Der Drachnzahn und seine ersten Gäste

Der Drachenzahn war stets Anlaufpunkt für Besucher der Stadt. Riesig ist sie, dass wohl gut eine halbe Armee unterkommen kann. Ein Brunnen im Eingangssaal dient geschuppten Besuchern sogar als Tränke.
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Re: Der Drachnzahn und seine ersten Gäste

Beitrag von Erzähler » Montag 21. Oktober 2019, 15:58

(Nachtrag zu Darna:)
Egal, was aus ihr werden würde, egal zu welch strahlender Verfechterin von Recht und Ordnung Darna einmal werden mochte: es gab ein Wesen, das dem Harax so nahe stand, wie es sonst nur ein Dämon konnte, aber sie würde immer bereit sein, Ihm zu verzeihen und Licht in ihrem Morgenstern zu sehen, wo andere immer nur eine schwarze Rüstung sehen würden. Sollte es je so kommen, dass Er sie brauchte, wofür auch immer, warum auch immer, weil einfach das Schicksal eine Vorliebe für absurde Wendungen hatte...
Darna spürte sein Lächeln in sich. Das war ein unausgesprochenes Versprechen, das er gern annahm. Ein schmales Lächeln, aber es war da. Er legte ihr ein Samenkorn in die Hand, weil Er ihr vertraute. Sie kannte Seinen Namen. Ganz im Geheimen. Sie nickte und sprach kein Wort, sah Ihm nur in die blauen Augen. Er spürte, Er hatte auch etwas von ihr. Ein winziges Licht in Seinem Herzen, das niemand sehen durfte. Aber es war da, und es führte zu Darna von Eibenau.
"Ich wünsche Dir einen Freund.
Nichts, was unsere Welten gefährdet, dich, mich, oder jene, an denen uns etwas liegt.
Sondern einfach nur einen Freund.
Du sollst nicht einsam sein!
Ich wünsche Dir jemanden, der dir zuhört, jemanden, der dich versteht, selbst wenn er mal nicht deiner Meinung ist. Der dir hilft, wenn er kann und du ihn brauchst. Einfach, weil du es bist.
Ich wünsche Dir einen Freund."

Es war, als sehe er sie in diesem Moment besonders intensiv an, als hätte er etwas sagen wollen, doch vielleicht verstand sie auch so..., dass eben SIE dieser Freund hätte sein können. Zum Abschied legten sich kühle Lippen auf ihre und sie erwiderte den Kuss, zärtlich, selbstlos liebend. Es war ein:
Lebewohl!

Dann war sie allein. Er würde nicht mehr wieder kommen. Nicht ohne ihre „wörtliche“ Bitte, nicht ohne, dass sie seinen Namen sagte und ihn zurück beschwor. Jetzt war sie für sich selbst verantwortlich und in den letzten Monaten hatte er ihr das Rüstzeug geschenkt, was sie jetzt brauchen würde. Wissen!
...
Was war sie nun also?
Müde.
Erstmal einfach nur müde.
Traurig.
Und ganz tief darunter auch ein bisschen stolz auf sie beide. Zurecht, denn sie hatte sich von seiner Macht über sie befreit, hatte einen Schatten dazu gebracht, die Verbindung aufzugeben und sie hatte sich selbst von ihm befreit. Doch reichte das? Die Erinnerung an ihn würde bleiben, aber mehr nicht. Sie glaubte gerade etwas geschafft zu haben, wofür es vorher der Zerstörung mächtiger Artefakte bedurft oder das direkte, irgendwie brachiale Verdrängen durch einen Drachen gebraucht hätte, nicht wahr??? Doch warum ging sie davon aus? Irgendetwas rumorte in ihrem Innern. Der Dämon in ihr hatte sich verabschiedet und sie hatte ihn gehen lassen... Es war im gegenseitigen Einvernehmen geschehen, aber...
Woran sie nicht dachte, dass es ja noch den Fluch gab... War es so einfach? War der jetzt auch gebrochen? War sie ...jetzt auf sich gestellt? Ohne IHN? Doch von wahrer Freude war sie gerade so weit entfernt wie schon lange nicht mehr! Sie würde den Fluch jetzt sicher nicht aus versehen auslösen. Sie kannte ja jetzt die Gefahren.
Ja, sie war traurig. Entsetzlich verletzt und traurig.
Aber sie wusste, es musste gut so sein, wie es war, oder? Für ihrer beider Seelenheil war es wichtig... doch... Nun konnten sie beide heilen. ...voneinander. Darna hatte sich bei ihrem letzten Kuss sogar ihre Liebe zu ihm eingestanden, eine Liebe, die nicht „gesund“ für sie wäre. Und auch sicher nicht „gesund“ für ihre Liebe zu Leon.
Es rumorte wieder und dieses Mal drang der Ton intensiver an ihr Oh, so dass sie es nicht mehr als inneren Tumult über etwas war, dass sie vielleicht sonst als Denkfehler hätte identifizieren können, sondern sie HÖRTE das Rumoren!
Es hallte durch die Gänge und lenkte ihre Aufmerksamkeit dort hin, wo sie gerade vielleicht nicht gut war...oder doch?... Irgendetwas … war...
Verdammt!
Etwas krachte und etwas rollte in der Ferne? Was war da los? Wenn das so weiter ging, dann brach die Höhle ein. Der Hall tanzte nur so durch die Kavernen und Tunnel ...Nein, das war nicht möglich....sicher... oder nicht?! Das hier gab es schon so lange! Das würde nicht einfach einstürzen! Nein. Der Lärm ähnelte dem eines Kampfes, gepaart mit seltsamen Drachenlauten.
Ein furchtbarer Gedanke könnte in ihr aufkeimen.......................
Was wenn..........???
Was wenn, die Dämonen, die ER zuvor zurück gehalten hatte nun ohne ihrer beider Verbindung einfach aus ihr heraus getreten waren, OHNE dass sie es gemerkt hatte und nun auf das ungeschützte Drachma los gingen???!!!???
Darnas Beschützerinstinkt funktionierte auf jeden Fall so gut, dass sie sich das Laken umwarf und den Gang hinunter rannte aus dem das Getöse kam. Da war eine Abzweigung... Mist falscher Gang... zurück und andere Seite... JA! Jetzt war sie richtig. Hier wurde es lauter und...
Himmel!
Warum kaute Malagen seinen Drachenritter???!!!

Yran hing quer im Maul des grünen Drachen und hatte dabei seine Hände um dessen Eckzähne gewunden um sie auseinander zu halten. Eine Pranke des Drachen stand auf dem Brustkorb des Ritters und die andere versuchte grade ein tretendes Bein einzufangen.

Und warum stand Eilmana grinsend daneben?
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Re: Der Drachnzahn und seine ersten Gäste

Beitrag von Eilmana Silva » Donnerstag 24. Oktober 2019, 20:22

So sehr Eli sich auch bemühte, sie konnte in der ferne nichts erkennen.
Doch Yrans Nähe gab ihr wieder mal Sicherheit und ein Gefühl von wohliger Wärme das sie sehr genoss.
Sie schaute wieder hoch zu Yran, stellte sich auf die Zehenspitzen und küsste ihn auf die Wange. Er brummte genüsslich, ließ seine Hand zu ihrem Hintern gleiten, griff einmal etwas beherzter in ihr weiches Fleisch und gab ihr dann einen kleinen verspielten Klaps. Eli zuckte etwas überrascht zusammen und bekam mal wieder diese Peinlich süße Rötung um die Nase die sie immer bekam wenn sie mit solchen Aktionen noch nicht ganz umzugehen zu wusste. Doch sie lächelte so das Yran wusste das alles gut war und irgendwie genoss sie auch dieses Gefühl wie Yran sie am liebsten ständig und überall berühren wollte. Yran sah sie an und genau so beherzt wie zuvor sein Handgriff an ihren Allerwertesten waren nun auch seine Worte:
"Gut, dann komm. Er ist bei der Taverne und passt auf Darna auf..."
Eli sah das er dann stockte und plötzlich einen seltsamen Blick bekam bevor er sich korrigierte.
"...äh, nein, er sitzt im Eingangsbereich zur Therme."
Etwas verwirrt sah Eilmana ihn an, doch er nahm ihre Hand und lächelte während er sie vorsichtig die Treppen hinunter führte.
Im Ersten Augenblick versuchte Eli auch hier sich wieder auf ihre Augen zu verlassen doch sie merkte schnell das es so wie sie es sich wünschte noch nicht funktionierte.
Auf der Treppe konzentrierte sie sich dann auf seine Schulter die in ihrem Blickwinkel war. Das war gerade der einzige scharfe Fleck in ihrer Sicht und den Fixierte sie.
Doch als Yran sie nach Draußen geführt hatte blinzelte sie erneut, dieses Sehgefühl war anstrengender als sie es im ersten Augenblick dachte. Sie versuchte erst so sicher wie möglich neben Yran her zu gehen doch schon nach wenigen Metern kniff sie die Augen immer mehr zusammen, ihr Blick wurde angestrengt und ihr Gang war sehr verkrampft was auch Yran spürte.
Nach dem sie ein kleines Stück gegangen waren spürte Eli wie sich in stechender Schmerz in ihren Kopf ausbreitete und plötzlich blieb sie Stehen.
Sie schloss die Augen, befreite ihre Hand kurz von Yrans Arm und rieb sich mit den Händen über das Gesicht und die geschlossenen Augen. Dann fuhr sie vom Gesicht aus mit den Fingern beider Hände in ihre Haare und strich sie so nach hinten. Sie holte ganz tief Luft und atmete dann langsam wieder aus.
Danach suchte ihre Hand wieder nach Yrans Arm und etwas entrüstet aber nicht wirklich traurig sagte sie: „Es funktioniert noch nicht so gut wie ich gehofft hatte...ich werde wohl die Augen öfter einfach geschlossen halten.“
Sie lächelte und ließ sich nun den restlichen Weg von Yran wieder völlig führen. Die schmerzen in ihren Kopf verklungen langsam wieder und sie wurde wieder etwas entspannter.
In diesem Augenblick hoch er sie hoch, küsste sie und rannte ein Stück mit ihr. Sie schlang ihre Arme um ihn und lachte dabei laut und Glücklich. Sie war wirklich Glücklich, Delilahs Hilfe hatte ihr neue Hoffnung gegeben und Yrans Liebe gab ihr Hoffnung und alles andere was man zum Leben brauchte. Sie war unendlich glücklich und dieses Glück spürte sie in diesen Momenten wo er mit ihr herum tollte oder sie Plötzlich küsste noch um so mehr.
Immer wenn er ihr nun so nah kam öffnete sie die Augen und sah ihn an. Der Blick in die Tiefe seiner grünen Augen war gerade das schönste überhaupt und sie erwiderte seine Küsse mit inniger Leidenschaft.

Nach dem sie eigen ganze Weile gegangen waren, oder sie sich von Yran hatte tragen lassen kamen sie wohl endlich an. Yran setzte Eli auf dem Boden ab und als sie gerade aus Blinzelte sah sie etwas großes grünes...es hätte auch ein großer Buch sein können aber als es sich bewegte wusste sie das es Malagen war.
Als sie beim ihm ankamen spürte Eli wie etwas Schuppiges ihre Handfläche berührte, Malagen schien seine Nase in ihre Handfläche zu drücken und hob so ihre Hand an. Sie lächelte und umfasste seine Schnauze mit beiden Händen Zärtlich.
Dann erzählte sie ihm von ihrem Traum und wären Eli Sprach rührte Malagen sich nicht, hätte sie nicht in ruhigen regelmäßigen Abständen seinen Atem auf ihrer Haut gespürt, hätte sie glauben können er wäre gar nicht mehr da. Doch als sie fertig war mit dem bericht ihres Traumes brummte er tief und es klang zufrieden.
Eli lächelte und streichelte ihn, er schob seinen Kopf über ihre Schulter und dort spürte die das Brummen in form eines Vibrieren in ihrem ganzen Körper. Was dann folgte überrumpelte sie doch sehr, der Drache Schob die kleine Elfe mit Hilfe seines Kopfes und der Unterstützung eines seiner Pranken an sich und drückte sie...Eli blieb promt die Luft weg und sie stand einfach nur da. Als Malagen dann nach wenigen Sekunden wieder locker lies und sie so ein paar Zentimeter Abstand zu ihm gewinnen konnte lächelte sie ihn an, dann legte sie ihre Stirn auf seine Nüstern und sah in seine großen Augen. „Ich bin froh das du dich freust, ich bin sehr gespannt was das bedeutet....!“
Malagen schien diesen Augenblick noch kurt mit Eli zu „genießen“ doch kurz darauf begann er ein seltsames Gurren von sich zu geben und Eli ging ein paar Schritte zurück.
Es klang beinah wie ein lachen dachte sie und irgendwie wurde das durch Yrans Lachen nur noch mehr bestätigt.
Den Satz den Yran darauf hin zu seinem Drachen Sprach...den Verstand Eli wieder einmal nicht so ganz...
"Himmel, beruhige dich! HAHAHhahah... ja, ich weiß...Hahahihhi... und dann machst du ihr viele kleine Drachenbabys..."

Drachenbabys......hm...naja gut sie wünschen sich eben auch das Malagen bald so eine nette Drachendame findet...das wäre wirklich schön für ihn....

Doch viel mehr Dachte Eli auch nicht darüber nach, den sie versuchte Yran und Malagen bei ihren „Spiel“ ein wenig zu beobachten. Sie erkannte nicht viel, je nach dem wie nah sie waren konnte sie die grobe Körperform der beiden erkennen und ahnen was sie da gerade taten, es genügte ihr aber um selig lächelnd und ab und zu lachend daneben zu stehen.
Sie freut sich das die beiden sich so freuten und sich gerade alles doch zum guten zu wenden schien.
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Re: Der Drachnzahn und seine ersten Gäste

Beitrag von Darna von Eibenau » Donnerstag 24. Oktober 2019, 23:11

Sie saß zusammengekauert auf der warmen Steinplatte, eingehüllt in ein großes Laken, das als Handtuch diente und hätte am liebsten die restliche Welt ignoriert. Sie wunderte sich sogar, dass sie gerade nicht weinte - vermutlich noch nicht. Alles fühlte sich seltsam.. taub an. Unwirklich. Als wäre das eben jetzt bloß in einer Geschichte passiert, die sie bedrückte, aber nicht persönlich betraf. Irgendwo krachte es und ein Getöse rollte wie Donner durch die Gänge.
Darna furchte die Stirn. Was zum Kuckuck war da draußen los? War es jetzt Malagen, der irgend etwas "umräumte"?
...
...
Oder war das etwa Kampflärm?
Das nächste Poltern erklang und sie stand auf, zog das Laken enger um die Schultern und blickte in die Richtung, aus die der Lärm zu kommen schien. Waren weitere Gäste eingetroffen, die etwas, nun, äh, "handfest" begrüßt wurden?
Unwahrscheinlich.
Wobei, vielleicht war der andere Drachenreiter zurück gekehrt, von dem die anderen erzählt hatten, und es gab.. Streit?
Götter, sie glaubte, unter ihren nackten Füßen ein Vibrieren im Felsen zu fühlen! Ihr Blick ruckte nach oben zur Höhlendecke. Die würde doch nicht etwa nachgeben? Nein. Nein, ach was, das hier war alles von und für Drachen gebaut, hatte Jahrhunderte überdauert...
...und wurde doch nicht etwa angegriffen?
Ihre Schritte wurden schneller, gerieten zu einem Laufen. Weiter vorne glaubte sie, eine Art Schnaufen zu hören. Die Laute, die Malagen von sich gab, klangen ebenfalls seltsam, so.. erstickt? Irgendwie hell, ein Trompeten... ob das ein Hilferuf war? Etwas passte an all dem nicht. Wer sollte hier auch her gekommen sein? Dunkelelfen? Wussten hiervon doch nicht mal.
Ihr Herz setzte für einen Schlag lang aus, als die Option "Dämonen" aufkam. Oh Götter, die hatten sich doch nicht etwa jetzt, wo Freizul nicht mehr da war, sich irgendwie an allem vorbei geschlichen?
**Dass Menschen nicht begreifen, dass Dämonen gar nicht in eure Welt wollen!** Nein. Nicht von sich aus. Und angelockt hatte sie sie auch nicht. Garantiert nicht, mindestens, seit Chasin gegangen war. Aber der Fluch war nach wie vor in ihr und sie hatte jetzt keinen Beschützer mehr, richtig?
**Der Fluch und ich, wir sind nicht dasselbe!**

Für einen kurzen Moment hielt sie inne. Hinter ihr, in dem Raum mit der Steinplatte, stand nun die Flasche Alkohol, die sie vom See aus zwar dort hin mitgenommen, aber natürlich jetzt nicht dabei hatte. Vor ihr, fast genauso weit nun entfernt, war ein Drache.
Der drängte ebenfalls die Einflüsse des Harax zurück... auch wenn Malagen dabei leider sicher weniger zuzutrauen war als Fiddatan. Womöglich war es aber gerade Malagen, der Hilfe brauchte. Richtung entschieden: weiter vorwärts!
Da war eine Abzweigung... Mist falscher Gang... zurück und andere Seite... JA! Jetzt war sie richtig.
Etwas in ihr schimpfte während des Laufens darüber, dass sie eigentlich in Ruhe gelassen werden und ne Runde in Selbstmitleid versinken wollte. Ein anderer Part wunderte sich, wie sie in ihrem Zustand überhaupt noch nachzudenken konnte. Der nächste gestand ihr großmütig zu, dass Fehler jetzt verstehbar wären. Der vierte fauchte alle zusammen an, sie sollten die Klappe halten! Der fünfte sah zu den Umkleiden rechterhand und fragte mal so nebenbei, ob sie ihr Rapier mitnehmen sollte. Ich mein ja nur. Wenn da schon Kampf ist...
Vielleicht auch was anziehen?, stichelte 'Gernot' generös. Anziehen, Rüstung anlegen... Vielleicht noch Haare kämmen? Nase pudern...
Nein.
Naja, damit, in einem Laken zu kämpfen, hast du ja immerhin Erfahrung!
Da hatte ich die Lederrüstung an.
Aber oft genug Laken!
Egal jetzt!

