Magierduell - Finale

Gewaltig ragt die Arena aus der Mitte des Turnierplatzes heraus. Hier finden die Kämpfe und Magierduelle statt. Das Publikum sitzt auf der kreisrunden Tribüne, während die Teilnehmer unten im Arena-Ring ihr Bestes geben.
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Magierduell - Finale

Beitrag von Erzähler » Sonntag 22. Februar 2009, 13:13

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Elwin kommt von Der Zeltplatz -> Das Zelt des Timathian Vengul

Wo vor der Arena die Vorbereitungen für den Gauklerwettstreit abliefen und sich bereits das Publikum einfand, um die Schelme und Narren im großen Finale zu bejubeln – oder mit Tomaten zu bewerfen - da ging es in der Arena nicht minder hektisch zu. Jene, die Begeisterung und Faszination für die arkanen Mächte Celcias aufbringen konnten, versammelten sich auf den Tribünen. Dort wuselten die Zuschauer bereits als bunte Farbpunkte umher, suchten sich die besten Plätze aus und erwarteten gespannt das bevorstehende Duell. Alle hatten die Turniertabellen eifrig mitverfolgt und der Großteil der Anwesenden war ganz klar auf einer Seite: Elwin Focks.
Viele fürchteten den unheimlich aussehenden Magus Stygmar, der angeblich mit den Toten im Bunde stand. Einige stellten sogar erschreckt fest, dass an seinem schwarzen Magiergewand heute Gürtel und Gurtel hingen, an denen Dutzende von Knochen befestigt waren. Finger-, Hand-, Bein und Rippenknochen legten sich um ihn wie eine bleiche Rüstung und auf seinen Schädel hatte sich der gruselige Mann magische Zeichen gemalt. Sie leuchteten auf, wenn er sich bewegte, aber Runen waren es nicht. Nein, es war nur eine Schau, um die Abergläubigen zu beeindrucken und die Furchtsamen zu ängstigen. Trotzdem zeigte sich Stygmar bislang nur wenig. Er huschte wie ein böses Omen durch die Gänge der Arena, murmelte unverständlich vor sich hin und schloss dabei immer wieder konzentriert die Augen. Seine Robe bauschte mit jedem Schritt geradezu dämonisch auf. Man konnte nur hoffen, dass er lediglich die Nekromantie für sich entdeckt hatte...

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Re: Magierduell - Finale

Beitrag von Elwin Fock » Montag 16. März 2009, 07:22

"Das Magierduellfinale findet bereits am Vormittag statt.", piepste Wing, während sich die junge Magierin hinter der Trennwand befand und sich so schnell es die Garderobe eben zu lies, bekleidete.

Dann, gerade als sie dahinter hervorkam, verschwand er mit flatternden Schwingen aus dem Zelt und Elwin ahnte bereits, dass er einen kleinen Rundflug über die Arena machen würde. So antwortete sie ihm zunächst nicht und schaute sich in der feinen Unterkunft um.
Timathian war wirklich ein herausragender Mann, so ordentlich und zuvorkommend. Er hatte, als sie selbst sich über die Nacht ausgeruht und geschlafen hatte, das Zelt aufgeräumt und war dann schon wieder zur Bibliothek verschwunden – so zumindest hieß es auf der Nachricht, welcher er für seine neue Freundin hinterlassen hatte. Sie musste schmunzeln, aber dann dachte sie wieder an ihre bevorstehende Runde und so verschwand das Lächeln auf ihrem Gesicht und stattdessen zeigte sich ernste Konzentration darauf.

Hoffentlich komme ich noch rechtzeitig und hoffentlich bekomme ich noch etwas zu essen, denn ungestärkt werde ich diese Aufgabe wohl kaum bewältigen können...

Gerade als sie diesen Gedanken vollende hatte, wanderte ihr Blick vom Tisch, hinüber zum Ofen. Dort nebenan befand sich ein kleiner Schrank und Elwin hatte eigentlich noch nie gefragt was dieser Beinhaltete. Eigentlich ging sie dies auch nichts an, sie war schließlich nur ein Gast in diesem Zelt und so musste sie nicht über alles Bescheid wissen.
Aber auch hier war etwas anders als am Abend zuvor. Ein kleines Stück Papier lag dort. Aber nicht nur einfach ein Stück Papier, irgendetwas war darin eingewickelt. Es hatte die Größe von einer kleiner Box, in welche etwas Proviant passen würde, aber doch war es bei weitem nicht so akkurat und gleichmäßig wie eine Schachtel. Als sie langsam näher trat, konnte sie auf dem Papier etwas erkennen. Etwas war darauf geschrieben worden, wenn auch in einer recht krakeligen Handschrift.

Ein kleines Frühstück für meine Siegerin.
T.V.


Eine weitere Nachricht ihres Gastgebers für die junge Magierin. Er schien wirklich an alles zu denken und ein erneutes glückliches Lächeln legte sich Elwin auf das Gesicht.
Schon kam Wing zurück und landete auf dem großen und runden Tisch. Kurz plusterte er sich auf und krächzte dann auf.
"Die Helfer bereiten alles für das Finale vor. Wenn du jetzt losgehst, hast du noch genügend Zeit, dich dort ein wenig umzuschauen oder etwas zu essen.", meinte er zuversichtlich und schaute sie aus seinen kleinen Knopfaugen heraus an.

"Ich danke dir Wing. Nun denn, ich denke wir sollten dann wirklich aufbrechen. Etwas die Gegebenheiten auszukundschaften wäre sicherlich nicht verkehrt. Ich hoffe du schaust mir zu und wünschst mir Glück, mein kleiner Freund!"

Mit diesen Worten packte Elwin das Essenspakte, welches ihr lieber Gastgeber für sie zubereitet hatte und streichelte den Vogel über sein Gefieder. Dann hielt sie ihm ihren Arm hin, sodass er darauf sprang und mit flatternden Flügeln es sich auf seinem angestammten Platz auf ihrer Schulter gemütlich machte.
Zusammen verließen sie das Zelt und schlenderten über den Zeltplatz, direkt auf die riesige Arena zu.

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Re: Magierduell - Finale

Beitrag von Erzähler » Montag 16. März 2009, 11:36

Elwin packte den Proviant ein und machte sich mit Wing auf der Schulter auf den Weg zur Arena. Der Boden unter ihren Füßen war vollkommen aufgeweicht, denn es regnete wieder einmal aus allen Wolken. Ringsum sammelten sich Turnierbesucher unter Planen oder Unterständen, um nicht nass zu werden.
Die Tropfen plätscherten in einem steten Rhythmus, der Elwins Weg begleitete. Kleine Rinnsale flossen an ihren Füßen vorbei. Der Saum ihrer Gewänder nahm eine bräunliche Farbe an. Schlamm spritzte bei jedem Schritt, aber daran war jetzt nun einmal nichts mehr zu ändern. Soviel zum Thema Umziehen. Nun, ihre Magierrobe war auf jeden Fall schicklicher als Timathians Nachtgewand und wahrscheinlich würde niemand auf ihr Äußeres achten, wenn Elwin Flutwellen und Sturzbäche über ihren Gegner hernieder prasseln lassen würde.
Wing schüttelte sein Gefieder, dass TRopfen spritzten. Er pfiff vergnügt. "Was für ein Wetter! Da gewinnst du doch auf jeden Fall, Elwin! So viel Regen!" Ja, man konnte sagen, die Magierin würde mit einem Heimvorteil ins Finale gehen. Wenn man davon ausging, dass dieser Stygmar nicht auch ein Wassermagier war, aber so sah er eigentlich nicht aus, als Elwin ihn kurzfristig in Augenschein hatte nehmen können.

Sie erreichte die Arena. Wachposten ließen soeben die ersten Zuschauer durch die offiziellen Eingänge ein. Die Wassermagierin musste sich durch den Seiteneingang in die Gänge und Korridore unterhalb der Arena selbst ins Innere befördern. Nur von dort konnte man den Arenahof erreichen. Dieser Bereich war ausschließlich für Turnierteilnehmer und -helfer gedacht.
Jenen vergitterten Eingang bewachte ein einziger Posten. Er stand schon beim letzten Mal da, als Elwin dort vorbei gekommen war. Damals, als sie gegen Gideon Windhaller hatte antreten müssen. Der Wachposten erkannte sie sofort wieder. "Alle drücken Euch die Daumen, werte Maga Fock!", grüßte er sie und salutierte. "Wir wollen nicht, dass jemand aus Morgeria gewinnt, schon gar nicht ein Nekromant. Diese Magie ist ... unheimlich." Da hatte der Wächter nicht ganz Unrecht. Nekromantie zählte selbst unter Magiebegabten nicht gerade zu einer angesehenen Magie-Art. Sie wurde vielerorts verachtet, in Zyranus nicht einmal gelehrt. Morgeria, da kamen die Dunkelelfen her. Dass man sich dort mit Nekromantie beschäftigte, erschien gar nicht mal so unwahrscheinlich. Elwin musste Acht geben, das Finale schien bedeutend schwerer zu werden als die Vorrunde.

Der Wächter schloss die Gittertür auf und ließ Elwin ins die katakombenartigen Gänge unterhalb der Arena. "Das Finale beginnt in einer halben Stunde. Nehmt Euch noch etwas Zeit zur Vorbereitung", meinte er, als er hinter ihr wieder das Tor verschloss. Kaum war Elwin aus der Reichweite des Wächters zwitscherte Wing leise: "Iss erstmal etwas. Danach schauen wir weiter."
Ein guter Vorschlag. Doch ehe Elwin überhaupt darauf reagieren konnte, hob sich etwas oder jemand aus den Schatten des vor ihr befindlichen Korridors ab. Zunächst erkannte sie nur ein Paar leuchtender Augen und seltsamer Zeichen, die wie ein Heiligenschein über dem finsteren Blick schwebten. Schießlich nahm alles Konturen an und Elwin erkannte, dass die Zeichen Hautbilder auf einem kahlen Schädel waren und zu einer Gestalt gehörten, die sie gleich noch einmal wiedersehen sollte: Stygmar, der morgerianische Nekromant, stand vor ihr.
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Er sah unheimlich aus und irgendwie ... tot. Seine Haut war grau und erweckte den Anschein, dass er selbst so etwas wie ein lebender Toter war. Die Zeichen auf seinem kahlen Schädel entpuppten sich als eine Art Knochenmuster. Eine sonderbare Tätowierung. Das Gesicht selbst lag in Falten, was ihm einen verfallenen Eindruck schenkte.
Er hob einen Arm. Die graue Haut spannte sich straff über seine Knochen und war durchscheinend wie Pergamentpapier. Darunter schimmerte das bleiche Gebein wie Mondlicht. Eine faszinierende Kette mit fremden Runen lag um seinen dürren Hals und lenkte beinahe vollkommene Aufmerksamkeit auf sich. Er stierte Elwin aus bedrohlich dunklen Augen an, die Faldors Hölllenreich leibhaftig gesehen zu haben schienen.
Er schwieg Elwin an. Dann senkte er seinen Arm und richtete so seinen Magierstab auf die Frau. Es war ein knorrig wirkende Knochenstab, auf dessen Spitze ein goblinischer Schrumpfkopf gepinnt war. Er schimmerte in einem blassen violett und hüllte damit seinen Träger in ein nur noch unheimlicheres Licht. Dann drang plötzlich eine flaue Nebelwolke aus den Nasenlöchern des Schrumpfkopfes. Stygmar sog sie ein. Sein Blick blieb auf Elwin haften.
"Gleich ... beim Finale", drang es tief aus seiner Kehle wie Totengesänge und doch so krächzend, als wäre er ein Vorbote des Schnitters. Mit wallenden, grauen Gewändern und graziler Bewegung schritt er an Elwin vorbei in die Korridore davon. Ein beklemmendes Gefühl war das einzige, was zurück blieb.
Wing schauderte und versteckte seinen Schnabel unter dem Gefieder. "Gegen ihn trittst du an?" Sein Schnabel klapperte vor Unbehagen.

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Elwin Fock
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Re: Magierduell - Finale

Beitrag von Elwin Fock » Dienstag 31. März 2009, 22:19

Gerade als Elwin das Zelt ihres Gastgebers verlassen hatte, trommelten viele, unzählige kleine und große Tropfen überall herab. Ja, es regnete. Einmal mehr hatte sich eine dicke, große und dunkle Wolke über Pelgar geschoben und damit begonnen ihren Inhalt zu entleeren.
Die junge Magierin setzte einen Fuß vor den anderen und zog ihre Schulter immer weiter nach oben, um sich vor der kühlen Nässe zu schützen. Zwar war das Wasser ihr Element, aber doch war auch sie für anfällig für völlige Durchnässung. Wing saß noch immer auf ihrer Schulter, aber auch er plusterte sich auf und schließlich schüttelte er sich, sodass die Frau noch mehr Tropfen abbekam.

"Was für ein Wetter!", fiepste er leise in ihr Ohr. "Da gewinnst du doch auf jeden Fall, Elwin! So viel Regen!"

