Gauklerwettstreit - Finale

Gewaltig ragt die Arena aus der Mitte des Turnierplatzes heraus. Hier finden die Kämpfe und Magierduelle statt. Das Publikum sitzt auf der kreisrunden Tribüne, während die Teilnehmer unten im Arena-Ring ihr Bestes geben.
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Gauklerwettstreit - Finale

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 11. Februar 2009, 01:00

Yann Adamm-Ra kommt von Der Turnierplatz -> Der Zeltplatz -> Das Gemeinschaftszelt (Seite 1)
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Die Zuschauer verteilten sich bereits auf den langen Sitzbänken vor der Bühne. Noch war der große, rote Samtvorhang geschlossen und niemand konnte sehen, was dahinter geschah. Kinder, alte Weiber und Erwachsene drängelten sich dicht an dicht. Sie alle wollten am Finale der Disziplin Gauklerwettstreit teilhaben und zusehen, wer als Sieger aus diesem "Kampf" hervor ging. Für die Teilnehmer musste es wahrhaftig ein Kampf sein. Sicher waren sie mindestens so aufgeregt wie der Herold, welcher immer wieder durch einen Spalt im Vorhang lugte und das Publikum musterte.
"Wo bleiben die Teilnehmer, wo stecken sie nur?", jammerte er und kaute auf seinen Fingernägeln herum. Er selbst trug wieder ein Narrenkostüm, hatte allerdings seinen Heroldshut nicht abgesetzt. Schließlich musste man ihn ja als solchen erkennen. Nicht, dass die Zuschauer noch dachten, er sei ein Teilnehmer und bewarfen ihn bei schlechter Darbietung mit den fauligen Tomaten, die heute an jeden ausgeteilt worden waren.

Ein Helfer trat zusammen mit einem seltsam gekleideten Mann zu ihm. Der Mann war von kleiner Gestalt, aber weder Zwerg noch Gnom, dafür war er dann doch zu groß. Er maß wohl etwa einen Meter sechzig und die Tatsache, dass er eine Narrenkappe trug, ließ ihn nicht pompöser erscheinen. Zwei der drei Kappenenden hingen zudem schlapp herunter, das Kostüm in Rot und Grün gehalten wirkte leicht verwaschen und besaß einige Flicken. Der Mann schaute aus wie seine Kleidung: irgendwie mürrisch, trübselig und keineswegs erheiternd. Aber genau dies stellte die Stärke von Brodha dem Unlustigen dar, letzter Turniergegner für Yann, den Schelm.
"Hier ist Brodha, mein Herr", gab der Helfer bekannt und zog sich anschließend zurück. Brodha nickte nur zum Gruße. "Na endlich!", rief der Herold. "Fehlt nur noch der Junge." Wieder steckte er seinen Kopf durch den Vorhang und schaute auf das Publikum herunter. Da entdeckte er Lyrien am Rande der Aufbauten. Sie brachte den kleinen Schelmenjungen mit, welch ein Glück. Irgendwie schien dieser leicht zu schwanken, aber dafür hatte der Herold nun keine Zeit mehr. Eifrig winkte er Lyrien und Yann zu. "Hierher! Hinter die Bühne!", rief er und lotste die beiden nach hinten.

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Zatine Rijf-Sa
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Re: Gauklerwettstreit - Finale

Beitrag von Zatine Rijf-Sa » Montag 2. März 2009, 21:08

[Einstiegspost]

Die Rothaarige drängte sich zwischen den dröhnenden Zuschauern hindurch. Hier ein Stoß, dort ein Rempler, selbst ihre Füßchen litten unter diesen aufgeregten Trampeltieren. Besaßen sie denn keine Augen? Gewiss, Zatine war von keiner allzu ruhmreichen Größe, doch SO klein war die Sarmaerin noch lange nicht. Ein weiterer kräftiger Schubser eines ebenso kräftigen Mannes drängte sie fast zwanghaft in den Menschenstrom zurück. Mitgerissen und nebenbei erwähnt auf höchst unbequeme Weise zwischen den aufgehitzten Körperteilen eingequetscht, rang das junge Eheweib sichtlich um Luft, schien in dem Gewirr aus Menschen nun entgültig unterzugehen.

"V-Verzeihung ... -uarghs- ... Erm ... Entschuldigen Sie - AU! - bitte ... Ich-",

röchelnd streckte Zatine den Arm aus, angelte mit jenem hilflos in der Luft, ehe die Fingerspitzen zögerlich auf einen stabilen Gegenstand trafen. Was genau das Wüstenmädchen nun ertastet hatte, war nicht ganz klar. Vielleicht war es ein Balken, oder ein Stück eines Zaunes, zumindest aber besaß es genug Standhaftigkeit, um Zatine Halt zu gewähren. Hilfesuchend, als würde ein Leben davon abhängen, wurde das Rettungsobjekt nun umklammert. Eisern, gar verbissen kämpfte sie sich aus dem Strom hinaus, umschlang den hölzernen Balken keuchend und atmete durch. Was hat mich nur geritten, als ich mich dazu entschied, Hendrik zu begleiten. Kurz noch verweilte Zatine, erholte sich schwer schluckend und mit trockener Kehle von dem kleinen Schock. Wo war ihr Mann überhaupt?

"Hendrik? ... Heeeeendrik?"

Vielleicht wäre es besser wieder nach Hau- ... Ein einziger Blick auf die nun eintreffenden Menschenmassen genügte. Wer wusste schon, ob sie bei dem Versuch, gegen den Strom zu schwimmen, überhaupt am Leben blieb? Schauer rieselten über ihren Rücken. Allein der Gedanke an die verschwitzten Körper, die Bedrängnis und an all die später folgenden, blauen Flecken, ließ ihr mulmig zumute werden. Nicht, dass sie so übertrieben penibel war, doch auch Zatine kannte Grenzen, wenn es um körperlichen Kontakt zu Fremden ging. Und hetzendes aneinander-Gereibe gehörte - bei Ventha - gewiss nicht dazu.

Nachdem sich der polternde Herzschlag langsam wieder normalisiert und Zatine die Situation im Überblick hatte, kam sie zu dem Schluss, dass sie lieber auf einen passenderen Augenblick wartete, um die Flucht zu ergreifen. Außerdem hatte sie Hendrik scheinbar wirklich aus den Augen verloren. Was bediente er sich auch immer eines so schnellen Schrittes und ließ seine Frau hinter ihm her keuchen? Sah sie etwa so aus wie Jemand, der ebenso große Schritte zustande brachte? Grummelnd löste sich ihr Klammergriff von dem Balken und ein abschätzender Blick wurde über die Umgebung geworfen. Schwer zu verkennen, sie war bei einem Wettstreit gelandet. Zumindest hatte es den Anschein. Zatines Lippen verzogen sich verstimmt, als sie auch nach weiterem Suchen kein altbekanntes Hendrik-Gesicht zu sehen bekam. Oooh! Wenn ich ihn erwische. Lässt mich hier einfach stehen. Und die Rache einer Frau war bekanntlich nicht zu unterschätzen. Mit beachtlich gesenkter Stimmung ließ sich Zatine auf den erstbesten Platz nieder, rückte ihren Ausschnitt zurecht, klopfte sich den Staub von der Hose und verschränkte danach die Arme vor der Brust. Die Blicke auch weiterhin düster nach ihrem Opfer Ausschau haltend und bereit aufzuspringen, sollte Hendrik doch noch auftauchen, versteinerten sich die Züge der jungen Frau und ließen auch die dümmsten Naivlinge unter den Weibsuchenden unmissverständlich zu Verstehen geben, dass Zatine in keinster Weise für einen kleinen Plausch zu haben war.

Wo war sie hier überhaupt gelandet? Kurz wurde der Ärger Beiseite geschoben und machte reiner Verwirrung platz. Was für ein Kampf oder Wettstreit fand hier statt? Scheinbar hatte Zatine jeliche Information darüber verschlafen oder war schlichtweg damit beschäftigt gewesen, sich heil aus der Menge hervorzukämpfen. Da konnte sie nur beten, dass es sich nicht um einen blutrünstigen Kampf handelte ... Was gab es schließlich Schlimmeres, als mitansehen zu müssen, wie sich zwei Männer gegenseitig die Köpfe einschlagen? Andererseits ... Diese Bühne ... Vielleicht wurde hier mit einer anderen Disziplin gekämpft? Doch selbst wenn; Hendrik würde das nicht retten.

"Hrmpf."

Hier war sie also, alleine, und dass, obwohl sie ursprünglich gar nicht mitkommen wollte und Zatines Laune mittlerweile bescheiden nebenbei erwähnt - wenn man es nicht schon aus den vorherigen Wortfloskeln erahnen hat können - Kellerniveau besaß.

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Yann Adamm-Ra
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Re: Gauklerwettstreit - Finale

Beitrag von Yann Adamm-Ra » Montag 2. März 2009, 22:32

Nun war es wohl endlich soweit, der Gauklerwettstreit stand kurz vor dem Beginn und selbst Yann kam noch rechtzeitig dort an.
Lyrien hatte sich bei dem Stand der Gnome geschlagen geben, denn diese waren völlig außer sich, dass sie den horrenden Preis für einen Becher Kaffee selbst mit dem angebotenen Geld des Jungen nicht zahlen konnte. Verzweifelung, aber auch Resignation schien sich in der jungen Frau breit zu machen und so zog sie ihren kleinen Freund am Ärmel seines weiten und bunten Gauklergewandes direkt in Richtung der Arena. Dort, ein wenig Abseits des eigentlichen Eingang würde das Finale stattfinden und genau da musste Yann so schnell wie möglich hin.

So recht bekam er gar nicht mit, was um ihn herum geschah. Er spürte bloß den Zug an seinem Arm und folgte ihm, ja schon fast willenlos.
Vor seinen Augen verschwamm alles, was in etwas weiterer Ferne lag und so konnte der Schelm nur einigermaßen deutlich erkennen, was nahe bei ihm vor sich ging.
"Du wirst das Turnier wohl betrunken bestehen müssen", kam eine seufzende Aussage der Heilerin, während sie bereits an den Aufbauten ankamen.
Er blickte sie mit etwas schielendem Blick an und nickte nur. Ein Wort brachte er kaum aus seiner beschwipsten Kehle heraus und so begnügte er sich einfach damit, seiner Freundin zu verstehen zu geben, dass er etwas verstanden hatte. Ja und das hatte er auch, aber dauerte es erstaunlich lange, bis die Bedeutung der Worte in seinen benebelten Verstand vordrangen.
Eines schwor er sich immer wieder und das schon seit er von dem Schnaps der Männer im Gemeinschaftszelt getrunken hatte:
Niemals wieder so ein Zeug!!
Aber nun war es schon reichlich zuspät und so musste er einfach zusehen, wie er das Finale in seinem derzeitigen Zustand überstehen sollte.

"Ich glaube an dich", meinte Lyrien plötzlich und zwar etwas verzögert, aber doch schließlich doch zeigte sich ein Grinsen auf dem Gesicht des Jungen.

"Keine... Angscht. Isch... pack... desch schooon.", erwiderte Yann auf die aufmunternd gemeinten und zutraulichen Worte seine Freundin.

Er grinste sie an und dann vernahm sein Gehör eine weitere Stimme, eine Stimme, welche über das wilde und aufgeregte Geplapper der sich bereits eingefundenen Zuschauermenge direkt an ihn richtete. Er blickte sich um, denn zunächst nahm er gar nicht recht war, woher man ihn ansprach und schon wollte sich der Gedanke in seinem kleinen Kopf breit machen, dass er sie nur in seinem Verstand wahrgenommen hatte, da zeigte Lyrien auf einen Mann.
Dieser Mann trug ebenfalls bunte Kleidung, ganz wie es einem Narrenkostüm gebührte. Er lugte hinter dem Vorhang hervor, welche noch immer den Ausblick auf die Bühne versperrte. Er winkte und bedeutete ihnen zu ihm nach hinten zu kommen und ein noch breiteres, aber doch irgendwie seltsam aussehendes Grinsen legte sich auf Yanns Gesicht.
"Hihihi...", kicherte er und schon zog ihn Lyrien wieder durch die Menschenmenge hindurch, direkt auf die Aufbauten zu.

Aber anstatt davor stehen zu bleiben, ging sie daran vorbei und bugsierte den Jungen zu einer kleinen Treppe, welche hinter die Bühne führte. Der Schelm wandte sich leicht schwankend an seine Freundin. "Du... feu... feusch... feuerscht misch an, ja Ly... Lyriiieeen?"
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Re: Gauklerwettstreit - Finale

Beitrag von Erzähler » Dienstag 3. März 2009, 16:07

Yann war mehr als betrunken. Er war hackedicht! So lautete jedenfalls Lyriens Überzeugung. Wie sollte ihr kleiner Freund nur einen Gauklerwettstreit bestehen, wenn er kaum sprechen konnte. Einzig zum Torkeln gereichte es scheinbar noch und Yann durfte sich darin wirklich mit einem alten Seemann vergleichen, der seinen Schmerbauch quer über die Docks zur nächsten Hafenkneipe schleppte.
Erneut seufzte sie und zerrte ihn vom Vorhang fort. Ja, er musste auf die Bühne, aber schön von der anderen Seite aus. Der Herold winkte ihnen bereits zu, er wirkte ziemlich aufgelöst. Mit Mühe gelang es Lyrien dann, den absolut nicht nüchternen Schelm zu einer kleinen Treppe hinter der Bühne zu bugsieren. Der Herold kam ihnen mit großen Schritten entgegen.
"Da seid Ihr ja endlich, Yann Adamm-Ra! Ich weiß ja, dass sich gerade Teilnehmer oft durch Unpünktlichkeit auszeichnen, vor allem, wenn sie die letzte Runde am Vortag geschafft haben, aber ... ach ... geht einfach auf die Bühne, in Ordnung?" Er zückte ein gepunktetes Taschentuch und tupfte sich die schweißnasse Stirn. Der arme Mann war bisweilen vollkommen aufgeregt gewesen. Nun konnte er sich erleichtert zurücklehnen und die Schau genießen ... nun fast. "Meine Ansage! Schnell, Yann, auf die Bühne. Und Ihr da, Fräulein, muss ich zu den Zuschauerbänken bitten. Dieser Bereich ist nur für Teilnehmer und Turnierhelfer."
Lyrien starrte den Herold an. Sie sollte Yann jetzt allein lassen, in dieser Lage? "Er ist betrunken", versuchte sie, ihre Anwesenheit zu rechtfertigen. Der Herold jedoch hörte ihr gar nicht erst zu. "Jaja, umso besser. Ein bisschen Mut antrinken, das braucht jeder." Er schnappte Yann kurzerhand am Kragen und schleifte den Jungen hinter sich her. Da dieser sich bei Lyriens Griff schon nicht gewehrt hatte, war es nun ein leichtes, ihn hinter den Vorhang zu bringen. Dort wartete bereits sein Kontrahent. Er schaute nicht gerade glücklich aus. Ob er sich vor Yanns Auftritt fürchtete? Konnte er dem Schelm das Wasser reichen, auch wenn dieser betrunken war? Wie würde das Finale des Gauklerwettstreites ausgehen?

Lyrien trat wieder vor die Bühne. Sie schaute sich suchend nach einem Platz um, möglichst weit vorn. Vielleicht konnte sie durch Zurufe Yann davon abhalten, etwas vollkommen Dummes anzustellen. Die meisten Zuschauerbänke waren schon bis auf den letzten Platz besetzt. Aber da sah sie noch eine enge Nische neben einer jungen Frau.
"Ist der Platz noch frei?", fragte sie Zatine frei heraus und als sich ein Sitznachbar mit einem bestätigenden "Ja, hübsche Frau" einmischte, ließ sich die Heilerin neben Zatine nieder. Sie legte die Hände in ihren Schoß, seufzte und schaute zur Bühne hinauf. "Mein junger Freund tritt gleich auf", erklärte sie, ohne Zatine dabei direkt anzusprechen. "Er ist furchtbar betrunken. Ein Versehen, das sich vorher nicht mehr aus der Welt schaffen ließ. Bei den Göttern, ich hoffe, er übersteht das Finale einigermaßen unbeschadet." Sie faltete nervös die Hände. Dann wurde Lyrien rot und schaute Zatine entschuldigend an. "Tut mir leid, ich habe einfach drauf los geplappert. Das ist sonst nicht meine Art. Ich heiße Lyrien N'ador und bin lichtmagische Heilerin. Entschuldigt nochmals."

