Die Stallungen

Jeder Pferdezüchter und –händler brachte damals seine Tiere in Kosrals Stallungen. Dort wurden sie nach Wunsch ausgebildet. Ob gehorsamer Ackergaul, ruhiges Ross für die Damen oder diszipliniertes Kriegspferd. In Kosral wurden sie alle ausgebildet.
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Die Stallungen

Beitrag von Erzähler » Dienstag 25. Juni 2019, 18:43

(Marga kommt von:Nächtlicher Besuch)

Kosrals Stallungen waren geräumig und überaus weitläufig. Ein ganzer Gebäudekomplex konnte hier die Reittiere einer ganzen Armee beherbergen, was sie jetzt wohl auch taten, denn überall war Knurren von Wargs und vereinzelt auch das Wiehern von Pferden zu hören. Zu Margas Linken lang ein hoch umzäunter Bereich in dem bestimmt 50 Wargs herum liefen, schliefen oder nun neugierig schnupperten. Ragna schien auch neugierig und hielt die Nase hoch. Sofort kamen ein paar der Tiere angerannt und gebärdeten sich wild und mörderisch am Zaun. Ragna blieb vollkommen gelassen und drehte ihnen das Hinterteil zu. Sofort begannen die anderen zu schnuppern und beruhigten sich zusehends. Marga erinnerte sich vielleicht am Rande, dass ihr Weibchen eine Alpha war und naturgemäß sich die meisten sofort unter ordnen würden... wie gesagt, die meisten, sicher nicht alle und Rangkämpfe waren bei Wargs nicht selten tödlich. Also sah Maga sich nach Einzelboxen um, wo sie Ragna unter bringen konnte, als ein Ork zu ihr trat.
„Hübsches Mädchen!“
Fast hätte sie drauf gewettet, dass sie wieder angemacht wurde, aber diesmal war es Ragna, die Marga die Show stahl und die Aufmerksamkeit auf sich zog.
„Wie viel für sie?“
Er ging näher auf das Wargweibchen zu und ließ einen sehr niederfrequenten Ton in seiner Brust erklingen. Ragna legte irritiert den Kopf schief und schnupperte neugierig an seiner ausgestreckten Hand.
„Wäre gut für Zucht.“
Da kam auch schon Gro um die Ecke, sah die drei, hab entschuldigend die Hand und machte wieder zwei Schritte zurück. Verstecken ging anders! Der Ork vor Ragna sah etwas irritiert aus.
„Was wollt ihr?“
Klar nahm er an, das der Riesentroll irgendwie zu der Menkin gehörte.
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Re: Die Stallungen

Beitrag von Marga » Sonntag 14. Juli 2019, 21:13

Marga lief die Straße entlang, die geballten Fäuste in ihren Ärmeln versteckt. Wer ist der größte Trottel? Trottel Nummer Eins auf der Mauer, Trottel Nummer Zwei auf der Mauer oder Trottel Nummer Drei, der geglaubt hat, es wäre eine gute Entscheidung, Trottel Nummer Eins und Zwei auf der Mauer zu postieren?

Sie hatte nach dem Weg gefragt und die beiden konnten sich nicht einmal auf einen richtigen Weg einigen. Marga war so verärgert, dass sie erst gar nicht merkte, dass sie einen riesigen Kerl im Schlepptau hatte, der langsam aufholte. Als sie das langsam realisierte, lief es ihr kalt den Rücken runter, aber sie versuchte sich nichts anmerken zu lassen.

Als sie die Gaststätte erreichte, las sie zur Sicherheit die Aufschrift auf dem Schild. „r-u-h-e-n-d...“ Das wird der ruhende Pilger sein, wenigstens war die Wegbeschreibung bis hierher verlässlich. In dem Moment schwang die Tür auf und Marga machte einen Satz zurück. Das beförderte sie ganz in die Nähe vom Großen.

Ein Mensch landete vor ihr auf dem Boden und ein Ork folgte drauf. Marga versuchte sich einen Reim darauf zu machen. Ein Koch und ein Ork, der nicht gescheit essen konnte? Was verbarg sich hinter dieser Szene? Bevor der Ork sich an sie ranmachen konnte, warf der Große einen Schatten auf ihn. Nicht, dass Marga auf Männer stand, die Lätzchen zum Essen brauchten.

Plötzlich kam Marga eine Idee. Sie richtete das Wort an den Menschen unter ihr: „Könnte sein, dass ich brauche einen Koch. Besorge dir eine Hose... saubere Hose und triff mich vor Stall.“

Sie hatte schon darüber nachgedacht, ob ihre Münzen ausreichten, jemanden zu bestechen, der von hier kam. Aber sie hatte nur Kupfermünzen in der Börse und die Dunkelelfen zahlten bestimmt in Silber. Aber sie konnte eine andere Währung bieten: Freiheit. Sie hoffte bloß, dass dieser Kerl interessiert war und genug über diese Stadt Bescheid wusste.

