Die Obsidiankammer

Hier hausen die hochrangigen Herren, die im Dienste des Dunklen Herrschers stehen. Meist sind es Anführer der Soldaten oder geschätzte Krieger und Magier.

Die Obsidiankammer

Beitragvon Erzähler » Freitag 29. Juni 2018, 14:07

Darak kommt von Sonstige Orte Celcias -> Kata Mayan, die Todesinsel -> Trink mit den Toten

Nackt.
Der Gevatter Tod hatte von einer nackten Schönheit gesprochen. Darak sollte nicht länger bei den Elfen, ihrem Feuer und dem Alkohol verweilen. Nein, man kümmerte sich um ihn und eine nackte, rothaarige Schönheit würde bei ihm sein. War das nur ein Traum gewesen? Erwachte er gleich im Harax wieder, wo fremdartige Luft ihn umfing und das Atmen erschwerte? Hatte er alles nur geträumt? Wenn ja, was war der Traum? Hatte der Q'lalar ihn getötet, da er mit dem Gevatter und seinen elf Jüngern um ein Feuer saß. War Darak im Jenseits zum zwölften Jünger auserkoren? Und nun verriet er den Zeitlosen, indem er einfach ins Leben zurückkehrte ... zu einer nackten Feuermähne?
Nein, diese Information musste er geträumt haben. Er sehnte sich nach einem vollbusigen Körper, der sich weich an ihn schmiegte. Außerden hatte Darak doch für Rothaarige schon immer etwas übrig gehabt! Es mussten Wunschträume sein, ein Nachhall in seinem neuen Unleben als Verstorbener, der fortan dazu verdammt war, mit Elfen an einem Strand diesen ungemein starken Schnaps zu schlürfen!
Die Worte des Tods konnten nicht der Wahrheit entsprechen. Der Grund dafür war simpel. Wäre diese geheimnisvolle Rothaarige und auch er nackt, so müsste er nun ein Frösteln spüren. Doch nicht einmal die Härchen an seinen Unterarmen hatten sich aufgerichtet. Er spürte, dass er lag. Der Untergrund war eben, glatt, aber weich. Als hätte jemand eine dünne Matte zwischen ihn und den Erdboden gelegt. Nein, nicht Erdboden. Erde besaß kleine Löcher, Hügel, Unebenheiten und Steinchen, die einem in den Rücken drückten. Der Luthrokar aber lag vollkommen glatt da. Vielleicht befand er sich auf dem Dielenboden irgendeiner Taverne. Ja, vielleicht hatte er in Sarma vor dem großen Rückeroberungsversuch der dunklen Völker noch eine Taverne betreten und sich ordentlich die Kante gegeben. Mit seinem Elfensklaven Rhiven zusammen. Er musste so viel getrunken haben, dass er ihn am Ende elf Mal sah ... und Alma sich in ihrem weiten Rock und der zeltartigen Bluse in ein bizarres abbild des Todes verwandelt hatte. Der Schnaps war ihm zu Kopf gestiegen!
jetzt lag er hier, der Befreier. Am Boden irgendeiner nicht nennenswerten Sarmaer Taverne ruhte er, um seinen Rausch auszuschlafen. Derweil schauten seine Gefährten gelegentlich nach ihm. Aktuell musste es Lilith sein oder vielleicht sogar Constanze. Jedenfalls strichen die Finger einer Frau über seine Brust entlang, Sie waren zierlich, so dass er Alma sofort ausschließen konnte. Bei ihr hätte ein Streichen sich angefühlt, als schöbe Darak sich an einer Palette mit hängenden Würstchen vorbei. Das hier fühlte sich so viel angenehmer an! Es roch auch betörend. Ein wenig süßlich mit einer leichten Schweißnote, aber nicht jene, die er selbst verströmte. Es handelte sich nicht um männlichen Schweiß. Was Darak in die Nase stieg, war irgendwie ... lieblicher. Außerdem bedeckte Weichheit einen Teil seines Gesichts. Auch hier streifte ihn etwas, als der Körper, zu dem die zarte Hand gehört, sich unter einem schlaftrunkenen Seufzen herum drehte. Haare. Es waren Haare, die sich über seine linke Wange, die Schulter und einen Teil seiner Brust verteilten. Flammend rote Haare.