Da ging schon die Schau los. Der Herold trat vor den Vorhang. Er hatte sich den restlichen Schweiß aus dem Gesicht gewischt und hob nun die Hände. Unter den Zuschauern wurde es ruhiger, lediglich einige Kinder verlangten rufen nach den "Spaßmachern".
"Ruhe, meine Damen und Herren, bitte Ruhe! Ich bedanke mich für das zahlreiche Erscheinen. Willkommen zum Finale des Gauklerwettstreites! Unsere Finalisten werden ein Spektakel abliefern, wie es Pelgar noch nicht gesehen hat! Begrüßen wir auf der Bühne ... Brodha, den Unlustigen ... und ... Yann Adamm-Ra!!!"
Der Vorhang wurde aufgezogen, der Herol trat an den Bühnenrand und die beiden Teilnehmer erhielten Einblick auf das Publikum. "Bahh, Zuschauer", brummte Brodha missmutig, watschelte nach vorn und glotzte finster aus der Wäsche. Wenn man ihn betrachtete, konnte man schwer den Eindruck gewinnen, auf einem Gauklerwettstreit zu sein. Hätte Brodha kein Harlekinskostüm an - wenn auch schmutzig und verwaschen - so hätte man ihn für einen Trauerkloß erster Klasse halten können. Yann hingegen war immer noch etwas rot um die Nase.

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Zatine Rijf-Sa
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Re: Gauklerwettstreit - Finale

Beitrag von Zatine Rijf-Sa » Dienstag 3. März 2009, 17:13

Zatine überschlug die Beine, wippte taktvoll mit ihrem Fuß, während die Hände in den Schoß gefaltet wurden und ein tiefes Seufzen ihre Lippen verließ. Resigniert wurden die Augen für ein paar Sekunden lang geschlossen. Hendrik wird sich bestimmt wieder antrinken. Bis oben hin wird er zu sein! Ein weiterer Grund, warum sie ihn im Auge behalten hatte wollen. Das würde sich jetzt zwar etwas schwierig gestalten, doch zumindest bekam Zatine nun ihre heiß ersehnte Freizeit wieder.

"Ist der Platz noch frei?"

Zatine öffnete die Augen, sah an einer jungen Frau hinauf und blinzelte kurz etwas verwirrt, ehe sie aus ihrer kleinen Starre erwachte. Doch da kam ihr schon der Sitznachbar zuvor: "Ja, hübsche Frau"

Mit einem entschuldigenden Lächeln auf den Zügen rutschte Zatine etwas zur Seite, machte der jungen Frau Platz. "Verzeihung, ich war mit den Gedanken scheinbar nicht ganz bei der Sache." Zatine fuhr sich durch das rote Haar, räusperte sich leicht und richtete den Blick wieder auf die Bühne.

"Mein junger Freund tritt gleich auf", erklärte die Fremde. Zatine ließ den Blick von der Bühne wieder zu ihr schweifen. "Oh.", begann sie, ein freundliches Lachen im Gesicht, doch bevor Zatine ihre Glückswünsche äußern konnte, fuhr die Andere fort. "Er ist furchtbar betrunken. Ein Versehen, das sich vorher nicht mehr aus der Welt schaffen ließ. Bei den Göttern, ich hoffe, er übersteht das Finale einigermaßen unbeschadet." Ein erneutes "Oh." entwich der Rothaarigen und sie bemerkte die leichte Nervosität in der gespannten Körperhaltung ihres Gegenübers. Zatine neigte den Kopf, tätschelte beschwichtigend den Unterarm von Lyrien - wie sie sich selbst, nach einer Entschuldigung für ihre Redseligkeit, vorstellte. "Natürlich wird Euer Freund es überstehen.", zuversichtlich wurde ein kurzer Blick auf den Vorhang gerichtet, der sich jedoch nach wie vor geschlossen hielt, dann blinzelte sie die Frau wieder aus wissenden Äuglein an und schmunzelte. "Kein Problem.", Zatine wunk ab, wiegte stattdessen interessiert den Kopf. "Sehr erfreut, Lyrien. Ich bin Zatine. Rjif-Sa Zatine.", wie immer wurden ihre Worte von einem recht kantigen Akzent begleitet, den man jedoch nur bei genauerem Hinhören wirklich wahr nahm. "Lichtmagische Heilerin? Interessant-"

Eigentlich hatte die Rothaarige vorgehabt ihre Neugierde über diesen Beruf kundzutun und wenn möglich sogar noch mehr über jenen in Erfahrung zu bringen, aber die dröhnende Stimme des Herolds ließ sie aufhorchen.

"(..) Begrüßen wir auf der Bühne ... Brodha, den Unlustigen ... und ... Yann Adamm-Ra!!!"

Der Herold trottete zum Bühnenrand, der Vorhang wurde aufgerissen und sogleich zwei Personen sichtbar. Abschätzend rümpfte Zatine die Nase, beugte sich vor und begutachtete die Schelmen mit zusammengekniffenen Augen. "Sagt, Lyrien, ist das -", sie deutete mit einem Nicken in Richtung Yann, "- euer Freund?"

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Re: Gauklerwettstreit - Finale

Beitrag von fremde Frau » Mittwoch 4. März 2009, 14:43

Zainte formte mehr als einmal den Mund oval und ließ ein monotones "Oh" erklingen. Anscheinend hatte sie da etwas missverstanden. Yann war Lyriens Freund, aber nicht liebesbezüglich. Sie sah den Schelm ohnehin mehr wie einen kleinen, tölpelhaften, aber stets spaßig aufgelegten Bruder an. Ein Freund eben, aber nicht ein derartiger Freund.
Vielleicht hätte Lyrien das sagen sollen, dann wäre Zatine weniger erstaunt gewesen, wenngleich sie es sich so nicht anmerken ließ. Sie lächelte weiterhin freundlich.
Außerdem tätschelte sie jetzt Lyriens Unterarm. Anschließend stellte sie sich vor. Ihr Name war also Zatine. Den Rest hatte Lyrien kaum verstanden. "Euer Name klingt keineswegs pelgarisch. Ihr seid nicht von hier, oder?" Sie ließ ihren Blick kurz über die Menge schweifen. "Es sind viele Celcianer aus anderen Städten angereist, extra, um das Turnier zu sehen. Hier herrscht eine solche Kultur- und Rassenvielfalt wie ich es Pelgar niemals zugetraut hätte. Man merkt, dass der alte Kommandant die Stadt nicht mehr im Namen des Hohen Rates leitet. Ich kann sogar einen Nachtelfen dort hinten entdecken und zwei Goblins!"

Ja, es hatte sich wirklich einiges geändert. Endlich versuchte Pelgar, seine Feindlichkeit gegenüber dem dunklen Volk niederzulegen - zumindest gegenüber jenen, die bereit waren, in Harmonie und Frieden zu leben. Kurz erinnerte sich Lyrien an eine nachtelfische Freundin namens Eáránë, die sie hatte kennenlernen dürfen. Ob diese sich noch immer in Pelgar aufhielt oder war sie weitergezogen?
Lyrien blieb keine Zeit mehr, in Erinnerungen zu schwelgen. Das Finale des Gauklerwettstreites begann und sie hatte versprochen, Yann anzufeuern. Oh, wie betrunken er immer noch aussah, kaum dass der Vorhang zur Seite geschoben worden war!

"Sagt, Lyrien, ist das - Euer Freund?" Lyrien schaute kurz Zatine an. Sie hat einzigartige Augen ... , dachte die lichtmagische Heilerin und schaute für einen Moment nur benommen. Dann jedoch fiel diese Starre von ihr und sie nickte lächelnd. "Ja, er ist ein sehr guter Freund, richtig zum Knuddeln. Und lustig kann er sein, ich muss so oft über seine Streiche und Späßchen lachen. Ach, ich hoffe, er gewinnt den Wettstreit." Sie drückte Yann unterbewusst sofort die Daumen, bis die Fingerknochen weiß hervortraten.

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Yann Adamm-Ra
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Re: Gauklerwettstreit - Finale

Beitrag von Yann Adamm-Ra » Freitag 6. März 2009, 07:29

Nachdem der Herold Lyrien wieder von hinter der Bühne verbannt hatte, stand der junge Schelm nun fast ganz allein in seinem derzeitigen Zustand da und schien nicht wirklich zu begreifen was jetzt auf ihn zukommen würde. Er war am Kragen gepackt und von dem Schiedsrichter direkt hinter den Vorhang gezerrt worden. Dort befand er sich nun, zusammen mit seinem Kontrahenten, Broda dem Unlustigen. Allein schon bei dessen Anblick, konnte Yann sich ein leichtes Grinsen nicht verkneifen. Sein Gegner sah irgendwie sehr verwahrlost aus, seine Kleidung wirkte zerschlissen und bei weitem nicht so bunt und harlekinmäßig, wie es das des Jungen tat. Mit der mürrischen Art, welche Broda an den Tag legte, sah er für Yann sogar noch komischer aus.

Nun war es jedoch soweit. Der Herold war vor den Vorhang getreten und begann bereits die beiden anzukündigen. Zuerst der Miesepeter, welcher aus sogleich durch die Öffnung im Stoff des Vorhangs trat und schon wurde auch der Name des Jungen der wartenden Zuschauermenge präsentiert. So richtig nahm er es nicht wahr, hörte nur die Worte, verband mit ihnen auch, dass er gemeint war, aber irgenwie schien er nicht ganz zu wissen, was er jetzt tun sollte. Dabei war es doch eigentlich so einfach, würde er sich einfach nur an seinem Opponenten orientieren.
Es dauerte eine ganze Weile, bis er endlich begriff und sofort Broda folgen wollte. Jedoch schien sich dies nicht als so einfach zu gestalten, wie es eigentlich hätte sein sollen. Er griff mit seinen Händen in den Vorhang und suchte mit seinem verschwommenen Blick jene Öffnung, welche sein Gegen er bereits benutzt hatte, fand sie jedoch nicht.

"Mischt!", meinte er und schien die nächstmögliche, aber auch etwas umständlichere Variante zu wählen endlich vor den Vorhang zu treten.

Er packte einfach den Saum, welche leicht auf dem Holzboden auflag und riss diesen Empor, sodass der Stoff nach oben flog. Leicht wankend fand er sein Gleichgewicht wieder und torkelte etwas benebelt und mit rot leuchtender Nase neben seinen Kontrahenten.
Noch bevor es richtig mit dieser Runde und somit dem großen Finale im Gauklerwettstreit los ging, suchte der verschwommene Blick des Jungen die Zuschauer, so gut es eben ging, nach seiner Freundin ab, fand sie jedoch zunächst nicht und so musste er sich allein auf das einstellen, was nun von ihm gefordert war – die Menge zu amüsieren und zu erheitern. Er schloss kurz die Augen, wollte versuchen sich noch ein letztes mal zu sammeln, aber dabei schwankte er einfach nur noch mehr und sein Gleichgewichtssinn schien ihn mehr und mehr zu verlassen, zumindest solange er die Augen schlossen hielt.
Als er sie wieder öffnete war sein Blick für ein oder zwei Sekunden wieder schärfer und da entdeckte er Lyrien. Sie saß gar nicht allzu weit entfernt, in einer der ersten Reihen und schien ihn aufmerksam zu beobachten.
Neben ihr befand sich eine weitere Frau, welche regelrecht mit ihrem Aussehen aus der Menge heraus stach. Ihre Haut war bei weitem nicht so hell und weiß, wie bei dem Großteil, welcher sich hier versammelt hatte.

Yann hatte allerdings jetzt nicht die Zeit, weiter seine Freundin und die eigentümliche Frau neben ihr zu beobachten, denn zum einen verschwamm sein Blick von neuem leicht und zum anderen war es nun wirklich an der Zeit, dass er mit seine Vorstellung begann.
Er lachte der Menschenmenge entgegen und hob seine Hände zum Gruß über den Kopf. In der Lage zu sprechen war er momentan nicht, aber das musste er auch nicht. Irgendwie waren die Eindrücke, welche gerade auf den jungen Schelm eindrangen, atemberaubend, auch wenn er betrunken war. Es dauerte eben einfach nur etwas länger, bis er verstand was dies alles bedeutete. Nun stand er, die Menge grüßend da, und schien zu warten, was sein Gegner, Broda, tun würde.
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Re: Gauklerwettstreit - Finale

Beitrag von Erzähler » Samstag 7. März 2009, 16:42

"Jetzt geht es los", hauchte Lyrien und schaute gebannt zur Bühne. Yann machte noch immer keinen sehr nüchternen Eindruck. Die Heilerin entschloss sich, ihn nach dem Finale sofort ins Lazarett zu bringen. Er musste sich ausruhen und seinen Rausch ausschlafen. Doch jetzt konnte sie ihn ja schlecht einfach von der Bühne wegholen!

Yann ließ sich noch Zeit. Er winkte lediglich in die Menge und grinste wie es nur ein Betrunkener konnte: dümmlich, aber glücklich. Sein Kontrahent, Brodha, verzog hingegen keine Miene. Seine Mundwinkel hingen schlaff nach unten, er machte einen mehr als trostlosen Eindruck. Wie konnte jemand wie er andere zum Lachen bringen?
Dies würde sich gleich zeigen, denn Brodha trat nun vor, bis fast an den Bühnenrand heran. Er blickte in die Menge. Das Publikum war ganz ruhig. Alle schienen gespannt und erwartungsvoll. Lyrien biss sich auf die Unterlippe. Sie konnte es kaum noch aushalten.
Da begann Brodha zu erzählen: "Letzte Woche war ich in Andunie. Da hab ich ein Mädchen getroffen. Dapfne. DaPP...fne!" Er sprach den Namen so komisch aus und das mit einer monotonen Ernsthaftigkeit, dass die Leute bereits kicherten. "Naja, sie war nicht sonderlich hübsch. Hakennase, schiefe Beine und einen krummen Rücken. Aber sie meinte zu mir: Komm schon, Brodha, was Besseres kriegen wir beide nicht ab. Nun ich vielleicht, aber für dich ist es die letzte Chance!"
Das Publikum klatschte, einige lachten. Brodha popelte einen kleinen Schmalzkrümel aus seinem Ohr und schnickte ihn weg. "Wir waren Essen in einer Hafenkneipe. Es gab Fischzusammengewürfeltes. Das Zeug war so hässlich, dass ich später nicht mehr wusste, ob ich Dapfne gegessen hatte und mit dem Tintenfisch aus war oder umgekehrt."
Nund jauchzte das Publikum. Brodha, der Unlustige, hatte sie auf seiner Seite. Er schien zufrieden, jedenfalls zuckte einer seiner Mundwinkel.
"Dann war da noch die Sache mit ihren Zähnen. Ich sagte, die sehen aus wie Sterne. So gelb und sooooo weit auseinander." Er holte sich einen Lacher nach dem anderen. Lyrien schaute fast schon verzweifelt zu Yann herüber, der bisher nicht einmal reagiert hatte. "Komm schon. YANN!", rief sie anfeuernd und stand auf, ungeachtet dessen, was Zatine oder andere Zuschauer sagen würden.

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Re: Gauklerwettstreit - Finale

Beitrag von Yann Adamm-Ra » Mittwoch 18. März 2009, 07:42

Noch immer mit einem fetten Grinsen auf dem Gesicht stand der junge Schelm neben seinem Kontrahenten und reagierte nicht. Er hatte die Menschenmenge mit seinen gehobenen Armen gegrüßt und nun schien es den Anschein zu haben, dass er nicht mehr weiter wusste. Während Yann dermaßen zögerte, begann Broda mit seinem Programm und schaffte es sogar sich einen Lacher nach dem Anderen zu holen. Es war eigenartig, aber irgendwie schaffte es der grimmig dreinblickende Mann mit seinen Worte das Publikum auf seine Seite zu ziehen und so baute er sich einen Vorsprung auf, welchen der Junge kaum noch einholen konnte – vor allem in seinem derzeitigen Zustand.
Er war wie in Trace. Obwohl eine jubelnde Menschenmenge ihn für gewöhnlich antreibend war, so schien diesmal der Alkohol die Oberhand zu gewinnen. Jedenfalls bewegte er sich wie ein Volltrunkener, auch wenn er nur einmal einen kleinen Schluck aus der Feldflasche des Gastes im Gemeinschaftszelt zu sich genommen hatte. Yann verkraftete wohl gar keinen Fusel.

"Komm schon. YANN!", drang plötzlich eine Stimme deutlich aus dem Lachen und Klatschen des restlichen Publikums hervor und sofort konnte er seine Freundin Lyrien erkennen.

Diese hatte sich von ihrem Sitz erhoben und feuerte den jungen Schelm lautstark an. Ja, sie glaubte an ihn und nach wenigen Augenblicken realisierte er dies auch.
Jetzt... wird... es... aber... höchste Zeicht!, schoss ein Gedanke durch den Kopf des Jungen und so legte er einfach los.