Und der kleine Vogel hatte Recht damit. Dieses Wetter bot der Wassermagierin wahrlich eine Art Heimvorteil. "Da sprichst du wahre Worte, mein Freund! Dieser Regen wird mir einen gewaltigen Vorteil bringen und ich freue mich schon darauf meine magischen Künste unter diesen Umständen unter Beweis zu stellen.", meinte die Magierin und nickte dem Tier zu.
Wenn es weiterhin und während ihrer Turnierrunde so dermaßen schütten würde, so würde sie ohne weitere Probleme und ohne sehr großen Kraftaufwand ihre Magie bis zu ihren persönlichen Grenzen ausreizen können. Für sie wäre es dann ein Leichtes die Nässe aus ihrer Umgebung abzuziehen und sie für ihre Zwecke zu nutzen. Aber soweit war es noch nicht und es würde auch bis dahin noch ein kleines Weilchen dauern.

So schritt Elwin Fock, begleitet von ihrem treuen Freund Wing, über den Zeltplatz, quer durch das für die meisten Leute, scheußliche Wetter und scherte sich nicht weiter darum, dass der Saum ihres Kleides mittlerweile schon mehr als nur nass und braun vor Schlamm war. Ändern konnte sie es sowieso nicht mehr und damit hatte sich auch das Thema mit der einigermaßen standesgemäßen Kleidung erledigt. Wie sollte man auch bei solch einem Sturzbach an Regen sauber und somit eitel wie ein typischer Magier bleiben?
Sie lenkte ihre Schritte zu jenem großen Gebäude, welches sich bereits mächtig ein Stückchen vor ihr abzeichnete - die Arena. Jene Zuschauer, welche sich trotz des Wetters die Endrunde im Magierduell nicht entgehen lassen wollten, drängten sich bereits vor dem Haupteingang des Schauplatzes und wurden langsam von den Wachen hinein gelotst. Sie verschwanden einer nach dem anderen rechts und links auf den Treppen zu den Tribünen. Elwin allerdings musste einen anderen Weg nehmen. Ein Seiteneingang, welcher zu den Gängen unterhalb des Gebäudes führte, war ihr Ziel. Ein einzelner Soldat hatte dort Station bezogen und bewachte den vergitterten Zulass.

Je näher die junge Magierin kam, desto bekannter kam ihr der Mann vor und dann dämmerte es ihr. Das ist doch... der Selbe... Doch weiter kam sie mit ihrem Gedanken schon nicht mehr, denn als sie das Tor erreichte erhob die Wache sogleich ihre Stimme. "Alle drücken Euch die Daumen, werte Maga Fock! Wir wollen nicht, dass jemand aus Morgeria gewinnt, schon gar nicht ein Nekromant. Diese Magie ist ... unheimlich." Elwin vernahm die Worte und ein bezauberndes Lächeln legte sich auf ihre vollen Lippen. Sie nickte leicht mir ihrem Kopf, wobei ihr ein paar einzelne Strähnen ihres dunklen Haares ins Gesicht fielen.
"Ich danke Euch, werter Streiter. Seit unbesorgt, ich werde alles geben, damit dieser... verachtenswerte Zauberkundige nicht den Sieg davon tragen wird.", meinte sie zuckersüß und betonte das Wort verachtenswerte ganz besonders. "Nun seit doch so freundlich und lasst mich ein, damit ich mich noch vorbereiten kann."

Mit diesen Worten strich sie sich die Strähnen aus dem Gesicht und sogleich wurde ihrem Wunsch entsprochen. Der Soldat öffnete ihr den vergitterten Eingang und so betrat sie das Gewölbe. Klackernd und quietschend schloss sie das Tor hinter ihr und plötzlich stand sie allein mit Wing in dem Gang. Mit der Information des Wächters, dass es noch eine halbe Stunde bis zum Beginn der Endrunde war, ging sie nun voran - den Weg kannte sie ja noch von ihrer vorigen.
Wing schlug ihr vor erst einmal etwas zu sich zu nehmen und das war wahrhaftig eine gute Idee. Leise knurrte ihr Magen als Antwort auf das Gezwitscher des Vogels und ein verlegenes Grinsen stahl sich auf ihr Gesicht.
"Ja, das sollte ich wohl tun.", stimmte sie ihm zu. "Na dann, lass uns mal etwas zur Stärkung auftreiben."
Aber bevor sie auch nur einen weiteren Schritt machen konnte, löste sich etwas oder jemand aus dem Schatten vor ihr. Glühende Augen starrten sie finster an und wurden von beeindruckenden und angsteinflösenden, ebenfalls leuchtenden Zeichen unterstützt.

Überrascht und völlig überrumpelt sog Elwin tief Luft in ihre Lungen und lies einen erschrockenes Geräusch vernehmen. Ihr Herz begann zu rasen und schlug in solch einer Geschwindigkeit, dass es fast ein Wunder war, dass sie noch auf ihren Beinen stand. Diese begannen leicht unter ihrem Kleid zu zittern und sie hatte ihre Hand auf ihre Brust gelegt. Ein Schritt tat sie rückwärts, dann fasste sie sich wieder, als ihr das Bild einen Mannes, welcher knapp vor ihr stand, klarer wurde. Es handelte sich um ihren Gegner, welchen sie bereits schon einmal kurz zu Gesicht bekommen hatte. Jedoch hatte sie sich niemals erträumen lassen, welch eine Wirkung er auf andere Menschen haben könnte. Jetzt hatte sie es am eigenen Leibe gespürt.
Er sah wahrhaftig unheimlich und gruselig aus, fast wie jemand, der selbst gerade von den Toden zurück geholt wurde. Er blickte sie unaufhörlich aus bösartigen Augen heraus an, so zumindest kam es ihr vor. Er starrte einfach und sagte nichts. Nur dieser steife Blick, welcher auf ihr ruhte und dies beunruhigte Elwin zutiefst. In ihr stieg ein Gefühl der Unsicherheit auf, welches sie so noch nicht kennen gelernt hatte, denn eigentlich war sie die meiste Zeit recht selbstbewusst und wusste mit ihren Vorteilen zu spielen. Nun jedoch war es in diesem Moment anders.
Und es sollte noch kurioser werden. Er richtete seinen Magierstab auf sie. Will er... jetzt... hier???, waren die einzigen Gedanken, welche sie fassen konnte, doch dann drang ein unheimlicher violetter Nebel aus den Nüstern des Schrumpfkopfes, welcher auf den Stab gepinnt war. Stygmar sog sie ein und erhob dann seine Stimme.

"Gleich ... beim Finale", krächzte er und es klang, als würde ein Toter zu ihr sprechen, als würde der Magier vor ihr bereits Totengesänge anstimmen.

Dann wandte er sich ab und verschwand so schnell mit wallenden Gewändern, wie man es niemals von Stygmar erwarten würde.
Elwin war einfach nur in der Lage dazustehen und ihrem Gegner nachzuschauen. Sie konnte keinen klaren Gedanken fassen, zumindest zunächst nicht. Sie bekam gar nicht mit, dass Wing schauderte und seinen Schnabel unter seinem Gefieder versteckte, nur als er seine Stimmer fiepend erhob und seiner Freundin fragend mitteilte, dass dies der Kerl war, gegen welchen sie antreten würde, kam sie langsam wieder zu sich selbst zurück. Ihre Selbstsicherheit war durch dieses eine Treffen mit ihrem Opponenten verschwunden und dies war wahrscheinlich genau der Grund, warum Stygmar sich gezeigt hatte.
"Jaaap.", brachte sie gerade noch hervor und begann erneut damit einen Fuß vor den anderen zu setzen - diesmal jedoch wesentlich langsamer als zuvor.

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Re: Magierduell - Finale

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 2. April 2009, 20:17

Elwin wurde von Stygmars unheimlichen Auftritt vollkommen überrumpelt. Sie konnte garnicht wirklich auf seine Worte reagieren und war absolut sprachlos. Selbst als der Nekromant gegangen war, brachte sie nicht mehr als ein "Jaaap" zustande. Auch Wing schlotterte das Gefieder. Das war nun wirklich einmal ein bizarrer und unheimlicher Magier. Und Elwin würde gleich gegen ihn antreten müssen.
"Dann doch lieber Gideon Windhaller", krächzte der Vogel auf ihrer Schulter. Deutlich langsamer und anscheinend auch weniger motiviert als zuvor setzte Elwin einen Schritt vor den anderen. Ihr Weg führte sie durch die Tunnel, bis zu einem der Ein- und Ausgänge des Arenahofes. Nun hatte sie vollkommen vergessen, sich vorher noch mit einer Mahlzeit zu stärken. Aber das vergaß man schon einmal im Angesicht der gewaltigen Zuschauermenge, welche sich bereits auf den Tribünen verteilte. Kunterbunt und laut waren sie, außerdem starrten alle neugierig in den Arenahof hinunter. Gleich würde es los gehen.
Die Wassermagierin hörte die Massen im Chor rufen.

"Elwin!"
"Elwin!"
"Elwin!"

"Hör hin", klackerte Wing mit dem Schnabel, "sie feuern dich bereits jetzt an." Er krächzte vergnügt. "Dabei bist du doch eine Wassermagierin." Scheinbar lachte er verschmitzt, aber bei einem Vogel war das nicht sofort erkennbar. Aber Wing hatte Recht. Das Publikum war auf Elwins Seite. Niemand schien den unheimlichen Nekromanten aus Morgeria anfeuern zu wollen. Wie der Wächter am Eingang bereits prophezeit hatte: Morgerianer mochten die Pelgarer noch immer nicht so ganz und alle übrigen fürchteten sich wohl vor der Magie-Art, die Stygmar beherrschte.

Eine Fanfare ertönte. Das war das Zeichen. Oh, Elwin hatte zu lange getrödelt! Jetzt würde sie kaum noch etwas essen können. Das Finale im Magierduell begann. Von der anderen Seite der Arena trat bereits Stygmar in den Hof. Ihm schien die Finsternis persönlich zu folgen. Er war von einer unsichtbaren Aura umgeben, die einem eine Gänsehaut bereitete.
Selbst der Herold, welcher gleich den Kampf ankündigen würde, duckte sich ausweichend an Stygmar vorbei.

Der Nekromant trat bis in die Mitte des Hofes. Das Publikum verstummte. Einige warteten gespannt auf die Worte des Herolds, andere packte einfach nur die blanke Angst. Die Runentätowierungen auf Stygmars Kopf glühten und aus seinem Schrumpfkopfzauberstab züngelte violetter Rauch, den er wie den Qualm eines Rauschkrautes einatmete und durch den Mund wieder austieß. Plötzlich fixierten seine Augen Elwin. Es bestand kein Zweifel, er stierte sie direkt an. Eine Hand, von pergamentener Haut überspannt und dürr, als bestünde sie nur noch aus den Knochen, winkte die Magierin heran.
Komm nur!, schien sie zu rufen.
Der Herold trat ebenfalls herbei. Er entrollte ein langes Schriftstück und verkündete dem Publikum: "Willkommen, liebe Männer und Frauen, Kinder und noblen Gäste von außerhalb. Ich begrüße euch alle zum Finale im Magierduell. Es treten an: Stygmar, der Nekromant aus Morgeria! Und ... Elwin Fock, Wassermagierin aus Andunie!" Die Zuschauer klatschten. Der Herold fuhr fort: "Das Duell findet sein Ende, wenn einer der beiden Kombattanten aufgibt oder für kampfunfähig erklärt wirde. Es sind Zauberei, der Einsatz von Magierstäben, Tränke, magische Pulver und Hilfsmittel erlaubt. Das Magierduell beginnt jetzt! Viel Vergnügen!" Der Herold rollte das Pergament ein und wich bis an eine Wand zurück, wobei er Elwin auffordernd zu winkte. Nun war der Moment gekommen.

Wing erhob sich von der Schulter seiner Freundin in die Lüfte. "Ruf mich, wenn du Hilfe brauchst. Ich werde dich unterstützen, so gut ich kann. Ich bin dein Hilfsmittel", krächzte er und kreiste anschließend mehrere Runden über der Arena selbst, um alles im Blick zu behalten.
Bild Lebensenergie: Stygmar

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Re: Magierduell - Finale

Beitrag von Elwin Fock » Mittwoch 15. April 2009, 20:22

Vergessen war das Magenknurren, welches Elwin noch auf dem Weg zur Arena verspürt hatte. Jetzt, nachdem sie ihren Gegner Stygmar von Angesicht zu Angesicht, hier im Gang kennen gelernt hatte, wurde ihr Hunger von dem immer stärker werdenden Gefühl der Bedrückung verdrängt. Sie stand einfach nur da und starrte dem schon lange in der Finsternis verschwundenen Magier hinterher. Die Begegnung war atemberaubend gewesen, aber nicht im Sinne von wundervoll, sondern vielmehr war dieses Ereignis von der erschreckenden Sorte gewesen.
Nachdem sie sich wieder ein klein wenig gefasst hatte, begann sie damit langsam und Schritt für Schritt dem unterirdischen Tunnel zu folgen. Die junge Frau dachte schon gar nicht mehr daran sich etwas zu Essen als Stärkung zu besorgen und so marschierte sie vor sich hin schweigend weiter. Auch Wing, ihr treuer Freund, schien nicht wirklich viel zu sagen zu haben und so saß er einfach nur auf der Schulter seiner Freundin und lies das Geschehene auf sich wirken.