Ihre Rechte umschloss den Rapiergriff und riss es im Loslaufen aus der Scheide, welche zurück gelassen klappernd aus der Lagernische fiel. Keine Zeit.

Da war der Ausgang. Hier wurde es lauter und... Himmel!
Warum kaute Malagen seinen Drachenritter???!!!

Yran hing quer im Maul des grünen Drachen und hatte dabei seine Hände um dessen Eckzähne gewunden um sie auseinander zu halten. Eine Pranke des Drachen stand auf dem Brustkorb des Ritters und die andere versuchte grade ein tretendes Bein einzufangen.

Darna stand im Zugang zur Therme, hielt krampfhaft mit der Linken ein Laken fest, das ihren Körper halbwegs verhüllte, stand angespannt nach vorne gelehnt und hatte ihre blank gezogene Klinge in der Hand. Mit geweiteten Augen erfasste sie entsetzt die Szenerie.
Noch zwei Schritte laufen, während es in ihrem Kopf wieder munter weiter raste:
Wer war jetzt eigentlich der Feind?
War Yran durch gedreht und Malagen versuchte ihn gerade zu fixieren, oder war es der Drache, der hier Ärger machte? Aber warum? Dass Malagen von einem Dämon befallen wäre, war unwahrscheinlicher, als dass Yran Opfer irgend eines Einflusses geworden war. Wenn, dann sah es gut aus, dass Malagen ihn gerade in den Griff bekam. Er würde ihn nicht beißen.

Das wusste sie.

So unverbrüchlich, wie dieses Zutrauen gerade zu Freizul gewachsen war, glaubte sie zu wissen, wenigstens nachfühlend zu ahnen, wie ein Drache zu seinem Reiter stand.
Und...
würde Malagen zubeißen wollen, würde er es jetzt tun, und keine Macht der Welt hätte ihn dabei jetzt noch unterbrechen können. Schon gar nicht sie. Wo war der Drache denn eigentlich angreifbar? Eine pflichtbewusst funktionierende taktische Analyse empfahl ihr, in den geschuppten Nacken zu springen und dort irgendwie... öhm... das Rapier in den Hals? Och nö, ne?
Wo war eigentlich Delilah?
Ernsthaft? DARÜBER schaffst du es jetzt, nachzudenken?!
Sie registrierte am Rande, dass sie nochmal stehen geblieben war. Was sollte sie auch tun?
Wie du gerade aussiehst...
Ihr überforderter Blick schweifte. Und erblickte Eilmana.
Die Brauen schoben sich aufeinander zu.
Die Elfe... grinste?!
Wahrscheinlich hatten nicht einmal Eilmanas Elfenohren die Schritte der nackten Füße auf dem Stein gehört bei all dem Lärm, den die anderen beiden dazwischen veranstalteten.
Aber ja, Eilmana grinste. So eindeutig, dass nicht mal die Knappin es missdeuten konnte.
Darnas Kiefer klappte runter, während sie nochmal auf Drache und Ritter sah.
Sie kannte diese Konstellationen. Zwei schienen sich böse zu prügeln, aber Kameraden standen einfach nur daneben, feixten und grinsten. So oft böses Blut... Ihr Blick wurde eine Spur in Erinnerungen entrückt, während sich in ihr Wut sammelte.

"Was ist hier los?", rief - nein, polterte sie, irgendwo im Bemühen, eventuell neu entstehenden Lärm zu übertönen, oder eben einfach auch nur aus ihrer Anspannung heraus viel zu laut, viel zu scharf, unbewusst den Ton ihrer Lehrmeister imitierend... Wären Malagen und Yran ihre Schüler, würden sie jetzt wohl augenblicklich aufhören, sich voneinander lösen und mit sich rötenden Köpfen stramm stehen -

aber sie waren nicht ihre Schüler.

Prompt meldete sich 'Gernot' wieder:
Das hast du GUT gemacht! Frau Diplomatin!

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Re: Der Drachnzahn und seine ersten Gäste

Beitrag von Erzähler » Sonntag 27. Oktober 2019, 08:34

Eilmana sah nicht viel von dem Herumgetobe, aber die tanzenden Farbkleckse stimmten sie fröhlich. Darna kam zu der Szene und die Elfe bemerkte sie wirklich nicht. Die Knappin die Elfe dafür um so mehr und vor allem ihr Lächeln.
Die Elfe... grinste?! Aber ja, Eilmana grinste. So eindeutig, dass nicht mal die Knappin es missdeuten konnte. Darnas Kiefer klappte runter, während sie nochmal auf Drache und Ritter sah.
Sie kannte diese Konstellationen. Zwei schienen sich böse zu prügeln, aber Kameraden standen einfach nur daneben, feixten und grinsten. So oft böses Blut... Ihr Blick wurde eine Spur in Erinnerungen entrückt, während sich in ihr Wut sammelte.
"Was ist hier los?"
, rief - nein, polterte sie, irgendwo im Bemühen, eventuell neu entstehenden Lärm zu übertönen, oder eben einfach auch nur aus ihrer Anspannung heraus viel zu laut, viel zu scharf, unbewusst den Ton ihrer Lehrmeister imitierend.
Augenblicklich wurde es still, dann folgte ein leises Plumpsen und ein 'Uff'. Das hörte Eilmana und die bunten Flecke hatten aufgehört sich zu bewegen, was ihre unscharfe Sicht wieder unangenehmer machte. Am besten wieder Augen schließen und zuhören.
Darna sah nach ihrem scharfen Ausruf, dass sich beide voneinander lösten, Yran sich aufrappelte und sie mit sich rötenden Köpfen stramm standen... zumindest Yran hatte leicht gerötete Wangen. Vor Scham oder vor Anstrengung war wohl schwer zu unterscheiden.
„Ähm... Hallo, Darna. Wir haben nur ein bisschen herum getobt. ...Ähm, du kannst... das Rapier wieder weg stecken. Ich hoffe wir haben dich nicht gestört.“
Das hast du GUT gemacht! Frau Diplomatin!
Ja, eigentlich lief es doch ganz gut. Der Drachenritter ging jetzt wieder zu seiner Freundin, die dann auch wieder die Augen öffnete, als sie seinen Arm um ihre Schultern spürte, während der Drache sich seelenruhig anfing zu putzen... Wirklich! Wie! Eine! Katze!
Die Verdrehungen, die er dabei machte, die waren schon fast lustig anzusehen.
Yran küsste seine Elfe kurz auf die Stirn und sah dann wieder zur Knappin im Handtuch. Er runzelte die Stirn.
„Alles in Ordnung Darna?“
Er ließ Eli los, winkte Malagen, der seinen Kopf unter Elis Arm schob und sie so führen könnte. Yran ging ein paar Schritte auf Darna zu. Was hatte er in ihrem Gesicht gelesen?
„Kann ich dir irgendwie helfen? Brauchst du einen Moment? Ähm - Malagen kann auch auf Eli aufpassen, wenn du mich also kurz allein sprechen willst, ist das sicher auch in Ordnung. Eli gehört zu uns. Du kannst in ihrer Gegenwart alles sagen, was du mir sagen würdest, oder was dich bedrückt.“
Ein kleiner Moment der Stille entstand. Hatten sie einander etwas zu sagen? Wurde es Zeit die sprichwörtlichen Karten auf den Tisch zu legen, bevor womöglich noch etwas unvorhergesehenes passierte? Während Yran sich gerade auf Darna konzentrierte, da schob sich Malagen nah an Eilmanas Rumpf und stupste sie leicht an. Was? Wohin? Er schob ganz vorsichtig. Was sollte sie machen? Sie ließ sich hoffentlich leicht zur Seite kippen und fühlte dann seinen schuppigen Rücken. Sollte sie aufsteigen? Die glatte Schulter-kannte seiner Flügel drängte sie stupsender Weise sich auf seinen Rücken zu setzten. Er half ihr sogar beim aufsteigen, indem er im entsprechenden Moment vorsichtig und langsam an ihrem Hintern schob. Als sie dann endlich oben gut und sicher saß brummte er zufrieden. Eilmana fühlte den leichten Druck seiner Flügel an ihren Schenkeln. Er steckte sie gerade ein bisschen nach hinten, damit sie unmöglich herunter fallen konnte. So würde er nicht fliegen können, aber er hielt sie damit sicher auf seinem Rücken. Er wippte probehalber ein bisschen in den Beinen auf und ab, was in der Bewegung ein bisschen wie ein Schaukelpferd anmutete. Das alles mutete so abstrakt an, dass Darna erst jetzt und deutlich verspätet merkte, dass es hier draußen einfach zu KALT für ihre mäßige Kleidung war. Eigentlich hätten vor allem ihre Füße binnen Sekunden vor Kälte schmerzen müssen, aber gerade die waren irgendwie noch am wärmsten. Der Stein, die Erde in Drachma wurde von unten her warm gehalten, wo die kühle Luft in den Bergen nun empfindlich in ihre nackten Hautpartien biss. Zum Glück stand sie noch halb im Eingang zu den unterirdischen Thermalquellen, sonst würde sie noch mehr frieren.
Also:
Anziehen!
Antworten!
Oder anders herum?
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* Kettenhemd & Rapier
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Re: Der Drachnzahn und seine ersten Gäste

Beitrag von Darna von Eibenau » Montag 28. Oktober 2019, 22:45

Darna sah nach ihrem scharfen Ausruf, dass sich beide voneinander lösten, Yran sich aufrappelte und sie mit sich rötenden Köpfen stramm standen... zumindest Yran hatte leicht gerötete Wangen. Mit gefurchter Stirn beobachtete sie das Schauspiel, während ihr ihre Lautstärke und ihr unangemessener Tonfall bereits leid taten. Aber... seit wann funktionierte das?! Das irritierte sie sehr. Weder bekleidete sie eine Position, dass man sich vor ihr hätte benehmen müssen, noch hatte sie gar Befehlsgewalt über irgendwen hier, schon gar nicht über einen der Drachenritter und einen.. Drachen! Sie hätte mit Gegenwind gerechnet. Bei den Jungs, ihren ehemaligen Kameraden, hätte sie den auch garantiert bekommen. Jegliche Streitereien wären vergessen gewesen, um sich auf sie einzuschießen.
Was sie beobachtete und hörte, irritierte sie maßlos.
"Wir haben nur ein bisschen herum getobt." Ja. Offensichtlich. Wieso hatte sie sich überhaupt hier eingemischt? Wobei, nun ja - so offensichtlich war es ja halt dann doch irgendwie nicht gewesen. "...Ähm, du kannst... das Rapier wieder weg stecken. Ich hoffe wir haben dich nicht gestört.“

Das Gefühl, dass alles um sie herum unwirklich wirkte, verstärkte sich. Das Rapier weg stecken? Sie sah an sich herunter. Wo hin denn? Nun, wo hin sie sich ihr Rapier stecken konnte, darauf hätte Gernot sofort eine Antwort gehabt, nebst ein paar Kommentaren über ihr Erscheinungsbild, und dieser hilflose Zorn kochte wieder in ihr hoch, während sie die Kälte hier draußen zu registrieren begann, die sich in ihre Arme und Waden biss.
Was hatte sie hier draußen zu suchen?
Ich wollte doch nur...
Sie schaute wie desorientiert auf und ihr Blick fiel auf Malagen, der gerade auf seinem Hinterteil saß und ein Bein schräg hochstreckte, um sich an der Schenkelunterseite zu putzen. Dann schien er seine ganze Wirbelsäule zu verdrehen, und Darna wurde klar, dass es eine sinnlose Idee gewesen wäre, ihm in den Nacken zu springen. Der Nacken war sicher trotzdem eine Schwachstelle, aber der Drache war viel zu gelenkig, als dass ein Angreifer da "sicher" gewesen wäre. Ihr erst faszinierter Blick stumpfte ab. Und sie wollte ihm ja auch gar nichts! Die Götter mochten verhindern, dass sie je einem der Drachen hier feindselig gegenüberstünde. Aus diesem Grund war Er ja sogar gegangen.
Er.
Ihr Morgenstern...
Fort...
Malagen...
zu weit weg...
Das Gefühl, alleine zu sein, schlug unvermittelt mit voller Wucht einmal zu.

Die Knappin schob einen Fuß vor, als wolle sie weiter hinaus auf den Platz, aber die Kälte kroch prompt durch eine Stelle, wo vorher Stoff gewesen war und zerstörte die Absicht, noch bevor sie Kontur bekam.
„Alles in Ordnung, Darna?“
Sie schaute auf und blickte mit einem langen Gesicht Yran entgegen, der besorgt klang und, nachdem er Eli in Malagens Obhut gegeben hatte, ein paar Schritte auf sie zu ging.
„Kann ich dir irgendwie helfen? Brauchst du einen Moment? Ähm - Malagen kann auch auf Eli aufpassen, wenn du mich also kurz allein sprechen willst, ist das sicher auch in Ordnung. Eli gehört zu uns. Du kannst in ihrer Gegenwart alles sagen, was du mir sagen würdest, oder was dich bedrückt.“
'Einen Moment?' Yran schien irgend etwas zu ahnen, zumindest, dass etwas nicht stimmte, und Darna hätte heulen können. Sie hatte nicht das Gefühl, dass sie nur 'einen Moment' brauchen würde! Yran wusste nicht, was los war, aber würde er es ermessen können, wenn sie ihm sagte, was los war? Wer, wenn nicht er, oder die anderen Drachenritter hier?
Wenn die Knappin gerade etwas nachvollziehen konnte, dann in etwa, was Lyn gerade durch gemacht hatte, und Lyn würde wiederum sie wohl verstehen - aber die hatte immerhin eine Verbindung, die sie in ihrem Verlust auffing! Ausgerechnet... einen Königsdrachen...
Konnte Yran verstehen?

"Es war ein Königsdrache, an den ich gebunden war.
Gekettet.
Er an mich. Oder..."
Sie schüttelte den Kopf. Sie sprach, ohne wirklich nachzudenken, und ihre Stimme kam ihr selber seltsam vor - als wäre das alles hier gerade bloß ein Traum. In ihrem letzten Traum war es doch auch kalt gewesen, oder?
"Egal, wie rum - Er ist fort. Wir haben die ... Bindung beendet, wir haben uns entschieden. Sag Chasin, dass wir uns entschieden haben. Ich weiß nicht, wie wir es geschafft haben, aber Er ist fort."
Sie schaute auf, in Yrans Gesicht, den Arm, der das Laken hielt, eng an den Körper gedrückt und das Rapier schlaff und beiläufig nach unten gehalten, in den Augen Tränen, die nun herunter rannen. Die Stimme klang hölzern und zunehmend belegt.
"Es wird gut so sein, aber ich fürchte, dass der Fluch nun... ohne Aufpasser nach wie vor in mir aktiv ist."
Sie furchte die Stirn und sah Yran nachdenklich an. Sie zitterte inzwischen, sicher nicht nur aus Anspannung, sondern auch vor Kälte. Aber da hinten stand Malagen mit Eilmana und eigentlich brauchte sie nicht Yrans Nähe, sondern die des Drachen oder der Lichtmagierin, wenn überhaupt!
"Ich weiß leider immernoch zu wenig. Weiß nicht, woraus er sich speist. Wenn ich... Glück habe, hat er die magische Kraft von Freisul benutzt, und die wäre jetzt weg, aber wenn dem nicht so ist, reißt es ein Portal in sämtliche Ebenen des Harax auf... wenn ich mich freue. Und Er ist nicht mehr da, um es zu verhindern."
Oh, es war so kalt! Ihre Zähne klapperten und sie zog sich einen halben Schritt tiefer in den Eingang, während sie einen bittenden Blick Richtung Malagen warf und ihre Kiefer weiter zum reden zwang, ihre Sprechgeschwindigkeit wurde hektischer:
"Ich brauche die Nähe eines Drachen, um es zurück zu drängen. Oder die eines - am besten ausgeruhten - Lichtmagiers. Oder ich muss betrunken sein, und bitte fragt mich nicht, warum - ich weiß es nicht! Im Raum mit der warmen Steinplatte steht eine Flasche Alkohol.
Ich...
brauche Hilfe."