Yann stellte sich direkt neben Broda, trat einen Schritt zurück, sodass er zwar noch neben ihm, aber auch etwas hinter ihm stand. Dann vollführte er ein paar schwankende Bewegungen mit seinen Armen und blickte so konzentriert, wie es eben in seinem Zustand ging, auf die Stelle hinter seinem Opponenten. In seinem kleinen Hirn, marterte er sich eine Vorstellung ab, welche das Publikum wohl hoffentlich auf seine Seite bringen würde.
Noch immer wandte er seinen Blick nicht von der Stelle ab und langsam begann die Luft zu flirren. Zunächst war nicht zu erkennen, ob es vielleicht an dem herab rieselnden Regen lag, aber es wurde immer stärker und allmählich entstand ein Bild. Es formte sich aus dem Nichts und man konnte nur einen schemenhaften Schatten erkennen, jedoch wurde es immer deutlicher und nach einer kleinen weiteren Weile stand dort plötzlich ein Doppelgänger des griesgrämigen Broda, dem Unlustigen.

Der Schelm wandte seinen Blick nun von seiner Illusion ab und den Zuschauern zu. Wie eine Assistentin eines Scharlatans zeigte er in einer ausladenden Geste auf das erschaffene Bild und begann, noch immer leicht schwankend, um ihn herum zu tanzen.
Die Illusion fing an es ihm gleich zu tun und sprang zunächst ein paar mal auf und ab, wobei ihm die Narrenkappe etwas verrutschte. Dann gingen sowohl der zweite Broda, als auch Yann umeinander im Kreis und der Junge machte ein verdutztes Gesicht. Er wirkte erstaunt und belustigt, trotz seines Alkoholspiegels. Hin und wieder stolperte er leicht, schaffte es aber immer auf den Beinen zu bleiben. Gekonnt ignorierte er seinen wahren Gegner und schließlich blieb er, mit dem Gesicht zur Menschenmenge, stehen und deutete erneut auf den Doppelgänger.
Broda-Nummer-Zwei grinste breit und dies musste seinem Gesicht wohl einen dermaßen untypischen Ausdruck verleihen, dass Yann nicht anders konnte als selbst einen Moment über diesen Anblick zu lachen. Dann machte das Bild ein paar Grimassen, er steckte sich seine Zeigefinger in den Mund und zog die Lippen auseinander, wobei er seine Augen verdrehte und dann hüpfte er mit den Händen unter den Achseln wie ein Huhn auf der Bühne herum und scharrte mit seinen Füßen.

Was die Menschenmenge wohl kaum bemerkte war, dass der Doppelgänger nicht einen Ton von sich gab. Ja, selbst Yann nahm dies nicht wirklich wahr, denn er hatte erneut damit begonnen vor und hinter der Illusion hin und her zu tanzen, zu springen und soweit es sein Zustand zuließ akrobatische Kunststückchen zu vollbringen. Zumindest versuchte er es und schaffte sogar einen Radschlag, allerdings war der Schwung beim auf die Beine kommen so gewaltig, dass er beinahe vornüber gefallen wäre.
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Re: Gauklerwettstreit - Finale

Beitrag von Erzähler » Mittwoch 18. März 2009, 16:33

Das Publikum amüsierte sich prächtig. Bedauerlicherweise lachten die Zuschauer aber über Brodha den Unlustigen und nicht über Yann, denn der kleine Schelm zeigte sich bisher nicht gerade lebhaft. Er stand nur da, hatte nach seinem Auftreten gerade einmal nur winken können und machte sonst keinerlei Anstalten, eine witzige Bühnendemonstration vorzuführen.
Erst als Lyrien sich von ihrem Platz erhob und begann, Yann mit festem Glauben an ihn anzufeuern, regte sich etwas in dem Schelm. Seine Gedanken drangen durch das von Alkohol benebelte Hirn hindurch und gaben ihm einen Ruck. So sprang er an Brodhas Seite, bis er schräg hinter diesem stand und vollführte seinen ersten Schelmenzauber in der finalen Runde des Gauklerwettstreites.
Er schuf einen Doppelgänger von Brodha.
Das Publikum schaute verdutzt und selbst der Unlustige unterbrach sein bislang weiter vorgetragenes Programm, um seinem zweiten Ich entgegenzuglotzen wie ein Fisch auf dem Trockenen. "Das bin ja ich!", brachte er dann allerdings hervor, zeigte auf Brodha-den-Zweiten und erntete so noch einige Lacher von den Zuschauern.
Doch Yann hatte erst angefangen. Er tanzte stolpernd und hampelnd um den zweiten Brodha herum, bis dieser es ihm wie ein Schatten gleich tat. Die Zuschauer klatschten Beifall. Brodha war in Pelgar in einigen der kleineren Kneipen bekannt. Dort trat er mit seinem von Sarkasmus und trübseligem Humor gespicktem Programm auf und brachte die Stammgäste wenigstens zum Schmunzeln. Seinen Beinamen hatte er nicht umsonst erhalten, doch die Unlust des pessimistischen Gauklers war derart komisch, dass man schon wieder über ihn lachen konnte. Das war Brodhas geheimer Erfolg, der ihn in Pelgar bekannt gemacht hatte. Wie seltsam war es demnach nun für die Bürger der Haupstadt, einen fröhlich aufgelegten, tanzenden und lachenden Brodha zu sehen. Auch wenn er nur eine magische Illusion war, er trieb Lachtränchen in die Augen des Publikums.

"Du bist viel witziger, wenn du grinst!", riefen die Leute dem Gaukler zu, denn ihnen gefiel der fröhliche Brodha besser.
"Lach doch mal, lach doch mal!"
"Tanz mit!" - "Achwas, von der Bühne mit ihm! Der Bengel macht Spaß für Zwei!"
Mit einem Mal waren alle auf Yanns Seite. Sie klatschten und lachten heiter, freuten sich daran, wie er den illusionären Brodha nun wie ein Huhn tanzen ließ. Die Stimmung erreichte Punkte fernab von Brodhas Niveau. Doch der wollte sich noch nicht in den Hintergrund spielen lassen. Er schob sich einfach vor seinen falschen "Zwilling" und tönte über die Bühne: "Davon lasst ihr euch zum Lachen bringen? Albernes Gehampel, nichts für den Geist?" Er seufzte theatralisch. "Ich hab's gewusst, ich hätte nicht antreten sollen. Meine Oma meine schon, warum ich überhaupt hierher komme. Mit so einem langen Gesicht wie meinem fänden mich nur die Pferde attraktiv."
Die Zuschauer beendeten teilweise ihr Geklatsche. Sie lauschten Brodha, der wieder zu erzählen begann.
"Außerdem musste ich vorher noch zum Schneider gehen. In meiner Hose war nämlich ein gigantisches Loch - es gab am Mittag zuvor jede Menge Bohnen!" Einige schmunzelten. "Ich esse ja gern Bohnen, die müssen nämlich schön groß sein. Ihr wisst ja: Jedes Böhncen gibt ein Tönchen, jede Bohne 'ne Kanone! Und ich wollte schon immer beim Militär arbeiten." Nun lachten einige, die Brodha wieder für sich gewann. Er begann, Kalauer und flache Witze übers Militär und vor allem die pelgarischen Patrouillen zu reißen. Das Publikum lachte nun immer herzlicher.

"Yann! Mach was!", rief Lyrien dem Schelm zu. Sie fürchtete schon, er würde die Gunst der Zuschauer verlieren. Diese achteten nämlich nun kaum mehr auf den falschen, tanzenden Brodha, sondern lauschten freudig erregt den Worten des wirklich Unlustigen.

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Re: Gauklerwettstreit - Finale

Beitrag von Yann Adamm-Ra » Sonntag 5. April 2009, 14:51

Mit einem Mal hatte Yann es geschafft, sich die Aufmerksamkeit des Publikums zu sichern. Dies hatte er vollbracht, indem einen illusionären Doppelgänger von seinem Opponenten erschaffen und ihn dann völlig gegensätzlich zu dem Original fröhlich und bewegungsfroh gestaltet hatte. Sie tanzten eine kleine Weile und der Schelm schaffte es sogar ein paar kleine akrobatische Kunststückchen zu vollbringen. Der Höhepunkt diesbezüglich war ein Radschlag, welchen er von weiter hinten auf der Bühne nach vor vollzog. Jedoch war der Schwung beim Wieder-auf-die-Beine-kommen so gewaltig, dass er zwar auf den Beinen stand, aber doch fast vorn über kippte.
Brodha unterdessen hatte versucht sich vor seinen Doppelgänger zu stellen und die Leute wieder auf seine Seite zu ziehen, indem er einfach weiter seine sarkastischen Witze erzählte. Bei einigen, oder waren es doch viele, hatte er erneuten Erfolg damit. Sie wandten sich ihm wieder zu und lauschten seinen Erzählungen.

Yann stand nun wieder da, hatte sein Gleichgewicht wieder gefunden und musste zunächst einmal die Lage sondieren. Er sah in die Zuschauermenge, bemerkte dass ein Teil der Anwesenden, nicht ihn, sondern seinen Gegner betrachteten. Diesem Blick folgte er und landete schließlich bei Brodha. Ein paar Sekunden lang blieb sein Blick auf den Mann gerichtet, dann drang erneut eine Stimme an seine Ohren.
"Yann! Mach was!", waren die Worte seiner Freundin und augenblicklich schien sie eine Wirkung bei dem Jungen zu erzielen.
Er hatte die Worte seines Opponenten vernommen, hatte verstanden, dass er Kalauer und Witzchen über das Militär und ganz besonders über die pelagrischen Wachen von sich gab und da kam ihm eine Idee. Er blickte zu seinem erschaffenen Trugbild, zwinkerte ihm zu und dachte ganz fest an einen Soldaten aus Pelgar, welchen Yann beim Brand der Schenke "Zum Pony" gesehen hatte. Augenblicklich begann das Erscheinungsbild des zweiten Brodha zu verschwimmen und flackerte kurz auf. Es wurde unscharf, aber bevor es gänzlich verschwand, wechselte es die Farbe und wurde wieder schärfer, bis man einen Wachposten aus der Hauptstadt Celcias erkennen konnte.

Der Junge gesellte sich zu seiner neuen Illusion und winkte dem Publikum zu. Er befand sich nun weiter hinten auf der Bühne, aber doch noch so, dass die Zuschauer ihn und den angeblichen Soldaten gut erkennen konnten. Nun begann er den Witzchen und den Erzählungen Brodhas etwas Leben einzuhauchen, denn nachdem ihm ein paar Zuschauen deutlich ansahen, startete er mit seinem nächsten Bühnenteil. Er und der Illusions-Wachmann legten damit los die Geschichten des Opponenten auf lustige und komische Weise, teilweise auch völlig übertrieben, nachzuspielen.
So zum Beispiel berichtete der Unlustige über die Auswirkungen von Bohnen und dass er doch gern beim Militär arbeiten wollte. Yann und der Soldat stellten die Szene dementsprechend nach. Vor dem Wächter erschien ein kleiner Teller mit Löffel, worin sich Bohnensuppe befand und dieser aß die Mahlzeit mit Genuss. Als er damit fertig war, verschwand der Teller wieder und die Illusion wandte sich mit einer seltsam verzerrten, aber doch lustigen Grimasse zum Publikum. Er hielt sich seinen Bauch, begann ihn zu reiben. Dann beugte er seinen Oberkörper etwas nach vorn und Yann gab ein gewaltiges, fast echt klingendes Furzgeräusch von sich. Aus dem Hintern des Soldaten brach eine Kanonenkugel hervor und flog direkt hinter den hinteren Vorhang, wo sie wieder verschwand. Der Wächter stellte sich wieder gerade hin, drehte sich um und zeigte dem Publikum ein gewaltiges Loch in seiner Hose. Danach wandte er sich wieder um und Yann legte seine Aufmerksamkeit auf Brodha.
Kurz klatschte er sachte in die Hände und dessen Narrenkappe wurde plötzlich durchsichtig, bis sie vollends verschwunden war. Der Junge lief in einer Acht-Form einmal um seinen Opponenten und die Illusion, bis er auf der linken Seiten neben dem Trugbild stehen blieb und auf dem Kopf des Wächters plötzlich die angebliche Kopfbedeckung des Unlustigen erschien. In Wahrheit hielt er die echte Mütze hinter seinem Rücken versteckt, denn wie konnte schon ein realer Gegenstand auf einer Illusion wahrhaftig halt finden.

Beide verneigten sich vor den Zuschauern und dann trat der Junge zu seinem Gegner vor, blieb bei ihm stehen, löste den Illisuionszauber, sodass der pelgarische Wachmann mitsamt der angeblichen Mütze verschwand, und reichte etwas seinem Gegner, wobei er ihm tief in die Augen schaute. Anstelle der eigentlichen Narrenkappe erblickte Brodha nun eine kleine Sahnetorte, welche Yann neulich auf dem Marktplatz bei dem Bäcker gesehen hatte.

"Hier für dich.", meinte er mit einem schelmischen Grinsen auf den Lippen und zwinkerte belustigt dem Publikum zu. "Lass sie dir richtig gut schmecken."
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Re: Gauklerwettstreit - Finale

Beitrag von Tahmo » Montag 6. April 2009, 12:02

Tahmo kommt von: Ein Bote erscheint


Zelte, Zelte, Leute und Zelte. Das war das allgegenwärtige Landschaftsbild von Tahmos und Faros näherer Umgebung. Beide troteten einen drei man breiten und ziemlich ausgelaufenen sowie von unterschiedlichen Zeltwänden gesäumten Weg entlang. Sofern man diesen halbmatschigen Untergrund überhaupt Weg nennen konnte, denn dadurch das hier täglich tausende von Leuten entlangliefen war er in dementsprechendem Zustand. Aber immerhin regnete es inzwischen nicht mehr, obwohl Tahmo das sicherlich nun lieber gewesen wäre. Denn bei Regen wäre ihm unter dieser dicken Wollrobe nicht ganz so warm geworden. Stattdessen schickte die Sonne ihre vereinzelten Strahlen wie gelbe Lichtbahnen durch den trüben, grauen Himmel hinunter auf den noch vom Regen feuchten Boden. Und hinunter auf den in zwei Kleidungsschichten steckenden Tahmo.
Bin ich froh, wenn ich hier wieder draussen bin.

Aber es half alles nichts, er musste diese Gauklerrin finden, welche ihm den Eselskopf verpasst hatte. Vorsichtig lugten seine Blicke unter der großen Kaputze seiner weit ausfallenden Verkleidung hervor. Er sah Leute wie sie Sachen die vor dem Regen in Sicherheit gebracht worden waren, wieder aus den Zelten hinau trugen und an den Wegesrand stellten. Das schlechte Wetter hatte wohl die seelige Betriebsamkeit hier gestört und unterbrochen, aber nun kehrte sie allgemein wieder zurück. Es schien, das auf dem Weg auf welchem sich Tahmo und Faro befanden, sowie den ganzen schmalen Seitenwegen zwischen den einzelnen Zelten hindurch, eifrig Handel betrieben wurde. Tahmo sah Kisten mit exotischen Früchten in unterschiedlichen Farben und Formen. Zu gerne hätte er eine probiert...
Die sind sicherlich ziemlich saftig... man habe ich Durst Seine trockene Zunge klebte ihm inzwischen schon fast am Gaumen fest und wo er gerade vom Regen getrocknet war, schwitzte er nun langsam so sehr das er fast wieder nass wurde.
Hoffentlich finde ich diese Gauklerin bald Er murrte leise unter der breiten Kaputze. Und wehe die macht das... Ding... nicht wieder weg.
Wippend wog er seinen verzierten Stab in der rechten Hand, als er von der Ferne her leises gejubel und Gelächter hörte. Eselsohren waren wirklich praktisch, man hörte die Dinge so viel besser. Aber dennoch, er wollte seine alten Ohren zurück... sie passten einfach besser zu ihm. Genau wie sein allgemeines, altes Aussehen.
Tahmo hob den Kopf ein wenig an, um über die Zeltspitzen und Dächer hinweg zu sehen. Am Horizont, vier Zeltreihen weiter, sah er große Stangen an welchen bunte Fahnen wehten. Das muss die Arena sein. Und da ich die Gauklerrin bisher nicht gesehn habe... muss sie dort sein.
Rote, gelbe, weisse, Grüne Zeltwände zogen langsam an Ihm vorbei. Mal von größeren, mal von kleineren Zelten. Vereinzelt blickten ihn Leute an und schienen sich wohl zu wundern wer die verhüllte Gestallt war. Tahmo hoffte nur das niemand auf die Idee kahm ihn plötzlich anzusprechen, das wäre komisch gewesen. Sehr sogar. Aber er hatte Glück, die Leute sprachen wohl nur ungern irgendwelche fremden und derart verhüllten Personen an, welche auf einem mit Matsch verdrecktem Pony ritten.

