Berichterstattung

In diesem gigantischen Anwesen haust die Nachtelfen-Herrscherin Méntara Tronás. Sie wird von mehreren Dutzend Wächtern bewacht und man sagt, das Anwesen sei magisch abgesichert.
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Berichterstattung

Beitrag von Erzähler » Montag 14. Mai 2012, 12:05

Eáránë kommt von Die Wohnhäuser der Nachtelfen -> Akáis Haus


Gemeinsam mit Akái machten sich Eáránë und ihr Gefährte Wolf auf den Weg vom Schattenschleicher-Viertel, in dem der Spion lebte, zu Méntaras Anwesen. Dieses befand sich im nordwestlichen Teil der unterirdischen Höhlenwelt, die das Reich der Nachtelfen bildete. Sie waren spät dran und deshalb war Eile geboten. Akái marschierte mit ausholenden Schritten, so dass Wolf ihn ein paar Mal überholte und sich ihm in den Weg stellte. Ja, die Zeit war knapp, aber wenn sie zu abgehetzt vor die Stadtherrin traten, würde dies auch nicht sonderlich viel helfen. Denn dann fehlte ihnen vermutlich die Puste, um einen Rapport abzugeben.
Es ging durch die von leuchtenden Purpurmantel-Pilzen erhellten Straßen des Reiches. Andere Nachtelfen waren unterwegs und so sehr unterschied sich das Leben hier unten nicht von dem der anderen celcianischen Städte. Es war eben unterirdisch, aber auch hier spielten Kinder in den Gassen, spazierten gerüstete Krieger das Pflaster entlang oder verkauften Händler ihre Ware am Straßenrand. Eine nachtelfische Priesterin rezitierte gerade für eine Gruppe Gläubige die heiligen Worte Manthalas, der Mondgöttin und Herrin über die sichere Nacht. An anderer Stelle wechselte Geld den Besitzer und wiederum andernorts ritt ein Nachtelf auf etwas, das wie eine gewaltige Schabe aussah. Pferde gab es hier unten nicht.

Endlich erreichte man das Anwesen der Stadtherrin. Es war ein beeindruckender Gebäudekomplex, eine gewaltige Villa mit gotischen Fenstern und vielen Verzierungen. Wasserpeier, deren Zweck in einer unterirdischen Welt absolut nicht notwendig war, dienten mehr der Zierde. Sie streckten steinerne Klauen in die Höhe und guckten mit ihren fratzenartigen Gesichtern von Zinnen, Mauervorsprüngen oder unterhalb des Daches zum Zugangstor herunter. Dort, links und rechts des Tores saß jeweils eine Büste der Göttin Manthala aus dunklem Onyx-Gestein auf einem Mauerpfosten. Über das Tor selbst spann sich ein Bogen aus schwarzem Eisen, in dessen Mitte ein sichelförmiger Mond desselben Materials eingearbeitet war. Allein das Tor wirkte beeindruckend. Ebenso der Krieger, der davor Wache stand. Er trug über dem schwarzen Stoff der Nachtelfen einen Harnisch aus schwarzem Leder, der um mehrere silberne Nieten verstärkt worden