Der Drachnzahn und seine ersten Gäste

Der Drachenzahn war stets Anlaufpunkt für Besucher der Stadt. Riesig ist sie, dass wohl gut eine halbe Armee unterkommen kann. Ein Brunnen im Eingangssaal dient geschuppten Besuchern sogar als Tränke.
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Re: Der Drachnzahn und seine ersten Gäste

Beitrag von Erzähler » Dienstag 13. Oktober 2020, 09:17

Elis Blick wanderte zu Tarmas der sich die Ärmel hochschob und sofort mit anpackte. Gemeinsam bugsierten sie den schon ziemlich schweren Jungdrachen nach draußen und Eli beobachtete ihr Tun voller Staunen.
Ob mir so was mit Naira auch noch bevor steht.....
Wie zur Bestätigung strampelte Naira kräftig mit den Beinen und schaffte es, sich einmal um die eigene Achse zu rollen. So lag sie gleich gut einen Schritt näher am Feuer des Kamins. Kurz darauf betrat Leon die Taverne und als wäre das ein Startschuss gewesen stand Lyn auf und setzte sich an den Gedeckten Tisch ans Kopfende, Chasin nahm neben ihr platz und so wie sich alle in Bewegung setzten reichte Yran ihr die Hand zum aufstehen. Sie sah ihn an, sah dann Naira an und lächelte die kleine an die zufrieden und offenbar etwas müde auf dem Fell lag. Sie streichelte sie noch einmal zärtlich über den Kopf, dann nahm sie Yrans Hand und stand auf. Er küsste ihre Nasenspitze und sie lächelte verlegen. Dann nahmen sie beide Platz an der Tafel. Eli beobachtete wie sich alle setzten, dann blickte zu Lyn als diese das Wort ergriff:
„Familie!...Das ist es was wir sind. Familie und Freunde. Verbunden in Liebe. Ich erhebe mein Glas auf neue und alte Seelen in unserer Mitte! Auf das die Zukunft unseres Reiches voller Freude und neuer Möglichkeiten stetig wachse.“
Eli sah sich kurz um ob jemand anderes die Intention hatte aufzustehen, dann nahm sie ihren Krug und stand auf.
„Ich......“
Sie blickte in die Gesichter ihrer neuen Familie und ihre großen grünen Augen füllten sich langsam mit Tränen und als sie weitersprach zitterte ihre Stimme ein wenig.
„Ich freue mich ein Teil eurer Familie zu sein, ich hatte noch nicht die Gelegenheit es euch allen zu sagen. Aber dank euch habe ich nun ein wahres Zuhause gefunden...in Drachma!“
Sie sah dabei allen aber vor allem Tarmas, Protho, Lyn und zuletzt Yran in die Augen. Aus jedem Gesicht strahle Liebe zu ihr zurück und noch nie hatte sie sich so aufgehoben und geliebt gefühlt. Es war perfekt.
„Ja ja, wir ham dich auch lieb, Kleine!“
, polterte Protho und lachte. Yran konnte es sich ebenfalls nicht verkneifen, seinen Kommentar abzugeben:
„ICH sie aber MEHR!“
und Tarmas fügte deutlich leiser an:
„...als wenn das nicht offensichtlich wäre.“
Auch Lyn schmunzelte und die Wärme einer Mutter für ihre balgenden Kinder lag in ihrem Blick. Dann schaute sie in die Runde, ob noch jemand etwas sagen wollte. Ihr Blick verweilte eine Weile bei Darna.
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Eilmana Silva
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Re: Der Drachnzahn und seine ersten Gäste

Beitrag von Eilmana Silva » Montag 19. Oktober 2020, 19:28

Eli stand in dieser Runde, und als die Blicke der anderen ihren Trafen wurde ihr Gesicht ganz rot und ihre Tränen hielten sich nicht mehr zurück. Es waren eindeutig Tränen der Freude, das konnten sie sicherlich alle sehen und Spüren!
Der Klos in Elis Hals wurde immer größer und die letzten Worte hatte sie noch irgendwie aus sich heraus gepresst als Protho unverblümt und direkt wie er war, Antwortet!.
„Ja ja, wir ham dich auch lieb, Kleine!“
Eli lächelte ihm entgegen und der Klos in ihrem Hals wuchs noch ein wenig mehr.
Als Yran dann hinzufügte das er sie aber mehr Liebe als Protho musste sie lachen und wischte sich mit dem Finger vorsichtig die Tränen aus dem Gesicht.
Tarmas Kommentar sorgte dann dafür das sie überglücklich schmunzelte und alle noch mal ansah.
Der Klos war wieder kleiner geworden und so setzte sie sich.
Ihre Hand suchte nach der von Yran und ihre Finger gruben sich vorsichtig zwischen seine. Dann holte sie tief luft und strahlte.
Sie lies noch mal alles revü passieren, wie sie mit Marga hier her gekommen war, die erste Nacht in dieser Taverne war ungewohnt, aber auch erstaunlich schön nach den Strapazen die sie vorher auf sich genommen hatten. Sie hatte diese Wundervollen Menschen wieder aufgeweckt und durfte nun ein Teil ihrer Familie sein.
Sie wollte auf jedenfalls irgendwann gerne einmal ihre alte Heimat und ihre Eltern besuchen, ihrem Lehrmeister und ihrer Königin berichten, zumindest von den dingen von denen sie berichten durfte und vielleicht würde sie dann auch erfahren was in dem Brief stand...auch wenn ihre Vermutung inzwischen sehr deutlich sind, bleibt doch immer ein kleiner funke Unsicherheit bei so etwas zurück.

Jetzt war sie aber hier, und sie freute sich schon auf das nächste Bad, das nächste Gespräch mit jedem von ihnen und einfach allem was sie hier erwartet.

Als das Essen eröffnet war war Eli die erste die plötzlich auf dne Tisch langte. Sich ein großes Stück Brot schnappte und herzhaft hinein biss so das ihr Mund einfach übervoll war.
Der volle Mund, das kauen des Brotes und der Geruch und Geschmack half ihr gerade einfach diese ganze Freude in sich zu behalten,...oder auch zu zeigen. Sie musste einfach etwas verrücktes und überschwängliches tun...und außerdem merkte sie gerade erst wieder was für einen riesigen Hunger sie eigentlich immer noch hatte.

Mit vollem Mund grinste sie alle an und versuchte zu sagen....“Dasch ischt...schoooo wecker.....“
Und dann lachte sie so weit es möglich war, bis sie sich verschluckte, dann den bissen versuchten hektisch hinunter zu schlucken und anschließend in einen Hustenanfall verfiel. Sie lief rot an, hatte wieder tränen im Gesicht und rang einen Augenblick nach Luft bis sie sich beruhigt hatte und hastig ihren Krug leerte.

„AHHH besser.....“
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Re: Der Drachnzahn und seine ersten Gäste

Beitrag von Erzähler » Sonntag 25. Oktober 2020, 10:58

Eli war ein reines Knäuel aus Emotionen in diesen Tagen. Manchmal hatte sie sich dafür geschämt und war lange dafür auch nicht verstanden worden, doch hier wurde sie akzeptiert. Das hier war nun ihre Familie und sie lies noch mal alles Revue passieren, wie sie mit Marga hier her gekommen war. Ihr Leben zog an ihr vorbei wie in den sprichwörtlichen letzten Sekunden, denn das hier war ein neues Leben. Sie war nicht mehr die alte Eli. Diese war vielleicht sogar mehr als nur sprichwörtlich gestorben und sie war als Drachenreiterin wieder geboren worden.
Sie hatte diese wundervollen Menschen und Wesen hier wieder aufgeweckt und durfte nun ein Teil ihrer Familie sein. Dennoch wanderten ihre Gedanken in ihre Vergangenheit.
Sie dachte an ihre Eltern, ihren Lehrmeister und ihre Königin. War diese noch ihre Königin? War sie noch verpflichtet zu berichten? Vielleicht von den Dingen von denen sie berichten durfte und vielleicht würde sie dann auch erfahren was in dem Brief stand...auch wenn ihre Vermutung inzwischen sehr deutlich war, blieb doch immer ein kleiner funke Unsicherheit bei so etwas zurück.
Yran bemerkte, dass sie nicht mehr bei ihm war und streichelte sanft ihren Arm, was sie aufsehen ließ und sie zurück ins Jetzt brachte. Sie hatte kein Wort gesprochen und noch konnte allein ein Drachenkind ihre Gedanken, genauer gesagt ihre Gefühle lesen, aber er schien zu ahnen, dass etwas nicht stimmte. Aber auch da lag sie falsch. Chasin saß ihr gegenüber und schaute in ihre nun wunderschönen grünen Augen. Die Tha'Roon sah sie ernst an und hatte den Kopf minimal geneigt, als lausche sie auf etwas.
Ach ja, die riesige dürre Frau konnte ja Gedanken lesen. Ob sie ein paar ihrer Gedanken aufgefangen hatte? War Eli deswegen verunsichert oder peinlich berührt? Es war ja nichts schlimmes dabei gewesen, aber die Frau vor ihr wirkte plötzlich so ernst. Ganz im Gegensatz zum Rest der Truppe. Die alten Krieger benahmen sich wie junge Hunde und balgten sich verbal und knufften sich auch mal lachend. Prothos donnerndes Lachen brachte sie vollends wieder zurück nach Drachma, in ihre neue Heimat.
Jetzt war sie aber hier, und sie freute sich schon auf das nächste Bad, das nächste Gespräch mit jedem von ihnen und einfach allem was sie hier erwartete. Hatte Chasin vielleicht deshalb so ernst geschaut? Weil Eilmana für einen Moment in ihr altes Ich zurück verfallen war und einem fremden Herrscher „Bericht erstatten“ wollte?
Als das Essen eröffnet war war Eli die erste die plötzlich auf den Tisch langte. Sich ein großes Stück Brot schnappte und herzhaft hinein biss, so dass ihr Mund einfach übervoll war.
Der volle Mund, das Kauen des Brotes und der Geruch und Geschmack half ihr gerade einfach und außerdem merkte sie gerade erst wieder was für einen riesigen Hunger sie eigentlich immer noch hatte. Mit vollem Mund grinste sie alle an und versuchte zu sagen:
“Dasch ischt...schoooo wecker.....“
Und dann lachte sie so weit es möglich war, bis sie sich verschluckte, dann den Bissen versuchte hektisch hinunter zu schlucken und anschließend in einen Hustenanfall verfiel. Sofort hielt sie Yran in seinen Armen und half, in dem er sie stützte. Sie lief rot an, hatte wieder Tränen im Gesicht und rang einen Augenblick nach Luft bis sie sich beruhigt hatte und hastig ihren Krug leerte.
„AHHH besser.....“
Die besorgten Blicke verwandelten sich sofort in Erleichterte und dann wieder in Lachen.
„Ganz schön gierig, deine Kleine! HA HA HA!“
, polterte Protho und fügte hinzu:
„Aber freut mich, dass es dir schmeckt! Probier mal den Käse!! Der ist ne Wucht! Die Bäuerin war echt großzügig ...zu dem armen Wanderer, den ich gemimt hatte um mich mal in der Nähe umzuschauen.“
Delilah sah fragend auf und Protho grinste sie an.
„Ihr wart ja ne Weile weg und wir nicht untätig. Ich hab mir mal die nächsten Dörfer und Gehöfte angesehen. Die Siedlungen sehen natürlich anders aus, als zu unserer Zeit. Die Menschen sind aber immernoch recht nett, wenn sie sich nicht bedroht fühlen. Die Besiedlung in Richtung Dessaria hat zugenommen. Ist ne richtige Stadt geworden. Zyranus steht auch noch... und unseren Tempel will ich als nächstes besuchen. Wer weiß... vielleicht haben sich ein paar von den Alten dort hin zurück gezogen?“
Protho sah zu Lyn als er den letzten Satz gesprochen hatte und diesen runzelte leicht die Stirn und übernahm die Rede:
„Wir müssen uns langsam mal ein Bild von der Welt machen, in der wir nun leben. Wir sind hier und da schon gesehen worden... Dank, Protho.“
Protho lachte etwas unsicher, rieb sich schuldbewusst den Nacken und Lyn schüttelte den Kopf. Das war wohl ein kleiner, nicht all zu ernst gemeinter Tadel gewesen und sie fuhr fort:
„Die Bevölkerung Celcias flüstert sicher schon an manchen Stellen davon, dass Drachen wieder am Himmel kreisen, aber noch sind wir nicht in aller Munde. Das sollte auch noch eine Weile so bleiben. Wir haben Jungtiere hier und Neugierde der Welt könnte uns im Moment noch gefährlich sein, da der Prinz noch nicht geschlüpft ist.“
Sie sie ließ ihren Blick über die Anwesenden streifen und hielt kurz bei Delilah an.
„Der König sehnt sich nach dem Tod und sein Kind ist noch nicht so weit.“
Delilahs Blick und der von Lyn kreuzten sich. Man konnte erahnen, dass Delilah und die Herrscherin der Drachen etwas verband, was hier unausgesprochen blieb. Die junge Magi nickte nur leicht. Was hatte Delilah all die Tage getan, in denen die anderen im Gelege beschäftigt gewesen waren? Lyn sah wieder in die Runde und meinte ernst:
„Unser König stirbt und ein neues Zeitalter der Drachen wird anbrechen. Sein Sohn wird das Wissen der Drachen in sich aufnehmen und an seine Stelle treten, doch dafür braucht es viel Energie. Das Alte wird dem Neuen weichen und Drachma wird neu erstehen. Es ist bald soweit, aber wir müssen die Neugeborenen schützen, bis es soweit ist. Es ist eure Aufgabe als Drachenreiter und Diener des Königs dafür zu sorgen, dass Drachma sicher ist. Dies ist jetzt eure Heimat.“
Sie sah zu Leon.
„Ich verstehe, dass unserer Gäste uns bald verlassen wollen. Ihr Leben ist mit der Vergangenheit verbunden und wir helfen, wenn es geht.“
Lyn hatte ausgesprochen, was die ganze Zeit in der Luft gehangen hatte. Leon würde Drachma verlassen und Darna würde nicht mit gehen können. Sie hatte nun ein Drachenjunges. Sie hatte eine Wahl getroffen und plötzlich kamen die Folgen zu Tage. Tarmas nickte plötzlich und ergriff das Wort.
„Ich werde die Familie Weißenfels begleiten und sicherstellen, dass sie sicher ihr Ziel erreichen. Protho und Yran haben die Patenschaft der Kleinen übernommen. Nur ich kann derzeit die Versprechen der Vergangenheit einlösen. Wir helfen unseren Freunden.“
Chasin nickte ebenfalls und fügte an:
„Ich helfe mit Wissen, werde aber hier bleiben.“
Dann ergriff Delilah das Wort:
„Ich bleibe ebenfalls hier.“
Da sah Leon doch etwas erstaunt auf. Dass seine längste Freundin ihn nicht begleitete war schon etwas ungewöhnlich. Sie sah zu Lyn und diese nickte.
„Der Prinz braucht meine Hilfe bei dem, was ihm bevor steht. Ich habe meine Berufung hier gefunden...“
Delilah sah zu Eilmana und erklärte:
„So wie Leon und du eure Magie dem Wohl der Menschen verschrieben habt, so habe ich meine Erfüllung im Schutz und der Heilung der Drachen gefunden.“
Sie lächelte und ein es war als umfinge sie ein sanftes Leuchten, als sie weiter sprach:
„Ich habe die letzten Tage damit verbracht den Tod der Drachen zu studieren.“
Was für ein bitteres Thema, aber Lyn nickte Delilah zu fort zu fahren.
„Drachen sind mächtige Wesen mit einer für uns unglaublichen Lebensspanne, ...aber sie sind nicht ...unsterblich!“
Einen Moment trat drückende Ruhe ein und der Kreis des Lebens offenbarte sich hier.
„Sie können krank werden, fallen, verletzt werden und sterben. Ich bin hier um ihren Weg zu verstehen zu lernen. Sie ...das klingt jetzt vielleicht etwas abgehoben... die Alten, sie zeigen mit ihren Tod, damit ich aus ihm lerne.“
Alle Drachenritter sahen zu Delilah und nickten langsam.
„Die Verstorbenen „reden“ mit mir und bereiten mich darauf vor, den Wandel zu begleiten. Ich werde hier gebraucht. Der Prinz und der alte König brauchen mich. Ich kann hier nicht weg.“
Letzteres sagte sie zu Leon gewandt, der sie blinzelnd ansah. Es schien, als ob er verstehen würde, aber gleichzeitig sah man ihm an, dass es ihn schmerzte sie zu verlieren. Trotzdem lächelte er und griff schräg über den Tisch um ihre Hand zu nehmen.
„Delilah Tesséras! Wir kennen uns noch garnicht so lang. Vielleicht zwei Jahre? Doch haben wir viel miteinander erlebt. Du kamst an unsere Schule und dein freundliches Wesen hat mich wachgerüttelt. Wir haben gemeinsam gegen Morgerias Hauch gekämpft und wenn du hier deine Bestimmung gefunden hast, dann wäre ich ein schlechter Freund dir daraus einen Vorwurf zu machen!“
Er drückte ihre Hand.
„Natürlich hätte ich dich gern an meiner Seite gewusst, aber ich werde mich einem mächtigen Verbündeten nach Hause zurück kehren und meinen Vater ...“auftauen“?“
Tarmas nickte und Protho grinste bei der Bezeichnung schelmisch.
„Chasin hat mir das Wissen an die Hand gegeben, das ich brauche, damit mein Vater wieder lebt. Was danach kommt, steht noch in den Sternen.“
Damit sah er dann auch zu Darna und er musste wohl erst einmal den Klos in seinem Hals herunter schlucken, bevor er dann etwas heiser fort fuhr:
„Ich kehre nach Hause zurück und werde meinen Vater retten. Was dann kommt... *räusper*... Wir werden uns vielleicht wieder sehen...?!?“
War es eine Frage? Eine Hoffnung? Oder ein Abschied?
„Jeder von uns hat seine Aufgaben und solange diese nicht erfüllt sind, sind wir nicht frei zu tun, was uns beliebt. Pflicht und Ehrgefühl, Sorge um die, die wir lieben und die die uns brauchen bindet uns.“
Er lächelte, auch wenn es etwas müde wirkte. Dabei sah er zu Naira, dem Drachenbaby, dass friedlich auf dem Fell vorm Kamin schlief.
„Es ist so wie es ist. Das ist die schlichte Wahrheit. Manche von uns haben einen neuen König, neue Pflichten und neue Ziele. Ich habe das Ziel und die Pflicht meinen Vater zu ehren ...und das werde ich tun.“
Er sah zurück zu Darna.
„So wie ihr das tun werdet was nötig ist.“
Manchmal tat die Wahrheit weh.
Leons Blick war leer und das Silber seiner Iriden war matt geworden. Einst hatte es lebendig gewirkt, wie flüssiges Metall, doch jetzt in diesem Moment stand es still, wie erkalteter Stahl. Einst hatte es die aktive Magie um ihn herum gespiegelt, doch heute sah er für sich nur eine graue Zukunft. Er stellte sich dieser Wahrheit. Einzig ein Funke Hoffnung, dass man sich eines Tages wieder sehen würde hatte in seinen Worten mit geglommen. Er war immernoch ein schöner Mann, doch er hatte sein „Feuer“ verloren. Verbitterung entfärbte seine Aura und machte ihn unansehnlich. Und Delilah? Was machte sie? Sie entzog sich seiner Hand um diese dann leicht zu schlagen!
„Vollidiot!“
, schimpfte sie aber lachte gleichzeitig:
„Wenn du in Selbstmitleid ertrinken willst, oder deine Freunde verlassen willst, dann mach das. Aber eins sag ich dir! Deine Freunde werden DICH NICHT verlassen!“
Sie schlug mit ihrer kleinen Faust auf den Tisch.
„Natürlich werden wir Freunde bleiben! Natürlich werden wir uns wiedersehen... Himmel, vielleicht auch nicht, aber wir sind Freunde. Wir wissen nicht was die Zukunft bringt, aber eine Wahrheit kann ich dir auch verraten! ICH werde mich nicht von dir distanzieren, oder dich zurück stoßen, wie du es grad versuchst! Ich mag dich trotzdem, auch wenn du grad wie nen alter Griesgram klingst, der mit der Welt abgeschlossen hat. Bring deinen Vater Heim und dann schau nach vorne. Die Vergangenheit birgt nur den Tod, das kannst du mir glauben. Ich immerhin studiere ich ihn! Lass los und schau dir deine Möglichkeiten an. Wo wird dein Weg dich hin führen?! Mal sehen?! Es gibt immer einen Weg nach von. Gräme ich mich, dass ich meine Moma wahrscheinlich nie wieder sehen werde? Nö! Sie wäre glücklich, dass ich so eine Aufgabe gefunden habe. Ich wähle mein Schicksal.“
Und damit schlug sie noch einmal mit der kleinen Faust auf den Tisch. Leon war beide Male zusammen gezuckt und schaute die junge Frau mit großen Augen an. Für ein junges Mädchen von kaum 16 Sommern war Delilah erstaunlich energisch. Protho hatte die Arme vor der Brust verschränkt, sich zurück gelehnt und beobachtete, wie alle anderen, das junge Ding, während Leon einen halbherzigen Versuch startete das Wort zu erheben:
„Aber...“
„NIX Aber! Du machst was du musst, aber hör auf zu jammern.“
, fauchte der kleine Wirbelwind.
„Es läuft halt nicht, wie wir es uns vorgestellt haben. Ich kann ja verstehen, dass du deinen Lebenswunsch schwinden siehst und daran verzweifeln willst. Aber wir sind Freunde und das verschwindet nicht so einfach. Nicht, wenn du es nicht zerstörst.“
Leon starrte auf die Tischplatte. Delilah wusch ihm grad gehörig den Kopf und er brauchte einen Moment. Es war ihm unangenehm. Dann schien er sich jedoch langsam zu fangen. Er blinzelte und hob den Kopf.
„Delilah, … danke! Es...es ist nur, dass ich das Gefühl habe... hier nicht mehr gebraucht zu werden. Gleichzeitig weis ich, dass mein Vater mich um so mehr braucht. Ich mag die Vorstellung nicht, dass wir uns hier trennen und es ...wäre leichter, wenn wir ...keine Freunde wären. Aber du hast recht. Was ich hier mache, ist nicht richtig. Trotzdem werde ich euch alle sehr vermissen.“
Er schluckte.
„Vielleicht sehen wir uns ja wirklich wieder und … noch... bin ich ja da.“
Tarmas griff ein:
„So ist es. Und nichts fliegt schneller als ein Drache. Wir leben in einer „kleinen“ Welt, denn wir betrachten sie von den Rücken unserer Drachen. Es ist ein „Katzensprung“ in die Nebellande.“
Chasin nickte bestätigend und sinnierte:
„Ich habe eine mathematische Formel für eure Reisezeiten anhand einer Karte von Celcia entwickelt.“
Sie holte aus ihrem Ärmel eine gerollte Lederhaut und strich sie vorsichtig glatt. Sie war alt und manche Stellen vielleicht sogar nicht mehr leserlich, aber es war eine Art Raster darauf eingezeichnet:
Karte
„Wenn ihr zu Fuß oder auf See mit dem Schiff reisen würdet, so wäre jedes Kästchen ein Tag. Zu Pferd wäre die Reisegeschwindigkeit um die Hälfte verkürzt, wenn nichts unvorhergesehenes geschieht oder landschaftliche Gegebenheiten die Zeiten verändern. Für einen Drachen im Flug gilt das jedoch nicht. Gebirge stellen kein Hindernis dar und die Berechnungswerte die mir Tarmas gegeben hat ergeben, dass vier Kästchen einen Tag im Drachenflug ergeben. Auf unserer Herreise haben wir von Jorsa bis zum Turm der Weisheit einen Tag gebraucht und von dort bis Drachma einen weiteren. Somit kann man, ohne natürlich die Wetterverhältnisse zu berücksichtigen, wohl berechnen, dass ein Drache innerhalb von drei bis vier Tagen an jeden Ort der Welt kommen kann, sofern er gesund und ausgeruht ist.“
Chasins Abhandlungen waren mal wieder voller Informationen, kühl und sachlich. Delilah gluckste leise und grinste.
„Also sind wir näher als du denkst, Leon. Quasi um die Ecke.“
Nun musste auch Leon schmunzeln und die leicht angespannte Stimmung legte sich schnell wieder. Protho nutzte das sofort um sich mit Yran um den Braten zu streiten und sie zogen am Tablett. Lyn beobachtete alles zufrieden und wartete, dass auch Darna etwas sagte. Delilah wirkte dann wieder ruhiger und sogar manchmal etwas abwesend, wie als wenn sie über Dinge nachdachte, die sie beschäftigten. Nach einer Weile stand sie dann auf und verabschiedete sich:
„Ihr Lieben! Mich zieht es zurück zu meinen Studien. War toll euch alle so glücklich zu sehen! Leon, ich komm dann noch zu deiner Verabschiedung, denk ich. Ähm...“
Sie sah zur Tür, als hätte sie von dort etwas gerufen. Dann nickte sie allen zu, winkte und verschwand. Lyn hatte auch zur Tür gesehen und kurz hatten ihre Augen im Licht des Feuers Regenbogenhaft geschimmert. Dann schüttelte sie lächelnd den Kopf und wandte sich den Verbliebenen wieder zu. Sie aßen, redeten und genossen das gemütliche Zusammengehörigkeitsgefühl. Sogar Leon war dank Delilahs Kopfwäsche wieder zugänglicher und aß sogar etwas.
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Re: Der Drachnzahn und seine ersten Gäste

