Gefangenschaft

In diesem Gebäude residierte der Herrscher der Stadt, ein König, dessen Namen bereits in Vergessenheit geriet. Nur seine Festung mit dem Thronsaal darin kündet noch von seiner Regierungszeit.
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Re: Gefangenschaft

Beitrag von Janay » Sonntag 12. Dezember 2010, 14:06

Selbst wenn Janay misstrauisch gewesen wäre gegenüber ihrer Situation, viel misstrauischer, als sie es im Moment war, hätte sie vermutlich nicht damit gerechnet, was in ihrer Abwesenheit geschah und dass sie geprüft worden war. Sie glaubte sich relativ sicher, aus dem einfachen Grund, weil sie Véllin viel zu Trieb behaftet einschätzte, seit sie diese neue Seite an ihm gesehen hatte.
Außerdem hatte sie in den letzten Jahren viel zu oft Männer in ähnlichen Situationen erlebt. Sie waren leicht zu manipulieren, sobald man nur wusste, wie man es anstellen musste. Und da ihr sogenannter Onkel sehr versessen auf sie gewesen war und sein Ziel noch nicht erreicht hatte, war sie recht zuversichtlich, dass sie vorerst in einer trügerischen Sicherheit sich befand. Sonst hätte sie sich vielleicht nicht so gehen lassen und das Bad derart vollkommen genossen.
Allein die Hitze des Wassers machte bereits schläfrig und wenn sie sich nicht irrte, war sie sogar flüchtig eingenickt. Nun jedoch blinzelte sie und versuchte, bei Sinnen zu bleiben.
Dadurch bekam sie auch verhältnismäßig gut die Worte der Sklavin mit und warf ihr mit hochgezogener Braue einen skeptischen Blick zu, als diese eher ausweichend antwortete. Sie hatte doch nicht das jetzige Leben, sondern das davor gemeint! Wie es derzeit aussah, war der jungen Frau viel zu klar, sie konnte es sich gut genug vorstellen.
Die Kleine verstummte auch mitten im Wort und schien begriffen zu haben.
Bei der Entschuldigung winkte sie nur ab und legte sich wieder entspannter in die Wanne. Die Augen schloss sie wieder und lauschte der Stimme.
"Hm... nimm den Waldfrieden.", entschied sie, ohne zu ahnen, was sich dahinter verbarg. Sie hoffte, es wäre ein Duft, der ihr nicht zu unangenehm in der Nase liegen würde. Würde er Véllin nicht gefallen, hätte sie immerhin die Ausrede, dass sie den Namen passend gefunden hatte. Pfirsich war absolut nicht ihrs und die anderen drei würden auch nicht sonderlich gut ihr zu Gesicht stehen. Leider war Lavendel nicht dabei, das hätte sie am meisten bevorzugt. Nun ja, Hauptsache, sie konnte sich endlich wieder gründlich waschen!
Janay hörte die andere herumhantieren und hob ein Lid an, als sie glaubte, das Mädchen wäre wieder bei ihr. Was sogar stimmte und sie schnupperte neugierig an dem Flakon.
Mit einem Nicken gab sie ihre endgültige Zustimmung und schloss auch das Aug wieder. Der Duft war nicht zu penetrant und verbreitete sich unaufdringlich, um danach an ihrer Haut wohl haften zu bleiben, wie eine Ahnung von etwas noch viel Schönerem. Irgendwie passend für ihre Situation...
Innerlich seufzte sie und konzentrierte sich auf die Stimme. "Talimée...", wiederholte sie leise, um ihre Zunge daran zu gewöhnen.
Sie würde versuchen, ihn sich zu merken, und trotzdem nur dann aussprechen, wenn sie sicher sein konnte, dass niemand sonst es hören würde. Es wäre nicht gut für ihre Position unter den Dunkelelfen, denn Sklaven hatten an sich keine Namen zu haben. Geschweige denn, dass die Herren sich die Mühe machen und sie sich einprägen würden.
Wohlig entspannt seufzte sie auf, als das Mädchen sich ihrem Kopf zuwandte und ihre Haare endlich wieder Pflege erfuhren. Etwas, was schon längst überfällig war.
Danach lauschte sie den Worte und setzte sich aufrechter hin, damit die Kleine besser zu ihrem Rücken gelangen konnte.
"Hellseherin...", murmelte sie und sah zu ihr hin, mit einem feinen, angedeuteten Grinsen. "Vielleicht hatte es ja einen Sinn, dass du es nicht wusstest... Auf welche Art kannst du deine Gabe benützen?" Da war sie natürlich neugierig geworden. Vor allem die Frage, ob sie die restliche Zeit hier heil überstehen würde, brannte ihr auf der Seele.
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Re: Gefangenschaft

Beitrag von Gestalt » Montag 13. Dezember 2010, 19:47

Der Waldfrieden breitete sich zusammen mit dem Dampf des heißen Wassers im Raum aus. Der Name passte zu dem kleinen Flakon, dessen Flüssigkeit darin von tannengrüner Farbe war. Ähnlich duftete es nun auch. Wenn man die Augen schloss, konnte man sich schnell einen Wald zur frischesten Jahreszeit vorstellen, kurz nachdem es geregnet hatte. Überall roch es nach Laub, Erde und Moos. Zudem erweckte diese milde Kombination ein Gefühl von Freiheit wie es nur die Waldtiere kannten.
Talimée wischte sich über die Augen. Zu gut, hatte es ihre Herrin nicht bemerkt. Sie vermisste den Wald, ihr Dorf und die Harmonie, die stets darin geherrscht hatte. Sie vermisste die morgendlichen Sonnenstrahlen auf der Haut und das feuchte Gefühl an den Knöcheln, wenn sie durch vom Tau bedecktes Gras spazierte. Es schnürte ihr fast die Kehle zu, wenn sie daran dachte, bis zu ihrem – vermutlich baldigen – Lebensende entweder in den kosralschen Verliesen oder unter den verschwitzten und stinkenden Körpern von Dunkelelfen und Orks liegen zu müssen. Es schüttelte sie bei der Vorstellung, von einer dieser Bestien geschwängert zu werden, so wie es bei ihrer Freundin geschehen war. Diese hatte sich noch in derselben Nacht das Leben genommen – mit einem Strick, den sie aus dem Stoff ihrer Lumpen geformt hatte.
Die Sklavin unterdrückte ein Schluchzen. Noch einmal wischte sie sich über die Augen und musste dann blinzeln, denn sie hatte Seifenwasser hinein bekommen. Das brannte etwas. Janay musste zwischenzeitlich kurz eingenickt sein. Soeben hob sie den Kopf wieder und Talimée setzte ihre Erzählungen fort. Außerdem wusch sie die Haare der anderen.
Janay schien sich besonders für ihre Gabe, das Hellsehen, zu interessieren. Die Elfe wunderte es nicht. Viele horchten sofort auf, wenn sie davon erzählte und mindestens jeder zweite erbat dann einen Blick mit dem zweiten Gesicht auf dessen Zukunft. „Ich muss Dinge oder Personen berühren, aber es funktioniert nicht immer. Außerdem muss die Stelle, an der ich sie berühre, die richtige sein.“ Sie dachte daran, als sie den Leib ihrer Freundin angefasst und das Bildnis eines grünlichen Elfensäuglings vor ihren Augen erblickt hatte. Sie war die Überbringerin der Nachricht gewesen, die zunächst niemand glauben wollte, sich aber dann durch Übelkeit und eine ausbleibende Periode bestätigt – und die andere Elfe in den Selbstmord getrieben – hatte. Talimée schluckte leer.

„Ich könnte versuchen, Eure Zukunft vorherzusagen, Herrin. Das heißt, wenn Ihr es wünscht und wenn es in eine bestimmte Richtung geht. In Herzensangelegenheiten, mit dem Kommandant zum Beispiel, sollte ich meine Hand auf Eure Brust legen.“
Die Sklavin unterbrach ihre Schrubberei. Sie wartete auf eine Antwort. Vielleicht wäre Janay wirklich an einer Vorhersage möglicher Liebesbeziehungen interessiert. Was sie wohl nun sagen würde?
Talimée schob sanft den Arm ihrer Herrin erst beiseite und dann hielt sie ihn vorsichtig nach oben. Sie wollte Hüfte und Achsel waschen. Doch plötzlich hielt sie inne. Ihre Hand umschloss Janays und Talimées goldener Blick starrte ins Leere. In ihren Augen funkelte ein silbriger Punkt, ganz klein zuerst. Dann breitete er sich über die gesamte Pupille aus, bis diese einen milchigen Glanz angenommen hatte. Sekunden später war es auch schon wieder vorbei und das schwarz der Pupille kehrte zurück. Die Sklavin starrte Janay direkt an. Rasch, beinahe scheu, zog sie ihre Hand zurück und senkte den Kopf. Hauptsächlich aber, um ein hoffnungsvolles Lächeln zu verbergen. Die Bilder ihrer Vision gefielen ihr.
„Ich … habe Euch eben gesehen, Herrin“, hauchte sie demütig, denn sie vermutete bereits, dass die andere würde wissen wollen, was das eben sollte. „Ein Zukunftsbild. Ich folgte Euch durch Wälder und auf eine weite Ebene. Werdet Ihr reisen, Herrin? Werdet Ihr …?“ Sie verstummte. Jetzt wagte sie zu viel. Sie konnte doch nicht fragen, geschweige denn bitten, ob diese exotische Elfe eine unbedeutende Sklavin mitnehmen würde!
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Re: Gefangenschaft

Beitrag von Janay » Montag 13. Dezember 2010, 21:17

Die junge Frau hatte eine viel zu anstrengende Reise durch zwei verschiedene Wälder hinter sich, als dass sie sich das wirklich noch vorstellen wollte, wie es wäre, wieder direkt darin zu sein. Auch wenn der Duft recht angenehm und die Farbe grün war, wollte sie einfach nur entspannen und an nichts denken, schon gar nicht an die letzten Tage oder ihre Begleiter, die sie schon so gut wie vergessen hatte, seitdem sie ihr Möglichstes für sie getan hatte. Blieb ihr nur zu hoffen, dass es nicht zu penetrant an ihr haften bleiben würde, als wie ihre eigene Nase es vertrug.
Trotzdem war auch ihr Innerstes empfänglich für die Illusion von Freiheit, die sie genauso haben wollte wie die Sklavin. Allein ihre Ausgangsposition war eine andere und vorläufig noch bessere, was sich jedoch viel zu rasch ändern könnte. Sie wollte einfach ihre Schritte wieder selbstständig lenken können und nicht fürchten müssen, demnächst ihrem Vater gegenüber stehen zu müssen.
Dabei hatte sie ihre Augen wieder geschlossen und genoss das wohlige Gefühl des heißen Bades. Dadurch bekam sie nicht mit, wie die Kleine sich verstohlen mehrmals übers Gesicht wischte, um die aufkommenden Tränen zu verbergen.
Ob sie erneut einnickte oder nicht, wusste sie nicht zu sagen, vielleicht für ein paar Sekunden oder sogar einige Minuten, als ihr Kopf plötzlich zu schwer wurde und sie abrupt ihre Lider wieder anhob.
Auch sie musste blinzeln, um ihre Augen offen halten zu können, und lehnte sich danach zurück an den Badewannenrand, lieferte sich ein weiteres Mal den Händen in ihrem Haar aus.
Sie lauschte der Erklärung und verzog leicht gequält die Lippen. Verdammt, das würde ihr vermutlich nicht sonderlich viel weiterhelfen können. Denn wo sollte das Mädchen sie berühren, um eventuell sehen zu können, ob sie hier heil heraus kam oder nicht? Das war eine viel zu allgemeine Frage, als dass es wohl funktioniert hätte.
Leise seufzte sie und begrub die Hoffnung bereits, dass sie es im Vorhinein erfahren könnte. Also blieb ihr nur, die Zähne zusammen beißen, sobald es soweit wäre, und durch... mal wieder.
Kurz darauf allerdings blickte sie Talimée ruckartig, mit fast schon entsetztem Blick an. Bloß nicht! Sie wollte von Véllin so wenig wie möglich wissen und am besten ganz weit von ihm entfernt sein! Da gab es keine Gefühle mehr, außer Angst, die fast schon an Panik grenzte. Die kindliche Ehrfurcht, die sie früher immer für ihn empfunden hatte, hatte er viel zu einfach zerstören können, indem er ihr sein wahres Gesicht zeigte. Eines, auf das sie gerne verzichtet hätte. Doch woher sollte die Kleine das wissen?
Sie musste sich ins Gedächtnis rufen, wie sie auf alle wirken sollte, vor allem auf eine Sklavin, die danach ausgefragt werden würde. Also wollte sie sich bemühen, sich wieder zu entspannen, und abwinken, als sie bemerkte, wie der Griff um ihre andere Hand etwas fester wurde.
Ihre Augenbraue hob sich automatisch und sie beobachtete mit leicht klopfendem Herzen, dass sich da was im Gesicht der anderen veränderte. Unwillkürlich hielt sie den Atem an und ließ ihn erst wieder langsam aus ihrer Lunge entweichen, als sich der Blick zurück verwandelte, der seltsame, beinahe beängstigende Ausdruck verschwand.
Was hatte sie gesehen?! War es überhaupt so etwas gewesen, von dem sie gerade erst gesprochen hatte?!
Unruhe regte sich in Janays Brust, da sie eine Antwort auf ihre erste Frage nicht so recht abschätzen konnte und sie sofort Sorge befiel.
Einen Moment lang starrten sie sich direkt an, bevor das Mädchen den Kopf senkte. Aber diesmal würde sie Talimée nicht davon kommen lassen können. Sie wollte schon nach deren Handgelenk greifen und sie dazu bringen, es ihr zu sagen, als sie von sich aus anfing zu reden. Es war ein kleiner Hoffnungsschimmer für sie dabei und trotzdem hauptsächlich eine Gefahr, das begriff sie.
Ohne Vorwarnung griff sie nach dem Handgelenk der Sklavin und zog leicht daran, damit sie den Blick hob. "Hör mir zu, Talimée, du musst mir jetzt genau zu hören! Wenn du auch nur ein Wort davon irgendwem erzählst, wird aus diesen Bildern nichts, die du gerade gesehen hast. Hast du mich verstanden? Ja, vielleicht brauche ich eine... Begleitung, wenn ich auf eine Reise geschickt werde. Jedoch weiß ich selbst noch von nichts und somit wird nichts, absolut gar nichts von dem, was wir gerade geredet und was du erkannt hast, diesen Raum verlassen. Sind wir uns da einig?! Sollte der Verdacht aufkommen, ich könnte dir etwas Gutes tun wollen und dich hier wegschaffen, werde ich alles abstreiten und absolut nichts in diese Richtung unternehmen. Klar? Ich bin nicht allmächtig und ich werde nichts riskieren, außer für mich selbst. Ich hoffe, ich habe mich verständlich ausgedrückt!", wisperte sie ihr zischend zu und mit einem durchdringenden Ausdruck in den Augen, in dem Versuch, ihr deutlich zu machen, wie wichtig das Schweigen jetzt wäre.
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Re: Gefangenschaft

