Das neue Heim

Die Gebäude hier zeigen deutlich den Stand eines Bürgers in Morgeria. Niedere leben in heruntergekommen Barracken, Krieger & Söldner in bunkerartigen Unterkünften oder Zelten. Mächtige Familien leben in finsteren Anwesen, die kleinen Schlössern gleichen.
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Das neue Heim

Beitrag von Erzähler » Dienstag 8. Januar 2013, 16:36

Maruka kommt von : Tote Ebene- Temper von Manthala- Die Hatz
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Die Stadt war gewaltig und sie war einnehmend. Düster ragten die Türme und die Häuser hoch. Hier und dort konnten man Fahnen im Wind flattern sehen. Die Farben Dunkellila und düsteres grün waren verbreitet. Das Wappen der Stadt war in Purpur und in Giftiggrün gehalten, eine Fledermaus, die blutgierig in der Mitte prangte, schreckte die zartbesaiteten Wesen zugleich ab. Faldor wurde hier überall gehuldigt. Soldaten in dunklen und stachelbewährten Plattenrüstungen blickten einem unter Hörner und schädelbesetzten Helmen an. Dämonengleich sahen sie eher aus.
Die Mauern waren hoch und die Gassen schienen einem eher zu zerdrücken wollen, weil so gut wie kein Licht sich zeigte.
Es war dunkler Stein, so als spiegelte es die Gemüter und Seelen dessen Bewohner wieder.
Sie Durchschritten das gewaltige Tor und Jubel und Musik war zu hören. An den Reihen drängten sich dicht Zuschauer, Adelige, die Ihre Sklaven unter sich hatten. Begeisterte Kinder, die jetzt schon den Wahnsinn in sich trugen und schon über ihre erste Jagd aufgeregt sprachen. Es konnte kaum verschiedener sein, auf der einen Seite der Prunk und Adel und auf der anderen Seite, Dienerschaft und Sklaven, Orks und Goblins. Auf einem der Höchsten Türme, konnte man eine vereinzelte Gestalt sehen. Das war der Herrscher. Die Jagdgefolgschaft hielt ihre Pferde und neigte übertrieben tief den Kopf. Auch wenn wohl jeder selber sich an der Spitze sehen wollte, so spielte man zum Schein den ergebenen Untertan. Sademos war da keine Ausnahme.
Man feierte die zurückgekommene Jäger und verhöhnte die Gefangenen. Es hatten sich noch andere Jäger angeschlossen und war gemeinsam durch das Tor geritten. Die Sprachen waren düster und grollend.
„dies ist jetzt deine Heimat!“ sagte die samtige Stimme neben ihrem Ohr. Er gab seinen Kammeraden einen kurzen Wink und der Hundeführer ritt voran.
„Erledige die Formalitäten und bereite ihr …und ihm ein Gemach. Schau nicht so, ja, Valas soll ein Zimmer erhalten, aber keins mit Fenster. Und stell ihn unter ständiger Beobachtung. Nehme Dry‘ ol dazu. Er wird schon dafür sorgen, dass der ‚alte‘ Herr auf keine dummen Gedanken kommt. Persönliches Interesse“ er grinste sadistisch.
„Wie du möchtest“ erwiderte Vranyk und auch sein Lächeln war kalt. Nur kurz schien milde einzukehren als er zur Katze hinsah. Sademos hob eine Braue fragend.
„Oh, ich habe noch etwas für die Katze… etwas was ich vor kurzem einem Kaufmann abgenommen habe. Ein Spielzeug, perfekt für Katzen“
„du und deine närrische Tierliebe“
lachte der Adelige auf. Er schüttelt amüsiert sein langes seidiges Haar.
„Er hat ein Spielzeug für dich…du wirst es später bekommen“
Dann ritt der andere Dunkelelf, gefolgt von seinen Hunden und dem Hünen mit Valas. Der alte Elf sah erschöpft aus, stolperte mehr. Er wurde verhöhnt und man bewarf ihn mit Steinen. Sademos lächelte ihn siegessicher an, doch der Blick des älteren war ungebrochen. Ihn kümmerte wenig sein Schicksal, aber dass von Maruka.

Sademos genoss noch einem Moment den Rummel um sich, bevor er sein Pferd ebenfalls zu den Ställen brachte, welches mit seinem Anwesen verbunden war.
Durch die Menge drückte sich eine schlanke männliche Gestalt, der die Zügel von Sademos Pferd sogleich ergriff. Erbost blickte er zu dem Eindringling, der es wagte sich ihm in den Weg zu stellen. Doch als er die Gestalt erblickte, entspannten sich seine Züge. Wie die Gestalt aussah konnte Katze nicht erkennen, sein Gesicht verbarg sich unter der Kapuze und den Kopf hielt er gesenkt. Die Stimme war melodisch und weich, ein schönklingender Tenor.
„Herr, eure Jagd war erfolgreich wie ich sehe…“ Sademos löste den Griff von Maruka und schwang sich elegant vom Pferd.
„Natürlich!“ dann blickte der Dunkelelf zur Katze und erfasste sie um die Hüfte um sie wie ein junges Mädchen einfach runter zu heben.
„Die Zimmer sind fertig und die Gäste erwarten euch.“
Großartig! Bringt Katze dorthin und lässt ihr Speis und Trank zukommen…und eine Bürste, damit das Fell vom Dreck befreit wird.“
„sehr wohl…“
Sademos ergriff das Kinn von Maruka und blickte Katze ernst an und wies auf dem Mann neben sich.
„Du wirst ihm folgen und wehe dir du flüchtest oder stellst dich an. Glaube mir, dann werde ich dir schneller diese Freiheit nehmen als dir lieb ist…und Valas dazu“ Wenn er das richtig eingeschätzt hatte, würde sie dies nicht riskieren.
Und so verließ er den Raum und sie musste dem anderen Folgen. Wieder war sie den Händen eines Fremden ausgeliefert. Wachen standen überall im teuer und prunkvoll gestalteten Anwesen. Die Abbildungen von Fledermäuse und qualvoll hingerichteten Wesen waren fast überall zu sehen. Sie waren hier wohl eine Art Kunst zu sehen. Sie wurde in ein Zimmer gebracht. Dieses war schlicht eingerichtet. Auf einem Hocker lag ein, was nach Hund und Dunkelelf riechendes Knäul. Wo ein langer dünner Faden verführerisch herunterbaumelte.
„Ein Geschenk von Herrn Vranyk“ wurde ihr mitgeteilt. Der seltsame Diener stand noch an der Tür, beobachtete ihre verhalten.
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Wollknäuel des unendlichen langen Fadens
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Maruka » Dienstag 8. Januar 2013, 22:15

Marukas Eindrücke des Einzugs in ihre Neue Heimat brannte sich in jede Zelle. Schon als sie das Stadttor durch ritten hatten, spürte sie kaum noch das beständig leichte Kitzeln, was Sademos Finger in ihrem Fell verursachte. Ab und an verknoteten sich seine Finger in der wilden, verfilzten Mähne, was sie dann aus ihrem Staunen riss und sie daran erinnerte wo sie war. Doch diese Momente waren nur kurz. Es gab einfach zu viel zu sehen. Zum ersten Mal sah sie die ganze Pracht der dunklen Metropole. Allein die Massen waren unglaublich! Der Jubel über den Einzug der Jäger mit ihrer Beute, die Gesichter der Kinder.
Kinder?
In ihrer Vorstellung, in den düsteren Geschichten ihrer Ahnen gab es auch Berichte über das dunkle Volk, aber niemals hatte sie von Kindern gehört. Es war zwar irgendwie natürlich, dass es welche geben musste, aber irgendwie hatte sich Maruka immer vorgestellt, sie würden wie die anderen Elfen aus den Kindermärchen einfach aus gewaltigen Blumen, oder wie die Zwerge einfach aus dem Stein wachsen. Innerlich schüttelte sie sich, da sie sich selbst für ihre Naivität schollt, aber trotzdem war der Anblick der kleinen Dunkelelfen faszinierend, erschreckend und verstörend zu gleich. Die dunklen kleinen Gesichter mit dem teilweise sehr hellem Haar, die wachen Augen, die voller Hohn auf die Sklaven blickten. Wie war es möglich, dass ein Wesen, eine ganze Rasse mit so jungen Jahren schon so vom Wahnsinn befallen war? Und es war Wahnsinn, was sie in diesen Kinderaugen sah! Erschrocken und zutiefst erschüttert stiegen ihr die Tränen erneut in die Augen. Was machten nur diese Eltern mit ihren Kindern, dass sie so bösartig werden konnten? Gleichzeitig fragte sich die Hybridin aber auch, was würde aus solch einem Kind werden, wenn es wahrhaftige Liebe erfahren würde? Würde genauso ein grausames Wesen aus diesem dunklen Keim erwachsen, wenn man ihn in Mantrons Erde pflanzen würde? Würde es nicht einfach sterben, allein schon durch die Kälte? War Mantron sicher vor dieser allgegenwärtigen Grausamkeit? Irgendwo in ihrem Innern schrie etwas auf, als spürte sie drohende Gefahr für ihre Heimat. Waren es diese Wesen, diese Welt, diese Stadt? Sie war das ganze Gegenteil ihrer Heimat! Allein dieser kurze Gedanke an die schneebedeckten Dächer, die mit Häuten bespannten Wände der Hütten, die robuste Einfachheit stand in einem so entsetzlichen Gegensatz zu all dieser düsteren, schlanken Pracht, dass sie unwillkürlich erzitterte. Die seltsam schmalen Gesichter unter den gehörnten Helmen lachten sie aus. Die dornigen, geschwärzten Rüstungen spiegelten all den Hass wieder, der in diesem Volk verwurzelt war und doch lag eine gewisse Faszination in ihrem Anblick. Dunkelelfen und anderes obskures Volk standen dicht an dicht beieinander im Hass vereint und jubelten den Jägern zu. Da waren Orks, so hässlich und monströs, dass keine Worte ihnen gerecht wurden, Goblins, klein und schmächtig mit verschlagenen Augen, als könnten sie Seelen verkaufen und zwischendurch immer wieder die fremdartigsten Geschöpfe, die als Sklaven gehalten wurden. Der kulturelle Mischmasch wurde nur dadurch unterbrochen, dass es eben jene gab, die herrschten und jene die dienten und selbst unter der Oberschicht, gab es Diener und alle zusammen beugten sie ihr Haupt vor einer Gestalt die weit oben auf der Spitze eines Turms stand. Maruka war noch wie in Trance und starrte den dunklen Umriss an. Sie spürte wohl die Bewegung in ihrem Rücken, wie Sademos dem Herrscher seinen Respekt zollte, doch sie sah ihn einfach nur an. Das war also der Mann, vor dem sich die Welt fürchtete?
Wirkt gar nicht so schrecklich.
Ein einzelner Kopf der sich nicht beugte, würde wohl kaum in der Menge auffallen. Maruka war auch viel zu neugierig um weg zu sehen! Auf die Entfernung hin mochte er nur eine Gestalt sein. Zumindest hatte er, soweit sie erkennen konnte, keine gewaltigen Schwingen, die ihn über die Schlachtfelder trugen wie die legendären Drachen, oder Hörner mit denen er seine Feinde aufspießte. Herrlich, majestätisch, kraftvoll und gerecht war dieser Herrscher nicht. Maruka dachte an Thure Sturmschreier, den Anführer der Mantroner. DAS war ein Mann! Jede Seele auf Ersa würde für ihn in den Tod gehen. Schaute man sich hier um, so sah man nur Verräter, Heuchler und Speichellecker. Einem König zollte man keinen Respekt in dem man übertrieben, beschämt den Blick senkte, man trat ihm stolz gegenüber und beugte das Knie. Man schlug sich an die Brust und fasste sich in Freundschaft bei den Armen! Ach, wie war diese Welt doch anders. Maruka bebte innerlich versuchte sich anzupassen. Sie wollte überleben. Noch einmal sah sie zu dem Herrscher hoch. Vielleicht spiegelten ihre Augen das wenige Licht der Umgebung wieder, vielleicht auch nicht, doch sie fühlte sich beobachtet. Sofort beugte sie ihren Kopf so tief wie ihr es auf dem Rücken des Pferdes eben möglich war, ohne hinunter zu fallen.
Los pass dich an! Diese Welt ist nun dein neues Zuhause und es ist eine so vollkommen andere Welt! … So vollkommen anders.
Das sie in Gedanken sich selbst versuchte zu motivieren, zum Überleben zu bewegen, war nur zu natürlich. Maruka sah sich selbst aus einer verzerrten Perspektive, als etwas Entferntes, ein neues Wesen in einer neuen Welt.
Du musst unsichtbar werden! An manchen Stellen auffallen, an anderen vergessen werden! Dann wird dich dein Schicksal irgendwann finden und fort bringen. Das alles wird enden und der Weg geht weiter. Es geht immer weiter, bis zu dem Tag an dem du meine letzte Reise antreten wirst und Ventha dich in ihre Hallen ...
Ihre Gedanken stockten abermals.
Nein! Ventha hat ihren Blick von mir genommen. Ich bin es nicht wehrt mit den erlauchten Kriegern der Vergangenheit an einem Tisch zu sitzen. Niemals werde ich meine Ahnen sehen.
„Dies ist jetzt deine Heimat!“
sagte die samtige Stimme neben ihrem Ohr, kitzelte und beendete ihr Selbstmitleid abrupt. Fast atmete sie erleichtert auf, was eine merkwürdige Reaktion im Angesicht ihrer neuen Heimat war. Sie ritten weiter und neue Eindrücke füllten das Gehirn der Katze.
Ihre Augen betrachteten voller ehrlichem Staunen die hohen Gebäude, die erdrückenden Gassen. Eigentlich waren sie perfekt zum Verstecken, schoss es ihr durch den Kopf. Sademos winkte seinen Hundeführer heran.
„Erledige die Formalitäten und bereite ihr …und ihm ein Gemach. Schau nicht so, ja, Valas soll ein Zimmer erhalten, aber keins mit Fenster. Und stell ihn unter ständiger Beobachtung. Nehme Dry‘ ol dazu. Er wird schon dafür sorgen, dass der ‚alte‘ Herr auf keine dummen Gedanken kommt. Persönliches Interesse“
Der Sadismus kroch durch jede seiner Silben.
„Wie du möchtest“
erwiderte der Hundeführer, dessen Namen sie nicht mitbekommen hatte und auch sein Lächeln war kalt. Von der vertrauten Anrede seines Herrn, bekam Maruka nichts mit. Nur kurz schien Milde in seinem Gesichtsausdruck einzukehren als er zur Katze hinsah. Marukas Ohren zuckten irritiert unter seinem Blick und sie sah beschämt beiseite. Das milde Interesse dieses Mannes machte sie nervöser als das unentwegte Streicheln ihres Herrn, das sie nach einer Weile einfach ausgeblendet hatte. Sademos hob eine Braue fragend.
„Oh, ich habe noch etwas für die Katze… etwas was ich vor kurzem einem Kaufmann abgenommen habe. Ein Spielzeug, perfekt für Katzen.“
„Du und deine närrische Tierliebe.“

Sademos lachte auf. Der Klang dieser finsteren Sprache lullte sie immer wieder ein. Besonders sein Lachen hatte Frequenzen, die einfach angenehm für ihre neuen Ohren waren. Diese zuckten unentwegt, wenn sie die neue melodische Sprache hörten. Ihr Herr schüttelt amüsiert sein langes seidiges Haar.
„Er hat ein Spielzeug für dich…du wirst es später bekommen“
Maruka sah dem Hundeführer verwirrt nach und fühlte die schreckliche Neugierde in sich aufsteigen. Sie biss sich auf die Unterlippe, so dass ihre kleinen Reißzähne leicht unter ihrer Lippe hervor lugten. Geschenke! Ja sie liebte Geschenke, aber noch mehr liebte sie Überraschungen und die Spannung die davor im Raum lag. Irgendwie war die Neugierde seit ihre Verwandlung noch schlimmer geworden und was sie immer wieder irritierte, waren die körperlichen Reaktionen, die solche Gefühle bei ihr auslösten. So zuckte mit einem Mal ihre Schwanzspitze unkontrolliert hin und her und zu gern hätte sie sie gegriffen und fest gehalten, doch die Fesseln hinderten sie daran. Dann ritt der andere Dunkelelf, gefolgt von seinen Hunden und dem Hünen mit Valas voraus. Der alte Elf sah erschöpft aus, stolperte mehr und tat Maruka so schrecklich leid. Er wurde verhöhnt und man bewarf ihn mit Steinen. Sademos lächelte ihn siegessicher an, doch der Blick des Älteren war ungebrochen. Wie gern hätte Maruka ihn vor dieser Schändung bewahrt, doch noch sah sie keinen Weg, kein Licht der Hoffnung. Sie blinzelte traurig und sah Valas lange nach. Sademos und sie folgten langsamer, als würde er ihr Gelegenheit geben wollen, sich an ihre neue Umgebung zu gewöhnen. Diesmal näherten sie sich von einer anderen Seite dem Anwesen ihres Herrn und alles sah ganz anders aus. Die Dienerschaft jubelte und Sademos genoss noch einem Moment den Rummel um sich, bevor er sein Pferd ebenfalls zu den Ställen lenkte, welche mit seinem Anwesen verbunden waren.
Durch die Menge drückte sich eine schlanke männliche Gestalt, der die Zügel von Sademos Pferd sogleich ergriff. Erbost blickte er zu dem Eindringling, der es wagte sich ihm in den Weg zu stellen. Doch als er die Gestalt erblickte, entspannten sich seine Züge. Maruka schloss daraus, das er ihn kannte. Wie die Gestalt aussah konnte jedoch die Katze nicht erkennen, sein Gesicht verbarg sich unter der Kapuze und den Kopf hielt er gesenkt. Die Stimme war melodisch und weich, ein schön klingender Tenor und wie alles was versteckt und verborgen war, weckte es ihre Neugierde.
Warum verbirgt er sein Gesicht?
„Herr, eure Jagd war erfolgreich wie ich sehe…“
Sademos löste den Griff von Maruka und schwang sich elegant vom Pferd.
„Natürlich!“
dann blickte der Dunkelelf zur Katze und erfasste sie um die Hüfte um sie wie ein junges Mädchen einfach runter zu heben. Unterernährt und durch die veränderte Statur wog sie kaum so viel wie ein Sack Getreide (unter 50kg). Noch immer wackelig berührten ihre gereizten Fußsolen den Boden unter ihr. Jeder Schritt rief die Schmerzen erneut zurück ins Gedächtnis, die sie durch die vollkommene Ablenkung so wunderbar verdrängt hatte. Ihr Nase kräuselte sich unwillkürlich und die Ohren legten sich an. Ihre Schnurrbart waren steil nach vorne gerichtet, während der fremde Mann weiter sprach:
„Die Zimmer sind fertig und die Gäste erwarten euch.“
Was für Gäste?
„Großartig! Bringt dorthin und lässt ihr Speis und Trank zukommen…und eine Bürste, damit das Fell vom Dreck befreit wird.“
„sehr wohl…“
Sademos ergriff das Kinn von Maruka und blickte Katze ernst an und wies auf dem Mann neben sich, der offensichtlich die Sprache des dunklen Volkes sehr gut verstand, aber sie aus irgendeinem Grund nicht sprach. Sademos ergriff das Kinn von Maruka und blickte Katze ernst an und wies auf dem Mann neben sich. Maruka zitterte leicht. Ob aus Schwäche oder Angst, wusste sie wohl selber nicht.
„Du wirst ihm folgen und wehe dir du flüchtest oder stellst dich an. Glaube mir, dann werde ich dir schneller diese Freiheit nehmen als dir lieb ist…und Valas dazu“
Der erste Teil war ihr herzlich egal. Sie war seine Sklavin und sie hatte ihr Wort gegeben nicht zu fliehen, also würde sie es auch nicht tun. Nur der letzte Satz ließ, wie er es erwartet hatte, größer werden. Wenn sie durch ihr Verhalten auf Valas Behandlung Einfluss nehmen könnte … ? Wo war er? Ihre Gedanken begannen wieder zu arbeiten. Sie nickte brav.
Und so verließ Sademos den Raum und sie musste dem Anderen folgen. Wieder war sie den Händen eines Fremden ausgeliefert. Wachen standen überall im teuer und prunkvoll gestalteten Anwesen. Ein paar Gänge erinnerten sie an ihren ersten Aufenthalt hier, aber sie sahen einander alle sehr ähnlich. Sich hier nicht zu verlaufen würde eine ganz eigene Aufgabe werden! Die Abbildungen von Fledermäusen und qualvoll hingerichteten Wesen waren fast überall zu sehen. Sie waren hier wohl eine Art Kunst. Sie wurde in ein Zimmer gebracht. Dieses war schlicht eingerichtet. Auf einem Hocker lag ein nach Hund und Dunkelelf riechendes Knäuel, an dem ein langer dünner Faden verführerisch herunter baumelte.
„Ein Geschenk von Herrn Vranyk“
wurde ihr von der Tenor-stimme unter der Kutte mitgeteilt. Der seltsame Diener stand noch an der Tür, beobachtete ihr Verhalten. Es juckte in ihren Fingerspitzen. Zu gern hätte sie sofort zugegriffen und den Geruch tief eingesogen.
„ Mein Name ist Katze.“
stellte sie sich erst einmal vor.
„Herr Vranyk … Ist das der Hundeführer des Herrn?“
Langsam, vorsichtig, fast schleichend trat sie in den Raum und umrundete, den Rest des Zimmers betrachtend, den Hocker. Immer wieder zuckten ihre Augen zu dem Knäuel.
Wie ich diese Instinkte hasse! Benimm dich. Muss ja nicht gleich jeder wissen, dass du nur ein Tier bist!
Sie versuchte sich abzulenken, sah immer wieder zu dem Mann, zu dem Knäuel, zu ihrer Schlafstelle, zu dem Knäuel, zu einer Wasserschale, zu dem Knäuel, zu der Decke, zu dem Knäuel, zu den Wänden, zu dem Knäuel, zum Boden, zu dem Knäuel und so ging es ständig weiter. Hatte man Essen und Trinken bereit gestellt? Lag da eine Bürste? Hatte ihr Zimmer ein Fenster, ein Bett, einen Schrank, einen Stuhl, Tisch oder anderes Mobiliar an dem sie ihren Krallen wetzen könnte?
Verdammt, bleib ruhig!
Sie blieb mit dem Rücken zum Knäuel stehen, da sie es so wenigstens nicht sehen musste. Ob Vranyk geahnt hatte, was er mit diesem Geschenk bei ihr ausgelöst hatte? Es war nicht nur der verspielte Faden der neckisch am Rand herunter hing, auch nicht nur die Vorstellung dem kleinen Rund hinterher zu jagen, die Maruka verwirrten. Da war noch dieser Duft! Es war die Mischung aus Hund und Dunkelelf, die sie fast um den Verstand brachte. Hatte der Hundeführer es bei sich getragen? War es sein Duft? Sie kannte seine Witterung. Der eine Duft erinnerte sie an ihre Heimat, an die Wölfe, an ihre Vergangenheit, während der andere eine geheime, Neugierde erweckende Zukunft beinhaltete. Wo klare, reine Wildheit und düstere, unbekannte Eleganz aufeinander trafen, fand sie sich wieder und eben jene Zustände waren es die sie so sehr verwirrten, sie berührten, sie sich selbst neu entdecken ließen. Sie atmete tief ein und schnaufte leise beim Ausatmen, dann sah sie auf.
„Ich weiß nicht, wann und ob ich ihn wieder sehen werde. Könntet ihr ihm meinen Dank ausrichten? … und was soll ich jetzt tun?“
Maruka stand unsicher dem Mann gegenüber und versuchte unter seine Kapuze zu spähen. Fast so schlimm wie die Lust das Wollknäuel zu packen, war die Neugierde auf alles Neue um sie herum. Und davon gab es so viel!!! Eins der Rätsel stand ihr direkt gegenüber. Ohne den Blick von ihm zu lassen, tastete sie nach etwas zu trinken. Pragmatisch war sie schon immer gewesen. Während sie auf seine Antwort wartete, konnte sie genauso gut etwas essen.
Wer weiß was der nächste Tag bringt.
All diese neuen Gerüche um sie herum musste sie auch noch einordnen lernen. Auch das Schlingen, wenn Futter da war, war eine neue Eigenschaft von ihr. Ausgezehrt und immer hungrig wie sie war, würde es aber nicht schaden, zumal ihr Grundumsatz ebenfalls enorm zu ihrer Proportion gewachsen war. Vor allem brauchte sie Fleisch! Gedanken an Gift im „Futter“ oder „Neider“ ihrer neu gewonnen „Freiheiten“ hatte sie nicht. Das Leben kam so wie es kam.
Manchmal schenkte einem das Schicksal eine Jugend mit Liebe und Freiheit, im nächsten Moment bricht es einem die Seele und kurz darauf verführt es einen mit einem Wollknäuel!
Maruka musste plötzlich schmunzeln, ja fast ein Lachen unterdrücken, bei diesem Gedanken und ihre Schnurrhaare zitterten verräterisch. Ein ehrliches Schmunzeln sah man in diesen Mauern sicher eher selten.
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Erzähler » Montag 28. Januar 2013, 21:16

Das Zimmer, was sich eröffnete, war bestimmt 20 m im Durchschnitt, also wahrlich ziemlich groß. Es hatte eine große Fensterfront, wo jedoch magisches verdunkeltes Glas vor war. Es waren seltsame Schattenspiele auf dem Boden, wenn das Licht durchschien, dunkelte den Raum jedoch nicht komplett ab. Ein großes bequemes Bett war in dunklem Violett bezogen auf einer Seite, zwei Schränke und eine Spiegelkommode. Ein gigantisches Gebilde wuchs aus der Mitte des Raumes und verstrebte sich an die Decke. Es sah auf den ersten Blick wie ein Baum aus, doch war dieser wohl extra für sie beschaffen wurden. Ein Sofa, ein Tisch und ein Stuhl waren auf der anderen Seite. Alles aus robustem Material, so als hätte man es direkt für Katze geschaffen. Eine Seitentür führte zu einem Waschraum, wo ein großer Zuber im Boden eingelassen war, indem sogar jetzt leise Wasser plätscherten. Der Abort war ebenfalls durch eine separate Tür zu erreichen. In den ganzen Räumen lagen weiche, dicke Teppiche oder waren es Felle?. , so spürte man den kalten Marmor, der dunkel und düster darunter lag, nicht so sehr an den Füßen. Handtücher und Duftfläschchen, Seife und eine mehr als weiche Bürste war auf einem kleinen Tisch aufgebahrt.
Sah sie aus dem Fenster raus, so konnte sie ein kleines Gartenstück sehen, welches durch dunkle Mauern umgeben war. Es wirkte so fehl am Platz und schien auch schon alles Leben verloren zu haben.
Der seltsame Diener war bei der Tür geblieben, hatte den Kopf mit seiner Kapuze gesenkt und trotzdem konnte sie die Augen auf sich fühlen.
Ihre Instinkte ließen sie neugieriger machen und der lose Faden lockte sie fast schon zu verführerisch. Ob der Dunkelelf gewusst hatte, was er damit auslöste?
Sein herber Geruch lag stark im Raum, er roch im Allgemeinen eher nach Tieren.

„Ja, Herr Vranyk hat es euch bringen lassen. Er wird später nochmal zu euch kommen, wenn er den Herrn des Hauses begrüßt hat. Er musste sich auch um das Zimmer von…Valas kümmern“ Irgendwie war Schmerz kurz rauszuhören und so etwas was, nach Sehnsucht klang.
Der seltsame und geheimnisvolle Fremde betrat den Raum und schloss die Tür hinter sich. Er sah sich um und trat zu einem der Schränke um etwas aus diesem hervor zu holen. Es war nur ein weitere Decke, die er dann über das Bett legte.
„Wenn euch irgendetwas fehlt, dann zögert nicht, es mir zu sagen.“ Er verneigte sich leicht vor Katze.
„mein Name ist Cassiel.“ Er trat zu dem Fenster, blickte hinaus, die Hände hatte er nach vorne genommen.
Als er wieder Anfing zu sprechen, hatte die Stimme etwas leicht Gebrochenes und verlorenes. Sie wirkte so fern von allen und nicht Teil dieser dunklen Welt.
„Wenn ihr alles macht, was der Herr Sademos von euch verlangt, könnte ihr einigermaßen gut leben. Vertraut nie darauf, dass er vergibt, dass tut er nicht. Hintergeht ihn niemals, Dunkelelfen sind zähzornig und rachsüchtig. Fügt euch und ihr bleibt am Leben, verweigert euch, und ihr würdet euch nach dem Tod sehnen. Sademos tötet nie schnell, er zeichnet einem und lässt einem weiterhin teilhaben- zur Strafe und als Mahnmal. Seit klug ihn nicht zu erzürnen oder euch ihn zum Feind zu machen. Er ist der Höchste hier im Haus. Das Gleiche gilt mit jedem hier. Beugt immer euer Haupt vor jedem Dunkelelf… ausgenommen er trägt deutliche Ketten. Jeder… merkt es euch, jeder ist höher, als ihr. Wer…“ Er machte eine Bewegung mit der Hand und streifte sich den Ärmel nach hinten. Eine schwarz- violette Armschiene kam zum Vorschein, sie schien mit Metallfäden durchsetzt und fast schon im Fleisch verankert zu sein. Seine Hand dagegen war schlank und feingliedrig.
„… wer so etwas trägt ist meist im Rang über euch, nur die aus reinen Metall sind niedriger ….Diese bedeutet, ich stehe auf jeden Fall über euch. Ihr habt noch Privilegien, die ihr versuchen solltet zu halten. Die Strafen sind grausam.“
Damit drehte er sich plötzlich um und schob seine Kapuze zurück. Dass Haar, was recht kurz war, betonte nur das was sie zu sehen bekam. Das Gesicht war auf einer Seite grausam entstellt worden. Als hätte man es mit glühenden Klingen bearbeitet, dagegen war die andere Seite die eines hübschen Elfenmannes, der weiche aber männliche Züge hatte. Sein haselnussbraunes Haar war auf der verbrannten Seite weiß. Die Augen leuchteten in tiefsten Grün, doch war er auf der einen Seite wohl inzwischen Blind. In den Augen konnte Maruka sehen, dass das Leben fehlte.
Er packte automatisch die Kapuze wieder über, hob jedoch den Kopf jetzt ein wenig an.

