Ein Hauch zu tief, aber doch richtig.

Weit unter Morgeria befindet sich dieses geheime Tunnelsystem. Nur wenige kennen es und noch weniger finden jemals wieder heraus. Es sollen gefährliche Wesen den Untergrund bewachen, doch gesehen hat sie noch niemand.
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Ein Hauch zu tief, aber doch richtig.

Beitrag von Erzähler » Sonntag 5. April 2020, 11:09

(Kazel und Janay kommen von: Zeltaufbau am Rande des Neldoreth)

...etwas sehr privates und auch magisches. Es war ein bisschen so, als würde die Welt für einen Wimpernschlag sich um sie herum auflösen und aus ihren geheimsten Wünschen wieder zusammen setzen, denn plötzlich waren sie allein. Nichts anders außer der Berührung, dem leichten Brennen der Seife auf seiner frisch tätowierten Haut zählte noch. Sie sahen einander tief in die Augen und die Welt drum herum versank in einen Meer aus Farben. Sie zerfloss und Formen verblassten, als würde jemand Seifenschaum über ein frisches Gemälde laufen lassen.
Bemerkten die beiden Streithähne/Liebenden überhaupt was um sie herum geschah?
Nein, noch nicht... Zu sehr waren sie gerade von einander eingenommen. Zu sehr zog der Magnet ihrer Zuneigung sie zueinander. Sie gehörten zusammen und umkreisten einander wie die Gestirne. Sterne wanderten am Rande ihrer Wahrnehmung gleich dem Firmament um sie, oder waren es nur Glühwürmchen an der Decke einer unterirdischen Höhle? Sie standen noch immer im Wasser, doch ihre Welt hatte sich verändert, ohne das sie es bemerkt hatten.

Fern fern an einem anderen Ort sah Elorin von einem ihrer Bilder auf, strich sich über den kleinen Kinnbart und murmelte:
„Zu schnell, zu unbedarft... aber doch ...nun endlich ...richtig!“
Sie lächelte und legte das Bild einer Höhle beiseite. Die Decke war übersät mit tausenden kleiner Lichtpunkte und sie spiegelten sich in dem kleinen Bach, der zwischen den Baumähnlichen Stalagmiten sich entlang wand.
„Ich hoffe, du findest was du suchst, Sturmadler! Pass gut auf deine Familie auf. Ihr seid nun auf dem Weg.“
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Re: Ein Hauch zu tief, aber doch richtig.

Beitrag von Kazel Tenebrée » Sonntag 12. April 2020, 19:44

Wie sonst hätte Janay das Verhalten ihres Gegenübers deuten sollen? Noch dazu, da sie ihn bereits am Vorabend gesehen hatte, als die schöne, aber bestialisch stinkende Elfe ihn mit ihrem Erscheinen verzaubert hatte. Janay musste zwangsläufig davon ausgehen, dass Kazel im Abklingen seines Katers zunächst Eri'una überhaupt nicht bemerkt hatte. Und nun entdeckte er sie, noch dazu nackt. Es konnte nicht anders sein. Welcher Mann würde nicht darauf reagieren?! Und wenn Kazel es sich eingestand, dann hatte sein Bewusstsein die Elfe am Rande doch irgendwo wahrgenommen, denn an zentraler Körperstelle regte sich etwas. Die Kälte des Bachlaufs hingegen half ihm, die Zeichen nicht allzu deutlich zur Schau zu stellen und letztlich war da noch die Erkenntnis über Janays Liebesgeständnis, die ihm nun endlich lange genug durch sämtliche Hirnwindungen gedrungen war, dass auch er sie begreifen konnte.
Was kümmerten ihn also die nackte Elfe oder seine natürlichen Reaktionen darauf? Janay stand vor ihm und er musste ihr endlich ebenso begreiflich machen, dass er zum einen verstanden hatte und zum anderen gleiche Gefühle für sie hegte. Er ging überhaupt nicht mehr auf den Versuch ein, sich zu rechtfertigen. Es war auch nicht nötig. Sein Lächeln, seine Aussprache, all das schien Janay doch irgendwie zu überrumpeln oder zumindest für einen Moment aus der Fassung zu bringen. Doch Kazel war es ernst, also verunsicherte ihn ihre Reaktion nun nicht.
"Du hast Recht", erwiderte er schließlich und streckte die Hand nach ihrem Kinn aus. Sanft versuchte der Mischling ihr Gesicht wieder seinem zuzudrehen. "Ich will's nicht wissen, aber ich werde es auch nicht erfahren - wenn du mich bleiben lässt." Aber da habe ich keine Bedenken. Schließlich bist DU mir nachgereist, obwohl ich dich an einem sicheren Ort lassen wollte, fernab von Krieg und unseren dunklen Verwandten. Fernab vom Anblick, wie ich vielleicht wieder töten müsste. Das sprach Kazel nicht aus. Er bekam auch keinerlei Gelegenheit dazu, denn Janay war er noch nicht sauber genug. Oder aber sie nutzte es als Vorwand, um ihn eben nicht weiter anzusehen und sich die Blöße zu geben, die Kazel als unsagbares Glück empfand. Ich werde Vater ... Eine Gänsehaut überzog ihn, es prickelte und juckte. Es knisterte irgendwie ... auf seiner Brust. Er starrte herunter, als Janay über das Hautbild schrubbte. Ein Ziepen gesellte sich ob der empfindlichen Haut hinzu, aber auch irgendein Unbehagen. War mit dieser Tätowierung nicht noch eine wichtige Sache, an die er hätte denken sollen?
Unwichtig. Schau lieber wie süß sie ist! "Ja", raunte Kazel als Antwort auf seinen eigenen Gedankengang. Er hinderte Janay nicht daran, ihn zu waschen. Das Ziepen und das seltsame Ziehen störten ihn nicht. Ihm war auch überhaupt nicht kalt, jedenfalls nicht für den Moment. Das Herz in seiner Brust hämmerte kräftig gegen die eingeschäumte Haut und versetzte all sein Blut in Wallung. Nicht mal ein Tuch für seine Lenden und ebenso wenig das Eiswasser konnten nun verdecken, wie sehr er Janay in diesem Moment begehrte.
Mit der Nasenspitze näherte er sich ihrem Gesicht, strich an ihrer Wange entlang und sog den Duft ihrer Haut ein. "Ich würde dich gern küssen", murmelte er dabei, verzichtete aber darauf. Den Mund hatte Kazel sich nämlich noch nicht ausgespült und langsam dämmerte ihn, dass es Janay nur unangenehm sein könnte, diesen vergorenen Geschmack von seinen Lippen zu schmecken. Das wollte er ihr nicht antun. So strich er ihr nur über den Kopf. Kleine, aber nicht minder liebevolle Gesten wie ein Kuss sie hätte entfachen können. Er empfand tiefe Zuneigung für diese Elfe, wenngleich ein Großteil davon sich zunächst auf ihre körperlichen Reize bezog. Sie kannten im Grunde einander einfach noch zu wenig, aber sie weckte in ihm einfach den Wunsch, ihr nahe zu sein. Das ungeborene Leben unter ihrer Brust trug seinen Teil dazu bei, war aber nicht alleiniger Faktor.
Langsam löste Kazel sich wieder von Janay. "Ich wasche mich fertig, dann ... wir machen langsam", fügte er an, als er spürte, dass sein Körper noch immer nicht auf Hochtouren lief - jedenfalls nicht überall. Es wäre nicht schlecht, sich mit dem weiten Elfennachthemd zu bedecken, wobei er das gleich mit waschen könnte. Kazel sah sich um und dann stutzte er. Wo war der Bach hin, wo der Wald und wo Eri'una, die stinkend schöne Elfe?
"W-wo sind wir?"
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Re: Ein Hauch zu tief, aber doch richtig.