war. Arme und Knie wurden durch Metallplatten geschützt. Der Helm erinnerte an das Federkleid einer Eule, was seinen leuchtenden Augen zusätzlichen Ausdruck verlieh. Der Krieger war mit zwei Krummsäbeln bewaffnet, die beide in ihren Scheiden am Gürtelhalfter hingen. Er schaute grimmig zu den Ankömmlingen, ließ sie aber passieren, nachdem Akái sich vorgestellt hatte. "Méntara Tronás erwartet Euch bereits."
"Oh-oh, das ist nicht gut. Es bedeutet, sie ist bereits unzufrieden, weil wir zu spät sind", wisperte Akái seiner Begleiterin zu, während sie von einem nachtelfischen Diener in schwarzem Samt empfangen und zum Audienzsaal der Stadtherrin geführt wurden. Es ging zahlreiche Treppen hinauf und an vielen Zierbrunnen und Statuen von Manthala, Fledermäusen, dem Mond und wichtigen Persönlichkeiten dieses Reiches vorbei. Der Audienzsaal war vollkommen in Silber gehalten. Vorhänge, Teppiche und Banner, alles war silbern. Säulen aus schwarzem Onyx hielten die gewölbte Decke, die mehrere Meter über den Köpfen aufragte und in einer Kuppel endete. In ihrem Zentrum befand sich ein Thron aus schwarzem Ebenholz auf einem kleinen Podest. Hierauf saß eine Nachtelfe in engen, silbernen Gewändern, die ihrer Figur schmeichelten. Sie trug ein Diadem aus Onyx, in das ein Rubin eingefasst worden war. Die Lippen hatte sie sich schwarz geschminkt, was ihre dunklen Augen und den grauen Teint zusätzlich betonte. Sie verzog eine Miene, als Akái und Eáránë den Saal betraten. "Es wird auch Zeit. Mich erst um eine Audienz bitten und dann so spät erscheinen. Akái Samtnacht, ich sollte dich der puren Sonne aussetzen lassen!"
"Verzeiht, Stadtherrin. Ein Versehen, das sich nicht wiederholen wird. Bitte, hört mich und meine Begleiterin an."
Er trat vor Méntara und verneigte sich tief. "Das hier ist Eáránë Féfalas, eine Nachtelfe, die nicht aus diesem Reich stammt, aber für Celcia bereits viel getan hat. Außerdem war sie an der Kristallqueste beteiligt und einst Trägerin des Schattenkristalls. Sie ist eine Heldin, Herrin."
Méntara beäugte Eáránë. Sie musterte sie eine Weile schweigend. Schließlich legte sie einen Finger an die schwarzen Lippen und fragte die Nachtelfe direkt: "Und warum befindet sich der Schattenkristall nicht mehr in Eurem Besitz, Frau Féfalas? Warum seid Ihr in Begleitung meines Spions und was wollt ihr beiden mir mitteilen? Ich bin auf Antworten gespannt, die meine Ungeduld hoffentlich vertreiben und meine Laune heben werden. Andernfalls sieht es trüb für eure Zukunft aus."
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Eáránë Fëfalas
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Re: Berichterstattung