„Wie ihr seht, war ich ebenfalls nur ein Sklave… und ich hatte meine Fehler gemacht. …“ wenn Maruka genau hinsah, konnte sie jedoch sehen, dass er den Fehler selber wohl nicht bereute, vermutlich nur, dass er erwischt wurde. Je mehr Leute sie begegnete, desto geheimnisvoller schien die Welt zu werden.
Ein Klicken an der Tür ließ den Diener sich wieder rumblicken. Eine Gestalt stand dort in edler und fließender Gewandung, sie umschmeichelte die Figur, war aber nicht so lang, dass es störte. Sie ließ den Mann auch optisch breiter erscheinen. Der Gestalt haftete der Geruch von Hund an- Es war Vranyk.
„Du kannst verschwinden“ wies er scharf den anderen Mann an, dieser verneigte sich tief vor dem Dunkelelfen und verließ mit einem kurzen Blick über die Schulter den Raum. Es war fast ein Bedauern, was darin zu lesen war.
„..Und sage Sademos, dass ich gleich komme!“ Dann wandte sich der Dunkelelf Maruka zu.
„ ich habe dir dein Essen gebracht… und Trinken…“ Er stellte es auf dem Tisch ab, nachdem die Tür sich hinter ihm schloss. Neugier war in seinem Blick zu sehen.
Das Essen roch gut. Es waren mehrere verschiedene Speisen, aber auch viel mit Fisch und halbrohem Fleisch. Eine Art gehacktes, leicht blutiges Fleisch, ebenso wie gekochtes und rohes Obst und Gemüse.
„wie kommt es, dass eine Katze wie ein Hund reagiert?“ Seine Haltung strahlte Stärke aus, eben wie jemand der als Alphatier zwischen Hunden angesehen werden konnte. Doch jetzt lockte er sie fast schon, streckte ihr seine Hand entgegen, als wollte er sehen, wie weit das Tier in ihr war.
Er trat zum Tisch und nahm das Knäul, löste den Faden ein wenig mehr und zog diesen dann, während er sich auf den Stuhl setzte über den Boden. Immer und immer wieder…
„ich habe mich immer gefragt, wie es ist, mehr Tier als Elf zu sein…. Seltsam oder?...ach ja, Valas geht es gut!... er macht dich neugierig nicht wahr, du merkst auch das etwas bei ihm nicht stimmig ist. Er war der jüngere Bruder von deinem Herrn, interessant oder?“ Seine Stimme war dabei so sanft, wie man eben meist mit Tieren sprach.
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Maruka » Dienstag 29. Januar 2013, 21:43

Noch nie hatte Maruka einen so großen Raum bewohnt! In Mantron waren die Bauten klein und niedrig, da sie so leichter warm zu halten waren, doch hier? Hier war alles so anders! Während ihrem Streifzug durch ihr neues eigenes Reiches, fielen ihr immer mehr Details auf, die ihre Neugierde weckten. Das sie dabei von dem verhüllten Diener beobachtet wurde, störte sie nicht im Geringsten. Alles wie ein Kind in sich aufsaugend, ließ sie ihre Fingerspitzen über das robuste Holz wandern und inspizierte den kleinen Nachbarraum aus dem das leise Plätschern kam. Die Funktion des im Boden eingelassenen Badezubers, wurde mit einem leicht schräg gestellten Kopf begutachtet und nach einigen Sekunden erkannt. Wollte man in Mantron baden, bedurfte das einiger Vorbereitung und ständiger Kontrolle, da sonst das Badewasser einfach wieder einfror und hier war alles so einfach. Wussten die Dunkelelfen ihr leichtes Leben überhaupt zu schätzen? Sicher nicht, wenn man nichts anderes kannte. Der abgeteilte Abort wurde entdeckt und die Katze entschuldigte sich kurz von ihrer Runde. Ihr Bauch tat schon seit Stunden ein bisschen weh, so lange hatte sie schon angehalten. Sie zog die Tür hinter sich zu, aber achtete mit gespitzten Ohren darauf, ob der Diener sie auch ungestört ihr Geschäft verrichten ließ. Ein erleichtertes winziges Seufzten drang vielleicht an seine feinen Ohren. Danach wusch sie sich eilig die verklebten Stellen, doch gab es bald auf. Es waren zu viele, aber Mantroner waren sehr reinlich. Schmutz bedeutete in den meisten Fällen auch Krankheitserreger und die wiederum machten einen schwach. Ein Volk der Stärke und Tapferkeit durfte niemals schwach sein! Sie freute sich auf den Moment, in dem sie allein war und das Bodenwasserloch benutzen konnte. Mit einem sehnsüchtigen Blick verließ sie, sich putzend, das Badezimmer und kehrte in ihr neues Reich zurück. Das baumartige Gebilde in der Mitte des Raums hatte es ihr angetan! Am liebsten wäre sie sofort hinauf geklettert, hätte sich in eine Astgabel gelegt, um ein bisschen zu schlummern, das das wäre sehr unhöflich gegenüber dem Diener gewesen. Also streunte sie weiter herum, bis er ihr auf ihre neugierigen Fragen über das Knäuel antwortete:
„Ja, Herr Vranyk hat es euch bringen lassen. Er wird später nochmal zu euch kommen, wenn er den Herrn des Hauses begrüßt hat. Er musste sich auch um das Zimmer von…Valas kümmern“
Huch? Was war das denn für eine seltsame Pause? Hat er … kennt er … Das klang so sehnsüchtig …
„Wenn euch irgendetwas fehlt, dann zögert nicht, es mir zu sagen.“
Er verneigte sich leicht vor Katze, die ihn mit großen Augen ansah.
Puh, ich muss aufpassen! Die Etikette scheint hier doch sehr anders zu sein, als bei uns zu Hause.
„Mein Name ist Cassiel.“
„Meiner ist Katze.“
Er trat zu dem Fenster, blickte hinaus, die Hände hatte er nach vorne genommen.
„Wenn ihr alles macht, was der Herr Sademos von euch verlangt, könnte ihr einigermaßen gut leben. Vertraut nie darauf, dass er vergibt, dass tut er nicht. Hintergeht ihn niemals, Dunkelelfen sind jähzornig und rachsüchtig. Fügt euch und ihr bleibt am Leben, verweigert euch, und ihr würdet euch nach dem Tod sehnen. Sademos tötet nie schnell, er zeichnet einem und lässt einem weiterhin teilhaben - zur Strafe und als Mahnmal. Seit klug ihn nicht zu erzürnen oder euch ihn zum Feind zu machen. Er ist der Höchste hier im Haus. Das Gleiche gilt mit jedem hier. Beugt immer euer Haupt vor jedem Dunkelelf… ausgenommen er trägt deutliche Ketten. Jeder… merkt es euch, jeder ist höher, als ihr. Wer…“
Er machte eine Bewegung mit der Hand und streifte sich den Ärmel nach hinten. Eine schwarz- violette Armschiene kam zum Vorschein, sie schien mit Metallfäden durchsetzt und fast schon im Fleisch verankert zu sein. Seine Hand dagegen war schlank und feingliedrig.
„… Wer so etwas trägt ist meist im Rang über euch, nur die aus reinen Metall sind niedriger ….Diese bedeutet, ich stehe auf jeden Fall über euch. Ihr habt noch Privilegien, die ihr versuchen solltet zu halten. Die Strafen sind grausam.“
Damit drehte er sich plötzlich um und schob seine Kapuze zurück.
„Wie ihr seht, war ich ebenfalls nur ein Sklave… und ich hatte meine Fehler gemacht. …“
Die Katzenaugen wurden größer und größer, als Cassiel sein vernarbtes Gesicht enthüllte. Womit er aber sicher nicht gerechnet hatte, war die Reaktion der Katze. Ein schnurrgurrender Laut entwich ihrer Kehlte und sie machte zwei recht flotte Schritte auf ihn zu um besser jedes kleinste Detail sehen zu können. Ihr Pfote streckte sich nach seinem Gesicht aus, als wollte sie die Narben betasten, aber wich dann doch zögernd zurück. Ihr Blick verriet offene Faszination, ja fast Bewunderung! Das Bild eines jungen Mannes ihrer Heimat tauchte in ihren Gedanken auf. Ein Gesicht, das ebenfalls nur noch ein Auge hatte und doch von ihren Emotionen in Schönheit, Stolz und mit Ehrfurcht betrachtet wurde. Ein klein bisschen Wehmut mischte sich in ihre Stimme:
„Mann! DAS muss weh getan haben! Ihr seid sicher stolz auf euch, dass ihr das überlebt habt! Jemand, ein großer Krieger aus meiner Heimat, hat auch sein Auge verloren und zählt zu den besten Jägern des Landes. Er ...“
Was erzähl ich denn da?!
„Entschuldigung, da ist mein Temperament wohl grade mit mir durch gegangen. Bitte unterweist mich weiter. Ich bin für jeden Rat dankbar.“
Doch zu mehr kamen sie nicht, denn Vranyk tauchte auf. Sein Geruch, gepaart mit teils blutigen Fleisch war schneller da als sein Anblick und Maruka lächelte ihn breit an, als er in der Tür stand.
„Du kannst verschwinden“
Bedauern, war in Cassiels Blick zu lesen, als er ging. Auch Bedauern lag in Marukas Blick als sie ihm zart mit den Fingerspitzen zum Gehen winkte. Sehr gern hätte sie sich mit ihm noch weiter unterhalten, da sie sich im Rang ihm doch deutlich näher fühlte, als irgendjemand. Valas gehörte ja schon zu ihrem Rudel, aber vielleicht würde es ja noch wachsen? Das auch Rudelmitglieder in dieser Gesellschaft voller Verrat und Tücke ihr in den Rücken fallen könnten, daran dachte sie nicht nicht. Die melodiöse Sprache der Dunkelelfen nahm sie schon wieder gefangen.
„..Und sage Sademos, dass ich gleich komme!“
„ ich habe dir dein Essen gebracht… und Trinken…“
Maruka probierte gleich mal ihre Verbeugung vor Vranyk aus, die sie von Cassiel kopierte, als er verschwand. Das Essen roch gut. Es waren mehrere verschiedene Speisen, aber auch viel mit Fisch und halb rohes Fleisch. Eine Art gehacktes, leicht blutiges Fleisch, ebenso wie gekochtes und rohes Obst und Gemüse. Maruka näherte sich schnuppernd, wobei ihre Schnurrhaare zitternd nach vorne gerichtet waren. Dabei achtete sie immer darauf, nicht in Biss - bzw. Schlagreichweite zu kommen, was als durchaus tierisches Verhalten ausgelegt werden könnte, aber noch viel mehr aus der Zeit im Schiffsrumpf der Piraten stammte. Es war ihr reiner Überlebensinstinkt. Sie wartete bis Vranyk das Essen auf einem Tisch abgestellt hatte und setzte sich dann auf den dazugehörigen Stuhl. Jede Fleisch und Fischsorte wurde ausgiebig beschnuppert und gekostet. Wenn Besteck dabei lag, benutzte die Katze auch dieses, denn sie war eine wohl erzogene junge Frau, auch wenn ihre Krallen vielleicht seltsam um die Griffe anmuteten. Von dem Obst und gedünsteten Gemüse wurde zwar gekostet, aber nicht weiter gegessen. In Mantron gab es selten Gemüse und noch weniger Obst und so war sie von Hause aus schon kein Freund von diesen Dingen, aber durchaus experimentierfreudig und die Neugierde ließ sie alles probieren. Doch am Fleisch aß sie sich ordentlich satt. In kürzester Zeit war der Teller, bis auf die „Dekoration“ blitzblank und ihr flacher, vorher deutlich eingezogener Bauch, wölbte sich deutlich unter den lockeren Fetzen ihrer selbst gebundenen Kleidung. Vranyk beobachtete sie dabei immer aus dem Augenwinkel, als ob er ihr jeden Moment ihr Futter streitig machen könnte. Kam er zu nah, hörte sie sogar auf mit Essen, als überließe sie wie selbstverständlich dem Alpha-rüden ihre Beute.
„Wie kommt es, dass eine Katze wie ein Hund reagiert?“
… wie ein Hund reagiert? Ah ich weiß, was er meint. Weil ich die Hunde manipulieren wollte … Hm, vielleicht sollte ich ihn in dem Glauben lassen, aber ich kann nicht gut lügen oder lange so ein Schauspiel aufrecht erhalten. Nein, ich bin lieber ehrlich, dann verzettel ich mich auch nicht ...
Er trat zum Tisch und nahm das Knäuel, löste den Faden ein wenig mehr und zog diesen dann, während er sich auf den Stuhl setzte über den Boden. Immer und immer wieder…
Ständig verfolgt von ihren wachsamen Augen.
Genau! Ich bin ein Hund! Blödsinn! Ich bin eine räudige Katze, die sich kaum unter Kontrolle kriegt, wenn jemand mit einem Wollknäuel lockt. Ich bin so erbärmlich! Verflucht! Aber es ist einfach zu schön … Was soll ich nur antworten?
Fasziniert schaute sie dem losen Ende immer hinterher. Die Bewegungen am Boden erinnerten sie an die Jagdszenen ihrer Heimat, genauso wie ihre Instinkte voll auf das Spiel einsteigen wollten. Einzig der letzte Rest menschlicher Verstand, hielt sie auf ihrem Platz, auch wenn ihre Schwanzspitze ihre Jagdlust deutlich zeigte. Bevor sie etwas sagen konnte, redete der Tieraufseher weiter:
„Ich habe mich immer gefragt, wie es ist, mehr Tier als Elf zu sein…. Seltsam oder?...“
Es ist schrecklich! Aber wieso fragt er sich so etwas?
„...ach ja, Valas geht es gut!... Er macht dich neugierig nicht wahr, du merkst auch das etwas bei ihm nicht stimmig ist. Er war der jüngere Bruder von deinem Herrn, interessant oder?“
Seine Stimme war dabei so sanft, wie man eben meist mit Tieren sprach. Maruka schluckte ein letztes Mal Speisereste hinunter, die in ihren Reißzähnen hängen geblieben waren und antwortete:
„Dabei hat er auf mich älter gewirkt.“
Sie schwieg einen Moment und grübelte.
Sademos hat wirklich jünger gewirkt! Wie kann es sein, dass Valas dann der jüngere Bruder ist? Ihm muss irgendwas passiert sein. Etwas, dass ihn verändert hat. Etwas das seine Wunden schneller heilen lässt und … Warum füttert mich Vranyk mit Informationen? Oh je, ich muss aufpassen was ich hier sage! Ich muss aufpassen wem ich vertrauen kann. Ich … ich wünschte ich könnte …
Eine Welle der Einsamkeit übermannte sie. Ihr Blick wurde kurz leer und sie blinzelte zwei mal sehr langsam um dann zu ihm aufzusehen, während sie zart auf ihre Unterlippe biss. Dieser Mann roch nach Hunden, was dem Geruch ihrer Heimat so verwand war. Es weckte in ihr die Sehnsucht nach der Herzlichkeit, Offenheit, Ehre, Jagd und den gesungenen Legenden ihrer Ahnen. Still betrachtete sie ihn einen Herzschlag lang voller Trauer und Sehnsucht, dann schüttelte sie ihre hängenden Ohren.
Mist und ich muss aufpassen wie ich wirke! Traurigkeit … Ich muss einen anderen, einen ähnlichen Faden wieder aufnehmen!
„Es … es fühlt sich schrecklich erniedrigend an.“
, fuhr sie leise fort und senkte den Blick wieder auf ihre Krallen.
„Es ist, … als wenn zwei Seelen in einem wohnen, die … ständig streiten.“
Dann brach der Damm plötzlich und etwas in ihr wollte einfach weiter erzählen!
„Es ist, als wenn einem der eigene Körper plötzlich nicht mehr gehorcht. So viele neue Eindrücke von Sinnen die erst verstanden werden müssen, so viele … so intensive Gefühle, die einen antreiben Dinge zu tun … Instinkte, die einen treiben, so wie ihr das gerade mit der Schnur … bitte … „
Sie sah zum losen Ende des Fadens und ihr gequälter Gesichtsausdruck bettelte förmlich um eine Pause, damit sie ihre Gedanken sammeln konnte, die immer wieder durch das Zucken in Wallung gerieten.
„ALLES macht mich neugieriger als jemals zuvor! Ob nun kleine Details einer Geschichte, oder eine dunkle Nische in der ja etwas verborgen sein könnte. DAS hier ...“
Damit zeigte sie auf ihren Körper im allgemeinen.
„... das was ich jetzt bin, diese Katze die ich jetzt bin … diese Neugierde … bringt Katze … Tod … Ihr versteht? Wenn ihr mich also umbringen wollt, so stellt mich vor ein dunkles Loch und ich kletter für euch hinein. Der Tod wäre mir dann sogar willkommen. Ich kann es nicht kontrollieren und deshalb …“
Sie schluckte in ihrem Redefluss, da sie gerade bemerkte, wie sehr sie sich verzettelt hatte in ihrer Angst, in ihrer Verletzlichkeit, doch jetzt war es zu spät. Dieser Ort in seiner „Weichheit“, seiner monströsen Eleganz, machte sie durchlässig und sprengte in diesem Augenblick all die angestauten Emotionen.
„Deshalb werde ich wohl auch nicht mehr lange leben! Ich weiß, irgendwann werde ich etwas sehen, was ich nicht sehen sollte, etwas riechen, einer Spur nachgehen, die mit meinem Schicksal endet und dann wird mein Herr mich holen und das alles wird vorbei sein. Wolltet ihr das wissen? Habt ihr jetzt genug, was ihr unserem Herrn berichten könnt?!?“
Provozierend sah sie ihn an, als wüsste sie, dass er sie nur ausfragen wollte und sie nun ganz bewusst auf sein Spiel einging. Aber da war auch Verzweiflung und stille Wut. Ihre Krallen bohrten sich in die Sitzfläche des Stuhls auf dem sie sich fest hielt.
Mein Schicksal wird mich holen! Und ja ich habe Angst! So sehr, dass ich auf der Stelle diesen Palast der verwirrenden Sinne und damit mein Leben verlassen möchte, um dem allem zu entfliehen, doch ich weiß das das unmöglich ist. ER wird mich finden, egal wo ich bin. ER ist bei mir, ob ich nun lüge oder die Wahrheit sage. … Ob diese Dunkelelfen überhaupt so viel Wahrhaftigkeit verkraften können?
Die Katzenaugen brannten sich in Vranyks Antlitz, als hoffte sie, er würde sie durch eine unbedachte Handlung schnell und sauber von ihrem Schicksal, oder wenigstens von ihrem Leben erlösen. Vielleicht war es nicht all zu klug gewesen, sich so weit zu öffnen. Sie hatte nicht darüber nachgedacht, wie so oft in letzter Zeit. Sie hatte instinktiv gehandelt. Sicher war der Tieraufseher nicht ihr Freund, aber er war eine Hand, ein Werkzeug in diesem Spiel, die sie verdammen, oder auch führen konnte. Urplötzlich sackte sie zusammen. Ihr Oberkörper fiel fast ungebremst auf die Tischplatte und ein leises „Donk“ kündete vom Aufprall ihrer Stirn. Die wilde verfilzte Mähne verbarg sofort ihr Gesicht und sie murmelte ein leises:
„Entschuldigung! …Ich … Darf ich bitte allein sein? Ich bin … Ich bin so müde! Ich weiß nicht mehr was ich sage … “
Sie sah nicht auf, aber ein Ohr drehte sich ein Stück in Vranyks Richtung, auf seine Antwort wartend. Die Verwandlung, die Qualen auf dem Piratenschiff, die daraus folgende Unterernährung, die vergangen Tage, die Hatz, die Aufregung, ihre wirren Träume, der Verlust ihrer Identität, jetzt diese einlullende Umgebung und das gute Essen, das alles forderte nun seinen Tribut. Allem voran, aber die Scham über ihren emotionalen Ausbruch einem Wildfremden gegenüber! Einem Feind?
Ihre Seele verlangte nach Ruhe, aber noch zwang sich der Mensch in ihr zur Wachsamkeit. Würde es Vranyk, oder irgendjemand es verlangen, so würde sie notfalls kämpfen bis sie tot umfiel. Sie fühlte sich schmutzig und das lag nicht nur an dem Dreck in ihrem Fell. Sie wollte gerne baden um wenigstens einen Teil ihrer Scham vielleicht abwaschen zu können, wollte ihren Körper ruhen lassen, damit die Nahrung ihre Wirkung zeigen konnte und nicht in ihrer ständigen Angst einfach verbrannte. Maruka warf nur noch einen Schatten ihrer Selbst in diese Welt und ein Tieraufseher würde sicher rein physikalisch die Notwendigkeit eines Aufbautrainings erkennen, wenn man jemals irgendetwas mit diesem „Tier“ anfangen wollte. Die Seele war bereits gebrochen worden, was sie zu einer guten, gehorsamen Sklavin machte, das war sicher auf für Vranyk spätestens mit ihrem Geständnis klar geworden, doch was es für Folgen haben würde, welche Ziele ihr Herr oder die Wesen in ihrer Umgebung verfolgten, blieb für Maruka noch im Schleier ihrer Erschöpfung und einer ungewissen Zukunft voller Angst verborgen.
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 13. Februar 2013, 00:37

Damit hatte der Elf nicht gerechnet. Er hatte sich offenbart, weil er damit zeigen wollte, welche Bestrafungen man hier erhielt und nicht dass er für die Verschandelung seines Gesichts bewundert wurde. Leider wurde es von Katze- sie hieß tatsächlich nur Katze, überhaupt nicht so gedeutet. Irgendwas schien bei dieser Frau, oder Wesen ziemlich falsch zu laufen.
Bewunderung?- Cassiel hatte damals gewünscht, er wäre gestorben. Und sie sah ihn mit großen Augen an, als wenn er ein Held wäre.
„Schön, für DEINEN Krieger“ Zischte er zurück und legte sich die Kapuze wieder über. Das sie einen wunden Punkt getroffen hatte, konnte sie deutlich raushören. Aber Cassiel versuchte sich nachsichtig- immerhin kam sie von einem anderen Ort.
„Nein, ist schon gut… hier sind es Strafen! Meist nimmt man einem das, was einem am wertvollsten ist oder worauf man stolz ist… merke es dir gut Katze
Dann wurde das Gespräch unterbrochen. Cassiel verschwand und sie war mit einem anderen Mann zusammen. Vranyk nahm mit einem wohlwollenen Nicken, als sie sogleich sich vor ihm verbeugte.
“gut, gut…du lernst schnell“ lobte er die junge Frau, die eher einem Tier anstatt einer Frau gleich. Jedoch beim Essen wurde er eines besseren belehrt, sittlich aß sie mit dem Besteck, was er nur durch Zufall dabei hatte. Aber bewegte er sich, so hielt sie inne. Sah wie seine Hunde zu ihm auf und würde auch weichen, dass spürte er geradezu.
„du hattest ganz schön Hunger…willst du noch mehr?“ fragte er neugierig, während er mit seiner Art des Verhörs fortfuhr und sie und ihre tierische Seite testete.
Mit einem zufriedenen Grinsen bemerkte er das Zucken ihres Schwanzes, so wie es eine Katze kurz vor dem Sprung machte. Ihre Augen hatten sich verändert, fixierten den Faden, der am Boden ein leises kratzendes Geräusch machte, wenn er an einer Kante sich leicht verhakte und sich mit einem Sprung dann löste.
Wie er erhofft hatte, reagierte die Katze bei dem Namen von Valas.
„oh, ja... das ist eben der Preis den er gezahlt hat, damit andere es nutzen können“ erwähnte er nur beiläufig. Im war klar, dass er die Neugier damit nur verstärkte. Aber sie schien so jung zu sein, dass sie noch leicht formbar war und leicht zu manipulieren, obwohl das tatsächlich nicht in Vranyk Interesse war. Ihn interessierte die große Politik nicht, sondern verbrachte lieber seine Zeit mit den Tieren.
„erniedrigend?...“ tatsächlich hielt er überrascht inne. Wie konnte so was erniedrigend sein? Es brachte doch so viele Vorteile, ohne dass man sich an so vieles halten musste.
„das musst du mir erklären, Katze?“ jetzt war es doch der Dunkelelf, der von Neugier gepackt wurde. Und seine Hand berührte ihr Fell am Hals. Es war leicht verknotet und staubig, aber es fühlte sich gut an.
Und dann brach es aus der Katze raus und Vranyk staunte nicht schlecht. Was sie mit Leid und Kummer ihn erzählte, als hätte er sie auf die Folterbank gespannt. Mit dem Anflug von Verwirrung sah er zu dem faden, der dies wohl irgendwie ausgelöst hatte.
Sie versank in Selbstmitleid und war so bestimmt kein Wesen, was von langer Dauer bei Sademos bleiben könnte. Ihm hatte die Katze gefallen, weil sie Trotz versprühte und nicht eine Krise.
Vranyk war das Knauel zu Boden und erhob sich, strich der Katze über das Fell, streichelt sie.
„Du solltest lernen, dass es ein Teil von dir jetzt ist, Katze....und es nun mal kein zurück gibt. Ich komme deinen Wunsch nach, erhol dich und später werde ich dich zu Sademos holen. Ruh dich aus, bade dich und säubere dein Fell.“
Er neigte sich zu ihr runter, so dass seine Haare ihr Fell berührte.
„verärgere am besten Sademos nicht und spiele brav für ihn die Katze...“
Er löste seine Hand aus ihrem Fell und ging zur Tür raus. Das Klicken des Schlüssels im Türgriff war zu hören und Schritte die sich entfernten.
Sie war allein, so wie sie wollte.
Jetzt blieb es an ihr, dass sie die Zeit für sich nutzen konnte.
Den irgendwann würden sie wiederkommen und sie hören.

Eine Bewegung aus dem Baderaum war plötzlich zu sehen. Würde sie hingegen, so würde sie eine seltsame Wärme spüren, die vom Spiegel ausging. Wellenbewegungen als wäre es keine starre und feste Oberfläche, sonders Wasser, welches sich bewegte. Es dauerte einen Moment bevor man sich darin erkennen konnte. Aber da war nicht das übliche Spiegelbild, nein!
Eine Frau sah Katze an, eine ihr wohlbekannte Frau.
Sie selber! So, wie sie sein sollte. Eine stolze Mantronerin, die dem Eis trotzte und der keine Gefahr zu groß war.
„das wird dein Lohn sein, wenn du meins bist...“ konnte sie wieder die tiefe Stimme vernehmen, die sie schon in der Wüste gehört hatte. Eindeutig war dies der Beweis, er folgte ihr.
Beim zweiten Blick war das Spiegelbild wieder wie immer- eine humanoide Katze.
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Maruka » Mittwoch 13. Februar 2013, 20:52

