Vor der Arena

Gewaltig ragt die Arena aus der Mitte des Turnierplatzes heraus. Hier finden die Kämpfe und Magierduelle statt. Das Publikum sitzt auf der kreisrunden Tribüne, während die Teilnehmer unten im Arena-Ring ihr Bestes geben.
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Re: Vor der Arena

Beitrag von Erzähler » Freitag 25. September 2009, 09:08

@Tahmo

Er war gefangen, eingekesselt wie ein Tier im Käfig - wie alle anderen Bewohner Pelgars, die nun unter den stadtinnerlichen Angriffen der Untoten, dem Kreisen des Knochendrachen am Himmel und der frontalen Attacke des dunklen Volkes vor den Stadttoren zu kämpfen hatten. Es gab kein Entkommen und entweder konnte man versuchen, sich irgendwo zu verstecken, zu verbarrikadieren und auszuharren oder zu kämpfen.
Tahmo war kein Kämpfer, also standen ihm nur noch wenige Möglichkeiten zur Verfügung und keine davon erschien besonders ehrenhaft. Zum Glück war er kein Ritter oder Paladin, die an ihre Ehre gebunden waren. Sie verloren jetzt reihenweise ihre Leben. Blut sickerte in die Fugen zwischen den Pflastersteinen und auch der halb zerstörte Stadtbrunnen spie rotes Wasser aus seiner Fontäne - erzeugt durch die Gefallenen, die über den Brunnenrand gestürzt waren. Der Anblick jagte einem eine Gänsehaut über den Rücken. Er war so schrecklich, niemand sollte das mitansehen müssen. Gleichzeitig fiel es aber schwer, nicht hinzuschauen.

Einziger Lichtblick bot ein lysanthorischer Priester, der aus der verängstigten und teils kämpfenden Menge herausragte wie ein goldweißer Felsen. Seine Robe hatte zwar unter der Flucht bereits gelitten - sie war zerschlissen und wies an einigen Stellen Blutspritzer auf -, aber das minderte seine Ausstrahlung nicht. Die Menschen fanden bei einem Mann des Lichtgottes Hoffnung, selbst dann, wenn Lysanthor nicht für diese Eigenschaft stand. Feylin-Priester gab es nur sehr wenige auf Celcia, doch der kleine Kindgott fand genug Gläubige unter bittenden Obdachlosen. Diese Zahl schrumpfte nun hier in Pelgar. An den Wegrändern lagen die Leichen jener Bettler und verarmten Krüppel. Die Untoten walzten einfach Schwert und Axt schwingend über sie hinweg, ließen nichts übrig.
Da tauchte plötzlich ein Schatten in der Nähe auf. Magische Formeln drangen durch die Gassen, leise gesprochen und doch so gut zu hören, als wären sie gebrüllt worden. Ihnen gesellte sich neues Stöhnen und Raunen ringsumher hinzu. Die Niedergestreckten erhoben sich. Nun hatte Pelgar wirklich ein Problem, denn gefallene Soldaten, Stadtwachen, Bettler und Bürger erwachten als untote Verstärkung. Es war schon schlimm genug, gegen die Toten zu kämpfen, doch jetzt hieß es, gefallene Kameraden und Familienmitglieder hinzurichten!
Viele der Kämpfenden schreckten vor jenen Untoten mehr zurück, als vor den ursprünglich herumwandelnden Horden.
"Nein!", rief ein Wächter und ließ schockiert Schwert und Schild fallen. "Ich kann doch nicht gegen ... er war mein Hauptmann! Ich kann ihn nicht angrei....arghhhhh!" Offensichtlich war der untote Hauptmann dazu befähigt, zu attackieren, wo sein loyaler Wächter es verweigerte. Nun zahlte der arme Teufel mit dem Leben ... er würde bald wieder unter seinem Hauptmann dienen. Diese Bilder waren mehr als erschreckend, sie rissen an der Moral der Überlebenden und nährten die Verzweiflung.