Beitrag von Eáránë Fëfalas » Montag 14. Mai 2012, 21:11

Etwas überrascht sah Eáránë die Tür an, diese war ihr im Bad gar nicht aufgefallen. Wolf hatte sie dorthin geführt und signalisierte ihr, dass Akái sich dort drinnen befand. Ein Lauschen an eben dieser Tür bestätigte es, da sie den Nachtelfen Schnarchen hören konnte und dies ließ vermuten, dass er sich wohl schon sehr lange dort befand.
Die junge Nachtelfe klopfte an der Tür und sprach mit ihm, in der Hoffnung, dass er erwachen würde. Plötzlich war ein Gerumpel und Poltern in dieser eher kleineren Kammer zu hören. Man hörte auch wie Akái etwas sagte und dann ging auch schon die Tür stürmisch auf. Total zerzaust stürmte er in das Bad hinein, machte sich auf die Schnelle frisch und richtete so gut es ging seine wirren Haare.
Ohne genau zu wissen wie ihr geschah, schnappte sich der Spion die Hand der Nachtelfe und schon eilten sie aus dem Haus hinaus.

Der Diebin blieb so gut wie keine Zeit sich die Stadt genauer anzusehen, als die drei zum Anwesen der Stadtherrin hetzten. Doch unterschied sich das Leben dieser Nachtelfen hier kaum von dem der anderen Völkern Celcias. Eáránë kannte es zudem auch von ihrer alten Heimat, nur war hier in diesem Reich alles viel mehr und größer.
Als die kleine Gruppe dann am Anwesen ankam staunte die junge Nachtelfe nicht schlecht. Auch Wolf sah sich etwas um und schnüffelte in der Luft herum. “Wow…” Wisperte sie, doch auch hier konnte sie sich nicht alles genauer anschauen, da sie sofort wieder weiter mussten. Die Rüstung der Wachen war auch sehr beeindruckend. Ihr Begleiter erklärte ihr, dass die Herrin schon unzufrieden sei und es nichts Gutes zu heißen hatte. Sie war sich nicht wirklich sicher, ob sie diese Frau tatsächlich kennen lernen wollte…
Fast hätte sie den eilenden Akái aus den Augen verloren, als sie sich weiterhin umblickte. Doch holte sie ihn sofort wieder ein. Aber der Saal nahm der Diebin schon beinahe die Luft weg. Mit geweiteten Augen sah sie sich etwas um, bis sie den Thron erblickte. Oder viel mehr die Person, die auf diesem saß.
Die junge Frau erschrak etwas über die Worte der Frau auf dem Thron. Unzufrieden? Dies war gar kein Ausdruck. Méntara schien ziemlich aufgebracht, eher wütend und schien keine wirklich großzügige Herrscherin zu sein. Doch ließ sie sich nichts anmerken und blieb zunächst recht zurückhaltend. Verneigte sich auch leicht zur Begrüßung und hörte Akái zu, wie er sie vorstellte. Ihre bleichen Wangen erröteten leicht, als er sie eine Heldin nannte und dass sie schon viel für Celcia getan hätte.
Zunächst wurde Eáránë von der Stadtherrin schweigend beäugt. Erst nach einer Weile stellte diese ihr einige Fragen. Über eine Frage wunderte sich die junge Frau schon etwas. Und zwar die erste Frage, warum sie denn den Schattenkristall nicht mehr trüge. Es gefiel der Jüngeren nicht, dass diese Frau zudem damit drohte, dass deren Zukunft trübe aussehe, wenn sie ihre Ungeduld nicht vertreiben konnten.

Eáránë blieb aber eher davon unbeeindruckt, lächelte die Ältere freundlich an, wenn auch etwas schüchtern. Sie trat einen Schritt vor und neigte ihren Oberkörper leicht nach vorn. “Wie Ihr schon erfahren habt, lautet mein Name Eáránë Fëfalas. Eine Heldin würde ich mich nicht direkt nennen… Und ob ich schon viel für Celcia getan habe… Hmm… Na ja.” Sie zuckte leicht mit den Schultern, fuhr aber schon sofort fort. “Ich kann mich nicht danach entsinnen, jemals ein Wort darüber verloren zu haben, keine Kristallträgerin mehr zu sein.” Das Schüchterne schwand aus ihrem Lächeln und beantwortete somit die erste Frage der Stadtherrin. “Akái half mir, aus Pelgar zu fliehen. Seit dem begleite ich ihn. Womit ich dann auch zu Eurer nächsten Frage komme. Als wir flohen stürmten Untote diese Stadt, ein Knochendrache machte die Lüfte unsicher und eine riesige Armee mit unzähligen morgerianischen Soldaten befand sich vor den Stadttoren. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Pelgar inzwischen gefallen ist, vielleicht ist diese Nachricht Euch schon zu Ohren gekommen, Stadtherrin. Auch konnte ich erkennen, dass sie die Zwerge wohl als ihre Sklaven hielten.” Die Diebin machte eine kurze Pause bevor sie dann fortfuhr. “Was wir Euch zudem auch berichten wollten: Kosral wurde von den Morgerianern neu errichtet. Die Dunkelelfen und Orks scheinen sich schon sehr weit ausgebreitet zu haben. Aber wie weit sie schon kamen, kann ich Euch leider nicht berichten. Doch sage ich Euch ganz offen, dass ich fürchte, dass womöglich auch die Nachtelfen in Gefahr sind.” Eáránë sah der anderen Nachelfe stets selbstsicher in die Augen. Sie war nicht respektlos, wagte dies auch nicht, doch schien sie ziemlich selbstbewusst zu sein. Die junge Nachtelfe hatte sich schon ziemlich entwickelt in der letzten Zeit, als sie auch noch mit Miriel und den anderen unterwegs gewesen war. Zwar war sie noch recht zurückhaltend und schüchtern, doch traute sie sich viel mehr hervorzutreten und das Wort zu ergreifen. “Verzeiht werte Stadtherrin, doch wunderte ich mich über Eure Frage bezüglich des Schattenkristalls.” Sprach die Jüngere dann ganz mutig ihren Gedanken aus.