Die nackte Schönheit!
Sobald Darak die Augen öffnen würde, fände er sich darüber hinaus allerdings auch mit der nackten Wahrheit konfrontiert. Zwar lag da tatsächlich eine Frau neben ihm, frei von jeglicher Kleidung wie die Götter sie schufen, aber die ganze Umgebung gebot, ihr mehr Aufmerksamkeit zu widmen als der Frau mit dem drallen Vorbau, den sie in ihrem Abwenden von Darak gerade wie zwei volle Kissen unter sich zerknautschte. Dafür wurden Daraks Augen der Anblick eines formschönen Hinterns zuteil. Dieser ruhte mit dem Rest ihres und auch seines Körpers auf einem dünnen Laken und jenes befand sich auf einem massiven Block mitten in einem leeren Raum. Darak würde die Enden des Zimmers nicht erkennen können, denn sie wurden von der Schwärze der Wände verschluckt. Obsidian. Der gesamte wie eine Kuppel geformte Raum bestand aus Obsidian! Es schimmerte schwarzem Glas gleic mit einigen Verunreinigungen in Form von grünlichen und rötlichen Streifen, die sich durch die Oberfläche zogen. Wie eine Käseglocke wölbte der Raum sich über ihm und dem schlafenden Rotschopf und oben am Scheitelpunkt der Kuppel waren fünf Löcher zu sehen. Vier davon wiesen Gitter auf und besaßen gerade einmal den Durchmesser eines Oberarms. Das fünfte Loche aber war eine kreisrunde Luke, breit genug, dass Darak zwei Mal hindurch gepasst hätte. Kein Gitter verschloss sie, sondern eine Kugel aus Glas oder Kristall, in der eine Flamme auf magische Weise wie von allein brannte. Ihr Licht reichte aus, um die Obsidiankammer weitgehend zu erhellen. Jedenfalls fiel das Rampenlicht direkt auf den Klotz, der Daraks und der Fremden Bett darstellte.
Noch immer lag sie seelenruhig neben ihm, das Gesicht abgewandt. Sie schlief. Und eine kindliche Mädchenstimme in Daraks Kopf teilte ihm mit: Das ist nicht Elena, falls du das glaubtest.
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Re: Die Obsidiankammer

Beitragvon Darak Luthrokar » Montag 23. Juli 2018, 10:47

Darak Luthrokar war für vieles bekannt: Er war der Schlächter von Andunie, der Sklavenkönig von Sarma, der Held aller Frauen und Hühner und schliesslich auch der Befreier, doch als eines würde er definitiv nicht in die Chroniken eingehen, nämlich: Als Fürst der Trinker. Sogar die elf Elfen waren trinkfester als der ehemalige Mönch, was durchaus eine Peinlichkeit war, wenn man bedachte, dass Darak doch knapp 90 Kilogramm an Kampfgewicht auf die Waage brachte. Der Gevatter hingegen stand ohnehin ausser Konkurrenz, denn da war gar kein Blut, dass sich mit Promillen anreichern konnte. Während sich das Gerippe mit irgendwelchen Trinksprüchen zurückhielt, ging Darak schon bald aufs Ganze. Immer wieder hob er die Flasche und sprach einen neuen Tost aus. «Trinkt Freunde, trinkt. Auf das Wohl aller Hühner, ob mit Federn oder Brüsten, so sind sie mir in allen Varianten recht, nur die gefiederten zu bumsen, das wäre schlecht. Proost!»

