Das neue Heim

Die Gebäude hier zeigen deutlich den Stand eines Bürgers in Morgeria. Niedere leben in heruntergekommen Barracken, Krieger & Söldner in bunkerartigen Unterkünften oder Zelten. Mächtige Familien leben in finsteren Anwesen, die kleinen Schlössern gleichen.
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Maruka
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Maruka » Sonntag 18. August 2013, 11:51

„Du musst keine Angst haben!...Auch wenn du nicht bei mir bist, weiß ich das du stark sein wirst…davon gehe ich fest aus“
Valas Worte trugen Kraft für sie beide in sich.
Ich hoffe, ich enttäusche dich nicht.
Sie wurden je unterbrochen und Maruka folgte dem Hundeführer, der sie mit den Worten:
„Valas wird schon noch leben, wenn du zurückkommst“
sicher nicht beruhigen wollte. Seine Wut stand ihm immer noch ins Gesicht geschrieben, genauso wie die Strieme auf seiner Wange und Katze glaubte eher, dass er sie provozieren wollte. Ihre geflüsterte Antwort war fast mehr an sie selbst gerichtet als an ihn:
„Sicher wird er das.“
Es klang wie eine Feststellung. Valas bei Dry’ol, dem Foltermeister von Sademos zurückzulassen wog schwer in ihrem Herzen, aber genauso wohnte dort die Gewissheit, dass sie sich irgendwann wieder sehen würden. Der alte Dunkelelf, dem man das Leben geraubt hatte, war ihr schon zu sehr ans Herz gewachsen, als dass sie ihn einfach vergessen würde, sobald sie um eine Ecke war. Doch dann gingen sie auch schon die Flure entlang und Marukas Neugierde wurde übermächtig. Ganz wie der Spender ihrer Gene, ganz wie ein echter Serval, lebte sie fast augenblicklich nur noch im hier und jetzt. Ihre Neugierde und ein etwas mehr von Instinkten getriebenes Wesen in ihr, lenkte sie schnell ab und schnell und hart bekam sie zu spüren, wie die Regeln in ihrem neuen Leben lauteten. Vranyk, der Tierwärter von Sademos, hatte sie im Nacken bei den Haaren gepackt, als sie einmal zu vorwitzig einen Schritt vor ihn gemacht hatte, ohne dass er es erlaubt hatte. Sein Griff war hart, er riss ihr ein paar Haare aus und holte sie zurück auf den Boden der Tatsachen. Auch die Stelle ihrer körperlichen dominierung war perfeckt gewählt. Der Nackengriff ließ sie fast in eine Art Starre verfallen. Leise wimmernd gehorchte sie sofort und folgte ihm weiter in geduckter Haltung.
"Ich hoffe, du hast gut gegessen."
Seine Anspielung kam ihr wieder in den Sinn.
Was hatte er noch gesagt? “Sademos will dich nachher auf einer Feier präsentieren…Was für eine Feier? ... aber nicht wie du jetzt aussiehst. Du brauchst etwas, was dich etwas ansehnlicher macht ... Schon wieder neue Kleidung? ... Zumindest riechst du nicht mehr wie am ersten Tag ... Wiebitte???„
Maruka musterte Vranyk von hinten, als er sich wieder abwandte und zog die Oberlippe hoch und die kleine Nase kraus. Der „Duft“, der ihm anhing war sicher sogar für einen reinen Menschen gut wahrnehmbar und ihre feine Nase, konnte sogar ungefähr die Anzahl der Tiere analysieren, mit denen er in den letzten drei Stunden verkehrt hatte. Ihr kleine Grimasse verschwand aber sofort, als auch nur seine Schulter in ihre Richtung zuckte. Mit dem Alpha-Rüden wollte sie sich gewiss nicht anlegen und noch weniger ihn verärgern, deshalb wartete sie auf einen günstigen Moment, in dem sie alleine auf einem der weitläufigen Gänge waren und flüsterte:
„Tut mir leid.“
Es tat ihr wirklich leid, auch wenn dieser Mann eigentlich ihr Feind sein sollte. Sicher wusste er, was sie meinte. Schweigend ging sie weiter hinter ihm her und schaute nur noch nach links und rechts um sich den Weg einzuprägen. Wieder kamen sie um eine Ecke, sahen hohe Treppen, die sich in einem weiteren Stockwerk zu erstrecken schien. Manchmal huschten Sklaven und Diener an ihnen vorbei. Sichtbar trugen sie die Armschienen an ihrem Körper, die auch Cassiel getragen hatte. Nur hatten sie eine andere Farbe, was Maruka noch nicht recht einordnen konnte. Anscheinend gab es da Unterschiede und sie begann sich zu fragen, welche Farbe sie einmal tragen würde.
Hoffentlich keine.
Doch Gedanken an Freiheit, an ein Leben ohne Fesseln und Zwänge waren noch so fern, dass sie sie einfach noch nicht ertrug. Doch ein neuerlicher Geruch von Feuer und seltsamen in der Nase brennenden Gerüchen, kam ihr mehr und mehr entgegen. Der Gang war schmaler geworden und sie standen jetzt vor einer hölzernen Tür, die Vranyk ohne Klopfen öffnete. Ein großes, geräumiges Laboratorium erstreckte sich dahinter, mit seltsamen kleinen Geschöpfen darin. Maruka hatte noch nie in ihrem Leben etwas anderes als Mantroner gesehen und um so seltsamer war da wohl der Eindruck den diese kleinen Gestalten auf sie machten. Ein kleiner Gnom blickte erschrocken auf und Vranyk trat ihn mit einem Tritt aus seinem Weg.
„Sie sind nicht mal das Essen wert, was wir ihnen schenken“
Erklärte er ihr. Der getretene Gnom keuchte auf, versuchte vergebens das Gefäß in seinen Händen noch zu halten, doch dieses zerplatze und eine beißende Flüssigkeit austrat. Maruka zuckte allein vor dem beißenden Geruch ein ganzes Stück zurück und wäre fast dabei gegen eines der Regale gestoßen, wenn sie es nicht noch im letzten Moment gesehen hätte. Ihre schnellen Reflexe halfen ihr wenigstens, das Schlimmste zu verhindern. Der Schrei des Gnoms, als das scheinbar heiße Zeug auf seine Hand spritzte und dort gleich unschöne Blasen aufwarf, war herzzerreißend. Zwei andere kleine Gestalten eilten zur Hilfe, während Katze nur ängstlich angeschaut wurde. Was für ein seltsames Bild musste sie in diesem Moment abgegeben haben. Sie hielt sich beide Hände vor Nase und Mund und ihre Augen waren vor Schreck weit aufgerissen.
Vranyk trat einfach über dieses Gewürm hinweg, zischte Maruka zu, sie solle folgen. Sehr vorsichtig, suchte sie sich einen Weg, der an den kleinen Kerlen vorbei führte. Der verletzte kleine Mann tat ihr schrecklich leid und vielleicht sah man das ihr sogar ein bisschen in den geweiteten Augen an, doch sie konnte ihm nicht helfen und befürchtet, wenn sie es auch nur versuchen sollte, würde sie alles nur noch schlimmer machen.
Sie konnte noch andere Dunkelelfen sehen, doch senkten diese ehrfürchtig den Blick, als der Hundeführer an ihnen vorbei, zu einem Schrank ging, diesen öffnete und unter den vielen Fläschchen etwas suchte. Vranyk murmelte leise vor sich hin:
Wo ist es denn?...Schneller Tod, nein! Faldors Schrei..nein!....Ach, Stärkung!“
Marukas Kenntnisse in der dunklen Sprache waren noch nicht voll ausgereift, doch vereinzelte Worte glaubte sie schon zu erkennen. Er griff das Fläschchen und hielt es Maruka entgegen.
„Nimm schon! Trink es!“
befahl er barsch und schloss auch schon die Tür des Schrankes. Machte kehrt und zog sie wieder mit sich.
„Das ist ein Stärkungsmittel! … Glaubst du, ich würde mir die Mühe machen, wenn du sterben solltest. Nein! Es wird dir zu Kräften helfen und dich körperlich aufbauen … Du bist in einen üblen körperlich Zustand.“
, erklärte er und strich ihr dann tatsächlich über die Ohren. Maruka erstarrte und hielt die Luft an. Die Art dieser Berührung, der Ort an dem sie sich befanden, die Wesen um sie herum, das alles fühlte sich falsch an. Und dann war da noch dieses seltsame Funkeln in seinen Blick und im nächsten Moment hatte er eine Klinge … und *ratsch* … hatte er ihr nur eine Haarsträhne gestohlen. Diese reichte er einem der Dunkelelfen im Labor und steckte seinen Dolch weg. Eine Münze wanderte kurz zu den Elfen rüber.
„Ich will es analysiert habenob es eine Möglichkeit gibt für die Verwandlung ... Mach dich davon!“
Flüsterte er leise und zog dann Maruka wieder mit sich. Der angesprochene Dunkelelf machte sich sofort an die Arbeit. Katze starrte kurz dem anderen Dunkelelfen hinterher. Sie versuchte sie seine Gesichtszüge genaustens einzuprägen. Es war um ihre Verwandlung gegangen!!!
Ich darf mir nichts anmerken lassen! Sonst nimmt er mich nie wieder mit!
Brav folgte sie wieder Vranyk, doch ihre Gedanken kreisten, so dass sie das kleine Fläschchen in ihren Händen geistesabwesend hinunter stürzte.
Sie haben von Verwandlung gesprochen! Da bin ich mir ganz sicher! Ob … ?
Sie fühlte sich komisch. Vielleicht setzte schon die Wirkung des Tranks ein.
Ob ich hier, an diesem schrecklichen Ort einen Weg finden könnte wieder normal zu werden? Ob das dunkel Volk auch einen Weg kennt, mich wieder zu einem Menschen zu machen?
Sie hatte unbewusst das Wörtchen „auch“ in Gedanken verwendet, denn aus einem vollkommen irrationalen Grund glaubte sie ihrem Schicksal, dass er oder es sie wieder zurück verwandeln könnte. All ihr Streben geriet kurz ins Wanken.
Wenn es eine Möglichkeit gibt, eine Chance, einen gnädigen Umstand oder einen Gott der mich … ? Wenn … dann muss ich vielleicht doch nicht meinem Schicksal folgen …
Sie hatte es nicht mal wirklich bewusst begriffen, aber seltsamer Weise schämte sie sich sofort für diesen Gedanken, als würde sie ihr Schicksal damit verraten und verleumden. Aber hatte nicht sogar Valas ihr versucht zu sagen, dass sie sich ihr Schicksals selbst erwählen müsse? War das Hoffnung was Vranyk ihr da ungewollt gegeben hatte??? Hatte sie eine Wahl??? Unwillkürlich legte sich ihre rechte Hand auf die Stelle links unter ihrem Herzen, dort wo sich die schwarze Feder unter ihrem Harnisch befand. Maruka fühlte wie wild ihr Herz schlug und zwang sich zur Ruhe. Als Jägerin und ausgebildeter Fährtenleser wusste sie, wie sie ihr Äußeres zur Stille zwingen konnte um sich ihrer Beute nicht zu früh zu verraten. Sie atmete betont langsam. Ihre Hand ruhte auf ihrem Magen und das warme Gefühl darin, rührte sicher nicht nur von den verwirrenden Gedanken, sondern auch von der alchimistischen Flüssigkeit.
Warum hat Vranyk meine Haarsträhne diesem Mann gegeben? War verspricht er sich davon? Oder ist es Sademos Befehl gewesen? Ich muss ihn irgendwie dazu kriegen, darüber zu reden, ohne den Verdacht zu erregen, dass ich mitbekommen habe, was er gesagt hat.
Sie wusste nicht wohin er mit ihr ging, also folgte sie ihm wieder brav und als sie wieder durch einen leeren Gang liefen fragte sie:
„Darf ich dich … euch etwas fragen?“
Sie hatte ihn schon die ganze Zeit ein eher persönlich behaftetes Verhältnis zu dem Hundeführer gehabt. Sie hatte ihm in einer Anwandlung der Schwäche auch ihr Leid gestanden, wie verletzbar sie sich fühlte, seit dem sie das Tier ins sich trug. Dann war der unsägliche Unfall passiert, aber Katze wollte sich dadurch nicht entmutigen lassen, selbst wenn er sie nun hasste. Sie konnte sich unterordnen. Er war der Alpha! Vielleicht waren Dunkelelfen auch einfach nicht zu anderen Empfindungen als Hass fähig? Es würde ein Leben dauern dies zu ergründen, aber diese Zeit hatte sie nicht und aus irgend einem Grund fühlte sie sich von Minute zu Minute stärker. Ihr Blut floss prickelnd durch ihre Adern und noch nie, seit ihrer Verwandlung, hatte sie sich so gut gefühlt. Geistesabwesend betrachtete sie ihre Krallen beim Gehen und ließ sie willentlich ein- und ausfahren. Vranyk hatte nicht geantwortet und weiter nach vorne gestarrt, während er sie an scheinbar unsichtbaren Leine durch das Anwesen führte, also stellte Katze ihre Frage, ob nun zuhörte oder nicht:
„Was waren das für komische kleine Menschen? Was war das für ein Raum. Es hat bestialisch gestunken, mehr als … Was machen die kleinen Männer da? Sie sind auch Diener des Herrn, oder?“
Unverfänglich, ja so könnte es vielleicht gehen. Mal sehen ob er zum reden bereit ist?
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 19. September 2013, 08:21