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Re: Berichterstattung

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 16. Mai 2012, 22:06

Erneut verneigte sich Akái. Er war gewillt, die Geduld der Stadtherrin nicht zusätzlich zu strapazieren, denn er wusste, wie kreativ sie dabei sein konnte, sich für verschwendete Zeit zu rächen. Das wollte er nicht riskieren und so gab er lieber klein bei. Er kannte Méntara Tronás eben besser, auch wenn er die letzten zwei Jahre in Pelgar zugebracht hatte. Der Kontakt war ja dadurch nicht abgebrochen, eben nur etwas seltener geworden. Und er hatte verschlüsselte Botschaften senden müssen, damit die Menschen nicht mitbekamen, dass das Reich der Nachtelfen aus dem Westen die celcianische Hauptstadt bespitzelte. Dahinter musste ja nicht unbedingt etwas Böswilliges stecken, aber es wurde generell vermutet, wenn jemand erfuhr, dass eine andere Stadt eines anderen Volkes Spione aussandte. Und die Nachtelfen waren zumindest bei den Pelgarern nicht sonderlich viel beliebter als die Dunkelelfen. Viele Bürger machten da überhaupt keinen Unterschied wie Akái in den beiden Jahren seines Aufenthalts dort hatte feststellen müssen. Er stand fast ein Jahr lang unter starker Beobachtung und wenn in seiner Gegend ein Verbrechen geschehen war, hatten sich schnell auch vor seiner Tür Stadtwachen mit einer Verdächtigung eingefunden. Dass es der Langfinger zwei Straßen weiter war, wollten sie ihm damals nur mäßig glauben, denn er war schließlich ein Mensch. Inzwischen hatten sich die Konflikte jedoch glüclicherweise gelegt. Die einfachen Bürger waren vertrauensseliger und toleranter geworden. Nun, diese Einstellung würde vermutlich jetzt über die Stadtmauern Pelgars gekippt werden wie Pech. Jetzt, da die dunklen Völker mit einer Armee die Hauptstadt belagerten. Akái und Eáránë mochte Neuigkeiten für das Reich der Nachtelfen haben, aber sie beide wussten nicht, dass selbst diese bereits veraltet waren. Pelgar war eingenommen. Die Hauptstadt unter menschlicher Führung war gefallen. Der dunkle Herrscher aus Morgeria würde Celcia bald regieren. Wie lange, das wussten wohl aktuell nur die Götter. Die beiden angereisten Nachtelfen und Wolf jedenfalls nicht, trotzdem würden ihre Informationen Anklang finden, wären sie für die Nachtelfen doch von Bedeutung.