Beitrag von Janay » Montag 13. April 2020, 21:58

Bis auf die drei Tatsachen, dass die andere Elfe nackt in Kazels Nähe stand, ihr Gestank nicht zu ihnen hinüber wehte und er sie wahrscheinlich begehrlich angestarrt hatte, hatte sie deren Anwesenheit schon wieder vergessen. Und selbst wenn nicht, hätte es sie wohl kaum dabei aufgehalten, dem Mischling einen Satz heißer Ohren für seine Blicke und sein Interesse zu verpassen.
So jedoch war sie völlig auf ihn fixiert und wollte sich gleichzeitig nicht eingestehen, warum sie sich so verhielt. Damit nicht genug, kam er immer näher und konfrontierte sie mit dem, was sie gesagt hatte, ebenso wie mit seiner Haltung dem Wachstum in ihrem Bauch gegenüber.
Das wiederum machte sie verlegen und führte dazu, dass sie sich erst recht nicht besann, sondern ihn kurzerhand kräftig einseifen wollte. Vorgeblich natürlich, damit er endlich diesen Gestank los wurde, in Wahrheit allerdings eher, um nichts darauf sagen zu müssen, was sie noch mehr in Bedrängnis gebracht hätte. Wenigstens erinnerte er sich derzeit nicht an die Sache mit ihrem Beruf...
Die Kehle drohte ihr gerade eng zu werden, als sie das Gefühl hatte, dass ihr eine Spur weit schwindelig wurde. Nicht ausreichend, um sie aufzuhalten, aber genug, um ihr ein irritiertes Blinzeln zu entlocken. Gefolgt von einem verdächtigen Brennen, sodass sie sich hastig mit dem Handrücken ihrer unbenutzten Linken über die Lider rieb.
'Fang jetzt ja nicht an zu flennen, weil er dich noch nicht weggestoßen hat! Das kommt noch, sobald er daran denkt, was du ihm noch alles gesagt hast!', mahnte sie sich selbst. Trotzdem musste sie noch einige Momente gegen die aufsteigenden Tränen ankämpfen, die ihr zu kommen drohten.
Es wäre einfach zu schön, um wahr zu sein, wenn er weiterhin bei ihr bleiben wollen würde! Janay freute sich darüber, ihr Herz klopfte auch wie wild, und gleichzeitig hatte sie genauso Angst davor, weil sie keine Erfahrung damit hatte. Ihre Eltern waren definitiv kein sonderlich gutes Beispiel an liebevollem Zusammenleben gewesen und in den letzten Jahren hatte sie in einer Welt aus Lug, Trug und Verführung gelebt, die in vielen Dingen lehrreich gewesen war, nur nicht in Hinsicht auf eine Beziehung. Oder gar die Elternschaft, aber das würde schließlich noch etwas dauern, bis sie sich tatsächlich damit beschäftigen müsste.
Somit schrubbte sie lieber auf ihm herum, als wolle sie ihm die Tätowierung wieder abwaschen, die er ihr seit diesem Morgen präsentierte, und ignorierte das Kribbeln auf ihrer Kopfhaut, weil er sie dabei beobachtete. Irgendwann, sie wusste es nicht, hatte sie anscheinend die Seife in die linke Hand gewechselt und mit dem Waschen vorläufig aufgehört, denn sie spürte das Hämmern in seiner Brust gegen die Fläche ihrer Rechten, die sie darüber gelegt hatte.
Wurde sie jetzt etwa doch noch unnötig sentimental?! Ja, er hatte ihr gesagt, dass er bei ihr bleiben wollte, und er hatte sich zumindest an das erinnert, was sie über ihre Gefühle geäußert hatte. Aber sobald ihm auch der Rest bewusst werden würde...
Das Streicheln seiner Nasenspitze holte sie aus ihren Gedanken und ließ sie unwillkürlich leicht aufzseufzen. Ihre Lider begannen sich zu senken und ihr kam derselbe Gedanke wie ihm, bis er diesen aussprach. Denn dabei bemerkte sie seinen Atem und der war eindeutig noch nicht sonderlich einladend.
Dennoch wich sie nicht vor ihm zurück, sondern reckte sich, um ihre Lippen nah an sein Ohr zu bringen. "Erst, wenn ich dich gründlich gewaschen habe!", raunte sie ihm mit einen Hauch von ihrem rauen Timbre zu, das sie sonst bei Kunden einsetzte, die sie für sich gewinnen wollte. Nur mit dem Unterschied, dass es dieses Mal unbewusst geschah.
Denn bestimmt hatte er es nicht verdient, dass sie sich ihm jetzt hingab, nachdem er diese andere Elfe angestarrt hatte! Doch ein wenig um den Finger wickeln, konnte sie ihn ja schon...
Während er ihr über das Haar strich, konnte sie es sich nicht verkneifen, bei dieser Gelegenheit sein Ohrläppchen anzuknabbern. Nicht fest und nur kurz, allerdings hoffentlich mit dem gewünschten Effekt, dass er gar nicht mehr auf die Idee kam, noch jemand anderes als sie haben zu wollen.
Dennoch wollte sie ihn nicht dazu bringen, sofort über sie herzufallen, weil sie befürchtete, es wäre so schnell vorbei wie bei ihrem ersten Mal. Dass sie Beobachter hätten, wäre ihr hingegen gleichgültig gewesen, so etwas kannte sie schon. Also ließ sie es zu, dass er sich von ihr löste, und musste sich mit einem kleinen Grinsen auf die Unterlippe beißen.
Sein Bedürfnis nach Langsamkeit schob sie auf die Erinnerung an ihre erste intime Begegnung und nicht auf seinen Kater, sodass es sie amüsierte. Schließlich kannte sie genug Männer, die genau das versucht hatten und kläglich gescheitert waren. Und da Kazel noch sehr unerfahren war, vermutete sie stark, dass es bei ihm ganz ähnlich wäre. Vor allem, wie ihr Blick auf sein bestes Stück ihr zeigte, das schon längst bereit für dieses Unterfangen wäre.
Während die junge Frau noch überlegte, wie sie weiter vorgehen sollte, holte er sie abrupt aus ihrer Gedankenwelt. Blinzelnd sah sie zu ihm hoch und verstand erst danach den Sinn seiner Worte. Verwundert drehte sie ihren Kopf und merkte nun ebenfalls, dass sich ihre Umwelt erheblich verändert hatte.
"Keine... Ahnung...", kam es langsam über ihre Lippen. Ihr Blick wanderte weiter und irgendwie wurde ihr mulmig zumute.
Schlussendlich sah sie Kazel wieder an, ihre Augenbraue skeptisch erhoben, aber mit deutlicher Verunsicherung in ihrer Mimik. "Was hast du dieses Mal angestellt?", fragte sie, allerdings bei weitem nicht so bestimmt, wie sie es gerne gewollt hätte.
Denn diese Veränderung war ihr definitiv zu unheimlich, um zu ihrer gewohnten Selbstsicherheit finden zu können. Und sie war auch nicht völlig überzeugt davon, dass es wirklich der Mischling gewesen war, obwohl sie sich diese Empfindung nicht erklären konnte.
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Re: Ein Hauch zu tief, aber doch richtig.

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 16. April 2020, 11:17

So schön der zärtliche Moment auch war, wie alles im Leben, verging auch er.
Langsam löste Kazel sich wieder von Janay.
"Ich wasche mich fertig, dann ... wir machen langsam"
, fügte er an, als er spürte, dass sein Körper noch immer nicht auf Hochtouren lief - jedenfalls nicht überall. Es wäre nicht schlecht, sich mit dem weiten Elfennachthemd zu bedecken, wobei er das gleich mit waschen könnte. Kazel sah sich um und dann stutzte er. Wo war der Bach hin, wo der Wald und wo Eri'una, die stinkend schöne Elfe?
"W-wo sind wir?"
Janay hatte noch überlegt, wie sie weiter vorgehen sollte, da holte er sie abrupt aus ihrer Gedankenwelt. Blinzelnd sah sie zu ihm hoch und verstand erst danach den Sinn seiner Worte. Verwundert drehte sie ihren Kopf und merkte nun ebenfalls, dass sich ihre Umwelt erheblich verändert hatte.
"Keine... Ahnung..."
, kam es langsam über Janays Lippen. Ihr Blick wanderte weiter und irgendwie wurde ihr mulmig zumute. Schlussendlich sah sie Kazel wieder an, ihre Augenbraue skeptisch erhoben, aber mit deutlicher Verunsicherung in ihrer Mimik.
"Was hast du dieses Mal angestellt?"
, fragte sie, allerdings bei weitem nicht so bestimmt, wie sie es gerne gewollt hätte.
Denn diese Veränderung war ihr definitiv zu unheimlich, um zu ihrer gewohnten Selbstsicherheit finden zu können. Und sie war auch nicht völlig überzeugt davon, dass es wirklich der Mischling gewesen war, obwohl sie sich diese Empfindung nicht erklären konnte. Vielleicht hallte auch noch die leise Warnung in ihrem Hinterkopf nach, dass Kazel nicht an an seinem frischen Tattoo hatte kratzen sollen. Und was hatte sie gemacht? Ihr Blick fiel automatisch auf seine nahe glatte Brust und in der Seifenschicht zeichnete sich jetzt eine kleine jetzt rosa gefärbte Schaumwolke ab. Es war nicht viel, aber es war Blut geflossen.

Auch Kazels Blick fand vielleicht den kleinen Beweis, dass seine schwarze Feder hatte leiden müssen. Es hatte nicht sonderlich weh getan, dafür war das Bild zu oberflächlich unter die Haut gestochen worden. Trotzdem blutete es nun an einer kleinen Stelle. Warum und wie das nun aber so fatale Folgen gehabt hatte, wie sie plötzlich den Ort gewechselt haben konnten, nun...
Darauf würden sie nun keine Antworten mehr erhalten. Weder Elorin, die Elfe mit dem kleinen Kinnbart, noch einer ihrer Gefährten waren hier. Kazel ahnte vielleicht, dass es Zusammenhänge mit seinem Traum gab, aber so richtig verstehen würde er es wohl nicht mehr. Er und Janay waren nun aber beide in dieser veränderten Realität angekommen und sahen sich um.

Sie befanden sich in einer Höhle, bzw. eher einem Höhlensystem in dem es zum Glück nicht gänzlich dunkel war. Es gab einige fluoreszierende Flechten und Pilz ähnliche Strukturen, die alles in ein leicht grün-bläuliches Licht tauchten. Das Rinnsal, in dem sie standen, es hatte eine Fußrichtung, was auf eine Quelle, bzw. auf eine Mündung schließen ließ. Der Stein war rau unter den nackten Füßen und an manchen Stellen auch irgendwie kantig und von Rillen durchzogen. Kazel stand auf einem losen Brocken, was er im fliesenden Wasser sicher als normal empfand. Irgendwo rauschte es auch leise, was ihre geschärften Sinne wahrnehmen konnten. Außer, dass sie unter der Erde sich befanden, hatten sie noch keinen Anhaltspunkt auf ihren Aufenthaltsort, aber bereits erste Schritte in die ein oder andere Richtung offenbarten, dass die Höhle mehrere Abgänge besaß. Unter anderem, ein Loch, dass tief hinab in absolute Finsternis führte, eine schwer zu erklimmende brüchig anmutendes Spalte in der Decke über ihnen, die vielleicht weiter nach oben führte und diverse Gänge und den Bachlauf, die sich mehr oder weniger horizontal durch den Fels erstreckten. Wonach man eine Wahl treffen sollte, einen Weg zu wählen? Tja, das blieb den beiden überlassen.
Um etwas Licht bei sich zu haben, konnten sie Flechten abreißen, die noch ein wenig nach glommen, solange sie feucht gehalten wurden. Wasser gab es ja auch und vielleicht waren die Pilze sogar essbar? Solange nicht unverhofftes...
… wer auch immer gerade zuerst einen der Gänge untersuchte, der wurde sich allerdings unangenehm bewusst, dass sie vielleicht hier unten doch nicht ganz alleine waren. Schleifspuren deuteten darauf hin, dass sich hier etwas bewegt hatte. Wie lange das her war, war schwer zu sagen, wenn es kaum Luftbewegung oder Staub gab, der sich hätte absetzten können. Aber was viel beunruhigender war, war die Entdeckung, die in einer kleinen Spalte am Rand auf sie lauerte.
Ein aufgebrochener Schädel, mit einigen sehr deutlichen Bissspuren an den Rändern. Dieser schien wenigstens schon eine Weile hier zu liegen, denn er wahr kahl und glatt. Also entweder sehr gründlich abgenagt, oder er lag schon lange genug hier, dass jegliches Fleisch zu Staub zerfallen war. So oder so, der Anblick war motivierend, diesen Ort doch baldmöglichst zu verlassen.

Hatten sie einen Plan, Ideen, oder wollten sie die nähere Umgebung, bzw. ihren Ankunftsort noch einmal genauer erkunden? Beide waren jetzt auf jeden Fall wieder ganz klar und Herr ihrer Sinne, denn eine solche Erfahrung machte man sicher nicht alle Tage. Kazel begann vielleicht ein klein wenig zu frösteln, so ohne Kleidung da es kühl, aber zum Glück nicht eisig kalt war. Janay könnte ihm vielleicht etwas von sich abgeben, damit sein noch halb erfreutes bestes Stück nicht am nächsten Stalagmiten hängen blieb. ...oder auch nicht. Die recht milde Temperatur hier unten ließ entweder auf eine Wärmequelle schließen oder aber die Umgebung war von Hause aus deutlich wärmer als ihr Ursprungsort. Der Geruch verriet leider wenig. Es roch meist kalkig, nach Moos und Stein, nur aus einem der Gänge roch es leicht süßlich und nach Metall.
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Re: Ein Hauch zu tief, aber doch richtig.