Beitrag von Eilmana Silva » Sonntag 25. Oktober 2020, 13:53

Emotionen,... Gefühle, waren das was Eilmana seit jeher angetrieben hatte, Logik und Rationalität waren ihr meist unwichtig, wie sonst sollte man verstehen das eine Elfe, sich ihrem Entführer zuwendet, ihm helfen möchte, obwohl sie zugesehen hat wie grausam er anderen das Leben nahm...`?
Für Eli waren Gefühle, Wahrheit...auch wenn sie wusste das manch einer sich verstellen konnte, oder gefühlskalt war, das wusste sie nur zu gut aus ihrer Heimat, aber wenn sich ein Gefühl an die Oberfläche gekämpft hatte, dann war es meist stark und echt. Zumindest war das Elis Interpretation davon.

Eilmana reagiert meist spontan, früher hatte sie nie so viel Zeit damit verschwendet über die Vergangenheit nach zu denken! Im Gegenteil sie war froh gewesen ihre Heimat hinter sich gelassen zu haben und kostete jeden Moment aus.
Die jetzige Veränderung ihres Lebens, ihre Wiedergeburt als Drachenreiterin, war allerdings so Gigantisch das sie ihr Leben noch mal revü passieren lies.
Sie merkte erst nicht wie ihr Geist sich entfernte, erst als Yrans Hand ihren Rücken berührte blickte sie auf und ihr Blick traf den von Casin. Die große Frau sah sie mit ihrem rotem Auge an und Eli blinzelte mit ihren grünen Augen zurück.
Es fühlte sich eigenartig an, als Eli einfiel das Casin Gedanken lesen konnte war es ihr plötzlich unsäglich peinlich das sie so gedacht hatte und sie stürzte sich auf das Essen.

Sie War Yran sehr Dankbar als dieser ihr sofort beistand, während sie hustend nach Luft Rang. Doch es ging ihr schnell wieder besser und als alle in ihr Gelächter mit einstiegen war sie wieder überglücklich.

Sie setzte sich und lächelte Protho zu als sie sich ein Stück vom Käse nahm und ihn Probierte.
„Der ist wirklich Köstlich...“
Sie Ass jetzt wieder langsamer und genoss das gemeinsame Essen.
Dann hörte sie dem Gesprächen zu....

Leon tat ihr leid, ihr Herz zog sich zusammen als sie sah wie er daran zu nagen hatte das seine Freunde alle hier bleiben würden. Am liebsten wäre sie aufgestanden um ihn zu umarmen und ihm zu sagen das sicherlich alles gut werden würden, aber irgendetwas in ihr hinderte sie daran...und während sie Leon betrachtete und den Worten über Könige, Schicksale und Verpflichtungen lauschte wurde ihr langsam klar das ihre Gedanken die sie noch zu beginn des essens gehabt hatte nicht mehr hier her gehörten, zumindest nicht so.

Sie war der Königin der Shyáner Elfen nicht mehr verpflichtet...sie sah Leon in die Augen, dann legte sie ihre Hand auf ihr Herz und spürte in sich hinein....Vergangenheit konnte schmerzen....und manchmal hält man an ihr fest obwohl sie weh tut, weil man angst vor dem hat, was einen erwartet. Wenn man die Zukunft nicht kennt.....!

Nach dem Delilah Leon den Kopf gewaschen hatte hörte Eilmana Leons Worte....
„Delilah, … danke! Es...es ist nur, dass ich das Gefühl habe... hier nicht mehr gebraucht zu werden. Gleichzeitig weis ich, dass mein Vater mich um so mehr braucht. Ich mag die Vorstellung nicht, dass wir uns hier trennen und es ...wäre leichter, wenn wir ...keine Freunde wären. Aber du hast recht. Was ich hier mache, ist nicht richtig. Trotzdem werde ich euch alle sehr vermissen.“
Er schluckte.
„Vielleicht sehen wir uns ja wirklich wieder und … noch... bin ich ja da.“
Dann fasste Eli sich ein Herz, stand schnell auf und legte ihre Hand auf Leons Schulter...
„Leon, lass mich, dir etwas sagen was ich gerade selber verstanden habe...“
„Manchmal halten wir an der Vergangenheit fest obwohl sie weh tut, nur weil wir Angst vor unserer Zukunft haben. Wir bilden uns oft ein, den verlauf unserer Zukunft planen und dadurch sehen zu können und wenn das dann einmal nicht mehr so ist, oder das was wir sehen uns nicht gefällt bekommen wir Angst. Wir klammern uns an alte Dinge, an Vergangenes und vergessen dabei gänzlich das in der Zukunft auch viele wundervolle Überraschungen auf uns warten.“

Sie lies ihren Blick einmal durch die runde wandern bis er wieder bei Leon ankam.
„Auch dein Weg ist hier nicht zu ende! Meiner hat hier neu angefangen doch auch ich habe gemerkt das etwas in mir noch an der alten Zeit festgehalten hat, auch ich muss lernen los zu lassen, aber ich bin überzeugt das ich es schaffen werde, und du ebenso.!“

Sie lächelte, ging zurück zu ihrem Platz und setzte sich wieder.
Und Tarmas ergriff das Wort, da Eli ihn wohl unterbrochen hatte, offenbar hatte er gerade als Leon fertig war, etwas sagen wollen...was er nun nachholte: „So ist es. Und nichts fliegt schneller als ein Drache. Wir leben in einer „kleinen“ Welt, denn wir betrachten sie von den Rücken unserer Drachen. Es ist ein „Katzensprung“ in die Nebellande.“
Eli schmunzelte bei den Worten.

Tarmas findet immer die richtigen Worte....


Chasin nickte bestätigend und sinnierte:
„Ich habe eine mathematische Formel für eure Reisezeiten anhand einer Karte von Celcia entwickelt.“
Sie holte aus ihrem Ärmel eine gerollte Lederhaut und strich sie vorsichtig glatt. Sie war alt und manche Stellen vielleicht sogar nicht mehr leserlich, aber es war eine Art Raster darauf eingezeichnet.

Nun wurde Eli sehr neugierig, sie beugte sich über den Tisch um die Karte richtig anschauen zu können und studierte diese sehr eingehend.
Ihre Haare störte ein wenig da sie in dieser Position immer über ihre Schulter auf die Karte Vielen also zog sie ihr Haar auf die eine Seite damit es nicht mehr so sehr störte und betrachtete die Karte weiter.
Auch Casins Erklärung zur Karte folgte Eli aufmerksam und sie fand sogar den Wald in dem sie früher gelebt hatte wieder.

„Wenn ihr zu Fuß oder auf See mit dem Schiff reisen würdet, so wäre jedes Kästchen ein Tag. Zu Pferd wäre die Reisegeschwindigkeit um die Hälfte verkürzt, wenn nichts unvorhergesehenes geschieht oder landschaftliche Gegebenheiten die Zeiten verändern. Für einen Drachen im Flug gilt das jedoch nicht. Gebirge stellen kein Hindernis dar und die Berechnungswerte die mir Tarmas gegeben hat ergeben, dass vier Kästchen einen Tag im Drachenflug ergeben. Auf unserer Herreise haben wir von Jorsa bis zum Turm der Weisheit einen Tag gebraucht und von dort bis Drachma einen weiteren. Somit kann man, ohne natürlich die Wetterverhältnisse zu berücksichtigen, wohl berechnen, dass ein Drache innerhalb von drei bis vier Tagen an jeden Ort der Welt kommen kann, sofern er gesund und ausgeruht ist.“


Ja Mit einem Drachen wäre es ein leichtes in Celcia herum zu reisen, sicherlich gab es irgendwann die Gelegenheit dazu ihrem altem Lehrmeister sagen und zeigen zu können das ihr gut ginge, genau das war es was sie wollte. Sie wollte nicht das sich jemand um sie sorgte von den wenigen Elfen denen sie früher wichtig gewesen war und die auch ihr wichtig waren. Aber das hatte noch Zeit bis der richtige Augenblick gekommen war um das zu tun, vielleicht hatte das Schicksal auch etwas anderes für sie geplant das würde sich zeigen.

Sie blickte auf, lächelte Casin an und nickte.
„Das ist eine großartige Arbeit Casin!“

Und Delilah fügte grinsend hinzu: „Also sind wir näher als du denkst, Leon. Quasi um die Ecke.“

Elis Blick wanderte zu Leon und sie lächelte ihm zuversichtlich zu wobei ihre Augen voller Hoffnung im Blick ein wenig leuchteten.

Nun musste auch Leon schmunzeln und die leicht angespannte Stimmung legte sich schnell wieder. Protho nutzte das sofort um sich mit Yran um den Braten zu streiten und sie zogen am Tablett.

Elis blick wanderte zum Braten um den sich die beiden stritten und sie zog eine Augenbraue hoch und grinste. Sie stand auf und pikste mit ihrer Gabel in den Braten.
„Ich möchte auch noch ein Stück.....“

In diesem Augenblick gab Naira ein quiekendes Geräusch von sich. Eli drehte sich sofort um und nahm sie auf den Arm.
„Hey Kleines, du bist ja wieder wach...ich hoffe du hast gut geschlafen....? Was du hast Hunger? Na Protho und Yran werden dir sicher etwas vom Braten abgeben....!“

Darauf hin lachte sie und streichelte Naira.

Delilah verabschiedete sich von allen und Eli nickte ihr zum Abschied.
Sie war sehr gespannt darauf was die Forschungen über den Tod der Drachen noch für Geheimnisse ans Tageslicht bringen würden. Ihre Arbeit war hier wirklich von größter Wichtigkeit und Eli würde ihr Helfen so gut sie konnte.