Méntara Tronás würde schon ihre Ungeduld verlieren, wenn sie erst erfuhr, was Eáránë und Akái ihr zu berichten hatten. Derzeit blickte sie noch etwas desinteressiert. Lediglich für den Schattenkristall hatte sie kurz ihre Ohren gespitzt, doch als Akái erklärte, er befände sich nicht mehr im Besitz seiner Begleiterin war das vorherige Desinteresse bei der Stadtherrin wieder durchgedrungen. "Du schimpfst dich also noch Kristallträgerin, Eáránë Féfalas? Obgleich der Kristall der Schattenmagie nicht bei dir ist? Zu schade ... du weißt nicht, wo er steckt? Wir hätten mit ihm in unserem Besitz mehr Einfluss auf die Welt der Menschen ausüben können. Bedauerlich!" Offenbar interessierte die Nachtelfe nur das, doch Akái griff schlichtend ein. "Lasst sie doch erst einmal ausreden, Herrin. Wir haben interessante Neuigkeiten für Euch."
"Gut, gut, dann sprich!"
, forderte Méntara auf. Sie lehnte sich in ihrem Thron zurück. Welche Neuigkeiten konnten das schon sein? Sie glaubte nicht, dass sie von Belang wären, das sah man ihr an und Wolf, der es sogar witterte, winselte leise. Das Winseln erstarb jedoch im selben Moment, in dem Eáránë von den Zuständen in Pelgar berichtete. Die Augen der Stadtherrin weiteten sich. Sie richtete sich kerzengerade in ihrem Thron auf und legte sogar den Kopf etwas schief. Erneut fuhren die Fingerspitzen an die schwarzen Lippen. Es blitzte in ihren Augen. Sie erhob sich aus ihrem Thron und stieß ein ungläubiges "Was?!" sogar auf Celcianisch aus, als sie zusätzlich noch die Neuigkeiten von Kosral hörte. Méntara Tronás zog eine Ellipse, als sie zwei Runden in ihrem Audienzsaal abmarschierte. Dabei blickte sie immer wieder zu ihren beiden Berichterstattern und dem Wolf herüber, stieß ein Knurren aus und runzelte nachdenklich die Stirn. Ihre Ungeduld war wie weggeblasen. "Wenn unsere dunklen Verwandten der Meinung sind, Pelgar anzugreifen und erobern zu wollen ... meinetwegen, solange sie uns da heraus halten. Vielleicht profitieren wir von einem Sieg, falls die Dunklen nicht entschließen, uns ebenfalls den Garaus zu machen. Aber Kosral ... es steht wieder, sagt ihr? Das ist beunruhigend. Kosral ist nicht weit weg. Eine Armee könnte schnell durch den Wald kommen. Nicht so schnell wie auf offenem Feld, aber schnell genug, uns zu überraschen. Wir müssen heraus finden, ob die Dunkelelfen sich auch gegen uns stellen oder sich mit uns verbünden würden. Das ist von großer Bedeutung!" Sie blieb stehen, schaute erst Akái, dann Eáránë an. "Ich teile deine Befürchtungen, Nachtelfe. Wir könnten in Gefahr sein. Ihr beide habt euch als zuverlässig erwiesen. Ich gebe euch einen Auftrag: Findet heraus, was die Dunkelelfen planen. Das Reich muss wissen, ob wir ein nächstes Ziel sein könnten. Ich werde trotzdem Nachricht an die Kasernen und Schattenkrieger ausschicken. Wir müssen gerüstet und vorbereitet sein für den schlimmsten aller Fälle. Oder für einen Bündnisangriff auf ein weniger glückliches Gebiet. Ich sende euch aus. Akái, du weißt, was zu tun ist."
"Ja, Herrin. Ich würde an dieser Stelle gern noch darum bitten, meine Gefährtin hier zu meinem Lehrling zu ernennen. Sie soll in die Kunst der Spionage eingeführt werden, wenn sie das möchte."
"Ich verstehe. Dann geh mir ihr zuerst zur Kaserne. Überbringt einem Offizier gleich noch meine Befehle. Eilt euch! Es muss noch heute geschehen."
"Sehr wohl, Herrin."
Akái verneigte sich tief, schaute dann zu Eáránë. Ihr gemeinsamer, neuer Auftrag war klar. Vorausgesetzt, die Nachtelfe wollte sich überhaupt auf diese Aufgabe einlassen und eine Spionin werden. Fragend blickte ihr Begleiter sie nun an.
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Re: Berichterstattung

Beitrag von Eáránë Fëfalas » Mittwoch 30. Mai 2012, 18:01

Die junge Nachtelfe legte den Kopf leicht schief. Leicht verwundert sah sie die Stadtherrin an. “Ihr scheint mich missverstanden zu haben Stadtherrin…” Eáránë tat einen halben Schritt nach vorn. “Mit keinem Wort habe ich gesagt, dass der Kristall nicht mehr in meinem Besitz ist. Sonst hätte ich ja keinen Grund mich noch Kristallträgerin zu nennen. “ Sie machte eine kurze Pause. “Doch bezweifle ich, dass Ihr auch nur einen der Kristalle für solch ein Vorhaben benutzen könntet. Zum einen sind sie nicht mehr so mächtig wie vorher, sie besitzen noch relativ große macht aber sie sind geschwächter. Und zum anderen sind sie ziemlich… Wie soll ich sagen… Eigenwillig…” Die Diebin dachte dabei an diese merkwürdige Frau, die den Schattenkristall zur Stillen Ebene brachte und ihn direkt vor die Füße der Nachtelfe fallen ließ. Die Kristalle suchten sich ihre Träger aus. Sie waren diejenigen, die die Magie wirkten, die Träger waren nur so was wie Katalysatoren. Man könnte es eine Art Zweckbeziehung nennen, wenn man es so wollte. Und die junge Frau vermutete, dass auch in den anderen Kristallen sich so was wie Geister der Kristalle befanden, so wie es bei ihr Zernaus war. Es waren keine Gegenstände, die man einfach nach belieben benutzen und ausnutzen konnte. Gewiss nicht…