Je weiter er ritt, desto mehr wurde von der Arena sichtbar. Erst der obere Teil der Mauer, dann langsam die Mauer selbst, welche von hohen Torbögen durchsetzt war und den Rand der großen Arena darstellte.
Die Zeltreihen lichteten sich allmählich, anscheinend durfte man nur bis zu einem gewissen Abstand zur Arena seine Zelte aufschlagen. Was sicherlich keine unsinnige Sache war, denn auf dem Platz vor und um die runde Arena herum, hatten sich tausende von Menschen versammelt.
Faro blieb langsam stehen und Tahmo staunte nicht schlecht unter seiner Robe hervor. So viele Leute hatte er nun doch noch nicht gesehen und alle auch noch auf einem Haufen. Viele reckten und streckten ihre Köpfe, als ob sie dadurch besser über die vor ihnen stehenden Leute hinweg sehen könnten. Anscheinend wollte es hier niemand verpassen dabei zu sein, Tahmo konnte durch die erhöhte Position auf Faros Rücken jedoch problemlos über die Reihen hinweg gucken sodass er die kleine Tribühne ganz vorne entdeckte. Jedoch nicht wer auf der Tribühne war.
Tahmo schluckte, er und Faro standen hinter der hintersten Reihe der draussen gebliebenen Zuschauer.
Wie soll ich denn da durch kommen? Seufzte er innerlich, während durch seinen Eselkopf die Gedanken huschten. Aber etwas wirklich praktisches um dort hindurch zu kommen viel ihm auch nicht ein.
Seine langen Ohren fingen einige Wortfetzen der Leute ein, welche sich in der hinteren und vorletzten Reihe angeregt unterhielten.
Er hörte Worte wie "Yann", "Brodha", "Finale" und "Gaukler". Durchsetzt von den "Ahs" und "Ohs" sowie dem jubelnden Gelächter aus dem inneren der Arena.

Ich bin tatsächlich richtig, hier sind die Gaukler... hmmm... Brodha, das klingt nach einem Mann. Und Yann? ist das nun ein Männer oder Frauenname?
Er stellte sich die Dunkelelfe in der roten Gewandung, mit der Narrenkappe und den Gauklerschuhen vor. Mit dem bösartigen Gesicht sowie dem Bild der schwarzen Rose auf der Stirn vor und gab ihr im Geiste den Namen 'Yann'.
Passt nich so ganz... aber ganz unpassend isses auch nicht.
Er musste nachsehen. Vor allem, da er nun wusste das dort vorne Gaukler waren kahm er onehin nicht drum herum hinzugehen und nachzusehen.
Wenn er schon nicht die Dunkelelfe fand, vielleicht konnte ihm dann ein Anderer Gaukler helfen?
Tahmo beugte sich auf Faros Rücken nach vorne und flüsterte ihm etwas in seine aufmerksam zuckenden Ohren. Wobei er tunlichst aufpasste das niemand den seltsamen Unterton in seiner Stimme bemerkte, aber die Leute waren eh zu abgelenkt.
Er setzte sich wieder auf und streckte den Rücken durch. Er versuchte eine Erhabene und bedeutungsvolle Pose einzunehmen, den Stab hielt er gerade neben sich.
Tahmos Plan war es, einfach auf Faro durch die Menge hindurch zu schreiten. Vielleicht würden ihn manche ja für eine wichtige Persönlichkeit halten? Immerhin schritt nicht einfach so einmal jemand in einer weiten Robe die ihn völlig verdeckte, sowie einem verzierten Stab und auf einem Pferd sitzend durch eine Menschenmenge.

Er hoffte das er gut hindurch kam, ansonsten würde Faro die Leute mit seinem massigen Ponykörper einfach zur Seite drücken. Nun zahlte sich die Gefräßigkeit seines vierbeinigen Freundes einmal aus. Langsam setzte sich Faro in Bewegung und suchte sich eine Lücke zwischen den Leuten um sich dort hindurch zu drücken. Manche wurden einfach beiseite geschoben, andere drängten sich weg, manche schimpften empört und andere guckten einfach nur doof.
Es ging langsam vorran, aber immerhin kam er vorwärts.
Ein leichtes Gedränge und Geschiebe entstand, wobei Tahmo hoffte das Faro ruhig genug bleiben würde um nicht bei den ganzen Leuten plötzlich zu scheuen.
Denn dazu, wäre zu wenig Platz gewesen. Aber er vertraute schlichtweg auf das gemütliche Gemüt seines Freundes.
Hier und dort stubste Tahmo mit seinem Stab vorsichtig ein paar Leute zur Seite, was ihm empörte Blicke verschaffte.
Er schluckte angespannt, hoffentlich war er hier bald aus der Menge draußen...
Zum Glück bin ich auf Faro sitzen geblieben und nicht abgestiegen

Allmählich schob sich die mit Torbögen besetzte Mauer den Beiden entgegen, während Tahmo seinen Freund in einem kleinen Bogen um die Bühne herum lenkte, um nicht genau davor sondern eher Seitlich davon bei den Torbögen aufzutauchen. Bald hatten sie es geschafft... gleich... noch ein kleines Stück... und..
Ahh! Endlich draußen! Tahmo wollte schon laut und erleichtert aufjubeln, besann sich aber im letzten Moment noch der Tatsache das dies sicherlich keine gute Idee war und freute sich somit schweigend innerlich, während er Faro lobend den Hals tätschelte. Man konnte fast meinen, das dass Pony fröhlich und stolz grinste.
Tahmo und Faro hielten an einem Torbogen an und der junge Abenteurer rutschte vom Rücken seines Freundes, auf den Boden hinab.
Er wankte kurz, seine Beine fühlten sich weich an und sein Blick war ein wenig schwindlig. Der mangelnde Schlaf, das wenige Essen, der Stress, die Hitze welche durch seine Kleidung, der Robe und dem trockenen Schlamm sich um ihn staute, machten ihm ganz schön zu schaffen. Sein Rücken, seine Stirn sowie unter seinen Arm war er inzwischen feucht vor Schweiß. Faro sah aber auch nicht wirklich besser aus, er wirkte ebenfalls müde und hatte nicht weniger Schlammspritzer auf seinem braunen Ponyfell als Tahmo auf seiner Haut und seiner Kleidung.
Der junge Abenteurer beugte sich zu seinem Pferdefreund und flüsterte leise:
"Ich beeil mich Faro, warte hier. Stell dich am besten unter die Bögn da, dort ist Schatten und es ist kühl."
Tahmo umarmte den bulligen Pony Kopf seines Freundes kurz, ehe er sich abwandte und durch die Bögen hindurch Schritt. Er folgte dem Bogengang eine Weile, zu seiner Linken befand sich die Menge der Leute welche auf die Tribühne, ebenfalls zu seiner Linken, starrten. Rechts war die Mauer der Arena, einzelne Türen und Gänge führten dort in das Innere hinein. Zu gerne hätte Tahmo sich dort umgesehen, aber er musste hier bleiben.

Er blieb bei einer verzierten Steinsäule stehen, sodass er sich nun seitlich von der Tribühne im kühlen Bogengang befand. Er streckte sich ein wenig, um die beiden Akteure auf der Bühne sehen zu können. Und, ahja. Dort standen sie auch und führten ihre Kunststückchen vor der staunenden Menge vor.
Tahmo grinste innerlich mit, während er nun die beiden Gaukler musterte.
Der eine sah garnicht wie ein Gaukler aus. Ein mürrischer kleiner Mann, welcher eher nach irgendwas anderem als einem lustigen Gaukler aussah.
Der daneben wirkte aber schon mehr wie ein Gaukler. Tahmo lehnte sich an den steinernen Pfosten des Torbogens und blieb im kühlen Schatten stehen.
Er musterte die schmächtige Gestallt dort vorne. Sie trug knallbunte Gewänder, sprang herum und hatte einen rötlichen Haarschopf.
Tahmo musste blinzeln.
Ist das die Dunkelelfe? Nein... die hatte eine Mütze auf.
Tahmo verengte seine Augen um genauer hinzusehen.
Ist das eigentlich ein Junge oder ein Mädchen?
Er konnte es nicht genau beurteilen. Gut, er hatte selbst keine allzu starke oder breite Statur. Aber bei dem Gaukler dort war er sich nun nicht so ganz sicher.
Zögernd und grübelnd lies er kurz wieder seinen Blick hin und her schweifen, auf der Suche nach der Dunkelelfe, ehe er erneut in die Arena hinab sah.
Der.. oder die... Gauklerrin in den roten Gewändern, erzeugte plötzlich ein Bild von seinem Gegner!
Tahmo sah auf, das musste Magie sein. Vielleicht sogar dieselbe Art von Magie welche ihn verzaubert hatte.
Er spannte sich aufgeregt an, wenn er die Dunkelelfe nicht mehr fand, so würde ihm sicher die Gestallt dort unten helfen.
Egal ob sie nun ein Junge oder ein Mädchen war.

Er atmete tief durch, ihm war wirklich ein wenig Schwindlig inzwischen, vielleicht würde er hier ja irgendwo einen Schluck Wasser herbekommen?
Er musste nur vorsichtig sein, das seine Verkleidung nicht fiel. Aufmerksam hielt er seine Umgebung im Blick.

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Re: Gauklerwettstreit - Finale

Beitrag von Erzähler » Dienstag 7. April 2009, 13:17

Der Weg durch die Massen von Menschen bis hin zur Arena war länger gewesen als es Tahmo wohl erwartet hatte. Und trotz seiner Verkleidung, in der ihn viele für einen Priester - also eine Respektsperson - hielten, ging es nur schleppend voran. Die Masse selbst konnte sich ja kaum bewegen.
Schließlich aber erreichte der Eselsverwandelte die Mauern der Arena und es wurde etwas "luftiger" unter den Menschen. Sie zerstreuten sich, wobei die meisten in die Arena selbst strömten. Wachmänner sorgten dafür, dass sie sich dabei nicht gegenseitig zerquetschten. Gesittet mussten sie in Zweierreihen unter den Torbögen und durch die Eingänge treten.

Tahmo ließ seinen vierbeinigen Freund in der Nähe stehen. Faro schnaubte sich die Mähne aus dem Gesicht und trottete freiwillig in die Schatten eines Erkers. Dort blieb er vor fremden Blicken ebenso verborgen wie von der Sonne geschützt. Dem Pony war der Marsch hierher wohl auch alles andere als ein Genuss gewesen. Aber es schaute stolz, dass es diese Herausforderung gemeistert hatte. Faro, das edle Ross.
Brav wartete das Tier auf Tahmos Rückkehr. Der junge Mann näherte sich unterdessen einer Tribüne, auf der im Augenblick wild gegaukelt wurde. Zwei Gaukler standen sich im Finale gegenüber. Dass einer von beiden überhaupt so weit gekommen war, erschien fast unglaublich. Er machte eher den Eindruck eines verbitterten, kleinen Männleins. Im Gegensatz stand der andere Teilnehmer - Tahmo erkannte nicht, ob es Junge oder Mädchen war, aber es handelte sich eindeutig nicht um die rotgekleidete Gauklerin. Es sei denn, sie hatte sich umgezogen, aber nein! Die Hautfarbe stimmte nicht und der Name passte auch nicht. Yann, so rief es das Publikum. In diesem Moment erinnerte sich Tahmo aber, dass die gemeine Schelmin sich als Vlune, die Schadenfreudige vorgestellt hatte. Nein, sie war wohl nicht hier ... aber vielleicht konnte ihm einer der Teilnehmer helfen.
Tahmo beobachtete das Spektakel.

Das Publikum klatschte begeistert. Yann war eine Sensation. Die soeben aus dem Hintern der Illusion gefurzte Kanonenkugel ließ die Zuschauer kreischen und Lachtränchen weinen. Alle waren schwer beeindruckt. Brodha, der Unlustige, hatte mit seinen sarkastischen und zynischen Witzen kaum mehr eine Chance.
"Jaaaa, juchuuuuu, Yann!", rief Lyrien N'ador, sprang auf und applaudierte wie eine Verrückte. Sie feuerte ihn mit all ihrem Herzblut an, denn der Junge hatte es schlichtweg verdient! Aber Yann war mit seiner Darbietung noch nicht fertig. Das Alkohol in seinem Blut hatte sich wohl endlich etwas verdünnt, er konnte wieder klarer denken. Und er wollte dem ganzen noch einen draufsetzen. So ließ er Brodhas Narrenkappe verschwinden und als weiteren Teil der Illusion auf dem unwirklichen Brodha landen.
Der richtige Gaukler patschte sich auf den Kopf. Ihm war der Spaß vergangen, sein Gesicht rötete sich vor Empörung. "Also, langsam reicht es." Nun passte sein Äußeres zu der Laune, die er verströmte. Das Publikum achtete nicht auf ihn. Sie klatschten begeistert und verlangten nach mehr Späßen des Buntschelms. Dieser verwandelte Brodhas Kappe soeben in eine Torte und reichte sie seinem Konkurrenten.
"Hier, für dich." Brodha hob die Augenbrauen. "Für mich? Na toll, soll ich mir die Torte statt der Mütze etwa auf den Kopf setzen?" Ein Lacher für den Unlustigen. Die Zuschauer gerieten ganz aus dem Häuschen. Aber Brodha nahm die Torte und biss ein Stück ab. In diesem Moment löste sich die Illusion auf und der Unlustige kaute auf seiner Narrenkappe herum. Die Zuschauer tobten. Brodha aber spuckte seine Mütze aus, wimmerte beleidigt und schnauzte plötzlich: "DAS IST NICHT KOMISCH!"
"DOOOOOCH, IST ES!", antwortete das Publikum choral und schenkte Yann einen Extra-Applaus. Brodha der Unlustige schnappte seine Kappe, machte kehrt und verließ die Bühne. Er gab auf. Gegen einen Schelm kamen gemeine Witze nun einmal nicht an.
"HURRA!", rief Lyrien und winkte ihrem kleinen Freund. Ein Herold gesellte sich gerade zu dem jungen Schelm auf die Bühne. Er nahm seinen Arm und riss ihn hoch. "Das ist wohl eindeutig. Der Sieger des Gauklerwettstreites ist ..."
"NOCH NICHT ENTSCHIEDEN!"

Tahmo durchzuckte es wie einen Geistesblitz. Die Stimme kannte er doch! Und ja, auch das Aussehen, als plötzlich eine weibliche Gestalt in rotem Harlekinskostüm aus einer Rauchwolke auf der Bühne auftauchte. Sie grinste gehässig. Das Publikum verstummte und der Herold blickte die Fremde verwirrt an.
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"Es gibt eine weitere Teilnehmerin - mich!", verkündete diese. Sie trat an Yann heran, drückte ihm ihren Zeigefinger gegen die Brust. Auf ihrer Stirn war eine schwarze eintätowierte Rose zu sehen. "Nimmst du die Herausforderung an, Bursche? Ha, ich, Vlune die Schadenfreudige, Schelmin aus dem Reich der Nachtelfen, werde dich bunten Knirps mit dem kleinen Finger besiegen."
"Ihr seid nicht angemel..." "SCHNAUZE!" Vlune wischte mit der Hand in Richtung des Herolds und murmelte leise die herendianischen Worte: "Dummheit, Dummheit!" Der Herold blickte verwirrt aus der Wäsche, Sabber lief ihm aus dem Mundwinkel und irgendwie stand er auf einmal sehr plump und dümmlich da.
"Ich bin doch angemeldet, als die geheime Finalistin, nicht wahr?", sprach Vlune ihn an.
"Öh öh öh ...", gab der Herold von sich wie ein dressierte Seehund. Vlune grinste. "Sag einfach ja."
"Einfach ja!", rief der Herold. Die Grauschelmin lachte. "Damit ist es entschieden. Na los, kleiner Buntikus! Zeig, was du kannst." Sie gab Yann einen Schubs, dass dieser nach vorn und beinahe von der Bühne taumelte. Das Publikum hielt den Atem an.