Ob der Gevatter selbst das Todesdatum seines gehörnten Besuchers bereits kannte? Ob er wusste, wie lange es dem sturen Pelgarer noch gelingen würde, ihm ein Schnippchen zu schlagen? Kein Sterblicher konnte dies genau wissen und deshalb konnten sie sowohl für ein vorbestimmtes Schicksal, wie auch für die Zufälligkeit des Lebens und Sterbens werben. Darak Luthrokar glaubte bis zu einem gewissen Grad an das Schicksal, aber er war auch davon überzeugt, dass die Götter manchmal in vorbestimmte Bahnen hineinpfuschten und das Leben der Sterblichen gehörig durcheinander brachten. «Liebe Freunde, lasst uns trinken, auf Lysanthor, diesen alten Schinken. Proklamierte er stehts den aufrechten Pfad... und was haben die Pelgarer nun davon? Die ganze Stadt dem Feind erlag! Prost!»

Der Rausch lockerte Daraks Zunge und er kümmerte sich auch nicht mehr darum, dass er hier in dieser Zwischenwelt vielleicht den Göttern näher war, als ihm selbst lieb war. Ob Lysanthor ihn hören konnte? Ob es ihn überhaupt kümmerte, was ein einzelner Sterblicher zu berichten hatte? Dieser eine Sterbliche, dieser Darak Luthrokar, der einst in seinem Dienste gestanden hatte und dann gefallen und zum Verdammten geworden war?

Lysanthor schwieg sich aus, dafür plauderte der Gevatter aus dem Nähkästchen. Die nähere Zukunft von Darak sah durchaus rosig aus, nein feurig! Der glorreiche Plan des Befreiers würde aufgehen, er würde tatsächlich bis zur Feuerhexe vorstossen und bei ihr erwachen.

«Cassandra, ja. Die Feuerhexe. Ja. Und sie wird nackt sein, mhm.» Darak klatschte vergnügt in die Hände. «Diese Aussicht gefällt mir!» Raunte er zufrieden. So war er eben auch, der Gehörnte. Er lebte definitiv nicht nach dem monogamen Prinzip. Liebe und Leidenschaft waren zwei Bereiche, die er problemlos nebeneinander existieren lassen konnte. Er liebte seine Lilith über alles, doch dies hielt ihn nicht davon ab, auch viele andere Frauen zu begehren und zu verführen.

Plötzlich stieg in seinem berauschten Geist plötzlich das Bedürfnis auf, sich diesbezüglich zu erklären. Er legte seinen Arm um einen der elf Elfen und sagte zu ihm: «Weisst du...isch halte es mit den Weibern, wie mit dem Wein... man hat seine bevorzugte Sorte, die man nie wissen möchte und die man immer wieder gerne Trinkt... aber wie könnte ich mich als Geniesser, vor exotischen Angeboten verschliessen? Das wäre doch eine Verschwendung meiner Geschmacksknospen...nicht?

«Rrhhh die Feuerhexe» Raunte er angeregt. Die Aussicht auf ihre nackte Schönheit machte ihn ganz wuschig. Kein Wunder, Cassandra passte gänzlich in Daraks bevorzugtes Frauenschema. Stark, temperamentvoll, dominant und mächtig. Cassandra galt unter den Sklaventreibern als Inbegriff einer Amazone, obwohl sie im Grunde gar keine war. Oder vielleicht doch? Darak wusste nicht, ob sie Verbindungen zur Amazoneninsel pflegte, aber er wusste was sich die Männer in der Wüste über die Feuerhexe erzählten. Allein ihr Hüftschwung sollte ausreichen um einsamen Kerlen bereits einen Höhepunkt zu verschaffen. Traf ihr strafender und feueriger Blick einen Junggesellen, so würde er sich nie wieder für eine unschuldige Maid interessieren, sondern seine Erfüllung nur noch in den den Bordellen der Wüstenstadt suchen, die auf Peitschen und Leder spezialisiert waren.

Cassandra war die Königin männlicher Gerüchte. So erzählte man sich, dass sich unter der Akademie eine grosse Höhle befand, die bis unter die Decke mit der Asche jener Liebhaber gefüllt war, die Cassandra nicht hatten befriedigen konnten. Ohnehin soll es bisher keinem Mann gelungen sein, dass feurige Herz der Hexe dauerhaft zu erobern. Romantisch veranlagte Männer erzählten sich, dass sich der Wüstensand rund um die Akademie zu Glas wandeln würde, wenn Cassandra tatsächlich einmal ihr Liebesglück finden würde, so stark würde dann ihre Wärme und Liebe ausstrahlen. Pff! Romantiker!

