähzeug, Schnaps zum Desinfizieren, einen Beißkeil. Die Liste schien endlos, aber schließlich nannte die Heilerin die letzte Eintragung. "Und noch ein Pfeifchen, gefüllt mit bestem Tabak. Jetzt schau mich nicht so an, lauf und hol es!"
Nach dieser Forderung zögerte der Wächter.
"Ihr solltet gehen, Herr, oder wollt Ihr Euch durch Eure Weigerung den Zorn Da'rions auf den Hals jagen? Dass dieser … Mann … ihm seinen Tod vorgetäuscht hat, hat ihn nicht gerade fröhlich gestimmt." Constanze hatte sich ein Herz gefasst und war zu Alma hinüber getreten. Sie wandte Darak den Rücken zu. Sie wollte sein Leiden nicht sehen, so merkwürdig es ihr vorkam, aber es traf sie tief in der Seele. Ausgerechnet bei Darak Luthrokar. Doch, er tat ihr Leid.

Endlich setzte sich der Wächter in Bewegung. Die übrigen begannen damit, aufzuräumen. Das hieß zunächst einmal, sämtliche Haremssklavinnen fortzuschaffen.
"Die nicht!", rief Alma aus, als Constanze am Handgelenk gepackt wurde. "Ich brauche jemanden, der mir zur Hand geht. Ihr seht doch, wie sehr dieser Kerl kreischt." Die Amazone durfte bleiben. Alma wartete ungeduldig auf ihre Materialien, guckte sich aber ebenso verstohlen nach den Wachen um. Einige am Rand des Saales beobachteten sie, aber niemand befand sich in unmittelbarer Nähe. Darak trug seinen Teil zu allem bei, indem er lauthals weiterschrie. Dabei klang er jetzt schon sehr heiser. Doch es war gut, so konnte sich Alma gedämpft mit Constanze unterhalten, ohne dass das dunkle Volk etwas Genaueres mitbekam.
"Er wird sich kaum ablenken lassen, aber ich weiß, wie sehr er jetzt Beistand schätzt. Ich weiß, ihr vertragt euch nicht sonderlich gut, aber sei ihm jetzt eine Freundin. Rede mit ihm, drücke seine Hand. Irgendwas, das ihm nur ansatzweise mitteilt, dass wir da sind und aufpassen."
"Ja – im Moment", entgegnete Constanze. "Er wird ihn hinrichten."
Alma nickte. Ja, genau das hatte Da'rion von Anfang an vor und jetzt bot ihm der wieder lebendige Darak eine neue Gelegenheit. "Daran denken wir später. Das Knie ist jetzt wichtiger."
Die Amazone drehte sich herum. Sie schluckte, als sie den gequälten Darak dort liegen sah. Irgendwie konnte sie sich jetzt nicht durch den Gedanken beruhigen, dass er doch nur ein Männchen war. Sie trat zu ihm hin, blockte seinen wilden Griff ins Nichts und schob ihre Finger zwischen seine. Er wird mir die Hand brechen, schoss es Constanze kurzfristig durch den Kopf. Wenn Alma an ihm herum schnippelt und noch mehr Schmerz verursacht, wird er mir die Hand brechen. Trotzdem ließ sie nicht los. "Darak", sprach sie gedämpft. "Wir sind hier." Sie wagte es sogar, ihm über den Kopf zu streichen. Schweiß stand ihm auf der Stirn.

Unterdessen hatte Alma alles bekommen, wonach sie verlangte. Während der Dunkelelf ihr nun das Pfeifchen anzündete ("ICH BRAUCHE DIE HÄNDE FREI, BIST DU SCHWER VON BEGRIFF?!"), band sie stabile Lederriemen um Daraks Gliedmaßen. Sie fesselte ihn, damit sie in Ruhe arbeiten konnte. Vielleicht wäre es auch nicht schlecht, ihn bewusstlos zu schlagen, aber Alma wollte nicht riskieren, ihn erneut und dieses Mal vielleicht auf ewig ins Jenseits zu befördern. Auch ihr war immer noch nicht ganz klar, warum er wieder lebte. Er war tot gewesen! Toter als tot!
Konzentriere dich, schalt sie sich und zog den letzten Lederriemen stramm. Anschließend kam der Beißkeil zum Einsatz. Ohne lange zu fackeln drückte sie das Stück Holz zwischen Daraks Gebiss. Sollte er darauf herum kauen, das half vielen, die eine Operation ohne betäubende Rauschmittel durchstehen mussten. Aber die konnte Alma ihm jetzt unmöglich geben. Erstens hatte sie keine und zweitens würde es ihn unempfänglich für die Außenwelt machen. Sie brauchte seine Reaktionen auf ihren Versuch, das Knie zu retten. Alma arbeitete grundsätzlich ohne Betäubungsmittel. Sie war es sich auf diese Weise gewohnt. Früher, unter Valrocks Leitung in dessen Folterkammer, wären ihre "Patienten" um jedes berauschende Mittelchen froh gewesen. Alma selbst übrigens auch, aber sie hatte es sich angewöhnen müssen, ohne zu hantieren und nun kannte sie es kaum mehr anders.
Das Skalpell begann zu schneiden. Sie musste einen Wächter hinzuziehen, der Daraks Beine festhielt. Es war sehr schwierig, bei Darak einen möglichst geraden Schnitt anzusetzen. Was sich unter der Haut offenbarte, kam einem Schlachtfeld gleich. Viele kleine Soldaten lagen in Form von gesplittertem Gebein in einem blutigen Feld. Alma schnappte sich Pinzette und Schnaps. Sie begann, die Wunde zu reinigen. Der Knochen würde vermutlich wieder zusammenwachsen, wenn sie ihn schiente. Die nutzlos gewordenen und nun eher behindernden Knochenfragmente aber mussten fein säuberlich entfernt werden. Die Prozedur zog sich in die Länge. Das neue Leben verlangte einiges von Darak.
Nach einer gefühlten Ewigkeit begann Alma zu nähen, doch es dauerte mindesten noch einmal so lange, bis das Bein verbunden, geschient und entsprechend behandelt worden war. Endlich sagte die dicke Heilerin: "Ich bin fertig." Sie wandte sich dem hilfsbereiten Wächter zu. "Geh zu deinem Herrscher und sag ihm, dass ich dringend rate, Darak nicht gleich zu foltern. In seinem jetzigen Zustand bekäme er seine Qualen ohnehin nicht mit und wäre schneller wieder tot als dein lieber Herr von Dunkelelf Sarma erobert hat. Außerdem sollte er jetzt in keine dreckige, kleine Zelle. Das Bein muss sich nach all der Arbeit nicht unnötig entzünden."
Alma war eine Fee! Im übertragenen Sinne natürlich! Ihre Ausmaße ließen es niemals zu, dass sie mit Libellenflügeln und einem Gewand aus Blüten durch celcianische Wälder flatterte! Aber sie bewahrte Darak vor einer weiteren Nacht in der Stillen Kammer. Die Dunkelelfen schleppten ihn in einer Kammer, in der sonst nur ausländische Botschafter unterkamen. Sie postierten Wachen vor dem Eingang, ließen es aber zu, dass sich Alma und Constanze dort ebenfalls einquartierten. Die Heilerin wollte den Zustand des Patienten überwachen.

Nun lag er da, der ewig Gequälte. Man hatte ihn auf einem breiten Sofa gebettet, das vor Samtkissen überquoll. Die Troddeln hingen ihm ins Gesicht. Constanze räumte die Kissen beiseite. Von der Tür her lugten die Wachen immer wieder ins Zimmer herein. Die beiden Frauen schwiegen. Sie konnten sich jetzt keine größere Unterhaltung erlauben.
Alma war es nun, die Daraks Hand hielt. Sie hockte mit auf dem Sofa, die Pfeife noch immer im Mundwinkel. Mehr konnte auch sie jetzt nicht mehr für ihren Patienten tun.
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Re: Ausgeliefert

Beitrag von Darak Luthrokar » Samstag 12. März 2011, 09:59

Darak ächzte und stöhnte seinen Schmerz in die Welt. Unruhig und gequält wand er sich auf den Tisch unfähig dem Pein zu entfliehen die seinen ganzen Körper gewaltsam unter Kontrolle hielt. Seine Augen waren blutrot unterlaufen von der ewigen Dunkelheit in denen er seine vermeintlich letzten Tage verbracht hatte. Wie lange war er dort gewesen? Wie lange hatten Alma und Constanze ihn nicht gesehen und was war währenddessen mit ihnen und Vesta geschehen? Lebte die Spionin noch, existierte noch ein Widerstand? Fragen die Darak Luthrokar im Moment nicht stellen konnte. Zu verwirrt war sein Geist und zu angeschlagen sein Körper. Er kämpfte um sein eigenes nacktes Überleben und dieses bereitete ihm nichts als Schmerz. Verzweifelt schrie er nach seiner toten Liebsten und seiner Göttin. Körperlich war er ein Wrack. Ausgemergelt von dem Wahnsinn der ihn daran gehindert hatte vernünftig zu Essen. Blass und zerschunden von der Dunkelheit, seine Augen überfordert mit dem wenigen Licht dass im Thronsaal vorhanden war und dann das Knie, zersplittert in hunderte Teile und völlig verrenkt. Nerven, Blutbahnen und Gewebe waren zerquetscht und zu einer unheilsamen Suppe verschmolzen worden.

Seine Hand wurde entschlossen gepackt und Darak wandte seinen Blick zu Conny um. Er konnte sie nicht als solche Erkennen, doch er sah eine weibliche Gestalt die bei ihm sass. Dass es sich dabei nicht um Elena handeln konnte registrierte sein Hirn, denn Elena hatte wallendes rotes Haar. „F…lo..r..e.nc.iar.hrr.r.hr.hr…“ Krächzte er deshalb. Offenbar war er noch nicht gänzlich in der realen Welt angekommen, kaum verwunderlich versuchte er sich wieder dorthin zu flüchten wo er hergekommen war wenn man bedachte was er hier gerade durchlebte. Das Leben begrüsste den alten Luthrokar mit Schmerz und Busse. Er hechelte angestrengt und drückte unruhig Connys Hand, während sein Körper sich nach wie vor zitternd und unruhig bewegte. Es war für ihn unmöglich stillzuhalten aber dies erwartete auch keiner von ihm. Die Wächter mochten sehen wie sehr der Mensch unter den Qualen der Folterung litt und dass er selbst die kleinste Berührung an seinem Knie kaum tolerierte.
"Darak" „HRRHRHRHRHRRH?!!“ Er reagierte auf Conny, petzte jedoch immer wieder die Augen zusammen und krächzte seinen Schmerz hinaus. Seine Stimme war schon längstens Heiser und gebrochen.

"Wir sind hier." Tränen rannen über seine Wangen. Wie lange noch würden sie für ihn da sein können? Verlängerten sie sein Leid nicht einfach? Würde der Dunkelelfenfürst nicht bald kommen und ihn doch hinrichten lassen? Sie hatten etwas Zeit gewonnen doch zu welchem Preis und mit welchen Chancen? Wie weit stand es mit dem Widerstand und wie weit war Darion durch Daraks vermeintliche „Finte“ gekränkt worden? Würde er das Sterben noch länger hinziehen um an dem widerspenstigen Rebellen ein brutales Exempel zu statuieren? Würde Darak hinhalten müssen für alles was die Dunkelelfen an Sarma störte? War Darak sich überhaupt noch bewusst wo er war, konnte er sich an das Erinnern was er im Reich des Todes erlebt hatte?