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Re: Gauklerwettstreit - Finale

Beitrag von Tahmo » Freitag 10. April 2009, 14:31

Tahmo schreckte Augenblicklich auf, ein Blitz durchzuckte seinen Körper und er stieß sich mit überraschter Mimik von der steinernen Säule des Bogenganges ab.
Das gibt es doch nicht!
Gerade noch war er in das lustige Gauklertreiben auf der Bühne vertieft gewesen, als er diese Stimme wiederhörte welche er sicherlich zwischen tausenden wieder erkennen würde.
Es gab ein puffendes Geräusch und dicker, grauer Rauch breitete sich auf der hölzernen Tribühne aus. Man konnte fühlen wie die Leute überrascht den Atem anhielten, der leichte Geruch von Schwefel stieg Tahmo in die Nase.
Und dort stand sie aufeinmal, umwuchert von Rauchschwaden. Eine schlanke Frau mit eng anliegendem, roten Gauklergewand. Die Spitzen der Schuhe waren halbmondförmig nach oben gebogen und eine rote Kappe mit spitzen Narrenzipfeln drann schmückte den Kopf der Fremden.
Tahmo spannte sich augenblicklich wieder am gesamten Körper an, da stand sie nun.
Seine Finger verkrampften sich um das feste Holz seines Stabes. Er blickte kurz unter seiner Kaputze hervor in das kalte Gesicht der Dunkelelfe. Das Bild einer schwarzen Rose zierte ihre Stirn wie eine Narbe.

Das plötzliche Erscheinen der Fremden hatte eine Welle von unsicherheit und Stille im Publikum und auch bei den restlichen Leuten hier ausgelöst.
"Es gibt eine weitere Teilnehmerin - mich!", verkündete die Dunkelelfe. Ihre Stimme klang in Tahmos Ohren kalt und unmelodisch. Wie das kratzen einer Gabel über Porzelan. Er beobachtete wie sie auf den jüngeren Gaukler zuging. Der in dem knallbunten Kleidern. Und wie sie ihm mit ihren spitzen Fingern gegen die Brust stupste. "Nimmst du die Herausforderung an, Bursche? Ha, ich, Vlune die Schadenfreudige, Schelmin aus dem Reich der Nachtelfen, werde dich bunten Knirps mit dem kleinen Finger besiegen."

Jetzt meldete sich der Herold zu Wort, er hatte seine Überraschung blinzelnd niedergekämpft und fing nun an Einwände zu erheben.
"Ihr seid nicht angemel..." wollte dieser protestieren, die Dunkelelfe lies es aber nicht zu mehr kommen. Sie würgte den armen Herold harsch ab und für den kurzen Augenblick hatte Tahmo das Gefühl als würde Magie gewirkt werden.
Er schluckte und ein dicker Klos bildete sich in seinem Hals, mit aufkommender Nervosität beobachtete er das nun folgende Schaußpiel auf der Tribühne. Die Dunkelelfe hatte den Herold wohl tatsächlich verzaubert, sie musste wirklich mächtig sein. Bereitwillig stimmte dieser zu und die Dunkelelfe war nun Teil dieser Turnierrunde.
Tahmo hörte leises Getuschel aus der Menge hinter und neben ihm. Er würde weiterhin angespannt neben der Säule stehen, gehüllt in seine große Robe und seine Finge um den Stab gekrampft.
Am besten... guck ich ersteinmal zu und warte was passiert Dachte er sich leise, er hatte keine Lust erneut verzaubert zu werden.
So verharrte er an Ort und Stelle, beobachtend und leise hoffend nicht beachtet oder entdeckt zu werden. Gespannt wanderte sein Blick unter der Kaputze hervor und verharrte auf Yann sowie Vlune.

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Re: Gauklerwettstreit - Finale

Beitrag von Yann Adamm-Ra » Mittwoch 15. April 2009, 22:49

Mit einem typisch, schelmisch, erheiterndem Blick beobachtete Yann, wie sich sein Kontrahent die angebliche Sahnetorte nahm und zunächst noch etwas misstrauisch drein blickte. Dann äußerte Brodha seine Unmut mit den Worten Für mich? Na toll, soll ich mir die Torte statt der Mütze etwa auf den Kopf setzen?" Der Schelm schaute etwas beleidigt drein, gerade so als wolle er dem Unlustigen damit sagen: "Dafür ist die aber nicht gedacht. Iss." Und letzteres tat der Opponent des Jungen auch. Er biss nun doch in die wirklich köstlich aussehende Illusion und kaute darauf herum. Aber genau zu diesem Augenblick schwand der Zauber, welcher Yann auf die Kappe gelegt hatte und sie nahm ihre ursprüngliche Form wieder an.
Nun kaute Brodha, der Unlustige an seiner eigenen Kopfbedeckung und das Publikum schien schier aus dem Häuschen zu sein. Sie klatschten, lachten und jubelten über den gelungenen Streich des Buntschelms. Nur einer schien ganz und gar nicht erfreut darüber zu sein und dies war - wie konnte es anders sein - Yanns Gegner. Lautstark versuchte er der Meute auf den Zuschauerplätzen klar zu machen, dass dies GANZ SICHER NICHT LUSTIG SEI! Aber er hatte damit nur wenig Erfolg. Die Menschen und anderen Anwesenden des Publikums gaben ihm ebenso gellend zu verstehen, dass es eben doch genau so war, wie er es nicht sah.
Jetzt hatte Yann ihn genau da, wo er ihn weiter veräppeln und die Zuschauer weiter für sich gewinnen konnte, jedoch sollte es soweit nicht kommen. Gerade als der Junge sich blitzschnell zu überlegen schien, was nun zu tun sei, wandte sich Brodha von ihm ab, packte seine Gauklermütze fester und verließ grummelnd die Bühne.

Verdutzt schaute der Schelm seinem Kontrahenten hinterher. So ganz sicher was dies zu bedeuten hatte, war er sich nicht und so stand er einfach etwas bedröppelt da. "Ähm...", brachte Yann gerade noch hervor, als der Herold zu ihm herüber geschritten kam und seinen Arm in die Höhe riss. Jetzt hatte auch der Junge verstanden und in seinem, nicht mehr ganz so sehr vom Alkohol benebelten Verstand, festigte sich ein Gedanke.
Ich habe... wirklich gewonnen?!, schoss es ihm durch seinen Rotschopf und ein überglückliches Lächeln legte sich auf sein Gesicht. Ein wahrhaftes Strahlen ging nun von ihm aus und seine Augen begannen vor Freude zu glänzen.
"HURRA!", dröhnte die Stimme seiner Freundin Lyrien an seine Ohren. Er suchte sie mit seinem Blick und als er sie gefunden hatte, konnte sie deutlich erkennen, wie sehr er sich freute.
Und schließlich erhob nun auch der Herold erneut seine Stimme und war gerade im Begriff, die Vermutung des Schelms zu bestätigen, als er mitten im Satz einfach unterbrochen wurde. Eine weitere Stimme erklang und beendete den Satz des Herolds auf eine Art und Weise, wie es Yann nicht erwartet hatte.

"...NOCH NICHT ENTSCHIEDEN!"

Rauch stieg plötzlich auf der Bühne auf, gar nicht weit entfernt des Jungen und plötzlich erschien eine Gestellt. Deutlich zu erkennen als Frau, stand plötzlich diese in einem scharlachroten Harlekinskostüm da. Sie schien sich ebenfalls als Turnierteilnehmerin zu sehen, jedoch konnte sich Yann nicht daran erinnern, sie bei der Parade oder dem Festessen gesehen zu haben.
Auch dem Herold schien es so zu ergehen und schon wollte dieser die entsprechenden Einwende erheben, als sie ihm lautstark und sehr unhöflich erneut das Wort abschnitt. Jetzt geschah etwas sehr seltsames. Der Mann neben dem Schelm schien plötzlich auf eine sehr eigenartige Weise weggetreten zu sein und bestätigte völlig überraschend, dass diese Fremde ebenfalls am Wettstreit der Gaukler teilnehmen würde. Yann riss seine Augen weit und sämtliche Freude war auf einmal aus seinem Gesicht gewichen. Er hatte doch gerade gewonnen und nun sollte er noch einmal gegen jemanden antreten? Und dass auch noch diese Gestallt?

"Heee. Was soll das? Das kannst du doch nicht einfach machen...", protestierte Yann, hatte damit aber keine Chance.

Vlune ignorierte ihn und schupste ihn sachte. Wäre der Junge nicht ein so akrobatischer Schelm, so hätte es ihn jetzt wahrscheinlich vorüber umgehauen. Aber er schaffte es sein Gleichgewicht zu halten und blickte die Frau verständnislos an. "Heee...", meinte er erneut empört und blickte sie an. "Na gut, du wolltest es nicht anders. Dann wollen wir mal!"
Offenbar hatte Yann die Sachlage begriffen und somit die Herausforderung von Vlune, der Schadenfreudigen angenommen.
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Re: Gauklerwettstreit - Finale

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 16. April 2009, 12:44

Tahmo konnte es wohl nicht glauben. Dort oben auf der Bühne stand Vlune, die Nachtelfe, und wagte es, sich in das eigentlich bereits gelaufene Gauklerturnier einzumischen. Ganz klar, sie wollte antreten und gewinnen. Dabei schreckte die Frau nicht davor zurück, ihren Kontrahenten zu schubsen. Wie gut, dass Schelm Yann über einen passablen Gleichgewichtssinn und akrobatische Fähigkeiten verfügte, sonst hätte es ihn womöglich noch ins Publikum geworfen.
Unten am Bühnenrand stand Lyrien, blickte entsetzt und überrascht zugleich zu der neuen Finalistin auf und dann zum Herold. Dieser aber störte sich ganz offenkundig nicht an der weiteren Teilnehmerin. Anfangs hatte er zwar noch etwas sagen wollen, aber jetzt zog sich der Mann zurück und gab die Bühne für den letzten Finalauftritt frei.

Yann nahm die Herausforderung an, was Vlune nur gehässig grinsen ließ. "Du hast keine Chance gegen mich, kleiner Bengel." Sie drehte sich den Zuschauern zu und hob die Arme. Unheil verkündend rief sie in die Menge: "Seht zu, wie der bunte Vogel hier uns gleich alle amüsieren wird! Haha!"
Bevor die Nachtelfe jedoch erneut zu zaubern begann, hielt sie inne. Ihr giftiger Blick wanderte über die Zuschauer und hinüber zu einer verborgenen Gestalt, die alles beobachtete. Habe ich da nicht eben ... nein, das ist nicht der mickrige Eselsjunge. Der hockt bestimmt immer noch in seinem Stall und schluchzt und schlottert vor Angst. Sie schüttelte den Kopf, glaubte ihren Augen nicht. Dabei stimmte es. Tahmo stand dort hinten und lugte vorsichtig unter der viel zu weiten Kapuze hervor. Die Eselsschnauze wurde nur noch zu wenigen Teilen verdeckt, aber keiner achtete auf ihn. Das ganze Publikum schaute zur Bühne hin. Dort kam Vlune noch näher auf Yann zu. Sie lächelte, was Unbehagen und Misstrauen auslösen konnte. Eine Hand griff vor, um sich auf Yanns Schulter zu legen. Sie blickte ihn an und wisperte: "Heul doch."

Der Zauber entfaltete sich. Plötzlich wich alle Fröhlichkeit aus dem Jungen und zurück blieben traurige Momente, die wie eine Sintflut über Yann Adamm-Ra hereinstürzten. Jeglicher unglückliche Gedanke, den er je erlebt hatte, überkam ihn nun mit vergrößerter Wirkung aufs Neue. Vlune grinste, und wandte sich dem Publikum zu. "Lassen wir euch alle weinen!" Und sie sprach den Zauber wie eine Massenverwandlung auf die Zuschauer. Schon begannen Kinder zu schluchzen und Frauen zückten Taschentücher. Männer lehnten sich an die Schultern ihres Sitznachbarn, um sich bei ihm auszuweinen.
Die Nachtelfen-Schelmin brach in schallendes Gelächter aus. "Nun, kleiner Buntschelm, was willst du nun tun? Vielleicht ... verwandele ich dich auch in einen Esel, wie diesen Trottel aus dem Stall. Hoho, Pelgar, die Eselsstadt, das könnte mir gefallen." Sie wandte sich dem Herold zu. "Dafür hätte ich den ersten Preis wohl verdient. Also her damit!"
"K-kommt nicht in Frage! Die Zuschauer ... weinen ja und lachen nicht!"
"Aber ich lache", zischte Vlune. Sie sprang von der Bühne, schlug dabei ein Rad, das wir ein scharlachrotes Mahnmal aussah und war unterwegs zu äußeren Reihen. Dorthin, wo Tahmo stand. Er war vom Zauber nicht mehr getroffen worden, sollte ihm jetzt also der nächste gelten?

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Re: Gauklerwettstreit - Finale

Beitrag von Yann Adamm-Ra » Donnerstag 16. April 2009, 22:48

Nachdem Vlune sich in das Turnier geschmuggelt hatte, stand sie nun neben Yann auf der Bühne und wirkte auf den Jungen ziemlich selbstsicher. Er schaute sie an, denn er hatte soeben ihre Herausforderung angenommen und jetzt blieb ihm nichts anders mehr übrig, als weiterhin seine Künste vor den Zuschauern zu präsentieren und somit zu versuchen seine neue Gegnerin zu besiegen.
Verschiedene Gedanken rasten durch seinen jungen Kopf, vor allem eigentlich wie er es nun anstellen sollte sie zu schlagen und was er als nächstes tun sollte. Ihm war nicht ganz geheuer bei dieser Person und es schien ihm sichtlich schwer zu fallen irgendetwas zu unternehmen.
Lyrien und das ganze Publikum hatte sich in Schweigen gehüllt. Es hatte ganz den Anschein, als wären sie alle noch immer überrascht über jenen Verlauf, welchen das Finale des Gauklerwettstreits annahm.

"Du hast keine Chance gegen mich, kleiner Bengel.", meinte die Grauschelmin plötzlich und eine gewisse Gehässigkeit klang deutlich in ihrer Stimme mit.

Yann schaute sie einfach nur an und erwiderte nichts darauf.
Noch bevor er irgendetwas unternehmen konnte, ja noch bevor er eigentlich eine geeignete Idee hatte, was er nun tun sollte, kam seine neue Gegnerin auch schon auf ihn und legte ihm eine ihrer Hände auf die Schulter. Sie lächelte, aber es war kein Lächeln, dass Freude und Glückseligkeit verbreitete. Nein, dem Jungen wurde richtig unbehaglich zu Mute, als er in ihr Gesicht schaute. So etwas hatte er noch niemals erlebt, selbst damals nicht, als er auf der Stillen Ebene geholfen hatte, die Welt Celcia so zu erhalten, wie sie war.
"Heul doch.", hauchte sie ihm nun in seine Ohren und wirkte somit einen weiteren Zauber.

Plötzlich und völlig unerwartet stürmten sämtliche Erinnerungen in dem Buntschelm auf. Aber diese Gedanken waren nicht jene der freudigen Art und Weise, nein ganz im Gegenteil. Sie symbolisierten sämtliche traurigen und schlimmen Erlebnisse, welche er jemals durch litten hatte. Bilder stiegen vor seinem geistigen Augen auf, welche er nur zu gern verdrängt hätte.
Der Tod seines ersten richtigen und besten Freundes Pecew. Wie er am Ende reglos in seinem steinernen Sarg gelegen hatte und sich nicht mehr rührte. Dann war da noch seine Freundin Miriel. Sie war beim Einsturz des Schenke "Zum Pony" schwer verletzt worden und ebenfalls dem Tode nahe.
Diese und noch weitere Erinnerungen erreichten seinen Verstand und versetzten sein Gemüt in Trauer. Er wurde traurig und begann zu weinen. Tränen stiegen in seine Augen und er konnte sie nicht mehr zurück halten. Schluchzend stand er nun auf der Bühne des einstig fröhlichen Gauklerwettstreits und konnte seine Gefühle nicht mehr zurück halten. Mit einem Mal war seine Fröhlichkeit davon gewischt.

Aber als ob dies nicht genug war, wandte sich Vlune nun auch an das Publikum und breitete ihren Zauber weiter aus, sodass es nur wenige Augenblicke bedurfte, bis auch sämtliche Anwesende ihre Tränen nicht mehr zurück halten konnten. Zufrieden grinste die Grauschelmin vor sich hin und wandte sich an den Herold - dies jedoch bekam Yann schon nicht mehr mit.
Gerade als seine Opponentin die Bühne mit einem Radschlag verließ und sich zu einem verhüllten Zuschauer ganz hinten auf machte, fasste sich der Junge an seine Brust, schloss seine Hand zur Faust und spürte plötzlich etwas, dass er nun durch seine Kleidung in den Fingern umschlossen hatte. Es fühlte sich an wie ein Amulett und tatsächlich, er besaß ja auch eines. DER ANHÄNGER DES SCHELMENKRISTALLS!, schoss es ihm mit einem Male durch seinen Kopf und wie auf das Stichwort, könnte er schwören, dass es in seiner umschlossenen Hand wärmer wurde.