Beitrag von Gestalt » Dienstag 14. Dezember 2010, 20:27

Vielleicht sah Talimée ja etwas, wenn sie Janays Zimmertür berührte. Andererseits möglicherweise auch nicht, denn die Tür gehörte Janay ja nicht. Ihre geweckte Hoffnung von einer erfolgsversprechenden Flucht im Voraus zu wissen, schwand dahin. Doch noch bevor sie vollkommen erloschen war wie eine der Kerzen des großen Kandelabers über ihr, hatte die Sklavin tatsächlich eine Vision. Es war just in jenem Moment, da sie Janays Hand berührt hatte, aber ihre hellseherische Prophezeiung galt nicht der Dunkelelfe. Talimée hatte etwas über ihre eigene Zukunft gesehen. Dennoch teilte sie es der Herrin mit, da diese sicherlich daran interessiert war. Immerhin galt sie indirekt doch ihr.
Die Vorhersage war nicht ganz so verschwommen, wie man es von geheimnisvollen Zigeunerinnen gewohnt sein mochte, die in Kristallkugeln spähten oder Perlen, Knochen und kleine Steinchen warfen, um die Zukunft zu deuten. Manche nutzten auch die Sterne oder lasen aus der Hand. Nun, letzteres hatte die Sklavin irgendwie vollbracht, auch wenn es nicht ganz nach den üblichen Methoden verlief. Eines stand jedoch fest. Laut dieser Zukunftsvision würde sie Janay begleiten und vermutlich aus den Wäldern heraus auf eine weite Ebene. Da sich Janay schon einmal in Pelgar aufgehalten hatte, könnte sie darauf schließen, dass ihr Weg in die Stille Ebene führen könnte. Abgesehen vom westlichen Grasland gab es keine zweite Fläche auf Celcia, die dermaßen rar anderer Pflanzen war. Lediglich nahe Andunie fand man hier und da vor der Stadt und an den Küsten – vor allem bei der Bucht Kad Harat – Apfelbaumplantagen. Es lag nahe, dass Janays Auftrag der Dunkelelfen sie erneut Richtung Pelgar schickte. Doch was hatte ihr Volk mit der Hauptstadt zu schaffen? Plante man einen Angriff und wie sollte sie hierbei nützlich sein? Véllin wusste nichts von ihrem Beruf, aber wohl war ihm bekannt, dass Janay niemals zuvor eine Ausbildung zur Kriegerin erlangt hatte. Bei einem militärischen Angriff wäre sie in Rüstung und mit Waffe vermutlich ebenso nützlich wie ein Ork bei einer Gelehrtensitzung zyranischer Magier.

Eines aber konnte Janay mit Sicherheit aufgrund der Vision selbst herausfinden und sich dabei vollkommen sicher sein: Wenn Talimée etwas ausplauderte, steckten sie beide in gewaltigen Schwierigkeiten. Deshalb legte sie, beinahe warnend, der Sklavin aus, dass es enorm wichtig war, dass sie über dieses Gespräch hier im Badezimmer schwieg. Kein Wort durfte über ihre Lippen dringen. Mit energischem Tonfall schärfte sie es Elfe ein. In Talimées Augen wuchs die Furcht.
Derartiges von jemandem zu verlangen, dem die Wahrheit vermutlich das Allerwichtigste war kam der Forderung an einen Priester gleich, seinen Glauben aufzugeben. Die Hände der Sklavin zitterten leicht. Janay konnte es bemerken, sie hielt sie ja noch immer am Handgelenk fest. Talimée senkte wieder den Blick. Sie hatte verstanden, aber konnte sie es umsetzen?
Obwohl man ihr Gesicht nicht mehr sah, erkannte man schnell, dass sie intensiv nachdachte. Sie befand sich in einer Zwickmühle, einer ziemlich verzwickten. Und sie riss Janay mit sich, wenn sie redete!
Diese erhöhte den Druck, indem sie zu verstehen gab, dass sie jeglichen Verdacht abstreiten würde. Ihr glaubte man gewiss eher als den Worten einer wertlosen Sklavin, unabhängig davon, ob diese niemals log oder nicht. Zumindest durfte Janay darauf hoffen, ansonsten würde man ihren Kopf von ihrem schlanken Hals schlagen.

Die Sklavin zuckte. Ihre Schultern bebten und sie schluchzte. Weinte sie? Die Antwort lautete ja. Ihre goldenen Augen füllten sich mit Tränen, aber etwas stimmte nicht. Wer glaubte, Janay hätte ihr mit ihren Worten gehörig Angst eingejagt, der irrte. Die Furcht aus ihrem Blick war gewichen. Etwas Anderes breitete sich dort nun aus. Ein Strahlen, dass die goldene Iris um ihre Pupillen hell funkelte. Talimées Blick war von Hoffnung erfüllt. Sie ergriff nun ihrerseits Janays Hand, umschloss die Finger der anderen und drückte sie unter weiteren Tränenbächen, die ihre Wangen herab strömten.
„Wenn ich ein paar Sachen weglasse, dann lüge ich ja nicht. Ich habe einfach nur nicht alles erzählt.“ Flüchtig blitzten ihre Augen auf. Außerdem stahl sich für Sekunden ein Lächeln auf ihr Gesicht. Sie konnte bezaubernd aussehen, wie alle Elfen.
Nun sank ihr Kopf in gehorsamer Demut über ihre Hände, in denen sich immer noch jene von Janay verbarg. Talimée rückte dichter an die Wanne. Ihre Ellbogen kamen auf dem Rand zum Liegen. Warmer Atem strömte Janays Haut entgegen, als die Sklavin die Luft ausstieß.
„Ich danke den Göttern für Euer Herz, Herrin. Möge es immer schlagen.“ Einen Moment lang saß sie so da, aufrichtig dankbar und von tiefer Hoffnung erfüllt, diesem Albtraum entkommen zu dürfen. Sie konnte nicht aufhören zu weinen, aber es waren Freudentränen. Schließlich erinnerte sie sich aber ihrer Pflichten. Nur weil Janay sie mitnehmen wollte – und möglicherweise auch würde, wenn man der Vision Glauben schenken durfte – besaß sie weiterhin eine Stellung in Kosral. Sie hatte den Dunkelelfen zu dienen und zu gehorchen, auch dieser hier. So setzte sie wieder mit der Bürste an und begann, Janays Rücken zu schrubben. Sie wusch Schultern, Arme und Hüften, reinigte ihre Herrin von Kopf bis Fuß.
Als das Badewasser an Hitze verlor, war sie fertig. Mit einem großen Handtuch nahm sie am Beckenrand Aufstellung, damit Janay nicht zu lange der Kälte und vollkommenen Nacktheit ausgesetzt war. Sie musste sich ja nicht einmal von selbst trocken rubbeln. Auch das übernahm ihre Sklavin.
Talimée gab sich wirklich große Mühe, jetzt vielleicht sogar ein bisschen mehr. Sie ahnte, dass sie in Janays Schuld stehen würde, also wollte sie ihr die Zeit so angenehm wie möglich gestalten. Sanft trocknete sie Janays Haut, fuhr vorsichtig ihren Körper entlang. Sie massierte ihn beinahe und fühlte sich fabelhaft an, nach einem solch entspannenden Bad.
Anschließend brachte sie ihr das Nachthemd. Außerdem stellte sie ein Paar weicher Pantoffeln bereit. Diese hatten sich im untersten Fach eines Regals versteckt, doch nun würden sie sich schon gleich um Janays Füße schmiegen, um diese zu wärmen.
„Ihr solltet nun in Euer Zimmer zurückkehren, Herrin, um Euch für den kommenden Tag auszuruhen. Wenn Ihr es wünscht, bleibe ich, bis Ihr eingeschlafen seid.“
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Re: Gefangenschaft

Beitrag von Janay » Mittwoch 15. Dezember 2010, 20:26

Wie genau sich die Vision der Kleinen gezeigt hatte, konnte sich die junge Frau nicht vorstellen, ob als Bilder, als Worte, einfach als Wissen oder als was auch immer. Und im Prinzip war es ihr auch egal, solange sie darüber schwieg und es sich obendrein erfüllte, denn es machte ihr ein klein wenig Hoffnung. Ja, sie wollte ebenfalls eindeutig weg aus Kosral und eventuell hätte sie sogar das Glück, dass sie jemand Ortskundigen bei sich haben könnte, der nicht zu ihrer Art gehörte. Dann müsste sie nicht völlig und dauernd sich verstellen oder befürchten, dass bald auch ihr Erzeuger von ihrem Aufenthaltsort wüsste.
Wohin genau ihr Weg sie führen würde, war ihr auch relativ gleichgültig, Hauptsache, es war weit weg von ihrer eigenen Rasse. Diese allein stellte für sie mehr oder weniger eine Gefahr dar, alle anderen konnte sie irgendwie hinters Licht führen und sich ein neues Leben aufbauen. Das hatte sie schon öfters geschafft und auch wenn es zur Zeit Krieg gab, glaubte sie fest daran, dass es ihr wieder gelingen würde. Sie war zäh und hatte einen Beruf, der überall Verwendung fand. Wieso also sollte ihre Einstellung eine andere sein? Solange sie eben nicht in die Nähe ihrer Blutsverwandten sich aufhalten oder befürchten müsste, sie würden es erfahren.
Zwar hätte sie schon gerne wieder ein bisschen Kontakt zu ihrer Schwester, zumindest erfahren, wie es ihr ging, aber ihr war klar, dass dies viel zu gefährlich war. So sehr sie zeitweise auch darunter litt...
Da sie jedoch zuvor eindeutig etwas regeln musste, hatte sie nach der Sklavin gegriffen, bläute ihr den Ernst der Lage ein und konnte durch ihren direkten Blick auch die Änderung der Stimmung in den Augen des Mädchens erkennen. Sie wusste, dass sie ihr gerade Furcht einjagte, konnte es auch nachvollziehen, aber sie wäre genauso dran, es würde auch um ihren Hals gehen.
Janay war nicht selbstaufopfernd, sie wollte und würde leben, wenngleich sie Opfer bringen müsste. Deswegen wäre es eigentlich nur zu gunsten der anderen, wenn sie den Mund darüber hielt. Sie musste es drastisch erklären, die Wahrheit geschönt würde ihnen beiden schließlich eher Verderben bringen, denn Nutzen. Von daher versuchte sie auch gar nicht, es schonender auszudrücken, selbst wenn ihr Talimée ein bisschen leid tat. Da hatte sie gerade Hoffnung geschöpft und sie hatte nichts besseres zu tun, als diese wieder zu zerstören und Realität hinein zu bringen.
Doch sie hatte keine andere Wahl, schon gar nicht, wenn sie daran dachte, dass die Kleine die Wahrheit sagen wollte und vermutlich auch würde, wenn sie befragt werden würde. Wovor sie diese nicht einmal bewahren konnte, indem die junge Frau sie lange bei sich behielt. Wenn sie tatsächlich mit ihr mitgeschickt werden, würde sie spätestens direkt davor befragt werden. Außerdem würde Véllin sie wohl kaum als Zeugin... oder eher Geruchsausgangspunkt in seiner Nähe haben wollen.
Lautlos seufzte sie, als sie bemerkte, dass ihr Gegenüber zu weinen begann.
Es tat ihr ja leid, nur... sie konnte und wollte nichts gegen ihren eigenen Charakter tun. Sie war noch jung, wollte noch so viel erleben, als dass sie sich für eine Sklavin geopfert und mit ihr die Folter oder gar schlimmeres erlitten hätte. Retten könnte sie diese so oder so nicht.
Janay überlegte, was sie sagen sollte, da sie die andere nicht schelten und somit noch mehr zum Weinen bringen wollte, als sie bereits wieder den Kopf hob und sie erneut ansah. Ihre Augenbraue hob sich leicht an, denn sie verstand den Ausdruck nicht ganz, konnte ihn nicht so recht nachvollziehen.
Wieso war da Hoffnung, wenn sie doch weinte?
Aber dann hörte sie es bereits und konnte das Lächeln nur zu gerne erwidern, es wurde sogar zu einem leichten, schelmischen Grinsen. "Genau, nur weil man ein Geheimnis für sich behält, spricht man nicht unwahr.", pflichtete sie ihr bei und man konnte selbst ihr den leisen, erleichterten Unterton anhören, den sie weder unterdrücken konnte, noch wollte.
Es war ihr nicht sonderlich angenehm, dass sie eventuell allein durch den Wald reisen müsste, und das Mädchen hatte einfach ihr Mitleid erregt, sodass sie diese heraus holen wollte aus ihrem derzeitigen Zustand.
Nun allerdings seufzte sie wirklich hörbar und warf ihr einen schiefen, fast schon ungeduldig wirkenden Blick zu. "Nicht so überschwenglich, Kleines, du weißt noch nicht, was in meiner Nähe alles auf dich wartet." Jedoch so völlig ernst konnte sie, ob ihres kleinen Triumphes, ihr gezeigt zu haben, dass schweigen nicht automatisch lügen hieß, nicht bleiben und grinste fein. "Aber ja, ich hätt es auch gern, wenn mein Herz noch lange schlägt.", fügte sie scherzend hinzu und entspannte sich dann wieder unter dem Schrubben.
Nach einiger Zeit war sie schlussendlich fertig und hielt der jungen Frau ein weich aussehendes und sich kuschlig anfühlendes Handtuch hin. Sie erhob sich und stieg vorsichtig aus der Wanne, um nicht auszurutschen.
Die Arme streckte sie aus und ließ sich einhüllen sowie abtrocknen. "Übrigens, ich werde versuchen, ob du dich waschen und in dem Zimmer bei mir bleiben kannst. Ich verspreche nichts und wenn du dir was anmerken lasst, werde ich es nicht machen.", erklärte sie ihr und sah sie ernst an. "Es ist keine Lüge, nur ein... Verschweigen.", setzte sie, aus Sicherheitsgründen, hinzu. Einen Grund, warum sie eine Sklavin in ihrem Zimmer brauchte, würde ihr bestimmt schon einfallen.
Die Idee war ihr bereits gekommen, seit sie davon gehört hatte, dass Talimée auch die Vision verschweigen würde, damit sie in Erfüllung gehen konnte. Es würde bestimmt nicht schaden und Wasser zum Waschen für die Kleine wäre erst recht nötig!
Danach schlüpfte sie in das Nachthemd und schob leise kichernd die Füße in die Pantoffel. "Ein ungewohntes Gefühl... ich hab so was das letzte Mal vor zehn oder mehr Jahren getragen!", murmelte sie grinsend und spielte ein bisschen mit ihren Zehen, was durch das Flauschige zu erkennen war.
Dann sah sie abrupt auf. "Wie alt bist du eigentlich?" Das würde sie schon interessieren.
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Re: Gefangenschaft