»Und sie hasst dich» Fügte der Gevatter monoton hinzu. Oh ja... Darak hätte es beinahe vergessen. Da war ja noch was! Mist! Die Mädchen, die jungen Novizinnen, die er der Meisterin wegstibitzt hatte. «Oh ja...» Brummte Darak und lehnte sich nun an den Gevatter. «Sie hasst misch...ja...» Murmelte er. Seine Gedankengänge waren bleiern und träge, nur langsam verwob sich diese Information mit seinem Plan. Ob es wirklich eine gute Idee gewesen war, aussgerechnet ihn in ihre Zelle einzuschleuesen? In ihr Verliess? Er...die Reizfigur Darak Luthrokar, eingepfercht mit einer magisch begabten Furie?

Vielleicht hatte er schon bessere Pläne gehabt... obwohl... im Grunde krankten alle seine Pläne oft an dem einen oder anderen groben Logikfehler. Doch diesbezüglich war es nun zu spät für einen Rückzieher. Sein Schicksal sah es vor, dass er der Feuerhexe begegnete und der Gevatter sorgte dafür, dass sich diese Begegnung auch nicht mehr länger hinzog. Plötzlich wirbelte der Tod seinen Mantel herum und brachte die fröhliche Gesellschaft zum Verschwinden. Auch der Rausch nahm rapide ab und Darak blintzelte verwundert den blauen Lichtern entgegen, die ihn zu beobachten schienen. Seine Nackenhaare stellten sich auf als der Tod hinter ihn trat und ihm einen Stoss ins Kreuz versetzte. Plötzlich wurde er von einem gewaltigen Sog erfasst und zurück in seinen Körper und ins Hier und Jetzt katapultiert. Er riss seine Augen auf, schnappte ruckartig nach Luft. Sein Schädel pochte, sein Herz pumpte wie verrückt und seine Adern hoben sich dick unter seiner Haut hervor.

Für einen Moment hatte er völlig die Orientierung verloren und er wähnte sich zurück in Sarma, in irgendeine schmuddelige Taverne. Er schloss seine Augen wieder und konzentrierte sich auf seine übrigen Sinne. Er spürte ein sanftes Streicheln über seiner Brust, das er mit einem wohligen Raunen quittierte. Die Welt war in Ordnung. Er war in Sarma und in Sicherheit. Er entspannte sich etwas, und gab sich gänzlich den feinen Berührungen hin und sog den Duft des weiblichen Körpers neben ihm auf, der aber so gar nicht zu Lilith passte. Vielleicht war es doch Constanze. Als ihn ihre Haare zu kitzeln begannen öffnete er nun doch seine Augen. Ihn erwartete nicht die weisse Decke einer typtischen Wüstentaverne, sondern Schwärze. Er stutzte und nun musterte er seine Umgebung doch etwas genauer. Neben sich drehte sich die fremde Schönheit gerade um. Ihre wohlgeschwungenen Hüften und die zarten Hügel ihrer Wirbelsäule fingen seinen Blick ein. Als er dann aber den Raum näher betrachtete – auch wenn es ihm schwer fiel seinen Blick vom Hintern der Frau abzuwenden – begann er sich allmählich wieder an seine gegenwärtige Mission zu erinnern. Das hier war nicht Sarma... und neben ihm lag weder Lilith, noch Constanze... und auch nicht Elena, wie ihn eine Stimme in seinem Kopf ermahnte. Wer auch immer das hätte sein sollen... vermutlich eines von vielen Freudenmädchen... mit der er sich in Vestas Bordellen vergnügt hatte... Bordelle..rothaarige Sklavinnen...Feuer!

Jetzt erst setzten sich die einzelnen Mosaikteilchen zu einem Ganzen zusammen. Feuerige rote Haare! Feuer! Ein Käfig aus Obsidian! Dunkelheit! Sein zertrümmertes Knie – zerschlagen von Schergen der dunklen Armee! Die dunkle Armee! Morgeria! Rhiven! Cassandra!