Erkennst du es nicht, meine Schöne? Siehst du nicht, dass du nur ein kleiner Teil in einem riesigen Puzzle bist. Ein Spielball, der so lange hin und her geworfen wird, bis jemand das Spiel beendet. Ich werde es sein…ich werde dein Schicksal entscheiden und du wirst mir dienen, bis ich es satt habe… doch tröste dich, wir alle sind nur Spielbälle…Sind Ameisen, die ihre Chancen ergreifen wollen, dass sie der Stiefel werden… doch es gibt Figuren, die werden nie mehr als Figuren sein…nie der Spieler, der die Zügel in den Händen hält…egal was man versucht…egal ob selbst das eigene Blut einen verraten will… am Ende, gehörst du mir! Ich bin dein Schicksal!...alles andere ist nur die Vorbereitung auf mich“
Diese Worte würde jetzt, in diesen Minuten jemand sagen. Jemand, der sich über das Leben der kleinen Katzenhybridin informierte. Sich über ihr stellte. Jetzt konnte er sie wieder sehen und bei jedem Windzug, der ihr entgegen wehte, das Heulen des Windes in den anderen Etagen säuselte ihr die Worte entgegen.
Und war es nicht schlussendlich wirklich so?
Sie merkte es ja selber! Sie war ein kleiner Spielball oder eher das Spielzeug ihres neuen Herrn. Woher sollte sie denn wissen, dass Vranyk nicht ihr komplettes Wohl im Kopfe hatte? Vielleicht gab es wirklich eine Lösung und er würde ihr helfen, aber vielleicht war er nur zu sehr von der Verbindung Tier und Mensch fasziniert. Vranyk war ein Dunkelelf, wie er im Buche stand- immer auf seinen Vorteil bedacht und doch gab es etwas, was er so anziehend empfand, dass er sich manchmal in den Gedanken floh. Floh, wenn er sein Leben satt war und seine Tiere beobachtete. Wie leicht und unbeschwert, wie kraftvoll und tödlich sie sein konnte.
Und da kam ihn die kleine Maruka gerade recht. Sademos war mit sich beschäftigt und Vranyk jagte seinen Leben nach.
Ihn kümmerte nicht das Gewürm im Laboratorium. Es zählte nur, dass sie das Geheimnis entschlüsselten, welches Katze umgab.
Bis jetzt hatte er nicht auf ihre Versuche reagiert, dass sie ein Gespräch beginnen wollte. Nicht das er sie nicht wahrgenommen hatte, aber ihm war nicht danach. Dieser seltsame Trank hingegen stärkte Katze, ließ ihr Fell glänzen und nährte sie auf eine Weise, die nur vernünftige Nahrung nach Tagen und Wochen schaffte. Ihre Kleidung begann zu spannen, dort wo sie die Schnürung zu eng am Körper hatte. Dann wandte er sich abrupt um, sah die Hybridin an. Ein Funkeln war zu sehen, doch dann schwand es wieder. Ihre Entschuldigung war doch nicht ganz an ihm vorbei gegangen, wenn es jetzt auch etwas an Zeit verstrichen war.
„Es waren Gnome, sie sind nicht viel wert. Mindere Kreaturen, die weder den Sinn in ihrer Existenz sah, noch unsere Barmherzigkeit danken. Sie arbeiten dort und ja, sie arbeiten für Sademos, wie jeder hier.“ Er legte den Kopf leicht schräg musterte sie und schüttelte dann leicht amüsiert den Kopf.
„Du weißt nicht, was das für ein Raum war? Du kennst kein Labor?...scheinbar…nun, dort werden Sachen untersuchte, Tränke gebraucht und Heilmittel sowie auch Gifte erfunden und erforscht. Es dienst der Erforschung und der Experimentieren….Dein Freund Valas kennt diese Orte nur zu gut, immer war er selber ein Experiment“ Er lächelte. Kalt und unbekümmert.
„doch nun …warte.“ Er schritt um Katze rum, begann nun ihre Kleidung zu lockern und sie neu zu binden. Es war fachmännisch ohne auch nur die Spur, dass er ihr körperlich zu nah kommen wollte. Zufrieden betrachtete er sein Wert und ließ sie dann wieder folgen.
Wieder liefen sie durch den Gang und dann standen sie vor einer deckenhohen Tür, welche die grausamsten Todesdarstellungen präsentierte, die man sich vorstellen konnte. Tiefer Gesang drang von innen, melodisch und doch grausam kalt. Unheimlich und sinnlich.
„Der Gebetsraum, nur betreten, wenn es dir erlaubt ist, hörst du?...sonst landest du schneller auf dem Opferaltar, als dir liebt ist. Dort findet gerade eine Anpreisung statt…sie endet gleich“
Und tatsächlich dauerte es nicht mehr lange bis sich die Türen öffnete. Schwerer Geruch von Rauchwerk kam einem entgegen und zwei erhabene Frauen, in einem Hauch von violetten Seide schritten hervor, bevor ein Mann in einer leichten fallenden Hose und einem langen tiefblauen Mantel, der nur durch einen Knopf in der Mitte der Brust gehalten wurde. Die Haare wehten seidig, waren jedoch seitlich zu kunstvollen geflochtenen Zöpfen an den Schädel verwoben. Der Mantel wirkte durch das schwere Material steif und Maruka konnte sehen, dass es sich um winzige Schuppen handelte, die wohl von einer Schlange kamen.
Der Mann war jedoch unverkennbar und auch sein Lächeln, als er seinen Freund und seine Katze sah.
Es war Sademos!
Die Frauen, die sich bei ihm einharkten lächelten Sademos an, warfen nur einen verabscheuungswürdigen Blick auf die Hybridn. Dieser hatte jedoch sich von den Frauen gelöst, umarmte seinen Freund freudig und trat dann auf Katze zu. Seine Hand griff unter ihr Kinn, während seine Augen sie genaustens betrachteten.
„Hmm, Du siehst gut aus.“ Mit einer Bewegung der Hand entließ der Elf die anderen beiden Frauen. Deutlich sah man ihre Empörung und Katze konnte den Geruch von Sex an dem Dunkelelfen riechen. Dieser lächelte sie nur an.
„Und, hast du dich inzwischen eingelebt?“ wie widersprüchlich doch jetzt die sanfte Art war, wenn der Hohn doch deutlich war.
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Maruka » Donnerstag 19. September 2013, 21:37

Katze folgte Vranyk durch die Gänge, während ein Luftzug die dämonischen Worte ihres Schicksals in ihren Geist wehten:
„Erkennst du es nicht, meine Schöne? Siehst du nicht, dass du nur ein kleiner Teil in einem riesigen Puzzle bist. Ein Spielball, der so lange hin und her geworfen wird, bis jemand das Spiel beendet. Ich werde es sein…ich werde dein Schicksal entscheiden und du wirst mir dienen, bis ich es satt habe… doch tröste dich, wir alle sind nur Spielbälle…Sind Ameisen, die ihre Chancen ergreifen wollen, dass sie der Stiefel werden…“
Hast du das selbst erlebt?
„ … doch es gibt Figuren, die werden nie mehr als Figuren sein…nie der Spieler, der die Zügel in den Händen hält…egal was man versucht…egal ob selbst das eigene Blut einen verraten will… am Ende, gehörst du mir! Ich bin dein Schicksal!...alles andere ist nur die Vorbereitung auf mich“
Auch wenn die Worte düster waren und sich ihr Fell im Nacken sträubte, so war Maruka doch auch ein empfindsamer Mensch. In ihren Gedanken verstand sie den Inhalt, auch wenn die Worte fremd und unnatürlich klangen. Ein Mensch der zwischen die Schatten der Zeilen schaute und ein vor Leben und Liebe pulsierendes Herz besaß. Sie fröstelte bei seinen Worten doch gleichzeitig beschäftigte sich ihr Geist mit den Worten. Einerseits präsentierten sie sich grausam und endgültig, doch andererseits auch erfahren, wissend und mitfühlend. Ein Funke glomm in ihrem Herzen, ein Funke von Mitleid der nur durch ein Leben in Liebe und Vertrauen hatte entstehen können. Die Stimme die zu ihr sprach, hatte von Willkür, Puzzeln und Bällen gesprochen. Sie kannte das Gefühl der Ohnmacht, sie lernte es gerade kennen und vielleicht hatte ihr Schicksal es sogar in der Hand dieses Spiel zu beenden, wie er es versprach. Die bildhaften Worte schmeichelten ihrem Geist, erklärten einfach und höchst menschlich ihre Situation und Maruka fühlte sich wirklich wie eine Ameise unter dem Stiefel ihres Herrn. Sademos brauchte nur die Lust zu verspüren zu zutreten und ihr Leben wäre beendet. Doch noch weckte irgend etwas an ihr sein Interesse. Sie war seine Sklavin. Einzig das mit dem Blut und dem Verrat verstand sie nicht. Als Mantronerin war das Wort *Verrat* ihr fremd und es ergab keinen Sinn. Waren hier Familienbande gemeint? Eltern und Kinder waren doch verbunden in Liebe und Fürsorge! Niemals würde sie auf den Gedanken kommen, das ein Kind sich gegen seine Eltern stellen würde. Das Blut könnte sich auch auf ihre eigene Verunreinigung beziehen, auf die Katze in ihr, die Hybridin. Aber die Stimme im Wind hatte Recht. Es war immer so. Jeder, ob hoch wohl geboren oder der Dreck im Rinnstein, jeder bekam nur das, was ihm das Leben zuteilte und musste mit seinem eigenen Willen daraus sein Schicksal formen, egal wohin er führte.