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 16. Dezember 2010, 21:07

"Nicht so überschwänglich, Kleines, du weißt noch nicht, was in meiner Nähe alles auf dich wartet."
Talimée legte den Kopf schief. Die Herrin nannte sie "Kleines"? Sie schätzte sie jünger als sich selbst ein, aber vielleicht erweckte die Sklavin auch einen jungen Eindruck, weil sie seit ihrer Gefangennahme stets schmächtiger und schwächer geworden war. Außerdem galt sie allgemein als kleine Vertreterin ihrer Rasse, weshalb sie von vielen schon oft als jünger eingestuft worden war. Ihr machte es im Grunde nichts aus und gegen den Willen ihrer Herrin hatte sie ohnehin nicht aufzubegehren, aber ihre Menschen-, respektive Elfenkenntnis sagte ihr, dass sie doch um einige Jahrzehnter mehr maß als Janay. Allerdings besaß ihre Herrin ein gehörig höheres Maß an Selbstbewusstsein. Vielleicht war das bei Dunkelelfen aber normal. Sie strotzten zumindest allesamt vor Herrschsucht. Nur Janay bildete da eine Ausnahme, denn sie besaß etwas, das der Sklavin bisher kein anderer kosral'scher Dunkelelf offenbart hatte: Gnade.
Denn allein die Tatsache, dass Janay es versuchen wollte, Talimée eine Wäsche zu bescheren, ließ ihr Herz vor Dankbarkeit höher schlagen und bestätigte sie in ihrer Vermutung. Mit der Aufgabe, dieser Dunkelelfe zu dienen, hatte sie wahrlich einmal Glück gehabt. Daher antwortete sie: "Ich freue mich darauf, es herauszufinden, Herrin." Denn das entsprach der Wahrheit. Sie war gespannt, wie sich nun alles unter den aufmerksamen Augen der anderen Frau entwickeln würde.
Dass sich zwischen beiden erste Ansätze von Vertrautheit ergaben, bemerkte man daran, dass Janay Interesse für die Sklavin zeigte. Nicht nur ihren Namen hatte sie erfahren wollen, jetzt fragte sie auch nach ihrem Alter.
"Ein Jahrhundert, Herrin", antwortete Talimée ergeben. Sie war eindeutig älter als Janay und zwar über 80 Jahre älter – was jedoch nach elfischen Maßstäben sehr relativ war. "Ich gelte unter den neldorethischen Elfen als beinahe erwachsen." Das war der Beweis. Ein Jahrhunderte hohes Alter bedeutete bei Elfenvölkern nämlich noch lange nicht, dass sie auch die geistige Reife erlebt hatten, die bei Menschenvölkern beispielsweise bereits im Alter von zwanzig bis dreißig Jahren eintrat. Vielleicht lag es daran, dass sich Elfen mit allem mehr Zeit ließen oder eben eine andere Sichtweise auf die Welt hatten. Sie galten als ein lange kindliches Volk. Möglicherweise brachte man sie deshalb in Märchen oft mit Einhörnern in Verbindung, suchten sich diese reinen Geschöpfe doch nicht selten Kinder und Jungfrauen aufgrund ihrer unschuldigen Art aus – und ebenso auch Elfen.

"Es wird Zeit, Herrin", sagte Talimée, ging zur Tür und öffnete sie. Sie begleitete Janay bis in deren Zimmer zurück. Dort hatte jemand das Essen abgeräumt. Ansonsten wirkte es unberührt. Der Ork stand neben der Tür Wache. In seiner Nähe hielt sich jetzt ein fremder Dunkelelf auf, der sich Janay zuwandte, als sich die beiden Frauen näherten.
Er hob bedrohlich die Hand, verpasste Talimée fast eine Ohrfeige. Diese besaß jedoch rasche Reflexe und konnte sich unter dem Schlag wegducken.
"Törichtes Ding!", schimpfte der Dunkelelf. "Wie kannst du es wagen, auf gleicher Höhe zu einer der unseren zu gehen?!" An Janay gewandt fragte er: "Soll ich sie strafen, Edle?" Er wartete Janays Antwort ab und sprach schließlich ein anderes Thema an. "Der Kommandant lässt Euch mitteilen, dass er keine Zeit mehr finden wird, Euch aufzusuchen. Ihr sollt Euch sämtliche Annehmlichkeiten gönnen, die man Eurer Stellung als Gast gestattet. Sofern Ihr Wünsche oder andere Ordern habt, sprecht mich darauf an. Ich bin Hauptmann Ineas Phobos." Er verneigte sich, die Faust auf dem Herzen liegend – selbst unter morgerianischen Kriegern galt der Rittergruß. Sie waren eben schwarze Ritter.
"Sofern Ihr keine offenen Wünsche habt, ist es Euch nun empfohlen, Euch zurückzuziehen. Die dreckige Sklavin werde ich derweil in ihre Verliese bringen lassen. Sie hat hier nichts mehr verloren."
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Re: Gefangenschaft

Beitrag von Janay » Samstag 18. Dezember 2010, 17:54

In der Tat hatte Janay das Gefühl, als wäre ihr Gegenüber in etwa in ihrem Alter, vielleicht sogar zwei oder drei Jahre jünger als sie selbst. Das lag nicht nur am Aussehen, sondern auch an dieser unterwürfigen Art, die dazu kam und den Eindruck noch mehr verstärkte. Außerdem war ihr diese Bezeichnung mehr heraus gerutscht, denn wirklich bewusst verwendet.
Mit der Größe hatte es hingegen wenig zu tun, da auch die junge Frau nicht gerade zu den hochaufgeschossenen Vertretern ihrer Rasse zählte. Sogar ihre Schwester war fast um einen Kopf größer gewesen als sie selbst, so sehr sie das auch oft genug gewurmt hatte, weil diese es zum Necken natürlich verwendet hatte. Warum dies so war, ob es den selben Grund wie ihre helle Haut hatte, wusste sie nicht und es war auch nicht von sonderlich viel Bedeutung für sie, da sie daran nichts ändern konnte und sich inzwischen damit arrangiert hatte. Wenn sie sich die Mühe machen und sich aufrecht neben die Sklavin stellen würde, wäre sie vermutlich kleiner als diese, da die Elfen dieser Gegend als besonders groß galten.
Ein feines, schiefes Grinsen umspielte ihre Mundwinkel und beinahe hätte sie sogar den Kopf leicht geschüttelt. Ob sich Talimée wirklich so sehr darauf freute? Beziehungsweise, ob es so lange eine gemeinsame Zeit gäbe, damit sie es heraus finden könnte? Sie wusste es nicht und im Moment war es auch noch nicht von Belang, denn es war bei weitem noch nicht soweit.
Jetzt galt es erst einmal einen Grund zu finden, um ihre Worte wahr zu machen und das Mädchen wirklich bei sich zu behalten, wenigstens über Nacht, solange, bis Véllin Zeit für sie hätte. Was hoffentlich noch sehr lange dauern würde!
Plötzlich allerdings verblasste ihr Grinsen, sie wurde von dem Überlegen abgehalten und starrte die andere eine geschlagene Ewigkeit lang ungläubig an. Ihr eigenes Alter war ihr stets bewusst, vor allem ihre eigene Jugend, sodass sie recht gut wusste, wie groß der Abstand zwischen ihnen beiden war. Wenngleich sie sich für schon recht reif und erwachsen hielt durch die letzten vier Jahre, wäre sie das in den Augen ihrer Artgenossen oder anderer Elfen wohl kaum. Jedoch war sie sehr überrascht über ihre eigene Fehleinschätzung ihres Gegenübers, die sie so reagieren ließ.
Als sie die Stimme wieder hörte, blinzelte sie und war endlich wieder im Hier und Jetzt. Knapp nickte sie und machte sich auf den Weg, nachdem ihr die Tür geöffnet wurde.
Sie waren viel zu schnell am Ziel, da war bereits wieder dieser widerliche Ork, aber auch jemand Fremdes, der eindeutig nach einem dunkelelfischen Soldaten aussah.
Ihre Augenbraue hob sich leicht skeptisch an und dann geschah es viel zu schnell. Abgesehen davon, dass es um etwas ging, was ihr gar nicht aufgefallen war, da sie einerseits die andere nicht so sehr als Sklavin der alten Schule behandeln wollte und andererseits es auch gar nicht mehr gewöhnt war, so jemanden zu haben, der sich an viele Regeln halten musste.
Doch Talimée schien so etwas schon gut zu kennen, denn sie wich geschickt aus. Janay musste sich zusammen reißen, um nicht schadenfroh zu grinsen, sondern sich darauf besinnen, welche Rolle sie zu spielen hatte.
Sie straffte ihre Figur ein wenig und zauberte jenen arroganten Ausdruck in ihre Mimik, der für ihresgleichen so typisch war, selbst im Umgang miteinander. Ein feines, kühles Grinsen schlich sich auf ihre Lippen und sie legte den Kopf leicht schief.
Um die andere auch verstehen zu lassen, was gesprochen wurde, wechselte sie absichtlich nicht in die Sprache ihres Volks, sondern blieb bei der allgemeinen Mundart. "Sie wurde mir unterstellt, nicht war? Also, werde ich es persönlich mit Vergnügen übernehmen, sie zu züchtigen." Sie warf einen abschätzigen Blick auf die Sklavin, die es hoffentlich als das begreifen würde, was es war, nämlich ein Schauspiel. "Sofern ich es mir nicht anders überlege und sie meine Aufmerksamkeit nicht wert ist.", fügte sie mit Absicht hinzu, um glaubwürdiger zu sein.
Dann sah sie erneut den Soldaten an und hörte zu, was er zu sagen hatte. Schon der erste Satz ließ sie innerlich aufatmen und sich freuen, denn es würde sie so wohl etwas länger vor der Zudringlichkeit des Kommandanten bewahren, als sie zu hoffen gewagt hatte.
Auf seinen Gruß hin nickte sie ihm zu, so wie man es von einer Dame erwartete, die im Rang höher stand als er, was sie für sich in Anspruch nahm als Véllins Gast. Außerdem gehörte sie nicht zum Militär, sodass sie notfalls so tun könnte, als wisse sie nichts von der Rangordnung.
"Nein, lasst mir die Sklavin hier, ich habe noch Verwendung für sie.", gurrte sie und trat einen Schritt näher, sodass er direkter zu ihr herab sehen musste und sein Blick dadurch auch ihren Ausschnitt erwischte. Wenn der Kommandant ihr schon ein aufreizendes Nachtkleid geben ließ, würde sie die Vorzüge dessen auch nützen, um ihren Willen zu bekommen.
Auf ihre Lippen legte sich ein angedeutetes, verführerisches Lächeln und sie spielte wie nebenbei mit einer ihrer kurzen Haarsträhnen, während sie zu ihm hoch blickte.
"Wisst Ihr, ich brauche eine spezielle Luft im Raum, um gut schlafen zu können. Das bedeutet, dass sie jede Stunde aufstehen, das Fenster öffnen, etwa fünf Minuten so lassen und schließlich wieder schließen müsste. Sonst könnte es passieren, dass ich in der Früh sehr unpässlich wäre und das würde dem Kommandanten bestimmt nicht gefallen. Aber sie stinkt so erbärmlich!", säuselte sie und schüttelte sich wie vor Ekel. "Gebt ihr einen Kübel kalten Wasser oder nein, lasst sie das von meinem Bad verwenden, das wäre keine Verschwendung mehr." Noch dazu hätte es noch den Hauch von dem Waldduft, den Talimée hinein gehaben hatte, der ihr vielleicht gut tun würde, wenn sie schon mehr nicht erreichen könnte, ohne aufzufallen.
"In diesen paar Minuten könntet Ihr mir Gesellschaft leisten..." Ihre Stimme wurde eine Spur rauchiger, als würde sie schon verbotene Dinge meinen. "... und mir die ein oder andere Frage beantworten, wenn Eure Zeit das zu lässt.", beendete sie nach einer flüchtigen Kunstpause den Satz und schenkte ihm einen aufreizenden Blick.
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Re: Gefangenschaft

Beitrag von Erzähler » Montag 20. Dezember 2010, 19:25

Hauptmann Phobos salutierte gehorsam. Ja, die Sklavin war Janay unterstellt und ihr nach Herzenswunsch ausgeliefert. Im Grunde erfreute es den Dunkelelfen, dass Véllins Gast sich dafür begeisterte, die hässliche Elfe mit dem kahlgeschorenen Schädel züchtigen zu wollen. Daher unterließ er jegliche Gegenargumentation.
Talimée hingegen starrte Janay ängstlich an. Ob auch sie nur spielte oder glaubte sie, die Gnade ihrer Herrin endete in Gegenwart von Ihresgleichen? Sie steckte den Kopf furchtsam zwischen die Schultern, so dass sie jetzt tatsächlich noch kleiner wirkte als Janay.