CASSANDRA DIE FEUERHEXE HATTE IM SCHLAF SEINE BRUST GESTREICHELT. HA! Verdammt, Cassandra die Feuerhexe hatte im Schlaf SEINE Brust gestreichelt! Wenn sie sich dessen bewusst würde, würde sie ihn vermutlich bei lebendigem Leibe verbrutzeln! Er, Darak Luthrokar, sollte NICHT nackt neben seiner Nemesis liegen. Schlechte Idee!
Darak wurde plötzlich von einer gewissen Hektik angetrieben. Er fürchtete um seine Haut- besonders auch um sein entblösstes Gemächt, welches ihm vor seinem geistigen Auge schon als Grillschnecke erschien. Er musste Abstand zu Cassandra gewinnen und sie nicht reizen, zumindest nicht, bevor er ihr nicht den Grund seiner nackigen Anwesenheit erläutert hatte. Aber...wie zur Hölle ist er überhaupt hierhergekommen? Warum war er überhaupt nackt? Wo waren seine Krücken? Wo war Rhiven? Was ist nach ihrem Gang durch den Harax nur passiert? Und wie konnte es sein, dass Cassandra so seelenruhig neben ihm schlief? War sie sich seiner Präsenz noch gar nicht bewusst?
Darak erhob sich vorsichtig von seiner Schlafstätte. Zog aber sofort scharf die Luft ein, als er sein kaputtes Knie versuchte zu belasten. «Ah Scheisse!» Grummelte er und verlagerte sein Gewicht auf das andere Bein. Dieses verfluchte, vermaledeite, verdammte Knie!

Er war verletzt und nackt! Kein Zustand, in dem man eigentlich der Feuerhexe gegenübertreten sollte. War sie es wirklich? Vosichtig humpelte er um den Bettblock herum, bis er ihr Gesicht erkannte. Sie war so wunderschön! Im Schlaf sah sie sogar lieblich aus...ein Detail, mit dem man sie sicherlich triezen könnte. Nicht, dass er das wollte! Nein, nein! Im Gegenteil!

«Scheisse, scheisse, scheisse...» Sie hatten zwar geplant, ihn in ihre Zelle einzuschleusen...und in der Theorie würde Cassandra auch gleich kooperieren, doch wie sollte er das in der Praxis bitte anstellen? Ein nackter Befreier war in ihre Zelle gekommen um was genau zu tun? Was konnte ER hier UNTEN denn schon tun?
Er blickte zu den Löchern hoch, in der Hoffnung, dass ihm Rhiven gleich etwas zuflüstern würde, oder ein rettendes Seil hinuntergelassen würde. Nichts.

«Ahhr..scheisse...» Brummte er nur. Er humpelte an das Bett heran und begann damit, vorsichtig nach der Decke zu klauben, damit er zumindest den provokativsten Teil seiner Blösse verdecken konnte. Da er nicht länger stehen konnte, hockte er sich neben die Schlafende... und übte bereits seine – es ist nicht wie du Denkst – Argumentation.

Vorsichtig erhob er seine Stimme. "Cassandra? Psst...heh...wach auf...aber flipp nicht aus...ja?" Er zitterte... er zitterte tatsächlich! So hätte sich der grosse Darak Luthrokar sein erstes Meeting mit der Feuerhexe nicht vorgestellt! Er war ein zitterndes nacktes Elend, welches unumgänglich an Grillschnecken dachte! Das war fern ab, jeglicher feuchter Fantasie!
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Re: Die Obsidiankammer

