Der Drachnzahn und seine ersten Gäste

Der Drachenzahn war stets Anlaufpunkt für Besucher der Stadt. Riesig ist sie, dass wohl gut eine halbe Armee unterkommen kann. Ein Brunnen im Eingangssaal dient geschuppten Besuchern sogar als Tränke.
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Re: Der Drachnzahn und seine ersten Gäste

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 21. August 2019, 10:14

"Ich wollte nicht stören..."
, rollte sich ein Raunen in Darnas Kehle zusammen, blieb da aber klumpig hängen. Sie bekam keinen Ton raus, sondern fing an, ihn verträumter anzustarren. Die Zeit wurde nebenher unwichtig und begann, nur noch träge zu tropfen. Er raunte etwas. Irgend etwas mit 'Fassung', was vollkommen unwichtig war, weil jeder Brummton seiner Stimme ihr Inneres vibrieren ließ. Es klang nicht so, als hätte er ihr gerade einen Vorwurf gemacht.. es war irgendwas anderes. Etwas in ihr trat beiseite und wunderte sich weniger darüber, dass sie alles widerstandslos mit sich geschehen ließ, sondern eher, wie widerstandslos sie es geschehen ließ. Sie brummte ein atemloses Seufzen, als er sie küsste und ihre Lippen öffneten sich, um mehr von ihm in sich aufzusaugen. Endlich tanzte er wieder mit ihr und sie ließ sich tragen, schweben, in die Kissen sinken.
Er war ihr nicht böse?
Nein... scheinbar nicht.
Nun gut, selbst wenn er ihr böse war, dass sie einen anderen Mann angefasst hatte, dann kanalisierten sich diese Gefühle gerade auf eine ganz andere Ebene.
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Eine horizontale Ebene, in der sie beide flogen, miteinander tanzten und ganz vergaßen wo sie waren, bis über ihren Köpfen ein knarrendes Geräusch erklang. Der Drache Malagen bewegte sich und änderte seine Position, was Leon inne halten ließ. Er hob den Kopf aber hielt dabei den Stoff von Darnas Hemd weiter zwischen den Zähnen fest, so dass dieser sich köstlich an ihren Seiten hoch zog. Ein Mundwinkel hatte er leicht nach oben gezogen, was ihm einen schelmischen Ausdruck verlieh. Leon sah ihr in die Augen. Ein fragender Blick... vielleicht der letzte...
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Darna von Eibenau
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Re: Der Drachnzahn und seine ersten Gäste

Beitrag von Darna von Eibenau » Freitag 23. August 2019, 10:36

Er legte sich in ihre Berührungen. Er genoß, was sie tat.
Das war neu!
Natürlich nicht vollkommen neu. Hunde hatten häufiger so reagiert, wenn sie ihnen Zuwendung schenkte, aber am Hof des Grafen, während ihrer Ausbildung, hatte sie nicht einmal mit den Hunden im Zwinger so umgehen dürfen - das waren schließlich Wachhunde. Der körperliche Kontakt mit Menschen hatte sich auf ein Minimum beschränkt.
Ob das ein Grund war, warum sie sich Leon gerade so hingab?
Das mochten andere analysieren, wenn überhaupt, denn sie war dazu alles andere als in der Lage. Sie mochte Leon die Fassung geraubt haben, aber er ihr offensichtlich auch den Verstand.
Anders war es nicht zu erklären, dass die wohlerzogene Knappin so gar keine Anzeichen zeigte, dass sie das höchst unanständige Geschehen gerade störte. Im Gegenteil.
Selbst das entfernte Echo von Ihm und Seiner Reaktion fügte sich nur nahtlos in ein Gefühl des Wohlbefindens ein. Eine Einigkeit im Empfinden und in den Absichten, wie sie bisher nur ein mal passiert war: als sie ihn anfeuerte, den Dämonen den Harax heiß zu machen. Hätte sie das Ganze gelassener und mit einem Funken mehr Abstand betrachtet, hätte sie über Seine Reaktion nur geschmunzelt. Aber in ihrer Selbstvergessenheit mischte sich diese Note nur in einen Sturm aus unbekannten Gefühlen, die sie überwältigten und von denen sie sich gerne überfluten ließ.
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Leon befreite einen Arm und presste sie noch näher an sich. Dieser Druck tat so unglaublich gut! Ihre Beine drückten fester und am liebsten wäre sie in ihn hinein versunken, wäre gänzlich mit ihm verschmolzen. Er keuchte, was sie ihn abermals anschauen ließ, und mit geöffneten Lippen und verklärtem staunenden Blick beobachtete sie, wie er sich aufbäumte wie eine Ausgeburt von Männlichkeit, Licht und Leben.
Ich liebe dich, schwomm durch ihren Geist.
Wie hatte sie an ihm zweifeln können? Wie daran zweifeln können, ob ihre Wahl die richtige war, wie nach einem anderen schielen?
*Sie wird sich den Erstbesten greifen, der so blöd ist, sich mit ihr einzulassen, denn es wird ihre einzige Chance sein, dass sie nicht als alte Jungfer stirbt!*
Ach, Gernot...
Sie verstand noch immer nicht ganz, warum ausgerechnet Leon ausgerechnet sie gewählt hatte, aber ihr "Erstbester" wirkte gerade wie ein Gott. Kleine Schweißperlen glitzerten auf seiner Haut und sein erregtes Zittern fühlte sich so köstlich an, dass sie es gierig in sich aufsog, mit ihren Händen begehrlicher und schneller über seine hitzige Haut fuhr, wo immer sie ihn gerade berühren konnte.
Fast hätte sie protestiert, als er sich ein Stückchen von ihr zu entfernen schien, aber dann machte er selber von seinen Zähnen Gebrauch und stellte sich damit wesentlich geschickter an als sie mit ihrer ungeübten Wildheit. Ein heller, kleiner Laut entfuhr ihr und sie warf den Kopf nach hinten, presste ihn in die weiche Fläche unter sich und drückte ihren Rücken durch. Ihr ganzer Körper war wie ein Bogen gespannt und sehnte sich danach, zur Gänze in Anspruch genommen zu werden. Die angespannten Muskeln bebten und das Verlangen wurde übermächtig! Ihre Finger krallten sich in seine Schulter und die Decke.
Fast hätte sie sogar den Drachen auf dem Dach überhört oder wegignoriert.
Aber dass Leon in ihrem Maximum an Verlangen inne hielt, ließ sie schwer atmend den Kopf wieder so weit bewegen, dass sie ihn ansehen konnte. Und wehe, seine Augen glänzten nicht! Er sah ihr in die Augen und schmunzelte schelmisch. Dieser Mistkerl!
Irgend etwas lag in seinem Blick, was sie nicht deuten konnte und es war ihr auch egal. Er sollte weiter machen!
Mit einer undefinierbaren Mischung aus einem Seufzen, einem Knurren und einem sehnsüchtigen Jaulen patschten ihre Hände auf seinen Rücken und wollten ihn wieder höher, näher zu ihr ziehen. Oder tiefer? Wobei, da wo er war, war es auch schön...
Moah! Einen Lidschlag lang wusste sie nicht, wohin mit sich und ihm, es war zum wahnsinnig werden! Ihr Körper wand sich genauso ziellos und hätte ihn am liebsten wie eine Krake umschlungen. Ihre Hände krallten sich fester in seinen Rücken und sie zog ihm ihre - zum Glück kurzen - Fingernägel über die Haut.
Er zuckte zusammen.
Es musste weh getan haben, und sie merkte sogar, wie seine Haut sich plötzlich anders anfühlte, denn ihre Nägel hatten seine Striemen gekreuzt, die zwar geschlossen waren, aber eben noch frisch verheilt und empfindlicher als der Rest.
Sie zuckte zusammen.
Während in ihr sich noch lüstern das Verlangen formte, dass sie für die nächsten Striemen verantwortlich sein würde und nicht dieses blöde, langohrige Kaninchen, schüttete schon dieser Fitzel Erinnerung einen Kübel an Assoziationen über sie, der effektiver war als jeder Eimer kaltes Wasser es hätte sein können:

Ein blutiges, riesiges Kaninchen mit Reißzähnen, das sich auf Leon stürzte.
Warum? Weil sie gelacht hatte.
Es schnitt ihm den Rücken in Streifen.
Da, Leon, auf dem Tisch. Blutend.
Sein schwacher Ruf: "Delilah..."
Und sie grinste. Grinste wie ein Honigkuchenpferd.
Grinste ihr Spiegelbild an, während ihr Ausschnitt mit Brandrändern anrüchig weit auseinander klaffte.
Ihre und Seine Hand, die über ihr Dekolleté wanderten und den Stoff in Rauch auflösten. Hitziges Verlangen.
Und wie sie dann in den Spiegel grinste...
*Spannungsgeladene Situationen sind mein Fachgebiet und der Abbau solcher kann durchaus Freude bereiten...*
Das war es, was sie hier gerade taten, nicht? 'Spannungsgeladene Situationen abbauen'.
"Freude“... ist eigentlich gerade das Letzte, was ich gebrauchen kann, mh?
Auf ihr lag Leon. Blutend. Zerfetzt.
Und es wäre wohl nur der Anfang.

Himmel, W A S TUST du hier?!

Von einem Bruchteil einer Sekunde auf den nächsten war alles anders. Gerade noch hatte sie ihn liebeswütig umschlungen, dann war sie erstarrt, mitten in der Bewegung. Selbst ihre Hände, die ihn eben noch unabsichtlich, aber schmerzhaft gekratzt hatten, hingen regungslos in der Luft. Sie hatte ihn mit lüsternem Verlangen angesehen, dann hatte ein kurzes stummes, aber intensives "Verzeihung!" in ihrem Blick das Kratzen entschuldigt und dann... passierte irgend etwas anderes. Aus ihrem Blick wurde ein Starren und es begann, unfixiert durch ihn hindurch zu gehen. Zusehends wurde sie bleich und sogar Tränen begannen, ihr in die Augen zu steigen.
Ihr Körper hatte sich versteift, aber nicht mehr wegen erregter Anspannung. Dann begann sie, ihn wegzuschieben, erst ungezielt, als müsste sie ihren Körper überhaupt erst wieder unter Kontrolle kriegen, dann hektischer.

Das muss aufhören! Sofort! Was tu ich hier?
'Ja genau, was tust du hier?', meldete sich die gefasste, aber strenge, vorwurfsvollere Stimme ihres Vaters in ihrer Einbildung. Ihre Erziehung hatte ungehört an die Tür gehämmert, jetzt riss sie sie unvermittelt auf wie zuvor Leon eine andere Tür geöffnet hatte.
'Sie hat für ihn die Beine breit gemacht', erinnerte sie sich von irgendwo an einen abfälligen, schäbigen Kommentar über irgend eine junge Frau, die in Ungnade gefallen war. Und die Erkenntnis, was damit gemeint war, schüttete den nächsten Kübel Wasser über sie.
'Na, eindeutiger ging es kaum: Er hat auf ihr gelegen...'
Sie zog sich duckend den Kopf ein, als die Erinnerung an das Zerbrechen eines Besenstiels förmlich in ihrem Ohr wieder knallte und das Geschrei des Burschen, an dem ein wütender Vater ihn zerbrochen hatte. Fürchterliches Gebrülle, das sie kaum verstanden hatte, aber es hatte ihr Angst gemacht.
Waren sie und Leon schon zu weit gegangen? Es schien so!
Du bist doch kein Bauernmädchen!
'...den Erstbesten...'
Oh, verdammt! Ziellos versuchte Darna, von ihm weg zu kommen und sich mindestens in die nächste Zimmerecke zu flüchten!
Was haben wir getan?!
Nein: Du! Was hast DU getan?
, verschärfte sich sofort die Selbstkritik.

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Re: Der Drachnzahn und seine ersten Gäste

Beitrag von Erzähler » Samstag 24. August 2019, 12:44

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Mit einer undefinierbaren Mischung aus einem Seufzen, einem Knurren und einem sehnsüchtigen Jaulen patschten ihre Hände auf seinen Rücken und wollten ihn wieder höher, näher zu ihr ziehen. Oder tiefer? Wobei, da wo er war, war es auch schön und sein Mund machte Sachen mit ihr, für die ihr sich auflösendes Gehirn keine Worte fand. Sowieso schien sie sich gerade in Auflösung zu befinden. Ihre Knochen waren weich und biegsam und ihre Muskeln dafür um so entspannter. In ihr zerfloss etwas und verflüssigte sich, als Leon den Druck um eine ihrer Spitzen erhöhte und es dort teils heiß und kalt wurde. Der Strom aus Gefühlen jagte durch ihren Körper, um sich in ihrer Mitte zu bündeln. Ein wildes sehnsuchtsvolles Stöhnen erklang, als sie über seinen Rücken schabte.
Er zuckte zusammen und verspannte sich. Ein leises Knurren löste sich aus seiner Brust und er ließ sich schwer auf sie fallen. Es musste weh getan haben, als ihre Nägel die frischen Narben auf seinem Rücken kreutzten und sie merkte sogar, wie seine Haut sich plötzlich anders anfühlte. Es war als kühlte sie schlagartig ab, bis auf die Stelle, wo sie ihn gekratzt hatte. Oder empfand nur sie das so?
Sie zuckte zusammen.
Während in ihr sich noch lüstern das Verlangen formte, dass sie für die nächsten Striemen verantwortlich sein würde und nicht dieses blöde, langohrige Kaninchen, schüttete schon dieser Fitzel Erinnerung einen Kübel an Assoziationen über sie, der effektiver war als jeder Eimer kaltes Wasser es hätte sein können! Bilder zerrissen ihre wohlig warme Welt. Blut, Krallen, ein Lächeln, Zähne, Leon, auf dem Tisch. Blutend. Auf ihr lag Leon. Blutend. Zerfetzt.
Und es wäre wohl nur der Anfang. Ihre Fantasie malte noch viel mehr Blut dazu, als das da wirklich gewesen war und es formte sich zu einem sieben eckigen Stern.

Von einem Bruchteil einer Sekunde auf den nächsten war alles anders. Gerade noch hatte sie ihn liebeswütig umschlungen, dann war sie erstarrt, mitten in der Bewegung. Leon hatte noch nicht mitbekommen, dass etwas anders war und plötzlich fühlten sich seine Hände, sein Gewicht, seine Lippen nicht mehr willkommen an. Darnas Hände, die ihn eben noch unabsichtlich, aber schmerzhaft gekratzt hatten, hingen regungslos in der Luft. Sie starrte in die Luft als er endlich merkte, dass etwas nicht stimmte. Ein "Verzeihung!" sollte in ihrem Blick das Kratzen entschuldigen, doch Leon wirkte nur verwirrt und dann... passierte irgend etwas anderes. Aus ihrem Blick wurde ein Starren und es begann, unfixiert durch ihn hindurch zu gehen. Zusehends wurde sie bleich und sogar Tränen begannen, ihr in die Augen zu steigen. Ihr Körper hatte sich versteift, aber nicht mehr wegen erregter Anspannung. Dann begann sie, ihn wegzuschieben, erst ungezielt, als müsste sie ihren Körper überhaupt erst wieder unter Kontrolle kriegen, dann hektischer. Leons Körper war plötzlich viel zu schwer! Viel zu nah! Viel zu warm... oder kalt? Ihre Gedanken rasten und Gewissen und Verlangen prallten hart aufeinander. Das Chaos, das sie hinterließen war perfekt.
Ihre Erziehung und Erinnerungen rollten wie eine Feuerwalze über sie hinweg und hinterließen nur verbrannte Erde.
'Sie hat für ihn die Beine breit gemacht', erinnerte sie sich von irgendwo an einen abfälligen, schäbigen Kommentar über irgend eine junge Frau, die in Ungnade gefallen war. Und die Erkenntnis, was damit gemeint war, schüttete den nächsten Kübel Wasser über sie.
'Na, eindeutiger ging es kaum: Er hat auf ihr gelegen...'
Sie hatte für Leon die Beine breit gemacht!
Waren sie und Leon schon zu weit gegangen? Es schien so!
Oh, verdammt! Ziellos versuchte Darna, von ihm weg zu kommen und endlich hatte Leon sich auch soweit aus den zerwühlten Laken befreit, dass er von ihr runter gerollt war. Darna rutschte eilig vom Bett und flüchtete sich in die nächste Zimmerecke! Da die Räume hier groß waren, was das schon weit, aber nicht weit genug führ ihr Empfinden. Fassungslos starrte Leon ihr hinterher. Er lag halb auf der Seite auf dem Bett und jetzt sah Darna auch die starke Wölbung seiner Hose.
Wo sie sonst vielleicht hätte stolz auf ihr Werk hätte sein können, ließ endlose Scham sie nun zusammen sinken. Sie konnte ihn gerade nicht mal ansehen und ihre Hände fanden ihre Gesicht und verbargen sie vor der Welt...