Fragen auf welche die aktuelle Lage vorerst keine Antworten zuliess. Darak drückte ordentlich zu und bog Connys Hand unangenehm für die Amazone zurück, dies hörte aber abrupt auf als Alma seine Gliedmassen an die Folterbank fesselte. Darak vermochte so nicht mehr Connys Hand umzudrehen was ihr Gelenk wohl begrüsste. Sein Händedruck war kräftig aber nicht von der Stärke eines Löwen herrührend sondern von der Unerträglichkeit des Schmerzes die seinen Körper durchströmte. Es war ziemlich einfach Darak mit einem Beisskeil zu versehen schliesslich brüllte er ständig herum. Er störte ihn erst gewaltig und er biss verzweifelt darauf herum als bekäme er durch dieses Stück Holz keine Luft mehr. Schliesslich schaffte er es jedoch neben dem Beisskeil durchzuhecheln und begann heftig darauf rumzubeissen. Immer wieder petzte er die Augen zusammen, hielt den Atem an und reckte den Kopf nach hinten wenn Alma an ihm herumhantierte und ihm weh tat… und sie tat ihm weh, schliesslich operierte sie ihn. Sein Kopf lief jeweils rot an, seine Venen stauten sich und hoben sich in dicken Bahnen unter der Haut hervor. Tränen rannen und ab und an verdrehte er die roten Augen so dass Conny ihn jeweils tätscheln musste um ihn nicht an die Ohnmacht zu verlieren. Er zitterte am ganzen Leib vor Erschöpfung und begann zu frieren. Die Operation verlange alles von ihm ab und dabei hatte er doch schon die letzten Reserven in der Stillen Kammer angezapft. Daraion hätte die Szenerie wohl gefallen, denn sie kam eher einer wüsten Folterung gleich als einer Heilung. Die Dunkelelfen würden sicherlich Bericht erstatten wie „ruppig“ die Heilerin mit Darak umging. Vielleicht würde Darion so nicht den Verdacht schöpfen dass sich die Amazone, die Heilerin und Darak kannten.

Die Operation zog sich und damit auch Daraks Qualen und er wurde davon auch nicht erlöst als das Bein verbunden und geschient war. In jedem Spital hätte man einem Patienten nach einer solchen Verletzung wohl starke Schmerzmittel verabreicht. Darak musste ohne diese auskommen. Die Erschöpfung jedoch nahm überhand und sein Gebrüll erstarb allmählich. Er ächzte nochmals auf als er ruppig von den Wächtern gepackt und davon geschleift wurde. Man legte ihn auf ein Stoffsofa. Alma bette ihn schliesslich zurecht, doch Darak fand keine Ruhe. Er schnaubte gequält, wand sich immer wieder und fand schlicht keine Position in der er auch nur eine Minute hätte ruhig verweilen können. Alma kannte ein solches Verhalten, sie wusste dass ihn Schmerzen plagten und ihn daran hinderten Kraft zu tanken. Ab und an öffnete er die Augen nur um sie dann aber gleich wieder zusammen zu petzen. Er schwitzte stark und das frieren nahm auch zugedeckt nicht ab. Er war blass, beinahe schon grau und befand sich in einem weit schlechteren Zustand als damals in Pelgar. „Ar.r.ghg…rnrghg! JArnghgghrhfh…Fl….rr..n.c..r.a..“ Kaute er nervös auf seinem Beisskeil herum. Wollte er etwas sagen? Ja. Er wiederholte es immer wieder. Florencia…Elena…
Darak war für das erste Versorgt und Alma fand wohl die Zeit ihn etwas genauer zu betrachten. Was sie mit den Augen einer Heilerin sehen musste war wohl: Arbeit.

Unruhig wälzte sich ihr Patient auf dem Sofa herum und rief nach seiner toten Liebe und den Göttern...

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Re: Ausgeliefert

Beitrag von Erzähler » Montag 14. März 2011, 18:56

Wären Schmerz und Pein nicht so vordergründig anwesend und würden all seine Aufmerksamkeit auf sich ziehen, hätte sich Darak möglicherweise genauer mit den Fragen auseinandersetzen können, die in seinem Kopf herum geisterten. Wenigstens erzeugten sie keine Migräne. Davor blieb er verschont. In seinem Körper – vom Knie ausgehend – tobte genug Schmerz für ein Leben. So viel Qual, dass man sich wünschen konnte, zurück in Lysanthors Richthalle zu kehren. Zurück zur Waage, die ihn für gut befunden hatte. Zurück zum Urteil, dass er weiter leben und büßen durfte. Zurück zu Elena, die in einer Welt aus Ähren, Sonnenuntergängen und Hühnerfarmen auf ihn wartete, um ihn ewig zu lieben.
Wahrlich, der Tod wäre im Moment wohl die bessere Wahl. Doch würde sich Darak überhaupt an jenes Paradies erinnern können, sobald er wieder Herr als seiner Gedanken und Fähigkeiten war? Im Moment erlebte er ein Nachsterben. Eine Art Zustand in der Schwebe, der ihn an die Nachwelt erinnerte, ihn zugleich aber mit einem der intensivsten Gefühle am Leben hielt, die Todgeweihte tatsächlich vom Sterben abhielt: Schmerz.

Niemand konnte ihm jetzt helfen. Alma hatte alles getan. Sie alle hatten so viel für ihn getan und er sollte eigentlich Kernpunkt ihres Planes sein, Ach'ray Da'rion abzulenken – bis man ihn ermorden konnte. Der Dunkelelf war nicht einmal anwesend. Vielleicht hätte er Darak auch sofort von seinem Platz auf der weichen Liege geworfen. Dieser Feind hatte eine dunkle Zelle verdient!
Nur Alma war es zu verdanken, dass er sich nicht erneut in der Stillen Kammer wiederfand. All die stickige Luft, die erdrückende Feuchte, der Geruch nach seinen eigenen Ausscheidungen – nach Tod – hätten ihn nicht überleben lassen. Und das sollte er doch: leben. Lange genug jedenfalls, dass dieser Sadist von Dunkelelf sich noch eine Weile an seinem Leid ergötzen konnte.

Constanze schritt durch das Zimmer. Sie hatte bereits eine kleine Furche in den Teppich gelaufen. Ihre Unruhe ließ Alma sich noch mehr nach einem weiteren Pfeifchen mit köstlich duftendem Tabak sehnen. "Setz dich endlich", flehte sie die Amazone schon beinahe an. "Damit hilfst du niemandem." Sie musste auf ihre Formulierung achten. Die Wächter an der Tür konnten jedes Wort mithören. In diesem Teil des Palastes herrschte Ruhe und Daraks erschöpftes Winseln konnte kein Gespräch mehr schützend überdecken.
Constanze kam der Aufforderung nach. Sie ließ sich zu Almas Füßen auf einem Kissen nieder – ein Schauspiel, um sie weiterhin als Haremsdame glaubhaft zu machen. Demütig senkte sie den Kopf. Eine Frau wie diese Amazone kostete das wohl mehr Überwindung als jemandem ein Schwert in den Leib zu stoßen. "Er hat mich Florencia genannt", hauchte sie der Heilerin zu.
Alma nickte. Sie spähte verstohlen zu den Wächtern herüber. So leise sie konnte, antwortete sie: "Er hat sie gesehen. Wir alle. Sie hat einst sein Bein gerettet." Constanze schaute zu Daraks Knie. Selbst unter dem Verband machte es keinen guten Eindruck. Sie erwartete, es pochen und pulsieren zu sehen.
"Es mag seltsam erscheinen, aber Florencia ist auch die Göttin, an die ich glaube."
"Das ist wirklich seltsam. Ich hätte mehr an eine aufbrausende Göttlichkeit gedacht."
"Ventha?", lächelte Constanze. Das Gespräch tat ihr gut. Schade, dass sich Darak nicht so ablenken konnte. "Ich glaube auch an die Windige. Aber Lilith zuliebe habe ich mich mit Florencia beschäftigt. Beide Göttinnen haben ihre Männer. Mir gefiel es immer, dass Ventha diesen Lichtfatzke abweist. Aber trotzdem versöhnt sie sich auch gelegentlich mit ihm. Und Florencia hat sogar einen Göttersohn geboren." Sie seufzte. "Darak bringt meine Weltsicht durcheinander", sagte sie dann betont leise. Die Wachen aber lauschten nur noch mit halber Aufmerksamkeit. Was Haremsdamen zu besprechen hatten war nicht gerade interessant, entschieden sie.
"Er bringt so manches durcheinander", stimmte Alma zu. Sie hielt noch immer seine Hand. "Wir müssen dazu beitragen, dass es weiterhin so bleibt."
Die Amazone nickte. "Ja. Durcheinander, Chaos … auf der richtigen Seite." Der Plan galt immer noch und beide glaubten daran. Interessant, dass sie ihn ebenso wenig aufgegeben hatten wie den Gehörnten, obgleich er stöhnend und ächzend neben ihnen lag, unfähig, sich in eine Ohnmacht zu retten. Er hatte starke Schmerzen.

"He, ihr da!", rief Alma plötzlich. "Er stirbt eurem Herrn unter der Hand weg." Das stimmte nicht. Daraks Kräfte waren stärker vorhanden als damals, als Alma ihn in der Folterkammer unter Vestas Peitschenhieben verbunden hatte. Wo steckte die Herrin der Schwarzen Spinne eigentlich? Wie erging es ihr und was machte Lilith? Wo war diese Spionin, die Darak helfen sollte, das "Ding" durchzuziehen?
"Menschen sind schwächer als Dunkelelfen." Constanze unterdrückte ein Schmunzeln. Alma verstand es, diesem bösartige Pack zu schmeicheln. Sie gäbe eine hervorragende Amazone ab. Kurz stellte sich die Amazone Alma als Schwester der ihren vor. Sie hatte das Bild einer gewaltigen Frau vor Augen, den Körper in eine goldene Brünne gezwängt, dass der Busen unsagbar rund nach oben geputscht wurde. Ein Umhang, weit wie ein Zelt, wehte dramatisch wallend hinter ihr, zusammen mit ihren langen – fettigen – Haaren. Daraks Helm saß auf ihrem Kopf, doch er würde selbst Alma in ein heroisches Licht rücken. Sie hielt einen großen Speer in der Hand, einen Dreizack. Am Unterarm prangte ein klein wirkendes Schild. Und sie sang. Hohe Opern-Arien dröhnten aus diesem Mund, von dem Constanze wusste, welch sturmhafte Stärke ihr Sprechorgan besaß. "Walküre", hauchte sie das Wort unsagbar leise, aber ihre Augen funkelten zu Alma hoch. Wenn das hier durchgestanden war, würde sie der Heilerin ein Angebot machen, eine Schwester von Xytras zu werden.
Die Tonne von Frau – die Walküre – hatte bereits ein energisches Gespräch mit den Wächtern begonnen. Aber sie war dabei, den Sieg zu erringen. Das wohl beste Argument war der drohende Tod des neuen Lieblingsspielzeuges ihres dunkelelfischen Herrschers. Der wollte sich sicherlich nicht auch noch die zweite ihm gebotene Chance nehmen lassen, Darak Luthrokars Leib bis zur äußersten Grenze zu foltern.
Schnaubend stapfte eine der Wachen davon. Es dauerte unsagbar lange, aber er kehrte mit Arzneien zurück. Alma bedankte sich. Sie stellte Darak ein Gebräu aus Medikamenten zusammen und flößte sie ihm ein wenig zu forsch ein. Das Zeug schmeckte widerlich, brannte auf der Zunge. Aber wenigstens wirkte es schnell. Er fand endlich Ruhe. Der Schmerz dümpelte nur noch am Rande seines Bewusstseins herum. Eine andere Gestalt erreichte ihn.