Langsam, in Gedanken versunken, setzte sie einen Fuß vor den anderen, während ihr Körper sich durch die Macht des Trankes veränderte. Was sonst Wochen, oder sogar Monate gebraucht hätte um zu heilen, wurde auf diesem kurzen Weg beseitigt. Dort wo Knochenspitzen unter dem kurzen, glatten Fell hervorstachen und kleine, abstehende Wirbel bildeten, straffte sich das umgebene Gewebe. Dort wo eingefallene Muskeln hässliche Kuhlen bildeten, glätteten sich ihr Leib zu eleganten Formen. Bald spürte es Maruka, wie die Kleidung an manchen Stellen wieder zu spannen begann. Ihr einstiges Selbstbild, das einer stolzen Mantronerin, voller südländischer Weiblichkeit, Agilität und Lebenslust begann sich mit den schlanken, eleganten und grazilen Formen der Raubkatze zu mischen. Sinnliche Rundungen wölbten sich gegen den harten Brustharnisch, raubten ihr Stück für Stück den Atmen und ließen die Verschnürungen an den Seiten leise knirschen. Bei jedem Atemzug hob sich ihr Brustkorb und presste sich gegen das feste Leder. Das Fleisch ihrer Beine straffte sich und formte die langen, glatten Silhouetten aus, die sich unter der weiten Haremshose klar abzeichneten. Ihr Körper hatte seit ihrer Verwandlung nie die Möglichkeit erhalten sein volles Potenzial zu entfalten, doch was über die Zeit ihrer Gefangenschaft auf See ihr an Nahrung und Fürsorge gefehlt hatte, machte nun ein einziger Trank binnen Minuten wieder gut. Maruka lockerte die Peitsche um ihre Hüfte, da drehte sich Vranyk zu ihr um und kurz sah sie ein Funkeln in seinen Augen, welches sie nicht zu deuten wusste. Etwas in diesem Blick ließ sie den Rücken strecken und die Muskeln spannen. Sie stand aufrecht vor ihm und obwohl er größer war, fühlte sie sich für einen Bruchteil so unglaublich gut, dass sie sich durchaus zugetraut hätte in zu überwältigen … doch was dann? Ihn töten? Warum? Davonlaufen? Wohin? Ein anderer Gedanke stahl sich für den Bruchteil einer Sekunde in ihr Katzenhirn:
Würde ein ehrlicher Kampf mit dir Spaß machen, Vranyk? Würde dein Blut ebenso kochen wie meines? Hättest du die Disziplin, die Selbstbeherrschung mich nicht zu töten? Bist nicht auch du ein Ball den die Götter lenken? Hättest du die Ausdauer für dieses Spiel? … Was mach ich hier?!?
Das Glitzern in seinen Augen spiegelte sich in ihren von Gold umrahmten Pupillen und erlosch dann wieder, als sie wohl weißlich den Blick demütig senkte. Es war nicht die Zeit und nicht der Ort um zu spielen!
Er antwortet auf ihr Nachfragen nach den Gnomen recht einsilbig und ihn kümmerte nicht das Gewürm im Laboratorium. Es zählte nur, dass sie das Geheimnis entschlüsselten, welches Katze umgab. Was für ihn nur eine Randbemerkung war, ließ in ihr die Hoffnung auf Erlösung wachsen. Denn noch hoffte Maruka wieder ganz Mensch zu werden. Das Tier in ihr war gerade erst geweckt worden.
„Es waren Gnome, sie sind nicht viel wert. Mindere Kreaturen, die weder den Sinn in ihrer Existenz sehen, noch unsere Barmherzigkeit danken. Sie arbeiten dort und ja, sie arbeiten für Sademos, wie jeder hier.“
Er legte den Kopf leicht schräg musterte sie und schüttelte dann leicht amüsiert den Kopf. Hatte er ihre aufmüpfigen Gedanken erraten? Hatte der Tank ihr so viel Mut eingelöst, dass er sie nun in Schwierigkeiten brachte? Vranyk redete unbeirrt weiter und Maruka entspannte sich wieder etwas.
„Du weißt nicht, was das für ein Raum war? Du kennst kein Labor?...scheinbar…nun, dort werden Sachen untersuchte, Tränke gebraucht und Heilmittel sowie auch Gifte erfunden und erforscht. Es dienst der Erforschung und der Experimentieren….Dein Freund Valas kennt diese Orte nur zu gut, immer war er selber ein Experiment“
Er lächelte. Kalt und unbekümmert.
Er ist doch einer der Euren. Wie könnt ihr so grausam zu einander sein? … Und wie schafft ihr es, unter diesen Umständen, euch nicht selbst auszurotten?
„Doch nun …warte.“
Er schritt um Katze herum, begann nun ihre Kleidung zu lockern und sie neu zu binden. Sie zuckte an manchen Stellen überempfindlich berührt zusammen, da der Zauber des Trankes noch wirkte und ein Kribbeln auf der Haut hinterließ. Seine Berührungen waren fachmännisch ohne auch nur die Spur, dass er ihr körperlich zu nah kommen wollte. Sie beeilte sich ihn zufrieden zu stellen und ihm zur Hand zu gehen. Wenn er auf der einen Seite die Verschnürungen neu flocht, so nahm sie sich schon die andere Seite vor. Nicht ganz ohne Hintergedanken natürlich, denn sie wollte nicht, dass er die Feder entdeckte, die sie unter ihrem Herzen verbarg.
Zufrieden betrachtete er am Ende sein Werk und ließ sie dann wieder folgen. Katze konnte nun wieder frei atmen. Sie stoppten vor einer Tür, die alle nur erdenklichen und unerdenklichen Scheußlichkeiten zeigte.
„Der Gebetsraum, nur betreten, wenn es dir erlaubt ist, hörst du?...sonst landest du schneller auf dem Opferaltar, als dir liebt ist. Dort findet gerade eine Anpreisung statt…sie endet gleich“
Maruka lauschte der Musik und den fremden, mystischen Klängen. Verstand sie einzelne Worte der Anrufung die sich hinter diesen Toren verbarg?
Nur wenig später trat Sademos in Begleitung zweier weiblichen Dunkelelfinnen heraus. Maruka hatte nur Augen für ihren Herrn. Sobald sie ihn sah, neigte sie das Haupt, ging sie auf die Knie, ganz so wie der Kapitän es sie gelehrt hatte. Allein sein Anblick löste diesen Reflex in ihren Beinen aus. Der Geruch von Räucherwerk und Körperflüssigkeiten streifte ihre feine Nase und verriet ihr, was neben den „Gebeten“ noch dort drinnen getrieben worden war. Die spärlich behaarte Innenseite ihrer Ohren wechselte in schneller Folge von Rot zu Weiß, da ihr erst der Gedanke Scham und dann Angst bereitete. Nein, diesen Raum würde sie höchst ungern betreten!
Die Frauen, die sich bei ihm einharkten lächelten Sademos an, warfen nur einen verabscheuungswürdigen Blick auf die Hybridin, die ihnen keine Beachtung schenkte. Sademos hatte jedoch sich von den Frauen gelöst, umarmte seinen Freund Vranyk freudig und trat dann auf Katze zu. Seine Hand griff unter ihr Kinn und sie erhob sich brav der Bewegung folgend, während seine Augen sie genaustens betrachteten.
„Hmm, Du siehst gut aus.“
Mit einer Bewegung der Hand entließ der Elf die anderen beiden Frauen, sie sich mürrisch entfernten. Deutlich sah man ihre Empörung und Katze konnte den Geruch von den beiden Weibchen an dem Dunkelelfen riechen. Dieser lächelte sie nur an.
„Und, hast du dich inzwischen eingelebt?“
Wie widersprüchlich doch jetzt die sanfte Art war, wenn der Hohn doch deutlich war.
Katze blinzelte. Was sollte sie auf diese Frage antworten? Etwas zögerlich antwortete sie, so wie sie glaubte zu müssen:
„Danke, Herr. Es verläuft alles nach euren Wünschen, Herr.“
Furcht und Neugierde teilten sich den Platz in ihrem Herzen, auf das was nun geschehen würde. Viel Raum für eigene Aktionen gab es in diesem Moment nicht. Allein das unumstößliche Gefühl, dass dieser ganze Albtraum hier irgendwann ein schicksalhaftes Ende nehmen würde, ließ sie ruhig und seltsam selbstbeherrscht erscheinen. Katze glaubte an das Schicksal, wie einst zu den Göttern, die sie verlassen hatten und betete still zu ihm:
Lass ihn nicht Macht über mich gewinnen! Lass nicht zu, dass ich mich in seinen Irrwegen verliere. Gib mir die Kraft ihm zu widerstehen.
Ob sie nun zu einem Wesen, einem Gott oder nur dem Gedanken an sich betete, war ihr nicht wichtig. Wer ihrem flehen lauschte, wer es erhören würde, oder ob sie die Kraft in sich selbst finden würde, stand in den Sternen. Einzig das Resultat am Ende würde zeigen, ob der eingeschlagene Weg zum Ziel geführt hatte.
Egal wie das Ziel aussah.
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Erzähler » Sonntag 27. Oktober 2013, 14:42

Wie sollte es enden, wenn Katze immer nur der Spielball sein würde? Aus Vranyk wurde sie ebenso nicht schlau wie aus dem Volk der Dunkelelfen oder ihrem Schicksal. So, war es aber. Die verächtlichen Worte die über Valas gesprochen wurden, zeigten umso deutlicher, dass man sich nicht mal um das eigene Volk kümmerte. Jeder für sich! Nur das gemeinsame Ziel schien dieses Volk zu einen, obwohl es auch Freundschaften gab- wenn sie auch nur halb so herzlich wie im Volk der Mantroner waren.
Sie würde sich dem anpassen müssen. Überleben müssen und durfte nicht der Versuchung erlegen… die auch von ihrem Herrn ausging.
Obwohl sie genau vor der Türe stand, so konnte Maruka nicht einen Satz verstehen. Sie konnte Worte wie Faldor, Tod und Ehre raushören…aber nichts Genaues. Sie hörte nach einer Weile, eine Anpreisung an einen Meresin und glaubte Gestöhne und Schreie wahrzunehmen, wie man sie sonst nur beim Lustspiel hörte. Jedoch lauter und fast brutaler.
Nein, dies war wirklich kein Ort, wo jemand wie Katze hingehörte oder hinwollte. Als sich dann die die Türe öffnete, nahm sie schnell die Gerüche war, die aus dem Inneren kamen und auch die enorme Präsenz von Sademos, als er sie musterte. Die anderen Frauen waren gegangen, der Blick den Katze erhielt war mörderisch.
„Sademos, du wirst auf sie achten müssen. Der Neid ist unverkennbar in ihren Augen meinte der Hundezüchter, nachdem er sich von seinen Freund gelöst hatte.
Sademos, der nur einen flüchtigen Blick zu den gehenden Frauen geworfen hatte, lächelte kalt. Trat mit geschmeidigem Schritt um Katze rum und ließ seinen Blick über die schöne Gestalt von der Katzenhybridin gleiten. Er hatte sie am Kinn gepackt gehabt und bevor er losgelassen hatte, waren seine schlanken Finger an ihrer Wange entlang gestrichen. Fast schon zärtlich über ihr Fell und dass durch ihr langes Haar.
Natürlich, sind sie eifersüchtig! Sie sehen Konkurrenz und befürchten, ich könnte jemand die Gunst erteilen, die Wonne mich zwischen den Beinen zu haben. Sie waren gut…aber auch zickig, wie eh und jäh“ Er grinste zu seinen Freund, der nur den Kopf lautlos schüttelte.
„Der Trank hat wirklich Wunder bewirkt…erstaunlichund ist sie nicht brav, wie sie sich mir gleich unterwirft…
"Der Trank hat nur ihr natürliches Potenzial hervorgeholt…sie war im jämmerlichen Zustand. Wäre sie so draußen bei der Jagd gewesen, hätten wir sie nie erwischt“ Sademos nickte.
Der Satz von Maruka ließ ihn wieder kühler werden. Der Elf war wirklich eine grausame Schönheit und gerade das er sich gepaart hatte, ließ auch bei Katze etwas wie Begierde wecken. Ihre Triebe reagierten auf so vieles.
„nein, nach meinen Wünschen läuft es noch nicht! Aber du willst, das ich zufrieden bin, nicht wahr Katze?“ er blickte auf sie herab, warf kurz einen Blick hinter sich, wo der Beschwörungsraum war. Vranyk war gerade in Inbegriff die Türe zu schließen. Nachdenklich tippte er sich mit einem Finger an sein Kinn, blickte wieder zu Katze und dann in den Saal. Dann lachte er auf, die Tür schloss sich.
„weißt du, mein Kätzchen… ich werde dich irgendwann dort reinholen…. Bist du noch unberührt?“ Sein scharfer Blick lag auf Katze, musterte ihre Reaktion. Ein kaltes Lächeln, war auch eine Ausstrahlung hatte, war immer in seinen Augen.
„ nun gut, wenn du meinen Wünschen vollkommen entsprichst, doch jetzt will dir noch die Möglichkeit geben mir wirklich gefallen zu dürfen. Ausziehen!“ das Wort kam so plötzlich und mit so einer Heftigkeit, dass es durch den Gang hallte. Vranyk blickte zu seinen Freund, sagte jedoch nicht ein Wort. Seine eine Hand ballte sich kurz zur Faust.
Als Sademos das Zögern merkte, hatte er Katze schon am Genick gepackt.
„Hör mir gut zu! Wenn ich dir einen Befehl gebe, wirst du ihn ausführen…Verstanden..“ er rüttelte sie ein wenig.
„Wenn ich sage, springe…wirst du springen…wenn ich will das du jemanden auspeitscht, wirst du es ohne Zögern tun…zögerst du, werde ich dir dein schönes Fell über die Ohren ziehen und dir dann einen heiltrankgeben, der dich wieder generiert. Ich werde dir die Krallen ziehen und noch schlimmeres. Du gehörst jetzt mir, also wenn ich was sage, wirst du es tun! VERSTANDEN! Und wenn ich möchte, dass du mir als Gespielin dienlich sein sollst, hast du weder das recht noch willige ich dir ein nein.“ Damit ließ er sie los, dass er ihren Kampfgeist entfacht hatte, ließ ihn kalt. Vranyk hatte alles aufmerksam beobachtet und wäre im Falle eines Angriffs für seinen Freund eingesprungen.
„Ich sehe den Trotz von Valas in deinen Augen… lege diesen besser schnell ab“ jetzt war die Stimme ihres Herrn wieder sanft, fast schon versöhnlich. Sie schritten wieder durch die Gänge.
Diener verneigten sich wenn Sademos in sich kam, Soldaten standen noch eine Spur strammer. Jeder wich dem Trio aus, wenn sie auch bei den Sklaven fragende und auch ängstliche Blicke sehen konnte. Besonders wenn sie die Peitsche von Maruka sahen. Ein neuer Foltermeister war im Hause, zumindest wurde es unter vorgehaltener Hand geflüstert. Eine Servalhybridin, die wenig zutraulich in der dunklen Kleidung aussah. Dafür musste nichts laut gesagt werden. Die Blicke sprachen für sich.
„Los, folge mir….“ Er wartete nicht ab, sondern erwartete dass sie folgte.
„Eigentlich wollte ich dich jemanden vorstellen, doch das hat noch Zeit…Höre, ich erwarte, dass du schnell alles wichtige hier erlernst. Unsere Etikette und Sprache, den Umgang mit der Peitsche…wie man jemanden bricht…“
„Sie sollte auch grundlegende Sachen erlernen. Sie wusste nicht mal was ein Labor ist. Ihr Volk scheint recht dumm zu sein…eben wie die meisten Menschen.“ Meinte Vranyk, während er sich neben seinen Freund gesellte. Sie hatte hinten zu laufen, nahe an der Seite des Hundezüchters.
„Gut, dann wirst du noch die Schulbank drücken müssen…hmm, ach wieso nicht, dass kann dir dann Valas beibringen. …“ er drehte sich blitzschnell zu Katze um.
„Dry‘ol wird der den PeitschenUmgang dir beibringen wird… du wirst an Valas trainieren und ich werde mir deine Resultat ansehen. …keine Sorge, du wirst nicht ewig hier bleiben, wir bereiten dich nur vor….für alle Lebenslagen..“ So würde es also aussehen. Maruka würde in diesem grausamen Haus unterrichtet und gelehrt werden. Die Ausbildung würde von Valas, Dry‘ol und Vranyk kommen…Sademos, würde sie beobachten und sie prüfen. Erst wenn er sie für bereithielt, würde er sie anderen Leuten vorstellen. Ihr neues Leben würde hier beginnen.
Dry‘ol würde das Training übernehmen, ob mit den Waffen oder körperlich.
Valas sollte die Grundbildung liefern, also was er schon in geheimen getan hatte.
Vranyk sorgte dafür, dass sie alles im Haus kennen würde, was wichtig war…wer unter und über ihr stand.
„Noch Fragen? Jetzt darfst du gerne welche stellen…“ diesmal sagte es Vranyk, der wieder ihr Fell beruhigend streichelte. Bei ihm war es immer anders als bei Sademos…er sah die Katze, weniger die Frau.
„Wenn nicht, dann bringe sie zu Dry‘ol…ich denke er ist bei Valas…ich werde mich fürs Bad zurückziehen, Gäste kommen gleich. Ach ja, und sorge bitte dafür, dass Valas nicht so laut schreit, das stört…“ damit lächelte der kalte Herr seine Katze und seinen Freund an, strich ihr noch mal über den Hals und die Wange und nahm eine Treppe zu seinen Privat-Gemächern.
Vranyk selber machte sich mit Katze auf den Weg zu ihrem Zimmer bzw das von Valas. Nachdem er abgebogen war und keiner da war, legte er eine Hand auf die Schulter von der Frau.
„du kannst es schaffen! Er wird es erwarten und ich meine nicht deinen neuen Herrn“ Sprach er und entließ sie in das Zimmer.
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Maruka » Dienstag 29. Oktober 2013, 16:42