Kuitus interuptus!...
Ein Schnaufen klang durch den Äther.
So nennt man das.
Musste jetzt auch noch ER auf ihren Gefühlen herum trampeln? Aber Moment mal? Sie hörte ihn nur, sah ihn nicht, aber fühlte, dass er sie sanft umfangen hielt und etwas weiches raschelndes um sie gelegt hatte... War sie von eiem Bett in ein anders geflüchtet??? Wenn sie die Finger danach austreckte, hätte sie schwören können Federn zu spüren. Irgendwie war die Welt hier drinnen schöner als da draußen, weicher, dunkler, weniger real oder grell.
Schhhh... ruhig atmen! Es ist doch garnichts passiert, mein Mädchen.
Seine Aura umhüllte sie wie ein schützender Kokong. Seine Nähe war nicht spannungs aufgeladen, wie sonst, sondern wie die eines Vaters, der sein Kind schützte... merkwürdig. Vielleicht hatte sie dies schon mal als junges Mädchen, kurz nach dem entzünden des Fluchs gefühlt? Sie erinnerte sich nicht.
Süße, du hast echt ein Problem. ...und das bin diesmal nicht ich.
War er mit in diesem Kokong? Ja, musste er ja sein, er war ja ein Teil von ihr. Und doch fühlte es sich an, als sei der Kokong auch ein Teil von ihm... Federn, Muskeln, weiche Daunen, die von seinem Rücken auszugehen schienen um sich vor ihr zu kreuzen... und sie fühlte seine Brust in ihrem Rücken. Schützend, als würde sie auf seinem Schoß sitzen und er sie umarmen, mit allem was er hatte.
Du bist ganz schön verkorkst. Sex ist ein Grundbedürfnis... nichts vovor man Angst haben müsste. Wegen Sex seid ihr auf der Welt! ...Selbst eure Götter wissen das.
Das war so was von syreal! Er tröstete sie wie ein Vater oder großer Bruder und redete gleichzeitig über das eine, dass sie gerade in eine hochnotpeinliche Situation gebracht hatte. Vielleicht, wenn sie in sich hinein spürte, dann war er aber nicht nur Vater, Bruder oder Beschützer... dann war er auch noch Liebhaber, Versucher und ...Dämon. Sie bräuchte nur ihre Hand nach ihm auszustrecken, um ihn daran zu erinnern, dass sie eben kein Kind mehr war.
Weist du, Sex ist das dritt schönste, was man in unser beider Welten erleben kann.
Wieso nur das dritt schönste?
Sie fühlte, dass er ihr sogar eine Antwort darauf gab, aber sie hörte ihn plötzlich nicht mehr. Seine Stimme verklang und auch das Gefühl ließ nach.

Als Darna durch ihre Finger spähte, sah sie Leon wie er nur noch vier Schritt von ihr entfernt vor ihr sich gerade auf dem Boden kniete. Er hatte sich ein Hemd grob über geworfen, was auch den Teil seiner Hose verdeckte, um den sich kurz zuvor all ihre Instinkte gedreht hatten. Wieso sah dieses halb offen stehende Hemd eigentlich so gut an ihm aus... obwohl, ohne war es besser!
„Darna?“
, flüsterte er leise. Er streckte seine Hand ein bisschen nach vorne, ohne sie wirklich erreichen zu können, doch Darna nahm diese Geste unwillkürlich auf und setzte sich aufrechter hin... bereit zur Flucht?
„...was ist los?“
Leon ließ die Hand wieder sinken. Er wirkte … „geschlagen“.
„Würdest du mir bitte sagen, was in dir vor geht?! Was war das eben? Also ich meine... warum bist du geflüchtet? Habe ich dir weh getan?... Wolltest du nicht...“
Er brach ab und schien seine eigenen Gedanken erst mal neu ordnen zu müssen. Dann sprach er weiter:
„Ich … Du bist hier einfach aufgetaucht... ich... Ich hab die Kontrolle verloren. Entschuldige! Das war... falsch.“
Eigentlich war es doch sehr schön gewesen... bis zu dem Moment mit dem Kaninchen!
„Ich kann mich nur in aller Form entschuldigen. Das hätte nicht passieren dürfen... Die Sorgen, der Druck der vergangenen Tage. Das Bad und dann die Geschichte mit Tarmas... War alles ein bisschen viel. Ich hab mir gewünscht, dass du kommst und dann... Trotzdem hätte ich dich nicht so...“
Er schluckte und starrte zu Boden.
„Es tut mir leid.“
Er stand langsam auf und wich wieder einen Schritt von ihr zurück, blieb dann aber zögernd stehen. Vermutlich, da er die fünf Schritt Distanz nicht vergrößern, aber ihr auch Raum lassen wollte. Obwohl freuen? Das tat sie sich gerade sicher nicht!
„Das ganze war ein Fehler.“
Hatte Darna nicht eben auch so etwas gedacht? Wieso hörte sich es bei ihm so anders an. So falsch! Er ging tatsächlich noch einen Schritt weiter seitlich nach hinten und setzte sich auf einen Lehnstuhl. Seine Ellenbogen auf die Knie gestützt, ahmte er nun Darnas Körperhaltung nach und vergrub sein Gesicht in den Händen. Er schüttelte dabei leicht den Kopf und murmelte etwas unverständliches. Was ging in ihm vor? Irgendetwas an seiner Haltung ließ Darna an den alten Mantel ihres Vaters denken, wenn er aufgehangen an der Garderobe im Flur hing. Er war ein trauriger Anblick, leer und körperlos, eben ohne den Mann der ihn füllen sollte. Trotzdem roch er noch immer nach ihm und nach dem Leben, dass ihr Vater in ihm führte. Und im Moment wirkte Leon genauso, als hätte man ihn ausgezogen und irgendwo aufgehängt.

Darna fühlte zwar, dass ihr „Untermieter“ da war, aber auch er ließ ihr Raum zum handeln und beschränkte sich aufs zuhören.
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Re: Der Drachnzahn und seine ersten Gäste

Beitrag von Darna von Eibenau » Sonntag 25. August 2019, 17:47

Kuitus interuptus!...
Ein Schnaufen klang durch den Äther.
So nennt man das.

Was nannte man so? Hrmpfh. Ihr schwante, was er meinte, aber das wollte sie gerade nicht wahr haben. Für einen kurzen Augenblick hatte sie Angst, dass Er jetzt auch noch in die Kerbe ihrer Gefühle schlagen würde und umso intensiver nahm sie wahr, wie Er aber stattdessen sie nur mit dieser Umarmung zu umhüllen begann. Zuerst angespannt und noch zitternd prallte der beruhigende Effekt zunächst an ihr ab. Zu sehr waren ihre Sinne auf Alarm gebürstet.
Schhhh... ruhig atmen! Es ist doch garnichts passiert, mein Mädchen.
Gar nichts?! DAS nannte Er 'gar nichts'?
Oder hatte Er recht? Etwas an Seiner Stimme war beruhigend. Seine Aura umhüllte sie wie ein schützender Kokon. Seine Nähe war nicht spannungsaufgeladen, wie sonst, sondern wie die eines Vaters, der sein Kind schützte... merkwürdig. Es wirkte irgendwie vertraut, aber sie wusste nicht, warum. Der Kokon kitzelte ihre Neugier, und als sie die Finger ein bisschen danach ausstreckte, hätte sie schwören können, Federn zu spüren.
Flüchtig furchte sich ihre Stirn. Federn? Sie ahnte, noch bevor ihre Vorstellung hätte konkreter werden können, dass da Flügel waren - aber warum Federn?
*Es klang wie das Knallen von Leder*, hatten Basil oder Leon doch das Schlagen Seiner Schwingen beschrieben - dann beruhigte sie sich. Achso: 'Ein geflügelter Mann', hatte Freizul eine Seiner Gestalten beschrieben. Und ja, Er konnte ja Seine Gestalten beliebig wechseln.
Ganz beliebig? Hm. Das kam ihr schon fast zu mächtig vor. Aber egal. Flügel waren gut.
Sie ließ einen Teil ihrer Anspannung los und nahm den Kokon dankbar an, begann, Seine Umarmung zu spüren und schmiegte sich hinein, ausnahmsweise ohne weitere Fragen zu stellen. Es tat gerade einfach nur gut und machte ein bisschen müde, aber vielleicht war das auch die nachlassende Aufregung.

Süße, du hast echt ein Problem. ...und das bin diesmal nicht ich.
Stille. Aber Er konnte allein schon an ihrem fehlenden Widerspruch und der Erschöpfung spüren, dass sie ihm eigentlich sogar zustimmte. Nebenbei fühlte sie Ihn: War er mit in diesem Kokon? Ja, musste er ja sein, er war ja ein Teil von ihr. Und doch fühlte es sich an, als sei der Kokon auch ein Teil von ihm... Federn, Muskeln, weiche Daunen, die von seinem Rücken auszugehen schienen um sich vor ihr zu kreuzen... und sie fühlte seine Brust in ihrem Rücken. Schützend, als würde sie auf seinem Schoß sitzen und er sie umarmen, mit allem was er hatte. Das war schön! Ganz kurz schloss sie die Augen und genoss dieses Gefühl nur einfach. Ob es von außen so aussehen würde, als wären das ihre Flügel? Hi hi.
Du bist ganz schön verkorkst. Sex ist ein Grundbedürfnis... nichts vovor man Angst haben müsste. Wegen Sex seid ihr auf der Welt! ...Selbst eure Götter wissen das.
Sie verzog eine Spur das Gesicht, schon allein, weil Er ein Wort wie 'Sex' so unbefangen offen aussprach. Seiner Argumentation war allerdings kaum etwas entgegen zu setzen.
*Selbst eure Götter wissen das.*
Nnnnnjaaaah... Sie atmete aus. Und Er spürte es in jeder Seiner Fasern, dass etwas in ihr sich wieder erhob, ein bisschen müde noch, aber pflichtbewusst wie immer. Er spürte es in ihr, genauso wie Er es in ihren Gedanken hörte:
Ja...
Aber.

Da gab es ein 'Aber', sie bekam es nur noch nicht genau formuliert, sie wusste nur bereits, es drehte sich um Regeln. Lysanthor hatte Regeln aufgestellt, ganz bestimmt - das war schließlich seine höchsteigene Aufgabe.
Ein rebellischer, naturgefällig instinktgetriebener Fitzel in ihr kaute nur auf der Frage herum, ob diese Regeln gerade so sinnvoll waren und sein mussten. Menno. Sie zog sich wieder in Ihn zurück und fing nicht wirklich an, mit Ihm zu diskutieren. Es war gerade zu schön dafür. Etwas 'wacher' war sie aber geworden.
Das war so was von surreal! Er tröstete sie wie ein Vater oder großer Bruder und redete gleichzeitig über das eine, dass sie gerade in eine hochnotpeinliche Situation gebracht hatte. Vielleicht, wenn sie in sich hinein spürte, dann war er aber nicht nur Vater, Bruder oder Beschützer... dann war er auch noch Liebhaber, Versucher und ...Dämon. Sie bräuchte nur ihre Hand nach ihm auszustrecken, um ihn daran zu erinnern, dass sie eben kein Kind mehr war. Gleichzeitig tat diese Offenheit gut, und sie nutzte die Gelegenheit, ihm zuzuhören, ohne etwas erwidern zu müssen, was selten für sie war. Und gerade die fürsorgliche Seite, mit der Er ihr diese Erklärungen präsentierte, sorgte tatsächlich dafür, dass sie nicht reflexhaft abblockte - hätte Er ihr diese Dinge in seiner Rolle des Verführers gesagt, hätte sie Ihm niemals so zugehört.
Gleichzeitig... war 'der Verführer' ja nicht weg... Und ihr Körper war ihrem Gesinnungswandel längst nicht so schnell gefolgt wie ihr Kopf, ein Teil von ihr lechzte immernoch nach Vereinigung....
Ob Er den Rest der Hitze spürte, die von ihrem Schoß ausging und sie noch einmal leise durchpulste?
Weist du, Sex ist das dritt schönste, was man in unser beider Welten erleben kann.
Wieso nur das dritt schönste? Sie fühlte, dass er ihr sogar eine Antwort darauf gab, aber sie hörte ihn plötzlich nicht mehr. Seine Stimme verklang und auch das Gefühl ließ nach.

Sie furchte die Stirn.

Als Darna durch ihre Finger spähte, sah sie Leon, wie er nur noch vier Schritt von ihr entfernt vor ihr sich gerade auf dem Boden kniete. Für einen kurzen Moment verzog sich missmutig ihr Gesicht. Für einen kurzen Moment war sie tatsächlich sogar ein bisschen sauer auf Leon, dass er Ihn vertrieb - natürlich, ohne dass Leon das so klar war, oder? Oder konnte Leon etwas von dem, was bei ihr passierte, sehen? Vermutlich nicht - denn dann käme er wohl nicht so arglos näher. Es waren diese Momente, die das Potential hatten, dass sie an ihrem Verstand zweifelte: Bildete sie selber sich das hier nur ein? War sie wahnsinnig? War hier überhaupt etwas? Apropos: Ich hoffe, Malagen rastet nicht gerade aus...
Draußen Malagen. Dort Leon.
Sie spähte aus ihrem Kokon heraus und für einen kurzen Moment wurde Darna sich auf eine bisher nicht erfolgte Weise einer Art von Macht bewusst: Wer immer ihr gerade unliebsam auf den Pelz rücken wollen würde, bekäme ein verdammtes Problem mit ihrem 'großen Bruder'!
Eine Note in ihrem Blick wurde lauernder. Taxierender.
Aber es war ja zum Glück nur Leon.

"Nur" Leon? Sie schluckte, während ihr Blick an dem Ausschnitt dieses geöffneten Hemdes unweigerlich wieder weiter nach unten wanderte. Und dann wieder hoch. Nein, die Flamme in ihr entzündete sich nicht wieder ganz so leicht. Der Blick stumpfte ab und gewann ein schicksalergebenes Bedauern.
„Darna?“, flüsterte er leise. Er streckte seine Hand ein bisschen nach vorne, ohne sie wirklich erreichen zu können, doch Darna nahm diese Geste unwillkürlich auf und setzte sich aufrechter hin... bereit zur Flucht?
„...was ist los?“

Warum bist du so behutsam? Warum hast du selbst jetzt Verständnis?
Der Knappin dämmerte, dass Momente wie der eben im Bett geschehene wohl Augenblicke waren, in denen andere Männer das Objekt ihrer Begierde nicht so leicht ziehen ließen - und es zu Vergewaltigungen kam.
Leon ließ die Hand wieder sinken. Er wirkte … „geschlagen“. Sie ertrug diesen Anblick kaum. Es zog ihr das Herz zusammen. Gleichzeitig lauerte sie noch immer und wäre aus ihrer Ecke jetzt nicht heraus gekommen.
„Würdest du mir bitte sagen, was in dir vor geht?!" Die Worte klingelten in ihr. Etwas horchte auf. "Was war das eben? Also ich meine... warum bist du geflüchtet? Habe ich dir weh getan?"
Ein kurzes, abfällig wirkendes Schnaufen war von ihr zu hören.
"Ob du mir weh getan hast...?", flüsterte sie leise ungläubig. Hatte sie etwas nicht mitbekommen? Sie hatte ihm doch weh getan!
*Es ist doch gar nichts passiert, mein Mädchen*, hallte es in ihr nach. Was sollte das heißen, 'es war nichts passiert'? War etwa tatsächlich nichts passiert?
Ihr fiel reichlich verspätet und völlig beiläufig auf, dass sie gegen das 'mein Mädchen' gar nicht protestiert hatte. Es war aber auch nicht schlimm gewesen. Es stieß nur jetzt eine bittere Erkenntnis an:
Ja, ich benehm mich wie 'ein Mädchen'...
"... Wolltest du nicht...“, fuhr Leon fort, brach aber ab und schien seine eigenen Gedanken erst mal neu ordnen zu müssen.
Sie presste die Lippen zusammen.
Ja. Wollte ich.
Und das ist das Problem.


Das schien auch Leon irgendwo klar zu sein:
„Ich … Du bist hier einfach aufgetaucht... ich... Ich hab die Kontrolle verloren. Entschuldige! Das war... falsch.“
Ja.
Die Zustimmung in ihr war sehr sachlicher, fast förmlicher Natur. Und sie fühlte nicht so. Das alles hier fühlte sich falsch an. Von vorne bis hinten falsch. Und auch wieder nicht. Darna wusste gerade selber nicht, ob sie damit klar kam und verharrte noch still schweigend. Schöner Kokon. Einkuscheln und lauern.
„Ich kann mich nur in aller Form entschuldigen. Das hätte nicht passieren dürfen... Die Sorgen, der Druck der vergangenen Tage. Das Bad und dann die Geschichte mit Tarmas... War alles ein bisschen viel. Ich hab mir gewünscht, dass du kommst und dann..."
..steh ich da einfach vor der Tür.
Tränen stiegen in ihr auf. Sie musste wie die Lösung aller Probleme einfach erschienen sein, so wie für sie vor einer Weile die Seelenrose. Wie hätte er nicht zugreifen können? Und was war so falsch daran?
Ich bin deine Seelenrose...
Ich kann dich heilen...
Naja, und häßlich seh ich auch aus. Passt doch.