Vielleicht wandelten Yann und Lyrien auch noch unter jenen Toten, wenn sie sich nicht zur Wehr setzen konnten. Tahmo fasste einen Entschluss. Er konnte dem Priester und seinen Anhängern nicht zur Halle der Helden folgen. Er musste die beiden einzigen Menschen finden, die ihn herzlich in Pelgar - Stadt des Schreckens - aufgenommen hatten.
So drängte er Faro in die andere Richtung. Das Pony verstand, zeigte Mut und trabte eilig los.

weiter bei Gemeinsame Flucht

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Re: Vor der Arena

Beitrag von Erzähler » Samstag 26. September 2009, 15:31

@ Rufus:

Neilah hatte ihm Angesicht des Untoten, der sie angreifen wollte, mit einer ziemlichen Starre reagiert. Sie hatte nicht einmal mehr ausweichen können, ihre Glieder schienen aus Blei gewesen zu sein. Genauso langsam wandte sie auch Rufus den Kopf zu, als er dem Untoten die Hand abschlug. Nun hatte er also ihr Leben gerettet. Doch noch immer drängten die Zombies an sie heran und Neilah wagte sich nicht zu rühren. Und wieder war es Rufus, der sie aus diesem Zustand riss.
"Schnell, wir müssen weiter, bevor sie alle auf uns aufmerksam werden!"
Neilah schloss kurz die Augen und nickte, als sie diese wieder öffnete war Rufus schon voran gestürmt. Mit hastigen Schritten folgte sie ihm, während sich Nira schmerzhaft fest in ihre Schultern krallte.

Für Rufus und seine Begleitung geht es weiter in: Auf der Flucht vor Untoten

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Re: Vor der Arena

Beitrag von Sarion » Sonntag 4. April 2010, 22:05

[Sarion, Arianna und Godara kommen von der Preisverleihung]

Sarion fühlte mit dem kleinen Goblin. Das Schicksal hatte ihn hart getroffen und der Geschichtenerzähler versuchte so viel Trost zu spenden, wie es die begrenzte Zeit hergab. Auch hinderte ihn der Mangel an positiven Aussichten daran, richtigen Trost zu spenden. Wenn er etwas sagte wie „Alles wird gut.“, dann wäre das eine Lüge, denn er vermutete, dass es schon so viele Opfer gab, nicht nur den Troll, deren Tod nicht rückgängig gemacht werden konnte. Auch ihre eigene Lage war ungewiss, also mussten sie sich beeilen.

„Er wird sich uns anschließen.“, erklärte Sarion Ariana. Er dachte nicht einmal daran, zu fragen oder darum zu bitten, immerhin wusste er, dass die Elfe eine gute Seele war und nichts dagegen hatte. Außerdem gab es so oder so nur einen Ausweg aus der Arena, also würde der Goblin sowieso mit ihnen gehen.

Sie machten sich auf den Weg: Er roch weder den rußigen Dampf von Fackeln, noch das tranige Öl von Lampen, also vermutete er, dass es jetzt stockduster war. Jetzt war er als Blinder verhältnismäßig im Vorteil. Es stimmte ganz und gar nicht, dass Blinde sich in der Dunkelheit wie Sehende im Licht verhielten. Er stolperte genauso herum und hatte Orientierungsprobleme wie üblich, aber hier in der Dunkelheit traf das auf alle zu - Die Düsternis machte alle gleich. Doch weil er daran gewohnt war, hatte er einen Vorteil. Deshalb nahm er sich die Freiheit zumindest zeitweise die Führung zu übernehmen oder an Kreuzungen den Gang zu wählen, der seiner Nase nach eher zu frischer Luft führte.
Dennoch war er erstaunt darüber, dass auch Ariana sich hervorragend zurechtfand. Wie es mit dem fremden Goblin stand, wusste er leider nicht einzuschätzen. Er glaubte jedoch, dass seine Rasse, angepasst an Arbeit untertage, ähnlich wie Zwerge und Trolle eine gewisse Fähigkeit zur Nachtsicht entwickelt hatte.

Um die Stille zu brechen und aus praktischen Nutzen fragte er den Goblin: „Sprichst du auch Celcianisch? Ich habe die Befürchtung, unsere Begleiterin Ariana wird uns sonst nur mangelhaft verstehen.“ Und als er den Namen der Elfe anführte, kam er sofort auf die nächste Frage: „Mein Name ist übrigens Sarion, wie lautet deiner?“
Er überlegte sich, ob er Ariana alles übersetzen sollte, entschied sich aber dagegen: Namen klangen in allen Sprachen gleich und ein fragender Tonfall würde gewiss auch in einer Fremdsprache verständlich sein.