Jeder für sich! Kann ich das?
Sie würde sich all dem anpassen müssen.
Obwohl sie genau vor der Tür stand, so konnte Maruka nicht einen Satz verstehen. Nur einzelne Worte wie Faldor, Tod und Ehre drangen durch das dicke Holz, aber nichts genaueres. Nach einer Weile, drang wiederholt ein Wort, gleich einer Anrufung eines höheren Wesens, an ihre feinen Ohren: Meresin
und auch die Schreie stiegen ihrem Höhepunkt entgegen.
Als sich dann die die Türe öffnete und die anderen Frauen gegangen waren, natürlich nicht ohne ihr einen tödlichen Blick zuzuwerfen, wisperte Vranyk Sademos zu:
„Sademos, ...“
Diesen Namen würde sie in jeder Sprache verstehen. Die Ohren der Katze zuckten leicht, was man aber auch als Nervosität deuten könnte.
„… ist unverkennbar in ihren Augen.“
Er lächelte kalt, umkreiste Katze und ließ seinen Blick über die schöne Gestalt gleiten. Er hatte sie am Kinn gepackt gehabt und bevor er losgelassen hatte, waren seine schlanken Finger an ihrer Wange entlang gestrichen. Fast schon zärtlich wanderten seine Berührungen über ihr Fell und durch ihr langes Haar. Katze hielt ganz still, aber im Innern schrie die Mantronerin. Die Frauen, mit denen er sich vergnügt hatte, sie waren ihr egal. Sie gehörten ihm, aber Maruka gehörte ihm nicht! Er durfte sie nicht anfassen! Nicht so! Nein, überhaupt nicht!
Wenn er doch nur nicht ihren Gestank an mir abwischen würde!
Der Ekel kroch ihr in die Kehle. Sie wollte nicht nach diesen lüsternen Dirnen riechen. Sie waren irgendwie auch Konkurrenz. Katze wollte sich putzen, doch der Mensch hinderte sie daran und hielt brav still. Sie war für etwas anders bestimmt … für jemanden, für ihr Schicksal. Darauf konnte sie sich konzentrieren, das konnte ihr Halt geben, selbst wenn er trügerisch war.
„Natürlich, sind sie … … mich zwischen den Beinen zu haben. Sie waren gut…“
Er grinste zu seinen Freund, der nur den Kopf lautlos schüttelte.
„... Trank hat wirklich Wunder… erstaunlich… und ist sie nicht … , wie sie sich mir gleich unterwirft…“
Danke, Valas. Dein Unterricht macht sich schon bezahlt!
"Der Trank … hervorgeholt… Sie war in ...Wäre sie so draußen bei der Jagd ..., hätten wir sie nie erwischt“
Die letzten Worte ließen Marukas Hoffnung wieder aufflackern. Sademos hatte eben unwissentlich eine Stärke von ihr zugegeben, bzw., vielleicht sogar eine Schwäche von ihnen eingeräumt.
… Wenn ich damals stärker gewesen wäre, hätten sie mich nicht erwischt ...
Ihre Gedanken klangen noch in ihr nach, als Sademos nickte und sich wieder kühler Maruka zuwandte. Der Elf war wirklich eine grausame Schönheit und gerade, dass er sich gepaart hatte, ließ auch bei Katze etwas wie Begierde aufkeimen. Ihre tierischen Triebe reagierten auf so vieles und standen im heftigen Widerstreit mit ihrer menschlichen Seite, die das nicht wahr haben wollte.
„Nein, nach meinen Wünschen läuft es noch nicht! Aber du willst, das ich zufrieden bin, nicht wahr Katze?“
Sie nickte sofort. Er blickte auf sie herab, warf kurz einen Blick hinter sich, wo der Beschwörungsraum war. Vranyk schloss gerade die Tür.
„Weißt du, mein Kätzchen… ich werde dich irgendwann dort rein holen…. Bist du noch unberührt?“
WAS?
Sein scharfer Blick lag auf Katze. Er musterte ihre Reaktion.
Einen unendlichen Moment lang war ihr sämtliche Kontrolle entglitten. Die Ohreninnenseite war kalkweiß, ihr Herz raste, ihr Atem hielt an und ihr Pupillen waren so groß und weit, dass sie fast wieder jenen eines Menschen glichen. Mehr konnte man sich kaum verraten.
NEIN!
„Nun gut, wenn du meinen Wünschen vollkommen entsprichst, doch jetzt will dir noch die Möglichkeit geben mir wirklich gefallen zu dürfen. Ausziehen!“
Katze zuckte zusammen und ihre Haut begann vor Angst unter ihrem Fell zu kribbeln. Kalte Schauer wollten sich schon über ihren Körper ausbreiten und stachen in ihre Nerven.
Das letzte Wort war so plötzlich und mit so einer Heftigkeit gekommen, dass es durch den Gang hallte. Vranyk blickte zu seinen Freund, sagte jedoch nicht ein Wort., nur seine eine Hand ballte sich kurz zur Faust, was Maruka eher noch mehr verängstigte. Wie sollte sie eine solche Reaktion von dem Hundeführer deuten? Hatte sie überhaupt eine Bedeutung? Wieso hatte sie überhaupt etwas anziehen müssen, wenn sie ihr damit nur trügerischen Trost spendeten. Trotz Fell, trotz messerscharfer Krallen und tödlichen Eckzähnen fühlte sie sich plötzlich angreifbar.
Als Sademos das Zögern merkte, hatte er Katze schon am Genick gepackt. Seine Finger drückten sich hart zwischen die Muskelstränge, aber seltsamer Weise tat es nicht so weh wie es sollte. Der Nacken-griff war bei Katzen, Hunden und vielen anderen Tieren für das Tragen der Nachkommenschaft gedacht und ließ so Maruka in eine Art Starre verfallen, aber tat eben deutlich weniger weh. Vielleicht war es auch das Fell, oder die Haut war einfach durch die Verwandlung dicker geworden. Maruka wunderte sich über diese trivialen Gedankengänge, wären Sademos sie fixierte.
„Hör mir gut zu! Wenn ich dir einen Befehl gebe, wirst du ihn ausführen…Verstanden..“
Er rüttelte sie ein wenig und Katze zeigte körperlich keinerlei Gegenwehr.
„Wenn ich sage, springe…wirst du springen…wenn ich will das du jemanden auspeitscht, wirst du es ohne Zögern tun…zögerst du, werde ich dir dein schönes Fell über die Ohren ziehen und dir dann einen Heiltrank geben, der dich wieder regeneriert. Ich werde dir die Krallen ziehen und noch schlimmeres. Du gehörst jetzt mir, also wenn …“
Tu ich nicht.
„… ich was sage, wirst du es tun! VERSTANDEN! Und wenn ich möchte, dass du mir als Gespielin dienlich sein sollst, hast du weder das Recht noch willige ich dir ein Nein.“
Der Teil, nach dem „Du gehörst mir“ war ihr etwas unverständlich und nicht ganz klar zu ihr hindurch gedrungen. Was für ein Recht? Zu was? Sie war verwirrt. Sie war Sklavin und versuchte zu nicken. Als er sie los ließ, tat sie es.
„Ich tue was ihr wollt, Herr!“
Trotzdem wusste sie tief in sich, dass es eben nur sein Wunsch war, dass sie ihm gehören möge. Irrwitziger Weise fragte sie sich, ob er vielleicht ahnte, dass ein anderer Anspruch auf sie erhob. Egal was er tun würde, egal wie sehr er ihr weh tun würde, sie vielleicht sogar misshandelte oder missbrauchte, sie würde niemals sein sein. War es das was ihn abermals zu dieser Machtdemonstration trieb? Frustrierte ihn das vielleicht? Maruka versuchte aus seinem Verhalten schlau zu werden, doch alles war so irrwitzig verzerrt und schon fast schizophren. In einem Moment dominierte er sie, im nächsten war er zärtlich und dann gleich wieder dieser Hass. Maruka überlegte, ob sie ihn töten könnte, wenn sich die Gelegenheit bot. Konnte sie wirklich so leicht einem anderen Wesen das Leben nehmen? Hatte sie das nicht schon getan? Konnte sie es wieder? Könnte sie sich daran gewöhnen?
Dass Sademos ihren Kampfgeist entfacht hatte, ließ ihn offensichtlich kalt. Nein, so leicht würde ihre Seele ihm nicht gehören. Und um so mehr er sie wollte, um so mehr wusste sie, dass es nicht so war. Er konnte einem fast leid tun. Vranyk hatte alles aufmerksam beobachtet und wäre im Falle eines Angriffs für seinen Freund eingesprungen, doch außer einen kurzen Augenblick der wahnsinnigen Gleichgültigkeit, die Marukas Glaube ihr schenkte, gab es kein Zeichen von Gegenwehr.
„Ich sehe den Trotz von Valas in deinen Augen… lege diesen besser schnell ab.“
Nicht Valas …, aber wenigstens musste ich mich nicht ausziehen.
Jetzt war die Stimme ihres Herrn wieder sanft, fast schon versöhnlich. Sie schritten wieder durch die Gänge. Diener verneigten sich wenn Sademos in Sicht kam, Soldaten standen noch eine Spur strammer. Jeder wich dem Trio aus, wenn sie auch bei den Sklaven fragende und auch ängstliche Blicke sehen konnte, besonders wenn sie die Peitsche von Katze sahen. Ein neuer Foltermeister war im Haus, zumindest wurde das unter vorgehaltener Hand geflüstert. Eine Servalhybridin, die wenig zutraulich in der dunklen Kleidung und dem nachtschwarzem Fell aussah. Dafür musste nichts laut gesagt werden. Die Blicke sprachen für sich und Katze nahm sie mit einer gewissen Verwunderung auf. Was wollte Sademos wirklich von ihr?
„Los, folge mir….“
Er wartete nicht ab, sondern erwartete dass sie folgte und das tat sie ohne zu zögern.
„Eigentlich wollte ich dich jemanden vorstellen, doch das hat noch Zeit… Höre, ich erwarte, dass du schnell alles wichtige hier erlernst. Unsere Etikette und Sprache, …“
Eure Sprache? Ich dachte, die Niederen bekommen sie nicht gelehrt, sie sein der dunklen Worte nicht würdig. Was willst du aus mir machen, Sademos?
„… den Umgang mit der Peitsche…wie man jemanden bricht…“
Ich soll jemanden brechen? Ich … ich kann das nicht! Ich bin … ich bin doch selbst nur ein Wrack auf offener See, eine blutige Wunde die nicht schließen will. Was lässt ihn glauben, ich könnte das?
Das Maruka vielleicht gerade durch ihr Martyrium auf See, ihre Qualen, die sie erlitten hatte, ein Quell reinster Aggressionen sein könnte, konnten die Dunkelelfen wohl am ehesten erahnen. Sie waren dafür geboren worden. Gebar Hass denn nicht wieder Hass? Entsprang nicht jedem Leid auch die Folter der Seele? Doch wie wollten sie das fragile Konstrukt ihres Panzers knacken, dass sich Liebe in Hass verkehrte, und Schmerz in Aggression verwandeln würde?
„Sie sollte auch grundlegende Sachen erlernen. Sie wusste nicht mal was ein Labor ist. Ihr Volk scheint recht dumm zu sein…eben wie die meisten Menschen.“
Unwissend, nicht dumm.
Meinte Vranyk, während er sich neben seinen Freund gesellte. Sie hatte hinten zu laufen, nahe an der Seite des Hundezüchters.
„Gut, dann wirst du noch die Schulbank drücken müssen…hmm, ach wieso nicht, dass kann dir dann Valas beibringen. …“
Er drehte sich blitzschnell zu Katze um, so dass sie sofort stehen blieb und wieder auf die Knie ging. Dabei musste sie einen äußerst demütigen Eindruck machen.
„Dry’ol wird dir den Peitschen-Umgang beibringen … Du wirst an Valas trainieren und ich werde mir deine Resultate ansehen. … Keine Sorge, du wirst nicht ewig hier bleiben, wir bereiten dich nur vor….für alle Lebenslagen..“
So würde es also aussehen. Maruka würde in diesem grausamen Haus unterrichtet und einiges gelehrt bekommen. Die Ausbildung würde von Valas, Dry’ol und Vranyk kommen…Sademos, würde sie beobachten und sie prüfen.
Wo würden sie sie dann hin bringen? Von was für Leuten redete er?
Ihr neues Leben würde hier beginnen, aber nicht hier enden, da war sie sich sicher.
Dry’ol würde das Training übernehmen, ob mit den Waffen oder körperlich. Davor hatte sie noch ganz schön Angst. Der Kerl war ein Sadist. Valas sollte die Grundbildung liefern, also was er schon in geheimen getan hatte und dafür war sie sogar ehrlich dankbar. Vranyk sollte dafür sorgen, dass sie alles im Haus kennen würde, was wichtig war. Wer unter und über ihr stand, die Hierarchien, die Etikette, also lernen ihrer Feinde von ihrem Rudel … ihren Verbündeten zu unterscheiden, wenn es hier so etwas überhaupt gab. Die Aufgabe des Hundeführers war ebenso wichtig, wie alles andere. Seine Rolle war vielleicht sogar die entscheidende, da er am ehesten das Tier in ihr verstand und zu lenken wusste.
„Noch Fragen? Jetzt darfst du gerne welche stellen…“
Diesmal sagte es Vranyk, der wieder ihr Fell beruhigend streichelte. Bei ihm war es immer anders als bei Sademos. Er sah die Katze, weniger die Frau und das beruhigte sie tatsächlich. Seine Berührungen waren nicht lockend, oder suchend nach irgendwelchen Reaktionen, die sie nicht wollte. Sie waren dem Raubtier bestimmt, damit es nicht irgendwann ganz durchdrehte und alles zu einem vorzeitigem blutigen Ende kam. Katze blinzelte langsam mit den Augen, was Dankbarkeit ausdrückte und deutete ein Kopfschütteln an. In Sademos Gegenwart war es ihr einfach nicht möglich klar zu denken, geschweige denn zu sprechen. Zu vieles lag im Widerstreit in ihr, wenn er ihr nahe war.
„Wenn nicht, dann bringe sie zu Dry’ol. Ich denke er ist bei Valas. Ich werde mich fürs Bad zurückziehen, die Gäste kommen gleich. Ach ja, und sorge bitte dafür, dass Valas nicht so laut schreit, das stört.“
Damit lächelte der kalte Herr seine Katze und seinen Freund an, strich ihr noch mal über den Hals und die Wange und nahm eine Treppe zu seinen Privat-Gemächern.
Vranyk selber machte sich mit Katze auf den Weg zu ihrem Zimmer, bzw. das von Valas.
„Sag mir bitte, warum tötet ihr nicht einfach eure Feinde? Wäre das nicht effektiver, als sich mit dem Quälen aufzuhalten?“
Die Frage war einfach aus ihr heraus geplatzt, ohne groß darüber nachgedacht zu haben, was sie auch über sie selbst verraten könnte. Als Mantronerin dachte sie in klaren Linien. Ein Feind wurde schnellst möglichst vernichtet, ein Problem gelöst, eine Leben gelebt, solange man es hatte. Warum sich mit „Dingen“, in diesem Fall schrecklichen Taten, aufhalten, die kostbare Zeit vertrödelten?! Das genau die Zeit bei Völkern die eine deutlich länger Lebensspanne hatten, oder ein sicheres und bequemeres Leben führen konnten, der Grund sein könnte, darauf kam sie natürlich nicht. Ein Mensch lebte alles viel intensiver, da seine Zeit begrenzter war. Das Leben an sich war ein Geschenk und sollte nicht vertrödelt werden. Vielleicht war auch diese Einstellung der Grund, warum Katze hinter Vranyk her lief und sich über alles Neue, über Aufgaben, über Lernstoff insgeheim freute.
Vielleicht war es aber auch nur die Neugierde des Tiers?!
Nachdem Vranyk um die letzte Biegung gegangen war und keiner da war, der sie beobachten konnte, legte er eine Hand auf ihre Schulter. Maruka sah ihn mit großen aufmerksamen Augen an.
„Du kannst es schaffen! Er wird es erwarten und ich meine nicht deinen neuen Herrn.“
, sprach er und entließ sie in das Zimmer.
Abermals stand Verwirrung im Gesicht der Hybridin.
Nicht mein neuer Herr? Was meint er?
Vranyk blieb erst mal da und öffnete ihr die Tür. Die Sorge um Valas und die abscheulichen Phantasien, die Katze im Kopf herum spukten, lenkten sie einen Moment lang ab. Sie schaute in das Zimmer und sah, dass Dry’ol nicht mehr da war. Was auch immer hier geschehen war, sie hatten die Spuren bereits beseitigt. Ihre feinen Ohren lokalisierten Valas im Bad. Schnell huschte sie zum Türrahmen und spähte um die Ecke. Ihr Freund stand in der Nähe des Spiegels und säuberte sich die Wunden, die er an den Handgelenken hatte. Die Spuren die auf ihm hinterlassen worden waren, waren dafür um so verheerender! Wieder einmal mehr war Maruka irritiert über die Tatsache, dass ihre Augen das Blut sahen, aber ihre Nase nichts roch. Tiefe dunkle Risse zogen sich kreuz und quer über den blanken Rücken des Elfen. Es war ein bisschen so, als wären die Bilder vor ihren Augen nur zur Hälfte wahr und irgendwie war es ja auch so. Einerseits war Valas nicht ganz … hier und andererseits … Das Tier in ihr nahm nichts von den Gräueltaten wahr, mit denen sich der Mensch beschäftigen musste. Ein seltsamer Gedanke schoss ihr durch den Kopf:
Vielleicht ist die Wahl meines Herrn sogar gut gemeint gewesen … Valas ist der einzige, bei dem ich kein Blut rieche, keine Angst oder Leid, keine Emotionen. Er ist tatsächlich der perfekte Kandidat für mich, um sein schändliches Handwerk zu lernen. Bei einem Anderen müsste ich mich wohl möglich unentwegt übergeben, oder brächte es überhaupt nicht fertig. Es … es fühlt sich so weniger … real an. Oh, ihr Götter die ihr mich verlassen habt! Ich denke schon tatsächlich darüber nach, wie ich das Leder nutzen kann, ohne Valas zu sehr leiden zu lassen …, aber muss ich das nicht? Um Sademos zufrieden zu stellen, muss ich überlegt handeln und seine Wege zu lernen, lehrt mich ihn einzuschätzen. Ich muss es schaffen!
Valas drehte kurz ihr sein Gesicht zu. Er sah furchtbar aus. Die Erschöpfung ließ ihn fast durchsichtig wirken. Sie hob die Hände, ohne ihn zu berühren, als könnte sie die Schmerzen fort streicheln, aber griff dann nur eines der Tücher, tunkte es in kaltes Wasser und legte es vorsichtig ihm auf den Rücken. Maruka hatte in ihrer Heimat häufig den Heilern bei ihrer Arbeit zugesehen und Mantroner hatten die Angewohnheit, gern mit tiefen Wunden nach Hause zu kommen. Das Eis, das kalte Meerwasser war ihre beste Behandlung. Das Salz brannte die Wunden aus und die Kälte nahm dann den Schmerz. Wie sehr sie sich in diesem Moment nach dem Meer und seinem Geruch sehnte, war nicht zu beschreiben, aber die Sehnsucht war so groß, das sie fast glaubte den salzigen Geruch von Tang und Seegras zu riechen. Sie vermisste die kurzen Sommer, in denen manchmal sogar in Mantron, das Eis für kurze Zeit zurück wich und die Brandung allerlei Treibgut an die Ufer spülte. Wahre Schätze waren dort zu finden, wenn das Eis seine verborgenen Geheimnisse preis gab. In der Sonne kristallisierte dann der Strand und das Salz glitzerte im hellen Licht des Tages. Salz hatte sie nicht, aber Valas Wunden benötigten es sicher auch nicht. Er heilte von selbst. Er brauchte … einen Freund.
Katze legte ihm ohne Druck die Hand auf die Schulter und sah ihm mitleidend in die Augen. Ja sie litt mit ihm und genau das hatte wohl ihr Herr mit seiner Folter gewollt. Sie hätte lieber die Schmerzen selbst ertragen, aber tatsächlich war es so, dass Valas Leiden tatsächlich logischer war. Sie selbst wäre einfach nicht so … belastbar, wie er. Ihre Wunden würden Monate brauchen um zu heilen, seine nur Stunden, oder Minuten. Ihr müsste man jede Menge von dem Heiltrank einflößen, der sicher nicht billig war, da war Valas zu foltern, einfach lukrativer. Ganz abgesehen von dem psychologischen Effekt auf Maruka. Auch wenn es unlogisch war, fühlte sie sich schuldig und Schuld war ein mächtiger Motivator. Egal wie intensiv sie sich zu sagen versuchte, dass Sademos allein an allem schuld war, so war sie auch der Meinung:
Ach Valas, wenn du mir nicht begegnet wärst, wenn ich dir nicht über den Weg gelaufen wäre, wärst du immer noch frei und könntest gehen wohin du willst. Ich bin schuld, dass du hier bist. Ich bringe Unglück.
Ein Schauer überfiel sie und sie legte unbewusst, die Hand auf die Stelle an der Rüstung, wo die Feder ruhte. Ihre Bernsteinfarbenen Seelenfenster zogen die Vorhänge vor ihren Pupillen enger zusammen, bis nur noch ein schmaler Strich zu sehen war.
Ich muss es schaffen! … Moment, ich hab was vergessen.
Maruka hob nur kurz die Hand um ihm zu zeigen, dass sie gleich wieder da sein würde. Es waren zwischen ihnen nur ein paar Sekunden vergangen, angefüllt mit schweigendem Verstehen und stillen verständigen Blicken. Etwas rührte sich aber gerade wieder in ihrem Geist. Sie huschte zurück zu Vranyk, der regungslos in der Tür wartete.
„Ich muss…“
Sie sortierte ihre Gedanken neu.
„Ich will es schaffen. Ich werde alles lernen, was ihr mir beibringt. Meintest du das?“
Lerne deinen Feind kennen und nutze die Stunde seiner Schwäche.
Das hatte ihr Vater immer wieder gesagt. Bei Piraten war es die Stunde nach ihrem Sieg. Ließ man sie in dem Glauben, sie hätten gesiegt, zog man sich vorzeitig zurück, so feierten sie ihren Sieg oft mit viel Rum und schliefen dann fest und waren langsam Kämpfer. Manch eine Übermacht hatte man schon besiegt, in dem man klug taktierte. Wenn es um den Schutz der Lieben ging, war ein Mantroner bereit alles zu tun. Für einen geliebten Menschen den Tod zu finden, war dabei das kleinste Opfer. Für einen geliebten Menschen mit List und Tücke vorzugehen, tödliche, oder abscheuliche Taten zu vollbringen war da deutlich schwerer. Vielleicht konnte sie eines Tages all das, was man ihr hier beibringen würde, gegen ihren Feind verwenden und damit ihre Freunde, ihre Familie, ihr Rudel und vielleicht sogar ihre Heimat beschützen. Dafür würde sie alles tun. Aber der Blick mit dem sie Vranyk nun fragend ansah, ließ noch zu einem Punk alles offen.
„Du hast gesagt, … „nicht meinen neuen Herrn“ … Ich verstehe das nicht.“
Sie sah von unten hinauf in seine dunklen Augen und betrachtete sie eingehend.
Was weiß er?
Wieder lag unbewusst die Hand auf ihrer Rüstung, dort wo die Schicksalsfeder verborgen war. Darüber waren die Arme unter der Brust verschränkt.
„Bitte erkläre es mir.“
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 11. Dezember 2013, 22:46