"Jeder noch so wertlose Sklave ist immer ein paar erquickende Peitschenhiebe wert." Phobos grinste bösartig. Vermutlich hätte auch er gut und gerne Lust, Talimée leiden zu lassen. Vielleicht gefiel es ihm auch, dass sich Janay so "offenherzig" zeigte. Er wandte den Blick von der Sklavin ab und ihr zu – genauer gesagt, ihrem hervorgehobenen Ausschnitt. Lüstern flackerte es in seinen Augen. Der Ork im Hintergrund schnaubte nur.
Das Lächeln seines Gegenübers nahm der Hauptmann nicht einmal wahr. Er lauschte auch ihren Worten nur beiläufig, versuchte trotzdem, sich zu konzentrieren. Daher hob er irgendwann den Blick und löste sich von Janays wohlgeformten Rundungen.
"Ihr sollt alles so bekommen, wie es Euch beliebt. Der Kommandant legt großen Wert darauf, dass sich seine Gäste wohl fühlen." Das bedeutete anscheinend, dass Talimée zu ihrem nötigen Bad kommen würde. Phobos stieß sie grob an. "Du hast deine Herrin gehört! Wasch dich, dreckiges Stück! Anschließend reinigst du das gesamte Badezimmer, damit keine Rückstände deiner widerlichen Art übrig bleiben. Du kehrst ohne Umwege ins Zimmer deiner Herrin zurück und wirst ihr jeden Befehl von den Lippen ablesen – oder sterben!"
Talimée keuchte, während ihr ganzer Körper zu zittern begann. Sie brauchte einen Moment, ihre Fassung wieder zu gewinnen. Dann nickte sie gehorsam und verschwand. Das Badewasser würde noch warm sein und wenn sie schnell aufräumte, konnte sie es länger genießen. Janay brauchte keinen Blickkontakt mit ihr aufzunehmen, um zu wissen, dass Talimée vor Glück strahlte.

Sie widmete sich stattdessen wieder dem Hauptmann.
"In diesen paar Minuten könntet Ihr mir Gesellschaft leisten … und mir die eine oder andere Frage beantworten, wenn Eure Zeit das zulässt." Hauptmann Phobos salutierte erneut. "Ist mir ein Vergnügen", entgegnete er. An den Ork gewandt befahl er, die Zimmertür zu bewachen, aber unter keinen Umständen zu lauschen. Dann öffnete er jenen Durchgang und ließ Janay eintreten. Hinter sich zog er die Tür ins Schloss. "Was wollt Ihr denn wissen?", fragte er. "Ich könnte Euch sogar Auskunft über Euren morgigen Auftrag geben. Es ist zumindest unter uns Offizieren kein Geheimnis, was Euch erwartet und Ihr werdet es ohnehin bald erfahren."
Galant trat er an den Tisch, um für Janay den Stuhl zurück zu ziehen.
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Re: Gefangenschaft

Beitrag von Janay » Montag 20. Dezember 2010, 20:46

Sie war innerlich froh darüber, dass der Hauptmann ihr die Maskerade abkaufte. Natürlich hatte sie nicht vor, die Sklavin tatsächlich zu züchtigen oder sie die Nacht über so zu quälen, wie sie es gerade behauptet hatte, jedoch musste sie vorgeben, genau dieses zu wollen.
Und Talimée spielte überzeugend mit, wobei sich die junge Frau einen Moment lang instinktiv fragte, ob das nicht vielleicht echt war. Ob sie das wirklich glaubte, nachdem, was sie im Bad beredet und sie gesehen hatte? Janay wusste es nicht und sie durfte sich auch nicht zu lange mit diesem Thema beschäftigen, sonst könnte es Einfluss auf ihre Maskerade haben. Das konnte sie sich nicht leisten, wo der Anfang so gut verlaufen war.
Obwohl es ihr alles andere als leicht fiel, hatte sie schon zu oft eine Meinung vorgegeben und ein Lächeln auf ihre Lippen gezaubert, als dass es ihr jetzt nicht auch gelungen wäre. Noch dazu, wo ihre Glaubwürdigkeit und ihre Sicherheit auf dem Spiel stand, wenn sie es nicht schaffte, überzeugend zu wirken.
"Sofern wir überhaupt die Gnade zeigen und uns mit diesem Pack abgeben. Es gibt schließlich noch viele andere, viel... erfreulichere Beschäftigungen.", gurrte sie und wickelte weiterhin die Haarsträhne um ihren Finger. Hoffentlich würde die ihr zur Zeit dienende Elfe begreifen, dass sie von diesem Thema ablenken wollte, um sie aus der direkten Schusslinie zu bekommen.
Als Phobos zu ihr sah und sofort ihr Dekolleté offensichtlich wahrnahm, war sie versucht die Augen zu verdrehen. Männer! Sie waren doch alle gleich, egal, zu welcher Rasse sie gehörten und welchen Typ Frau sie eigentlich bevorzugten.
Es dauerte einige Sekunden, bis er seinen Blick anhob und da hatte sie sich soweit unter Kontrolle, dass sie kokett lächeln konnte. Innerlich allerdings jubelte sie, denn sie hatte eines ihrer Teilziele erreicht.
Zwar war sie versucht, zu der Sklavin zu sehen und ihr sogar zu zunicken, wie sie es normalerweise getan hätte, als Bestätigung der Antwort. Jedoch wäre das zu gefährlich gewesen und außerdem war sie sich sicher, den Hauptmann noch mehr um den Finger wickeln zu können, wenn sie sich stärker und deutlich mit ihm bevorzugt beschäftigte. So etwas würde seinem Wesen nur schmeicheln, das war ihr klar, also wollte sie es auch ausnützen. Außerdem würde sie theoretisch nachher schon erfahren, ob Talimée ihren Wink verstanden hatte oder nicht.
Somit trat sie noch einen halben Schritt näher an den Dunkelelfen heran. "Ihr könnt meinen aufrichtigen Dank dem Kommandanten ausrichten und mein Bedauern, dass er keine Zeit mehr so rasch für mich finden kann.", säuselte sie ihm entgegen.
Danach kam er auch einem weiteren Wunsch ihrerseits nach, was sie noch bewusst verführerischer lächeln ließ, besonders, als er den Ork hinaus schickte und sie in den Raum eintreten ließ.
Kaum war die Tür geschlossen und sie allein mit ihm, schüttelte sie sich betont auffällig, als würde sie sich ekeln. "Pah, widerliche Art! Absolut kein Benehmen. Ihr würdet mir nie glauben, welche Frechheit sich dieser... dieses Wesen vorhin erlaubt hat. Zum Glück konnte ich mich seinen Blicken rechtzeitig entziehen!", bemerkte sie ungefragt und kam zu einem weiteren Teil ihres Vorhabens, das ziemlich kurzfristig in ihrem Kopf entstanden war.
Warum sollte sie nicht ein bisschen der Rachsucht frönen? Außerdem würde es zu der Annahme ihrer Person passen, wenn sie wie alle ihrer Rasse auf einen Ork herab blickte und ihn als unangenehm empfand.
Keinen Atemzug später aber lächelte sie wieder kokett, trat auf den Stuhl zu und ließ sich geschmeidig darauf nieder. Das rechte Bein schlug sie über das linke und strich artig, wenngleich bewusst auffällig den Seidenstoff über ihrem Knie glatt. Dann sah sie zu ihm hoch, ein wenig kindlich und unterwürfig, doch trotzdem dadurch auch verführerisch.
"Ihr scheint meine Gedanken bereits zu erahnen, Hauptmann.", erwiderte sie gurrend. "Erzählt mir bitte von diesem Auftrag. Kommandant Véllin fand bisher leider noch nicht die Zeit dazu."
Auch wenn sie sich innerlich darüber ärgerte, dass er scheinbar allen seinen Offizieren bereits Bescheid gegeben hatte. Andererseits war sie froh darüber, dass er keine Zeit für sie gefunden hatte seit der Unterbrechung ihrer... Begegnung. Und sie durfte sich nichts anmerken lassen, weswegen sie solche Gedanken rasch aus ihrem Kopf verbannte.
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Re: Gefangenschaft

Beitrag von Das dunkle Volk » Dienstag 21. Dezember 2010, 19:53

"Meint Ihr den Ork oder die elfische Sklavin?" Hauptmann Phobos grinste, als er zu dem Tisch herüber ging. Dass Janay sich vor einem der beiden ekelte, fand er amüsant. Es war zwar kein seltenes Verhalten gegenüber Orks als auch den waldliebenden Verwandten der Dunkelelfen, aber dass diese Frau sich dermaßen darüber empörte, ließ ihn einfach schmunzeln. Sie war ein angenehmer Gast, das musste er ihr zugestehen, obgleich er ihre hellere Haut fast schon als Beleidigung seines Elfengeschlechts empfand. Das war etwas, das seinen Ekel weckte. Gemischtes Blut, verdünnt durch die Dummheit ihrer Vorfahren, sich mit unreinen oder Nichtdunkelelfen abzugeben, das zeigte doch deren schwache Selbstbeherrschung! Wahrscheinlich hatte sich Janays Vater oder Großvater mit irgendeiner Sklavin gepaart, weil er seinem Trieb nachgegeben hatte und so hatte er die komplette Blutlinie dieser Familie auf mehrere Generationen verdünnt. Es würde dauern, bis sich das Dunkelelfische wieder stärkte und äußerliche Missbildungen wie ihre helle Haut wieder verschwanden.
Trotz allem besaß sie einen charmanten Charakter.

Phobos tat es schließlich mit einem leichten Schnauben ab. Er zog einen Stuhl zurück, damit Janay sich setzen konnte. Sein Blick fuhr dabei über ihren Schenkel, der kurz aufblitzte, als sie die Beine übereinander schlug. Sie besaß eine anziehende Figur, doch noch immer existierte diese Abneigung gegenüber ihrer unreinen Hautfarbe. Außerdem befand sich der Hauptmann im Dienst. Selbst die Sicherheit, dass sein Kommandant im Moment zu beschäftigt war, um ihn bei einem möglichen Stelldichein mit Janay zu erwischen konnte in ihm nicht die nötige Lust wecken, diese Frau besitzen zu wollen. Da trieb er es doch lieber mit einer Hure, von der er überzeugt sein konnte, dass sie absolut reinrassig war.
Trotzdem war und blieb auch Phobos nur ein Mann, weshalb er weiterhin einen ungenierten Blick riskierte. In seinen Lenden zog es leicht. Für Bedürfnisse, die oral befriedigt wurden, könnte er sich vielleicht begeistern, wenn die Möglichkeit bestand, sich anschließend zu waschen. Über Janay beugen und sich mit ihr vereinen wollte er jedoch nicht.

Seine Gedanken kehrten in die Realität zurück, als sie ihre Stimme erhob. Er räusperte sich, trat um den Tisch herum und setzte sich seinerseits Janay gegenüber hin. Er saß aufrecht, ein wenig steif, wie man es von vielen Soldaten gewohnt war. Offenbar hatte er sein ganzen Leben bisher dem morgerianischen Heer gedient. Zwei kleine Narben an Kiefer und nahe der Halsschlagader ließen schlussfolgern, dass er auch bereits im Namen des dunklen Herrschers gekämpft hatte. Er musste dabei nur knapp dem Tod entkommen sein.
Er nickte, als Janay ihn bat, von dem ominösen Auftrag zu berichten. Phobos stützte sich auf seine Unterarme ab und beugte sich etwas vor. Seine dunklen Augen fixierten Janay. Dieses Mal schaute er ihr allerdings nicht in den Ausschnitt.
"Kommandant Véllin befehligt die ortsansässigen Truppen hier in Kosral, wie Ihr vielleicht bereits ahnt. Ursprünglich wollten wir uns in den Kellern der Ruinen verborgen halten, doch überraschenderweise fanden wir die Stadt Stein für Stein aufgebaut vor, als sei sie nie gestürmt und zerstört worden. Da niemand Kosral bewohnte, war es ein Leichtes, sie einzunehmen und unseren zentralen Stützpunkt hier aufzubauen. Die Eroberungspläne des dunklen Herrschers sahen vor, Truppen von Kosral aus in alle Himmelsrichtung Celcias diesseits des Drachengebirges zu schicken. Den Westen haben wir bislang weitgehend unberührt gelassen, dafür erfolgten Bündnisse mit dem Königreich Grandessa und den rumdetter Piraten im Süden. Derart gestärkt konnten wir einige Gruppen hier in Kosral zurücklassen und auf Eroberungszug Richtung Andunie und Pelgar marschieren.
Bedauerlicherweise erhielt mein Kommandant einen Bericht des Heerführers vor Pelgar, dass feiste Paladine aus dem Hinterhalt das Armeelager angegriffen hätten. Kaum zu glauben, dass diese speichelleckenden Lichtverehrer zu derartigen Taktiken bereit waren, aber so trafen sie uns unerwartet. Der Grund, warum ich Euch das so ausschweifend erzähle, ist, dass Véllin bereits fieberhaft nach einer Möglichkeit sucht, einen Spion in die Reihen der Paladine zu schleusen. Er soll Informationen zu ihrem Versteck, ihrem Zustand und ihrer Stärke sammeln, nach Kosral übermitteln und Véllin so eine Reaktionsmöglichkeit für einen Gegenschlag gewähren."

Phobos räusperte sich erneut. Jetzt lehnte er sich in seinem Stuhl zurück. Seine Mimik verriet, dass er nachdachte. Eignete sich Janay wirklich für die ihr zugeteilte Mission? Véllin beteuerte, sie aus ihren Kindertagen zu kennen und sprach ihr Zuverlässigkeit zu. Doch das war lange her, wie er während einer kurzfristig einberufenen Kriegssitzung mitteilte. Würde Janay den Erwartungen gerecht, die man an sie stellte?
"Kommandant Véllin hat beschlossen, Euch zu seiner Spionin zu machen. Ihr eignet Euch, da Eure Haut hell ist und Ihr so als eine Elfe der Wälder durchgehen könntet. Sein Plan sieht vor, Euch in ein waldelfisches Gewand zu stecken und zur Stillen Ebene zu eskortieren. Dort wird der Transport einer Gefangenen – das seid Ihr – inszeniert und hoffentlich von den Paladinen vereitelt. Ihr werdet Euch befreien und retten lassen. Aus Dankbarkeit und weil der Krieg weiterhin tobt, bleibt Ihr bei den Paladinen in Sicherheit. Lasst Euch das nicht abschwatzen!
Ihr werdet nicht kämpferisch eingreifen, weder offen noch verdeckt. Keine Attentate, so sehr es Euch auch in den Fingern jucken mag! Ihr seid als Spionin für diesen Auftrag zugeteilt, also werdet Ihr ausschließlich das tun. Sammelt Informationen über diesen Paladin-Orden und nutzt alle erdenklichen Mittel, sie zu erlangen. Und Véllin sprach von wirklich allen erdenklichen Mitteln! Ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass Ihr Euch beispielsweise einem der Paladine hingeben würdet, um ihn um den Finger zu wickeln, aber es wurde bei der Kriegsratssitzung trotzdem angesprochen.
Während Ihr Euch unter den Feinden befindet, dürft Ihr keinerlei Kontakt zur dunkelelfischen Armee aufnehmen. Es darf kein Verdacht entstehen, dass Ihr für uns arbeitet. Sobald Ihr genug Informationen habt, verschwindet einfach und kehrt nach Kosral zurück. Niemand darf Euch folgen. Achja …", der Hauptmann machte eine bedeutungsschwere Pause, "… wenn Ihr versagt, werden wir dafür sorgen, dass Ihr niemandem irgendwelche Informationen preisgeben könnt."

