Erwachen zwischen Schatten

Das Zentrum der celcianischen Diebesgilde und Sitz dessen Patrons. Dieser rühmliche Palast befindet sich unterirdisch und ist nur Mitgliedern der Diebesgilde bekannt.
Er beherbergt neben geraubten Schätzen und einem eigenen Manthala-Tempel auch den sogenannten Schatzgang.

Re: Erwachen zwischen Schatten

Beitragvon Erzähler » Freitag 25. September 2015, 11:41

**Zu früh!**
Die Aussage war wirklich rätselhaft, aber auch wahr. Roac hatte die Berührung der Schatten über sich ergehen lassen, sie überstanden und wer auch immer diese Frau war, sie hatte befunden, dass es zu früh für ihn war.
Für was auch immer.
Gleichzeitig beinhalteten diese zwei einfachen Worte aber auch eine Möglichkeit, dass es eine Zeit geben würde, wo es „genau richtig“ sein könnte.
Für was auch immer.

Noch ein wenig in Gedanken versunken näherte sich der Rabe wieder dem Thronsaal. Vermutlich war es Morgen und es herrschte allgemeine Betriebsamkeit. Ein Reifen rollte von einem Kind getrieben an ihm vorüber, Kinder wurden von ihren Müttern zum Frühstück getrieben, Männer trieben ihre Frauen verspielt vor sich her und klopften ihre Hinterteile. Fast unwillkürlich sah Roac den Frauen auf die Schuhe, aber stellte schnell fest, dass sehr viele auf diese Art in Frage kamen, seine schattenhafte Begegnung zu sein. Viele trugen diese einfachen Schuhe und auch braune Röcke waren nicht gerade selten. Bekannte Gesichter wie das von „Cadice“, genannt Biene und Luchs waren leider nirgends zu sehen, aber an einem Tisch entdeckte Roac Adler und ...Hase!
Der Junge stand sofort auf, als er Rabe sah und machte den Eindruck, als wollte er flüchten. Adler sagte etwas zu ihm und er blieb wie angewurzelt stehen. Er nickte langsam und wartete bis Roac nah genug war um ihn zu hören. Kaum da er in Reichweite war sprudelte es aus dem Jungen heraus:
„Es tut mir leid! Wirklich! Ich wollte euch nicht verletzten! Ich dachte die Dunklen würden wohl möglich zurück kommen, bevor ihr es tut und wollte mich schützen! Dass ihr in meine Falle geraten seid, tut mir schrecklich leid! Ich hab ja auch gleich um Hilfe gebeten und mit Biene gesprochen. Es war mein Fehler. Ein Fehler der nicht vorausgedacht war, aber … „
Es klang fast so als wollte er zu irgendeiner Verteidigung ansetzen, aber Adler schüttelte leicht den Kopf, woraufhin Hase fort fuhr:
„Ich bitte hiermit in aller Form um Verzeihung!“
Er strich sich nervös die dunkelbraunen Fransen aus der Stirn und schielte unter den langen Wimpern zu Rabe. Hase wie auch Adler und einige andere Herren der näheren Umgebung sahen Roac an, ob er die Entschuldigung annehmen würde.
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Re: Erwachen zwischen Schatten

Beitragvon Roac » Sonntag 27. September 2015, 21:41

Es dauerte nicht lange und Roac konnte die breite Statur Adlers auf einer der Bänke am Rande der Halle ausfindig machen. Schnell änderte er seinen Kurs und schlängelte sich so agil wie sein steifes Bein es zuließ durch die wachsende Menschenmenge. Auf halbem Weg bemerkte er die kleinere Gestalt neben dem Mann und seine Brauen hoben sich leicht als er sie erkannte. Hase. Der Junge schien ihn ebenfalls bemerkt zu haben, denn seine Körperhaltung veränderte sich mit einem Mal zu der eines gehetztem Kleintiers. Wie ironisch...
„...wollte euch nicht verletzten! Ich dachte die Dunklen würden wohl möglich zurück kommen, bevor ihr es tut und wollte mich schützen! Dass ihr in meine Falle geraten seid, tut mir schrecklich leid! Ich hab ja auch gleich um Hilfe gebeten und mit Biene gesprochen. Es war mein Fehler. Ein Fehler der nicht vorausgedacht war, aber …“
Der erste Teil seiner heruntergestotterten Entschuldigung ging in dem allgegenwärtigem Geschnatter um sie herum unter. Erst als Roac den Tisch erreicht und Adler sowie die restlichen Dieben gegrüßt hatte, konnte er den Jungen halbwegs verstehen. Nur wurde der mit jedem weiteren Wort leiser und schien sich in seiner schmuddeligen Jacke verkriechen zu wollen. Sah er wirklich so furchteinflößend aus?
„Ich bitte hiermit in aller Form um Verzeihung!“
Roac sah den Jungen eine Zeit lang an, dieser wich seinem Blick nervös aus. Der Dieb tat so, als müsse er einen Moment darüber nachdenken, wissend dass sämtliche andere Gespräche am Tisch für eine kurze Zeit aussetzten. Ob wohl jemand eingreifen würde, wenn er Hase vor versammelter Mannschaft den Hintern versohlen würde?
"Dafür entschuldigst du dich? Für das Fass?"
Er spürte die Blicke der anderen auf sich doch er kümmerte sich nicht darum. Dies war eine Angelegenheit zwischen ihnen beiden.
"Was ist mit der Tatsache, dass ich mich oben nicht mehr blicken lassen kann? Dass das verdammte dunkle Volk mich sucht und meinen Laden leer räumt. Was glaubst du machen die mit dem ganzen Kram? Du hast den Lagerraum selbst gesehen, was glaubst du wie viele Waffen man dafür eintauschen kann, hmm?"
Er nickte forsch in Richtung Hases entblößter Schulter, wo sich sichtbar eine frische Narbe den Rücken hinab zog.
"Schon mal an meine Kunden gedacht? Was glaubst du passiert wenn einer von denen zu spät merkt was passiert ist und in den Laden spaziert? Was machen die wohl mit dem, nachdem einer ihrer Schreiber von einem Taschendieb bestohlen wurde? Und wie lange meinst du wird es dauern, bis sie beginnen das ganze Viertel zu durchsuchen? "
Mit einem Ruck beugte er sich hinab und der Straßenjunge zuckte sichtlich zusammen. Eindringlich sah Roac ihm in die Augen. Merkwürdig. Die Szene kam ihm irgendwie bekannt vor, doch hatte er sie nicht aus dieser Perspektive in Erinnerung. Auch die folgendem Worte schienen seinem Gedächtnis zu entspringen, hatten sich irgendwann einmal dort eingeprägt.
"Es gibt Geldbeutel die können noch so fett sein, wenn du andere damit in Gefahr bringst, greifst du einfach nicht danach, verstanden?"
Einen Moment sah er Hase noch in die Augen, dann erhob er sich wieder. Seine Stimme klang versöhnlich, als er unbeholfen die Hand ausstreckte und dem Jungen durch die Haare strubbelte. Auch das fühlte sich seltsam vertraut an.
"Du kannst froh sein, dass du noch lebst. Wenn der Elf dich nur etwas tiefer getroffen hätte, hättest du dir die Heilsalbe genau so gut in die Haare schmieren können. Sei in Zukunft einfach vorsichtiger... und mach nie wieder den Fehler einen Dunklen zu bestehlen in Ordnung? Dann sind wir quitt..."
Roac klopfte dem Jungen auf die unversehrte Schulter und schob ihn leicht beiseite, sodass er sich auf die Holzbank setzen konnte.
"Ach ja, den Warenbestand der Feder musst du mir natürlich zurückzahlen. Das sollten um die... naja, mit Zinsen wären das ungefähr 150 Drachmen. An deiner Stelle würd ich mich ranhalten.."
Unsichtbar für Hase, der im selben Augenblick hinter seinem Rücken wohl gerade weiß wurde, zwinkerte Roac den Dieben am Tisch zu und griff nach dem Brotkörbchen.
"Was war das überhaupt in der Früh am Gang? Ihr habt uns aufgeweckt..."
Roac biss sich auf die Zunge als er seinen Fehler zu spät bemerkte. "Uns". Möglichst ungezwungen mied er Adlers Blick und drehte sich stattdessen wieder zurück zu Hase, in der Hoffnung, dass dieser von seinem Versprecher ablenken würde.
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Re: Erwachen zwischen Schatten

Beitragvon Erzähler » Dienstag 29. September 2015, 18:21

Ob wohl jemand eingreifen würde, wenn er Hase vor versammelter Mannschaft den Hintern versohlen würde?
"Dafür entschuldigst du dich? Für das Fass?"
Er spürte die Blicke der anderen auf sich doch er kümmerte sich nicht darum. Dies war eine Angelegenheit zwischen ihnen beiden und Hases Augen wurden größer.
"Was ist mit der Tatsache, dass ich mich oben nicht mehr blicken lassen kann? Dass das verdammte dunkle Volk mich sucht und meinen Laden leer räumt...“
Kurz wirkte der Junge so, als wollte er etwas sagen, aber er unterbrach Rabe dann lieber doch nicht.
„... Was glaubst du machen die mit dem ganzen Kram? Du hast den Lagerraum selbst gesehen, was glaubst du wie viele Waffen man dafür eintauschen kann, hmm?"
Er nickte forsch in Richtung Hases entblößter Schulter, wo sich sichtbar eine frische Narbe den Rücken hinab zog.
"Schon mal an meine Kunden gedacht? Was glaubst du passiert wenn einer von denen zu spät merkt was passiert ist und in den Laden spaziert? Was machen die wohl mit dem, nachdem einer ihrer Schreiber von einem Taschendieb bestohlen wurde? Und wie lange meinst du wird es dauern, bis sie beginnen das ganze Viertel zu durchsuchen? "
Mit einem Ruck beugte er sich hinab und der Straßenjunge zuckte sichtlich zusammen. Eindringlich sah Roac ihm in die Augen.
"Es gibt Geldbeutel die können noch so fett sein, wenn du andere damit in Gefahr bringst, greifst du einfach nicht danach, verstanden?"
Einen Moment sah er Hase noch in die Augen, dann erhob er sich wieder. Seine Stimme klang versöhnlich, als er unbeholfen die Hand ausstreckte und dem Jungen durch die Haare strubbelte.
"Du kannst froh sein, dass du noch lebst. Wenn der Elf dich nur etwas tiefer getroffen hätte, hättest du dir die Heilsalbe genau so gut in die Haare schmieren können. Sei in Zukunft einfach vorsichtiger... und mach nie wieder den Fehler einen Dunklen zu bestehlen in Ordnung? Dann sind wir quitt..."
Hase nickte so heftig, dass man fast befürchtete, sein Kopf könnte ihm von seinem dünnen Hals fallen. Roac klopfte dem Jungen auf die unversehrte Schulter und schob ihn leicht beiseite, sodass er sich auf die Holzbank setzen konnte.
"Ach ja, den Warenbestand der Feder musst du mir natürlich zurückzahlen. Das sollten um die... naja, mit Zinsen wären das ungefähr 150 Drachmen. An deiner Stelle würd ich mich ranhalten.."
Unsichtbar für Hase, der im selben Augenblick hinter seinem Rücken wohl gerade weiß wie das Laken des Königs wurde, zwinkerte Roac den Dieben am Tisch zu und griff nach dem Brotkörbchen.
"Was war das überhaupt in der Früh am Gang? Ihr habt uns aufgeweckt..."
Adlers Hand lag auf dem Brotkörbchen und einen Moment lang sahen sich die beiden Männer an. Hatte der ehemalige Schmied Verdacht geschöpft? Er blinzelte, lächelte und nahm dann die Hand weg, sodass Rabe das Brot nehmen konnte.
Hase setzte sich neben Roac und nahm sich ebenfalls ein Stück und schob dann einen Napf mit frischer Butter in die Mitte. Er sah seinen Sitznachbarn an und stopfte sich einen Happen in den Mund:
„Heufe früh? Daf hafe iff ...*schmatz*... Da habe ich W... jemanden gesucht und da ich ihn nicht gefunden habe, da hab ich nach Biene gesucht, da sie meist weiß wo sich ihre … wo wer ist.“
Er zuckte mit den Schultern und vermied es leider ein wenig zu offensichtlich Adler anzusehen. Dieser fiel sogleich in das Gespräch ein:
„W wie Waschbär? W wie Wespe oder W wie Wiesel?“
Hase zuckte bei letzterem zusammen und Adler grinste.
„Aha, was hat Wiesel denn wieder angestellt?“
Zu Roacs Glück schien sich Adler mehr um das besagte Nagetier zu kümmern als um die Tatsache, dass Biene im Trakt der Neuen gesucht und gefunden worden war.
„Er ist … er … Ich hab versprochen, nichts zu sagen. Ich werde aber auch nicht lügen.“
„Ah, also hat Biene wieder irgendwas angeleiert von dem ich sagen würde, dass es zu gefährlich ist?“
Hase nickte.
„Und Wiesel ist darin verwickelt?“
Hase nickte.
„Noch mehr von ihren Kindern?“
Hase nickte.
„Alle?“
Hase schüttelte zögernd den Kopf.
„Dann nur die älteren Jungs?“
Hase nickte.
„Ihr sollt euch beweisen?“
Wieder nicken.
„Das ist wieder typisch. Hat es was mit dem Vorstoß in den Innenring zu tun?“
Hase biss sich auf die Unterlippe und nickte dann abermals zaghaft.
„Weist du wo Biene im Moment ist?“
Hase zuckte mit den Schultern und Adler entließ ihn aus seinem Verhör. Der Junge wandte sich, nachdem er wieder kräftig zugelangt hatte, wieder Roac zu.
„Da...“
Er schob ihm 15 Fuchsmünzen hin, die er aus allen möglichen Taschen und Falten seiner Kleidung holte.
„Als Anzahlung für die Schwarze Feder.“
Das Geld hatte er sich sicher hart ergaunert. Dann stopfte er sich wieder Brot und Butter in den Mund und sah traurig seinen Münzen hinterher.
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Re: Erwachen zwischen Schatten