„Schön, für DEINEN Krieger“
Zischte der Elf zurück und legte sich die Kapuze wieder über. Das sie einen wunden Punkt getroffen hatte, konnte Maruka deutlich raus hören. Auch sie war von seiner Reaktion überrascht, denn in ihrer Heimat waren Narben eben nichts schlimmes, sondern eher ein Zeichen von Stärke, dass man Leid ertragen konnte. Sie flüstere ein leises:
"Entschuldigung."
Die Reaktion von Cassiel war für sie verwirrend. Was hatte Sademos ihm nur angetan? Entweder war ihr neuer Herr war ein Meister der mentalen Folter, oder dieser Elf vor ihr war sehr um sein Aussehen bemüht gewesen. Das folgende verwirrte sie noch ein wenig mehr:
„Nein, ist schon gut… hier sind es Strafen! Meist nimmt man einem das, was einem am wertvollsten ist oder worauf man stolz ist… merke es dir gut Katze“
Ob er vorher auf sein Gesicht stolz gewesen war? Die Eiselfen die zum Handeln nach Mantron gekommen waren, waren auch immer sehr hübsch und zierlich gewesen. Vielleicht ist allen Elfen ihr Aussehen sehr wichtig? Hm ... aber ...
Doch dann wurde sie unterbrochen und Cassiel verschwand, bevor sie sich weiter ihren Kopf zerbrechen konnte. So schnell wie er verschwunden war, so schnell verflogen auch Marukas Gedanken. Vielleicht hatte auch ihr Kurzzeitgedächtnis mit der Verwandlung etwas gelitten, denn sie konzentrierte sich steht nur auf das jetzt. Jetzt bedeutet den Mann vor sich zu beschnuppern und sich den Gepflogenheiten anzupassen. Vranyk schien sich über ihre Verbeugung zu freuen und lobte sie:
“Gut, gut…du lernst schnell“
Nach dem Essen fragte er:
„Du hattest ganz schön Hunger…willst du noch mehr?“
Katze schüttelte nur den Kopf und legte die Hände auf den gewölbten Bauch. Es war kein Platz mehr, auch wenn sie sicher noch weiter gefuttert hätte, denn ein immer währender Hunger hatte sie befallen. Woher dieser rührte, konnte sie selbst nicht ergründen. Vielleicht war es auch nur der um kanalisierte Wunsch nach Freiheit? Vielleicht die Erinnerungen an den Hunger, den sie erdulden hatte müssen im Bauch des Piratenschiffs. Wenn sie weiter so fleißig gefüttert werden würde, so würden sich ihre eingefallenen Wangen sicher bald wieder geglättet haben. Vranyk lenkte das Gespräch geschickt, weckte Neugier und löste gleichzeitig ihr Zunge. Besonders Valas Schicksal machte sie neugierig.
„Oh, ja... das ist eben der Preis den er gezahlt hat, damit andere es nutzen können“
Es war nur ein kleiner Satz, aber er warf lauter neue Fragen auf.
... damit andere es nutzen können?
Maruka verstand nicht im Geringsten was "es" sein könnte, oder geschweige denn, wie "es" anderen hilfreich sein könnte. Doch Vranyk war ein gewiefter Gesprächspartner, der ihr kaum Zeit zum Denken ließ. Ihre Ausführungen zu ihrer eigenen Befindlichkeit als Katze, das Spiel mit dem Faden, weckten seinerseits die Neugierde und das scheinbar echte Interesse in seinen Augen löste ihre Zunge.
„Erniedrigend?... Das musst du mir erklären, Katze?
Dann sprudelte es förmlich aus ihr heraus und am Ende schämte sie sich fast, dass sie sich einem Fremden gegenüber, der sicher nicht ihr Freund war, so geöffnet hatte. Er hatte sie angesehen, als ob ihre Verwandlung irgendetwas positives haben würde und erhob sich nun.
„Du solltest lernen, dass es ein Teil von dir jetzt ist, Katze....und es nun mal kein zurück gibt. Ich komme deinen Wunsch nach, erhole dich und später werde ich dich zu Sademos holen. Ruh dich aus, bade dich und säubere dein Fell.“
Klang da Enttäuschung in seiner Stimme mit? Maruka war verwirrter den je. Aus irgend einem unerfindlichen Grund fühlte es sich schlecht an, ihn zu enttäuschen. Er war das Alpha-Tier hier, auch wenn er nicht zu ihrem Rudel gehörte und vermutlich der Einzigste, der ihre Reaktionen überhaupt ein wenig nachvollziehen konnte. Sie wollte ihn nicht verärgern, aber vor allem fühlte sie ein seltsames Gefühl in sich aufsteigen. Vranyk fuhr fort:
„Verärgere am besten Sademos nicht und spiele brav für ihn die Katze...“
Seine Hand hob sich zu ihrem Hals und berührte ihr Fell. Er streichelte sie. Maruka hielt ganz still. Eine Flut aus Empfindungen brach über sie herein. Da war Angst vor Schlägen, aber auch Instinkte die die Berührung sogar als angenehm empfunden und über allem die unglaubliche Verwirrung die diese Nähe zu dem nach Tier riechenden Dunkelelfen mit sich brachte. Doch in ihrem Innern formten sich menschliche Gedankengänge.
Spiele brav die Katze? Spielen? Du ahnst, dass ich nicht nur Katze bin, sonst würdest du das nicht so sagen, oder? Ich bin eine räudige Katze! Aber eben nicht ganz, da magst du recht haben und das sollte ich nicht vergessen. Ich mag dieses Spiel nicht, aber du hast Recht Dunkelelf. Es kann mich das Leben kosten, wenn ich es nicht spiele. Sademos will eine Katze und er wird sie bekommen, wie ich es ihm versprochen habe. Ich muss schnell lernen und aufmerksam sein! Diese Welt, mit ihren Fallen und Tücken, ist mir noch so fremdartig! Ich muss sie zu meiner machen! Ich muss kämpfen! Ich muss mich anpassen!
Als Vranyk sich zu ihr beugte und sein Haar ihr Fell streifte, geschah das, was Maruka unglaublich peinlich war. Ein kurzes sonores Brummen erklang in ihrem Brustkorb, was sie sofort mit einem Räuspern zu unterdrücken versuchte. Seine Hand löste sich von ihr. Dann hatte er sich schon weg gedreht und den Raum verlassen. Katze blieb wie gewünscht allein zurück. Es dauerte einen Moment bis sie wieder normal Atmen konnte.
Vielleicht sollte ich wirklich lernen zu akzeptieren, was ich nun bin. Es macht mich verletzlich, aber in Vranyks Augen schien es mir, als würde das alles auch etwas Gutes haben??? Was sieht er was ich nicht sehe?
Maruka wollte sich gerade mit diesem Gedanken vertraut machen, versuchen zu verstehen, was er gemeint hatte. Sie wollte herausfinden, was das neue Leben für sie bereit hielt, außer Schmerz und Leid. Vielleicht gab es ja doch etwas, das sie in dieser neuen Gestalt gut konnte? Da nahm sie plötzlich eine Bewegung aus dem Badezimmer war.
Ist da jemand? Er war doch vorher leer gewesen! ...
Geduckt und schleichend näherte sie sich dem Türrahmen und spähte um die Ecke. Es war warm im Raum und in einer der hinteren Ecken stand ein großer Spiegel. Um so näher sie kam, um so mehr wirkte es, als würde die Wärme von eben jener Oberfläche ausgehen. Wellenbewegungen, als wäre es keine starre und feste Oberfläche, sondern Wasser, welches sich bewegte, waren deutlich zu sehen. Fasziniert trat sie näher, bis sie den Rahmen fast berühren konnte. Es dauerte einen Moment bevor man sich darin erkennen konnte. Aber da war nicht das übliche Spiegelbild, nein!
Eine Frau sah Katze an, eine ihr wohlbekannte Frau. Maruka erstarrte!
Sie selber! So, wie sie sein sollte. Eine stolze Mantronerin, die dem Eis trotzte und der keine Gefahr zu groß war. Eine schlanke, durch trainierte junge Frau von 18 Jahren mit Haut wie Kaffee und Sahne so samtig und durch und durch weiblichen Rundungen, für jede Hand eine. Auch ihr Becken war nicht schmal wie das eines Jungen, sondern formte die Linie ihres Körpers zu einer weichen Kurve. Ihre langen Haare in der gleichen Farbe, wie die ihrer Haut, fielen in großen Wellen über ihren Körper und verhüllten ihre Blöße. Maruka zitterte!
„Das wird dein Lohn sein, wenn du mein bist...“
, konnte sie wieder die tiefe Stimme vernehmen, die sie schon in der Wüste und ihren Träumen gehört hatte. Eindeutig war dies der Beweis! ER folgte ihr. Ihr Schicksal folgte ihr, wohin auch immer sie ging! Die weit aufgerissenen Augen der Katze begannen zu brennen und sie musste blinzeln, doch beim zweiten Blick war das Spiegelbild wieder wie immer - eine humanoide, zerzauste Katze. Welch grausames Spiel!
Eben hatte sie sich noch mit dem Gedanken anfreunden wollen, eine Katze zu sein und im nächsten Moment zeigte ihr ihr Schicksal ihr schmerzhaftestes Sehnen.
Du bist grausam!
Maruka wollte der tiefen Stimme glauben, aber wenn sie das jetzt tat, würde sie nicht überleben können! Wenn sie jetzt sich der Hoffnung hin gab, dass sie nur warten brauchte, bis sich alle Probleme von selbst lösten, ER vorbei kam und sie zurück verwandelte, ihr damit ihre Ängste nahm, dann würde sie keinen Tag länger überleben.
Ich ... ich kann nicht!
Sie sah das schwarze Gesicht vor sich im Spiegel, wie es mit ihr auf einer Höhe zusammen sackte. Marukas Knie waren weich geworden und sie hielt sich mit beiden Händen am Rahmen fest, während sie sich auf die Unterschenkel gleiten ließ. Ihre Stirn sackte nach vorne, berührte die wabernde Oberfläche. War sie wie Wasser, oder war sie fest? So oder so, es war vorbei und sie war wieder allein.
Ich kann dich nicht in mein Leben lassen ... noch nicht! Ich kann nicht, sonst sterbe ich! Bitte quäle mich nicht mehr mit diesen Bildern! Schenke mir was du willst in der Zukunft, doch lass mich im Jetzt fern von aller Hoffnung sein, damit ich die Kraft zum Kämpfen finde. Ich bitte dich! Lass mich nur nicht allein … Ich danke dir für deine Gegenwart.
Die Worte ihres Geistes kamen auch geflüstert über ihre Lippen. Sie waren ein Gebet an das Schicksal, ein Flehen an ihren Glauben, ein Eingeständnis an die Götter, an ihren Gott, denn welches Wesen hatte die Macht so mit ihr zu sprechen? Sie so zu berühren und ihre innersten Gedanken zu kennen. Auch wenn Ventha sie verlassen hatte, so gab es anscheinend doch noch irgendwo einen Platz im Gefüge der Welt für sie. Das jemand oder etwas, ein Wesen, ihr Schicksal zu ihr sprach und sie in dieser Fremde nicht alleine ließ, war die größte Geborgenheit, so verbrennend, so verzehrend es sich für ihre Seele auch anfühlte.
Maruka ließ den Spiegel los und streckte ihren Rücken. Die Katze im Spiegel sah sie unverwandt an. Ihr Blick wanderte zu der im Boden eingelassenen Wanne. Das Wasser darin sah einladend aus. So weit sie wusste, waren Katzen wasserscheu. Unwillkürlich musste sie über diesen Gedanken kichern.
Wahrscheinlich bin ich die einzigste Katze die es liebt zu Baden … zu Schwimmen, Tauchen …
Auf allen Vieren drehte sie ihren kleinen Hintern dem Spiegelbild zu und bewegte sich auf das Wasser zu. Ein paar kleine Flakons standen am Beckenrand bereit und auch Tücher zum Trocknen lagen in der Nähe. Maruka tauchte ihre Hand in das Wasser.
Es ist herrlich. Warum auch nicht ...
Mit einem Satz war sie auf den Beinen, löste die Bindungen ihrer Kleidung und warf sie achtlos in eine Ecke des Raums. Dann stieg sie langsam in den Zuber. Jeder Zentimeter, der nach den Monaten und Wochen der Qualen, des Hungers und der Trockenheit mit dem Wasser in Berührung kam, schien zu knistern. Als dann da erstaunlich warme Wasser ihren Hals erreichte, schnurrte sie. Ein winziges Lächeln stahl sich auf ihre Lippen als sie die kleinen Wellen betrachtete, die durch ihre Vibrationen ausgelöst wurden. Dann tauchte sie unter. In Mantron war es mühselig einen Zuber voll mit warmen Wasser zu bereiten. Meistens teilte man ihn sich dann mit mehren Personen in dem Tücher zwischen den einzelnen Plätzen gespannt wurden. Hier hatte sie einen Ganzen für sich allein. Die Wärme tat unerwartet gut und sie tauchte wieder auf.
„Schon schön … so ein goldener Käfig.“
sprach sie leise zu sich selbst und schmunzelte über den süffisanten Unterton in ihrer Stimme. Diesen Ton hatte sie bei den Dunkelelfen jetzt schon des öfteren gehört und ihn nachzuahmen war recht leicht, wenn gleich die Situation vielleicht nicht ganz passend war. Langsam machte sich tatsächlich so etwas wie Entspannung in ihrem Körper breit und ein paar wundervoll lange Minuten ließ sie sich einfach nur treiben.

Ihre feine Nase meldete als erste den störenden Geruch nach nasser Katze. Maruka setzte sich auf und schielte nach den kleinen Fläschchen. Sie hatte keine Ahnung welche wofür war, also machte sie jede auf und schnupperte erst einmal vorsichtig daran. Wenn einer für gut befunden wurde, so wurde einer Tropfen erst mal zwischen zwei Fingern zerrieben und dann vorsichtig mit der Zungenspitze analysiert. So fand sie bald etwas das entfernt seifig schmeckte und begann sich damit gründlich einzuschäumen. Als sie nach der etwas entfernt bereitliegenden Bürste griff, fiel ihr Blick noch einmal in den Spiegel und ein unglaublich seltener Laut erschallte in den Gemächern des Dunkelelfenpalastes. Maruka lachte!
„Katze, du siehst komisch aus!“
Eine schwarz-weiß-grau-gefleckte Angora schaute sie aus dem Spiegel aufgeplustert an und lachte sie aus. Die dicken Schaumschichten hatten das schwarze Fell an vielen Stellen aufgestellt und gaben so ihrem Körper ein ordentliches Volumen. Schmunzelnd betrachtete sie die weißen Flocken an ihren Schnurrhaaren und blies sie in die Luft, wo sie wie Schneeflocken langsam nieder schwebten. Das Lächeln wurde ein bisschen getrübt, doch die Erinnerungen waren doch das Einzige was sie noch hatte. Warum sie also nicht ein klein Wenig genießen. Der Flakon mit dem Zeug, was so schön schäumte wurde komplett in das Wasser entleert und bald war die Oberfläche geschlossen wie der Eiskanal in besonders harten Wintern, wenn die Drachenschiffe die einzigsten waren, die sich noch in das Packeis trauten. Maruka tauchte so weit ein, dass sie nur noch Schaum vor den Augen hatte und stellte sich die sanften Hügel ihrer Heimat vor. Die kristallin bewachsenen Äste der verzauberten Wälder, die weiße reine Welt, die ehrlichen, hart arbeitenden Menschen. In ihrem Bild störte nur ständig diese schwarze Schlange die unentwegt unter der Oberfläche ihre drohenden Kreise zog. Ihren Schwanz hatte sie immer noch nicht unter Kontrolle und so gab sie irgendwann ihre Phantasie auf für einen Hauch von Realität. Die Knoten in ihrem Fell würden nicht von selbst verschwinden, auch wenn das Wasser und der Zusatz alles etwas weicher und somit leichter machte. Also machte sie sich daran ihr Fell und ihre lange verfilzte Mähne zu entwirren, was zu einer Lebensaufgabe werden konnte, wie sie feststellte. Besonders die Längen machten ihr sehr zu schaffen und irgendwann wollte ja auch Vranyk wieder kommen um sie zu Sademos zu bringen. Die Zeit würde nicht ewig auf sie warten, also konzentrierte sie sich vorrangig erst mal auf ihren Körper. Sie wollte sich wenigstens halbwegs von dem unablässigen Ziepen und Reißen befreien, die die Knoten bei jeder Bewegung auslösten und am Körper war das Fell kurz und ließ sich leicht ausbürsten. Schnell bildete sich eine dicke Sandschicht am Boden des Beckens und der Schaum begann sich an den Rändern bräunlich zu verfärben.
Ich muss mir noch erklären lassen, wie man das Wasser wieder neu macht.
Die Funktionen mancher Dinge waren ihr noch fremd. Als sie der Meinung war, das Gröbste geschafft zu haben, stieg sie aus der Wanne und erschrak fast bei ihrem Anblick im Spiegel. Das nasse Fell klebte wie eine schwarze Haut an ihrem Körper und betonte auf grausamste Weise ihren unterernährten Zustand. Schnell hüllte sie sich in eins der großen Tücher und begann sich trocken zu rubbeln. Das half enorm! Als sie soweit nicht mehr tropfte, legte sie das Handtuch weg und den Kopf schief.
Flauschig! Bääääääh!
Mit den Augen rollend, ging sie mit der Bürste in der Hand, hinüber in ihr Zimmer. Dort sah sie sich noch einmal um. Das Zimmer, mit seinen 20 m im Durchschnitt, war gewaltig. Das große bequemes Bett war in dunklem Violett bezogen auf einer Seite, zwei Schränke und eine Spiegelkommode. Der riesige Kratzbaum in der Mitte des Raums, lud zum Krallen schärfen ein. Ein Sofa, ein Tisch und ein Stuhl waren auf der anderen Seite. Alles aus robustem Material, so als hätte man es direkt für Katze geschaffen. Überall lagen weiche, dicke Teppiche oder Felle?. , so spürte man den kalten Marmor, der dunkel und düster darunter lag, nicht so sehr an den Füßen.
Maruka steuerte die Schränke an, während sie sich unentwegt weiter das Fell ausbürstete. Mit einer Hand öffnete sie die großen Flügeltüren und spähte hinein. Was man wohl darin verstaut hatte?
Kleidung? Monster? Andere Mitsklaven?
Und wenn es Kleidung war, was sollte sie anziehen? Was würde ihr neuer Herr von ihr erwarten? In was würde sie sich halbwegs wohl fühlen? Sie hatte Fell, aber das reichte nicht, das hatte sie schon begriffen und zu aufreizend wollte sie auch nicht aussehen, also am besten etwas mit viel Stoff, oder am besten gleich eine Vollrüstung aus Platten!
Unschlüssig stand sie wie wohl alle Frauen in ihrem Alter vor dem Schrank und wusste nicht was sie anziehen sollte. Ein paar Kleidungsstücke fanden den Weg aufs Bett, andere wurden nur mit fragenden Blicken begutachtet, da sie scheinbar keine Funktion hatten und zurück gehängt.
In die engere Auswahl fielen: Schwarz, schlicht und Dinge in den man sich gut bewegen kann. Vor der Spiegelkommode setzte sie sich auf den Stuhl und betrachtete ihre Auswahl, während sie sich langsam bürstend an die Haare wagte. Irgendwie wirkte die ganze Situation fast … normal, jedoch eben nur fast.
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 13. März 2013, 15:37

So war sie endlich alleine und konnte sich sammeln und sich pflegen. Rasch hatte sie das Bad für sich entdeckt und obwohl diese seltsame Stimme wieder verklungen war, so wollte sie nicht sich die Hoffnung nehmen lassen. Immerhin wusste sie nicht, wie lange es dauern würde, bis tatsächlich ihr Schicksal sie retten oder verdammen würde. Als sie den Spiegel berührte...so war nur kurz, als würde er nachgeben, aber vielleicht war es auch ihre Fantasie. Denn der Spiegel war kühl und fest und als sie ihre Hand da wegnahm, sah sie den leichten Dreck den sie hinterließ. Aber es war keine Einbildung, wie so vieles was sich in der letzten zeit ergeben hatte.
Sie war in einem- wie sie passend bemerkte- goldenen Käfig gefangen.
Das Bad war genau das richtige für ihren Körper und es zeigte sich, nur weil man wie eine Katze aussah, man nicht gleich wasserscheu war. Natürlich wäre es passend gewesen, wenn sie sobald ihr Fell nass geworden war, einen Sprung von der Wanne wegmachen würde. Aber so war es nicht.
Sie reinigte sich und später saß sie vor der Frisierkommode und kämmte sich ihr verfilztes Haar. Die Kleidungsstücke waren sehr seltsam, die sie aus den Schrank gefischt hatte.
Doch er war eindeutig für eine Frau ausgelegt, wenn sie sich auch über die seltsamen manchmal fast durchsichtigen Stoffe wundern würde. Sie hatten zwar filigrane und verschnörkelte Muster, aber konnten doch unmöglich dafür da sein, dass man sich wärmte, wenn eine Auch tatsächlich wie Unterwäsche mit viel Fantasie aussahen. Wenn mal die Dreiecke auch unmöglich richtig platzieren konnte. Es waren lange Gewänder, die so lang waren, dass sie auf dem Boden schliffen. Röcke, die an den Seiten bis zur Hüfte geschlitzt waren. Oberteile, die weich fielen und doch das Dekolletee gut in Form hielten. Eine aus einem festen Material bestehende Unterbrustmieder und weiche fallende Hosen und Kleider, die mehr zeigten als verborgen. Vorne großzügig geöffnet und den Rücken bis fast zum Hintern frei liegend.
Es betonte und formte und mehr als viel mühe konnte Katze dann etwas finden, welches zu ihr passen würde. Ein Oberteil, dass enganliegend aus gefärbten Leder bestand. Es hatte einen leichten Stehkragen und keine Ärmel, es wurde mit knöpfen geschlossen und sah optisch eher nach einen an den Körper geschmiedete Brustharnisch aus, der etwas Länger war und knapp unterhalb des Po endete. Eine weiche leicht fließende Hose, wo die Beine bis zum Knie geschlitzt waren.
Die Farben waren entweder dunkler Natur oder in kräftigen Rot, Purpur, Blau oder Grüntöne. Wobei die meisten eher in dunklen Blau hier gehalten waren.

Der Spiegel in dem sich die Junge Frau besah war jedoch nicht unbeobachtete.
Irgendwo – Kilometerweit entfernt, stand ihr Schicksal auf dem zerstörten Dach eines ehemaligen Tempel des Sonnengottes, der jetzt Faldor gewidmet war. Die Gestalt hatte die Augen geschlossen und die Züge es Mannes waren kalt- zumindest so lange bis er das Gesicht von Katze sehen konnte. Ein Lächeln, was seine Augen nie erreichen würde auf den Zügen, genoss er das Bild und malte seltsame Schriftzeichen und Gesten In die Luft. Der Zauber war kompliziert und besonders weil es über so eine lange Distanz praktiziert wurde. Seine geschwungenen schwarzen Augenbrauen zogen sich leicht vor Anstrengung zusammen und die Adern, die normalerweise nicht zu sehen waren traten in einem seltsamen Goldton kurz hervor. Nein, Gold war es nicht- wie Lava, die glühte.
Dann sandte er den Zauber los.... durch die Entfernung und zu der Frau, die die seine werden würde. Egal ob sie wollte oder nicht, sie würde seine Erlösung und Befreiung sein.
Er entließ mit einem zufriedenen Lächeln den Zauber und öffnete die Augen. Pupillen, die wie das Glühen eines Vulkans aussahen... eins was Feuer und Zerstörung beinhaltete. Dann schlossen sich die Augen mit einem Knurren, ging die Gestalt auf dem Dach des Tempels wie unter starken Schmerzen in die Knie.

Während als Katze vor dem Spiegel saß, konnte sie plötzlich einen leichten Windhauch spüren. Er war warm und weich. Dann hörte man ein leicht kratzendes Geräusch und an der Tür, war so etwas wie ein kleiner Lichtfunken in blassen Rot zu sehen. Dieser verweilte genau vor dem Schloss der Türe und verschwand dann, so wie es erschienen war im Nichts. Die Tür klickte und sprang dann auf. Der Durchzug von anderen Räumen wehte die Tür etwas auf.
Es war keiner da, obwohl es ähnlich klang als hätte die Tür von außen geöffnet worden sein.
Das flackernde Licht des langes Flures schien durch den geöffneten Türspalt. Kein Laut drang von dem dunklen und unheimlich gestalteten Flur
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Maruka » Donnerstag 14. März 2013, 20:27

Katze hatte sich ein paar unterschiedliche Kleidungsstücke auf dem Bett zurecht gelegt, die sie nacheinander vor dem Spiegelbild anprobierte. Der Anblick des mageren Körpers war ihr immernoch zu wieder, aber ihn in weite Stoffbahnen zu hüllen und mit kleinen Dreiecken zu verzieren machte ihr schon ein bisschen Spaß, wenn gleich sie sich das noch nicht wirklich bewusst eingestand. Es war als hängte sie Wäschestücke über dürre Äste zum Trocknen auf. Einmal stand sie mit einem langen mitternachtsblauen Kleid vor dem Spiegel, dessen Saum wie bei einer Schleppe sich hinter ihr her zog. Von vorne war es fast züchtig hoch geschlossen, mit langen engen Ärmeln die in Spitzen auf dem Handrücken endeten und einem breiten Band um den Hals zu befestigen war, aber von da ab wurde es richtig raffiniert. Der schmale Streifen im Nacken öffnete sich zu einem weitem Rückenausschnitt, verbreiterte sich zu beiden Seiten ihres Körpers unter ihren Armen weit nach vorne, bis zu ihrem unteren Rücken, der sogar die Hälfte ihres oberen Hinterteils frei ließ. Für ihren Schwanz bedeutete dies eine enorme Bewegungsfreiheit, aber Rennen oder unbedachte Bewegungen waren in dieser Garderobe unmöglich, wollte man nicht schnell komplett im Freien stehen. Maruka hielt ihre Mähne hoch und betrachtete sich von der Seite. Eine gewisse Eleganz hatte es schon, fremdartig, aber doch sicher zu einem passenden Anlass... nur konnte sie sich keinen vorstellen. Sie zog es aus.
Als nächstes hatte sie einen ledernen Brustharnisch gefunden und legte ihn sich an. Die vielen eng aneinander liegenden Köpfe an den Seiten forderten einiges an Geduld und Feinmotorik, bis alles richtig saß. So etwas wie ein Brusttuch brauchte sie nicht mehr, denn da gab es kaum etwas, was gehalten werden musste und das Oberteil war an sich fest genug. Eine kleine Weile stand sie nur mit dem Harnisch und einer kurzen Hose, die ihrer Meinung nach noch am ehesten als Unterhose zu bezeichnen war, vorm Spiegel und drehte sich. Der schwarze Stoff glitzerte in sich und gab einen interessanten Kontrast zu dem eng anliegenden mattschwarzen Harnisch mit Stehkragen. Dann nahm sie sich eine der weiten langen Hosen vom Bett und zog sie an. Der weiche fließende Stoff wickelte sich eng um ihre schmale Taille und umspielte ihre schlanken Beine. Ein Schlitz ging auf beiden Seiten hinauf bis zum Knie und nur ein dünnes Band befestigte den Bund um ihre Fesseln. Noch einen Blick in den Spiegel und auch wenn das Wesen fremdartig aussah, so wirkte es doch zufriedener als vorher. Sauber, seidig glänzend, an manchen Stellen noch ein wenig wild aussehendes Fell, dunkel ganz und gar; und nachdenklich.
Was bin ich? Was tu ich hier? Was ist meine Aufgabe?
Mit fragendem Blick sah sie in ihr Selbstbild, als ein warmer Lufthauch sie streichelte. Sie schloss kurz die Augen.
Du bist bei mir.
Sie war ganz in ihren Gedanken versunken, als ein leises Kratzen von der Tür her erklang. Schnell war sie an der Durchgangstür vom Bad zu ihrem Zimmer und spähte um die Ecke. Ein kleiner blass rötlicher Funken schwebte noch kurz vor dem Schloss ihres Zimmers und verschwand. Die Tür klickte und sprang einen Spalt auf.
Maruka verharrte regungslos im Türrahmen zum Badezimmer. Ihre Krallenspitzen bohrten sich unter ihrer Anspannung leicht in das massive Holz. Instinkt kämpfte gegen Vernunft.
Was ... was war das denn?
Ihr Blick heftete sich auf den Türspalt und ihre großen Ohren waren steil nach vorne gerichtet, doch da war nichts weiter außer Stille vor der Tür. Hatte sie von außen jemand geöffnet oder war es doch dieser kleine Funken gewesen? War so etwas möglich? Ihr Blick huschte noch einmal zum Spiegel, als würde sie dort nach Erlaubnis fragen. Lautlos löste sie sich aus ihrer Starre und schlich näher zur geöffneten Tür. In dieser fremdartigen Umgebung war alles möglich. Als sie noch zwei kleine Schritte entfernt war fragte sie leise:
„Ist da jemand? Sademos?“
Die Nennung seines Namens hatte schon damals seine Wirkung nicht verfehlt, als sie vor der Hatz in den Versammlungsaal wollte. Vielleicht war es auch nützlich, aber niemand antwortete. Maruka kam mit zuckender Nase am Spalt an und schnupperte hinaus. Stoff, Stein, Spuren von Essen in der Luft, vielleicht sogar ein bisschen Blut? Vorsichtig öffnete sie die Tür etwas weiter und spähte kurz in beide Richtungen des Flurs.
Hm … leer. Wenn ich jetzt raus gehe und mich verlaufe … und die Tür ...
Maruka sah zu ihrem schwarzen Wollknäuel und schmunzelte. Ein Ende band sie an den Kratzbaum mitten in ihrem Zimmer und wickelte schon mal ein paar Meter ab. Der Faden fiel schon hier so gut wie gar nicht auf dem dunklen Untergrund auf. Dann begutachtete sie das Schloss der Tür. Gab es einen Hebel, ein Schloss? Sie probierte herum, wie diese Tür funktionierte. Der Mechanismus war ihr fremd, aber der Teil der im Türrahmen einrasten würde beim Schließen musste doch irgendwie fest klemm bar sein. Maruka sah sich kurz um und fand einen Kamm. Sie brach einen Zacken heraus und klemmte ihn so in den Spalt, dass die Tür sich zwar schließen ließ, aber das Schloss nicht einrastete. Sie probierte zwei mal ob sie die Tür nun auch ohne Schlüssel und ohne Schwierigkeiten öffnen uns schließen konnte und ob sie trotzdem noch unberührt aussehen würde. Jemand der an ihrer Tür einfach nur vorbei laufen würde, sollte sie unverändert vorfinden, aber dann kam ihr ein beängstigender Gedanke. Was machte sie, wenn Vranyk, Dry’ol, Cassiel oder Sademos selbst hier auftauchten um sie zu holen, wenn sie kamen, wenn sie gerade weg war? Durfte sie überhaupt hinaus? Explizit verboten hatte es ihr keiner, oder? Vranyk hatte gesagt, er würde wiederkommen um sie zu holen, wenn Sademos nach ihr verlangte. Wann das sein würde wusste sie nicht. Konnte sie es überhaupt riskieren schon am ersten Tag ihrer Gefangenschaft auf eigene Faust …
Ihr Blick fiel immer wieder auf die Tür und die dahinter liegenden unbekannten Gänge. Der innere Kampf wütete mit ganzer Macht. Was sollte sie nur tun? Der Funke hatte ihr die Tür geöffnet und sie war sich so sicher wie Ventha launisch war, dass ihr Schicksal ihn zu ihr gesandt hatte. Man sagte Katzen einen sechsten Sinn nach. Worin dieser bestand wusste Maruka nicht. Katzen an sich waren ihr eher fremd, aber er schien sich in ihrem persönlichen Fall auf die tiefe Stimme in ihrem Innern zu beziehen, die ihr den Weg wies und sie erwartete. So glaubte sie es wenigstens im Moment. Dann hatte sie eine Idee.
Sie löste den Faden vom Kratzbaum, ließ den Faden aber offensichtlich über die Äste laufen, machte hier und da einen Knoten, damit er nicht einfach hinunter glitt und band ihn dann im Bad an den Rahmen des Spiegels. Von der Frisiertisch nahm sie einige Tiegel und fand schließlich einen der eine dunkelrote, wachsartige, weiche Paste enthielt. Sie tauchte ihre Kralle hinein und schrieb in celcianischen großen Buchstaben auf die glatte harte Oberfläche:
„Finde mich am Ende des Bands.“
So würde, derjenige der sie suchte, sie sehr schnell finden können und gleichzeitig ihren guten Willen erkennen. An Flucht dachte die Katzenhybridin sowieso nicht. Sie wollte nur ihrer Neugier und der Einladung des Schicksals nachgehen, wenigstens so weit wie das Wollknäuel reichte. Sie wollte Valas noch so viel fragen, sie wollte die seltsamen Wesen hier kennen lernen. Sie wollte sich selbst kennen lernen und vielleicht einen Weg zu dem kleinen Innenhof, in diesen toten Garten vor ihrem Fenster finden. Sie wollte den Himmel sehen. Aber eigentlich wollte sie nur wissen was hinter der nächsten Biegung war. Neugierde war etwas schreckliches!
Angekleidet, angeleint an ein Wollknäuel und mit präparierter „Käfigtür“, tat sie den ersten Schritt nach draußen auf den immernoch leeren Flur und drückte die Tür leicht heran. Zu beiden Seiten verlief er in leichten Kurven, so dass man nicht endlos weit sehen konnte.
Na dann, erst mal immer links halten.
Eine einfache Regel, wenn man sich nicht verlaufen wollte. Der lange hohe Gang, von dem immer wieder Türen abgingen war mit dickem Teppich ausgelegt, der jeden Schritt dämpfte und in regelmäßigen Abständen waren kleine Nischen und größere Alkoven zu erkennen. Maruka ging langsam und sich von Ausbuchtung zu Ausbuchtung bewegend mit ihrem Wollknäuel in den Händen voran, was sie langsam abwickelte. Düstere Farben herrschten vor. Schwarzes kunstvoll verziertes Gestein, mitternachtsblaue Vorhänge und düstere Wandteppiche die schreckliche Bilder zeigten. Martialische Rüstungen standen in den Nischen und in den Alkoven fanden sich Sitzgelegenheiten zwischen monströsen Statuen. Diesen Trakt des Anwesens kannte sie nicht. Die Sklavenbereiche mussten weit weg sein, den klein Laut von Peitschen oder Wehklagen war zu hören, aber die Türen an denen sie vorbei ging waren dick. Vor einer blieb sie stehen und legte mal ein Ohr daran, aber entweder war das Zimmer leer, oder die Geräusche im Innern hatten ein magisches Verbot erhalten den Raum zu verlassen. Wer wohl ihr linker Zimmernachbar war? Sie klopfe sogar mal leise, aber es blieb still. Die Tür rechst neben ihrem Zimmer nahm sie sich vor dann zu erkunden, wenn der Faden zu Ende ging und sie zurück musste. Erst einmal ging sie den linken Gang weiter. Geschlossene Türen blieben geschlossen und unangetastet. Offene Gänge, Räume wurden begutachtet und nach einer Weile, fand sie eine Tür, die nur angelehnt war. Eben jene Zustände von halb verboten und halb einladend waren wie Minze für die Katzenaugen. Langsam schlich sie näher, lausche, witterte, versuchte, ohne die Tür zu berühren hinein zu spähen und fragte dann leise:
„Ist da wer?“
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Erzähler » Sonntag 24. März 2013, 15:29

Sie schlich durch den Gang, der ruhig war. Immer links lang und versuchte sich unauffällig zu verhalten. Nur der Faden am Boden zeigte, wo sie war.
Die Gänge waren groß und edel, aber auch die dunklen Farben und der düsteren Figuren, Rüstungen und Wandteppichen ließen eher wie ein Gruselschloss aus dem Harax erscheinen.
Keine Stimme hatte sie bis jetzt vernommen und die erste Tür an der sie geklopft hatte, hatte auch nichts ergeben. So schlich Katze einfach weiter, weiter an Türen und Gängen vorbei, die viel Schönes und vielleicht auch Verbotenes beinhalten konnten. Oh, diese Neugier der Katze. Hoffentlich brachte es sie nicht in Teufels Küche.
Aber war es wirklich nur die der Katze oder auch der Mantronerin, die wieder Mut zu fassen schien. Ein Hybridenwesen war nicht komplett dem Tier ausgeliefert, der andere Teil war ebenso ein Bestandteil des seins.
Aus der nächsten Tür, die nur ein wenig angelehnt war, ließen sich leise Stimmen vernehmen...
"...musste es mit eigenen Augen sehen."
"Es war ein Fehler, Cassiel...Wie auch immer du die Tür geöffnet hast, verschwinde- ich werde nicht fliehen." Die Stimme war sanft und beruhigend. Sie beinhaltete Schmerz und Alter und etwas, was man kaum beschreiben konnte. Es war die von Valas.
"aber....du....sieh was sie dir angetan haben.... ich ...ich...." Die Stimme war am Zittern, die die Maruka ihre Einweisung gegeben hatte. Dieser Elf mit dem entstellten Gesicht. Seine Stimme klang traurig und besorgt. Der dezente Geruch von Zedernholz, gepaart mit dem Geruch von Wind und Freiheit.
"Man sagte mir, du seist tot.... ich dachte, er ließ mich leben, damit er mich weiterquälen kann. Er hat mich zum Aufseher gemacht...er wusste, ich...ich...."
" Husshhh...ist gut... Ich wusste es nicht. Ich hätte dich retten müssen.... aber auch ich glaubte, du ...ich hatte deinen Schrei gehört....." Auch die Stimme von Valas klang mehr und mehr gebrochen.
"...verzeih mir...ich hatte gesagt, ich würde dich vor allen schützen....ich habe versagt"
„Dann halte dein Versprechen! Bitte, Valas... ich kann so nicht leben,.... BITTE" Flehentlich war der Ton, ein Schluchzen.
"...du weißt ich warte auf dich...Bitte!"
Weiteres konnte sie nicht hören. Stille war eingekehrt, nur ein leises ein Wimmern, beruhigendes Gemurmel...dann KNACK!
Etwas sackte zu Boden, dir Tür schwang etwas auf. Ein Windzug.
Valas kniete am Boden, den Kopf gesenkt, den Körper von Cassiel haltend, dessen Hals eine unnatürliche Haltung aufwies. Die Augen waren geschlossen und der Elf sah selbst mit der Narbe sehr schön und friedlich aus. So als würde er schlafen, aber der Brustkorb hob sich nicht mehr.
Der Körper bebte von Valas, der den anderen Mann sanft festhielt und ihn wie ein Kind wiegte.
"ich weiß....Geliebter....."
Als hätte Valas etwas gehört, sah er auf. Keine Träne lief aus seinem Augen und doch waren die Trauer und der Schmerz unübersehbar. Verlust. Er schüttelte entschuldigend langsam den Kopf, zittere jetzt sogar noch mehr am Körper.
"Bitte gehe nicht.... es...es war...." Ob er sie damit zurückhalten wollte oder er zu dem Toten sprach war im ersten Moment nicht zu erkennen. Er streichelte das Gesicht von Cassiel mit den Fingern, seufzte auf, bevor er sich erhob und den Körper hochhob um ihn auf dem Bett auf zu barren.
Der Raum sah ähnlich aus, wie der von Maruka, aber es hatte kein Fenster und war um einiges liebloser gestaltet. Valas selber hatte sich nicht umgezogen, denn er trug noch dieselbe Kleidung wie bei der Stillen Ebene, wenn jetzt auch ohne Waffen.
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Maruka » Sonntag 24. März 2013, 18:13

Maruka hatte lautlos die Hand an den Türrahmen gelegt und ihre großem felligen Ohren lauschten dem leisen Schall der mit einem dezenten Geruch von Zedernholz, gepaart mit dem Duft von Wind und Freiheit zu ihr fand.
"...musste es mit eigenen Augen sehen."
"Es war ein Fehler, Cassiel...Wie auch immer du die Tür geöffnet hast, verschwinde - ich werde nicht fliehen."