Méntara war ziemlich forsch und es war deutlich zu merken, dass sie sich nur für den Kristall interessierte. Akái musste Eáránë ein wenig in Schutz nehmen und versuchte seine Herrin etwas zu beschwichtigen. Diese war noch gewillt zuzuhören. Und ihr Desinteresse verschwand schlagartig, als die junge Nachtelfe von den, wenn auch teilweise schon etwas veralteten Nachrichten berichtete. Besonders das mit Kosral schien sie stark zu beunruhigen. Während Eáránë berichterstattete, war die Stadtherrin von ihrem Thron aufgestanden und lief unruhig durch ihren Saal und reagierte auch nicht sofort, als die Jüngere geendet hatte. Hin und wieder sah sie zu den dreien herüber, sah dann aber wieder weg. Wolf winselte leise und blickte zu seiner Freundin hoch, die seinen leicht verunsicherten Blick erwiderte. Beide schauten dann kurz zu Akái, bis sie sich dann an Méntara wieder wandten, als diese zu sprechen begann.
Nach einer ganzen Weile äußerte sie sich dann zum Bericht und erteilte auch schon die ersten Befehle. Sie teilte den beiden anderen auch schon direkt einen Auftrag zu, es war ein Spionageauftrag. Eáránë schluckte. Wie sollte sie das denn anstellen? Bisher hatte sie noch niemanden ausspioniert und wusste auch nicht so wirklich was tatsächlich zu tun war. In Kosral hineinspazieren und mal eben fragen ob sie den Nachtelfen gut oder böse gesinnt waren konnten sie ja nicht machen. In was ist sie da nur wieder hineingeraten? Hoffentlich würde sie es nicht vermasseln… Akái war aber an ihrer Seite, er war Spion und konnte der jungen Nachtelfe genügend Tipps geben und ihr da ein wenig helfen. Trotzdem war sie keine Spionin! Sie war wenn überhaupt Diebin! Wolf spürte, dass seine beste Freundin etwas aufgewühlt und etwas nervös war. Er stupste ihre Hand an um ihr zu sagen, dass sie ruhig bleiben sollte und es keinen Grund für diese Unruhe gab. Dann hörte sie den Spion sprechen, er bat darum Eáránë zur Spionin ausbilden zu dürfen. Leicht irritiert und verwundert sah sie ihn an. Es kam ziemlich plötzlich. Daran hatte sie eben gar nicht gedacht. Die Stadtherrin meinte daraufhin nur, dass die beiden dann zuerst zur Kaserne sollten. Man konnte ihr ansehen, dass sie leicht verwirrt war. Dann aber konnte sie ihre Gedanken sammeln. Erst verneigte sie sich noch kurz vor der Herrscherin, wenn auch nicht so tief wie der Nachtelf, wandte sich dann diesem zu und sagte mit einem Lächeln auf den Lippen: “Dann lass uns mal gehen!” Das war ihre Antwort. Ja, sie war bereit sich zur Spionin ausbilden zu lassen.