Bald erreichten sie den Ausgang, Sarion roch wieder frische Luft, doch sie enthielt Spuren von Tod und Verfall, eindeutig durch die Untoten. Ob diese garstigen Gesellen direkt vor dem Eingang auf sie warteten oder sich nur in der Ferne aufhielten, vermochte er nicht zu sagen.

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Re: Vor der Arena

Beitrag von Erzähler » Samstag 17. April 2010, 18:01

Nun machten sie sich also zu dritt auf den Weg - Sarion, Arianna und ihr Neuzugang Godara. Die Elfe hatte sich bereits bei dem Geschichtenerzähler eingehakt, wollte ihn führen, damit er nicht versehentlich in eine falsche Richtung ging, aber da die Gänge der Arena im Finsteren lagen, fiel es ihr trotz ihrer scharfen Elfensinne schwer sich zu orientieren. So übernahm Sarion schließlich für eine gewisse Zeit die Führung und schaffte es sie alle aus dem mächtigen Bau zu lotsen. Godara war ihnen mit einem kleinen Abstand gefolgt, denn auch wenn seine Rasse eigentlich an unterirdische Arbeiten gewohnt war, so war seine Sippe doch schon seit mehreren Generationen nicht mehr untertage gewesen und hatte somit einen Teil ihrer Dunkelsicht einbüßen müssen. Dann erhob Sarion während ihres Weges seine Stimme zu ihrem Begleiter.

"Naja, ein bisschen kann ich Celcianisch schon, aber nicht besonders gut. Da meine Sippe eigentlich immer in unserer Sprache spricht, hab ich Celcianisch nie richtig gelernt. Druan hat mir noch ein bisschen beigebracht. Aber ich glaube richtig zurecht würde ich damit nicht kommen.", meinte er auf die Frage bezüglich der Sprache des Geschichtenerzählers hin. Wäre der Gang beleuchtet gewesen, hätte man erkennen können, dass Godara leicht den Kopf gesenkt hatte. Dann hob er ihn allerdings wieder, als der andere Goblin sich und die Elfe mit Namen vorstellte. "Oh Entschuldigung, Sarion. Ich bin Godara. Habe total vergessen mich vorzustellen."

Dann endlich erreichten sie den Ausgang und standen auf dem Platz vor der Arena. Sowohl die Elfe, als auch der schüchterne kleine Goblin Godara sogen die annähernd frische Luft tief in ihre Lungen ein. Ein Blick über den Ort, wo sie sich nun befanden, offenbarte allerdings ein grausigen Bild. Überall lagen Leichen verstreut, teilweise türmten sie sich sogar übereinander. Ein erschrockener Ausruf von Ariana erklang, als sie mit weit geöffneten Augen das Unheil betrachtete und ihre Hand vor den Mund hielt. "Bei Florencia und Faun!", hauchte sie hervor. "Wie furchtbar."
Auch Godara schien es vor Schrecken die Sprache verschlagen zu haben. Sie standen einfach nur da und konnten sich eine Weile nicht rühren, während sie das Bild verarbeiteten. Hin und wieder ertönte ein Brummen und Stöhnen aus einer Seitengasse und zeugte davon, dass sich immer noch Untote in der Stadt herum trieben. Auch der Knochendrache flog seine Kreise über Pelgar und lies immer häufiger sein böses Brüllen erklingen. Er riss ganze Dächer ab und lies die großen Steinbrocken auf ganze Menschengruppen herabfallen - egal ob Zivilisten oder Soldaten.

"Was... was wir machen... ähm... jetzt?", brachte Godara sehr holprig in Celcianisch hervor und wandte sich damit an seine Begleiter.
"Ich würde vorschlagen, dass...", begann Arianna zu sagen, wurde aber von einem für Sarion wohl bekannten Gebell unterbrochen.

Aus einer Seitengasse kam ein Tier gestürzt, welches die Elfe sofort als Hund erkannte. Es wurde von einem Zombie verfolgte, der jedoch aufgrund der Geschwindigkeit des Flüchtenden nicht wirklich hinterher kam. Dann jedoch entdeckte das Ungetüm die drei Herumstehenden und schien sich nun kurzerhand auf sie zu konzentrieren. Der Hund rannte ebenfalls zu Sarion, Arianna und Godara und als es sie erreichte hockte es sich direkt vor den blinden Goblin, beschnüffelte ihn leicht und bellte ihn schließlich kurz an, als wolle es einen alten Freund begrüßen.
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Re: Vor der Arena

Beitrag von Sarion » Montag 19. April 2010, 21:15

Der Neuankömmling stellte sich also als Godara vor. Ein üblicher Goblinname, vermutete Sarion, der nur selten über Namensgebung nachdachte. Natürlich hätte Sarion auch Gnome, Elfen und Zwerge mit Namen Godara akzeptiert und dabei gedacht „ein überlich wasauchimmer-Name“.