Es dauerte gar nicht so sehr lange, bis sie schließlich einen der Eingänge zum Arenahof erreichte. Dort hielt sie inne und wandte ihren Blick auf die Tribünen. Viele, ja sogar sehr viele, Menschen hatten sich dort versammelt. Sie alle wollten mit sehr großer Wahrscheinlichkeit das Finale des Magierduells beiwohnen, trotz des üblen Wetters. Und es war ihnen auch nicht zu verdenken, denn es versprach außerordentlich spannend zu werden. Eine junge Wassermagiern würde gegen einen erfahrenen Morgerianer antreten, welcher der Kunst der Nekromantie beherrschte.
Langsam aber sicher wurden die Sinne Elwins wieder klarer und so vernahmen ihre Ohren auch jene Worte, welche das Publikum von sich gab.
"Eliwn! Elwin! Elwin!", rief die große Zuschauermenge in den Hof hinab und als die Frau begriff, dass die Menschen dort auf den Rängen auf ihrer Seite waren, sie mit sämtlichen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln zu unterstützen und anzufeuern schienen, kam doch tatsächlich ein klein wenig ihres eigentlich großen Selbstvertrauens wieder zu ihr zurück.

"Ja, Wing. Ich bin eine Wassermagiern, aber eine Wassermagiern, welche die Leute unterstützen. Sie feuern mich bereits jetzt an, obwohl ich noch nicht einmal den Kampfplatz betreten habe und ich bin mir sicher, dass dies ein Wink des Schicksals sein könnte. Sie stehen hinter mir, vertrauen darauf, dass ich diesen...", kurz stockte Elwin als sie an ihren Kombattanten dachte, aber schließlich fuhr sie fort: "...diesen Sohn der Finsternis besiege. Mich dünkt, ich sollte mich anstrengen, damit ich ihr Vertrauen in mich nicht enttäusche. Was meinst du mein Freund?"

Doch noch bevor der Vogel etwas darauf erwidern konnte, erklang keine Fanfare. Nun war die Zeit gekommen, die letzte Turnierrunde im Kampf der Magier würde beginnen und schon erhaschte die Frau einen Herold im Arenahof.
Von der anderen Seite kam Stygmar herein geschritten und wie schon kurz zuvor bei ihrer Begegnung wirkte er äußerst unheimlich und mächtig. Ihm schien die Dunkelheit, oder viel mehr die Düsternis, selbst zu folgen, während er so die wenigen Schritte in die Mitte des Kampfplatzes vollzog. Ja, auch der Herold wich ein Stück vor ihm zurück und erneut atmete er diesen eigentümlichen lilafarbenen Dampf, der aus dem Kopf des Schrumpfkopfstabes kam, ein.
Wäre doch nur Tima hier... er könnte mich jetzt sicherlich etwas ermuntern...
Mit diesen Gedanken blickte sie ein letztes Mal ihren längsten und treusten Freund auf ihrer Schulter an und verscheuchte die Überlegung wieder. Aber ich habe Wing und er das genügt mir voll und ganz!

Nun richtete Elwin ihre Aufmerksamkeit wieder dem Geschehen im inneren der Arena zu und konnte erkennen, dass ihr Opponent sich in der Mitte platziert hatte, die Menge mit finster dreinblickenden Augen anstarrte und dass seine Tätowierungen erneut hell aber unheimlich glühten. Er hatte einen seiner knochigen Finger auf sie gerichtet und wandte nun auch seinen starren Blick auf die junge Frau. Er schien sie direkt und ohne umschweife anzuschauen und von neuem überlief die Magierin ein eiskalter Schauer.
"Willkommen, liebe Männer und Frauen, Kinder und noblen Gäste von außerhalb.", begann der Herold die Zuschauer auf den Tribünen zu grüßen. Danach fuhr er mit der Ankündigung der bevorstehenden Runde fort und stellte die Kombattanten namentlich vor.
Sie bemerkte, wie der Herold sie nun auffordernd herbei winkte und so blieb ihr jetzt nichts anders mehr übrig, als dieser Geste zu folgen und nachdem Wing mit den Worten, dass er ihr Hilfsmittel sei und ihn jederzeit herbeirufen könne, von ihrer Schulter aufgeflogen war, überwand sie sich und vollzog den ersten Schritt in den Hof hinein.

Sie selbst konnte später nicht mehr sagen, ob sie bei jedem weiteren Schritt an Mut gewann oder aber an Selbstvertrauen verlor, jedoch konnte sie jetzt nicht mehr zurück. Auch versuchte sie die Menge auf den Rängen zunächst zu ignorieren, was wohl aufgrund der beträchtlichen Stille nicht sonderlich schwer fiel. Elwin hatten ihren Blick auf Stygmar gerichtet und stellte sich ihm gegenüber auf, kampfbereit so wie sie hoffte.
"Und los geht es.", murmelte sie vor sich hin, wandte sich dann aber wieder ihrem Gegner zu. "Ich wünsche Euch viel Erfolg, wobei Ihr Euch nicht sonderlich viel Hoffnung machen solltet."
Diese Worte waren eigentlich überflüssig und sie wusste das, aber doch versuchte sie auf diese Art und Weise ihre Ruhe zu behalten und ihre Bedrückung nieder zu kämpfen.

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Re: Magierduell - Finale

Beitrag von Erzähler » Samstag 18. April 2009, 22:14

Krächzend erhob sich Wing in den Himmel. "Du schaffst das!", kreischte er Elwin zu, doch seine Worte gingen im Lärm der Massen unter. Alle feuerten die Wassermagierin bereits jetzt an. Sie sollte als Siegerin aus dem Duell heraus gehen, das wünschten sich die Zuschauer. Und auch Elwin wollte dies mit allen Mitteln erreichen. Kein Morgerianer, schon gar nicht ein Nekromant, sollte hier gewinnen. Wie würde das für die Magier Celcias aussehen? Die Zyraner würden sich mächtig darüber ärgern, denn Nekromantie galt als keine geliebte Magie-Art. Viele wünschten sich, dass diese überhaupt nicht mehr praktiziert und gelehrt wurde, aber Morgeria setzte sich natürlich über die Meinung der "guten" Völker hinweg.
Auf Elwins Schultern lastete ziemlich viel Druck und niemand konnte ihr jetzt helfen. Sie musste da ganz allein durch.

Die junge Wassermagierin schritt in die Mitte des Arenahofes. Das Duell begann. Irgendwie stand nun die Zeit still und obwohl das Publikum kreischte, jubelte und anfeuernd applaudierte, schien es für Elwin und Stygmar nur Stille zu geben. Der Nekromant beäugte seine Gegnerin kritisch. Kein Grinsen lag auf seinen Lippen, aber seine Augen funkelten, dass es einem eine Gänsehaut verpassen konnte.

"Ich wünsche Euch viel Erfolg, wobei Ihr Euch nicht sonderlich viel Hoffnung machen solltet."
"Was brauche ich Hoffnung, wenn das Schicksal auf meiner Seite steht?" Die Worte kamen kalt und monoton über seine Lippen, als interessiere es ihn gar nicht, ob er hier gewann oder verlor. Trotzdem lag ein Ehrgeiz darin. Er wollte gewinnen. Er wollte es tun, ohne all seine Leidenschaft in diesen Wunsch zu legen. Vielleicht waren Nekromanten so - emotionslos.

Der Herold zog sich zurück. Stygmar griff in seine Gewandung. Sie flatterte um seine dürren Arme wie ein übergroßes schwarzes Federkleid. Die filigranen Finger bildeten kleine Krähenkrallen, wenn man dem Magier diese Darstellung schon verpasste.
Er warf Elwin einige einzelne kleine Gegenstände vor die Füße. Sie flogen durch den Regen und landeten im Matsch, ohne überhaupt ein Geräusch zu veursachen. Die Tropfen prasselten sofort auf die kleinen Objekte herab. Sie schimmerten in einem gebleichten Weiß. Es handelte sich um Knochen, einzelne, winzige Knochen.

"Hüte dich!", kreischte Wing von oben. Elwin konnte ihn vermutlich nicht einmal hören. Aber sie sah nun, was Stygmars erster Zauber wurde. Seine Stimme verzerrte sich ob der groteskten Sprache, die der Nekromant für seine Beschwörung erwählt hatte. Haraxisch, eine Sprache so finster wie seine Seele. Zauber konnte man in jeglicher Sprache aussprechen, wobei sich Melongiar am besten eignete oder für Ritualmagier eben Haraxisch. Aber es funktionierte sogar auf Celcianisch.
"Hier liegt ihr nun, Überreste der Verblichenen Opfer Morgerias. Ich beschwöre euch, Skelette! Vereint euch zu einer neuen Form, die wider der Natur ist. Vereint und erhebt euch ein letztes Mal für euren Meister! Skelett-Beschwörung!!!"

In die Knochenteile geriet Bewegung. Sie zitterten. Dann wanderten sie plötzlich wie von Geisterhand aufeinander zu und verbanden sich als gehörten sie zusammen. Dabei war deutlich erkennbar, dass ein Fingerknochen im Grunde nichts an einem Rippenknochen zu suchen hatte. Trotzdem fiel der Knochenhaufen nicht mehr auseinander, er fügte sich zusammen. Was dabei heraus kam, erinnerte an eine knöcherne Spinne oder einen vielbeinigen Käfer. Und es krabbelte - auf Elwin zu.
Stygmar grinste und konzentrierte sich bereits auf seinen nächsten Zauber. Die kleine Knochenspinne sollte Elwin nur erschrecken, an ihr herumkrabbeln und sie ablenken. Konzentrationsstörungen waren gegen Magier eine effektive Methode.
Bild Lebensenergie Stygmar

Bild "Lebensenergie" Knochenspinne

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Re: Magierduell - Finale

Beitrag von Elwin Fock » Sonntag 19. April 2009, 22:57

Noch bevor das eigentliche Duell los ging, standen sich Stygmar und Elwin gegenüber und beäugten sich. Es herrschte eine unnatürliche Stille um die beiden Turnierfinalisten und das Toben und anfeuernde Gejohle und Geklatsche, schien überhaupt nicht zu ihnen durch zu dringen.
Die junge Magierin legte ein leichtes und überhebliches Lächeln auf ihr Lippen, hoffte somit weiterhin selbstsicher zu wirken. Ihrem Gegenüber jedoch, dass konnte sie erkennen, musste dies offensichtlich äußerst kalt lassen. Er verzog nicht einen Muskel, schaute einfach nur finster drein und verbreitete somit weiter seine unheimlich Art. Einzig seine Augen funkelten wie es die Sterne tun würde, wären sie nicht von der dicken Wolkenschicht verhangen. Bei diesem Anblick konnte es einem wirklich eine Gänsehaut über den ganzen Körper treiben.

"Was brauche ich Hoffnung, wenn das Schicksal auf meiner Seite steht?", klangen nun leise, aber deutlich hörbar, die Worte des Totenbeschwörers zu Elwin hinüber.

Sie starrte ihn weiterhin an, verbot sich den Blick abzuwenden und musste sich extrem stark gegen den Drang erwähren, sich einfach abzuwenden. Die Stimme ihres Gegners war kalt und monoton, gerade so, als interessiere ihn der Sieg überhaupt nicht, als wäre er sich schon zu einhundert Prozent sicher, dass er der Sieger dieser finalen Turnierrunde sein würde.
Schicksal?, dachte sich die junge Frau. Warum um alles in der Welt sollte das Schicksal auf seiner Seite stehen? Er... er scheint etwas zu wissen... das ich nicht weiß. Ach was! Konzentrier dich, Elwin!
So sehr lag sie mit ihren letzten Gedanken gar nicht falsch, denn nun endlich begann das Duell. Stygmar griff in seine Robe und noch während seine weiten Gewänder aufbauschend flatternden, holte er etwas daraus hervor und warf es der jungen Wassermagierin vor die Füße. Als sie ihren Blick kurz darauf wandte, erkannte sie Knochen und voller Abscheu machte sie zwei Schritte zurück. Ein leises Geräusch des Ekels entwich ihrer Kehle, aber es war schon zu spät.

Stygmar hatte bereits damit begonnen seinen ersten Zauber zu weben und so erhob er von neuem seine unheimliche Stimme und sprach in einer Sprache, welche der Frau völlig unbekannt war. Die Worte hörten sich fremd und düster an, aber hier und dort konnte Elwin meinen eines der Wörter verstanden zu haben. Ihr kam die Sprache auf eine eigenartige Art und Weise vertraut vor, bis ihr ein Geistesblitz die Gewissheit gab. Ein paar Fetzen hörten sich ähnlich wie ihre eigene Magiersprache Melongiar an, aber war doch wieder völlig anders und fremd.
Die warnenden Worte ihres Freundes Wing, welche er ihr von über den Zuschauern zurief, konnte sie nicht hören. Sie wurden von dem Tosen und Jubeln der Menschen auf der Tribüne verschluckt und so war sie völlig auf sich allein gestellt. Jedoch war ihr klar, dass sie nun nicht länger zögern durfte. Sie musste ebenfalls in die Offensive gehen, wenn sie eine Chance zum Sieg haben wollte, aber noch bevor sie sich für einen Zauber, ja sogar für irgendeine Tat entschieden hatte, war ihr Opponent auch schon mit seiner Beschwörung zu Ende. Kaum, dass seine Worte verebbten, begannen sich auch schon die Knochen auf dem matschigen Boden zu bewegen, zunächst nur schwach, aber rasch wurde es schneller, bis sie sich verbanden und eine groteske Gestallt entstanden war.