Beitragvon Roac » Freitag 2. Oktober 2015, 17:18

Es dauerte nicht lange, vielleicht einen Sekundenbruchteil in dem Rabe und Adler sich ansahen. Lag dort etwas in den gelblichen Augen, dass die Gefühle seines Gegenübers verriet? War ihm Roacs Fehler entgangen oder war das leichte Lächeln seine Reaktion darauf? Der Moment verschwand abrupt als Hase sich zu ihnen an den Tisch setzte.
„Heufe früh? Daf hafe iff ...*schmatz*... Da habe ich W... jemanden gesucht und da ich ihn nicht gefunden habe, da hab ich nach Biene gesucht, da sie meist weiß wo sich ihre … wo wer ist.“
Roac spürte wie Brotkrümel über seinen Mantel prasselten als der Junge mit seiner Geschichte begann. Seine Nervosität sprach Bände und diesmal war nicht sein schlechtes Gewissen daran schuld. Mit vagem Interesse beobachtete Roac ihn von der Seite, während ihn Adler gekonnt ausfragte. Die Gilde konnte sich wahrlich glücklich schätzen, dass Hase bisher weder den Dunklen noch der Stadtwache in die Hände gefallen war. Wenn der Kleine schon im einfachen Gespräch nichts für sich behalten konnte, welche Geheimnisse würde dann ein Foltermeister aus ihm herauslocken können? Es war wirklich ein Wunder, dass die Existenz des Zunftgarten all die Jahre verheimlich werden konnte. Oder zumindest gut hinter Märchen und Schauergeschichten versteckt wurde.
„Ah, also hat Biene wieder irgendwas angeleiert von dem ich sagen würde, dass es zu gefährlich ist?“
Kopfnicken.
Und Wiesel ist darin verwickelt?“
Kopfnicken.
„Noch mehr von ihren Kindern?“
Erneutes Kopfnicken.
„Alle?“
Hase schüttelte zögernd den Kopf.
„Dann nur die älteren Jungs?“
Hase nickte.
„Ihr sollt euch beweisen?“
Wieder Nicken.
„Das ist wieder typisch. Hat es was mit dem Vorstoß in den Innenring zu tun?“
Roac horchte auf und legte sein Stück Brot beiseite. Als Cadice gestern beiläufig erwähnt hatte, dass sie eine kleine Gruppe an Straßenkindern betreute, hatte er sich etwas anderes darunter vorgestellt. Doch andererseits, schien so eine Aktion genau zu ihr zu passen.
Adlers Vermutung wurde bestätigt und das Verhör war beendet. Hase hatte sich nicht nicht sonderlich gut geschlagen, doch schien er froh weder Adler noch Roac weiterhin Frage und Antwort stehen zu müssen. Stattdessen machte er sich über den restlichen Laib Brot her und besprenkelte sich und seine Tischnachbarn erneut mit Brotkrumen.
"Sie will mit den anderen am helllichten Tag in den Innenring? Wozu?"
Hase hob den Kopf doch Roacs Frage war an Adler gerichtet.
Der Innenring war strikt bewacht und für das gemeine Volk so unerreichbar wie der Harax selbst. Natürlich gab es trotzdem genügen Wege hinter die großen Mauern, wenn man bereit war das ein oder andere Risiko einzugehen. Roac kannte ein paar davon, doch war es schon einige Zeit her, dass er selbst im Adelsring ein- und ausgegangen war. Viele Schlupflöcher wurden in der Zwischenzeit bestimmt schon gestopft, andere, welche mit körperlicher Anstrengung verbunden waren wie das Erklimmen bestimmter günstiger Mauerstellen, konnte er wegen seinem Beines ebenso vergessen. Aber selbst in seiner besten Zeit war er selten Tagsüber im Innenring gewesen - dafür war die Gefahr von den Soldaten des Königs entdeckt zu werden einfach zu groß.
Aus den Augenwinkeln sah er wie Hase in seinen Taschen kramte und dachte sich nichts dabei, dann schob dieser ihm jedoch etwas zu. Es war ein kleiner Haufen kupferroter Münzen.
„Da... als Anzahlung für die Schwarze Feder.
Es war ein Scherz gewesen, eine kleine Rüffel um den Jungen einen Schrecken einzujagen. Doch anscheinend hatte Hase es damit ernst genommen. Schon wollte Roac ihm das sagen, da überlegte er es sich anders.
"Wenn ich die dir jetzt wegnehme, wirst du dich nur umso schneller wieder in Gefahr bringen weil du nach den falschen Taschen grabscht."
Er schob das kleine Münzhäufchen zurück zu Hase.
"Ich werd mir was einfallen lassen in Ordnung?"
Roac hatte keine Absicht den Jungen zu schröpfen. Der ehemalige Hehler wusste, dass es nicht dessen Absicht gewesen war ihn um seinen Laden zu bringen. Zudem war er auf die paar Füchse nicht angewiesen. Vielleicht konnte sich der Straßenjunge aber in Zukunft als nützlich erweisen. Er war schon einige Zeit länger hier unten als er, hatte vielleicht das eine oder andere aufgeschnappt. Womöglich wusste er sogar mehr über die Kammer mit dem merkwürdigem Portal. Und wie Roac gerade mitbekommen hatte, würde es nicht besonders schwer sein Informationen aus ihm herauszuleiern.
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Re: Erwachen zwischen Schatten

Beitragvon Erzähler » Montag 5. Oktober 2015, 17:52

"Sie will mit den anderen am helllichten Tag in den Innenring? Wozu?"
Hase hob den Kopf und öffnete den Mund als wollte er etwas sagen, doch stopfte sich sicherheitshalber wieder etwas von dem frischen Brot in den selbigen. Die Frage war eh an Adler gerichtet, aber dieser zuckte nur mit den Schultern und meinte:
„Da müsstest du wohl dann Biene zu befragen, aber wenn du sie siehst, dann bestelle ihr doch bitte auch gleich, dass sie sich mit mir absprechen sollte, egal was sie vor hat.“
Damit schien das Thema vorerst erschöpft und Roac nahm sich den kleinen Hasen zur Brust.

"...Wenn ich die dir jetzt wegnehme, wirst du dich nur umso schneller wieder in Gefahr bringen weil du nach den falschen Taschen grapscht."
Er schob das kleine Münzhäufchen zurück zu Hase.
"Ich werd mir was einfallen lassen in Ordnung?"
Hase verdrehte die Augen.
„Ah, ich weis schon … ein Gefallen. Das wollen sie immer alle und damit hast mich in der Hand. TOLL!„
Es sah nicht begeistert aus, aber anscheinend war das hier nicht sein erstes Mal, dass er etwas auszubaden hatte und so ergab er sich in sein Schicksal und nickte zerknirscht.

Zwei weitere Halbstarke kamen am Tisch vorbei und er sah ihnen hinterher. Offensichtlich wollte er lieber mit Gleichaltrigen zusammen sein, als mit den alten Knackern. Noch blieb er aber sitzen und stopfte sich den Mund voll. Adler wandte sich inzwischen an Rabe und musterte ihn einmal von oben bis unten. Seine Augen blieben an dem versehrten Bein hängen.
„Ich will dir nicht zu nahe treten mit meiner Frage, aber ich überlege gerade, wie du dich am besten in die Gemeinschaft einbringen kannst... also... körperlich schwere Arbeit ist nicht so dein Ding, oder? Ich meine, schaffst du es ein paar Stunden langsam zu gehen und dabei die Arme zu schwingen?“
Es war wahrscheinlich völlig unklar was er mit dieser Frage bezwecken wollte, aber zwischen den Zeilen war gleichzeitig die Frage nach Roacs Nutzen für die Gemeinschaft gestellt worden. Adler wollte wissen wie Rabe in Zukunft gedachte sich nützlich zu machen und ob er seine Fähigkeiten richtig einschätzen konnte. Sicher gab es einiges zu tun und Adler musste ihr neustes Mitglied produktiv einordnen. Wenn der ehemalige Hehler es schlau anstellte, dann konnte er in diesem Augenblick vielleicht noch ein bisschen seine zukünftigen Aufgaben mitbestimmen.
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Re: Erwachen zwischen Schatten

Beitragvon Roac » Montag 5. Oktober 2015, 20:44

„Da müsstest du wohl dann Biene zu befragen, aber wenn du sie siehst, dann bestelle ihr doch bitte auch gleich, dass sie sich mit mir absprechen sollte, egal was sie vor hat.“
Roac brummte zustimmend, auch wenn es ihm ein wenig merkwürdig vorkam, dass er als Neuling mit dergleichen beauftragt wurde. Wenn dies nicht der erste Vorfall war, bei dem Cadice nach eigener Lust und Laune Einbrüche organisierte, würde die von ihm übermittelte Rüge Adlers wohl keinen Deut daran ändern. Womöglich hing dies auch damit zusammen, dass sie die Tochter eines Älteren war. Als Roac darüber nachdachte, fiel ihm ein wie wenig er doch über die hier herrschenden Hierarchie wusste. Irgendwie musste diese gewaltige Menge an Dieben doch organisiert werden?
"Kannst du mir bei Gelegenheit vielleicht noch ein wenig über den Aufbau der Gilde erzählen? Stehen die vier Alten an eurer Spitze und verteilen die Aufträge oder gibt es darüber noch jemand?"

Hase hatte währenddessen seinen gewaltigen Bissen Brot heruntergeschlungen und das Ausmaß von Roacs Worten begriffen.
„Ah, ich weis schon … ein Gefallen. Das wollen sie immer alle und damit hast mich in der Hand. TOLL!“
*Schnipp*
Die kleine Kupfermünze prallte mit einem hellen *Pling* von der Stirn des Jungen ab und landete unter der hölzernen Bank. Während Hase sich an den schmerzenden Kopf griff, zog Roac den ausgestreckten Zeigefinger wieder ein, dann griff er unter den Tisch und hob den Fuchs auf. Mit einem unschuldigem Grinsen warf der Dieb ihn zurück zu den anderen auf den Haufen.
"Oh, das tut mir jetzt aber leid. Muss weh tun oder? Naja... sei froh, dass dich kein Fass erwischt hat, nicht?", meinte er tröstend. Danach wandte er sich wieder Adler zu.

Dieser schien ihn gerade mit seinen durchdringenden Blick zu durchleuchten. Roac ließ es über sich ergehen, auch wenn es ihm äußerst unangenehm war. Besonders als Adlers Augen auf seinem Bein hängen blieben. Seine Muskeln verspannten sich.
„Ich will dir nicht zu nahe treten mit meiner Frage, aber ich überlege gerade, wie du dich am besten in die Gemeinschaft einbringen kannst... also... körperlich schwere Arbeit ist nicht so dein Ding, oder? Ich meine, schaffst du es ein paar Stunden langsam zu gehen und dabei die Arme zu schwingen?“
Die Frager brachte ihn ein wenig aus dem Konzept, obwohl er eigentlich mit etwas in der Art gerechnet hatte. Es ging einfach zu schnell: erst gestern war er hier unten angekommen und hatte erfahren, dass es kein zurück mehr gab. Die Aufgabe die ihm nun zugeteilt werden würde, konnte ihn soviel er wusste den Rest seines Lebens beschäftigen. Dabei wusste er nicht mal genau was er selbst wollte.
"Ja das sollte ich noch hinbekommen... wenn ihr wollt kann ich auch schnell gehen und neben den Armen kann ich auch mit den Ohren wackeln..."
Er konnte sich das kleine bisschen Zynismus einfach nicht verkneifen.
"... aber wenn ich die Wahl hätte, würde ich lieber das tun, wo meine Stärken liegen. Wo mein Nutzen am größten ist."
Wahrlich, er hatte nicht vor bis ans Ende seiner Tage Pilze anzubauen oder Schweine zu mästen. Arbeitsscheu war er nicht, das hatte er in der Vergangenheit öfters bewiesen. Doch nun, da er wieder unter seinesgleichen war, juckte es ihn in den Fingern wieder dort zu beginnen wo er vor seinem Sturz gestanden hatte. Er wollte seinen Stolz wieder haben, wollte wieder das Kitzeln im Nacken führen. Kurz: er wollte sein altes Leben zurück.
"Anders als du hatte ich nicht das Glück bei jemanden in die Lehre gegangen zu sein - das einzige, was ich je gelernt habe war das Diebeshandwerk. Ich weiß, dass ihr hier unten auch Leute braucht die andere Arbeiten erledigen, das verstehe ich. Aber gebt mir eine Chance mich zu beweisen. Mein Bein...", er griff sich unterm Tisch ans Knie "...hat mich nicht aufgehalten hierher zu kommen. Ich hab es damit durch euer Labyrinth geschafft. Ich hab die Erfahrung und das Talent und ich weiß worauf es ankommt. Lasst es mich noch einmal probieren."
Er sah Adler eindringlich an und wurde aus dessen Blick nicht schlauer. Nach einer kurzen Pause fuhr er im selben Ton fort.
"Und wenn das nicht geht, dann lasst mich wenigstens so daran teilnehmen wie ich es in der Feder getan habe. Diesmal ohne Schmiergeld, ohne Wachen. Ich war drei Jahre Hehler, ich kenne mich im Geschäft aus, weiß welchen Wert Diebesgut hat und wie man es wieder loswird. Es gibt Dinge die könnt ihr hier unten nicht selbst herstellen, darum weiß ich, dass ihr zum Teil auch vom Handel abhängig seid. Ihr habt bestimmt schon eure eigenen Leute die sich darum kümmern aber wir haben gestern schon darüber geredet: Ich habe Kontakte die ihr vielleicht nicht habt."
Danach lehnte er sich wieder zurück und hielt Adlers Blick stand. Die linke Hand klammerte sich währenddessen immer noch an das linke Bein.
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Re: Erwachen zwischen Schatten

Beitragvon Erzähler » Dienstag 6. Oktober 2015, 17:51

Roacs Zwischenfrage:
"Kannst du mir bei Gelegenheit vielleicht noch ein wenig über den Aufbau der Gilde erzählen? Stehen die vier Alten an eurer Spitze und verteilen die Aufträge oder gibt es darüber noch jemand?"
, wurde mit einem Schulterzucken auf günstigere Zeiten verschoben.
„Das erzähl ich dir, wenn du dich eingelebt hast.“
Hase zog die Aufmerksamkeit auf sich und Rabe trieb seine Späße mit dem Jungen. Das kupferne Wurfgeschoss wurde hastig samt seiner Artgenossen von ihm eingesteckt und er funkelte Roac halb finster, halb belustigt an.
"Oh, das tut mir jetzt aber leid. Muss weh tun oder? Naja... sei froh, dass dich kein Fass erwischt hat, nicht?"
, meinte er tröstend. Danach wandte er sich wieder Adler zu, während er vielleicht noch aus dem Augenwinkel mitbekam, dass der Junge ihm die Zunge raus streckte. Hase stand auf und verabschiedete sich mit einer kurzen Abfolge von Handzeichen, dass Roac schon bei einigen anderen kurz gesehen hatte und irgendwie zu einer Verabschiedung gehörte:
„Stiel nicht eins wenn du in jeder Hand zwei haben könntest.“
Ader nickte und murmelte leise, während Hase davon eilte:
„Was Biene den Jungen immer so bei bringt ...“
Dann widmete er sich wieder ganz dem Neuzugang in der Gilde.