Der Große schob Marga in eine Richtung. Es war die richtige Richtung, denn bald schon konnte sie den Warg-Geruch nicht ignorieren. Dann sah sie ein großes Gehege mit unzähligen Tieren. „Nichts für dich, oder?“, fragte Marga ihre Begleiterin. Klar mochten die anderen Biester kleiner sein, aber wer wusste, was für bösartige Tricks sie auf dem Kasten hatten?

Also suchte sie nach einer einzelnen Unterkunft für Ragna. Dann machte ein Ork Komplimente. Marga wollte ihm böse in die Augen blicken, aber da erkannte sie, dass dessen Augen auf Ragna gerichtet waren. Und sofort versuchte er, Ragna abzukaufen.

„Sie ist treue Begleiterin, die ich nicht möchte vermissen.“, sagte Marga, „Aber wenn mein Meister bleibt lange in Stadt, wir können sie decken und werfen lassen und du kaufst den Wurf.“ Die Kindheit unter Bauern hatte ihr solchen Fachbegriffe gelehrt.

Aber vorerst brauchte Ragna eine Unterkunft – damit Marga auf diesen Straßen nicht auffiel. Wobei das mit dem nicht auffallen schwierig war, wenn man vom größten Mann der Stadt beschattet wurde.

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Re: Die Stallungen

Beitrag von Erzähler » Dienstag 16. Juli 2019, 20:02

Vor der Taverne richtete Marga das Wort an den gestürzten Menschen unter ihr:
„Könnte sein, dass ich brauche einen Koch. Besorge dir eine Hose... saubere Hose und triff mich vor Stall.“
Blaue Augen schauten hektisch unter ein paar wirren blonden Haarsträhnen zu ihr auf, die sich aus einem grob zusammen gefassten Zopf im Nacken gelöst hatten. Als der Koch sich erhob, maß er gut 1,85m und war gegen den Ork damit aber immernoch „klein“. Er hatte helle vom Wetter gegerbte Haut und wirkte gut trainiert, auch wenn er etwas verhungert für einen Koch aussah. Sollte jemand der mit Essen zu tun hatte nicht wenigstens einen kleinen Bauchansatz haben? Dieser wirkte mehr wie ein...??? Hatte Marga mal Piratengeschichten gehört? Wieso sie auf Pirat kam? Vielleicht wegen der Tattoowierungen auf seinen Unterarmen, wo mindestens ein Anker auf die Schnelle zu erkennen war. Der Smutje erhob sich eilig und stolperte davon, bevor abermals Aufmerksamkeit auf ihn fallen konnte. Hatte er zu ihrem Angebot genickt? Marga war sich nicht sicher. Sie hatte kein Geld, aber konnte eine andere Währung bieten: Freiheit. Sie hoffte bloß, dass dieser Kerl interessiert war und genug über diese Stadt Bescheid wusste, sofern er auf ihr Angebot eingehen würde und auch am Treffpunkt erschien. Der Große schob Marga weiter in eine Richtung. Dann sah sie ein großes Gehege mit unzähligen Tieren. „Triff mich vor Stall“, hatte sie gesagt. Das war ein sehr weitläufig gehaltener Treffpunkt. Die Gehege waren weitläufig und die Stallungen glichen einem eigenen kleinen Bezirk. Der Erstkontakt zu den anderen Wargs war auch nicht all zu herzlich.
„Nichts für dich, oder?“
, fragte Marga ihre Begleiterin. Klar mochten viele der anderen Biester kleiner sein, aber wer wusste, was für bösartige Tricks sie auf dem Kasten hatten? Und sicher würde das ein oder andere Tier darunter sein, dass Ragna ernsthaft gefährlich werden könnte, also suchte sie nach einer einzelnen Unterkunft für Ragna.
Dann machte ein Ork Komplimente. Marga wollte ihm schon böse in die Augen blicken, aber da erkannte sie, dass dessen Augen auf Ragna gerichtet waren. Und sofort versuchte er, Ragna abzukaufen.
„Sie ist treue Begleiterin, die ich nicht möchte vermissen... Aber wenn mein Meister bleibt lange in Stadt, wir können sie decken und werfen lassen und du kaufst den Wurf.“
Die Kindheit unter Bauern hatte ihr solchen Fachbegriffe gelehrt und der Stallmeister nickte ein paar mal in kleinen kurzen Bewegungen, wobei er auch ihren großen „Schatten“ nicht aus den Augen verlor. Er schien jedoch zufrieden mit dieser Antwort und sah sich nach einer freien Box um, die hier früher wohl ausschließlich für Pferde gemacht worden waren, doch jetzt ausgesuchten Wargs ein weiches Bettchen lieferten. Gro Ssaar stand nicht mal halb verborgen hinter einer Stallwand und hatte die Hand abschirmend halb vor seine Augen gehoben. Eigentlich schaute sogar ein Großteil seines Bauches hervor. Nur sein Kopf war zu gut zwei Dritteln verdeckt. Er verhielt sich wie ein kleines Kind, dass sich für gut versteckt hielt, wenn es sich die Augen zu hielt. Ganz im Sinne, sehe ich dich nicht, so siehst du mich auch nicht, nur dass das bei einem Riesentroll und wahrscheinlich auch sonst niemand wirklich funktionierte. Im Hintergrund trieb gerade ein Ork einen Menschen vor sich her und stieß ihn immer wieder mit einem gewaltigen Hammer an, der in einer Schlacht wohl verehrenden Schaden hervorrufen könnte. In den Stallungen arbeiten hauptsächlich Sklaven und Orks. Der Treiber sah den Troll und schaute sich nachdenklich um, dann sah er Marga, lachte kurz auf und ging dann weiter. Wer weiß, wie er die Szene interpretierte. Die Stimme des Stallmeisters unterbrach Margas Beobachtungen:
„Sie bekommt ein Korb Fleisch am Tag. Wer is dein Meister?“
Er hatte sich einer kleinen Schiefertafel an der Wand genähert und wartete wohl auf Farnacos Namen, der dann wohl die Kosten für die Unterbringung zu begleichen hatte. Marga nannte ihn sicher und er trug ihn auf seiner Liste ein.
„Hat sie Namen?“
Auch diesen trug er dann dazu. Dann besah er sich noch einmal Ragna zufrieden und rechnete vielleicht schon mit einer kleinen Horde junger Welpen. Er gab noch einmal dieses merkwürdige Brummen von sich, dass Ragna zu gefallen schien.
„Is gut, dass da bist. Hab guten Burschen für dich! Wird dich pflegen, also nich beißen, meine Hübsche!“
Er grinste Ragna an und schien sich sowieso die ganze Zeit mehr mit ihr zu unterhalten als mit Marga. Vielleicht erinnerte sie der Ork Marga auch ein bisschen an ihre Zeit, in der sie Orok kennen gelernt hatte. Auch er konnte gut mit Wargen umgehen. Er hatte ihr beigebracht, wie man sie gefügig machte. Ein gedämpftes näher kommendes Rasseln, aus einer kleinen Gasse zwischen den Stallungen, lockte sie sich in eine bestimmte Richtung zu drehen und da war er plötzlich!