Voller Abscheu und Ekel haftete der Blick der jungen Magierin auf dem Etwas, dass mit viel Phantasie wie eine Spinne ober aber ein vielbeiniger Käfer aussah. Es war vollbracht, Stygmar hatte etwas aus den Tiefen der Finsternis gerufen und hetzte es ihn auf Elwin. Diese stand zunächst einfach nur da und konnte sich nicht rühren. Es war fast wie ein Schock für die Frau mit ansehen zu müssen, dass die Knochen anfingen zu leben - wenn man das überhaupt so nennen konnte.
Gerade noch rechtzeitig schaffte es die Wassermagierin sich aus ihrer Starre zu lösen und dem ersten Sprung des Dings auszuweichen. Sie zückte ihren Magierstab und wuchtete das untere Ende auf das Wesen. Ob nun Glück vorherrschte oder nicht, würde man nicht sagen können, aber doch schaffte sie es einen Treffer auf der Knochenspinne zu landen und schleuderte sie etwas weiter von sich fort. Jetzt war es wirklich an der Zeit, dass sie ihre Kräfte sprechen lies.

Sie konzentrierte sich, versuchte alles um sie herum aus ihrem Bewusstsein zu tilgen und formte die Hänge zu einer Schale, welche sie vor sich hielt. Dann atmete sie einmal tief ein und begann leise vor sich hin zu murmeln:
"Ihr arkanen Mächte, ich bitte Euch, fliest durch meinen Körper und lasst mich euch zu meinen Nutzen formen. Ihr Regentropfen, welche ihr Euch um mich scharrt, sammelt Euch in meinen Händen und werdet zu einem mächtigen Ball aus Wasser und Magie - Wasserball!"
Und kaum das sie begonnen hatte diese Worte aufzusagen, änderten auch schon die ersten Tropfen ihre Fallrichtung und sausten auf die zur Schale geformten Hände der jungen Frau zu, blieben dort in die Luft schweben und verbanden sich in kürzester Zeit zu einem magischen Ball aus Wasser. Er wuchs und wuchs, bis Elwin die Magie verebben lies - einzig die benötigte Menge an Kraft, welche es erforderte, dass der Wasserklumpen beisammen blieb, lies sie weiter aus sich heraus fließen.

Zufrieden schaute sie ein letztes Mal auf ihr Kunststück, bevor sie es in Richtung des krabbelnden Schrecken zielsicher warf. Es flog durch die Luft, direkt auf das näher kommende Etwas zu und Elwin hoffte so sehr, dass sie es treffen und damit einschließen konnte, denn ihr war nur zu sehr bewusst, dass Stygmar bereits an einem weiteren Zauber arbeiten musste, dass er dieses Teil nur erschaffen hatte, damit sie etwas zu tun hatte und ihn in Ruhe lies. Daher musste sie die Knochenspinne entweder besiegen - doch das würde zu lange dauern - oder aber sie so wegsperren, dass sie nicht weiter als Ablenkung dienen konnte.
Noch bevor der Wasserball sein Ziel jedoch traf oder nicht, wandte sich Elwin wieder zu ihrem Gegner um und ihr blieb somit nichts weiter übrig, als zu hoffen, dass Ventha ihrer gnädig war und ihren Plan aufgingen lies.

Noch während sie sich zu dem Opponenten umdrehte, begann sie auch schon damit einen weiteren Zauber zu wirken. Sie rief erneut die Mächte des Wassers an und zog schließlich jenes Wasser, welches sie zwischen den Händen hatte - und war bedingt durch den Regen nicht gerade wenig - auseinander. War sie zog es wahrlich einfach so auseinander, wie es ein Bäcker mit einem Hefeteig tat, und lies erneut von ihrer magischen Kraft einen Teil in den neu entstandenen Wasserstrick fließen, sodass er lang und elastisch wurde. Sie packte ihn an einem Ende und für die Zuschauer auf den Tribünen musste es wohl den Anschein haben, dass sie nun mit einer bläulich, magischen Peitsche dem Nekromanten gegenüberstand.

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Re: Magierduell - Finale

Beitrag von Erzähler » Dienstag 21. April 2009, 22:42

Stygmars Worte verunsicherten Elwin. Er sprach von Schicksal, ganz so, als wüsste er, was die Zukunft brächte. Elwin versuchte, sich davon nicht beeindrucken zu lassen. Sie konzentrierte sich darauf, das Magierduell zu meistern - und zu gewinnen. Das war ih Ziel und vielleicht auch ihr Schicksal. Sie würde ihr bestes geben.

Nicht unweit Pelgars und fernab jeglichen Turnieres schritt inzwischen eine gigantische Masse aus Orks, Dunkelelfen und teils sogar grandessarischen Soldaten vom Fischerdorf aus los. Angeführt wurden sie von einem Mann namens Raxtian Tausendtod. Soeben ritt einer seiner Schergen an ihn heran und wisperte: "Herr, wir haben die Leichen für euch aufgebahrt."
Der düster wirkende Mann nickte langsam und ließ sich zu jenen bringen, die während des Angriffs auf das Fischerdorf gefallen waren. Er betrachtete sich die Leichname. Einige Menschen, einige Dunkelelfen und ein Ork. Viele waren es nicht.
"Stygmar, loyaler Schüler ... erweise dich meinen Lehren als würdig und erfülle deine Aufgabe. Die Belagerung muss ein Erfolg werden." Er hob seine Arme, sprach eine gewaltige Formel und sah zu, wie die Leichen sich zu regen begannen ...

Zurück zum Turnier in Pelgar, Magierduell. Dort erhob sich ebenfalls etwas. Stygmar hatte eine Knochenspinne beschworen, die nun eifrig auf Elwin zu krabbelte, um sie abzulenken. Inzwischen konzentrierte sich der Nekromant auf seinen nächsten magischen Schlag.

Elwin war wie vom Blitz getroffen und wirkte vollkommen benommen, zugleich aber auch erstarrt vor Entsetzen ob der kleinen Knochengestalt, die geschwind näher krabbelte. Sie war so flink! Vermutlich würde sie an Elwins Bein herauf kriechen, ehe diese ihren Fuß heben und das Knochenviech zerstampfen konnte.
Elwin reagierte im letzten Moment und sprang zurück. Das Spinnentierchen krächzte auf. Es klang wie der Todesschrei eines Insektes. Und wieder stürmte es auf die Wassermagierin zu. Elwin hatte derweil den Griff um ihren Magierstab gefestigt und schlug zu. Sie versuchte, die Spinne zu treffen, in der Hoffnung, die Knochen splittern zu lassen. Da sie keine Kriegerin, sondern nur eine Magierin war, konnte Elwin nicht die nötige Wucht für ihren Plan aufbringen. Aber es gelang ihr, das Knochentier einige Meter weit fort zu schleudern. Stygmar achtete nicht darauf. Er war in einen Zauber vertieft, der ihm einiges an Konzentration abverlangte.
Auch Elwin musste sich nun auf ihre arkanen Mächte berufen, wenn sie das Duell auf ihre Seite ziehen wollte.

Sie rief magische Formeln und begann, das Wasser um sich herum zu sammeln. Elwin besaß einen klaren Vorteil, denn noch immer regnete es. Ihr Zauber war schneller gesprochen als der des Nekromanten. Elwin hatte einen Ball aus gebündeltem Wasser geschaffen und warf diesen nun nach der Knochenspinne. Sie traf zielsicher. Das Tierchen wurde vom Wasserball erfasst und steckte nun darin fest. Die Magie hielt den Ball weiterhin zusammen. Er rollte bis zum Rand des Arenahofes und kullerte dort im Schlamm. Die Spinne schaffte es nicht aus eigener Kraft, sich aus dem Ball zu befreien. Sie zappelte in der wässrigen Kugel und wand sich immer wieder ungelenk hin und her.
Stygmar hob den Kopf. Seine finsteren Augen fixierten Elwin. "Du hast also meine Ablenkung ausgeschaltet. Egal! Jetzt brauche ich sie nicht mehr." Er riss seine Arme vor und zeigte mit den ausgestreckten Zeigefingern auf seine Gegnerin. "VERFALL!", hallte seine Stimme lauthals über die ganze Arena. Wing riss es beinahe aus den Wolken. Krächzend glitt er durch den Himmel und schaute zu seiner Freundin herab.
Auf Elwin legte sich nun ein ganz besonderer Nekromantenzauber. Er entsprang einer illusionären Quelle und ließ allem Anschein nach ihren Körper rapide altern und langsam zerfallen. Tatsächlich aber ging es Elwin gut, der Zauber war nur ein Trugbild. Trotzdem schien es echt genug gewirkt zu sein, dass einige Zuschauer schreiend die Blicke abwandten. Viele hielten ihren Kindern die Augen zu. Niemand sollte sehen, wie die Wassermagierin, auf die man so viel Hoffnung gesetzt hatte, nun langsam zu Staub zerfiel.
Die dürren, knochigen Finger mit der pergamenten Haut hielten jetzt die von Elwin herbeigerufene Wasserpeitsche. Ihre Finger zitterten leicht und wurden immer blasser, brüchiger. Hoffentlich brachen sie nicht gleich ab.

Bild Lebensenergie Stygmar

Bild Knochenspinne: ausgeschaltet

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Re: Magierduell - Finale

Beitrag von Elwin Fock » Mittwoch 29. April 2009, 22:44

Erfolgreich hatte Elwin sich das krabbelnde Spinnenvieh vom Hals geschafft, indem sie das nutzte, was ihren Vorteil in diesem Duell wiederspiegelte. Sie hatte einfach etwas Wasser aus der Umgebung auf magische Weise gesammelt und zu einen Ball geformt. Diesen hatte sie dann auf das beschworene Monster zielsicher geworfen und es darin eingesperrt. Für gewöhnlich wäre der Wasserball beim Aufprall wieder zerplatzt, aber die Magie, welche weiterhin aus der jungen Wassermagierin heraus floss, hielt ihn zusammen und sperrte das Wesen darin ein. Es war bis zum Rand der Arena gekullert und lag nun dort auf dem Boden und konnte sich aus eigener Kraft nicht befreien.

Kaum, dass Elwin diesen Zauber gewirkt hatte und nun aufrecht erhielt, wandte sie sich auch schon wieder ihrem Gegner zu und beschwor eine Peitsche bestehend aus blauschimmerndem Wasser. Stygmar unterdessen war vollauf damit beschäftigt gewesen, sein neues magisches Kunststück vorzubereiten. Nun jedoch hob er seinen Kopf und schaute sie aus seinen kalten und leeren Augen heraus an. "Du hast also meine Ablenkung ausgeschaltet.", meinte er mit seiner rauchigen und unheimlichen Stimme. "Egal! Jetzt brauche ich sie nicht mehr." Es hätte nur noch das verrückte Lachen gefehlt, dann wäre der Eindruck, welchen der Nekromant verbreitete, vollkommen gewesen, vollkommen wie jener eines irren Wissenschaftlers.

Jetzt wird es aber Zeit. Ich muss etwas unternehme., schoss es ihr durch den Kopf und so war es auch. Bisher hatte sie nicht viel unternommen und das musste sich schnellstmöglich ändern, wenn sie diesen Kampf gewinnen wollte. So hob sie ihre Hand, in welcher sie die Peitsche hielt, und holte zum Schlag aus. Doch soweit sollte die junge Frau schon nicht mehr kommen. Sie konnte nun sehen, dass ihr Opponent seinen einen Arm nach vorne riss und mit seinem spindeldürren Zeigefinger direkt auf sie zeigte. Sie hielt mitten in ihrer Bewegung inne und zusätzlich konnte sie seine Stimme erneut vernehmen, welche "VERFALL!" in haraxisch rief. Das eine Wort hallte in der ganzen Arena wider und ließ ihr einen eiskalten Schauer über den Rücken laufen.

"Was?!?", brachte die junge Frau japsend hervor, aber dann bemerkte sie auch schon das Unheil, welches ihr Gegner heraufbeschworen hatte.

Sie lies jene Hand sinken, in welcher sie noch die Wasserpeitsche hielt, und konnte dort rapide alternde Haut erkennen. Zunächst wurden die Finger dünner und die Epidermis faltiger. Ein Prozess, welcher sich für gewöhnlich über Jahrzehnte erstreckte, fand an der Magierin nun in wenigen Sekunden statt. Spindeldürre Griffel hielten jetzt den magischen Strick aus Wasser und auch am restlichen Körper zeigten sich zeitgleich die selben Symptome. Ihre Haaren färbten sich zunächst grau, wurden länger und schließlich schlohweiß. Ihr einstiges so zartes und straffes Gesicht zeigte innerhalb wenigen Augenblicken tiefe Falten und es sah im Handumdrehen aus, wie das einer Achtzigjährigen.
Voller Schrecken, der kurz davor war in Panik umzuschwenken, starrte sie auf ihr Erscheinungsbild und selbst die Zuschauer stöhnten erschaudernd auf. Ein Uhhh... und Ahhh... war zu hören und führte dazu, dass Elwin der erschaffenen Illusion von Stygmar wahrhaftigen Glauben schenkte.