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Eilmana Silva
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Re: Der Drachnzahn und seine ersten Gäste

Beitrag von Eilmana Silva » Freitag 1. November 2019, 18:28

Eilmana konnte Darna nicht sehen, ihr verschwommenes Sichtfeld gab ihr nicht all zu viele Informationen über ihre Umgebung da sie nicht mal den Boden zu ihren Füßen klar sehen konnte.
Aber ihren Ohren waren nach wie vor ausgezeichnet und so zuckte sie im ganzen zusammen als sie Darnas Schrei hörte.
Leicht verunsichert blieb sie Stock steif an ihren Platz stehen und vertraute wieder mal ihren Ohren. Yran entschärfte die Situation zum Glück schnell, sie hörte wie er lachte, er klang verlegen aber glücklich und vor allem entspannt.
Doch was meinte er mit dem Rapier?...
Elis Ausdruck wurde etwas Stutzig, leichte Verunsicherung stieg in ihr auf.
Doch dann spürte sie wie er seinen Arm kurz um sie legte und wie er sie auf die Stirn küsste. Ihre Verunsicherung verflog Augenblicklich und Yran ging zu Darna hinüber. Eli spürte wie Malagen neben sie trat, das er sich zuvor so elegant geputzt hatte, war Eli leider entgangen.
Die Junge Elfe hörte wie Yran weiter mit Darna sprach während er auf sie zuging...

Sie zog die Augenbrauen zusammen als ihr durch die Worte ihres Liebsten bewusst wurde das es der Knappin nicht so gut zu gehen schien...Doch die kleine Elfe wurde für einen Augenblick aus ihrer Besorgtheit geschubst...im wahrsten sinne des Wortes. Eine große grüne Drachen Nase stupste sie an, Malagen schob sie vorsichtig aber bestimmt in eine Richtung. Eli bewegte sich verwundert in seine Richtung und schaute verwirrt auf den großen grünen „Hügel“ der neben ihr stand.
„Hm...was machst du...was...wo soll ich den hin...Malagen?“
Sie spürte wie er sie zu seiner Seite führte und ungläubig legte sie eine Hand auf seinen Rücken.
„Soll ich aufsteigen?“
Der Drache konnte ihr zwar verbal nicht antworten doch seine Körpersprache war unmissverständlich. Er deute sie erneut in die Richtung und als sie beide Hände auf seinen Rücken legte um sich hochzuziehen half er mit seinem Flügel nach und schob ihren Po nach oben. Sie schwang ein Bein auf die andere Seite und sahs nun auf.
Sie lächelte und streichelte die schönen Schuppen des Drachen.
„Danke Malagen das ist super lieb von dir.“
Sie beugte sich nach vorne legte sie ihren Oberkörper auf seinen Rücken, natürlich vorsichtig um sich nicht an seinen Dornfortsätzen zu verletzten und gab dem großen grünen einen Kuss auf seine Schuppen.
Als sie sich wieder aufrichtete lauschte sie Darnas Worten und ihr Blick wurde wieder besorgter...Delilah hatte sich gerade erst wieder verausgabt um ihr zu helfen..und sie war noch nicht dazu in der Lage ihre Magie wieder zu nutzen....
Aber es musste doch möglich sein ihr zu helfen...?
Ein Königsdrache....Aber wie konnte das sein....

Eli dachte nach doch gerade wollte sie der Knappin einfach nur irgendwie helfen...

Sie beugte sich zu Malagen um leiser zu ihm zu sprechen....
„Malagen, kannst du mich zu ihr rüber bringen?..bitte!“

Eilmana hätte die Knappin gerne umarmt...doch durch ihre schlechte Sicht konnte sie die Lage nicht einschätzen und wusste nicht das die Knappin nur in einem Handtuch bekleidet in der Kälte stand. Aber das einzige was sie gerade für Darna gerade tun konnte waren Aufmunternde Worte oder eben eine Umarmung...Körperliche Nähe auch von nur bekannten, konnte in so eine Situation sehr hilfreich sein. Das wusste Eilmana... Doch noch sahs sie auf dem Rücken des Drachen und wartete darauf was dieser nun vor hatte.
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Re: Der Drachnzahn und seine ersten Gäste

Beitrag von Erzähler » Samstag 2. November 2019, 13:07

"Es war ein Königsdrache, an den ich gebunden war.
Gekettet.
Er an mich. Oder..."

Sie schüttelte den Kopf. Darna sprach, ohne wirklich nachzudenken.
"Egal, wie rum - Er ist fort. Wir haben die ... Bindung beendet, wir haben uns entschieden. Sag Chasin, dass wir uns entschieden haben. Ich weiß nicht, wie wir es geschafft haben, aber Er ist fort."
Sie schaute auf, in Yrans Gesicht, den Arm, der das Laken hielt, eng an den Körper gedrückt und das Rapier schlaff und beiläufig nach unten gehalten, in den Augen Tränen, die nun herunter rannen. Die Stimme klang hölzern und zunehmend belegt.
"Es wird gut so sein, aber ich fürchte, dass der Fluch nun... ohne Aufpasser nach wie vor in mir aktiv ist."
Sie furchte die Stirn und sah Yran nachdenklich an. Dieser nickte und kniff kurz die Augen zusammen, schien mental mit irgendwem Kontakt aufzunehmen. Wahrscheinlich setzte er die Stille Post in gang. Von ihm zu Malagen, von Malagen weiter zum König, von diesem zu Lyn und die erzählte es dann Chasin... oder Chasin las von irgendwem dazwischen die Gedanken. Sie würde es erfahren. Ihr Blick wanderte weiter zum grünen Drachen. Da hinten stand Malagen mit Eilmana und eigentlich brauchte sie nicht Yrans Nähe, sondern die des Drachen oder der Lichtmagierin, wenn überhaupt!
"Ich weiß leider immernoch zu wenig. Weiß nicht, woraus er sich speist. Wenn ich... Glück habe, hat er die magische Kraft von Freizul benutzt, und die wäre jetzt weg, aber wenn dem nicht so ist, reißt es ein Portal in sämtliche Ebenen des Harax auf... wenn ich mich freue. Und Er ist nicht mehr da, um es zu verhindern."
Oh, es war so kalt! Ihre Zähne klapperten und sie zog sich einen halben Schritt tiefer in den Eingang, während sie einen bittenden Blick Richtung Malagen warf und ihre Kiefer weiter zum reden zwang, ihre Sprechgeschwindigkeit wurde hektischer:
"Ich brauche die Nähe eines Drachen, um es zurück zu drängen. Oder die eines - am besten ausgeruhten - Lichtmagiers. Oder ich muss betrunken sein, und bitte fragt mich nicht, warum - ich weiß es nicht! Im Raum mit der warmen Steinplatte steht eine Flasche Alkohol.
Ich...
brauche Hilfe."


Sie brauchte Hilfe... Worte, die ihr unglaublich schwer über die Lippen gekommen sein mussten, aber es war die Wahrheit. Darna hatte sich von ihrem „Drachen“ im Innern verabschiedet. ER konnte nicht länger bei ihr sein, da es ihr mehr schadete, als half. Jetzt war sie allein mit ihrem Fluch, den sie nicht verstand und nun allein bekämpfen musste. Trotzdem war dieser Schritt durch und durch richtig gewesen, dass fühlte sie.

Eilmana saß auf Malagen und streichelte seine glatten Schuppen am Hals. Sie lauschte dem, was Darna da sagte und machte sich ihre eigenen Sorgen dazu. Delilah hatte sich gerade erst wieder verausgabt um ihr zu helfen und sie war noch nicht dazu in der Lage ihre Magie wieder zu nutzen. Sie würde jetzt keine Hilfe sein und Leon schlief bestimmt tief und fest in der Taverne. Sie war gerade die einzige, die ein wenig Licht in sich trug... Aber es musste doch möglich sein ihr zu helfen...?
Ein Königsdrache....Aber wie konnte das sein....
Das was Darna da erzähle, ergab keinen Sinn für Eilmana, aber auch sie war hier noch neu. Yran war da inhaltlich der bessere Ansprechpartner. Eli dachte nach doch gerade wollte sie der Knappin einfach nur irgendwie helfen. Sie beugte sich zu Malagen um leiser zu ihm zu sprechen:
„Malagen, kannst du mich zu ihr rüber bringen?..bitte!“
Der Drache setzte sich sofort in Bewegung. Sie spürte wie die Luft um sie wärmer wurde, als sie den Höhleneingang passierten. Sie sah die verschwommenen Flecken von Darna und Yran, zu mindestens glaubte sie, dass es die beiden waren und Malagen folgte ihnen.

Yran war bis auf Armeslänge an Darna heran getreten, zog sich seinen Umhang von den Schultern und schwang ihn um sie. Vorgewärmter Stoff legte sich um ihre fröstelnden Schultern und er nahm sie vorsichtig beim Arm, nahm ihr das Rapier ab und hängte es hinten an seinen Gürtel.
„Lass uns rein gehen.“
Das tat Darna sicher nur zu gerne und ihre eisigen Füße freuten sich über den schnell wärmer werdenden Boden. Nach wenigen Schritten erreichten sie wieder die Umkleideräume und auch Malagen mit Eilmana auf dem Rücken schob sich mit über seiner Reiterin zusammen gefalteten Flügeln durch den Eingang. Im Inneren war wieder mehr Platz, so dass er sie wieder strecken konnte und entließ damit seine wertvolle Last. Vorsichtig legte er sich auf den Boden und ließ sich langsam immer mehr zur Seite neigen, bis Eilmana verstand, dass sie absteigen konnte. Nachdem sie das getan hatte, schob er sie mit der Schnauze in Richtung der immer noch leicht zitternden Knappin, bis ihr Gesicht aus der Unschärfe auftauchte. Eilmana sah die Feuchtigkeit von Tränen auf ihren Wangen und tat das einzige, was gerade ihr richtig erschien. Ihre Arme schlangen sich um Umhang, Laken und Knappin. Körperliche Nähe auch von nur Bekannten, konnte in so eine Situation sehr hilfreich sein. Das wusste Eilmana.

Und auch wenn es für Darna sicher eine ungewohnte Situation war, so waren ihr Umarmungen nicht völlig fremd. Ihre Mutter war kein vollständig kaltes Wesen gewesen. Die Umarmung einer Frau konnte einem Menschen Ruhe schenken und die Nähe der Lichtelfe und des Drachen an ihrer Seite gaben ihr jetzt genau das, was sie brauchte. Das kalte Kratzen in ihrem Unterbewusstsein, ein Gefühl, dass sie bevor es nicht verschwunden war, kaum bemerkt hatte, es ließ nach. Sie sah Yran wie er lächelte und die beiden Mädchen beobachtete. Dann schien ihm etwas einzufallen und er hob die Hand.
„...bin gleich wieder da.“
Damit trabte er los in die Höhlen.
Für den Moment war sie mit Malagen und Eilmana allein. Darna hatte einen Moment um in sich hinein zu lauschen. Die Nähe des Drachen war wirklich positiv für sie. Auch Eilmana, obwohl geschwächt half, aber vor allem war es wohl Malagen, der sie aus seinen wundervollen grünen runden Augen beobachtete und wie zur Antwort leise zustimmend schnaufte.
Die beiden Frauen lauschten den sich entfernenden Schritten des Drachenritters, wie er sprintete, schlitterte, etwas irgendwo gegen stieß und dann kurz still war. Danach kam er eilig, aber vorsichtiger wieder zurück. Darna sah die Flasche in seiner Hand und er entkorkte das Gefäß, reichte es ihr und nickte ihr auffordernd zu.
„Auf dein Wohl.“
Dann setzte er sich auf einen abgerundeten Stalagmiten in der Nähe, zog noch seine Weste aus, womit er nur noch ein dünnes Hemd und Hose trug und fragte dann:
„Also, ...Wie können wir dir helfen? Ähm... ich soll dir sagen: 'die anderen hören jetzt mit' und sind auch bald da.“
Er blinzelte ein paar Mal zu Malagen hinüber, der auch etwas 'steif' in seiner Konzentration wirkte und sehr still da saß. Nicht mal seine Schwanzspitze zuckte.
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Re: Der Drachnzahn und seine ersten Gäste

Beitrag von Darna von Eibenau » Mittwoch 6. November 2019, 21:19

Dankbar schloss sie die Augen, als sich der warme Umhang von Yran um ihre Schultern legte, auch wenn ihre Zähne zunächst fröhlich weiter klapperten. Er nahm ihr das Rapier ab und hängte es hinten an seinen Gürtel. „Lass uns rein gehen.“ Sie nickte nur stumm. Ihre eisigen Füße freuten sich über den schnell wärmer werdenden Boden, doch selbst darüber wollte sich kaum bewusste Erleichterung einstellen. Alles fühlte sich entsetzlich taub an. Die Knappin warf einen flüchtigen Blick über die Schulter und es beruhigte sie zumindest, dass auch Malagen und Eilmana ihr folgten. Zum Glück passte Malagen hier sogar noch rein. Mit erst stumpfer Mimik beobachtete sie, wie behutsam der Drache die - wie Darna noch vermutete - blinde Elfe absetzte und sie mit der Nase in ihre Richtung schob. Irgendwie war es rührend, wie er mit ihr umging.
Wie er die Flügel um sie herum gehalten hatte..............
Eilmana sah sie irgendwie seltsam an. Darna konnte den Anblick gar nicht so schnell recht zuordnen, als die Elfe sie...
umarmte.

'Ähm.. Verzeihung. Ich glaube, ich habe mich missverständlich ausgedrückt. Es muss gar nicht SO nah sein. Ein Radius von bis zu fünf Metern reicht, um die Verbindung zum Harax...'
Irgendwo in ihrem Kopf spulte etwas ab, was keine Rolle spielte und keinen Weg zu ihrer Zunge fand. Das Bild von Eilmana, die geborgen zwischen diesen Drachenflügeln gesessen hatte, hatte einen furchtbaren Stich aus purem Neid in ihr Herz pflanzen wollen.. als die zarten Arme eben dieser Elfe sich um sie schlangen und...
einen Kokon schufen.
Mit Balsam wurde der Stich geheilt, noch bevor er recht entstanden war. Trotzdem tat es gleichzeitig weh. Machte ihr abermals bewusst, dass Er jetzt fehlte. Dämme brachen, und Darna wollte und konnte die Gewalt der Fluten dahinter nicht mehr aufhalten, konnte und wollte sich nicht zusammen reißen. Sie ließ sich von der Flut mitspülen, dachte ausnahmsweise nichts und spürte in vollem Umfang, was Trauer war; Eilmana aber verhalf ihr gerade dazu, sie auch hinaus lassen zu können.

Die junge Frau registrierte derweil nicht wirklich, wie viel Zeit verging. Ihre Stirn an Eilmanas Schulter vergraben und den Stoff dort durchnässend bekam sie nicht mit, wie Yran die beiden Frauen beobachtete und wie lange er das tat, bis ihm etwas einfiel und er tiefer in die Höhlen hinein lief. Letztlich war ihre Tränenflut heftig gewesen, doch umso klärender, und die Knappin brach nicht völlig zusammen. In einer ersten Verschnaufpause glaubte sie regelrecht zu spüren, wie eine Art kaltes Kratzen in ihrem Unterbewusstsein sich unter zwei 'Wärme'quellen in ihrer Nähe - eine stärker als die andere, aber beide wohltuend - zurück zog.
Teils erschrak sie. Es war also wirklich da. Erst jetzt, wo es weniger war, registrierte sie es, aber sie hätte die Bedrohung bis eben noch gern angezweifelt - jetzt nicht mehr. Instinktiv streckte sie vorsichtig tastend die Hand nach der stärkeren Quelle aus und verharrte kurz vor Malagens Nase, sah für einen Moment noch durch tränenverschwommenen Blick seine wundervollen grünen, runden Augen an. Runde Augen. Runde? Wieder ein Echo, das in der Taubheit nahezu ungehört verhallte.
Du bist das. Es hilft wirklich, dachte sie müde. Wie zur Antwort schnaufte der Drache leise zustimmend.

Wenn sie mit einem Drachen verbunden wäre, würde dieser Quell des Unheils also fortwährend überlagert... Problem gelöst, nicht wahr? Ein noch schwer zu definierendes Unbehagen schwang mit. In die betäubte Stille in ihr tropften wieder die ersten grüblerischen Gedanken. Teilnahmslos hörte sie, wie Yran ins Schlittern zu kommen und irgendwo gegen zu stoßen schien. Hoffentlich ist nicht die Flasche kaputt. Aber nein, geklirrt hatte es scheinbar nicht. Danach kam er eilig, aber vorsichtiger wieder zurück. Darna sah die Flasche in seiner Hand und er entkorkte das Gefäß, reichte es ihr und nickte ihr auffordernd zu.
„Auf dein Wohl.“

"Auf... unser aller Wohl...", murmelte sie halblaut mit düsterem Unterton in der Stimme und schüttelte etwas den Kopf. "Ich betrinke mich zum Wohle der Allgemeinheit - eine bessere Ausrede kann sich jemand eigentlich nicht wünschen", kommentierte sie im wahrsten Sinne des Wortes nüchtern und betrachtete skeptisch die Flasche. "Ich weiß nicht einmal genau, was da drin ist. Und ich trinke sonst nicht. Ich habe eigentlich kein Bedürfnis danach, mich daneben zu benehmen... Ihr nehmt mir die Flasche einfach weg, wenn ihr findet, dass es genug ist, ja?", bat sie Yran, roch dezent kurz an der Öffnung und setzte zu ein bis zwei ersten Schlucken an, je nach Verträglichkeit vielleicht auch gleich mehr. Es musste nicht schmecken. Es musste wirken. "Wie lange braucht es eigentlich, bis so etwas wirkt?", fragte sie mit Unbehagen, zuckte aber kurz darauf selber mit den Schultern - sie rechnete nicht damit, dass sie den Effekt so wirklich schnell benötigen würde. Malagen war da. Und ihr nach wie vor nicht im Geringsten zum Lachen zumute, im Gegenteil. Der düstere Schleier aus unbeteiligter Ernsthaftigkeit fühlte sich viel zu vertraut an, und sie nutzte ihn für den Moment regelrecht absichtlich und bewusst.
Dann setzte sich Yran auf einen abgerundeten Stalagmiten in der Nähe, zog noch seine Weste aus, womit er nur noch ein dünnes Hemd und Hose trug und fragte dann:
„Also, ...Wie können wir dir helfen? Ähm... ich soll dir sagen: 'die anderen hören jetzt mit' und sind auch bald da.“
Er blinzelte ein paar Mal zu Malagen hinüber, der auch etwas 'steif' in seiner Konzentration wirkte und sehr still da saß. Nicht mal seine Schwanzspitze zuckte.