Sie genoss mit allen das Essen und wenn sich niemand beschwerte gab sie Naira hin und wieder ein Stückchen von ihrem Teller.
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Ausrüstung: *
* umfassende Winterkleidung
* feine schwarze Schaftstiefel mit hervor ragenden Nähten und Zierrunen am Schaft
* Reiseausrüstung
* Kettenhemd & Rapier
* Ring mit Familienwappen
* handgeknüpftes Armband (von Mil Bromer)
* kl. Tiegel mit Perlmuttdeckel (Hautcreme)
* Kinderholzschwert von Elli
* Diplomatenring Jorsans
Tierische Begleiter: (Keiner)
Zum Vorzeigen: Badass Darna (by Zanfar)

Re: Der Drachnzahn und seine ersten Gäste

Beitrag von Darna von Eibenau » Montag 26. Oktober 2020, 11:53

"Was ist los mit dir?", hatte sie Leon gefragt. Ja, was war los mit ihm? Die Erklärung, die sie bekam, war teils durchaus aufschlussreich, aber auch sehr komplex, sobald man auf die Details achtete.
Darna war sehr erleichtert, dass Leon endlich tatsächlich die Gelegenheit genutzt hatte, sich über den Brief mit seinem Vater zu unterhalten. Dass er nicht untätig geblieben war, sondern sich selber für den nächsten Abschnitt gewappnet hatte.
Gleichzeitig wurde sie das Gefühl nicht los, dass er einen ernsten Fehler damit gemacht hatte, zu viel seiner magischen Kraft unnötigerweise in den eisigen Sarkophag zu leiten.
"Macht mir deswegen keine Vorwürfe. Ihr würdet sicher das gleiche tun, wenn es um ein Familienmitglied von euch ginge."
Ja... da hatte er wohl recht... und trotzdem: Und wie willst du dann in wenigen Tagen ein Ritual durchführen, wenn du so ausgelaugt bist?, fragte sie sich kritisch. Seine emotionale Tiefphase konnte sie ihm ja lustigerweise besser nachempfinden als so manches andere, das war eine Sache, aber sein Zustand insgesamt machte ihr wirklich Sorgen. Und eben gewisse Details seiner Erläuterungen:

"...
Es ist ...als würde man ein Lexikon fragen wie es sich fühlt. Er hat versucht sein Wissen in diesen Brief zu bannen, aber dabei vergessen genug von seinem **ich** mit hinein zu legen. Es fehlt ihm an komplexeren Fähigkeiten, wie Empathie oder Kombinationsgabe.“
Vergessen... oder er konnte es nicht. Wie viel von sich kann man schon in einen Brief bannen, wenn man selber noch lebt und leben möchte..?
Leons Stimme war schwer geworden, fast kratzend.
„Ich hätte ihn schon vor Tagen...“ Er verschluckte den Rest und änderte das Thema.

Darnas Augen verengten sich. Ihn schon vor Tagen... was? Was hättest du schon vor Tagen? Ihn wieder mit seinem Körper verbinden müssen?
„Ich habe das Gefühl, seine Antworten werden mit jedem schreiben etwas ...kürzer."
In ihrem Bauch schien sich ein fetter Knoten zu bilden, als ihre düstere Ahnung sich zu verdichten schien.
"Aber ich weiß jetzt wie ich das Ritual durchzuführen habe. Chasin war ebenfalls eine große Hilfe. Tarmas und Plau'Ren haben sich schon bereit erklärt, mich zu begleiten."
Wieder Erleichterung. Es war jedes Mal angenehm, wenn sie merkte, dass die Leute hier - ihre neue Familie - sehr wohl alleine klar kamen und sich naheliegende Konstellationen von selbst ergaben, eben weil es so am sinnvollsten war.
"Wir fliegen morgen früh nach Weißenfels." Jetzt rutschte doch etwas aus ihrem Gesicht. Morgen früh schon? Das war... das war... gut! Sie ächzte innerlich. Aber...
Und versuchte, sich zusammenzureißen: Mach es ihm nicht noch schwerer!
"Ich wollte nur nicht... Ich wollte dich vorher noch sehen.“
Du hast... hast... womöglich zu lange gewartet, nur um... um mich noch mal zu sehen?
Ihre Augen starrten ihn groß, weich und ungläubig an. Fast schienen sie feucht zu schimmern, aber das ließ sich so schnell nicht sicher sagen, denn Leon fuhr auch schon fort:
„Das habe ich jetzt und ich sehe, dass du jetzt keine Hilfe mehr brauchst. Du hast hier alles gefunden, was du brauchst. Eine Familie... und du bist stark und ...schön.“
Schön... Sie wollte geschmeichelt lächeln, aber die Regung blieb nur halb ausgeführt irgendwie vergessen in ihrem Gesicht hängen, während ihr Blick etwas unsicherer fragend wurde. Wieso klang er so.... wieso klang das so... abschließend?
'Du brauchst mich nicht mehr, du kannst jetzt ohne mich...' - so klang das. Irrte sie sich? War es so? War er zufrieden mit dem, was er sah, aber war das Ergebnis, was vor ihm stand, nun nichts mehr, was er noch liebte?

Und morgen wäre er fort.
Wenn es wirklich zu spät war, um noch den Rest von Verano erfolgreich mit Geist und Körper zu verbinden, dann... würde Leon doch seine Pflicht als Erbe von Weißenfels antreten müssen. Und Darna war sich nicht einmal mehr sicher, ob das nicht so oder so die bessere Alternative wäre.
Das, was von Verano noch in dem Brief war, schien nicht mehr zu reichen, so deutete sie die Schilderungen übergangsweise jetzt mal für sich. Empathie und Gefühle schienen zu fehlen.
Hatten sie nicht gehofft, dass sich der eigentliche "Löwenanteil" von Verano zurück nach Weißenfels gerettet hätte? Wenn ja, gut. Wenn nicht, wartete dort (hoffentlich) bloß der Tha'Roon-Teil des Geistes - aber bei Tha'Roon war es mit Gefühlen doch auch nicht so weit her? Oder hatte er inzwischen von seinen menschlichen Wirten genug gelernt, dass ihm ein "bisschen" Verano übergangsweise reichte?
Und als Berater hat er dann bloß Tarmas und eine Eisdrachin bei sich, die sich nicht daran stören, wenn sich in Verano ein bloß logisch denkender Geist sammelt... au backe..., bildeten sich Sorgen und sie wunderte sich selber nebenher über sich selbst, dass sie gerade ihrem eigenen emotionalen Dilemma so erfolgreich auswich. Aber damit wusste sie ja just auch nichts anzufangen, deswegen dachte sie wohl gerade wieder so streng strategisch und analytisch.
Sie selber konnte hier nicht weg, um ihm beizustehen.
Vielleicht Delilah?
Ja, das schien gar kein so schlechter Gedanke. Delilah war seine Freundin, hatte also sicher nichts dagegen, ihn zu begleiten, war hier nicht gebunden und in emotionalen Dingen eine sichere Bank. Darna beschlich ein schlechtes Gewissen dabei, Delilah wie eine Schachfigur schiebend mitzuschicken, aber sie konnte ja später offen mit ihr reden, ob sie selber das wollte, außerdem konnte Darna ihr eh nichts befehlen. Und mit Tarmas könnte sie dann zurück fliegen, wenn sie lieber nach Drachma als nach Jorsan zurück wollte.
Dass Delilah hier bereits selbst eigene Bindungen eingegangen war, davon wusste Darna zu diesem Zeitpunkt noch nichts.
Aber falls Leon selber die Verbindung mit dem Geist einging, würde sie, Darna, wiederum ihn dann noch lieben? Sie erinnerte sich an den Ballsaal im Palast, als Verano Leon beim Tanz abgeklatscht hatte und sie... - oh Moment, falsch, das war ja Fiddatan gewesen, nicht der Geist des Kindes!
Bah! Ob sie diesem Körper, der Verano früher gehört hatte, noch je neutral würde begegnen können? Wahrscheinlich nicht. Was spielte das auch für eine Rolle?

Hatte er noch etwas gesagt? Verflixt, warum hatte sie nichts gesagt?
Sie sah auf die offene Tür zum Gasthaus und musste wohl oder übel hinterher. Ihr Kopf fühlte sich an wie leergefegt, auch wenn gerade lauter Gedanken wie Bauklötze durcheinander purzelten.

Drinnen war ein Festmahl aufgetischt und alle nahmen wie auf eine nicht sichtbare Sitzordnung hin Platz. Falls sie gelaubt hatte, mit dem von Protho in den Hort mitgebrachten Braten schon von allem etwas gekostet zu haben, so wurde sie schnell eines Besseren belehrt und bedauerte für einen kurzen Moment, schon so ausgiebig zugelangt zu haben.
Ihr Blick ruckte durch den Raum. Naira sah sie. Wo war Varukaaz? Sie hatte eigentlich kaum den Raum betreten, da erklärte schon Protho:
„Varukaaz ist hinten bei Ignizor. Der kümmert sich um ihn, keine Sorge.“ Sie lächelte dankbar, auch wenn ein Teil von ihr irgendwie unterschwellig unruhig blieb und unruhig bleiben würde, bis sie mit ihren eigenen Augen ihren kleinen Drachen gesehen hätte, egal wie sehr sie durchaus Protho glaubte und Ignizor vertraute. Sie horchte in ihren Gefühlen danach, wie es ihrem kleinen Purzel gerade ging. Aber sie konnte jetzt nicht weg. Sie wäre noch gern nach oben gehuscht, um sich was anständigeres anzuziehen, aber ihr wurde schnell klar, dass man nur auf sie drei noch gewartet hatte und das Essen es wahrlich nicht verdiente, kalt zu werden.
Trotzdem lag keinerlei Vorwurf im Raum. Es passte einfach alles, als wäre es so geplant gewesen, mitsamt Verzögerung, damit es perfekt war. Das zu spüren, zauberte ihr wieder ein leichtes Lächeln auf die Lippen und sie fügte sich ein. Zwischen Protho und Leon zu sitzen, war eigentlich der beste Platz, den sie sich hätte wünschen können und für eine Weile schien alles so harmonisch reibungslos zu funktionieren und zu passieren, dass sie sich einfach mittragen ließ.
Lyn erhob das Wort:
„Familie!“
Ach das klang schön.
„Das ist es was wir sind. Familie und Freunde. Verbunden in Liebe. Ich erhebe mein Glas auf neue und alte Seelen in unserer Mitte! Auf das die Zukunft unseres Reiches voller Freude und neuer Möglichkeiten stetig wachse.“

Ein Trinkspruch. Darna nickte bedächtig. Er klang gut, und sie war Teil davon. Genauso wie Eilmana. Ergriffen bekräftigte die Elfe das Gefühl der neuen Gemeinschaft und dankte für die Familie, die sie gefunden hatte und das "wahre Zuhause". Sie weinte darüber fast vor Glück.
Darnas Lächeln wurde nachdenklich, während sie Eli beobachtete. Es schien bei der grünen Drachenmama keine Zerrissenheit zu geben, weil sie etwas zurück gelassen hatte, das fiel Darna erst jetzt ein mal so deutlich auf.
Wie.. einsam!.. musst du vorher gewesen sein?, wunderte sie sich still und überraschend betroffen.
Ja. Es gab hier noch andere Menschen als sie. Und Nichtmenschen. Andere Schicksale. Vielleicht sollte sie den Status mit Leon einfach hinnehmen, um nicht für mehr Probleme zu sorgen, als es sein mussten? Er schien es ja schon geschafft zu haben, sich von ihr zu distanzieren, obwohl er anderes versprochen hatte. So kurz, wie heftige Wut darüber in ihr aufwallen wollte, so schnell wurde diese eiskalt und drohte, in Hass zu kippen.

...

Wie ein Echo in einer kalten, finsteren Kammer hallte dieser Gedanke nach und sie kam sich für einen kurzen Moment unglaublich schäbig vor!
Lyn sah sie an. Einen Trinkspruch? Auf was sollte sie ihr Glas erheben? Auf einen Neuanfang? Es kam ihr gerade vor, als hätte sie dafür mit einem scharfen Messer das, was links von ihr saß, von sich wegschneiden müssen! Eine neue Familie? Ja, die hatte sie und war dankbar dafür, nahm sie gerne an, aber das war doch kein Grund, die Menschen, denen sie bisher in Liebe verpflichtet gewesen war, nun zu ignorieren, als wären sie alle tot oder nicht mehr existent! Anders als bei Eilmana hatte sie liebende Menschen, die ihr ein stabiles Heim gegeben hatten, hinter sich gelassen. Sie hatte keinen Grund, das einfach komplett zu vergessen. Sie hatten nur keine Macht mehr über sie.
Ja.
Was sollte sie noch fürchten? Dass ihr Vater sie an einen Schmied verheiratete? Ha ha ha ha! Dass sie etwas gegen Drachen und Drachma hätten? Das glaubte sie nicht, und selbst wenn, spielte es keine Rolle. Es gab keine Konventionen des Adels mehr, an die sie sich noch halten musste und würde, wenn sie sich nicht selber dafür entschied. Allein schon diese Selbstsicherheit begann, eine beachtliche Kraftquelle tief in ihr zu bilden. Keine Ansprüche, die ihre leibliche Familie noch an sie stellen könnte, spielten mehr eine Rolle. Aber ein Lebewohl hatten sie verdient. Zu erfahren, dass alles gut war, hatten sie verdient. Vielleicht verdiente Jorsan auch Hilfe gegen die Dunkelelfen, aber das würde sich weisen, wenn die Zeit dafür gekommen wäre. Sie hatte von König Richard einen Ring bekommen gehabt, aber dieser war in der Hitze von Varukaaz' Ei mitsamt ihrem Körper vergangen. Welch Symbolkraft. Klar war jetzt schon, sie würde Varukaaz für diesen Kampf nicht riskieren, und auch nicht ihren Bruder Protho oder sonst irgendwen. Wenn sie sich wehrten, würde es zum Wohle Drachmas sein, denn das stand an erster Stelle. Und wenn andere, die schützenswert waren, davon profitierten, umso besser.
Aber alles zu seiner Zeit.
Und Weißenfels...?
Sie atmete tief durch.
Alles. zu seiner Zeit...
Ein Trinkspruch? Sie wich der stummen Einladung ebenso stumm aus. Nein, sie wusste gerade nichts, und die Aufmerksamkeit lag gnädigerweise eher bei Eilmana, als diese das Brot wohl gerne inhaliert hätte. Darna lachte leise, grinsend, nur dass auch dieses Lächeln dann irgendwie vergessen in ihrem Gesicht hängen blieb.

Protho pries den mitgebrachten Käse an und Darna furchte unüberzeugt leicht die Stirn, als er erwähnte, sich als armer Wandersmann ausgegeben zu haben. Er?! Ein armer Wandersmann? Konnte er sich mit Magie verwandeln, oder wer sollte ihm das abgekauft haben? Wahrscheinlich hat sie irgendwo dahinter hinter einer Birke 'versteckt' Ignizor gesehen und hat hastig alles abgenickt, was er ihr erzählt hat!, feixte sie gedanklich und geriet bei der Vorstellung in ein mässig unterdrücktes Lachen.
"..Siedlungen sehen natürlich anders aus, als zu unserer Zeit."
"Ist ne richtige Stadt geworden. Zyranus steht auch noch..."

Beiläufig registrierte sie, dass Protho in zehn Tagen also eine "Ecke" des Kontinentes abgeflogen hatte, für die andere Monate der teils gefährlichen Wanderschaft brauchten. Die Kommentare hinterließen eine seltsame Mischung aus Emotionen auf ihrem Gesicht, als ihr schwante, wie viel die Drachmaer aufzuholen hätten. Vieles mochte wohl Chasin auf ziemlich schnellem Wege ins "drachische Kollektiv" einspeisen können, aber teils freute Darna sich jetzt schon darauf, auch etwas dazu beitragen zu können.
Gleichzeitig regte sich ihre Neugier, als es um die Interaktion Drachmas mit dem Rest der Welt ging: wie hatten sie denn früher für Nachschub und Ressourcen gesorgt? Gut, mit Drachen im Rücken konnte man sich im Zweifelsfall vieles "einfach nehmen", aber sie hatte nicht das Gefühl, dass das eine übliche Vorgehensweise wäre - die sie auch nicht gutheißen würde. Hatten sie, wie es von Drachen häufig erzählt wurde, hier so etwas wie einen Goldschatz? Mir uralten Münzen, gar nicht auffällig, hihihihi...
Hatte man Drachma so etwas wie Tribut gezahlt? Geschenke, aus Dankbarkeit? Hatte es da überhaupt stabile Geflechte gegeben? Müssige Gedanken, jetzt zumindest. Was immer es gegeben hatte, es würde sich neu formen müssen.
"Neugierde der Welt könnte uns im Moment noch gefährlich sein, da der Prinz noch nicht geschlüpft ist.“
Darna furchte die Stirn und drückte unbehaglich den Rücken gerader, denn sie fühlte sich angesprochen, wenn es um Gefahren und Schutz ging. Ja, gerade die Aufmerksamkeit der Dunkelelfen konnte womöglich in einer solchen Phase fatal sein.

Es ging aber nicht nur um die Jungdrachen, es ging auch um "den Prinzen", einen Themenbereich, von dem Darna bislang noch so gut wie gar nichts wusste und nicht mal eine grobe Vorstellung hatte, was da eigentlich los war, obwohl es mit Sicherheit wichtig war. Also hörte sie Lyn mit aufmerksam gefurchter Stirn gut zu.
„Unser König stirbt und ein neues Zeitalter der Drachen wird anbrechen. Sein Sohn wird das Wissen der Drachen in sich aufnehmen und an seine Stelle treten, doch dafür braucht es viel Energie. Das Alte wird dem Neuen weichen und Drachma wird neu erstehen."
Lyn ist an den alten König gebunden. .... Stirbt sie dann mit?
Lyn wandte sich an Leon und Darna war dankbar für die Erwähnung, dass sie helfen würden, wenn es ging. Sie taten genau das ja bereits, was Tarmas auch offen bekräftigte. Ernst nickte Darna ihm im Anschluss an seine Worte dankend leicht zu. Auch Chasin erklärte sich.
Alles nichts Unerwartetes.
Und dann kam Delilah.
„Ich bleibe ebenfalls hier.“
Da sah nicht nur Leon erstaunt auf. „Der Prinz braucht meine Hilfe bei dem, was ihm bevor steht." Uff! Würde sie ihm helfen müssen, so wie sie Varukaaz aus seinem Ei hatte helfen müssen? Egal, was es war, Lyn hatte bereits angedeutet, dass ein großer Wandel bevor stand. Delilah übernahm einen Part darin?
Das, öhm... änderte ihre Pläne. Aber erstmal hörte sie weiter zu:
"... die Alten, sie zeigen mit ihren Tod, damit ich aus ihm lerne.“ Darnas Brauen zogen sich argwöhnisch dicht zusammen. Warum sprach Delilah von einer Mehrzahl...? Würden mehr sterben, als "nur" der König? Sie nickte, ebenso wie die anderen, langsam, aber etwas hier behagte ihr gerade ganz und gar nicht. „Die Verstorbenen „reden“ mit mir und bereiten mich darauf vor, den Wandel zu begleiten." Welche Verstorbenen? HÄH?! Die zwei Geister, die Chasin erwähnt hatte? Einer davon war der Ork im Gelege. Und wer noch? Durfte es bitte etwas konkreter werden, wer hier alles zu sterben gedachte? Das wurmte sie gerade extrem!