Die zweite Stimme war sanft und beruhigend. Sie beinhaltete Schmerz und Alter und etwas, was man kaum beschreiben konnte. Maruka erkannte sie sofort als die von Valas wieder. Für einen Bruchteil einer Sekunde wunderte sich die Katze über das '...wie auch immer du die Tür geöffnet hast...' Ihre Tür war von selbst aufgesprungen, aber hier hatte es doch kein Anzeichen eines Funken gegeben oder?
"aber....du....sieh was sie dir angetan haben.... ich ...ich...."
Die Stimme war am Zittern, die die Maruka ihre Einweisung gegeben hatte.
Dieser Elf mit dem entstellten Gesicht. Seine Stimme klang traurig und besorgt.
Cassiel und Valas. Was ist da los? Was haben sie Valas nur angetan? Sollte ich …?
"Man sagte mir, du seist tot.... ich dachte, er ließ mich leben, damit er mich weiter quälen kann. Er hat mich zum Aufseher gemacht... Er wusste, ich...ich...."
Wenn Cassiel Aufseher war, hatte er sicher einen Schlüssel. Dann hat er sicher die Tür aufgemacht ...
" Husshhh...ist gut... Ich wusste es nicht. Ich hätte dich retten müssen.... aber auch ich glaubte, du ...ich hatte deinen Schrei gehört....."
Auch die Stimme von Valas klang mehr und mehr gebrochen.
Klingt so als hätten sie, wahrscheinlich Sademos selbst, ein übles Spiel mit den beiden getrieben! Das klingt, als dachten sie voneinander, dass der Andere gestorben sei! Aber wenn sie jetzt wieder vereint ...
"...verzeih mir...ich hatte gesagt, ich würde dich vor allen schützen....ich habe versagt"
„Dann halte dein Versprechen! Bitte, Valas... ich kann so nicht leben,.... BITTE"
Wie nicht leben? Meint er seine Narbe?
Flehentlich war der Ton, ein Schluchzen.
Was …?
"...du weißt ich warte auf dich...Bitte!"
Er will doch nicht … Nein, bitte nicht!!!
Weiteres konnte sie nicht hören. Stille war eingekehrt, nur ein leises ein Wimmern, beruhigendes Gemurmel. Maruka stand wie gebannt am Türspalt und konnte aber auch nicht hinein gehen. Die unaussprechliche Angst dem Tod in diesem Zimmer zu begegnen war einfach zu groß. Alles in ihr wusste, was nun kommen würde und doch konnte sie sich nicht bewegen um es zu verhindern!
Dann hörte sie das leise KNACK!
Eisige Kälte rann ihr über den Rücken und stellte das schwarze Fell auf. Etwas sackte zu Boden, dir Tür schwang etwas auf. Ein Windzug. Maruka zitterte. Valas kniete am Boden, den Kopf gesenkt, den Körper von Cassiel haltend, dessen Hals eine unnatürliche Haltung aufwies.
Nein! Wieso?! Es war doch nur eine Narbe! Wie …?!?
Die Augen waren geschlossen und der Elf sah selbst mit der Narbe sehr schön und friedlich aus. So als würde er schlafen, aber der Brustkorb hob sich nicht mehr.
Warum hat er das von ihm verlangt …? Valas? Warum hast du …? Ihr wart doch jetzt wieder zusammen?!
Der Körper bebte von Valas, der den anderen Mann sanft festhielt und ihn wie ein Kind wiegte.
"Ich weiß....Geliebter....."
Das letzte Wort was Valas da zu ihm sagte, war so voller Wärme, so voller Liebe, dass es sich in Marukas Gedächtnis brannte.
Geliebter.
Als hätte Valas etwas gehört, sah er auf. Keine Träne lief aus seinem Augen und doch waren die Trauer und der Schmerz, der aus seinen Blicken sprach unübersehbar. Verlust. Die in Dunkelheit gekleidete junge Frau stand regungslos im Türspalt und konnte ihre Augen nicht mehr von den beiden abwenden. Valas schüttelte entschuldigend langsam den Kopf, zittere jetzt sogar noch mehr am Körper.
"Bitte gehe nicht.... es...es war...."
Ob er sie damit zurückhalten wollte oder er zu dem Toten sprach war im ersten Moment nicht zu erkennen.
WAS? War es notwendig ihn zu töten? Hast du es nur getan, weil er dich darum gebeten hat? Warum hast du auf ihn gehört? Was hat er getan, … Nein war hast DU getan, dass er dir dieses Leid auferlegt sein Mörder zu sein?! Wenn du ihn mochtest, wenn er dich mochte, warum tut ihr euch dann so etwas an? Ich versteh das alles nicht!
Er streichelte das Gesicht von Cassiel mit den Fingern, seufzte auf, bevor er sich erhob und den Körper hochhob um ihn auf dem Bett auf zu baren. Marukas Kiefer zitterte so stark, dass ihre Zähne leise aufeinander schlugen. Maruka zitterte vor innerer Wut über ihr eigenes Unvermögen. Warum hatte sie es nicht verhindern können? Warum war sie zu spät gekommen? Als Valas mit dem Rücken zu ihr vor dem Bett stand und seinen Geliebten betrachtete, löste sich langsam ihre Starre. Lautlos tat sie einen langsamen Schritt nach dem anderen in das Zimmer hinein. Der Anblick der Leiche die so friedlich wirkte, der Mann der ihr noch vor kurzem zur Vorsicht geraten hatte, der der anscheinend Valas geglaubt hatte und geraume Zeit in diesem Wissen es geschafft hatte zu überleben, DER gab in dem Moment auf, in dem er seinen Freund wieder gefunden hatte?
Ich verstehe das nicht! Wie kann man nur vor dem Leben fliehen wollen? Wie kann er sich aus der Verantwortung stehlen wollen, gerade in dem Moment, da er weiß, dass es jemanden gibt der ihn braucht?
Maruka zuckte zusammen, als hätte etwas sie mit voller Wucht geschlagen. Wie vom Donner gerührt stand sie nur einen halben Schritt hinter Valas und starrte auf den toten Cassiel. Noch vor wenigen Wochen hatte sie selbst versucht sich das Leben zu nehmen! Folter konnte eine Seele brechen. Erkenntnis, Scham, Trauer und Wut, alles tobte in der jungen Seele wird durcheinander.
Wer bin ich mir ein Urteil anzumaßen! Bin ich denn besser? Sicher nicht!
Schollt sie sich selber. Wieder einmal musste sie an den schwarzen Serval in der Kiste des Frachtraums denken, dem sie sich zum Fressen vorgeworfen hatte und der ihr Schicksal so sehr verändert hatte. Dieses Tier hatte mehr Überlebenswillen als sie gehabt und diesen in der Stunde ihrer größten Not auf sie übertragen! Das erste Mal in ihrem Leben begann sie etwas positives in ihrer Verwandlung zu sehen, auch wenn es nur eine winzige Kleinigkeit war. Im inneren Zwiegespräch mit ihrer Bestie versunken schob sie vorsichtig ihre Hand von hinten zwischen Valas schlanke Finger. Ihr Daumen streichelte zaghaft seinen Handrücken. Kein Laut kam über ihre bebenden Lippen.
Bestie, die du bist. Bestie die ich bin, du hast mich eins gelehrt und dafür danke ich dir! ...
Sie sah an Valas Schulter hinauf zu seinem von Trauer gezeichneten Gesicht.
… Danke für mein Leben!
Der Klos in ihrer Kehle war ohnehin zu groß zum sprechen und Tränen standen in den großen Bernstein Spiegeln ihrer Augen. Sie drückte leicht seine Hand, wie zum Zeichen, dass sie seine Trauer teilte, sein Leid verstand, vielleicht besser als er ahnte. Als Mensch war sie gebrochen worden, doch das Tier hatte ihr etwas von ihrem Willen zurück gegeben und doch verstand sie nun langsam, wie schwer es Cassiel gehabt haben musste. Manchmal gab es keinen anderen Weg mehr. Doch die Frage nach den Hintergründen blieb offen, doch wollte sie diese wirklich wissen? Das Grauen was er erlebt haben musste hatte ihn verändert, hatte ihn gezwungen diese Entscheidung zu treffen und seinen Freund zu verdammen. Auch Maruka hatte die Folter verändert. Hätte sie in seiner Situation sich auch einen Freund gewünscht, der ihrem Leid ein Ende bereiten würde? Vielleicht war es doch gut so wie es jetzt war. Vielleicht war er jetzt glücklich und bei seinen Ahnen. Nachdem war sie gehört hatte, hatte er wohl einfach nicht mehr den Willen zum Leben aufbringen können. Katze lehnte ihren Kopf an Valas Schulter und auch ihre zweite Hand fand die seine. Eine Weile standen sie einfach nur so da, bis Maruka Stimme leise flüsterte:
„Er war dein Freund, oder? … Er sieht jetzt sehr friedlich aus.“
Mehr wollte sie auch gar nicht sagen und erwartete auch keine Antwort. Die Sanftheit in Valas Handlungen hatten sie darauf schließen lassen, dass er in dem Elfen einen sehr guten Freund gehabt hatte. Der stille Moment in dem sie hier zusammen waren, war ihr wichtiger als jede Frage, die auf ihrer neugierigen Seele gebrannt hatte. Sie waren alle wie fort gewischt. Sie betrachtete Valas von der Seite her und wieder einmal verselbständigte sich ihr Körper. Das leise Vibrieren in ihrem Bauch war nur als kleines Brummen zu hören, aber wirkte selbst auf sie beruhigend und irgendwie tröstlich. Ihr Schwanz lag ruhig an ihrem linken Bein und hatte sich halb darum gewickelt. Hin und wieder zucken ihre Ohren bei dem kleinsten Geräusch und ihre Nase zerlegte alle Gerüche der Umgebung in ihre Einzelteile. Nach einer Weile begann sie sich genauer umzusehen. Dabei fingen ihre Augen bei Valas an. Er hatte immernoch die gleiche Kleidung an wie in der toten Ebene, nur eben ohne Waffen, doch die Stellung des Halses seines Freundes verriet, dass er auch nicht unbedingt welche brauchte. Der Raum an sich sah ähnlich aus, wie der von Maruka, aber er hatte kein Fenster und war um einiges liebloser gestaltet.
Kein Fenster?
Da war sie wieder! Die Frage die sie ständig begleitete. Woher war der Wind gekommen, wenn es hier kein Fenster gab? Hatte ihr „Schicksal“ wieder etwas hiermit zu tun, oder war es nur ein dummer Zufall gewesen, das die Tür geöffnet worden war, von wem auch immer. Woher war der Duft von Zedernholz, Wind und Freiheit gekommen? Täuschten sie ihre Sinne? Das Mobiliar konnte zwar Ersteres erklären, aber weder Wind noch Freiheit hatten in diesen Wänden einen offensichtlichen Ursprung. Etwas irritiert löste sie sich nach einer Weile von Valas, streichelte noch einmal sein Hand und begann durch sein Zimmer zu streifen. Sicher brauchte er etwas Zeit für sich und sie konnte sich umsehen. Rein logisch betrachtet, musste der Wind ja irgendwo her gekommen sein und wenn Maruka keinen verborgenen Spalt in einer Wand, eine Tür hinter einem Wandteppich, bis hin zu einer Illusion, durch die man fiel sobald man sich dagegen lehnte oder dergleichen fand, so war das „Schicksal“ auch immernoch eine dankbare Erklärung für ihren Verstand. Inzwischen war ihr Geist für alles aufgeschlossen. Die letzte Zeit hatte die Grenzen ihres Verstandes so erweitert, dass sie nun alles mögliche in Betracht zog.
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Erzähler » Samstag 6. April 2013, 14:57

Es war ein trauriges Bild und ein Drama an sich. Sie war nur ein paar Sekunden zu spät in den Raum gekommen und da war es auch schon passiert. Sie hätte ein Leben retten können, aber dieses Leben wollte nicht gerettet werden. Und sie fand noch etwas, etwas was wichtiger war. Sie erkannte das Geschenk, welches ihr die Raubkatze eins auf dem Schiff gemacht hatte. Lebenswille. Hatte ihr „Schicksal“ dies gewollt, dass sie wieder hoffen konnte, nachdem sie so erschrocken auf das Bild im Spiegel reagierte hatte. Wollte er sie damit ermutigen oder verhöhnen?
Jetzt zählte aber, dass sie wieder Kraft schöpfte. Das Geschenk des Servals. Leben!
Das erkannte Katze, als sie neben dem Mann stand, der irgendwie nie nach etwas roch- nur den dezente Geruch an Kleidung, ohne einen eigenen Geruch zu besitzen. Valas stand am Bett, die Augen geschlossen. Seine Finger schlossen sich langsam um die von Maruka.
„Er war mehr als das…“ folgte doch die Antwort auf ihre schüchtern gestellte Frage. Schwere lag in der Stimme, die trotzdem eine Mischung aus Sanftmut und Stärke trug. Er seufzte auf, blieb jedoch unbewegt am Bett stehen.
Die Nähe der jungen Frau gab dem Dunkelelfen wieder Kraft und Energie, ein durchatmen und als sie sich löste und sich umsah, trat er noch mal auf den Toten zu und hauchte ihn einen Kuss auf die Lippen und die Stirn. Das letzte Abschiedsnehmen, die letzte Nähe. Zeit hatte keine Bedeutung, wenn man sich erinnert, dass man erwartet wird. Irgendwann und irgendwo. Das war es, was Valas zu dieser Tat getrieben hatte. Der Wunsch, dass man sich irgendwann wieder sah.
„ich bin ein schwachsinniger …sentimentaler Narr…“ flüsterte er kopfschüttelnd vor sich hin.
Katze ließ den Mann erst mal stehen, sich die Zeit nehmen, die er brauchte. Etwas musste doch den Windzug ausgelöst haben. Irgendwo? Wie sie schon bemerkt hatte, sah der Raum, wenn auch etwas liebloser, ähnlich den ihren aus. Nur waren hier keine Fenster, aber sie fand etwas. Ein vergittertes Loch in einer Wand, als sie den Badebereich betrat. Von hier drang ein leichter stetiger Luftzug rein, der der Zirkulation diente und verhinderte, dass sich Feuchtigkeit zu stark im Raum sammelte.
Auch in diesem Badebereich war es ähnlich geräumig wie bei ihr. Die Wanne war groß und der starke Geruch von Zedernholz kam hier her.
„ich hoffe Kind, das dein Zimmer zumindest Fenster hat?“ hörte sie die Stimme von Valas hinter sich. Wieder war er ihr nah gekommen, ohne das sie ihn gehört geschweige denn gerochen hatte. Wie ein Schatten. Die Stimme hatte wieder den samtenen Klang und war wieder klar.
„Cassiel wird dich nicht rausgelassen haben und du tätest gut dran nicht erwischt zu werden. Sademos ist nicht gerade für Freundlichkeit bekannt…aber keine Sorge, dir wird er nichts tun. Du faszinierst ihn zu sehr. Ein Rat, sei für ihn unentbehrlich und er wird dir nicht schaden.“
Der alte Dunkelelf lehnte am Türrahmen, die Augen noch voller Trauer, doch seine Züge zeigten wieder die sanfte und beruhigende Wärme. Mit den Fingern war er gerade dabei, sich einen seiner vielen Zöpfe aufzuflechten. Vermutlich damit er irgendetwas Sinnvolles tat.
„Die Kleidung steht dir“ lächelte er matt sie an und trat jetzt zu ihr ins Bad um sich etwas aus einer Schublade zu holen. Dort lagen Kamm und Bürste.
„Komm Kind…du hast ein riesiges Vogelnest auf deinen Hinterkopf“ Er nickte zu einem Stuhl rüber, wo er sie ihn betete.
„ und du kannst mir helfen, meine Haare zu entwirren. Ich muss neu flechten.“
Die Tür hinaus, hatte er angelehnt und mit etwas verkeilt, dass sie nicht zufiel. Man merkte, dass er lauschte. Immer wieder nach draußen.
VALAS?! Ist sie hier?!“ donnerte es nach nur kurz darauf durch den Raum. Valas selber ließ sich dadurch nicht erschrecken, denn der Mann der dort wutschnaubend und mit fließenden tiefvioletten Gewändern stand, war immerhin sein ach so geliebter Bruder Sademos.
„als wenn er es nicht wüsste“ grinste Valas zu ihr runter und strich ihr wieder über das Haupt.
Der Dunkelelf würdigte den Totem nur einen kurzen Blick, sah aber sonst verächtlich drein. An der Tür konnte man zwei weitere Gestalten im Schatten ausmachen und zumindest einer grinste sadistisch, wie dieser es auch schon bei der Jagd getan hatte. Die Hand spielte nervös mit einer Peitsche rum. Der andere Mann sah neutral rein, verdrehte die Augen bezüglich des Temperaments seines Freundes.
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Maruka » Sonntag 7. April 2013, 00:59

„Er war mehr als das…“
Schwere lag in Valas Stimme, die trotzdem eine Mischung aus Sanftmut und Stärke trug, die Maruka so mochte. Er seufzte leicht, blieb jedoch unbewegt am Bett stehen. Ihre Nähe schien dem Dunkelelfen wieder Kraft und Energie zu geben und ein Durchatmen wurde hörbar, als sie sich löste und sich umsah. Sie lächelte und ihre Schnurrhaare zitterten leicht. Valas trat noch einmal auf den Toten zu und hauchte ihn einen Kuss auf die Lippen und die Stirn. Auch wenn Maruka die Worte der dunklen Sprache nicht verstand, so war es seine Haltung, die Wärme in seinen Augen und die zärtliche Geste, die ihr von seinem Leid, wie seiner Liebe erzählten.
„Ich bin ein schwachsinniger …sentimentaler Narr…“
, flüsterte er kopfschüttelnd vor sich hin und Maruka sah ihn kurz fragend an, doch blieb still. Er war im Zwiegespräch mit seinem verstorbenen …
… Geliebten??? Ja vielleicht. Er hat ihn auf den Mund geküsst. Hm, wenn er nicht ein sehr guter Freund für ihn war, dann vielleicht ein Familienmitglied?
Maruka begutachtete das Zimmer, bis sie den Luftschacht im Badezimmer entdeckt hatte. Ein vergittertes Loch in einer Wand, mehr war es nicht. Von hier drang ein leichter stetiger Luftzug rein, der der Zirkulation diente und verhinderte, dass sich Feuchtigkeit zu stark im Raum sammelte.
Hm, hab ich so was auch in meinem Raum gehabt?
„Ich hoffe Kind, das dein Zimmer zumindest Fenster hat?“
WAAHH, erschreck mich doch nicht so!
Wieder war er ihr nah gekommen, ohne das sie ihn gehört geschweige denn gerochen hatte. Sie war zu nervös und ruhelos um ihr leichtes Zusammenzucken vollkommen überspielen zu können und noch mehr verriet sie einmal mehr ihr gesträubter, buschiger Schwanz. Maruka schnappte sich das lange Ende ihrer Wirbelsäule und strich sorgsam über das aufgestellte Fell, während sie sich weiter umsah. Auch in diesem Bereich war es ähnlich geräumig wie bei ihr. Die Wanne war groß und der starke Geruch von Zedernholz kam hier her, also hatte alles eine logische Erklärung, oder?
„Ich hoffe Kind, das dein Zimmer zumindest Fenster hat?“
Maruka nickte eifrig, auch wenn die ablenkenden Gedanken an die Aussicht nicht die erbaulichsten waren, so halfen sie doch sie aus dem Grübeln zu holen. Seine Stimme hatte wieder den samtenen Klang und war wieder klarer. Anscheinend hatte sich Valas wieder ein wenig gefangen.
„Cassiel wird dich nicht raus gelassen haben und du tätest gut dran nicht erwischt zu werden. Sademos ist nicht gerade für Freundlichkeit bekannt… aber keine Sorge, dir wird er nichts tun. Du faszinierst ihn zu sehr. Ein Rat, sei für ihn unentbehrlich und er wird dir nicht schaden.“
Unentbehrlich … und wie stell ich das an?
Ihr fragender Blick zeigte deutlich ihre Gedanken. Der alte Dunkelelf lehnte am Türrahmen, die Augen noch voller Trauer, doch seine Züge zeigten wieder die sanfte und beruhigende Wärme. Mit den Fingern war er gerade dabei, sich einen seiner vielen Zöpfe aufzulösen. Vermutlich einfach nur damit sie irgendetwas Sinnvolles taten. Beim nächsten Satz musste Katze kurz blinzeln, denn das „leichte Thema“ ihrer Konversation fühlte sich so sonderbar einfach an:
„Die Kleidung steht dir“
Er lächelte sie matt an und trat jetzt zu ihr ins Bad um sich etwas aus einer Schublade zu holen. Dort lagen Kamm und Bürste.
„Komm Kind…du hast ein riesiges Vogelnest auf deinem Hinterkopf“
Er nickte zu einem Stuhl rüber, wo sie sich brav hin setzte und er begann das „Nest“ an ihrem Hinterkopf zu bearbeiten. Das gelegentliche Ziepen und Streichen der Bürste entlockte ihr ein lautes Brummen.
Wie etwas so einfaches, so normales in einer Umgebung wie dieser, so vollkommen fremd wirken kann?!
„Und du kannst mir helfen, meine Haare zu entwirren. Ich muss sie neu flechten.“
„Mach ich.“
„VALAS?! Ist sie hier?!“
, donnerte es nach nur kurz darauf durch den Raum, so dass Maruka nicht dazu kam ihm zu helfen, wie er es bei ihr getan hatte.
„Als wenn er es nicht wüsste.“
, grinste Valas zu ihr runter und strich ihr wieder über das Haupt. Es fühlte sich gut an und Maruka sah nickend noch, wie zu einer stillen Bestätigung zu dem langen Faden, den sie hinter sich her gezogen hatte. Sie flüsterte noch schnell:
„Hab ihn ja quasi her gelockt.“
, bevor Schritte sich dem Badezimmer näherten. Sademos würdigte den Totem auf dem Bett des Hauptraums nur einen kurzen Blick, sah aber sonst verächtlich drein. Maruka erhob sich sofort, als er ins Sichtfeld kam und verbeugte sich tief, wie sie es gelernt hatte. Noch während sie sprach, machte sie zwei Schritte auf ihn zu und so konnte sie auch die anderen beiden aus dem Augenwinkel sehen, die in der Außentür warteten. Zumindest einer schien sadistisch zu grinsen. Die Hand spielte nervös mit einer Peitsche rum. Der andere Mann sah neutral rein, verdrehte die Augen bezüglich des Temperaments seines Freundes. Maruka wollte ihre Aufmerksamkeit nicht von ihrem Herrn nehmen, der dies sicher bemerkt hätte, also war sie sich nicht ganz sicher wer dort wirklich noch stand. Sie war viel zu aufgeregt, legte die Hände bittend aneinander und plapperte regelrecht los. Mit aufgebrachter Stimme und klopfenden Herzen versuchte sie zu erklären:
„Sademos mein Herr, bitte entschuldigt, dass ich nicht im meinem Zimmer gewartet habe bis man mich abholt. Ich ... Hat mein Hinweis euch gleich hier her geführt, ja? Oh, bitte verzeiht. Ich hatte Angst mich zu verlaufen, deshalb auch der Faden. Ich … Euer Haus … euer Anwesen ist so riesig! Die Gänge sind so gewaltig! … “
Katze wagte kaum nach links oder rechts zu sehen, aber wie sollte sie nur die geöffnete Tür erklären, ohne dass sie oder jemand anders eine schwere Strafe erleiden mussten? Ihre Gedanken rasten! Sie machte sich hier völlig lächerlich, aber das war ihr egal! Da hatte sie eine Idee. Zugegeben, vielleicht nicht die eleganteste Lösung und sie hoffte Valas würde es verstehen, aber etwas besseres brachte sie gerade nicht zustande und Sademos würde sicher Fragen stellen, wenn sie ihm nicht zuvor kam:
„Euer Diener Cassiel hatte anscheinend die Tür nicht richtig geschlossen, als er gegangen war. Ich wollte euch sicher nicht erzürnen.“
Die Schuld auf einen Toten zu schieben war sicher nicht fein, aber Maruka wollte weder sich selbst noch Vranyk in Schwierigkeiten bringen, zumal dieser ja eigentlich, nach Cassiel ihr Zimmer verlassen hatte. Für einen Sekundenbruchteil fragte sie sich, warum sie den Tierwärter in Schutz nahm, aber verwarf gleich wieder den Gedanken, da sie eigentlich das „Schicksal“ in Schutz nahm, das ihr den Weg geebnet hatte.
Ich kann Sademos erst recht von keinem kleinen glühenden Funken berichten, der Türen öffnen kann! Das will ich nun wirklich nicht! Dann hält er mich gleich für verrückt oder schlimmer noch ... für verflucht oder so! Schwarze Katzen bringen doch Unglück. Nein, ich darf niemandem Unglück bringen! Bitte! Nein! Ich muss seine Aufmerksamkeit auf mir halten!
Zum Zeichen ihrer Unterwürfigkeit, ging sie auf die Knie und beugte sie ihren Rücken, wie sie es in ihrer Gefangenschaft gelernt hatte und präsentierte so ihrem Herrn ihren ungeschützten Nacken. Die dicke wilde Mähne bot förmlich ein sie fest daran zu packen. Sie wusste, dass ihr Körper entsprechend reagieren würde und sie diese Starre kaum aus eigener Kraft überwinden konnte, doch in diesem Augenblick zählte für Maruka nur, dass sie Sademos zeigen konnte, das sie eine gute Sklavin war!
Katze, du musst überleben! Einfach überleben!
Sie machte sich keine Gedanken, was ihr Herr und Meister mit ihr anstellen würde. Aus irgend einem unerfindlichen Grund war es ganz still in ihr. Vielleicht lag es daran, dass ihr endlich bewusst geworden war, dass ihre Verwandlung auch etwas Gutes hatte, dass es ein Geschenk war, dass sie noch lebte und vielleicht irgendwann es wieder Hoffnung geben konnte. Solange sie lebte, konnte sich ihr Schicksal immernoch wenden.
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Erzähler » Dienstag 23. April 2013, 20:36