Was... was für ein... ein teuflischer... Zauber... welche Macht muss das sein...

Elwin war definitiv geschockt und nicht in der Lage irgendetwas zu tun. Ja selbst ihre Magie, welche sie in die Wasserpeitsche gesteckt hatte, versiegte und so platschte das flüssige Element ohne magischen Halt einfach wieder zu Boden und lies nasse Hände zurück.
Sie schaute an sich hab und konnte - wollte - einfach nicht glauben, was sie da sah. Es konnte doch unmöglich wahr sein, dass es einen Zauber gab, der den Altersprozess eines Menschen beschleunigte und in so kurzer Zeit vollzog. Allerdings kannte sie sich mit der Nekromantie nicht aus und so bestand weiterhin die Möglichkeit, dass in dieser Magierichtung tatsächlich so etwas existierte. Allerdings musste dies ein gewaltiges Stück magischen Könnens voraussetzen und dies wiederum würde bedeuten, dass Elwin hier gegen einen der Übermeister antrat. Das kann doch alles nicht sein?, dachte sie sich und begann bereits an den Auswirkungen des Zaubers zu zweifeln - jedoch nur so leicht, dass es keine sichtbaren Auswirkungen auf die Illusion hatte.

Ein Krächzen drang an ihre alten Ohren und mühsam hob sie ihren Kopf. Dort oben, unter den Wolken, jedoch über der Arena, konnte sie ihren treuen Freund Wing erkennen. Ihre müden Augen folgten seinen kreisenden Bewegungen und dann plötzlich stieß er zu ihr herab. Schnell wie ein Pfeil kam er aus dem Himmel herunter gestoben und schoss an Stygmar vorbei, verlangsamte seine Geschwindigkeit und flog zu seiner Freundin hinüber. Er sprach zu ihr, leise und unglaublich schnell, sodass der Nekromant es nicht hören konnte. Aber die Augen der jungen Magierin weiteten sich und schließlich nickte sie. Dann hob sie zitternd eine Hand und zeichnete mit geschlossenen Augen zwei Kreise in der Luft vor sich. Sie versuchte noch ein letztes Mal, bevor sie wahrscheinlich sterben musste, den magischen Fluss in ihrem Körper zu spüren, ihn lenken und zu einem Zauber zu formen. Das Konzentrieren fiel Elwin unglaublich schwer, aber doch ermahnte sie sich immer wieder in Gedanken, bei der Sache zu bleiben und schaffte es mit müder Stimme ein paar Worte auf melongiar zu sprechen.

"Oh, du große magische Kraft des Wassers. Ich bitte dich, steh mir bei und hilf mir. Lege dich um mich... und... und... beschütze mich!"

Also ob die Magie selbst, das flehen der eigentlich jungen Magierin vernommen hätte, glänzten plötzlich die beiden gezeichneten Kreise leicht bläulich auf. Sie füllten sich mit Regenwasser und kaum, dass die Tropfen dort hinein gefallen waren, schlossen sie sich dem Leuchten an. Es dauerte nur einen Augenblick, bis sie beide völlig ausgefüllt waren und so hob Elwin ihre zittrigen Hände von neuem und packten das erschaffene Wasserschild. Sie zog es an sich heran und drückte es sich gegen den Körper. Sofort begann es sich zu verflüssigen und legte sich vollends um ihre leibliche Hülle.
Hoffentlich hilft es und währt den Zauber dieses... dieses Mistkerls... ab...

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Re: Magierduell - Finale

Beitrag von fremder Mann » Sonntag 3. Mai 2009, 14:03

Es war genau das eingetreten, was sich Stygmar erhofft hatte. Der nekromantische Verfall-Zauber erschreckte Elwin dermaßen, dass sie sogar die Kontrolle über ihre wässrige Peitsche verlor. Jene fiel einfach in sich zusammen. Stygmar grinste düster. Auf den Tribünen hockten die Zuschauer und knabberten Fingernägel, drehten Papier oder Handschuhe in den Händen und starrten auf die beiden Duellanten hinunter. Elwin wurde Hauptfang der allgemeinen Aufmerksamkeit. Grund dafür war jene Illusion, die sich auf ihren gesamten Körper gelegt hatte und sie nun wie eine alte Vettel aussehen ließ. Doch das war noch nicht alles. Der Verfall zog sich weiter fort. Die Haut verblasste immer mehr. Elwin musste glauben, ihr Ende sei gekommen. Sie wirkte verzweifelt, zugleich aber auch unendlich ausgemergelt und erschöpft. Wie sollte ein altes, dürres Mütterchen, zu dem sie geworden war, gegen einen kraftvollen Magier ankommen?
Gut, Fakt war, dass Stygmar auch nicht zu jenen Athleten Celcias zählte. Aber er zeigte sich deutlich agiler und gesünder als es Elwins Erscheinungsbild jemals zulassen würde.

Da ertönte Wings krächzende Stimme über ihnen. Er kam in kreisenden Bewegungen herabgeflogen, sauste um Elwin herum und gab ihr scheinbar einen Ratschlag. Auf jeden Fall nickte die Alte und bereitete einen neuen Zauber vor. Sie schuf einen Wasserschild, legte diesen allerdings auf ihren gesamten Körper. Stygmar runzelte die Stirn. Was hatte diese alte Vettel nur vor? Aber dann sah er es und konnte nicht umhin, kratzig zu knurren und zu fluchen. "Du elende Magierin! Glaubst du, das beeindruckt mich?!"
Mittels des Wasserschildes konnte Elwin eine Barriere zwischen sich und den Verfall-Zauber des Nekromanten legen, so dass jener nicht weiter auf ihr lag. Er wurde noch immer von Stygmars Magie gespeist, ruhte nun aber wie eine spiegelnde Oberfläche auf dem Wasserschild. Eine Projektion, die der Nekromant sodann ebenfalls fallen ließ.
"Sieh zu wie du hiermit fertig wirst, Wasserhure!" Stygmar griff wieder in seinen Umhang und warf erneut Knochen zu Boden. Dieses Mal konzentrierte er sich sehr stark. Er schloss gar die Augen und das violette Qualmen aus dem Schrumpfkopf umgab nun seinen gesamten Körper, während er eifrig die Dämpfe einsog.

Schließlich kam Bewegung in die Knochen, von denen ein ganzer Haufen in der schlammigen Erde lag. Und gerade als der Regen nachließ und erste Sonnenstrahlen die Arena berührten, erhob sich ein humanoides Skelett aus dem Haufen und schlurfte auf Elwin zu. Es war mit einer Keule bewaffnet, die aus einem besonders dicken Rippenknochen bestand. Elwin sah sich also nun einem Nahkämpfer gegenüber. Hinter dem SKelett hielt Stygmar den Zauber aufrecht.

Bild "Lebensenergie" des Skeletts

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Re: Magierduell - Finale

Beitrag von Elwin Fock » Montag 11. Mai 2009, 23:13

"Du elende Magierin! Glaubst du, das beeindruckt mich?!", waren die Worte, welche Stygmar der jungen Wassermagierin entgegen warf, als diese es doch tatsächlich gewagt hatte, seinen Illusionszauber zu brechen oder besser gesagt diesem auf noch geschicktere Weise zu entgehen.

Elwin grinste breit über das ganze Gesicht, es war jedoch nicht das fröhliche und glückliche Lächeln eines Kindes, sondern zeigte es vielmehr ihre zurück gekehrte Selbstsicherheit und ihr Selbstvertrauen. Ja, sie hatte einen mächtigen Zauber besiegt, auch wenn sie ihn nur ausgetrickst hatte. Schließlich musste erst einmal jemand auf diesen Lösungsweg kommen und darauf war sie mit Recht ziemlich stolz. Wie ihr damals in der Akademie schon beigebracht wurde, musste man nicht immer alles mit Gewalt oder größerer Macht lösen. Oftmals gab es auch einen einfacheren und viel schnelleren, kraftsparenderen Weg und in diesem Fall hatte sie ihn gefunden. Jetzt jedoch hieß es sich etwas einfallen zu lassen und dass schnell.

"Sieht ganz so aus, als würde es auch beeindrucken, werter Stygmar.", meinte sie mit deutlichem Hohn in der Stimme. "Sonst hättet Ihr diese Worte nicht gesprochen, mein Ihr nicht auch Kollege?"

Es war pure Absicht der jungen Magierin dermaßen arrogant und selbstbewusst zu wirken, denn schließlich war dies auch ein Teil ihres Wesens. Sie betrachtet ihren Opponenten und schien auf eine Reaktion seinerseits zu warten. Allerdings hatte sie der Schildzauber, welchen sie nun wieder fallen gelassen hatte, doch einiges an Kraft gekostet und dies musste sie auf irgendeine Art und Weise wieder wett machen, selbst wenn es bedeutete etwas Zeit zu schinden.
Jedoch hatte sie mit dieser Taktik nicht sonderlich viel Erfolg, denn Stygmar schien zwar wütender zu werden, aber bereitete er schon einen weiteren Zauber vor. Elwin konnte nicht erkennen, was als nächstes kommen würde, doch als der Nekromant erneut ein paar Knochen auf den Boden warf, konnte sie es sich schon denken. Jetzt war nur die Frage, was kommen würde.

Verdammt! Was unternehme ich nur gegen diese herbei gerufenen Ungeheuer. So hält er mich immer auf Abstand und beschäftigt mich mit seinen dämonischen Dienern. Verflucht und jetzt auch noch das...

Ja, soeben hatte es aufgehört zu regnen und erste Sonnenstrahlen machten sich über der Arena und dem ganzen Gebiet des Schattengebirges breit. Ausgerechnet jetzt schien sie einen ihrer größten Vorteile zu verlassen, allerdings war der Boden noch dermaßen durchnässt, dass sie noch einiges an Wasser daraus für ihre Magie benutzen konnte. Allerdings wäre es doch wesentlich einfacher gewesen, wenn Ventha ihr die Gunst des Regens gelassen hätte. Aber nun hatte sie nicht die Zeit sich großartig Gedanken darüber zu machen, denn Stygmar sog seinen lilafarbenen Dampf ein und beschwor ein Skelett, welches die deutliche Form eines Menschen hatte. Was sollte sie tun? Doch dann hatte sie einen Geistesblitz.

Kurz schloss sie die Augen und atmete zweimal tief ein und wieder aus, dann öffnete sie ihre Augen schlagartig wieder. Sie hob ihre Arme und vollführte ein paar fließende Bewegungen durch, wobei sie leise vor sich hin unverständliche Worte murmelte. Die Gesten wurde immer schneller und flüssiger, fast wie es das Wasser selbst war und dann geschah es! Der Boden unter den knochigen Füßen des Skeletts wurde immer feuchter und feuchter, schlammiger und morastiger, bis er der Substanz eines Sumpfes ähnlich war. Die Zone erstreckte sich weit mehr als einen Schritt um das Gerippe herum und langsam - so hoffte Elwin - würde es darin versinken. Die ersten Knochen waren schon vom Schlamm und Morast bedeckt und so wandte sie ihre Aufmerksamkeit wieder ihrem eigentlichen Gegner zu - Stygmar.

"So werde ich damit fertig, Ihr Heuchler!", rief sie ihm zu und begann bereits noch einmal ihre Kräfte für einen magischen Schlag zu sammeln. Sie hatte sehr wohl seine Worte vernommen und eines, ja nur ein einziges hatte sie tief getroffen. Wasserhure", hatte er sie genannte und das würde sie nicht auf sich sitzen lassen. Sie war eine vornehme und hübsche junge Frau und solch eine Beschimpfung fachte ihren Jähzorn dermaßen an, dass sie schon mal sämtliche Grenzen überschreiten konnte. Doch war soweit war sie noch nicht, beleidigt - äußerst wütend - ja, aber noch nicht außer sich.
Erneut vollzog sie mit ihren Händen flüssige Bewegungen, murmelte etwas und diesmal stieg eine gewisse Menge an Wasser vom Boden auf. Sie nahm die Haltung eines Bogenschützen an und beschwor das flüssige Nass, sodass es sich zu einem magischen Geschoss vereinigte. Nun stand sie da und zielte mit ihrem Wasserpfeil genau auf Stygmar, wartete noch eine Sekunde, senkte die Spitze etwas und lies das Ende los.
Sogleich schoss der Pfeil auf ihrer Hand und suchte sich sein Ziel - den Schrumpfkopf auf dem oberen Ende des Stabes ihres Gegners.

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Re: Magierduell - Finale

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 14. Mai 2009, 16:18

Stygmar warf Elwin einen Blick zu, der sich nicht nur getötet hätte, wenn er denn dazu in der Lage gewesen wäre. Nein, er hätte die Magierin eiskalt und auf lang anhaltende, brutale Weise gefoltert, bis sie den Nekromanten weinerlich angefleht hätte, ihr durch den Todesstoß ewige Erlösung zu schenken.
"Reize mich nicht", spie er ihr Gift und Galle entgegen. Der Rauch, der aus dem Schrumpfkopf seines Stabes waberte, färbte sich dunkler. Purpurnes Blut; Unheil verkündend wie ein grässliches Omen. Ganz so, als stünde etwas Großes bevor, aber vielleicht bereitete Stygmar nur eine erneute Skeletterweckung vor. Sein erstes versank soeben im Boden er Arena. Elwin hatte die Feuchtigkeit des Regens ausgenutzt und die Erde aufgeweicht, bis sich automatisch eine sumpfige Ebene bildete, die die Knochen in eine unbekannte Tiefe riss.