Darna folgte den Blicken und nickte. Etwas träge wirkend blickte sie zur Umkleidekammer, in die Malagen aber nicht folgen könnte und bat den Drachenritter noch höflich, ihr ihre Anziehsachen zu bringen und entschuldigte sich für die Umstände. Im Durchgang nutzte sie dann undramatisch teils das Laken als Sichtschutz, und als sie ähnlich mit dem Notwendigsten gekleidet war wie der Drachenritter und ihr Rapier in der Umkleide sicher verstaut wusste, suchte sie sich ebenfalls einen Sitzplatz und suchte nach einem Anfang, während sie nachdenklich auf ihre verschränkten Finger schaute:

"Zunächst: es tut mir jetzt schon leid, wenn ich unangemessene Worte wähle, ja?" Sie schaute auf und suchte den Blick der Beteiligten, furchte beim Blick zu Malagen nachdenklich die Stirn. Hieß 'die anderen hören mit', dass auch die Aufmerksamkeit des Drachenkönigs auf ihr ruhte? Sie schluckte und wurde nervös, setzte sich etwas aufrechter hin.
"Wenn ich bestimmten Gepflogenheiten folgen sollte, um der Etikette Genüge zu tun, sagt es mir bitte", wandte sie sich an Yran und schuf damit die Gelegenheit, dass sie sich nicht völlig ahnungslos daneben benahm.

Letztlich fuhr sie fort: "Leider habe ich auf die Frage, wie ihr mir helfen könnt, keine einfache Antwort. Ich bin unheimlich dankbar, dass ihr mir überhaupt helfen wollt, und letztlich liegt es selbstverständlich in eurem Ermessen, zu was ihr überhaupt bereit seid."
Sie atmete durch. Ob noch ein Schluck aus der Flasche half? Schaden konnte es gerade nicht.
"Also schilder ich, was ist und was ich weiß. Ich weiß leider viel zu wenig über den eigentlichen 'Fluch'." Sie presste die Lippen zusammen. Sie hatte dauernd versucht, mehr über ihren Untermieter heraus zu finden, sich aber nach dem Problem, was sie mit sich herum schleppte, kaum erkundigt. Blanke Dummheit?
"Ich weiß nicht, durch was er entstanden ist und was genau er - nein." Sie rieb sich die Stirn und korrigierte sich selbst: "Was er tut, weiß ich. Ich weiß nicht, was ich alles wiederholen muss und was eventuell Chasin bereits über die Vorgänge mitgeteilt hat." Die Knappin sah wieder zu dem Drachen, als suche sie näheren Kontakt mit der Tha'roon. "Wenn ich irgend etwas Wichtiges auslasse, habt Ihr meine ausdrückliche Erlaubnis, Eure Kenntnisse hinzu zu fügen, auch wenn es 'privat' gewesen sein mag. Ich habe keine Geheimnisse.

Das ganze Dilemma begann, als ich sechs Jahre alt war und in einem Wald, der zu den Ländereien meiner Familie gehörte, einem Fremden nachstellte. Ich meine mich zu erinnern, dass ich einen vorbereiteten Ritualplatz sah, er mich bemerkte, eine Art Witz machte und ich davon rannte - aber diese Erinnerung ist falsch."
Sowohl ihre Mimik als auch ihre Stimme waren zum Ende des Satzes hin düsterer und härter geworden. "Mein unfreiwilliger Begleiter erklärte mir... gestern?..., dass dieser Magier extrem machtgierig war: er hatte einen Weg gefunden, wie er die völlige Kontrolle über die Portale zu allen Ebenen des Harax erlangen wollte.
Mein Begleiter ist ein Wächter, damit eben sowas nicht möglich sein soll. Er wollte den Magier dafür.. nun, mh, töten. Das Ritual war aber offenbar schon zu weit fortgeschritten - Er war bereits an mich gekettet und verfügte nicht mehr vollständig über seine Macht. Und aus irgend einem Grund hat Er mich auch beschützt."
Die Knappin erzählte nun, auf einen unbestimmten Punkt schräg vor sich auf den Boden starrend und hatte unbewusst währenddessen die Arme schützend um sich gelegt.
"Ich muss Teil dieses Rituals gewesen sein. Eines von mehreren Ritualen. Er ließ die Bemerkung fallen, ich sei das letzte von neun gewesen."
Sie schwieg kurz und starrte gewissermaßen auf diesen schwarzen Fleck in ihrer Erinnerung. Sie wusste nun, dass er da war, aber sie rührte nicht daran - noch nicht. Nach einem Schlucken zwang sie sich, weiter zu sprechen:

"Der Fluch ist aktiv, weil die Artefakte, in die der Magier zuvor seine Macht band, noch existieren. Eine Möglichkeit, all das Geschehene rückgängig zu machen, wäre es gewesen, mit Seiner Anleitung und Hilfe die Artefakte zu finden und damit 'unsere Seelen voneinander zu trennen', wie Er mal sagte.
Und jetzt wird es leider wirr."
Sie atmete tief durch.
"Ich weiß nicht, durch was genau der 'Fluch' nun eigentlich besteht. Und ich habe Ihn leider kaum danach gefragt." Darna presste kurz die Lippen zusammen. "Er wird ausgelöst, wenn ich Freude empfinde. Je 'reinere' Freude, desto schlimmer. Ein Mal, nachdem ich mich nach dem Besiegen von Morgherias Hauch so gefreut habe, entstand ein Siebenstern aus Feuer, der wohl diese Portale zu schaffen drohte. Mithilfe von Basil, Leon und auch mit Seiner Hilfe wurde er zerstört und die Dämonen am Durchkommen gehindert. Ich selber habe davon nichts mitbekommen - ich hatte währenddessen das Gefühl, vollständig zu verbrennen."
Sie brauchte eine kurze Pause. All diese Erinnerungen wieder wachzurufen, war immernoch nicht leicht und würde es auch wohl nie werden.
"Das Nachzeichnen dieses Heptagramms führte leider dazu, dass auch im Schloss von Jorsan ein Dämon erschien. Der wurde von Fiddatan... erschlagen. Und mein Begleiter hat danach im Harax dafür gesorgt, dass weitere angelockte Dämonen nicht weiter kommen.
Fiddatan sah die Zeichnung, verbrannte sie und erklärte uns, dass dieses Heptagramm eine Art Ritual aus mehreren Komponenten ist: das Lachen ist ein Auslöser, es läutet eine Art Klingel, und es gibt eine Art Lockmittel; ich vermute, dass das mein Begleiter war, bin mir aber nicht sicher.
Wir haben dauernd von 'Fluch' gesprochen, und ich hielt es für etwas, was mir 'angehext' wurde." Sie hob ratlos die Arme.
"Aber mein Begleiter erwähnte einmal, der Fluch sei bei mir 'so eine Kopfsache'. Wenn ich betrunken bin, kann ich mich freuen und lachen, ohne dass etwas passiert. Das sind Dinge, die ich ehrlich gesagt überhaupt nicht verstehe. Hieße das, ich - ich! - könnte das beeinflussen? Und sogar dafür sorgen, dass das nicht mehr passiert?"

Sie schürzte selber nachdenklich die Lippen.
"Ich gehe schwer davon aus, dass es mit den Geschehnissen im Wald zu tun hat. Mein Begleiter sagte, es würde unsere Trennung erschweren, wenn ich mehr darüber wüsste...
Aber wir sind jetzt getrennt."
Ihre Stirn war gefurcht.
War das die Lösung? Wollte sie überhaupt, dass in diesen schwarzen Fleck also Licht käme? Sie griff zur Flasche, als wolle sie sich jetzt schon Mut antrinken. Noch glaubte sie, von dem Alkohol keine Auswirkungen zu spüren. Und so fürchterlich lange erzählte sie ja auch noch gar nicht. Es war nur so fürchterlich viel.
"Eine weitere Möglichkeit, den Fluch dauerhaft zu unterdrücken, wäre, mich mit einem Drachen zu verbinden."
Sie schaute auf. Das erschien ihr immernoch so kompliziert und vermessen, dass sie nicht einmal zu hoffen wagte, und genau das sagte sie auch rasch danach:
"Ich weiß, wie vermessen das klingt. Ich bitte um Entschuldigung. Mein... Begleiter schien eine Zukunft als .." Sie kam ins Stocken. Selbst das Wort 'Reiter' kam ihr gerade falsch vor. Selbst die Drachenritter hier verwendeten es und dachten sich wohl nicht viel dabei, aber ihr widerstrebte es gerade, auch nur den Eindruck zu erwecken, einen Drachen bloß als Reittier zu betrachten.
".. Partnerin eines Feuerdrachen für mich für möglich zu halten."
Götter, fiel jedes Wort schwer!
"Und... allein der Gedanke klingt...faszinierend. Aber..."
Sie stöhnte selber einmal kurz. Da war es wieder, dieses verfluchte 'Aber'!
"Chasin stellte bereits sehr deutlich fest, dass mein Verhältnis zu Feuer... ähm, extrem 'ambivalent' ist, wie sie es nannte." Sie atmete aus, als wäre das eine schwere Last gewesen. Und sie schämte sich. Aber für was eigentlich? Stockend sprach sie weiter:
"Ich.. weiß.. eigentlich selber nicht genau, was nun mit mir und Feuer als solchem genau los ist. Ich verstehe nicht einmal, warum Chasin so schnell darauf kam, dass ich mich von Feuer fern halten sollte, und warum ich mich nun eigentlich von Feuer fern halten soll. Mein Begleiter wollte mich davor beschützen, selbst als ich bloß hier am Kamin stand. Es gab... mehrere Geschehnisse mit Feuer, die wohl magischer Natur waren, aber ich bin mir nicht einmal sicher, ob das nicht bloß auf Seine Kräfte zurück zu führen war."
Sie schaute einmal mit einem seltsamen Blick auf ihre linke Hand, als sie sich daran erinnerte, wie sie das blaue Kleid verbrannt hatte...
Was bin ich? Warum überhaupt ich? Alles Zufall? Sie zuckte davor, die Wahrheit über sich zu erfahren, genauso zurück, wie vor den Geschehnissen im Wald.

Sie überspielte die drohende Stille irgendwie:
"Und ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Feuerdrache von einer Partnerin erbaut wäre, die Angst vor Feuer hat." Sie schnaufte verächtlich. Ja, irgendwie schien das alles mal wieder absurd.
"Und es gibt.. auch weltliche Hürden: Meine Loyalität gehört Jorsan. Meiner Heimat. Ich wurde am Hof des Grafen der Wehr von Jorsa ausgebildet, um Ritter zu werden, und auch, wenn sie mich aus meiner Knappenzeit offensichtlich 'in die Welt' entlassen haben, schulde ich ihnen meine Dienste. Sie haben mich schließlich nicht umsonst über Jahre hinweg ausgebildet, und ich kann mir nicht einfach einen neuen - landesfremden - Dienstherrn wählen, nur weil es sich gerade so ergibt und verlockend wirkt."
Sie schaute auf. Wo eben noch teils ein verunsichertes Mädchen saß, war jetzt eine durch und durch Erwachsene, als sie trocken in vollem Bewusstsein feststellte: "Und was solltet ihr mit so jemandem auch wollen?"

Nach einer Pause rieb sie sich die Stirn. Der Alkohol wärmte von innen, so viel merkte sie.
"Ja...", sinnierte sie schließlich vor sich hin. "Wie ihr mir helfen könnt... ist also eine gute Frage." Sie stöhnte leise, stützte die Ellbogen auf ihre Schenkel und die Stirn auf ihre Handflächen, atmete tief durch. Was tun?
Das lag nicht bei ihr. Sie schaute auf und versuchte festzustellen, was ihr Bericht ausgelöst hatte. "Hab ich was vergessen?", murmelte sie etwas zusammenhangloser.

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Re: Der Drachnzahn und seine ersten Gäste

Beitrag von Eilmana Silva » Donnerstag 7. November 2019, 19:59

Malagen setzte sich augenblicklich in Bewegung nach dem Eilmana ihn darum gebeten hatte, sie zu Darna zu bringen. Eli Sah den Schatten eines Berges oder einer Höhle und wie es vor ihr und um sie herum dunkler wurde, Instiktiv hatte sie etwas Angst auf dem Rücken des Drachen mit dem Kopf irgendwo gegen zu stoßen und duckte dich, doch just in diesem Moment spürte sie wie Malagen seine Flügel bewegte und sich ein schützendes „Dach“ über ihr bildete. Sie richtete sich wieder etwas auf und blinzelte nach oben wo sie klar und deutlich direkt über ihrem Kopf die Flughaut des Drachen sah.
Plötzlich breitete sich eine wohlige Wärme in Eilmana aus die sie bis in die Spitzen ihrer langen Ohren erfüllte. Sie lächelte überglücklich und streichelte dabei die Schuppen des Drachen. Im Innern der Höhle angekommen spürte Eilmana wie sich Malagen auf den Boden legte und seine Flügel ihr den Weg frei machten um abzusteigen.
Vorsichtig und langsam legte sie ihr linkes Bein auf die rechte Seite und lies sich dann langsam von seinem Rücken gen Boden rutschen.
Geschafft!
Sie stand wieder auf ihren Füßen und strich mit einer Hand nochmal über seine Schuppen um ihm zu zeigen wie Dankbar sie war.
Dann folgte Eli ihren Gehört in Richtung Darna, sie spürte auch wie Malagen sie mit seiner Nase wieder sachte in die richtige Richtung schob und lächelte.
Bei Darna angekommen sah sie die Tränen in den Augen der Knappin, Eilmanas Augenbrauen bekamen einen traurigen Schwung nach oben so das sich eine kleine Falten zwischen ihren Augenbrauen bildete, doch ihr Mund lächelte...Ihr Blick zeigte der Knappin das sie mit leid mit ihr empfand aber auch große Hoffnung hatte das alles wieder gut werden konnte. Und ohne ein weiteres Wort legte sie ihre Arme um Darna und umarmte sie einfach. Als Darna in Elis Armen zu weinen anfing und ihr Gesicht in der Schulter der Elfe vergrub, schaute Eli kurz erstaunt, ohne die Umarmung auch nur einen Millimeter zu lösen. Dann lächelte sie und strich mit ihrer Hand beruhigend über den Kopf der Knappin.
Ohne ein Wort hielt Eilmana die junge Frau einfach so in ihren Armen, fast wie eine Mutter ihr Kind, auch wenn sie diese Bindung nicht zu Darna hatte so wusste Eilmana doch was die Knappin gerade brauchte. Es war einfach....-Delilah hätte vielleicht gesagt- „Menschlich“ doch das lag der Elfe irgendwie fern, für sie war es ein Teil von Elfischer „Liebe“ die man jedem geben konnte der sie brauchte. „Elflich“...wenn man so wollte, aber es spielte keine Rolle wie sie es nannte oder wie Darna es bezeichnen würde, jetzt gerade wollte Eli nur tun, was sie tun konnte und das sah sie nun Glas klar vor sich. Die junge Frau, eine Ritterin in Ausbildung brauchte gerade jemanden der Ihr half diese Tränen nach draußen zu lassen und dabei konnte Eli ihr wohl nun gerade am ehesten helfen.

Diese Situation war zwar traurig..und Eli verstand auch das Darna in einer sehr schweren, ja geradezu misslichen Lage steckte, doch sie freute sich auch das Darna sie als Hilfe akzeptierte und das sie ihr Trost spenden konnte, wenn vielleicht auch nur ein wenig. Zumindest war sich Eli nicht ganz so sicher ob sie nicht zu weit ging oder Darna sich gerade nicht jemand anderen lieber wünschte zum Ausweinen, doch es war niemand anderes da.