Valas grinste nur zu ihr runter, als er ihr lauter werdendes Brummen vernahm. Sie war viel Tier und doch war sie auch viel etwas anderes. Und die Mischung machte sie für seinen Bruder so interessant. Zudem war der alte Elf froh, dass sie gerade den Raum betreten hatte, so hatte er jemanden den er sich widmen konnte und verfiel nicht komplett in Trauer. Dies würde an so einen Ort nichts bringen.
Die Bürste strich durch ihr Haar und er war bemüht, es so wenig wie möglich ziepen zu lassen. Seine Finger strichen sanft hindurch und ja, es fühlte sich weniger wie Fell an, sondern wie Haare. Es war eine beruhigende Geste, wie er auch an Katze merkte.
Er hatte den Faden gesehen, auf den sie ansprach als dann kurze Zeit später sein Bruder einem Elefanten gleich durch die Tür geprescht kam. Natürlich wie immer mit seiner Garde, aus dem Schinder und Vranyk.
Valas ließ das Mädchen ziehen und trat an den Türrahmen zum Wohnraum, wo sein Bruder rumschrie.
Warum solltest du auch den Toten Respekt beibringen.
Sademos funkelte seinen Bruder wütend an und Valas konnte nicht anders als stolz sein Kinn zu heben und mit einem Blick klar zumachen, nun hast du dein letztes Druckmittel gegen mich verloren.
„musst du immer rumschreien! Sademos, ich bin nicht taub“ konterte er nur und verschränkte jetzt die Arme vor der Brust.
Sademos holte gerade Luft, als sich jedoch Maruka dazwischen eilte und losquasselte. Etwas aus dem Konzept gebracht, sah der schöne Dunkelelf auf sie nieder. Wusste für einen Moment nicht, ob er ihr eine verpassen sollte oder nicht. Valas hingegen beobachtet seinen Bruder ganz genau. Er hatte recht gehabt, Sademos interessierte sich für die kleine Maruka. Etwas zuckte Valas aber doch zusammen, als sie die Schuld der offenen Tür auf den Toten schob. Cassiel wäre nie so nachlässig gewesen, aber mit einem Schlucken konnte er den Brocken vertreiben, der sich ihm im Halse festgesetzt hatte.
Sademos blickte zu Katze. Ihre schlanke Gestalt wurde von der Kleidung nur mehr umschmeichelt und der Dunkelelf fragte sich zu einem Teil, wie diese grazile Gestalt sich wohl in seinem Schlafgemach machen würde. So lag etwas lüsternes, als er das Kinn von Katze ergriff und es mit seinen schlanken Fingern anhob, damit sie ihn ansehen konnte.
„soso…“ Seine Stimme wieder so sanft und süß, dass man das Verderben darin förmlich hören konnte.
„Es war gut, dass du eine Spur hinterlassen hast…aber, Katze! Warum bist du dann hier rein gegangen, oder hatte der liebe Cassiel“ Die Aussprache des Namens strotzte nur so von Verachtung und Valas ballte kurz die Hände zu Fäusten. Er wusste das was folgen würde.
„…zwei Türen offen gelassen hatte? Soll ich dir glauben, kleine Katze?“ Er ließ ihr Kinn los und strich mit den Fingern über ihre Wange.
„Du willst mir folgen und mir brav dienen, nicht wahr?“ Er blickte kurz zu seinem Bruder rüber. Hätte man mit Blicken töten können, so würden wohl beide umfallen. Denn jetzt konnte man eindeutig die Spannung spüren.
Vranyk erschien an der Tür. Er blickte zu Maruka.
Sein Gesicht war ausdruckslos, aber eine Spur von Sorge schien mitzuschwingen. Noch bevor Sademos was sagte, ließ er sich die Peitsche von dem Sadisten Dry'ol geben und reichte sie Sademos.
„Das ist doch wohl nicht dein ernst, Bruder?“ Protestierte Valas, doch Sademos ignorierte ihn und nahm die Peitsche mit einem grausamen Lächeln entgegen.
„Nicht so wie du denkst…ich werde dafür sorgen, dass DU sie nicht umschwaffelst. Sie gehört mir“ Er nickte zu dem großen Dunkelelfen am Türrahmen rüber. Dieser grinste breit.
Maruka wurde von Sademos über den Kopf gestrichen.
„Katze, du trägst keine schuld…aber ich will wissen…nein, ich muss wissen, wie ehrlich du es meinst. Hier!“ er drückte der verdutzten Maruka die Peitsche in der Hand, die er zuvor in seiner anderen Hand gewiegt hatte.
Inzwischen wurde Valas von dem großen Kerl und auch Vranyk überwältigt. Zwei zu eins war unfair, und auch wenn sich der Ältere wehrte wie ein Raubtier, kniete er kurz darauf mit dem Rücken zu Sademos und Katze. Dry' ol zog ein Messer und zerschnitt die Kleidung des am Boden knienden Mannes am Rücken entzwei und riss die Kleidung zur Seite.
]„das sieht dir ähnlich, Sademos“ knurrte Valas.
Sademos hingegen, lächelte süffisant und wies zu seinen Bruder.
„je mehr ich sie zu etwas zwinge, dass ihr widerstrebt desto mehr gehört sie mir…du weißt wie es abläuft. Und Valas, es ist ja nicht so, dass du es nicht verträgst…nicht wahr?“
Valas sah über die Schulter zu dem Dunkelelf, dann waren seine Augen auf die junge Hybridin gerichtet. Er nickte nur schwach, zeigte, dass er es nicht übel nahm. Auch wenn alles schnell heilte, so spürte er Schmerz, aber er fürchtete ihn nicht.
Vranyk griff das Haar von Valas zog es aus dem Bereich, dass es nicht die Schläge abdämmen würde.
„So Katze… Ich möchte gleich noch zur Feier, also fange an! Keine Sorge, der verkraftet es schon…oder willst du mich enttäuschen?“ er zog fragend eine Braue hoch. Dann machte er einen schritt zurück, so dass sie agieren konnte. Blickte sich schon gelangweilt auf seine Fingernägel, als hätte er da etwas gefunden. Das selbstgefällige Lächeln welches seine Mundwinkel umspielte, war hingegen grausam.
Maruka würde merken und spüren, dass Dunkelelfen grausam waren, selbst wenn man sich fügte. Und Valas passte so überhaupt nicht in diese dunkle Welt, weil er trotz allen Sanftmut ausstrahlte. Selbst Angst und Zorn schien diesem Mann weniger zu liegen, nur Bedauern und sogar fast eine Spur von Mitleid zu seinem Bruder.
Er spannte sich an, schloss die Augen.
Der große Krieger grinste bösartig und Vranyk nickte bestätigend zu.
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Maruka » Mittwoch 24. April 2013, 21:01

Der Hass zwischen den so unterschiedlichen Brüdern war fast sichtbar im Raum geworden und sprühte wie Funken durch die Luft als sich die Blicke der Dunkelelfen trafen. Maruka versuchte einen unbemerktem Blick zu Valas zu werfen, der ihm sagen sollte, wie leid es ihr tat. Das Andenken seines *Geliebten* zu beschmutzen, in dem sie Cassiel die Schuld zu schob, war ihr zu wieder, aber auf die Schnelle war ihr nicht besseres eingefallen und schon schämte sie sich für ihre Hilflosigkeit. Es tat ihr alles so leid und einzig ihr Redeschwall zeigte wenigstens in so weit Wirkung, dass sie die ungeteilte Aufmerksamkeit ihres neuen Herrn auf sich zog. Der Blick mit dem er sie bedachte und seine schlanken langen Finger die ihr Kinn ergriffen, ließ sie instinktiv erschaudern. Sie kannte diesen Ausdruck nicht, wusste ihn nicht recht einzuordnen, da er so ganz anders war als jene wohlwollenden Blicke die sie aus ihrer Heimat gewohnt war. Früher hatte sie es schön gefunden, wenn die Jungs sie anstrahlten, sobald sie um die Ecke kam und mit ihren langen Wimpern klimperte. Sie hatte mit jugendlicher Unschuld sich über ihre roten Ohren und Wangen gefreut und zaghaft ihre Reize an ihnen ausprobiert, doch nie hatte ein solcher Blick sie getroffen! Sademos Augen hatten etwas hungriges und sie war sich nicht sicher ob sie wissen wollte, nach was es ihm gelüstete. Doch sie gehörte ihm und bis ihr Schicksal es anders bestimmte, so lange würde sie seine Sklavin sein. Seine Berührung tat nicht weh, aber trotzdem spürte sie ein hinterhältiges Zittern in ihren Beinen stärker werden, was sich um ihre Knie sammelte. Der sanfte Halt seiner Hände ließ sie zwei Mal kurz, schnell, hechelnd und flach nach Luft schnappen, bis sie sich wieder unter Kontrolle hatte. Solche Berührungen hatte sie sich immer von einer ganz anderen Hand erträumt. Einer Hand die so viel stärker war als diese, aber auch schüchtern und sanft. Abends wenn sie in ihrem Bett gelegen hatte, umhüllt von weichen Fellen und dem schweren Druck der Decken, im Schutz der Dunkelheit hatte sie sich vorgestellt, es wäre ein anderer Arm der sie umfing und an sich drückte. Sie hatte sich Szenen und Bilder ausgedacht, wie der Mann den sie liebte nach Hause kam und sie ihn unter den Fellen ins Warme lockte, oder wie sie am Morgen gemeinsam erwachten und sie ihn mit frechen Sätzen wie: Entweder du kommst zurück ins Bett und wärmst mich, oder du verschwindest und lässt mich weiter träumen!, aus der Fassung brachte. Immer hatte es nur ein Gesicht gegeben, dass sie sich bei ihren Träumen vorgestellt hatte und nun wurden eben jene unschuldigen Phantasien überschattet von einem Antlitz, dass sich wie durch eine halb durchsichtige Haut ihrer Vorstellungskraft in die Realität drückte und die schönen Bilder auf grausamste Weise verzerrte. Maruka zitterte unter Sademos Berührungen.
„Soso…“
Seine Stimme wieder so sanft und süß, dass man das Verderben darin förmlich hören konnte.
„Es war gut, dass du eine Spur hinterlassen hast…aber, Katze! Warum bist du dann hier rein gegangen, oder hatte der liebe Cassiel … “
Die Aussprache des Namens strotzte nur so von Verachtung und Valas ballte kurz die Hände zu Fäusten. Er wusste das was folgen würde.
„…zwei Türen offen gelassen hatte? Soll ich dir glauben, kleine Katze?“
Er ließ ihr Kinn los und strich mit den Fingern über ihre Wange. Maruka zitterte noch mehr und sah in seine violett glitzernden Augen. Ihr Blick war groß, offen und mit weiten Pupillen sah sie zu ihm auf direkt in seine. Mit einer Hand hatte sie seinen Unterarm berührt um sich kurz an ihm festzuhalten, da sie glaubte ihre Knie würden nicht mehr stand halten. Sie fürchtete sich, mehr noch als vor jedem Schlag, den er ihr geben könnte, davor, dass er ihr nicht glauben würde und er sonst Valas bestrafen würde! Ihre Stimme war nur ein Hauch, heiser und kraftlos vor Angst:
„Mein Herr, ihr könnt mir glauben!!! Beide Türen waren von mir unberührt! Ich fand sie offen vor!“
Da Maruka nicht log, konnte sie ihrem Herrn auch so offen und gerade in die Augen sehen, wie ein Kind seinem Elternteil, das bei Ventha schwor die Hausaufgabe nicht kaputt gemacht zu haben, da der Hauswolf sie wahrheitsgemäß gefressen hatte. Sademos konnte unmöglich etwas anderes in ihren Augen sehen, als bedingungslose Unterwerfung! Doch ob sie log oder die Wahrheit sprach war eigentlich ohne Bedeutung, denn sein Ansinnen hatte ganz andere Ziele.
„Du willst mir folgen und mir brav dienen, nicht wahr?“
Katze nickte heftig! Er blickte kurz zu seinem Bruder rüber. Hätte man mit Blicken töten können, so würden wohl beide umfallen. Noch eindeutiger konnte man die Spannung nicht spüren! Vranyk erschien an der Tür. Er blickte zu Maruka. Sein Gesicht war ausdruckslos, aber eine Spur von Sorge schien mitzuschwingen, die Maruka zwar wahrnahm, aber nicht recht deuten konnte. Zu sehr war sie gefangen von ihrem Herrn. Noch bevor Sademos was sagte, ließ Vranyk sich die Peitsche von dem Sadisten Dry'ol geben und reichte sie Sademos.
„Das ist doch wohl nicht dein ernst, Bruder?“
, protestierte Valas, doch Sademos ignorierte ihn und nahm die Peitsche mit einem grausamen Lächeln entgegen. Maruka verstand die Worte nicht aber die Stimmung verriet, dass irgendetwas schlimmes vor sich ging. Maruka sah nervös von einem zum anderen.
„Nicht so wie du denkst…ich werde dafür sorgen, dass DU sie nicht umschwaffelst. Sie gehört mir“
Er nickte zu dem großen Dunkelelfen am Türrahmen rüber. Dieser grinste breit. Maruka wurde von Sademos über den Kopf gestrichen. Die Berührung hinterließ lauter kalte Nadelstiche auf ihrer Haut.
Was ist hier los?
„Katze, du trägst keine Schuld…aber ich will wissen…nein, ich muss wissen, wie ehrlich du es meinst. Hier!“
Er drückte der verdutzten Maruka die Peitsche in der Hand, die er zuvor in seiner anderen Hand gewiegt hatte. Entsetzt starrte die Hybridin auf die Peitsche in ihrer Hand. Das Leder war von bester Qualität und glänzte an manchen Stellen sogar metallisch matt. Maruka schluckte schwer und spürte wie eine bleierne Schwere in ihre Arme kroch.
Inzwischen wurde Valas von dem großen Kerl und auch Vranyk überwältigt. Zwei zu eins war unfair, und auch wenn sich der Ältere wehrte wie ein Raubtier, kniete er kurz darauf mit dem Rücken zu Sademos und Katze. Dry' ol zog ein Messer und zerschnitt die Kleidung des am Boden knienden Mannes am Rücken entzwei und riss die Kleidung zur Seite.
„Das sieht dir ähnlich, Sademos“
, knurrte Valas. Marukas Kopf riss aus ihrer Trance nach oben und starrte auf den blanken Rücken des Mannes der ihr noch vor Minuten so viel freundliche Zuwendung geschenkt hatte. Seine Haut hatte diesen seltsamen Farbton wie viele der Dunkelelfen und schimmerte im fahlen Licht des Zimmers. Sademos hingegen, lächelte süffisant und wies zu seinen Bruder.
„Je mehr ich sie zu etwas zwinge, dass ihr widerstrebt desto mehr gehört sie mir…du weißt wie es abläuft. Und Valas, es ist ja nicht so, dass du es nicht verträgst…nicht wahr?“
Valas sah über die Schulter zu dem Dunkelelf, dann waren seine Augen auf die junge Hybridin gerichtet. Er nickte nur schwach, zeigte, dass er es ihr nicht übel nahm. Maruka wurde von Panik ergriffen. Am liebsten wäre sie einfach aus dem Zimmer gelaufen! Vranyk griff das Haar von Valas zog es aus dem Bereich, dass es nicht die Schläge abdämmen würde.
Wenn ich schnell genug bin, schaff ich es aus der Tür. Sademos ist der einzigste der frei steht, die anderen beiden sind mit Valas beschäftigt, aber was dann? Verdammt, das ist Unsinn! ... Was mach ich nur? Hilfe!
„So Katze… Ich möchte gleich noch zur Feier, also fange an! Keine Sorge, der verkraftet es schon…oder willst du mich enttäuschen?“
Er zog fragend eine Braue hoch. Dann machte er einen Schritt zurück, so dass sie agieren konnte.
Wenn sie kein gebrochenes Wesen gewesen wäre, hätte ihr vielleicht sogar die Idee kommen können, ihren Herrn anzugreifen, doch das war sie nicht. Sie hatte gelernt Strafe zu erhalten, Erniedrigung zu erfahren, nicht zu geben! Sademos blickte sich schon gelangweilt auf seine Fingernägel, als hätte er da etwas gefunden. Das selbstgefällige Lächeln welches seine Mundwinkel umspielte, war hingegen grausam. Marukas Seele verstand zu gut was ihr Herr bewirken wollte, wo ihr Geist die Informationen noch nicht zu verarbeiten vermochte. Er wollte sie verderben, ihr eben solche Grausamkeit anerziehen, wie er sie in sich trug. Maruka spürte, dass ihr Herr grausam war, selbst wenn sie sich fügte. Und Valas passte als Gegenpart so überhaupt nicht in diese dunkle Welt, weil er trotz allen Sanftmut ausstrahlte. Selbst Angst und Zorn schien diesem Mann weniger zu liegen, nur Bedauern und sogar fast eine Spur von Mitleid zu seinem Bruder. Er spannte sich an, schloss die Augen.
Mitleid für Sademos.
Sie verstand ihre eigenen Gedanken nicht mehr. Der große Krieger grinste bösartig und Vranyk nickte bestätigend ihr zu. Die ganze Situation war so aus den Fugen geraten, dass ihr schwindelig wurde. Sie blinzelte ein paar mal heftig. Der Anblick des Toten auf dem Bett, die vier Dunkelelfen um sie herum, dass alles reizte ihre Sinne. Roch denn niemand die Verwesung, den Duft von Fäulnis der in ihrer Kehle empor kroch? War es nur ihre eigene Übelkeit, die ihr dies vorgaukelte? Ihre Verzweiflung spielte auf ihren überspannten Sinnen wie auf einer ungestimmten Geige. Maruka stand zitternd ein paar Sekunden einfach nur da. Noch nie im Leben hatte sie eine Peitsche in ihrer Hand gehalten. Sie wusste noch nicht einmal genau, wie sie damit umgehen sollte. In ihrer Heimat gab es Schnalz- und Pfeilflaute um die Wölfe vor den Schlitten zu dirigieren die sowieso meist aufs Wort gehorchten. Sie sah auf ihre Hände, die Krallenspitzen die unkontrolliert hervor zuckten und versuchten die richtige Handhabung zu finden. Ihr Gehirn versuchte sich abstruser Weise an einen Händler zu erinnern der mit zotteligen Pferden und seinem Wagen nach Mantron gekommen war und eine Peitsche geschwungen hatte. Irgendwie musste das ja gehen, aber konnte sie es auch??? Ihr ganzes innerstes Wesen sträubte sich gegen das was ihr Herr von ihr verlangte. Sogar Vranyk nickte ihr verhalten zu, als wollte er sie auffordern sich nicht gegen ihren Herrn zu stellen. Doch vor allem Valas Blick war es, der ihr die Tränen in die Augen trieb und das Bild vor ihr verschwimmen ließ, bis die Seen überliefen und still im zarten Fell ihrer Wangen verschwanden.
NEEIINNN! Das ist nicht richtig! Warum verlangt ihr das von mir?!
Ihre Ohren hatten sich flach nach hinten an ihren Kopf gelegt und sie hatte fälschlicher Weise mit beiden Händen den Griff der Peitsche umspannt. Verzweifelt suchte sie nach einem Zeichen in Valas Augen, dass er nicht für sie die Schmerzen ertragen wollte, nicht für sie seinen Rücken hin halten wollte, damit sie ihren Herrn nicht verärgerte. Doch er hatte seine Augen geschlossen und sein Körper erwartete ihre Schläge.
Hilfe! Was mach ich? Was soll ich tun? Ich kann das nicht! Bitte!
Das Wimmern ihrer Seele übertrug sich auf ihre Stimme:
„Ich... ich kann das nicht!“
Trotzdem erhob sie langsam ihre Arme und versuchte den gehärteten und verstärkten Lederriemen, wie befohlen, hinter sich zu werfen. Für einen geübten Folterer würde sofort klar sein was nun folgte. Vielleicht verdrehte Dry'ol schon die Augen. Unfähigkeit, gepaart mit vollkommener Hilflosigkeit ergaben unweigerlich einen KNOTEN! Allein der Versuch war schon zum Scheitern verurteilt, als mit viel zu wenig Schwung das Leder über Marukas Schulter rutschte und sich in ihrem Haarschopf verfing. Der Ruck in ihrem Nacken ließ sie taumeln und sich um die eigene Achse drehen, was die Peitsche noch fester um ihren eigenen Hals wickelte. Der Zug, der das Leder wieder von ihr befreien sollte, zog die Schlinge zu und Maruka versuchte noch im letzten Moment eine ihrer Pfoten zwischen ihre Kehle und den Riemen zu bekommen, die nun auch gefesselt war. Verdutzt und vollkommen hilflos stand sie still da und wenn sie hätte rot werden können, wäre jedes Gemüse dieser Farbe vor Neid erblasst. Statt dessen standen ihr wieder die Tränen in den Augen, doch von ihrer Umgebung hatte sie kein Mitleid zu erwarten. Ihre sich wiederholenden Worte bekamen nun eine zweite Bedeutung:
„Ich... ich kann das nicht!“
Sie ließ den Griff resigniert los, was auch für sie erstaunlich, die Schnürung löste und sofort begann sie sich zu entheddern. Sademos kalter Blickkontakt entließ sie aber nicht aus ihrer Aufgabe. Maruka stürzte in immer tiefere Verzweiflung, doch was niemand von ihnen sah, was die Wut die sich still und heimlich aus dunkelsten Tiefen langsam in ihr formte. Eine Wut, ein Wille, der ihrem Schicksalsschlag entsprang. Gepaart mit ihrem übermächtigen Überlebensinstinkt kroch sie empor und ließ ihr Herz schneller schlagen. Sademos wollte, dass sie Valas peitschte, Vranyk wollte, dass sie Valas peitschte, der hässliche Folterer Dry'ol wollte sowieso, dass sie Valas peitschte und selbst Valas wollte, dass sie Valas peitschte!
Dunkelelfen haben echt 'nen Knall!
Nachdem sie sich endlich ganz befreit hatte, sah sie noch einmal ihren erbarmungslosen Herrn an. Wieder ergriff sie das starre Ende des Folterwerkzeugs und dieses Mal tatsächlich nur mit einer Hand. Sie schluckte schwer.
Verzeih mir Valas! Wenn mich nicht schon alle Götter verlassen hätten, dann käme ich dafür in den Harax! Kein Ahne wird mich nach diesem Tag noch an seiner Tafel dulden!
Sie schloss die Augen. Dumm, aber wirksam! Sonst hätte sie nie den Mut dazu gefunden! Sie holte aus und ließ den Arm natürlich vollkommen ungezielt nach vorne schnellen. Kurz bevor der Riemen sein Ziel erreichte blinzelte die Hybridin doch noch und sah noch wie das Leder Vranyk am Hals traf.
OH, NEIN! Ganz falsch! Ganz falsch!
Voller Entsetzen ließ sie die Peitsche sofort fallen uns schlug die Hände vor den Mund und warf sich auf die Knie. Durch die zusammen gepressten Finger ihrer Hände drang das gedämpfte:
„Entschuldigung! Entschuldigung! Entschuldigung!“
, und abwechselnd sah sie zu Vranyk, Sademos und dem lachenden Dry'ol, der kaum noch an sich halten konnte.
„Das wollt ich nicht! Entschuldigung!“
Sie wusste nicht was ihre Unfähigkeit für Folgen haben könnte, aber sie rechnete mit dem Schlimmsten! Vielleicht würde Sademos nun sie ebenfalls auspeitschen lassen, vielleicht würde er Dry'ol sie verprügeln lassen, oder einfach umbringen … oder nichts sagen und sie weiter ihr Glück versuchen lassen bis sie endlich den Rücken seines Bruders zwischen seinen beiden anderen Dienern traf. Das schlimmste für Maruka war, dass sie Vranyk aus irgendeinem Grund zu mindestens schätzte, da er mit Tieren umgehen konnte und IHN hatte sie nun wirklich nicht treffen wollen. Dieser Fauxpas konnte sie ihre Stellung im Rudel kosten, die sie doch versuchte zu erhalten. Der ungewollte Hieb kam einem An-pinkeln des Alpha-Rüden gleich und Maruka schämte sich in Grund und Boden! Das Lachen des Foltermeisters machte es noch schlimmer. Die kehligen Laute voller Schadenfreude krochen in ihr Leid und peitschten noch ein wenig mehr ihre Wut an.
Ich bin so unfähig! Ich kann das nicht! Ich ...
In ihrer Hoffnungslosigkeit wagte sie einen anderen Versuch und wandte sich auf Knien an ihren Herrn:
„Bitte, ich kann das nicht. Peitscht mich, wenn es euch Freude bereitet! Ich hab mich schon ganz gut erholt! Ich halt das aus.“
Das war zwar gelogen, denn die Hatz steckte ihr noch in den Knochen, aber das war ihr egal. Eigentlich hatte sie noch sagen wollen:
Valas trifft doch keine Schuld, ich bin es doch die ungehorsam war!
, aber damit hätte sie wieder die Aufmerksamkeit von sich weg zu Valas gelenkt. Valas wollte zwar für sie den Märtyrer spielen, aber den Spieß konnte sie auch umdrehen. Das seine Wunden schneller heilten, dass er anders war, war ihr egal. Er war für sie eine sanfte Seele in einem Meer aus Grausamkeit und sie war irgendwo tief sich noch immer eine Mantronerin. Mantroner halfen jenen die sie liebten und hielten bis aufs Blut zusammen! Sie wollte nicht, dass er für ihre Taten bestraft wurde. Niemals hätte sie das gewollt und nun bot ihre Unfähigkeit vielleicht ein kleines Schlupfloch im Plan ihres Herrn. Sademos sah immernoch kalt auf sie herab, während das Lachen von Dry'ol langsam erstarb. Durchschaute ihr Herr die Gedanken der Katze? Oder war es ihm vielleicht einfach egal und er liebte es einfach seinen Bruder zu quälen? Maruka hatte kaum Hoffnung, dass ihre Worte und Taten tatsächlich Sademos beeinflussten. Sie senkte brav ihren Blick und harrte der Dinge die kommen würden.
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 2. Mai 2013, 12:27

Valas konnte sich nicht umdrehen, hörte die stammelnden und verzweifelt klingenden Worte der Katzenhybridin. Er wusste warum er es ihr leichter machen wollte, dass er sie damit in einen noch stärkeren Konflikt mit sich brachte war nicht gewollt. Dann ,nach ihren ersten versuch, der Dry'ol nur belächelnd den Kopf schütteln ließ, versuchte sie es ein weiteres mal. Es war sowieso egal, Sademos würde ihn büßen lassen und sie dazu…aber eben auf seine Art und weise.
Dann knallte wieder die peitsche und verfehlte ihn, doch traf Vranyk. Ein Aufzischen von seiner Seite, Dry’ol ließ Valas los. Lachte laut und dunkel auf, während sich Vranyk fassungslos an den Hals fasste. Deutlich zeichnete sich dort ein Striemen ab, der eine leichte Blutspur den Hals hinunter lief.
Sein Blick auf Maruka war wütend- vernichtend.
Sademos zog nur eine Braue hoch, ließ seinen Freund jedoch gewähren. Sie hatte Mist gebaut und sie müsse zahlen. Mit großen Schritten war er bei ihr, riss sie am Nacken hoch und hielt ihr Kinn, so wie es oft schon Sademos getan hatte. Aber der Griff des Hundeführers war hart.
Mit der flachen Hand versetzte er ihr einen Schlag gegen die Wange und warf sie fast zu Boden, während sie bittend sich an Sademos gewandt hatte. Dieser blickte eher mit einer Spur des Amüsieren drein.
„Sademos, das hast du doch absichtlich gemacht“ grollte er seinen Freund entgegen.
„nein, mein Lieber… das weißt du. Ich hätte sie für fähiger gehalten.“
Vranyk schnaufte auf, aber nahm es hin. Das folgende Wortgefecht, war mit Blicken zu verstehen, die sich Freunde gewöhnlich zuwarfen.
„ Aber mit der Peitsche?...“ Valas versuchte sich inzwischen umzudrehen und sich zu erheben, aber ein Tritt von Dry’ol in die Kniekehlen beförderte ihn wieder zu Boden.
„Wer hat dir gestattet aufzustehen?“ grollte der große Dunkelelf und presste sein Knie in des Rücken des Mannes um ihn runter zu drücken. Wie erniedrigend.
Katze war für diesen kurzen Moment nicht von Interesse, leider nicht so lange, wie sie es sich gewünscht hätte. Denn nachdem sich wohl Vranyk und Sademos geeinigt hatten, wurde sie von beiden Männern angesehen. Vranyk hatte ein Tuch in den Händen, welches er von Sademos erhalten hatte und es auf die Stelle am Hals drückte. Seine Wut hatte sich wieder verflogen oder war in andere Bahnen gelenkt.
„ich soll dich strafen?...Katze, warum denn? Du machst doch alles, was man von dir erwartet… mein Bruder nicht! Und so lange er sich dagegen sträubt, muss er gezüchtigt werden… Vranyk hat es abgegolten mit dir.“ Er kniete sich zu der Frau runter, strich er wieder abermals über das Haupt.
Er blickte zur Peitsche und griff danach, zog sie zu sich und rollte sie fachmännisch zusammen.
„Du kannst damit nicht umgehen, ja,das habe ich gesehen…und wie ist es damit“ Er griff ihre Handgelenk, zog sie daran hoch. Seien Hand war groß, dass seine schlanken Finger ohne Probleme um ihre beiden Handgelenke fassen konnte. Nah zog er sie zu sich ran.
Strich über ihre Finger, dort wo die Krallen verborgen waren.
„Damit kannst du umgehen, oder? Also, folgendes…“ er drehte sich zu seinen Bruder um. Und zog sie mit sich. Den Druck auf ihre Hände , sodass sie die Krallen nicht einziehen konnte. Vranyk hatte die Arme vor der Brust verschränkt und hatte den Kopf stolz erhoben, während er der Szene folgte. Ja, das hatte er abgesprochen und vorgeschlagen.
Dry’ols grausiges Grinsen wurde breiter und breiter, als Sademos dieKatze zu seinen Bruder zog. Und vor dem entblößten Rücken Halt machte.
„ du wirst es lernen! Verstanden?... Wen ich Strafe angedeihen lasse, liegt an mir…und Wenn du es nichts machst, werde ich ungemütlich“ damit drückte er ohne ihre Gegenwehr zu beachten ihre ausgefahrenen Krallen in das Fleisch des anderen Mannes. Tiefer als es die peitsche bewirkt hätte.
„ich hätte ihn nur gepeitscht, aber du wolltest es ja anders….“ Ein weiteres Mal zog er die Krallen über den Rücken. Valas keuchte auf, versuchte weg zu kommen, aber vergebens.
Als er das vierte Mal ihre Krallen über den Rücken gezogen hatte, ließ er Katze los. Stieß sie sogar zu Boden und kam ihren Gesicht nah.
„lerne mit der Peitsche umzugehen, denn sonst werden es jedes mal deine Krallen sein, die über seine Haut gleiten werden…UND enttäusche mich nicht wieder“ Er erhob sich und warf ihr die Peitsche zu Füßen, sah dann den Sadisten bei Valas an, der den Dunkelelfen losließ.
„So, ich möchte jetzt jetzt los.. Was meist du Dry‘ol kannst du dem Mädchen den Umgang beibringen… ein Übungsobjekt hab ihr ja“ Er nickte zu seinem Bruder, der erschöpft am Boden kniete. Jetzt schon konnte man sehen, wie die Wunden sich zu schließen begannen, aber nur die sehr oberflächlich waren, die anderen würden wohl etwas zeit brauchen. Und es lag nicht mal der Geruch von Blut im Raum. Aber noch bevor der sadist was sagen konnte, hatte er ihn schon nach draußen genickt.
„ich werde es mir nochmal überlegen… Katze, du bleibst hier!“ Er funkelte sie an, wo er auch seine Wut über ihre Opferbereitschaft kaum in den Augen verbarg.
Dann wies er dem anderen Dunkelelfen mit dem Blick zur Tür und diesmal verließen sie alle den Raum und Sademos schloss hinter sich ab.
Maruka und Valas waren allein im Raum mitsamt den Toten auf dem Bett.
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Maruka » Freitag 3. Mai 2013, 19:55