Sein Finger fuhr quer über seine Kehle. Man würde Janay jagen und töten, ihr vermutlich Meuchelmörder auf den Hals hetzen, wenn sie versagte. Véllin war ein gefährlicher Mann. Obwohl er ihr offenbar in gewissem Maße traute, ging er letztendlich kein Risiko ein. Seine absolute Loyalität galt dem dunklen Herrscher und diesen hatte er nicht vor, zu enttäuschen.

"Ihr habt diese Aufgabe soweit verstanden?", hakte der Hauptmann nach. "Ich werde den Kommandanten darüber in Kenntnis setzen, dass ich Euch informiert habe. So ersparen wir uns morgen eine Menge Zeit und Ihr könnt schnell aufbrechen."
Die Tür öffnete sich. Geduckt, mit feucht glänzendem Schädel, vor allem aber weitaus angenehmer duftend als zuvor schob sich Talimée durch den entstandenen Spalt. So leise wie möglich schloss sie die Tür, bewegte sich lautlos zum Tisch herüber. Schräg hinter Janay nahm sie Aufstellung, die Haltung weiterhin geduckt, den Kopf gesenkt. Demütig wartete sie auf mögliche Anweisungen.
Hauptmann Phobos erhob sich. "Findet Euch morgen früh im Hof beim Stadttor ein. Die Eskorte und ein Pferd werden Euch erwarten." Er salutierte zackig. Für ihn war das Gespräch beendet, sofern Janay keine weiteren Fragen mehr hatte.
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Re: Gefangenschaft

Beitrag von Janay » Mittwoch 22. Dezember 2010, 00:30

"Den Ork natürlich!", empörte sich die junge Frau, als er eine derart simple und gleichzeitig eigentlich unsinnige Frage stellte.
Doch sofort hatte sie sich wieder in der Gewalt und lächelte zuckersüß. "Als ob so ein elfisches Ding wagen würde, mir zu nahe zu treten. Wisst Ihr, meine Hand kann sehr schnell und äußerst zielsicher eine Wange treffen.", säuselte sie erneut.
Auch wenn sie bis zu diesem Tage noch nie eine Sklavin oder eine Person in einer ähnlichen Position geschlagen hatte, erwarten würde man es von ihr selbstverständlich als passende Züchtigung sowie Demonstration ihrer Überlegenheit. Vor, an ihrer bisherigen Erfahrung etwas zu ändern, hatte sie allerdings nicht, egal, was sie gerade für eine Maskerade vollführte. Solange sie Glück hatte, würde sie so etwas auch nicht vor anderen demonstrieren müssen.
Was in dem Kopf ihres Gegenübers deswegen und auch wegen ihres Äußeren vorging, ahnte sie nicht. Zwar konnte sie es sich vorstellen und beabsichtigte es sogar, dass er in genau jene Richtung seine Gedanken lenkte, wie sie es haben wollte, jedoch bei weitem nicht, dass er es wegen ihrer Haut nicht würde zum Letzten kommen lassen, dass er sie dafür teilweise auch verachtete. Und hätte sie es gewusst, sie hätte ihm gewaltig ihre Meinung gegeigt und ihm gezeigt, was es hieß, eine waschechte Dunkelelfe zu beleidigen, indem man ihr ihre Wurzeln vorhielt.
Sie war noch nie so versessen auf reines Blut gewesen, schon gar nicht so sehr wie ihr Erzeuger, aber auch sie besaß einen gewissen Stolz. Wenngleich dieser vor allem ihre Person, ihr Können und das von ihr bisher Erreichte betraf und es ihr vollkommen gleichgültig war, ob ihre Hautfarbe nun dunkel oder hell war. Es fragte schließlich auch niemand nach ihrer Haarfarbe, da es viel zu viele verschiedene gab! Warum sollte sie sich dann um ihren Teint scheren? Noch dazu, wo sie deswegen in Celcia in den letzten vier Jahren recht gut hatte überleben und ihre wahre Herkunft verbergen können.
Abgesehen davon, dass sie nicht einmal wusste, wann das hellere Blut in ihre Linie geraten war, denn natürlich war darüber in ihrer Familie geschwiegen worden. Es hatte sie damals noch nicht sonderlich interessiert. Jetzt würde sie es inzwischen ein bisschen anders sehen, wo sie keine Chance mehr hatte, jemanden darüber zu fragen, der es wissen könnte, um ihrem Erzeuger nicht in die Quere zu kommen.
Unauffällig bemühte sie sich darum, seine Reaktion auf ihre Körpersprache wahrzunehmen und innerlich grinste sie zufrieden. Seine Blicke zumindest zog sie noch immer auf sich, selbst, als sie saß und eigentlich ihre Haltung nicht mehr ganz so offensichtlich auf Verführung eingestellt war.
Dass er sich recht steif verhielt, ließ sie fein schmunzeln. Typisch Soldat!
Im Gegensatz zu ihm blieb Janay in einer bequemen Position, eine Hand am Rand der Sitzfläche des Stuhls abgestützt, die andere auf ihr oberes Knie gelegt und den Kopf leicht schief geneigt. So beobachtete sie ihn und war gespannt, was er ihr zu berichten hätte.
Seinem Blick wich sie nicht aus, sondern schaffte es, ihm auch stand zu halten, obwohl er sehr fixierend geworden war, was sie kaum noch gewohnt war. Es war eine Art zu schauen, wie sie Völkern und Personen zuteil wurde, die ihre Gefühle vollkommen ignorieren konnten.
Zuerst hielt er ihr einen kleinen Vortrag über die Eroberungen und Verhältnisse, von denen sie bisher so gut wie gar nichts mitbekommen hatte, außer dem, was Véllin ihr bereits erzählt hatte. Wenngleich es mit ihrer Frage kaum etwas zu tun hatte, langweilte sie sich nicht, da es ihr so hoffentlich helfen würde, der Gefahr ihrer eigenen Rasse relativ gut auszuweichen in Zukunft.
Dann kam er endlich zum Kern der Sache.
Leise und verächtlich schnaubte sie, was sie diesmal ausnahmsweise nicht spielen musste. "Verfluchtes Pelgar, immer wieder sind seine Bewohner wie giftige Nattern.", zischte sie, ohne sich zurück halten zu können.
Nun ja, andererseits hatte die Stadt in diesem Falle auch etwas Positives an sich. Es lieferte einen Grund, wie sie aus der direkten Reichweite ihres "Onkels" gelangen konnte, ohne groß ihre Flucht planen zu müssen.
Daraufhin hob sich ihre Augenbraue leicht an.
Ach, auf einmal wurde sie ja doch gebraucht und es wäre sogar sehr nützlich, dass sie nicht völlig reinrassig war. Allerdings, was für eine Gelegenheit für sie! Sie könnte sich wo einschleusen lassen, sich tatsächlich erst einmal auf deren Seite schlagen und dann einen günstigen Moment abpassen, um zu fliehen und das wieder in einen Teil der Welt, wo sie von ihresgleichen nicht gefunden werden könnte. Hoffte sie zumindest. Ja, das wäre nicht schlecht.
Innerlich seufzte sie etwas entnervt auf.
So viel dazu, Véllin hätte ein Gewissen und ihr deswegen frische Kleider bringen lassen. Nein, es war allein für ihren sogenannten Auftrag! Pah, Männer! Furchtbar!
Janay musste sich zusammenreißen, um sich nichts anmerken zu lassen von ihren Gedanken. Auch ein schiefes, freudloses Grinsen musste sie sich verkneifen, als ob sie je kämpfen würde! Und schon gar nicht für ihre eigene Art, nicht einmal, wenn sie seit mehr als zwei Jahrhunderten Unterricht bekommen hätte!
Nein, es käme ihr ganz gelegen, wenn so etwas nicht von ihr erwartet werden würde, sie könnte es sonst ohnehin nicht ausführen. So viel zu der Einschätzung ihres Onkels, wenn er ihr Anschläge zugetraut hatte!
Ein leises Seufzen konnte sie jedoch nicht unterdrücken, als er erwähnte und betonte, dass sie sämtliche Mittel einsetzen sollte.
Hatte Véllin nicht noch zuvor sich darüber erfreut gezeigt, dass sie sich angeblich keinem menschlichen Abschaum hingegen hatte? So schnell konnten sich also Meinungen ändern. Noch ein Grund mehr, dass sie von ihm weit weg gelangen wollte!
Aber es lief ihren eigenen Plänen ein bisschen zuwider. Sie hatte sich schon ausgemalt, Talimée mit der Begründung mitnehmen zu können, dass sie eine Führerin durch den Wald bräuchte, und kaum wären sie aus diesem heraus, hätte sie ihr die Wahl gelassen, weg zu gehen oder bei ihr zu bleiben. Nun musste sie sich etwas anderes ausdenken.
Zumindest einen Pluspunkt gab es, denn sie durfte keinen Kontakt zu Kosral aufnehmen, eine sehr, sehr gute Bedingung in ihren Augen! Da konnte sie wirklich die Zeit nutzen, um erfolgreich zu verschwinden.
Danach wurde auch sofort klar gestellt, was beim Versagen ihrerseits geschehen würde, doch das beeindruckte sie nicht sonderlich. Ihr Erzeuger wollte sie inzwischen bereits bestimmt auch tot sehen und sie hatte schon viel Gefährliches überstanden. Das würde sie auch noch schaffen!
Somit setzte sie auch wieder ihr verführerisches Lächeln auf, stützte sich etwas mehr auf die Sitzfläche und spielte erneut mit einer ihrer Haarsträhnen. "Ja, ich habe es verstanden, allerdings... habe ich auch einen kleinen Vorschlag, der das ganze Schauspiel glaubwürdiger machen würde.", wandte sie mit schmeichelnder Stimmlage ein.
In diesem Moment wurde die Tür geöffnet und da es genau in ihrem Blickwinkel war, konnte sie es auch wahrnehmen, wer da herein geschlichen kam. Sie vermied es, zu der Sklavin hinzusehen. Stattdessen verfolgte sie ihre Strategie weiter.
"Eine ganze Eskorte, nur für eine Gefangene, die befreit werden muss? So etwas, finde ich persönlich, riecht sehr stark nach einer Falle und könnte scheitern. Noch dazu spreche ich selbstverständlich nicht diesen niederen Dialekt dieser... Gegend. Wenn es hingegen zwei Elfen wären, die zum Lager von Pelgar gebracht werden sollen... nun, so etwas wäre durchaus plausibler. Keine Sorge, ich habe meine Methoden, um Sklaven zum Schweigen zu bringen, sie würde uns nicht verraten und wenn sie es versuchen sollte..." Sie grinste kalt und ließ den Rest unausgesprochen, auch wenn ihr Gegenüber es sich bestimmt vorstellen könnte.
Daraufhin erhob sie sich geschmeidig und trat noch einmal dicht an den Hauptmann heran, dichter als vorhin.
"Überlegt es Euch, Phobos,... und teilt es dem Kommandanten mit. Ich bin sicher, er wird die Güte besitzen und darüber einen Gedanken verschwenden. Vielleicht kann ich ja auch einen kleinen Beitrag zu dieser wichtigen Mission leisten!" Ein wenig Schleimerei, das wäre hier bestimmt vonnöten. Und nachher, wenn sie allein wären, würde sie es Talimée erklären.
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Re: Gefangenschaft

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 23. Dezember 2010, 19:08

Offenbar war es Véllin, jetzt da vor ihrer Abreise sowieso keine Zeit mehr für sie haben würde, egal, ob sich Janay in nicht dunkelelfische Hände, respektive unter deren Körper begeben würde. Um Informationen vom Feind zu bekommen, schien es dem Kommandanten Recht genug zu sein. Das bedeutete aber möglicherweise auch, dass er auf körperliche Vereinigung mit Janay zukünftig verzichten würde. Die Dunkelelfe plante ohnehin nicht, dass sie ihn nochmals wiedersah. Trotzdem seufzte sie, was des Kommandanten Hauptmann skeptisch aufschauen ließ. Seine Augen verengten sich zu Schlitzen.
"Ist diese Ausstoßung von Luft ein Zeichen, dass Ihr nicht bereit seid, dem dunklen Herrscher mit Leib und Seele zu dienen? Das …", er legte eine verheißungsvolle Pause ein, "… könnte als Hochverrat angesehen werden." Es war nur eine Warnung, allerdings eine sehr deutliche. Doch wenigstens beließ es Phobos hierbei. Er hatte offenbar noch andere Tätigkeiten zu erledigen, denn kaum ließ sich Talimée blicken, machte er sich bereit, zu gehen. Vielleicht hatte er aber auch nur keine Lust, mit der Sklavin in einem Raum zu sein, warum auch immer.
Derweil überlegte Janay fieberhaft, wie sie es denn nun bewerkstelligen könnte, die Elfe mitzunehmen. Ihr zuvor reifender Plan war nicht mehr durchsetzbar. Sie musste an einer anderen Strategie arbeiten. Nun, bis zum Morgen blieb noch Zeit und jetzt war Talimée schließlich auch wieder da. Ob sie einen Vorschlag machen würde?