Dass sie für einen Mann, den sie mochte, die Erfüllung aller Träume darstellte, drohte sie gerade aus der Bahn zu werfen. Sie glaubte, Leon verstehen zu können, auch wenn sie sich selbst überhaupt nicht so sah. Und er tat ihr unglaublich leid.
Sie überhörte irgendwas, was er sagte, nur das "Es tut mir leid" hallte nach.
Irgendwann während seiner Worte hatte sie die Hände von ihrem Gesicht langsam fort genommen und sie verschränkt auf ihren Schultern ruhen lassen, immernoch in sich selbst verkrümelt. Aber immerhin sah sie ihn an, auch wenn ihr Blick teils undefinierbar und weit entfernt wirken musste, ihre Mimik nahezu ausdruckslos, aber geprägt von Bedauern.
Er stand langsam auf und wich wieder einen Schritt von ihr zurück, blieb dann aber zögernd stehen. Vermutlich, da er die fünf Schritt Distanz nicht vergrößern, aber ihr auch Raum lassen wollte. Obwohl freuen? Das tat sie sich gerade sicher nicht!
„Das ganze war ein Fehler.“
Hatte Darna nicht eben auch so etwas gedacht? Wieso hörte sich es bei ihm so anders an. So falsch! Er ging tatsächlich noch einen Schritt weiter seitlich nach hinten und setzte sich auf einen Lehnstuhl. Seine Ellenbogen auf die Knie gestützt, ahmte er nun Darnas Körperhaltung nach und vergrub sein Gesicht in den Händen. Er schüttelte dabei leicht den Kopf und murmelte etwas unverständliches. Was ging in ihm vor? Irgendetwas an seiner Haltung ließ Darna an den alten Mantel ihres Vaters denken, wenn er aufgehangen an der Garderobe im Flur hing. Er war ein trauriger Anblick, leer und körperlos, eben ohne den Mann der ihn füllen sollte. Trotzdem roch er noch immer nach ihm und nach dem Leben, dass ihr Vater in ihm führte. Und im Moment wirkte Leon genauso, als hätte man ihn ausgezogen und irgendwo aufgehängt.


Sie senkte den Blick, schaute unfixiert schräg vor sich auf den Boden und brauchte noch einen kleinen Moment, um Kraft zu tanken.
Schließlich hörte Leon leise Darnas Stimme, und ihre Worte begannen - wie hätte es anders bei ihr sein sollen - damit, dass sie ihm widersprach:
"Nein. Es war nicht alles daran ein Fehler."
Ich weiß jetzt, dass du mich liebst.
Wie sollte sie ihm das erklären? Stille drohte sich der Aussage anzuschließen. Sie schloss die Augen und atmete tiefer durch. Wenn ich aber zu Leon nicht offen und ehrlich sein kann, zu wem denn dann? Boah, das tat weh, weiterhin den Mund aufzumachen! Glatt kämpfte sie Tränen zurück, als sie es auch sagte:
"Ich weiß jetzt, dass du mich liebst."
Das kann er falsch verstehen!, schrie es panisch in ihr, und sie kämpfte sich weiter:
"Versteh das bitte nicht falsch. Ich weiß, dass du mir das schon gesagt hast. Ich hab es sogar dir schon gesagt. Und ich spüre es, wenn du mich küsst.
Und trotzdem..."
Sie schüttelte den Kopf und bekam kaum Luft. Ihr Brustkorb fühlte sich an wie von festen Riemen zusammengezurrt, während sie sich weiter und weiter kämpfte, Wahrheiten - ihre Wahrheiten - auch auszusprechen:
"ist das alles irgendwie noch unwirklich für mich. Ich weiß, dass es albern klingt, und auch wieder nicht, vielleicht sogar eitel..." Sie furchte verwirrt die Stirn und schüttelte dann leicht den Kopf, bevor sie sich zwang, zum Punkt zu kommen und rutschte, ohne es ganz zu merken, in ihre eigene Muttersprache: "Aber ich verstehe eigentlich immer noch nicht, wie du überhaupt darauf kommst, dich ausgerechnet in jemanden wie mich zu verlieben. Ich weiß, man soll nicht nur nach Äußerlichkeiten gehen und unterstelle dir sowas auch nicht, aber ich sehe aus wie die letzte Vogelscheuche", stellte sie nüchtern fest und hob fragend den Kopf, um Leon anzusehen.
Ihre Stimme verlor an Farbe, blieb dennoch verstehbar: "Ich hätte nicht glauben wollen, dass jemand wirklich... mich und meinen Körper will. Und dann noch jemand, der so unverschämt gut aussieht wie du!"
Sie konnte nicht mehr. Tränen rollten ihr über die Wangen.
"Sie haben mir gesagt, ich krieg den letzten Sohn des Dorfschmieds! Wenn sich überhaupt jemand mit mir einlassen will! Und dass ich..."
Sie musste die Worte hinaus würgen: "...mich dem Erstbesten... hingeben werde, weil... es sowieso das einzige Mal sein wird."
Sie schluckte. Zitterte. Konnte nicht mehr dagegen ankämpfen, dass sie weinte, weil sie für jedes ihrer Worte Kraft brauchte, als zerrisse sie sich selber.
"Und dann kommst du.

Und bringst ALLES durcheinander!

Bist... 'der Erstbeste'. Aber scheinst die Erfüllung meiner Träume zu sein. Mehr, als ich verdiene. Irgendwie zu perfekt, um wahr zu sein."
Sie schüttelte den Kopf, wie um einen skurrilen Traum loszuwerden, während fast schon zusammenhanglos wirkend weiter Worte aus ihr heraus sprudelten: "Also frage ich mich immernoch, wo der Haken ist. Sperrst du mich in einen Turm, sobald wir verheiratet wären? Mit Keuschheitsgürtel?" Sie schnaufte und konnte nicht glauben, dass sie jetzt Sachen aussprach, die ihr vor fünf Minuten noch nicht über die Lippen gekommen wären, sah Leon fast provozierend an, doch dieser Eindruck legte sich schnell, denn es schien noch mehr Dinge zu geben, die sie beschäftigten:
"Und was, wenn es dazu sowieso nicht kommt? Ich bin unter deinem Stand", stellte sie scheinbar wieder so nüchtern leidenschaftslos fest, während ihre Stimme noch von dem Gefühlschaos gebeutelt unsauber klang,
"Sobald dein Vater befindet, dass er mit mir nicht einverstanden ist, ist es aus. Trotzdem reiße ich mir den Arm aus, damit er wieder lebt - auch wenn es gerade andere sind, die dafür ihr letztes Fünkchen an Kraft geben. Meine Herren, wenn er nicht zu schätzen weiß, was wir alle für ihn getan haben - DICH eingeschlossen! -, dann falte ich ihn aber sowas von zusammen!", begehrte sie für einen Moment auf.. und sank dann wieder zusammen.
Es hatte weh getan, zu reden - aber jetzt fing es an, gut zu tun, diese ganze Müllhalde vor Leon auszukippen, egal wie es ihm selber gerade ging. Sie erwartete keine Patentlösung von ihm, aber er hatte gefragt, was in ihr vorging, also: bitteschön.

Für einen Augenblick hatte sie das Gefühl, als könnte das alles zu diesem großen grauen Klumpen an ihrem Herzen gehören, und sie hatte sich gerade den Brustkorb auf gerissen, um ihn Leon zu zeigen.
Sie saß blaß, mit rötlich fleckigem Gesicht in der Ecke, ihre Stirn seitlich an der rechten Hand abgestützt.
"Und ich habe auch nicht vor, meine Eltern zu enttäuschen, sie zu übergehen. Ich werde sie nicht vor vollendete Tatsachen stellen und das will ich auch gar nicht - sie haben mir mein Leben ermöglicht, und sie haben ein Wörtchen mitzureden."
Sie wurde schlagartig leiser, als sie auch eingestand: "Ich hab nur Angst davor.
Ich habe Angst davor, dass sie schon irgendwas arangiert haben.
Den letzten Dorfschmied."
Die Aussage klang wie ein Todesurteil.
"Wobei..."
Sie zögerte. Und da schien schon die nächste Müllhalde zu lauern. Darna senkte den Blick und zupfte an einer Hosenfalte an ihrem Knie herum. "..sie nicht wissen, wie ich aussehe", gestand sie leise ein und presste schuldbewusst die Lippen zusammen. "Ich hab mich seit zwei Jahren nicht mehr bei ihnen blicken lassen. Und... verhindert, abgewiegelt, wenn sie zu mir kommen wollten. Seit der Sache mit dem Duell haben sie mich nicht mehr gesehen."
Unschlüssig schob sich ihr Kiefer hin und her.

"Aber das war natürlich nicht das, was... mich da eben unterbrochen hat. Das wäre ein bisschen viel." Sie schnaufte, was so ein bisschen nach bitterem Amusement klang, aber mit Freude nichts zu tun hatte. "Zumindest nicht... der Auslöser."
Ihre Stirn furchte sich. Wieder stellte sich ihr die Frage, wie sie das erklären sollte. Wenigstens musste sie Leon den Sachverhalt mit den Dämonen nicht nochmal erklären.
"Du hast mir nicht weh getan.
Wie kommst du da überhaupt drauf?" Sie hob kurz den Blick, um ihn anzusehen, gegebenenfalls eine Antwort abzuwarten, denn dieser Punkt verwirrte sie. Sie wechselte wieder kaum bewusst zurück ins Celcianische.
"Ich habe dir weh getan", betonte sie die Reihenfolge und deutete verhalten eine Kratzbewegung an, "und das tut mir leid. Ich hab... über die Narben auf deinem Rücken gekratzt, und es erinnerte mich daran, wie und warum dieses blöde Kaninchen aufgetaucht ist."
Sie beobachtete Leon jetzt wachsam. Denn die Phänomene, bei denen andere nicht alles sahen, was sich ihr an Eindrücken aufdrängte, zwang sie, die Wahrnehmung der anderen mit ihrer eigenen abzugleichen. Aber just im Moment war ihr nicht einmal klar, dass Leon den Kaninchendämon gar nicht gesehen hatte - nur seine Krallen gespürt.
Sie holte nochmal Luft. "Weil ich zuvor ja gelacht hatte. Und... dann purzelten verschiedene Erinnerungen bei mir durcheinander, aber sie liefen auf die Warnung hinaus, dass das, was wir da taten, äh...", jetzt wurde sie doch nochmal spürbar verlegen, "ja ziemlich oft in dem Ruf steht... Freude zu bereiten."
Sie sah ihn an.
Begriff er?
"Aber ich.. darf.. mich.. nicht freuen", baute sie ihm weiter die Brücke oder begleitete das Begreifen mit knöcherner Stimme und klärte vollends auf: "Ich bekam plötzlich Angst, dass ich da gerade im Begriff bin, eine waschechte Katastrophe auszulösen. Und das erste Opfer.. wärst du."
Die Angst wollte glatt wieder hochfluten, aber sie drückte sie diesmal runter, sah Leon weiter tapfer ins Gesicht.
"Und dass wir dabei gegen alle Regeln unseres Standes verstoßen, was... Intimität betrifft, kam dann 'bloß' erschwerend hinzu."

Sie hielt die Fassade, just im Moment gefasst zu wirken, aber sie zitterte und vibrierte. Ihre rechte Hand hatte sich den Stoff an ihrem Knie gekrallt, um sich gegen das Beben zu stemmen.
"Bitte gib dir nicht die Schuld, Leon. Ich bin mindestens genau so sehr schuld, denn ich habe mich genauso vergessen. Und...
es war sehr schön", sagte sie leise.
"Ich weiß jetzt nur nicht mehr, wo wir stehen. Wir haben gegen Konventionen verstoßen, aber ich fände es albern, wenn wir uns plötzlich nur noch auf einen Handkuss höchstens beschränken oder dergleichen. Die Sache mit der Anstandsdame funktioniert hier auch nicht..."
Sie warf einen Blick Richtung Dach. Das ist höchstens eine grüne, große geschuppte Anstandsdame, kommentierte sie innerlich trocken und senkte wieder den Blick, stützte das Kinn auf ihre Knie. Hätte sie gewusst, dass ausgerechnet diese Anstandsdame auch noch selber brünftig war... welch Ironie.
"Und überhaupt fühlt sich dieses ganze Zeremoniell so fürchterlich weit weg an."
Sie zog die Brauen selbstkritisch zusammen. "Aber gilt es deswegen nicht mehr?", zwang sie sich, leise immerhin auszusprechen, was sie jetzt sonst nur gedacht hätte.
"Wir sind adelig. Wir haben Verpflichtungen.
Und ich möchte kein Dämonenportal öffnen", fasste sie nüchtern zusammen und sah wieder zu Leon.

Es war kurz still. Bedrückend still.
"Tust du mir einen Gefallen?", bat sie ihn aber, bevor der Spielball wieder ganz bei ihm gelegen hätte, "Schilderst du mir, was deiner Wahrnehmung nach passiert ist? Es irritiert mich, dass du mich gefragt hast, ob du mir weh getan hast.
Mehr noch: ich habe öfters Angst, oder frage mich, ob ich nicht verrückt bin", wurde sie leiser, "Mir Sachen bloß einbilde. Hast... du bei meinem Kratzen über deinen Rücken" - sie unterbrach sich und schien Probleme mit der Wortreihenfolge zu haben, drehte die Hand und formulierte um:
"Was hast du bei meinem Kratzen gespürt? War irgend etwas seltsam? Anders? Fiel... dir irgend etwas auf, was.. Hitze oder Kälte betrifft?" Ihre Mimik verhärtete sich und sie warf ein: "Natürlich weiß ich, dass äh... einem dabei warm wird. Und so."
Götter, so wirklich frei konnte sie trotzdem nicht darüber sprechen!
"Ich meine darüber hinaus gehend. Unnormal."
Endlich verstummte sie, die Lippen fast trotzig wirkend zusammen gepresst, was über die Unsicherheit nicht hinweg täuschte.

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Re: Der Drachnzahn und seine ersten Gäste

Beitrag von Erzähler » Montag 26. August 2019, 20:37

"Nein. Es war nicht alles daran ein Fehler."
Darna schloss die Augen und atmete tiefer durch.
"Ich weiß jetzt, dass du mich liebst."
, und sie kämpfte sich weiter:
"Versteh das bitte nicht falsch. Ich weiß, dass du mir das schon gesagt hast. Ich hab es sogar dir schon gesagt. Und ich spüre es, wenn du mich küsst.
Und trotzdem...ist das alles irgendwie noch unwirklich für mich. Ich weiß, dass es albern klingt, und auch wieder nicht, vielleicht sogar eitel..."

Sie furchte verwirrt die Stirn und schüttelte dann leicht den Kopf, bevor sie sich zwang, zum Punkt zu kommen und rutschte, ohne es ganz zu merken, in ihre eigene Muttersprache:
"Aber ich verstehe eigentlich immer noch nicht, wie du überhaupt darauf kommst, dich ausgerechnet in jemanden wie mich zu verlieben. Ich weiß, man soll nicht nur nach Äußerlichkeiten gehen und unterstelle dir sowas auch nicht, aber ich sehe aus wie die letzte Vogelscheuche."
, stellte sie nüchtern fest und hob fragend den Kopf, um Leon anzusehen. Dieser hatte zumindest wieder den Kopf gehoben und sah sie an, jedoch diesen magischen Glanz, den seine Augen manchmal hatten, den fand sie darin nicht mehr. Sehr wohl war er da gewesen, als sie ...als sie ...na ihr wisst schon! Da hatte das Silbergrau fast gewirkt, als würde es in Flammen stehen. Da diese Gedankengänge sie jedoch von ihrer Spur abzubringen drohten, machte sie schnell weiter:
"Ich hätte nicht glauben wollen, dass jemand wirklich... mich und meinen Körper will. Und dann noch jemand, der so unverschämt gut aussieht wie du!"
Sie konnte nicht mehr. Tränen rollten ihr über die Wangen und ließen Leons Gesicht verschwimmen, so dass sie seine Reaktion darauf nicht sah.
"Sie haben mir gesagt, ich krieg den letzten Sohn des Dorfschmieds! Wenn sich überhaupt jemand mit mir einlassen will! Und dass ich...mich dem Erstbesten... hingeben werde, weil... es sowieso das einzige Mal sein wird."
Sie schluckte. Zitterte. Konnte nicht mehr dagegen ankämpfen, dass sie weinte, weil sie für jedes ihrer Worte Kraft brauchte, als zerrisse sie sich selber.
"Und dann kommst du.

Und bringst ALLES durcheinander!