Vielleicht wurde es Katze inzwischen bewusst, aber Sademos war ein grausamer Mann. Dieses Blitzen in den Augen als er sie auf ihre Unberührtheit ansprach, sprach für sich. Es gefiel ihm sie zu demütigen und doch schien es ihm nicht zu passen, dass er wohl nicht die Person sein würde, der ihre Unberührtheit nehmen durfte. Vielleicht war es deshalb so wankelmütig, weil er es nicht durfte oder sie schon versprochen war. Versprochen an ihr Schicksal?? So schien es zumindest und nachdem er sich von Ihr und seinem Freund verabschiedet hatte, verzog er sich. Die Aufgaben waren verteilt und jeder hatte dort seinen Platz. Auch Katze, die nur noch nicht wusste, wo genau ihrer war.
So schritt sie ein wenig später wieder neben den Hundeführer und ihre Frage, ließ ihn mal wieder innehalten. Mit einer Geste, die an genervt sein erinnerte, fuhr er sich durch die Haare und strich sich die auch einzige abstehende Haarsträhne wieder platt an den Kopf.
„Sag mir bitte, warum tötet ihr nicht einfach eure Feinde? Wäre das nicht effektiver, als sich mit dem Quälen aufzuhalten?“
„eindeutig hast du viel zu lernen…Man tötet seine Feinde nur, wenn sie es nicht wert sind, dass man sich mit ihnen beschäftigt. Sehe es so, es ist ein Test, ob die Person es wert ist unter unserer Anleitung weiter existieren zu dürfen. Wieso soll man jemanden töten, wenn der gebrochene Mann oder Frau einen höheren Wert haben kann. Sie ihre Fähigkeiten in unsere Dienste zu stellen. Zudem ist es leicht in den Tod zu fliehen, weil sie es ja angeblich ihre Seele oder so retten wollten….jemand der gebrochen wurde braucht sich über seine Seele keine Sorgen mehr zu machen…er ist praktisch unsterblich, weil ihn niemand mehr wirklich schaden kann. Tja und Folter wie du es nennst, ist eine Methode jemanden wachsen zu lassen…also deswegen töten wir nicht.“ Ob ihr die Antwort passte war ihm dabei recht egal, es war ebenso, wie es war. Vranyk gehörte wie Sademos zu dem stolzen Volk der Dunkelelfen, dem Volk welches es von Faldor in die Wiege gelegt wurde über die anderen Völker zu Herrschen. Die Elfenart, die nicht komplett sich in den Wäldern versteckte und mit schönen Gesang und Kunst der niederen Elfenvölker sich im Leben beweisen mussten. Die Dunkelelfen waren in der unliebsamen Gegend Morgerias aufgewachsen und waren so unverwüstlich wie die Ebene und das Gebirge, welchen sich in ihrem Land verbreitet war.
Sie waren die geborenen Herrscher, die Faldor durch auslese der Stärksten zu dem stolzen Volk gemacht haben, was sie heute waren und immer sein werden.
Vranyk sah Katze nach, als diese in das Zimmer förmlich reinstürmte. Angesäuert verzog er die Mundwinkel, da er Dry’ol nicht vorfand. Was Katze machte, war ihm recht egal, er blickte sich im Raum rum.
„Valas, noch fähig zu reden?...wann ist Dry’ol gegangen?“ rief er schlicht hinterher, als wenn nichts wäre. Ihn interessierte der Zustand des anderen Dunkelelfen nicht mal.