Glücklicherweise hatte Janay selbst eine Idee und sie nannte sie, ehe Phobos ganz zur Tür heraus war. Er wandte die Kopf und musterte sie. Der Sklavin warf er einen abschätzigen Blick zu. Talimée begann sofort zu bibbern. Sie war zumindest keine Gefahr für das dunkle Volk. Trotzdem blieb der Hauptmann skeptisch.
"Ich werde es ihm mitteilen. Morgen erfahrt Ihr die Antwort." Und dann verließ er sie. Die Tür zog sich hinter ihm ins Schloss. Talimée atmete auf. Sie wartete noch einen Moment, bis auch die Schritte jenseits der Tür verklungen waren. Dann tapste sie mit fast lautlosen Bewegungen zu Janay. Überraschenderweise kniete sie sich demütig vor sie nieder. "Herrin", hauchte sie. "Welch grandiose Idee! Der Kommandant wird mich mit Euch ziehen lassen. Ich bin ganz sicher, ich habe es schließlich gesehen, dass wir zusammen reisen." Sie war mit einem Mal so zuversichtlich, zeigte keinerlei Angst mehr. Ihre Augen strahlten hoffnungsvoll golden. Sie blickte dankbar zu Janay auf. "Ihr habt jetzt schon so viel für mich getan, Herrin. Nun solltet Ihr ruhen."
Talimée erhob sich. Schnell war sie bei dem großen Bett, wo sie die Decke zurückschlug und das Kissen aufschüttelte. Alles wurde für eine erholsame Nacht hergerichtet. Schon huschte sie zu dem großen Fenster, öffnete es und ließ eine frische Brise hinein. "Nur kurz", rechtfertigte sie ihre Tat mit gesenktem Kopf. "Es soll nicht zu stickig werden, wenn Ihr Euch hinlegt, Herrin."

Wiederholt trat sie an Janay heran, kniete sich nieder. Der Kahlscherung ihres Kopfes war es zu verdanken, dass die Dunkelelfe die Blässe der anderen Frau sah. Außerdem rutschte Talimée unruhig auf ihren Knien hin und her. Offenbar rang sie einen inneren Konflikt mit sich selbst aus. Schließlich überwand sie sich.
Aus wieder furchtsamen Augen wagte sie einen schrägen Blick nach oben. "Herrin?", hauchte sie, dass das Zittern in ihrer Stimme deutlich zu hören war. "D-darf ich … darf ich am Fußende des Bettes schlafen, Herrin? Ich werde mich auch ganz klein machen und Euch nicht stören."
Wäre Janay eine Dunkelelfe nach morgerianischer Art gewesen, hätte Talimée nun ein Messer in ihrer Brust stecken gehabt.
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Re: Gefangenschaft

Beitrag von Janay » Sonntag 26. Dezember 2010, 01:10

Dass sie hörbar genug geseufzt hatte, um seine Aufmerksamkeit zu erregen, war ihr nicht wirklich bewusst gewesen. Vor allem, was sie für eine Absicht damit hätte andeuten können in seinen Augen.
Rasch spielte sie die Entrüstete und legte sich sogar eine Hand auf die Brust, als müsse sie ihr Herz von dem Schock zurück halten, ihr nicht heraus zu springen.
Ihr war selbst klar, wie selbstmörderisch es wäre, jetzt offen zu legen, dass sie in Wahrheit alles andere als vor hatte, dem dunklen Herrscher zu dienen. Da brauchte sie keine Warnungen oder wäre so törisch, ihre eigene Meinung durchblicken zu lassen!
"Ich bitte Euch! Was wäre ich für eine edle Dunkelelfe, würde ich ihm nicht mein Leben schenken, wenn er es verlangte?!", entrüstete sie sich absichtlich etwas auffälliger und dachte innerlich nicht im Traum daran, dass auch nur eine einzige Silbe ihrer Bemerkung je wahr werden würde.
Mit ihrer eigenen Rasse hatte sie insoweit abgeschlossen, dass sie sich kaum noch mit ihr verbunden fühlte. Ihr waren andere Dinge viel wichtiger geworden und andere hatten ihre Bedeutung verloren, als dass sie noch zu diesen fanatischen Vertretern ihrer Art gehört hätte. So etwas wie einen Rassenstolz oder ähnliches kannte sie nicht mehr. Nur leider musste sie derzeit so tun, als ob es noch so wäre.
Anscheinend war sie glaubwürdig genug, denn er beharrte nicht auf diesem Thema, sondern wandte sich zum Gehen und hörte gerade noch rechtzeitig ihren Vorschlag.
Seinem Blick hielt sie an und nickte knapp. "Ich möchte auch etwas für den dunklen Herrscher, seine Majestät, leisten können mit meinem bescheidenen Wissen.", fügte sie schmeichelnd hinzu.
Immerhin erreichte sie dadurch, dass er zumindest sein Wort gab, dass er es weiter leiten würde. Mehr konnte sie nicht verlangen und eine gewissen Unsicherheit würde leider immer bleiben, egal, was er sagen würde.
Danach war er weg und sie seufzte schmunzelnd. "Männer! Wenn man etwas von ihnen will, ist man am besten weiblich und kein graues Mäuschen!", murmelte sie mehr zu sich selbst und merklich amüsiert.
Daraufhin allerdings blickte sie die Sklavin ruckartig an. "Du... du verstehst... Lerium?!", fragte sie ehrlich erstaunt darüber.
Wenn dem so wäre, wäre das großartig! Dann blieben ihr so einige Komplikationen erspart, über die sie noch gar nicht zum Nachdenken gekommen war. Sie könnte ganz so tun, als wäre sie wirklich eine von den Dunkelelfen, sich in ihrer Muttersprache unterhalten und gleichzeitig wissen, dass Talimée alles würde verstehen können, ohne dass sie es heimlich übersetzen müsste. Das würde bei weitem natürlich weniger stark auffallen und keiner würde ahnen, dass die Sklavin auch verstand, was gesagt werden würde. Selbstverständlich würde es auch Dinge geben, die sie besser nicht hören sollte, weil sie alles andere als freundlich und aufbauend wären, aber so etwas konnte sie schließlich nicht unterbinden, nur versuchen, ein bisschen einzudämmen und zu umgehen.
Die junge Frau war noch zu überrascht und in Gedanken, dass sie gar nicht verhindern konnte, dass die andere sich um ihr Bett und um frische Luft kümmerte.
Nach einigen Sekunden schüttelte sie blinzelnd den Kopf und holte etwas nach, was sie selbst erfahren hatte. Zumindest den wichtigen Teil, als was sie ausgegeben werden sollte, warum und wohin.
Zum Abschluss erwähnte sie:"Ich werde mich auf dich verlassen müssen, solange, bis sich ein Ausweg ergibt. Du wärst mein Sprachrohr, wenn jemand in deiner Heimatsprache reden würde. Ich könnte es nicht mehr wegen irgendeinem Unfall oder dergleichen. Versuch nicht, mich zu hintergehen und mir Schwierigkeiten zu machen, indem du die Wahrheit über meinen sogenannten Auftrag heimlich ausplauderst. Ich habe die letzten vier Jahre alleine überlebt und das in Gegenden, vor denen kleine Kinder und Frauen Angst haben sollten. Ich weiß mich zu wehren." Ihre Stimme war leise, falls es draußen trotz allem Lauscher geben würde, wenngleich sie sehr ernst klang und sich das auch in ihren Augen widerspiegelte.
Sie war weit entfernt von jenen offensichtlichen Drohungen des Hauptmanns oder anderen Vertretern ihrer Rasse, doch das hieß nicht, dass sie nicht minder entschlossen war, Verrat teuer bezahlen zu lassen. Da mochte die Sklavin ihr noch so dankbar sein, sobald die Freiheit roch, konnte sich die Loyalität schnell ändern, soweit sie es kannte.
Dass andere Rassen anhänglicher und vertrauensseliger sein könnten als die Dunkelelfen, hatte sie zwar schon gehört, in ihrem Metier allerdings noch nie erlebt. Da hieß es, jeder für sich und Hilfe bekam man höchstens, wenn für den anderen auch etwas dabei heraus sprang. Sobald es sich als besser erwies, ließ man einander hängen oder übte sogar Verrat aus. Das brauchte Janay jetzt und in den nächsten Tagen am allerwenigsten, bis sie einen Ausweg hatte, um wieder ihre Freiheit zurück zu erlangen. Danach könnte Talimée machen, was sie wollte, sie war schon oft genug einer Hetzjagd entkommen.
Dass die andere sich danach wieder vor sie kniete, hatte vielleicht nicht nur mit ihrer Bitte zu tun, die sie kurz darauf behutsam äußerte, sondern vielleicht auch mit der Wirkung ihrer Worte. Wenigstens wollte die junge Frau das glauben, denn sie musste ernst genommen werden, um soweit wie möglich in Sicherheit zu sein.
Anstatt jedoch zu antworten, lächelte sie schmal, trat hinter die Trennwand, die vorhin aufgestellt worden war, und holte die Decke hervor, die sie dort hatte fallen lassen.
Diese reichte sie der Sklavin. "Sie ist staubig von der Reise, aber warm." Das war ihre Art der Zustimmung, ohne zu konkret werden zu müssen und trotzdem klar zu machen, dass sie nichts dagegen hatte.
Die Decke auf dem Bett brauchte sie selbst und eine andere hatten sie sonst nicht zur Verfügung.
Platz genug sollten sie an sich haben, denn Janay war nicht im Ansatz so groß, wie der Durchschnitt ihrer Art und obendrein war dieses Feldbett für Männer gedacht, also für diejenigen, die noch mehr Länge brauchen würden. Somit sollte es im Prinzip funktionieren, noch dazu, wo sie nicht wüsste, dass sie im Schlaf treten würde.
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Re: Gefangenschaft

Beitrag von Erzähler » Montag 27. Dezember 2010, 20:28

Talimée zuckte mit den Schultern. "Ich verstehe nicht alles, aber genug. Lerium ist dunkler als das waldelfische Lyrintha, aber beide Sprachen sind sich ähnlicher als es die Dunkelelfen jemals zugeben würden, Herrin." Sie schüttelte nun auch das Laken aus. Janay sollte es bequem haben, wenn sie sich gleich zu Bett begab. Sie brauchte all ihre Kraft für den nächsten Tag. Talimée hatte nicht alles vollkommen verstanden, aber sie wusste ungefähr, was ihrer Herrin bevor stand. Spionieren sollte sie ... bei Menschen. Die übrigen Schlussfolgerungen waren demnach nicht mehr sehr schwierig zu bilden. Menschen galten als Feinde der Dunkelelfen. Janay würde den Bewohnern Kosrals in die Hände spielen. Wahrscheinlich füllten sich die Zellen bald mit Pelgarern, Anduniern und anderen Bürgern, die unter den finsteren Mächten dieses Volkes zu leiden hatten. Sie seufzte leise. Gäbe es doch nur einen Helden aus den Sagengeschichten der Menschen! Jemand, der sie alle aufhielt, die Kranken und Schwachen befreite und das Böse vertrieb. Leider handelten Sagen aber selten von der Wahrheit. Es waren ausgeschmückte Geschichten für Kinder oder junge Mädchen, die von tapferen Recken in strahlenden Rüstungen träumen konnten. Meist ritten sie ja auf weißen Pferden, hatten wallendes Haar und eine stramme Statur. Das Böse stellte sich ihnen stets in den Weg, aber ruhmreich kehrte der Held aus jeder noch so ausweglosen Situation nach Hause zu der Frau, die in seinem Herzen wohnte. Romantische Geschichten, mehr nicht. Nichts, was sie - Talimée - oder ihre Verwandten und Freunde aus Kosral würde herausbringen können.
Da musste sich schon eine Dunkelelfe auf die andere, respektive eine eigene Seite stellen. Die Elfe betrachtete Janay. Ihre Visionen ließen sie niemals im Stich, aber der Weg zu jenem Bild in ihrem Kopf konnte unvorhersehbare Richtungen einschlagen. Vielleicht ging sie ja mit Janay, aber sie wusste weder, wohin es sie genau führte noch um die Umstände, bis sie beide die ebene Graslandschaft erreichten.

Janay erinnerte die Elfe unterdessen an ihre unausgesprochenen Pflichten, wenn sie denn auf ihre Unterstützung hoffen wollte. Daraufhin schüttelte Talimée bedauernd den Kopf. Diese Frau hatte es immer noch nicht verstanden. "Herrin", begann sie, "wenn jemand mich offen nach Euren Plänen fragt, werde ich ebenso offen antworten. Ich kann höchstens Teile auslassen, nach denen dieser Jemand nicht gefragt hat. Aber ich werde nicht lügen. Es ist kein Verrat, wenn ich Euch bereits jetzt auf diese Tatsache aufmerksam mache." Sie kniete sich wieder vor Janay hin, dieses Mal beugte sie sich auch noch vor, bis ihre Stirn den Teppich berührte. "Ich bin Euch treu ergeben, Herrin."

Talimée blieb in dieser Haltung, auch wenn Janay sich derweil hinter die Trennwand begab, um eine Decke zu holen. Das Bett war groß genug, dass drei Personen leicht beengt nebeneinander hätten schlafen können, aber es gab nur eine Decke. Sie mochte von einer Bettseite zur anderen reichen, aber man konnte Janay verstehen, wenn sie sie nicht teilen wollte. Sie musste ja nicht einmal das Bett mit Talimée teilen. Die Waldelfe war ihre Sklavin!
Dankbar schaute jene soeben auf, nahm die Decke entgegen. Ihr Mund formte ein Danke, aber kein Laut drang über ihre Lippen. Im Schein der Kerzen schimmerten sie leicht golden.
"Legt Euch schlafen, Herrin. Ich kümmere mich noch rasch um alles." Talimée hing die Decke über den unteren Bettrand. Dann klappte sie die Trennwand zusammen und stellte sie wieder hinter dem Vorhang ab; unsichtbar für Besucher. Das Fenster blieb einen Spalt weit offen, auch wenn von Kosrals Straßen aus Rufe und Gelächter bis zu ihnen hinein drang. Die Vorhänge wurden jedoch zugezogen.
Talimée wartete, bis Janay es sich in ihrem Bett bequem gemacht hatte. Sie löschte nacheinander die Lichter. Nur das letzte in Form einer kleinen Kerze trug sie zum Nachttisch herüber. Dort stellte sie es ab, schnappte sich anschließend ihre Decke und kletterte ins Bett. Am Fußende machte sie sich ganz klein, rollte sich wie eine Katze zusammen.
"Gute Nacht, Herrin", hauchte die Neldoreth-Elfe. Dann versuchte sie, zu schlafen - dankbar für den Luxus, den ihr Janay schenkte.