"Es tut mir sehr leid, Darak. Der Schmerz muss unerträglich sein. Lysanthor meint, es wäre gerechte Buße für eine zweite Chance." Florencia saß vor ihm, in einer Wolke aus Verschwommenheit. Die Göttin aber stach klar daraus hervor. "Alma hat dir Medizin gegeben, gewonnen aus meinen Erzeugnissen. Sie wird dich retten." Die Göttin lächelte. Weinreben wuchsen an ihrem Körper hoch, erblühten und trugen plötzlich purpurne Früchte. Blumen erblühten in ihrem Haar, das aus grünen Bahnen natürlicher Glückseligkeit bestand. Sie strahlte jenen Frieden aus, den die betäubenden Medikamente vermittelten. "Erinnerst du dich an den Nichtgenannten, Valrocks Bruder? Erinnere dich stark daran, was er dich gelehrt hat, dann wirst du es schon schaffen." Ihre Hand glitt nach vorn. Sie berührte seine Brust, stärkte seinen Überlebenswillen. "Ich weiß, dass du Hühner magst. Es sind putzige Wesen, die mein Gatte geschaffen hat. Ihre Federn sind sanft." Florencia beugte sich an sein Ohr. Ihr Atem war ein belebender Frühlingshauch. "Suche das grüne Huhn. Frage deine Alma nach den Wirkstoffen. Sorge dafür, dass die düstere Spinne sie erhält. Dann wird die Natur retten, was ihr so liebt."
"Eigentlich ist das ja meine Domäne", erklang eine unsagbar sanfte, rauchige, wie gleichermaßen schneidende Stimme. Florencia wandte den Kopf ab. "Entschuldige", entgegnete sie. "Ich bin schon fertig. Lass ihn schlafen."
Ein zustimmendes Gurren, dann breitete Manthala traumlosen Schlaf über Daraks Geist aus wie einen schwarzen Schleier.
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Re: Ausgeliefert

Beitrag von Darak Luthrokar » Mittwoch 16. März 2011, 10:35

Darak kam nicht zur Ruhe und obwohl er bereits völlig erschöpft war bewegte er sich getrieben von seinem Schmerz immer wieder hilflos auf der Liege. Es gab keine Position welche seinen Schmerz lindern konnte. Unruhig wälzte er seinen Kopf hin und her während Tränen weiter über seine Wangen kullerten. „Arnrkghgkkg…“ Er wälzte sich hin und her, ächzte und winselte. Manchmal laut genug damit Alma und Constanze sich kurz unbemerkt unterhalten konnten. Immer wieder drückte er verzweifelt Almas Hand. Es war nicht nur sein Knie, sein Rücken war nicht gut verheilt von Vestas Peitschenhieben und er litt nach wie vor unter dem katastrophalen Allgemeinzustand. Die Dunkelheit und das feucht – stickige Klima in der Stillen Kammer hatte seiner Haut massiv zugesetzt. An einigen Stellen schälte sie sich praktisch ab. Dazu kam der schlechte Ernährungszustand. Sein Bauch und sein Magen musste fürchterlich schmerzen, es war nicht unwahrscheinlich dass er sogar Würmer oder andere Parasiten in sich trug. Er sah erbärmlich aus.

ER hob abwehrend seine Arme als Alma ihn etwas zu grob anpackte und ihm das Schmerzmittelgebräu einflösste. Er stiess gegen ihren Bauch, hatte aber kaum noch kraft. Er musste das Zeug runterschlucken auch wenn er kurz würgte und hustete. Alma wusste nur zu gut dass man ihren Lieblingspatienten manchmal in seinem eigenen Interesse zu etwas zwingen musste. Stand er nämlich unter starken Schmerzen war er jeweils alles andere als Kooperativ. Er schnaubte, blickte Alma kurz an. Diese beinahe schon stahlgrauen Augen, die so viel Kraft und so viel Schmerz kannten. Auch Liebe konnten sie aussenden. Doch im Moment zeigte sich ein anderes Bild. Seine Pupillen weiteten sich. Ein Zeichen dass die Arznei zu wirken begann. Dann verdrehte er die Augen und sein Körper sank erschlaffend darnieder. Sein Geist hing in der Schwebe, umringt aus einer Mauer des Schmerzes welcher er sich nicht nähern wollte.

Dann erkannte er Florencia. Er starrte sie an. „F..lorencia…“ Er lächelte. "Alma hat dir Medizin gegeben, gewonnen aus meinen Erzeugnissen. Sie wird dich retten." Er nickte. Löste seinen Blick nicht von ihr. Er traute sich nicht nach seinem Knie zu fragen. Schliesslich musste er schon dankbar sein überhaupt zu Leben. Es tat aber gut zu wissen, dass eine Göttin auf ihn acht gab. „D..anke.“ Hauchte er. „Beschützt…du auch… Lilith… Alma… Conny… Vesta und Cattie?“ Und Hauptmann Zitter Er runzelte die Stirn. Er wusste nicht warum ihm jetzt gerade der Hauptmann in den Sinn kam…

Er keuchte auf als sie seine Brust berührte. Für einen Moment konnte er richtig tief durchatmen. „Mrhrrrm..“ Schnurrte er zufrieden. "Ich weiß, dass du Hühner magst. Es sind putzige Wesen, die mein Gatte geschaffen hat. Ihre Federn sind sanft." „J..jaahh..“ Lächelte er heiser. Er hielt den Atem an als sie sich ihm näherte und spitzte die Ohren. Florencia war wunderschön, sie war schliesslich die Fauna der Welt!

"Suche das grüne Huhn. Frage deine Alma nach den Wirkstoffen. Sorge dafür, dass die düstere Spinne sie erhält. Dann wird die Natur retten, was ihr so liebt." „D…das..Grüne..Huhn? Grüne…Huhn…ja.rr… ich werde..sie fragen…“
Eine ihm Fremde, und doch irgendwie vertraute Stimme erklang. "Eigentlich ist das ja meine Domäne" „Mrhrmr…“ Darak Träumte gerne und Manthala war grosszügig zu ihren Verbrechern. Aber er hatte sie noch nie bewusst gesehen. Auch jetzt nicht. Er wurde von ihrem Schleier überzogen… und fiel in traumlosen Schlaf.
Wo oder wie er wohl wieder aufwachen würde?

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Re: Ausgeliefert

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 17. März 2011, 19:32

Was immer Alma ihm da verabreicht hatte, das Mittel wirkte. Der Schmerz wurde langsam betäubt und Darak dümpelte in eine Welt aus Halluzinationen hinab. Nein, es war real. Ein realer Traum, eine Vision, in der sich Florencia mit ihm unterhalten wollte. Sie gab ihm Hinweise, allerdings von seltsamer Natur. Grüne Hühner, Erzeugnisse und Übergabeforderungen an düstere Spinnen. Darak versprach in dieser Traumebene zwar, ihre Unterstützung wahrzunehmen und die Aufgaben zu erfüllen, doch wie viel davon würde er überhaupt erst einmal entschlüsseln können, dass er wusste, was zu tun war? Würde er sich ihrer Worte überhaupt erinnern oder sie als durch die Drogen entstandene Halluzinationen abtun? Die letzte Bindung an die Realität entglitt ihm unbemerkt, als man Alma und Constanze von ihm fortbrachte. Darak bekam nicht mit, was in der Wirklichkeit geschah und die Chance auf Erholung blieb ihm auch nicht lange vergönnt, zumal er mit dem Wissen schlief, nicht alle Fragen beantwortet bekommen zu haben. Würde Florencia auf seine Freunde achten? Sie hatte nichts gesagt, gar nichts. Wie sollte er sich da erholen? Wie sollte er so schlafen können, wenn ihm das überhaupt vergönnt war?
Oh, Ach'ray Da'rion ließ ihn schlafen. Er folterte ihn nicht, aber als das Betäubungsmittel und somit auch der Schlaf des Gepeinigten an Wirkung verloren, fand er sich in keiner günstigen Situation wieder.

Die Sonne brannte heiß auf ihn herunter. Er befand sich nicht mehr länger in einem der Palasträume. Dort wäre es schattig und – für sarmaer Verhältnisse – kühler gewesen. Doch der Sonnenbrand in seinem Nacken und auf seinen Schultern bewies ihm, dass er schon länger hier saß. Ja, er hockte!
Hatte Alma ihn nicht abgelegt? Jetzt saß er. Etwas drückte gegen den gepeitschten Rücken. Es war hart. Holz. Zugleich sorgte ein dürrer, aber stabiler Arm dafür, dass Darak weder nach vorn noch seitlich fort kippte. Er knirschte und knarrte seltsam bei jeder seiner Bewegungen. Es war kein Arm, sondern ein Lederstrang. Ein Gurt, der um seine Brust gelegt worden war und ihn mit dem Holz verband. Jemand wollte, dass er halbwegs aufrecht saß.
Um seine Hand- und Fußgelenke lagen ähnliche Ledergurte. Er war barfuß. Der Boden unter seinen Sohlen bestand ebenfalls aus Holz. Es wärmte, musste auch schon einige Zeit in der quälenden Sonne verbracht haben. Außerdem steckte ein winziger Splitter in Daraks kleinem, rechtem Zeh.
Vielleicht konnte er schlussfolgern, dass der dunkelelfische Regent der Wüstenstadt irgendetwas mit ihm vorhatte. Was, das würde er noch heraus finden müssen – vermutlich wäre es besser, darüber weiterhin im Unklaren zu bleiben. Aber dass es nichts Gutes bedeuten konnte, wenn er hier irgendwo gefesselt unter der Sonne brütete, dürfte ihm bald klar werden. Seine Haut schälte sich weiterhin, dieses Mal jedoch auch durch die Verbrennungen. Weiße Lappen hingen mit zerfetzten Enden von seinem Oberkörper herab, als hätte er versucht, sich schlangengleich zu häuten und auf halbem Weg aufgegeben. Sein Magen war ein Knoten zusammengepressten Schmerzes. Das Knurren löste keinen Hunger, sondern Übelkeit aus. Selbst, wenn er jetzt etwas Nahrhaftes bekäme, würde sein Körper es vermutlich im ersten Moment abstoßen. Er brauchte Nahrung, aber alles in festerer Form als Suppe verkraftete der angeschlagene Bauch jetzt nicht. Zumal eine Entwurmungskur auch nötig wäre. Die kleinen Parasiten hatten sich in seinen Darm genistet, was weiteres Unwohlsein verursachte. Er würde nicht einmal den kleinsten Bissen gut verarbeiten. Alma hätte bestimmt ein Mittelchen. Wo steckte sie bloß? Warum saß er? Wo befand sich Darak Luthrokar, dessen Leben gerade erst wieder neu begonnen hatte? Sollte es trotz allem schon so schnell wieder enden?