"Ja das sollte ich noch hinbekommen... wenn ihr wollt kann ich auch schnell gehen und neben den Armen kann ich auch mit den Ohren wackeln..."
Er konnte sich das kleine bisschen Zynismus einfach nicht verkneifen und Adler zog erst die Bauen hoch, fing dann aber kräftig an zu lachen.
"... aber wenn ich die Wahl hätte, würde ich lieber das tun, wo meine Stärken liegen. Wo mein Nutzen am größten ist."
Da er wieder unter seinesgleichen war, juckte es ihn in den Fingern wieder dort zu beginnen wo er vor seinem Sturz gestanden hatte. Er wollte seinen Stolz wieder haben, wollte wieder das Kitzeln im Nacken führen. Kurz: er wollte sein altes Leben zurück und Adler konnte ihm vielleicht dazu verhelfen. Und wenn nicht ganz wie früher, dann doch wenigstens anders als bisher.
"Anders als du hatte ich nicht das Glück bei jemanden in die Lehre gegangen zu sein - das einzige, was ich je gelernt habe war das Diebeshandwerk. Ich weiß, dass ihr hier unten auch Leute braucht die andere Arbeiten erledigen, das verstehe ich. Aber gebt mir eine Chance mich zu beweisen. Mein Bein..."
, er griff sich unterm Tisch ans Knie.
"...hat mich nicht aufgehalten hierher zu kommen. Ich hab es damit durch euer Labyrinth geschafft. Ich hab die Erfahrung und das Talent und ich weiß worauf es ankommt. Lasst es mich noch einmal probieren."
Er sah Adler eindringlich an und wurde aus dessen Blick nicht schlauer, zumal dieser sich auf seine Ellenbogen gestützt hatte und die großen Hände vor dem Mund gefaltet hielt. Nach einer kurzen Pause fuhr er im selben Ton fort.
"Und wenn das nicht geht, dann lasst mich wenigstens so daran teilnehmen wie ich es in der Feder getan habe. Diesmal ohne Schmiergeld, ohne Wachen. Ich war drei Jahre Hehler, ich kenne mich im Geschäft aus, weiß welchen Wert Diebesgut hat und wie man es wieder loswird. Es gibt Dinge die könnt ihr hier unten nicht selbst herstellen, darum weiß ich, dass ihr zum Teil auch vom Handel abhängig seid. Ihr habt bestimmt schon eure eigenen Leute die sich darum kümmern aber wir haben gestern schon darüber geredet: Ich habe Kontakte die ihr vielleicht nicht habt."
Danach lehnte er sich wieder zurück und hielt Adlers Blick stand. Die linke Hand klammerte sich währenddessen immer noch an das linke Bein.
„Da magst du Recht haben, wenn gleich vielleicht nicht ganz so sehr wie du glaubst, aber das kann ich dir später zeigen.“
Er nahm einen Schluck aus seinem Krug und grübelte noch einen Moment.
„Also es gäbe schon die Möglichkeit dich bei einem sehr vielversprechenden Bruch demnächst mit einzubauen … aber wenn du gefasst wirst, können wir dich da nicht raus holen. In diesem Fall gäbe es keine Gerichtsverhandlung. Ist gefährlich... aber machbar.“
Er rieb sich das Kinn.
„Die andere Möglichkeit wäre, du bekommst von uns etwas mitgegeben und reist nach Jorsa, wo wir einen Abnehmer und eine ...nennen wir es: kleine Zweigstelle haben. Die wäre es sogar wert sie auszubauen, aber bisher hatten wir niemand der seine Familie, sprich uns *grins* dafür verlassen wollte.“
Er stützte die Ellenbogen wieder auf den Tisch und beobachtete Roacs Gesichtsausdruck.
„Es wären beides Neuanfänge, aber ich glaube, Biene hat vielleicht auch noch eine Karte im Ärmel, die für dich interessant sein könnte. Sie hat immer jede Menge verrückte Ideen. Manchmal ein wenig zu verrückt, wenn du verstehst, was ich meine...“
Er rollte ein wenig mit den Augen, was soviel bedeuten konnte, dass Biene tatsächlich ein bisschen irre war.
„Einer schönen Frau verzeiht man aber viel, nicht war? …
Da war er wieder, dieser teils fragende, teils lauernde Blick.
„Nun gut... Zu ihren Ideen musst du sie schon selbst befragen. Wenn du bei dem Bruch mitmachen willst, musst du dich aber spätestens morgen Abend bei mir melden, dann danach werde ich zu sehr beschäftigt sein. Das andere hat noch etwas Zeit. Ganz wie du willst. Ich bin fast immer hier zu finden, oder jemand hier weis wo man mich finden kann.„

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Re: Erwachen zwischen Schatten

Beitragvon Roac » Donnerstag 8. Oktober 2015, 13:09

Mit gerunzelter Stirn verfolgte Roac die wilden Gesten Hases, der endlich damit fertig zu sein schien den letzten Flecken Höhlenboden unter ihnen mit Brotkrumen zu bedecken. Seine Hände bewegten sich mit einer Geschwindigkeit die beachtlich war, die Finger bogen und krümmten sich zu Zeichen die Rabe nicht verstand. Als er schließlich damit fertig war, rannte er in die Richtung, in die vorher die beiden anderen Jungen verschwunden waren. Das Klimpern, welches aus seinen vielen Taschen drang, klang noch mehrere Tische weiter zu ihnen herüber.
"Ich hoffe für ihn, dass das keine Beleidigung war, sonst fliegen das nächste Mal Drachmen statt Füchse..."
Der Dieb drehte sich wieder zu Adler und wurde ernst. Unruhig trommelte er unter der Tischplatte auf seine Kniescheibe.



„Da magst du Recht haben, wenn gleich vielleicht nicht ganz so sehr wie du glaubst, aber das kann ich dir später zeigen.“
Roac nickte, ohne zu wissen was Adler damit meinte. Natürlich wusste er nichts davon wie es hier unten zuging, wie die Diebesgilde arbeitete. Gestern noch hatte er schlichtweg ihre Existenz bezweifelt! Er konnte nur auf seine bisherigen Beobachtungen bauen und wenn er an die vielen Tunnel und Gänge dachte an die Cadice in gestern Abend vorbeigeführt hatte, so hatte er bisher nicht wirklich viel vom Zunftgarten erleben können. Wer konnte schon ahnen wie eine Gruppe Diebe diesen Ausmaßes wirtschaftete?
Sein Gegenüber ließ sich Zeit mit der Antwort, schien entweder ernsthaft über Roacs Vorschläge nachzudenken oder ihn absichtlich auf die Folter zu spannen. Schließlich rückte Adler mit der Sprache raus.
„Also es gäbe schon die Möglichkeit dich bei einem sehr vielversprechenden Bruch demnächst mit einzubauen … aber wenn du gefasst wirst, können wir dich da nicht raus holen. In diesem Fall gäbe es keine Gerichtsverhandlung. Ist gefährlich... aber machbar.“
Genau darauf hatte Roac seine Karten gesetzt.
"Als hätten Gerichtsverhandlungen keinen anderen Zweck als dem Henker Zeit für's Knoten seiner Stricke zu geben." Er winkte abschätzig ab: "Nein, mit dem Risiko bin ich vertraut... über den Bruch müsst' ich aber mehr wissen. Wo, wer der Besitzer ist, welche Beute ihr euch erwartet, wie ihr rein und raus wollt. Und am wichtigsten, wer mit mir reingeht."
Doch es gab noch ein Angebot, das ihm der Dieb unterbreitete. Mit dem hatte er zugegeben nicht gerechnet.
„Die andere Möglichkeit wäre, du bekommst von uns etwas mitgegeben und reist nach Jorsa, wo wir einen Abnehmer und eine ...nennen wir es: kleine Zweigstelle haben. Die wäre es sogar wert sie auszubauen, aber bisher hatten wir niemand der seine Familie, sprich uns *grins* dafür verlassen wollte.“
Nun war es Roac der schwieg und nicht gleich antwortete.
Grandessa hinter sich lassen. Es wäre eine Lüge zu behaupten, dass ihm der Gedanke nicht schon einmal früher gekommen war. Wer dachte nicht daran, der verhassten Heimat, dieser per Geburt erteilten Gefangenschaft im Außenring den Rücken zu kehren? Doch dann, selbst wenn verhasst, war sie doch gleichsam die einzige Heimat die sie alle hatten. Jeder Mensch, den Roac je gekannt hatte, war durch sein hartes Leben hier gezeichnet. Er selbst ebenso. Ein Leben jenseits dieser Zustände schien... fast erschreckend.
Wenn man den Erzählungen der fahrenden Händler Glauben schenkte - und die übertriebene Propaganda der Krone durchschaute - so wirkte Jorsa wie das verdrehte Spiegelbild der Hauptstadt: Freie Märkte, öffentliche Schulen, Badeanlagen. Die einzige Mauer diente nicht dem Zweck die Menschen in arm und reich, Adel und Abschaum zu teilen - sie war aus dem einfachem Grund erbaut worden das Volk zu schützen. Ein Volk, dass sich als Einheit sah und zusammenhielt, vom König bis zum Schuhputzer. Wer konnte sich das nur vorstellen?
"Ich... Es ist schon lange her, dass ich außerhalb der Stadtgrenzen war..."
Die Wahrheit war, dass er sich nicht einmal mehr daran erinnern konnte das letzte Mal das Stadttor durchquert zu haben.
"Diese Zweigstelle, handelt es sich dabei um eine Art Außenposten der Diebesgilde oder dient sie euch nur zum Handel?"
Fürs erste verwarf er die Gedanken an das utopisch wirkende Leben in Jorsan. Zuerst musste er mehr über den Auftrag erfahren.
"Angenommen ich nehme das Angebot an, wie stellt ihr euch die Reise vor? Selbst wenn ich die Beine eines Minotauren hätte, wäre eine Reise zu Fuß mühselig - mal abgesehen davon, dass ich nicht weiß wie schwer euer 'Paket' sein wird. Reiten kann ich nicht. Und wenn ich mich einer Karawane anschließe, werden uns die Soldaten des Königs spätestens an der Grenze durchsuchen."
Auch wenn ihm das Angebot Grandessa zu verlassen gerade ein wenig irritierte, nahm er noch am Rande die Möglichkeit eines dritten Angebots war.
„Biene hat vielleicht auch noch eine Karte im Ärmel, die für dich interessant sein könnte. Sie hat immer jede Menge verrückte Ideen. Manchmal ein wenig zu verrückt, wenn du verstehst, was ich meine...“
Roac nickte abwesend.
"Jup, hab ich am eigenen Leib erfahren..."
Er dachte dabei an den langen Sturz ins Bodenlose, an das schwarze Loch in den höheren Tunnelsystemen der Höhlen, dass sich als Zugang zum Zunftgarten entpuppt hatte. Cadice hatte wie eine Wilde gelacht, während er jeden Moment mit dem tödlichen Aufprall gerechnet hatte. Der Dieb konnte sehen, wie Adler zu diesem Eindruck kam.
Der jedoch schien seine Antwort falsch zu verstehen. Schon wieder war da dieses Funkeln in den raubtierartigen Augen.
"Einer schönen Frau verzeiht man aber viel, nicht war?"
Roac blinzelte.
"Hmhmm. Solang man nicht von ihr abhängig wird..."
Er erwiderte Adlers Blick mit dem selben undurchdringlichem Lächeln, welches dieser ihm wenige Augenblicke zuvor geschenkt hatte als er nach dem Brot gegriffen hatte. Auch dieser Moment zog vorbei, wenn auch etwas davon in der Luft zwischen ihnen zurückzubleiben schien.
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Re: Erwachen zwischen Schatten

Beitragvon Erzähler » Freitag 9. Oktober 2015, 07:58

"Ich hoffe für ihn, dass das keine Beleidigung war, sonst fliegen das nächste Mal Drachmen statt Füchse..."
Der Dieb drehte sich wieder zu Adler und dieser meinte nur schmunzelnd:
„Dann wird er dich in Zukunft wohl häufiger beleidigen müssen, wenn du ihn damit mit Drachmen belohnst... aber nein, es war keine Beleidigung. Er sagte: Stiel nicht eins, wenn du in jeder Hand zwei haben könntest. Es ist einer von Bienes liebsten Schützlingen und sie übertreibt es gerne und da kommt er ganz nach ihr.“