Als sich Darna wieder beruhigt hatte und schniefend den Kopf aus ihrer „nassen“ Schulter hob viel ihr Blick direkt auf Malagen und ohne ein weiteres Wort an die Elfe streckte sie ihre Hand nach ihm aus. Eli trat einen kleinen Schritt bei Seite, so das sie noch grob etwas erkennen konnte und lächelte etwas traurig.
Sie hörte wie Yran zurück kam und etwas ins rutschen kam, sie drehte sich um, sah aber nichts. In dem schummrigen Licht der Höhlen sah sie noch weniger und alles was weiter als eine Armlänge entfernt war, verschwamm so stark das sie nicht mal Umrisse ausmachen konnte.
„Auf dein Wohl“ erklang Yrans Stimme und Eilmana wusste das er ihr die Flasche gegeben haben musste, von der sie zuvor kurz erzählt hatte.
Als Darna und Yran sich dann setzten, sie hörte wie die Stimmen sich von der höhe veränderten und wie etwas bei Yran raschelte, es klang nach Kleidung, da suchte Elis Hand nach der Nase des Drachen, er war doch gerade noch hier bei ihr gewesen...Darna war neben ihr zu Malagen gegangen...ihre Hand tastete in der Dunkelheit herum und Fand die Warmen Schuppen des Gründrachen.
An ihm Orientierend suchte sie seine Flanke und setzte sich dort nieder um Darna ebenfalls zuzuhören.
Malagen war schön warm und er gab ihr Sicherheit wenn Yran nicht in ihrer Körperlichen nähe war.
Dann lauschte die junge Elfe den Worten der Knappin gespannt und staunte ab und an fast unmerklich über das was sie da hörte.
So eine Geschichte hatte sie noch nie gehört,... Ein Ritus um ein Portal zu allen Ebenen des Harax zu öffnene...alleine die Vorstellung daran war für Eilmana ein grauen.

Das Eilmana mit ihrer „Freundschaft“ zu dem Gründrachen, Darna gerade einen Stich versetzt hatte, das wusste sie nicht. Sie hatte es nicht mal vermutet oder geahnt, wenn das der Fall gewesen wäre und Eilmana gespürt oder gewusst hätte das es die Knappin verletzte zu sehen wie Eilmana mit dem Drachen umging, oder vielmehr wie der Drache mit ihr umging, dann hätte die junge Elfe sich vermutlich 100 mal Entschuldigt. Sie wollte Darna helfen und auf keinen Fall wollte sie ihr in irgend einer Form schaden oder sie verletzten.

Nach dem Darna ihre Geschichte beendet hatte blieb Eli still bei Malagen sitzen und wartete auf Yrans Antwort. Sie spürte zwar in Darnas letzten Worten das sehr viel Selbstzweifel mitschwang und die Knappin scheinbar sehr daran arbeiten musste sich selbst so zu Aktzitieren und zu lieben wie sie war, aber zu all dem was Drachmar und seine Bewohner betraf, konnte Eilmana wohl am wenigsten Sagen, den sie selbst wartete ja auf Antworten gerade wenn es darum ging die Bindung zu einem Drachen einzugehen....
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Re: Der Drachnzahn und seine ersten Gäste

Beitrag von Erzähler » Freitag 8. November 2019, 07:51

Eilmanas Umarmung folgte ein Fluss aus Tränen und ob nun menschlich oder elfisch, ihr Einfühlungsvermögen, ihre Wärme linderte etwas den Schmerz, der sich in Darna anstauen wollte. Eilmana hatte vor nur sehr kurzer Zeit ihre Berufung hier mit Delilah besprochen und wurde hier vielleicht gerade bestätigt, dass ihre Wahl, den Menschen, bzw. Zweibeinern, in Drachma helfen zu wollen, bestätigt. Geduldig und voller Mitgefühl, hielt sie sie und lauschte dann später den Worten der Knappin.

Darnas Einführung und vorangehende Entschuldigung für eventuell missverständliche Worte wurde von Yran mit einem Lächeln abgenickt. Dann begann die Knappin ihre Situation zu erklären, was wirklich nicht einfach war.
"Leider habe ich auf die Frage, wie ihr mir helfen könnt, keine einfache Antwort. Ich bin unheimlich dankbar, dass ihr mir überhaupt helfen wollt, und letztlich liegt es selbstverständlich in eurem Ermessen, zu was ihr überhaupt bereit seid."
Sie atmete durch und nahm noch einen Schluck aus der Flasche. Süß, warm und im Hals leicht brennend rollte der schwere Tropfen ihre Kehle hinunter. Das Armoma erinnerte an eine in voller Blüte stehende Hochlandwiese über die Bienen summten und die Sonne die Gräser streichelte. Was auch immer in dieser Flasche war, es war schlicht GUT! Aber war noch wichtiger war, es WIRKTE und zwar recht schnell. Allein der erste Schluck hinterließ ein wohliges Gefühl im Bauch, sobald er dort ankam. Darna versuchte gerade zu erklären, wie sie an den Fluch ihrer Kindheit gekommen war, als die ersten getrunkenen „Tropfen“ in ihr Blut über gingen und das Sprechen etwas leichter machten. Alles wurde etwas leichter und ihre sonst so straffen Schulten konnten sich ein bisschen entspannen.
"… Was er tut, weiß ich. Ich weiß nicht, was ich alles wiederholen muss und was eventuell Chasin bereits über die Vorgänge mitgeteilt hat."
Die Knappin sah wieder zu dem Drachen, als suche sie näheren Kontakt mit der Tha'Roon.
"Wenn ich irgend etwas Wichtiges auslasse, habt Ihr meine ausdrückliche Erlaubnis, Eure Kenntnisse hinzu zu fügen, auch wenn es 'privat' gewesen sein mag. Ich habe keine Geheimnisse...“
Yran zog kurz die Brauen hoch und nickte dann anerkennend. Darnas Offenheit und diese Erlaubnis sich quasi aus allen zur Verfügung stehenden Quellen Informationen zusammen sammeln zu dürfen, schien sehr positiv aufgenommen zu werden.
„...Das ganze Dilemma begann, als ich sechs Jahre alt war und in einem Wald, der zu den Ländereien meiner Familie gehörte, einem Fremden nachstellte. Ich meine mich zu erinnern, dass ich einen vorbereiteten Ritualplatz sah, er mich bemerkte, eine Art Witz machte und ich davon rannte - aber diese Erinnerung ist falsch."
Sowohl ihre Mimik als auch ihre Stimme waren zum Ende des Satzes hin düsterer und härter geworden.
"Mein unfreiwilliger Begleiter erklärte mir... gestern?..., dass dieser Magier extrem machtgierig war: er hatte einen Weg gefunden, wie er die völlige Kontrolle über die Portale zu allen Ebenen des Harax erlangen wollte. Mein Begleiter ist ein Wächter, damit eben sowas nicht möglich sein soll. Er wollte den Magier dafür.. nun, mh, töten. Das Ritual war aber offenbar schon zu weit fortgeschritten - Er war bereits an mich gekettet und verfügte nicht mehr vollständig über seine Macht. Und aus irgend einem Grund hat Er mich auch beschützt... Ich muss Teil dieses Rituals gewesen sein. Eines von mehreren Ritualen. Er ließ die Bemerkung fallen, ich sei das letzte von neun gewesen... Der Fluch ist aktiv, weil die Artefakte, in die der Magier zuvor seine Macht band, noch existieren. Eine Möglichkeit, all das Geschehene rückgängig zu machen, wäre es gewesen, mit Seiner Anleitung und Hilfe die Artefakte zu finden und damit 'unsere Seelen voneinander zu trennen', wie Er mal sagte.
Und jetzt wird es leider wirr... Ich weiß nicht, durch was genau der 'Fluch' nun eigentlich besteht. Und ich habe Ihn leider kaum danach gefragt... Er wird ausgelöst, wenn ich Freude empfinde. Je 'reinere' Freude, desto schlimmer. Ein Mal, nachdem ich mich nach dem Besiegen von Morgherias Hauch so gefreut habe, entstand ein Siebenstern aus Feuer, der wohl diese Portale zu schaffen drohte. Mithilfe von Basil, Leon und auch mit Seiner Hilfe wurde er zerstört und die Dämonen am Durchkommen gehindert. Ich selber habe davon nichts mitbekommen - ich hatte währenddessen das Gefühl, vollständig zu verbrennen... Das Nachzeichnen dieses Heptagramms führte leider dazu, dass auch im Schloss von Jorsan ein Dämon erschien. Der wurde von Fiddatan... erschlagen. Und mein Begleiter hat danach im Harax dafür gesorgt, dass weitere angelockte Dämonen nicht weiter kommen. Fiddatan sah die Zeichnung, verbrannte sie und erklärte uns, dass dieses Heptagramm eine Art Ritual aus mehreren Komponenten ist: das Lachen ist ein Auslöser, es läutet eine Art Klingel, und es gibt eine Art Lockmittel; ich vermute, dass das mein Begleiter war, bin mir aber nicht sicher. Wir haben dauernd von 'Fluch' gesprochen, und ich hielt es für etwas, was mir 'angehext' wurde... Aber mein Begleiter erwähnte einmal, der Fluch sei bei mir 'so eine Kopfsache'. Wenn ich betrunken bin, kann ich mich freuen und lachen, ohne dass etwas passiert. Das sind Dinge, die ich ehrlich gesagt überhaupt nicht verstehe. Hieße das, ich - ich! - könnte das beeinflussen? Und sogar dafür sorgen, dass das nicht mehr passiert?... Ich gehe schwer davon aus, dass es mit den Geschehnissen im Wald zu tun hat. Mein Begleiter sagte, es würde unsere Trennung erschweren, wenn ich mehr darüber wüsste... Aber wir sind jetzt getrennt."