Bist... 'der Erstbeste'. Aber scheinst die Erfüllung meiner Träume zu sein. Mehr, als ich verdiene. Irgendwie zu perfekt, um wahr zu sein..“

Leon schwieg und ließ sie weiter reden. Es war wichtig, das sie das tat!
„Also frage ich mich immernoch, wo der Haken ist. Sperrst du mich in einen Turm, sobald wir verheiratet wären? Mit Keuschheitsgürtel?"
Seine Brauen rutschten seine Stirn hinauf und blieben erst mal dort hängen. Sie schnaufte und konnte nicht glauben, dass sie jetzt Sachen aussprach, die ihr vor fünf Minuten noch nicht über die Lippen gekommen wären. Woran lag das? Hatte ER ihr den nötigen Mut dafür gegeben?
"Und was, wenn es dazu sowieso nicht kommt? Ich bin unter deinem Stand... Sobald dein Vater befindet, dass er mit mir nicht einverstanden ist, ist es aus. Trotzdem reiße ich mir den Arm aus, damit er wieder lebt - auch wenn es gerade andere sind, die dafür ihr letztes Fünkchen an Kraft geben. Meine Herren, wenn er nicht zu schätzen weiß, was wir alle für ihn getan haben - DICH eingeschlossen! -, dann falte ich ihn aber sowas von zusammen!"
, begehrte sie für einen Moment auf.. und sank dann wieder zusammen. Sie saß blass, mit rötlichen Flecken im Gesicht in der Ecke, ihre Stirn seitlich an der rechten Hand abgestützt. Kein hübscher Anblick, aber auch Leon schien zu grübeln.
"Und ich habe auch nicht vor, meine Eltern zu enttäuschen, sie zu übergehen. Ich werde sie nicht vor vollendete Tatsachen stellen und das will ich auch gar nicht - sie haben mir mein Leben ermöglicht, und sie haben ein Wörtchen mitzureden."
Sie wurde schlagartig leiser, als sie auch eingestand:
"Ich hab nur Angst davor. Ich habe Angst davor, dass sie schon irgendwas arrangiert haben.
Den letzten Dorfschmied."

Die Aussage klang wie ein Todesurteil.
"Wobei...sie nicht wissen, wie ich aussehe"
, gestand sie leise ein und presste schuldbewusst die Lippen zusammen.
"Ich hab mich seit zwei Jahren nicht mehr bei ihnen blicken lassen. Und... verhindert, abgewiegelt, wenn sie zu mir kommen wollten. Seit der Sache mit dem Duell haben sie mich nicht mehr gesehen... Aber das war natürlich nicht das, was... mich da eben unterbrochen hat. Das wäre ein bisschen viel."
Sie schnaufte, was so ein bisschen nach bitterem Amüsement klang, aber mit Freude nichts zu tun hatte.
"Zumindest nicht... der Auslöser."
Ihre Stirn furchte sich und Leon sah sie etwas verwirrt und fragend an. Wenigstens musste sie Leon den Sachverhalt mit den Dämonen nicht nochmal erklären, dafür andere Details:
"Du hast mir nicht weh getan. Wie kommst du da überhaupt drauf?"
Sie hob kurz den Blick, um ihn anzusehen, gegebenenfalls eine Antwort abzuwarten, denn dieser Punkt verwirrte sie. Er zuckte erst einmal nur mit den Schultern, meinte nur leise:
„Du bist geflüchtet. Etwas musste dich ja erschreckt haben...“
, und ließ sie weiter reden. Sie wechselte wieder kaum bewusst zurück ins Celcianische.
"Ich habe dir weh getan... und das tut mir leid. Ich hab... über die Narben auf deinem Rücken gekratzt, und es erinnerte mich daran, wie und warum dieses blöde Kaninchen aufgetaucht ist."
Sie beobachtete Leon jetzt wachsam, der nun zusehends verwirrter aussah. Mit dem Begriff „Kaninchen“ schien er überfordert zu sein, aber sie musste jetzt einfach erst mal alles los werden, bevor sie dazu den Mut verlor, also sprach sie schnell weiter:
"Weil ich zuvor ja gelacht hatte. Und... dann purzelten verschiedene Erinnerungen bei mir durcheinander, aber sie liefen auf die Warnung hinaus, dass das, was wir da taten, äh... ja ziemlich oft in dem Ruf steht... Freude zu bereiten."
Sie sah ihn an. Begriff er? Na ja, vielleicht teilweise.
"Aber ich.. darf.. mich.. nicht freuen! ...Ich bekam plötzlich Angst, dass ich da gerade im Begriff bin, eine waschechte Katastrophe auszulösen. Und das erste Opfer.. wärst du... Und dass wir dabei gegen alle Regeln unseres Standes verstoßen, was... Intimität betrifft, kam dann 'bloß' erschwerend hinzu....Bitte gib dir nicht die Schuld, Leon. Ich bin mindestens genau so sehr schuld, denn ich habe mich genauso vergessen. Und...es war sehr schön … Ich weiß jetzt nur nicht mehr, wo wir stehen. Wir haben gegen Konventionen verstoßen, aber ich fände es albern, wenn wir uns plötzlich nur noch auf einen Handkuss höchstens beschränken oder dergleichen. Die Sache mit der Anstandsdame funktioniert hier auch nicht... Und überhaupt fühlt sich dieses ganze Zeremoniell so fürchterlich weit weg an... aber gilt es deswegen nicht mehr?...Wir sind adelig. Wir haben Verpflichtungen. Und ich möchte kein Dämonenportal öffnen"
, fasste sie nüchtern zusammen und sah wieder zu Leon. Es war kurz still. Bedrückend still. Er dachte ebenso angestrengt nach wie sie. Das war ihm anzusehen.
"Tust du mir einen Gefallen?"
, Er nickte zögerlich mit zusammen gekniffenen Augen, aber er nickte.
"Schilderst du mir, was deiner Wahrnehmung nach passiert ist? Es irritiert mich, dass du mich gefragt hast, ob du mir weh getan hast. ...Mehr noch: ich habe öfters Angst, oder frage mich, ob ich nicht verrückt bin... Mir Sachen bloß einbilde. Hast... du bei meinem Kratzen über deinen Rücken... Was hast du bei meinem Kratzen gespürt? War irgend etwas seltsam? Anders? Fiel... dir irgend etwas auf, was.. Hitze oder Kälte betrifft?...Natürlich weiß ich, dass äh... einem dabei warm wird. Und so... ...Ich meine darüber hinaus gehend. Unnormal."
Endlich verstummte sie, die Lippen fast trotzig wirkend zusammen gepresst, was über die Unsicherheit nicht hinweg täuschte. Das merkwürdige war, dass auch Leon nicht gerade die Selbstsicherheit in Person war. Sein Blick huschte immer nur kurz zu ihr und fand dann wieder die Teppichfransen unglaublich interessant. Aber er redete mit ihr, ...auch wenn ein Teil von ihm sicher immernoch gern andere Dinge mit ihr angestellt hätten. Die so mangelnde Blutversorgung in seinem Gehirn sorgte vielleicht dafür, dass er etwas abgehackt und ungelenk klang:
„Darna...“
Seine Stimme klang merkwürdig hohl und gepresst.
„... also... also bis zu dem Moment, in dem du mich weg gedrückt hattest... also, da fand ich es... ähm...“
Es dauerte, einen Moment, in denen er wohl mit Worten jonglierte, sich dann wohl für das einfachste entschied, eben jene, die auch Darna gewählt hatte:
„... sehr schön.“
Er setzte sich jetzt aufrechter hin und hielt dabei einen Arm immer quer vor seinem unteren Bauch. Mit der anderen Hand fuhr er sich einmal kurz und fahrig durch die gelösten Haare.
„Aber...“
Himmel, was kam jetzt?!? Kam da noch was? War das ein „Aber“ wie bei ihr? Er schien wieder mit Worten zu ringen und starrte dabei verlegen auf den Boden. Endlich seufzte er einmal tief, räusperte sich und hob an:
„Ich fürchte du wirst es entweder nicht verstehen oder mich verurteilen, wenn ich dir das jetzt erkläre... Beides gefällt mir nicht wirklich, aber wir haben uns geschworenen, nichts mehr zu verheimlichen.“
Fast konnte Darna fühlen, wie sich ein Teil von ihr ängstlich zurück zog, während ein andere sich interessiert nach vorne lehnte um Leon zu lauschen.
„Hmmm... Also zu deiner Beruhigung vorweg, unnatürlich warm warst du nicht... also nicht dass ich darauf geachtet hätte... Ich hab in diesem Moment, nicht all zu viel mitbekommen.“
Er presste nun auch einmal die Lippen zusammen und schielte kurz zur Tür, als ob er nach einem Fluchtweg suchte um dem hier zu entgehen. Aber er war Leon, adelig und der hielt sein einmal gegebenes Wort. Er räusperte sich noch einmal und sprach etwas leiser, als könnte er damit dem Inhalt die Brisanz nehmen, jedoch ausgesprochen sachlich, wie bei einem Vortrag. Sogar seine linke Hand machte kleine Gesten, die das ein oder andere verdeutlichten oder nicht.
„ Also... ...Ich war im höchsten Maße erregt. ... Deine Nägel auf meiner Haut waren … ein Genuss. Ja das trifft es. Dass du meine Narben – wieso eigentlich Kaninchen? - ach egal. Also dass du meine Narben gekreuzt hast, das hat in der Tat einen gewissen Schmerz ausgelöst. Jedoch...“
Jetzt wand er sich so richtig!
„Jedoch ist Schmerz beim Liebesspiel in kleinen Dosen in manchen Situationen sogar ...förderlich für das Verlangen.“
Öhm... wie jetzt ? Leon sah Darna vorsichtig und fast mit Furcht an.
„Schmerz kann durchaus stimulierend sein, will ich damit sagen. Es kommt sehr stark auf das Paar an und wie groß das Vertrauen zueinander ist, aber in gewissen Kreisen wird es gern verwendet. ...manchmal auch in Verbindung mir... zum Beispiel Fesseln... oder anderen Dingen...ähm.“
Hier kam er wohl irgendwie nicht weiter und schaffte es schlicht nicht, noch weiter ins Detail zu gehen. Aber hatte Darna schon verstanden, was er ihr sagen wollte? Hatte er den Schmerz, den sie ihm zugefügt hatte etwa ...genossen???
„Auf jeden Fall, um auf unsere Situation zurück zukommen, war es nicht so unangenehm wie du vielleicht angenommen hast. Ja, ich hatte schmerzen, aber... wenn wir vielleicht schon ein bisschen weiter gewesen wären, kann so ein kurzer Reiz... sehr starke Lustgefühle auslösen.“
In Darna gluckste etwas. Leon wand sich hier und ihr Dämon fand das lustig? War ja klar.
„Du brauchst dir also eigendlich keine Sorgen um mich machen... ähm.. allerdings mache ich mir jetzt leider etwas Sorgen um dich... also... um einen ...ähm... genauer gesagt, um die vage Möglichkeit eines zweiten Versuchs... WENN das überhaupt möglich, zugelassen und gewünscht!“
Ja, auch Leon konnte rot werden.
„Wenn … wenn du meine Narben berührst...ähm... sie siehst... also meinst du, du wirst dann immer an diesen Moment denken müssen?“
Er wirkte kurz unentschlossen, redete aber dann doch gleich weiter, ohne eine Antwort abzuwarten:
„Aber das ist auch irrelevant! Das ganze war ein Fehler! Definitiv und das wissen wir beide. Wir mögen uns von einander angezogen fühlen, aber … „
So langsam fing er sich wieder. Aber war das gut?
„Es ist nun mal so, dass unser beider Zukunft ungewiss ist. Du bist hier um deinen Dämon los zu werden und wenn ich das richtig verstanden habe, wirst du dafür auch einiges aufgeben müssen. Die hiesigen Drachenritter wirken auf mich nicht gerade wie „Wandervögel“. Damit meine ich, dass sie sich ihren Tieren und dessen Schutz und damit auch Drachma und dem Drachenkönig verschreiben... Zumindest ist das für mich eine logische Kette … eine Schlussfolgerung aus, dem was wir bisher wissen und hier noch erfahren haben. Hast du mal darüber nachgedacht, was passiert, wenn du Erfolg hast? Dann hast du einen Drachen!!! ...Ich... Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Drachenritterin mit einem ortsgebundenen Magus irgendwo im Nebel leben kann, darf oder...und will.“
Wieder war da dieser vorsichtige Blick.
„Auch ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Frau wie du,... mit solch einer Stärke auf Dauer bei einem Mann wie mir bleiben will. Und seinen wir mal realistisch..., wenn ICH erfolgreich bin, dann lebt mein Vater zwar wieder, aber er könnte auch auf die Hochzeit mit Neroli bestehen und ich … muss so oder so irgendwann mein Erbe antreten. Irgendwann werde ich der Träger eines Geistes, der mich in die Nebellande bindet... zum Schutz einer Quelle und mit der Verantwortung über einige hundert Seelen. Ich werde dich gewiss nicht mit einem Keuschheitsgürtel versehen...“
Einen Moment dachte er wohl doch darüber nach, wie sie wohl so ein Ding anhaben könnte, denn ein winziges Zögern lag in seiner Rede.
„..., denn ich denke, dass wir so etwas nicht bräuchten. Wenn du meine Frau wärst...“
Er kaute kurz auf seiner Unterlippe.
„Sagen wir einfach, WENN ich dein ERSTER wäre, würde ich auch dafür sorgen, dass ich dein BESTER wäre!“
Darna hörte zustimmende Beifallklatscher irgendwo... wahrscheinlich in ihrem Innern und Leon? Der wirkte so ernsthaft und fast ein wenig verbissen.
„Wenn ich dein „Erstbester“ sein könnte, würde ich für dich zum besten Erlebnis machen, wie mir nur irgend möglich. Aber...“
Diese „Aber's“ begannen sich unangenehm zu häufen!
„... du hast Recht!“
Das wollte eine Frau doch gern hören, oder?
„Wir sind adelig. Wir haben Verpflichtungen, Privilegien aber auch Pflichten die es zu erfüllen gilt. Wenn ich mir unser beider Leben... unsere Zukunft so betrachte, dann … dann passen unsere Schicksale vielleicht nicht so gut zusammen, wie ich es mir erträumt hatte.“
Er sah auf seine nun schlaf herab hängenden Hände und wirkte wieder wie der Mantel in der Ecke.
„Ich befürchte... wir … vor allem DU wirst sehr bald eine tiefgreifende Entscheidung treffen müssen. Und ich befürchte... diese Entscheidung kann nur zwischen einem Leben mit mir, bei mir und einem Dämon … und einem Leben hier in Drachma, ohne Dämon mit einem Drachen lauten.“
Ging es noch schlimmer?
„Eine andere Wahl sehe ich nicht. Das sind die logischen Folgerungen, die ich aus unser beider Leben schließe. Und wenn ich ganz ehrlich bin...“
Er schluckte schwer.
„...dann würde ich mir wünschen, dass du hier bleiben würdest. Dann wüsste ich wenigstens, dass das Böse in dir besiegt und du eine Chance auf ein neues Leben hättest, dass ich dir nicht bieten kann...“
Er schüttelte den Kopf, wie um die Last auf den Worten damit los zu werden.
„Aber... „
Nein, nein, nein!!!
„...ich bin auch nur ein Mann. ...Vielleicht habe ich, als du vor meiner Tür standest, mir einfach nur gewünscht, du könntest wenigstens einmal mir gehören... einmal mich in dir verlieren...“
Seine Stimme war ganz weich geworden, aber er sah sie nicht an.
„Aber... Wir sind was wir sind. Du hast Recht! Wir müssen Regeln folgen und Konventionen bedienen. Wir sind nicht Herr über unseren eigenen Willen und werden es nie sein.“
Stille.
Viel zu lange!
Warum kam kein „Aber“?!
War er wirklich „geschlagen“? Hatte Leon von Weißenfels aufgegeben? Müde und erschöpft starrte er auf die Teppichfransen. Von der Leidenschaft, die Darna in ihm geweckt hatte, war nichts mehr zu sehen. Hatte sie sie zerstört, oder war er es gewesen?
„Es gibt da noch eine Sache, die mir Kopfzerbrechen bereitet... so im Nachhinein...“
Gut! Er redete weiter.
„Wenn wir miteinander ...wenn ich bei dir gelegen hätte und du dich „gefreut“ hättest... Wäre dann meine Magie stark genug um IHN zurück zu halten? Und dann war da noch was... Hattest du nicht mal gesagt, dass der Fluch und ER zwei unterschiedliche Sachen sind? Was wenn wir miteinander...du weist schon und dann dränge ich ihn zurück, der Fluch öffnet ein Portal, aber ER kann dir diesmal nicht helfen?“
Die Sorge stand ihm ins Gesicht geschrieben. Dann schüttelte er wieder den Kopf leer und stützte sein Kinn auf die gefalteten Finger.
„Aber … Nein! Es ist so oder so gefährlich. ZU gefährlich! Ob ich IHN nun im Zaum halte oder nicht, ob der Fluch stärker ist oder nicht... du musst beides los werden! OHNE Rücksicht auf mich! Wovon ich träume, spielt dabei keine Rolle! Es sind Träume. Keine Realität. Vorher haben weder du noch ich eine Chance auf ein Leben.“
Und endlich schien auch er genug gesagt zu haben.
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Re: Der Drachnzahn und seine ersten Gäste

Beitrag von Darna von Eibenau » Dienstag 27. August 2019, 21:56

Darna riss sich ihr Herz durch den Umweg über die Zunge hinweg heraus, um es Leon zu zeigen, um sich ihm irgendwie begreifbar zu machen. Dass diverse Leute schon immer Schwierigkeiten gehabt hatten, sie zu verstehen, war für sie normal. Aber dass sie jetzt Anwandlungen hatte und Reaktionen zeigte, die sie regelrecht unberechenbar machten, war ihr klar und setzte selbst ihr zu. Gerade Leon sollte sie bitte verstehen! Für ihn riss sie Dämme ein. Für ihn sprach sie Sachen aus, die sie seit Jahren in sich verschlossen hielt oder die sie sich vor Kurzem noch nicht zu sagen getraut hätte.
*Würdest du mir bitte sagen, was in dir vor geht?!* Ja? Das interessierte ihn? Das hatte sonst höchstens seine Gnaden Talarion interessiert, dem sie sich gefühlt nun schon seit Ewigkeiten nicht mehr hatte anvertrauen können, also: JA! Bitte, danke, ja! Dafür brauchte sie Freizul nicht, es sei denn, man hätte es auf Ihn schieben müssen, dass die Knappin eine Extraeinladung brauchte, um mehr von sich preiszugeben, als zum Aufnehmen der Formalitäten notwendig war.
Sie schüttete vor Leon ihre Gedanken aus. Erzählte, was ihr Angst machte und selbst einen Teil dieses diffusen Komplexes aus Sorgen und "was wäre, wenn", der sie sonst so nebenher umtrieb. Der manchmal - ganz selten - sogar praktisch war, weil sie über Lösungen nachdachte, noch bevor andere auch nur das Problem sahen.
Ob das hier aber ein Fehler gewesen war? Nun schien sie selbst Leon mit diesen düsteren Planspielen angesteckt zu haben.