BAAM! Der Schlag von Vranyks Hand hatte gesessen! Katze taumelte nach hinten und setzte sich kurz auf ihre vier Buchstaben. Der Schmerz riss sie aus ihrer Erstarrung. Ihre Wange pochte, ihr Gesicht schmerzte, aber noch mehr schmerzte sie ihr Unvermögen! Sie hatte einen Fehler gemacht! Vranyks Blick war vernichtend und so wie er sich an Sademos wandte, klang seine Stimme vorwurfsvoll. Die beiden dunklen Elfen sprachen miteinander, unverständlich in diesen mystischen, dunklen Worten und ein diabolischer Plan wurde verborgen von der Sklavin in diesem verhängnisvollen Moment geboren.
Maruka sah zu Valas und Dry'ol der seine Macht in vollen Zügen auskostete. Das Dunkelelfen andere Völker, andere Wesen folterten und unterjochten, war ihr schnell klar geworden, aber warum Sademos seinen eigenen Bruder Valas so hasste, konnte und wollte das Mantronerherz einfach nicht verstehen. Dry'ol drückte sein Knie in Valas Rücken und alles in ihr schrie auf. Wenn es irgendetwas gebracht hätte, so hätte sie auch geschrien, aber die Tage und Wochen, vielleicht sogar Monate, in Gefangenschaft hatten sie verändert. Sie hatte dort jegliches Zeitgefühl verloren. Auf dem Piratenschiff, wie sie noch immer glaubte, dass es eines gewesen war, hatten sie der Kapitän eines besseren belehrt. Schreie provozierten immer eine Reaktion und da sie Sademos und seine Gehilfen noch nicht einschätzen konnte, war eine Reaktion, egal in welche Richtung, immer gefährlich.
„Ich soll dich strafen?...Katze, warum denn? Du machst doch alles, was man von dir erwartet… mein Bruder nicht! Und so lange er sich dagegen sträubt, muss er gezüchtigt werden… Vranyk hat es abgegolten mit dir.“
Marukas Blick huschte ängstlich zu Vranyks.
Hat er das wirklich?
Sademos kniete sich zu der Frau runter, strich abermals über ihr Haupt. Die fast liebevolle Berührung entartete immer mehr zur Folter, da er die Hybridin immer mehr darauf konditionierte, dass kurz darauf etwas schreckliches geschehen würde . Er blickte zur Peitsche und griff danach, zog sie zu sich und rollte sie fachmännisch zusammen.
„Du kannst damit nicht umgehen, ja,das habe ich gesehen…und wie ist es damit?“
Er griff ihre Handgelenke, zog sie daran hoch, strich über ihre Finger, dort wo die Krallen verborgen waren.
NEIN!!! NICHT!
„Damit kannst du umgehen, oder? Also, folgendes…“
Er drehte sich zu seinen Bruder um und zog sie mit sich, den Druck auf ihre Hände, sodass sie die Krallen nicht einziehen konnte.
NEIN! BITTE! Alles nur das nicht!
Panik kroch unter Marukas Fell und sträubte ihren Schwanz hinauf bis zum Nackenfell. Vranyk hatte die Arme vor der Brust verschränkt und hatte den Kopf stolz erhoben, während er die Szene verfolgte. Katze sah es in seinen Augen, auch er genoss dieses monströse Schauspiel ihrer Lehrstunde. Auch wenn er vielleicht gut zu Tieren war, so würde er niemals gut zu ihr sein, das wurde ihr in diesem Moment grausam klar gemacht! Vranyk würde niemals ein Teil ihres Rudels werden können! Einen kurzen Moment lang spürte sie so etwas wie Enttäuschung in ihrem panischen Herzschlag mitklingen. Ihr Kopf ruckte nach vorne. Dry’ols grausiges Grinsen wurde breiter und breiter, nichts anderes hatte sie von ihm erwartet. Wenigstens er war in seiner Grausamkeit halbwegs berechenbar. Vor dem entblößten Rücken machten sie halt. Marukas Atmung ging stoß weise, als schnappte sie wie ein Fisch nach Luft, der sein Element verlassen hatte. Ihre Haut kribbelte kalt unter dem kurzen schwarzen Fell, das jede wärmende Eigenschaft plötzlich verloren zu haben schien. Der harte Griff um ihre Hände war bedingungslos und sie wand sich unter seinen Fingern. Losreißen war keine Option, dafür arbeite ihr Verstand schon nicht mehr ausreichend genug. Er befand sich schon in einer Dauerschleife.
NEIN! Nein! Nein! Nein! …
Die Angst vor dem was jetzt kommen würde, hatte sie erstarren lassen. Kein Wort kam über ihre Zunge, einzig ein leises, unterdrücktes Wimmern war allenfalls zu hören. Ihr Ellenbogen hatte sich durchgedrückt, so dass sie ihre Hände so weit wie möglich von sich weg halten konnte, als würden sie nicht zu ihr gehören.
„Du wirst es lernen! Verstanden?... Wen ich Strafe angedeihen lasse, liegt an mir…und Wenn du es nicht machst, werde ich ungemütlich!“
Damit drückte er ohne ihre Gegenwehr zu beachten ihre ausgefahrenen Krallen in das Fleisch des anderen Mannes, tiefer als es je die Peitsche bewirkt hätte. Maruka biss sich auf die Lippen, kein guter Plan, denn ihre Eckzähne verursachten schmerzhafte Risse, doch war es auch der Schmerz der sie wach hielt. Nur zu gern wäre sie in eine selige Ohnmacht geflüchtet, doch ihr eigener Körper verhinderte dies.
„Ich hätte ihn nur gepeitscht, aber du wolltest es ja anders….“
Nein wollte ich nicht! Ganz bestimmt nicht! Bitte hör auf! BITTE! Ich mach doch alles was du sagst! Alles was du willst!
Ihre Gedanken galten nicht nur Sademos ihrem Peiniger, sondern genauso ihr selbst und ihrem Schicksal. Ein weiteres Mal zog er die Krallen über den Rücken. Maruka fühlte ganz genau, wie die ledrige Haut unter ihren Krallen nachgab und riss. Die scharfen Kanten ihrer Nägel schnitten tief in das weiche Fleisch darunter und sie kämpfte gegen die einsetzende Übelkeit. Warum ließ das Schicksal sie hier? Warum konnte es sie nicht schon fort gebracht haben? War das eine Art Prüfung? Gegen ihren ohnehin schon schwachen Willen, wurde Katze zu etwas gezwungen, was einer Vergewaltigung des Geistes gleich kam und ihre Bewusstsein in die Nebel der Angst tauchte. Sademos hatte einen Weg gefunden, sie noch mehr zu unterjochen, sie tief, bis in ihre Seele hinein, zu quälen. Valas keuchte auf, versuchte weg zu kommen, aber vergebens. Jede Ausweichbewegung ließ Maruka erzittern. Valas Schmerz tat ihr mehr weh, als alles was sie sich vorstellen konnte, doch Sademos machte unerbittlich weiter. Sie hätte sofort mit ihm getauscht, doch es waren ihre Hände die den Rücken ihres Freundes aufrissen, bis die Rippen darunter knöchernen Widerstand boten. Es waren ihre Krallen, die seine Nerven durchtrennten und mit jedem neuen Strich tiefer schnitten, Strukturen verletzten die für einen normalen Menschen lebensnotwendig waren. Als Sademos das vierte Mal ihre Krallen über den Rücken gezogen hatte, ließ er Katze endlich los und ihre Hände schnellten unter ihre Arme, als könnte sie ihre Tat so verstecken. Er stieß sie sogar zu Boden, beugte sich über sie und kam ihren Gesicht nah, während sie sich zusammen krümmte. In Erwartung seiner Schläge, die jedoch ausblieben, sprach er:
„Lerne mit der Peitsche umzugehen, denn sonst werden es jedes mal deine Krallen sein, die über seine Haut gleiten werden…UND enttäusche mich nicht wieder“
Seine Augen brannten sich tief in ihren Schädel und zitternd lag sie unter ihm, kurz und schnell nickend flüsterten ihre Lippen tonlos:
„Ich werde es lernen! Ich werde es lernen! … „
Ich werde es lernen!
Er erhob sich und warf ihr die Peitsche zu Füßen, sah dann den Sadisten bei Valas an, der den Dunkelelfen losließ.
„So, ich möchte jetzt los.. Was meist du Dry‘ol kannst du dem Mädchen den Umgang beibringen… ein Übungsobjekt hab ihr ja.“
Er nickte zu seinem Bruder, der erschöpft am Boden kniete. Maruka folgte seinem Blick. Jetzt schon konnte man sehen, wie die Wunden sich zu schließen begannen, aber nur die sehr oberflächlichen, die Anderen würden wohl etwas Zeit brauchen um in der Tiefe zu heilen. Es lag nicht mal der Geruch von Blut in der Luft. Aber noch bevor der Sadist Dry'ol was auf Sademos erwidern hatte können, hatte dieser ihn schon nach draußen genickt.
„Ich werde es mir nochmal überlegen… Katze, du bleibst hier!“
Er funkelte sie an, wo er auch seine Wut über ihre Opferbereitschaft kaum in den Augen verbarg.
Dann wies er dem anderen Dunkelelfen mit dem Blick zur Tür und diesmal verließen sie alle den Raum und Sademos schloss hinter sich ab. Maruka und Valas waren allein im Raum mitsamt dem Toten auf dem Bett.
Ich werde es lernen! Ich werde es lernen!
Zitternd streckte sich eine blutige Hand mit fleischigen Resten unter den Krallen nach dem Leder aus, das zu ihren Füßen lag.
Ich werde es lernen!
Noch immer drehten sich ihre Gedanken im Kreis, als sie nach der Peitsche griff und sie gleich einem Schutzschild fest an die Brust drückte und sie dann mechanisch um ihre Taille, gleich einem Gürtel, wickelte. Das Klirren im Schloss der Tür, als sie von außen wieder abgesperrt wurde, holte sie das erste kleine Stück zurück aus dem Nebel ihrer Angst. Der Blick auf ihre besudelten Hände, war das Zweite was sie tiefer atmen ließ. Dann hob sie mit ruckelndem Kopf den Blick und sah sich um. Gleich einem Tunnel hatte sich die Welt um sie herum verdunkelt und nur ein kleiner Fleck in dessen Mitte ließ sie noch erkennen wo sie war. In diesem Fleck tauchte Valas kauernde Gestalt auf und sein Anblick war es, der die Barrieren brechen ließ. Mit einer hektischen Bewegung schüttelte sie die Erinnerungen von sich und krabbelte schnell auf allen Vieren zu ihm, um ihn fest in ihre Arme zu schließen. Den erschöpften Körper an sich drückend, streichelte sie seinen Kopf an ihrer Schulter und flüsterte immer wieder:
„Es tut mir so leid! Es tut mir so schrecklich leid!“
Irgendwo ganz weit hinten im dunkelsten Winkel ihres Hinterkopfs flüsterte ihr Gewissen, dass sie lieber üben sollte, doch jetzt gerade konnte sie unmöglich die Peitsche ansehen, geschweige denn in die Hand nehmen! Ihr war bewusst, das dies nicht das letzte Mal gewesen sein würde, wenn sie nicht gehorchte und lernte, wie versprochen, doch Valas geschwächter Körper in ihren Armen brauchte doch ihren Beistand und gern hätte sie ihm etwas von den Schmerzen abgenommen. Sich selbst und vielleicht auch ihn beruhigend, wiegte sie sich und ihn ein paar Minuten lang, bis sie sich gewahr wurde, dass sie ihm vielleicht damit weh tat und vorsichtig ihren Griff lockerte um nach seinem Rücken zu sehen. Ein verwundertes Schnaufen entsprang ihrer Kehle, als sie diesmal bewusst sah, dass die Oberhaut sich schon wieder geschlossen hatte.
„Was? … Wie? … „
Neugierde war etwas wunderbares, denn sie gab ihrem Geist neue Fragen, neue Dinge mit denen sie sich beschäftigen konnte, um nicht über die schrecklichen Bilder ihrer jüngsten Erinnerungen und die folternden Gefühle in ihrem Innern nachdenken zu müssen! Jede Ablenkung war ihrer Seele willkommen und ihre Instinkte liefen auf Hochtouren, besonders die Verdrängungsmechanismen.
“Wie machst du das? … Wie ist das möglich? Was … Was bist du?“
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 22. Mai 2013, 19:12

Sademos wurde nie als gnädiger Dunkelelf bezeichnet, dass sah vielleicht Katze jetzt auch. Cassiel hatte sie vor dem Mann gewarnt und das seine Strafen gewöhnlich anderer Natur waren. Sie hatte gedacht, er würde sie strafen, weil sie Vranyk verletzt hatte und sich so unfähig angestellt hatte, aber der Dunkelelf wusste wie er jemanden brechen konnte. Wie er jemanden folterte ohne selber sich die Hände zu beschmutzen. Wie er seinen Bruder quälte, indem er ihn zusehen ließ, wie Unschuldige sich zu Monster entwickelten. Das Leder der Peitsche um den Bauch der Hybriden knirschte bei jeder Bewegung, so als wollte es sie an ihren Fehltritt erinnern. Sie selber war bei Valas, der schwer atmend, sich mit gebeugten Rücken, die Arme gestreckt zum Boden sich hielt. Sein Brustkorb machte große Atemzüge und ein Stöhnen, bei jeder Bewegung ging durch den alten Elfen. Seine Arme zitterten vor Anstrengung und Schmerz. Schweiß stand auf seiner Stirn. Trotzdem kein Geruch!
„ist…ist schon…gut“ keuchte er zwischen den Atemzügen hervor, als Maruka ihn umarmte und ihn wiegte. Seine Hand strich ihr dabei, wenn jetzt auch sehr zitternd und bebend, über ihr Haupt. Trotz der Schmerzen blieb er ruhig, keuchte und zog die Luft ein, aber kein Wort von Wut und Zorn. Immer nur diese Ruhe, als wenn tatsächlich Maruka die wäre, die die Schmerzen hatte. Weinen konnte er nicht, dass war an den Tag, wo sich alles für ihn geändert hatte verschwunden, wie so vieles sich für ihn verändert hatte. Er seufzte tief, strich ihr wieder über den Kopf.
„Es ist in Ordnung…. Es heilt….beruhige dich, Mädchen“ flüsterte er sanft, jedoch gebrochen schwach klingend zu ihr. Dann ließ sie ihn los und der plötzliche Wandel der Haltung entließ ein lauteres Keuchen ihn entweichen.
„helf…helf mir hoch….“ Bad er Katze und fuhr sich mit dem Handrücken über die Stirn. Das erstaunte Aufkeuchen von Katze, ließ ihn jedoch über seinen Schulter blicken und sie ansehen. Was sie so erstaunte, wusste er nur zu gut. Ein Lächeln, wenn auch schwach huschte über seine Züge.
„Es heilt schon, oder?.... ja, es hat… „ Er keuchte als er selber auf die Füße kommen wollte. Seine Knie streikten und sein Rücken beschwerte sich merklich. Er war ja auch nicht der Jüngste mehr.
Verfluchter alter Körper…. Ja, es ist praktisch. Zumindest das“
Endlich kam ihn Maruka zur Hilfe und er wies zu einen Stuhl, wo sie ihn hinbegleiten sollte. Dort setzte er sich, ziemlich langsam nieder. Griff dann jedoch ihre Hand hielt diese in seinen Händen. Sein Blick war so milde, wie der seines Bruders grausam war.
„ Dich trifft keine schuld, verstanden? Er versucht dich zu einem Monster zu machen, weil er mir damit wehtun kann… mich damit trifft. Sademos war schon immer ein Elf auf dem meine Eltern stolz waren. „ Er schaffte ein aufmunterndes Lächeln, strich ihr über den Handrücken. Obwohl es ihre Hände und Krallen waren, die ihn so verletzt hatten, hatte er keine scheu vor ihnen. Drehte sogar ihre Hand, dass er ihre Handflächen beschauen konnte.
„Du warst eine Kämpferin, nicht wahr?...ich weiche aus…verzeih, einen alten Mann.“ Sein Finger strich sanft über ihre Handinnenfläche und ließ dann die Hände los. Begann an einen seiner Zöpfe rumzuspielen, die er eigentlich hatte sich neu machen wollen. Sein Blick wich zu Cassiel und dann wieder zu ihr.
„ich bin ein Elf, ein Dunkelelf…und eigentlich sogar der jüngere Bruder von Sademos“ begann er seine Geschichte.
„das ich so bin wie ich bin, habe ich einen Zauber, der schiefgegangen war zu verdanken. Mein Bruder beschäftigt sich mit dunkler Magie, …ach wie fast jeder meines Volkes…und ist über einen Zauber gestoßen… . Er brauchte dafür ein Opfer. Wer war es wohl?...ja, ich…doch irgendetwas ging schief und er wurde jung und ich…ich eben so. Doch noch etwas geschah. Es..es war als wäre ich zu einem Teil gestorben…. Denn kein Tier kann mich seit dem Tag wahrnehmen, ich heile schnell… Magie hat keine Wirkung auf mich, habe aber weder Geruch, noch …noch…kann ich weinen….. So als wäre ich da und irgendwie auch nicht! Ich war geflohen…und lebte bei dem Tempel von Manthala. Nichts passiert ohne Grund, Maruka“ Wieder zierte eins seiner milden Lächeln und glätte die alten Züge. Er haderte nicht mit seinen Schicksal, dass konnte sie sehen, sondern dass was mit denen um ihn geschah. Ob er wirklich noch am Leben war, oder irgendwie nur noch aus Magie bestand, die ihn am Leben hielt, wusste der Mann nicht.
„ Sooo…und bevor dir Dry’ol die Peitsche lehrt, werde ich es lieber machen…. Er klopfte sich dabei auf seine Oberschenkel, zuckte jedoch zusammen.
„…sobald ich geheilt bin. Wäre ja gelacht, wenn ich dich nichts lehren könnte.“
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Maruka » Samstag 25. Mai 2013, 19:24

Maruka zitterte am ganzen Körper! Trotz Fell, Kleidung und angenehm temperierter Umgebung fror sie schrecklich. Sie war Kälte gewöhnt, aber eben keine Gefühlskälte. Sademos Reaktion, seine Strafe für sie, hatte sie hart getroffen. Für eine junge Frau, die ihr Leben lang eigentlich nur Liebe, Zuneigung und Freundlichkeit erfahren hatte, war die ganze Situation vollkommen aus dem Ruder gelaufen! Sie verstand das alles nicht, warum sie so gequält wurde, aber sie spürte, dass es von Grund auf falsch war. Sie wusste einfach, dass Sademos grausam und Valas das ganze Gegenteil war. Irgendwo ganz weit hinten in ihrem Gehirn gab es noch einen kleinen letzten Rest Zweifel, ob der Bruder ihres Herrn, auch böse sein könnte, doch direkt daneben saß auch das unbedingte Verlangen nach einem Freund! Maruka brauchte in diesem Horror, der mit ihrer Entführung begonnen hatte, etwas Gutes als Anker, einfach eine Bezugsperson und das war Valas! So konnte sie sich trotz aller Grausamkeit ihr liebendes Herz bewahren. So und mit der stillen Gewissheit, dass es nicht ihr Schicksal war hier zu bleiben! Irgendwann würde das alles hier ein Ende haben, das stand für sie fester als die Ahnensteine in Mantron! Ohne diese Gewissheit und ohne Valas hätte Sademos schon deutlich mehr Erfolg gehabt sie zur Bestie zu machen.
Die Arme des Dunkelelfen bei ihr zitterten vor Anstrengung und Schmerz. Schweiß stand auf seiner Stirn. Trotzdem nahm sie kein Geruch wahr!
„Ist…ist schon…gut.“
Die Spuren ihrer Krallen heilten, doch die Erinnerung an diese schrecklichen Minuten würden für immer bleiben! Maruka begann zu ahnen, dass noch viele solcher Momente folgen würden, wenn sie nicht schnell lernte. Aber was genau sollte sie lernen?
„Es ist in Ordnung…. Es heilt….beruhige dich, Mädchen. Helf … helf mir hoch….“
Valas keuchte schwer, als Maruka ihm half sich aufzurichten.
Verfluchter alter Körper…. Ja, es ist praktisch. Zumindest das“
Die ersten Worte hatten wie ein typisches Fluchen geklungen, doch Maruka fragte nicht nach, was sie zu bedeuten hatten. Es gab erst einmal wichtigeres.
„Dich trifft keine Schuld, verstanden? Er versucht dich zu einem Monster zu machen, weil er mir damit wehtun kann… mich damit trifft. Sademos war schon immer ein Elf auf dem meine Eltern stolz waren.„
Er schaffte ein aufmunterndes Lächeln, strich ihr über den Handrücken. In Marukas Kopf begann es bei diesen Worten zu arbeiten. Sie musste versehen lernen, wie diese Dunkelelfen tickten. Obwohl es ihre Hände und Krallen waren, die Valas so verletzt hatten, zeigte er keine Scheu vor ihnen, obwohl Maruka in ihrem Innern noch vor Scham erzitterte. Er drehte sogar ihre Hand so, dass er ihre Handflächen beschauen konnte. Man konnte deutlich sein Fleisch und Blut unter ihren scharfen Krallen erkennen. Sie wandte den Blick ab.
„Du warst eine Kämpferin, nicht wahr?... Ich weiche aus…Verzeih, einen alten Mann.“
War ich das? Ja und nein. Nein, ich habe nie jemanden auch nur annähernd diese Qualen bereitet! Ich war eine Jägerin im Einklang mit meiner Umwelt. Ich liebte die Eiswelt Venthas und Mantron. Und ja, ich würde für jedes bedürftige Herz bis zum Tod kämpfen!
Sein Finger strich sanft über ihre Handinnenfläche und ließ dann die Hände los. Begann an einen seiner Zöpfe herum zuspielen, die er eigentlich hatte sich neu machen wollen. Katze setzte sich so, dass sie helfen konnte und begann erstaunlich flink die verfilzten Stellen zu lösen. Ihre Krallen waren noch zu etwas anderem gut, als zum Verletzen. Während er weiter sprach, kümmerte sie sich um seine langen Haare. Früher hatte sie das auch immer beruhigt, wenn ihre Mutter das bei ihr gemacht hatte.
„Ich bin ein Elf, ein Dunkelelf…und eigentlich sogar der jüngere Bruder von Sademos.“
begann er seine Geschichte und Katze lauschte aufmerksam mit gespitzten Ohren.
Jünger?
„Das ich so bin wie ich bin, habe ich einen Zauber, der schiefgegangen war zu verdanken. Mein Bruder beschäftigt sich mit dunkler Magie, … Ach, wie fast jeder meines Volkes … und ist über einen Zauber gestoßen … . Er brauchte dafür ein Opfer. Wer war es wohl? Ja, ich… Doch irgendetwas ging schief und er wurde jung und ich… ich eben so. Doch noch etwas geschah. Es... Es war als wäre ich zu einem Teil gestorben… , denn kein Tier kann mich seit dem Tag wahrnehmen, ich heile schnell… „
Das erklärt warum er sich immer an mich an schleichen kann, warum ich ihn nicht wittere, warum seine Wunden …
„Magie hat keine Wirkung auf mich, habe aber weder Geruch, noch …noch…kann ich weinen... So als wäre ich da und irgendwie auch nicht! Ich war geflohen…und lebte bei dem Tempel von Manthala. Nichts passiert ohne Grund, Maruka.“
Hat wohl alles seine Vor- und Nachteile …
Er lächelte und haderte nicht mit seinen Schicksal, dass konnte sie sehen, sondern dass was mit denen um ihn herum geschah. Ob er wirklich noch am Leben war, oder irgendwie nur noch aus dieser schädlichen Magie bestand, die ihn am Leben hielt, wusste der Mann, den sie immernoch gestützt hielt, selbst nicht. Für Maruka war nicht wichtig wie das alles genau funktionierte. Sie war glücklich über den Umstand, dass er ihr es so offen erzählte.
Magie war für viele Mantroner ein Buch mit sieben Siegeln und auch Marukas Mutter hatte ihr einmal erklärt, dass es Wesen in dieser Welt gab, die Magie wirken konnten. Maruka erinnerte sich gerade in diesem Augenblick an jenen Moment vor vielen Jahren, als sie ihr von Magie erzählt hatte:
„Magie an sich ist nichts schlimmes, mein Herz … nur Derjenige der sie gegen dich richtet. Dein Vater würde sagen, Magie ist immer schlecht, doch es gibt selten auch Formen die ausschließlich der Heilung oder der Unterstützung dienen. Eirik würde sagen, dass ein starker Körper sich selbst helfen sollte! Nur die Schwachen brauchen Magie! Dein Vater hat aber auch Recht wenn er sagt, man sollte einen Magier nie unterschätzen! Falls dir jemals einer im Kampf gegenübersteht, warte nicht bis er ausgesprochen hat. Dein Pfeil sollte immer schneller sein als seine Zunge! Es gibt nur eins was sicher gegen Magie hilft! Sei schneller! Jeder Zauber verblasst, wenn er nicht beendet werden kann und so weit wir wissen braucht es immer etwas Zeit Magie zu wirken.“
Ob diese Lehren stimmten? Die Erinnerung an ihre Mutter ließ Katze kurz den Kopf schütteln. Die Vergangenheit würde immer weh tun und es war schwer die Tränen zu unterdrücken. Valas Stimme holte sie ins Jetzt zurück.
„Sooo…und bevor dir Dry’ol die Peitsche lehrt, werde ich es lieber machen….“
Valas klopfte sich dabei auf seine Oberschenkel, zuckte jedoch zusammen. Maruka tat es genauso, doch aus einem anderen Grund.
„… Sobald ich geheilt bin. Wäre ja gelacht, wenn ich dich nichts lehren könnte.“
Maruka versuchte ebenfalls ein schmales Lächeln, aber ihre Sorge um ihn, ließ die Schnurrhaare immernoch zittern. Ihre Nerven waren angespannt, denn in so kurzer Zeit war so viel passiert und sie hatte so viel erlebt, dass sie glaubte, langsam den Verstand zu verlieren. Sie starrte ein paar Sekunden lang ins Leere, dann sah sie den Dunkelelfen neben sich starr an.
„Valas?“
Wie mach ich mich jetzt nur verständlich?
„Es gibt etwas, dass du für mich tun kannst. Etwas das ich für noch viel wichtiger halte, als dem Willen deines Bruders nachzukommen!“
Sie sah in einen Moment still an, als ob sie sich sicher sein wollte, dass er ihr auch zuhörte, bzw. ob sie auch dir richtigen Worte fand.
„Wenn du mir wirklich etwas beibringen willst, dann lehre mich deine Sprache.“
Sie machte eine Pause und beobachtete Valas. Ob er gleich verstand, worauf sie hinaus wollte?
„Worte wie Geliebter, Katze, Hund sind nicht ausreichend um unter Feinden zu überleben. Wenn du mir wirklich helfen willst, lehre mich eure Worte zu verstehen. Ich denke, wenn Sademos will, dass ich die Peitsche lerne, dann werde ich das durch ihn, aber er wird mir sicher nicht seine dunklen Worte beibringen, damit ich eine Chance bekomme seine Pläne zu verstehen um meine Seele vor ihm zu verstecken. Meine Seele gehört ihm nicht und wird es niemals. Alles andere mag er sich nehmen, aber gehören tu ich meinem Schicksal und nicht dem seinen.“
Der letzte Satz klang aus ihrem Mund so ruhig und gewiss, dass es schon fast gruselig war. Dann sah sie weg und ihre Lippen formten gedankenverloren und tonlos einen Satz, dessen Worte sie im Traum gehört hatte und dessen Sinn sich trotz der fremden Sprache tief in ihr eingeprägt hatte:
„Du bist die meine und jeder, der sich dem entgegenstellt wird dies erkennen.“
Ihr Stimme war dabei noch nicht einmal ein Flüstern. Um sie zu verstehen, musste man wohl so schon Lippenlesen können. Genauso plötzlich wie ihre Gedanken abgeschweift waren, genauso schnell kam sie zurück und schüttelte abermals ihren Kopf.
„Sademos hält mich für sein Haustier und ich werde diese Rolle für ihn spielen. Ich werde tun was er verlangt, auch wenn es mir Qualen bereiten wird, die ich mir wahrscheinlich noch nicht mal vorstellen kann.“
Wieder sah sie zu seinem Rücken und es war klar, dass sie nicht die körperlichen Qualen meinte, die man ihr antun könnte, sondern ihren seelischen Leidensweg.
„Es tut mir leid, was er dir durch mich angetan hat und … noch tun wird, aber ich glaube ich habe jetzt verstanden, wie ich ihm entkommen kann.“
Sie lächelte schmal, auch wenn es nicht ihre traurigen Augen erreichte.
„Sademos will dir weh tun, indem er mich verdirbt. Wenn du mir hilfst meine Seele zu schützen, dann kann er mir antun … kann er UNS antun was er will, aber wird nicht siegen.“
Eine Weile schwieg sie und suchte in den Augen ihres Gegenübers nach Verständnis. Sicher wussten beide, das Sademos sich immer wieder neue Grausamkeiten für sie ausdenken würde, doch wenn sie im Herzen zusammen hielten, den Schmerz des anderen linderten, einfach nur durch ihren stillen Packt, dann könnten sie sich vielleicht beide etwas von ihrer Seele bewahren. Dann atmete Maruka einmal tief durch und strich sich die Mähne aus dem Gesicht. Ein paar von Valas Zöpfen hatte sie inzwischen auch entwirrt.
„Valas, du kannst mir so viel beibringen und ich kann dir nur meine Zuneigung geben.“
Sie überlegte was sie ihm sonst noch für sein Wissen zurück geben könnte.
„Das einzige was ich halbwegs passabel kann, was meine Stärke ist, ist der Umgang mit Pfeil und Bogen … obwohl ich langsam glaube, dass mein Körper da anderer Meinung ist.“
Sie sah auf ihre „neuen“ Waffen, ihre Krallen und versuchte einmal wieder willentlich sie ein und auszufahren, was nun langsam verzögert klappte. Sie dachte zurück an die Attacke auf den Dunkelelfen auf der Hatz und wie leicht ihre Krallen den richtigen Weg gefunden hatten. Es war erstaunlich, wie gut sie ihre Instinkte leiteten, wenn sie ihnen freien Lauf ließ. Wie gut sie mit den Krallen kämpfen konnte. Ein einsamer Gedanke huschte durch ihren ruhelosen Geist, der sich fragte, wie sie diese Fähigkeit noch verbessern könnte, doch außer das Beobachten von Raubkatzen fiel ihr gerade nichts besseres ein. Maruka wusste nichts von Leoniden oder anderen Rassen die im Verborgenen für Mantroner lebten und mit Krallen kämpften. Wie sollte sie also für ihre Klauen einen Lehrmeister finden? Lehrer für die Peitsche gab es unter den Dunkelelfen wohl wie Schnee in Mantron. Sie verwarf auch diesen Gedanken und beobachtete lieber, wie schnell sich Valas Wunden schlossen.
„Was meinst du?“
Sie hatte sich gerade den nächsten Zopf geschnappt und war fast fertig seine Haare zu entfilzen.
„Bist du da auch der Meinung, dass die Sprache des Feindes zu kennen ist mindestens genauso überlebenswichtig, wie den Umgang mit der Peitsche zu lernen?“
Ihre flinken Finger zupften den letzten Knoten aus den langen Strähnen und sie betrachtet ihr Werk mit schräg gelegtem Kopf.
„Und was noch viel viel viel wichtiger ist!!! Soll Katze dir jetzt wieder neue Zöpfe machen oder findest du Kordeln schöner?“
Sie grinste blinzelnd. Die Anspannung der letzten Stunden war unerträglich geworden und die scherzhafte Ablenkung war bitter nötig. Vielleicht fiel Valas auch auf, dass sie von sich selbst noch ab und an lieber in der dritten Form und mit dem Namen Katze sprach. Es war offensichtlich, dass sie noch lange nicht mit ihrer Vergangenheit abgeschlossen hatte.
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Erzähler » Montag 10. Juni 2013, 10:00