Beitrag von Kazel Tenebrée » Montag 20. April 2020, 03:24

So schön der Moment auch war, den sie gerade teilten und so sehr Kazel Janays noch so kleine Liebkosungen wie das Knabbern an seinem Ohrläppchen genoss, verschwand jeglicher Sinn für Romantik bei der Erkenntnis, dass sie nicht länger in irgendeinem Bach standen. Langsam wurde es auch dem Mischling klar. Zu dunkel war die Umgebung und der Geruch ähnelte nicht mehr dem von Frische und Natur. Er kräuselte die Nase etwas und schauderte unbewusst, als ein sanftes Frösteln über seine Haut strich. Das Blut verteilte sich neu, mischte sich mit einer Spur Adrenalin. Dahin waren romantische Gefühle. Sie traten für Vorsicht und Wachsamkeit in den Hintergrund.
Wie kann das sein? Was ... stimmt hier nicht? Nicht einmal Janay vermochte es mit ihrer Frage, ihn zu necken. "Angestellt? Ich ... ich weiß nicht ... war ich das?" Falls ja, wäre es Kazel mehr als Recht gewesen zu wissen, wie er es vollbracht hatte, einen gesamten Wald in dieses Gewölbe zu verwandeln. Immerhin standen sie beide noch im Wasser, aber der Wunsch, sich darin frisch zu machen war ebenso verflogen wie seine Triebe.
Langsam dämmerte es dem Mischling. Er sah an sich herab, auf seine rosa eingeschäumte Brust. "Ich sollte nicht an dem Hautbild kratzen... Waschen hat vielleicht ausgereicht um ... um ... was ist nur passiert?"
Reflexartig schob er einen Arm um Janay, als wolle er sie schützen. Dabei wäre es ratsamer gewesen, wenn er sich erst einmal etwas angezogen hätte. Vollkommen nackt einer unbekannten Gefahr entgegenzutreten, das konnte nicht gutgehen. Kazel schloss seine Augen und lauschte. Dann schnupperte er. Was konnte er aus seiner Umgebung mitnehmen, um sich einen Überblick zu verschaffen. Süßlich ... metallisch ... das riecht wie Tod und Blut. Er hob die Lider wieder an und spähte in die Richtung, aus der er meinte, diese feine Nuance wahrzunehmen. Bei dieser Mischung dachte er sofort an ein asugeweidetes Tier, anschließend blitzten die Bilder seines mordenden Streifzuges udrch das Orklager wieder in seinem Geist auf. Ja, das hatte doch ähnlich gerochen. Wo immer sie sich befanden, sicher war es hier nicht!
Kazel entdeckte den Schädel, der im matten Licht der Flechten und Pilze eine beinahe magisch schimmernde Oberfläche besaß. Er fröstelte wieder, dieses Mal aber nicht aus einem Kältegefühl heraus. "Janay", hauchte er und wollte sie unter keinen Umständen loslassen. "Wo immer wir sind, wir müssen hier weg. Ich schlage vor, wir versuchen, die Quelle des Bachlaufes zu finden." Das hieß, entgegengesetzt der Fließrichtung zu gehen.
Der Mischling riss einen der Pilze von den Wänden. So bemerkte er wenigstens rasch, dass ihr Licht sich nicht ewig hielt. Aber das empfand er als kein großes Problem, denn er hatte ohnehin vor, in regelmäßigen Abständen einige der Pflanzen abzureißen oder umzuknicken. Sie brauchten etwas, um sich zu orientieren. Würden sie an abgeknickten Pilzen oder angerissenen Flechten vorbeikommen, wussten sie zumindest, dass sie im Kreis liefen. Er bereute lediglich, so ungeschützt nackt zu sein.
"Bleib in meiner Nähe und versuch, dich so leise wie möglich zu bewegen. Ich will nichts aufscheuchen." Dass er aber den riskantesten Weg einschlug, wenn er versuchte, den Bachquell zu erreichen, war ihm bewusst. Sofern sich eine Bestie in diesen Höhlen aufhielt, würde auch sie stets nahe bei einer Wasserquelle bleiben und diese Ressource nicht aufgeben. Aber sowohl das finstere Loch als auch der Spalt waren für Kazel keine Option und an irgendetwas mussten sie sich orientieren. Er tappte ein paar Schritte durch das Wasser und zischte, als er im Halbdunkel einen hervorstehenden Stalagmiten streifte. Verletzt hatte er sich nicht, nur für einen Sekundenbruchteil ziemlich erschreckt. "Lass uns versuchen, einen Ausgang zu finden, bevor man uns findet." Wer auch immer sie finden könnte, Kazel wollte es sich gar nicht ausmalen. In letzter Zeit waren nahezu jegliche Begegnungen von Nachteil gewesen, auch die mit den trinkfreudigen Hochelfen. Er war davon überzeugt, dass das Hautbild und der rauschhafte Traum seines übermäßigen Schnapskonsums damit zu tun hatten. Davor waren es die Dunkelelfen gewesen, mit denen er sich hatte herumschlagen müssen und davor war er mit dem Leonidenprinzen mordend durch ein Orklager gezogen. Am besten wäre es, sie begegnetem absolut niemanden hier!
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Re: Ein Hauch zu tief, aber doch richtig.

Beitrag von Janay » Montag 20. April 2020, 10:57

Der Tag hatte für sie schon nicht sonderlich vielversprechend begonnen, nachdem die Nacht nicht das geworden war, was sie hätte werden können. Und auch die Situation beim Wasser hatte nicht dazu beigetragen, diese Stunden rosiger werden zu lassen. Dass es allerdings noch schlimmer werden könnte... damit hatte sie nicht gerechnet. Nun ja, irgendwie schon, jedoch niemals mit dieser Wende.
Wo waren sie und warum waren sie hier? Wie waren sie überhaupt an diesen Ort gekommen? War... war etwa die Heilerin schuld? Gut, Kazel hatte sich über ihre Kleidung erbrochen und das war äußerst unschön, aber dagegen hätte das Waschen allein schon gereicht. Oder war ihr das derart zuwider gewesen, dass sie verheimlichte Kräfte gewirkt hatte? Nur... warum musste sie ebenfalls büßen? Nicht, dass sie dem Mischling nicht erneut nachgereist wäre, um ihm die Ohren lang zu ziehen und Feuer unter seinem Allerwertesten zu mache! Doch sie bestimmte gerne selbst, wo sie sich aufhielt.
Oder... Unwillkürlich musste sie schlucken und wollte diesen Verdacht eigentlich nicht weiter denken. Wenn er sich ihr nicht derart prenetrant aufgedrängt hätte. War es womöglich der Kapuzenelf gewesen, der ihr trotz seiner großen Worte nachtrug, dass sie sich mit ihm nicht vergnügt hatte? Ausschließen konnte sie es nicht, sie wusste auch viel zu wenig über ihn, der eindeutig magische Kräfte besaß.
Weil es in ihrem Kopf derart arbeitete, dauerte es seine Zeit, bis sie die leicht rosa Färbung des Seifenschaums, auf die sie starrte, allmählich wahrnahm. Ihre Augenbraue wanderte in die Höhe und ihr Blick senkte sich unbewusst auf ihre Hand, mit der sie ihn eingeschrubbt hatte. Worte erklangen in ihrem Hinterkopf, allerdings viel zu leise, als dass sie diese hätte greifen können. Sie verstärkten lediglich das Gefühl von Unbehagen, dass vielleicht sie selbst etwas mit ihrem unfreiwilligen Ortswechsel zu tun haben könnte.
Ihre Frage war deswegen bei weitem nicht so neckend oder vorwurfsvoll ausgefallen, wie sie es beabsichtigt hatte. Seine Antwort hingegen sorgte dafür, dass sie sich endgültig unwohl fühlte. So ließ sie es auch zu, dass er den Arm um sie legte und sie an sich zog. Zwar war sein Geruch noch immer nicht gerade das, was sie gerne wahrnahm, jedoch versprach seine Nähe und Wärme im Moment so etwas wie Schutz und Trost.
Janay war keine Kämpferin, nicht auf diese Weise wie er, und würde es wohl auch niemals sein. Umso mehr benötigte sie jemanden, der sich von solch einem Ort nicht einschüchtern ließ und zumindest so wirkte, als könne er sie ernsthaft beschützen. Na ja, mehr oder weniger, so ganz ohne Waffen und... Kleidung.
Sie schob die nasse, glitschige Seife in die Innentasche ihrer Tunika, die sie aus dem Dunkelelfenlager genommen und angezogen hatte, ehe sie ihre feuchte, überaus saubere Hand an seinen Brustkorb legte. Nicht, weil sie nach seinem Herzen fühlen oder ihn streicheln, geschweige denn weiter waschen wollte, sondern, um auf diese Weise die Illusion zu haben, sie könne sich an ihm festhalten.
Ihr anderer Arm lag um seine Hüfte und ihren Kopf ruhte an seiner Schulter, sodass sie ihn spüren und sich gleichzeitig umsehen konnte. Soweit dieses merkwürdige Licht das eben zuließ. Ihr freies Spitzohr zuckte leicht, sobald sie glaubte, etwas hören zu können. Die Augen suchten ihre Umgebung ab, in der Hoffnung... oder eher auch Angst, etwas zu finden.
Wenig später nach Kazel fiel auch ihr Blick auf den Flecken, an dem etwas lag. Im ersten Moment konnte sie es nicht erkennen, doch je länger sie hinstarrte, desto deutlicher wurden die Konturen. Sie setzten sich zusammen zu... zu einem...
Ohne es verhindern zu können, entrang sich ihrer Kehle ein leiser Schrei, der unnatürlich laut in diesem Höhlensystem widerhallte. Hastig schlug sie sich die Hand vor den Mund, aber ihre Augen waren geweitet und ihr Herz schlug wie verrückt ob der Entdeckung des Schädels.
Die junge Frau hatte zwar schon einiges gesehen und erlebt, mit Gebeinen jedoch war sie nicht sonderlich oft in Verbindung gekommen. Erst recht nicht an einem derart unheimlichen Ort wie hier.
Als ihr Echo allmählich endlich verklang, hörte sie Kazels Stimme dicht an ihrem Ohr. Sie sah zu ihm hoch und schüttelte den Kopf. "Warum dorthin?", wisperte sie, besonders leise nach der Erfahrung von gerade eben. "Warum nicht in die andere Richtung? Es muss eine Öffnung geben, sonst wäre hier viel mehr Wasser, oder?", gab sie zu bedenken und wollte nichts weiter, als hier raus.
Dass es ihm nicht besser erging als ihr, war ihr nicht bewusst, vor allem, weil er obendrein auch noch nackt war. Letzteres könnte sie nicht einmal ändern, denn die schützende Decke vom Vorabend trug sie nicht mehr um ihre Schultern, sondern nichts weiter als die Tunika und ihre Stiefel.
Entgegen ihrem Willen löste sich der Mischling von ihr und begann damit, sich von der Stelle zu bewegen. Hastig beeilte sie sich damit, sobald sie sich wieder rühren konnte, dicht zu ihm aufzuschließen. Am liebsten hätte sie von hinten sogar die Arme um ihn geschlungen, nur, um seinen Körper auch spüren zu können, anstatt ihn lediglich zu sehen.
Einen Moment lang war sie vernünftig genug, ihm still zu folgen, bis sie seine geflüsterten Worte vernahm. Sofort erstarrte sie und spürte, wie sie blass wurde. "Aufscheuchen? Was meinst du damit?!", kam es zwar leise, aber nicht weniger schrill über ihre Lippen.
Ohne es bewusst zu tun, trat sie den Rückzug an, während er noch einige Schritte nach vorn tat. Sie konnte nicht anders, sie hatte Angst und wollte nur noch weg von hier, obwohl sie genauso gut in die andere Richtung hätte flüchten können. Hinter ihr allerdings war zumindest etwas, das sie kannte, so wenig es ihrem Bedürfnis auch helfen würde.
Da sie jedoch stur gerade aus starrte, merkte sie nicht, dass sie sich eher schräg bewegte, zu dem kleinen Wasser hin. Das anscheinend schon ziemlich lange floss, nicht schnell, aber stetig genug, um den Boden darunter rutschig zu machen. Und so kam es, wie es kommen musste, Janay sah nicht hin, wohin sie trat, erwischte eine abgerundete Kante, die größer war als die anderen, und... rutschte mit einem lauten Aufschrei aus.
Unsanft landete sie auf ihren Vier Buchstaben, eine Hand im Wasser, die andere auf etwas Nassem, Weichem. Unter normalen Umständen hätte sie vielleicht daran gedacht, dass es nichts weiter als Moos wäre. Hier allerdings...
Ihr Mund öffnete sich und sollte ihr diesen niemand schließen, würde sie gleich all ihre Angst herausbrüllen, ganz egal, wer sie sonst noch hören würde.
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Re: Ein Hauch zu tief, aber doch richtig.