Zweimal allerdings würde der Zauber nicht von Erfolg gekrönt sein. Es fehlte an nötigem Wasser, denn Ventha lieh der Wassermagierin kein Glück mehr. Die Sonne schob die Wolken beiseite und breitete sich über der ganzen Arena aus. Goldene Strahlen tauchten alles in ein sommerliches Licht.
Elwin musste eine andere Taktik anwenden. Über ihrem Kopf kreiste Wing wie ein Geier, doch beobachtete er nur gespannt das Spektakel. Elwins gerissener Zauber, der das Skelett unter die Erde zwang, beglückwünschte er mit einem lauten Vogelschrei, dann segelte er eine weitere Runde.

Die Magierin kniete sich unterdessen hin, als mache sie sich bereit, einen der großen Elfenbögen zu spannen, obwohl sie einen solchen garnicht besaß. Und auch, wenn sie dabei ihre Gewänder schmutzig machte, Elwin war der Sieg jetzt wichtiger. Sie musste gewinnen! Sie konnte doch diesem Nekromanten nicht den ersten Preis überlassen!
Der warf neue Knochen aus, dieses Mal deutlich mehr als vorher. Wollte er etwa eine kleine Skelett-Armee rufen?! Wenn ihm das gelang, konnte Elwin aufgeben. Gegen mehr als eines kam sie vermutlich gleichzeitig nicht an. Das Wasserschild und die Sumpfzone hatten sie schon ziemlich ausgepowert.
Aber da sammelten sich ihre Kräfte an der nicht sichtbaren Pfeilspitze. Sie formten sich und vollendeten den Wasserpfeil, den sie heraufbeschwören wollte. Wie eine Peitsche schnellte er nun vor und auf Stygmar zu. "Ha!", rief dieser. "Wasser kann mir ni..... ouhhhh, du kleines Biest!" Sein Fluch hallte über den Arenahof und sein Nekromantenstab wurde durch die Luft gewirbelt. Elwins Pfeil hatte den Schrumpfkopf zwar nicht gezielt getroffen, aber mit einer derartigen Wucht gestreift, dass er von seinem Platz am Ende des Stabes gebrochen wurde und nun durch den Sand kullerte. Der Stab selbst landete soeben auf dem Boden. Der Rauch war verschwunden. Der Schrumpfkopf wurde noch winziger als er ohnehin schon war. Irgendwie schrumpelte er nun nur noch mehr in sich zusammen, bis er kaum größer war als eine dicke Walnuss.

"NNNNEEEEEEEEEEEEEEIIIIIIIIIINNNN!" Der Nekromant fiel vor dem Kopf auf die Knie und hob ihn mit spindeldürren Fingern auf. Er schob ihn in den Ärmel seines Gewandes und glitt schlangengleich zurück auf die Füße. Sein Blick streifte Elwin. Er war leer und dennoch voller Zorn. Rachegefühle bohrten sich in das Gesicht der Frau. Dann drehte sich Stygmar ab und winkte dem Herold. Mit aufbauschendem Gewand trat er ihm entgegen und sprach kurz mit ihm. Der Herold wirkte ungläubig, aber Stygmar verzog keine Miene und nickte nur noch einmal, als sein Gegenüber etwas zu hinterfragen versuchte. Dann schlenderte der Nekromant einfach auf die Arenahofs-Ausgänge zu und verschwand. Der Herold trat zu Elwin, richtete seine Stimme aber an das Publikum: "Stygmar kann nicht mehr weiterkämpfen und gibt den Sieg freiwillig an Elwin Fock ab. Damit ist sie Siegerin des Magierduells! APPLAUS, BITTE!"

Die Zuschauer zögerten einen Moment. Für jeden kam es überraschend, dass Stygmar, der unheimliche Nekromant aus Morgeria, einfach so das Handtuch warf. Dann aber brach eine wahre Sintflut an Applaus über Elwin herein, als die Menge wie ein Mann aufstand und in die Hände schlug. Pfiffe schallten über die Tribünen und die Turnierhelfer schwenkten Fahnen und Banner der Stadt Andunie. Elwin war schließlich für diese angetreten.
Wing segelte auf ihre Schulter herab und wisperte ins Ohr seiner Freundin: "Was ist denn passiert?"

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Re: Magierduell - Finale

Beitrag von Elwin Fock » Mittwoch 3. Juni 2009, 07:35

Noch während Elwin ihren magischen Wasserpfeil geformt hatte, spürte sie bereits deutlich, dass ihre Kräfte sich dem Ende näherten. Sie viel Magie während dieses Kampfes eingesetzt und musste zusätzlich noch diverse Zauber, wie zum Beispiel, den kleinen Wasserball, in dem sich die Knochenspinne befand, aufrecht erhalten und dies zerrte zusätzlich an ihrer Energie. Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis sie kein Quäntchen magische Kraft in sich spüren würde und dann würde das Finale für sie gelaufen sein. Wie sollte sie schließlich ohne ihre arkanen Fähigkeiten etwas gegen Stygmar ausrichten?

Kaum, dass sie ihr Geschoss in dem unsichtbaren Bogen los gelassen hatte, ertönte auch schon der Ausruf ihrers Opponenten "Ha!Wasser kann mir ni....." Doch weiter kam Stygmar auch schon gar nicht mehr, denn auch wenn der Pfeil sein eigentlich Ziel nicht direkt getroffen hatte, so hatte er ihn doch hart gestreift und die Wirkung erbracht, welche sich Elwin Fock erhofft hatte. Der kleine Schrumpfkopf des Nekromanten wurde von seinem angestammten Platz auf der Spitze seines Magierstabes gerissen und zusammen flogen die beiden Teile hoch durch die Luft. "Ouhhhh, du kleines Biest!", hallte die Stimme des Magiers durch den Arenahof und Wut, Verärgerung und noch weit finstere Gefühle machten sich auf seinem Gesicht breit, während die Wassermagierin dem Stab und dem Schrumpfkopf ihres Gegner hinterher schaute.

Ein zufriedenes Lächeln legte sich auf ihre bezaubernden Lippen, doch konnte selbst dieses den Ausdruck von deutlicher Erschöpfung nicht verscheuchen. Sie atmete schwer und stützte sich derweil auf ihren eigenen Stab. Der Wasserpfeil hatte einen erheblichen Teil ihrer restlichen Energie in sich aufgesaugt, sodass es ihr beinahe sogar schwer viel sich gerade auf den Beinen zu halten. Sollte jetzt noch ein Gegenschlag von Stygmar kommen, so würde sie entweder direkt verlieren oder aber den Sieg an ihren Opponenten abtreten müssen. Doch soweit sollte es nicht kommen.
"NNNNEEEEEEEEEEEEEEIIIIIIIIIINNNN!", drang der Schrei des Totenbeschwörers an ihre Ohren und wurde durch die steinernen Wände des Arena noch verstärkt und wieder in einem leichten Echo zurück geworfen.
Verwundert wandte sie ihren Blick von dem nun auf dem Boden liegenden Stab und dem immer kleiner werdenden ehemaligen Haupt dessen auf und blickte nun direkt ihren Gegner an. Ihre Augen weiteten sich, als sie sah, dass er sich scheinbar verzweifelt vor die Überreste seines Schrumpfkopfes kniete und diesen mit zittrigen Händen empor hob.

"Geschieht ihm Recht, diesem Heuchler der Magie.", meinte Elwin mehr zu sich selbst, als zu irgendjemandem sonst.

Als er sich dann jedoch schlangengleich erhob und seinen letzten Blick der jungen Frau zu wandte, wurde ihr plötzlich eiskalt. Auf seltsame Weise war er leer und doch voller Zorn und Racheversprechen. Er bohrte sich regelrecht in das Gesicht der Wassermagierin und lies ihre eine Gänsehaut über den gesamten Körper entstehen. Es war regelrecht unheimlich, wie er sie anschaute und doch konnte sie nichts dagegen unternehmen. Es war, wie vor nicht mal mehr als einer Stunde her, als er sie in den Gängen der Arena getroffen hatte. Sie stand einfach nur angewurzelt da und konnte sich nicht rühren.
Was für eine Aura! Der Kerl war mir nie und wird mir niemals geheuer sein...
Dann jedoch wandte er sich von ihr ab und ging zu dem Herold hinüber, immer von ihr beobachtet. Er sprach kurz mit dem Schiedsrichter, nickte auf dessen Nachfrage noch einmal und verschwand dann durch die Ausgänge des Hofes. Verdutzt und zugleich etwas verwirrt, was das jetzt sollte, schaute sie ihm hinterher und wusste momentan mit der Situation nicht sonderlich viel anzufangen.

"Stygmar kann nicht mehr weiterkämpfen und gibt den Sieg freiwillig an Elwin Fock ab.", drang plötzlich die Stimme des Herolds an ihrer Ohren. "Damit ist sie Siegerin des Magierduells! APPLAUS, BITTE!"

So wie ihr es offenbar schwer viel die soeben gesprochenen Worte zu verarbeiten, schien es auch dem Publikum zu gehen, denn sie zögerten allesamt einen Moment. Doch dann schien sich die Bekanntmachung in ihnen zu setzen und sogleich brandete eine wahre Sturmflut an Applaus und Jubelrufen zu der jungen Frau hinab. Die Zuschauer klatschen, pfiffen freudig und riefen ihr die Glückwünsche über den Sieg zu.
Nun begriff auch sie endlich und ein breites, zufriedenes Lächeln legte sich auf ihr Gesicht. Sie strahlte regelrecht und schaute zu den Tribünen hinauf. Dann drehte sie sich einmal um sich selbst, um sämtliche Ränge der Logen zu überblicken, straffte ihren Rücken und verbeugte sich vor den jubelnden Mengen.
Wing landete auf ihrer Schulter und fiepte ihr die Frage, was denn geschehen sei zu, doch sie konnte nur unvermittelt ihr Unwissen kundtun, denn sie wusste auch nicht recht, was soeben von Statten gegangen war.
"Ich weiß es auch nicht, vielleicht hat die Zerstörung seines Stabes ihn dermaßen tief getroffen, dass er aufgeben hat.", hauchte sie ihm zu und bemerkte, dass der Herold auf sie zu kam.

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Re: Magierduell - Finale

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 3. Juni 2009, 11:18

Elwin badete in einem Meer aus Jubelschreien und Glückwünschen. Viele Zuschauer hatten sich von ihren Plätzen erhoben, um ihr zuzuwinken und ihre Freude darüber kundzutun, dass ein Vertreter Morgerias eine Niederlage hatte einstecken müssen. Pelgar mochte weltoffener geworden sein und versuchte auch, gegenüber dem dunklen Volk toleranter vorzugehen, doch bei kleinen Machtspielchen wie dem Turnier erfreute sich ein pelgarisches Herz doch immer noch, einem morgerianer einen Schlag ins Gesicht zu verpassen - ob nun im wörtlichen oder sinnbildlich übertragenem Sinne.

Wing landete auf Elwins Schulter. Neugierig und ein wenig verwirrt fragte er, was geschehen war. Elwin konnte es selbst doch nicht ganz genau erklären. Stygmar, dieser unheimliche Nekromant aus der Toten Ebene, hatte aufgegeben. Einfach so! Der Verlust seines Schrumpfkopfes konnte doch nicht Grund für seinen Rückzug geboten haben. Oder etwa doch?
"Möglicherweise lag all seine magische Macht in dem Schädel", fiepte Wing. "Wenn ich mich dran erinnere, wie er den Rauch stets aufgesogen hat? Ha! Du hast gewonnen!" Dies schien dem Vogel bedeutend wichtiger. Er schnäbelte freundschaftlich mit Elwins Wange und gratulierte ihr so zu ihrem glorreichen Sieg. Zugleich spürte Wing aber auch, dass die Muskeln der Frau etwas zitterten. Sie war erschöpft. Der Kampf hatte sie vollkommen ausgelaugt.
"Gut, dass es das Finale war. Du solltest in den nächsten Tagen wohl besser nicht so viel zaubern, gute Freundin."

Da kam der Herold auf die Wassermagierin zu und reichte ihr die Hand. "Meinen Glückwunsch. Ihr seid somit Siegerin der Magierduell-Disziplin. Da die Turnierwettkämpfe sich langsam dem Ende zuneigen und die meisten Sieger feststehen, möchte ich Euch zur Siegerehrung einladen. Diese wird in einer knappen Stunde stattfinden. Wenn Ihr also gleich hierbleiben wollt, so könnt Ihr Euch in den Räumlichkeiten der Turnierteilnehmer frisch machen." Der Mann zeigte auf einen Zugang zum Arenahof. "Folgt diesem Gang und wendet Euch dann einmal nach links, eine Treppe hinunter und dann direkt nochmal nach links. Wir sehen uns zur Siegerehrung, wo Ihr dann auch Euren Preis erhalten werdet."