Auch verblassten allmählich die trübsinnigen Bilder seiner Erinnerungen und machten den freudigen wieder etwas Platz. Ob es nun die Realität war, oder aber nur Einbildung vermochte der junge Buntschelm später nicht mehr zu sagen, jedoch hatte er den Eindruck, dass jene Wärme, welche sich in seiner Faust ausbreitete, sich weiter durch seinen ganzen Körper bewegte, bis er schließlich in der Lage war, den Zauber von Vlune abzuschütteln.
Ruckartig hob er seinen Kopf und richtete seine ganze Aufmerksamkeit auf seine Opponentin.
He Vlune!", rief er ihr entgegen und hoffte darauf, dass sie sich zu ihm umdrehte. "Jetzt bin ich wohl dran und was du kannst, dass kann ich schon lange!"
Er lächelte breit und schelmisch und schnippte in mit seiner freien Hand in ihre Richtung, während seine andere noch immer die Überreste des Schelmenkristalls feste umschloss.

Er hoffte mit diesem Zauber, welchen er gerade wirkte, seine eigene Stimmung und Laune auf sämtliche in seiner Umgebung befindlichen anwesenden Personen übertragen zu können. Das er dazu in der Lage war wusste er, denn bereits vor langer Zeit hatte er dies schon einmal geschafft. Nur ob er auch stark genug war, den magischen Stick von Vlune beim Publikum und auch bei ihr selbst zu übertreffen, konnte er nicht sagen, aber hoffte es inständig und vertraute auf die Kraft der positiven, glücklichen und fröhlichen Gedanken, welche er nun wieder im Stande war in sein Gedächtnis zu rufen.
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Re: Gauklerwettstreit - Finale

Beitrag von Tahmo » Freitag 17. April 2009, 10:29

Mit angespanntem Körper und sichtlichem Unbehagen beobachtete Tahmo das üble Schaußpiel welches dort auf der Bühne vor ihm getrieben wurde.
Diese Vlune schien wirklich mehr als bösartig zu sein und liebte es wohl sich am Leiden anderer zu erfreuen. Nachdem sie den armen Mann dort vor Dummheit hat stottern lassen trat sie erneut zu Yann hin, welchen sie fast von der Bühne hinab gestupst hätte. Als die Grauschelmin dem jungen Gaukler dort plötzlich eine ihrer Hände mit den wie Schlangen dürren Fingern auf die Schulter legte, kam es Tahmo fast so vor als würde sich etwas verändern. Als würde eine leichte Spannung in der Luft liegen, wie das flirren über Pfützen und Seen an heißen Tagen. Man konnte es weder genau sehen noch fassen, Tahmo hob leicht den Kopf an um etwas mehr unter seiner Kaputze herraus sehen zu können. Gleich passiert wieder etwas Dachte er fast unwillkürlich. Und tatsächlich, Tahmo sah wie sich leicht die Lippen der Dunkelelfe bewegten und da fiel es ihm wie Schuppen von den Augen: Sie sprach erneut einen Zauber!
Hastig blickte Tahmo gen Boden, wodurch seine Kaputze leicht verrutschte und man nun Teile seiner Schnauze sah. Er hoffte dadurch irgendwie dem Zauberspruch der Dunkelelfe zu entgehen.

Erst nach einer Weile hob er zögernd wieder den Kopf und sah wie Yann mit hängenden Schultern und gebeugter Haltung dastand und... weinte.
Tahmo blinzelte erschrocken, diese Dunkelelfe musste wirklich über graußig starke Magie verfügen. Ein kalter Klos bildete sich in seinen Eingeweiden.
Wie soll ich die nur dazu bringen das die mich entzaubert?
Raste der Gedanke hinter seiner Stirn vorbei. Verdammt... Es war hoffnungslos. Vlune brach in ein lautes Gelächter der Freude aus. Ihrer Freude. Der Freude über das Leid Yanns, ehe sie sich zum Publikum herum drehte und erneut einen Zauber wirkte. Sie hob die Hände an und sprach Fremde Worte in einer für Tahmo unbekannten Sprache. Obwohl er jedoch nicht wusste was sie sagte, merkte man doch deutlich die boshaften Absichten hinter den Worten.
Für den Augenblick einer Sekunde hatte Tahmo das Gefühl als blicke ihn Vlune direkt an, hastig sah er wieder zu Boden während seine Finger den Stab an seiner Seite fester umschlossen.
Die Dunkelelfe schlug lachend ein Rad und verlies die Bühne. Es schien ganz so als wäre sie vollkommen in ihrem Element. Überall um Tahmo herum schluchzten und heulten die Leute als wäre ihr Ende nah, während sich Vlune laut lachend über das Unglück alle freute.
Die sind alle Verzaubert... aber warum ich nicht? Vielleicht weil sie mich schon verzaubert hat?
Gingen Tahmo die Gedanken durch den Kopf. Er dachte scharf nach, es musste so sein!
Wenn sie den bunten Gaukler dort und die Leute verzaubern kann, aber an mir der Zauber nicht wirkt... dann muss ich nun wohl... irgendwie, unempfindlich gegen ihre Magie sein! Ja, so muss es sein!
Es war ein wager Hoffnungsschimmer der sich eröffnete. War er nun wirklich immun gegen weitere Zaubersprüche Der Grauschelmin? Oder irrte sich Tahmo etwa am Ende seines Gedankenganges doch? Egal! Es gab ihm Hoffnung darauf das dies alles doch noch ein gutes Ende nahm.

Tahmo hatte weiterhin seinen Kopf gesenkt, welchen er jedoch nun wieder ein Stück anhob um unter dem Kaputzenrand hervor zu schielen.
Zu seinem Schrecken musste er erkennen das Vlune direkt auf ihn zuging. Oh...oh Dachte er mit ungutem Gefühl.
Aber dennoch, die Tatsache das er vielleicht nun erst einmal unempfindlich gegenüber Vlunes Magie war, gab ihm leise Hoffnung.
Das war wirklich eine auserordentliche Situation, die er so noch nicht erlebt hatte. Er war schon oft in Konflikte geraten, aber noch nie in einen solchen!
Im Grunde versuchte er stehts Ärger zu vermeiden, selbst wenn er dadurch irgendwie ausweichen musste. Aber nun, blieb ihm wohl kaum etwas anderes übrig, ausweichen konnte er mit der heulenden Menge um ihn herum nicht mehr, also musste er die Flucht nach vorne ergreifen.
Und die, führte nun einmal an Vlune vorbei.

Tahmo atmete unter der dicken Robe tief durch. Reiß dich zusammen, Tahmo. Das schaffst, nur keine Fehler jetzt... Oh ihr Götter, steht mir bei.
Er schluckte kurz und spannte sich an, sein Herz schlug schnell und vor Aufregung. Er wartete bis Vlune näher gekommen war, noch näher...
Fest hielt er seinen verzierten Stab umklammert und schnellte plötzlich nach vorne!
"He Vlune!", ertönte auf einmal eine Stimme von der Bühne hinab. "Jetzt bin ich wohl dran und was du kannst, dass kann ich schon lange!"

Die Ereignisse überschlugen sich, Fast zeitgleich von Yanns herausfordernden Ruf von der Bühne herab hatte Tahmo seinen Stab erhoben und wollte zuschlagen.
Er zielte nicht, sondern wollte die Dunkelelfe einfach nur erwischen um sie vielleicht irgendwie niederzustrecken damit sie nicht erneut abhauen konnte.
Im Grunde war sein Schlag auch nicht besonders Kraftvoll. Zum einen da Tahmo eher flink als stark war und zum anderen weil ihn die Strapazen der letzten Tage wohl einiges an Kraft gekostet hatten. Es war wohl ledigliche Selbstverteidigung.

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Re: Gauklerwettstreit - Finale

Beitrag von Erzähler » Sonntag 19. April 2009, 00:31

Warum war Tahmo nicht vom Zauber Vlunes betroffen? Um ihn herum standen die Leute und weinten sich die Augen aus. Vielleicht konnten Esel nicht weinen. Vergossen diese Maultiere Tränen? Möglicherweise war seine Verwandlung jetzt sogar ein Vorteil für ihn. Er konnte helfen, diese Frau aufzuhalten, ehe sie noch mehr Unglück über Pelgar und dessen Bewohner brachte.
Doch wenn Tahmo ganz genau über die Situation nachdachte, fiel ihm vielleicht auf, dass in jenem Moment, als die Nachtelfe ihren Heulzauber über alle sprach, etwas gegen ihn gedrückt hatte. Beinahe so, wie wenn man sich bei sehr starkem Wind gegen die Brise lehnte. Es hatte ihn außer Reichweite ... gedrückt.
Doch in diesem Augenblick kam die Grauschelmin auf Tahmo zu. Hatte sie ihn erkannt?

Nun geschah vieles gleichzeitig. Zum einen war da Yann. Er stand immer noch weinend auf der Bühne. Tränen bahnten sich ihren Weg über sein Gesicht und dunkle Erinnerungen in sein Herz. Er musste plötzlich an seinen verblichenen Zwergenfreund denken, den sie damals noch bestattet hatten. Er dachte an das Unglück, als die pelgarische Schenke Brandstiftung zum Opfer fiel und mit ihr beinahe auch Miriel, eine sehr enge Freundin Yanns. Sie war ihm ebenso ans Herz gewachsen wie Lyrien, die mit den anderen Zuschauern einen Trauerchor angestimmt hatte.
Das Herz des Schelmenjungen schmerzte. Er griff danach und berührte etwas, das er seit einiger Zeit scheinbar vergessen hatte. Schlagartig erinnerte er sich an den magischen Schelmenkristall, der Celcia schon einmal vor pechschwarzen Wolken bewahrt hatte. Nun half er vielleicht gegen Vlunes hinterlistige Magie!

Yann konzentrierte sich und rief mit allen Fasern seines Körpers gute Gedanken und Gefühle in sich zurück. Der Schelmenkristall schimmerte in schillernden Regenbogenfarben durch sein ohnehin kunterbuntes Schelmenkostüm. Er sandte warme Impulse durch Yanns Finger hindurch. Die Fröhlichkeit kehrte in den Jungen zurück und es meldete sich seit sehr langer Zeit eine Stimme in seinem Herzen. Das war der Geist des magischen Kristalls.
Holdrijoh, Yannchen! Hast du mich vermisst? Naaaaa? Ich war immer bei dir. Hättest mich eben gleich rufen sollen, dann hätten wir Brodha die Sahnetorte gegen seinen Hintern geklatscht, haha hoho! Und jetzt zeigen wir es dieser ... dieser ... holla, die Manthala-Fee! Was soll das überhaupt für eine Schelmin sein? Da war ja der Brodha lustiger!

Der Geist des Kristalls schien sich zuvor jedoch dazu zu entscheiden, das Publikum zu beruhigen. Noch während Vlune, die Schadenfreudige, auf den vermummten Tahmo zuschritt, der für Yann wie ein Priester in übergroßer Kutte aussehen musste, strahlte aus der Brust des Buntschelms ein farbenfroher Regenbogen. Gelb, Orange, Rot, Grün, Blau und Lila ... das gesamte Spektrum wanderte in einem bunten Reigen durch die Kleidung des Jungen und tröpfelte wie ein wunderschöner Nieselregen über das gesamte Publikum hernieder.

Und Gefühle folgten. Die ersten Weinenden beendeten ihr Trauerklagen. Sie schauten teilweise verwirrt auf, rieben sich die Augen und starrten zur Bühne. Dann sahen sie Yann und den schönen Regenbogen, der sich über das gesamte Gebiet des Gauklerwettstreits erstreckte. In Dutzenden Gesichtern wuchs ein Lächeln und dann lachten und freuten sich die Leute, klatschten in die Hände. Kinder jubelten und staunten ob der vielen bunten Farben.
Genau zu diesem Zeitpunkt hob Tahmo seinen Stab, um einen Angriff auf Vlune zu starten. Als hätten er und Yann sich abgesprochen, sorgte Letzterer für Ersteren für eine perfekte Vorgabe. Die zurückgekehrte Fröhlichkeit des Publikum und Yanns selbstbewusste Herausforderung lenkten die Nachtelfe ab. Vlune wandte sich um. Sie spie Gift und Galle, als sie den Schelmenkristall unter Yanns Hemd strahlen sah.
"Welch Zauberwerk ist das?! Hast du die Schriftrolle der Schelmenmagie gefunden, kleiner Bastard?!?!!?" Sie wütete ... und dann biss sie sich auf die Zunge, als Tahmos Stab auf sie hernieder sauste. Ihr Kopf wippte nach vorn, so dass ihr grauer Schelmenzauber zusammenbrach und auch die letzten weinenden Gestalten von jener Trauermagie erlöste. "Waff foll daff, du dämlicher Prieffter?" Sie wandte sich Tahmo zu. Ihre Zunge lugte zwischen den Zähnen heraus, was ihr ein äußerst seltsames Bild verpasste. Aber ihre Augen funkelten überrascht. Sie hatte die Eselschnauze gesehen. "WAFF .... duuuuu?!" Vlune prustete, wobei einige Speicheltropfen flogen. Sie konnte nicht glauben, dass soeben ein Eselsjunge sie versucht hatte, niederzustrecken. Oh, sie wollte sich rächen, doch Tahmos Schlag hätte nicht besser treffen können. Mit dieser Zunge würde es der Grauschelmin schwer fallen einen Zauber zu sprechen.

Inzwischen hatten sich Publikum und auch der Herold von der Magie erholt. Die meisten lachten und johlten. Ihnen gefiel die Vorstellung vorzüglich. Vor allem der Regenbogen und dieser interessante Priester mit der mutmaßlichen Eselsmaske sorgten für rege Begeisterung.

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Re: Gauklerwettstreit - Finale

Beitrag von Tahmo » Sonntag 19. April 2009, 18:23

Tahmos oberes Stabende, an welchem ein paar bunte Federn hingen, sauste auf den Hinterkopf der Dunkelelfe nieder. Der Treffer erzeugte ein dumpfes Geräusch, während es Tahmo fast den Stab aus der Hand prellte. Immerhin war sein Hieb eher mit Schwung und ein wenig Hebelwirkung geführt und weniger mit der Kraft seiner Arme, er war zu müde um seinen Stab noch ordentlich feste zu halten.
Vlune war gerade dabei gewesen einen Satz zu sprechen und Giftige Worte in Yanns Richtung zu spucken, Tahmo beendete dies mit seinem Hieb aprupt.
Die Dunkelelfe biss sich auf ihre eigene Zunge. Etwas das ziemlich Schmerzhaft war, was Tahmo schon selbst tausende Male selbst erfahren musste...

Wütend fuhr die Grauschelmin herum und starrte Tahmo an. Das Eselsgesicht des jungen Abenteurers war inzwischen halb unter der weiten Kaputze der Wollrobe zum Vorschein getreten, nur die Ohren wurden noch verdeckt. Sodass man durchaus den Eindruck erhalten konnte, es handle sich hierbei um eine Maske und weniger um eine Verzauberrung."Waff foll daff, du dämlicher Prieffter?" Fuhr Vlune Tahmo wütend an, ehe die Grauschelmin deren Zungenspitze nun halb aus dem Mund hing, verwundert und überrascht zugleich blinzelte.
"WAFF .... duuuuu?!" Prustete sie ihm mit langgezogenem Wortlaut entgegen, allerlei Spucketropfen flogen mit den Wörtern zusammen aus ihrem Mund herraus. Wäre die Situation weniger angespannt gewesen, hätte Tahmo bei dem Anblick der Dunkelelfe mit der halb aus dem Mund hängenden Zunge sicherlich loslachen müssen.