Erschrocken fuhr Valas rum, als Maruka das Bad betrat. Sie hatte ihn fast überrascht, als sie so plötzlich an der Tür stand. Ein schwaches Lächeln zeigte sich auf seinen Gesicht, während er den Lappen wieder ins Wasser tauchte und über seine Hand wusch. Valas musste schon gestehen, dass er schon lange nicht mehr so geblutet hat. Zudem das die Schmerzen selbst für ihn grenzwertig waren, nur die Gnade der Ohnmacht fiel bei ihm weg. Wie so vieles. Er fragte sich in solchen Momenten ob Manthala ihn gestraft hatte- ob er irgendetwas getan hatte, was die dunkle Göttin erzürnt hatte.
Er hörte wie Vranyk ihn rief und fast schon sah es aus, als würde Valas danach sein, dem anderen Elfen ein der Blutigen Tücher an den Kopf zu werfen. Atmete dann aber aus und beruhigte sich.
„Er ist verschwunden…keine Ahnung wann…vermutlich als ich bewusstlos war…“ grollte der ältere Dunkelelf und ballte seine Hand zur Faust. Schmerz machte sich auf seinem Gesicht wieder breit.
Der Schmerz war inzwischen wieder besser, aber wäre Maruka noch vor früher gekommen, so hätte sie gerade gesehen, wie er mühselig auf gestanden wäre. Es gab nichts was nicht in schmerzen bei ihm gestanden hatte. Dry‘ol beherrschte die Folter und Valas konnte sich denken, dass Cassiel durch den Foltermeister seine üblen Narben im Gesicht hatte. Normalerweise, wäre er auch komplett vernarbt…aber egal ob ein Knochen gebrochen wurde oder man ihm das Fleisch von den Knochen schälte, er regenerierte so schnell, dass man beim Heilen zusehen konnte. Trotzdem war er froh, dass die Hybridin jetzt erst eingetreten war, wo er nicht noch übler aussah und gedemütigt worden war. Sie half so gut sie konnte und der friedliche Blick in den Augen des Dunkelelfen trafen die Augen der Katzenhybridin.
„Du siehst irgendwie besser aus. Man hat dir einen Trank gegeben, oder? Das ist gut“ er nickte, zuckte jedoch bei der Bewegung zusammen. Zischend atmete er aus, spürte jedoch wie die Wunden sie mehr und mehr schlossen.
„Mache dir bloß keine Schuldgefühle, Mädchen! Hörst du“ Sie legte das Tuch auf seinem Rücken und er sackte mit einem Seufzen in die Knie, hielt sich an der kleinen Kommode fest, auf der sich die Waschschüssel befand.

Vranyk wandte sich indes zum Gehen.
Besser ich lasse sie erstmals hier, bevor ich nicht weiß, wo Dry‘ol ist.
„ Valas, du sollst übrigens leiser sein…Befehl von Sademos.“ Sprach er noch und wandte sich zur Tür, als Maruka plötzlich wieder vor ihm stand. Von Bad aus, hörte man nur eine wilde Beleidigung gegen Sademos, was jedoch Vranyk ignorierte.
„was sollte ich sonst meinen. Lerne zu überleben , Katze…sei der Beweis, dass du besser bist als…“ er nickte in Richtung Baderaum.
„was das andere betrifft, …das ist irrelevant. Gehorche und du wirst leben…vielleicht auch in Freiheit und als….Mensch.“ damit ließ er sie stehen und schloss die Tür vor ihr. Viele Fragen und weniger antworten! Wie würde es weitergehen?
„ Möchtest du mir erzählen, was war…ich habe nämlich einen Weg gefunden, wie ich dich von hier wegbekomme, zumindest wenn Sademos mir unbewusst zuspielt.“ kam es von hinter Maruka. Valas lehnte mit einem Arm an der Tür des Bades. Trotz der Wunden und des Schmerzen schien wie der Schalk in seinen Augen zu blitzen.

Er ließ sich alles erzählen hörte zu und sein Lächeln wurde breiter, als er die Geschichte erfuhr, die Sademos vorhatte. Sie passte in seine Planung und er verriet Maruka einen Geheimgang, der sich in die Katakomben unter die Stadt führen würde. Natürlich müsste sie bis zu diesem Punkt mitspielen.
„Also Kind, lerne…lerne viel und schnell…ich helfe dir wo ich kann…und dann flüchtest du, hörst du? Schaue nie zurück, sorge dich nicht um mich, denn ich lebe nicht wirklich…du musst aber leben und zwar in Freiheit“ Diese Worte gab er ihr mit, sagte sie immer wieder. Während er sie unterrichtete, während Vranyk sich in dem Gebäude rumführte, ihr zeigte wer alles in der Hierarchie über und unter ihr stand. Wenn sie nicht gehorchte oder etwas bei seinen Nachfragen nicht wusste, erhielt sie eine ohrschelle. Dry‘ol dagegen sprach nie viel, er zeigte ihr nur zu deutlich, wie sie die Peitsche zu nutzen hatte. Und es gefiel ihm viel zu sehr, wenn Valas vor ihm auf die Knie fiel…manchmal war da sogar etwas anderes in den Augen des Schinders, dass er perversen Spaß daran empfand gerade Valas zu demütigen und zu foltern…wenn nicht sogar so etwas wie Begierde dort war…natürlich konnte so was auch täuschen.
Valas hingegen nahm ihr nie was übel, lehrte sie verstärkt die Sprache, aber auch woran sie die Hinterlist in den Augen sehen konnte. Woran sie sah, dass in den Bediensteten noch ein Funke versteckter Wiederstand war und wie sie zu ihrer Freiheit kam.
Und dann war endlich einer der tage, wo sie alleine zu Valas ins Zimmer kommen sollte…keiner so von ihrem Zimmer abholte, sondern man sie zum Unterricht dort erwartete.
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Maruka » Samstag 14. Dezember 2013, 10:06

(In Absprache mit meinem Moderator, habe ich die Erlaubnis bekommen die Handlung bis zum Zwischenspiel selbstständig zu übernehmen.)

„Eindeutig hast du viel zu lernen…Man tötet seine Feinde nur, wenn sie es nicht wert sind, dass man sich mit ihnen beschäftigt. Sehe es so, es ist ein Test, ob die Person es wert ist unter unserer Anleitung weiter existieren zu dürfen. Wieso soll man jemanden töten, wenn der gebrochene Mann oder Frau einen höheren Wert haben kann. Sie ihre Fähigkeiten in unsere Dienste zu stellen. Zudem ist es leicht in den Tod zu fliehen, weil sie es ja angeblich ihre Seele oder so retten wollten….jemand der gebrochen wurde braucht sich über seine Seele keine Sorgen mehr zu machen…er ist praktisch unsterblich, weil ihn niemand mehr wirklich schaden kann. Tja und Folter wie du es nennst, ist eine Methode jemanden wachsen zu lassen…also deswegen töten wir nicht.“
Vranyks Worte beschäftigten sie noch lange. Waren Folter und Gewalt wirklich für sie Mittel um den Wert eines Wesens zu bestimmen? Aus Vranyks Mund klang es fast so. Er schien wirklich das zu glauben was er sagte. Doch Maruka zweifelte.
Ach Vranyk, es gibt einen viel leichteren Weg als die Folter um ein Wesen unter seine Dienste zu stellen und der heist Freundschaft und Liebe. Jemanden auf diese Art zu dienen, der schwächer und zarter ist als du, bestimmt den wahren Wehrt des Lebens.
Jedoch brauchte sie nur an Sademos oder Dry’ol nur zu denken, um tief in ihre Seele zu wissen, dass es aber auch noch andere Motive gab, um jemanden Schmerzen zu bereiten. Die Begierde, die sie in den Augen ihres Herrn gesehen hatte, war Beweis genug dafür. Auch die Augen des Foltermeisters sprachen eine ganz andere Sprache. Vranyk mochte rationaler denken, als die meisten Dunkelelfen hier, aber seine Ansichtsweise der Welt und wie sie funktionierte, waren letztendlich genauso grausam, wie die der anderen. Das Resultat blieb das gleiche.
„...jemand der gebrochen wurde braucht sich über seine Seele keine Sorgen mehr zu machen…er ist praktisch unsterblich,...“
Dieser Satz spukte ihr noch etwas länger durch den Kopf und sie fragte sich, ob Valas in seiner Unsterblichkeit und das missglückte magische Experiment, das ihm zu dem gemacht hatte, was er heute war, auch etwas mit diesen Worten zu tun hatte. Später verwarf sie allerdings diesen Gedanken, denn Valas macht auf sie nicht den Eindruck, als sei sein Wille gebrochen worden. Ganz im Gegenteil, an seiner Seite konnte ihre eigene geschundene Seele wachsen und neu erstarken. Auch sie als Mantronerin war eher der Meinung, dass man aus großem Leid nur gestärkt hervor gehen konnte, doch gleichzeitig erinnerte sie sich noch tief beschämt an die dunkelste Stunde in ihrem Leben, als sie den Tod dem Leben vorgezogen hatte. So sehr sie auch versuchte ihre Scham darüber zu verdrängen, dass sie vor der Folter, in dem Bauch des finsteren Schiffes, hatte in die Endgültigkeit fliehen wollen, so brauchte es doch nur einen Blick auf ihre Hände um ihr, die nun für immer sichtbaren Zeichen ihrer Verwandlung zu zeigen. Vranyk hatte seit dem Besuch im Labor einen Funken der Hoffnung in ihr geweckt, eine dünner Streifen am Horizont, der ihr versprach, sie wieder zu einem Menschen zu machen. Doch durfte sie hoffen? War ihre jetzige Gestalt nicht vielleicht die vorgesehene Bestrafung der Götter? Hatte Venthas Wille sie vielleicht so getroffen, weil sie sich selbst und das Leben verleugnet hatte? Vielleicht verdiente sie ihr jetziges Schicksal.

