Orientierungslos am Hafen

Die größte Handelsstadt Celcias besitzt auch den größten Hafen. Es liegen immer ein paar Handelsschiffe vor Anker und überall wimmelt es von Matrosen oder Fischern. Wer hier auf einem Schiff anheuern will, hat eine große Auswahl.
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Lauron
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Orientierungslos am Hafen

Beitrag von Lauron » Samstag 29. November 2008, 22:03

Schwer atmend blieb Lauron stehen und sah sich desorientiert um. <b> Wo in Manthalas Namen bin ich den hier gelandet? </b> Sein Blick schweifte über die Häuser, die die Gasse, in der Lauron sich nun befand, zu seiner Rechten und linken säumten. Sie schienen teilweise von irgendeiner Substanz angegriffen. Dennoch machten sie einen soliden Eindruck, er war wohl nicht im Armenviertel gelandet. Nachdem sich seine Atmung wieder einigermaßen beruhigt hatte, registrierte er den salzigen Geruch, der in der Luft lag. Daraufhin lief es Lauron erst einmal eiskalt den Rücken herunter. Es war offensichtlich, dass er sich ganz in der Nähe des Hafens und des verhassten Meeres befand.

Unsicher warf er einen Blick über die Schulter: Die Wachen waren seit Langem nicht mehr in Sicht gewesen, dennoch konnte er unmöglich auf dem selben Weg zurücklaufen, den er gekommen war, wenn er den Gesetzeshütern nicht direkt in die Hände laufen wollte. Zu seiner Linken befand sich noch eine Abzweigung, allerdings wusste Lauron nicht, wo diese hinführte und er wollte sich nicht noch mehr verirren, als er es sowieso schon getan hatte. Auch wenn es ihm nicht gefiel, seine einzige Möglichkeit, die Orientierung zurück zu erlangen, war der Hafen, da er sich, zumindest vage, an den Weg erinnerte, den die Wachen bei seiner Verhaftung eingeschlagen hatten.

Widerwillig setzte sich Lauron also in Bewegung und folgte der Gasse in Richtung Hafen. Nach kurzer Zeit erreichte er dann den Pier. Von seinem Standpunkt aus konnte er zwei Schiffe im Hafen tümpeln sehen: Der massive Zweimaster, auf dem Lauron als blinder Passagier gereist war und ein kleines Fischerboot ankerten dort. Lauron allerdings hielt sich mit diesem Anblick nicht lange auf und steuerte schnellen Schrittes auf den Zweimaster zu. Von dort aus wollte er dann den Weg rekonstruieren, den die Wachen gegangen waren.

Nach wenigen Metern allerdings wurde seine Aufmerksamkeit von seinem Ziel abgelenkt: Aus den Augenwinkeln bemerkte er ein hölzernes Schild über einem Gebäude hängen, auf dem „Schenke zum Seemann“ geschrieben stand. Irritiert blieb der Dunkelelf stehen und starrte auf die Schrift. <b> War das nicht die Schenke, von der der alte Mann gesprochen hatte? </b> fragte er sich, während er sich die Worte des Bettlers in Erinnerung rief. <b> Natürlich, das ist sie!</b> Er tat bereits einen Schritt in Richtung Tür, zögerte dann allerdings. <b> Soll ich der Empfehlung dieses Wunderlings wirklich folgen? Womöglich lockt er mich dort noch in einen Hinterhalt! Gegen einen Magier habe ich doch keine Chance... aber andererseits.... </b>

Lauron wägte alle möglichen Gefahren ab, die ihn in der Schenke erwarten konnten und kam zu dem Schluss, dass seine Sorge völlig unbegründet war. Wer würde ihm schon in einer Schenke auflauern, wo es dort doch viel zu viele Zeugen gab. Außerdem knurrte sein Magen lautstark und sein Körper schrie nach Wärme. Also setzte er sich wieder in Bewegung und erreichte die Schenke. Leicht zögernd öffnete er die massive Holztür und trat ein...

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Re: Orientierungslos am Hafen

Beitrag von Erzähler » Montag 8. Dezember 2008, 08:42

Lauron stellte fest, dass er sich in der Nähe des Hafens von Andunie befand und war nicht sonderlich begeistert davon. Das Meer konnte er gar nicht leiden. Doch das brachte ihm alles nichts. Er hatte sich hoffnungslos in Andunie verlaufen und würde es sicherlich erst wieder schaffen sich zu orientieren, wenn er sich an dem Ort befand von wo aus er die Stadt betreten hatten, wenn er danach auch in das Gefängnis gebracht wurde. Jedenfalls schienen die Wachmänner seine Spur verloren zu haben und das war ja auch gut so.

Widerwillig machte er sich auf den Weg zu dem Pier, an dem das Schiff, mit dem er gekommen war, angelegt hatte. Er war noch gar nicht ganz angekommen, da fiel ihm ein Schild an einem Gebäude auf, auf dem "Schenke zum Seemann" stand.
Lauron fiel ein, dass der Mann davon gesprochen hatte und er sich wohl dorthin begeben sollte. Er dachte darüber nach, ob das wirklich eine gute Idee war, denn er wusste ja schließlich nicht was ihn erwartete. Doch er hatte Hunger und hier draussen war es auch nicht unbedingt angenehm warm.

Gerade hatte er die Hand auf die Türklinke gelegt, als diese sich abrupt nach innen öffnete und er fast hinein gezogen wurde.
Ein Mann stolperte in seine Richtung. Er trug eine braune Hose und eine mehr oder weniger weiße Leinentunika. Sein Gesicht war puterrot und er roch wie eine halbe Schnapsbrennerei.
"Jetzt geh nach Hause." Hörte man eine Stimme aus dem inneren des Hauses, "Dein Weib wartet bereits daheim." Der Betrunkene grummelte, während er sich am Türrahmen abstützte und laut aufstieß und Lauron riechen konnte, wa der Mann, neben dem Alkohol, noch so zu sich genommen hatte.
"Ich will nicht das sie schon wieder hier herkommt und mir die Gäste vergrault." rief jemand. Es war anscheinend der Wirt, der diesen Mann aufforderte zu gehen.
"Ich geh jaaa scho...n." Lallte dieser und stieß sich vom Rahmen ab und wäre beinahe gegen Lauron geprallt. "Oh... da is... ja wer.... seid gegrüßt..." Er versuchte sich zu verneigen und kippte fast vornüber, stolperte dann aber an dem Dunkelelfen vorbei und verschwand torkelnd über dem Platz, während Lauron die Schenke betrat.




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