Er atmete tief schnaubend durch, seine Finger zitterten leicht während er den Stab mit beiden Händen abwehrbereit vor sich hielt. Die Beine ein wenig versetzt um einen sicheren Stand zu haben, während er mit seiner gesamten Haltung ein bisschen in seine weichen Knie ging. Um in erster Linie seinen Schwerpunkt zu vertiefen damit man ihn nicht wie ein Blatt im Wind umwerfen konnte. Er hatte eigentlich nie einen Lehrmeister gehabt welcher ihm das Kämpfen mit dem Stab oder mit den Fäusten oder mit irgend einer anderen Waffe hätte beibringen können.
Sein Wissen hierbei beruhte wie so vieles sowohl auf eigener Erfahrung als auch durch die Beobachtung anderer. Es war sehr oft vorgekommen das ihn Gleichaltrige des Dorfes aufmischen wollten. Sie hatten ihn schon oftmals durch die halbe Gegend gejagd, bis Tahmo die Verstecke ausgegangen waren oder sie ihn in eine Sackgasse getrieben hatten. Seine Gegenwehr war anfangs schwach gewesen, aber mit der Zeit und einigen blauen Flecken sowie Kratzern, hatte er gelernt sich zu Verteidigen. Irgendwann einmal hatte er sich auch einen Stab zugelegt, zum einen weil alle großen Abenteurer die in die Welt hinauszogen einen hatten, zum anderen weil er sich somit besser wehren konnte.
Dadurch hatte er recht schnell seine eigene Kampftechnik herraus. Er würde zwar niemals eine großen Chance gegen einen geschulten Kämpfer oder einen bewaffneten Angreifer haben. Im Grunde hatte er sich bisher nur vor Gleichaltrigen Verteidigt und auch nur soweit bis sich eine neue Gelegenheit zur Flucht ermöglichte. Aber dennoch, war er nicht ganz wehrlos. Seine Angriffe zielten alle darauf ab seinen Gegner auf Distanz zu halten, umzuwerfen oder K.O gehen zu lassen. Wobei ihm letzteres oft nur durch Zufall gelang.
Den Trick mit dem sicheren Stand sowie dem in die Knie gehen im Kampfe, hatte er durch beobachtung gelernt. Durch beobachtung der Reisenden welche die Dorftaverne hier und dort auf ihrem Weg von Andunie nach Pelgar durchquerten. Meist hatte er still vom Dachboden der Taverne nach unten geschielt und gelauscht, ein Ort welcher zugleich ein passables Versteck war.

Aber nun, galt es sich gegen eine Dunkelelfe zur Wehr zu setzen. Und Elfen waren für ihre Schnelligkeit bekannt! Vlune war sicherlich eine ganz andere Herrausforderung als die gleichaltrigen in seinem Dorf... eine viel größere Herrausforderung. Wohl zu groß für Tahmo.
Aber wegrennen, konnte er auch nicht. Weshalb er sein Möglichstes Versuchen wollte.
Er sah in das Gesicht der Elfe und allein schon dieser Anblick schnürrte seine Kehle zu. Doch plötzlich, fühlte er ein warmes Gefühl in seinem Inneren.
Ein Gefühl das so überraschend erschien das man die Verwunderrung darüber Tahmo deutlich anmerken konnte. Sein Blick wanderte ruckartig und abgelenkt an der Dunkelelfe vorbei und zu Yann hinüber. Tahmo sah den Regenbogen und den bunten Lichtschein unter dem Hemd des Gauklers. Der Schlemenkristall vertrieb für kurze Zeit die Erschöpfung aus seinen Gliedern, die Müdigkeit aus seinem Kopf und die Anspannung in seinen Muskeln. Ein Gefühl des Friedens und des Glücks machte sich in dem jungen Abenteurer breit, seine Haltung entspannte sich während er neue Kraft schöpfte...
Dummerweise stand ihm immernoch die Nachtelfe gegenüber, während Tahmo nun deutlich abgelenkt war.

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Re: Gauklerwettstreit - Finale

Beitrag von Yann Adamm-Ra » Sonntag 19. April 2009, 20:14

Noch immer hatte der junge Schelm den Anhänger des Schelmenkristalls fest umschlossen, während er mit aller Kraft, die er noch besaß, versuchte sich positive Gedanken und Erinnerungen in sein Gedächtnis zu rufen. Und tatsächlich, es funktionierte. Zuerst waren seine Erinnerungen nur ganz gewöhnliche, wie er zum Beispiel zusammen mit seinen Freunden unterwegs gewesen war, wie er mit ihnen verschiedene Städte bereist hatte und wie er beim Hohen Rat Pelgars eingeladen wurde. Dann jedoch kamen auch die Freudigen und Glücklichen Gedanken, wie er mit seinen Freunden gelacht und welchen Spaß er mit ihnen erlebt hatte. Verbannt waren nun die trübsinnigen Erinnerungen und das ihm wohlbekannte glückliche Gefühl kehrte in sein Herz zurück.

Yann öffnete die Augen und schaute zum Publikum hinab. Er hatte es geschafft, hatte sich gegen den dunklen Zauber seiner neuen Gegnerin durchgesetzt und hatte seine schelmische Freude wieder zurück gewonnen. Nun würde es an der Zeit sein, dies auch den Zuschauern zu demonstrieren, indem er sie ebenfalls wieder zum Lachen brachte. Jedoch sollte diese Aufgabe sich schwieriger gestalten, als sie zunächst aussah.
Der Junge hatte nicht die geringste Ahnung, wie er es anstellen sollte, doch plötzlich vernahm er eine ihm wohlbekannte Stimme:
Holdrijoh, Yannchen! Hast du mich vermisst? Naaaaa? Ich war immer bei dir. Hättest mich eben gleich rufen sollen, dann hätten wir Brodha die Sahnetorte gegen seinen Hintern geklatscht, haha hoho! Und jetzt zeigen wir es dieser ... dieser ... holla, die Manthala-Fee! Was soll das überhaupt für eine Schelmin sein? Da war ja der Brodha lustiger!

Ohja, ja richtig!, erinnerte sich Yann plötzlich an den Geist des Kristalls. Ihn hatte er während der Zeit der dunklen Wolken kennengelernt, kurz bevor er den anderen Kristallträgern geholfen hatte die Welt zu retten. Hallo Geist. Natürlich habe ich dich vermisst! Warum warst du plötzlich weg? Naja, das kannst du mir später noch erzählen. Hihihi, ja Brodha hätten wir super zusammen besiegen können, aber jetzt bräuchte ich ganz dringend deine Hilfe. Kannst du mir bitte helfen, die Leute von dem Werk dieser... wie hast du sie genannt? ...Manthala-Fee zu befreien? Hihihi, lustiger Name.

Ohne jedoch eine Antwort auf seine Frage zu erhalten, stand der Schelm nun auf der Bühne und betrachtete die weinenden und schniefenden Zuschauer. Es brannte in seiner Seele, er konnte es einfach nicht ertragen, wenn jemand in seiner Nähe dermaßen niedergeschlagen und traurig war. Er musste einfach etwas unternehmen, egal ob der Geist des Schelmenkristalls ihm nun helfen würde oder nicht. Kurz überlegte er noch, dann wurde seine Aufmerksamkeit wieder auf den Anhänger, welcher auf seiner Brust unterhalb seiner Kleidung hing, gelenkt. Er spürte, wie sich eine wohltuende Wärme von neuem um den Kristall legte und immer intensiver wurde, jedoch verbrannte er die Haut des Jungen nicht. Es war ein angenehmes Gefühl, welches sich in ihm ausbreitete und so lies er nun endlich auch von der Umklammerung des Anhängers los und breitete seine Hände, zusammen mit seinen Armen, zu je einer Seite seines Körper aus.
Und dann geschah es! Zunächst war es nur ein einfaches leuchten in sämtlichen existierenden Farben, welches sich unter seinem Hemd bemerkbar machte, aber dann brach ein wunderschöner Regenbogen aus seiner Brust hervor. Er stieg immer höher und höher und breitete sich immer weiter über die Zuschauer aus, genau in jene Richtung, in der eine vermummte gestallt stand und in welche die Grauschelmin unterwegs war.

Yann erhob seine Stimme und forderte wagemutig die Dunkelelfe heraus. Und fast zum gleichen Augenblick entfaltete auch die Macht, des gewirkten Zaubers seine Wirkung. Wie feiner Blütenstaub im Frühjahr, begann aus dem Regenbogen irgendetwas auf die Menschen in dem Umgebung herab zu regnen und es dauerte keine fünf Minuten bis die Meisten aufhörten zu weinen und zu schluchzen und ebenfalls wieder froh und munter wurden. Fröhliche Gedanken schienen sich bei ihnen wieder auszubreiten und begannen sie von neuem zu jubeln und zu lachen.
Voller Glückseligkeit betrachtete der Junge das Wirken der Magie und freute sich über alle Maße, dass er es geschafft hatte, jenes Tun von Vlune zu übertrumpfen und den Leuten wieder die Freude zurück gebracht hatte.

Ich danke dir, Geist, für deine Hilfe. Danke!, dachte der Schelm noch, bevor erneut Worte an seine Ohren drangen. Diese jedoch waren bei weitem nicht so fröhlich und glückselig.

"Welch Zauberwerk ist das?! Hast du die Schriftrolle der Schelmenmagie gefunden, kleiner Bastard?!?!!?", brachte Vlune voller Wut und Zorn noch hervor, bevor sie vom Stab des verhüllten Mönches getroffen wurde. Yann betrachtete das Schauspiel und grinste dabei übers ganze Gesicht.
"Das ist die Kracht der Freude!", rief er über das Publikum hinweg seiner Opponentin zu, während diese auf dem Boden lag und bereits irgendetwas stammelte, dass der Junge nicht verstehen konnte. Ihr Blick war nicht länger auf ihn gerichtet, sondern auf die verhüllte Gestallt.
Die Zuschauer waren nun wieder vollauf begeistert und schienen die Vorstellung erneut in vollem Maße zu genießen. Yann sprang nun ebenfalls von der Bühne, vollzog dabei einen beeindruckenden Salto, landete auf seinen Füßen und wandte seinen Blick kurz zu Lyrien. Diese strahlte auch über das ganze Gesicht und konnte er da vielleicht sogar Stolz erkennen? Schnell jedoch richtete er wieder seine Aufmerksamkeit auf den Mönch und seine Gegnerin. Radschlagend überwand er den Zwischenraum, zwischen sich und ihnen und stand urplötzlich hinter der Dunkelelfe. Er tippte ihr auf die Schulter und machte eine abwinkende Handbewegung, wobei er noch immer äußerst schelmisch über das ganze Gesicht grinste. Er war so voller guter Laune und Frohsinn, vollgepumpt mit magischer Kraft des Kristalls, das ihm diesmal sogar ein Zauber gelang, den er eigentlich kaum hätte wirken können und so rutschte Vlune ganz plötzlich und unerwartet sämtliche Kleidung und Ausrüstung vom Körper. es hatte gerade so den Anschein, als sei der Stoff dermaßen weit geworden, dass er keinen Halt mehr an dem schlanken Körper der Dunkelelfe fand und so schnurstracks zu Boden glitt, bis sie völlig entblößt vor dem Jungen, dem Priester und dem Publikum stand.
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Re: Gauklerwettstreit - Finale

Beitrag von Erzähler » Montag 20. April 2009, 10:44

Vlune stierte Tahmo böse an. Ihr war nicht einmal mehr zum Grinsen zumute, obwohl sie jetzt erkannt hatte, dass es sich um den verwandelten Esel handelte. Sie war wütend. Kam dieser dumme Junge doch einfach dahergelaufen und vermasselte ihren Auftritt! Wie sollte sie denn jetzt zaubern und das Publikum ärgern, wenn dieser Möchtegern-Stabschläger ihr auf den Kopf schlug, dass sie sich die Zunge aufbiss?!
Aus dem Mundwinkel rann Blut, aber die Nachtelfe interessierte dies nicht. Ihre ganze Aufmerksamkeit galt dem Priester-Esel vor ihr. Der jedoch wurde abgelenkt und schaute an Vlune vorbei, hinüber zu Yann und dessen magischer Offenbarung eines Regenbogens, welcher die Gemüter der Zuschauer wieder fröhlich stimmte. Auch in Tahmo weckte die Magie des Schelmenkristalls die Lebensgeister. Sämtliche Müdigkeit wurde abgeschüttelt. Er vergaß für einen Moment die Tatsache, dass sein Gesicht mehr einem Maultier als einem Menschen glich, sondern schöpfte Kraft aus den guten Gedanken. Sein Herz war beflügelt von den freudigen Gefühlen, die der Regenbogen aussandte. Es lenkte ihn ab. Und am liebsten wäre Vlune jetzt auf diesen kleinen Störenfried losgesprungen, hätte ihn attackiert, gekratzt und gebissen - denn zaubern blieb ihr vorerst ja verwehrt -, doch dazu kam es nicht.
Kaum dass sie sich aufgerichtet hatte, legte sich ein Finger auf ihre Schulter und tippte sie an. Vlune drehte den Kopf. Der Schelmenjunge Yann stand hinter ihr, machte eine abwinkende Bewegung mit der Hand, als schüttelte er Spinnenweben von sich und grinste. Zornig verzog Vlune das Gesicht. "Waff ffoll daff für ein FFchelmenfzfauber ffein?", krakelte sie. Nicht einmal sie selbst verstand sich richtig. Sie sprang nun auf ihr Füße und hob die Hand, um Yann erneut einen Stoß zu verpassen, wie schon vorhin auf der Bühne. Doch was war das? Ihr Harlekinskostüm schien gewachsen zu sein, es war viel zu groß! Und es rutschte ihr in jenem Augenblick von den Schultern.
Das Publikum hatte längst begriffen, dass sich die Vorstellung nicht mehr auf der Bühne abspielte. Alle schauten zu der kleinen Gruppe zwischen ihnen: der Schelm Yann, die neue Konkurrentin Vlune und jetzt auch noch ein Helfer Yanns, der sich zum Spaß eine Eselsmaske aufgesetzt hatte! Die Menge klatschte begeistert. Pfiffe und Jubelrufe erfüllten den Platz. Alles wechselte aber in lauthalses Gelächter und Jauchzen, als das Narrenkostüm vom Körper der Nachtelfe rutschte. Es folgte die Unterwäsche und schon stand Vlune, die Schadenfreudige, Grauschelmin aus dem Nachtelfenreich, splitternackt vor den Massen. Sie starrte Yann ungläubig an.

In diesem Moment ließ der Regen endgültig nach und Sonnenstrahlen suchten sich ihren Weg in die Stadt. Sie breiteten sich rasch aus. Lysanthor zeigte seine wundervolle Sonnenkugel, die die Wolken beiseite schob.
"Aaaaaaaarrrrgggghhhh!", kreischte Vlune auf. Als Nachtelfe vertrug sie Sonneneinstrahlung überhaupt nicht. Auf ihrer Haut bildeten sich bereits rote Pusteln, von denen einige aufplatzten. Unter Schmerzen und Schreien, ihr Kostüm wie einen Sack Lumpen packend taumelte die Frau durch die Menge. Viele wichen ihr aus, erschraken sich plötzlich wegen der platzenden Hautpusteln. Vlune stolperte über den Platz und suchte sich eine dunkle Nische.
"Das wirst du mir büßen, Yann-Schelm! Wenn ich erst die magische Schelmenschriftrolle gefunden habe, kehre ich zurück und ... argh ... arrrgh, dieser Schmerz!" Sie verschwand hinter der nächsten Biegung und blieb verschwunden. Einen Moment lang herrschte Stille. Dann aber kreischte das Publikum laut auf. Einige packten Yann und hoben ihn auf ihre Schultern und auch Tahmo wurde aufgenommen. Man hielt ihn fälschlicherweise für einen Helfer des jungen Schelms. Beide wurden über den Platz und zur Bühne getragen, wo der Herold bereits grinsend wartete. "Gratulation!", rief er Yann zu. "Für diesen überragenden Auftritt hast du dir wahrlich den Hauptpreis verdient!"

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Re: Gauklerwettstreit - Finale

Beitrag von Tahmo » Montag 20. April 2009, 18:58

Tahmo war noch ganz gebannt gewesen von dem Schaußpiel welches sich ihm gerade dargeboten hatte.
Was für Magie ist das? Ich fühle mich so... fröhlich! Glitzernder Staub regnete wie Schneeflocken auf die Zuschauer und auch auf Tahmo herab. Jede einzelne Flocke war wie eine wärmende Berührung auf der eigenen Seele. Das allgemeine geschluchze und geweine verstummte... Der böse Zauber von Vlune verblasste allmählich, während Tahmo weiterhin den Gaukler dort auf der Bühne anstarrte.
Er macht den Zauber der Dunkelelfe einfach Rückgängig! Vielleicht... Der Regenbogen des Schelmenkristalls verblasste allmählich wieder und das helle gefunkel in der Luft erlischte.