"Ich kann hier nicht weg.“
Letzteres sagte sie zu Leon gewandt, der sie blinzelnd ansah. Es schien, als ob er verstehen würde, aber gleichzeitig sah man ihm an, dass es ihn schmerzte, sie zu verlieren. Trotzdem lächelte er und griff schräg über den Tisch um ihre Hand zu nehmen.
„Delilah Tesséras! Wir kennen uns noch gar nicht so lang. Vielleicht zwei Jahre? Doch haben wir viel miteinander erlebt. Du kamst an unsere Schule und dein freundliches Wesen hat mich wachgerüttelt. Wir haben gemeinsam gegen Morgerias Hauch gekämpft und wenn du hier deine Bestimmung gefunden hast, dann wäre ich ein schlechter Freund dir daraus einen Vorwurf zu machen!“

Darna nickte begleitend, nachdenklich. Niemand würde Leon begleiten, der ihn in emotionaler Hinsicht gut unterstützen konnte, auch wenn sie Tarmas in dieser Hinsicht womöglich sogar mehr zutraute als Protho es tat? Aber die neue Konstellation verstärkte den drängenden Wunsch in ihr, noch mal mit Leon zu reden. In Ruhe. Nach dem Essen. Es gab wichtige Dinge, die sie ihm sagen musste, egal, wie sie sich voneinander trennten!
Trennung. Da stach es wieder, und wie eine lästige Fliege, die man nur ein paar Mal gleichgültig verscheuchte, machte es sie langsam wütend.
Immerhin wirkte Leon geordnet und gerüstet, als er selber aufzählte, mit welchen immerhin guten Vorzeichen er nach Hause zurück kehren würde. Nur ob er seinen Vater wirklich würde retten können, davon war sie noch nicht so überzeugt, aber diese Unsicherheit wollte sie ihn nicht spüren lassen, nicht, ohne ihn auch im Durchdenken der Alternativen gefestigt zu wissen.
Damit sah er dann auch zu Darna und er musste wohl erst einmal den Klos in seinem Hals herunter schlucken, bevor er dann etwas heiser fort fuhr:
„Ich kehre nach Hause zurück und werde meinen Vater retten. Was dann kommt... *räusper*... Wir werden uns vielleicht wieder sehen...?!?“
War es eine Frage? Eine Hoffnung? Oder ein Abschied?

Sie verfluchte sich, dass sie so etwas nicht einschätzen konnte! Ob sie Protho um Rat bei dieser verflixten Angelegenheit fragen sollte?
Aber hier stand eine Antwort aus:
"Wenn du möchtest..", sagte sie langsam, jedes Wort irgendwie betont, und es klang wie eine Frage, hoffend, und den Abschied verweigerte sie noch immer. Sie hatten noch diesen Abend! Die Nacht?
Sollte sie...?
Nein. An den Hals werfen würde sie sich ihm auf keinen Fall. Aber wenn er sie wollte? Konnte sie ihm... gut tun, bevor er ging? Er wirkte so fürchterlich müde! Und ihr Wunsch wuchs, ihm Kraft zu geben. Er hatte ihr Kraft gegeben, als sie am Ende gewesen war, konnte sie jetzt für ihn nicht das Gleiche tun?
War das dann nur ein Dienst, den man füreinander tat? Eine "Behandlung", die man abschloß? Das hätte sie wütend gemacht. Sie wollte Leon nicht bloß lieben, weil er eine Nacht mit einer Hure gut gebrauchen konnte. Und sie würde fuchsteufelswild werden, sollte er ihr das Gefühl vermitteln, bloß aus solchen Gründen an ihr gehandelt zu haben. Sie wusste, dass das nicht wahr war! Und doch würde sie ihm für eine Behauptung in der Richtung die Kehle raus reißen.
Ihre rechte Hand lag auf dem Tisch und hatte sich bei ihrem "Wenn du möchtest" in seine Richtung, zu ihm hin geschoben. Ein Angebot. Kein Aufdrängen.

"In guten wie in schlechten Zeiten", versprachen sich Liebende. Er hatte ihr in ihren schlechten Zeiten geholfen. Zu ihr gestanden. Konnte er auch die guten Zeiten mit ihr teilen, war er dazu überhaupt in der Lage, oder wollte er nur gebraucht werden, wenn es anderen schlecht ging? Das bedingte, dass es ihr dauernd schlecht gehen musste, und das wollte sie nicht!
Sie konnte aber auch nicht von ihm erwarten, dass er nun einfach mit ihr unbeschwert feierte, nur weil es ihr jetzt gut ging, das war ihr klar. Ihm ging es nun noch schlecht, das war mehr als offensichtlich. Und auf dieser Basis wollte sie für ihn da sein, wie er für sie da gewesen war, bedingungslos. Und mehr...
wenn er wollte...
...Zu einer Beziehung gehörten zwei...

Und irgend etwas hatte sie übersehen. Oder unterschätzt? Hatte er wirklich gerade versucht, sich von ihnen allen mehr zu lösen, als sie wahr haben wollte, indem er sich auf die Pflicht berief?
Delilah schien jedenfalls der Meinung und wusste es darin sicher besser, denn sie begann plötzlich, Leon den Kopf zu waschen.
„Wenn du in Selbstmitleid ertrinken willst, oder deine Freunde verlassen willst, dann mach das. Aber eins sag ich dir! Deine Freunde werden DICH NICHT verlassen!“
Darna blinzelte. In Selbstmitleid ertrinken? Tat er das gerade?
Oh.
Mh, dann war es gut, dass Delilah ihm den Kopf wusch, das registrierte Darna gerade selber und lehnte sich etwas zurück, überließ der selbst in ihrer Wut charmanten Lichtmagierin das Feld. Denn täte Darna das, dann hätte sie sicher nur etwas kaputt gemacht: im leichtesten Fall ihre Beziehung, im schlimmsten Fall Leon.
Nur bei "Natürlich werden wir uns wiedersehen... Himmel, vielleicht auch nicht,..", zuckte sie selber leicht zusammen.
"Lass los und schau dir deine Möglichkeiten an." Erleichtert atmete Darna etwas tiefer aus. Ja, Delilah fasste gerade Dinge in simple Worte, für die sie selber noch so recht keine hatte, weil sie unter lauter sperrigem Müll begraben lagen.
"Gräme ich mich, dass ich meine Moma wahrscheinlich nie wieder sehen werde? Nö!"
Du hast dich auch von ihr verabschiedet, erinnerte sie sich an die Szene zurück, und dass sie beide still gewusst hatten, dass es wohl das letzte Mal sein mochte. "Sie wäre glücklich, dass ich so eine Aufgabe gefunden habe." Darna blinzelte nachdenklich.
Ob ihre Eltern auf sie stolz wären? Wahrscheinlich. Sehr wahrscheinlich, solange sie keine grundlegende Abneigung gegen Drachen hatten. Eigentlich hatte Darna alles überboten, was ihre Familie bisher mit berechtigtem Stolz vorzuweisen hatte, und dabei stand sie erst am Anfang ihrer "Karriere". Die angehende Drachenreiterin wünschte sich nur von ganzem Herzen, dass sie auch davon erfuhren. Ihre letzte Nachricht, der Brief aus Jorsan, hatte nur die nötigsten Sorgen beschwichtigen wollen, aber eigentlich auf nichts als Probleme hingewiesen.
Sie sah zu Leon. Ob er ihnen eine Nachricht bringen konnte, wenn er selber seine Aufgabe bewältigt hatte? Das wäre die beste Lösung, denn sie konnte hier nicht weg, und auf die Drachen sollte es noch so wenige Hinweise wie möglich geben. So war Lyns Order, und sie verstand den Sinn dahinter. Sie musste mit Leon sprechen.
Fast hätte sie dem "Streit" nicht mehr zugehört.
„Aber...“
„NIX Aber! Du machst was du musst, aber hör auf zu jammern“, fauchte der kleine Wirbelwind.
Darna lächelte zufrieden. Delilah übernahm gerade irgendwie ihre Aufgabe, aber das war gut so. Es war gut so, dass das gerade nicht von ihr kam.
"Aber wir sind Freunde und das verschwindet nicht so einfach. Nicht, wenn du es nicht zerstörst.“ Jetzt nickte sie dazu, gemächlich, mehrmals und deutlich. Nicht, wenn er es nicht zerstörte, richtig. Und das galt auch für mehr als Freundschaft... interessiert beobachtete sie ihn.

Leon starrte auf die Tischplatte. Delilah wusch ihm grad gehörig den Kopf und er brauchte einen Moment. Es war ihm unangenehm. Dann schien er sich jedoch langsam zu fangen. Er blinzelte und hob den Kopf.
„Delilah, … danke! Es...es ist nur, dass ich das Gefühl habe... hier nicht mehr gebraucht zu werden. Gleichzeitig weis ich, dass mein Vater mich um so mehr braucht. Ich mag die Vorstellung nicht, dass wir uns hier trennen und es ...wäre leichter, wenn wir ...keine Freunde wären. Aber du hast recht. Was ich hier mache, ist nicht richtig. Trotzdem werde ich euch alle sehr vermissen.“
Er schluckte.
„Vielleicht sehen wir uns ja wirklich wieder und … noch... bin ich ja da.“

Sie lächelte. Heute Nacht bist du noch da, ja... Ich übrigens auch..., dachte sie definitiv anrüchig und fand den Plan, ihn zu verführen, im Moment gar nicht mehr so schlecht. Ja, sie war Delilah sehr dankbar, dass sie es war, die ihm den Kopf wusch!
Und auch Eilmana fand Worte für Leon, denen Darna nur nickend beipflichten konnte. Sie klangen nach Lebenserfahrung, auch wenn Darna von ihren eigenen Erlebnissen noch nicht weit genug entfernt war, um Parallelen zu ziehen.
Tarmas kam dann auf die Entfernung zu sprechen.
Chasin holte sogar eine Karte heraus, die Darna sehr interessiert betrachtete, auch wenn das, was offenbart wurde, sie nicht mehr wirklich überraschte. Zwei Tage hatte Fiddatan gebraucht, um von Jorsa nach Drachma zu kommen, da sah sie auf der Karte sogar den Turm der Weisheit, der sich so betrachtet als "Zwischenstopp" wirklich anbot - und für lebende Drachen galt also das Gleiche.
Hatte Leon es nicht so recht wahr haben wollen oder schlicht aufgrund seiner Probleme nicht so wirklich bewusst registriert? Sobald Varukaaz ausgewachsen genug war, um Drachma zwischenzeitlich richtig verlassen zu dürfen, wären die Nebellande alles andere als unerreichbar fern.
„Also sind wir näher als du denkst, Leon. Quasi um die Ecke.“
"Wo überhaupt wohnst du genau?", fragte sie dabei nebenher. "Die Nebellande" war dann doch nicht gerade eine Straße mit einer Hausnummer und zeichnete sich vor allem durch Nebel aus. War vielleicht gut, das zu wissen...

Delilah verabschiedete sich bald vom Essen, was Darna etwas irritierte. Irgendwie drängte sich das Gefühl auf, dass alleine Bücher nicht der Grund waren? Aber gut... niemand sagte etwas dagegen. Entsprechend würde es also sicher auch einen Zeitpunkt geben, wo sie sich ein mal kurz vom Tisch verabschieden konnte, um sich in ihrem Zimmer hier, wo ihre restlichen Sachen noch liegen müssten, an zu ziehen. Aber zunächst leistete sie sehr zufrieden und gründlich Leon Gesellschaft, damit er ja nicht auf die Idee kam, das Essen langweilig zu finden. Sie selber war recht weitgehend gesättigt, aber das hinderte sie nicht daran, das Essen sehr wohl zu würdigen. Besonders den Nachtisch! Boah, war das lecker!
"Das hat dir aber nicht bloß eine Bäuerin hinterher geworfen, wie den Käse", unterstellte sie während des Essens Protho und versuchte aus ihm raus zu kitzeln, wo er das her hatte. Und wer kochte hier überhaupt und war damit für diese Köstlichkeiten verantwortlich?
Sie deutete zu Yran und Protho, die um das Tablett mit dem Braten gerungen hatten, an Leon gewandt und erklärte vollkommen höflich nüchtern: "Wenn du möchtest, werfe ich mich dazwischen und erober dir noch eine Scheibe zurück", mit einer Wortwahl, als würde das ein blutiger Kampf, den sie aber gerne für ihn ausfocht. Flüchtig grinste sie dann. Überhaupt versuchte sie während und nach dem Essen unauffällig, so gut oder schlecht sie das eben konnte, an Leon auszutesten, wie empfänglich er sich für ihre Aufmerksamkeit zeigte. Sie war in der Tat zwar auch sehr neugierig, wie sie sich im Kampf gegen Protho oder die anderen machen würde, aber naja. Erstmal gab es anderes, und die Zeit mit Leon war ihr jetzt definitiv wichtiger, als ein Probekampf mit Protho, so verlockend das auch war. Spätestens morgen hätte sie Zeit dazu.
Und nach Varukaaz gucken! Das hatte definitiv nicht bis morgen Zeit. Aber bis nach dem Essen. Als der Punkt erreicht war, wo man merkte, dass alle so weit satt waren, dass man niemanden mit einem Themenwechsel verärgerte, stand sie bedächtig vom Stuhl auf, mit einer kurz nachdenklichen Miene, dann aber mit einem Lächeln ihr Glas leicht hebend:
"Man sagte mir gerne mal nach, dass ich immer zu langsam im Kopf bin", sagte sie erstaunlich gelassen, wenn man bedachte, dass sie damit auf Gernot Bezug nahm, "Also verzeiht, wenn mir nicht gleich ein guter Trinkspruch einfallen wollte."
Ihre Augen blitzten entschlossen, als sie durch die Runde sah: "Aber ich möchte noch mit euch auf etwas trinken, und auch Delilah ist genauso Teil davon:
Auf die Kraft!"
Es klang durchaus, als meine sie damit Muskelstärke, irgendwie ein wenig plump, aber ernst.
Sie hob ihr Glas, denn das war der Ausspruch, den sie meinte, und ließ dann aber auch eine Erklärung folgen:
"Auf die Kraft, die uns her gebracht hat, welche auch immer es gewesen sein mag, denn es waren viele:
Die Kraft, ein Drachenei her zu bringen...", sie sah zu Eilmana,
".. die Kraft, aus einem langen Schlaf aufzuwachen und sich einer neuen Welt zu stellen...", sie sah zu Protho, Yran, Tarmas, Lyn,
"..die Kraft, zu verzeihen und los zu lassen...", sprach sie kurz mit einem fetten Kloß im Hals, denn sie trauerte mit Lyn, honorierte ihr Handeln sehr und konnte auch mit ihr empfinden, denn gewissermaßen hatte nicht nur Lyn einen Drachen in sich gehen lassen müssen,
"..und die Kraft, jemanden zu lieben, selbst wenn im wahrsten Sinne des Wortes Tod und Dämon einem den Weg zu versperren scheinen...", sie sah zu Leon. Sie nahm nicht nur auf sich Bezug, sondern auch auf seinen Vater, und sie bewunderte ihn für beides. Und auch an sich selbst durfte sie denken, denn ihre Worte mochten genauso gut auf sie und Varukaaz passen, für den sie durch Tod und Feuer gegangen war.
"Aus all dem..! .. werden neue Kräfte entstehen, und ich will sie begrüßend mein Glas auf sie heben!
Auf Flügel, die uns tragen werden,
auf Mut, mit dem wir Schrecken bezwingen, egal was kommen mag.
Auf Freunde und Gefährten, die uns selbst in dunkelsten Stunden nicht verlassen.
Auf Liebe, die wir finden werden, egal wie nah", - Götter, war ihr Blick zu Leon kurz intensiv! - bevor sie ihn lächelnd einmal über Yran und Eilmana schweifen ließ, und selbst Tarmas bedachte,
"..oder fern.

Auf die Kraft."

...

Es kam der Moment, in dem sie nach Varukaaz sehen wollte. Gerne nähme sie Leon mit, auch wenn sie sich bei Protho erst erkundigen musste, wo denn dieses "hinten", wo die Drachen sein sollten, überhaupt war. Schließlich hatte man ihnen zuvor verboten gehabt, sich hier näher umzusehen. Noch nicht mal in der Küche war sie gewesen. Ob Varukaaz jetzt, wo er nochmal gefressen und Ignizors warme Gesellschaft gehabt hatte und es auch Leon etwas besser ging, zugänglicher für ihn war?
Einem Impuls und Elis Beispiel folgend nahm sie ein bisschen von dem Nachtisch mit, und wenn sie dafür kümmerliche Reste aus der Schüssel kratzen musste - wobei, dann nahm sie einfach eben diese Schüssel mit. Sofern halt niemand ernste Einwände gegen sowas hatte.
"Dass ich auf seinem Rücken zu dir kommen könnte, egal wo du bist, könnte schneller möglich werden, als man erwarten mag", erwähnte sie und lächelte vorsichtig, strich sich eine der blutroten Strähnen hinters Ohr. "Ich weiß nicht genau, was wann passiert und passieren soll, aber Protho erwähnte mehrmals, er würde schnell wachsen, und ich solle schnell lernen..." Sie spähte zu Leon. Wie reagierte er auf sowas?

"Ich möchte mit dir reden", flüsterte sie ihm in einer ruhigeren Minute sacht zu, wenn gerade mal keine anderen Ohren in unmittelbarer Nähe waren. "Es gibt noch zwei, drei Dinge, die ich dir in Ruhe sagen möchte, bevor du los musst." Es schien ihr ernst damit zu sein, allerdings schienen diesmal keine Hiobsbotschaften dabei unerklärt im Raum zu lauern, kein: "Ich möchte in Ruhe unter vier Augen mit dir Schluss machen". Im Gegenteil, sie suchte seine Nähe, um ihm mehr als genug Gelegenheit zu bieten, die Chance zu ergreifen. Ihre stillen Einladungen in seine Richtung waren mehr als offensichtlich für jeden, der nicht blind oder gefühlstaub war oder es wegleugnen wollte.