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Re: Berichterstattung

Beitrag von Erzähler » Samstag 2. Juni 2012, 20:47

Mentára Tronás erhob sich rasch und doch in einer einzigen, fließenden Bewegung. Sie besaß sehr viel Eleganz, wirkte beinahe wie aus flüssigem Silber, was auch am Licht lag, das ihre graue Haut schimmern ließ. Ihre Augen riss sie jedoch unelegant weit auf, starrte Eáránë einen Augenblick geradezu sprachlos an. Schließlich fand sie aber doch noch ihre Stimme wieder: "Du hast den Schattenkristall noch? Zeig ihn mir, sofort!" Der Befehl kam herrisch wie man es von einer Autoritätsperson erwarten konnte, gleichzeitig aber auch mit einer Ungeduld, die an Habgier grenzte. Mentára schien ganz versessen auf den Schattenkristall zu sein und machte auch keinen Hehl daraus. Wozu auch? Für eine Nachtelfe war die Schattenmagie nun einmal das interessanteste Gebiet, was sich mit Magie beschäftigte, konnte man damit doch künstliche Dunkelheit erzeugen und sich vor den ungeliebten Sonnenstrahlen etwas abschirmen. Wer der Schattenmagie mächtig war, dem standen viele Möglichkeiten offen - auch an der celcianischen Oberfläche.
Die Stadtherrin des Nachtelfenreichs war schon auf halbem Weg direkt zu Eáránë, als diese mit ihrer Korrektur der Gegebenheiten fort fuhr und Mentára somit den Wind aus den Segeln nahm. Die Nachtelfe verlangsamte ihren Schritt, verharrte schließlich ganz. Ihre schwarzen Lippen pressten sich wieder aufeinander, dass erneut eine schmale Linie entstand. "Der Kristall hat also an Macht verloren, sagst du. Das ist ... was meinst du mit eigenwillig?"
"Könnte da nicht jemand Bestimmtes drüberschauen, hohe Herrin"
, mischte sich Akái ein. Er hob vielsagend die silberweißen Brauen, als wollte er auf etwas Bestimmtes hinaus. Das ließ Mentára allerdings nur schnauben. Sie winkte ab, wirbelte herum und kehrte an den Platz auf ihrem Thron zurück, wo sie sich erneut niederließ. "Glaub nicht, ich hätte nicht längst an ihn gedacht, Akái. Aber Moth ist auf einer Mission nach Andunie geschickt worden. Ihr müsstet ihm schon hinterher, wenn ihr seine Dienste in Anspruch nehmen wolltet."
"Das will ich, Herrin"
, erwiderte Akái knapp. Die Nachtelfe nickte nur darauf. So sollte es also geschehen, wer auch immer Moth war und was man von ihm wollte. Das würde sich noch aufklären. Eáránë und Akái hatten zunächst eine andere Pflicht zu erfüllen. Sie sollten zur Kaserne gehen und den Offizieren die Befehle weiterreichen. Dort würden sie sich auch mit neuer Ausrüstung ausstatten lassen können. Also machten sie sich auf den Weg. Akái lächelte vor sich hin, als man sie aus dem Thronsaal der Stadtherrin führte. Er freute sich, dass Eáránë das Angebot, sich von ihm ausbilden zu lassen, angenommen hatte. Er wirkte stolz - stolz darüber, eine Kristallträgerin als Schülerin zu haben. In seinen Augen war sie ohnehin etwas ganz Besonderes.

Auf dem Weg Richtung Kaserne klärte der Nachtelf seine Gefährtin über einige Dinge auf. "Endlich kann ich offener zu dir sein, weil du von nun an meine Schülerin sein wirst. Somit kann ich dir auch genauere Instruktionen geben, was wir als nächstes alles anstellen." Er nickte. "Gut, in die Kaserne müssen wir als erstes und dort Mentáras Befehle weitergeben. Keine große Sache. Wenn du möchtest, kann ich das auch schnell allein machen, während du dich zum Tor, das zur Oberfläche führt, begibst. Natürlich nur, wenn du magst. Wir müssen nach oben, schließlich sollen wir heraus finden, wie die Dunkelelfen zu ihren Verwandten - uns - stehen."
Akái drückte Eáránë den Schlüssel zu seinem Haus in die Hand. Sie könnte dann von dort noch etwas holen, wenn sie es brauchte. Andernfalls würde er ihn wieder zurücknehmen. Der Elf sprach weiter: "Ich halte es für keine gute Idee, direkt nach Kosral herein zu spazieren. Die Stadt sah irgendwie allem gegenüber unfreundlich aus, falls du dich erinnerst. Wir können auch anderweitig Antworten auf Mentáras Fragen bekommen. Ich würde mich jetzt nämlich lieber auf die Suche nach Moth machen. Er ist ein Nachtelf, der sich mit der Verarbeitung von Schmucksteinen aller Art und somit auch Kristallen auskennt. Außerdem hat er die Schattenmagie erlernt, was ihn zusätzlich befähigen sollte, uns mehr über deinen Kristall zu sagen. Wenn er nach Andunie ausgesandt wurde, dann müssen wir dorthin. Es wird ein weiter weg. Wir sollten uns an der Oberfläche passende Transportmittel ... suchen." Dass Akái damit natürlich nicht meinte, sie wirklich zu suchen, war klar. Er würde vermutlich schauen, wo sich Pferde oder ähnliche Tiere ausfindig machen ließen und diese stehlen. Eáránë sollte damit eigentlich kaum Probleme haben, immerhin war sie eine Diebin. Jetzt blieb nur noch die Frage offen, ob sie direkt zum Stadttor gehen oder mit ihrem Gefährten zur Kaserne mitkommen würde.
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Eáránë Fëfalas
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Re: Berichterstattung