Es fing zunächst ja noch harmlos an. „Darna... also... also bis zu dem Moment, in dem du mich weg gedrückt hattest... also, da fand ich es... ähm...sehr schön. Aber...“
Sie bekam selbst bei seinem ersten 'aber' nicht wirklich Angst. Ein 'aber' war in ihrem Leben so selbstverständlich, dass sie es nicht als Bedrohung betrachtete. Häufig war es ja auch lediglich die Einleitung zu einer Ergänzung von Details an einem Sachverhalt. Es gehörte zu einer guten Diskussion ganz selbstverständlich dazu und wie blöder Regen zu einem guten Pflanzenwachstum. Sein Gestammel und die defensive Haltung machten ihr mehr Sorgen.
"Also zu deiner Beruhigung vorweg, unnatürlich warm warst du nicht..." Sie atmete wie erleichtert tatsächlich etwas aus und deutete ein Nicken an. Nur leise huschte ihr ein schade durch den Kopf.
Aufmerksam, immernoch in der Zimmerecke hockend, hörte sie ihm weiter zu.
Als er kurz nach dem Kaninchen fragte, klappte ihr Mund leicht auf, aber er überging es und sie ließ ihn weiter reden. Was er da versuchte, ihr zu erklären, war...
war... hm.
"Es kommt sehr stark auf das Paar an und wie groß das Vertrauen zueinander ist"
Sehr stark, kommentierte sie prompt brav zumindest gedanklich, aber war doch zunehmend befremdet. In 'gewissen Kreisen'? Was für Kreisen? Grandessaner?! Das machten doch keine braven Leute, oder? Fesseln...
Sie schluckte schwer und zog die Unterlippe zwischen die Zähne. Wie konnte das denn schön sein, wenn man gefesselt war? Dann konnte man ja gar nichts machen! Ihr Kopf fing an, ihr Bilder zu malen. Leon, ihr ausgeliefert, und sie konnte ihn erkunden, wie sie wollte... hui... hmmmmh...
... und ja: ausgeliefert, wenn Flammenlinien sich in den Boden gruben, wehrlos...
Und ich wär ja jetzt auch nicht weg gekommen, wenn...
Sie schluckte und verdrängte die Gedanken. Leon mochte sie vertrauen - ihrem Fluch nicht. Was sie immerhin begriff, war, dass er das Rückengekratzte wohl tatsächlich nicht so schlimm gefunden hatte, eher im Gegenteil.
Was sie kurz stutzen und ihn nochmal mit anderen Augen ansehen ließ - hoppla? Er mochte sowas?! Oh. Jetzt wurde sie doch rot.
In Darna gluckste etwas. Leon wand sich hier und ihr Dämon fand das lustig? War ja klar.

"Wenn … wenn du meine Narben berührst...ähm... sie siehst... also meinst du, du wirst dann immer an diesen Moment denken müssen?“
Sie schaute auf und drohte erst, nicht ganz zu verstehen, was er jetzt meinte? Ja, natürlich? Dann begriff sie doch, dass das für zukünftige.. nun äh, Zärtlichkeiten... ziemlich unangenehm wäre. Dabei fand ich ihn ohne Narben erst irgendwie langweilig, dachte sie unglücklich und begann zu überlegen, wie sie sich diese Aversion abgewöhnen könnte. Wenn ich mehr Zeit hätte... - Zeit, sich daran zu gewöhnen. Die nächsten Bilder zeigten ihr seinen Rücken und wie sie die Furchen ganz in Ruhe erkunden durfte, sacht über seine Haut strich...
„Aber das ist auch irrelevant! Das ganze war ein Fehler! Definitiv und das wissen wir beide." Ja? Äh... ach ja. Ja. Schade. Aber wenn der Fluch erst vorbei war...!
...warteten ihre Eltern. Ach verflixt. Aber Rücken erkunden war doch nichts so furchtbar verwerfliches!

Sie musste aufpassen, ihm weiter zuzuhören:
„Es ist nun mal so, dass unser beider Zukunft ungewiss ist. Du bist hier um deinen Dämon los zu werden und wenn ich das richtig verstanden habe, wirst du dafür auch einiges aufgeben müssen. Die hiesigen Drachenritter wirken auf mich nicht gerade wie „Wandervögel“." Wieso? Was meinte er? Ihre Stirn furchte sich fragend. Wieso fing er jetzt mit den hiesigen Drachenrittern an?
"Damit meine ich, dass sie sich ihren Tieren und dessen Schutz und damit auch Drachma und dem Drachenkönig verschreiben... Zumindest ist das für mich eine logische Kette … eine Schlussfolgerung aus, dem was wir bisher wissen und hier noch erfahren haben. Hast du mal darüber nachgedacht, was passiert, wenn du Erfolg hast?"
Nein.
Nein, hatte sie kurioserweise noch nicht. Das konnte er, wenn er aufpasste, ihrer Mimik sogar entnehmen. Was die Drachenritter ihr in Gestalt ihrer Personen präsentiert hatten, war bisher nichts gewesen, was sie so recht auf sich bezogen hatte - aus anderen Gründen. Also hörte sie mit etwas ungläubig wirkendem Blick weiter Leon zu:
"Dann hast du einen Drachen!!! ...Ich... Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Drachenritterin mit einem ortsgebundenen Magus irgendwo im Nebel leben kann, darf oder...und will.“ Wieder war da dieser vorsichtige Blick.
Leon sah, wie sie stark die Brauen zusammen zog, der Blick blieb ungläubig. Sie schien ihm gerade noch gar nicht folgen zu können - oder zu wollen - worauf er hinaus wollte, aber er wurde immer deutlicher:
„Auch ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Frau wie du... mit solch einer Stärke auf Dauer bei einem Mann wie mir bleiben will."
Wie bitte?!

"Und seien wir mal realistisch..., wenn ICH erfolgreich bin, dann lebt mein Vater zwar wieder, aber er könnte auch auf die Hochzeit mit Neroli bestehen und ich … muss so oder so irgendwann mein Erbe antreten."
Ihre Mimik sackte nach unten zu einem Ausdruck der Fassungslosigkeit, bei dem nur die herunter fallende Kinnlade fehlte. Sie hatte selber so leichthin gesagt: Sobald dein Vater befindet, dass er mit mir nicht einverstanden ist, ist es aus, ABER hatte auch den festen Willen besessen, vorher alle Register zu ziehen und um Leon zu kämpfen! Und Leon war ein Mann! Die hatten noch am ehesten ein Wörtchen mitzureden, denn was sollte eine Ehe, in der der Mann von seiner Frau nichts wissen wollte? Doch Leons nüchterner Ausblick, irgendwann eh sein Erbe antreten zu müssen, zog ihr den Boden unter den Füßen weg.
Es klang so, als wenn...
er Darna eh gerade abschrieb?
"Irgendwann" - ja, und zu diesem 'irgendwann' hatte Chasin ihr doch Hoffnung gemacht, dass dies ein Zeitraum sein könnte, der ihrer Liebe genug Platz ließ....
...doch darauf kam Darna gerade nicht.
Leon führte rationale Überlegungen an, denen sie sich rein objektiv betrachtet durchaus angeschlossen hätte, wenn...
...wenn sie sich nicht in ihn verliebt hätte.

Ich werde dich gewiss nicht mit einem Keuschheitsgürtel versehen..., denn ich denke, dass wir so etwas nicht bräuchten. Wenn du meine Frau wärst...
Sagen wir einfach, WENN ich dein ERSTER wäre, würde ich auch dafür sorgen, dass ich dein BESTER wäre!“

Sie blinzelte ein mal schwerfällig. Gerade hörte sie ihn, aber schaffte es kaum, das Gehörte auch zu verarbeiten. Ihr Bester was? Ihr bester Ehemann? Wieso betonte er dann das 'erster' so? Wieso sollte sie mehrere Ehemänner haben? Häh? Und wieso redete er von Ehefrau - wollte er doch nicht mit ihr Schluss machen?
irgendwie entglitt ihr das Geschehen und sie drohte völlig den Faden zu verlieren. Mit dem Beifallgeklatsche konnte sie jetzt überhaupt nichts anfangen.
Sie hatte Leon offenbar falsch verstanden - er wollte ihre Beziehung nicht beenden?, schöpfte sie vorsichtig wieder Hoffnung.
„Wenn ich dein „Erstbester“ sein könnte, würde ich es für dich zum besten Erlebnis machen, wie mir nur irgend möglich.“
Oh. Er redete doch also nur über so etwas wie ihre erste Nacht. Aber sie bekam es nicht wirklich auf die Reihe. Just glaubte sie, so etwas wie einem Schock gerade entgangen zu sein. Eben hatte sie gedacht, er denke ernsthaft, dass ihre Beziehung aussichtslos wäre, ha ha!

"Aber...du hast Recht!“ Das wollte eine Frau doch gern hören, oder?
Ja, normalerweise war das sogar mit das schönste, was man Darna sagen konnte. Ihr ewiges Gedankenroulette bot so viele Möglichkeiten, dass sie sich einfach freute, wenn sie mal einen Treffer landete. Normalerweise.
Aber...
gerade spähte sie doch eher wachsam und mit etwas Argwohn zu Leon.
„Wir sind adelig." Ja. "Wir haben Verpflichtungen,.." Ja! "Privilegien aber auch Pflichten die es zu erfüllen gilt." Ja!! Oh mann, das war einer der Gründe, warum sie Leon so sehr liebte! Anders als Gernot, der gerne nur auf seine Privilegien pochte, hatte Leon wirklich verstanden, was es hieß, adelig zu sein! Das Land diente dem Adel und der Adel diente dem Land! 'Adel' kam von 'edel'! Fast hätte ihre Mimik sich freudig aufgehellt, wenn das Szenario, was Leon bot, nicht so... traurig ausgesehen hätte. Er verstand also, warum sie sich ihm nicht einfach so hingeben sollte! Er fuhr fort: "Wenn ich mir unser beider Leben... unsere Zukunft so betrachte, dann … dann passen unsere Schicksale vielleicht nicht so gut zusammen, wie ich es mir erträumt hatte.“
Zucken der Mimik.
„Ich befürchte... wir … vor allem DU wirst sehr bald eine tiefgreifende Entscheidung treffen müssen. Und ich befürchte... diese Entscheidung kann nur zwischen einem Leben mit mir, bei mir und einem Dämon … und einem Leben hier in Drachma, ohne Dämon mit einem Drachen lauten.“

...
Rauschen.
Graues Rauschen.
Sie hatte eben noch gedacht, die erste Welle, die sie fast von den Füßen gerissen hatte, sei bloß Einbildung gewesen. Ein Missverständnis. Gerade war die zweite gekommen und sie fühlte sich wie in einem Strudel unter Wasser gefangen. Wie eine Fliege, die in einem Glas gefangen worden war und das erste Mal gegen die Wand im Innern flog: Pock.
"Eine andere Wahl sehe ich nicht. Das sind die logischen Folgerungen, die ich aus unser beider Leben schließe." Was?
Auf Leon verzichten?! Endgültig?!
Zum Harax mit dem Drachen!
Leon hatte schon mal erklärt, dass der Dämon ihn nicht störe!

Nein, stopp.
Freizul war kein Haustier, das man sich aussuchen konnte (war ein Drache auch nicht, aber an den dachte sie gerade nicht), und Er gehörte nicht zu ihr. Und sie würde sich nicht für einen Dämon entscheiden. Das hatte sie doch vorhin noch gefühlt, begriffen...
Pock.
Leon wirkte allerdings so, als hätte er schon eine Entscheidung getroffen:
"Und wenn ich ganz ehrlich bin...“, er schluckte schwer, „...dann würde ich mir wünschen, dass du hier bleiben würdest. Dann wüsste ich wenigstens, dass das Böse in dir besiegt und du eine Chance auf ein neues Leben hättest, das ich dir nicht bieten kann...“
*...das ich dir nicht bieten kann...*
*...das ich dir nicht bieten kann...*
*...das ich dir nicht bieten kann...*

Mit solchen Worten zogen um die Hand einer Dame Werbende sich aus dem 'Wettkampf' zurück. Gaben auf. Sahen ein, dass sie nicht genug zu bieten hatten. Im Innern stimmte sie seiner Priorität, dass das Böse in ihr besiegt werden musste, ja zu, und umso härter traf es sie, dass also sein Aufgeben Teil dieses Prozesses war?
Leon oder Drache.
Pfeif auf den Drachen! Sie konnte eh nicht einfach so ein Drachenritter werden, der in Diensten des Drachenkönigs stand - sie war König Richard III. von Jorsan verpflichtet!
Nein, stopp. Sie brauchte den Drachen!
Pock.
"Wir müssen Regeln folgen und Konventionen bedienen." Ja.
Also brav auf die Eltern hören und den Dorfschmied heiraten.
Nein, verflucht!
Pock.
Die Fliege rutschte erschöpft auf den Boden, merkte dass ihre Luft nicht ewig reichen würde und verharrte zitternd, ratlos, krabbelte sinnlos in dem Glas herum. Sie wollte aber Leon nicht verlieren!
*Für jede Regel gibt es ein Schlupfloch*, hatte Freizul lässig bekundet, als sie ihn fragte, warum sie trotz ihrer Bindung an ihn einen Tempel hatte betreten können.
Stimmte das? Für jede Regel gab es ein Schlupfloch?


Oh, wie zuckersüß das gerade klang...

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Re: Der Drachnzahn und seine ersten Gäste

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 28. August 2019, 14:09

*plock*
*plock*

*plock*

*plock*

Darnas sinnbildliche Fliege flog wieder und wieder gegen die gläsernen Verständnis-Barrieren, die sich zwischen ihr und Leon aufzubauen drohten. Weder sie, noch er, konnten gerade erfassen, was hier geschah. Nur ahnten beide, dass sich ihre Geschichte einem Scheitelpunkt näherte von dessen Spitze es für sie nur entweder gemeinsam in die eine oder allein in eine andere Richtung gehen konnte.

Aber vielleicht war noch nicht aller Tage Abend, vielleicht gab es noch Wege, Willen oder Wendungen, die sie noch nicht ahnen konnten.