Beitrag von Kazel Tenebrée » Mittwoch 29. April 2020, 12:36

Kazel nahm überhaupt nicht wahr, dass seine Tätowierung ziepte und auch ein wenig geblutet hatte. Er war mit dem seichten Hautbrennen ebenso erwacht wie mit dem Geschmack alter Schuhsohle auf der Zunge und einem schmerzhaften Pochen hinter den Schläfen. Inzwischen hatte sein Zustand sich durch das Bad im Fluss ein wenig gebessert, auch wenn die Umgebung selbst sich zum Schlechteren entwickelt hatte. Auch ihm war nach wie vor schleierhaft, wo sie sich befanden oder wie sie hierher hatten kommen können. Sein in den Nachwirkung einer feuchtfröhlichen Nacht befindliches Gehirn wollte sich auch noch nicht zu sehr anstrengen, auch wenn der Rest des Mischlings bereits versuchte, sich selbst etwas Leben einzuhauchen. Die Lage konnte brenzlig sein. Nein, sie war es! Sie befanden sich in Gefahr und wer das bezweifelte, brauchte doch nur den Schädel in der einen Höhlenecke zu betrachten.
Deshalb wäre Kazel auch gern lieber zur Quelle des Wassers gegangen. Dem Bachlauf zu folgen - ganz gleich in welche Richtung - war zumindest eine vernünftige Idee. Dass aber in Flussrichtung möglicherweise ein Ausgang zu finden wäre, darauf kam er nicht sofort. Kazel starrte Janay an und sie konnte sehen, wie die vom Alkohol träge gewordenen Zahnräder hinter seiner Stirn langsam wieder angekurbelt wurden. Schließlich massierte der Elf sich die Stirn und stöhnte leise. Es ärgerte ihn selbst, derzeit so nutzlos zu sein. Nutzlos, unbewaffnet und nackt im Nirgendwo!
"Du ... hast Recht. Das ist die klügere Entscheidung", gab er ohne Umschweife zu und seufzte erneut. Alkohol, Elfenschnaps ... nie wieder! Dann nahm er es lieber nochmal mit Orks und Dunkelelfenjägern auf. Aber vielleicht bekäm er Gelegenheit dazu oder zumindest, Janay vor irgendeiner Bestie beschützen zu müssen. Ihr nicht zu begegnen war dem Mischling aber lieber.
Sobald Janay zu ihm aufschloss, angelte er nach ihrer Hand. Es war wirklich besser, wenn sie zusammen blieben. Die Richtung änderte Kazel jedoch. Nun ging es dem Bachlauf folgend fort von der Quelle. Das Wasser und die Strömung konnten ihnen eine Ortientierung sein, solange beides vorhanden war. Dass er barfuß durch die Brühe watete, störte ihn aktuell noch nicht, selbst wenn das Wasser kühl sein mochte. Er konnte dagegen ohnehin nichts tun. So besaß er wenigstens einen stabilen Stand, ganz im Gegensatz zu Janay. Diese glitt nämlich auf dem Grund aus und noch ehe Kazel nach ihr packen konnte, landete sie mit einem Aufschrei im Wasser.
"Pssst!", reagierte er reflexartig und huschte an sie heran, um ihr den Mund zuzuhalten, ehe sie erneut schreien konnte. Die Hand tauschte Kazel aber schnell aus. Er schob sie beiseite, um ihre Angst mit seinen Lippen zu versiegeln. Er küsste weniger forsch, denn nach wie vor war es für ihn ein Privileg, Janay so nahe kommen zu dürfen. Selbst jetzt, nachdem sie ihm ihre Gefühle gestanden hatte. So war selbst der Versuch, sie zu beruhigen und am Schreien zu hindern, einer von sanfter, gar zärtlicher Natur, hier inmitten dieser schaurigen Umgebung. Kazel hielt den Kuss einen Moment aufrecht, ehe er sich löste und ihr in die Augen sah.
"Ganz ruhig, ich passe auf dich auf. Du bist nur gestürzt, alles in Ordnung." Er erhob sich wieder und reichte ihr die Hand zum Aufstehen. "Komm, lass uns weitergehen. Ich möchte wirklich so wenig Zeit wie möglich hier verbringen müssen." Und sollte Janay sich verletzt haben, würde er sogar versuchen, sie zu Huckepack zu tragen. Jetzt jedoch achtete Kazel lediglich darauf, wieder möglichst leise zu sein. Bloß dieses Was-auch-immer nicht durch Geräusche auf sich aufmerksam machen. Wer wusste schon, was Janays Aufschrei bewirkt hatte? Aber Vorwürfe wollte er ihr nicht machen, diese waren nun fehl am Platz. Sie mussten zusammenhalten. Da blieb keine Zeit für Streitereien. Dennoch...
"Ja, aufscheuchen. Du hast den Schädel doch auch gesehen ... und diese seltsamen Spuren an den Wänden. Wir sollten wachsam bleiben. Wir haben keine Ahnung, wo wir uns befinden und wer sich dadurch gestört fühlen könnte." Dass er Janay auf diese Weise nicht gerade Mut machte, war ihm selbst bewusst, aber warum die Wahrheit beschönigen? Kazel war es lieber, sie gab auf sich Acht. Auf sich und das Kind. Ich muss beide beschützen. Kurz drückte er Janays Hand. "Bleib einfach dicht bei mir, solange wir in keinen Kampf geraten. Wenn irgendetwas uns angreifen sollte, dann lauf so schnell du kannst. Ich halte es auf." Solange ich kann...
Flüchtig leckte der Mischling über seine angespitzten Zähne und warf einen Blick auf die Adlerkrallen, die sacht über den Fingerknöcheln hervor schimmerten. Er schauderte. Es behagte ihm nicht, dass er sich bereits so sehr an diese unnatürlichen Erweiterungen seines Körpers gewöhnt hatte, dass er sie nun als Rückversicherung in Erwägung zog, um sich zu wehren. Sie waren kein natürlicher Teil von ihm, noch befremdlicher als der dunkle Teil seines Blutes und das damit verbundene Schicksal seines Mischlings-Daseins. Aber er würde die Krallen, die Adlerklauen, die Giftzähne und seine schärfere Sicht vermutlich für eine lange Zeit oder gar überhaupt nicht mehr los werden. Es war Zeit, sich zu arrangieren und anzupassen, wie er es immer versucht hatte.
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Re: Ein Hauch zu tief, aber doch richtig.