Darna griff zur Flasche, als wolle sie sich jetzt schon Mut antrinken. Noch glaubte sie, von dem Alkohol keine Auswirkungen zu spüren, aber da irrte sie sich. Die Wärme breitete sich jetzt schon in ihrem Körper aus und wo sie sonst militärische Haltung zeigte, so sprach ihr Körper nun von Verletzlichkeit, aber auch Mut. Jenen Mut, den es brauchte um das Folgende auszusprechen:
"Eine weitere Möglichkeit, den Fluch dauerhaft zu unterdrücken, wäre, mich mit einem Drachen zu verbinden... Ich weiß, wie vermessen das klingt. Ich bitte um Entschuldigung. Mein... Begleiter schien eine Zukunft als ...Partnerin eines Feuerdrachen für mich für möglich zu halten."
Götter, fiel jedes Wort schwer, aber der Alkohol half ihrem Unterbewusstsein, das was nötig war auch auszusprechen.
"Und... allein der Gedanke klingt...faszinierend. Aber... Chasin stellte bereits sehr deutlich fest, dass mein Verhältnis zu Feuer... ähm, extrem 'ambivalent' ist, wie sie es nannte... Ich.. weiß.. eigentlich selber nicht genau, was nun mit mir und Feuer als solchem genau los ist. Ich verstehe nicht einmal, warum Chasin so schnell darauf kam, dass ich mich von Feuer fern halten sollte, und warum ich mich nun eigentlich von Feuer fern halten soll. Mein Begleiter wollte mich davor beschützen, selbst als ich bloß hier am Kamin stand. Es gab... mehrere Geschehnisse mit Feuer, die wohl magischer Natur waren, aber ich bin mir nicht einmal sicher, ob das nicht bloß auf Seine Kräfte zurück zu führen war... ...Und ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Feuerdrache von einer Partnerin erbaut wäre, die Angst vor Feuer hat...“
Dies war der Moment, in dem Tarmas, Lyn und Chasin die Höhle betraten und sich leise, ohne ein Wort zu sprechen mit in die Runde setzten. Ein bisschen war es so, als wären sie die ganze Zeit schon dabei gewesen und Darna erzählte nun auch etwas gelöster weiter:
„Und es gibt.. auch weltliche Hürden: Meine Loyalität gehört Jorsan. Meiner Heimat. Ich wurde am Hof des Grafen der Wehr von Jorsa ausgebildet, um Ritter zu werden, und auch, wenn sie mich aus meiner Knappenzeit offensichtlich 'in die Welt' entlassen haben, schulde ich ihnen meine Dienste. Sie haben mich schließlich nicht umsonst über Jahre hinweg ausgebildet, und ich kann mir nicht einfach einen neuen - landesfremden - Dienstherrn wählen, nur weil es sich gerade so ergibt und verlockend wirkt."
Sie schaute auf und sah in aufmerksame Gesichter.
„...Und was solltet ihr mit so jemandem auch wollen?“
Lyn runzelte spontan bei diesem Satz die Stirn und wechselte einen kurzen Blick mit Chasin. Nach einer Pause rieb Darna sich die Stirn.
"Ja...Wie ihr mir helfen könnt... ist also eine gute Frage...Hab ich was vergessen?"
, murmelte sie etwas zusammenhangloser und schaute auf. Chasin schien in Gedanken das Gesagte noch einmal durchzugehen und ein Moment der Stille begann sich wie weiche Wellen im Raum auszubreiten. Auch Tarmas, Lyn und Chasin hatten die weiten Mäntel abgelegt und trugen in den warmen Thermalhöhlen nur das nötigste. Darna saß nun also zwischen den Einwohnern Drachmas und wurde sich einmal mehr ihrer Einsamkeit bewusst. Auch wenn Chasin zu ihrer ursprünglichen Gruppe gehört hatte, so war sie doch als erste „über gelaufen“. Die Tha'Roon war nun eine Bürgerin Drachmas und sehr glücklich damit. Der intensive Blickwechsel mit Lyn verriet das stille Zwiegespräch, dass sie führten und ab und an glaubte man von der Seite in Lyns Augen einen leichten Regenbogenschimmer zu sehen, wie als der Drachenkönig sich ihrer bemächtigt hatte. Vielleicht kam in Darna auch bei diesem Anblick der Vergleich auf, dass auch die Herrin über Drachma so etwas ähnliches kannte wie „von einem Drachen besessen zu sein“. Vielleicht war das Problem niemals Freizul gewesen... Natürlich war es der Fluch, der ihre Kindheit zerstört hatte und vielleicht war es nur immer Darnas Erziehung gewesen, die sie hatte lange nicht sehen lassen, wie einzigartig dieses Band zwischen ihr und ihrem Beschützer gewesen war.
Trauer um „SEINEN“ Verlust wollte ihr schon wieder die Tränen in die Augen treiben, als Chasin dann anfing zu sprechen und sie somit ablenkte:
„Ich werde versuchen auf ein paar Details noch näher einzugehen, damit für alle Anwesenden der Kontext verständlicher wird.“
Man merkte, dass Chasin sich wirklich Mühe gab, so einfache und kurze, klare Sätze zu bilden, wie es ihr eben möglich war:
„Ich gehe zurück in der chronologischen Reihenfolge. - Ein Dämon mit Portal-öffnenden Fähigkeiten sollte beschworen werden. Dafür wurde ein neunstufiges Ritual verwendet, was ein Hinweis auf die „neun Kreise des Harax“ sein könnte. In einigen Niederschriften wird erwähnt, dass diese zu durchschreiten sind um zum „Fürsten“ oder „König“ des Harax zu gelangen. Wenn wir also von einem übereifrigen Dämonenbeschwörer ausgehen, der alle diese Stufen mit einem Schlag überwinden wollte und so auch alle Ebenen zu vereinigen suchte, so hat er sich von eben jenen Besagten, also den Zorn des Wächters, auf sich gezogen, der in Nebenfolge des vereitelten neunten Rituals an Darna gebunden wurde.“
Einfache Worte gingen anders, aber man konnte sie hoffentlich verstehen.
„Die an Darna haraxischen Kräfte hatten insofern nichts mit dem im Feuer entstehenden Fluch zu tun, als dass der Wächter die Verbindung zu Darna nutzte, um bei Aktivierung der Verfluchung einschreiten zu können um seine Welt zu schützten. Feuer ist somit einer der Trigger, die zur Öffnung der Portale nötig sind. Darnas Lachen, bzw. ihre Freude ist ein weiterer, sowie es ein in der Nähe befindliches Opfer brauchen würde, um das Ritual abzuschließen, sprich eine Seele.“
Die Aussicht, dass hier in Drachma vielleicht sogar eine Drachenseele diesem Umstand zum Opfer fallen könnte, ließ bei Darna unwillkürlich einen dicken Klos im Hals entstehen. Sie sah zu Malagen und in seine runden so menschlich wirkenden Augen und stellte sich vielleicht in diesem Moment einen winzig kleinen Drachen vor, eine unschuldige Seele, die durch ihr Mitverschulden... Nein! Diesen Faden sollte sie definiv nicht weiter spinnen! Ihr Mund wurde ganz trocken. So konnte sie, selbst wenn sie wollte gerade nichts hinzufügen und Chasin sprach weiter:
„Beim ersten Vorfall dieser Art, waren alle Komponenten beisammen und vermutlich wäre es Darnas Seele selbst gewesen, die gefordert worden wäre, was der im Verbund befindliche Haraxwächter natürlich zu verhindern suchte, um seine an sie gebundenen Kräfte nicht dem Fluch zu opfern. - Rückschauend war die Wahl eines Kindes für den Fluch des Beschwörers natürlich sehr raffiniert, denn er ging davor aus, das Kinder sich viel und häufig freuen und lachen. Da aber eine reine Seele im Umkehrschluss sich natürlich unbewusst zur Wehr setzt, so wuchs Darna ohne Freude und ohne Lachen auf. Teils auch durch äußere Umstände unterdrückt, wie z.B. einem gleichaltrigen Peiniger, ...“
Gernot... Hatte er ihr somit sogar irgendwie geholfen, dass der Fluch nicht früher ausgebrochen war? Sein schlechtes Verhalten ihr gegenüber war sicher mit ein Grund für ihr mangelndes Lachen gewesen.
„... oder der Wahl eines nicht ganz einfach zu erreichenden Lebensziels als Frau – die Ritterschaft in einem patriarchisch regiertem Königreich. Erst in jüngster Zeit und den hormonell bedingten Veränderungen als Frau, der frisch entdeckten Leidenschaft und jungen Liebe zu Leon...“
Chasin nahm wirklich kein Blatt vor den Mund. Aber hier und jetzt war wohl auch nicht der Zeitpunkt dafür und Darna hatte quasi ihr ja einen „Darfschein“ ausgestellt, mit ihrer Äußerung, dass sie keine Geheimnisse hätte. Somit war dies vielleicht ein bisschen unangenehm, aber notwendig.
„...ist die Wahrscheinlichkeit zur Freude exponentiell gestiegen, was eine direkte Kontaktaufnahme seitens des Wächters zum Schutz und zur Beratung zur Folge hatte. Dieser ungewöhnlichen Zusammenarbeit, die sich anfänglich als nicht einfach erwies, ist es aber zu verdanken, dass Darna ihren Weg hier her gefunden hat. Zusammenfassend ist zu sagen, dass wir hier auf eine Verbindung mit einer Drachenseele hoffen, um den Fluch zu brechen, ohne den definitiv sehr viel gefährlicheren Umweg über das Auffinden von acht weiteren Artefakten gehen zu müssen. Darna war zu einem gewissen Teil an eine mächtige Seele gebunden und sollte es wieder sein, aber eben nicht nur zu einem kleinen Teil, sondern vollständig...“
Und hier übernahm Lyn fließend ohne, das ein Atemzug dazwischen hätte gepasst:
„...wie es bei uns Drachenreitern üblich ist.“
Die Stadtherrin Drachmas lächelte und machte jetzt jedoch erst mal eine kleine Atempause. Dann stand sie auf und setzte sich neben Darna um ihre Hand zu nehmen.
„Für ein so junges Wesen hast du wirklich schon sehr viel durchgemacht. Zu viel möchte man meinen.“
Ihr Daumen strich sanft über Darnas Handrücken.
„Ich kenne den Weg, wie ich dir helfen könnte und bin auch gewillt ihn mit dir zu gehen, … Es gibt nur ein kleines Problem.“
Sie lächelte aber immernoch aufmunternd.
„Du hast betont, dass deine Treue Jorsa gilt, dass du dort eine Vergangenheit hast... Ich weiß aber auch, dass du in diplomatischer Mission als Abgesandte von deinem König hier her geschickt worden bist um die zukünftige Verbindung unserer Völker voran zu treiben. Du glaubst, dass du es deinem Land schuldig bist ihm Treue zu halten, doch was wäre deinem Land dienlicher, als deine Verbindung zu uns? ...bzw. zu einem Drachen!“
Sie strich noch einmal mit dem Daumen über Darnas Hand.
„Ich kann dir eines sagen: WENN du eine Verbindung zu einem Drachen eingehst – und Ja, das ist durchaus möglich! - dann hast du nur noch einen einzigen König in deinem Leben, nämlich ihn... oder sie natürlich, hihi. - Ein Drachenkind zu beschützen ist das machtvollste Gefühl, die stärkste Kraft und das schönste Geschenk, das ich bereit bin dir zu geben, wenn du es annehmen willst. Es sollte auch bald geschehen und...“
Damit sah sie an Darna vorbei zu Eilmana.
„... und du wärst auch in den Prüfungen nicht ganz allein.“
Lyn zwinkerte Eilmana zu, die plötzlich begriff, dass damit auch sie gemeint war. Lyn bot hier gerade tatsächlich beiden Freuen an, Drachenritter zu werden. Auch Eli hatte spontan einen dicken Klos im Hals.
„Es gäbe schon ein paar Vorbereitungen, ein paar Prüfungen, aber letztendlich zählt nur das eine: Das ein Drachenei euch erwählt.“
Von Yran kam ein kurzer zusätzlicher Kommentar und er grinste dabei:
„Wir hätten da ein paar zur Auswahl...“
Und Lyn sah ihn an und vervollständigte:
„... bzw. ein „paar“ die schon sehr sehr lange, viel zu lange, auf einen Reiter warten.“
Sie setzte sich etwas aufrechter hin und ließ dabei auch Darna den nötigen Raum um nachdenken und mit einem gewissen Abstand die Sache betrachten zu können.
„Darna, deine Not - die Notwenigkeit allein deinen Fluch zu brechen, das sollte dich nicht zu etwas zwingen, was sich als das schönste in deinem Leben herauszustellen könnte. Ich bin vor allem von deiner Offenheit begeistert und überzeugt, dass du eine Bereicherung für unserer Gemeinschaft wärst. Du hast einen starken Beschützerinstinkt und wenn man es genau nimmt, ist es keine Wahl zwischen zwei Königshäusern. Du musst das weniger politisch betrachten. Drachma ist kein Königreich, auch wenn wir einen 'Königsdrachen' haben. Drachma ist der Zusammenschluss aus Wesen, die sich einem gemeinsamen Ziel verschrieben haben. Dem Schutz der Drachen! Und das ist das einzige, was wir verlangen. Bedingungslose Liebe zu einem Wesen, dass dich braucht.“
Lyn sah Darna tief in die Augen und wechselte auch zu Eilmana. In ihren eigenen Augen standen Tränen der Rührung. Sicher dachte sie gerade an ihre eigene vergangene Verbindung zu einem Drachen.
„Dein Leid hat dich zwar zu uns geführt, aber es könnte sich hier in etwas wirklich großes verwandeln.“
Yran gluckste.
„Ja, sehr groß...“
Lyn schaute kurz leicht tadelnd aber liebevoll zu ihm.
„Er meint die Größe der Tiere. - Und er versucht die Dramatische Stimmung etwas durch seine Scherze zu mildern. Ich meine die Gefühle, die es braucht um einen Drachen zu bändigen, zu reiten und zu lieben.“
Yran sah zu Boden, aber schmunzelte immernoch. Malagen zuckte auch kurz. Jetzt da er nicht mehr alle miteinander vernetzen musste und alle anwesend waren, war auch entspannter. Auch Tarmas einer Mundwinkel hatte sich kurz gehoben. Jetzt sprach Plau'Rens Reiter:
„Darna, du hast hier viel erfahren, was teils für dich wichtig sein mach, teils aber für die Lösung deines Problems vollkommen irrelevant ist. Hintergründe der Vergangenheit sind gut und schön, aber ich finde, du solltest die Zukunft im Blick behalten. Das ist meine Meinung.“
Damit sagte er nicht viel, aber fast mehr als die anderen. Darna hatte von ihm (über Chasin) eine ganze Legende erhalten, aber war diese wichtig gewesen um ihr Problem zu lösen? Nein. Es waren nur Informationen... Worte. Was sie jetzt brauchte, das waren Taten!
Lyn nickte etwas geistesabwesend und sprach:
„Ich würde vorschlagen, dass ihr beide noch einmal darüber schlaft und mir dann Bescheid gebt. Dies ist keine leichte Entscheidung. Ihr geht damit eine Verbindung fürs Leben ein.“
Sie sah Eli an und zwinkerte ihr zu, als wäre sie sich sicher, wie ihre Antwort ausfallen würde. Dann sah sie wieder Darna an.
„Und ja, wenn du diesen Weg gehst, bist du automatisch eine Bürgerin Drachmas, egal in welchem Königreich du gezeugt wurdest. Dieser Bund steht über allen anderen, auch deiner Lehnstreue. Aber du wirst es auch nicht mehr anders haben wollen. Ich denke manchmal ist selbst das Wort 'Liebe' zu klein für den Bund den wir mit den Drachen haben... Ach ja, ...Darna, du hast diesen einen magischen Moment am Turm der Weisheit erlebt, als dich Tianas Blick traf... multipliziere das mit 100 und du erahnst, was auf dich zukommt, wenn du dich für uns entscheidest.“
Lyn schmunzelte, wobei sich Grübchen auf ihren Wangen bildeten.
„Unserer Welt ist voller Magie, denn unser aller Vater, ist der Königsdrache, der alle Magie in sich vereint. Deshalb besitzt er auch alle ihre Farben. Er ist der Regenbogendrache, Vater der Magie. Es gibt kaum etwas, das nicht möglich ist. Gerade DU weißt, ohne dass wir es aussprechen, wie allein ein keiner Teil seines Schatten auf dich gewirkt hat.“
Das war jetzt wirklich mehrdeutig. Für Darna sprach sie von Freizul, für Eli war es eine diffuse Umschreibung seiner Macht und Möglichkeiten.
„Sein Kind ist hier und muss beschützt werden, bis der nächste Zyklus beginnt. Es wäre uns eine Ehre, euch in unseren Reihen begrüßen zu dürfen... vorausgesetzt ihr willigt ein ...UND ein Ei erwählt euch.“
Lyn zuckte mit den Schultern und lächelte.
„...so einfach ist es eigentlich.“
Yran stand auf und sah von Eli zu Darna.
„Ich hätte einen Vorschlag... ähm... Ich hoffe, dass es nicht seltsam klingt, aber...“
Er rieb sich die Schläfe.
„Wir haben die Sorge über ein mögliches Portal in den Harax mit Darna geteilt und um dem entgegen zu wirken,... ähm... sollten wir so nah wie möglich beisammen bleiben. Also ich meine auch in den Ruhephasen. Ich... ach, was solls! Ich schlage vor, dass wir alle zusammen schlafen.“
Er sah ein bisschen wehleidig zu Eli, da er sich sicher für die kommenden Stunden für sie beide etwas anders vorgestellt hatte, aber sicher war auch, dass wenn dann Eli verstand, dass sie gerade alle, jeder mit seinen eigenen Fähigkeiten gebraucht wurden. Er fuhr fort:
„Logistisch brauchen wir eine der großen Höhlen, wo sowohl die Drachen, als auch wir uns gemütlich machen und einrichten können. Plau Ren übernimmt dann am besten den äußeren Kreis und Malagen das Zentrum. Jeder andere sucht sich einen Platz im Zwischenraum.“
Tarmas stand nun ebenfalls auf und meinte:
„Ich werde das schon mal vorbereiten. Ich sag Bescheid, wenn wir fertig sind.“
Damit drehte er sich um, ging und man hörte draußen Plau Rens entferntes Flügelrauschen. Lyn drehte sich zu Darna.
„Hast du noch dringende Fragen? Ansonsten würde ich mich noch ein Weilchen zurück ziehen, bis wir uns zur Nachtruhe wieder sehen. Yran und Malagen werden dir nicht mehr von der Seite weichen, du verstehst das sicher. Wir könnten auch versuchen Bannkreise zu basteln... mehr schlecht als recht, aber der effektivste Schutz für dich ist im Moment nun mal ein Kreis aus Drachen.“
Lyn war nun auch aufgestanden, war ein bisschen hin und her gelaufen, wartete aber noch, ob Darna oder Eli etwas fragen wollten.

Ansonsten würden sie sich am Abend wieder sehen, schlafen und dann …

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Re: Der Drachnzahn und seine ersten Gäste

Beitrag von Eilmana Silva » Samstag 9. November 2019, 11:08

Eilmana Sahs mit dem Rücken an Malagen gelehnt da und hatte die Augen geschlossen. Da sie in diesem Licht und bei der Entfernung zu den anderen kaum etwas erkennen konnte war es angenehmer die Augen geschlossen zu halten.
Es dauerte nicht lange da hörte sie Schritte, vermutlich weit vor den anderen und Eilmana war an der Gangart recht schnell klar das es sich um Lyn und Tarmas handeln musste die wohl noch die andere Begleitung von Darna im Schlepptau hatten. Eli hörte wie die drei in die Höhle rein kamen und sich still dazu setzten um Darnas Erklärungen weiter beizuwohnen.
Als Darna über ihre Loyalität Sprach schwirrten Elis Gedanken einen Moment lang um dieses Thema herum. Loyalität...Menschen hatten manchmal ein hohes Maß an Loyalität, es hing immer vom Stand und Beruf des Menschen ab, so hatte Eilmana es zumindest einst in einem Buch gelesen. Sie konnte Darna in diesem Punkt noch nicht so ganz verstehen, sie selbst hatte sich in ihrer Heimat nie so recht Zuhause gefühlt und die Endscheidung ihren Wald zu verlassen, war ihr nicht schwer gefallen. Sie hatte auch die Elfen ihres Volkes die ihre Heimat um keinen Preis der Welt verlassen wollten, nicht verstehen können, doch langsam erahnte Eilmana was es bedeutete sich an einem Ort vollkommen Zuhause zu fühlen.


Nach dem Darna ihre Ausführungen beendet hatte erfüllte Stille den Raum. Eli hob still den Kopf, dann senkte sie ihn wieder und konzentrierte sich auf ihr Gehör, sie hörte die tiefen beruhigenden Atemzüge des Drachen neben sich und etwas weiter die Atmung der anderen. Aus der Ferne klang Wasser Plätschern an ihr Ohr und draußen vor der Höhle hörte sie einen leichten Wind rauschen.
Sie zog die Luft selbst einmal Tief durch die Nase ein und atmete ganz langsam und ruhig wieder aus. Die Luft roch nach Salz und Kräutern, der Duft aus den Bädern der hier her strömte und Eli merkte wie wohl sie sich hier fühlte in mitten dieser Menschen die sie vielleicht auch bald als ihre Familie bezeichnen würde.

Diese Wohlige Stille wurde durch die Stimme von Casin durchbrochen: „Ich werde versuchen auf ein paar Details noch näher einzugehen, damit für alle Anwesenden der Kontext verständlicher wird.“
Eilmana hörte auch hier Still zu und versuchte all das zu Ordnen und zu verstehen.
Den Part mit der Seele die als Opfer nötig war, verstand sie sehr gut und es bildete sich eine kleine Sorgenfalte zwischen ihren Augenbrauen. Die Vorstellung das eine Seele geopfert werden musste war für die Elfe unerträglich. Doch Casin schaffte es mit ihrer Geschichte dem noch einen drauf zu setzten: „Beim ersten Vorfall dieser Art, waren alle Komponenten beisammen und vermutlich wäre es Darnas Seele selbst gewesen, die gefordert worden wäre, was der im Verbund befindliche Haraxwächter natürlich zu verhindern suchte, um seine an sie gebundenen Kräfte nicht dem Fluch zu opfern. - Rückschauend war die Wahl eines Kindes für den Fluch des Beschwörers natürlich sehr raffiniert, denn er ging davor aus, das Kinder sich viel und häufig freuen und lachen. Da aber eine reine Seele im Umkehrschluss sich natürlich unbewusst zur Wehr setzt, so wuchs Darna ohne Freude und ohne Lachen auf. Teils auch durch äußere Umstände unterdrückt, wie z.B. einem gleichaltrigen Peiniger, ...“
Bei diesen Worten lief es Eilmana Eis kalt den Rücken runter und sie schauderte für einen Augenblick. Sie legte ihre Arme um sich selbst, bis der Moment des Fröstelns langsam wieder verflog. Was Darna da erlebt hatte war schrecklich und Eilmana konnte sich tatsächlich gut vorstellen wie einsam, verlassen und Hilflos sich Darna oft gefühlt haben musste. Die Tatsache das jemand die Seele eines Kindes für solche Zwecke missbraucht hatte war schreklich und das er sie sogar bereit war zu Opfern, das konnte Eilmana einfach nicht verstehen, aber sie erinnerte sich an die schrekliche Szenen die sie bei den Dunkelelfen erlebt hatte und ein weiterer Schauer überkam sie. Die Knappin hatte gerade das vollständige Mitgefühl der Elfe die am liebsten aufgestanden wäre um Darna erneut zu umarmen...

Über ihre Eigene Berufung bezüglich dessen dachte sie dabei gerade nicht nach, aber sicherlich würde Eli später in einer ruhigen Minute für sich, den Moment der Umarmung Revue passieren lassen. Jetzt ging es aber erst mal um Darna und wie man ihr helfen konnte...

„...wie es bei uns Drachenreitern üblich ist.“ Erklang dann plötzlich eine andere Stimme...Lyn hatte den begonnen letzten Satz von Casin beendet und sorgte mit diesen Worten für große Fragezeichen über Eilmanas Kopf.