Stimmen suchten ihn heim. Sie gehörten weder Samantha noch seinen anderen Opfern der Vergangenheit. Sie kamen schließlich auch nicht direkt aus seinem Kopf. Er hörte sie. Anfangs noch als Rauschen, störender Lärm, inzwischen verwandelt in ein Murmeln. Hin und wieder rief jemand etwas. Er hätte es vermutlich nicht einmal bei vollem Bewusstsein verstanden. Lerium war die Sprache der Dunkelelfen. Darak beherrschte sie nicht.
Aber irgendwann drang auch Celcianisch an seine Ohren, zusammen mit dem Grunzen von Orks oder einem Wimmern, Winseln und Schreien. Um ihn herum herrschte Aufruhr. Das Rauschen filterte sich. Immer mehr konnte von seinen Ohren aufgenommen, von seinem Gehirn verarbeitet werden. Darak erhielt erste Sinnesinformationen, mit denen ein Mensch etwas anzufangen wusste. Gut, ihm war vorher schon mitgeteilt worden, dass es heiß war. Der Nacken schmerzte. Das Verdammten-Zeichen schmerzte.
Neue Information: Krächzen. Nicht das Zwitschern kleiner Vögelchen der Wälder, sondern das tiefe Krächzen hungriger Aasfresser, aber es gab ihm Aufschluss darüber, dass er sich draußen befand. Krähen und Geier hatten sich versammelt. Sie erwarteten wohl ein Festmahl. Ihn?
Seine Nase teilte ihm mit, dass das vielleicht stimmen mochte. Er konnte sich selbst riechen und doch war nur ein winziger Teil des Aromas wirklich Darak Luthrokars menschlicher Eigengeruch. Schweiß, aus allen Poren und nicht nur der Hitze wegen vorhanden. Anstrengung, Angst, der Schmerz, welcher fast dumpf in seinem Knie pulsierte. Er fieberte, das wusste er.
Weitere Aromen signalisierten ihm, dass Dunkelelfen allgemein darauf verzichteten, ihren Opfern ein letztes Bisschen Würde zukommen zu lassen, indem sie sie wuschen. Dort, wo sein Körper auf dem harten Holz klebte, verbreitete er den Dunst all dessen aus, worin er vor… wie lange war es jetzt her... gesessen und gelegen hatte. Urin, weitere Exkremente, fauliges Wasser, Dreck. Es stank bestialisch.
Zugleich wurde diese absonderliche, kaum erträgliche Mischung an Gerüchen wieder gefiltert. Er war draußen, frische Luft spaltete die stinkenden Partikel auf. Ein warmer Wüstenwind verteilte sie, machte sie erträglich für den Menschen. Es stank nur noch allgemein nach Kloake.
Der nächste Sinn – sein Geschmack – meldete sich endlich auch zu Wort. Der Beißkeil war verschwunden, aber das hatte ihn wohl nicht daran gehindert, mit den Zähnen ordentlich zuzuschnappen. Sogar seine eigenen Lippen oder die Innenseite seiner Wangen. Daraks Zunge, die sich derzeit wahrscheinlich wie ein gerissenes Stück alten Leders anfühlte, identifizierte Metallisches. Blut. Kleine Risse in seiner Mundhöhle konnten von der Zungenspitze angetippt werden. Wie oft hatte er sich selbst gebissen?
Seinen Lippen erging es nicht besser. Die waren spröde, ebenfalls aufgerissen. Feuchtigkeit darauf brannte, aber er brauchte sie jetzt dringend. Der Körper produzierte gerade sehr wenig Speichel. Die Kehle kratzte, war ausgedörrt. Er war allgemein dehydriert.

Letztendlich meldeten sich die Augen. Sie verlangten danach, dass die Lider gehoben würden, damit sie dem Gehirn mitteilen konnten, wo sich das Individuum befand. Was Darak sehen würde, sobald er erst einmal dem Drang zu schauen nachgab, wäre nichts Angenehmes.
Er befand sich nicht länger im Palastgebäude, sondern in einem der ihn umgebenden Gartenbereiche. Leider standen die Palmen zu weit entfernt, um ihm ein wenig Schatten zu spenden. Er befand sich auf einer Art Stuhl, das konnte er nur vermuten. Dieser war auf einer schnell gezimmerten Holzbühne aufgebaut. Man konnte sie über eine kleine Treppe betreten. Sie reichte den Umstehenden bis knapp zur Brust. Dunkelelfen und Orks schauten von allen Seiten zu Darak herauf. Sie unterhielten sich, tratschen in den eigenen Muttersprachen. Das wenige Celcianisch kam von Männern und Frauen – hauptsächlich Frauen – die zwischen den Elfen herum standen. Einige besaßen einen gebrochenen Blick, andere wagten es nicht einmal den Kopf höher als die eigenen Schultern zu recken. Vereinzelt erkannte man noch Kampfgeist und Trotz, doch ihre Glut schwand langsam aus den Augen. Alle diese Menschen, all diese Sarmaer, hatten gemein, dass sich um ihre Hälse Kragen legten. Halsbänder der Züchtigung. Sie waren zu dem geworden, was die Reichen Sarmas mit allen anderen Celcias anstellten. Man hatte sie versklavt.
Gegenüber seiner eigenen Bühne war eine Art Loge aufgebaut worden wie man sie sonst nur bei Ritterturnieren sehen konnte – wenn die schwer gerüsteten Recken zur Lanze griffen, um den Zuschauern ein Schauspiel im Tjosten zu präsentieren. In dieser Loge hockten Darak wohl bekannte Gesichter. Mittig, auf einem dunklen Thron, saß Ach'ray Da'rion. Er zwirbelte sich den Ziegenbart, ein Gemisch aus schlohweißen und tiefschwarzen Strähnen. Zwei Frauen fächelten ihm mit großen Federfächern Luft zu. Eine davon war Constanze. Man hatte sowohl sie als auch die andere Haremsdame – eine dunkelhäutige Schönheit mit tiefschwarzem Blick und eher drahtiger bis schmächtiger Statur – mit goldenen Kettengliedern an die Lehne des Throns gebunden. Hin und wieder legten sie die Fächer ab, um Da'rion mit Obst aus einer Schale zu füttern, die vor ihm stand, oder ihm etwas zu Trinken zu servieren. Dass Constanze das zuließ, grenzte an ein Wunder. Von seinem Platz aus konnte Darak leider nicht erkennen, ob auch ihr Blick gebrochen war. Ihre Haltung ließ es ahnen.
Es gab ein weiteres, vertrautes Gesicht – eines, um das er sich schon Sorgen gemacht hatte. Die Bordellherrin der Schwarzen Spinne saß auf einem kleineren Stuhl in Da'rions Nähe. Ihr Haar hing in ungewohnt zerzausten Zotteln herab, bis über ihre Schultern hinweg. Den Kopf hielt sie gesenkt, so dass sich Darak ihre komplette Mimik verschloss. Sie trug ebenfalls Haremsgewänder. Die blaue und pinkfarbene Seide mit den Goldsäumen war ein ganz neuer Anblick, wo sie doch sonst nur schwarz, dunkle Rot- oder tiefe Grüntöne trug. Sie wirkte blass. Wie ging es ihren Beinen? Hatte sie Schmerzen? Die Vorderseite der Loge verbarg Antworten auf diese Fragen.

Ein Gesicht fehlte. Wo steckte Alma?
"Wacht er nicht bald auf? Wir warten schon Stunden. Vielleicht sollte ich ihn wecken lassen!"
"Ich hab's doch schon MEHRMALS versucht! Er wird wieder bewusstlos, ohne Wasser!" Da war sie. Die dröhnende Stimme Almas, direkt neben ihm. Endlich verschwand die Sonne. Ein Schatten, groß wie ein Haus, legte sich über sein sonnenverbranntes Gesicht. "Bringt ihm Wasser. Ihr verderbt Euch den eigenen Spaß, Herr!" Alma seufzte. "Er wird nicht schreien können mit einer vertrockneten Kehle."
In der Loge beugte sich Vesta zu dem Dunkelelfen herüber. Jetzt konnte man ihr Gesicht sehen – es war schmerzverzerrt. Sie hielt sich mit verkrampften Fingern an ihrer Stuhllehne fest, brachte aber alle Selbstbeherrschung auf, mit Da'rion zu sprechen. Da bestand kein Zweifel mehr, was ihr zugestoßen war. Wie sahen ihre Beine aus?
Es schwappte geräuschvoll. Ein sarmaer Sklave trug einen Eimer Wasser mit Schöpfkelle herbei. Alma ergriff beides sofort, ehe sie sich vor Darak hinstellte. Sie tätschelte ihm die Wange. Erstmals sandte seine Haut Signale an das Gehirn. All die Versuche vorher waren von seinem Körper vollkommen ignoriert worden. "Darak, wach auf. Ich hab Wasser für dich. Du wirst es brauchen. Trink!" Kühl und feucht legte sich die volle Kelle an seine Lippen.
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Re: Ausgeliefert

Beitrag von Darak Luthrokar » Sonntag 20. März 2011, 10:05

Grünes…Huhn, das grüne Huhn.“ Immer wieder wiederholte er in Gedanken das, was Florencia zu ihm gesagt hatte. Er wusste dass er diese Information nicht vergessen durfte, er sonst wohl sterben würde. Er Träumte seltsame Bilder die nur Drogen herbeiführen konnten. Er sah sich in einem grossen Palast wieder, es musste jener Sarmas sein denn er erkannte den Schokoladenbrunnen. Der Saal war dicht Bevölkert doch niemand bewegte sich. Langsam streifte Darak durch den Raum und musterte die Personen. Dunkelelfen, Orks, Sklaven und… seine Freunde wie grössten Feinde. Sie alle waren dort versammelt doch sie waren erstarrt. Während ihre Statur deutlich zu erkennen war besassen sie anstatt eines Gesichtes nur Haut. Keinen Mund, keine Augen, als wären sie einfache Holzpuppen. Eine beängstigende Szenerie.
Versehentlich rempelte er einer der Dunkelelfenstatuen an, diese zerfiel sofort in sich und krachte zu Boden. Erschreckt wich Darak zurück, stiess den Nächsten um und so weiter. Doch plötzlich wurde die ganze Szene durch ein gewaltiges, grelles Licht durchflutet.