Beitragvon Erzähler » Dienstag 7. August 2018, 14:32

Daraks Orientierungslosigkeit hätte ein jähes Ende nehmen können, wäre er die Sache mit mehr Logik angegangen. Keine Taverne in ganz Sarma konnte so geruchsneutral sein wie die Kammer, in der er sich befand. Im Gegenteil! Unter der lysanthorischen Hitze der Wüstensonne stank es selbst in den abgedunkelten Kaschemmen stets nach Schweiß. Außerdem wurden Getränke serviert, die nur verdaubar waren, weil der viele Alkohol darin alles Unverträgliche direkt abtötete. Typischerweise hielten weitere Aromen wie der Gestank von Pisse, Katzendreck, fauligem Heu oder sogar Ziege Einzug in solche Einrichtungen.
Wie es Sarma wohl ging? Kam man dort ohne Darak, den Befreier, zurecht? Kämpften man immer noch gegen die Rückeroberungsversuche der dunklen Völker und konnte Sarma gewinnen, nur weil sie einen waschechten Feuerdrachen auf ihrer Seite hatten? Oder war doch alles dem Untergang geweiht? Strömten die Dunkelelfen, Orks und Goblins bereits die Stadt, schändeten das Wüstenvolk und schlitzten Almas breite Kehle auf? Alma ... Constanze ... und Lilith. Darak hatte sie alle zurückgelassen, aber sie waren es, deren Erinnerung unterschwellig Einzug in seine Wahrnehmung hielt, selbst wenn Darak sich dessen nicht bewusst war. Für Männer besaßen Frauen immer einen ganz eigenen, einzigartig anziehenden Geruch und das traf auf alle Frauen zu, selbst auf eine Alma!
Die Frau, welche sich aber neben Darak nur leicht bewegte in ihrem Schlummer, war gewiss nicht die Heilerin. Das wäre zu gefährlich, falls Darak jemals neben Alma schlafen sollte. Sie brauchte sich nur auf die falsche Seite zu rollen und aus wäre es mit dem Befreier von Sarma. Dass der Rotschopf hier in der Obsidiankammer aber mal die Seite wechselte, wäre ein erquickender Anblick für Darak, denn die Frau war eindeutig nackt. Und Cassandra, die Feuerhexe, war doch auch bekannt für ihre übergroße .... Feuerkraft.

Als Darak sich dessen ebenfalls bewusst wurde, versuchte er seinen Platz zu verlassen. Das zertrümmerte Knie wollte nicht mitmachen und weit und brreit keine Spur von seinen Krücken. Auch Rhiven war nicht da. Die einzige Person, die er um Hilfe bitten könnte, war so unberechenbar in ihrem Temperament, dass sowohl die Möglichkeit bestünde, dass sie Ja sagte, als auch, dass die kleine Grillschnecke das einzige wäre, was neben einem Haufen Asche von Darak übrig blieb.
Schließlich, nach reichlichem Fluchen, einer kurzen Strecke um den Schlafblock herum - Darak konnte hierbei erkennen, wie klein ihr Gefängnis eigentlich doch war - ließ er sich wieder neben Cassandra nieder und sprach sie das erste Mal an. Ihre Antwort drang mit einer wundervoll, leicht rauchigen, voluminösen Stimme der Verführung zu ihm herüber, kurz bevor das Schneidige darin bereit war, ihm die Haut vom Leib zu pellen. "Natürlich bin ich wach. Dein Gefluche hat dafür gesorgt." Sie richtete sich auf. Ihr langes, rotes Haar fiel in seidigen Ströhnen und Wellen auf ihre Haut. Es besaß so wunderbar viele Kurven wie die Feuerhexe selbst und sie hatte ihren Stolz nicht verloren. Der Blick ein starker Kontrast zu ihrer Art hielt sie das Kinn gereckt, während sie Darak musterte. Aus ihren Augen heraus loderten kleine Flammen. Ihr Blick genügte, um den Raum zu erhellen!
"Ist das jetzt die neueste Art Folter? Man bringt mir einen nackten Lüstling herein, der mich anstarren kann und mich nicht schlafen lässt? Und ich kann ihn nicht einmal nutzen, um zu entkommen, weil er mit seinem Bein keinen noch so schlanken Frauenkörper würde auf seinen Schultern tragen können? Du bist wirklich jämmerlich! Verzieh dich in eine Ecke, sei einfach still und lass mich in Frieden!"
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