„Im Notfall kann ich ja für dich übersetzen.“ , meine Sarion, „Hoffen wir mal, dass wir nicht getrennt werden.“

Nun wendete er sich an Ariana: „Sein Name ist Godara und er spricht nur Terkin und höchstens ein paar Brocken Celcianisch. Wenn du ihm also etwas mitteilen willst, dann kann ich übersetzen.“

Tatsächlich war Sarion erpicht darauf, etwas reden zu können. Hier unten war es kühl und still und er hatte Angst. So würde die Welt vielleicht werden, wenn die Untoten die Oberhand erlangen. Eine tote, stille Welt. Wie eine Geschichte, dessen Erzähler mitten während der Handlung eingeschlafen war.
Sie erreichten den Ende des Tunnels, ein laues Lüftchen wehte und er spürte zarte, zögerliche Sonnenstrahlen, die sich schämten, einen solchen Tag zu erhellen. Und der Wind trieb einen schrecklichen Geruch vor sich her.

Er hörte Ariana und schluckte. Dass er ein bisschen froh war, dies nicht sehen zu müssen, verschwieg er nun besser. Auch wenn das Fehlen an Informationen auch nicht besonders angenehm war: Es lies Spielraum für Interpretationen.
„Gute Frage.“, kommentierte Sarion Godaras Frage. Ein vergleichsweise passables Celcianisch hatte er nicht erwartet, erst recht nicht unter diesen Umständen, aber der Goblin übertraf seine Erwartungen. Was sollten sie nun tun? Er hatte keine Ahnung und hoffte darauf, dass einer der beiden Sehenden eine Richtung vorgab, die viel versprechend war. Die sie zu Nira führte oder wenigstens in Sicherheit, oder aber beides.

Zu der düsteren Geräuschkulisse gesellte sich ein weiterer Klang: Hastiges Kratzen. Sarion erkannte, dass es sich um einen hetzenden Hund handelte. Im Gegensatz zu Katzen konnten Hunde ihre Krallen nicht so einfach einziehen und deshalb hörte man sie oft auf den Pflastersteinen kratzen.
Ein Bellen, das Erinnerungen weckte. Der Hund näherte sich ihm, setzte sich genau vor seine Füße hin, schnüffelte und bellte noch einmal. Aber das konnte nicht sein.

„Ariana? Ich glaube meine Sinne sind heute ziemlich reizbar und mein Verstand nicht mehr klar bei der Sache… Ist das Buff?“,

fragte er die Elfe. Aber das konnte schlecht sein. Aber wieso klang er so vertraut, wobei er doch keinen anderen Hund kannte? Sarion dachte darüber nach. Er hatte ein vages Gefühl, dass Buff in Eldar zurückgeblieben war, aber die zahlreichen Ereignisse und die Erschöpfung trübten seine Erinnerungen.
Der Geschichtenerzähler hatte den Verfolger des Hundes bisher noch nicht wahrgenommen. Im Gegensatz zum Hund schlurfte der Untote vergleichsweise leise über die Straße.

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Re: Vor der Arena

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 28. April 2010, 07:28

Sie standen nun auf dem großen Platz vor der Arena und Ariana und Godara betrachteten voller Schrecken und Grauen das Ergebnis des Angriffs der Untoten. Leichen über Leichen türmten sich hier und zeugten von dem Gemetzel. Keiner der Beiden war auch nur in der Lage etwas mehr zu sagen, als ein leises Aufstöhnen. Dann wurden sie aus ihrer Trance gerissen, als plötzlich aus einer Seitengasse ein Hund gestürmt kam. Er rannte über den Platz, sprang über die toten Körper und gesellte sich zu den drei Gefährten, hockte sich vor den Geschichtenerzähler und bellte ihn kurz an. Ariana war die erste, welche ihn wiedererkannt hatte, auch wenn sein Fell nicht mehr so sauber war, wie bei ihrem letzten Treffen.