Langsam wachte Darak Luthrokar auf. Das erste Signal der Aussenwelt war Hitze. Sie brannte auf seine Schultern hernieder, er spürte die röte der Haut physisch. Auch sein Helm glühte beinahe schon unter der Sonne. Seine Lungen hechelten nach Luft. Schweiss drang aus all seinen Poren. Das Atmen fiel ihm unendlich schwer. Sein Bauch fühlte sich an wie ein einzelner Lehmklumpen. Verkrampft und zusammengepresst. Er krümmte sich leicht, kam aber nicht weit. Jetzt wurde er sich dem Holz bewusst welches sich bei jeder kleinsten Bewegung Daraks an seinen Peitschenwunden rieb. Das Lederband um seine Brust hielt ihn jedoch an den Mast gebunden. Er konnte weder seine Arme, noch seine Beine bewegen. Von diesen ging ein süsslich-sauerer Geruch aus. Es war der Knieverband der eigentlich wieder gewechselt werden musste weil die Wundsekrete durch den Stoff sickerten. Aber Alma hatte im Moment, wie Darak auch, andere Probleme. Er wurde sich seiner nackten Füsse bewusst. War er gänzlich nackt? Sein kleiner Zeh meldete sogar noch kleine Qualen. Ein Splitter hatte sich darin vergraben und steckte fies in seiner Haut fest. Sein ganzer Körper meldete ihm Schmerz. Kein angenehmer Zustand, denn er bescherte ihm grässliche Übelkeit und eine beschleunigte Atmung. Noch hatte er seine Augen nicht geöffnet. Noch waren es nur die Körperempfindungen die er wahrnahm. Er schluckte leer, besass er doch kaum Spucke die er hätte runterschlucken können. Seine Zunge fühlte sich vergrössert an und brannte von der Dehydration. Seine Lippen waren aufgeschwollen und an gewissen Stellen eingerissen. Er war am verdursten. Sein Geist begann nach Wasser zu kreischen. Wasser….WASSER! Er ächzte matt. „W-r.rr.n.gh.“ Brachte er mühsam hervor.
Er verzog sein Gesicht als er begann das Murmeln und Schreien um ihn herum wahrzunehmen. Dann erschütterte ein wüstes Krächzen seinen Geist. Er zuckte zusammen. Aasfresser! Schaltete es in seinem Kopf nach ein paar Versuchen endlich. Gerüche prassten auf ihn ein. Er war sich seinem Eigengeruch nicht mehr bewusst gewesen, ein Schutzmechanismus des Geistes. Mit der Zeit konnte er nämlich gewisse Gerüche einfach ausblenden. Doch dies brauchte seine Zeit. Er stank fürchterlich. Nach Wunden und Scheisshäuschen. Seine Haut fühlte sich kalt und feucht an. Durch das Fieber ging der Flüssigkeitsverlust nur noch schneller.
Der Geschmack von Blut in seinem Mund bereitete ihm weitere Übelkeit.

Endlich öffnete er seine geröteten Augen und das was ihn empfing war brutal. Die Sonne, das grelle Licht des Mittags. Für ein Auge welches lange Zeit in absoluter Dunkelheit zugebracht hatte war dies wie ein Peitschenhieb. Darak petzte sie sofort wieder zusammen und reckte seinen Kopf zurück. Es musste sehr unangenehm für den Gefangenen sein. „NRghghrrr!“ Beschwerte er sich heiser. Erst langsam und unvollständig gewöhnten sich die Augen an das Licht, dennoch schmerzte ihn das Licht. Er erkannte die Szenerie jedoch. Die halbe Stadt schien versammelt worden zu sein. Es würde keine einfache Hinrichtung werden, eher eine blutrünstige Zeremonie um der Stadt ein für alle Mal zu zeigen wer hier das Sagen hatte… und ausgerechnet er selbst war der Spielball in dieser grässlichen Veranstaltung.

Er blickte sich um. Erkannte seinen Peiniger… und Constanze. „Mrhrgmgrk…“ Er wollte zu ihr, doch das war unmöglich. Er erblickte Vesta. Er versuchte sich zu erinnern. Nein, als er sie das letzte Mal gesehen hatte waren ihre Beine nicht gebrochen gewesen, dort hatte Darion sie verschont. Doch irgendwas hatte er ihr angetan, so wie sie dort sass. Solche Schlussfolgerungen waren äusserst anstrengend für ihn und er ermüdete schnell daran.
"Ich hab's doch schon MEHRMALS versucht! Er wird wieder bewusstlos, ohne Wasser!" Darak zuckte sichtbar zusammen als ihre Dröhnende Stimme an seine empfindlichen Ohren drang. Selbst mit einer fast vollständigen Taubheit auf dem linken Ohr war Almas Stimme ein Getöse. „Arnghrkhgk.“
Er wurde getätschelt. Darak verzog seine Mimik in ein grimmiges Gesicht. „MRhrr!“ Beschwerte er sich matt. "Darak, wach auf. Ich hab Wasser für dich. Du wirst es brauchen. Trink!" „Gr..ünrhs…Hu.hn…g.r..ü.n.e.s…H..rr.gh“ Weiter kam er nicht, denn Alma setzte die Kelle an seine Lippen. Instinktiv trank er, schnell gierig werdend. Denn sein Körper lechzte förmlich nach dem kühlen Nass. Sein Geist klarte etwas auf. Er suchte den Blickkontakt zu Alma. "G...rünes...Huhn!" Krächzte er ihr heiser entgegen. Dann blickte er wieder zur Loge... und begann zu zittern.

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Re: Ausgeliefert

Beitrag von Erzähler » Dienstag 22. März 2011, 17:06

Alma unterdrückte den Drang, ihrem Patienten und Freund die Wange erneut zu tätscheln. Stattdessen hielt sie ihm eine weitere, volle Wasserkelle hin. Grüne Hühner … die Medikamente mussten noch nachwirken, sie konnte es sich ansonsten nicht vorstellen, woher Darak plötzlich das Bedürfnis hatte, ihr davon zu erzählen. Vermutlich vermisste er seine Cattie, auch wenn die in der Realität nicht grün war.
„Trink“, wiederholte Alma. Er würde seine ganze Kraft brauchen für das, was ihm noch bevorstand. Die Heilerin wusste es wohl eher als er. Sie hatte nie zuvor eine Garotte im Einsatz erlebt, aber es gab wohl für alles ein erstes Mal. Wie diese Gestelle aussahen, das wusste sie. In Valrocks Folterkeller in Pelgar stand eine verstaubte Version herum. Valrock war nie ein Befürworter der Garotte gewesen – vielleicht, weil er den Opfern zu schnell die Luft abschnürte und sie deshalb doch etwas zu frühzeitig starben.
Wie lange würde Darak durchhalten? Alma gewann den Eindruck, dass sich Da’rion nicht mehr allzu lange mit diesem Menschen herumschlagen wollte. Weshalb sonst ließ er die Hinrichtung und Folter offiziell durchführen? Er schaute ja nicht einmal mit Interesse hin.

Erst als Alma ihm die fünfte volle Kelle reichte, meldete sich der sarmaer Herrscher. „Es genügt. Ich bin es Leid, in der brütenden Sonne zu sitzen. Beginnt mit der Folter!“
Ein Dunkelelf und ein Ork kamen auf die Bühne. Letzterer schob Alma mit einer einzigen Armbewegung beiseite. „Heee!“, machte sie ihrem Unmut Ausdruck, doch wurde ignoriert. Der Ork packte Darak und richtete ihn entsprechend aus. Das hieß, er drückte seinen Kopf hoch, damit der Dunkelelf ihm ein Drahtseil umlegen konnte.
“Wir sind bereit, Herr!“
Ach’ray Da’rion winkte und gab so den Befehl für den Beginn der Darbietung. Das Seil spannte sich um Daraks Hals. Es drückte fest gegen seinen Kehlkopf, schnürte ihm die Luft ab. Der Ork verpasste ihm einen Hieb ins Gesicht, ehe er beiseite trat. Die Zuschauer johlten. Da’rion gähnte. Offenbar amüsierte ihn die Würgeaktion wenig, er brach sie jedoch nicht ab. Bis…

„Herrscher! Da’rion, Herr!“ Eine Stimme wurde laut. In den hinteren Reihen der Zuschauer bewegte es sich. Dort herrschte mit einem Mal Unruhe. Viele ließen sich mürrisch fluchend zur Seite drängen. Jemand bahnte sich seinen Weg nach vorn.
„Herr!“, rief es wieder aus der Menge. Die Person schien zu klein, als dass man sie unter den Versammelten wirklich ausmachen konnte. Plötzlich gackerte etwas. Das grüne Huhn?
Darak erkannte das Gackern sicherlich. Unter Tausend Hühnern hätte er seine Cattie heraus hören können. Sie hob sich auf einmal von den Besuchern ab, als ein paar dunkle Hände sie über die Köpfe hinweg hob. Cattie gluckte, plusterte sich auf. Endlich machten die Umstehenden Platz, so dass die Gestalt sich einen Weg bis kurz vor die Loge suchen konnte.
Es handelte sich um eine Dunkelelfe. Ihre Haut besaß die Farbe von Kohle, eine grauschwarze Mischung. Das Haar war allerdings rotbraun, fast wie Kastanien, eine seltene Farbe bei Dunkelelfen. Es handelte sich um eine Frau. Sie trug die Gewänder einer Bauchtänzerin und bei jedem Schritt klimperten die vielen Schellen und goldenen münzförmigen Schmuckbänder an ihren Tüchern und dem Gürtel. Um ihre Handgelenke schmiegte sich ein ganzer Satz an Armreifen.
Sie hielt Cattie in die Höhe, senkte das Huhn dann herab. Wie kam diese Frau zu Daraks Glucke? Die Elfe verneigte sich tief. „Großer Ach’ray Da’rion, ich bitte Euch, die Folter noch um eine Weile heraus zu zögern.“
„Warum, Fremde? Ich habe lange genug gewartet. Dieser Mann soll endlich sterben!“
„Nun, weil …“ Die Fremde verstummte, als Catties Gegacker sich über das Gekreisch der Menge erhob. Der Dunkelelf bei Darak löste das Drahtseil. Endlich bekam der Gehörnte wieder Luft. Doch warum unterbrach der Dunkle die Folter. Die Antwort lautete erneut Cattie. Das treue Huhn hatte ihren Futtergeber entdeckt und natürlich entschieden, ihn zu befreien. Wild mit den Flügeln schlagend flatterte sie auf die Bühne und den Peiniger ihres Herrchens zu. Ein Hagel aus Kratzen und Schnabelpicken regnete auf den Dunkelelfen ein. Dagegen konnte sich nicht einmal einer wie er wehren. Sofort ergriff er die Flucht. Cattie verfolgte ihn bis zum Rand der Bühne. Dann wandte sie sich um. Hätte dieses Huhn Flammen aus den Augen schießen lassen können, so wären soeben zwei Feuersäulen bis zur Sonne empor gestiegen. Gackernd dackelte die weiße Glucke auf den Ork zu.

Von ihrem Platz vor der Loge Da’rions aus starrte die fremde Dunkelelfe zur Bühne hinauf. Ihre großen Amethyst-Augen wurden von besorgten Schatten verdunkelt. Ihre Lippen bewegten sich, aber niemand hörte die verschreckten Worte, als sie Cattie anflehte, zurück zu kommen.
Im selben Moment erhob sich Ach’ray Da’rion. „Was soll das Huhn dort? Schafft es aus dem Weg!“ Er knurrte. „Alles muss man selbst tun.“ Und schon entriss er einem nahe stehenden Wächter den Speer, welchen dieser gehalten hatte. Die Waffe flog. Cattie legte den Kopf schief. Ihr Auge reflektierte noch das silberne Schimmern der Spitze. Ihr Gackern brach abrupt ab, als weiße Federn wild umher flogen und kurz darauf rote Blutspritzer folgten.
An den Bühnenboden gespießt flatterte das Huhn noch ein paar Mal hilflos mit einem Flügel, ehe der Kopf schlaff zur Seite kippte. Stille herrschte. Nur wenige schauten geschockt: Constanze, Alma, Vesta und die getarnte Lilith Blütentau. Die übrigen Versammelten wussten nicht, ob sie wegen dem Mord an einem Hühnchen ihrem Herrscher applaudieren sollten oder nicht.
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Re: Ausgeliefert

Beitrag von Darak Luthrokar » Freitag 25. März 2011, 16:28

„Trink“ Dies brauchte sie ihm nicht zweimal sagen, gierig trank er die Kellen leer, sein Körper dankte es ihm mit einem Quäntchen weniger Schmerz. Er schnaubte angespannt gegen die Kelle, noch gelang es ihm nicht wirklich Alma mit seinem Blick zu fixieren, zu sehr blendete ihn die Sonne.