Bei „UNS“...dachte sie ...ist Casin etwa schon eine Drachenritterin...? hat sie schon einen Drachen...? Auf diese Frage hatte Eli gerade keine Klare Antwort und sie wollte in dieser Situation auch nicht mit so einer Frage dazwischen Platzen also schwieg sie und wartete was Lyn noch sagte:
„Für ein so junges Wesen hast du wirklich schon sehr viel durchgemacht. Zu viel möchte man meinen.“
Eli nickte zustimmend und Still...
„Ich kenne den Weg, wie ich dir helfen könnte und bin auch gewillt ihn mit dir zu gehen, … Es gibt nur ein kleines Problem.“
Nun Hob Eli erneut den Kopf und spitzte buchstäblich ihre eh schon Spitzen Ohren...
„Du hast betont, dass deine Treue Jorsa gilt, dass du dort eine Vergangenheit hast... Ich weiß aber auch, dass du in diplomatischer Mission als Abgesandte von deinem König hier her geschickt worden bist um die zukünftige Verbindung unserer Völker voran zu treiben. Du glaubst, dass du es deinem Land schuldig bist ihm Treue zu halten, doch was wäre deinem Land dienlicher, als deine Verbindung zu uns? ...bzw. zu einem Drachen!“
Wieder nickte Eilmana still als Zeichen dafür das sie diese Worte gut nachvollziehen konnte...
Was meine Familie wohl sagen würde, wenn sie erfahren das ich eine Drachenritterin bin...Ob einige der Ältesten die Zeit wo Drachmar noch nicht in Schlaf gefallen war, gut in Erinnerung hatten...
Eli hing kurz ihren Gedanken nach, lauschte aber schnell wieder Lyns Worten um nichts zu verpassen.
„Ich kann dir eines sagen: WENN du eine Verbindung zu einem Drachen eingehst – und Ja, das ist durchaus möglich! - dann hast du nur noch einen einzigen König in deinem Leben, nämlich ihn... oder sie natürlich, hihi. - Ein Drachenkind zu beschützen ist das machtvollste Gefühl, die stärkste Kraft und das schönste Geschenk, das ich bereit bin dir zu geben, wenn du es annehmen willst. Es sollte auch bald geschehen und...“
Das Lyn ihr gerade in diesem Moment zu zwinkerte, sah Eilmana nicht, dafür war sie zu weit weg und die Elfe hatte gerade auch noch die Augen geschlossen, aber sie spürte das sie angesehen wurde und hob den Kopf als Lyn weiter sprach:
„... und du wärst auch in den Prüfungen nicht ganz allein.“
Bei diesen Worten begann Eilmana die Augen zu öffnnen und sah unwissentlich in Lyns Richtung, Hatte sie Lyn da gerade richtig verstanden, bedeutete das, das auch sie....
Eilmana wagte es nicht diesen Gedanken weiter zu denken, sie starrte in Lyns Richtung und in ihren Augen sammelten sich Tränen der Freude.
„Es gäbe schon ein paar Vorbereitungen, ein paar Prüfungen, aber letztendlich zählt nur das eine: Das ein Drachenei euch erwählt.“
Eilmana begann zu lächeln, den Blick unbewusst immer noch auf Lyn gerichtet.
Am liebsten wäre sie aufgesprungen und vor Freude durch die Höhle getanzt doch Zeitgleich mit dieser Freude, verspürte sie einen dicken Klos in ihrem Hals und eine gewisse Angst. Würde es gut gehen, würde sie den richtigen Drachen finden, einen den auch Malagen Akzeptierte und umgekehrt? Und was für eine Prüfung? Konnte Eli in ihrem jetzigen Zustand überhaupt an einer Prüfung teilnehmen?
Dann kam ihr, ihr Traum wieder in den Sinn und die leise Hoffnung beschlich sie, das sie vielleicht wirklich von einem Drachen Geträumt haben konnte, den sie bald wirklich sehen würde...Die Magie des Drachenkönigs war beinah Gränzenlos, sicherlich konnte er auch die Träume beeinflussen die man hier träumte...
Yrans Stimme holte sie wieder zurück aus ihren Sorgen und Gedanken ins hier und jetzt:
„Wir hätten da ein paar zur Auswahl...“
Und Eli hörte das grinsen auf seinen Lippen was dazu führte das auch sie unweigerlich schmunzeln musste.
„... bzw. ein „paar“ die schon sehr sehr lange, viel zu lange, auf einen Reiter warten.“ ergänze Lyn Yrans Worte und Sprach weiter: „Darna, deine Not - die Notwenigkeit allein deinen Fluch zu brechen, das sollte dich nicht zu etwas zwingen, was sich als das schönste in deinem Leben herauszustellen könnte. Ich bin vor allem von deiner Offenheit begeistert und überzeugt, dass du eine Bereicherung für unserer Gemeinschaft wärst. Du hast einen starken Beschützerinstinkt und wenn man es genau nimmt, ist es keine Wahl zwischen zwei Königshäusern. Du musst das weniger politisch betrachten. Drachma ist kein Königreich, auch wenn wir einen 'Königsdrachen' haben. Drachma ist der Zusammenschluss aus Wesen, die sich einem gemeinsamen Ziel verschrieben haben. Dem Schutz der Drachen! Und das ist das einzige, was wir verlangen. Bedingungslose Liebe zu einem Wesen, dass dich braucht.“
Diese Worte waren klar an Darna gerichtete, aber Eilmana nahm sich diese Worte auch zu Herzen und dachte darüber nach wie es wohl sein würde.
Wieder hatte Eilmana das Gefühl angeschaut zu werden und lächelte einfach.
Lyn sprach weiter, und am klang ihrer Stimme wurde Eilmana klar das sie gerade sehr gerührt sein musste..
„Dein Leid hat dich zwar zu uns geführt, aber es könnte sich hier in etwas wirklich großes verwandeln.“
Yran gluckste.
„Ja, sehr groß...“
In diesem Moment prustete Eli kurz da die den Plötzlichen Lachreflex den Yran mit diesen Worten bei ihr auslöste nicht unterdrücken konnte. Doch es blieb glücklicherweise bei einem Prusten und das Lachen schluckte sie dann hinunter. Sie hatte den Schelm der in Yrans Stimme lag förmlich gehört und wusste einfach wie er gerade da sitzen musste um in sich hinein zu grinsen.
Doch sofort erklang Lyns Stimme wieder und Eli hörte einen neuen Unterton heraus. Es klang Ermahnend aber auch liebevoll, wie bei einer Mutter die mit ihrem Kind schimpft aber ihm doch nicht wirklich böse war.
„Er meint die Größe der Tiere. - Und er versucht die Dramatische Stimmung etwas durch seine Scherze zu mildern. Ich meine die Gefühle, die es braucht um einen Drachen zu bändigen, zu reiten und zu lieben.“
Eilmanas Gesicht wurde wieder ernster, sie beschlich ein leichtes Gefühl von schlechtem Gewissen weil sie sich bei Yrans Worten nicht im Griff hatte und das obwohl dieses Thema so ernst war. Doch Eli hatte auch eine große Erleichterung für sich und Darna empfunden da sie beide die Chance bekamen ein Drachenritter zu werden und somit auch die Chance hatten Darna für immer zu retten.
Eilmanas Gefühle waren einfach immer Schnell im wandel und meist so Intensiv wie man eine Naturgewalt und so Reagierte sie einfach immer unverfälscht und direkt.
Eli Spürte wie Malagen kurz zuckte und sie wusste einfach das Yran weiter grinste, das gab auch ihr wieder die Nötige Sicherheit in dieser Situation und beruhigte sie.
Dann erhob Tarmas seine Stimme und Eli zuckte kurz zusammen, doch selbst bei ihm hatte sie den Eindruck das er etwas gelöster Klang als sonst, aber Tarmas war eben Tarmas und so viel sein Teil zu dem Ganzen sehr Sachlich und auf den Punkt kommenden aus: „Darna, du hast hier viel erfahren, was teils für dich wichtig sein mach, teils aber für die Lösung deines Problems vollkommen irrelevant ist. Hintergründe der Vergangenheit sind gut und schön, aber ich finde, du solltest die Zukunft im Blick behalten. Das ist meine Meinung.“
Eli nickte wieder einmal leise und lauschte weiter. Lyn ergriff wieder das Wort:
„Ich würde vorschlagen, dass ihr beide noch einmal darüber schlaft und mir dann Bescheid gebt. Dies ist keine leichte Entscheidung. Ihr geht damit eine Verbindung fürs Leben ein.“
Obwohl Lyn mit diesen Worten ihnen die Option der Endscheidung überließ, hatte Eilmana den Eindruck als wüsste Lyn schon wie ihre Antwort ausfallen würde...
„Und ja, wenn du diesen Weg gehst, bist du automatisch eine Bürgerin Drachmas, egal in welchem Königreich du gezeugt wurdest. Dieser Bund steht über allen anderen, auch deiner Lehnstreue. Aber du wirst es auch nicht mehr anders haben wollen. Ich denke manchmal ist selbst das Wort 'Liebe' zu klein für den Bund den wir mit den Drachen haben... Ach ja, ...Darna, du hast diesen einen magischen Moment am Turm der Weisheit erlebt, als dich Tianas Blick traf... multipliziere das mit 100 und du erahnst, was auf dich zukommt, wenn du dich für uns entscheidest.“
Bürgerin Drachmars...
Diese zwei Worte schallten in Elis Kopf nach und sie lächelte Still vor sich hin. Für sie gab es keine schönere Vorstellung als ein Teil dieser Stadt zu sein. Und die Beschreibung von Lyn für die Liebe zu einem Drachen sorgte für eine Gigantische Vorfreude und Spannung die sich in Eilmana mit jeder Sekunde mehr ausbreitete.
„Unserer Welt ist voller Magie, denn unser aller Vater, ist der Königsdrache, der alle Magie in sich vereint. Deshalb besitzt er auch alle ihre Farben. Er ist der Regenbogendrache, Vater der Magie. Es gibt kaum etwas, das nicht möglich ist. Gerade DU weißt, ohne dass wir es aussprechen, wie allein ein keiner Teil seines Schatten auf dich gewirkt hat.“
Vor ihren verschlossenen Liedern verwandelten sich die Worte von Lyn in Bilder und sie dachte an den Moment in dem sie die Stufen nach unten ging um den Königsdrachen sein Ei zurück zu bringen. Der Schatten des Drachenkönigs hatte sich dort unten kurz über sie gelegt und Eilmana war von seiner Größe und von seiner Macht, seiner Ausstrahlung so beeindruckt gewesen wie von nichts anderem jeh zu vor. Für sie gab es an den Worten von Lyn nichts in Frage zu stellen, der Königsdrache musste beschützt werden und sein Kind ohnehin. Hatte sie es nicht zuvor schon eine Lange Zeit beschützt und hier her gebracht.
Immer wenn Eilmana daran dachte musste sie unweigerlich lächeln, sie war einfach unendlich gespannt darauf den kleinen Drachen der in diesem Ei steckt eines Tages kennen zu lernen.
„Sein Kind ist hier und muss beschützt werden, bis der nächste Zyklus beginnt. Es wäre uns eine Ehre, euch in unseren Reihen begrüßen zu dürfen... vorausgesetzt ihr willigt ein ...UND ein Ei erwählt euch.“
„...so einfach ist es eigentlich.“
Eilmana hörte ein lächeln in Lyns Stimme und nun stand sie langsam auf um den Weg zu Lyn zu suchen.
Vorsichtig blinzelte sie in das Verschwommene Bild ihrer Umgebung und hob dabei vorsichtig die Hände vor ihre Brust um nicht aus versehen vor etwas vor zu laufen.
Doch da spürte sie schon wieder eine Drachennase an ihrem Allerwertesten, die sie in die richtige Richtung schob.
Eilmana Tastete sich noch ein paar Zentimeter voran und ihre Hände fanden die Schulter von Lyn die bei Darna sahs. Jetzt blinzelte sie umher und fand auch das Gesicht von Lyn vor sich. Sie ging in die Hocke um Lyn besser ansehen zu können.
Sie Sah Lyn in die Augen und in Eilmanas blauen Augen sammelten sich Tränen.
Sie dachte noch einmal über ihre Worte nach...
„Ich,...ich bin überglücklich das ihr, du und der König mich als würdig betrachtete ein Teil dieser Stadt zu werden und was mich betrifft, ich werde mein bestes geben. Ich...ich habe noch viele Fragen aber....“
Sie blinzelte in die verschwommene Umgebung um dann wieder zu Lyn zu schauen...
„Ich denke das hat noch Zeit“
Sie lächelte und wischte sich die Tränen mit den Fingern von den Augen.

Dann erklang Yrans Stimme erneut:
„Ich hätte einen Vorschlag... ähm... Ich hoffe, dass es nicht seltsam klingt, aber...“
„Wir haben die Sorge über ein mögliches Portal in den Harax mit Darna geteilt und um dem entgegen zu wirken,... ähm... sollten wir so nah wie möglich beisammen bleiben. Also ich meine auch in den Ruhephasen. Ich... ach, was solls! Ich schlage vor, dass wir alle zusammen schlafen.“
Eli konnte den Blick von Yran aus der Entfernung leider nicht sehen, doch sie wusste einfach das er ein wenig Traurig darum war die Nacht nicht mit ihr alleine Verbringen zu können. Doch Eli lächelte. Sie wusste das es gerade für Darna das wichtigste war so viele helfende Hände und Klauen um sich zu haben wie Möglich.
„Logistisch brauchen wir eine der großen Höhlen, wo sowohl die Drachen, als auch wir uns gemütlich machen und einrichten können. Plau Ren übernimmt dann am besten den äußeren Kreis und Malagen das Zentrum. Jeder andere sucht sich einen Platz im Zwischenraum.“
Eli hörte wie Tarmas aufstand und sagte:
„Ich werde das schon mal vorbereiten. Ich sag Bescheid, wenn wir fertig sind.“
Dann hörte sie wie seine schritte sich wieder entfernten.

Lyn erkundigte sich noch einmal bei Darna ob sie Fragen hatte, und lief dabei wieder ein wenig herum. Um sich dann bald von der Gruppe zu verabschieden.

Eilmana hockte neben Darna und legte eine Hand auf die Hand der Knappin um ihr dann mit einem Hoffnungsvollem Lächeln in die Augen zu schauen.
Eilmana schwirrten viele Worte durch den Kopf die sie Darna gern gesagt hätte, das sie sich freute sie besser kennen zu lernen, das sie gerne ihre Freundin werden wollte und das alles gut werden würde, doch jetzt gerade war jedes weitere Wort vielleicht zu viel, also schwieg Eilmana einfach nur und lächelte. Nach einem Moment der Stille in der Darna auch wieder die Chance hatte ihr etwas zu sagen, stand sie auf und tastete sich durch die Dunkelheit zu Yran...
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Re: Der Drachnzahn und seine ersten Gäste

Beitrag von Darna von Eibenau » Dienstag 12. November 2019, 14:00

„Ich werde versuchen auf ein paar Details noch näher einzugehen, damit für alle Anwesenden der Kontext verständlicher wird.“
Oh. Danke. Darna rauschte selber der Kopf, und so hörte sie mit am aufmerksamsten zu, was Chasin ordnete. Sie hatte das Gefühl, dies alles nun schon so oft erzählt zu haben, dass sie kaum mehr klar zuordnen konnte, wem sie was berichtet und wann sie was selber erfahren hatte. Eine Zusammenfassung von der Person, die alles speicherte, war perfekt!
"..hatten insofern nichts mit dem im Feuer entstehenden Fluch zu tun.." - Mit dem im Feuer entstehenden Fluch? Die Knappin furchte die Stirn. Welchem Feuer? Dem Scheiterhaufen, auf dem der Magier verbrannt war? Eine ungute Ahnung flüsterte ihr zu, dass das nicht gemeint war. Der Fluch war IM Feuer entstanden...
Feuer.
Lachen.
Seele.
"Sie schienen nach dir greifen zu wollen", hatte Basil erzählt und es schnürte Darnas Brust zu, als ihr klar wurde, in welcher Gefahr sie schon geschwebt hatte. Oder Leon? Götter, wenn sie mit ihm "der drittschönsten Sache der Welt" gefrönt hätte... hätte nur Feuer gefehlt? Wäre das von irgendwo schon her gekommen? Und wenn hier in Drachma ein Drache dem zum Opfer fiele... Nein! Diesen Faden sollte sie definitiv nicht weiter spinnen!
Mit einem dicken Kloß im Hals lauschte sie weiter Chasin.

"Rückschauend war die Wahl eines Kindes für den Fluch des Beschwörers natürlich sehr raffiniert, denn er ging davor aus, das Kinder sich viel und häufig freuen und lachen. Da aber eine reine Seele im Umkehrschluss sich natürlich unbewusst zur Wehr setzt, so wuchs Darna ohne Freude und ohne Lachen auf. Teils auch durch äußere Umstände unterdrückt, wie z.B. einem gleichaltrigen Peiniger, ...“
Darna sackte die Kinnlade nach unten. Wie bitte? Durch den alkoholischen Nebel, der gemütlich ihr Denken zunehmend verschleierte, zuckten Blitze von aufkommender Erkenntnis und neuen Vermutungen, die... haarsträubend schienen. Niemals! Oder? Sie ächzte. Doch Chasin war noch längst nicht fertig, und Empörung regte sich in der Knappin:
"... oder der Wahl eines nicht ganz einfach zu erreichenden Lebensziels als Frau – die Ritterschaft in einem patriarchisch regiertem Königreich."
He! Das war keine von ihrem Unterbewusstsein nur zum Schutz aufgebaute Entscheidung, kein Schachzug nur aus einer Notwendigkeit heraus!
Das stimmt nicht! Ich WILL Ritter werden!
„JAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA!!! Iiii wede ITTER!!!“, hörte sie Elli in ihrer Erinnerung und ein flüchtiges Grinsen huschte über ihr Gesicht, ließ die Empörung verpuffen. Noch ein Schluck aus der Flasche. Ja, Elli. Ich will auch Itter werden. Prost.
Sie überhörte darüber so halb die sonst etwas peinliche Bemerkung Chasins zu ihrer 'erwachten Leidenschaft'. Überhaupt redete ihr die Tha'roon allmählich etwas zu schnell.
'Kontaktaufnahme'. Ja. 'Ungewöhnliche Zusammenarbeit'. 'Nicht einfach'. Oh ja!
'..ist es aber zu verdanken, dass Darna ihren Weg hier her gefunden hat.' Die Knappin hob die Flasche an, wie man es als Dankesgeste so tat. Ja, dafür, dass Er erst wie ein Dämon aussah, haben wir uns ganz gut zusammen gerauft!, musste sie den Werdegang mal anerkennen. Was für eine Abenteuerfahrt! Prost!
"..Zusammenfassend ist zu sagen, dass wir hier auf eine Verbindung mit einer Drachenseele hoffen, um den Fluch zu brechen. < ... > Darna war zu einem gewissen Teil an eine mächtige Seele gebunden und sollte es wieder sein, aber eben nicht nur zu einem kleinen Teil, sondern vollständig...“ Und hier übernahm Lyn fließend ohne, das ein Atemzug dazwischen hätte gepasst:
„...wie es bei uns Drachenreitern üblich ist.“

Die Gedanken der Knappin schienen sich dem hinzu zu fügen. Es war ein unglaublich schönes, warmes Gefühl im Bauch, wie eine Welle, die einen anhob, um einen mit sich zu tragen: Ich werde nicht Itter. Ich werde Drachen-itter!
Hi.
Hi hi hi hi!