Tahmo blinzelte ein paarmal, das Hier und Jetzt hatte ihn und seine Gedanken wieder als sich der bunte Zauber des Gauklers auf der Bühne auflöste.
Die Leute rings herum schauten inzwischen größtenteils nicht mehr auf die Bühne, sondern auf Tahmo sowie Vlune. Sie gingen etwas auf Abstand, sodass sich eine Kreisförmige freie Fläche bildete, in deren Mitte Tahmo in der weiten Robe sowie Vlune direkt vor ihm und nur wenige zentimeter von ihm entfernt, stand.
Der junge Abenteurer schluckte knapp, der Gaukler hatte ihn mit seinen Zauber so sehr abgelenkt das er die Dunkelelfe fast vergessen hätte.
Seine Augen wanderten sehr langsam zu Vlune hin. Uh...Oh.. Dachte er leise und wieder mit dem zurückkehrenden, unguten Gefühl in der Magendgegen.
Hastig schob er sich zwei Schritte rückwärts, um Vlune besser im Auge zu behalten sowie ein wenig Reichweite zwischen Sich, seinem Stab und Vlune zu bekommen.
Er schluckte, die Dunkelelfe sah ihn nicht gerade nett an. Eher wie ein wütendes Tier, zum Sprung bereit, welches ihm die Augen auskratzen wollte und dessen Zunge halb aus dem Maul hing. Musste er sich nun auf einen Kampf gegen die Dunkelelfe einlassen? Der leere Kreis der sich um ihn gebildet hatte erweckte stark den Eindruck einer Arenamitte in welcher sich Krieger bis zum Tode bekämpften.
Und so wie Vlune dreinblickte, würde er noch keinerlei Chancen gegen sie haben.
Seine Knie wurden wieder weich, am liebsten wäre er nun gerannt. Die Verzauberrung und vor allem die dicht zusammen gedrängte Menschenmenge hinderten ihn aber daran.
Während Vlune Tahmo anstarrte und dieser zurück stierte, schwang sich Yann vollkommen unbemerkt und mit akrobatischer Eleganz von der Bühne.
Er schlug ein paar Räder, bis er ebenfalls in dem leeren Kreis war. Nun war die Aufmerksamkeit der umliegenden Menschenmenge wirklich völlig auf die beiden gerichtet.
Was hat der denn vor? Hilft er mir vielleicht? Oh Faun steh mir bei... Aufmerksam schielte Tahmos Blick an Vlune vorbei und zu Yann, welcher der Dunkelelfe völlig unerschrocken auf die Schulter klopfte.
Vlune verzog zornig das Gesicht und zog lautstark die Luft ein, ehe sie sich langsam zu Yann herum drehte um ihn lauthals anzuschreien!
Tahmo entspannte sich leicht, als Vlune ihm wieder ihren Rücken zuwandte. Der Gaukler dort machte irgendwas, Tahmo fühlte plötzlich eine leichte Regung in der Luft, unmerklich und unbekannt... Für ein paar Sekunden war er mit verwundertem Geiste abgelenkt. Was...?
Ehe Vlune die Hand hob und ihr plötzlich die Kleider vom Leib rutschten, alle! Komplett!

Es war, als hätte man die Zeit angehalten. Überrascht starrte Tahmo die nackte Rückseite der Dunkelelfe an. woah... war wohl der einzige Gedanken der ihn durch seinen Kopf schoß, während er mit halb offenem Mund nach vorne starrte. Hätte er seinen normalen Kopf noch, so wäre er nun wohl feuerrot im gesamten Gesicht angelaufen, sofern ihm der Lebenssaft dazu noch gereicht hätte. Der junge Abenteurer blinzelte kurz, ehe er sich angestrengt in den Kopf rief das man nackte Frauen nicht so unverholen anstarren sollte. Selbst wenn es nur deren Hinterseite war. Aber um beschämt grinsend seinen Kopf abzuwenden, brach plötzlich die düstere Wolkendecke auf. Goldene Strahlen des Lysanthor-Gestirns regneten nun anstelle des Regens, warm auf den Schauplatz nieder.
Plötzlich kreischte die Dunkelelfe spitz und gellend auf, rote Blasen bildeten sich auf ihrer Haut und platzten mit einem ploppenden Geräusch.
Tahmos Gedanken kehrten sich schlagartig zu leichtem entsetzen um, ehe er nun statt vor Scham, eher vor Ekel den Blick von der entblätterten Vlune abwandte.
Diese stürmte, als wäre alles Böse hinter ihr her, an dem jungen Abenteurer vorbei und zwischen der Menge hindurch. Eine heillose Flucht vor der Sonne ergreifend.
Tahmo blickte er kurz nach, ehe die laut aufjohlende Menge ihn kurz zusammenzucken lies. Hastig zog er sich wieder die Kaputze über den Kopf und krallte sich an seinem Stab fest. Die Leute um ihn herum schlossen den Kreis wieder. Er spührte Hände die ihn packten wo sie ihn gerade erwischten, ehe er über die Köpfe der johlenden Meute gehoben wurde.
Was ist denn jetzt los! Waah!
Die Bühne rückte näher, ehe er etwas unsanft von drückenden Handflächen auf dem hölzernen Bühnenboden plumpste.
Ufff!
Dem Anderen erging es anscheinend ähnlich. Auch er landete auf der Bühne, wenn auch ein wenig sanfter.
Tahmo rappelte sich hoch und zog sich den Zipfel der Kaputze noch ein Stück tiefer, während er neben sich den Herold sprechen hörte.
Überragender Auftritt? Tahmos Augen schielten zu Yann hinüber und blickten zu ihm, wie es wohl auch das gesamte Publikum tat. Meint der Herold etwa ich gehöre zu der...dem..da?
Tahmo blinzelte ein paar mal unter seiner Kaputze. Die Dunkelelfe war geflohen, sie konnte ihn nicht mehr entzaubern. Und nun wurde er anscheinlich als Partner von dem Gaukler dort gehalten. Die Dinge waren also wie schon fast sein Leben lang. Er war erneut in eine absolut verrückte Situation gestürzt, ohne das er viel hatte tun müssen. Der junge Abenteurer seufzte innerlich.
Naja... die Dunkelelfe ist weg. Aber... vielleicht kann mir der...die?..dort helfen. Nachdenklich sah er wieder Yann an.
Hm... muss wohl ein junge sein. Oder ein junges Mädchen?...Ne... junge. Ach..egal Schüttelte er kurz den Kopf, das waren einfach Gedanken über die er ein anderes Mal nachdenken sollte. Als erstes galt es immernoch den Eselskopf loszuwerden.
Zögernd bewegte er sich, mit dem Stab in der Hand und von der Robe verhüllt, auf Yann und den Herold zu.

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Re: Gauklerwettstreit - Finale

Beitrag von Yann Adamm-Ra » Montag 20. April 2009, 22:55

Yann stand noch immer bei seiner Gegnerin und dem vermummten Mönch, während er seinen letzten Zauber wirkte. Er hatte Vlune auf die Schulter getippt und so ihre Aufmerksamkeit auf sich gezogen, fort von dem fremden Mann. Dabei vollzog er eine abwinkende Handbewegung, wodurch seine Magie erst zu wirken begann. Ein breites Grinsen zeigte sich auf seinem Gesicht, welches eines wahren Schelmes wirklich würdig war.
Zwar vernahm er die zornigen und keifenden Worte seiner Opponentin, doch war es unglaublich schwer diese zu verstehen. Da sich die Dunkelelfe auf die Zunge gebissen hatte, klang ihre Stimme äußerst verworren und zusammenhanglos. "Waff ffoll daff für ein FFchelmenfzfauber ffein?", waren die Fetzen der Worte, welche sie versucht hatte von sich zu geben und welche der Junge aufschnappte.
Schließlich machte Vlune anstallten Yann erneut handgreiflich zu attackieren, doch dazu kam sie schon nicht mehr, denn die Zauberei des Jungen wirkte nun endgültig. Die Kleidung der Elfe schien sich zu weiten und immer breiter zu werden, bis sie gar keinen Halt mehr auf der zarten Haut der Schadenfreudigen hatte und so schnurstracks gen Erdboden sank. Jetzt stand sie nur noch in Unterwäsche bekleidet da und Yann betrachtete stolz sein Werk. Doch damit noch nicht genug. Als das Grinsen auf seinem Gesicht noch ein Stückchen breiter wurde, begannen auch die letzten Fetzen Stoff, welche den ansonsten bereits nackten Körper noch verdeckten, ebenfalls an Weite zu gewinnen und es dauerte nur noch einen Augenblick, bis auch diese es dem Harlekinskostüm gleicht taten und herab glitten.

Jenen Blick, mit welchem die Dunkelelfe nun den Jungen bedachte, konnte furchterregend sein, jedoch störte es Yann nicht weiter. Seine Stimmung war viel zu gut, als das er sich Gedanken darüber machte, was er seiner Gegnerin soeben angetan hatte. Auch die jubelnde und geifernde Menschenmenge, schien nicht unbedingt abgeneigt gegen diesen Anblick zu sein. Jedenfalls die männlichen Vertreter der Anwesenden erging es wohl so. Aber nichts desto Trotz lachten und klatschten die meisten Zuschauer Beifall und steigerten nur weiter die Aufgeregtheit des jungen Schelmes. Er wandte sich den Anwesenden zu und hob triumphierend seine Arme in die Höhe und wirkte so glücklich, wie schon sehr lange nicht mehr. Lyrien würde so stolz auf ihn sein.
Als nun auch noch der Regen aufhörte und die goldene Scheibe Lysanthors erschien, konnte es nur noch besser werden - so zumindest huschte ein einzelner Gedanke durch den rothaarigen Wuschelkopf, bis ein gellender Schrei alles übertrumpfte.

"Aaaaaaaarrrrgggghhhh!", brüllte Vlune auf, nachdem die ersten Sonnenstrahlen ihre Haut berührten.

Augenblicklich wandte sich Yann wieder seiner Gegnerin zu und konnte gerade noch erkennen, wie sich bereits rote Pusteln überall auf ihrem Körper bildeten. Aber damit noch nicht genug. Es sollte noch schlimmer kommen, denn diese Flechten brachen zu allem Überfluss auf und schmerzerfülltes Geschrei erfüllte die Luft.
Vlune packte so schnell es ging ihre herabgefallenen Kleidungsstücke und machte sich mit den Worten "Das wirst du mir büßen, Yann-Schelm! Wenn ich erst die magische Schelmenschriftrolle gefunden habe, kehre ich zurück und ... argh ... arrrgh, dieser Schmerz!" humpelnd und stolpernd auf und davon. Sie verschwand in einer dunklen Biegung lies den jungen Buntschelm, zusammen mit dem angeblichen vermummten Mönch bei der Menschenmasse zurück.
"Und jetzt?", fragte Yann etwas verwirrt vor sich hin mit leicht gesenktem Kopf. War er etwa enttäuscht, dass es schon vorüber war?
Als er jedoch seinen Blick wieder hob und begeisterten Mienen der Zuschauer sah, konnte er nicht anders als sich wieder Hals über Kopf zu freuen.

"Jahaaaa!", rief er aus, während er und der Vermummte von den Menschen gepackt, auf deren Schultern gehoben und zurück zur Bühne getragen wurden. Dort ließen sie die Beiden weider hinab und der bereits wartende Herold hieß sie mit gratulierenden Worten willkommen zurück. Er meinte, der Junge hätte mit dieser Vorstellung wahrlich den Hauptpreis dieser Disziplin verdient und so grinste und lächelte der Junge überglücklich bei diesen Worten. Auch wenn er es eigentlich nicht wollte, so achtete er in diesem Zustand des Überglücks zunächst nicht auf seinen neuen Helfer. Er schaute hinab zu den Zuschauern und suchte den Blickkontakt mit seiner Freundin. Als er sie fand konnte er sehen, dass auch sie äußerst glücklich schien. Dann bemerkte er, dass der Mönch mit der Eselsmaske langsam auf ihn zu kam.

"Danke für deine Hilfe. Die war sehr gut.", war das Einzige was er momentan zu Tahmo sagen konnte.
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Re: Gauklerwettstreit - Finale

Beitrag von Erzähler » Dienstag 21. April 2009, 23:16

Yann hatte es geschafft. Er hatte gewonnen! Er war der Sieger des Gauklerwettstreits!
Oh, welche Freude musste er empfinden. Jajaja, Yanni-Schelmchen. Das haben wir toll hingekriegt, was?, freute sich auch der Geist des Schelmenkristalls für ihn. Man brachte den Jungen auf Händen tragend bis auf die Bühne. Unten stand Lyrien und Tränen des Stolzes kullerten über ihre Wangen. Sie freute sich so für ihren kleinen Freund, dass sie sie nicht mehr zurückhalten konnte. Doch zugleich blickte sie auch neugierig. Wer war dieser fremde Mönch oder Priester, der da neben dem Schelm stand? Er trug eine Eselsmaske, die ziemlich echt wirkte. Noch ein Teilnehmer wie diese Vlune? Bisher hatte der Fremde seinen Mund nicht aufgemacht, sondern schaute nur unter der Kapuze hervor, die ihm viel zu groß war. Überhaupt wirkte er wie ein geschrumpftes Kind in seiner Kutte. Mochte er diese schlabberige Mode denn?

Lyrien bekam kaum Zeit, sich näher mit dem Fremden, der niemand Anderes als Tahmo war, auseinander zu setzen. Das Publikum riss die Arme hoch und rief immer wieder Yanns Namen. Sie verlangten den Herold herbei, der den Preis überreichen sollte. Nun, den eigentlichen Preis gab es erst am Ende des gesamten Turnieres, aber für den Sieger des Gaukeleien-Wettbewerbes winkte schon einmal ein symbolischer Pokal, wie man es nannte. Doch der Herold reichte Yann keinen dieser goldenen Becher. Er trat erst einmal an den Schelm heran, nahm seine Hand und riss seinen Arm in die Luft.
Das Publikum johlte.
"DER SIEGER DES GAUKLERWETTSTREITS: YANN ADAMM-RA!", verkündete der Mann. Dann stellte er sich hinter dem Jungen auf und legte ihm eine Kette um den Hals. Die Glieder waren aus Gold und am Ende baumelte eine ebenfalls goldene Kugel. Sie war nicht schwer, musste innen also hohl sein. Ihr Ende formte sich zu einem kleinen Narrenkopf. Ein wahrlich passender Pokal für einen Witzbold wie Yann.
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Das war aber noch nicht alles. Der Herold sprach wieder: "Die Narrenkette für den Sieger als Zeichen seines Triumphes!" Er drückte Yann einen Beutel in die Hand. "70 Fuchsmünzen Preisgeld und das ist kein Narrengold, hahaha! Zudem erhält der junge Adamm-Ra noch den Titel Turniersieger des Gauklerwettstreits. Lasst ihn hochleben!"

"HOCH!" "HOCH!" "HOCH!", brüllten die Zuschauer, so laut, dass die nächsten Worte des Herolds, die jetzt nur an Yann gerichtet waren, beinahe untergingen. "Kommt am Ende des gesamten Turnieres in die Arena. Dort erhaltet Ihr noch einen ganz besonderen Preis."
Der Mann schaute sich um. Es gab noch Preise für den Zweitplatzierten und einen Trostpreis. Unglücklicherweise hatten sich alle aus dem Staub gemacht. Diese Vlune war einfach verschwunden und Brodha hatte sich schon lange verabschiedet. Der Herold würde nach ihnen suchen lassen, doch ob man die Preise noch würde übergeben können, stand auf einem anderen Blatt. Er sah nun zu Tahmo hin: "Und Ihr seid wohl der priesterliche Kamerad und Mentor des jungen Schelms hier. So nehmt ihn mit Euch und feiert seinen Sieg! Das habt ihr beide euch redlich verdient." Mit diesen Worten verkündete der Herold nun noch das Ende der Veranstaltung und scharte die Turnierhelfer um sich, damit sie die Leute hinter die Absperrungen begleiteten und anfgingen, aufzuräumen. Die Menge zerstreute sich bereits, aber alle plauderten noch wild über Yanns kollossalen Sieg.

Lyrien erklomm die Bühne, stürzte sich in Yanns Arme und drückte ihren schelmischen Freund. "Du warst großartig! Und du bist wieder nüchtern! Ach, was für ein wundervoller Tag!" Sie drückte Yann gar einen Kuss auf die Stirn und knuddelte ihn wie ein Kind ihre Puppe. Endlich fand sie aber ihre Beherrschung zurück, richtete ihre Robe und drehte sich nun zu Tahmo. "Darf ich fragen, wer Ihr seid, Priester? Mein Name ist Lyrien N'ador, ich bin Heilerin. Sagt, wenn ich Euch nicht zu aufdringlich erscheine, aber warum tragt Ihr eine Eselsmaske? Sie wirkt wahrlich authentisch!"

Yann erhält 70 Fuchsmünzen Preisgeld und die Narrenkette als symbolischen Pokal

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