Erst als sie die Kelle wegnahm suchte er den Blickkontakt zu ihr. Er starrte sie regelrecht an. „Gr…rünes..Huh.n..z..zutaten…Spinne!“ Es klang so wirr was er da sagte doch offensichtlich erschien es ihm sehr wichtig dass Alma diese Information erhielt. Seine Augen weiteten sich als der Schatten des Orks auf ihn fiel. „ARhrghgh!“ Darak wand sich in seiner Fesselung denn er spürte instinktiv dass was ungutes auf ihn zukam. Nützen tat es ihm wenig, denn sofort wurde er an den Hörnern gepackt und sein Kopf so nach hinten gedrückt. Ein unangenehmes Drahtseil spannte sich um seine Kehle. Eine Garrotte verflucht!“ Meldete sein Sklavenmeister und Folterhirn. Plötzlich wurde dieses Seil gegen seinen Kehlkopf gezogen. Darak riss seine Augen auf, verkrallte sich in die Lehne der Garrotte, verzweifelt japste er nach luft. „ANRkhggkhgk!“ Unruhig wand er sich auf dem Stuhl. Todesangst breitete sich in seinem Körper auf. Dann wurde er auch noch ins Gesicht geschlagen, was die Sache nur noch schlimmer machte.

„ARNRRKHGKHGHKG!!“ Darak gab würgende, erstickende Laute von sich, sein Kopf verfärbte sich allmählich rot. Er schloss schmerzerfüllt seine Augen, während seine Stirnvene sich deutlich unter der Haut abhob. Er versuchte immer wieder den Kopf nach hinten zu recken, damit verschlimmerte er den Würgegriff aber nur. Er hörte das offenbar ein Aufruhr im Publikum entstand. Doch was nützte ihm dies noch?

Ihm wurde schlecht und schwindlig und er spürte wie er langsam drohte das Bewusstsein zu verlieren. Dann hörte er Catties gegacker. „KRrkHCHKRghggggghhk…“ Doch er konnte nicht nach ihr rufen. Brauchte er aber auch gar nicht, denn die Glucke erkannte ihn von selbst. „N.r.rhgggkgkh…“ Sie attackierte seinen Peiniger und dieser sah sich gezwungen von seiner Folter abzulassen. Röchelnd japste Darak nach Luft. „ARHGHgkgkhgk…Cattierhrhr nichtthrrhrh!“ Hustete er Atemlos und wehrte sich verzweifelt gegen seine Fesseln. Er sah wie sich der dunkle Herrscher erhob und zum Speer griff. „CAATTIERHRHRHR!!!“ Der Dunkelelf warf… Darak setzte für einen Moment das Herz aus als die Waffe sich in den weichen Körper seiner Glucke bohrte. Sein Ausdruck wandelte sich in blankes, gequältes Entsetzen.

„NEIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIINRHRHRHRRHHRHRH!!!“ Heulte er auf. „NEIIIIIIIIINRHGHGH CATTIEEERHRHHR!!! AAAAAAAAAAAARHRHGHGHGHGH!“ Nun wurde Darak Luthrokar schlimmer gefoltert als Darion es wohl gedacht hatte. Der grosse, gehörnte Mann heulte verzweifelt ausfund brach in hemmungslose Tränen aus. Der Tod des Huhnes schien ihn ausserordentlich zu bestürzen. Er konnte ja nicht wissen wen er da gerade ermordet hatte.
„DUUU MONSTER AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAARHRHRHHGHGH!!! VERFLUCHT SOLLST DU SEIN UNTER DEN VERDAMMTEN DU VERFLUCHTER BASTARD! AAAAAAAAAAAAARHRHHRHGHGHGH! MÖGEN DICH DIE GEIER HOOOOOOOOLENRRHRR“ Krächzte Darak verzweifelt und gepackt von blankem Hass welchen er Darion entgegenwarf. „WAAAAAAAAAAAARUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUHMMM DU BASTARD!!!“ Heulte er ihm entgegen. „WWWWAARRUUUMM DU ELENDIGER HURENSOHN!“

So verzweifelt und wütend hatte man Darak Luthrokar während der ganzen Folter nicht erlebt. „ICH WERDE DICH TÖTEN DU ELENDIGER BASTARD UND WENN ICH DICH AUS DEM TOTENREICH NOCH VERFOLGEN MUSS, ICH SCHWÖRE DIR ICH TÖTE DICH UND ES WIRD MIR EIN VERGNÜGEN SEIN DIR DIE EIGEWEIDE AUS DEM KÖRPER ZU REISSEN ARHHHHHHHHHHHRHGHGHGH!“
Darak zog im Moment sicherlich die gesamte Aufmerksamkeit auf dem Platz auf sich. Er starrte die Dunkelelfe an. Erkannte Lilith nicht hinter der Tarnung. Nun musste sie unter beweis stellen was für eine gute Schauspielerin sie war, denn nun durfte sie nicht die Fassung verlieren wenn sie nicht selbst auf der Garrotte Platz nehmen wollte. „WAAAAAAAARUUUUUUUUUUUHRMMM!!“ Brüllte er ihr entgegen.

„MAAAAAAACHT MICH LOOOOOOOOOOOOOSHRHRHR!“ Heulte er wütend und riss mit all seinem Zorn an den Fesseln herum. „CAAAAAAAATTIEEEEEEEEEEERHHRHHH!“ Krächzte er seinem Hühnchen verzweifelt entgegen. „NEIIIIIINRHHHHHHHHHHHHHHHHHHHH!“ Er konnte nicht glauben dass der Speer immer noch in ihr steckte und sie keinen Wank mehr tat. Sein Blick fixierte wieder Darion.

„KOMM HER UND STELL DICH MIR WIE EIN MANN UND NICHT WIE EIN VERDAMMTER FEIGLING DER SICH HINTER EINER VERFLUCHTEN ARMEE VERSTECKT! KOMM HER DU ALTER HÄSSLICHER BASTARD! VERMUTLICH HAST DU OHNEHIN NICHTS DRAUF WENN MAN DICH NUR DIE KORRUPTESTE UND MILITÄRISCH LÄCHERLICHSTE STADT EROBEREN LIESS!“
Das war jene zornige Darak Luthrokar der einst sogar Valrock Moslag um die Nerven gebracht hatte.

"KOMM HER WENN DU MEINEN ZORN NICHT FÜRCHTEST!"

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Das dunkle Volk
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Re: Ausgeliefert

Beitrag von Das dunkle Volk » Donnerstag 31. März 2011, 12:35

Man hatte ihn geprügelt, ausgepeitscht, in die Stille Kammer gesperrt, sein Bein zertrümmert. All diese Folterqualen waren nichts im Vergleich zu dem Anblick seines aufgespießten Huhns. Cattie lag am Boden, einige Federn hatten sich bei ihren letzten Windungen gegen den Tod gelöst. Der Wind wirbelte sie auf, fegte sie davon. Sie tanzten so friedlich über die Köpfe der Anwesenden hinweg. Es war ein so schrecklicher Kontrast zum Körper der Henne, der da verdreht auf der Bühne lag. Das Auge war weit aufgerissen, aber jegliche flatterhaften Bewegungen fehlten. Der Kopf zuckte nicht mehr nach Futter suchend hin und her und auch die Flügel rührten sich nicht. Die Füße waren ausgestreckt, was so gar nicht zum üblichen Bild eines liegenden Huhnes passen wollte.

In der Loge ließ sich Da’rion heiter erregt in seinen Thron zurücksinken. Er schaute zu seinen Wächtern und amüsierte sich königlich. "Ein Huhn! So einfach war es. Ich brauchte nur ein Huhn umzubringen, um den Schmerz dieses Mannes ins Unermessliche zu erheben. LASS ES LIEGEN, HURE!"
Alma hatte sich ein Herz genommen und wollte den Speer entfernen, um Cattie vorsichtig aufzuheben. Man brauchte nicht mit ihm befreundet zu sein, um zu erkennen, wie sehr es Darak quälte. Es wäre besser, wenn er nicht hin schaute. Cattie war ihm aber auch ein zu gutes Tier gewesen - die Glucke war für ihn in den Tod gegangen. Leider würde ihm ihr Opfer nichts nützen. Darak war weder frei, noch hatte man den Dunkelelfen besiegen können. Alma trat leises seufzend zurück. Sie schaute zu der Frau herüber, die Cattie überhaupt erst mitgebracht hatte. Sie erkannte Lilith ebensowenig unter dem Kostüm wie Darak. Wahrlich, die Elfe besaß Talent!

Lilith verzog keine Miene, wenngleich sie innerlich schrie vor Sorge. Das arme Huhn. Sie wusste, wie sehr Darak daran hing. Aber sie durfte ihre Tarnung jetzt nicht auffliegen lassen. "Ich habe es im Bordell gefunden, großer Da'rion. Man sagte mir, es wäre sein Eigentum und daher brachte ich es her."
Ach'ray Da'rion zwirbelte sein Kinnbärtchen. Anerkennend nickte er der fremden Dunkelelfe zu. "Hast du sonst noch etwas gefunden, mit dem ich ihn quälen könnte? Andernfalls lasse ich jetzt das Rad aufbauen." Das Rad! Er wollte es tatsächlich einsetzen und er wollte die Sache nun ein für alle Mal zu Ende bringen. Niemand - nicht einmal Vesta - hatte ihm das ausreden können. Der Dunkelelf ließ sich nicht länger beirren.
Leider fiel Lilith keine passende Antwort ein, um Darak noch etwas Zeit zu schenken. Sie schüttelte nur mit dem Kopf. Aber selbst wenn sie etwas entgegnet hätte, es wäre unter Daraks Gebrüll untergegangen. Er heulte und krächzte, stieß tobende Flüche und Drohungen aus. Der Ork trat an ihn heran, als Da'rion nickte. Man zog das Drahtseil der Garotte wieder enger um seinen Hals.
"Er sollte wissen, wann er zu schweigen hat", murmelte der Dunkelelf. "Es könnte ihn sonst teuer zu stehen kommen. Nicht wahr, Vesta?" Sein Blick glitt zu der Bordellherrin herüber. Sie legte ein gezwungenes Lächeln auf. In ihren Augen funkelte Hass.
"Du gefällst mir, wenn du so guckst." Da'rion lachte auf. Offensichtlich befand sich Vesta nicht freiwillig ihr. Ihre sonst scharfe Zunge hielt sie aber zu aller Überraschung im Zaum. Stattdessen legte sie die Hände auf ihre Oberschenkel und rieb sich diese. Was unterhalb der Knie vor sich ging, konnte Darak nicht sehen.
Da'rion erhob sich von seinem Platz. "Baut das Rad auf. Bis dahin genehmigen wir uns alle eine kühle Erfrischung in meiner Palasthalle." Er verließ die Loge. Constanze und die andere Sklavin wurden von ihren Fesseln gelöst, damit sie ihm folgen konnten. Vesta hob man hoch. Nun war die Sicht auf ihre Beine frei. Die hingen schlaff herunter, wirkten ein wenig gekrümmt, aber sonst erkannte man nicht viel. Leider bewegte Vesta sie auch nicht. Man trug sie wie einen nassen Sack davon. Lilith folgte den Wachen. Die Zuschauer zerstreuten sich und auch Alma führte man ab.