Danach fuhren die beiden Männer fort über dies und das zu sprechen. Die beiden Angebote von Adler hatten wohl beide etwas für sich und zur Organisation äußerte er sich ebenfalls, wenn gleich er wohl nicht komplett alles erzählte, da kein Dieb sich so tief in seine Taschen schauen ließ. Adler war dafür schon ein sehr offener Geselle, bzw. die hiesige Umgebung brachte so etwas wie „Urvertrauen“ in den Menschen hervor. Vielleicht hatte Hase auch deshalb ihm so viel erzählt. Hier unten waren sie alle gleich und es gab keinen Grund zu lügen. Kein Dieb an der Oberfläche würde einen anderen in seine Einbruchspläne einweihen oder gar seine Ausrüstung überlassen, wie es durch die Prüfung geschehen war. Wenn man hier angekommen war, dann hatte man sich sein „Urvertrauen“ bereits verdient. Man belog sich nicht. Wozu auch. Jeglicher Gewinn, alle Informationen floss hier zusammen. Alle profitierten davon und im Gegensatz zum Rest des Königreichs war es hier wirklich wie in „Klein-Jorsa“. Alle arbeiteten zusammen und verfolgten gemeinsame Ziele. Man half sich untereinander und verlangte dafür äußerst wenig. Roac wusste vielleicht noch nicht, wie die Gilde wirtschaftete, aber über ihren inneren Zusammenhalt hatte er schon einen kleinen Eindruck gewinnen können.
Auf das erste Angebot folgte natürlich sogleich eine Frage seitens des Raben:
"Als hätten Gerichtsverhandlungen keinen anderen Zweck als dem Henker Zeit für's Knoten seiner Stricke zu geben."
Er winkte abschätzig ab:
"Nein, mit dem Risiko bin ich vertraut... über den Bruch müsst' ich aber mehr wissen. Wo, wer der Besitzer ist, welche Beute ihr euch erwartet, wie ihr rein und raus wollt. Und am wichtigsten, wer mit mir reingeht."
Und kurz drauf wollte er auch zu der zweiten Variante etwas wissen:
"Diese Zweigstelle, handelt es sich dabei um eine Art Außenposten der Diebesgilde oder dient sie euch nur zum Handel?… Angenommen ich nehme das Angebot an, wie stellt ihr euch die Reise vor? Selbst wenn ich die Beine eines Minotauren hätte, wäre eine Reise zu Fuß mühselig - mal abgesehen davon, dass ich nicht weiß wie schwer euer 'Paket' sein wird. Reiten kann ich nicht. Und wenn ich mich einer Karawane anschließe, werden uns die Soldaten des Königs spätestens an der Grenze durchsuchen."
Als es dann wieder in Richtung Biene ging konterte Rabe ebenfalls eher oberflächlich und möglichst nichtssagend:
"Hmhmm. Solang man nicht von ihr abhängig wird..."
Ein kurzer Moment der Stille entstand in dem sich einiges an Ungesagtem auf der Tischplatte zwischen ihnen anhäufte. Dann begann Adler aber doch etwas mehr ins Detail zu gehen und antwortete:
„Nun gut, … zum Einbruch ist es für dich sicher wichtig, dass es zwei Gruppen sein werden die in ein größeres Anwesen im Innenring einsteigen werden. Die erste Gruppe unter Luchs, vor allem schnelle und wendige Leute, werden eindringen und ein paar Kleinigkeiten stehlen um Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Dieser Teil wird eher dilettantisch ablaufen, damit nicht zu Augenmerk auf den zweiten Teil fällt. Es ist eigentlich ein Ablenkungsmanöver und dort wird ein bisschen Blut fließen und es wird auch eine Verhaftung geben, die aber eingeplant ist.“
Jetzt rieb er sich wieder konzentriert das Kinn.
„Die andere Seite ist für unser eigentliches Ziel zuständig. Während der Aufregung wird hoffentlich eine Lücke in der Überwachung an anderer Stelle entstehen und dort dürfen keine Spuren hinterlassen werden. Rein – Raus – ohne dass man etwas zurückverfolgen kann und vor allem darf es nicht bemerkt werden. Sollte das schief gehen, ist es wahrscheinlich, dass alle Beteiligten gehängt werden. Es ist wichtig, dass man beide Einbrüche nicht miteinander in Verbindung bringen kann und wenn der zweite entdeckt wird, dass wir unseren Mann bis dahin raus geholt haben.“
Er musterte Roac und war sich anscheinend nicht ganz sicher ob er noch mehr erzählen sollte. Dann entschied er sich jedoch dafür.
„Es gibt einen nicht gerade ungefährlichen Hintergrund bei der ganzen Sache. Und ich weis nicht, ob du mit den geheimen Machenschaften in den oberen Schichten vertraut bist? Vielleicht hast du schon mal von einem Zirkel von Dämonenbeschwörern hier in Grandea gehört?“
Jetzt wurde es wirklich brisant.
„Weißt du, wir sind der Meinung, ein miserabler König UND die Finsterlinge im Land zu haben reicht uns. Doch diese Partei, die im Stillen arbeitet, will auch noch den Harax über uns herein brechen lassen. Dabei wollen wir sie ein bisschen stören. “
Adlers Stimmung nun war so finster wie das Schwarz seiner geweideten Pupillen. Er hatte die Stimme gesenkt, denn er wollte die Kinder nicht ängstigen.
„Wir werden ihnen ein wichtiges Werkzeug nehmen und außer Landes schaffen. Sie nenne es „Das Herz des Harax“. Es ist ein einfaches Schmuckstück, aber es besitzt auch noch andere Eigenschaften, wie du dir sicher denken kannst.“
Die Augen des Raubvogels fixierten Roac Miene, als versuche er zu lesen, was dieser über die ganze Geschichte dachte.
„Du kannst entweder bei der Beschaffung oder beim Schmuggel mitwirken. Oder du gehst zu Biene und lässt dich in ihre verrückten Ideen verwickeln.“
Welche Pläne hier sich gegenseitig an Verrücktheit übertrafen blieb noch abzuwarten, aber Adler schien fest entschlossen sein Vorhaben durchzuziehen, ob Rabe nun dabei mitmachte oder nicht.
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Re: Erwachen zwischen Schatten

Beitragvon Roac » Montag 19. Oktober 2015, 22:27

Roac beugte sich ein wenig vor um keines von Adlers Worten zu verpassen. Wegen dem allgemeinen Wirrwarr aus Stimmen war dies garnicht so einfach. Die heitere Atmosphäre in der Halle stand im krassen Gegensatz zum Inhalt ihres Gespräches. Doch wer wusste, wie viele Pläne, ähnlich dem ihren, gerade an den Tischreihen diskutiert wurden?
„Nun gut, … zum Einbruch ist es für dich sicher wichtig, dass es zwei Gruppen sein werden die in ein größeres Anwesen im Innenring einsteigen werden. Die erste Gruppe unter Luchs, vor allem schnelle und wendige Leute, werden eindringen und ein paar Kleinigkeiten stehlen um Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Dieser Teil wird eher dilettantisch ablaufen, damit nicht zu Augenmerk auf den zweiten Teil fällt. Es ist eigentlich ein Ablenkungsmanöver und dort wird ein bisschen Blut fließen und es wird auch eine Verhaftung geben, die aber eingeplant ist.“
Der Rabe hob eine Braue, unterbrach sein Gegenüber jedoch nicht. Noch nicht.
„Die andere Seite ist für unser eigentliches Ziel zuständig. Während der Aufregung wird hoffentlich eine Lücke in der Überwachung an anderer Stelle entstehen und dort dürfen keine Spuren hinterlassen werden. Rein – Raus – ohne dass man etwas zurückverfolgen kann und vor allem darf es nicht bemerkt werden. Sollte das schief gehen, ist es wahrscheinlich, dass alle Beteiligten gehängt werden. Es ist wichtig, dass man beide Einbrüche nicht miteinander in Verbindung bringen kann und wenn der zweite entdeckt wird, dass wir unseren Mann bis dahin raus geholt haben.“
Es folgte ein kurzes Nicken und ein weiterhin fragender Blick. Adler schien kurz zu zögern, dann ging er auf ihn ein.
„Es gibt einen nicht gerade ungefährlichen Hintergrund bei der ganzen Sache. Und ich weis nicht, ob du mit den geheimen Machenschaften in den oberen Schichten vertraut bist? Vielleicht hast du schon mal von einem Zirkel von Dämonenbeschwörern hier in Grandea gehört?“
Am Tisch trat eine kurze Stille ein.
"Kann sein, dass ich mal davon gehört hab..."
Roac strich sich über die Stirn und kniff dabei die Augen zusammen, sodass bunte Pünktchen über die Innenseite seiner Lider flimmerten. Die Geschichte wurde ja immer besser.
„Weißt du, wir sind der Meinung, ein miserabler König UND die Finsterlinge im Land zu haben reicht uns. Doch diese Partei, die im Stillen arbeitet, will auch noch den Harax über uns herein brechen lassen. Dabei wollen wir sie ein bisschen stören. „Wir werden ihnen ein wichtiges Werkzeug nehmen und außer Landes schaffen. Sie nenne es „Das Herz des Harax“. Es ist ein einfaches Schmuckstück, aber es besitzt auch noch andere Eigenschaften, wie du dir sicher denken kannst.“
Seine Stimme wurde leiser und nachdem Roac die Pünktchen weggeblinzelt hatte, sah er sich Adler mit verschwörerischer Miene gegenübersitzen. Er zuckte mit den Mundwinkeln und deutete ein Grinsen an.
"'Türlich, wär doch nur der halbe Spaß, wenn das Ding nicht auch noch magisch wäre."
Adler kniff die Augen zusammen und musterte ihn wieder, schien seine ironischen Kommentare außen vorzulassen.
„Du kannst entweder bei der Beschaffung oder beim Schmuggel mitwirken. Oder du gehst zu Biene und lässt dich in ihre verrückten Ideen verwickeln.“
Nachdem er geendet hatte wartete Roac, ob noch etwas kommen würde. Doch scheinbar schien es so als würde Adler ihm erst näheres über diese Reise nach Jorsan zu erzählen, wenn es so weit wäre. Und bis dahin, hatte er mit den beiden dargelegten Angeboten schon genug zu tun - davon war der Dieb überzeugt.
"Wie du schon gesagt hast, ich sollte vorher noch mit Cad... Biene reden. Vielleicht hat sie ja was für einen unsportlichen Krüppel wie mich, vorzugsweise etwas ohne Armschwingen..."
Er hatte Adlers vorige Bemerkung über seine körperliche Verfassung noch nicht vergessen und genau so wenig verziehen.
"... Aber der Einbruch, wie verrückt der Grund dafür auch sein mag, euer Plan klingt gut. Zwei Gruppen, eine Ablenkung - mit genug Leuten kann man da schon einiges erreichen."
Roac selbst war es gewöhnt einzeln zu arbeiten. Bei den richtig großen Brüchen waren sie auch mal zu dritt oder zu fünft in Häuser eingestiegen, doch selbst hier hatte es an Möglichkeiten gefehlt die sich mit der schieren Menge an erfahrenen Dieben hier unten leicht ergeben würde.
"Eines gefällt mir aber nicht: >Dort wird ein bisschen Blut fließen< Was meinst du damit?"
Roac faltete die Hände zusammen und begann einen Finger nach den anderen zu dehnen. Ein leises *Knacks* begleitete jedes seiner folgenden Worte.
"Ich weiß, dass es Diebe mit anderen Ansichten dazu gibt. Aber bisher hab ich mich bei all den Regeln die ich übertreten hab immer an eine gehalten."
Er sah Adler genau in die Augen und achtete auf seine Körpersprache.
"Ich töte nicht. Nur im Notfall... und der hat sich bis jetzt zum Glück vermeiden lassen. Wenn ihr es dabei anders hält... dann sagst du mir es am besten gleich."
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Re: Erwachen zwischen Schatten