Beide und jeder für sich saßen in Leons Zimmer und wussten nicht wohin mit ihren Gefühlen und Befürchtungen. Ein bedrücktes Schweigen hatte sich ausgebreitet, das nur durch das leise Schleifen von Drachenkrallen auf dem Dach ab und zu unterbrochen wurde. Manchmal hörte man auch leise den Wind über die Kanten des Kraters pfeifen, aber sonst waren sie wohl beide noch zu sehr in ihren Gedanken vertieft, als dass es jetzt eine Reaktion gegeben hätte. Vielleicht fand Darnas strukturiertes Gehirn einen Ausweg aus dieser Spirale.
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Re: Der Drachnzahn und seine ersten Gäste

Beitrag von Darna von Eibenau » Mittwoch 28. August 2019, 22:39

„Es gibt da noch eine Sache, die mir Kopfzerbrechen bereitet... so im Nachhinein...“
Träge hob Darna den Blick, ohne sich weiter zu bewegen. Was, noch mehr?!
„Wenn wir miteinander ...wenn ich bei dir gelegen hätte und du dich „gefreut“ hättest... Wäre dann meine Magie stark genug um IHN zurück zu halten? Und dann war da noch was... Hattest du nicht mal gesagt, dass der Fluch und ER zwei unterschiedliche Sachen sind? Was wenn wir miteinander...du weist schon und dann dränge ich ihn zurück, der Fluch öffnet ein Portal, aber ER kann dir diesmal nicht helfen?“
"Ja...", antwortete sie lahm, "Das ist ja, was ich befürchtet hatte."
Hatte er das eben noch nicht verstanden?
"Also, eigentlich...", hob sie an, aber wohl zu leise und Leon war auch getrieben von seinen eigenen Gedanken, denn er redete weiter:
„Aber … Nein! Es ist so oder so gefährlich. ZU gefährlich! Ob ich IHN nun im Zaum halte oder nicht, ob der Fluch stärker ist oder nicht... du musst beides los werden! OHNE Rücksicht auf mich! Wovon ich träume, spielt dabei keine Rolle! Es sind Träume. Keine Realität. Vorher haben weder du noch ich eine Chance auf ein Leben.“
Sie furchte die Stirn.
"Auf ein Leben?", echote sie ungläubig.
"Sag mal, was willst du eigentlich?", fauchte sie ihn unvermittelt an, "Geht es dir jetzt wirklich nur darum, ob du mit mir ein mal schlafen kannst, bevor du... du..."
Sie rappelte sich hoch.
"...dich aufgibst und dich aus dem Staub machst? Oder geht es dir um mehr? Eben hast du noch gesagt, dass du glaubst, mir kein Leben bieten zu können!" Sie wurde lauter.
"Vor drei Tagen hast du mir im Überschwang bekundet, dass du deine Verlobung auflösen willst, dass wir alles gemeinsam durch stehen, jetzt willst du mit mir schlafen und redest kurz danach von einem Rückzieher und davon, dich in deine Einsiedelei zu verkrümeln und vor deinem Vater klein beizugeben - weißt du, was das ist?"
Sie wurde richtig laut!
"Das ist das Verhalten, vor dem man mich immer gewarnt hat!
'Sie versprechen dir das Blaue vom Himmel, und nachdem du ihnen deine Jungfräulichkeit geschenkt hast, sind sie am nächsten Morgen verschwunden!', haben sie mir eingebläut! Und jetzt tust DU so etwas?!"
Sie holte pumpend Luft und polterte weiter:
"Du wärst der LETZTE, von dem ich sowas erwartet hätte und...", sie stockte kurz, nicht mal einen Herzschlag lang, aber ihr Sturmwind verlor ein Quentchen an Fahrt: "..bist es noch! Meinst du das wirklich ernst, dass du keine gemeinsame Zukunft für uns siehst?!"
In ihrem Blick glühte etwas auf. Die Fliege nahm Anlauf und schmiss sich mit der Schulter gegen das Glas.
"Ich würde bis zur letzten Sekunde kämpfen, wenn es sein muss! Aber...", sie schnaufte, als hätte sie eine fürchterliche Anstrengung hinter sich, ihre Stimme gewann ein warnendes Knurren, "wenn ich alleine vor deinem Vater stehe und du den Kopf einziehst... Wenn... wenn..."
Sie erinnerte sich an Freizuls Gekeife in Chasins Schlafzimmer, dass Leon keine Eier habe - und musste ihm in diesem Augenblick zustimmen. Ihre Augen verengten sich zu schmalen Schlitzen, die Leon anblitzten und sie griff zu den groben Kommentaren, die sie auf dem Kasernenhof aufgeschnappt hatte:
"..Aber wenn du nicht endlich mal Arsch in der Hose entwickelst, weißt du, was du dann kriegst?"

Sie grollte:
"Dann kriegst du gar nichts.
Und schon gar keine Nacht mit mir.
Dann wird auch diese Neroli mit dir umspringen, wie sie will, weißt du das?", wurde sie kurz richtig giftig. "Und dass dich der Geist dann gnadenlos unterbuttert, stimmt dann sicher auch. Was soll er auch machen, wenn da nichts ist, was noch eine eigene Meinung hätte? Dann geh doch jammern. In diesem Nebel.
Alleine.
Wenn die Hüter da so eingesperrt sind, wie finden die dann überhaupt eine Frau? Muss sich eine da hin verirren?!"

Darna starrte ihn an und dachte an den Leon, der es gewagt hatte, sich selbst mit Fiddatan anzulegen. Sie maß diesen leeren Mantel von oben bis unten mit einem verletzten, enttäuschten und wütenden Blick. Er konnte doch mehr!
Oder war sie zu hart?
So schnell, wie die Wut sie aufgeputscht hatte, bröckelte sie nun.
"Sag mir, was du willst!", forderte sie ihn nochmal auf, die Stimme drohte, ins Schrille zu kippen,
"Denn wenn du... wenn ich...
Wenn ich nicht sicher sein kann, dass du...
...nicht plötzlich doch kneifst...
Wozu sollte ich dann... kämpfen." Sie kippte ein Stückchen zurück, um mit dem Rücken an der Wand Halt zu finden.
"Du machst mich fertig, weißt du das?!", keifte sie ihn nochmal an, wischte sich mit dem Ärmel unwirsch über den Augenwinkel und schaute irgendwo anders hin Richtung Zimmerdecke.

Das war jetzt nicht besonders einfühlsam.
Er hat doch nur...
Als wäre er nicht selber am Ende...
Jetzt hast du alles kaputt gemacht.

Sie drehte sich seitlich zur Ecke, lehnte die Stirn mit einem undefinierbaren Laut zwischen Quietschen und Ächzen gegen eine Wand und überlegte in den ersten Sekunden erfolglos, wie sie sich denn jetzt entschuldigen sollte? Ihr sonst so strukturiertes Gehirn wurde gerade mächtig mit einem Quirl bearbeitet.

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Re: Der Drachnzahn und seine ersten Gäste

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 29. August 2019, 09:50

„... Es sind Träume. Keine Realität. Vorher haben weder du noch ich eine Chance auf ein Leben.“
Sie furchte die Stirn.
"Auf ein Leben?"
, echote sie ungläubig.
"Sag mal, was willst du eigentlich?"
, fauchte sie ihn unvermittelt an und Leon ruckte ein bisschen hoch. Der scharfe Ton reichte aus um ihn aus seiner Starre zu reißen.
"Geht es dir jetzt wirklich nur darum, ob du mit mir ein mal schlafen kannst, bevor du... du..."
Sie rappelte sich hoch und sah in ungläubig zusammen gezogene Augen.
"...dich aufgibst und dich aus dem Staub machst? Oder geht es dir um mehr? Eben hast du noch gesagt, dass du glaubst, mir kein Leben bieten zu können!"
Sie gab sich mit der Frage eigentlich selbst die Antwort, aber Leon war viel zu geschockt von ihrer Lautstärke und dem Ausbruch ihrer Gefühle, dass er sie niemals unterbrochen hätte. Sie wurde immer lauter und Leon hätte wohl am liebsten die Ohren angelegt, wenn er könnte.
"Vor drei Tagen hast du mir im Überschwang bekundet, dass du deine Verlobung auflösen willst, dass wir alles gemeinsam durch stehen, jetzt willst du mit mir schlafen und redest kurz danach von einem Rückzieher und davon, dich in deine Einsiedelei zu verkrümeln und vor deinem Vater klein beizugeben - weißt du, was das ist?"
Sie wurde richtig laut und steigerte sich immer mehr in ihre Reaktion hinein.
"Das ist das Verhalten, vor dem man mich immer gewarnt hat!
'Sie versprechen dir das Blaue vom Himmel, und nachdem du ihnen deine Jungfräulichkeit geschenkt hast, sind sie am nächsten Morgen verschwunden!', haben sie mir eingebläut! Und jetzt tust DU so etwas?!"

Leises Kratzen auf dem Dach... Leon kam überhaupt nicht dazu sich zu verteidigen, denn sie holte pumpend Luft und polterte weiter:
"Du wärst der LETZTE, von dem ich sowas erwartet hätte und..."
, sie stockte kurz, nicht mal einen Herzschlag lang, aber ihr Sturmwind verlor ein Quäntchen an Fahrt:
"..bist es noch! Meinst du das wirklich ernst, dass du keine gemeinsame Zukunft für uns siehst?!"
In ihrem Blick glühte etwas auf. Die Fliege nahm Anlauf und schmiss sich mit der Schulter gegen das Glas, dass langsam zu schmelzen begann. *pockpffffff*
"Ich würde bis zur letzten Sekunde kämpfen, wenn es sein muss! Aber..."
, sie schnaufte, als hätte sie eine fürchterliche Anstrengung hinter sich, ihre Stimme gewann ein warnendes Knurren das tief in ihrer Kehle rollte.
"… wenn ich alleine vor deinem Vater stehe und du den Kopf einziehst... Wenn... wenn..."
Ihre Augen verengten sich zu schmalen Schlitzen, die Leon anblitzten und sie griff zu groben Kommentaren:
"..Aber wenn du nicht endlich mal Arsch in der Hose entwickelst, weißt du, was du dann kriegst?... Dann kriegst du gar nichts. Und schon gar keine Nacht mit mir. Dann wird auch diese Neroli mit dir umspringen, wie sie will, weißt du das?"
, wurde sie kurz richtig giftig und Fassungslosigkeit machte sich auf Leons Gesicht breit. Doch statt ihr endlich Einhalt zu gebieten und den „Arsch in der Hose“ zu beweisen, schwieg er weiter... wie es eben ein hoher Adeliger tat, wenn andere laut wurden.
"Und dass dich der Geist dann gnadenlos unterbuttert, stimmt dann sicher auch. Was soll er auch machen, wenn da nichts ist, was noch eine eigene Meinung hätte? Dann geh doch jammern. In diesem Nebel. - Alleine. - Wenn die Hüter da so eingesperrt sind, wie finden die dann überhaupt eine Frau? Muss sich eine da hin verirren?!"
Darna starrte ihn an und dachte an den Leon, der es gewagt hatte, sich selbst mit Fiddatan anzulegen. Sie maß diesen leeren Mantel von oben bis unten mit einem verletzten, enttäuschten und wütenden Blick. Er konnte doch mehr! Oder war sie zu hart? So schnell, wie die Wut sie aufgeputscht hatte, bröckelte sie nun in sich zusammen. Als hätte sie ihren Brennstoff zu schnell verbraucht, erlosch das Feuer in ihr.
"Sag mir, was du willst!"
, forderte sie ihn nochmal auf, die Stimme drohte, ins Schrille zu kippen,
"Denn wenn du... wenn ich... Wenn ich nicht sicher sein kann, dass du... ...nicht plötzlich doch kneifst... Wozu sollte ich dann... kämpfen."
Sie kippte ein Stückchen zurück, um mit dem Rücken an der Wand Halt zu finden.
"Du machst mich fertig, weißt du das?!"
, keifte sie ihn nochmal an, wischte sich mit dem Ärmel unwirsch über den Augenwinkel und schaute irgendwo anders hin Richtung Zimmerdecke.

Heiß!!! Echt heiß mein Mädchen! Oh und ich weiß, dass du es hasst, wenn ich dich so nenne.
Sie hörte sein leises männliches Lachen.
Wenn du mit mir so reden würdest, würden wir uns streiten, bis wir in den Kissen landen und dann heißen Versöhnungssex haben!
Aber Leon war nicht Freizul...
Wer weiß, vielleicht wäre Darna ein anständiger Streit sogar lieber gewesen, als die Stille, die nun folgte. Vielleicht hätte sie sich gewünscht, dass Leon heißblütig ihr jede Angst genommen hätte, jedes Argument widerlegt, um ihr anschließend jede Erinnerung an diesen Moment aus dem Kopf zu …
Aber er war kein Dämon. Er war ein Adeliger mit Anstand und guter Erziehung.
...Und keinen Eiern, wie man sieht!
Mist! Leon saß tatsächlich nur stocksteif da und starrte nach Darnas Ausbruch wieder den Boden an. Seine emotionale Kälte, die Unfähigkeit sich an ihm zu reiben, ließ Darnas Feuer verpuffen. Die Fliege hatte keine Kraft mehr, die Luft im Glas war aufgebraucht und sie lag am Boden.
Was war hier gerade eben passiert?
Sie hatte sich aufgeregt, gekeift, geschrien wie eines der hysterischen Mädchen, die sie so verachtete. Sie war in ihren Gefühlen verletzt worden und richtete den Schmerz auf die einzige Person, die sie nicht verdient hatte: Leon.
Sie hatte sogar seine Ängste gegen in verwandt, ihm seine Furcht, von dem Geist übernommen zu werden vorgeworfen. Und hatte er sie entjungfert? Wäre es wirklich so weit gekommen? Plötzlich war es ihr eigenes Gewissen, was sie mahnte zu weit gegangen zu sein.
Das war jetzt nicht besonders einfühlsam. Er hat doch nur... Als wäre er nicht selber am Ende... Jetzt hast du alles kaputt gemacht.
Wie ein Vulkan war es aus ihr heraus gebrochen und hatte verbrannte Erde um sie herum hinterlassen. Und was tat Leon? Er saß still da und einzig die Haltung seines streifen Rücken ließ vermuten, dass er innerlich durchaus aufgewühlt war. Doch nach draußen gelangte davon nichts. Was sollte sie tun?
Die Stille drohte sich in jeden Winkel auszubreiten.
Sogar das Scharren auf dem Dach hatte wieder aufgehört.
Strafte Leon sie mit Schweigen?
Sollte sie sich entschuldigen für ihren Ausbruch?
Sie zuckte fast erschrocken zusammen, als sie seine leise gesenkte Stimme dann doch hörte:

„Bist du fertig?“


War sie das? Sollte sie von dem was sie gesagt hatte, vielleicht einiges mildern? Hatte sie sich wirklich wieder beruhigt?
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Re: Der Drachnzahn und seine ersten Gäste

Beitrag von Darna von Eibenau » Donnerstag 29. August 2019, 17:49

"Du machst mich fertig, weißt du das?!", keifte sie ihn nochmal an, wischte sich mit dem Ärmel unwirsch über den Augenwinkel und schaute irgendwo anders hin Richtung Zimmerdecke.
Heiß!!! Echt heiß mein Mädchen! Oh und ich weiß, dass du es hasst, wenn ich dich so nenne. Sie hörte sein leises männliches Lachen.

Ein sehr leises, knurriges Brummen quittierte sein sich-wieder-zu-Wort-melden und ein Schauer lief ihr über den Rücken. Es war nicht mal ein unwohles Schaudern... eine erhöhte Aufmerksamkeit. Ihre Nasenflügel blähten sich, und ihr Starren wurde fixierter, auch wenn es scheinbar weiterhin ins Nichts ging - sie belauerte ihn im Innern.
Wenn du mit mir so reden würdest, würden wir uns streiten, bis wir in den Kissen landen und dann heißen Versöhnungssex haben!
'Versöhnungssex'? Was sollte das sein? Wobei, sie ahnte es, aber...
Wir sind aber nicht verheiratet, erteilte sie ihm mit einem giftigen kalten Stich eine Abfuhr. Sie holte innerlich tief Luft, denn dieser Widerstand fiel schwerer und schwerer: Und werden es auch nie sein!

Ja... Freizul füllte gerade tatsächlich sogar so etwas wie eine Lücke, denn früher hatte sie sich an Gernot abgearbeitet und ihr Frust brauchte gerade einen 'Kratzbaum'. Liebend gerne hätte sie gerade mit ihrem Rapier in der Hand auf irgend etwas eingeschlagen und wenn es ein Übungspfosten war.
Aber Leon...
war ein Adeliger. Mit Anstand und guter Erziehung. ...Und keinen Eiern, wie man sieht! Stille in ihr. Sie sah zu Leon. War es so? Stimmte das?
Leon saß nur stocksteif da und starrte den Boden an. Nur sein durchgedrückter Rücken verriet, dass in ihm irgend etwas vorging. Die Unfähigkeit sich an ihm zu reiben, ließ Darnas Feuer verpuffen.
Plötzlich war es ihr eigenes Gewissen, was sie mahnte zu weit gegangen zu sein.
Das war jetzt nicht besonders einfühlsam. Er hat doch nur... Als wäre er nicht selber am Ende... Jetzt hast du alles kaputt gemacht.

Sie atmete tief ein, schluckte und schloss die Augen. Sie hatte sich aufgeregt, gekeift, geschrien wie eines der hysterischen Mädchen, die sie so verachtete. Sie war in ihren Gefühlen verletzt worden und richtete den Schmerz auf die einzige Person, die sie nicht verdient hatte: Leon. Oder doch? Zumindest teilweise?
Die Stille drohte sich in jeden Winkel auszubreiten. Sie zuckte fast erschrocken zusammen, als sie seine leise gesenkte Stimme dann doch hörte:

„Bist du fertig?“


Autsch! Ihre Augen verengten sich, und es war kaum einzuschätzen, ob es ein Rest Zorn war, Schreck oder Getroffenheit. Aber erst jetzt wurde ihr in vollem Umfang bewusst, wie Leon sie auflaufen ließ; ihre Wut über sich hinweg wehen ließ - und dann? Zum Gegenschlag ausholte? Einem leisen und präzisen?
Es hatte nur wenige Menschen bisher gegeben, mit denen sie auf diese Weise konfrontiert gewesen wäre, aber gegenüber den meisten Erwachsenen hatte sie es nicht gewagt, sich so gehen zu lassen, und Gleichaltrige waren selten so abgebrüht gewesen.
Das hier jetzt hatte das Potential, große Kunst der Streitkultur zu werden, geradezu übermächtige Souveränität - und plötzlich fühlte sie sich klein.
Und bekam Angst.
Nicht nur Angst vor dem, was er kontern könnte, sondern Angst, sich komplett blamiert zu haben. Wenn sie eines hasste, dann, an sich selbst zu scheitern! Und das war sie gerade! Von vorne bis hinten - seit diese verdammte Tür sich geöffnet hatte!
Mit einem frustrierten kurzen Stöhnen lehnte sie die Stirn gegen den an die Wand gelegten Unterarm.