Daraks Peiniger lockerte die Garotte. Er bekam endlich wieder Luft. Niemand räumte Cattie fort. Nur einige Dunkelelfen ließen ihre Sklaven die Einzelteile für das Rad herbei schaffen. Sie beaufsichtigten das Ganze. Einer von ihnen trat nach dem Huhn. "Wollen wir es ausnehmen und verputzen?"
"Warum nicht? Aus den Federn mach ich mir ... he, bei Faldor!"
Das Huhn rührte sich. Die Elfen starrten es an. Einer der Sklaven schnaubte. "Ihr wisst aber auch nichts. Das sind die Nerven-Enden. Manchmal bewegen sich die Viecher noch Stunden nach dem Abmurksen. Rennen sogar ohne Kopf umher." Die Dunkelelfen verpassten dem vorlauten Sklaven einen kräftigen Hieb. Das Huhn war ihnen allerdings nicht geheuer, zugleich wuchs aber die Faszination einen kopflosen Leib laufen zu sehen. Sie knieten sich zu Cattie. Darak konnte nicht verhindern, was sie taten. Sie hackten dem toten Geflügel den Kopf ab. Dann beobachteten sie beide Teile und mussten zu ihrer Enttäuschung feststellen, dass sich nun nichts mehr bewegte.
"So ein Lügner!", knurrte der Dunklere von ihnen. "Alles Aberglaube!" Er packte den Torso des Tieres und warf ihn achtlos fort. Catties Körper landete direkt im Schoß des Gehörnten. Der Kopf blieb auf der Bühne liegen.
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Re: Ausgeliefert

Beitrag von Darak Luthrokar » Sonntag 3. April 2011, 13:06

„RAHRHHHHHHHHHHHHHHHH!!! FAHR ZUR HÖLLE DU VERFLUCHER BASTRHRHKGKHGrhg,hggg…“ Man drückte ihm erneut die Luft ab was seinen wütenden Redefluss sofort unterbrach. „NRKgkhgkgkh!“ Er röchelte verzweifelt nach Luft. Diese Garrotte gefiel ihm ganz und gar nicht. "Er sollte wissen, wann er zu schweigen hat" „NRhrgkhgkh!“ Offenbar wusste es Darak nicht und brauchte etwas Nachhilfe welche der Ork ihm gerade erteilte. Sein Kopf lief langsam rot an und Darak begann seine Augen zu verdrehen. „nkrkgh…“
"Es könnte ihn sonst teuer zu stehen kommen. Nicht wahr, Vesta?" Nrkgkhghkg“ Darak blickte kurz zu Darion und Vesta. Ihr Blick war einschneidend, so hasserfüllt wie er war.

"Baut das Rad auf. Bis dahin genehmigen wir uns alle eine kühle Erfrischung in meiner Palasthalle." Die Luft wurde langsam aber sicher mehr als nur knapp. Darak schloss die Augen und gab erstickende Laute von sich während er versuchte seinen Hals lang zu machen. Seine Hände begannen zu zittern und seine Haut nahm allmählich einen bläulichen Stich an. Er starrte Vesta in seiner Todesangst an wie sie weggetragen wurde, dann blickte er wieder schmerzlich zu Cattie hin. „NRRRKQHG!“ Krächzte er, dann endlich lösten sie den eisernen Griff um seine Kehle. „ARHrhgngnkggkhgh.“ Erschöpft und panisch zugleich röchelte er gierig nach Luft. Sein Hals schmerzte bereits denn der Draht drückte unangenehm gegen seinen Kehlkopf. Es dauerte einwenig bis die schwarzen Punkte vor seinen Augen sich lichteten und er wieder einigermassen gut sehen konnte.

„Aruhgkggkh.“ Er war in einem erbärmlichen Zustand. Das Wasser welches Alma ihm eingeflösst hatte war vermutlich bereits wieder ausgeschwitzt und sein Knie schmerzte nach wie vor höllisch. Dann kam der ganze seelische Schmerz hinzu, jener der er in der Stillen Kammer erlebt hatte und den Mord an seinem Hühnchen. „Cattierhrhrhrhrh.“ Krächzte er matt und musste entsetzt mitansehen wie sich Dunkelelfen darum scharten und nach dem Leichnam traten. „BASTARDE!“ Begann er schonwieder. Darak war etwas begriffsstutzig was seine Art und Weise wie er mit seinen Peiniger zu sprechen hatte.
Catties Zuckungen erweckte auch die Aufmerksamkeit des Gehörnten.

Ihr wisst aber auch nichts. Das sind die Nerven-Enden. Manchmal bewegen sich die Viecher noch Stunden nach dem Abmurksen. Rennen sogar ohne Kopf umher."
„RJARHRHRRH! LASST SIE IN RUHE IHR VERFLUCHTEN SCHEISS BASTARDE!“
Seine Augen weiteten sich als sie ihre Schwerter zückten. „NEINRHHHHHHHHHHHHHHH!“ Darak kam nicht darum herum es mitanzusehen. Sie warfen den Torso direkt auf seinen Schoss. Er starrte ihn an. „AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAARHHHKGKGKH!“ Heulte er auf und begann verzweifelt zu toben. „ICH BRINGE EUCH ALLE UM! JEDEN EINZELNEN VON EUCH DUNKELELFENBASTARDEN ARHRAHRHRH! UND WENN ICH EUCH AUS FALDORS REICH HERAUS VERFOLGEN MUSS ICH WERDE ES TUUUUUUUUUUUUUNRHRHRH!“

Sein Zorn und seine Verzweiflung waren wohl das einzige was ihn im Moment überhaupt am Leben hielt. So bemerkte er die brütende Hitze und die Schmerzen im Knie viel weniger als sonst. Er starrte immer wieder auf den Hühnerleichnahm. "CAttiee...neinnnrhrh...NEINRHRHRr.r...neinrhrrhrh! WARUUUMMM.... waruuurmrhrhrh!" Krächzte er gequält. Während um ihn herum die Aufbauarbeiten des Rades weiterging.

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Re: Ausgeliefert

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 6. April 2011, 09:47

Sie zuckte immer noch. Nerven, hatte der Dunkelelf gesagt. Sie lebte nicht mehr, seine Cattie war tot. Das geliebte Huhn hatte sein letztes Saatkorn gepickt.
Hinter Darak wurde ein Rad aufgebaut. Das Hämmern auf Holz drang an seine Ohren. Er würde diesen Tag vermutlich nicht überleben. Da'rion war ungeduldig gewesen, ein sicheres Anzeichen, dass er des Spiels müde wurde. Er wollte Darak leiden sehen, allerdings wohl nur noch ein allerletztes Mal. Hier konnte ihm niemand mehr helfen. Es war aussichtslos. Und über allem stand Lysanthors Sonnenkugel, um seiner misslichen Lage zu spotten. Darak hatte den Gott kennen gelernt, zumindest seine Statue und diese gewaltige Waage. Er hatte sich gerecht gezeigt, aber war das nur eine Farce, damit der Gehörnte sich nun zu Tode büßte? Sollte seine zweite Chance auf Celcia tatsächlich nur von so kurzer, aber übertrieben qualvoller Art gewesen sein? Hatte Lysanthor ihn zurückgesandt, damit er Cattie sterben sehen konnte?
Das Bein des Hühnerrumpfes zuckte. Nerven ... Darak konnte sie sehen. Die offene Stelle, auf der ihr Kopf gesessen hatte, zeigte ihm die Anatomie eines Hühnerhalses. Und auch Nerven. Sie streckten ihre Fühler nach ihm aus, sie regten sich tatsächlich noch. Sie ... wuchsen.

Aus dem offenen Hals reckten sich kleine Stränge Daraks Gesicht entgegen. Sie waren milchig mit einem Hauch von ocker und sie ringelten sich wie dürre Würmer aus dem blutigen Untergrund von Catties Leib. Es waren insgesamt fünf dieser seltsamen Fühler. Sie drehten und ringelten sich. Das konnten doch keine Nerven sein. Etwas ... lebte. So schnell fraßen sich keine Maden durch einen Körper. Was, bei den Göttern, ging hier vor?
Dieses Stichwort war das Treffende...

"Bist du sicher, dass du das tun willst?", fragte er. Seine Hörner schimmerten aus dem dunklen Schopf hervor. Wundervoll braun, wie das Holz ihrer Kinder. Sie saß ihm gegenüber, ihre Haut jadegrün und von kleinen Pflänzchen umwoben, als kleidete sie sich in die Natur selbst. "Er glaubt an mich."
"Du magst ihn." Sie nickte bestätigend. Wirklich, dieser kleine Sterbliche gefiel ihr und er achtete die Schöpfung ihres Gatten. Jetzt. Sie erhob sich, wandelte zu ihrem Liebsten herüber. Jeder Schritt hinterließ einen Fußabdruck auf dem weichen Boden der Ewigkeit, aus dem sofort grüne Halme, bunte Blumen oder feinste Gräser sprossen. Kaum suchte ihr schlanker Fuß erneut den Grund auf, zerfiel und verging das Leben aus dem vorher gegangenen Schritt - um an der neuen Stelle wiederholt zu sprießen.
Ihre Hände berührten seine Schultern, strichen über das Muskelspiel unter seiner Haut. "Es ist deine Schöpfung. Ich versprach ihm nur, zu helfen, denn die Dunkelelfen missachten unsere Mühen, selbst an einem so trostlosen Ort wie der Wüstenei."
"Ja", antwortete er nur. Sie waren sich einig.


Die Federn vergingen. Ein seltsam schneller Verrottungsprozess. Das war merkwürdig. Die Dunkelelfen und ihre menschlichen Sklaven, welche im Hintergrund das Rad bereits zu drei Viertel vollendet hatten, bemerkten nichts. Sie waren voll auf ihre Arbeit konzentriert. Catties Leib wurde immer schlapper auf Daraks Schoß und dennoch regte er sich unentwegt. Die Federn fielen aus, zerfielen zu Staub, ehe sie den Boden erreichten. An ihrer Stelle wuchs etwas Neues. Es war unheimlich, denn auch wenn es Naturvölker gab, die sagten, der Leib kehre zu Florencia zurück, so hatte Darak sicherlich nicht daran geglaubt, dies so wörtlich zu nehmen!
Cattie verpflanzte sich, anders ließ es sich nicht ausdrücken. Wo ihr weißes Federkleid sie geziert hatte, sprossen nun kleine grüne Halme wie auf einem lang verdorrten Feld, das der Regen überraschte. Auf ihrem Hals bildete sich eine dicke Knopse. Sie war groß und grün, ovalförmig. Sie erinnerte an eine dicke Bohne. Dann platzte sie plötzlich auf. Ein Kopf lugte zu Darak empor. Ein grüner Kopf, der sich schief legte, um den Fütterer des getöteten Huhns aus einem runden dunklen Auge zu mustern. Ein Schnabel klackerte und Hautlappen, die eigentlich nichts Anderes als die roten Blüten einer auf dem Haupt wachsenden Blume waren, hingen dem Wesen ins Gesicht. Es streckte die Flügel. Gräser lösten sich, flogen als hauchdünne Fäden durch die Luft, vom Wüstenwind getragen. Das Wesen erhob sich, so dass es auf zwei wurzelartigen Hühnerbeinen auf Daraks Schoß stand. Es reckte den Kopf. "Gooock." Es gluckte.
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Re: Ausgeliefert

Beitrag von Darak Luthrokar » Mittwoch 6. April 2011, 15:16

Ihm war alles egal geworden. Sollten sie ihn doch endlich an dieses verdammte Rad hängen und ihn sterben lassen! Der Schmerz machte ihn müde ebenso wie die Trauer, die Wut, die Verzweiflung und die wachsende Aussichtslosigkeit. Seine Rückkehr hatte sein Leiden nur vergrössert und Cattie mit in den Tod gerissen. „AAAAAAAARHRRHH!“ Brüllte er seinen Frust in die Welt. Sollte Darion ihn ruhig hören. Er würde ihn heimsuchen und sich an ihm rächen, schlimmer als es ein Lebender tun konnte!