Beitrag von Janay » Freitag 8. Mai 2020, 10:00

Angesichts ihrer neuen Umgebung wünschte sie sich durchaus zurück in die Runde dieser seltsamen Elfen und zwar allen, nicht nur desjenigen mit Kapuze, mit dem sie vergangene Nacht so viele Möglichkeiten gehabt hätte. Die sie ausgeschlagen hatte wegen dem nackten Mischling, der sich in jener Zeit betrunken hatte.
Wenn sie wenigstens wüsste, wo sie sich befanden! Dann hätte sie vielleicht überlegen können, wohin sie gehen sollten... oder eben besser nicht, um in weniger Schwierigkeiten zu geraten.
Dass sie in welchen waren, davon ging sie aus aufgrund ihrer Umgebung. Die Frage war lediglich, welche und wie rasch könnten sie da raus kommen. Somit half ihr sein Vorschlag wenig, denn er kam ihr verkehrt vor, wie sie ihm auch offenbarte.
Wäre ihre Lage eine andere gewesen, hätte sie sein Blick auf ihre Worte hin bestimmt zum Lachen gebracht. Er war auch wirklich goldig anzusehen, wie er sie anstarrte und man regelrecht hören konnte, wie die Rädchen hinter seiner Stirn arbeiteten. Und auch eine gewisse Schadenfreude hätte sich unter anderen Umständen in ihr breit machen können, schließlich war er selbst schuld an seinem Zustand. Doch sie fürchtete sich zu sehr nach der Entdeckung des Schädels, als dass sie etwas anderes hätte fühlen können.
Somit nickte sie lediglich auf seine Zustimmung hin und rieb es ihm nicht unter die Nase. Das könnte später, wenn sie wieder in Sicherheit wären, noch kommen, aber jetzt war nicht der richtige Zeitpunkt dafür.
Stattdessen folgte sie ihm und ließ es auch zu, dass er ihre Hand hielt. Es war ein trügerisches Gefühl von Schutz, das war ihr klar, dennoch war es ein wenig beruhigend und tat ihr gut, seinen Körper zu spüren.
Solange, bis er sie über mögliche Gefahren aufklärte und damit ihre Angst derart schürte, dass sie ihm ihre Finger entzog. Damit nicht genug, ging sie rückwärts dorthin, wo sie hergekommen waren. Um prompt auszurutschen und hinzufallen, natürlich mit einem Schreckensschrei, der laut genug wäre, das ganze Höhlensystem wachzurütteln. Janay hätte es nicht verhindern können, denn irgendwie mussten sich ihre Gefühle Bahn brechen. Sie hätte lediglich den Auslöser vermeiden können, doch dazu hatte Kazel sie zu sehr erschreckt.
Damit nicht genug, griff sie in irgendetwas, das sich alles andere als angenehm anfühlte. Sie war auch viel zu aufgewühlt, um dieses Empfinden mit etwas Bekanntem verbinden zu können, da sie nicht zum ersten Mal in ihrem Leben feuchtes Moos in den Fingern hatte.
Noch ehe sie sich beruhigen oder gar zurecht finden konnte, reagierte er und hielt ihr plötzlich den Mund zu. Prompt weiteten sich ihre Augen vor Furcht und sie schrie instinktiv gegen diese Hand auf ihrem Mund. Wenngleich nicht lange, denn noch war sie nicht panisch genug, um sein Gesicht nicht erkennen zu können in dem dämmrigen Licht um sie herum.
Das half zwar, dass sie stumm wurde, ihr Atem und ihr Herzschlag waren jedoch weiterhin viel zu schnell und sie zitterte leicht. Dagegen konnte auch sein Kuss nichts ausrichten, den sie nur zögerlich erwiderte, weil sie Angst vor ihrer Umgebung hatte und sich nicht fallen lassen konnte... und weil er einen fürchterlichen Mundgeruch hatte!
Als er sich löste, musste sie tatsächlich gegen leise, aufkeimende Übelkeit ankämpfen. "Ich hätte dir den Mund zuerst auswaschen sollen.", nuschelte sie und das instinktiv in ihrer Muttersprache. Jetzt, da sie nicht mehr in der Gegenwart der Elfen und augenscheinlich allein waren, musste sie nicht so aufpassen wie sonst.
Seine Worte, ehe er sich erhob, sollten wohl beruhigend sein, sorgten aber gleichzeitig dafür, dass auch ein Hauch von Ärger in ihr hochkroch. Über sich und ihre Ungeschicklichkeit, als auch über ihn, der sie so erschreckt hatte. Trotzdem wies sie nicht darauf hin, sondern griff nach seiner Hand und ließ sich hochziehen.
Noch immer zitterte sie leicht und ihre Knie fühlten sich viel zu weich an, sodass sie ihn erst recht nicht los lassen wollte, um Halt bei ihm zu finden. Jedoch spürte sie, dass sie sich wenigstens nicht verletzt hatte... bis auf ein paar Kratzer vielleicht, aber eben nichts Ernstes.
"Ich erst recht nicht.", murmelte sie und sah sich unbehaglich um. Nein, sie wollte lieber wieder in den Wald, zu den Elfen, in ein warmes Zelt... oder zu ihrem Warg!
Bei dem Gedanken versteifte sie sich und ihre Augen weiteten sich erneut. "Terror... er ist ganz allein und wird auf mich warten!", hauchte sie voller schlechtem Gewissen, weil sie ihn völlig vergessen hatte.
Die ganze Nacht über, in der sie sich hätte rausschleichen und um ihn kümmern müssen. Und jetzt war sie irgendwo und konnte nichts wieder gut oder anders machen, ihm helfen und ihm zeigen, dass er ihr vertrauen konnte! Die junge Frau senkte ihren Blick und biss sich einen Moment lang schuldbewusst auf die Unterlippe.
Die Stimme ihres Begleiters holte sie zurück und ließ sie wieder aufsehen. Bei der Erinnerung an den Anblick wurde sie wieder blass um die Nase, auch wenn sie dieses Mal nicht wieder wegzulaufen versuchte. Stattdessen nichte sie langsam und zögerlich, während sich ihre Finger fester um die seinen schlossen und sie dichter zu ihm rückte, bis sie seinen Körper spüren konnte.
Ja, sie suchte seine Nähe, ganz gleich, wie sehr er ihr mit seinen Worten Angst einjagen mochte. Schließlich war er derjenige, der theoretisch kämpfen konnte und sie hoffentlich damit beschützen würde, denn sie war nur mit ihren Worten dazu in der Lage.
Dann allerdings fuhr er fort und sorgte dafür, dass sie schwer schlucken musste. Wieder sah sie zu ihm auf und presste die Lippen zu einem dünnen Strich zusammen. Aber die Worte wollten sich nicht aufhalten lassen, sie mussten einfach raus. "Und wo soll ich hin?", wisperte sie erstickt und mit einem Anflug von hilfloser Wut. Ihr freier Arm wies in die Runde. "Hier gibt es kein Versteck und ich weiß nicht mal, wo der Ausgang ist!"
Es war ungerecht von ihr, denn in ihrer Stimme lag Vorwurf. Dabei konnte er eigentlich nichts dafür, nur... er war eben da, sie fürchtete sich und alles in ihr brodelte, sodass es sich Bahn brechen musste.
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Re: Ein Hauch zu tief, aber doch richtig.

Beitrag von Erzähler » Samstag 9. Mai 2020, 10:55

Und es begann mit einem Schrei!...

Die Situation war angespannt und zum Schreien. Janay tat es sogar und hätte es noch weiter getan, hätte Kazel ihr nicht den Mund verschlossen. Das ein geöffneter Mund und ein Ton, geformt von kleinen vibrierenden Bändern so viel Unheil beschwören konnten!?! Die sonst so starke Frau war plötzlich von Panik und Furcht ergriffen und goss Öl in die Flammen des Dramas, welches sich ihnen langsam an diesem fremdartigen Ort offenbarte. Was sie damit bewirkt hatte, war noch nicht abzusehen. Ihr Schrei hallte in den steinernen Gängen wieder und blieb gewiss nicht ungehört. Hatte sie gehofft, so das Schicksal zu wecken, so war es ihr sicher gelungen. Blieb die Frage, ...wer... oder was sie erhört hatte!

Kazel hielt sich nah bei Janay um sie zu beruhigen, doch auch an ihm ging die Anspannung nicht spurlos vorüber. Seine Wachsamkeit ließ die Schatten tiefer und lebendiger wirken, als sie vielleicht waren und auch das Zeichen der Verhängnis, der Schädel am Boden schien plötzlich mehr zu grinsen als vorher.
"Ja, aufscheuchen. Du hast den Schädel doch auch gesehen ... und diese seltsamen Spuren an den Wänden. Wir sollten wachsam bleiben. Wir haben keine Ahnung, wo wir uns befinden und wer sich dadurch gestört fühlen könnte."
Kurz drückte er Janays Hand.
"Bleib einfach dicht bei mir, solange wir in keinen Kampf geraten. Wenn irgendetwas uns angreifen sollte, dann lauf so schnell du kannst. Ich halte es auf."
"Und wo soll ich hin?"
, wisperte Janay als Antwort erstickt und mit einem Anflug von hilfloser Wut. Ihr freier Arm wies in die Runde.
"Hier gibt es kein Versteck und ich weiß nicht mal, wo der Ausgang ist!"
Es war ungerecht von ihr, denn in ihrer Stimme lag Vorwurf. Dabei konnte er eigentlich nichts dafür, nur... er war eben da, sie fürchtete sich und alles in ihr brodelte, sodass es sich Bahn brechen musste. Der kurze Gedanke, dass sie durch ihr unbedachtes Handeln, den kleinen Bluttropfen auf Kazels Haut, die Magie, die sie unfreiwillig trotz der Warnung frei gesetzt hatte, .. dasss sie auch Terror zurück gelassen hatte, der verflog schnell in den Winden der Angst. Alles hatte Folgen, jede Tat rief eine Reaktion hervor und so hatte auch ihr Schrei wie ihr Handeln sicher Folgen, wie ihr vielleicht langsam bewusst wurde. Dass sie in dieser brenzligen Situation durch ihre Furcht vielleicht erst Recht für ihre Ende gesorgt hatte, war sicher kein beruhigender Gedanke und so konnte sich Janay der sich immer weiter ausbreitenden Spirale der Angst ganz und gar hingeben.

Kazel versuchte derweil so ruhig zu bleiben wie eben möglich und seine Familie zu beschützen. Eine unbestimmte Ahnung, kalt wie der Atem seines "Freundes" des Todes, strich ihm über den Nacken, was die Gefahr in der sie sich befanden, nur noch realer machte. Es war als flüsterte der Gefatter ihm leise zu, dass er nicht mehr viel Zeit hatte. Janays Schrei hatte die Sandkörner zu Staub zermahlen, die nun viel schneller durch sein Stundenglas rannen. Und das war sogar sichtbar, plastisch und real, wenn Kazel in seine Hand sah und das Gefäß seiner Lebenszeit betrachtete. Schimmernd und ein leichtes nur für ihn sichtbares bläuliches Licht verbreitend, lag es da und war Zeuge des Grauens, das sich anbahnte.
War es schon immer so leer gewesen?
Irgendetwas hatte sich eben drastisch geändert. Das leise Vierbieren in seiner Hand, wenn der Sand nun ihm sprichwörtlich durch die Finger glitt, es fühlte sich nun anders an. Was ein kleiner Schrei so ausmachen konnte...
Aber Janay, so vorwurfsvoll sie sich auch anhörte, ihre Worte waren wahr. Sie hatten keinen Ausgang bisher gefunden. Also hieß es sich bewegen! Und zwar schnell!
Dem Bach folgen wollten sie, mit dem Wasser abwärts tiefer in die Höhle hinein und das taten sie. Irgendwie schien plötzlich alles was Janay von sich gab, sie noch tiefer ins Verderben zu reiten. Ihr Vorschlag wäre hilfreich gewesen, wenn sie sich in den Bergen befunden hätten und der Ablauf eben nicht das bodenlose Loch gewesen wäre, dass sie schon zuvor kurz gesehen hatten. So aber hatten sie sich noch tiefer in die Höhle vor gewagt und standen kurz den Blick in die unendliche Finsternis gerichtet am Rand des Abgrunds. Beide zitterten unwillkürlich, denn das Grauen blickte zu ihnen hinauf und lauerte in der Tiefe auf sie. Wenn sie also nicht vor hatten hier den Freitod zu wählen, dann war ihre Entscheidung falsch gewesen und sie standen vor einer Sackgasse. Der Blick in das Loch kam dem Blick in den Rachen einer Bestie gleich. Hier gab es kein Weiterkommen, außer einen beherzten Sprung ins Ungewisse.
War das ihr Weg? Nein, so verzweifelt waren sie sicher noch nicht.
So drehten sie um und liefen den kleinen Bachlauf hinauf in Richtung Quelle. Damit verließen sie vorerst die tiefsten Ebenen und kletterten mal über stufenförmige Felsvorsprünge, mal über kantiges Geröll um dem Wasser zu folgen. Die Höhle verengte sich bald zu einem Gang, der an seiner engsten Stelle vielleicht 20 Schritt maß. Nach gut 200 Metern blieb Kazel plötzlich stehen und zwang auch Janay so zum anhalten. Kaum drei Schritt von ihnen entfernt zwischen zwei Felsen geklemmt, lag ein Kadaver. Den Geruch der von ihm ausging, den hatten sie nur deshalb nicht sofort wahrgenommen, da sie sich mit einer langsam wie Teer dahin sickernden Luftströmung bewegten. Jetzt aber sahen sie beide den Leichnam des... WAS war das? Es war riesig! Einst bestimmt drei Meter hoch und massig gebaut, mit einst weißem Fell, wie das eines ...Kaninchens? Kazels Geist wollte es kaum glauben und beugte sich ein Stück näher um den Leichnam zu untersuchen. Tatsächlich lagen da Fetzen mit blut verkrustetem Kaninchenfell. Doch der eingefallene, gebrochene, ausgeweidete und schon halb vertrocknete Körper war viel zu groß und der Körperbau ließ darauf schließen, dass sich dieses Kaninchen vornehmlich auf den Hinterbeinen bewegt hatte, denn die Knochenstruktur wies Ähnlichkeiten zu einem humanoiden Wesen auf.