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Re: Der Drachnzahn und seine ersten Gäste

Beitrag von Erzähler » Montag 2. November 2020, 18:37

Das erste Treffen zwischen den frisch gebackenen Drachenreitern, was bei Darna sogar wortwörtlich zutraf, und den Gästen Drachmas, der nun irgendwie auf „Einen“ zusammen geschrumpft war, verlief doch recht gut. Eilmana fütterte ihr Drachenbaby und hatte damit sicher schon einiges in nächster Zeit zu tun, aber sie sah auch Delilahs neues Beschäftigungsfeld und wollte prompt helfen. So war sie nun mal. Nur das sie dieses Mal wohl zum einen gar keine Zeit dafür haben würde und Delilah hier auch ein vollständig anderen Fachbereich betrat, als Eilmana. Es war ein bisschen wie bei zwei Ärzten die sich auf unterschiedliche Bereiche spezialisierten. Eilmana liebte die Menschen, bzw. alle humanoide Wesen und war dort mit ihrem Wissen und Talent zu Hause. Hier würde sie viel bewirken können. Delilah hingegen hatte anscheinend eine Verbindung zu den Drachen gefunden, die anderen verschlossen blieb. So würden sie sich in Zukunft die Arbeit teilen, die früher oder besser später auf sie zukommen würde. So verschwand auch Delilah bald und widmete sich wieder ihren irgendwie geheimnisvoll wirkenden Studien über den „Tod“ der Drachen, während die anderen zurück am Tisch sitzen blieben. Jeder würde hier seine Aufgabe bekommen, so viel stand fest.

(Delilah weiter bei: Hort der Gebeine)

Darna hatte eine ganze Weile sich zurück genommen und das bunte Treiben beobachtet. Besonders Leon machte ihr schon ein bisschen Sorgen, hatte aber nun durch Delilahs Ansprache wieder einen sauberen Kopf. In ihrem hingegen wurde es langsam etwas schmutziger.
Sie lächelte.
Heute Nacht bist du noch da, ja... Ich übrigens auch...
, dachte sie definitiv anrüchig und fand den Plan, ihn zu verführen, im Moment gar nicht mehr so schlecht. Und auch Eilmana fand Worte für Leon, denen Darna nur nickend beipflichten konnte. Sie klangen nach Lebenserfahrung, auch wenn Darna von ihren eigenen Erlebnissen noch nicht weit genug entfernt war, um Parallelen zu ziehen.
Tarmas kam dann auf die Entfernung zu sprechen.
Chasin holte sogar eine Karte heraus, die Darna sehr interessiert betrachtete, auch wenn das, was offenbart wurde, sie nicht mehr wirklich überraschte. Sobald Varukaaz ausgewachsen genug war, um Drachma zwischenzeitlich richtig verlassen zu dürfen, wären die Nebellande alles andere als unerreichbar fern.
„Also sind wir näher als du denkst, Leon. Quasi um die Ecke.“
"Wo überhaupt wohnst du genau?"
Leon sah etwas irritiert auf und schien einen Moment verwirrt.
„Das ist schwer zu sagen. Unser Anwesen ist nur bei Nacht zu finden und nur für jene die die Zeichen zu lesen wissen. Mein Vater hat über lange Zeit Geister in unseren Dienst beschworen und diese beschützen unser Land... verbergen es vor neugierigen Blicken.“
Er zuckte etwas unsicher mit den Schultern und einzig Delilah hatte in diesem Moment verstehend genickt. Sie war schon einmal auf seinem Anwesen gewesen. Kurz darauf verabschiedete sie sich bald vom Essen, was Darna etwas irritierte. Irgendwie drängte sich das Gefühl auf, dass alleine Bücher nicht der Grund waren? Aber gut... niemand sagte etwas dagegen. Überhaupt versuchte sie während und nach dem Essen unauffällig, so gut oder schlecht sie das eben konnte, an Leon auszutesten, wie empfänglich er sich für ihre Aufmerksamkeit zeigte. Sie war in der Tat zwar auch sehr neugierig, wie sie sich im Kampf gegen Protho oder die anderen machen würde, aber naja. Erstmal gab es anderes, und die Zeit mit Leon war ihr jetzt definitiv wichtiger, als ein Probekampf mit Protho, so verlockend das auch war. Spätestens morgen hätte sie Zeit dazu.
Und nach Varukaaz gucken! Das hatte definitiv nicht bis morgen Zeit. Aber bis nach dem Essen. Als der Punkt erreicht war, wo man merkte, dass alle so weit satt waren, dass man niemanden mit einem Themenwechsel verärgerte, stand sie bedächtig vom Stuhl auf, mit einer kurz nachdenklichen Miene, dann aber mit einem Lächeln ihr Glas leicht hebend:
"Man sagte mir gerne mal nach, dass ich immer zu langsam im Kopf bin"
, sagte sie erstaunlich gelassen, wenn man bedachte, dass sie damit auf Gernot Bezug nahm,
"Also verzeiht, wenn mir nicht gleich ein guter Trinkspruch einfallen wollte."
Ihre Augen blitzten entschlossen, als sie durch die Runde sah:
"Aber ich möchte noch mit euch auf etwas trinken, und auch Delilah ist genauso Teil davon:
Auf die Kraft!"

Es klang durchaus, als meine sie damit Muskelstärke, irgendwie ein wenig plump, aber ernst.
Sie hob ihr Glas, denn das war der Ausspruch, den sie meinte, und ließ dann aber auch eine Erklärung folgen:
"Auf die Kraft, die uns her gebracht hat, welche auch immer es gewesen sein mag, denn es waren viele: Die Kraft, ein Drachenei her zu bringen..."
, sie sah zu Eilmana und ihrem Blick fogten alle anderen und strahlten die Erweckerin Drachmas an,
".. die Kraft, aus einem langen Schlaf aufzuwachen und sich einer neuen Welt zu stellen..."
, sie sah zu Protho, Yran, Tarmas, Lyn, und auch hier erntete sie Zustimmung, als wenn es wirklcih viel Kraft gekostet hatte, so lange am Leben fest zu halten, wenn es auch nur im Schlaf gewesen war.
"..die Kraft, zu verzeihen und los zu lassen..."
, sprach sie kurz mit einem fetten Kloß im Hals, denn sie trauerte mit Lyn, honorierte ihr Handeln sehr und konnte auch mit ihr empfinden, denn gewissermaßen hatte nicht nur Lyn einen Drachen in sich gehen lassen müssen. Lyn sah in ihre Augen und eine winzige Träne schimmerte in einem Augenwinkel.
"..und die Kraft, jemanden zu lieben, selbst wenn im wahrsten Sinne des Wortes Tod und Dämon einem den Weg zu versperren scheinen..."
, sie sah zu Leon, der große Augen bekam. Sie nahm nicht nur auf sich Bezug, sondern auch auf seinen Vater, und sie bewunderte ihn für beides. Und auch an sich selbst durfte sie denken, denn ihre Worte mochten genauso gut auf sie und Varukaaz passen, für den sie durch Tod und Feuer gegangen war... und den Dämonen, nicht zu vergessen, der sie in diesem Moment verlassen hatte, sie frei gegeben hatte. Vielleicht würde sie den letzten Stern am Himmel wenn der Morgen anbrach nun anders sehen.
"Aus all dem..! .. werden neue Kräfte entstehen, und ich will sie begrüßend mein Glas auf sie heben! Auf Flügel, die uns tragen werden, auf Mut, mit dem wir Schrecken bezwingen, egal was kommen mag. Auf Freunde und Gefährten, die uns selbst in dunkelsten Stunden nicht verlassen.
Auf Liebe, die wir finden werden, egal wie nah"

, - Götter, war ihr Blick zu Leon kurz intensiv! - bevor sie ihn lächelnd einmal über Yran und Eilmana schweifen ließ, und selbst Tarmas bedachte.
"..oder fern. Auf die Kraft."
Einen Moment war es still.
Es war Protho der in die Hände klatschte und lauthals jubelte:
„DAS war mal ein Trinkspruch!!!“
Seine Begeisterung steckte an und alle fielen mit ein und erhoben dann ihre Gläser um einander zu zu prosten. Schnell waren die Kelche gelehrt und es wurde nach geschenkt. Es begann eine lustige Feier zu werden. Protho und Yran sangen bald einige Lieder in einer Sprache die sonst wohl nur Drachen verstanden, den auf dem Hinterhof grollten ab und zu Laute zu ihnen herein, die in die kleinen Pausen passten, in denen die Ritter Atem holten. Die Drachen sangen den Rerain. Das Stampfen der Füße unter Tisch, das Trommeln der Hände darauf und draußen das der Drachen gaben dem Gebäude Donnerhall und Takt.
Es war ein Lied zum Fürchten, zum Schreien,
zum Tanzen, zum Lieben,
für Stolz, für Ehre
und Freiheit und rein.
Gerade Eilmana und Darna fühlten über ihre Drachenkinder den Nachhall der Drachen in sich tanzen, auch wenn sie es noch nicht wörtlich verstanden. Es riss sie jetzt schon mit. Eine Zeit der Freude begann unter ihnen, eine Zeit des Heilens nachdem sie so lange geschlafen hatten, eine Zeit des Lebens, das unter ihnen erwacht war!

Es kam der Moment, in dem Darna nach Varukaaz sehen wollte. Ursprünglich wollte sie sich bei Protho erkundigen, wo denn dieses "hinten", wo die Drachen sein sollten, doch der Lärm führte sie auch so dort hin. So lernte sie auch die Küche kennen, ein beeindruckend großer Raum mit mehren Kochnischen, Arbeitsflächen, der sogar eine Kühlkammer besaß, die gut gefüllt war und offensichtlich mit Dracheneis überzogen war. Kaum war sie nach draußen getreten, ahnte sie aber auch schon, dass sie hier überflüssig war. Plau'Ren und Ignizor spielten gerade „Ball“ mit Varukaaz. Ob Varukaaz jetzt zugänglicher war? Eher nicht. Er ließ sich vor Freude laut gurrend über den Hinterhof kugeln und genoss das „Ball“-sein. Diese neuen körperlichen Erfahrungen waren berauschend für ihn und er bemerkte zwar Darna, aber hatte so viel Spaß, dass sie ihn nicht unterbrechen wollte.
"Dass ich auf seinem Rücken zu dir kommen könnte, egal wo du bist, könnte schneller möglich werden, als man erwarten mag"
, erwähnte sie und lächelte vorsichtig zu Leon, den sie gebeten hatte sie zu begleiten. Sie sah ihn an und strich sich eine der blutroten Strähnen hinters Ohr.
"Ich weiß nicht genau, was wann passiert und passieren soll, aber Protho erwähnte mehrmals, er würde schnell wachsen, und ich solle schnell lernen..."
Sie spähte zu Leon. Dieser beobachtete das verspielte Treiben, aber lächelte kaum. Er wirkte viel zu nachdenklich. Er war schon immer „kopflastig“ gewesen, jetzt war es noch mehr geworden.
"Ich möchte mit dir reden"
, flüsterte sie ihm sacht zu.
"Es gibt noch zwei, drei Dinge, die ich dir in Ruhe sagen möchte, bevor du los musst."
Es schien ihr ernst damit zu sein und ihre stillen Einladungen in seine Richtung waren mehr als offensichtlich für jeden, der nicht blind oder gefühlstaub war oder es wegleugnen wollte. Leo sah von den Drachen weg und es schien ihm ganz recht zu sein, das Haus wieder betreten zu können. Er fror und strich sich geistesabwesend über den Unterarm, während er ihr folgte. Die oberen Räume boten sich an und dafür kamen sie nur am Rande an den noch weiter laufenden Feierlichkeiten vorbei. Darna musste nur entscheiden, ob sie Leon in ihr oder in sein Zimmer schieben wollte.

(Inspirationsmusik)

(Die oberer Etage der Taverne)

Er selbst schien mit seinen Gedanken bei seinem Vater zu sein, dem Wächter über Haus und Hof der Quelle unter Weißenfells. Delilahs Offenbarung, dass sie ebenfalls hier bleiben würde, beschäftigten ihn vielleicht auch. Seine Emotionale Tür versperrte ein eisernes Schloss. Ob diese Nacht ein Weg zu ihm führen würde, war noch fraglich. Darnas neues Selbstvertrauen wurde gleich auf eine harte Probe gestellt. Schweigend folgte er ihr den Gang entlang und blieb dann ratlos mitten im Raum stehen. Wähnte er sich in Gedanken schon fort? Abwesend murmelte er nur:
„Du wolltest mir was sagen?“
Um ihn zu erreichen, musste Daran schon sehr deutlich werden. So richtig ansehen tat er sie auch nicht.

(Der Schankraum)
Unten ging die Feier unvermindert weiter und während die Drachen draußen, Protho drinnen den Takt klopfte, Tarmas mit seiner tiefen Stimme einen Bass leise brummte und sogar Lyn hier und da ein Lied zum besten gab. Protho schielte als einziger den beiden Flüchtlingen offen nach, als diese sich verdrückten. Und da forderte Yran auch schon seine Liebste zum Tanz auf:
„Darf ich hoffen, dass ihr mir diese Ehre zuteil werden lasst und mich zum Tanz begleitet?“
Er machte eine formvollendete Verbeugung, sogar mit imaginärem wirbelnden Hut. Hatte Eilmana schon mal getanzt? Und wenn ja, würden dann die Jahrhunderte einen Unterschied machen? Yran schien das egal zu sein, er hielt ihr die Hand hin und wartete ob sie sie ergriff. Ein Blick auf Naira genügte, dass Eli wusste, dass sie gut versorgt war. Sie schlief tief und fest bei dem ganzen Tumult und nuckelte selig an einer Pfote. Nur ihre Hinterpfoten zuckten ein klein bisschen im Takt.
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Re: Der Drachnzahn und seine ersten Gäste

Beitrag von Eilmana Silva » Mittwoch 4. November 2020, 15:47

Eilmana genoss das Essen im Kreise ihrer neuen Familie, fütterte Naira zufrieden und lächelte während auch sie sich an all den Leckereien gütlich tat.
Für eine kleine Elfe hatte sie wahrlich einen gesunden Appetit und sie strahlte wahrlich Lebensfreude und Fröhlichkeit aus die durchaus anstecken wirken konnte. Wobei das in dieser Runde wohl nicht nötig war.

Das Eli, Deli wohl kaum Helfen konnte, sei es aus Zeitlichen Aspekten oder eben weil es nicht so ganz ihr Fachgebiet war, würde die Elfe wohl noch erfahren, es lag aber einfach in ihrer Natur helfen zu wollen.

Eli beobachtete zwischendurch aufmerksam die Blicke die Darna zu Leon schickte und das ein oder andere was sie ihm zwischen den Zeilen zu sagen suchte.
Eli schmunzelte dabei und streichelte Naira.

Ich hätte nicht erwartet das Menschen sich so intensiv auf diese Nonverbale weise unterhalten würden, aber sie sind dabei eindeutiger als Elfen, oder sollte ich besser sagen, offensichtlicher, Wirklich interessant!


Nach einer Weile hob Darna dann doch zum Trinkspruch an: „Auf die Kraft!"
Eli sah sie verwundert an und hob zögernd ihr Glas, sie wartete innerlich auf eine Erklärung, die auch prompt folgte: "Auf die Kraft, die uns her gebracht hat, welche auch immer es gewesen sein mag, denn es waren viele: Die Kraft, ein Drachenei her zu bringen..."
Ihre Blicken trafen sich für einen Augenblick und zum ersten mal hatte Eli das Gefühl Darna wirklich nah zu sein. Sie wurde rot und lächelte verlegen, nickte aber zustimmend.
".. die Kraft, aus einem langen Schlaf aufzuwachen und sich einer neuen Welt zu stellen..."
Bei diesen Worten griff Eli nach Yrans Hand und lächelte.
"..die Kraft, zu verzeihen und los zu lassen..."
"..und die Kraft, jemanden zu lieben, selbst wenn im wahrsten Sinne des Wortes Tod und Dämon einem den Weg zu versperren scheinen..."
"Aus all dem..! .. werden neue Kräfte entstehen, und ich will sie begrüßend mein Glas auf sie heben! Auf Flügel, die uns tragen werden, auf Mut, mit dem wir Schrecken bezwingen, egal was kommen mag. Auf Freunde und Gefährten, die uns selbst in dunkelsten Stunden nicht verlassen.
Auf Liebe, die wir finden werden, egal wie nah"
"..oder fern. Auf die Kraft."
Bei diesen Worten überkam Eilmana eine feine Gänsehaut und feine Tränen der Freude sammelten sich in ihren Augen. Im nächsten Augenblick wurde die Stille von Prothos klatschen unterbrochen. „DAS war mal ein Trinkspruch!!!“
Und so wie alle anderen begann auch sie zu klatschen und mit großer Zustimmung zu nicken.

Ja Auf die Zukunft, die Kraft und die Liebe.....!