Bevor sie etwas sagen konnte, erhob Sarion seine Stimme: "Ariana? Ich glaube meine Sinne sind heute ziemlich reizbar und mein Verstand nicht mehr klar bei der Sache… Ist das Buff?" Diese Frage war durchaus berechtigt, denn das letzte Mal als sie den Hund gesehen hatte, befanden sie sich im Wald Eldoras, bei den Elfen in deren Stadt Eldar.

Die Elfe nickte. "Deine Sinne und dein Verstand scheinen scharf wie eh und je. Ja, ich kann es selbst kaum glauben, aber das ist Buff!", meinte sie als Antwort, stellte sich neben das Tier, beugte sich hinab und begann ihn zu streicheln. "Na du, wo kommst du denn so plötzlich her?"
Auch wenn sie keine wirkliche Antwort von Buff erwartete, war es doch üblich - selbst für die Elfen - mit einem Tier wie mit einem Menschen zu sprechen und so streichelte sie ihn weiter, auch wenn sie genauso verwundert war, wie ihr kleiner Golbinfreund.

Offenbar hatte Ariana über die Verwunderung, den Hund ihrer besten Freundin hier in Pelgar anzutreffen, den Zombie ganz vergessen, welcher sich noch immer mit ausgestreckten Armen und schlurfend, geifernd nach frischem Fleisch, den Freunden näherte. Einzig Godara schien von dem Hund nicht so eingenommen zu sein, denn obwohl er die ganze Szenerie beobachtet hatte, wandte er sich wieder dem Geschehen vor ihnen zu. Das Ungetüm hatte trotz seiner langsamen Geschwindigkeit, doch schon ein gutes Stück des Platzes überwunden und nun würde wohl auch Sarion das stöhnen des Untoten hören können.

"Verda... ähm... Schei... ...ARGH!", brachte Godara in Celcianisch hervor, bevor er sich wieder seiner Muttersprache zuwandte. "Verdammter Mist! Ein Zombie!!", rief er aufgebracht und deutete mit seiner Hand in die Richtung des Ungeheuers.

Augenblicklich wandte sich auch Ariana von Buff ab, schaute ebenfalls zu dem Untoten und zückte ihr Messer. "Wenigstens ist es nur einer...", dachte sie leise, sprach die Worte aber aus. Und als ob Faldor es gehört hätte, kam auch schon ein Skelett aus einer anderen Seitengasse. Klappernd schloss es sich seinem nicht mehr ganz toten Kumpanen an und schritt auf die kleine Gruppe zu.
Godara wirkte ängstlich, aber doch entschlossen. Er wollte seine neuen Gefährten nicht auch noch verlieren, so wie er seinen Meister und besten Freund Druan bereits in der Arena verloren hatte und so machte er sich für einen Kampf bereit. Allerdings zog er keine Waffe hervor, sondern suchte einen festen Stand auf dem Boden und sammelte seine restliche Konzentration zusammen. "Mächtiger Urgeist, dein untertänigster Diener fleht dich um deine Hilfe an. Bitte gib mir die Kraft, meine neuen Freunde zu beschützen und ihnen beizustehen.", stieß er als Stoßgebet zu seinem Gott aus und schloss die Augen. Dann öffnete er sie ruckartig wieder und schaute aus finsteren Augen die beiden Feinde an. Plötzlich bebte ein wenig die Erde unter ihren Füßen und kleine Felsbröckchen erhoben sich vor ihnen in die Luft. Godara hatte seine Arme ausgestreckt und schleuderte die Geschosse nun auf den Zombie und das Skelett ab. Zielsicher trafen die Erdklumpen jeweils die Köpfe der Untoten und rissen diese von den Körpern, schleuderten sie zur Seite. Augenblicklich sackten die Körper in sich zusammen und blieben liegen. Der kleine Goblin schnaufte erschöpft, als er spürte, wie ihm die Magie die Kraft aus den Gliedern zog.

Dann wandte er sich an Sarion: "Uff... uff... Wenn ihr den Hund kennt... uff... kann er uns dann nicht... uff... irgendwohin führen? Irgendwo, wo es sicher ist?", fragte er den Geschichtenerzähler und nahm dabei keine Rücksicht auf die verwirrt dreinblickende Ariana, die wiedereinmal kein Wort verstand.
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Re: Vor der Arena

Beitrag von Sarion » Donnerstag 6. Mai 2010, 21:27

Ariana bestätigte seine Vermutung, dass es sich bei dem Hund um Buff handelte. „Aber… das kann doch nicht…“ Seit Eldar hatte Sarion Buff nicht mehr wahrgenommen. War er überhaupt mit geflogen? Sarions Gedächtnis war diesbezüglich gerade wie ein Sieb. Sein müder und trotzdem unruhiger Geist war unfähig, die Fetzen aus dem Nebel der Erinnerung herauszufischen, von welchem er die Antwort erfahren könnte.