Wenn Elwin den Anweisungen folgte, würde sie in einen unterirdischen Bereich der Arena gelangen, dessen Wände teilweise mit dem Bergmassiv des Drachengebirges im Verbund standen. Dort gab es große Badebecken aus Obsidian, die mit beheiztem Wasser zu einem Bad einluden. Aber auch steinerne, altarförmige Tische mit einer gehobenen Mahlzeit, Massagebänke und Meditationsbereiche, in denen speziell für diesen Zweck musikalisch begabte Priester des kleinen pelgarischen Tempels der Entspannung Willen aufspielten. Was es nicht alles gab!
Natürlich warteten Turnierhelfer bereits eifrig auf die von ihren Disziplinen erschöpften Teilnehmer, um ihnen ein wenig Erholung zu gönnen und sie mit einer Massage und Öl-Essenzen zu entspannen.
Einige Teilnehmer waren hier bereits versammelt, aber nicht alle. Stygmar zum Beispiel würde bis zur Preisverleihung von niemandem mehr gesehen werden. Er hielt sich im Verborgenen und zückte dort ein magisches Instrument, einen sogenannten Zwei-Wege-Spiegel, mit dem er mit einem seines Volkes sprach und Einzelheiten für etwas Großes plante. Etwas derart Gewaltiges, dass ganz Pelgar davon erfahren würde. Anschließend machte er sich auf den Weg zum Richtberg, wo die verurteilten Verbrecher Pelgars ihr Ende fanden ...

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Elwin Fock
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Re: Magierduell - Finale

Beitrag von Elwin Fock » Sonntag 14. Juni 2009, 10:10

Es herrschte eine unglaubliche Stimmung in dem großen Bauwerk der Arena. Jubelrufe und das Geräusch in die Hände klatschender Menschen schallte auf den Kampfplatz hinab und erfüllte die ganze Umgebung. Einige, ja sogar die meisten Zuschauer, waren aufgestanden und taten ihrer Freunde über die Siegerin des Turnierfinales in der Disziplin Magierduell lauthals kund.

Elwin stand zunächst einfach nur da und konnte wohl nicht recht realisieren, dass sie soeben den Sieg davon getragen hatte. Sie lauschte dem Gegröle der Menge und schien etwas verwirrt zu sein. Dann kam ihr Freund Wing herab geflogen, landete auf ihrer Schulter - seinem angestammten Platz - und fragte was geschehen sei. Darauf konnte die Wassermagierin keine wirkliche Antwort geben, denn sie wusste es auch nicht. Warum hatte Stygmar aufgegeben? Lag es wirklich nur daran, dass sie den Schrumpfkopf von seinem Stab abgetrennt hatte? Dies war wohl momentan die einzig plausible Erklärung, denn schließlich hatte der Morgerianer stets den daraus hervordringenden Dampf eingeatmet. Auch Wing war dieser Ansicht und lies das Thema dann auf sich beruhen. Viel lieber erinnerte er seine menschliche Freundin daran, dass sie gewonnen hatte, dass sie die Siegerin des großen Magierduell-Finales war und was dies für eine Leistung bedeutete.

"Ha! Du hast gewonnen!", fiepte er in ihr Ohr und rieb freundschaftlich seinen Schnabel an ihrer Wange. Nun schien auch sie endlich zu begreifen und ein überglückliches Lächeln legte sich auf ihr Gesicht. Sie schaute zu der jubelnden Menge empor, drehte sich einmal um sich selbst und verneigte sich vor den Zuschauern, als Geste der Dankbarkeit für die überaus hilfreiche Unterstützung.
Ich habe es wirklich geschafft! Ich habe meinen Gegner geschlagen, auch wenn er aufgegeben hat. Welch ein Triumph!, dachte sie sich und hörte somit kaum die Worte ihres Freundes. "Gut, dass es das Finale war. Du solltest in den nächsten Tagen wohl besser nicht so viel zaubern, gute Freundin."

Und in der Tat, dieser Kampf hatte mehr von ihr abverlangt, als sie ursprünglich gedacht hätte. Sie war erschöpft, mehr noch, völlig ausgelaugt und ihre Muskeln zitterten vor Entkräftung. Elwin packte ihren Stab fester mit der rechten Hand und stützte sich darauf, versuchte jedoch ihren Kräfteverfall nicht zu deutlich zu zeigen. Dies ziemte sich nicht unbedingt für die Gewinnerin des Turniers.
Zu ihrem Glück, kam dann aber auch schon der Herold auf sie zugelaufen und streckte ihr seine Hand entgegen. Dieser ergriff sie und schüttelte sie.
"Meinen Glückwunsch.", vernahm sie die Stimme des Mannes, als er begann mit ihr zu sprechen. "Ihr seid somit Siegerin der Magierduell-Disziplin."
Nun war es offiziell, denn der Schiedsrichter hatte sie soeben dazu ernannt. Sie lächelte ihn freundlich an und erhob ihrerseits die Stimme.
"Ich danke Euch, werter Magus. Habt vielen Dank für Eure Glückwünsche. Ich kann es noch kaum glauben, den Totenbeschwörer besiegt zu haben.", meinte sie und tatsächlich klang ihre sonst so reizende Stimme etwas brüchig vor Erschöpfung. Dies jedoch schien der Mann gar nicht zu bemerken, denn unbeirrt fuhr er fort: "Da die Turnierwettkämpfe sich langsam dem Ende zuneigen und die meisten Sieger feststehen, möchte ich Euch zur Siegerehrung einladen. Diese wird in einer knappen Stunde stattfinden. Wenn Ihr also gleich hierbleiben wollt, so könnt Ihr Euch in den Räumlichkeiten der Turnierteilnehmer frisch machen."

Er deutete auf einen Ausgang des Arenahofes, welches wohl zu den unterirdischen Gängen führen mochte. Schnell noch erklärte er ihr, welchen Weg sie nehmen musste und anschließend nickte sie ihm dankend zu. Sogleich wandte sie sich noch einmal dem Publikum zu, hob ihren Stab in die Höhe und verbeugte sich noch einmal vor der dort oben sitzenden Menge. Danach machte sie sich mit Wing auf der Schulter auf, dem beschriebenen Weg zu folgen und verschwand in dem Eingang zu den Tunneln.

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Re: Magierduell - Finale

Beitrag von Erzähler » Dienstag 16. Juni 2009, 08:37

In den Tunneln war es angenehm kühl. Elwins Körper war noch ganz erhitzt von der Aufregung des Turniers und auch ihr Adrenalinpegel hatte sich noch nicht gesenkt. Sie musste sich wirklich entspannen. Aber es dauerte ja nicht lange, da erreichte sie die unterirdischen Räume, in denen sie genau dies tun konnte. Früher, zu Pelgars Anfangszeiten und als die Arena noch nicht hatte reastauriert werden müssen, waren diese Räumlichkeiten Teil des Sklavenkomplexes gewesen. Ja, auch Pelgar hatte einst Sklaven bewilligt, jedoch nur hier. Meist waren es auch Verbrecher, die im Dienste eines Adeligen standen und für ihn als Gladiator antraten, in einem Kampf auf Leben und Tod. Wenn sie starben, so hatte Lysanthor - wie man in Pelgar sagte - Gerechtigkeit walten lassen. Wenn sie überlebten, ebenso. Denn dann hatte jener Verbrecher sich das Recht erkämpft, eine zweite Chance zu bekommen, und ihm wurde anschließend angeboten, sich bei seinem Herrn freizukaufen. Dazu musste er natürlich noch mehr Kämpfe und die damit verbundenen Preisgelder gewinnen ...
Heutzutage aber war Sklavenhaltung in Pelgar nicht mehr erlaubt. Es galt als menschenverachtend und entwürdigend. Daher hatte man die Sklavenzellen, welche hier unten gelegen hatten, flugs in Entspannungsräume für Turnierteilnehmer umgebaut. Und was sich Pelgar da hatte einfallen lassen!

Elwin betrat die wohl riechenden, unterirdischen kleinen Hallen. In den Ecken, links und rechts der Tür, standen beheizte Becken, in denen ein Kraut vor sich hin schwelte, das einen angenehmen Duft entließ. Es roch leicht minzig, zugleich aber auch wie eine Zitrusfrucht. Auf jeden Fall weckte es die Lebensgeister, noch ehe man es sich in den beheizten Badebecken bequem gemacht hatte.

Einige Teilnehmer, die Elwin von der großen Begrüßung und dem Festschmaus am ersten Tag noch kannte, hielten sich hier auf. Sie badeten oder ließen sich von einem Turnierhelfer mit einer Massage verwöhnen. Alle schauten sehr zufrieden und entspannt drein. Elwin sollte das Angebot unbedingt ausprobieren.
Im Hintergrund spielten zwei Priester beruhigende Melodien auf Harfe und Geige. Die Musik war so richtig einlullend. Hier könnte man auch gut ein Schläfchen halten, Betten gab es aber keine.

"Dann lass es dir mal gut gehen, Freundin", piepste Wing, flog dann auf und kreiste einmal durch den gesamten Raum. Da krächzte er überrascht auf und startete einen leichten Sturzflug. Soeben hatten seine wachsamen Augen jemanden entdeckt, über dessen Anwesenheit Elwin sicher begeistert sein würde.
Die Person saß auf einer der Wartebänke, mehrere Rollen Pergament unter den Arm geklemmt, und lauschte mit geschlossenen Augen der Musik. Kein Wunder, hatte Timathian Vengul Elwins Kommen nicht bemerkt. Er schien hier auf sie zu warten, wollte ihr vielleicht gar etwas zeigen. Warum hätte er sich sonst an einem Ort wie diesem so viele Aufzeichnungen mitgenommen?
Wing landete neben ihm auf einem vorstehenden Mauerstück. Er krächzte laut und riss so Timathian aus seinen Gedanken. Der Magier zuckte hoch, sah den Vogel und lächelte. "Na, wo hast du denn Elwin Fock gelassen?" Seine Augen strahlten vor Vorfreude. "Ich habe gute Neuigkeiten bezüglich ... Celcias Meeren." Allzu laut wollte er unter der versammelten Truppe Turnierteilnehmer wohl nicht über die magische Wasserschriftrolle sprechen, nach der Elwin und er vor ihrem Duell noch gesucht hatten - oder zumindest nach Informationen über diese Rolle.

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Re: Magierduell - Finale

Beitrag von Elwin Fock » Montag 20. Juli 2009, 10:51

Es dauerte gar nicht lange, da hatte sie einen jener Räume erreicht, welchen ihr der Herold beschrieben hatte. Sie war durch die dunklen Gänge der Arena geschritten und die dort vorherrschende Kühle sichtlich genossen, dennoch brauchte sie nun eine wahrhaft richtige Erholungspause, denn der finale Kampf gegen Stygmar hatte sie enorm viel Kraft und Ausdauer gekostet.
So stand sie nun in der Tür zu dem Erholungszentrum, welches die Pelgarer extra in dem große Bauwerk eingerichtet hatten, und schaute sich um. Es waren einige ihr bekannt vorkommende Gesichter zu sehen - alles Teilnehmer an diesem Turnier - welche sich entweder in dem beheizten Wasserbecken tummelten oder aber eine entspannende Massage genossen. Sie musste leicht grinsen, denn auch sie würde es sich hier die nächste Stunde gut gehen lassen und ein paar der entsprechenden Angebote nutzen.

"Dann lass es dir mal gut gehen, Freundin", fiepte Wing ihr zu und erhob sich in die Lüfte, welche durch die beiden an der Tür stehenden beheizten Becken mit einem wohltuenden und einlullenden Duft geschwängert wurde.

Elwin folgte ihm mit ihrem Blick nicht, denn sie konzentrierte sich mehr darauf, was sie zuerst am liebsten machen sollte. Vielleicht ein angenehmes Bad nehmen oder doch lieber zuerst eine Massage genießen. Dort herrschte allerdings ein kleiner Andrang, sodass einige Leute schon auf den dafür vorgesehenen Wartebänke platz genommen hatte. Da erschien ihr ein wohltuendes Bad doch sehr vielversprechend, vor allem, da sie einen Großteil ihrer Turnierrunde im Kühle Regen Venthas verbracht hatte. Jetzt von warmen Wasser umschlossen zu werden war eine verlockende Vorstellung und so machte sie ihren ersten richtigen Schritt hinein in das Wohlfühlparadies.

Timathian Vengul hatte sich noch nicht bemerkt, ihr tierischer Freund jedoch schon. Er hatte sich zu dem Magus begeben und lauschte nun seinen Worten.
Die Wassermagierin schritt an dem großen und dampfenden Badebecken vorüber und schaute sich nach eine Umkleidemöglichkeit um, fand jedoch auf Anhieb keine. Etwas verwirrt blieb sie stehen und schaute sich von neuem um.
Ich kann mich doch nicht hier vor den ganzen Leuten einfach so entkleiden! Es muss doch einen extra Bereich geben, wo dies ungestört möglich ist. Aber wo ist dieser..., dachte sie sich und schon kam ein junger Mann, kaum mehr ein Bursche, zu ihr herüber geeilt. Er trug die Gewandungen der gewöhnlichen Turnierhelfer, aber war sie doch mit feineren Stickereien verziehrt als jene der einfachen Hilfskräfte. Er stellte sich zu ihr, nickte ihr freundlich zu und fragte, ob er ihr behilflich sein könne. Die Wassermagierin grüßt ihn und erwiderte sein Nicken.
"Wo bitte befinden sich die Umkleiden? Ich möchte gern ein Bad nehmen.", machte sie ihrer Frage Luft und wartete auf die Antwort.
Diese kam auch unverzüglich und der junge Mann zeigte auf eine Ecke des Raumes, wo sich eine Tür befand. Dort hinein hatte man die Kabinen zum ent- und bekleiden untergebracht und er erklärte ihr, dass dort ebenfalls Bade- und Handtücher bereit lagen. Sie dankte ihm und machte sich auf den Weg.