Auch Eli leerte ihr Glas und irgendwer schenkte ihr rasch nach. Sie sah nicht mal wer es war, aber in dieser Stimmung dauerte es nicht lange bis sie auch dieses geleert hatte und langsam die wärme in sich spürte die dieses Gebräu in ihr entfachte.
Sie lachte ausgelassen und klatschte im Takt des Liedes das Protho und Yran sangen, und sie konnte es nicht mit ansehen wie Steif Tarmas bei diesem Ausgelassenen Lied war. Sie rutschte zu ihm, hackte sich in seinem Arm ein und versuchte zumindest, ihn beim Schunkeln mit zuziehen.
Langsam verstand sie warum Protho und Yran ihn so oft foppten. Eli wollte diesen großen Eiskrieger einfach lachen sehen.
Zumindest begann der Frostige Krieger irgendwann mit seiner Tiefen stimme die Melody des Liedes mit zu summen was Eli sehr erfreut.
Als Lyn das erste Lied zum besten Gab, starrte Eli sie kurz sehr überrascht an, freute sich dann aber sichtlich darüber auch Lyn so fröhlich zu sehen und auch als sie sah wie Darna und Leon den Schankraum verließen lächelte sie, sie hoffte das die beiden sich heute Nacht noch aussprechen würden.
In dem Augenblick als sie den beiden noch lächelnd hinterher sah, kam Yran auf sie zu, hielt ihr seine Hand offen hin und lächelte sie an: „Darf ich hoffen, dass ihr mir diese Ehre zuteil werden lasst und mich zum Tanz begleitet?“
Eli blinzelte Yran an, sah auf seine Hand und wieder in seine Augen. Sie lächelte, legte ihre Hand in seine und stand auf. „sehr gerne....!“

Sie ließ sich die ersten Schritte von Yran führen und die beiden fanden schnell eine Einheit bei den Schritten, gemeinsam schwebte sie über die Tanzfläche und Eli genoss seine nähe, das funkeln seiner grünen Augen und die Stärke seiner Arme.
Früher hatte Eli eigentlich meist für sich alleine getanzt. Sie war beim tanzen stets ihren Gefühlen gefolgt, um sich einfach im Strom der Klänge treiben zu lassen.
So gemeinsam zu tanzen war wundervoll, doch nach einer Weile übernahmen ihre Gefühle geleitet vom Alkohol und führten ihren Körper in eine etwas andere Richtung was für einen kleinen Stolperer der beiden sorgte. Eli war vom Alkohol angeheitert, was den Zugang zu ihren Emotionen noch intensiver machte, ihren Verstand aber leider vernebelte wie es halt bei den meisten war.
Sie strahlte Yran an und schloss dann die Augen. Ihr Körper bewegte sich von ganz alleine zum Takt des Liedes und wenn er es zuließ zog sie ihn sanft mit über die Tanzfläche. Ihr Tanz war ganz anders als der den Yran zuvor mit ihr getanzt hatte und vielleicht war es offensichtlich das er Elfischen Uhrsprungs war, vielleicht aber auch nicht. Welche Tänze die Reiter so kannten und welche damals in der Welt getanzt wurden wusste Eli nicht, aber ihr Tanz war sehr Körperbetohnt und voller Leidenschaft. Sie biegte ihren Körper ein ums andere mal und einige dieser Bewegungen wirkte beinah so, als hätte sie keine Knochen in ihrem Körper, was nun wirklich nicht sein konnte...
....ihr Tanz wurde immer ausgelassener sie drehte sich einige male zum Ende hin immer schneller und der Schankraum wirbelte nur so um sie herum. Erst als das Lied verklungen war kam sie zum stehen, der Schankraum drehte sich gefühlt immer noch und sie kam aus dem Gleichgewicht und drohte zu fallen....
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Re: Der Drachnzahn und seine ersten Gäste

Beitrag von Darna von Eibenau » Mittwoch 4. November 2020, 23:37

"Auf die Kraft, die uns her gebracht hat, welche auch immer es gewesen sein mag, denn es waren viele: Die Kraft, ein Drachenei her zu bringen..."
Eilmana sah erst wie erstaunt zu ihr, dann lächelte sie verlegen. Ein warmes, zufriedenes Blitzen glitt durch Darnas Augen, auch wenn es ihrer Mimik kurz den Hauch von etwas "wölfischem" zu verleihen schien. Hab dich! Ja, sie hatte mit der Elfe anfangs nicht so recht was anfangen können, es hatte gar Fettnäpfchen gegeben - bislang war die Bekanntschaft mit Eilmana eher oberflächlich geblieben. Selbst, dass sie gemeinsam je als Drachenmana von ihrer Reise zurück gekommen waren, hatte für ein Nebeneinander gesorgt, aber noch nicht so recht für ein Miteinander. Dabei würden sie sicher noch viel Zeit miteinander verbringen.
Es war nicht schlimm, wenn sie nicht gleich aneinander hingen wie Pech und Schwefel - im Gegenteil: dass Eilmanas Aufmerksamkeit viel mehr von Yran beansprucht wurde, war offensichtlich und völlig in Ordnung. Aber Darna registrierte sehr zufrieden, dass sie wohl gerade einen guten Grundstein gelegt hatte: sie wollte Eilmana als Person honorieren und ernst nehmen, und das war ihr gelungen. Gut!
Und der Rest?
Ihre Worte endeten. Für einen Moment war es still. Jetzt bekam sie selber Gänsehaut, denn war das etwa einer dieser magischen Momente, in denen Künstler ihre Darbietung beendeten und erst mal einfach beeindruckte Stille im Raum herrschte? Früher hätte sie sofort Angst durchflutet, etwas falsch gemacht zu haben, das wusste sie. Und diese Angst -
fehlte gerade einfach.

Es war Protho der in die Hände klatschte und lauthals jubelte:
„DAS war mal ein Trinkspruch!!!“

Wer auch sonst? Sie lächelte breit auf, ein herzlicher Anblick, dessen in diesem Moment eben vor allem Protho direkt angesichtig wurde und schloss still dankend die Augen, während Beifall erklang, der wie wohltuendes Öl ihre Seele hinunter rann. Oh ja, diesen Moment genoss sie!
Sie sah zu Leon.
...und musste sich in Nachsicht und Geduld üben, denn kaum etwas von all dem schien ihn zu erreichen, nicht einmal ihr erster Wink mit dem Zaunpfahl während des Trinkspruchs.
Sie hätte sicher auch tanzen mögen, als die Drachenlieder erklangen - aber mit dem, mit dem sie hätte tanzen wollen, war an so etwas gerade nicht zu denken. Ein weiterer ähnlicher Moment der Ernüchterung ergab sich, als sie nach Varukaaz sah. Ihr "Purzelchen" purzelte tatsächlich, und wie! Als sie sah, was Ignizor - und Plau'Ren! - mit ihm anstellten und sie seine Freude spürte, lachte sie herzlich auf! Ein strahlendes Grinsen traf die Eisdrachin.
"Ihr macht das toll! Danke!", wischte sie sich eine Lachträne weg und verneigte sich angedeutet in Richtung Plau'Rens, klopfte Ignizor kumpelhaft dankend auf die Flanke und wandte sich nach drinnen. Ihr Baby war in guten Hände - äh, Klauen. Wenn Varukaaz sie brauchen würde, war sie sicher, sie würde es merken. Vermutlich würde er nach all dem Spielen und all dem Fressen einfach nur erschöpft einschlafen, und das war ihr gerade ganz recht so.
Und Leon? Ihm war kalt? Oder ging es ihm nicht gut? Darna konzentrierte sich für einen Moment bewusster darauf, ob ihr kalt war - eben war sie von Varukaaz so abgelenkt gewesen, dass es ihr gar nicht aufgefallen wäre.
Leon war schon immer „kopflastig“ gewesen, jetzt war es noch mehr geworden.
Götter! War ich vorher auch so schlimm...?, fragte sie sich im Stillen, wobei sie an die Zeit des Fluches dachte, und ihr schwante, dass die Antwort wohl "Ja" lautete; sie übte sich also in Nachsicht und Mitleid. Und langsam verstand sie sogar, warum ihr so viele Menschen ablehnend gegenüber gestanden hatten. Dieser düstere Gemütszustand war anstrengend!

Sie passte sich ihm bewusst ein Stück weit an, indem sie ihn nicht direkt aufzumuntern versuchte, sondern sich über einen ernsteren Ansatz nähern wollte. Es gab auch durchaus ernste Themen, die zu besprechen waren. Sie gingen an der Feier vorbei, schweigend folgte er ihr den Gang entlang und blieb dann ratlos mitten im Raum stehen.
„Du wolltest mir was sagen?“

Sie wies mit einem Kopfdeut zu dem Zimmer, in dem sie vor der Wandlung genächtigt hatte.
"Lass uns das bitte drinnen besprechen, das ist nichts für den Flur - und ich möchte mir was anziehen", meinte sie in einem ruhigen Ernst, der bei ihr früher stets ausgeglichene Phasen begleitet hatte.
Sie betraten ihr Zimmer, und sie sah sich orientierend um. "Setz dich, wenn du möchtest", bot sie ihm an und nahm kalkulierend in Kauf, dass er womöglich einfach stehen blieb - irgendwie war es seltsam, mit ihm gerade mit einer gewissen Routine umgehen zu können, weil sie sich selber kannte... Je nach Wahl blieb sie ebenso ungezwungen stehen oder würde zunächst Platz nehmen.
Sie atmete leise durch.
"Du hast draußen eine Andeutung fallen lassen, die mich nachdenklich gemacht hat", eröffnete sie relativ offen als erstes das Thema 'Verano' und faltete die Hände locker vor sich, ob nun auf der Tischkante oder ohne und sah ihn dann direkter an:
"Wie schätzt du deine Erfolgschancen ein, dass du Verano wirklich zurück holen kannst? Es erleichtert mich sehr, dass die äußeren Rahmenbedingungen inzwischen gut zu sein scheinen, aber es hängt viel davon ab, wie viel von seinem 'Gefühlsleben' noch anzufinden sein wird, oder?"
Sie legte den Kopf schief und sah ihn offen, ruhig, nachdenklich aber fokussiert an. Leiser und behutsamer hakte sie nach:
"Der Brief wird nicht mehr reichen - wenn er je gereicht hätte... habe ich recht?"

Noch behutsamer tastete sie sich ein Stück weiter, behielt seine Reaktionen im Blick:
"Ich weiß, dass es weh tut", versuchte sie ihn mit ehrlichem Verständnis aufzufangen, "und bei den Göttern - ich will dir nicht weh tun! Du hast genug durch gemacht.."
Sie tastete nach seiner Hand, sofern es möglich war, ihre Stimme war trotz ihrer Eindringlichkeit butterweich geworden,
"Aber unter welchen Bedingungen wirst du entscheiden, dass es trotz allem Aufwand besser ist, ihn gehen zu lassen und selber das Erbe anzutreten?
Mit einem... gefühlsarmen Lexikon wird Weißenfels wohl nicht gut gedient sein", war sie trotz blanker Vermutung überzeugt, "und Tarmas mag dich hervorragend beschützen und dir helfen können, aber in emotionalen Belangen ist er naturgemäß kein guter Berater..."
Sie hauchte, während sie seinen Blick suchte:
"Ich mache mir Sorgen um dich.
Inzwischen habe ich weniger Angst davor, dass du dich mit dem Geist des Kindes verbindest, sondern eher davor, dass du aufgrund all der irren Mühen, die du in alles investiert hast, zu lange an nur einer Lösung festhalten könntest.

Lass mich an deinen Plänen, an deinen Absichten teil haben...
Auch wenn du ohne uns losfliegst, du musst das jetzt nicht 'alles irgendwie alleine hinkriegen'. Wir können uns besprechen, ich kann versuchen, dir Rat zu geben, wenn du möchtest, wir können Eventualitäten durchgehen...
Ich möchte dir helfen...
bitte..."

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Re: Der Drachnzahn und seine ersten Gäste

Beitrag von Erzähler » Samstag 14. November 2020, 15:16

(Der Schankraum - Eli und alle anderen)
Eilmana lachte ausgelassen und klatschte im Takt des Liedes das Protho und Yran sangen, und sie konnte es nicht mit ansehen wie steif Tarmas bei diesem ausgelassenen Lied war. Sie rutschte zu ihm, hackte sich in seinem Arm ein und versuchte zumindest, ihn beim Schunkeln mit zuziehen. Hätte er nich gewollt, so hätte sie genauso gut gegen einen Eisberg anrennen können, doch nach ein paar Sekunden, ergab sich der Eisklotz und schunkelte leicht mit. Langsam verstand Eli warum Protho und Yran ihn so oft foppten. Sie wollte diesen großen Eiskrieger einfach lachen sehen.
Und dann begann der frostige Krieger tatsächlich mit seiner tiefen Stimme die Melodie des Liedes mit zu summen was Eli sehr freute. Als Lyn das erste Lied zum besten gab, starrte Eli sie sehr überrascht an, freute sich dann aber sichtlich darüber auch Lyn so fröhlich zu sehen und auch als sie sah wie Darna und Leon den Schankraum verließen, lächelte sie. Sie hoffte, dass die beiden sich heute Nacht noch aussprechen würden. In dem Augenblick als sie den beiden noch lächelnd hinterher sah, kam Yran auf sie zu, hielt ihr seine Hand offen hin und lächelte sie an:
„Darf ich hoffen, dass ihr mir diese Ehre zuteil werden lasst und mich zum Tanz begleitet?“
Eli blinzelte Yran an, sah auf seine Hand und wieder in seine Augen. Sie lächelte, legte ihre Hand in seine und stand auf.
„Sehr gerne!“
, lautete ihr Antwort und damit machte sie ihn zum glücklichsten Drachenritter. Sie ließ sich die ersten Schritte von Yran führen und die beiden fanden schnell eine Einheit bei den Schritten, gemeinsam schwebten sie über die Tanzfläche und Eli genoss seine Nähe, das Funkeln seiner grünen Augen und die Stärke seiner Arme. Er hielt sie so fest, dass es schon fast ein bisschen zu eng war, aber in seinen Armen war ihr Zuhause und das wollte sie nie mehr frei geben.
So gemeinsam zu tanzen war wundervoll, doch nach einer Weile übernahmen ihre Gefühle geleitet vom Alkohol, der immer fleißig nach geschenkt wurde und in kleinen Pausen auch gern getrunken wurde. So führte ihr Körper sie bald in eine etwas andere Richtung was für einen kleinen Stolperer sorgte und einem herzlichen Lachen von Yran. Eli war vom Alkohol angeheitert, was den Zugang zu ihren Emotionen noch intensiver machte, ihren Verstand aber leider vernebelte. Sie strahlte Yran an und schloss dann die Augen. Ihr Körper bewegte sich von ganz alleine zum Takt des Liedes und da er es zuließ, zog sie ihn sanft mit über die Tanzfläche. Ihr Tanz war sehr Körperbetont und voller Leidenschaft. Sie bog ihren Körper ein ums andere mal und einige dieser Bewegungen wirkte beinah so, als hätte sie keine Knochen in ihrem Körper. Yran kam ganz schön ins schwitzen, bei dem Anblick und den Berührungen, die die ihm dabei angedeihen ließ. Elis Tanz wurde immer ausgelassener sie drehte sich einige Male zum Ende hin immer schneller und der Schankraum wirbelte nur so um sie herum. Erst als das Lied verklungen war kam sie zum stehen, der Schankraum drehte sich gefühlt immer noch und sie kam aus dem Gleichgewicht und fiel abermals in Yrans Arme, der sie sofort wie seine Prinzessin hoch hob, die Arme unter ihren Schenkeln, sich bei den anderen schnell entschuldigte und sie eilig nach oben trug.

(Eli weiter bei: Die Gästezimmer)

...

(Die oberer Etage der Taverne - Darna und Leon)
"Setz dich, wenn du möchtest"
, bot sie ihm an und als wäre es eine Aufforderung gewesen nahm er auf der Bettkante platz. Sie atmete leise durch.
"Du hast draußen eine Andeutung fallen lassen, die mich nachdenklich gemacht hat"
, eröffnete sie relativ offen als erstes das Thema 'Verano' und faltete die Hände locker vor sich, ob nun auf der Tischkante oder ohne und sah ihn dann direkter an:
"Wie schätzt du deine Erfolgschancen ein, dass du Verano wirklich zurück holen kannst? Es erleichtert mich sehr, dass die äußeren Rahmenbedingungen inzwischen gut zu sein scheinen, aber es hängt viel davon ab, wie viel von seinem 'Gefühlsleben' noch anzufinden sein wird, oder?"
Sie legte den Kopf schief und sah ihn offen, ruhig, nachdenklich aber fokussiert an. Er starrte weiter geradeaus, als ginge er gerade noch einmal den Ablauf durch, von dem was er zu tun hatte. Leiser und behutsamer hakte sie nach, als von ihm nichts kam:
"Der Brief wird nicht mehr reichen - wenn er je gereicht hätte... habe ich recht?"
Er antwortete mechanisch:
„Ich weis es nicht. Es gibt zu viele Variablen, die vor Ort erst geklärt werden müssen... aber Chasin berechnet die Chance bei 69, 42639 Prozent.“
Noch behutsamer tastete sie sich ein Stück weiter, behielt seine Reaktionen im Blick:
"Ich weiß, dass es weh tut"
, versuchte sie ihn mit ehrlichem Verständnis aufzufangen und sein Gesicht zuckte. Ja, die Gedanken an das was ihm und seinem Vater bevorstand, taten ihm weh. Es war ein bisschen so, als ob er sich jedoch damit abgefunden hatte und es nun nur noch so schnell wie möglich hinter sich bringen wollte. In seinem Geist war er schon weit weg.
"...und bei den Göttern - ich will dir nicht weh tun! Du hast genug durch gemacht.."
Sie tastete nach seiner Hand, sofern es möglich war, ihre Stimme war trotz ihrer Eindringlichkeit butterweich geworden. Die Berührung ließ ihn das erste Mal dann den Blick auf ihre ineinander verschränkten Finger werfen.
"Aber unter welchen Bedingungen wirst du entscheiden, dass es trotz allem Aufwand besser ist, ihn gehen zu lassen und selber das Erbe anzutreten? Mit einem... gefühlsarmen Lexikon wird Weißenfels wohl nicht gut gedient sein... und Tarmas mag dich hervorragend beschützen und dir helfen können, aber in emotionalen Belangen ist er naturgemäß kein guter Berater... Ich mache mir Sorgen um dich. Inzwischen habe ich weniger Angst davor, dass du dich mit dem Geist des Kindes verbindest, sondern eher davor, dass du aufgrund all der irren Mühen, die du in alles investiert hast, zu lange an nur einer Lösung festhalten könntest. ...Lass mich an deinen Plänen, an deinen Absichten teil haben... Auch wenn du ohne uns losfliegst, du musst das jetzt nicht 'alles irgendwie alleine hinkriegen'. Wir können uns besprechen, ich kann versuchen, dir Rat zu geben, wenn du möchtest, wir können Eventualitäten durchgehen... Ich möchte dir helfen...bitte..."
Leon blinzelte und hob den Blick zu ihrem Gesicht empor. Einen langen Moment antwortete er nicht und fast schien es so, als wollte er es vielleicht nie... doch dann öffneten sich seine Lippen:
„...Darna...“
Er hauchte ihren Namen und sein Blick flatterte leicht, als hätte sie ihn endlich erreicht.
„Ich weis es nicht... Ich weis nicht, ob der Brief reichen wird. Ich weis nicht, wie viel von Vaters Seele übrig ist...Ich weiß ja noch nicht einmal, ob der Geist des vergessenen Kindes da sein wird um sich mit seinem Körper zu verbinden. Ich weis nicht, ob das Ritual erfolgreich sein wird, ob Tarmas ein guter oder schlechter Ratgeber sein wird, ob Plau'Rens Odem ...das magische Eis, es besser oder schlechter gemacht hat...“
Die tiefe Verzweiflung über seine Unwissenheit klang in jedem Wort mit.
„...Ich weis nicht, ob ich das alleine schaffen werden muss, oder ob die Geister meines Vaters, die Weißenfels beschützen, oder meine ...Verlobte ... in dieser Gleichung auch eine Rolle spielen...“
Ach ja, die gab es ja auch noch. Neroli, hieß die Vergessene dieser Gleichung. Leons Verlobte wusste ja noch von nichts von alle dem und wartete auf seine Rückkehr. Verano hatte diese Verbindung zu seinen Lebzeiten arrangiert und gutgeheißen. Wenn Darna gut aufgepasst hatte, dann viel ihr vielleicht sogar ein, dass sie ein Lehrling von Verano sein müsste, weil sein Sohn sich diesen Weg der Magie entzogen hatte. Aber Leon redete ohne Punkt und Komma weiter, zerriss ihren Gedankenfaden und aus ihm sprach das Leid seiner Ohnmacht:
„... Ich weis nicht, ob ich genug Geistermagie in mir trage um überhaupt dieses Erbe antreten zu können, wenn alles versagt. Ich weis nicht ob meine Lichtmagie, all die Jahre die ich MEINEN Weg gegangen bin, mir nun im Weg stehen wird. Darna, ich weis gar nichts! NICHTS! Und doch muss es reichen! Es muss! Die Quelle braucht einen Wächter!“
Er schlug die Hände vors Gesicht und verbarg sein schönes Gesicht dahinter. Sie konnte aber am Schwellen der Schläfenadern sehen, wie sehr er litt. Er atmete ein paar mal schwer und seine Schultern bebten, dann ließ er die Hände wieder kraftlos in den Schoß fallen. Seine Augen waren leer. Keine einzige Träne brachte sie zum leuchten... Er starrte zu Boden. Er war am Ende... vielleicht noch nicht ganz mit seinen magischen Mächten, aber wohl mit seiner geistigen Kraft. Delilahs „Arschtritt“ hatte ihm noch mal Kraft gegeben sich zusammen zu reißen, aber Darnas so lieb gemeinte Worte, ihr Angebot der Hilfe, die vertraute Zweisamkeit des Zimmers, keine Zeugen vor denen er sich zusammen reißen musste, das alles hatte ihn ein ganzes Stück zurück geworfen und ihm bewusst gemacht, wie hilflos er wirklich war. Er rang mit seiner Fassung und war genau JETZT im Begriff diesen Kampf zu verlieren.
Es war Zeit zum Handeln!
Darna musste etwas tun.
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Re: Der Drachnzahn und seine ersten Gäste