(Inspiration – Hellbunny)

Die Hinterläufe wiesen scharfe Krallen auf, die fast so lang waren wie sein Unterarm und auch die Vorderpfoten hatten große Ähnlichkeit mit Klauen. Auch das Gebiss war kaum noch als das eines Kaninchens zu erkennen, außer dass einer der vorderen Schneidezähne noch grob daran erinnerte. Der zweite war heraus gebrochen. Die langen Ohren und das Fell sprachen allerdings immernoch deutlich von einer Nager-Herkunft. Schultern und Brustkorb erinnerten dagegen entfernt an die eines menschlichen Körpers. Darüber nachzudenken, wie dieses Wesen einst lebendig ausgesehen hatte, bereitete schon Grauen, aber viel grauenvoller war noch die Frage:
Was hatte dieses Wesen getötet?!!?
Die Knochen waren an manchen Stellen teilweise regelrecht zu Splittern zermalmt und was auch immer von diesem Tierwesen gefressen hatte, hatte ein sehr großes Maul, denn es hatte wohl in seiner Beute nicht mehr als ein oder zwei Happen gehabt.
Kazel schluckte unwillkürlich. Hatte Janay hingesehen? Hatte er es zugelassen, dass sie das hier sah? Hatte sie wieder geschrien? So oder so... Sie mussten hier raus!

Hand an Hand, klamm, kalt und zitternd vor Angst schlichen sie weiter voran. Ihre Herzen, so schnell und laut sie auch schlugen, so sprangen sie noch nicht aus ihren Leibern. Ihre Beine funktionierten und trugen sie durch die diffuse Dunkelheit. Dann kamen sie an eine Gabelung.
Der Bachlauf teilte sich hier, beziehungsweise floss hier zusammen. Es gab also zwei Quellen. Beide Gänge unterschieden sich kaum voneinander. Der linke Weg war nur einen Hauch schmutziger und roch nach... Tee? Nein, der Geruch veränderte sich ständig, oder? Es roch nach Abwasser, nach verdorbenem Essen, Schimmel und Exkrementen. Der rechte Weg roch dagegen regelrecht angenehm, sauber, klar und verlockend. Also – Wo lang?
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Re: Ein Hauch zu tief, aber doch richtig.

Beitrag von Kazel Tenebrée » Samstag 16. Mai 2020, 17:05

Dass Janay an jeder seiner Vorgehensweisen oder Vorschläge zunehmend etwas auszusetzen hatte, kratzte immer nachhaltiger an Kazels Geduld. Was er auch tat oder sagte, schien ihr zu missfallen und sie machte sich immer häufiger durch Sticheleien oder einen bösen Ton gegen den Mann Luft, der sie an der Hand durch das Höhlensystem führte, ohne selbst zu wissen, wo es sie hin verschlagen sollte. Zu allem Übermaß war Kazel nackt, unbewaffnet - nunja, nicht ganz -, aber definitiv in einer schlechteren Position als seine Begleiterin. Dennoch legte sie jede seine Handlungen sogleich auf die Goldwaage und beklagte sich, wenn die Balance auch nur um eine Nuance in die falsche Richtung wanderte. Welche Seite der Waage schien dabei egal zu sein. Alles, was ihr Gleichgewicht ins wanken brachte, war schlichtweg falsch ... und Kazels Schuld!
Doch trotz der harschen Worte gegen ihn blieb er ruhig, auch wenn er irgendwo tief in seinem Innern Janay am liebsten erst einmal stehengelassen und sich allein umgesehen hätte. Nicht nur, um sie zu schützen, sondern auch um eine Pause zu bekommen. Sein Kopf pochte nicht mehr so erheblich wie direkt nach dem Erwachen, aber weder die gefahrvolle Umgebung, noch ihr Geruch oder Janays Schimpftiraden besserten seinen Zustand. Trotz allem blieb er ruhig. Wir haben nun keine Zeit für Streitereien.
So versuchte er, ihr auch so neutral wie möglich zu antworten: "Wenn wir beide wüssten, wo der Ausgang liegt, wäre es erheblich einfacher. So bleibt uns nur, erst einmal weiterzugehen. Ich sage auch nur, dass du dich außer Reichweite von Gefahren bringen sollst." Seien es jene, die hier lauern mögen oder jene, in die ich dich bringen könnte, falls ich uns verteidigen muss.
Er ging weiter, konzentrierte sich so gut er konnte auf die Herausforderung, die vor ihnen lag. Und nur darauf. Weder ging der Mischling weiter auf Janays Worte ein, noch auf den wenigen Sand in seinem Stundenglas oder darauf, dass der Weg bachabwärts sie nur zu dem tiefen Schacht führte. Und da wollte er nun wirklich nicht blind in die Finsternis springen! Er drückte Janays Hand, schenkte ihr einen tröstenden Blick und drehte um. Dann eben wie zuvor geplant den Wasserlauf wieder hoch steigen.

Wann immer es nötig war, half Kazel seiner schwangeren Begleiterin, Felsvorsprünge zu erklimmen oder über unwegsames Gelände zu gelangen. Den einen oder anderen Kratzer musste er dabei sicherlich einstecken, denn jedes Anlehnen an einer noch so kleinen Kante, bekam seine blanke Haut eiskalt zu spüren. Apropos Kälte! Ihm fröstelte inzwischen und er erwischte sich dabei, gelegentlich zu erschauern oder sich über kalt gewordene Körperstellen zu reiben.
Noch kühler wurde ihm allerdings ums Gemüt, als sie auf die Überreste dieses seltsamen Wesens stießen. Kazel erstarrte und schob sich von allein etwas vor Janay, damit sie hinter ihm Schutz suchen konnte. Mit Vorsicht näherte er sich dem Kadaver, musste aber das Gesicht abwenden, als der Gestank unausstehlich wurde. So blieb er in etwas Abstand zu dem Vieh.
"Sieh nicht hin", riet er Janay. "Da ist etwas ... naja, du riechst es sicher. Sieht ein bisschen wie ein Kaninchen aus." Dass es humanoide Merkmale besaß, erwähnte Kazel nicht und sofern Janay nicht selbst hinschaute, würde sie es von ihm auch nicht erfahren. Sie hatte schon genug Angst. "Gehen wir weiter." Das war der einzige Vorschlag, den er machen konnte und dabei hoffen, nicht erneut einen Vorwurf zu erhalten. Janay konnte unmöglich bei diesem toten Etwas bleiben wollen. Wohin weiter, das wusste Kazel auch nicht. Sie hatten sich längst verirrt. Somit war aber jeder Weg so gut wie der andere und auch gleichermaßen gefährlich. Wenn wir dem Jäger dieses Kaninchen-Wesens begegnen, haben wir ein Problem...
Er beeilte sich, von dem Leichnam fort zu kommen und nicht mehr daran zu denken, dass dieses Vieh selbst aus der Ferne wehrhafter ausgesehen hatte als sie beide zusammen. Ihre Lage war alles andere als rosig. Verzweifle nicht! Kazel straffte die Schultern und legte ein wenig mehr an Tempo zu. Janay musste zwangsläufig mithalten oder seine Hand loslassen. Er ließ sich nicht von wachsender Panik treiben, aber von dem Willen, dem unentdeckten Jäger zu entkommen, bevor es die neue Beute in seinem Revier fand.
Als sie die Gabelung erreichten, blieb Kazel allerdings stehen. Er schaute beide Wege hinab. Erneut rümpfte er ob des Gestanks vom linken Pfad die Nase. "So wie es hier überall riecht, wirken diese Höhlen eher wie eine Jauchegrube", murmelte er, doch dann blähten sich seine Nasenflügel etwas. "Riechst du auch ... Tee?" Er schnupperte. Nein, es war für ihn unmöglich, Details auszumachen. Vielleicht nahm er gelegentlich eine Nuance von etwas wahr, das man nicht als widerlich bezeichnen musste, aber so intensiv blieb es ihm dann auch nicht in der Nase hängen. Sein Blick schwenkte zum anderen Pfad herum. Dort stank es zumindest nicht, aber etwas störte ihn daran. Dieser Pfad sieht irgendwie zu gut aus, um ungefährlich zu sein... eine Falle? Aber wie konnte ein Weg eine Falle darstellen?
"Bevor du dich wieder aufregst...", fing Kazel an und wandte sich an Janay. "Ich wäre für den stinkenden Weg. Es riecht wie in der hintersten Orkgasse, in der ein Gelage stattgefunden hat. Mit Glück finden wir ... ich weiß nicht ... das obere Ende einer Abfallgrube?" Mit Pech ist es die Wohnhöhle einer jägerischen Bestie, die menschliche Hasen vernichten kann. "Aber ich lasse dich entscheiden." Er wollte nicht schon wieder für ihr Schicksal verantwortlich sein und das am Ende vorgehalten bekommen. Wenn es zu ihrem Ende käme, wollte Kazel wenigstens einmal nicht Schuld daran sein.
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Re: Ein Hauch zu tief, aber doch richtig.