Beitragvon Erzähler » Samstag 24. Oktober 2015, 13:01

"Wie du schon gesagt hast, ich sollte vorher noch mit Cad... Biene reden...“
Eine Braue zuckte kaum merklich, aber Roac war zu schnell beim nächsten Thema, als das Adler sich weiter mit diesem kleinen Fauxpas auseinander setzen konnte.
„... Vielleicht hat sie ja was für einen unsportlichen Krüppel wie mich, vorzugsweise etwas ohne Armschwingen..."
Roac klang etwas bissig und hatte anscheinend Adlers vorige Bemerkung über seine körperliche Verfassung noch nicht vergessen und genau so wenig verziehen, wenn gleich dieser jetzt nachdenklich die Brauen zusammen zog und überlegte, was er wohl schreckliches gesagt haben könnte, was Rabes negative Stimmung hatte auslösen können und nun zu verzeihen galt. Er schüttelt kurz den Kopf, zuckte mit den Schultern und ging vorerst nicht weiter auf Roacs seltsamen Untertöne ein. Vielleicht dachte er sich auch einfach, dass etwas offensichtliches anzusprechen nichts negatives war. Dass diejenige Person die das Leiden trug damit gegebenen falls ganz anders umging, stand auf einem anderen Blatt geschrieben. Roac fuhr fort:
"... Aber der Einbruch, wie verrückt der Grund dafür auch sein mag, euer Plan klingt gut. Zwei Gruppen, eine Ablenkung - mit genug Leuten kann man da schon einiges erreichen."
Roac selbst war es gewöhnt einzeln zu arbeiten. Bei den richtig großen Brüchen waren sie auch mal zu dritt oder zu fünft in Häuser eingestiegen, doch selbst hier hatte es an Möglichkeiten gefehlt die sich mit der schieren Menge an erfahrenen Dieben hier unten leicht ergeben würde.
"Eines gefällt mir aber nicht: >Dort wird ein bisschen Blut fließen< Was meinst du damit?"
Roac faltete die Hände zusammen und begann einen Finger nach den anderen zu dehnen. Ein leises *Knacks* begleitete jedes seiner folgenden Worte.
"Ich weiß, dass es Diebe mit anderen Ansichten dazu gibt. Aber bisher hab ich mich bei all den Regeln die ich übertreten hab immer an eine gehalten."
Er sah Adler genau in die Augen und achtete auf seine Körpersprache.
"Ich töte nicht. Nur im Notfall... und der hat sich bis jetzt zum Glück vermeiden lassen. Wenn ihr es dabei anders hält... dann sagst du mir es am besten gleich."
Adler lächelte erst einmal nur still, dann nahm er einen Schluck aus seinem Becher und beobachtete Rabe seinerseits eingehend. Etwas hatte sich in seinen Augen bei den letzten Worten verändert und die Stimmung kippte merklich. Roacs >...dann sagst du es mir am besten gleich< hatte seine provozierende Wirkung nicht verfehlt und in den weit geöffneten Adleraugen stand die Frage: ...sonst was?
Die unvermeidliche Rivalität zwischen zwei Männern die eine Frau begehrten begann zu keimen und erste Triebe auszuschlagen. Er zögerte und besann sich aber eines besseren bevor er ruhig, ja fast ein wenig enttäuscht antwortete:
„Du traust uns ja anscheinend einiges zu. Vielleicht hat dein alter Meister dich doch nicht so gut informiert wie ich dachte, sonst würdest du solche Fragen nicht stellen ...“
Er schaute über den Rand seines inzwischen leeren Bechers hinweg.
„Nein, wir töten nicht! Wir sind auch keine Halsabschneider, Assassinen oder schlicht Mörder. Was glaubst du denn, warum dein alter Meister unsere Reihen verlassen musste?!“
Damit hatte er etwas ausgesprochen, was vielleicht schon eine Weile als Frage in der Luft gelegen hatte. Lares hatte einen Mord begangen und das war hier sicher unter einigen anführenden Personen bekannt. Vielleicht hatte er auch deshalb die Stadt verlassen müssen? Es gab so viel was Roac darüber noch nicht wusste. Adlers Gesichtsausdruck veränderte sich und die anfängliche Freundlichkeit war plötzlich verschwunden und schlichter Ernst trat an seine Stelle. Leider ging er nicht weiter auf die Geschichte Lares ein, sondern bezog sich direkt auf die Gegenwart.
„Wenn ich von >ein bisschen Blut< spreche, dann meine ich das auch so. Es müssen Wachen ausgeschaltet werden, aber wir sind keine Killer – Wir sind Künstler und wenn unser Werk Leichen hinterlassen würde, wäre es keine Kunst mehr. Wir sind Diebe, keine Räuber! Ich glaube, … es wäre besser du beobachtest uns noch eine Weile, bevor wir dir eine Möglichkeit geben dich zu beweisen. Vielleicht wäre das für alle das beste... Wir sollten uns vielleicht erst besser kennen lernen, bevor wir unser Leben einander anvertrauen.“
Seine Augen hatten sich ein wenig verengt und die beiden Männer saßen sich starrend gegenüber.
Die Wage hatte auf der Seite des Raben gerade, durch einen kleinen unbedachten Satz, ein wenig an Gewicht verloren, aber Adler war noch so fair, dass er ihm die Möglichkeit gab, seinen kleinen Fehler auszubügeln. Das Cadice auf irgendeine Weise zwischen ihnen stand, war dabei leider nicht sehr hilfreich und machte die ganze Szenerie doch etwas emotional geladener, als es gut wäre. Wie würde sich wohl ein Zusammenleben auf Dauer hier unten gestalten, wenn die beiden Männer das nicht geklärt bekamen? Wäre ein Umzug vielleicht doch dann keine schlechte Idee? Als hätte eine der Frauen die gespannte Stimmung am Tisch gewittert, kam sie zu ihnen und fragte:
„Guten Morgen ihr zwei Hübschen. Grüße Adler, ach und du musst Rabe sein. Hab dich gestern gesehen. Gute Antworten, hat mir gefallen! Willst du noch was trinken? Ich habe grade frische Milch geholt ...“
Adler blinzelte und sah zu der Frau neben Rabe. Sie war hübsch, klein, aber etwas hager. Ihre Wangenknochen traten einen Hauch zu stark aus ihrem Gesicht hervor und der markante Eindruck wurde durch die Schatten ihrer pechschwarzen Haare noch verstärkt. Am auffälligsten waren ihre silbern gefärbte Schläfenregion, die viel zu kunstvoll für diese Umgebung hoch gesteckt war und sogar kleine silberne Perlen an den Haarnadel hatte. Die sonst eher bäuerliche Arbeitskleidung passte so gar nicht zu der Frisur. Auch der Rest von Silberpuder auf ihren Augenlidern verriet sie als vermutliche Informantin im Innenring. Ihre Hände waren sehr gepflegt und sogar lackiert, trotzdem war sie sich nicht zu schade hier Dienerdienste zu tun. Sie lächelte Rabe an und ihre schwarzen Iriden funkelten im flackernden Licht der Feuer. Vielleicht lag es am unterirdischen Licht, aber ihre leicht gebräunte Haut schimmerte leicht gräulich, je nach Winkel und auch violett sah man sie noch genauer an. Vielleicht war es nur Schminke? Auch sie hatte etwas dieser elfischen Eleganz wie Luchs an sich, wenn auch noch viel schwächer. Es war schwer sie irgendwo einzuordnen, jedoch erinnerte dieser kleine Teil bei ihr eher wie jener der Dunkelelfen. Ihre ganze Erscheinung wirkte irgendwie zeitlos jung und sicher für manchen schön. Sie war eher die dunkle Schönheit, der man zutraute, dass sie den Tod brachte, als dass man ein so warmes Lächeln von ihr empfing.
Adler antwortete als erster und stellte sie einander vor:
„Rabe, das ist Seidenspinne.“
„Angenehm, aber kannst mich hier auch Aranea nennen... Milch?“
, kam sie auf ihre ursprüngliche Frage zurück. Interessant zu beobachten war, dass Adler sie kaum ansah. Roac konnte sie nun einfach abwimmeln um den anfänglichen Streit mit Adler zu vertiefen oder zu schlichten, oder sie eben mit an den Tisch bitten, was durch die veränderte Stimmung vielleicht auch ganz interessant zu werden versprach.
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Re: Erwachen zwischen Schatten

Beitragvon Roac » Montag 16. November 2015, 03:51

„Du traust uns ja anscheinend einiges zu. Vielleicht hat dein alter Meister dich doch nicht so gut informiert wie ich dachte, sonst würdest du solche Fragen nicht stellen ... Nein, wir töten nicht! Wir sind auch keine Halsabschneider, Assassinen oder schlicht Mörder. Was glaubst du denn, warum dein alter Meister unsere Reihen verlassen musste?! Wenn ich von >ein bisschen Blut< spreche, dann meine ich das auch so. Es müssen Wachen ausgeschaltet werden, aber wir sind keine Killer – Wir sind Künstler und wenn unser Werk Leichen hinterlassen würde, wäre es keine Kunst mehr. Wir sind Diebe, keine Räuber! Ich glaube, … es wäre besser du beobachtest uns noch eine Weile, bevor wir dir eine Möglichkeit geben dich zu beweisen. Vielleicht wäre das für alle das beste... Wir sollten uns vielleicht erst besser kennen lernen, bevor wir unser Leben einander anvertrauen.“
Während Adler sprach, wich das letzte bisschen aufgesetzte Freundlichkeit von seiner Miene. Kalt und abweisend schien sein Blick auf einmal auf dem unerfahrenen Neuen zu liegen, der sich erdreistete der Gilde solch eine Schandtat wie Mord zuzutrauen. Dabei hatte Roacs Bemerkung keine Beleidigung sein sollen, sondern eine einfache Absicherung. Hier unten galten vielleicht die selben Regeln an die auch er sich hielt, doch oben auf den Straßen sah man das nicht immer ganz so streng.
Als er bemerkte, dass sein Gegenüber die Nachfrage in den falschen Hals bekommen hatte, wollte Rabe ihn schon beschwichtigen. Doch dann erwähnte Adler seinen alten Mentor, und zwar in einem Tonfall, der Roac unterm Tisch die Faust ballen ließ. Ihm war klar, inwiefern dieses Gespräch seine Zukunft in der Gilde beeinflussen konnte - noch immer war er in einer Art Probephase und Adler schien auf den ersten Blick so etwas wie sein zugeteilter Betreuer zu sein. Aber all dies kümmerte ihn mit einem Mal nicht mehr. Es war unrecht, ihn wie einen Idioten zu behandeln der sich seinen Platz hier unten erst verdienen musste. Er war nicht mal aus freien Stücken hier! Auch wenn es hier unten sicher war und die leidige Hehlerei sei Ende haben würde - er würde Leute wie Adler nicht auf ihn herabsehen lassen!
"Nein, Lares hat mir nichts von euch erzählt. Garnichts. Er wird seinen Grund dafür gehabt haben, genau wie er einen Grund dafür hatte das zu tun, was er getan hat. Auch als ihr ihn damals im Stich gelassen habt, hat er es für besser gehalten kein Wort von euch zu erwähnen."
Roac lehnte sich etwas zurück und verschränkte die Arme über der Brust. Seine rechte Hand lag lose auf dem Knüppelstiel, der aus der inneren Manteltasche herauslugte. Ohne zu blinzeln erwiderte er Adlers starren Raubvogelblick. Er schien ihn herauszufordern und in seinem Ärger über das Gesagte ließ sich Roac verleiten noch weiter zu gehen.
"Glaub mir, wenn es nach mir ginge, wäre ich nicht hier, hätte auf euren kleinen Parcours inklusive der darauf folgenden Rätselraterei verzichtet. Ich hätte keinen gesuchten Straßenjungen in meinen Laden gelassen, nur damit man mir alles wegnimmt. Und ich hätte im Bettler nicht mit Cadice... naja, das vielleicht schon..."
Nun - es hätte vermutlich eine geeignetere Art und Weise gegeben um dem Dieb mit der Wahrheit zu konfrontieren, doch im Moment genoss Roac die fast unscheinbaren Regungen in Adlers Mimik. Ob er sich vor all den Leuten auf ihn stürzen würde? Fast hoffte er darauf. Der Groll über die vollkommene Fremdbestimmung seines Schicksals, der Stress der letzten Tage, die Überforderung durch das neue Wissen über Lares und der noch frische Frust eines allein gelassenen Liebhabers - all dies hatte sich den heutigen Morgen durch in ihm aufgebaut und brach nun aus ihm hervor. Was er dabei riskierte interessierte ihn momentan einen feuchten Dreck.
"Und du hast übrigens recht: Es muss noch einiges passieren, damit ich dir mein Leben anvertrauen würde"
Rabe stellte den Tonbecher auf den Tisch und war drauf und dran aufzustehen, da sah er aus den Augenwinkeln eine schmale Gestalt auf sie zukommen.
„Guten Morgen ihr zwei Hübschen. Grüße Adler, ach und du musst Rabe sein. Hab dich gestern gesehen. Gute Antworten, hat mir gefallen! Willst du noch was trinken? Ich habe grade frische Milch geholt ...“
Die Frau mit dem ungewöhnlichem aber nicht ganz unzutreffenden Spitznamen beugte sich über Roacs Seite und hob den Krug fragend an seinen Becher. Wie so viele Gestalten hier unten hatte sie etwas exotisches an sich, dass dem Dieb das Gefühl gab keinen Menschen vor sich zu haben. Etwas eingeschüchtert lehnte er dankend ab.
"Ich wollte eigentlich gerade gehen. Es sei denn du möchtest noch etwas besprechen?"
Die an Adler gewandten Worte waren höflich, doch wussten beide wie sie gemeint waren. Roac hatte keine Lust sich länger mit ihm zu unterhalten. Der ehemalige Schmiedelehrling hatte ihm seine Möglichkeiten aufgezählt und wie viele er sich nun verspielt hatte, würde sich spätestens Morgen Abend zeigen. Wie er sich bis dahin die Zeit vertreiben würde, wusste er noch nicht. Dann kam ihm auf einmal Hases Handgefuchtel von vorne wieder in den Sinn. Solange er hier unten fest saß, konnte er ja auch wohl etwas lernen.
Roac sah über die Schulter, doch sie saßen an einer anderen Stelle als gestern Abend und von hier aus konnte er nicht sehen, ob die Lerngruppe schon wieder dabei war, die Zeichensprache der Diebe zu lernen.
"Wisst ihr vielleicht ob die Anfängergruppe gerade wieder Rendinea lehrt? Die wollt' ich mir schon gestern ansehen..."
Vielleicht fand sich unter den Schülern ja jemand, dem es ähnlich wie ihm ergangen war. Mit der Geschwindigkeit wie er sich hier unten unbeliebt machte, konnte er auf jeden Fall einige Freunde gebrauchen.
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Re: Erwachen zwischen Schatten