Beitrag von Darna von Eibenau » Donnerstag 26. November 2020, 20:57

"Setz dich, wenn du möchtest" Leon nahm Platz, als wäre es eine Aufforderung gewesen. Sein Benehmen... ließ sie zunehmend innerlich die Stirn besorgt runzeln. Dass er in einer nervenaufreibenden Situation war, war nachvollziehbar - aber war da mehr? Ihr fielen zunehmend Gegebenheiten auf, die sie hätte abtun können.. wäre Leon nicht morgen schon fort. Aber er wäre morgen weg, sie hatten kaum Zeit mehr, und so fiel ihr umso intensiver auf, dass er ihrem Blick auswich. Dass er auf ihre Berührungen nicht einging. Dass er völlig... verkapselt wirkte. In sich gekehrt.
Und düster.
Was ist mit ihm los? Er benimmt sich wie ich - vorher. Bevor sie gereinigt wurde. Bevor sie sich an Varukaaz gebunden hatte. War sie da auch von so einer düsteren Wolke umhüllt gewesen? Ja, vermutlich - nein, mehr als vermutlich. Sie glaubte, Muster ihres früheren Verhaltens an Leon wiederzuerkennen.
War es wirklich "nur" Verano und das Drumherum, was zu diesem blassen Rest von Leon führte, der da vor ihr saß? Ein Teil von ihr zog argwöhnisch in Betracht, dass da mehr sein könnte und suchte nach verdächtigen Anzeichen finsterer Beeinflussung. Warum wich er ihrem Blick aus?

So komisch es von außen betrachtet aussehen mochte, sie hatte sich angesichts der Bettkante, auf der er Platz nahm, den einzigen Stuhl im Zimmer heran gezogen, stellte ihn ein bisschen schräg, dass ihre Sitzrichtung nicht so konfrontativ wirkte und sie trotzdem dicht bei ihm war. Dann wählte sie sehr bedacht ihre Worte und griff schließlich behutsam nach seiner Hand.
".. Es gibt zu viele Variablen, die vor Ort erst geklärt werden müssen... aber Chasin berechnet die Chance bei 69, 42639 Prozent.“
Ernst und ruhig hörte sie ihm zu, auch wenn sie sich ihren eigenen Teil dachte:
Wie kann Chasin das auf fünf Stellen hinter dem Komma genau berechnen, wenn es zu viele unbekannte Variablen gibt?
Aber egal. Die Berechnungen der Tha'roon würden ihre Grundlagen haben, und Darna vertraute ihr. Die Chancen standen eigentlich also gar nicht SO schlecht, aber halt mit einer realistischen Wahrscheinlichkeit, dass es scheiterte. Nun ja. Gerade deswegen hätte sie sich ja gerne mit Leon näher besprochen, wäre gern die wahrscheinlichsten Optionen durchgegangen.
"Der General, der eine Schlacht gewinnt, stellt vor dem Kampf im Geiste viele Berechnungen an. Der General, der verliert, stellt vorher kaum Berechnungen an." * - diesen Lehrsatz hatten sie als Knappen in Jorsan vermittelt bekommen, und Darna hatte gelernt, dass sich diese Maxime nicht nur auf Schlachten anwenden ließ.
* (#Zitat von Sunzi aus "Die Kunst des Krieges")

Gut... mit Neroli rechnete sie nicht.
Tatsächlich war Leons Verlobte eine Variable, die Darna mehr und mehr verdrängt hatte. Sie war da. Sie war von Verano ausgebildet worden. Aber die Überlegung, ob sie Leon helfen würde und wenn ja, zu welchem Preis... dieses gedankliche Wespennnest ließ Darna schön in Frieden. Berechnungen hin oder her, diese Variablen hätte sie ruhig eher mehr als weniger unbekannt gelassen.
Über andere Dinge hätte sie mit Leon reden wollen:
Ihr war zwischenzeitlich der Gedanke gekommen, dass es angesichts von Fiddatans Verletzung in Rugta - ein Hieb von einer einzelnen, sicher speziellen Waffe - also dort einen Dunkelelfen geben musste, der in der Lage war, Geister, selbst sehr mächtige Geister, zu verletzen. Sollte man das bei der geographischen Nähe zu Weißenfels für einen Zufall halten? Lieber nicht. Sie hätte Leon also gerne gewarnt.
Oder?
Seine diffusen Sorgen NOCH weiter vergrößern? Vielleicht also lieber Tarmas warnen?
Sie hätte das Gespräch gerne auf den Umstand gelenkt, dass es nicht unbedingt schlecht sein musste, wenn Leon der neue Wächter von Weißenfels würde... denn das bedeutete, wenn sie sich an Chasins Ausführungen richtig erinnerte, eine (noch) längere Lebenszeit, nicht wahr? So, wie sie nun vermutlich sehr lange leben würde, wenn sie und Varukaaz kein gewaltsames Ende fanden... So oder so: sie beide hatten Zeit! Was waren da schon ein paar Wochen Trennung, um jeweils ihren Verpflichtungen nachzugehen?

Aber irgendwie kam es zu all dem gar nicht.
"Darna, ich weis gar nichts! NICHTS! Und doch muss es reichen! Es muss!
Die Quelle braucht einen Wächter!“ Er schlug die Hände vors Gesicht und verbarg sein schönes Gesicht dahinter.
Mit leidend legte sie den Kopf schief und sah ihn mitfühlend bekümmert an. Sie kannte dieses Gefühl: den Druck, sich einer Verpflichtung gegenüber zu sehen und die Angst, ihr nicht zu genügen. Sie kannte es zu gut. Sie ahnte sehr gut, wie winzig klein sich Leon gerade fühlen musste...
und sie wusste, dass es nicht stimmte.
Kraftlos hatte Leon die Hände in seinen Schoß fallen lassen und schaute mit leerem Blick zu Boden, als Darna ihre warmen Hände links und rechts an seine Wangen legte und mit sanfter Bestimmtheit sein Gesicht hob.
"Und die Rettung ist auf dem Weg zu ihr", ergänzte sie seine so verzweifelten Worte mit ruhiger, wissender Bestimmtheit. "Auf den Schwingen einer mächtigen Eisdrachin wird Veranos Körper geflogen kommen, der sonst fort gewesen wäre. In einem so gut erhaltenen Zustand, wie eigentlich kein Mensch sein kann, der seit mehreren Tagen tot sein müsste."
Darna redete auf Leon ein, und trotz der Menge der Worte sprach sie so ruhig und bestimmt, als wäre jedes einzelne davon ein Gesetz, das gerade nieder geschrieben wurde.
"Selbst, wenn du Verano nicht wieder zum Leben bringen können solltest, wenn alle Mühen vergebens sein sollten, solltest du dir klar machen, dass du seinen Körper nach Hause überführt hast, und das, obwohl es ihn fast ans andere Ende des Kontinentes verschlagen hatte. Ich weiß nicht, wie viel das in eurer Familie gilt, aber wäre es mein Vater, ich wüsste, er wäre dankbar dafür."
Für einen kurzen Moment drohten ihre Augen feucht zu schillern, denn selbst nur die Vorstellung hatte etwas Bedrückendes für sie, aber es war ihr im wahrsten Sinne des Wortes todernst, das war in jeder Silbe zu hören. Sie zwang Leon mit sanfter Gewalt, sie anzusehen.

"Und mit seinem Körper geflogen kommt sein Sohn.
Und es spielt keine Rolle, ob deine Magie taugt oder nicht - das wird sich finden." Damit umschiffte sie schlicht den Faktor 'Neroli', was der Kraft der Überzeugung, mit der sie sprach, keinen Abbruch tat:
"Wichtiger ist, dass DU geeignet bist und dich hinter nichts und Niemandem verstecken musst! Du hast ein sorgfältig geschultes und ein geprüftes Herz, das unterscheiden kann, was Gut und was Böse ist, und du hast einen exzellenten und ebenso fähigen Kopf, der abwägen kann, was richtig und was falsch ist - und was das Beste für alle ist.
Du hast das Richtige getan, als du Elli geholfen hast.
Du hast das Richtige getan, als du hinter dem 'Roseneck' eine unbequeme, aber wichtige Entscheidung getroffen hast", sprach sie den Moment an, als Leon angesichts von Morgherias Hauch die Quarantäne verhängte,
"Du hast das Richtige getan, als du dich entschlossen hast, der Spur dieser fürchterlichen Seuche zu folgen, statt in Serna bloß im Lazarett auf neue Kranke zu warten", erinnerte sie ihn an seinen Willen, Morgherias Hauch an der Wurzel des Übels zu bekämpfen und lächelte dann,
"Und du hast das Richtige getan, als du eine arme, verlorene Knappin eben nicht verloren gabst." Sie lächelte kurz liebevoll, dann wurde sie wieder ernst.
"Als du deinen Vater nicht verloren gabst."

Sie zog sein Gesicht so nahe, dass ihre Nasenspitzen sich fast berührten. Ihr Blick schien gewillt, sich in seine Seele zu bohren und tief darin ein neues Feuer zu entfachen.
Auf die Kraft...
Ihre Stimme indes wurde ein sanftes Flüstern, das seine Ohren streichelte:
"Selbst, wenn du ein mal irren, ein mal nicht die beste aller Entscheidungen treffen solltest... du hast Herz, Verstand und Willen, eben das Beste zu tun, was im Moment gerade möglich scheint.
Und darum geht es doch", beschwor sie ihn.
"Und das reicht vollständig aus.

Ich habe dich gesehen...
und ich vertraue dir."
Sie küsste ihn.

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Re: Der Drachnzahn und seine ersten Gäste

Beitrag von Erzähler » Freitag 27. November 2020, 16:13

Darna kannte dieses Gefühl nur zu gut: den Druck, sich einer Verpflichtung gegenüber zu sehen und die Angst, ihr nicht zu genügen. Sie ahnte sehr gut, wie winzig klein sich Leon gerade fühlen musste und sie wusste, dass es nicht stimmte. Darna hob ihre warmen Hände links und rechts an die Wangen des aktuellen Wächters der Quelle.
"Und die Rettung ist auf dem Weg zu ihr...Auf den Schwingen einer mächtigen Eisdrachin wird Veranos Körper geflogen kommen, der sonst fort gewesen wäre. In einem so gut erhaltenen Zustand, wie eigentlich kein Mensch sein kann, der seit mehreren Tagen tot sein müsste."
Sie fand die richtigen Worte, denn seit Stunden fokussierte sich sein Blick das erte Mal wieder auf einen Punkt: Ihr Gesicht.
"Selbst, wenn du Verano nicht wieder zum Leben bringen können solltest, wenn alle Mühen vergebens sein sollten, solltest du dir klar machen, dass du seinen Körper nach Hause überführt hast, und das, obwohl es ihn fast ans andere Ende des Kontinentes verschlagen hatte. Ich weiß nicht, wie viel das in eurer Familie gilt, aber wäre es mein Vater, ich wüsste, er wäre dankbar dafür."
Für einen kurzen Moment drohten ihre Augen feucht zu schillern, denn selbst nur die Vorstellung hatte etwas Bedrückendes für sie, aber es war ihr im wahrsten Sinne des Wortes todernst, das war in jeder Silbe zu hören. Sie zwang Leon mit sanfter Gewalt, sie anzusehen und auch er schluckte schwer. Seine Augen glänzten, zwar noch nicht silbern wie früher, aber doch von Tränen der Rührung.
"Und mit seinem Körper geflogen kommt sein Sohn. Und es spielt keine Rolle, ob deine Magie taugt oder nicht - das wird sich finden... Wichtiger ist, dass DU geeignet bist und dich hinter nichts und Niemandem verstecken musst! Du hast ein sorgfältig geschultes und ein geprüftes Herz, das unterscheiden kann, was Gut und was Böse ist, und du hast einen exzellenten und ebenso fähigen Kopf, der abwägen kann, was richtig und was falsch ist - und was das Beste für alle ist. Du hast das Richtige getan, als du Elli geholfen hast. Du hast das Richtige getan, als du hinter dem 'Roseneck' eine unbequeme, aber wichtige Entscheidung getroffen hast"
, sprach sie den Moment an, als Leon angesichts von Morgherias Hauch die Quarantäne verhängte,
"Du hast das Richtige getan, als du dich entschlossen hast, der Spur dieser fürchterlichen Seuche zu folgen, statt in Serna bloß im Lazarett auf neue Kranke zu warten. Und du hast das Richtige getan, als du eine arme, verlorene Knappin eben nicht verloren gabst. Als du deinen Vater nicht verloren gabst."
Sie zog sein Gesicht so nahe, dass ihre Nasenspitzen sich fast berührten. Er folgte ihren Bewegungen. Ihre Stimme indes wurde ein sanftes Flüstern, das seine Ohren streichelte:
"Selbst, wenn du ein mal irren, ein mal nicht die beste aller Entscheidungen treffen solltest... du hast Herz, Verstand und Willen, eben das Beste zu tun, was im Moment gerade möglich scheint.
Und darum geht es doch"

, beschwor sie ihn und entdeckte in den Tiefen seiner Seelenspiegeln den aufkeimenden Funken von Hoffnung, der schon verloren geglaubt war.
"Und das reicht vollständig aus.
Ich habe dich gesehen...
und ich vertraue dir."

Sie küsste ihn.
Ein furchtbarer Moment der Stille und vollkommener Reglosigkeit folgte. Seine fast leblosen Lippen waren zu kalt für ihn und doch... Langsam rollte ein Zittern durch seinen Leib und kündigte die Welle vergessener Emotionen an, die dann über sie hinweg schwappen sollte. Leons Hände hoben sich, eine unter ihre weiche warme Haarmähne im Nacken und die andere auf ihren Rücken, wo sie sie an ihn pressten, wie ein Ertrinkender, der Rettung suchte. Hatte sie sich schon mal geküsst? Wenn ja, dann nie so! Verzweiflung lag in seinem Kuss. Es war als müsste er sich an ihrer Stärke nähren, sich an ihr festhalten und Darna war nur zu bereit ihm zu geben was er brauchte um diese Leere zu füllen. Sein ausgemergelter Körper schien förmlich über sie herfallen zu wollen und seine Arme rissen sie aus ihrem Stuhl. Er hatte sich mit ihr erhoben und einen kurzen Moment taumelten sie an der Kante zum Bett. Seine Hände waren überall und Darnas Blut begann unwillkürlich zu kochen. Doch diese Hitze schien ihn nicht zu schrecken, sondern zu nähren. Pure Leidenschaft lag in diesem Moment. Leon war leicht in die Knie gegangen, denn noch immer war er ein klein bisschen größer als sie und presste sich mit jeder Faser seines Körpers an sie. Hungrig kosteten seine Lippen die ihren und seine Zunge glitt wie ein Dieb in sie, räuberte sie aus und hinterließ einen wohligen Geschmack von Honig in ihr. Ach ja, das hatte er zuletzt gegessen: Honiggebäck. Die Zeit stand diesen kleinen Moment still und fast hätte er wohl jede Kontrolle über sich verloren, doch dann geriet der Taumel ihrer Leidenschaft zu nah ans Bett und sie stolperten. Leon riss sie mit sich und sie landeten dort, wo sie vor neun Tagen aufgehört hatten. Wild umschlungen, presste der Schaukler die Luft aus seinen Lungen und kurz trennten sich ihre Lippen. Das war der Moment, in dem er die Augen auf riss und... Mist! Er hielt sie, aber...
„Entschuldigung.“
Seine Lieder zuckten und er wurde sich der Situation gewahr. Ein weiteres Blinzeln folgte und der Moment der Leidenschaft machte Kontrolle platz.
„... ich kann nicht... ich will dich... nicht SO....“
Wieder dieses Flattern seiner Lieder, das zeigte, wie nah er noch am Abgrund seiner Selbstbeherrschung stand. Zwischen seinen Worten stand in kleinen Lettern eine andere Botschaft:
Ich will dich, aber ich könnte mir nicht verzeihen, dich zu entehren wenn ich doch morgen gehe.
Da war er wieder, IHR Leon. Stets auf ihr Wohl bedacht. Etwas gehemmt, aber auch großherzig. Vorsichtig schob er sie etwas auf Abstand, so dass ihre Lippen etwas Raum zum atmen gewannen. Die Beule in seiner Hose zeigte deutlich, wonach sein Körper strebte, aber sein Hirn sich nicht erlaubte. Das ewige Spiel dieser Zerrissenheit gipfelte genau in diesem Moment. Leon wollte sie, aber ließ nicht zu, dass er sie auf ein Abenteuer für eine Nacht degradierte. Dafür war sie ihm zu wichtig.
Doch wie dachte Darna darüber? Ihr Körper war da vielleicht mit dem seinen garnicht so uneins, wie er vielleicht annahm. Aber auch sie hatte eine strenge Erziehung genossen. Konnte sie ganz aus ihrer Haut?
Und plötzlich war da auch noch dieses neugierige Gefühl in ihrem Hinterkopf, wie eine Frage, ob Varukaaz vielleicht mitspielen könnte? Der Schwall an Emotionen hatten ihn geweckt.
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Re: Der Drachnzahn und seine ersten Gäste

Beitrag von Darna von Eibenau » Freitag 11. Dezember 2020, 13:56

Sie küsste ihn.
Ein furchtbarer Moment der Stille und vollkommener Reglosigkeit folgte. Seine fast leblosen Lippen waren zu kalt für ihn und doch... Langsam rollte ein Zittern durch seinen Leib und kündigte die Welle vergessener Emotionen an, die dann über sie hinweg schwappen sollte.