Beitrag von Janay » Freitag 22. Mai 2020, 16:25

Die junge Frau war nicht nur hochgradig nervös und ängstlich, sondern mit dieser Situation auch etwas überfordert. Noch nie zuvor war sie aufgrund von Magie an irgendeinen anderen Ort versetzt worden, von dem sie nicht wusste, wo dieser lag und auf wen sie dort treffen könnte. Sie hatte überhaupt keine Kontrolle über ihre Lage oder eine Vorstellung davon, auf was sie sich einstellen müsste.
In der Hinsicht war ihr Kazel auch keine große Hilfe, denn er war einerseits genauso ahnungslos wie sie und andererseits hatte sie sich seit Jahren nicht mehr auf jemand anderen verlassen müssen. So sehr ihr Herz auch für ihn schlug, es fiel ihr schlichtweg schwer, sich unter diesen Umständen auf seine Führung einzulassen und ihm einfach zu vertrauen.
Obwohl seine Nacktheit dabei ausnahmsweise gar keine Rolle spielte, denn sie nahm diese derzeit nicht einmal bewusst wahr. Vermutlich, weil sie daran nichts hätte ändern können, dafür fehlten ihr die Utensilien.
Dennoch sträubte sich in ihr alles gegen seinen Vorschlag, sich in der Not von ihm zu entfernen und in ihrem Gefühlschaos reagierte sie ungerecht. Das war ihr bewusst und sie war machtlos dagegen. Trotzdem blieb er ruhig und schaffte es mit seinen Worten, dass sie nichts darauf zu sagen wusste.
Stattdessen durchlief sie ein Zittern und sie beeilte sich, den Körperkontakt zu dem Mischling nicht zu verlieren. Er hielt noch immer ihre Hand, doch sie rückte so dicht auf, dass sie mit ihrer freien Rechten seinen Oberarm zu fassen bekam und sich dort noch zusätzlich anhalten konnte. Vielleicht behinderte Janay sie beide dadurch in ihrer Bewegungsfreiheit, aber seine Nähe und die Wärme seiner Haut an ihrer half ihr, nicht gleich in der nächsten Sekunde durchzudrehen vor Furcht. Ihr Atem ging ohnehin schon unnatürlich schnell und immer wieder sah sie ängstlich nach hinten, ob sich in ihrem Rücken schon irgendetwas tat.
Bis er stehen blieb und sie an seinem Oberarm vorbei nach vorne lugte. Einen Moment lang öffnete sich ihrem Blick nichts als völlige Schwärze aus dem Loch, das sich vor ihren Füßen öffnete. Mit einem lautlosen Schrei auf den Lippen zog sie hastig an ihrem Begleiter, um ihn instinktiv von dem Rand wegzubekommen, ohne darauf zu achten, ob er es nicht sowieso schon von alleine tat. Ihr Herz hämmerte heftig in ihrer Brust und ihre Knie fühlten sich noch weicher an als zuvor.
Denn ein Ausgang war das vor ihnen nicht, wollten sie nicht beide sehenden Auges in den Tod springen. Kazel hingegen blieb ruhig, drückte ihre Hand und kehrte wortlos um. Die Dunkelelfe schluckte schwer und merkte, wie ihre Augen verdächtig zu brennen begannen. Bislang konnte sie die Tränen noch zurück halten, jedoch musste sie einige Atemzüge lang darum kämpfen und presste auch die Lippen zu einem blutleeren, dünnen Strich zusammen, während sich ihre Beine wie von alleine bewegten. Schließlich hatte weder er sie, noch sie ihn bislang losgelassen.
Das änderte sich erst, als sich nach einer gefühlten Ewigkeit der Weg in steinigeres Gelände wandelte. Anfangs fiel es ihr gar nicht auf, weil sie mit ihren Gedanken noch immer bei dem angsteinflößenden Anblick des schwarzen Loches war. Als sie sich allerdings das Knie schmerzhaft stieß und an diesem Hindernis nur vorbei kommen konnte, indem sie hinauf kletterte, hielt sie inne.
Noch das schmerzende Pochen in ihrem Gelenk mit dem Reiben der Hand darüber zu lindern versuchend, sah sie sich um und nahm die Veränderung endlich wahr. War das ein gutes Zeichen? Oder würde sich gleich einer von ihnen den Fuß brechen, weil es schwieriger wurde voran zu kommen?
Schwer und hörbar schluckte die junge Frau und sah zu ihrem Begleiter, der auf sie zu warten schien. Umkehren würde keinen Sinn machen, das hatten sie ja schon festgestellt, also rang sie sich dazu durch, weiter zu gehen und nahm auch seine Hilfe dabei an. Der eine Zusammenstoß mit dem Gestein hatte ihr gereicht, um aufmerksam zu bleiben und derartige Bekanntschaften nicht mehr machen zu wollen.
Wie lange sie so kletterten und sich voran bewegten, konnte sie nicht sagen. Zeit war an diesem Ort schon von Anfang an unbedeutend gewesen. Sie hätten also wenige Minuten, als auch Stunden damit zubringen können, den Ausgang zu finden. Lediglich der Raum um sie herum änderte sich, wurde mal schmäler, mal breiter und verursachte bei ihr nicht nur einmal unbekannte, beklemmende Gefühle, bis Kazel plötzlich anhielt.
Der Weg war anstrengend für sie gewesen, doch schlug ihr das Herz nicht deswegen plötzlich bis zum Hals. Es dauerte weitere gefühlte Ewigkeiten, bis sie den Mut fand, wieder neben ihm vorbei zu spähen, denn seine Warnung war nicht gerade beruhigend gewesen.
Erneut rechnete sie mit einer Schlucht oder einer Wand, die ihnen deutlich machen würde, dass dieser Weg ebenfalls eine Sackgasse wäre. Schlimmer noch, dass sie hier eingesperrt wären und elendig zugrunde gehen würden! Was sie dann aber zu sehen bekam, drehte ihr regelrecht den Magen um.
Hastig schlug sie sich die Hand vor den Mund und bemühte sich, mit mehrmaligem Schlucken zu verhindern, was da aus ihr hervor brechen wollte. Alles in ihr schrie nach Flucht, so sinnlos das so wäre, und im Prinzip hätte sie kaum zweimal darüber nachgedacht, sondern wäre diesem Impuls gefolgt, wenn ihr Körper es zugelassen hätte. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich mindestens einen Knochen dabei brechen würde, war ziemlich hoch und es hätte sie trotzdem nicht abgehalten. Diesmal allerdings ließ der Schreck des Anblicks sie erstarren.
Ihre Augen hatten sich indes geweitet und sie war kreidebleib, während sie auf den Kadaver starrte, der ihnen den Weg versperrte. Gleichzeitig schien ihr Geist sie ein wenig schützen zu wollen, denn anstatt in Panik zu geraten, laut zu schreien oder noch andere Dummheiten zu begehen, war ihr lediglich übel und sie begriff nicht, warum dieses Wesen irgendwie auch menschlich wirkte. Von dem Mörder dieses Wesens und dessen Ausmaßen ganz zu schweigen!
Erst Kazels Vorschlag ließ sie zusammen zucken und ihn wie einen Geist anstarren. "Weiter?", hauchte sie, als hätte er eine ihr unverständliche Sprache verwendet. Für sie füllte dieser Leichnam alles vor ihnen aus und sie konnte nichts erkennen, wie sie daran vorbei kommen könnten. Und darüber klettern oder es sonstwie berühren würde sie bestimmt nicht!
Dennoch ließ sie sich willenlos wie eine Puppe mitziehen und konnte im Nachhinein nicht sagen, wie sie es an dem Kadaver vorbei geschafft hatten. Daneben oder darüber hinweg? Hatte sie etwas gespürt oder angefasst?
Janay wusste es nicht, sondern befand sich plötzlich, wie durch Zauberhand, vor einer Weggabelung. Nicht, weil sie es gewollt oder bewusst angestrebt hatte, sondern weil der Mischling stehen geblieben war und noch immer ihre Hand hielt. Blinzelnd schüttelte sie langsam den Kopf und bemerkte, dass ihr Körper zu zittern begann.
Unwillkürlich hatte sich ihr Gesicht in Richtung jenes Ganges gedreht, aus dem ein angenehmer, weil klarer Duft zu ihnen drang, der es ihr erlaubte, etwas annähernd ähnliches wie Durchatmen zu tun. Alles in ihr schrie nach dieser sauber wirkenden Luft und wie davon hypnotisch angezogen, machte sie einen Schritt in diese Richtung, vergaß flüchtig sogar ihre Umgebung und fühlte sich beinahe wie am Ausgang einer Höhle, der sie zu einer blühenden Wiese führen wolle.
In diesem Moment erklang Kazels Stimme wieder und holte sie schlagartig in die Wirklichkeit zurück. Erneut blinzelnd wich sie zurück und bekam dabei auch einen Luftzug aus der anderen Richtung in die Nase. Das war nun endgültig zu viel für sie.
Während er auf eine Antwort von ihr wartete, war sie unfähig dazu, ein Wort hervor zu bringen. Stattdessen wandte sie sich von ihm ab, ließ seine Hand los und lief die wenigen Schritte bis zur Gangwand vor der Gabelung. Mit einer Hand darauf abstützend, beugte sie sich vor und übergab sich würgend. Viel war es nicht, schließlich hatte auch sie schon länger nichts mehr gegessen, aber trotzdem krampfte ihr Magen noch das letzte Bisschen an Galle hoch, bis sie keuchend und kraftlos zur Seite sank.
Sie versuchte noch, sich zu drehen, um wenigstens das Gestein im Rücken als Stütze zu haben und hoffentlich nicht in ihrem eigenen Erbrochenen zu landen. Das bräuchte sie jetzt wirlich nicht!
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Re: Ein Hauch zu tief, aber doch richtig.

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 27. Mai 2020, 08:00

"Riechst du auch ... Tee?"
Er schnupperte. Nein, es war für ihn unmöglich, Details auszumachen. Vielleicht nahm der Mischlings-Elf gelegentlich eine Nuance von etwas wahr, das man nicht als widerlich bezeichnen musste, aber so intensiv blieb es ihm dann auch nicht in der Nase hängen. Sein Blick schwenkte zum anderen Pfad herum. Dort stank es zumindest nicht, aber etwas störte ihn daran.
Dieser Pfad sieht irgendwie zu gut aus, um ungefährlich zu sein... eine Falle?
Aber wie konnte ein Weg eine Falle darstellen?
"Bevor du dich wieder aufregst..."
, fing Kazel an und wandte sich an Janay.
"Ich wäre für den stinkenden Weg. Es riecht wie in der hintersten Orkgasse, in der ein Gelage stattgefunden hat. Mit Glück finden wir ... ich weiß nicht ... das obere Ende einer Abfallgrube?"
Mit Pech ist es die Wohnhöhle einer jägerischen Bestie, die menschliche Hasen vernichten kann.
"Aber ich lasse dich entscheiden."
Er wollte nicht schon wieder für ihr Schicksal verantwortlich sein und das am Ende vorgehalten bekommen. Wenn es zu ihrem Ende käme, wollte Kazel wenigstens einmal nicht Schuld daran sein.

Während er auf eine Antwort von ihr wartete, war sie unfähig dazu, ein Wort hervor zu bringen. Stattdessen wandte sie sich von ihm ab, ließ seine Hand los und lief die wenigen Schritte bis zur Gangwand vor der Gabelung. Mit einer Hand darauf abstützend, beugte sie sich vor und übergab sich würgend. Viel war es nicht, schließlich hatte auch sie schon länger nichts mehr gegessen, aber trotzdem krampfte ihr Magen noch das letzte Bisschen an Galle hoch, bis sie keuchend und kraftlos zur Seite sank. Schwer atmend lehnte sie mit dem Rücken zur Wand neben der kleinen Pfütze.