Er hörte wie Sand geschaufelt und auf Holz gehämmert wurde. Hinter ihm bauten sie an seinem Hinrichtungswerkzeug herum. Diese verfluchte Brut, jeden einzelnen von ihnen wollte er töten. Sarmas Sand sollte sich rot verfärben durch seine Rache! Sie haben Vesta verletzt, Conny und Alma gefangen sowie Cattie ermordet! Es war zu viel. Zu viel persönliches. Darak hatte schon aus nichtigeren gründen Rache geschworen und sie auch vollzogen. Der Durst brannte in seiner Kehle und das Fieber benebelte seine Gedanken. Das Hämmern hinter ihm hörte sich immer dumpfer und entfernter an. Vermutlich würde er die Hinrichtung selbst gar nicht mehr bei vollem Bewusstsein erfahren, dafür brannte ihm die Sonne im Moment zu sehr auf den Helm welcher sich schon ziemlich erwärmt hatte. Die unerbittliche Hitze liess seinen Herzschlag schnell gehen und seine Poren bemühten sich die Haut abzukühlen doch ihnen standen nur etwa fünf Kellen Wasser zur Verfügung was in Sarma nichts war. Zumal er durch das Fieber welches ihn plagte zusätzliche Flüssigkeit kostete.

Eine Hinrichtung würde eine Gnade für ihn sein. Trotz Almas Versorgung sah das Knie miserabel aus, schliesslich wurde es nicht von einem Experten gebrochen sondern von einem Ork. Ausserdem hatte Alma improvisieren müssen und war unter enormen Druck gestanden während der Operation. Die Art und Weise wie nun die Wunde der Sonne ausgesetzt war und der feine Wüstensand der sich durch den Wind aufwirbelte und sogar den Weg durch die Bandagen fand würden eine Entzündung begünstigen. Doch vermutlich kam es gar nicht mehr so weit, weil er bald auch seine letzten Atemzüge machen würde. Darak konnte nur darauf hoffen dass die Henker bei der Räderung genau so stümperten wie bei den Stiefeln. Dann würde er vermutlich todgeschlagen sein noch bevor man ihn wirklich ans Rad geflochten hatte.

Leidend starrte er zum Torso von Cattie. Dieses unfaire Verbrechen welches Darion an dem unschuldigen Huhn begangen hatte schmerzte Darak mehr als die Aussicht auf seinen baldigen Tod. „Es…tut mir so leid.“ Hauchte er und starrte auf den toten Hühnerleib, dessen Nerverfasern sich noch immer rührten. Darak wollte es erst gar nicht mitansehen, wollte gerade seine Augen schliessen als er bemerkte dass dies nicht normale Zuckungen sein konnten. Er war Foltermeister, er kannte sich gut mit der Anatomie von Menschen aus, warum sollten nerven bei Tieren anders zugrunde gehen als bei Menschen?

Er beobachtete die Transformation als einziger. Wo Federn waren wuchsen nun Grashalme und statt eines Hühnerkammes platzte eine rote Blüte auf. Aber der Kopf, der Ausdruck und die Art und Weise wie das Wesen gluckte… Er riss ungläubig seine Augen auf, wagte kaum zu atmen, wagte kaum es auszusprechen und doch brannte ihm dieses eine Wort so auf der Zunge dass er sich schliesslich nicht mehr zurückhalten konnte.
„Cattie?“
Sein Hirn konnte nicht nachvollziehen was er da vor sich sah. Es hatte ihm aber in der Stillen Kammer so einiges Vorgegaukelt. Halluzinierte er also? Aber er konnte die Krallen auf seinem Schoss spüren, die Bewegungen wahrnehmen und ihr Glucken hören.
„Catte?!“ Wisperte er aufgeregt und mit bebender Stimme.

Tausende Gedanken schossen ihm durch den KOpf doch er konnte nicht einen davon Fassen. Er konnte nur dieses Wesen anstarren, dieses grüne Huhn. "D..das grüne Huhn..."

Florencia! Sie hatte doch gesagt das grüne Huhn würde retten was ihm so lieb war. Cattie war das grüne Huhn?!

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Re: Ausgeliefert

Beitrag von Erzähler » Freitag 8. April 2011, 01:24

Einer der versklavten Sarmaer wurde in Daraks Richtung geschubst. Nein, es war noch nicht soweit. Noch hatte er Zeit und niemand kümmerte sich um den Todgeweihten, der noch immer an die Garotte gebunden da hockte. Die Sonne brannte heiß auf seinen Helm nieder, dass sich das Metall leicht rötete. Darunter wurde es inzwischen ebenfalls sehr warm. Darak fieberte bereits, doch was er im Moment sah, entsprang keiner Halluzuination. Vor ihm, auf seinem Schoß, hockte ein Huhn, ein grünes Huhn. Es besaß nur aus einem Grund diese Farbe: statt Federn trug dieses Wesen ein Kleid aus Gräsern, Halmen, Blüten und winzigen Blättern. Eine Heuschrecke hopste einmal quer über den Rücken. Ein winziger, schwarzgepunkteter Marienkäfer summte am Kopf der Henne vorbei. Sie legte eben jenen schief, um Darak aus einem dunklen Auge zu mustern.
Er wisperte ihren Namen. Hinter ihm brummte jemand. Es war der Sklave. Er achtete nicht auf Darak, empörte sich nur, dass Hühnerblut auf deer Bühne zur rutschigen Gefahr für die Arbeiter wurde. Dann kletterte er vom Rand der Bühne, um Holz herbei zu schaffen.
"Zu langsam, die Sklaven arbeiten viel zu langsam. Wenn das so weitergeht, dann ist das Schafott bis Sonnenuntergang nicht errichtet."
"Du hast Recht. Holen wir einige Sklaven, die den Herrn in der Halle bedienen. Sie sollen hier aushelfen."

An Darak marschierten zwei Dunkelelfen vorüber, ohne ihn anzusehen. Sie hatten ihre Rüstungen größtenteils abgelegt, denn auch sie schwitzten unter den sengenden Strahlen der Lysanthorscheibe. Die Hitze und ihre Geschäftigkeit mochten es sein, dass sie das grüne Huhn überhaupt nicht bemerkten. Es gluckte nicht gerade leise, aber niemand nahm Notiz von ihm. War es vielleicht doch eine Halluzination des Gehörnten?

Sacht schob das gräserne Huhn seinen Kopf unter Daraks Oberarm. Es schnäbelte mit seiner Haut, als wollte es ihm Mut machen. Die rote Blüte auf dem Kopf des Geflügels streichelte ihn sanft. Außerdem öffnete sie sich stetig. Darak konnte golden schimmernde Pollen erkennen.
"Gooock!", rief das Tier. Es musste Cattie sein, so gackerte nur sie. Florencia rettete nicht nur sein Leben, sondern auch das seines geliebten Huhns. Und nun war es an Cattie, ihrem Namen alle Ehre zu machen und ihrerseits den gehörnten Fütterer zu retten. Sie flatterte auf seinen Arm, wobei sie einige Halme ließ. Der Wind trug die grüne Natur mit sich fort. Cattie legte wiederholt den Kopf schief. Ihr Auge musterte Daraks Handgelenk. Es lag unter dem Lederriemen, unfähig, sich zu bewegen. Schon senkte sich der Schnabel. Die Henne begann zu picken. Es dauerte nicht einmal lange, da war der Riemen so weit angerissen, dass es keiner kraftvollen Bewegung mehr bedurfte, um sich zu lösen. Das Spielchen wiederholte Cattie auch bei der anderen Handfesselung. Anschließend reckte sie ihren Hals. Er war geschmeidig, der Kopf saß fest darauf. Sie lebte.
Ihr Schnabel erreichte das locker hängende Drahtseil. Ein Picken genügte, schon löste es sich ganz, fiel von Daraks Hals herab. Es folgte die Fesselung um seinen Bauch und um die Fußgelenke. Cattie entpuppte sich als extrem schnelle Pickerin und war weitaus vielfältiger als ein Taschenmesser. Im Nu hatte sie auch den letzten Riemen zerstückelt. Zufrieden mit sich und der Welt gackerte sie ihr Wohlwollen hinaus. Die Blüte auf ihrem Kopf hatte sich derweil ganz entfaltet. Große, goldene Pollenklöße lachten Darak entgegen. Sie waren so dick wie Nüsse, man hätte sie einfach abpflücken können.
Cattie huschte mit einem Mal unter die Garotte, so dass sie von Daraks Beinen verborgen wurde. Sie hatte die herbei eilenden Schritte eher gehört als ihr Herrchen.

"Schon gut, SCHON GUT!" Das war Alma! Sie kehrte zurück, allerdings nicht ganz freiwillig. Mit jeweils einem Holzscheit unter die wulstigen Arme geklemmt marschierte sie unter Schubsern und Stößen auf die Bühne zu. Neben ihr ging die Sklavin einher, die schon an Da'rions Thron gefesselt gewesen war und zusammen mit Constanze dem finsteren Elfen Luft zugefächelt hatte. Auch sie trug einen dicken Holzscheit mit sich. Es folgten zwei weitere Sklaven. Sie alle wurden von einem Dunkelelfen mit Peitsche angetrieben. Ein anderer beaufsichtigte die Gruppe, indem er nebenher lief. Es handelte sich um die beiden Gestalten, die sich vorhin noch unterhalten hatten. Ihre dunkle Haut schwitzte in der Sonne.
"Schneller, schneller! Wir wollen den Herrn nicht mehr warten lassen." Ein unangenehmes Geräusch gesellte sich zur allgemeinen Kulisse hinzu. Es klang wie der Teil einer Kutsche, wenn man die Geräusche ausblendete, die vorgespannte Pferde verursachten. Es war ein Rad. Der Ork, der Darak vorhin noch gewürgt hatte, rollte es heran. Es war ein gigantisches Rad. Man würde damit seine Knochen zertrümmern, nur um ihn anschließend auf die Speichen zu binden. Der wohl qualvollste und unehrenhafteste Tod für einen jeden Mann.

"Psssst! Wir lassen uns was einfallen. Halte durch." Alma zischte ihm die Worte zu, als sie an Darak vorbei kam. Es gab die Möglichkeit, sich mit ihr zu unterhalten, denn sie verfolgte immer wieder den Weg an der Garotte entlang, wenn sie weitere Scheite für das Schafott herbei schleppte. "Uns bleibt nicht mehr viel Zeit. Hast du eine Idee?", fragte sie, als sie zurückkehrte und kurz bei ihm stehen blieb.
"Heee, lauf weiter, Fettkuh!"
"Ich hab einen STEIN im Schuh!" Alma ging in die Knie. Sie ächzte schwer, werkelte an ihrem Schuh herum. Die Gelegenheit für einen kurzen Wortwechsel war günstig. Plötzlich starrte die Heilerin. "Ist das ein ... grünes Huhn?!" Sie musste sich zusammenreißen, die Worte nicht ebenso laut auszusprechen wie man es manchmal von ihr gewohnt war.
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