"Nein", antwortete sie fast automatisch, aber lahm,
"Es tut mir leid."
*Sieh dein Gegenüber an, wenn du dich entschuldigst!*, peitschte ihre Erziehung sie, sich aus dieser Haltung wieder zu lösen, von der Wand zu trennen, sich zu Leon umzudrehen und ihm möglichst ins Gesicht zu sehen, auch wenn ihr Blick immer mal wieder zum Boden huschte.
"Es tut mir leid, dass ich dich gerade so angefahren habe. Einiges daran... war regelrecht gemein."
Ihr Atem entwich und sie schloss ein mal die Augen. Götter, kostete das alles Kraft!
Und sie wäre auch jetzt nicht bereit gewesen, sich für alles zu entschuldigen, aber sie hatte keine Kraft, das jetzt aufzudröseln, solange er nicht fragte und keinen Bedarf, die Punkte auf denen sie bestand, ihm nochmal unter die Nase zu reiben.
Ihre Hände schoben sich gewohnheitsgemäß wieder auf den Rücken, aber es wirkte genauso hohl und kraftlos wie Leons Haltung.
Sie sah ihn wieder an, konnte sich kaum konzentrieren.
"Ich will dich nicht verlieren...", wurde sie leiser und selbst die Kraft für Tränen schien verpufft,
"aber..."
Wieder senkte sich ihr Blick und es fühlte sich wie ein langsam gnadenloser Stich ins Herz an, als sie schloss:
"...dazu gehören zwei."
Rauschen.
"Bin fertig."

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Re: Der Drachnzahn und seine ersten Gäste

Beitrag von Erzähler » Freitag 30. August 2019, 09:06

Wenn du mit mir so reden würdest, würden wir uns streiten, bis wir in den Kissen landen und dann heißen Versöhnungssex haben!
'Versöhnungssex'? Was sollte das sein? Wobei, sie ahnte es, aber...
Wir sind aber nicht verheiratet!
, erteilte sie ihm mit einem giftigen kalten Stich eine Abfuhr. Sie holte innerlich tief Luft, denn dieser Widerstand fiel schwerer und schwerer:
Und werden es auch nie sein!
Ein glucksender Laut antwortete ihr:
Nicht verheiratet? Wir leben seit Jahr und Tat zusammen, teilen ein Bett und eine Seele, ich habe dich in den schönsten und schlimmsten Momenten begleitet. Ich war da wenn du einsam warst, habe dich beschützt und begleitet. Wir teilten die Peinlichkeiten und intimsten Augenblicke... und du sagst, wir sind nicht verheiratet?
Er lachte. Er zog sie auf, was sie wusste, aber irgendwie war da auch ein wenig Wahrheit in diesem Scherz, genauso...wie ein Funken ...Wehmut? Oder war er tatsächlich von ihren Worten „getroffen“? Verscherzte sie es sich gerade auch mit ihm? Selbst wenn... Wäre das nicht egal? Er hatte es ja so gewollt... oder?

Darna nahm ihren Mut zusammen:
"Es tut mir leid, dass ich dich gerade so angefahren habe. Einiges daran... war regelrecht gemein."
Ihre Hände schoben sich gewohnheitsgemäß wieder auf den Rücken, aber es wirkte genauso hohl und kraftlos wie Leons Haltung.
ER schien zufrieden mit der Entschuldigung, selbst wenn sie nicht an ihn gerichtet gewesen war.
Sie sah wieder Leon an, konnte sich kaum konzentrieren.
"Ich will dich nicht verlieren...", wurde sie leiser und selbst die Kraft für Tränen schien verpufft,...aber..."
Wieder senkte sich ihr Blick und es fühlte sich wie ein langsam gnadenloser Stich ins Herz an, als sie schloss:
"...dazu gehören zwei."
Rauschen.
"Bin fertig."

„Danke“

...warm und weich klang seine Stimme, polsterte etwas von dem Sturz ab, in dem sie sich gerade befunden hatte. Natürlich nicht alles, aber wenigstens war er auch nicht einfach aus dem Raum gestürmt. Ach nein, es war ja sein Zimmer. SIE hätte gehen müssen... Aber …
Das sanfte „Danke“ ermöglichte ihnen beiden, dass sie wieder freier atmen konnten. Eine Entschuldigung gab Raum für Möglichkeiten und den hatte sie ihm bisher nicht gegeben. Sein „Danke“ akzeptierte die Wendung und er hob an:
„Bei allen Göttern, ich will dich auch nicht verlieren!“
Sein Blick war glänzend wie flüssiges Quecksilber – als liefen Tränen durch seine Iris, die niemals seine Wangen erreichen würden. Wieder trat ein Moment der Stille ein, aber dieses Mal war da auch Erleichterung und eine Spur Hoffnung. So wie Leon sich nach vorne beugte, lehnte sich ER im Innern wieder nach hinten.
Ein tiefes Atmen folgte – von beiden!
Das verwirrendste war, dass ER beim letzten Mal als Darna ihn gesehen hatte, auch Leons Gestalt gewählt hatte. Er war der „böse Zwilling“ in ihrem Innern, der das ganze hier nicht unbedingt leichter machte.
„Darna...“
Leon sammelte sich und auch seine Haltung füllte langsam wieder den Mantel.
„Du magst mit einigen deiner Vorwürfe sogar Recht haben..., aber du hast mir auch unterstellt, dass ich das alles hier geplant hätte... also dich ins Bett zu kriegen...“
Er sah sie kurz an und der Blick traf wie ein ganzer Lattenzaun.
„Ich habe nichts hiervon geplant! Du warst in einem schwachen Moment da und unsere Gefühle haben uns übermannt. Dafür sollte keiner von uns beiden dem Anderen die Schuld geben. Solche Dinge geschehen und hinterher sie als Vorsatz hinzustellen , ...“
Er presste kurz die Kiefer zusammen. Darna hatte, wenn man es genau nahm, seine Ehrenhaftigkeit angezweifelt. Sie hatte ihn quasi mit Gernot über einen Kamm gezogen, ihn auf seine Stufe degradiert und das im emotionalen Sinne. JA der schwache Moment war geschehen, aber sie hatten ein Ende gefunden. Sie hatte es beendet, aber ihm allein dafür die Schuld zu geben, war nicht fair gewesen. Niemals hätte Leon sie bewusst in eine „Falle“ gelockt, dessen Ziel Beischlaf gewesen wäre!
„Aber es war falsch.“
Ja, darauf hatten sie sich geeinigt. Oder? Was wäre wohl geschehen, wenn sie sich nicht über seine Narben erschrocken hätte? Wenn sie einfach weiter gemacht hätten? Hätte Leon sie wirklich entjungfert? Hätte LEON ihr wirklich ihre Ehre geraubt? Sie würde es wohl nie mehr erfahren.
„Ich weiß nur, dass es einfach ZU VIELE Faktoren in unser beider Leben gibt, die gegen ein Zusammensein sprechen... Vielleicht möchte ich mir deswegen auch nicht zu viele Hoffnungen machen und … nicht enttäuscht werden. Aber ich träume von einer Zukunft, in der wir zusammen sein können! Ob sie wahr werden kann, dass wissen wir nicht. - Natürlich! Will! Ich! Kämpfen!“
Er rieb sich kurz angestrengt die Stirn.
„Es ist nur so, dass es äußere Einflüsse gibt, über die wir keine Macht haben... und ich meine damit nicht mal die Großen! Was wenn dein Vater mich nicht mag...“
Er schüttelte den Kopf um wieder einmal seine Gedanken zu sortieren.
„Wann immer ich über uns nachdenke, da sammeln sich so viele Dinge, Fakten, Argumente, Gefahren... Verstehst du denn nicht, dass da auch an mir zweifle? Ich weiß einfach nicht, ob ich stark genug bin um gegen den Geist anzukommen! Ich weiß nicht mal, ob ich noch aufstehen kann, so ausgelaugt fühle ich mich! Mein Vater liegt da draußen in einem magischen Eisklumpen und ich hab keine Ahnung wie es weiter geht!“
...und da kommst du, erwiderst seine Hitze, seine Sehnsucht und seine Küsse, bietest ihm einen Platz in deinem Herzen, quasi deinen Körper dar …
, kommentierte ER im Hintergrund. Wenn Darna IHN wieder zum schweigen bringen wollte, sollte sie etwas näher an Leon heran rutschen! Er saß einen Hauch zu weit weg.
„Das ganze tut mir leid. Ich meine, dass ich mich habe gehen lassen...für einen Moment. Es … war so unendlich schön. Ich fühle mich endlich frei... Aber es ist nun mal wie es ist. Es war nicht der rechte Zeitpunkt. Vielleicht...“
Er sah wieder zu Darna und Vorsicht lag in seinem Blick.
„Vielleicht gibt es einen Weg... Ich sehe ihn nur noch nicht, aber ich hoffe, dass es ihn gibt.“
Seine Augen wirkten wieder etwas ruhiger... eigentlich sogar ziemlich müde. Er ließ sich auf seinem Sessel nach hinten sinken, schloss die Augen und legte seinen Kopf auf die Rücklehne. Sein Hals streckte sich, das Gesicht zeigte zur Decke und seine Arme öffneten sich entspannt auf den Armlehnen. ...von seiner Erektion war auch nichts mehr zu sehen.
„Ich brauch eine Pause.“
Er klang erschöpft. Streiten kostete Kraft, das hatte auch Darna gespürt. Das Feuer in ihr wollte auch nicht mehr so richtig auflodern, sie hatte ihren Brennstoff verbraucht.
...wenn ich einen Tipp geben darf...
Tatsächlich wartete er einen Moment um ihren Wiederworten zu lauschen. Nicht, dass er sich davon abhalten lassen würde!
Setz dich zu ihm. Zeig ihm, dass du ihm immernoch vertraust. Berühre ihn... ICH bräuchte das jetzt um nicht abzustumpfen.
Half er ihr wirklich? Warum? Lag ihm tatsächlich was an ihr? Vielleicht wollte er auch einfach nicht mehr diesem Gejammer lauschen und trieb sie in Leons Arme, damit ihre Verbindung wieder geblockt war. Aber nein,... er war nicht genervt. Es waren die Reste, der Vater-Rolle die da durchklangen.
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Re: Der Drachnzahn und seine ersten Gäste

Beitrag von Darna von Eibenau » Samstag 31. August 2019, 12:19

Ja, Freizul hatte seine eigene, nicht ganz von der Hand zu weisende Definition von "verheiratet": Nicht verheiratet? Wir leben seit Jahr und Tat zusammen, teilen ein Bett und eine Seele, ich habe dich in den schönsten und schlimmsten Momenten begleitet. Ich war da wenn du einsam warst, habe dich beschützt und begleitet. Wir teilten die Peinlichkeiten und intimsten Augenblicke... und du sagst, wir sind nicht verheiratet?
Er lachte. Er zog sie auf, was sie wusste, aber irgendwie war da auch ein wenig Wahrheit in diesem Scherz, genauso...wie ein Funken ...Wehmut? Oder war er tatsächlich von ihren Worten „getroffen“? Verscherzte sie es sich gerade auch mit ihm? Selbst wenn... Wäre das nicht egal? Er hatte es ja so gewollt... oder?

In diesen Momenten, wo Angst und Frust sie überrollten, dachte sie gar nicht darüber nach, ob jemand etwas verdient hatte oder nicht, ob sie es sich mit jemandem verscherzte oder nicht - sie teilte aus. Selbst Delilah hätte vielleicht sogar was ab bekommen, und so gab sie ihrem Untermieter noch ein kalt garstiges
Na, dann fehlt uns ja nur noch Lysanthors Segen mit, bevor die Erschöpfung nach etwas Durchatmen anderen Eindrücken wie Reue und Sorge wieder Platz machte.

"..Einiges daran... war regelrecht gemein." Und ja, dabei huschte ihr auch kurz ihr Kommentar mit Lysanthors Segen durch den Kopf - es war schließlich klar, dass das nie passieren würde. Auch wenn... eine tiefere Wahrheit darin steckte?
Wie hatte sie das im Schloss ausgedrückt? *Wärst du kein Dämon, es hätte interessant mit uns werden können* Tja.
Und so galt das "Ich will dich nicht verlieren" doch nur einem der beiden.
„Danke“
Das sanfte „Danke“ ermöglichte ihnen beiden, dass sie wieder freier atmen konnten. Eine Entschuldigung gab Raum für Möglichkeiten und den hatte sie ihm bisher nicht gegeben. Sein „Danke“ akzeptierte die Wendung und er hob an:
„Bei allen Göttern, ich will dich auch nicht verlieren!
Darna...“ Leon sammelte sich und auch seine Haltung füllte langsam wieder den Mantel.
„Du magst mit einigen deiner Vorwürfe sogar Recht haben..., aber du hast mir auch unterstellt, dass ich das alles hier geplant hätte... also dich ins Bett zu kriegen...“
Er sah sie kurz an und der Blick traf wie ein ganzer Lattenzaun.

Sie blinzelte überrascht, und ihre Augen weiteten sich. Das hab ich gar nicht!, regte sich Protest in ihr, aber sie konnte es selber nachvollziehen, was er meinte und innerlich ächzte sie. Sie hatte etwas gesagt, was sich eindeutig so auslegen ließ, aber Planung hatte sie ihm nicht unterstellen wollen - "nur", dass das Ergebnis auf das Gleiche hinaus gelaufen wäre. Und ja: die Art des Geschehens, seine Worte und sein Benehmen - und ihres - ließen sie davon ausgehen, dass sie zu weit gegangen wären. So passierte das eben, nicht? Sie wusste nicht genau, was da eigentlich passierte und wann, aber dass Frauen und Männer im Sturm der Leidenschaft Dinge taten, die die Frau hinterher ehrlos dastehen ließen, hatten selbst Vertrauenspersonen wie seine Gnaden Talarion ihr so vehement beigebracht, dass sie Leon davon nicht ausnahm. Er betonte selber, "ein mal nur ein Mann sein" zu wollen und ähnliches...
Schwarz oder weiß. Ganz oder gar nicht. Mehr schien es für die Knappin mal wieder nicht zu geben. Eigentlich... wusste sie einfach zu wenig, um da mehr differenzieren zu können. Zu wenig über Sex und sogar zu wenig über Leon.