Der Geruch des Erbrochenem mischte sich mit den anderen und zog schnell weiter, bis er für ihre Nasen ohnehin nicht mehr auseinander zu halten war. Kazel hockte sich einen Moment zu seiner Geliebten. Sie waren beide emotional angeschlagen. Das Umfeld trug auch nicht gerade zur Entspannung bei. Doch sollen sie hier lange verweilen?
-
Das war der Moment, in dem sie es beide fühlten!
Ein vibrierendes Rollen drang durch den Fels unter ihren Füßen zu ihnen hinauf!
Irgend etwas bewegte sich unter ihnen. Grollend kam es näher, als würde es sich einfach durch den Fels graben. Janay hatte sich zu keiner Entscheidung bezüglich einer Richtung geäußert, aber jetzt wurde es Zeit die Flucht anzutreten. Selbst das stolzeste, dümmste, mutigste oder neugierigste Wesen hätte jetzt von seinen Instinkten gut beraten sein, die Flucht zu ergreifen. Kazel handelte und zog Janay auf die Beine. Die Höhlengänge bebten kurz und es regnete feine Kiesel. Der stinkende Weg lag vor ihm und trotzdem sah er noch einmal in den sauberen Gang. Was ihn daran störte? Wieso war der Unrat dort nicht hinunter gerollt? War der Gang so sauber, weil er noch frischer war, näher an dem Wesen, was ihn erschaffen hatte?
Egal!
Sie mussten hier weg! Was auch immer da kam, es schien sich zumindest nicht am Gehör zu orientieren, denn sonst hätte er Janays Schrei schon früher angelockt. War es vielleicht der Geruch? Lange waren sie durch Wasser gelaufen, aber jetzt …
Jetzt war es Zeit zu rennen!

Und Janay und Kazel rannten!
Sie sprinteten über Unrat, traten in unausstehliche, unaussprechliche Dinge. Sie stolperten, fielen, rappelten sich wieder auf. Der Gang führte aufwärts und an einer Stelle mussten sie sogar klettern und einander helfen um weiter zu kommen. Danach ging es wieder etwas leichter und der Unrat nahm noch zu. Ihr Fluchtweg teilte sich noch ein paar Mal. Kreuzungen, Abzweigungen, Löcher, Spalten, sie nutzen alles was sie von dem Geräusch hinter ihnen fort brachte. Sie wateten durch klebrigen Schlick und stolperten über losen Müll. Genauer hinsehen konnten sie nicht. Hier war aber lange niemand mehr gewesen und inzwischen stanken sie genauso wie ihre Umwelt. Was da zum Teil an ihnen klebte... Nicht so genau hinsehen und nicht drüber nachdenken! Denn eine Weile wurden sie verfolgt. Doch irgendwann entfernte sich das Rumpeln plötzlich. Gerade als sie Hoffnung schöpfen wollten, doch da drehte es schon wieder und kam wieder näher. Es suchte nach ihnen. Verlor es langsam ihre Spur? Irgendwann fanden sie eine Abzweigung in der es etwas heller war und nicht nur die fluoreszierenden Gewächse etwas Licht spendeten. Licht war gut, oder?!

Inspirationen

Sie liefen hinein und der Schimmer nahm zu. Tatsächlich fanden sie eine Art Grotte, deren Decke einen Riss aufwies durch das nicht nur gebrochenes Tageslicht hinein fiel, sondern auch Wasser. Ein kleiner Wasserlauf schien sich hier her verirrt zu haben. Darüber befand sich also eine Ebene, die wohl direkten Zugang zur Außenwelt hatte. Aufwärts war also gut. Gerade als sie wieder genauer umsehen wollten, grollte es hinter ihnen und spornte sie zur Eile an, oder aber im dicken feuchten Matsch sich zu verstecken.
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Re: Ein Hauch zu tief, aber doch richtig.

Beitrag von Kazel Tenebrée » Sonntag 31. Mai 2020, 16:35

Janay hatte ihre Entscheidung getroffen. Sie würde zunächst keinen der beiden Pfade einschlagen. Stattdessen suchte sie die nächstbeste Höhlenwand auf und erbrach sich. Romantiker würden behaupten, sie gaben das perfekte Paar ab. Eines stand fest: Sollten Janay und Kazel jemals in die Geschichte der Elfen eingehen, würden sie als orientierungslose Gefährten bekannt sein, bei dem der eine selbsternannte Hochelfen besudelte und die andere schreiend irgendwelche Kloaken voll spie. Die Kotz-Elfen von Celcia!
Hoffentlich blieben sie kleine Lichter in der Historie dieser Welt. Was würde ihr Nachwuchs dazu sagen? Nun, um den konnten weder Kazel noch Janay im Moment Gedanken verschwenden, denn wenn er - oder sie - jemals geboren werden wollte, musste zumindest die Mutter in Sicherheit gelangen. Leider erging es ihr gerade alles andere als gut aufgrund der wachsenden Gefahr, die sich offenbar mit jedem weiteren Herzschlag näherte. Sie mussten schnell etwas unternehmen und zwar irgendetwas, das nicht mit dem Entleeren des eigenen Mageninhaltes zu tun hatte.
Kazel wartete zunächst ab, gab Janay Zeit und nicht die Blöße des Wissens, sich in seiner Gegenwart nun genauso übergeben zu haben wie er noch zuvor im Lager der Hochelfen. Wäre wenigstens der Ork mit den Wargen hier. Eines der Tiere könnte Janay tragen und die kräftige Grünhaut hätte ihnen den Aufstieg an vielen Stellen der Höhle erleichtern können. Aber sie waren nicht hier. Weder sie noch Kazels Kleidung oder Waffen. Nichts. Sie mussten damit auskommen.
"Geht es wieder?", fragte der Mischling, als er neben Janay etwas in die Hocke ging. So schmutzig wie er war, hätte es ihm nichts mehr ausgemacht, ihr Reste von Erbrochenem mit dem bloßen Handrücken aus dem Gesicht zu wischen. Aber ja, Kazel war selbst schmutzig. So sehr, dass er Janay nur verunstalten und vielleicht weiteren Brechreiz auslösen würde. Also beließ er es bei distanzierter Fürsorge.

Und dann erbebte der Boden, jedenfalls kam es Kazel unter den nackten Füßen so vor. Er spürte dieses Rollen, fegte eine unsichtbare Welle unter ihnen hindurch, um kleine Steinchen zum erzittern zu bringen. Sofort war er wieder alarmiert und kehrte in den Stand zurück. Außerdem griff er instinktiv erneut nach Janays Hand.
Es blieb keine Zeit, einen Weg mit ihr auszuhandeln. Was immer hier unten war, schien ihnen auf die Schliche gekommen zu sein und nun die Verfolgung aufgenommen zu haben. Sie mussten so schnell es ging von hier fort! Kazel wartete nicht länger. Jedes Herumstehen beinhaltete zu viel Gefahr. Sie mussten in Bewegung bleiben, bis sie diesem Was-auch-immer endgültig entkamen oder aber ein Versteck fanden, wo es sie nicht aufspüren konnte. Er riss die Elfe mit sich und schlug tatsächlich den stinkigen Weg ein. Dabei dachte er nicht darüber nach, ob das Wesen sie anhand des Geruchs aufspürte. In diesem Fall wäre seine Entscheidung aber erst Recht auf den miefigen Pfad gefallen. Der Gestank hier überdeckte doch alles! Janay und er wurden Teil davon ... leider fühlte es sich auch so an. Kazel spürte eine unidentifizierbare, weiche Masse, die zwischen seinen Zehen hervor quoll. Sie spritzte auf, als er beschleunigte, bis beide rannten. Weg, nur weg!
Die Flucht führte durch weiteren Unrat. Kazel ignoriert ihn. Solange keiner von beiden ausglitt, sah er zu, dass sie voran kamen. Als sich die schleichende Steigung jedoch deutlich spürbar machte, so dass den beiden auch noch Klettern abverlangt wurde, ließ sich der Mischling in seinem Fluchtverhalten ein wenig bremsen - zwangsläufig. Aber das war gut. So erinnerte er sich daran, dass Janay es trotz seines inzwischen doch in den Hintergrund getretenen Katers nach wie vor schwerer hatte. Nicht, weil ihr nun ebenso elend im Magen zumute sein musste wie Kazel am Morgen! Nein, weil darunter in ihrem Leib etwas heran wuchs. Die Flucht verlangte ihr garantiert mehr ab. So half Kazel beim Klettern, wo er nur konnte, um ihr den Aufstieg leichter zu gestalten. Der Lohn ließ nicht lange auf sich warten, denn anschließend konnten sie den Weg mit weniger Hindernis durch Steigung fortsetzen. Trotzdem sah zumindest der Mischling sich immer noch in Gefahr, ohne wirklich zu wissen, wovon sie ausging. Von allem!, fegte der Gedanke durch seinen Kopf. Sofort wurde er jedoch von erneutem Grollen abgelöst.
"Es verfolgt uns noch immer", ließ Kazel Janay wissen. Aber dann zeigte er mit freier Hand nach vorn. Seine Hände waren schmutzig, die Haut an den Knöcheln etwas aufgerissen und sicherlich hatte er andernorts am Körper mehr als nur ein paa Kratzer abbekommen. Das Stolpern durch die Dunkelheit und nackt über Gestein, Schlamm und Unrat - er war nicht nur einmal hingefallen oder hatte sich einen Zeh angehauen.
Doch jetzt sah er deutlich, dass es vor ihnen etwas heller wurde. Ohne zu zögern hielt Kazel darauf zu. Er erhoffte, den Eingang dieses seltsamen Höhlensystems zu finden. Somit war die erste Enttäuschung groß, als sie lediglich eine Grotte erreichten. Aber das Licht! Woher kam das Licht? Schnell entdeckte er den Spalt in der Grottendecke. Es handelte sich wirklich um Tageslicht und es plätscherte mit mehr Hoffnung auf ihn herab als das Wasser. Trotzdem stellte Kazel sich kurz unter. Wenigstens Hände und Gesicht wollte er rasch von glitschigen Überresten ihrer Flucht reinigen. Er brauchte eine freie Sicht als auch saubere Finger, um zu dem Riss empor klettern zu können. Sein Blick wanderte über die Schulter. Wie sollte Janay es schaffen? Jetzt müsste ich diesem Raxtian Tausendtod sogar danken für die ... Kletterhilfen, mit denen er mit ausgestattet hat. Aber wie bekomme ich sie...? Hm, vielleicht.. Er wägte ihre Gestalt ab. Allzu schwer konnte sie nicht sein. Wenn er sich nur Mühe gab und vorsichtig blieb, konnte er vielleicht sogar Stellen finden, an denen eine Pause mit ihr möglich war. Sein Plan reifte heran. Um Details konnte er sich jedoch keine Gedanken machen, dafür war die Zeit zu knapp. Und diese Idee war die einzige, welche er gerade hatte.
Wieder blieb ihnen nur schnelles Handeln, denn das Grollen ertönte bereits erneut. "Los, steig auf meinen Rücken. Ich klettere zu dem Riss hinauf und wir schlüpfen hindurch, bevor ... dieses Ding uns erreicht." Sich im Matsch zu verstecken kam Kazel nicht in den Sinn. Nicht, weil es grundsätzlich keine gute Idee wäre. Kaninchen entkamen einem Wolf auch, wenn sie nur still im Gras hockten. Aber dieses Wesen hatte sie kontinuierliche verfolgt und er erhoffte sich größere Chancen in einer Flucht durch einen schmalen Deckenriss als darin, sich im Schlamm zu suhlen.
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