Beitragvon Erzähler » Dienstag 17. November 2015, 21:41

"Nein, Lares hat mir nichts von euch erzählt. Garnichts. Er wird seinen Grund dafür gehabt haben, genau wie er einen Grund dafür hatte das zu tun, was er getan hat. Auch als ihr ihn damals im Stich gelassen habt, hat er es für besser gehalten kein Wort von euch zu erwähnen."
Roac lehnte sich etwas zurück und verschränkte die Arme über der Brust, während Adlers Brauen in die Höhe schnellten. Ohne zu blinzeln erwiderte Rabe Adlers starren Raubvogelblick. Er schien ihn herauszufordern und in seinem Ärger über das Gesagte ließ sich Roac verleiten noch weiter zu gehen.
"Glaub mir, wenn es nach mir ginge, wäre ich nicht hier, hätte auf euren kleinen Parcours inklusive der darauf folgenden Rätselraterei verzichtet. Ich hätte keinen gesuchten Straßenjungen in meinen Laden gelassen, nur damit man mir alles wegnimmt. Und ich hätte im Bettler nicht mit Cadice... naja, das vielleicht schon..."
Nun - es hätte vermutlich eine geeignetere Art und Weise gegeben um dem Dieb mit der Wahrheit zu konfrontieren, doch im Moment genoss Roac wie sich die Augen seines Gegenübers schlagartig zusammen zogen. Seine einzige Reaktion war ein kaum hörbares und gepresstes:
„Und doch hast du es getan!“
, was noch nicht einmal einer Antwort bedurfte. Ob er sich vor all den Leuten auf ihn stürzen würde? Fast hoffte Roac darauf. Sein Groll über die vermeintliche Fremdbestimmung seines Schicksals, der Stress der letzten Tage, die Überforderung durch das neue Wissen über Lares und der noch frische Frust eines allein gelassenen Liebhabers - all dies hatte sich den heutigen Morgen durch in ihm aufgebaut und brach nun aus ihm hervor. Es war wenig verwunderlich, dass ein kleiner Funke genügt hatte, dass die beiden Männer sich an die Gurgel gingen und noch weniger verwunderlich war es, dass Roac sich plötzlich einige Tatsachen so hin drehte, dass sie ihm besser in den Kram passten. Genau genommen war er sehr wohl freiwillig hier unten. Immer wieder hätte er sich anders entscheiden können, doch er hatte es nicht getan,. Genauso wie Adler es gerade gesagt hatte. Bereute er es vielleicht unterbewusst jetzt schon seine Wahl? Sein Groll ließ ihn einfach weiter Salz in die offene Wunde seines Gegners streuen, der gar nicht sein Gegner hätte werden dürfen.
"Und du hast übrigens recht: Es muss noch einiges passieren, damit ich dir mein Leben anvertrauen würde"
Rabe stellte den Tonbecher auf den Tisch und war drauf und dran aufzustehen, da sah er aus den Augenwinkeln eine schmale Gestalt auf sie zukommen. Adler wollte gerade zu einer Erwiderung ansetzen, doch verstummte abrupt.
„Guten Morgen ihr zwei Hübschen. Grüße Adler, ach und du musst Rabe sein. Hab dich gestern gesehen. Gute Antworten, hat mir gefallen! Willst du noch was trinken? Ich habe grade frische Milch geholt ...“
Die Frau mit dem ungewöhnlichem aber nicht ganz unzutreffenden Spitznamen Seidenspinne beugte sich über Roacs Seite und hob den Krug fragend an seinen Becher. Wie so viele Gestalten hier unten hatte sie etwas exotisches an sich, dass dem Dieb das Gefühl gab keinen Menschen vor sich zu haben. Etwas eingeschüchtert lehnte er dankend ab.
"Ich wollte eigentlich gerade gehen. Es sei denn du möchtest noch etwas besprechen?"
Die an Adler gewandten Worte waren höflich, doch wussten beide wie sie gemeint waren.
„Ich denke, gerade lieber nicht! Geh ruhig.“
Auch Adler hatte sehr offensichtlich keine Lust sich länger mit ihm zu unterhalten.
Roac sah sich über die Schulter hinweg um, doch die Leute die er suchte saßen anscheinend an einer anderen Stelle als gestern Abend. Aranea stand zusätzlich im Weg also fragte er eher sie als Adler:
"Wisst ihr vielleicht ob die Anfängergruppe gerade wieder Rendinea lehrt? Die wollt' ich mir schon gestern ansehen..."
Vielleicht fand sich unter den Schülern ja jemand, dem es ähnlich wie ihm ergangen war. Mit der Geschwindigkeit wie er sich hier unten unbeliebt machte, konnte er auf jeden Fall einige Freunde gebrauchen. Seidenspinne sah sich um und gerade in diesem Moment tobte Pute durch den Saal.
„Die Gruppe lernt jedes Mal wo anders.“
, antwortete die seidige Stimme neben Roac und ein Hüne von einem Mann fing das Mädchen im Rennen auf, wirbelte es lachend herum und schalt es:
„Nicht so schnell!“
Die Beine des Mädchens rannten auch in der Luft weiter und kaum da er sie wieder abgesetzt hatte, war sie auch schon wieder lachend davon gelaufen. Wirklich gebremst hatte der kurze Stopp sie also nicht und Seidenspinne kommentierte das Schauspiel mit einem:
„Wenn ihr der Kleinen folgt und es schafft sie einzuholen, dann könntet ihr Glück haben. Das Finden gehört zum Training der Kleinen dazu.“
Adler sah nicht so aus, als ob er Roac von einem Versuch abhalten wollte. Eher wirkte es so, als kämpfte er noch mit einem inneren Dämonen, der sich auf den Neuzugang stürzen wollte um ihm die verräterische Haut abzuziehen. Seine linke Oberlippe zuckte verräterisch und seine Adleraugen bohrten sich durch die Tischplatte auf Roacs Hand am Knauf seiner Waffe. Vielleicht war es wirklich besser, wenn Rabe nun seine Schwanzfedern zusammen raffte und sich aus der auflodernden Feuersbrunst eine Weile entfernte, bevor es ihm das Gefieder verbannte. Irgendwie ahnte er vielleicht, wenn er noch ein Wort sagen würde, könnte es das letzte gewesen sein … an diesem Ort zumindest. Ob es jetzt, nach seinem wenig diplomatischen Geständnis, noch taktisch klug war sich an Cadice zu wenden? Adler hatte ja gesagt, sie hätte sicher auch einige verrückte Ideen, wie er sich hier nützlich machen könnte. Würde Adler sie nun noch in Ruhe lassen, jetzt da er wusste, was zwischen ihnen vorgefallen war? Die Zukunft hatte sich mit einem Schlag geändert und ob zuvor geöffnete Türen jetzt verschlossen waren, würde sich noch zeigen.
Roac war zwar jähzornig, aber nicht dumm und klüger war es alle mal, jetzt das Schlachtfeld zu verlassen. Sogar Aranea drückte sanft aber auffordernd seinen Arm, was eine etwas seltsame Geste von der exotischen Frau war. Sobald er aufgestanden war, nahm Aranea auf seiner Bank platz und schien sich dann auf einem intensiven Gespräch mit Adler zu widmen.

Roac ging in die Richtung in die Pute verschwunden war. Dem Mädchen mit bloßer Schnelligkeit beizukommen war vergeblich, aber mit etwas Verstand und dem Mut zu fragen, traute er sich zu den kleinen Kreis der Anfänger schnell zu finden. Außerdem konnte er sich ohne Adlers bohrende Blicke besser konzentrieren. Schon bei der ersten Weggabelung teilte ihm ein vermeintlicher Bettler bereitwillig den Weg des jungen Geflügels mit. Pute hatte sich nicht die Mühe gemacht sich zu verstecken und war eher negativ durch ihre Lautstärke und Geschwindigkeit aufgefallen. Der nächste Hinweis war eine umgestürzte schmale Kiste, die sie vermutlich angestoßen hatte und auf der eine Wasserflasche gestanden hatte. Der gesprungene Bauch war noch nicht leer gelaufen, was bedeutete, dass er näher kam. So ging es weiter, bis Rabe die Wahl zwischen einem niedrigen Gang, in dem er den Kopf einziehen musste und einem größerem der nach frischer Erde roch, wählen musste. Aus dem Großen kam ihm gerade ein Mann mit einer Hacke entgegen, der ihn noch nicht entdeckt hatte. Er rieb sich den geschundenen Rücken und stöhnte leise. Offensichtlich war er mit seinen Gedanken ganz bei seinen Schmerzen, sodass er den stillstehenden Dieb an der Wand nicht bemerkte. Wenn Roac ihn nicht ansprach, würde er vielleicht sogar einfach weiter gehen.
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Re: Erwachen zwischen Schatten

Beitragvon Roac » Freitag 27. Mai 2016, 00:12

Wenn Blicke töten könnten, so hätte Roac es wohl nicht lebend aus dem Thronsaal geschafft. Auch ein ihm nachgeworfenes Messer hätte ihn nicht weiter verwundert, wenn er an die unterdrückte Wut in Adlers Augen dachte. Doch schließlich gelangte er unversehrt zu einem der vielen Ausgänge und verschwand in den Tunneln, wo das laute Stimmengewirr der Essenden langsam verebbte.
Ohne Zweifel war es kein guter Schachzug gewesen, sich Adler auf diese Weise zum Feind zu machen. Doch das war Roac im Moment herzlich egal. Wenn es nach ihm gegangen wäre, hätten sie sich vor den Augen aller Anwesenden gegenseitig den Schädel einschlagen können. So wäre er zumindest für eine Weile dem Frust über sein ungewisses Schicksal entkommen. Auch die herablassenden Worte zu Lares hätte er Adler gerne büßen lassen, selbst wenn sich das Bild seines gütigen Lehrmeisters durch all die neuen Erkenntnisse immer mehr verändert hatte.
Doch statt sich mit einem ehemaligen Schmiedelehrling zu prügeln und dabei vermutlich mehr als nur den einen oder anderen Backenzahn zu verlieren, begab sich Roac gezwungener Maßen auf Putenjagd, was ihm dabei half, seinen Zorn ein wenig zu dämpfen.
Er musste sich dabei nicht sonderlich anstrengen. Das kleine Mädchen legte eine Zerstörungswut an den Tag, die einem wilden Eber alle Ehren gemacht hätte. Hinkend folgte der Dieb den Spuren aus umgerempelten Kisten und Körben, zersprungenen Krügen und Flaschen und hielt nur ab und zu an um von entgeisterten Bewohnern einen Fingerzeig in die richtige Richtung zu erhalten.
Als er bei der nächsten Weggabelung ankam, seufzte er genervt. Planlos sah er zwischen beiden Tunneln hin und her, dann bückt er sich und lugte durch den engeren Gang, in der Hoffnung dort einen weiteren Hinweis auf das Mädchen zu erhalten. Dann hörte Roac Schritte neben sich und wandte sich um, vergaß dabei aber die tiefere Tunneldecke.
"Aautsch! Verdammte Sch...!"
Mit tanzende Sternchen vor Augen, verkniff er sich den üblichen Fluch, als er bemerkte, dass der Mann aus dem Nebengang ihn gehört haben musste. Die rechte Hand am leise pochenden Hinterkopf gelegt, wandte er sich zu ihm um. Ihm fiel sofort die große Hacke ins Auge, die er über die Schulter trug. Zusammen mit dem Erdgeruch lag die Vermutung nahe, dass es sich bei den Bereich hinter ihm um eine der Höhlen handelte, die die Gilde für den Nahrungsmittelanbau verwendeten. Einem Ort, an dem Adler ihn wohl nach den Andeutungen vom letzten Gespräch wohl am besten aufgehoben fand.
Der Mann mit der Hacke hatte in der Zwischenzeit aufgesehen. Seine Hand lag immer noch auf seinem schmerzenden Kreuz. Er machte entweder eine Pause, oder war gerade mit seiner Schicht fertig geworden. Roac hoffte dennoch, dass er ihm kurz behilflich sein konnte.
"Enschuldige, ich suche ein kleines Mädchen. Rotblondes Haar, rundes Gesicht, nicht gerade zimperlich was ihre Umgebung anbelangt. Sie ist etwa... so groß?" Er hob die Hand ungefähr in Bauchhöhe und sah den Mann fragend an. Dann deutete er auf den Eingang zum anderen Tunnel. "Kann sie vielleicht da lang gelaufen sein?"
Der Dieb fragte sich, ob sein Gegenüber gestern Abend unter den Leuten im Thronsaal gewesen war, als er seine letzte Prüfung abgelegt hatte. Dann wiederum war es offensichtlich, dass Roac ein Neuankömmling war. So häufig würde die Gilde hier unten in ihrer Abgeschiedenheit auch keine Gäste von der Oberwelt empfangen.
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Re: Erwachen zwischen Schatten