Als sie an diesem Tag zurück zu Valas Zimmer kamen fanden sie ihn alleine vor. Dry’ol war schon gegangen.
„Valas, du sollst übrigens leiser sein…Befehl von Sademos.“,
sprach Vranyk und wandte sich zur Tür, als Maruka plötzlich wieder vor ihm stand. Vom Bad aus, hörte man nur eine wilde Beleidigung gegen Sademos, was Vranyk ignorierte.
„Was sollte ich sonst meinen. Lerne zu überleben , Katze…sei der Beweis, dass du besser bist als…“
Er nickte in Richtung Baderaum. Katze folgte nun noch verwirrter seinem Blick. Besser als Valas? Valas war zu einem Vorbild an Willenskraft für sie geworden. Maruka konnte sich nicht vorstellen, wie sie besser als er werden könnte? Vranyk meinte sicher etwas anderes, doch ihre Gedankengänge fanden nur diese eine Richtung.
„Was das andere betrifft, …das ist irrelevant. Gehorche und du wirst leben…vielleicht auch in Freiheit und als… Mensch.“
Damit ließ er sie stehen und schloss die Tür vor ihr. Seine Worte hallten nach und sanken in den fruchtbaren Boden ihrer stillen Hoffnung, doch eines Tages wieder eine stolze Mantronerin zu sein … doch durfte sie das hoffen? Sie hatte viele Fragen und noch weniger Antworten erhalten! Wie würde es weitergehen? Sie sah dem Hundeführer noch hinterher, als dieser schon lange verschwunden war.
„Möchtest du mir erzählen, was war…ich habe nämlich einen Weg gefunden, wie ich dich von hier wegbekomme, zumindest wenn Sademos mir unbewusst zuspielt.“
Kam es von hinter Maruka.
Was? WIE?
Valas lehnte mit einem Arm an der Tür des Bades. Trotz der Wunden und des Schmerzen schien wie der Schalk in seinen Augen zu blitzen. Maruka musste sich zügeln, ihn nicht an den Schultern zu packen, um alles an Ideen zu ihrer Flucht aus ihm heraus zu schütteln. Sie ballte die Fäuste, leckte sich dann schnell einmal über eine Stelle am Handgelenk, wo es unter ihrem Fell nervös zuckte und setzte sich dann betont entspannt im Schneidersitz auf das Bett. Einmal tief durchatmend begann sie zu berichten:
„Sademos hat … Er hat mich bis vor einen Raum führen lassen, wo er es mit zwei Frauen … wo sie sich gepaart haben. Ich weiß jetzt was er will. Ich habe es in seinen Augen gesehen! Ich konnte es an ihm riechen ...“
Beschämt sah sie auf ihre Hände und zupfte an den langen Krallen.
„Valas ich habe schreckliche Angst … Ich schäme mich, dass ich so empfinde, ich war früher mutiger, musst du wissen! Aber jetzt … Ich fürchte mich in einem Fort und erzittre bei der Vorstellung, was er mit mir machen will.“
Das junge Wesen, was da vor ihm saß, war kurz davor die Fassung zu verlieren. Ihre Ohreninnenseiten waren blass und flach angelegt. Die Schnurrhaare zitterten.
„Valas, wenn du mit einen Weg zeigen kannst, wie ich ihm entkomme, werde ich alles dafür tun! Ich will nicht, dass er mich … so anfasst. Das darf er nicht, das wäre nicht richtig! So bin ich nicht erzogen worden.“
Maruka sehnte sich in diesem Augenblick so sehr in die Arme ihrer Mutter zurück, dass es schmerzte. Die körperliche Vereinigung zweier Menschen sollte immer ein Geschenk der Liebe sein und niemals etwas anderes, hatte sie immer wieder gesagt. Diese Verbindung mit Sademos einzugehen, wäre als würde ihr gesamtes Weltbild auf den Kopf gestellt und alles was gut und schützenswert, in sein Gegenteil verkehrt werden. Die Vorstellungen in ihrem Kopf begannen zu kreisen und Maruka verirrte sich immer tiefer in ihrer Panik, bis der Schmerz ihrer eigenen Krallen, die sich in ihre Oberschenkel bohrten, sie zurück holte.
„Bitte, erkläre mir, wie ich entkommen kann! BITTE!“
Valas hatte zugehört und sein Lächeln wurde breiter, als er die Motive erfuhr, die Sademos antrieben. Sie passte in seine Planung und er verriet Maruka einen Geheimgang, der sich in die Katakomben unter die Stadt führen würde. Natürlich müsste sie bis zu diesem Punkt mitspielen.
„Also Kind, lerne…lerne viel und schnell…ich helfe dir wo ich kann…und dann flüchtest du, hörst du? Schaue nie zurück, sorge dich nicht um mich, denn ich lebe nicht wirklich…du musst aber leben und zwar in Freiheit“
Diese Worte gab er ihr mit, sagte sie immer wieder. Noch einige Stunden saßen sie an diesem Tag und vielen weiteren zusammen und schmiedeten Fluchtpläne. Das allein half Marukas geschundener Seele sich zu beruhigen und vieles noch einmal gründlich zu überdenken.
Während Valas sie unterrichtete, zeigte Vranyk ihr das Gebäude und erklärte ihr, wer alles in der Hierarchie über und unter ihr stand. Wenn sie nicht gehorchte oder etwas bei seinen Nachfragen nicht gleich wusste, erhielt sie eine Ohrschelle. Dry’ol dagegen sprach nie viel, er zeigte ihr nur zu deutlich, wie sie die Peitsche zu nutzen hatte. Katze lernte alles schnell und mit Fleiß, denn nun hatte sie ein Ziel. Hier konnte sie unmöglich bleiben!
Valas nahm ihr nie etwas übel, egal wie tief sie seine Haut verletzte. Er lehrte sie verstärkt die Sprache, aber auch woran sie die Hinterlist in den Augen sehen konnte. Woran sie sah, dass in den Bediensteten noch ein Funke versteckter Widerstand war und wie sie zu ihrer Freiheit kam. Er brachte ihr bei, wie sie immer mehr zu „Katze“ wurde und „Maruka“ tief in ihrem Innern zu verbergen hatte, damit die anderen ihrer Fassade langsam vertrauen würden. Er brachte ihr die erste Lüge bei.
Die Lüge, dass sie nur noch eine willige, brave Sklavin sei.
Geraume Zeit verging und Katze lernte sich unterschiedliche Schichten über ihre Seele zu legen. Ganz tief in ihrem Innern gab es noch immer irgendwo das stolze Kind der Mantroner, die junge Frau die lieben und leben wollte, die Freundschaft, Zuneigung und Mitleid für die Wesen um sie herum empfand. Dann kam eine Schicht „Katze“ die einzig aus Instinkten und wilden Emotionen bestand. Dies war das Erde des Servals. Darüber lagen die Ergebnisse ihrer Folter und des Leids das sie schon hatte ertragen müssen. Dies war die wahre Sklavin. Willig, ängstlich, devot und unterwürfig. Bis zu dieser Schicht durfte sie die Geschehnisse um sich herum zu sich vordringen lassen, aber nicht tiefer. Doch darüber legte sie nun auch mit Hilfe ihrer Neugierde, die „Katze“ die lernbereit, fügsam, fleißig und dann und wann einen Funken Blutlust durchblicken ließ. Diese winzigen Momente galt es aber vorsichtig einzusetzen, da sie sonst nicht mehr glaubhaft waren.
So dauerte es lange, bis sie in Dry’ols Unterricht nach einer gut abgeschlossenen Übung und einem bissigen Grinsen von ihm plötzlich ebenfalls lächelte. Sie ließ es auch gleich wieder verschwinden, doch erst als der Foltermeister es auch sicher bemerkt hatte. Er sollte glauben, dass Katze begann stolz auf ihre Leistungen zu sein, selbst wenn sie Blut und Schmerz zur Folge hatten.
Vranyks Unterricht war der schwerste, denn die Hierarchie der Dunkelelfen und auch die Hierarchie unter den Sklaven war nicht leicht zu durchschauen und änderte sich auch teilweise von Mord zu Mord. Ständig kamen neue Sklaven und alte verstarben auf die ein oder andere Weise. Katze wurde aus irgend einem Grund immer von ihnen getrennt gehalten, so dass dort auch keine Beziehungen entstehen konnten. Auch viel es ihr am schwersten, dem Hundeführer etwas vorzumachen und immer versuchte sie so nah wie möglich an ihren wahren Gefühlen ihm gegenüber zu bleiben, da er in ihr besser lesen konnte als manch anderer. Ihre Vergangenheit, ihr Leben mit den Wölfen Mantrons hatte sie für ihn sensibel gemacht. In einem sehr sehr kleinen Teil ihres Herzens, mochte sie ihn sogar irgendwie.

Viele weitere Tage vergingen, bis Sademos auch wieder vermehrt Interesse an ihrer voranschreitenden Ausbildung zeigte. Er fragte Vokabeln der dunklen Sprache ab und Katze konnte inzwischen mit holpernden Worten auf seine Fragen in Lerium antworten. Wenn sie sich jedoch unterhielten, er ihr seine Befehle gab, benutzten sie noch meistens die Celcianische Handelssprache. Als er ihr einmal lobend über den Kopf streichelte, ließ sie zu dass ein leises Schnurren ihre Kehle entwich und schlug sofort beschämt die Augen nieder, als schäme sie sich dafür, dass es ihr heraus gerutscht sei. Ihr Herr sollte glauben, das sie vor seiner Hand keine Furcht empfand, sie vielleicht sogar mochte. Dieses Spiel sollte jedoch das gefährlichste werden! Wann immer er sie betrachtete, so sah sie in seinen Augen das lodernde Feuer seines Begehrens. Doch gleichzeitig war da auch eine verborgene Wut, die er zu unterdrücken versuchte. In solchen Momenten fand er immer einen Grund um besseres vor zu haben und verschwand. Aus irgendeinem Grund rührte er sie nicht an und wollte es doch so sehr. Wenn sie Valas davon in ihren geheimen Absprachen berichtete, würde sein Lächeln immer breiter. Sein Plan war es, Sademos Gier zu schüren und sie somit an einen ganz bestimmten Ort zu bringen. Gleichzeitig wuchs in Maruka aber auch die Angst, dass Sademos doch irgendwann die Kontrolle verlieren würde. Eines Nachts saß sie mit Valas wieder in seinem Zimmer und sie trugen ihre Informationen zusammen.
„Ich habe sofort weg gesehen, wie du gesagt hast. Er hat gelacht und die Frauen auch. Ich glaube, es war gut, dass ich ihn so „überrascht“ habe.“
Valas grinste.
„So wie du dich verhalten hast, denkt er sicher, du findest ihn insgeheim attraktiv und schämst dich deiner Gefühle. Nichts streichelt seine Eitelkeit mehr. Ja, das war gut.“
„Und was kommt jetzt?“
„Ich denke, du bist soweit.“
„Nein, bin ich nicht. Ich … ich kann das nicht. Du … Ich kann dich hier doch nicht alleine lassen!“
„Du kannst und du wirst.“
Maruka schwieg betroffen.
„Lass dir Zeit. Schlaf noch einmal darüber, aber ich weiß, dass du es schaffen kannst. Du musst nur auf den richtigen Zeitpunkt warten, so wie wir es besprochen haben.“
„Ich habe Angst.“
Valas legte seine Hand auf ihre.
„Ich weiß.“
Diese Nacht plagten Albträume die junge Hybridin.

… Der Geruch von verbranntem Fleisch hing an ihm. Das leise Schleifen von Metall auf Stein war zu hören, genauso wie das Rauschen von gewaltigen Schwingen. Nachtschwarzer Nebel floss aus seinen Haaren, die in Flammen standen und doch nicht brannten. Dort wo sein Gesicht hätte sein sollten war nur Dunkelheit. Er kam näher. Seine sphärische Stimme sprach die fremden Worte, die sie doch tief in ihrer Seele verstand:
„Es ist Zeit. Du gehörst mir!“
Das Bild änderte sich. Aus der Tiefe des Nebels schienen sich Schleier über die Gestalt zu legen und gaben ihm einen dünnen Überzug der mehr und mehr Sademos glich. Die Hand ihres Herren streckte sich aus und wollte sie gierig berühren. Doch um so näher er kam, um so verdorrter wirkten seine Finger, als zöge etwas jedes Leben aus seinem Körper. Seine vertrockneten Lippen rissen bei jedem Wort und bluteten die Silben hervor:
„Es ist Zeit. Du gehörst mir!“
Abermals verdichtete sich der Nebel und formte eine Gestalt über das Bild. Der Körper kippte vornüber und wuchs in die Länge. Er wurde schmaler und deutlicher, bis der Serval vor ihr stand. Seine Augen warnen so blau wie der endlose, weite Himmel. Sein Fell war so schwarz, dass die Sterne auf ihm wohnen konnten. Er nickte ihr zu und wandte sich von ihr ab um mit ihr davon zu laufen. Dabei sah er über seine Schulter und schlug heftig mit dem Schwanz.
„Es ist Zeit. Du gehörst mir!“
Der Nebel verschluckte seine Gestalt und Maruka versuchte ihn noch zu erreichen, doch er war schon nicht mehr greifbar, war er nie gewesen, denn er war tot und fern jeden Lebens. Seine Formen richteten sich wieder auf und winkten ihr zu. Sein Antlitz lächelte und Valas Züge verabschiedeten sich von ihr. Dann brach die Welt zusammen.

Schwer atmend erwachte Katze in ihrer Mulde, hoch oben auf ihrem Kranzbaum.
Immer wieder flüstere sie, sich selbst noch in den Armen haltend:
„Ich gehöre mir! Ich gehöre mir! ...“
Alles stürzte erneut auf sie ein. Alle Erinnerungen der letzten Tage und Monate, wie sich ihr Leben so rasend schnell verändert hatte. All die Wut über ihre Machtlosigkeit bündelte sich in einem einzelnen wilden Gedanken!
ICH GEHÖRE MIR!!!
Mit einem Anflug von Verzweiflung sprang sie, nackt wie sie war, von ihrer erhöhten Position und rannte ins Bad. Sie verschloss die Tür, drehte wütend den Spiegel zur Wand und blockierte die Tür mit dem Stuhl der Frisierkommode. Sie war allein und niemand sollte jemals Anspruch auf sie erheben können! Niemand sollte sich rühmen dürfen sie sich Untertan gemacht zu haben! Der fast erloschene Funke ihres Willens loderte hoch und war in dieser Nacht zum Feuer geworden. Das Adrenalin in ihren Adern kochte wie flüssiges Metall. Einen kurzen Moment starrte sie auf ihre ausgefahren Krallen ihrer Hand und dann tat sie es.
Ein kurzer Schmerz und als sie die Hand wieder hob, war sie keine Jungfrau mehr. Ihr erstes Blut gehörte nur ihr! Ihr allein!
Schwer atmend sackte sie immer noch erschüttert von ihren Träumen und bebend in sich zusammen. Der Anblick der purpurnen Spur auf ihren Fingern hatte etwas seltsam beruhigendes und das erste Mal, seid dem sie aus Mantron verschleppt worden war, fühlte sie so etwas wie Frieden.