Lyn setzte sich neben sie, und die junge Frau schien ihr recht gut gelaunt - nein, sogar ausgesprochen gut gelaunt - und aufgeschlossen entgegen zu blicken.
„Für ein so junges Wesen hast du wirklich schon sehr viel durchgemacht. Zu viel möchte man meinen.“ Ach Quatsch!, winkte Darna innerlich erstaunlich gelassen ab, verkniff sich aber gerade so einen Kommentar. Lyns Daumen strich über ihren Handrücken. Irgend etwas war hier gerade ernst, oder? Sie blinzelte etwas und versuchte, sich zu fangen.
„Ich kenne den Weg, wie ich dir helfen könnte und bin auch gewillt ihn mit dir zu gehen, … Es gibt nur ein kleines Problem.“
Ein kleines? Gut. Kriegen wir hin. Große hatte ich auch schon. Darna wollte an der Flasche nippen, stellte aber fest, dass das mit Lyn so dicht neben sich gerade irgendwie nicht passte. Oh ja, sie war deutlich angetrunken.
„Du hast betont, dass deine Treue Jorsa gilt, dass du dort eine Vergangenheit hast..."
Äh... ja. Sie nickte etwas schwammig. Und sie nickte auch zu dem, was folgte. Stimmte ja. Von Diplomaten wurde gefordert, dass sie sich dem Gastland weitestgehend anpassten, ohne ihre Loyalität zu ihrer Heimat zu vergessen. Das war vereinbar? Ja klar war das vereinbar! Guter Gedanke! Das war eigentlich wie so eine Hochzeit zwischen zwei Familien der verschiedenen Länder, nicht? Gang und gebe. Ihre Laune hob sich weiter.
„Ich kann dir eines sagen: WENN du eine Verbindung zu einem Drachen eingehst – und Ja, das ist durchaus möglich! - dann hast du nur noch einen einzigen König in deinem Leben, nämlich ihn... oder sie natürlich, hihi."
Öhm.
Jetzt blinzelte sie doch schwerfällig, als wäre das ein gewichtiger Einwand gewesen. Moment. Der Drache wurde ihr König? Darna warf einen Blick in die Runde. Die Leute hier wirkten nicht wie unterwürfige Gefolgsleute. Sondern wie... Partner eben. Sehr unterschiedliche Partner, ja, aber eine Einheit. Oder hatte sie das irgendwie metaphorisch gemeint? Besser zuhören: "Ein Drachenkind zu beschützen ist das machtvollste Gefühl, die stärkste Kraft und das schönste Geschenk, das ich bereit bin dir zu geben, wenn du es annehmen willst. Es sollte auch bald geschehen und...“
Damit sah sie an Darna vorbei zu Eilmana.
„... und du wärst auch in den Prüfungen nicht ganz allein.“

Das klang... gut. Das klang alles gut! Wieso... hakte es jetzt an irgendwas? Lyn hatte versucht, sie auf etwas hinzuweisen und Darna hatte das Gefühl, ein Detail verpasst zu haben. Welches?
Sie blinzelte und registrierte das erste Mal, seit sie die Flasche angefasst hatte, nicht wie gewohnt denken zu können. Es hatte etwas mit der Loyalität zu tun. Einem Seitenwechsel. Ja, das war es.
Sie kam entweder ganz nach Drachma, oder gar nicht. So funktionierte Diplomatie nicht.
Plötzlich waberten ihr wieder die Bedenken im Kopf herum, von denen Leon gesprochen hatte. Und ihre Eltern? Jorsan war in Gefahr! Sie warf einen Blick zu Eilmana, die wohl offensichtlich mit dem 'nicht allein' gemeint war, und auch bei der Elfe weiteten sich die Augen und Tränen begannen, in ihnen zu schimmern. Urgs. Der Elfe fiel das auch nicht leicht? Darna wusste gar nicht, ob sie Familie hatte und was sie alles zurück lassen müsste. Was, wenn Eilmana Nein sagte? Irgendwie kam ihr alles falsch vor. Irgendwas lief hier falsch. Menno.

„Es gäbe schon ein paar Vorbereitungen, ein paar Prüfungen, aber letztendlich zählt nur das eine: Das ein Drachenei euch erwählt.“
"Was für Prüfungen? Eigentlich mag ich Prüfungen", warf Darna abgelenkt dazwischen, aber es klang ziemlich brummig. Vor Prüfungen hatte sie keine Angst. Und davor, dass ein Drache sie auswählte, eigentlich auch nicht. Ihre Angst vor Feuer? Darauf war Chasin gar nicht eingegangen. Spielte das keine Rolle? Vermutlich nicht, oder? Wenn sie Partnerin eines Feuerdrachen würde, würde der ihr wohl als erstes beibringen, dass sie vor Feuer keine Angst mehr haben musste. Feuer war ja eigentlich schön... wenn da nur nicht immer diese kleine, aber eindringliche Alarmglocke wäre...
und... ähm, tja. Verbrennen war auch äußerst unlustig. Darnas Augen starrten für einen Moment glasig unfixiert in die Gegend.
Sie ruckte etwas aus diesen Gedanken gerissen mit dem Kopf, als Lyn ihr einen gewissen Abstand ließ.
„Darna, deine Not - die Notwenigkeit allein deinen Fluch zu brechen, das sollte dich nicht zu etwas zwingen, was sich als das schönste in deinem Leben herauszustellen könnte. Ich bin vor allem von deiner Offenheit begeistert und überzeugt, dass du eine Bereicherung für unserer Gemeinschaft wärst."
Dieses Kompliment wärmte sie für einen kurzen Moment und sie holte tiefer Luft, kam etwas zur Ruhe. Aber der Ernst war zurück gekehrt.
"Du hast einen starken Beschützerinstinkt und wenn man es genau nimmt, ist es keine Wahl zwischen zwei Königshäusern. Du musst das weniger politisch betrachten. Drachma ist kein Königreich, auch wenn wir einen 'Königsdrachen' haben. Drachma ist der Zusammenschluss aus Wesen, die sich einem gemeinsamen Ziel verschrieben haben. Dem Schutz der Drachen! Und das ist das einzige, was wir verlangen. Bedingungslose Liebe zu einem Wesen, dass dich braucht.“
Darna glaubte ihr. Sie war regelrecht dankbar, dass es nicht allein um den Fluch ging. Geehrt, dass sie in Betracht gezogen wurde. Umso behutsamer, aber mit tiefstem erwachsenem Ernst fragte sie also:
"Und was ist mit den 'Wesen', die mich auch brauchen? Leon? Muss er dann allein nach Hause, zu einem Ritual, das ihn überfordert, zu einer Frau, die er nicht heiraten will, aber muss, mit einem Eissarg..." Sie machte eine ausschweifende Geste, die wohl nach draußen weisen sollte, "Eilmanas Opfer dafür... umsonst?" Sie sah Lyn an, ohne Provokation, aber mit dem Willen, ihre Bedenken begreiflich zu machen. "Was ist mit meinen Eltern, die am Rande eines Nebels leben, in dem schon Orks und Dunkelelfen gesichtet wurden? Meinem Bruder, der an einer Front Gegnern gegenüber steht, die mit den Dunkelelfen zusammen eine Dämonenseuche beschworen haben, um Jorsan zu vernichten? Nein, nicht zu vernichten... zu..." Ihr Gesicht verzog sich in Abscheu. "..aufzufressen. Tausende Menschen selbst an ihren kleinsten Gebrechen elendig verrecken zu lassen, bevor man über sie hinwegstürmt. Und ich habe Morgherias Hauch besiegt, ja, aber sie werden sich Neues einfallen lassen! Und weil das letzte nicht funktionierte, also etwas Schlimmeres. Sie haben sich mit den Piraten von Rumdett verbündet, schon jetzt sind die Meere im Süden und Osten unsicher.
Und sie schicken uns da noch auf eine dämliche Knappenprüfung", fauchte sie und schüttelte den Kopf. "Ihr sagtet, ich habe einen starken Beschützerinstinkt.
Ja."
Darna sah Lyn an. Genau das war gerade das Problem.
Die Knappin hob die Flasche und nahm sehr undamenhaft noch einen großen Schluck. Dieses Zeug war wirklich lecker, und es half! Ihre sonst so klare Artikulation hatte angefangen, auszufasern, wenn man darauf achtete, und es wurde zügig immer deutlicher.
"Nichts war jemals so verlockend wie dieses Angebot, gar keine Frage." Das kam aus tiefstem Herzen. Sie wischte sich mit der Daumenkuppe den Mundwinkel ab.
"Und wenn ich Egoist bin, lass ich alles über Bord fallen und ruf begeistert: ja!
Aber ich bin kein Egoist. Wenn ich danach sehe, wie mein Heimatland zugrunde geht, während ich ein putziges Drachenbaby knuddel, wird das später eine sehr unglückliche Beziehung. Ich würde mir ewig Vorwürfe machen - und schlimmstenfalls ihm."
Sie atmete frustriert aus. Irgendwas hing in der Luft. Sie wedelte mit der Flasche. "Ähm, das ist keine Drohung. Also: nicht so gemeint.
Und auch keine Erpressung!
Ich mein nur...
och mann." Sie ließ den Kopf nach vorne sinken. Verflixt, wieso war das alles so schwierig?!
"Habt ihr keine Heimat?" Sie sah in die Runde. Die waren alle so lange hier, sie hatten das alles vermutlich vergessen, oder? "Was tätet ihr, wenn sie überrannt wird, wenn das, was ihr kanntet und liebtet, abgeschlachtet wird?"

(etwas später im Gespräch)*
„Dein Leid hat dich zwar zu uns geführt, aber es könnte sich hier in etwas wirklich großes verwandeln.“ Yran gluckste. „Ja, sehr groß...“
Lyn schaute kurz leicht tadelnd aber liebevoll zu ihm. „Er meint die Größe der Tiere. - Und er versucht die Dramatische Stimmung etwas durch seine Scherze zu mildern. Ich meine die Gefühle, die es braucht um einen Drachen zu bändigen, zu reiten und zu lieben.“

Darna warf einen Blick zu Yran, während sie schon wieder Lyn lauschte und ein Grinsen grub sich tief in ihren linken Mundwinkel. 'Sehr groß'? Oho, das klang... verlockend? Hrhr. Dann schweifte ihr Blick etwas zu flüssig zu Lyn zurück und ihre Brauen zogen sich zusammen.
"Zu bändigen?", echote sie. "Was meint Ihr mit 'zu bändigen'?"
Aber das meinten die wohl nicht so ernst, wie sie es gerade auslegte, oder? Selbst Tarmas schmunzelte! Aber er hatte auch etwas zu sagen:
"Darna, du hast hier viel erfahren, was teils für dich wichtig sein mag, teils aber für die Lösung deines Problems vollkommen irrelevant ist. Hintergründe der Vergangenheit sind gut und schön, aber ich finde, du solltest die Zukunft im Blick behalten. Das ist meine Meinung.“
"Und die ist mir ohne jeden Zweifel wichtig!", bestärkte ihn die Knappin sofort und drängte wohl den meisten den Eindruck auf, dass man ihr spätestens jetzt die Flasche weg nehmen sollte. "Aber Ihr habt... mit Verlaub... nischt den leisesssten Schimmer!"
Die Siebzehnjährige schaute den Jahrhunderte alten Drachenreiter frontal an und deutete zu Chasin. "Die hat mir da eben in so 'nem banalen Nebensatz erklärt, warum ich... elf Jahre lang, die selbst meinem Untermieter verflixt lang geworden sind! so komisch war, wie ich war! Also: nicht komisch! Habt Ihr 'ne Ahnung, was für 'ne beschissene Zeit das war? Ich hab mich dauernd gefragt, ob ich schuld daran bin, dass die anderen so fiese zu mir sind. Talarion erzzzählt mir was von 'Wetrachte es als Lysanthors Ssegen, mein Kind'" - sie ahmte dabei salbungsvoll eine gewichtige Stimme und Haltung nach, dass alleine diese Darstellung voller Widersprüche schon zum Lachen reizte - und holte dann weiter aus:
"..während Gernot mich mit 'nem Holzschwert grün und blau prügelt, nur weil ich trotz allem das Protokoll einhalten wollte, diesem blöden Mistkerl tschum Geburtztag zu gratulieren und ihm in die Feier rein geplatzt bin. Prompt alle still. Völlig still! Darna, die Spaßbremse!"
Sie machte Anstalten, als hätte sie die Flasche jetzt wegwerfen wollen - gut, dass sie irgendwie abhanden gekommen war. "Und dann erfahr ich in 'nem Nebensatz: ich bin nicht schuld! 'Unbewuscht gewehrt'!" Sie schnaufte. "Isch hab denen allen den Arsch gerettet, das hab ich!"
Sie lachte kurz und hob den Zeigefinger. Was jetzt kam, musste so wichtig sein, wie es nur einem Betrunkenen sein konnte:
"Und wenn isch 'ne putzige Idee hab, dann hat dieser Mistkerl das auch noch gewusst."
Sie schwieg kurz, als müsse sie da selber nochmal drüber nachgrübeln und brummelte schwammig: "Isch hab mich nämlich die ganze Zeit gewundert, wieso der Templer geworden ist. Wenn das die ganze Zeit sein Auftrach war, dann macht das sogar Sinn... Die haben... Die haben mich tagelang ausssgefragt, und ich weiß nicht mehr, was alles..."
Sie sah schwer überlegend die anderen an, als müssten die Anwesenden jetzt völlig verstehen, von was sie redete:
"Die müssen doch eigentlich raus gekriegt haben, was mit mir los ist..."
Sie klang gerade fast nüchtern. Sie war es nur eindeutig nicht.
"Was... ...
nix mit dem Drachen zu tun hat. Hassu recht." Oh. Sie erinnerte sich sogar daran, von was Tarmas eigentlich geredet hatte?
"Aber!", hob die Knappin nochmal den Zeigefinger. Und wieder schien sie irgend einen Lehrmeister zu zitieren: "Nur wer die Vergangenheit versteht, kann für die Zukunft weise entscheiden!"

„Ich würde vorschlagen, dass ihr beide noch einmal darüber schlaft und mir dann Bescheid gebt. Dies ist keine leichte Entscheidung. Ihr geht damit eine Verbindung fürs Leben ein.“
"Isch muss vorher nochmal mit Leon reden!"
Oh ja, schlafen schien eine vernünftige Option zu sein. Die Knappin schien mit dem absichtlichen Betrinken über das Ziel hinaus geschossen zu sein. Hinterher erinnerte sie sich nicht einmal mehr an alles, was hier gesagt worden war - nicht einmal mehr an alles, was sie selber gesagt hatte.
"Ach ja, ...Darna, du hast diesen einen magischen Moment am Turm der Weisheit erlebt, als dich Tianas Blick traf... multipliziere das mit 100 und du erahnst, was auf dich zukommt, wenn du dich für uns entscheidest."
Die Knappin furchte die Stirn. Da war was... Himmel, das Denken fiel so schwer! Aber das war wichtig gewesen!
"Also... ähm.... wenn das... Wenndasn Feuerdrache is... dann..."
Sie sah eindringlich Lyn an und warnte sie mit gehobenem Zeigefinger:
"Ihr wisst schon: Freuen... Feuerdrache... Drachenseele... - nicht gut."
Aber sie schien selbst betrunken grob zu verstehen, dass im Schatten des Königsdrachen eine Menge möglich war. "Dann sagt ihm halt, dass er da aufpassen muss, ja? Ich will mich nicht freuen und den kleinen Schnuckel damit an den Haraksch verfüttern! Dasch täte mir leid! Ne. Mehr als leid. Das... wooh.." Irgendwo erhob sich jemand, und auch Darna hatte versucht, aufzustehen.

Oh, Eilmana weinte ja schon wieder! Das sollte sie nicht! Darna ging zu ihr, um sie zu trösten. Soweit zumindest der Plan.


* (# Ich hoffe, es ist okay, dass ich hier einen Einschub gemacht habe. Wenn nicht, bitte PN, wir regeln das)

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