Beitrag von Eáránë Fëfalas » Mittwoch 13. Juni 2012, 21:47

Eáráne zuckte leicht zusammen, als Mentára ihr befahl, den Kristall zu zeigen. Die junge Nachtelfe wich zurück, als die Ältere auf sie regelrecht angestürmt kam. Als sie der Stadtherrin aber erzählte, dass der Kristall an Macht verloren habe, wurden die Schritte der Anderen langsamer, bis sie dann doch noch stehen blieb. Diese schien aber etwas irritiert, als die Diebin noch hinzufügte, dass die Kristalle sehr eigenwillig seien. Da meldete sich aber Akái zu Wort und spielte auf eine Person an, die Eáráne vollkommen unbekannt war. Die Stadtherrin verstand die Anspielung und sagte, dass er auf dem Weg nach Andunie sei und wenn die beiden ihn aufsuchen wollten, dass sie ihm folgen müssten.
Irgendwie gefiel es der jungen Nachtelfe überhaupt gar nicht. Auch Wolf schien ein eher mulmiges Gefühl im Bauch zu haben, weshalb er leise winselte und sich näher an seine Freundin schmiegte. Er spürte, dass ihr die Situation gerade gar nicht gefiel. Doch sie ließ sich von außen hin nichts anmerken. Schweigend hörte sie den beiden zu. Es passte ihr nicht,dass einfach über ihren Kopf hinweg entschieden wurde. Schön, dass Akái diesen Moth aufsuchen wollte um den Kristall untersuchen zu lassen. Aber keiner fragte ob Eáráne es wollte. Immerhin war sie die Kristallträgerin und Zernaus konnte ihr sagen ob er es wollte. Keiner fragte die beiden, was ihr ziemlich gegen den Strich ging. Doch ermahnte sie sich selbst um sich wirklich nichts anmerken zu lassen. Mentára war ihr nicht ganz geheuer und eine Person mir der sie gerne lange in einem Raum wäre. Desto mehr freute sich die Jüngere bald wieder hier weg zu sein. Weg von dieser habgierigen Person.

Endlich verließen sie den Thronsaal und Akái schien sehr glücklich darüber zu sein, Eáráne nun als seine Schülerin haben zu dürfen. Draußen auf den Straßen ergriff er dann wieder das Wort und schien sichtlich erleichtert darüber, offener mit ihr sprechen zu können, was sie auch ziemlich freute. Doch würde Akái merken, dass ihr etwas aufs Gemüt schlug.
Sie hörte ihm aufmerksam zu und nickte hin und wieder mal bestätigend. Dann sagte er zu ihr, das auch er alleine zur Kaserne gehen könnte und sie dann schon mal vorgehen sollte, wenn sie denn wollte. Er gab ihr seinen Schlüssel zu seinem Haus. Ihr Begleiter sprach dann weiter, dass er lieber als erstes diesen Moth aufsuchen wollte und dass die beiden sich irgendwie anders um die Antworten auf Mentáras Fragen kümmern konnten. Eáráne seufzte leise. „In Ordnung. Ich geh noch schnell zu deinem Haus, um meine Sachen zu holen und warte dann am Stadttor auf dich. Vielleicht könntest du mir ja noch ein paar Pfeile besorgen? Meine gehen mir nämlich langsam aus.“ Die junge Nachtelfe schien für einen Augenblick nachzudenken. „Wenn du Fragen über meinen Schattenkristall hast, zögere nicht mich zu fragen. Vielleicht kann ich sie dir ja beantworten, ohne dass du diesen Moth dafür brauchst.“ Zwar lächelte sie leicht, doch war klar, dass ihr das mit diesem Moth nicht wirklich passte. Doch wollte sie ihn erst kennen lernen und dann konnte sie ja entscheiden, ob er sich den Kristall ansehen durfte oder nicht, natürlich auch nur, wenn Zernaus dies dann auch wollte.
„Na den... Bis gleich.“ Verabschiedete sie sich bei Akái und machte sich auf den Weg zu seinem Haus. Dort angekommen packte sie ihre Taschen wieder zusammen und kontrollierte noch einmal, ob sie auch alles hatte. Vollgepackt mit ihrem Kram, ging sie dann zum Stadttor um dort auf ihren nachtelfischen Begleiter und nun auch Lehrmeister zu warten.

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Re: Berichterstattung

Beitrag von Erzähler » Dienstag 19. Juni 2012, 23:08

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