Die Nacht sollte ereignislos an den beiden vorüberziehen. Weder Kommandant Véllin noch irgendein anderer ungebetener Gast suchte das Zimmer auf. Es war nicht einmal verriegelt worden. Ob der Ork die Nacht über Wache gehalten hatte? Er war es jedenfalls, der durch lautes Klopfen Janay als auch Talimée aus ihren Träumen rissen. Letztere huschte so schnell wie der Wind selbst aus dem Bett und kroch in eine Ecke. Dort verbarg sie sich unter der mitgezogenen Decke, lugte mit vor Schreck geweiteten Augen darunter hervor und wagte nicht zu atmen. Doch niemand hatte sie im Bett der Herrin erwischt. Der Ork erinnerte Janay nur daran, pünktlich zu sein.
"Aufstehen! Der Kommandant will Euch im Hof sehen! Beeilt Euch!"
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Re: Gefangenschaft

Beitrag von Janay » Dienstag 28. Dezember 2010, 20:42

Langsam und nachdenklich, aber mit dieser Wendung relativ zufrieden nickte die junge Frau. Es würde theoretisch praktisch werden, so könnte sie sich weiterhin so geben, wie man es von ihr erwartete, und sich nicht des Misstrauens aussetzen müssen, indem sie das allgemeine Celcianisch verwendete. Gut, somit wäre wenigstens das geklärt.
Auch wenn sie so etwas sicher lieber schon früher gewusst hätte. Allerdings hatte sie es weder für möglich gehalten, noch war sie auf den Gedanken gekommen, danach zu fragen, war demnach selbst schuld. Egal, jetzt wusste sie darüber Bescheid und das war das wichtige Endergebnis. Bisher war schließlich noch nichts passiert, wobei es ihr geholfen hätte.
Ob nun ihre Muttersprache mit derjenigen der Sklavin eine Ähnlichkeit aufwies und wie stark diese war, war ihr im Prinzip gleichgültig. Außer, sie könnte es selbst nutzen, wenn jemand von ihr verlangen würde, in Lyrintha zu sprechen und sich darin zu unterhalten oder es zu verstehen. Das würde sich dann schon noch zeigen, hoffentlich auch ohne großes Risiko für ihre eigene Sicherheit.
Während sie ihre persönlichen, gedanklichen Schlüsse zog, kümmerte sich die andere weiter um das Bett und sah sie auch an, was Janay nicht sonderlich störte. Sie registrierte so etwas zwar, weil sie einen mehr oder weniger sechsten Sinn dafür entwickelt hatte in ihrem Beruf, aber da sie nicht auf etwas antworten oder sich einer Frage stellen müsste, erwiderte sie den Blick nicht sofort.
Erst, als Talimée ihr wieder klar machte, wie lückenhaft ihre Treue wäre wegen dieser Sache mit der Wahrheit, drehte sie ihren Kopf.
Ihre Augen wurden ein wenig schmal und sie presste einen Moment lang die Lippen zusammen.
Daraufhin jedoch straffte sie ihre Haltung. "Nun, dann wollen wir hoffen, dass dich niemand direkt darauf anspricht. Wir werden bei weitem andere Sorgen haben, als diejenige, welche von uns besser Mittel für ihre Glaubwürdigkeit hat." Ihre Stimme hatte einen unterkühlten Klang und sie meinte es vollkommen ernst.
Auch wenn die Sklavin fast ein ganzes Jahrhundert älter war als sie selbst, hatte Janay nur wenig Zweifel daran, dass sie mit ihrem Körper weitaus besser umzugehen wusste, um Männer auf ihre Seite zu ziehen. Außerdem hätte sie keine Skrupel, mit den wichtigeren Personen dort tatsächlich ins Bett zu steigen. Wenngleich sie keine Lust hatte, es wirklich darauf ankommen lassen zu müssen, egal, ob sie triumphieren würde oder nicht. Trotzdem hatte sie theoretisch klar gestellt, was es bedeuten würde, würde die andere die Wahrheit... oder was Véllin eben vor hätte, ausplaudern.
Damit war für sie das Thema im Prinzip beendet und sie konnte Talimée ihre alte Decke reichen. Zwar war es keine bei weitem so saubere wie die auf dem Bett und vermutlich hätten sie genug Platz darin gehabt, allerdings rollte sie sich gerne in den Stoff ein und es war sowieso schon riskant, dass sie die Sklavin zu ihren Füßen schlafen ließ. Wenn das jemand mitbekommen würde, hätte sie so einiges zu erklären!
Doch sie wollte es auch nicht ablehnen, da es genug Raum für sie beide gab und sie obendrein daran glaubte, ein bisschen mehr Loyalität dadurch gewinnen zu können.
Sie nickte auf den lautlosen Dank hin als Bestätigung und folgte nur zu gerne den auffordernden Worten. Ihre Füße brannten leicht von der langen Reise zu Fuß, die sie hinter sich hatte, und obendrein wirkte sich das heiße Bad nun endgültig aus, indem sie immer müder wurde, eine angenehme Erschöpfung verspürte.
Deswegen setzte sie sich bereits auf das Bett, ließ die Pantoffel am Boden und schlüpfte unter die Decke.
Die frische, kühle Luft tat ihr gut und die Geräusche von draußen störten sie nicht im geringsten. Sie hatte in den letzten vier Jahren in teilweise recht lauter Umgebung verbracht und dennoch einen erholsamen Schlaf gefunden. Das würde sie hier demnach nicht beeinträchtigen, wo sie noch dazu einen anstrengenden, Nerven aufreibenden Tag gehabt hatte.
Sie rollte sich zusammen und kuschelte sich in die Decke, die erstaunlich angenehm war für diejenige eines Soldaten, in dessen Zimmer sie ja eigentlich war. Nun ja, wenigstens würde ihr Gefängnis nicht so lange andauern und sie in einem ungewissen Zustand belassen, wie sie es anfangs befürchtet hatte.
Als die Sklavin die Kerzen allmählich löschte, schloss sie bereits die Augen, selbst dankbar dafür, in einem Bett schlafen und darauf hoffen zu können, nicht gestört zu werden bis zum Morgen.
Dass sich die andere am Fußende zusammen rollte und ihr eine gute Nacht wünschte, bemerkte sie gar nicht mehr, da war sie schon eingeschlafen.

Sie verbrachte die Nacht traumlos und wirkte wie ein Stein, sie rührte sich sogar kaum, streckte höchstens ihre Knie ein bisschen mehr durch, um ihre Gelenke instinktiv nicht steif werden zu lassen.
Dafür schreckte sie in der Früh hoch, als heftig gegen die Tür gepocht wurde. Erschrocken setzte sie sich halb auf und bemerkte zwar, dass dies mehr oder weniger ihr Weckruf war, aber keiner stürmte ins Zimmer hinein.
Seufzend ließ sie sich zurück fallen, schloss die Augen und streckte sich erst einmal ausgiebig. "Ich eile, ich eile!", säuselte sie fast lautlos und man konnte unter den Lidern erkennen, dass sie ihre Augen dabei verdrehte.
Ihr Kreislauf war etwas mitgenommen durch dieses abrupte Hochschrecken, jedoch nach ein paar Sekunden liegen bleiben und noch ausruhen, wurde es besser.
Schließlich streckte sie sich ein letztes Mal und setzte sich dann auf, öffnete ihre Augen und sah sich suchend nach ihrem "Gast" um.
"Talimée? Hab ich was verpasst? Wo steckst du?", murmelte sie und gähnte herzhaft, wollte es gar nicht versuchen, zu unterdrücken.
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Re: Gefangenschaft

Beitrag von Erzähler » Montag 3. Januar 2011, 18:49

Der Orkwächter vermied es tunlichst, Janays Zimmer zu betreten. Die Abfuhr, die sie ihm am Vorabend erteilt hatte, verärgerte ihn noch immer. Er wollte sich keine zweite einfangen. Daher hämmerte er nur gegen die Tür, um sie durch das Klopfen und seine grollenden Rufe zu wecken. Sie musste sich fertig machen.
Der Kommandant würde bald im Hof erscheinen und wenn Janay dann nicht schon auf ihn wartete, gab es wieder Ärger. Ein Ork hatte oft Grund genug, sich zu ärgern. Er klopfte noch einmal heftig. Janay hatte auf ihn bisher nicht reagiert, obwohl er Geräusche aus dem Zimmer vernahm. Sie waren leise, für ihn nicht eindeutig bestimmbar. Vermutlich versuchte diese verdreckte Elfensklavin nun, sie zu wecken. Der Ork wartete.

Unterdessen wagte sich Talimée aus ihrem Versteck. Janay rief ihren Namen, wenn auch nuschelig und noch ziemlich verschlafen. Artig trat sie zum Bett. "Hier bin ich, Herrin." Sie sank auf die Knie, neigte den Kopf in solcher Demut, dass man nicht glauben mochte, dass sie am Abend zuvor noch so mutig nach einem Schlafplatz zu ihren Füßen gefragt hatte.
"Herrin, man wartet auf Euch. Ihr sollt doch in den Hof kommen. Steht auf und wascht Euch." Sie zeigte zu einer Kommode. Dort befanden sich Schüssel und Kanne. "Ich bin sofort zurück, Herrin." Talimée erhob sich. Die Decke legte sie über den Fußbereich des Bettes. Dann verließ sie auf nackten Sohlen das Zimmer. Von draußen konnte Janay den Ork knurren hören. Er beschimpfte die Sklavin, sie nicht rechtzeitig geweckt zu haben und drohte ihr mit Schlägen, wenn sie sich nun nicht eilte.
Doch Talimée bewies Schnelligkeit. Im Nu war sie mit einem vollen Wassereimer, Waschlappen, Seife und Handtuch zurück im Zimmer ihrer Herrin. Sie bereitete alles vor, damit sich Janay hier im Raum waschen konnte. Sie musste ja nicht erneut ein Bad nehmen und so würde die Kommode ausreichen. Derweil ging Talimée gehorsam ihren Pflichten nach. Janay musste nicht einmal den kleinen Finger krümmen. Die Waldelfe schüttelte Laken und Kissen aus, strich alles ordentlich, riss die Fenster für einen morgendlichen Luftzug auf, legte Janays Kleidung bereit und stellte wieder den Wandschirm auf.

Sie wartete, bis ihre Herrin gewaschen und angezogen war. Dann führte sie sie mit einem leisen "Mir nach, Herrin" aus dem Zimmer. Im Flur schloss sich der Orkwächter an, der hinter beiden Frauen her marschierte, als ging es zum Exerzierplatz.
Sie verließen die kosral'sche Festung, gelangten aber nicht gleich zum Stadttor, sondern machten im Hof halt. Unterwegs grunzte der Ork: "Der Kommandant befürwortet den Vorschlag, zwei Elfen als mutmaßliche Gefangene zu eskortieren. So fallt Ihr nicht sogleich auf und die Kleine hier kann Euch Annehmlichkeiten unterwegs bereiten. Das wirst du tun, verstanden, dreckiges Stück?!" Sein Brüllen ließ Talimée ängstlich zusammenzucken. Sie antwortete nur durch ein hastiges Nicken. Wie das möglich war, wenn man den Kopf eng und schützend zwischen die Schultern klemmte, blieb ein Rätsel.

Im Hof erwartete Janay ein gestriegelter Kommandant Véllin. Er trug seine golden glänzende Rüstung, hatte das Haar diszipliniert nach hinten gekämmt und stand strammer als die Gruppe dunkelelfischer Soldaten hinter ihm.
Er nickte Janay zu, als der Ork sie zusammen mit Talimée vor den Kommandanten führte. "Du siehst gut aus", grüßte er. "Zu schade, dass ich dich gestern nicht mehr hatte aufsuchen können. Wir … stecken ein wenig in Schwierigkeiten, doch das soll nicht deine Sorge sein. Deine Aufgabe ist klar?"
Er wartete keine Antwort ab, sondern gab sie selbst. Offenbar wollte er sichergehen, dass Janay ihre Mission verstanden hatte und kein Detail vergaß. "Du und diese kleine Sklavin hier, ihr seid Waldelfen, die von uns gefangen genommen und zur Steigerung der Moral unserer Armee in die Stille Ebene eskortiert werden sollen. Du wirst zu Pferd aufbrechen, solltest es aber aufgeben, nachdem das Menschenpack dich befreit hat. Unsere Spione berichten, dass Waldelfen morgerianische Pferde nicht unbedingt gern reiten." Er grinste, denn er kannte den Grund. Die morgerianischen Schlachtenpferde waren alles andere als zahme Tierchen. Es kam nicht selten vor, dass sie zum Spaß ihren Reiter abwarfen oder nach ihm schnappten. Auch sie waren zu mordenden Maschinen ausgebildet worden.
"Du wirst bei den Menschen ein wenig herum schnüffeln. Finde alles, was uns für einen Gegenschlag oder Hinterhalt nützlich sein kann. Sammle Informationen über ihre Waffen, Truppenstärke und Schwächen. Nimm keinen Kontakt zur dunklen Armee auf. Sobald du genug Informationen hast, kehrst du hierher nach Kosral zurück." Er zwinkerte boshaft. "Zurück zu mir, hehe. Spätestens in einem Monat aber solltest du uns eine Nachricht zukommen lassen. Über einen Boten, Brieftauben oder das verschreckte, kleine Ding hier, ist mir gleichgültig. In einem Monat. Solltest du den Menschen freiwillig oder unter Folter von unseren Plänen erzählen, werden wir dich töten. Und nun kannst du aufbrechen."