Sie hatten sich schon öfters geküsst, doch noch nie so! Dieses Mal schienen ihre Rollen vertauscht zu sein und in ihm, nicht in ihr, lagen verzweifeltes Verlangen und ein Urtrieb, dass er sie brauchte. Nur zu gerne war sie bereit, ihm alles zu geben, damit er sich wieder wohl fühlte, damit sie diese kalten Glieder bis ins Innerste wärmen und ihm Selbstvertrauen und Kraft, Lebendigkeit geben durfte. Innerlich gluckste sie glücklich, während sie seine Zunge an ihrer und seine Hände in wildem Eifer über ihre Haut tasten fühlte, dass es ihr selber wohlige Schauder durch den Körper zu jagen begann.
'Gefalle ich dir?' - diese innere Frage und auch der damit verbundene leise Zweifel waren erledigt. Sein Verhalten war eine mehr als eindeutige Antwort. Darna brummte wohlig; und ein bisschen wie ein Bär, der sich gerade von seinem gemütlichen Lager erhob, weil er hungrig war. Mmh, er schmeckte auch tatsächlich lecker... sie erwiderte das Küssen noch eine Spur intensiver und ihre Hand vergrub sich in den Haaren an seinem Hinterkopf, um ihn ja nicht weg zu lassen. So verzweifelt, wie er sich gebärdete, hatte sie das Gefühl, die Kontrolle darüber zu haben, was sie mit ihm tat und zuließ - und fing schnell an, es zu genießen.
Gemeinsam fielen sie aufs Bett und sie lachte fast, als sie sein Gewicht auf sich spürte und die weiche Matratze unter sich. Endlich hatte sie ihn! Ich schulde dir was..., dachte sie durch und durch anrüchig in der Erinnerung, wie sie ihr letztes Liebesspiel frühzeitig unterbrochen hatte, und fühlte genüßlich, wie ihre Ohren und ihr Gesicht glühten! Ob ihre Augen es auch taten? Sie sah ihn so verlangend an, als könne sie ihn auf der Stelle mit Haut und Haaren verschlingen! Ihr rechter Schenkel hatte sich hinten über sein Bein geschlungen und hielt ihn fest. Ihre Handgelenke lagen überkreuzt hinter seinem Nacken.

Aber der unkontrollierte Fall hatte einen Fitzel Luft zum Denken in Leons Gehirn gepustet. Er fand Gelegenheit zum Reden, auch wenn seine Worte ihm nicht so recht zu gehorchen schienen:
„Entschuldigung.“
„... ich kann nicht... ich will dich... nicht SO....“

Er konnte nicht?! So wahrheitsliebend er sonst war, dieses Mal glaubte sie ihm nicht so recht!
"Du willst mich nicht so?", wisperte sie rauchig zurück und war dabei selber beiläufig ein bisschen über ihre Stimme überrascht, aber vielmehr grinste sie innerlich frech, dass es sich in einem vertieften und gehobenen linken Mundwinkel widerspiegelte. Sie hatte ihre Worte so fließend ausgesprochen, dass sie den Sinngehalt transportierten, er würde sie nicht sonderlich begehren? Sie wand sich ein wenig unter ihm und unter anderem rieb ihr linker Oberschenkel dabei seitlich an der Beule in seiner Hose entlang. So erfahren zielgerichtet konnte sie noch gar nicht sein! Das musste teils Zufall und der ohnehin gegebenen körperlichen Nähe geschuldet sein, aber das änderte nichts an dem Effekt der Berührung.
"Das glaub ich dir irgendwie nicht..", raunte sie frech und saugte genüßlich jede Reaktion von ihm in sich auf. Dieses Biest! Ihr Atem umhüllte sein Gesicht wie eine warme Wolke, während sie ihn mit leicht glasig verträumtem Blick und einem lasziven dreisten Lächeln ansah.
Dann, von einem Lidschlag auf den anderen, wurde sie doch ernster, ihr Blick kurz bohrend fokussierter und dann doch wieder weich, während sie sich an seinem Nacken hoch zog, um ihm Worte ins Ohr zu raunen, die wie warmer Sirup in sein Hirn tropften:
"Es gibt nur einen Grund, aus dem du dich zurück halten müsstest:
Wenn ich in deinem Ansehen sonst sinke.
...
Alles andere... ist mir vollkommen egal." Ihre Stimme schickte Rauch durch seinen Körper. Er spürte, wie sie sich in seinen Halt sinken ließ. Ob er überhaupt noch denken konnte? Ihre Fingerkuppen strichen hinter seinem Ohr entlang. Sie registrierte gar nicht bewusst, dass sich ihr Becken von Zeit zu Zeit seinem entgegen hob. An ihren Zähnen sammelte sich Speichel, während ihre Lippen weich geöffnet blieben. Je länger sie sein Gewicht auf sich spürte, desto mehr war sie sich zum Schluss nicht einmal mehr sicher, ob selbst ihr eigener Einwand ihr noch etwas bedeutete.
Alles andere, das wusste sie im Innern, zählte nicht mehr für sie.
Neroli war ihr egal.
Das Urteil ihres Vaters und ihrer Mutter hatte keine Gewalt mehr über sie.
Es täte ihr leid, sie zornig über sich zu sehen, aber die Fesseln ihrer Familie hatte sie abgestreift. Was zählte, war die Meinung ihrer Gefährten hier in Drachma, und deren Wohlwollen hatte sie gespürt, als sie einhellig erklärten, wie kurz für einen Drachen die Strecken für einen Besuch waren. Und zu lieben, schien hier etwas selbstverständliches.
Sex ist ein Grundbedürfnis, hatte Freizul lapidar erklärt und damit doch irgendwie Schranken in ihr nicht nieder gerissen, sondern einfach beiseite gelegt.
Was macht ihr da?, schien Varukaaz zu fragen und sie fühlte ein neugieriges Gefühl in ihrem Hinterkopf wie eine Frage, ob er vielleicht mitspielen könne?
Sie schmunzelte beiläufig. Nein, mitspielen konnte er nicht; so wenig, wie sie vorhin im Hof hatte mitspielen können, als Ignizor und Plau'Ren ihn durch die Gegend gekullert hatten. Sie hatte daneben gestanden, genossen, wie er sich freute und ihn in Ruhe gelassen. Jetzt... 'spielten' die Menschen miteinander, und der kleine Drache konnte dazu nicht wirklich etwas beitragen. Außer das Wohlgefühl genießen. Darna dachte in Bildern und Gefühlen und empfahl ihm, sich an Ignizor zu kuscheln und zu genießen, dass es Mama gut ging.
Ob er 'mitspielen' konnte... nun ja... Ihre Aufmerksamkeit richtete sich wieder mehr auf Leon. Ein Wunschimpuls von ihr war, Leon bis in seinen hintersten Winkel hinein wohlig zu wärmen, die goldenen Fluten, die sie in ihm kennen gelernt hatte, wieder zum Fließen zu bringen, und sie dachte kurz an diese magischen Funken in Varukaaz' Rachen, in die sie ihre Hand getaucht hatte...
Gleichzeitig war sie sich bewusst darüber, dass ihre Bindung noch nicht in beide Richtungen geschlossen war. Er war kaum mehr als ein Baby. Und sie hatte so gut wie keine Erfahrung darin, wie sie seine Unterstützung in Anspruch nehmen konnte, wollte nichts von ihm verlangen. Ihr schwante, dass dergleichen sogar für irgendwen gefährlich werden konnte, wenn man so etwas erzwang.

Aber so, wie sie sich vertrauensvoll in Leons Hände gelegt hatte, so ließ sie ein kleines Türchen in ihrer Verbindung mit Varukaaz "offen" und vertraute auch letztlich in sich selber, dass sie Impulsen, die allen gut taten, als solche erkennen und dann auch zulassen konnte.

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Re: Der Drachnzahn und seine ersten Gäste

Beitrag von Erzähler » Sonntag 20. Dezember 2020, 13:24

"Du willst mich nicht so?"
, wisperte sie rauchig zurück. Sie wand sich ein wenig unter ihm und unter anderem rieb ihr linker Oberschenkel dabei seitlich an der Beule in seiner Hose entlang. Der Effekt der Berührung kam prompt und Leon stöhnte leise auf, was seine Lüge noch mehr untermauerte.
"Das glaub ich dir irgendwie nicht.."
, raunte sie frech und saugte genüsslich jede Reaktion von ihm in sich auf. Dieses Biest! Ihr Atem umhüllte sein Gesicht wie eine warme Wolke, während sie ihn mit leicht glasig verträumtem Blick und einem lasziven dreisten Lächeln ansah. Fast hätte er sich in diesem Moment fallen lassen, emotional wie auch körperlich, doch dann, von einem Lidschlag auf den anderen, wurde sie doch ernster, ihr Blick kurz bohrend fokussierter und dann doch wieder weich, während sie sich an seinem Nacken hoch zog, um ihm Worte ins Ohr zu raunen, die wie warmer Sirup in sein Hirn tropften:
"Es gibt nur einen Grund, aus dem du dich zurück halten müsstest:
Wenn ich in deinem Ansehen sonst sinke.“

Er stockte und man sah ihm fast die Zahnräder an, die da in seinem Kopf arbeiteten und versuchten ineinander zu greifen. Seine Antwort kam sofort und unverfälscht:
„Das könntest du nie... aber...“
„Alles andere... ist mir vollkommen egal."

Ihre Stimme schickte Rauch durch seinen Körper und sie sank in seine Arme, was jeden weiteren Gedanken in ihm tötete. Ihre Fingerkuppen strichen hinter seinem Ohr entlang. Sie registrierte gar nicht bewusst, dass sich ihr Becken von Zeit zu Zeit seinem entgegen hob. Je länger sie sein Gewicht auf sich spürte, desto mehr war sie sich zum Schluss nicht einmal mehr sicher, ob selbst ihr eigener Einwand ihr noch etwas bedeutete. Alles andere, das wusste sie im Innern, zählte nicht mehr für sie. Seine Verlobte Neroli war ihr egal. Das Urteil ihres Vaters und ihrer Mutter hatte keine Gewalt mehr über sie. Es täte ihr leid, sie zornig über sich zu sehen, aber die Fesseln ihrer Familie hatte sie abgestreift. Was zählte, war die Meinung ihrer Gefährten hier in Drachma, und deren Wohlwollen hatte sie gespürt, als sie einhellig erklärten, wie kurz für einen Drachen die Strecken für einen Besuch waren. Und zu lieben, schien hier etwas selbstverständliches.
Sex ist ein Grundbedürfnis, hatte Freizul lapidar erklärt und damit doch irgendwie die Schranken in ihr nicht nieder gerissen, sondern einfach beiseite gelegt.
Was macht ihr da?
, schien Varukaaz zu fragen und sie fühlte ein neugieriges Gefühl in ihrem Hinterkopf wie eine Frage, ob er vielleicht mitspielen könne? Sie schmunzelte beiläufig. Nein, mitspielen konnte er nicht; so wenig, wie sie vorhin im Hof hatte mitspielen können, als Plau'Ren ihn durch die Gegend gekullert hatten. Sie hatte daneben gestanden, genossen, wie er sich freute und ihn in Ruhe gelassen. Jetzt... 'spielten' die Menschen miteinander, und der kleine Drache konnte dazu nicht wirklich etwas beitragen. Außer das Wohlgefühl genießen. Darna dachte in Bildern und Gefühlen und empfahl ihm, sich an Plau'Ren zu kuscheln, deren Nähe sie durch ihn spürte und zu genießen, dass es Mama gut ging.
Ob er 'mitspielen' konnte... nun ja... Ihre Aufmerksamkeit richtete sich wieder mehr auf Leon. Ein Wunschimpuls von ihr war, Leon bis in seinen hintersten Winkel hinein wohlig zu wärmen, die goldenen Fluten, die sie in ihm kennen gelernt hatte, wieder zum Fließen zu bringen, und sie dachte kurz an diese magischen Funken in Varukaaz' Rachen, in die sie ihre Hand getaucht hatte, den sie entnommen hatte und in sie hinein gesickert war. Sie vertraute auch letztlich in sich selber, dass sie Impulsen, die allen gut taten, als solche erkennen und dann auch zulassen konnte. So kam es, als Leons Lippen sie das nächste Mal berührten, dieser Funke von ihr zu ihm über ging. Darnas Herz war groß und würde noch viel Feuer in sich sammeln können, aber sie gab auch gern und so gab sie ihren ersten Funken Magie dem Mann, der sie gerade so viel mehr brauchte.
Und seine Reaktion war mitreißend!
Na Hallo! DA wurde aber jemand schlagartig wach! Der Druck zwischen ihren Beinen nahm schlagartig zu und fühlte sich wundervoll an. Sein Kuss glühte vor Leidenschaft und er presste sein Becken gegen ihres, wo nur noch dünne Stoffbahnen sie vor der Vereinigung trennten. Ihr Köper reagierte auf das Echo seiner Leidenschaft und brannte lichterloh. Als er dann doch Luft holen musste und auf sie nieder starrte, da glomm auch wieder dieses flüssige Silber in seinen Augen. Sie hatte das getan! Sie! Darna, das graue Mäuschen! HA! Fast hypnotisch drang sein Blick in ihre Seele um zu fragen: Was machst du nur mit mir?! Hatte sie darauf eine Antwort? Ja, sie gab ihm Lebendigkeit, Magie, ihr Feuer, Lebenslust und ihre Liebe! Und vielleicht noch mehr? Leon stützte sich mit einem letzten Rest an äußerst wackliger und maroder Selbstkontrolle neben ihrem Kopf auf und sein Gesicht schwebte direkt über ihrem:
„Ich will dich!...“
Seine Stimme war so rau, dass es an ihrer Selbstbeherrschung kratzte. Sein Körper nagelte sie unter sich fest. Diese Schwere auf ihr fühlte sich jedoch so gut an!
„Ich habe dieses Bild im Kopf... das ich dich nehme... dich liebe... dir ALLES von mir gebe...“
Das klang doch gut! Warum fing er nicht damit an?
„...dass wir uns lieben und...“
Worauf wartete er noch?!
„...ich dann doch am Ende meinen Pflichten erlege und du dadurch nur meine Geliebte bleibst.... meine Mätresse... und ...“
Er schluckte schwer und hasste es ihren Namen zu erwähnen.
„...Neroli mein Weib wird, weil es so bestimmt war.“
Seine Leidenschaft kämpfte mit seinem Gewissen. Ein Gewissen, dass sie früher auch einmal gehabt hatte für Ehre, Anstand und Pflichtgefühl. Nur hatten sich bei ihr die Ziele verändert.
„Das wäre das schlimmste was passieren könnte! ...und das sich Protho vielleicht in dich verguckt...“
Den letzten Teil des Satzes hatte er leiser gesprochen. Da was wohl jemand eifersüchtig.
„Es gibt viele arrangierte Ehen. Mit Geliebten...“
Er schluckte noch einmal.
„Wäre das für dich... akzeptabel?“
Nein, sie würde nicht in seinem Ansehen dadurch sinken! ER hatte einfach nur Angst, dass das Leben drum herum ihr nicht genügen würde! DAS ließ ihn zögern. Aber konnte sich Darna als „Geliebte“ damit begnügen, ihn ab und an zu sehen und sonst ihren Pflichten in Drachma nachgehen? Auf gewisse Weise gab ihr dieser Status sogar eine Freiheit, die sie in einer Ehe mit Leon niemals gefunden hätte. Vielleicht klang „Geliebte“ ja gar nicht so schlecht? Sollte es vielleicht so sein? Leons Blick war verhangen vor Lust, aber vielleicht war es auch der Funke gewesen, der ihn wieder zu dem Mann erweckt hatte, in den sie sich verliebt hatte. Da war er wieder! Leon, der sich um sie sorgte, aber sie auch als gleichberechtigt respektierte, wie es noch nie ein Mann getan hatte... außerhalb Drachmas. Ja, auch Protho war ein Mann in den man sich leicht vergucken könnte... und als Geliebte war sie frei ihre Grundbedürfnisse zu leben mit wem sie wollte. Jetzt war sie eine starke Frau! Sie konnte in Zukunft selbst entscheiden. Doch Leon... er konnte das nicht.
Deshalb ließ er ihr die Wahl.
Willigte sie ein, so würde diese Nacht wohl unvergesslich werden. Eine von vielen die später noch folgen würden, sobald er verheiratet und sie einen Drachen zum reiten hätte um ihn zu besuchen... „heimzusuchen“ würde auch gut passen. Oder sie entließ ihn aus ihrem Feuerkreis, löschte ihre Glut und sparte sich auf, für einen besseren Moment, einen anderen Ort, oder vielleicht sogar einen anderen Mann. Es lag bei ihr.
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