OROK!

Sie erkannte ihn sofort, trotz der vielen blauen Flecke, die seiner Haut fast schwarz färbten. Sein schwarzer Iro hing ihm schief, länger als zuvor, von irgendetwas verklebt seitlich am Kopf herab. Sein junger vor Kraft strotzender Körper wirkte etwas ausgezehrt, aber am schlimmsten war der Geruch, der von ihm herüber wehte. Der Gestank kam wohl zum größten Teil von den zwei großen Tonnen, die er an einem Querbalken über seinen Schultern trug. Das Rasseln kam von einer Kette zwischen seinen Füßen, die mit einer Kette um seinen Hals verbunden war. Von seiner einstigen Kleidung war nur noch eine Hose vorhanden und auch die hielt nur noch aus gutem Willen an seinem Körper fest. Der Ork an Margas Seite rief:
„STINKER!...“
Oroks Kopf hob sich langsam in Margas Richtung.
„DIE HINTEREN BOXEN STALL SIEBEN MÜSSEN NOCH SAUBER GEMACHT WERDEN!“
Oroks Blick wirkte genervt, aber er nickte ergeben und hatte sich schon fast wieder abgewandt, als seine Last krachend zu Boden ging. Der Ork neben Marga stöhnte und wandte sich genervt seinem neusten Zugang Ragna zu. Nur deshalb entging ihm der Blick, den Orok nun Marga zuwarf:
Unglaube, dass sie wirklich hier war,
Angst ließ in sich schnell umsehen, ob jemand sie beobachtete,
gefolgt von einer lautlosen Warnung, dass sie ihn besser nicht kennen sollte.
Schnell schob er mit einer kleinen Schippe den Unrat zurück in die Tonnenfässer und schulterte sie erneut. Er wagte es nicht sie noch einmal anzusehen und ging weiter. Den Troll hatte er gewiss nur nicht gesehen, weil er auf dem Hauptweg stand und Orok zwischen den Ställen in einer schmalen Gasse hockte, die er nicht einsehen konnte.

Viel zu schnell war Orok wieder aus ihrem Blickfeld verschwunden, aber jetzt wusste sie, dass ihr Verlobter noch am Leben war... ein Sklave seiner eigenen Rasse, ein Sklave der dunklen Armee, aber am Leben. Er schaufelte Scheiße, aber er war am Leben.

Ragna winselte leise, denn sie bemerkte sicher den Stimmungswandel in ihrer Herrin. Wohl wegen dem übermächtigem Geruch der Wargfäkalien, der Orok anhaftete, hatte sie ihn noch nicht gewittert. Sie leckte über Margas Hand und das raue Kratzen ließ diese schnell ihre Fassung wieder gewinnen. Der Stallmeister nickte dem Wargweibchen zu und brummte, was sie zu beruhigen schien.
Als Marga dann einmal ihren Blick zurück zum Troll schweifen ließ, stand neben dem, halb im Schatten seines Bauches verborgen, der Menschenkoch und beobachtete sie.
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