Ihrer Bitte nachzukommen würde dem Dunkelelfen nicht schwer fallen und er lauschte aufmerksam ihren Worte. Die junge Frau war intelligent und obwohl sie sich selber nicht als Kämpferin zu sehen schien, konnte der Mann es in ihr erkennen. Sorgfältig entwirrte sie ihn die Zöpfe und er beobachtete, wie sich sich wohl noch immer schämte, für dass was Sademos ihr angetan hatte. Nicht was mit ihm geschah war von Interesse, sondern nur dieses junge geschöpft.
„Jeder ist seines Schicksals Schmied, mein Kind….keiner schreibt es dir vor, du kannst es formen, egal was andere dir sagen. Wenn du dich ihm nur hingibst, wird es dich überwältigen, kämpfst du, kannst du Berge versetzen“ es war Weisheit eines Elfen, der schon vieles erlebt hatte und er griff abermals ihre Hände und hielt seine roten Augen auf die der Hybridin gerichtet. Er wusste nicht, dass sie von einer Person sprach, doch spürte er, dass sie diese Information brauchen würde.
„du willst meine Sprache lernen..nun gut, ich werde sie dir beibringen…und keine Sorge, du machst schon mehr für mich als du denkst…du bist einfach nur da“ er lächelte sanft. Ein Lächeln eines Mannes, der eine lang vermisste Tochter wiedergefunden hatte….jemand der ihn Kraft schenkte.
„Bloss keine Kordeln“ lachte er auf und strich sich durch das lange , leicht gewellte Haar. Es ließ ihn etwas weicher erscheinen und nicht hart. Es stand ihn, wenn er es offen trug, doch war es so auch reichlich unpraktisch, wenn man auf der Flucht war. Auch konnte man ein wenig die Ähnlichkeit zu seinen Bruder erkennen, nur dass seine Fältchen eher von Lachen zu kommen schien. Valas hatte gerne und viel gelacht, besonders wenn er mit seinem Geliebten zusammen war. Gefühle hatte er oft zeigen können und wenn er auch maskuline Härte in sich trug, so war da immer eine Sanftmut.
„und du bist dir sicher, dass du von Sademos die Peitsche gelehrt bekommen willst?…. Er wird mich als Versuchskaninchen nehmen wollen…immer und immer wieder. Das muss dir klar sein. Ich werde dir nicht böse sein, egal was geschieht und ich werde dir helfen mein Volk zu verstehen. Nicht nur die Sprache sondern was sie ausmacht. Mache dir aber gefasst, dass vieles durch Grausamkeit geprägt ist und habe trotzdem kein Mitleid mit ihnen. Verstanden?“ Sein Blick war erst und entschlossen und es bedurfte keinen Widerrede.
Inzwischen waren die Wunden wieder verheilt und er erhob sich um zum Bad zu gehen, wo er die Bürste holte und sich die Haare durch bürstete. Die weiße lange Mähne in der einen Hand, sah er dann wieder zu Maruka.
„Nenne dich nicht selber Katze, das bedeutet nämlich "Katze"… du hast immerhin einen Namen. Lasse nicht so, dass mein Bruder dich dadurch bekommt, dass ist etwas was ich von dir verlange…und sag mal, woher kannst du Haraxisch?“ als er ihre Verwirrung im Gesicht erkannte, erläuterte er es und legte dabei die Bürste wieder auf den Tisch.
„Du hast es vorhin leise geflüstert. Ich kenne es nur, weil es Zauber gibt, die auf so was aufbauen…und du hast vorhin eindeutig etwas in der Sprache der Dämonen gesprochen…zumindest sah es so für mich aus. Jedoch ich habe schon länger nicht mehr von den Lippen gelesen.“ Er zog entschuldigend die Schultern hoch.
„ Nicht das ich gerne lausche oder so...aber ich hatte immerhin auch eine Berufung, bevor ich ein alter Herr wurde.“ er musste schelmisch grinsen und in seinen Augen, war ein Funkeln zu sehen, die man es bei einen Schelm oder Spitzbuben erwarten würde.
„Verstehen tue ich es aber nicht….also woher du das auch immer hast, wenn ich mich nicht getäuschte habe, vergiss es schnell“
Der Dunkelelf mahnte zur Vorsicht, während er nun begann die Schubladen des Schrankes zu durchstöbern. Irgendwo musste doch Schreibpapier sein.
„Wo steckst du denn? Das ist doch nicht dein ernst Sademos, dass du hier….ah“ triumphierend hob er Pergament, Feder und Tintenfass hervor. Hielt dann jedoch inne und sah über die Schulter zu Maruka.
„Kannst du überhaupt lesen? Sonst wird es schwierig, wenn dir dir was aufschreibe. Nicht, dass es auch ohne geht, ist aber manchmal leichter. Zumindest habe ich so Celcianisch gelernt“ Er zwinkerte ihr keck zu.
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Maruka » Donnerstag 13. Juni 2013, 09:45

„Jeder ist seines Schicksals Schmied, mein Kind….keiner schreibt es dir vor, du kannst es formen, egal was andere dir sagen. Wenn du dich ihm nur hingibst, wird es dich überwältigen, ...“
Ab dem Wort *hingibst* verdrehte sich Marukas Magen urplötzlich und ließ ihr Fell sich deutlich sträuben.
Was? Wenn ich mich hingebe …? … Hingeben … Oh, NEIN! Er meint doch nicht etwa …???
Ein unbeschreibliches Gefühl blieb wie einem Stein in ihrem Bauch zurück und zog die Eingeweide zusammen. Ihr wurde speie übel! Nur die bloße Ahnung an einen unausgesprochenen Übergriff seinerseits, ließ sie erstarren. Das seltsame war, dass die starke körperliche Reaktion eher von ihrer Instinkt gesteuerten Seite her rührte, als von ihrem menschlichen Geist. Der Serval in ihr war noch deutlich mehr gegen diese Vorstellung als die Mantronerin. Der Serval würde selbst bestimmen wann und mit welchem Männchen sie sich paaren wollte und war noch nicht bereit dazu! Sie war doch nicht rollig! Ein winzigen Moment lang war die menschliche Seite vollkommen überwältigt von der Erkenntnis, dass die Angst die sie spürte, die ihr anerzogen worden war und die ihrem Herrn gehörte, sie war in den Menschen gepflanzt worden … nicht in das Tier! Das Tier würde kämpfen! Doch genau da lag das Problem. Maruka war beides. Eine verstörte, misshandelte, gebrochene junge Frau und eine Raubkatze, eine Kämpferin, eine Jägerin! Valas sah das Offensichtliche schon mehr als sie selbst und mit wenigen Worten brachte er sie dazu, sich mit all ihren Facetten zu befassen.
Was hat er gesagt? … kämpfen? Wie? Was habe ich ihm an DIESEM Ort schon entgegenzusetzen? Er bringt mich um, wenn ich nicht gehorche! Ich kann mich jetzt schon kaum vor Angst bewegen … Wie soll ich nur …??? … Angst.
Die Berührung seiner Hände holte sie aus der Spirale der stetig finsterer werdenden Gedanken.
„Du willst meine Sprache lernen ... nun gut, ich werde sie dir beibringen … und keine Sorge, du machst schon mehr für mich als du denkst…du bist einfach nur da“
Er lächelte sanft. Ein Lächeln eines Mannes, der eine lang vermisste Tochter wiedergefunden hatte….jemand der ihn Kraft schenkte und mit dieser zarten Geste fühlte sich Maruka nun auch nicht mehr so allein. Sie fühlte sich zu etwas nutze, sie wurde gebraucht.
Als sie sich wieder seinen Haaren zuwandte witzelte er:
„Bloss keine Kordeln“
Maruka musste leise kichern. Sie war vor noch nicht wirklich langer Zeit gerade erst 18 Jahre geworden und hatte in den letzten Jahren die Einsamkeit der Jagd als ihren Begleiter zu schätzen gelernt, doch nun brauchte auch sie jemanden, jemanden der sie leitete. Und wenn es ein Dunkelelf war, der ihr ein dabei half das dunkle Herz Morgerias zu verstehen.
„Und du bist dir sicher, dass du von Sademos die Peitsche gelehrt bekommen willst?… Er wird mich als Versuchskaninchen nehmen wollen…immer und immer wieder. Das muss dir klar sein. Ich werde dir nicht böse sein, egal was geschieht und ich werde dir helfen mein Volk zu verstehen. Nicht nur die Sprache sondern was sie ausmacht. Mache dich aber gefasst darauf, dass vieles durch Grausamkeit geprägt ist und habe trotzdem kein Mitleid mit ihnen. Verstanden?“
Sein Blick war erst und entschlossen und es bedurfte keinen Widerrede.
Mitleid? Mit einem Volk das die Grausamkeit in ihrem Blut, hinauf bis zur Perfektion gezüchtet hat? Wohl kaum! - Mitleid mit dir, ja. Er wird dich durch mich leiden lasse, das weiß ich. Aber ich bin dankbar, dass du mich verstehst.
„Nenne dich nicht selber Katze, das bedeutet nämlich "Katze"… du hast immerhin einen Namen. Lasse nicht zu, dass mein Bruder dich dadurch bekommt, dass ist etwas was ich von dir verlange…“
Maruka schüttelte langsam den Kopf.
„Ich nenne mich Katze, weil … weil ich Sademos meinen menschlichen Namen nicht aussprechen lassen will. Wenn er glaubt, ich bin mehr *Katze*, kommt er meiner Seele nicht so nah. Ich will für ihn eine Katze sein, kein Mensch den er noch mehr verletzen kann. Verstehst du das?“
Ein Moment lang war es still zwischen den beiden ungleichen Wesen, dann fuhr Valas fort.
„...und sag mal, woher kannst du Haraxisch?“
Haraxisch? Wovon redet er da?
Als er ihre Verwirrung im Gesicht erkannte, erläuterte er es und legte dabei die Bürste wieder auf den Tisch.
„Du hast es vorhin leise geflüstert. Ich kenne es nur, weil es Zauber gibt, die auf so was aufbauen…und du hast vorhin eindeutig etwas in der Sprache der Dämonen gesprochen…“
WAS???
„... zumindest sah es so für mich aus. Jedoch ich habe schon länger nicht mehr von den Lippen gelesen.“
Er zog entschuldigend die Schultern hoch. In Marukas Kopf drehte sich alles.
Dämonen?
Seine Stimme wurde leiser und drang nur noch flüsternd in ihr Bewusstsein.
Dämonen? Nein … das kann doch nicht sein!?! Ich … was hatte ich gesagt? Ich hatte doch nur die Worte meines Schicksals ...
„Nicht das ich gerne lausche oder so...aber ich hatte immerhin auch eine Berufung, bevor ich ein alter Herr wurde.“
Er musste schelmisch grinsen und in seinen Augen, war ein Funkeln zu sehen, die man es bei einen Schelm oder Spitzbuben erwarten würde.
Maruka war mit ihren Gedanken weit weg. Sie hatte den letzten Teil seiner Worte nicht mitbekommen. Wie durch einen dichten Nebel, oder noch viel eher, wie durch dichten Rauch nahm sie Valas Gesicht war, aber sah ihn kaum noch wirklich. Vor ihrem inneren Auge sah sie die Flammen ihres Traumes. Sie fühlte die seltsame Verbindung zu diesem … Wesen? Sie hielt es für ihr Schicksal, das zu ihr sprach. Doch Valas behauptete nun etwas ganz anderes! Etwas das nicht sein durfte. Alles in ihr wehrte sich dagegen auch nur den Gedanken aufkommen zu lassen, das ihr Schicksal ein Dämon sein könnte! Unwillkürlich umspannte sie ihren eigenen Körper um das aufsteigende Zittern zu unterdrücken.
Das kann nicht sein! Das darf nicht sein! Er irrt sich! Ich … mein Schicksal ...
„Verstehen tue ich es aber nicht….also woher du das auch immer hast, wenn ich mich nicht getäuschte habe, vergiss es schnell“
Wie soll ich etwas vergessen, dass ich in der Tiefe meiner Seele ganz genau weis?!
Der Dunkelelf mahnte zur Vorsicht, während er nun begann die Schubladen des Schrankes zu durchstöbern. Träge verfolgten ihre Augen seine Bewegungen.
„Wo steckst du denn? Das ist doch nicht dein ernst Sademos, dass du hier….ah“
Triumphierend hob er Pergament, Feder und Tintenfass hervor. Hielt dann jedoch inne und sah über die Schulter zu Maruka, die stocksteif immernoch am selben Fleck stand. Indem er unvermindert mit ihr sprach, holte er sie langsam wieder aus ihrer Erstarrung.
„Kannst du überhaupt lesen? Sonst wird es schwierig, wenn dir dir was aufschreibe. Nicht, dass es auch ohne geht, ist aber manchmal leichter. Zumindest habe ich so Celcianisch gelernt“
Er zwinkerte ihr keck zu und sie blinzelte langsam. Etwas monoton und noch immer in Gedanken, antwortete sie:
„Natürlich kann ich lesen! Schreiben und Rechnen kann ich auch. Meine Mutter hat es mir beigebracht genauso wie das Tanzen u…“
Sie stockte. Das war alles so unwirklich. Wenigstens hatte Valas es geschafft, sie für den Augenblick von ihren um das Wort *Dämon* kreisende Gedanken weg zu kriegen. Sademos wollte eine Sklavin, keine intelligente Fährtenleserin, keine Jägerin mit Talent zum Zöpfe flechten. Sie hatte auf dem Sklavenschiff zu genüge gelernt sich devot zu verhalten, nicht aufzufallen und brav, das zu tun was man ihr befahl. Um zu überleben, würde sie sich bemühen die Wünsche ihres Herrn zu erfüllen. Trotzdem rebellierte ein nicht gerade kleiner Teil ihrer einst so starken Seele, besonders wenn sie in Valas Nähe war. Er gab ihr Kraft.
„Danke Valas!“
Sie sah ihn an und fügte die Erklärung gleich hinzu.
„Danke, dass du mich verstehst. Ich … ich wäre hier verloren, ohne dein Verständnis. Ich bin mit mir selbst so uneins und deshalb so dankbar, dass du mir Kraft gibst, mich nicht ganz zu verlieren. Ich brauche dich, damit meine Seele überleben kann. Danke, dass du mir hilfst!“
Nach diesen persönlichen und sehr innigen Geständnis, sah sie auf den Boden und musterte die Maserung in der Oberfläche. In einer Zeit in der sie sich lieber mit ihren inneren Zwistigkeiten auseinander setzen sollte musste sie „Dämonen“ um sich herum bekämpfen. In diesem kurzen Moment träumte der Serval von Freiheit. Er träumte von endlosen Wäldern, von dem Spannen seiner Muskeln wie sie sich im Rausch der Jagd streckten und zusammen zogen, wie Krallen und Zähne ihre Beute fanden und einfachste Instinkte befriedigt wurden. Kein Intrigenspiel, keine Hinterlist, nur reines Gefühl. Vielleicht wenn Valas ganz genau hin sah, huschte ein zarter blauer Schimmer, wie einst im Sklavenkeller vor der Hatz, über Marukas geschlitzten Augen, was nur geschah, wenn sie dem Tier in sich nahe war. Sie blinzelte einmal sehr langsam und sah dann wieder zu ihm auf.
„Ja, bring mir deine Sprache bei. Bring mir bei, wie ich meine *Maruka* vor ihm schützen kann und meine *Katze* ihn bekämpfen soll. Ich will … Ich muss überleben! Ich … ich bin nicht dazu bestimmt hier zu sterben!“
Ihr Blick war ernst und sie sah ihm gerade in die Augen, als wüsste sie ganz genau, wovon sie sprach.
Wie soll ich meinem Schicksal entgehen?
Sie erinnerte sich an die Worte:
Du bist die meine und jeder, der sich dem entgegenstellt wird dies erkennen.
Ich weis, was sie bedeuten. Ich verstehe sie. Ich habe sie in meinem Herzen gehört und sie geben mir Trost und Sicherheit. Ob sie nun trügerisch sind oder nicht liegt nicht in meiner Macht. Ich weis nur, ich muss überleben um es herauszufinden.
Sie trat an Valas Seiten und sah auf das Blatt Papier. Leicht wie eine Feder, schob sich ihre Hand in seine. Sie hatte Angst vor der Zukunft, Angst vor ihrem Schicksal, Angst vor ihrem eigenen Körper und vor ihrem Herrn. Deshalb brauchte sie die Nähe des einzigsten Wesen, welches auch sie brauchte. Zaghaft lehnte sie sich an seinen Arm und rieb kurz ihre Stirn an seiner Schulter. Dann sah sie auf.
Der Unterricht konnte beginnen.
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 26. Juni 2013, 11:59

Sie war ein kluges Mädchen, dass hatte Valas schon bemerkt. Sie wollte also lieber Katze sein, als dass sein Bruder Herr ihrer Seele wurde. Gut gemacht Kleines! Das war durchdacht.
Das sie bei seinen Satz bezüglich des Schicksals an eine Person dachte, wusste der Dunkelelf nicht. Woher sollte er denn ahnen, dass Maruka eine geheimnisvolle Stimme gehört hatte, die den Namen „Schicksal“ bei ihr trug. Und er wäre entsetzt, wenn er es gewusst hätte. Das Mädchen schien schon so viel Leid erfahren zu müssen, dass sie fast schon eine Ewigkeit in Morgeria zu sein schien.
Da brauchte sie nicht noch so eine Wesen, was ihr zu folgen schien.
Plötzlich schien das Mädchen weit weg zu sein. Der Dunkelelf zog die Stirn kraus, packte Maruka an den Schultern und rüttelte sie etwas. Sie war wie weggetreten. War plötzlich doch alles zu viel für sie? Er sah wie sich ihr Fell sträubte, so als sei ihr kalt und sie zu zittern begann. Nur langsam schien wieder ins hier und jetzt zu finden. Seine Worte holten sie wieder zu sich. Wachsam beäugte er sie, während er jetzt zurück kam.
„tanzen kannst du auch?...Das ist schön! Ich bin darin ziemlich ungeschickt und trete jeden auf die Füße…“ Sein Blick schweifte ab, verweilte einen Moment auf den Toten Körper von Cassiel. Nein, dieser würde ihn nie wieder das tanzen lehren. Er schluckte den hart und sah dann Maruka wieder an.
„Vielleicht zeigst du es mir bei Gelegenheit, ja?“
Er rollte das Pergament aus, als ihr danke ertönte. Irritiert hielt er einen Moment inne, sah zu der Hybridin auf, die ihn dann auch gleich die Erklärung gab. Wieder trat das Lächeln auf seine Züge.
„Dafür nicht Kind! …ich scheine hier meine Aufgaben zu haben, vermutlich bin ich deswegen damals nicht gestorben“ Er machte Mut, strahlte eine Stärke aus, die Weisheit und auch Kraft besaß. Er war eben anders, so wie sie anders war- und genau dieser Umstand bewirkte, dass sie sich brauchten.
„Weiß du Kind, du scheinst von einen Schatten begleitet zu sein… einer der weicht wenn ich bei dir stehe, doch es ist vermutlich nur dass wir uns gegenseitig Hoffnung schenken.“ Er ließ den Blick nachdenklich sinken und klopfte neben sich, sodass sie auf das Pergament schauen konnte. Der Unterricht würde beginnen.
„Nein, Kind das bist du bestimmt nicht! Du wirst nicht in Gefangenschaft sterben… sicher nicht“ das war von seiner Seite ein Versprechen, denn auch wenn Valas nichts vom Schicksal wusste, so glaubte er, das Manthala ihre Gründe hatte, ihn damals überleben zu lassen und ihm Schutz zu gewähren. Wer sagte nicht, dass er die Aufgabe hatte über das Mädchen zuwachen.
Valas fing mit leichten Sachen an, ließ sie so lange wiederholen bis sie es kannte…und vor allen erzählte er von seinem Volk. Wo Dunkelelfen wie er es war schwer hatten, weil sie nicht dahin gehörten.
Wie lange sie Unterricht erhielt, konnte sie wohl schwer sagen- nur das irgendwann die Müdigkeit über sie einbrach. Sademos hatte sie nicht abholen lassen, vermutlich war er noch wütend über das was geschehen war. Valas selber merkte nicht wie die Zeit verging, wenn er nicht selber darauf achtete, so hatte er weder Hunger noch wurde er müde. Vielleicht war er wirklich so etwas wie ein fester Geist.
Erst als die Tür sich öffnete und zwei weitere Sklaven entraten, blickte Valas auf. Es waren Dunkelelfen niederen Standes- also eher Diener. Sie stellten Tabletts mit etwas zu essen auf den Tisch ab, blickten einen weder in die Augen noch hoben sie den Kopf merklich, sahen nur ihre Arbeit und ignorierten die beiden anderen Personen.
„Das sind Elfen , die aus niederen Haus kommen. Sie sprechen die Allgemeinsprache nicht und erhoffen sich, irgendwann etwas erledigen zu dürfen, was sie vom stand höher bringt. So einem darf man nicht vertrauen, die meisten würden dich verraten, wenn es ihnen Profit bringt....ist leider egal in welcher Schicht so..“ er seufzte und strich eine seiner Strähnen nach hinten.
Doch sie gingen nicht sofort, sondern sie traten wortlos an Valas vorbei und holten den toten Körper Cassiels ab. Vermutlich würde er an eine Bestie verfüttert werden. Valas sah weder auf noch nach, wenngleich auch seine Hand sich zur Faust ballte.
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Maruka » Freitag 28. Juni 2013, 22:50

„Tanzen kannst du auch?...Das ist schön! Ich bin darin ziemlich ungeschickt und trete jeden auf die Füße … Vielleicht zeigst du es mir bei Gelegenheit, ja?“
„Meine Mutter tanzte abendlich in der Taverne als sie jung war. Dort hat sie auch meinen Vater kennengelernt. Ich glaube aber nicht, dass ich all zu viel von ihrem Talent geerbt habe um mir damit einen Namen zu verdienen. Ich … vermisse sie sehr.“
Maruka sah in Gedanken versunken einen kleinen Moment zu Boden und dachte an das Bild ihrer Mutter, wie sie später, statt zu tanzen, abendlich ihre Zeit mit Handarbeiten verbrachte. Es war ein friedvolles Bild. Eona Sternentanz war zu ihrer Blütezeit ein „Stern“ in der Nacht gewesen. Die Hybridin hatte ihre Mutter immer für ihre grazile Gestalt und die harmonischen Bewegungen bewundert, die sie ihr schon früh hatte beigebracht. Doch vor ihrer Verwandlung war Maruka eher nach der väterlichen Blutlinie gekommen. Sie war zwar weiblich, kurvig und schlank gewesen, hatte aber nicht den schmalsten Knochenbau in ihrer Familie besessen. Allein ihre geheime Leidenschaft für das Eistauchen, hatte ihren Körper ziemlich stark geprägt.
Der Elf neben ihr, holte sie in die Gegenwart zurück und Maruka war auch nur kurz in Gedanken, da sie sich noch bei Valas bedanken wollte. Er gab ihr Halt in einer Welt, die ihre Seele verderben wollte. Eine Welt die sie ihrer Vergangenheit immer mehr entfremdete.
„Dafür nicht Kind! …ich scheine hier meine Aufgaben zu haben, vermutlich bin ich deswegen damals nicht gestorben.“
Er machte ihr Mut, strahlte eine Stärke aus, die Weisheit und auch Kraft besaß.
„Weiß du Kind, du scheinst von einen Schatten begleitet zu sein… einer der weicht wenn ich bei dir stehe, doch es ist vermutlich nur dass wir uns gegenseitig Hoffnung schenken.“
Es stimmt, wenn ich bei dir bin, hab ich das Gefühl, dass der Schatten meines Schicksals mich noch nicht erreichen kann. Vielleicht ist es die Hoffnung, wie du sagst, vielleicht gibt sie mir Stärke.
Seine folgenden Worte umhüllten sie wie ein warmer Mantel.
„Nein, Kind das bist du bestimmt nicht! Du wirst nicht in Gefangenschaft sterben… sicher nicht“
Selbst wenn er wissentlich oder unwissentlich log, selbst wenn sie noch die schlimmsten Qualen zu erwarten hatte, selbst wenn sie hier den Tod finden würde, diesen kleinen vertrauten Moment konnte sie in ihrem Herzen bewahren. Maruka lächelte, wobei die Spitzen ihrer Eckzähne sich glitzernd zwischen ihren weichen, dunklen Lippen zeigten.
Der Unterricht konnte beginnen und Maruka wusste wie wichtig es war, die Feinde um sich herum zu verstehen. Sie drückte alle anderen Gedanken und Gefühle beiseite, ganz so wie sie es bei der Fährtensuche gelernt hatte. Volle Konzentration auf das Hier und Jetzt! Sie musste schnell lernen!
Valas fing mit leichten Sachen an, ließ sie so lange wiederholen bis sie es kannte…und vor allen erzählte er von seinem Volk. Wo Dunkelelfen wie er es war schwer hatten, weil sie nicht dahin gehörten. Irgendwie tat ihr Valas ein bisschen leid, weil seine Andersartigkeit auch immer Einsamkeit mit sich brachte.
Hoffentlich erinnere ich mich in der Zukunft auch an die ein oder andere Begebenheit, von der er mir jetzt berichtet. Ich darf nichts vergessen!
Wie lange sie Unterricht erhielt, konnte sie schwer sagen, nur das irgendwann die Müdigkeit über sie hereinbrach. Ein langes Gähnen unterbrach kurz ihre Konzentration und sie sah zur Tür, von der sie glaubte ein Geräusch vernommen zu haben. Ihre großen Ohren drehten sich in diese Richtung und da ging auch schon die Tür auf. Zwei Dunkelelfen traten ein, aber hatte so gar nicht das Auftreten dieser stolzen Rasse. Die Unterschiede die dieses Volk unter Seinesgleichen machte, waren bizarr!
„Das sind Elfen , die aus niederen Haus kommen. Sie sprechen die Allgemeinsprache nicht und erhoffen sich, irgendwann etwas erledigen zu dürfen, was sie vom Stand höher bringt. So einem darf man nicht vertrauen, die meisten würden dich verraten, wenn es ihnen Profit bringt....ist leider egal in welcher Schicht so.“
Maruka schwieg im Angesicht der Fremden lieber und Valas seufzte und strich eine seiner Strähnen nach hinten. Doch die beiden Diener gingen nicht sofort, denn sie hatten einen Auftrag. Sie traten wortlos an Valas vorbei und holten den toten Körper Cassiels ab. Valas sah weder auf noch nach, wenngleich auch seine Hand sich zur Faust ballte. Maruka, die still beobachtend neben ihm saß, griff hinter seinem Rücken nach seiner anderen Hand und drückte sie kräftig. Ihre Gefühle waren gespalten. Einerseits wollte die menschliche Seite Valas Kraft in diesem schrecklichen Moment Kraft spenden, andererseits wollte das Tier in ihr sich an ihm fest halten, damit es nicht hervor brach und die beiden Dunkelelfen zerfetzte, die es wagten ihre kleine kaputte Familie auseinander zu reißen. Auch wenn Cassiel nur noch ein Leichnam war, so gehörte er zu Valas und nicht zu ihnen! Die Überreste eines geliebten Verstorbenen zu Ruhe zu betten war in Mantron ein wichtiger Ritus. Der Übergang zu den Ahnen war Bestandteil ihrer Kultur, ihres Glaubens. Alles an diesem Volk war falsch! Ihre Kiefermuskeln spannten sich unwillkürlich und ein klein bisschen war sie von sich selbst überrascht, wie schnell sie bereit war zu kämpfen. Jede Bewegung der beiden schien ihr viel zu langsam und als sie endlich wieder draußen waren, atmete sie hörbar aus. Der kleine Adrenalin-Schub war schnell wieder vorbei, aber hatte sie wenigstens kurz aus ihrer Müdigkeit gerissen. Sie konnte nicht wissen, das Valas keinen, oder nur wenig Schlaf brauchte. Sie nahm sich an ihm ein Beispiel und wollte so lange wie möglich und so viel wie nur irgend ging lernen. Sie stand auf und ging ein paar Mal auf und ab, dehnte ihre Muskeln, bewegte ihren gelenkigen Körper und hüpfte sogar zwei – drei Mal auf und ab.
„Kann weiter gehen.“
In der Natur Mantrons konnte man sich auch nicht nach seiner inneren Uhr richten. Da wurde geschlafen, wenn es Gelegenheit dazu gab und wenn Maruka sich selbst hinterfragt hätte, so hätte sie ihr Gefühl wahrgenommen, das sich mit jeder Faser ihres Körpers sträubt an einem Ort wie diesem zu schlafen, selbst wenn Valas über sie wachen würde. Doch das konnte sie sich noch nicht eingestehen und so entrollte sie ihr neustes Werkzeug und wiederholte die letzten Vokabeln zum Klang der Peitsche. Gezielte Attacken waren so nicht möglich, aber so konnte sich ihr Körper wenigstens schon mal an die ungewohnte Verlängerung ihres Armes gewöhnen. Mit jedem Schlag, mit jedem Wort das sie lernte, wuchs ihr innerer Widerstand ein kleines Bisschen. Auch wenn sie hier gefangen war, so konnte sie den Kampf gegen ihre Umwelt aufnehmen.
Ich muss lernen auszuhalten! - Ich darf nicht aufgeben! - Ich werde überleben!
Im Geiste wiederholte sie diese Parole immer wieder und fügte eine Vokabel an jedes Ende. Vielleicht würde sie noch ein paar Mal gebrochen werden, vielleicht würde Sademos sie irgendwann uninteressant finden und ihrer überdrüssig, sich ihr entledigen, sie wusste es nicht. Vielleicht musste sie nur lange genug warten, bis ihr Schicksal sie einholte. Vielleicht ergab sich auch irgendeine andere Möglichkeit. Die Stadt um sie herum war voller neuer Dinge die es zu erfahren gab. Vor allem anderen stand aber immernoch ihr Herr.
Ich werde überleben! - Ich werde überleben! - Ich werde überleben!
Die Peitschenhiebe wurden stärker und auch ein bisschen wütender. Der winzige Teil ihres stolzen Mantronerherzens, welcher unter der Folter des Kapitäns überlebt hatte, begann wieder im Gleichklang mit den Hieben zu schlagen. Ohne Valas Zuwendung, die Hoffnung die er ihr spendete, wäre das nicht möglich gewesen. Maruka machte weiter. Immer wieder stellte sie Valas Fragen nach einzelnen Worten und ihrer Übersetzung. Irgendwann begann sich ihr Magen wieder mit einem leichten Hungergefühl zu melden, doch sie ignorierte es. Mit leerem Magen konnte sie sich besser konzentrieren und es hielt sie wach. Würde sie jetzt etwas essen, so würde sie danach sofort einschlafen, das wusste sie. Bald drückte ihre Blase und sie verschwand in Valas Badezimmer, das ja ähnlich eingerichtet war wie ihres. Auch hier stand ein hoher Spiegel und für einen Moment stand sie zögernd in seinem toten Winkel.
Ja, ich habe Angst vor meinem Schicksal. … und doch erwarte ich es ungeduldig. Was ist das nur? Bin ich verrückt?
Langsam trat sie vor den Spiegel, doch nur ein schwarzes Gesicht aus Fell und Haaren mit bernsteinfarbenen Augen sah sie an. Kurz legte sie eine Hand auf und lehnte die Stirn an die glatte, kühlende Oberfläche. Sie schloss die Augen.
Er, meint du seist ein Dämon und ich soll deine Worte vergessen, … doch wie soll ich das wenn sie doch in meiner Seele erklangen. Ich bin gefangen. Nicht nur an diesem schrecklichen Ort hier … Ich bin gefangen in meiner Angst. Ich kann vor mir genauso wenig, wie vor dir fliehen, also werde ich kämpfen. Wer siegen wird, ist unwichtig. Ob dein Feuer mich verbrennen wird, oder ich meiner Furcht erliege. Es ist gleich! Allein der Kampf muss gefochten werden! Ich werde nicht kampflos aufgeben, nicht noch einmal. Ich werde all das Leid, was sie mir antun in mich aufnehmen und es zu meinen Waffen machen. Ich warte auf dich! Hast du gehört? ICH WARTE AUF DICH!
Mit einem Ruck entfernte sie sich von der Spiegelscheibe und drehte den Rahmen zur Wand, so dass sie sich nicht mehr sehen konnte. Ihre Gedanken, die einer Kampfansage gleich kamen, galten vor allem ihrer Angst, denn das Schicksal war noch fern und Maruka lebte im Jetzt. Viel konnte noch passieren.
Nach ein paar Minuten kam Maruka sichtlich erleichtert aus dem Badezimmer und wirkte vielleicht sogar etwas aufrechter, etwas wilder, kampfbereiter.
„Und was kommt jetzt?“
Diese junge Frau konnte wirklich von einem Extrem zum anderen schwanken, aber welche Frau konnte das nicht?!
Die Zeit verging und Maruka lernte bis zum sprichwörtlichen Umfallen. Sie saß am Boden, an Valas Bett gelehnt und wiederholte immer leiser werdend seine Worte, bis ein leises Rascheln, gefolgt von einem Flüstern:
„Katze - Schlaf.“
ihn verstummen ließ und ihr Körper gleich einem schwarzen Bettvorleger in sich zusammen gesunken war. Jegliche Spannung war aus ihrem Körper gewichen, der sich, sollte Valas sie aufheben wollen, immernoch zu leicht anfühlte. Katze brauchte mehr Futter und Maruka brauchte ihn!