Sie widersprach ihm nicht. Differenzierte ihre Worte nicht. Es spielte auch keine Rolle.
*Wichtig ist nicht, was ihr meint, sondern wie der andere es versteht! Also passt auf, was ihr sagt!*, hatte man ihnen beim Benimmunterricht zum Thema Beleidigungen und Entschuldigungen, beziehungsweise Duellgründen beigebracht. Sie hatte Leon verletzt, es tat ihr leid und er akzeptierte die Entschuldigung. Gut.
„Ich weiß nur, dass es einfach ZU VIELE Faktoren in unser beider Leben gibt, die gegen ein Zusammensein sprechen... Vielleicht möchte ich mir deswegen auch nicht zu viele Hoffnungen machen und … nicht enttäuscht werden." Darna senkte den Kopf etwas.
"Das kann ich sogar verstehen", meinte sie hörbar, aber leise genug, dass er es nicht als Unterbrechung empfinden brauchte. Und sie schloss dankbar und etwas erleichtert die Augen, als er bekundete, trotzdem kämpfen zu wollen.
Sie gingen vielleicht mit einem leicht unterschiedlichen Einsatz an die Sache, er war wohl eine Spur vorsichtiger als sie, aber das nahm sie ihm nicht übel. Doch dann musste sie plötzlich einen Tick weit schmunzeln:
"Was wenn dein Vater mich nicht mag...“
"Oh, da brauchst du dir nicht viele Sorgen zu machen", unterbrach sie ihn nun doch einmal, und ihr Tonfall klang nicht leichthin, sondern wirklich beruhigend, und sie sah ihm in die Augen, als sie erklärte:
"Du darfst ihm gegenüber nur keine Spielchen machen, wie deinen Adelstitel zu verschweigen, aber das brauchst du dort ja auch nicht. Steh zu dem, was du bist. Keine falsche Scham und keine Protzerei - und letzteres tust du ja eh nicht. Er mag das nicht. Du hast eine ehrbare Ausbildung und auch die Knappenprüfung müsstest du nicht verschweigen. Was soll er dann gegen einen Grafensohn haben?"
Darna konnte sich kaum vorstellen, dass die Eibenaus ausgerechnet mit den von Weißenfels' in Fehde lägen - auch wüsste sie dann nichts davon. Es war kein 'inländischer' Adel, und offenbar schon nur wenigen bekannt, aber ganz offensichtlich ein von höchster Stelle akzeptierter. Damit waren aus ihrer Sicht Leons Chancen blendend.
Sie schien bei dem Thema sogar bessere Laune zu bekommen, wurde aber wieder ernst, als er seinen Faden wieder aufgriff:

"Ich weiß einfach nicht, ob ich stark genug bin um gegen den Geist anzukommen! Ich weiß nicht mal, ob ich noch aufstehen kann, so ausgelaugt fühle ich mich! Mein Vater liegt da draußen in einem magischen Eisklumpen und ich hab keine Ahnung wie es weiter geht!“
Sie wollte auch hier etwas erwidern und hätte Leon vermutlich aufbauen können, aber ER mischte sich wieder ein, und sie zögerte. Bei 'bietest ihm quasi deinen Körper dar' legte sich ihr ein Widerspruch auf die Zunge - aber es gab nichts zu widersprechen.
Sie spähte zu Leon und überlegte, ob sie näher zu ihm gehen sollte... aber sie wollte gerade, dass Freizul noch blieb. Dass Er als ihre Stütze noch blieb, denn weiterhin war sie unsicher und verletzt, schätzte Seine Nähe - und Fürsorge.
"Aber es ist nun mal wie es ist. Es war nicht der rechte Zeitpunkt. Vielleicht...“ Er sah wieder zu Darna und Vorsicht lag in seinem Blick. „Vielleicht gibt es einen Weg... Ich sehe ihn nur noch nicht, aber ich hoffe, dass es ihn gibt.“
Ihre Mimik blieb äußerlich regungslos, leicht nachdenklich, und sie wich seinem Blick ein bisschen aus. Sollte sie sich auf dieses Spiel mit Leon noch einmal einlassen?
Wenn wir den Fluch los sind. Vorher geht es nicht, bestärkte sie ihre Entschiedenheit, doch ihre Stirn zuckte grüblerisch.
Außer...
Oh, ihr kam ein sehr anrüchiger Gedanke. Ein gefährlicher. Wollte sie das?

Sie beobachtete, wie Leon sich auf seinem Sessel nach hinten sinken ließ, die Augen schloss und seinen Kopf auf die Rücklehne legte. Sein Hals streckte sich, das Gesicht zeigte zur Decke und seine Arme öffneten sich entspannt auf den Armlehnen. ...von seiner Erektion war auch nichts mehr zu sehen.
„Ich brauch eine Pause.“
Er klang erschöpft. Streiten kostete Kraft, das hatte auch Darna gespürt. Das Feuer in ihr wollte auch nicht mehr so richtig auflodern, sie hatte ihren Brennstoff verbraucht.
...wenn ich einen Tipp geben darf...
Tatsächlich wartete er einen Moment um ihren Widerworten zu lauschen. Nicht, dass er sich davon abhalten lassen würde!
Aber es kam nichts. Die Knappin neigte äußerlich sichtbar sogar ihren Kopf eine Spur nach rechts und schaute ins Leere, um Ihm zuzuhören. Die Art, wie Er sie gerade ansprach, war ihr eine so selbstverständliche Umgangsform, dass ihr zunächst nicht mal auffiel, dass Sein Verhalten gerade nicht Seinen sonstigen Gewohnheiten entsprach. Und doch war da wieder dieses unterschwellige Kribbeln, wenn sie sich in Seiner Nähe... einfach wohl fühlte.
Setz dich zu ihm. Zeig ihm, dass du ihm immernoch vertraust. Berühre ihn... ICH bräuchte das jetzt um nicht abzustumpfen.
Etwas in ihr horchte auf, und ihre linke Braue zuckte leicht nach oben.
'ER' bräuchte das jetzt, um nicht abzustumpfen? Es war für Darna gefühlt das erste Mal, dass Er von etwas wie seinen eigenen Bedürfnissen und Gefühlen sprach - gar Schwäche, wenn auch indirekt, eingestand. Ihr kam plötzlich wieder in den Sinn, wie Er nebenher mal erwähnt hatte, keine Freunde zu haben, und es fügte sich zu einem Puzzle, das sie bisher noch kaum angefangen hatte und von dem sie höchstens eine vage Ahnung besaß:
ER fühlte sich einsam?...

Sie vertiefte diese Gedanken nicht - bewusst nicht. Sie sah zu Leon, und ihr Blick wirkte nachdenklich kurz in sich gekehrt, dann nickte sie etwas.
Ja, ich denke auch, stimmte sie mit einem sachten Gedankentonfall mit Ihm überein und brachte etwas Spannung zum Losgehen in ihre Haltung, setzte sich aber nicht nahtlos in Bewegung.
Innerlich... beschwor sie Sein Bild herauf, oder stellte Ihn sich vor: Ihr 'dunkler Leon', aber ohne diese aggressiv verführerische Ausstrahlung, sondern so, wie Er sie bei der kurzen Ohnmacht in Chasins Schlafzimmer gehalten hatte, und mit.. einer Art Schatten dieser Flügel, die sie um sich herum gelegt gespürt zu haben glaubte, einer Ahnung des Schutzkokons, den Er gebildet hatte.
In ihrer Vorstellung ging sie zu Ihm, legte eine Hand an Seine unglaublich schön muskulöse Schulter, um sich abzustützen, reckte sich etwas
und gab Ihm einen flüchtigen, keuschen Kuss an die linke Wange.
Danke.
Einfach nur ein warmes Gefühl von Zuneigung. Mehr nicht.
Und sie ging. Gab ihm gar keine Gelegenheit, großartig darauf zu reagieren oder sie gar zu greifen. Nur kurz, bevor sie Leon auf seinem Sessel zu nahe kam und spürte, wie Er in den Hintergrund gedrängt wurde, gab sie Ihm doch glatt gutmütig neckend noch einen mit:
Und jetzt darfst du darüber nachdenken, wofür ich das gemeint hab...

Sie hockte sich schräg vor den Sessel, suchte Augenkontakt zu Leon und legte behutsam ihre rechte Hand auf seine linke.
"Wollen wir...", fragte sie leise und vorsichtig, "uns für eine Stunde oder so einfach hinlegen?" Ihr Blick huschte zum Bett und sie sah ihn fragend an. "Darf ich dich... einfach halten?", fragte sie noch vorsichtiger.

(#*geht von Einverständnis aus*)
Sie schmiegte ihre Wange leicht an seine Schulter. Striff mit ihren Fingerkuppen unheimlich sanft über seinen Unterarm.
"Ich bin... recht zuversichtlich, was deinen Vater angeht", sagte sie leise und achtete darauf, ob Leon zu diesem Thema von ihr etwas hören wollte. "Das Wichtigste haben wir jetzt erstmal gewonnen, und das ist Zeit." Sie ließ eine kurze Pause. "Chasin scheint von einem Ritual zu wissen und wird sicher noch mehr irgendwie dazu heraus finden können. Die Bibliothek hier muss wohl ein ziemlicher Schatz sein. Dann sehen wir weiter. Eins nach dem anderen."
Ihr lag noch etwas auf der Zunge, aber dafür rang sie mit sich. Sollte sie? Vielleicht wäre es ja noch wichtig, auch in anderem Zusammenhang, dass Leon das wusste...
Uh, dass DAS aber nur eine fadenscheinige Ausrede war, war selbst ihr klar! Ach, verflixt! Sie biss sich auf die Unterlippe und gab sich den letzten Ruck, bevor Leon doch bereits einschlief - das wäre ihr jetzt zu blöd gewesen, dass sie es ihm sagte, und er bekäme es nicht mit!
"Es...
gibt eine Möglichkeit, den Fluch zu unterdrücken.
Zumindest zeitweise."
Ihr Blick huschte vorsichtig immer wieder forschend zu seinem Gesicht.
Zeig ihm, dass du ihm vertraust...
"Er scheint abgedrängt zu werden, wenn... ich betrunken bin. Ich weiß nicht, warum. Aber deswegen habe ich auf dem Ball gelacht, ohne dass etwas passiert ist. Beziehungsweise, ich verstehe nicht, warum das ausgerechnet durch Alkohol passiert, aber..." Sie hob leicht die Schultern und ihre Brauen zuckten wieder nachdenklich zusammen.
"Mein unfreiwilliger Begleiter meinte... sagte..."
Jetzt grübelte sie für den Moment richtig, aber ohne Ergebnis. Es fiel ihr schwer, sich überhaupt daran zu erinnern, denn sie hatte dem erst überhaupt keine Bedeutung beigemessen, eben weil sie es nicht verstanden hatte, aber Er hatte so etwas gesagt, nicht?
"das sei bei mir .. wohl so eine Kopfsache, und ich versteh das überhaupt nicht."
Das hieße ja, dass sie das beeinflussen, gar steuern könnte?! Aber das hieße ja, dass sie dafür verantwortlich wäre! Quatsch!
Mist.
Wenn sie nur nicht so müde wäre!
Sie zuckte die Schultern und sah Leon an und meinte noch trocken, ganz die Taktikerin:
"Ich hatte deswegen sogar noch zwei Flaschen von irgendwas aus dem Schloss mitgenommen. Nur für den Notfall."

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Re: Der Drachnzahn und seine ersten Gäste

Beitrag von Erzähler » Sonntag 1. September 2019, 12:35

Ja, ich denke auch
, stimmte sie mit einem sachten Gedankentonfall mit IHM überein und brachte etwas Spannung zum Losgehen in ihre Haltung, setzte sich aber nicht in Bewegung. Innerlich... beschwor sie SEIN Bild herauf: Ihr 'dunkler Leon', aber ohne diese aggressiv verführerische Ausstrahlung, sondern so, wie Er sie bei der kurzen Ohnmacht in Chasins Schlafzimmer gehalten hatte, und mit.. einer Art Schatten dieser Flügel, die sie um sich herum gelegt gespürt zu haben glaubte, einer Ahnung des Schutzkokons, den Er gebildet hatte... In ihrer Vorstellung ging sie zu Ihm, legte eine Hand an Seine unglaublich schön muskulöse Schulter, um sich abzustützen, reckte sich etwas
und gab Ihm einen flüchtigen, keuschen Kuss an die linke Wange.
Danke.
Einfach nur ein warmes Gefühl von Zuneigung. Mehr nicht. Sie fühlte, wie sein Arm sich zur Wange hob und hätte für einen Moment darauf schwören können, warme Haut mit einem leichten Kratzen von Bart an ihren Lippen zu spüren.
Was...?
Und sie ging. Gab ihm gar keine Gelegenheit, großartig darauf zu reagieren oder sie gar zu greifen. Nur kurz, bevor sie Leon auf seinem Sessel zu nahe kam und spürte, wie Er in den Hintergrund gedrängt wurde, gab sie Ihm doch glatt gutmütig neckend noch einen mit:
Und jetzt darfst du darüber nachdenken, wofür ich das gemeint hab...
Sie fühlte wie die Verbindung abebbte und hörte noch ein wütend klingendes:
„..du kleines Miststück!“
Aber auch wenn die Worte derb waren, sie fühle wie er lächelte und wieder diesen Hauch von Stolz in der Verbindung. Dann war da nichts mehr, nur noch sie und Leon. Sie hatte IHN stehen lassen, wie er es so oft mit ihr gemacht hatte und sie hatte noch viel mehr getan. Sie hatte ihn berührt! Auf SEINER Seite! Sie gewann an Macht - - - Er hatte Recht. Um so mehr sie ihn kannte, um so gefährlicher wurde es für sie.

Sie hockte sich schräg vor den Sessel, suchte Augenkontakt zu Leon und legte behutsam ihre rechte Hand auf seine linke.
"Wollen wir... uns für eine Stunde oder so einfach hinlegen?"
Ihr Blick huschte zum Bett und sie sah ihn fragend an.
"Darf ich dich... einfach halten?", fragte sie noch vorsichtiger, aber erhielt ein ebenso zögerliches Nicken. Leon könnte ihr wohl nie etwas abschlagen. Er stand auf, wankte zum Bett hinüber und ließ sich angezogen wie er war auf die Decke sinken. Darna näherte sich von der anderen Seite, legte sich zu ihm und beobachtete ihn. Sie schmiegte ihre Wange leicht an seine Schulter. Striff mit ihren Fingerkuppen unheimlich sanft über seinen Unterarm. Leons Atem strömte langsam aus seinen Lungen. Sein Blick wurde schmaler. Er entspanne sich und genoss die Berührung, ihre Zuwendung, wie ER voraus gesagt hatte. Der Knoten zwischen ihnen löste sich spielend auf und alles schien wieder möglich.
"Ich bin... recht zuversichtlich, was deinen Vater angeht"
, sagte sie leise und achtete darauf, ob Leon zu diesem Thema von ihr etwas hören wollte. Er lang still da und ließ nur seinen Kopf auf dem Kissen etwas zur Seite rollen, damit er sie ansehen konnte.
"Das Wichtigste haben wir jetzt erstmal gewonnen, und das ist Zeit... Chasin scheint von einem Ritual zu wissen und wird sicher noch mehr irgendwie dazu heraus finden können. Die Bibliothek hier muss wohl ein ziemlicher Schatz sein. Dann sehen wir weiter. Eins nach dem anderen."
Ihr lag noch etwas auf der Zunge, aber dafür rang sie mit sich. Sollte sie? Sie biss sich auf die Unterlippe und gab sich den letzten Ruck, bevor Leon doch einschlief, denn seine Augen wurden immer kleiner.
"Es... gibt eine Möglichkeit, den Fluch zu unterdrücken.
Zumindest zeitweise."

Er blinzelte und seine Augen wurden wieder ein kleines Stück größer. Er hörte zu.
Zeig ihm, dass du ihm vertraust...
"Er scheint abgedrängt zu werden, wenn... ich betrunken bin. Ich weiß nicht, warum. Aber deswegen habe ich auf dem Ball gelacht, ohne dass etwas passiert ist. Beziehungsweise, ich verstehe nicht, warum das ausgerechnet durch Alkohol passiert, aber... Mein unfreiwilliger Begleiter meinte... sagte... das sei bei mir .. wohl so eine Kopfsache, und ich versteh das überhaupt nicht."
Sie zuckte die Schultern und sah Leon an und meinte noch trocken, ganz die Taktikerin:
"Ich hatte deswegen sogar noch zwei Flaschen von irgendwas aus dem Schloss mitgenommen. Nur für den Notfall."
Leon blinzelt noch zweimal langsam, dann wurden seine Augen wieder größer.
„Darna...?... ähm, nur damit ich das richtig verstehe. ...“
Er blinzelte noch einmal sehr langsam, wie um wach zu werden.
„Du teilst mir grade mit...während du in meinem Bett liegst...“
Es zuckt ein bisschen um seine Mundwinkel.
„...dass ich dich nur „abfüllen“ müsste, damit du „Spaß“ haben kannst? ...also „wir“ „Spaß“ haben könnten???...“
Er schluckte und gluckste kurz.
„Wenn das nicht gegen so alles sprechen würde, was ich gelernt habe... Nein! Ich würde dich nie trinken lassen, damit dein Fluch unterdrückt ist, nur um dann mit dir... Ich würde das nicht einmal tun, wenn du unverflucht wärst! So etwas gehört sich nicht und außerdem... WENN wir ...vielleicht irgendwann... zu diesem „speziellen Zweck“ beieinander liegen, dann möchte ich dich auch bei klarem Verstand haben. ...aber...“
Er wirkte nachdenklich.
„Aber es ist gut zu wissen. Ich meine für den Fall, dass bei der Drachengeschichte hier irgendetwas schief gehen sollte. Alkohol...der den Verstand ausschaltet...und damit auch den Fluch...Das alles klingt ganz schön verworren, aber erklärt auch dein Lachen auf dem Ball... was ich übrigens sehr schön fand.“
Er lächelte sie milde, ja auch müde an. Man merkte, dass seine Gedanken immer mehr zu schwimmen begannen.
„Ich bin unglaublich müde. Lass mich kurz die Augen zu machen. Du kannst auch gern bleiben. Ich falle auch bestimmt nicht noch mal über dich her...“
Er schmunzelte schon mit geschlossenen Augen.
„...außer du sagst mir explizit, dass du es willst... vielleicht sogar besser schriftlich... eine Art... ...“Darf-Schein“ wäre gut.“
Sein Gesicht entspannte sich, während er langsam einschlief.
„...ansonsten warte ich auf den „Trau-Schein“...“
und dann sagte er nichts mehr. Im Halbschlaf gab er wirklich merkwürdige Dinge von sich. Nur sein Arm hob sich noch einmal, legte sich über sie und um sie herum. Er zog sie sanft an seine Seite und atmete langsam aus.

Die Welt war wieder in Ordnung.

Ein Mittagsschläfchen in Leons Armen bedeutete, vom Harax unbeeinflusste Träume. Einzig Darnas Phantasie gab hier den Ton an.
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