Noch am gleichen Morgen fasste sie den Mut, ihren Plan auszuführen, doch eins gab es noch zu tun. Endlich war es einer der Tage, wo sie alleine zu Valas ins Zimmer kommen sollte, keiner der sie von ihrem Zimmer abholte, sondern man sie zum Unterricht dort erwartete. Dry’ol erwartete sie schon finster grinsend mit einer nagelneuen Peitsche, die er extra mit kleinen Klingen hatte versehen lassen. Eine Spezialanfertigung, nur für Valas, wie er mit loderndem Blick verkündete.
Katze nickte und machte sich an ihre Arbeit. Immer härter und schneller ließ sie das schneidende Leder auf Valas Körper nieder fahren, als sei jeder Hieb ein Danke an ihre gemeinsam verbrachte Zeit. Sie wusste, ob ihr Plan gelingen oder fehlschlagen würde, beides hätte höchst wahrscheinlich zur Folge, dass sie sich nicht wieder sehen würden. Während der letzten Schläge raunte sie atemlos vor Anstrengung:
„Auch wenn dein Fleisch heilt, so wirst du das hier nie vergessen!“
Dry’ol nickte selbstzufrieden, denn seine Schülerin hatte heute ihr Meisterwerk in Valas Rücken geschnitten.
Auch wenn ich heute gehe, so werde ich dich nie vergessen!
Einzig die Anstrengung verhinderte, dass die Tränen nicht flossen und Maruka sie tief in ihrem Innern zurück halten konnte. Valas war ihr ein guter Lehrmeister gewesen, bis zu seiner Bewusstlosigkeit.

Nach dieser für Dry’ol sehr befriedigenden Lehrstunde, zog sich dieser schnell zurück. Vielleicht verlangten seine Triebe nach einem Ausgleich oder einem kalten Bad, Katze wollte nicht zu sehr darüber nachdenken. Sie hatte anderes vor. Dry’ol hatte sie gelobt und dieses Lob wollte sie nun benutzen um sich ihre Freiheit zu erstehlen. Mit der blutigen Peitsche spazierte sie nun mit stolz geschwellter Brust durch die Gänge. Die Diener machten instinktiv Platz, denn sie bot ein Bild voller düsterer Grausamkeit. Sie wollte ihren Herrn mit ihrer Leistung überraschen und beeindrucken, zumindest sollte er das glauben. Vor seinen Gemächern musste sie zwei Wachen weg knurren, damit diese Platz machten. Aufgeladen vom Rausch des Blutes wie sie war, schien ihr Auftritt auch Wirkung zu zeigen und man ließ sie durch. Maruka zögerte keine Sekunde, sonst hätte sie wohl möglich doch noch der Mut verlassen. Ungebremst ging sie weiter und stieß die Tür zu Sademos Schlafgemach auf, wo sie ihn mit seinen zwei Lieblings-Gespielinnen vorfand. Der ganze Raum roch nach Schweiß und Wollust. Sademos hob etwas müde den Kopf und seine wohlige Erschöpfung stand ihm noch ins Gesicht geschrieben. Ein Ausdruck von Verwunderung legte sich auf seine Züge.
„Was … Was willst du hier?“
„Mein Herr und Meister, Sademos ...“
Katze hielt stolz und anscheinend vollkommen ihre Umgebung vergessend, ihm die Peitsche entgegen. Da er sie nicht sofort hinaus befohlen hatte kam sie schnell näher, bevor er ganz wach wurde und sich besinnen konnte. Sie musste ihn emotional überraschen, überrumpeln, so war der Plan.
„Ich hab es geschafft! Dry’ol ist mit mir zufrieden! Ich habe Valas in die Bewusstlosigkeit gepeitscht. Er meint, ich war … gut!“
Das Strahlen ihrer Augen spiegelte sich in seiner Verwirrung. Sah sie denn nicht, dass sie störte? Maruka hatte sein Bett erreicht, das für 10 Personen Platz gehabt hätte. Sie kniete sich auf das Fußende und redete einfach weiter, als gäbe es kein Morgen. Eine der Frauen rollte sich, durch die nervtötende Stimme langsam erwachend, murmelnd zur Seite.
„Ich hab mir solche Mühe gegeben und er meint, ich bin gut! Herr, bitte … seid ihr stolz auf mich?“
Sademos rieb sich die Augen, als könnte er nicht glauben, was hier gerade geschah. Doch was er sah, schien im zu gefallen. Auf allen Vieren krabbelte seine Katze über die seidenen Laken auf ihn zu. Sie trug wieder einmal den schmalen Brustharnisch aus schwarzem Leder, der ihre grazile, schlanke Gestalt so martialisch wirken ließ. Überall, an ihren Schultern, auf ihrer Brust, in ihrem Haar waren blutige Spritzer. Die Silhouette ihrer langen Beine zeichnete sich bei jeder Bewegung deutlich unter dem Stoff der Wickelhose ab und ihr langer Schwanz zuckte aufgeregt hin und her. So unschuldig wie es nur ging und sie auch eben war, kam sie zu ihm. So unberührt, so rein und naiv. All das frische Blut seines Bruders an den Händen der jungen Frau, die er nicht haben durfte, weckte seine ungestillte Lust. Vielleicht waren es seine Triebe, die ihn nun handeln ließen, vielleicht auch etwas anderes. Vielleicht glaubte er auch nur, dass das Schicksal ihm nun gerade einen Gefallen tat. Er lächelte schmal und zog eine Braue in die Höhe. Seine Hand hob sich zu Marukas Wange und liebkoste sie. Seine Finger stanken nach der Frau links von ihm.
„Das hast du gut gemacht.“
Ein mürrisches Räuspern erinnerte ihn daran, dass noch zwei weitere Personen sich in diesem Bett befanden.
„Lasst uns allein!“
Die Überraschung in den Gesichter der beiden Schönheiten, war nicht zu überbieten. Eine, die Linke, wollte gerade entrüstet den Mund öffnen, als sie auch schon seine Hand hart traf. Durch die Wucht des Schlages fiel sie zur Seite. Ein gutes Beispiel, dass man sich nicht gegen sein Wort stellen sollte. Auch Maruka zuckte zusammen und kauerte sich flach zwischen die Kissen.
„Ich wiederhole mich äußerst ungern!“
Sofort machten sich die beiden Dunkelelfinnen daran zu verschwinden, während Katze sich verunsichert umsah, als würde ihr gerade erst bewusst, wo sie sich befand. Sademos streichelte ihren Kopf.
„Schhhhh … du hast … fast … nichts falsch gemacht.“
Die drohende Gefahr schnürte Maruka die Kehle zu. Sie spürte sie bis in die Spitzen ihrer Schnurrhaare. Sademos warf den beiden Damen noch einen wütenden Blick hinterher und lehnte sich dann zurück. Sein Blick verengte sich und er ließ seine Zunge ein paar Mal leise tadelnd schnalzen.
„Was mach ich nur mit dir, mein ungezogenes kleines Kätzchen.“
Maruka horchte auf und ihre Ohren zuckten verräterisch. Sademos lachte leise. Dann so plötzlich, dass sie es kaum hatte kommen sehen, hatte er sie an der Kehle gefasst und drückte sie in das Kissen neben sich. Sie wehrte sich nicht.
„Ich muss dich bestrafen. Du bist hier eingedrungen, ohne dass ich dich zu mir befohlen habe … wenigstens ein bisschen, jetzt wo du schon mal hier bist!“
Katze zitterte und bekam kaum Luft. Leise winselnd rang sie um Atem. Sademos lockerte ein wenig seinen Griff, denn tot könnte sie ihm seine Wünsche nicht erfüllen. Seine Augen waren dunkel vor Begierde. Mit der freien Hand strich er über ihren Brustkorb und leckte dann das noch klebrige Blut von seiner Fingerspitze. Katze röchelte:
„Bitte...“
„STILL! Ein Laut von dir und ich reiß dir die Kehle auf! Wage es nicht einmal zu denken! Oder nein, … wenn du auch nur einen Laut von dir gibst, werde ich Valas Körperteile abschneiden, die nicht mehr nachwachsen und Dry’ol seinen Maulkorb abnehmen. Was? Glaubtest du, dass er schon richtig angefangen hat? Alles was er tut, tut er auf meinen Befehl, genauso wie Vranyk, genauso wie Valas und auch du meine kleine Katze!“
Während er sprach schob sich seine Hand langsam ihren Bauch hinunter und löste die seitlichen Schnallen ihrer Kleidung. Marukas Atem wurde immer schneller, was ihn zu freuen schien. Dann tauchte seine Hand tastend in ihre Hose ...
„Halt ganz still, ich will nur einmal … „
Katze erstarrte, als seine Finger ihr Ziel erreichten. Unendliche lange brauchte es, bis das unvermeidliche folgte.
„WAS …???“
Sademos hatte gefunden, was nicht mehr da war und riss seine Hände von ihr fort. Er bäumte sich auf und starrte sie ungläubig an.
„WER?!?“
Er zitterte vor Wut und schlug sie so heftig in den Unterleib, dass schwarze Sterne vor Marukas Augen aufblitzen. Ihr Bauch tat so weh, als hätte er sie von innen zerrissen, doch Maruka lag nur still da. Sie wusste, sie musste nun da durch. Die Wut in seinen Augen flackerte. Man hatte ihn hintergangen! Das eine was er nicht haben sollte, war beschmutzt worden, in seinem Haus, unter seinem Dach, unter seinen Augen!
„WER HAT DICH ANGERÜHRT?! SPRICH!“
Er würde ihr nicht glauben, doch es würde den Zweifel sähen! Katze bekam nur ein Flüstern heraus und noch nie tat ihr eine Lüge so weh, wie diese!
„Valas.“
„WAS? DU LÜGST! WEN BESCHÜTZ DU?“
„Niemanden außer Valas.“
„ICH PRÜGEL DICH ZU TODE!!! ...“
Er hob schon seine Hand, doch dann schien ihm etwas einzufallen.
„Du lügst! Ich hole ihn her und dann werdet ihr es noch einmal tun! Vor meinen Augen! Und wenn mein Knaben liebender Bruder ihn nicht hoch bekommt, schneide ich ihn ab! Dann wirst du mir schon sagen, wer in Wahrheit dich beschmutzt hat!“
Er sprang auf, und nackt wie er war verließ er Valas Namen fluchend das Zimmer!
Katze lag zitternd im Bett ihres Herrn und versuchte ihr Herz zu beruhigen. Sie war allein!
„Steh auf!“
Beschwor sie sich selbst.
„Steh auf!!!“
Mit einem Ruck und schwer atmend raffte sie alle Kraft zusammen. Sie war am Ziel ihre Pläne angelangt, nun galt es schnell zu handeln! Sie sah sich suchend um. Valas hatte ihr von dem Mechanismus erzählt, der den Geheimgang öffnen sollte. Er hatte ihr genau beschrieben, wonach sie in den Mustern der Wandbemalungen suchen musste. All die Obszönitäten, die Sademos sich mit Freude immer wieder vor Augen führte und die ihn überall auf den seidenen Tapeten, den Teppichen und Gemälden umgaben, starrten auf sie nieder. Maruka zog die Wickelung ihrer Hose wieder fester und versuchte die letzten Minuten aus ihrem Gedächtnis zu verbannen. Sie rückte ihren Brustharnisch zurecht und strich dabei unbewusst über die verborgene Feder über ihrem Herzen. Ihre Gedanken nahmen die kurze Handlung kaum war, nur ihr Körper schien sich an das Gefühl zu erinnern, das sie noch dort ruhte. Maruka versuchte jedoch gerade all ihr Sein auf eine ferne Zukunft zu lenken, anstatt in Erinnerungen zu schwelgen. Gab es hier Waffen, die sie brauchen könnte? Gab es Essen? Etwas, dass sie später tauschen könnte? Was sie fand, nahm sie an sich. Aber vor allem galt ihre Aufmerksamkeit ihrer Flucht! Sie suchte und wurde fündig.
Gerade als sie die Vertiefung in der Wand gefunden hatte und es leise klickte, hörte sie in der Ferne wieder Schritte näher kommen. Ein schmaler Spalt vor ihr schwang auf und ohne zu zögern huschte sie hinein. Schnell drückte sie sich von innen gegen die Tür und verbarg so wieder ihren Fluchtweg. Keine Sekunde zu spät! Gedämpft konnte sie Sademos Stimme fluchen hören, als er sie nicht dort vorfand, wo er sie zurück gelassen hatte. Etwas schlug hart auf den Boden auf und ließ ihn erzittern. Mehrere Schritte liefen auf und ab uns Befehle wurden gebellt. Katze bebte vor Angst und atmete schnell und flach. Vollkommene Dunkelheit umfing sie, wo nicht mal ihre Katzenaugen ausreichten um sich zu orientieren. Nun musste sie sich aber schnell aus der Erstarrung lösen, denn früher oder später würde man sie nicht nur in den offensichtlichen Fluren suchen.
Beweg dich! LOS!
Katze schlich auf Samtpfoten und mit ihren Schnurrhaaren, sowie den Händen tastend, vorwärts. In diesem kurzen Augenblick war sie sogar dankbar, für ihre neuen Sinne, die sie nicht komplett hilflos durch die engen Gänge irren ließen. Schnell hatte sie das Gefühl, sich in einem Labyrinth aus verwirrenden Wegen, engen Gängen, steilen Treppen und immer wieder Abzweigungen und Kreuzungen zu befinden. Überall roch es nach altem Tod. Hätte sie etwas sehen können, so würde sich das Grauen in ihre Seele brennen, dann Sademos Haus war auf den Schädeln seiner Feinde erbaut worden. Im Fundament, zwischen den Steinen, überall ragten Knochen und Schädel aus den Wänden. So war es nur eine tastende Ahnung, die gleich einer Klammer ihr Herz umfing und sie antrieb, all dies hier schnell hinter sich zu lassen.

(weiter bei : Die Katakomben )
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"Ich schreibe so lange, wie der Leser davon überzeugt ist, in den Händen eines erstklassigen Wahnsinnigen zu sein."
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