Marukas Traum

Bizarr!
Der Boden unter ihren Füßen war seltsam weich, fast wie Schnee, doch war er warm. Maruka sah hinunter und drehte sich einmal tänzelnd um die eigene Achse. Aschewolken stoben auf und senken sich langsam wieder. Ihre Welt war verbrannt, aber auf bizarre Art wunderschön. Das sanfte Grau hüllte alles in leblosen Gleichklang. Wie die sanften Hügel um Mantron, woben sich die Landschaft vor ihren Augen. Sie lief ein paar Schritte und drehte sich um ihre eigenen Spuren zu betrachten, doch da waren keine. Jeder Schritt den sie machte führte nirgendwo hin. Sie sah sich um. Weit in der Ferne brannte der Horizont und hüllte alles in sein glühendes Licht. Wie ein roter Faden der sich durch eine Geschichte zog, zog sich das Feuer durch Marukas unbewusste Träume. Sie hockte sich hin, nahm eine Hand voll Asche und drückte sie zusammen, wie sie es in ihrer Kindheit, mit einem Schneeball so oft getan hatte. Als sie aufsah, stand da eine Aschewolke vor ihr, ein Abbild ihrer Erinnerungen, ohne Gesicht, nur Kontur, doch sie erkannte es. Es war ihre Mutter, eine jüngere Version von ihr und sie begann zu tanzen. Wie Schleier lösten sich immer wieder einzelne Ascheflocken von der Erscheinung und schwebten dann langsam zu Boden. Maruka setzte mit ein und tanzte mit ihrer Vergangenheit. Die rhythmisch gleitenden Bewegungen erfüllten sie mit Freude. Sie sehnte sich so sehr nach ihrer Mutter, das sie die Hand nach ihr ausstrecken wollte. In dem Moment als sie sie berühren sollte, löste sie sich auf und fiel unbelebt zu Boden. Maruka erschrak und hielt inne. Zurück blieb nur eine kleiner Schmutzhaufen, der instabil vor sich hin bröckelte. Übermannt von ihren Gefühlen drehte sich sich um lief davon. In ihrem Rücken erhob sich der kleine Schmutzhaufen und zwei kleine Augen schauten ihr hinterher. Dann fiel er vollständig in sich zusammen und ein Glutschimmer versiegelte die Stelle, so dass nichts mehr zu sehen war. Maruka war wieder allein. Ganz allein und sie rannte. Doch wohin sie auch lief schien sie nicht von der Stelle zu kommen, nichts veränderte sich und die Angst kehrte zurück. Kam sie überhaupt vorwärts? Ohne Spuren konnte sie es nicht einschätzen. War sie gefangen in einer sich endlos wiederholenden Gleichgültigkeit? Dann trat sie plötzlich in eine Verwehung und versank mit einem Schritt bis zum Knie. Der Schreck schoss ihr prickelnd in die Glieder …

Maruka riss die Augen auf.
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Erzähler » Freitag 19. Juli 2013, 14:42

Sie lernte schnell und sie war wissbegierig. Und Valas brachte ihr so viel bei, wie er konnte…merkte nicht, wie die Zeit verging, nur daran, wenn sie Hunger litt oder ihre Notdurft verrichten musste. Er strich sich selber durch das Haar, war sich abermals wieder schmerzlich bewusst, dass er nicht annähernd diese körperlichen Bedürfnisse hatte.
Aber es gab weitaus schlimmeres und so lange er eine Aufgabe hatte, würde es ihn auch nicht betrüben.
Sie suchte in ihm jemand, den sie vertrauen konnte, der ihr Halt gab und das würde er auch tun. Er würde das Mädchen schützen- so gut es eben ging. Sie davor bewahren ebenso ein Monster zu werden, wie viele vor ihr…und bei Manthala er schwor sich, er würde ihre Seele lieber selber dem Reich der Toten übergeben, als dass er zulassen würde, dass Sademos sie bekam. Dieser hatte Valas schon so viel genommen, doch dieses Mädchen würde Valas retten- wenn er schon seinen Liebsten nicht retten konnte. Schmerzlich war es, als die Diener eingetreten waren und den Toten Körper geholt hatten. Er hatte zwar nichts gesagt, doch Maruka oder auch Katze hatte seinen Schmerz gespürt. Hatte seine Hand ergriffen und sie gehalten. Nein, Sademos- dieses Mädchen solltest du nicht kriegen- sie würde wieder frei sein.
Er hatte in der kurzen Zeit- hmm, Wie viel Zeit war eigentlich vergangen? Valas konnte es nicht sagen, da in seinem Zimmer einfach ein Fenster fehlte. Nur daran, dass Katze zwischenzeitlich müde wurde und abgelenkt wirkte. Dann bewegte sie sich jedoch und schon konnte er mit dem Unterricht weitermachen. Selbst die Peitsche versuchte sie ein wenig zu üben und Valas Herz zog sich bei dem Anblick zusammen. Sie würde es bei ihm ausprobieren müssen, so wie es damals auch Cassiel machen musste. Manchmal war das Schicksal grausam zu einem, aber Manthala würde schon wissen was sie tat.
Aber irgendwann war es auch für Maruka zu viel und sie schlief ein. Die Feder noch in der Hand, kippte sie einfach weg. Valas nahm ihr die Feder zwischen die Klauen raus und blickte dieses arme Mädchen eine Weile an, bevor er sich lautlos erhob und zu einem der Schränke ging. Er würde sie nicht auf das Bett heben, wo ein Toter gelegen hatte- nein!. Zu einem der schränke gehend zog er weiche Decken und Kleidungen hervor, machte ihr ein Lager in der Nähe von sich. So konnte er über sie wachen. Seine Hände glitten unter ihren Körper und- sie war so leicht, dass Valas nur den Kopf schütteln konnte.
Die Kleidung von dir scheint fast schwerer zu sein, Mädchen…
Vorsichtig bettete er sie auf dem Lager, deckte sie behutsam zu und strich ihr über den Kopf. Kraulte ihr ein wenig die hübschen Katzenohren, bevor er sich lächelnd erhob und die Papiere zusammenpackte. Sein Bruder musste nicht erfahren was sie hier gemacht hatten, zumindest nicht alles. Die Peitsche hatte er von ihrem Gürtel gelöst und legte diese nicht unweit von Katze auf den Boden. Er selber kniete sich neben Katze und versank in nachdenklicher Pose.
So bekam er es auch mit, als Katze unruhig wurde. Besorgt sah er auf die junge Hybridin, strich er über den Kopf, damit sie merkte sie war nicht allein. Es war seltsam -immer wieder war er der Meinung, es schlich etwas um sie herum. Etwas was sich nur näherte, wenn er sie nicht berührte.
„Wer auch immer du bist, sie ist nicht deins“ Aber vielleicht täuschte das Bild auch. Kurz war Valas auch, als roch er den Geruch von verbrannten- Asche und Feuer! Und dann wehte ihm etwas entgegen, was unmöglich war. Eine Feder, die in dem Moment da war, als er ein weiteres Mal den Schatten vertrieben hatte.
Sie war vielleicht Handteller groß und sie war pechschwarz. Was hatte das zu bedeuten?
Kurz darauf schreckte Maruka hoch und Valas war sofort bei ihr, legte sachte seine Hand auf ihre.
„Kind, alles Okay! Es war ein Traum…ich bin es Valas“ Erst als das Erkennen in ihren Augen sah, legte er seine Arme um das Mädchen zog sie ran um ihr beruhigend über den Kopf zu streicheln. Er wusste das Tiere ihn nicht wittern konnten und ihr zusätzlich , wenn sie noch nicht ganz da war zu erschrecken, war nun wirklich nicht in seinem Interesse.
Die Feder lag vielleicht zwei handbreit von ihm entfernt, schien sich wie eine Motte zum Licht von Maruka angezogen zu fühlen. Berührte sachte ihr Knie. Die feinen Härchen der Feder stießen auf das feine Haar ihres Fells.
„Möchtest du darüber reden?. Manchmal hilft das…aber erst, solltest du was essen.“ Valas strich ihr väterlich über die Wange und erhob sich. Zumindest hatte Sademos nicht vorgehabt ihn hungern zu lassen. Denn Während Maruka geschlafen hatte, hatte man neues Essen reingebracht, worauf Valas schließen konnte, dass es wohl Morgens sein musste. Zudem war es kaltes essen und nichts Warmes. Er hatte das Tablett auf den Tisch abgestellt und goss Katze Wasser in ein Glas. Besteck lag ebenfalls für zwei dort, wenn Valas auch minder gesagt keinen Hunger hatte.
„Komm setze dich- ich vermute, mal wird dich bestimmt bald abholen und dir das Haus zeigen. Da solltest du Kraft haben. Gewöhnlich wirst du weniger bei mir sein dürfen- zumindest, wenn mein Bruder sich nicht weitreichend verändert hat.“ Er lachte auf und nahm ihr gegenüber Platz. Obwohl Sademos seinen Bruder gerne zu quälen schien, schien valas selber nicht nachtragend zu sein- aber vielleicht war es auch die Ruhe, die sein Alter jetzt mitbrachte.
„Hast du eine Ahnung, wo die Feder herkommt? … ich war vorhin der meinung einen schatten bei dir zu sehen, er wich wenn ich bei dir war“ Fragte er neugierig, strich sich dabei die Zöpfe nach hinten.
Die Tür ging auf und Valas blickte sofort ernster drein, tätschelte jedoch die Hand von Maruka, als jetzt Vranyk und Dry’ol eintraten. Valas hatte sich von seinem Stuhl erhoben und war neben die Hybridin getreten- schützend.
Katze, du kommst mit mir…ich werde dich rumführen. Valas kann dich nicht begleiten, er verbringt die Zeit mit Dry’ol“
Das schadenfrohe Grinsen aus dem Gesicht des Hundeführers war mehr als grausam auf das Gesicht des älteren Elfen gerichtet. Dieser hob nur den Kopf, ließ sich nicht entmutigen, während er unsanft von dem Muskelberg am Hals gepackt wurde und rücklings an eine Wand gepresst wurde. Valas wehrte sich nicht, den Genuss würde er den anderen nicht geben.
„Wi…wird schon werden…“ Konnte noch Valas sagen und nickte Katze nur zu, sie solle lieber mitgehen. Vranyk selber sah sie auffordernd an und nickte zur Tür.
„Nimm die Peitsche mit!“ wies er sie harsch an und trat dann zur Tür um diese für sie offen zu halten, Dry’ol hielt weiterhin den älteren Elfen fest. Dann schloss sich die Tür und was dahinter geschehen würde, würde sie vermutlich nie erfahren.


OCC: sorry für das lange warten :o
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Maruka » Freitag 19. Juli 2013, 21:39

(OOC: macht nix ;-) )

Katze war so erschöpft gewesen, dass sie einfach umgefallen war und noch nicht mal erwachte, als Valas sie vorsichtig umbette. Sie schnurrte nur leise und fühlte in ihrem Unterbewusstsein seine sanften Hände auf ihrem Fell, kraulend an ihren empfindlichen Ohren, doch das alles drang nicht mehr zu ihrem Bewusstsein hindurch. Manthalas Welt hatte sie fest in ihrem Fängen. Die Welt der Träume, in der Ängste und Erlebtes miteinander verschmolzen und manchmal sogar Zukunft und Vergangenheit eins wurden.
Sie war erschrocken hoch gefahren und all ihre Sinne warteten instinktiv auf einen Angriff, doch da war nichts. Oder vielleicht doch? Sicher war es nur der Nachhall ihres Traumes der einen leichten Geruch von Asche in ihre Nase wehte.
Valas!
Er war da und seine Stimme führte sie zurück in die noch viel grausamere Realität.
„Möchtest du darüber reden?. Manchmal hilft das…aber erst, solltest du was essen. Komm setze dich. Ich vermute, mal wird dich bestimmt bald abholen und dir das Haus zeigen. Da solltest du Kraft haben. Gewöhnlich wirst du weniger bei mir sein dürfen - zumindest, wenn mein Bruder sich nicht weitreichend verändert hat.“
Die Aussicht, bald getrennt von ihm zu sein, ließ sie im Essen stocken. Ein Stück geröstetes Fleisch lugte noch aus ihrem Mund hervor, als sie ihn anstarrte. Die nackte Angst wollte sie wieder lähmen, doch, langsam hatte sie gelernt sich dieser schwarzen Spirale zu entziehen, die sie in die Tiefe reißen wollte.
Ich werde leben! Valas glaubt an mich! Ich darf ihn nicht enttäuschen!
Sie schüttelte sich kurz und schluckte das Fleisch gierig runter. Noch immer, und das würde sicher noch die ganze nächste Woche anhalten, gierte ihr Körper nach Nahrung. Selbst als sie schon keinen Bissen mehr runter bekommen konnte, hielt sie die ganze Zeit noch eine kleine „Notration“ in ihrer Hand, als befürchtete sie sie wieder weg genommen zu bekommen. Während sie tatsächlich damit begann, kleine Portionen in ihrer Kleidung zu verstecken, murmelte sie niedergeschlagen:
„Ich will nicht von dir weg. Ich habe … Angst … vor ihm. Ich habe Angst vor deinem Bruder und Angst davor schwach zu werden.“
Ob er ahnt, dass ich von zwei unterschiedlichen Wesen rede?
„Ich habe von meiner Mutter geträumt ...“
Maruka schluckte.
„Es war aber nicht meine Mutter … es war … ein Gedanke … meine Sehnsucht … meine zu Asche verbrannte Vergangenheit die ich nie wieder … Der Horizont stand in Flammen und ich kam nicht vorwärts.“
Ein leises Schluchzen entrann sich ihrer Kehle, das sie aber sofort wieder hinunter kämpfte.
„Ich hatte einmal ein Leben ohne Angst! Ein Leben voller Stolz, Ehre und Kraft. Jetzt fühle ich es nur noch in meinen Träumen und habe Angst meine Erinnerungen zu verlieren. Klingt das unsinnig?“
Valas verstehende Augen ließen sie weiter sprechen.
„Ich habe Angst mich in meiner Angst zu verlieren. Alles dreht sich, wie in einem Tanz.“
Eine Weile schwiegen beide, Maruka kniete sich nah zu ihm, denn in seiner Nähe fühlte sie sich wohler und beschützter. Valas ergriff wieder das Wort.
„Hast du eine Ahnung, wo die Feder herkommt? … ich war vorhin der Meinung einen Schatten bei dir zu sehen, er wich wenn ich bei dir war.“
Die Feder lag vielleicht zwei handbreit von ihm entfernt, als er auf sie wies. Sie schien sich wie eine Motte zum Licht von Maruka angezogen zu fühlen. Berührte sachte ihr Knie. Die feinen Härchen der Feder stießen auf das feine Haar ihres Fells. Entgeistert starrte die Katzenhybridin auf das kleine, flaumige Ding. Bewegte es sich? Hatte sich die Feder eben tatsächlich auf sie zu bewegt? Maruka ließ ihre rechte Hand ein paar Zentimeter über dem schwarzen Flaum schweben und beobachtet, sie sich die kleinen Härchen wie statisch aufgeladen nach ihrer Berührung sehnten. Dann nahm sie ihre Hand wieder fort und rückte ein Stück hinter Valas. Zeitgleich nahm sie seine Hand und drückte seine Finger. Das war der Mensch in ihr.
„Ich … ich weiß es nicht.“
Gelogen war diese Antwort nicht, aber wie sollte sie ein Gefühl erklären, dass nicht erklärbar war? Wie sollte sie Valas begreiflich machen, dass ihr Schicksal sie suchte und sie finden würde, wo auch immer sie war. Es war ein sehr herrschsüchtiges Schicksal, dominant und würde alles auf seinem Weg zu ihr niederbrennen und trotzdem! Ein anderer Teil in ihr wollte nach der Feder greifen und sie an ihr wild pochendes Herz drücken. Sie erinnerte sich gut an das Rauschen der Flügel, das Rauschen im Wind der zu ihr sprach und bei ihr gewesen war, als sonst nichts mehr wichtig war. Sie ahnte, was die Tür ihres Gefängnisses geöffnet hatte, was nach ihr suchte, doch konnte sie sich eingestehen, dass ein kleiner Teil ihrer Seele vor Neugierde fast verbrannte? Das dieser kleine Teil sehnsüchtig auf ihr Schicksal wartete?
Neugier? Katze? Tod! Na klar!
Hing das nicht alles irgendwie zusammen? Nein, sie war noch nicht bereit ihrem Schicksal entgegen zu treten. Vielleicht war sie es doch oder würde es niemals sein. Sie starrte die Feder an, als sie Schritte vor der Tür hörte. Dann passierte es doch und zwar ohne nachzudenken. Als die Tür geöffnet wurde, war die Feder schon unter Marukas Kleidung verschwunden. Sie war ihr kleines Geheimnis, was es zu hüten galt und ruhte nun seitlich unter ihrem Brustharnisch. Etwas unterhalb ihres linken Rippenbogens, in Höhe ihres Magens, dort wo die Schnürung breit genug gewesen war um sie schnell hinunter zu schieben. Katze schob sich langsam hinter Valas hervor und stellte sich an seine Seite, als Vranyk und Dry’ol eintraten. Der Druck seiner Hand gab ihr den Mut den sie brauchte um nicht in Panik zu geraten.
Katze, du kommst mit mir…ich werde dich herumführen. Valas kann dich nicht begleiten, er verbringt die Zeit mit Dry’ol“
Das schadenfrohe Grinsen aus dem Gesicht des Hundeführers war mehr als grausam auf das Gesicht des älteren Elfen gerichtet. Dieser hob nur den Kopf, ließ sich nicht entmutigen, während er von Marukas Hand fort gerissen, unsanft von dem Muskelberg am Hals gepackt wurde und rücklings an eine Wand gepresst wurde. Valas wehrte sich nicht.
„Wi…wird schon werden…“
, konnte Valas noch sagen und nickte Katze zu. Sie solle lieber mitgehen. Vranyk selber sah sie auffordernd an und nickte zur Tür.
„Nimm die Peitsche mit!“
, wies er sie harsch an und trat dann zur Tür um diese für sie offen zu halten.
Oh, nein … Was wird er von mir verlangen?
Dry’ol hielt weiterhin den älteren Elfen fest. Dann schloss sich die Tür und was dahinter geschehen würde, würde sie vermutlich nie erfahren. Das Halsband, das sich fest um ihre Kehle schnürte … Nein, da war gar keines, aber doch irgendwie schon, es drückte ihr die Stimme ab. Kurz öffnete sich ihr Mund um eine brave Zustimmung hervor zu würgen, doch heraus kam nur ein hohes Miezen.
Sofort ärgerte sie sich maßlos über den unangemessen niedlich klingenden Laut und knurrte kurz, was das mentale Halsband lockerte. Sie beließ es bei einem Nicken und nahm die Peitsche vom Boden auf um sie um ihre Taille zu wickeln. Im Gehen sah sie über ihre Schulter zurück zu dem einzigen Freund, den sie in dieser grausamen Welt hatte.
Valas, halt durch. Ich tu es auch, versprochen.
Sie versuchte so viel Kampfgeist wie es ihr nur möglich war in diesen kurzen Blickkontakt zu legen, doch dann schloss sich auch schon die Tür hinter ihr. Ob sie ihr Versprechen halten konnte, wagte sie jetzt schon zu bezweifeln, doch vorerst musste sie sich auf wichtige Dinge konzentrieren. Dinge wie das Laufen mit wackeligen Knien. Allein mit Vranyk auf dem Flur, dem Geruch des Hundeführers schien die Welt immer realer zu werden. An Valas Seite fühlte sich alles an wie ein unwirklicher Traum. Sie roch ihn nicht, also war er auch nicht wirklich da. Trotzdem war er im Moment der Halt in ihrem verrückten Leben.
Der Geruch des „Alpha-Rüden“ vor ihr, ließ sie geduckt laufen, auch wenn sie so schon klein genug war um keinerlei Bedrohung darzustellen … sah man von gewissen, scharfen Kleinigkeiten ab. Doch Maruka würde noch nicht mal auf die Idee kommen den Dunkelelfen vor sich anzugreifen. Sie war die Sklavin, er der Gesandte ihres Herrn. Mit lautlosen Schritten folgte sie dem Hundeführer. Einzig ihre hellen bernsteinfarbenen Augen huschten funkelnd vor Neugierde umher. Jede Tür barg ein Geheimnis, jeder Gang ein neues Abenteuer, jeder Laut erzählte seine Geschichte und jeder Duft lockte sie ihn zu ergründen. Neugierde war etwas belebendes, etwas das sie wacher werden ließ. Aufmerksam sog sie jedes kleinste Detail ihrer Umgebung auf, suchte instinktiv nach Fluchtmöglichkeiten, aber auch nach Verstecken, Möglichkeiten zum hinauf klettern, Orte in die sie ihre Krallen schlagen könnte, Hinweise auf die Lebewesen um sich, ihre Gerüche die ihr so viel verraten könnten und Spuren ihres Wirkens. Viele der Informationen die ihr neuer Körper aufnahm, waren noch fremd und schwer zu deuten, aber die meiste Verarbeitung fand sowieso auf einer sehr niederen Gedankenwelt statt. Instinkte ließen sie mal bei einem neuen Duft, mal bei einem unbekannten Geräusch verharren, nur um dann schnell wieder auf Vranyk aufzuschließen. Schritt für Schritt tauchte sie in diese fremdartige Welt ein. Jeder Schritt fühlte sich an, als ob sie etwas unvermeidlichem entgegen steuerte und gleichzeitig erfüllte es sie mit einer unbeschreiblichen Abenteuerlust. Es war, als würde jetzt für sie eine Reise beginnen.
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Re: Das neue Heim

Beitrag von Erzähler » Freitag 16. August 2013, 14:43

Er beobachte die junge Hybridin, wie sie gierig schluckte, knabberte selber seit einer gefühlten Ewigkeit an einem Stück Brot. Es schmeckte nach nichts! Seine Hand legte sich beruhigend auf die Ihre.
„Du musst keine Angst haben!...Auch wenn du nicht bei mir bist, weiß ich das du stark sein wirst…davon gehe ich fest aus“ er lächelte ihr aufmunternd zu.
Lauschte weiter ihrer Erzählung von ihrer Mutter, ihrer Vergangenheit, nickte nur hin und wieder.
„das du träumst ist in Ordnung, damit verarbeitest du …natürlich macht es einem Angst…aber es wird wieder bessere Zeiten geben. Wenn ich eins inzwischen weiß, nichts geschieht aus Zufall. Wir sind alle nur Teil eines riesigen Spielfeldes und haben unseren Platz…und du sucht dir den deinen noch“ Seine Hand strich ihr beruhigend über die Wange. Kurz darauf kam er auf die seltsame Feder zu sprechen und auch wenn sie sagte, dass sie es nicht wüsste, ahnte der Dunkelelf, dass sie mehr wusste. Sie schien genau zu wissen, was es mit dieser Feder auf sich hatte, die nach Valas Sicht zu keinem Vogel gehörte, den er kannte. Doch er nahm ihre Erklärung hin und als die Türe sich öffnete, konnte er noch sehen, wie sie die Feder versteckte. Sie versteckte, als wäre es was Kostbares.
Ich hoffe, es wird dir nicht schaden Kind… doch ich ahne schlimmes“

Dann blieb ihnen keine Zeit mehr, sie wurden getrennt. Katze musste mit dem Hundezüchter mitgehen, Valas erhielt die charmante Gesellschaft des Foltermeisters.
Sie schritten durch Gänge, sowie sei schon am gestrigen Tag und an den Tagen zuvor- vor der Hetz. Vranyk blickte nur kurz zur Seite, nachdem er die Hybridin abgeholt hatte.
„Valas wird schon noch leben, wenn du zurückkommst“ es war ironisch und kalt gesagt. Natürlich würde der ältere Elf leben, weil er eben alles zu überleben schien und doch nicht wirklich war. So ungewöhnlich es sich auch für Maruka anfühlte.
„ich hoffe du hast gut gegessen“ sprach der Dunkelelf nach einer Weile, dass er noch immer Groll gegen sie hegte, war deutlich zu hören. Der Striemen der Peitsche war sichtbar in seinem Gesicht zu sehen, stach hervor, weil er etwas heller als der Rest seiner dunklen Haut war.
“Sademos will dich nachher auf einer Feier präsentieren…aber nicht wie du jetzt aussiehst. Du brauchst etwas, was dich etwas ansehnlicher macht. Zumindest riechst du nicht mehr wie am ersten Tag. „ Das musste der gerade sagen, denn deutlich hing an ihm der Geruch seiner Hunde. Er hatte ein stolze und erhabene Haltung, eben wie ein Alpharüde haben musste. Aber auch die tödliche Geschmeidigkeit einer Schlange. Sie musste ihn folgen, machte sie eine Schritt voraus, griff er harsch an ihren Haaren und zog sie ein Stück hinter sich. Eben wie man einen Hund erzog, zeigte wer das Sagen hatte. Wieder kamen sie um eine Ecke, sahen hohe Treppen, die sich in einem weiteren Stockwerk zu erstrecken schien. Manchmal huschten Sklaven und Diener an ihnen vorbei. Sichtbar trugen sie die Armschienen, die auch Cassiel getragen hatte. Nur nicht in seiner Farbe!
Der Geruch von Feuer und seltsamen in der Nase brennenden Gerüche kam ihr mehr und mehr entgegen. Der Gang war schmaler geworden und sie standen jetzt vor einer hölzernen Tür, die Vranyk ohne Klopfen öffnete. Ein großes geräumiges Laboratorium erstreckte sich dahinter. Ein kleiner Gnom blickte erschrocken auf und der Dunkelelf trat ihn mit einem Tritt aus seinem Weg.
„Sie sind nicht mal das Essen wert, was wir ihnen schenken“ Erklärte er ihr. Der Gnom keuchte auf, versuchte vergebens das Gefäß in seinen Händen noch zu halten, als diese zerplatze und eine beißende Flüssigkeit austrat. Der Gnom schrie als das scheinbar heiße Zeug auf seine Hand spritzte und dort gleich unschöne Blasen aufwarf. Zwei andere kleine Gestalten eilten zur Hilfe, während Katze nur ängstlich angeschaut wurde.
Vranyk trat einfach über dieses Gewürm hinweg, zischte Maruka zu, sie solle folgen. Sie konnte noch andere Dunkelelfen sehen, doch senkten diese ehrfürchtig den Blick bei den Hundeführer. Dieser trat zu einem Schrank, öffnete diesen und schien unter den vielen Fläschchen etwas zu suchen. Sich an das Kinn mit einem Finger tippten, nuschelte er leise vor sich hin.
„wo ist es denn?...Schneller Tod, nein! Faldors Schrei..nein!....Ach, Stärkung!“ Er griff das Fläschchen und hielt es Maruka entgegen.
„Nimm schon! Trink es!“ befahl er barsch und schloss auch schon die Tür des Schrankes. Machte kehrt und zog sie wieder mit sich.
„Das ist ein Stärkungstrunk!...glaubst du, ich würde mir die Mühe machen, wenn du sterben solltest. Nein! Es wird dir zu Kräften helfen und dich körperlich aufbauen…du bist in einen üblen körperlich Zustand.“ Erklärte er und strich ihr dann tatsächlich über die Ohren. Es war ein seltsames Funkeln in seinen Blick und im nächsten Moment hatte er eine Klinge…und ratsch…hatte ihr nur eine Haarsträhne gestohlen. Diese reichte er einem der Dunkelelfen im Labor und steckte seinen Dolch weg. Eine Münze wanderte kurz zu den Elfen rüber.
„ich will es analysiert haben…ob es eine Möglichkeit gibt für den die Verwandlung. Mach dich davon“ Flüsterte er leise und zog dann Maruka wieder mit sich. Der Dunkelelf machte sich sofort an die Arbeit.
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