Beitragvon Erzähler » Freitag 27. Mai 2016, 11:02

"Aautsch! Verdammte Sch...!"
Mit tanzende Sternchen vor Augen, verkniff er sich den üblichen Fluch, als er bemerkte, dass der Mann aus dem Nebengang ihn gehört hatte. Die rechte Hand am leise pochenden Hinterkopf gelegt, wandte er sich zu ihm um.
"Enschuldige, ich suche ein kleines Mädchen. Rotblondes Haar, rundes Gesicht, nicht gerade zimperlich was ihre Umgebung anbelangt. Sie ist etwa... so groß?"
Er hob die Hand ungefähr in Bauchhöhe und sah den Mann fragend an. Dann deutete er auf den Eingang zum anderen Tunnel.
"Kann sie vielleicht da lang gelaufen sein?"
Der Mann schüttelte nur den Kopf und ging weiter, was hieß, das er dem Mädchen auf seinem Weg wohl nicht begegnet war. Also war Roacs Instinkt richtig gewesen und er musste wohl oder übel den flachen Tunnel folgen. Zum Glück verlief dieser recht gradlinige und hatte keine verwirrenden Abzweigungen, bis auf ein paar Luftschächte, die selbst für Pute zu klein gewesen wären. Als er endlich wieder an Höhe gewann, endete er auch gleichzeitig in einem kleinen unterirdischen Garten. Große Wurzelgeflechte hingen von der Decke und Pilze übersäten Steine und Wände. Ein Spiegel spendete Licht aus einer unbekannten Quelle und darunter saß der kleine Haufen Kinder, zwei Halbwüchsige, ein Mann mit blondem Haar und auch eine jung wirkende Elfenfrau, wie die spitzen Ohren sofort verrieten. Roac hätte sie fast nicht gesehen, wenn sie sich nicht gerade bewegt hätte um ein Schriftzeichen vor sich in den Sand zu malen. Ihre Haut, wie auch ihre Kleidung hatte einen leicht grünlichen Teint, verschmolz fast vollkommen mit der Umgebung und ihr langes braunes Haar fiel ihr wallend vor die tatsächlich goldenen Augen, die nur flüchtig zu ihm hinüber blickten und sich dann wieder ihrer Aufgabe widmeten. Auf einem Felsen davor saß eine ältere Frau und lehrte ihren Schülern die Sprache der Diebe. Es war seltsam ihr zuzusehen, denn die Sprache bestand mehr aus Zeichen und Gesten mit Händen, Kopf und anderen Körperteilen als aus wirklichen Worten. Sie war dafür gedacht sich heimlich zu verständigen. Lares hatte einmal gesagt: "Man lernt sie nur, wenn man ein tieferes Mitglied bei diesem rauen Pack ist. In einem heimlichen Versteck der Diebe soll diese Sprache gleichbedeutend mit der Heimatsprache sein. Wenn man einmal Zugang zu diesem Versteck bekommt oder man einen Lehrmeister aus diesem Versteck hat, kann man diese Sprache erlernen. Vorsicht ist geboten, wenn man diese Sprache in der Öffentlichkeit spricht, denn einige, wenn auch wenige Wachen, haben von Rendinea gehört, auch wenn sie sie nicht beherrschen." Und Roac war nun ein tieferes Mitglied... oder? ...Auf jeden Fall schien hier niemand etwas dagegen zu haben, wenn er sich dazu gesellte. Pute saß ganz vorne zwischen den anderen Kindern und wedelte gerade mit schnellen Handzeichen irgendetwas, was er nicht verstand. Dann schrieb die Lehrerin etwas in den Sand und das Mädchen versuchte es nachzumalen. Ein paar umliegende Steine waren noch frei und luden ein Platz zu nehmen.
„Nein, warte. Der Bogen am oberen Rand muss noch tiefer gehen, sonst heißt es Königin und nicht König.“
, korrigierte die Frau Pute und machte es noch einmal richtig vor. Das fleißige Mädchen streckte bei ihrem nächsten Versuch die Zunge seitlich heraus und kniff anstrengt die Brauen zusammen.
„Gut so?“
Die Lehrerin nickte zufrieden und strich ihr lobend über den Kopf.
„Haben wir einen Neuzugang?“
Alle drehten sich zu Roac um und sahen ihn neugierig an, als müsste er nun etwas sagen. Nur Pute lächelte etwas verlegen.
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Re: Erwachen zwischen Schatten

Beitragvon Roac » Montag 13. Juni 2016, 15:36

Keine Antwort war auch eine Antwort. Roac sah dem Mann nach, bis dessen Hacke hinter einer Abbiegung verschwand und das leise Klagen über den geschundenen Rücken allmählich verhallte. Der Dieb schwor sich dabei, dass er nie so enden würde, dass sein neuer Lebenssinn nicht die Verteilung von Schweinedreck auf steinigem Höhlenboden noch die Ernte von kümmerlichen Feldfrüchten werden sollte. Zwar fand er nichts Unehrenhaftes am Dasein eines Bauern - lebte er doch seit seiner Geburt von ihrer Hände Arbeit - doch für sich selbst hatte er ein anderes Schicksal auserkoren. Sein Handwerk verzichtete gänzlich auf das Säen, die Ernte jedoch viel bei etwas Geschick umso größer aus. Dieses Geschick besaß er. Immer noch, egal was Adler oder die anderen zu glauben meinten. Und wenn sich hier unten die Gelegenheit bot, ein wenig zu lernen, seinem Arsenal ein paar neue Tricks hinzuzufügen oder auch nur das Altbekannte aufzufrischen, so würde er sich fürs Erste daran halten. Alles andere würde sich schon mit der Zeit geben...
Roac wandte sich nun also dem zweiten Tunnel zu und spähte hinein. Da sich Pute scheinbar für diesen Weg entschieden hatte, blieb ihm wohl nichts anderes übrig als ihr zu folgen. Mit tief eingezogenem Kopf und weit ausgestreckten Armen, mehr kriechend als gehend, kämpfte er sich voran und merkte bald mit einiger Erleichterung, dass der Gang bei jedem Schritt höher und weiter wurde.
Und dann endete er auch schon in einer Art Grotte, die auf wundersame weise hell erleuchtet war. Das viele Grün um ihn herum war eine willkommene Abwechslung vom tristen Grau des Fels und auch die Luft schien hier viel frischer zu sein, als in den verstaubten Gängen die er hinter sich gelassen hatte. Roac trat ins Licht und richtete sich auf, diesmal penibel darauf achtend, sich nicht schon wieder den Hinterkopf zu stoßen. Dabei musterte er die mit Moos und Efeuranken überwachsene Decke, von der sich einzelne bleiche Wurzeln wie dürre Finger zu ihm hinabstreckten. Er fragte sich, wie schon so oft seit dem er hier unten war, was wohl über ihnen an der Oberfläche lag und wie ein solch merkwürdiger Ort unentdeckt bleiben konnte.
Dann bemerkte er die kleine Schar an Versammelten und entdeckte Pute unter ihnen. Froh darüber, dass die Sucherei endlich sein Ende gefunden hatte, doch auch mit ein wenig Zurückhaltung vor den lernenden Fremden, stapfte er leise in ihre Richtung. Sein Blick sprang dabei von einer Person zur nächsten und erneut kam er zur Erkenntnis, dass in der Gilde eine Vielfalt an Vertretern verschiedener Völker zu finden war, die in den Gassen des Außenviertels wohl alle Augen auf sich gezogen hätten. Ein unbedeckter Blondschopf in der Menge musste für die Stadtwache wie eine Einladung zum Verhör wirken, genau wie das exotische Gesicht einer Elfenfrau für das üble Gesindel als Einladung zur Vergewaltigung galt. Hier unten stachen sie jedoch nicht hervor, zumindest nicht mehr als alle anderen. Hier waren alle gleich, weil alle verschieden waren. Was für eine verdrehte Welt...
„Haben wir einen Neuzugang?“
Er hatte die Gruppe schon fast erreicht als ihn die alte Frau bemerkte. Statt sich unbemerkt unter die Schüler zu mischen, so wie er es eigentlich vorgehabt hatte, sahen nun gleich mehrere Augenpaare zu ihm empor, darunter auch Pute, mit ihrem kindlichen Grinsen. Wie immer fühlte sich Roac bei so viel Aufmerksamkeit unwohl in seiner Haut, weshalb er versuchte der Situation so schnell wie möglich zu entkommen.
„Ich bin erst seit gestern hier, deshalb ist man sich noch nicht sicher, was ich in der Gilde in Zukunft tun werde.“
Dabei hing es gänzlich davon ab, wer darüber entscheiden würde. Wenn Adler über sein Schicksal bestimmte, so stand wohl schon fest, das er bis ans Ende seiner Tage Latrinendienst schieben musste.
„Man hat mir gesagt hier wird Rendinea unterrichtet. Und weil ich zurzeit nichts anderes zu tun habe, dachte ich mir, ich könnte es einmal versuchen.“
Er wartete auf eine Antwort der Lehrerin und hoffte, dass sie ihn nicht vor allen Schülern ausfragen würde. Er wusste schließlich nicht, ob er irgendwelche Kenntnisse mitbringen musste oder es sonst irgendwelche Erwartungen an ihn gab.
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Re: Erwachen zwischen Schatten

Beitragvon Erzähler » Mittwoch 22. Juni 2016, 19:16

Wie immer fühlte sich Roac bei zu viel Aufmerksamkeit unwohl in seiner Haut, weshalb er versuchte der Situation so schnell wie möglich zu entkommen.
„Ich bin erst seit gestern hier, deshalb ist man sich noch nicht sicher, was ich in der Gilde in Zukunft tun werde.“
Dabei hing es gänzlich davon ab, wer darüber entscheiden würde. Wenn Adler über sein Schicksal bestimmte, so stand wohl schon fest, das er bis ans Ende seiner Tage Latrinendienst schieben musste.
„Man hat mir gesagt hier wird Rendinea unterrichtet. Und weil ich zurzeit nichts anderes zu tun habe, dachte ich mir, ich könnte es einmal versuchen.“
Sie sah ihm nickend entgegen und wies mit einer Hand auf einen freien Stein, der wohl sein Sitzplatz sein sollte.
„Setzt dich und sieh erst einmal zu.“
Sie wandte sich wieder einem anderen Schüler zu und eine schnelle Handzeichenfolge ließ vermuten, dass es sich bei ihm um einen fortgeschrittenen Kenntnisstand handelte. Er wiederholte und sprach dazu leise:
„Treffpunkt am gewohnten Ort im Zenit des achten Mondes.“
„Gut und jetzt zeige mir die Wörter für die vier Himmelsrichtungen.“
Vier Zeichen folgten. Nach ein paar Minuten war eine Schülerin neben Pute dran und die Zeichen wurden deutlich langsamer, sodass Roac schon erste Symbole als einzelne erkennen konnte. Dann widmete sich die Lehrerin dem jungen Geflügel und sie gingen langsam einzelne Vokabeln durch:
„Bitte wiederhole die Lektion von gestern, Pute.“
„Äh...Schuppen, Hütte, Haus, Anwesen, Burg, Schloss...
Schule, Hütte, Maus, Anwalt, Burg, Schloss.
Die Lehrerin berichtigte:
„Schuppen, Hütte, Haus, Anwesen, Burg, Schloss. Noch einmal.“
Und so ging es weiter. Üben, üben, üben... Die Vokabeln wurden zum Abschluss jeder Lektion noch in den Sand zu Füßen der älteren Frau gemalt, so wie sie ggf. auch manchmal als unauffällige Kritzeleien und geheime Notizen, Treffpunkte oder Warnungen der Diebe markierten. Gen Ende der Stunde war Roac schon um ein wenig Wissen reicher und eine Pause wurde eingelegt, in der sich die Schüler die Beine vertreten gingen. Die Lehrerin kam zu ihm.
„Und? Wie gefällt es dir hier unten? Ist schon was anderes, was?!“
Sie lachte und gab glucksende Geräusche dabei von sich von denen jedes in einem leisen Grunzen endete.
„Mein Name ist Eule. ...Eule... Rendinea lernt man schneller als man denkt, denn wir fangen immer mit dem an, was ihr euer Handwerkzeug nennt. Lange Liebesbriefe wirst du also nicht schreiben müssen, aber ...apropo... Gibt es vielleicht etwas das du gerne in unserer Sprache sagen können würdest? Einen einzelnen Satz? Damit könnten wir gut anfangen und es übte die Beweglichkeit der Finger.“
Sie wartete bis Roac sich einen Satz ausgesucht hatte und übersetzte ihn dann eins zu eins. Jedes Zeichen zeige sie ihm langsam und deutlich und bog ggf. seine Hände in die richtige Position.
„Meinst du es ist schon etwas hängen geblieben? Hast du Fragen?“
Während sie gesprochen hatte, waren Pute und ihre Freundin wieder von der Pause zurück gekommen und mit der Elfe, die ihren Platz ebenfalls die ganze Zeit nicht verlassen hatte, waren sie gerade allein. Die Mädchen saßen in einer weit entfernten Ecke und stopften sich dicke Brote in ihre hungrigen Schnäbel. Die spitzohrige Frau übte im einzelne Worte zu schreiben und malte sie dazu mit einem langen Stock in den Sand. Sie wirkte ganz in ihrem Tun versunken und so war Roac mit der Lehrerin gerade mehr oder weniger allein und ungestört.
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Re: Erwachen zwischen Schatten