Schnell verschwand sie hinter der ihr gezeigten Tür, entschied sich für eine Kabine und betrat diese. Danach schloss sie die Kabinentür und musste voller Entzücken feststellen, dass es hier richtig geräumig war. Außerhalb der Umkleiden gab es Spinde, in welchen man seine Sachen verstauen und diese sogar verschließen konnte. Innerhalb der Kabinen hatte man genügend Platz, um sich in aller Ruhe umzukleiden, ohne auch nur mit dem Ellebogen oder dem Knie irgendwo gegen zu stoßen.
So öffnete Elwin am Rücken ihr Kleid und streifte es ab. Auch ihre Unterwäsche ließ sie zu Boden kleiden und streckte sich erst einmal genüsslich. Ihre Glieder schmerzten und sie freute sich auf ein entspannendes Bad. Selbst die Hand- und Badetücher lagen hier, wie angepriesen, bereit und sie griff nach einem der größeren und schwang es um ihren nackten Körper. Sie legte es um sich und steckte auf der Vorderseite, oben über ihrem Busen, das eine Ende des Badetuches in das Andere und testete ob dies halten würde und in der Tat, dies tat es.
Sie öffnete die Kabinentür, packte ihre Sachen und ging zu Spinden hinüber, verstaute ihre Kleidung und ihre Sachen ein einem Fach, schloss es ab und band sich den Schlüssel um ihr Handgelenk. Ihren Magierstab lehnte sie in eine eigens dafür vorgesehene Vorrichtung, neben den Spinden und ging zurück in den Erholungsraum.

Jetzt freu ich mich auf das warme Wasser des Badebeckens. Das wird mich entspannen und danach genehmige ich mir vielleicht noch eine Massage, wenn es die Zeit zulässt., dachte sie sich und schritt auf das große, beheizte und dampfende Becken zu, in welchem bereits einige der Gäste sich entspannten.

Es gab eine Treppe, welche in das Wasser hinab führte und so betrat sie das wohltuende Nass. Nun war sie wieder in ihrem Element, denn als Wassermagierin war ihr diese Naturgewalt am vertrautesten und sie konnte sich ihr voll und ganz hingeben.
Das Badetuch, welches ihren Leib bedeckte, saugte sich sogleich mit dem feuchten Element voll, aber da man vollkommen von Wasser umschlossen war, spürte man ja kaum sein eigenes Gewicht, daher störte sie dies nicht weiter. Sie suchte sich einen Platz am Rand des Beckens und lehnte ihre Arme darüber, legte ihren Kopf in den Nacken und atmete ein paar mal tief durch.
Es war sonderbar, dass sie ihren Freund Tima, nicht bemerkt hatte, denn sie hatte sich genau jene Stelle des Badebassins ausgesucht, wo er sich auf der Wartebank mit all seinen Schriftrollen zusammen mit Wing befand. Aber vielleicht hatte er sie bereits erkannt, denn jene Seufzer, welche sie am Rand des Beckens von sich vernehmen lies, waren nicht unbedingt die leisesten.

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Re: Magierduell - Finale

Beitrag von Erzähler » Samstag 25. Juli 2009, 17:06

Timathian konnte es kaum erwarten, Elwin wiederzusehen. Er hatte sooo gute Neuigkeiten für sie. Er hatte die halbe Bibliothek abgesucht, so kam es ihm jedenfalls vor. Stunden durfte er wohl zwischen alten Schriften und Büchern verbracht haben. Es gab einige Atlanten über die Meere und Ozeane, die Celcia umschlossen und den Kontinent zu einer riesigen Insel machten. Aber nur wenig hatte ihm bezüglich der Suche nach einer wassermagischen Schriftrolle geholfen - bis er auf einen Absatz über ein seltsames Meeresvolk gestoßen war. Doch das sollte Elwin erfahren, sobald sie erschien.
Da war dann plötzlich Wing aufgetaucht und hatte den Energiemagier gegrüßt. Sofort fragte dieser nach Elwin und der Vogel zeigte mit einem Flügel auf den Raum. "Na, da ist ... sie ... doch ... hm, wo ist sie?" Er legte den Kopf schief und ließ ein verwirrtes Pfeifen ertönen. Einige der Anwesenden schauten zu ihm hin. Tima strich Wing übers Gefieder. "Ist das nicht ein toller Vogel?", meinte er freundlich. Hoffentlich hatte niemand Wing sprechen hören. "Er gehört einer Freundin. Elwin Fock. Elwin, bist du hier irgendwo, Teuerste?"
Keine Antwort. Jedenfalls nicht von ihr. Einer der Teilnehmer zeigte zur Tür, die in den Umkleidetrakt führte. Er hatte Elwin wiedererkannt und war noch immer beeindruckt von ihrem Sieg in der ersten Turnierrunde über Gideon Windhaller. Der alte Magus war nicht anwesend. Tima dankte dem Mann und wartete geduldig. Wenig später tauchte Elwin auch tatsächlich auf, jedoch übersah sie den Energiemagier, der nun sogar eifrig winkte. Er wollte mit all den Aufzeichnungen, die er gemacht hatte, nicht zu nah ans Wasser heran. Da die Wassermagierin ihn aber nicht bemerkte, blieb ihm nichts Anderes übrig. Er ließ die Schriften auf der Bank liegen, gab Wing ein Zeichen, darauf zu achten und näherte sich dem Beckenrand. Dort ließ sich der Mann auf ein Knie nieder. Mit einem Lächeln grüßte er: "Das hast du dir nun aber wirklich verdient, werte Freundin." Erneut winkte er, jetzt jedoch nur mit den Fingern und nicht gleich dem ganzen Arm. Tima beugte sich näher zu Elwin. Seine Worte waren schließlich nicht für Jedermann bestimmt. "Hör zu, ich war in der Bibliothek. Ich fand eine uralte Schrift über Froschwesen ... Aquaden. Sie sollen am Meeresboden leben, nahe Belfa. Leider fand ich nichts über eine magische Wasserschriftrolle heraus, aber die Aquaden haben mich schon interessiert. In einem Buch hieß es, sie hätten einen König, der die Schätze der Meere sammelt und aufbewahrt. Vielleicht besitzt er die Rolle oder weiß, wo sie zu finden ist. Wir sollten es wagen und nach Belfa reisen. Wärst du denn in der Lage, mit deiner Wassermagie zum Meeresboden zu gelangen, gute Freundin?"

Eigentlich hatte Timathian jetzt noch mehr über die Aquaden erzählen wollen. Das Buch und das Thema allein faszinierten ihn ungemein. Das hätte er selbst nicht für möglich gehalten. Außerdem wollte er Elwin von der freudigen Neuigkeit erzählen, dass er vom Bibliothekar eine Karte Belfas und der umliegenden Gewässer erhalten habe. Mit dieser Karte sollte es doch gelingen, die Aquaden ausfindig zu machen, so glaubte es der Energiemagier. Aber vorerst sollte er nicht dazu kommen, seine Informationen mitzuteilen.
Ein Turnierhelfer betrat den Trakt und rief: "Die Preisverleihung beginnt bald. Bitte nehmt euch alle genug Zeit, euch herzurichten und kommt dann in den Arenahof. Der Herold wird euch ausrufen und der Masse vorstellen. Dann erhalten alle Sieger ihre verdiente Ehrung."
"Damit bist du gemeint", grinste Timathian. "Ich bin schon gespannt, was du erhalten wirst." Schließlich wartete er, bis Elwin mit ihrem Bad fertig war, zeigte ihr dann die Seekarte und schon war die Stunde auch um, in der sich die junge Andunierin hatte entspannen wollen. Nun hieß es: Arenahof und Siegerehrung!

weiter in Die Preisverleihung (alle Teilnehmer)

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Re: Magierduell - Finale

Beitrag von Elwin Fock » Sonntag 9. August 2009, 23:07

Elwin lag entspannt im angewärmten Wasser am Rande des Beckens und hatte ihre Augen geschlossen. Sie genoss es regelrecht sich es nun einmal so richtig gut gehen zu lassen und den ganzen Stress der letzten Tage und Wochen endlich abschütteln zu können. Sie atmete schwer aus, so dass es fast schon einem Seufzer nahe kam und bewegte etwas ihre anmutenden Beine. Die dadurch aufkommenden Wellen dehnten sich in alle Richtungen aus und schwappten an ihren Körper, zogen ihre Kreise weiter und schlugen sachte gegen den Beckenrand. Ein wenig Wasser wagte es sogar darüber hinaus zu kommen und landete auf dem festen Boden des Entspannungsraumes, genau dort wo sich nun ein paar Füße eingefunden hatte.

"Das hast du dir nun aber wirklich verdient, werte Freundin.", sprach ein Stimme, welche der Magierin äußerst bekannt vor kam und tatsächlich, in ihrem Gedächtnis formte sich sogleich das Bild eines Kollegen und Freundes - Timathian Vengul.

Ruckartig öffnete Elwin ihren Augen und blickte kopfüber auf die Robe des genannten Magiers. Ein Lächeln legte sich auf ihre Lippen, währen sie sich aufrichtete und sich dem Mann zu wandte.
"Timathian!", hauchte sie vor Freude über den Anblick. "Ist das schön Euch zu sehen. Aber was macht Ihr denn hier unten?"
Er lächelte, wahrend er sich näher zu ihr heran beugte. Offenbar hatte er ihr etwas zu berichten und dass sollte oder musste, so wie es aussah, ja nicht jeder mitbekommen. Also neigte auch sie ihm ihren Kopf entgegen und erwartete weitere Worte ihres Freundes, wobei sie allerdings ihr Lächeln nicht ablegte. Es dauerte einen Moment, aber dann begann der Energiemagier zu berichten, was herausgefunden hatte. Er erzählte irgendetwas von Froschwesen, welche sich Aquaden nannten und am Meeresboden lebten. Auch äußerte er die Vermutung, dass die Wassermagieschriftrolle in deren Besitz sein oder dass sie zumindest wissen könnten wo sich das gesuchte Stück befinden sollte.

Alles in allem klang recht einleuchtend was Tima von sich gab, doch hatte er für seine Vermutungen keinerlei Beweise. Er konnte sie nicht untermauern und stützte seine Aussagen auf Schätzungen und Spekulationen. Jedoch war dies noch alle mal besser, als gar nicht zu haben und für die Mühen und Anstrengungen, welche der Mann auf sich genommen hatte, um an die Informationen heran zu kommen, war die Wassermagierin sehr dankbar.
Nachdem Timathian mit dem Vorschlag geendet hatte, eine Reise nach Belfar zu unternehmen, hatte Elwin ihren Kopf wieder etwas zu gezogen. Sie wollte ihrem Freund in die Augen schauen, während sie über eine Antwort nachdachte.
Nach Belfar... Die Verfluchte Insel. Aber warum eigentlich nicht! Weshalb sollten wir diesem Hinweis nicht nachgehen? Lohnen würde es sich auf jeden Fall und wenn wir die Schriftrolle dort nicht finden, dann finden wir eventuell weitere Hinweise. In Samra gibt es ja auch eine Akademie, wo wir vielleicht Hilfe finden.

Sie nickte ihrem Kameraden und Freund als Bestätigung zu neigte dann ihren Kopf wieder in seine Richtung.
"Einverstanden! Begeben wir uns auf die Reise nach Belfar, nachdem ich an der Preisverleihung teilgenommen habe. Meine Preise für den Sieg in meiner Disziplin möchte ich eigentlich schon noch gerne erhalten.", sprach sie leise, aber legte ein verführerisches Lächeln auf ihr Gesicht. Natürlich wusste sie, dass sie bei Tima damit nicht wirklich das erreichen würde, was sie bei anderen Männern erzielte, aber doch wusste oder hoffte sie dass er es richtig verstehen würde.

In diesem Moment betrat ein Turnierhelfer den Erholungsraum und kündigte an, dass die Preisverleihung bald beginnen würde und sich die Gewinner und Zweit- bzw. Drittplatzierten dafür fertig machen sollten. Danach verschwand der junge Mann wieder und ein Seufzer entfuhr der Kehle der jungen Frau.
"Ohhh... Das war jetzt aber eine kurze Stunde der Erholung.", meinte sie mit gespielter Enttäuschung, denn natürlich war offensichtlich, dass Elwin ihre Preise so schnell wie möglich erhalten wollte. "Ich werde mich nun wieder zurück zu den Umkleiden begeben und mich entsprechend Vorbereiten. Wir sehen uns doch zur Siegerehrung? Schließlich habt ihr schon meine Runde verpasst.", meinte sie noch zu Timathian und zwinkerte ihm zu. Danach winkte sie Wing, welche noch immer an Ort und Stelle saß, zu ihm zu folgen und machte sich dann auf den Weg zu dem Kabinen, wo sie sich bekleiden würde.

[Info: nächsten Post bei der Preisverleihung folgt morgen früh]

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