Sarion brauchte sich nicht zu bücken, um den Hund zu streicheln, denn es war ein großer Hund, als Kontrast zu seiner kleinen Besitzerin. Ein paar Mal ließ er die Finger durch sein zersträubtes und schmutziges Fell fahren. Vielleicht könnte ein Indiz finden für das, was der Hund wohl durchgemacht hatte. Aber es war keine Untersuchung und Sarion verwendete seine Zeit lieber für ein paar Streicheleinheiten für das arme Tier.

Noch immer nicht hatte Sarion den Zombie wahrgenommen. Dieser war schon ziemlich nah, als Sarion die nahe Quelle des Gestankes vom Hintergrundgestank abzugrenzen vermochte. Godara versuchte vergeblich auf Celcianisch zu fluchen, bis er wieder auf seine Muttersprache zurückgriff.
Nun nahm auch Arianna das nahe Monster wahr. Es war schon zu nahe, um dem Kampf zu entgehen, also hörte er sie ihr Messer ziehen. Zum Glück hatte er es ihr zurückgegeben. Er selbst hob seinen Stock. Er wusste, wo Ariana stand und solange er sie nicht traf, konnte er soviel damit herumfuchteln wie er wollte. Doch das erwies sich als unnötig.
Aus der Gasse kam sogar noch ein Skelett. Es klang klappernd, aber auch ein bisschen morsch. Als hätte man ein Xylophon aus verfaulten Holz geschnitzt und würde jetzt darauf spielen.

Sarion hörte ein Stoßgebet auf Terkin und vermutete, dass auch Godara sich für den Kampf bereit machte. Bevor die Untoten jedoch auf die Gruppe stießen, erbebte plötzlich leicht die Erde. Nicht das noch! Pelgar war schon von Untoten bedroht, da brauchte es kein Erdbeben. Oder ein Tunnel stürzte unter ihnen ein oder ein Haus in der Nähe…
Der Goblin fühlte den Luftzug, wie etwas durch die Luft geschleudert wurde. Dann ertönte ein Geräusch, als würde ein nasser Sack auf den Boden geklatscht – und die Realität war gar nicht einmal so weit fern von diesem Vergleich – und ein Klappern, das andeutete, dass auch das Skelett zusammen gefallen war.

Sarion staunte und seufzte, dass die Gefahr vorerst gebannt war. Godara war ein Magier und betrieb scheinbar ähnliche Magie wie Druan. Er konnte Erde und Felsen unter seine Kontrolle bringen. Gerade wollte er vorwurfsvoll fragen, warum er das ihnen nicht vorher gesagt hatte, aber dann hörte er das Schnaufen und hielt besser den Mund. So erschöpft wie der Goblinjunge klang, war das kein Zuckerschlecken, den er mal mir nichts dir nichts wirken konnte, sondern nur eine einmalige Sache, bestimmt nur durch göttliche Hilfe in diesem Ausmaß.

Der Goblin fragte, ob der Hund sie nicht an einen sicheren Platz führen konnte. Aber da kam ihm gleich noch eine andere Idee: Vielleicht wusste Buff sogar, wo sich sein Frauchen befand. Er wollte schon den Hund dazu antreiben, ihn zu Nira zu führen – wenn er denn konnte - doch da bemerkte er, dass die Gefahr einfach zu groß war. So leid es ihm tat, aber drei Leben konnte er nicht einfach riskieren. Ein sicherer Ort hatte höhere Priorität. Und wenn sie Glück hatten, dann befanden sich vielleicht sogar schon Nira und Marianna und Rufus dort. Natürlich vorausgesetzt, dass es so etwas wie einen sicheren Ort gab.
„Buff, ich hoffe, du verstehst mich. Wir müssen an einen sicheren Ort. Wo keine Toten rumlaufen, verstehst du? Kennst du einen solchen Ort? Kannst du uns hinbringen?“

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Re: Vor der Arena

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 20. Mai 2010, 07:28

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