Beitragvon Roac » Samstag 9. Juli 2016, 00:55

Wie geheißen, ließ sich Roac auf einem der flachen Felsen nieder und zog die Beine an so gut es eben ging. Dabei erwischte er sich, wie er verstohlen zu der fremden Elfe hinüberspähte. Sie schien dermaßen in die Lektion vertieft zu sein, dass sie ihn nicht weiter wahrnahm. Die anderen Schüler waren ebenfalls abgelenkt, weshalb Roac die Chance nutzte auch sie ein wenig unter die Lupe zu nehmen. Wie schon beim Frühstück in der großen Halle versuchte er unter der Menge die schlanken Füße, die er aus seinem Versteck im Raum mit der merkwürdigen Tür gesehen hatte, wiederzufinden. Natürlich wurde er auch hier nicht fündig und gab bald auf. Stattdessen konzentrierte er sich auf den Unterricht und die vorgezeigten Handzeichen.
Bald schon erging es ihm wie seinen Sitznachbarn und er blendete alles andere aus, verwarf für einen Moment die Gedanken über Adler, Lares und Cadice und achtete gänzlich auf die Bewegungen der Lehrerin. Seine eigenen Hände wiederholten dabei die Zeichen im Schoß, was anfangs schwerfällig und langsam geschah, mit voranschreitender Zeit jedoch immer einfacher wurde. Allmählich begann Roac gewisse Muster zu erkennen - wiederkehrende Abfolgen von Zeichen, die aneinandergereiht einzelne Wörter oder Satzteile bildeten. Sprache schien sich mit Rendinea viel fließender und natürlicher übermitteln zu lassen als mit den verschnörkelten garmischen Lettern, mit denen der Dieb oft auch noch heute zu kämpfen hatte.
Als die Vortragende nach einigen weiteren Übungen zur Pause aufrief und zu ihrem neuesten Schüler spähte, hatte sich Roacs Stimmung bereits deutlich gehoben. Einigermaßen zufrieden mit sich selbst erhob er sich und klopfte den Staub von seiner Hose.
Und? Wie gefällt es dir hier unten? Ist schon was anderes, was?!
Die ältere Frau war zu ihm gekommen und wies auf die Höhlendecke über ihnen. Roac konnte ihr nur beipflichten. Hätte ihm jemand vor nur wenigen Tagen weismachen wollen, dass ein solcher Ort all diese Jahre unter seinen Füßen existiert hatte, er hätte ihn für verrückt gehalten.
„Mein Name ist Eule. ...Eule...“
Sie hob die Hände und schrieb ihren Spitznamen mit flatternden Fingern in der Luft. Der Dieb sah ihr aufmerksam dabei zu und spreizte dann seinerseits die Finger.
R-o-h-a-k... warte, nein. R-o-a-c. So ist es glaube ich richtig.“
Er wunderte sich selbst wie schnell er Gefallen an dieser neuen Art zu sprechen fand. Eule schien das nicht entgangen zu sein.
„Rendinea lernt man schneller als man denkt, denn wir fangen immer mit dem an, was ihr euer Handwerkzeug nennt. Lange Liebesbriefe wirst du also nicht schreiben müssen, aber ...apropo... Gibt es vielleicht etwas das du gerne in unserer Sprache sagen können würdest? Einen einzelnen Satz? Damit könnten wir gut anfangen und es übte die Beweglichkeit der Finger.“
Der Dieb dachte kurz nach, dann ging er auf ihr Angebot ein. Zu Beginn gab er ihr mehrere Wörter die sie ihm Schritt für Schritt übersetzte. Es waren bunt gemischte Dinge die ihm im Moment auf der Zunge lagen, alltägliche Begriffe wie „Straße“ und „Haus“ sowie Wörter, die mit dem Diebeshandwerk zu tun hatten wie beispielsweise „Dietrich“ und „Geldbeutel“. Er fragte auch nach den anderen Spitznamen die ihm in der Diebesgilde soweit begegnet waren: Biene, Hase, Adler und dann auch nach seinem eigenen, Rabe.
Den Blick konzentriert auf die wirbelnden Fingerspitzen vor ihm gerichtet, versuchte er sich so viel wie möglich davon einzuprägen. Es war unwahrscheinlich, dass er sich alles fehlerlos merken würde, doch immerhin würde ein Bruchteil davon bei ihm hängen bleiben.
Schließlich - nachdem sich in seinen Fingerspitzen bereits ein erstes Taubheitsgefühl zu bemerken machte - stellte er seine Fragerei ein.
„Danke für den Privatunterricht. Ich hätte nicht gedacht, dass ich so weit unter der Erde etwas nützliches lernen würde.“
Sie antwortete mit ihrem gewohnten Glucksen.
„Meinst du es ist schon etwas hängen geblieben? Hast du Fragen?“
Roac öffnete schon den Mund um ihr Angebot dankend zu verneinen, doch da fiel ihm die Zeichnung der Elfe neben ihm ins Auge. Die Symbole hatten schon während des Unterrichts seine Aufmerksamkeit erregt. Sie unterschieden sich deutlich von den Handzeichen, waren also ohne weitere Kenntnis nicht zu entschlüsseln.
„Vielleicht eines noch... “
Eine Idee machte sich in seinem Kopf breit. Sollte er es tun? War es zu riskant? Was wenn es sofort auffiel?
Der Dieb beugte sich zu seiner Sitznachbarin und sprach sie direkt an.
„Darf ich mir den für einen kurzen Moment ausleihen?“
Roac deute auf den Stock mit dem die Elfe gezeichnet hatte. In Gedanken versuchte er das Bild von der verschlossenen Tür im steinernen Seitengang heraufzubeschwören. Er hatte sie nur kurz vor Augen gehabt, die Symbole darauf hatten fremdartig gewirkt. Doch wenn er sich noch daran erinnerte, würde er möglicherweise ein wenig Licht in die Angelegenheit bringen und erfahren, was sich hinter der der schweren Tür befand. Oder er würde weiteren Ärger kassieren. Eines von beiden.
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Re: Erwachen zwischen Schatten

Beitragvon Erzähler » Montag 11. Juli 2016, 18:45

„Meinst du es ist schon etwas hängen geblieben? Hast du Fragen?“
Roac öffnete schon den Mund um ihr Angebot dankend zu verneinen, doch da fiel ihm die Zeichnung der Elfe neben ihm ins Auge. Die Symbole hatten schon während des Unterrichts seine Aufmerksamkeit erregt. Sie unterschieden sich deutlich von den Handzeichen, waren also ohne weitere Kenntnis nicht zu entschlüsseln.
„Vielleicht eines noch... “
Der Dieb beugte sich zu seiner Sitznachbarin und sprach sie direkt an.
„Darf ich mir den für einen kurzen Moment ausleihen?“
Roac deute auf den Stock mit dem die Elfe gezeichnet hatte. Sie sah ihn kurz direkt an und ihre Augen waren tatsächlich golden. Sehr ungewöhnlich auf jeden Fall! Sie reichte ihm den Stock, rückte ein wenig beiseite und sah ihm dann zu.
In Gedanken versuchte Roac das Bild von der verschlossenen Tür im steinernen Seitengang heraufzubeschwören. Er hatte sie nur kurz vor Augen gehabt, die Symbole darauf hatten fremdartig gewirkt. Doch wenn er sich noch daran erinnerte, würde er möglicherweise ein wenig Licht in die Angelegenheit bringen und erfahren, was sich hinter der der schweren Tür befand. Er musste es halt versuchen und stellte fest, dass es wirklich schwer war aus der Erinnerung etwas zu zeichnen, zumal er so etwas noch nie gemacht hatte und künstlerisches Talent nicht gerade zu seinen Stärken zählte. Er probierte es trotzdem und wurde eingehend dabei von mindestens zwei Seiten beobachtet.
„Warte...war es vielleicht so?...“
unterbrach ihn Eule und nahm ihn den Stock aus der Hand und tatsächlich war das Zeichen das sie nun in den Sand malte, dem viel ähnlicher, das Roac im Geiste vor sich sah. Ein kleines Weilchen ging es noch so weiter und Roac bekam langsam den Eindruck, dass Eule sehr wohl wusste was er da versuchte zu schreiben, aber seine Bemühungen auch nicht unterbrechen würde, da es eine gute Übung war. Sie war wohl die Art von Lehrer, die selbst im Polieren von Oberflächen noch Sinn und Zweck einer Übung fanden.
„Das letzte Zeichen, war es oben vielleicht noch etwas runder?“
Sie lächelte und half nur hier und da und mit viel Anstrengung hatte Roac am Ende einen Satz geschrieben, den sie dann für ihn Wort für Wort übersetzte und jede Silbe einzeln zusammen fügte, sodass der Sinn sich noch etwas später erst erschloss.
„Kleide dich in Schatten, wenn du im Licht des Mondes baden willst.“
„Kleide dich in Schatten, wenn du im Licht des Mondes baden willst.“
Dann schrieb sie es noch einmal für ihn, damit er seine Fehler erkannte und ging jeden Schwung noch einmal durch. Dabei konzentrierte sie sich anscheinend vollkommen bewusst auf die Rechtschreibung und weniger auf all die ungestellten Fragen, die Roac sicher durch den Kopf schwirrten. Sie schien nicht wirklichen abgeneigt, ihm ihr Wissen vorzuenthalten, aber sie wollte ihm etwas beibringen und wenn er ihren Weg ging, dann würde sie ihm auch antworten. Er musste also nur seine Fragen in Rendinea stellen... nur. Aber er war ja hier um diese Sprache zu lernen.
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Re: Erwachen zwischen Schatten

Beitragvon Roac » Montag 25. Juli 2016, 16:31

Mit Mühe und Not, sowie der geduldigen Hilfe seiner neuen Mentorin, schaffte es Roac die fremden Zeichen aus seinem Gedächtnis in den Sand zu übertragen. Schon nach den ersten paar Strichen wurde ihm bewusst, dass Eule sofort Bescheid wusste. Sie kannte die im dunklen Holz eingravierte Phrase, die des Diebes Neugier geweckt hatte. Handelte es sich um einen Leitspruch der Diebesgilde, eine Art Motto, dass sich an zentralen Stellen hier unten finden lies? Roac hatte auf etwas mehr gehofft. Vielleicht ein Hinweis, der auf den Verwendungszweck des abgelegenen Raumes schließen lies oder wer zu ihm Zutritt hatte. Schlussendlich war da noch die brennende Frage, was er von seinem Versteck aus beobachtet hatte und was das zweifellos für ihn hinterlassene "zu früh" zu bedeuten hatte.
Schließlich stand die Botschaft vor ihm im körnigen Sand und Eule trug sie ihm vor, einmal auf Rendinea, einmal in der gemeinen Zunge:
„Kleide dich in Schatten, wenn du im Licht des Mondes baden willst.“
„Kleide dich in Schatten, wenn du im Licht des Mondes baden willst.“

Roac sah nachdenklich hinab auf dünnen Linien und unterstrich dann den ersten Teil der Botschaft, während er die betreffende Zeichen nachamte.
„Kleide dich... in Schatten...“
Er hatte keine zufriedenstellende Antwort auf seine Fragen bekommen. Aber streng genommen hatte er auch keine davon gestellt. Eule fragte ebenso nicht, warum er ausgerechnet diese Zeilen gewählt hatte. Doch schien sie nur darauf zu warten, die hellen Augen auf ihn gerichtet.
Der Dieb ließ sich Zeit und gab der Elfe den dürren Stock zurück. Auch ihren goldenen Blick hatte er von der Seite gespürt, als er damit beschäftigt war sich zu erinnern. Er fragte sich, wie lange sie schon hier unten war. Viel länger als er, oder doch nur einige Tage mehr? Vielleicht konnte er sich nach dem Unterricht mit ihr austauschen? Doch dann wiederum schien ihr Wesen ihm so fremd und unnahbar, dass er wohl, ähnlich wie in seinen unschuldigen Jugendjahren, nicht den Mut finden würde, sie noch einmal anzusprechen. Für den Moment bedankte er sich mit einer eindeutigen Geste und wandte sich wieder Eule zu.
„Dieser Satz. Was hat er...?“
Roac bemerkte das leichte Kräuseln ihrer Lippen und wusste, dass er sich schon etwas mehr anstrengen musste. Er hielt inne und strich sich grübelnd über das unrasierte Kinn, sodass die schwarzen Bartstoppeln unter seinen Nägeln knisterten. Schließlich meinte er die richtigen Handzeichen aus seinem übersichtlichen Sortiment an Vokabeln gefunden zu haben und reihte sie mehr schlecht als recht aneinander:
„Was meinen diese Worte? Welchen Sinn haben sie?“
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Re: Erwachen zwischen Schatten

Beitragvon Erzähler » Donnerstag 28. Juli 2016, 07:52

„Dieser Satz. Was hat er...?“
Roac bemerkte das leichte Kräuseln ihrer Lippen und wusste, dass er sich schon etwas mehr anstrengen musste. Er hielt inne und strich sich grübelnd über das unrasierte Kinn, sodass die schwarzen Bartstoppeln unter seinen Nägeln knisterten. Schließlich meinte er die richtigen Handzeichen aus seinem übersichtlichen Sortiment an Vokabeln gefunden zu haben und reihte sie mehr schlecht als recht aneinander:
„Was meinen diese Worte? Welchen Sinn haben sie?“
Es dauerte unendlich lange und einige Anläufe, in denen die Lehrerin ihm kleine Hilfestellungen gab, aber nach nur wenigen Stunden Unterricht waren diese beiden kleinen Sätze schon ein echtes Wunder und am Ende brachte Roac sie stockend, aber fehlerfrei hervor. Eule schien zufrieden und lächelte, dann bewegten sich ihre Finger:
„Du musst die Schatten beherrschen um Manthalas Tempel betreten zu können.“
„Du musst …“
„Du musst …“
Stück für Stück ließ sie Roac die Worte in Rendinea wiederholen, damit sie sich ihm auch gleich erschlossen.
„die Schatten beherrschen …“
„die Schatten beherrschen …“
Eule korrigierte jeden Finger und die richtige Stellung im Winkel zur Hand. Es wirkte, als ob sie sie sich beim folgenden Teil besonders Mühe gab.
„um Manthalas Reich …“
„um Manthalas Reich …“
Langsam ergab der Satz einen Sinn.
„betreten zu können.“
„betreten zu können.“
Allein für diese Antwort brauchten sie gemeinsam gut eine Stunde um sie Wort für Wort zu übersetzen und zu lernen und Eule machte es dem Raben nicht leicht. Währenddessen waren einige der Schüler, so auch Pute wieder gekommen und der Unterricht ging nahtlos weiter. Jemand hatte einen kleinen Krug Milch mitgebracht und ein paar kleine etwas harte, süße Brötchen, die sie nach und nach gemeinsam verspeisten, immer wenn man gerade nicht dran war etwas mit den Fingern zu erzählen. Roac hatte seinen Platz in dieser kleinen Gemeinschaft gefunden und die Elfe neben ihm war auch nicht von ihm abgerückt. Er konnte sie zwischendurch ab und an beobachten und es schien sie auch nicht zu stören. Trotzdem wirkte sie etwas 'weltfremd' und vor allem sehr in sich gekehrt. Als der Unterricht für diesen Tag endete, stand sie auf, verneigte sich vor Eule und verließ lautlos den Raum. Pute kam zu Roac und zupfte an seiner Gewandung.
„Heute ist Braten-Tag. Willst mitkommen?“
Ihre runden Pausbackigen Wangen, die noch einiges an Babyspeck trugen glühten vor freudiger Erwartung und Roac erinnerte sich, dass in diesem Alter sich auch bei ihm hauptsächlich alles um Essen gedreht hatte. Der Tag war schnell vergangen und ein anständiges Essen wäre auch seinem Magen sehr genehm. Aber vielleicht hatte er auch andere Pläne.
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