Er nickte einem der gerüsteten Dunkelelfen zu. Dieser ging zu einer großen Stalltür hinüber, öffnete sie und heraus wurden zwei schwarze Pferde geführt. Ihr Fell glänzte, darüber hing blutrotes Zaumzeug und die Sättel bestanden aus geschwärztem Leder. Die Satteltaschen hingen schwer zu beiden Seiten herunter. Sie mussten mit Proviant oder nötiger Ausrüstung für eine Reise durch den Neldoreth gefüllt sein. Hinter den Sättelt waren zusammengerollte Decken befestigt.
Die Pferde wurden zu Janay und Talimée geführt. Die Waldelfe keuchte ob der kaltblütigen Art der Tiere, welche warnend ihre Nüstern blähten. Auch die anderen Dunkelelfen erhielten nun ihre Rösser. Es waren allesamt schwarze Morgerianer, wild und blutrünstig. Zwei von ihnen waren vor einen kleinen Karren gespannt. Darin befanden sich Materialien für mindestens zwei Zelte.
"Reiht Euch zwischen uns ein, Herrin", sagte der befehlshabende Dunkelelf. Janay kannte ihn genau so wenig wie den Rest des Haufens. Er bestieg sein Pferd, bildete die Spitze der Kolonne. Die anderen Reiter scharten sich kreisförmig um Janay, Talimée und den Zeltkarren. Dann trotteten den Pferde über den Hof, die Wege entlang und auf das Stadttor von Kosral zu. Janay würde diesen wiedergeborenen Ort der Verderbtheit verlassen – begleitet von einer versklavten Elfe und einer Horde finsterer Gesellen ihres Volkes. Ob sie noch an Baron von Sonnenbergen und seinen Diener Pelkin dachte, die vermutlich weiterhin als Gefangene in den Verliesen der Stadt steckten?
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Re: Gefangenschaft

Beitrag von Janay » Montag 3. Januar 2011, 22:19

Dass der ungehobelte Kerl wenigstens draußen blieb und sie, abgesehen von diesem lauten Pochen, in Ruhe ließ, sorgte für ein Aufatmen ihrerseits. Etwas, worüber sie sehr froh und gleichzeitig auch erleichtert war, da sie schon befürchtet hatte, er würde herein stürmen oder jemand von ihresgleichen.
Doch somit hatte sie eine Schonfrist erhalten und nicht riskiert, dass die Sklavin in ihrem Bett entdeckt wurde. Was diese anscheinend auch nicht hatte riskieren wollen, so schnell, wie sie sich aus dem Staub gemacht hatte.
Janay hatte es nicht wirklich mitbekommen, sondern erst registriert, als sie nun saß, die Augen tatsächlich offen halten konnte und sich obendrein blinzelnd umsah nach der anderen.
Daran, dass sie drohte, zu spät zu kommen und Ärger zu riskieren, dachte sie bei weitem nicht. Woher hätte sie es auch ahnen sollen? Solch ein Typ, wie ihr Türwächter, konnte schließlich nichts anderes, als Krach zu machen, deswegen nahm sie den Nachdruck noch nicht sonderlich ernst.
Inzwischen reagierte endlich Talimée und zeigte sich. Durch die Erfahrung der letzten Jahre hatte sie es gelernt, selbst geringe Bewegungen ausmachen zu können, die ihre Aufmerksamkeit erregten. Ihr Kopf ruckte sofort zu der Ecke, in die sich die Sklavin verkrochen hatte und nun heraus kam.
Sie trat zu ihr ans Bett und die junge Frau nickte der anderen grüßend zu. Zu der Verbeugung hingegen sagte sie nichts, weder, um sie zu würdigen, noch, um sie zu verhindern. Einerseits schmeichelte es ihr natürlich und andererseits machte es sie verlegen, weil sie es nicht mehr gewohnt war.
Leise seufzte sie und grinste schief. "Ja, sie sollen ruhig warten.", bemerkte sie herausfordernd und zwinkerte der Sklavin verschwörerisch zu, auch wenn beiden klar wäre, dass sie sich diese Worte offiziell niemals würde erlauben dürfen, solange sie nicht in Sicherheit waren.
Danach schlüpfte die andere aus dem Raum und Janay streckte sich noch einmal, bevor sie notgedrungen die warme Decke verließ und aufstand. Am liebsten hätte sie sich noch einmal hingelegt und die Augen zugemacht, aber sie wusste, das würde ihr nicht mehr vergönnt sein. Zwar würde sie durchaus noch in Versuchung geraten, denn ihr Blick glitt bereits hinter sich, jedoch war Talimée viel zu schnell, als dass sie es wirklich tun könnte. Irgendwie bedauerlich...
Allerdings riss sie sich los notgedrungen von dem Bett los und wandte sich ihr zu. Sie schenkte ihr ein schmales Lächeln und kam der Aufforderung nach, sich zu reinigen bei dieser letzten Gelegenheit.
Wobei sie unaufgefordert die Seife sofort weiter reichte, nachdem sie mit ihr fertig war, und hoffte wirklich, dass sie dabei von der anderen bemerkt wurde. Und auch vom Wasser blieb ausreichend übrig, dass die Sklavin das ebenfalls machen konnte. Mit einem knappen, zustimmenden Nicken zeigte sie ihr noch einmal mit leichtem Nachdruck, dass sie das ruhig tun konnte, wozu sie ihr die Möglichkeit bot.
In der Zwischenzeit verschwand sie hinter dem Wandschirm und zog sich um. Das konnte sie, trotz des ungewohnten Kleides, noch immer selbst und somit verschaffte sie Talimée auch die nötigen Minuten.
Schließlich waren sie beide fertig und sie folgte der anderen hinaus. Innerlich wappnete sie sich schon vor allem möglichen, vor allem vor ungestümen körperlichen Zuneigungen seitens von Véllin, die wohl oder übel kommen würden.
Dass sich der Ork ihnen anschloss, hatte sie schon befürchtet und deswegen war es ihr auch egal.
Etwas anderes machte ihr mehr Sorgen. Das Kleid war in einem Stück, hatte schon einiges mehr an Stoff als ihre sonstigen Sachen und trotzdem hatte sie Angst davor, dass ihr nur zu schnell kalt werden würde. Am besten sollte sie noch dieses Thema ansprechen, bevor sie endgültig aufbrachen.
Der Weg war viel zu rasch vorbei und dann traten sie auch schon raus in die eisige Luft. Sofort schauderte sie und instinktiv umarmte sie sich selbst. Sie fröstelte jetzt schon und die Gänsehaut schien gar nicht mehr verschwinden zu wollen.
Was der Ork sagte, ließ sie fein schmunzeln. Hatte sie es also geschafft! Tja, so ganz unnütz konnte ihre Kreativität wohl doch nicht sein.
Sie wartete einen kurzen Moment ab, in welchem der Kerl nicht direkt zu ihnen sah, und warf der Sklavin einen flüchtigen, zufriedenen Blick zu. Also war ihre Vision korrekt gewesen.
Danach merkte man ihr bereits nichts mehr an, denn sie gelangten in den Hof und sie musste zwangsläufig ihre Aufmerksamkeit auf ihren sogenannten Onkel richten. Mit einiger inneren Mühe zauberte sie ein kokettes Lächeln auf die Lippen, als sie, etwas forscher als ihr zumute war, auf ihn zuging.
Wie er es erwarten würde, deutete sie einen Knicks an, um ihm ihren Respekt zu erweisen, obwohl sie alles andere als das fühlte. "Ich danke Euch, Hauptmann. Es ist nur... etwas frisch.", erwiderte sie und zog betont fröstelnd die Schultern eine Spur höher. "Was lediglich daran liegen kann, dass ich nicht mehr in Eurer Gegenwart sein kann.", fügte sie schmeichelnd hinzu.
Daraufhin nickte sie und warf einen hochmütigen Blick über die Schulter zu der anderen. "Mir ist alles klar und ich hoffe, das dumme Stück hat es ebenfalls begriffen. Ich fürchte nur, in diesem Aufzug wird sie nicht glaubwürdig sein.", seufzte sie theatralisch.
Daran hatte sie noch nicht denken oder dafür im Voraus sorgen können, weil es noch zu ungewiss gewesen war. Aber vermutlich würde Véllin ihr noch ein paar Dinge sagen wollen und somit sollte sie die Zeit dafür bekommen. In diesen Lumpen würde sie obendrein die Reise kaum überstehen können, ohne dass ihr etwas abfror.
Gehorsam wartete sie seine erneuten Erklärungen ab und miemte das Unschuldslamm, dass ihn noch immer kindlich verehrte. Sein Grinsen über die Bemerkung der verschiedenen Pferde quittierte sie mit einem leisen, verstohlenen Kichern, wenngleich sie selbst alles andere als eine Pferdenärrin war. Janay hatte schon Glück, wenn sie es schaffte, auf dem Rücken eines dieser Biester bleiben zu können, solange, wie es sein sollte.
Als er geendet hatte, deutete sie erneut einen artigen Knicks an und beugte sich eine Spur weiter vor als nötig, um ihm noch einen Blick in ihr Dekolleté zu schenken. "Ganz wie Ihr wünscht, Kommandant. Ich werde Euch nicht enttäuschen!", heuchelte sie Gehorsam und überkreuzte ihre Zehen heimlich in den Schuhen. Ein bisschen abergläubisch war sie eben auch.
Danach sah sie auf und musste ein unsicheres Schlucken unterdrücken, denn auch ihr waren diese Viecher alles andere als geheuer. Wenngleich sie nicht ganz so verschreckt war wie vermutlich Talimée. Nur konnte sie es sich lediglich ausmalen, nicht zu ihrer Begleiterin hinsehen, da es sie verraten hätte.
Jedoch, bevor sie es wagte, trat sie dicht an Véllin heran und streckte sich, um ihm noch etwas ins Ohr raunen zu können. "Ich werde mich beeilen und freue mich schon sehnsüchtig darauf, in deinen Armen liegen zu können."
Ihre Lippen streiften das bisschen Haut seines Halses, das die Rüstung freigab, während sie wieder zurück sank und dann mutig an das für sie bestimmte Pferd heran stieg. Es wollte nach ihr schnappen, um zu testen, wie sie reagieren würde.
Allerdings kannte sie solche Methoden von früher, wenn sie notgedrungen auch einmal in die Nähe solcher Biester hatte kommen müssen, und verpasste ihm sofort einen festen, dumpfen Schlag gegen den Hals.
Das Tier schnaubte unwillig, doch vorerst hatte sie sich Respekt verschafft, das war ihr klar. Man musste etwas gröber mit ihnen umgehen, damit sie einem nicht sofort auf der Nase herum tanzten.
Dann griff sie nach den Zügeln und dem hinteren Ende des Sattels, schob ihren linken Fuß in den Steigbügel und schwang sich hinauf. Nicht so geübt und elegant, wie sie sich für gewöhnlich bewegte, aber immerhin ausreichend, um ihr Ziel zu erreichen.
Sie nahm die Zügel fester auf, richtete den Rock ein wenig, soweit sie es von ihrer Position aus konnte, und drückte dem Vieh daraufhin die Fersen in die Flanke.
Es schnaubte erneut protestierend, gehorchte jedoch vorerst, sodass sie der Anweisung folgen und sich einreihen konnte. Sie ahnte, dass es ihr noch einige Schwierigkeiten würde bereiten wollen, allerdings jetzt hatte sie erst einmal die Oberhand gewonnen.
Danach ging es auch schon los mit ihrer Reihe.
Zwar hätte sie Talimée gerne zugenickt, um ihr ein wenig Mut machen zu können, doch das wäre aufgefallen. Somit unterließ die junge Frau es notgedrungen und warf nur noch einen letzten Blick zurück.
In der Tat glitten ihre Gedanken zu ihrem ehemaligen Gönner und seinem Diener. Sie hatte für sie versucht zu tun, was sie konnte, mit einem ungewissen Ausgang. Sofern der Zufall es nicht wollte, würde sie niemals erfahren, was aus ihnen geworden war.
Ein Grund mehr, diese Episode ihres Lebens aus ihrem Kopf zu verbannen und nach vorne zu sehen. Im wahrsten Sinne des Wortes...
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Re: Gefangenschaft

Beitrag von Erzähler » Dienstag 4. Januar 2011, 19:14

Dass es Janay außerhalb ihrer vier Wände doch zu kalt war, schien Véllin zu gefallen. Jedenfalls grinste er unverblümt. Den Blick richtete er auf ihr Dekolletée. Natürlich. Männer… Schließlich riss er sich aber von dem verführerischen Anblick los. "Für die Reise sollst du einen Umhang bekommen." Nach einem verachtenden Seufzen fügte er an: "Und die Sklavon auch. Gebt ihr Kleidung, damit beide wie Waldelfen aussehen. Die Hure soll jedoch ihren wahren Stand nicht vergessen."
Die Dunkelelfen machten deutlich, dass sie dies niemals zulassen würden. Sie zerrten Talimée von Janay fort und umringten sie, während einer von ihnen typische Waldelfenkleidung und zwei pelzbesetzte, gefütterte Umhänge brachte. Talimée musste sich vor versammelter Mannschaft umziehen, was die Dunkelelfen Pfeifen und vulgäre Sprüche ausstoßen ließ. Einige stimmten diese sogar auf Celcianisch an, dass die Sklavin es auch ja verstand. Niemand ahnte, dass sie des Leriums einigermaßen mächtig war.
Schließlich zerrte man sie ebenso unsanft wie schon zuvor zu Janay zurück. Talimée trug nun ein ebenso jadegrünes Gewand wie Janay. Ihres besaß zusätzlich eine Schärpe und an den Ärmeln wiesen schlichte Saumumschläge darauf hin, dass sie einen niedrigeren Rang bekleidete als die andere. Janay hatte unterdessen dafür gesorgt, dass der Kommandant nur mit halbherziger Aufmerksamkeit der Sklavin nachwetterte. Sein Blick klebte an Janays Körper und scheinbar tat es ihm doch ein wenig Leid, ihr aufgetragen zu haben, sämtliche Mittel für den Informationsgewinn einzusetzen.

Kurze Zeit später fanden sich beide Frauen von dunklen Reitern umringt in ihrer Kolonne wieder, die durch das Haupttor Kosrals und in den Neldoreth hinein ritt. Der Morgen war erst angebrochen, daher lag noch immer Nebel knapp über dem Boden. Der Wald zeigte sich zu dieser Jahreszeit von seiner eher düsteren Seite. Es würde noch einige Wochen dauern, bis sich erste Knospen an den kahlen Ästen bildeten, das Gras die wärmende Laubdecke des Vorjahres beiseiteschob und das Leben neu erwachte.
Die Gruppe setzte die Reise schweigend fort. Hin und wieder räusperte sich jemand oder gab ein Zeichen, in welche Richtung sie der weitere Weg führte, aber gesprochen wurde nicht wirklich. Nicht einmal Talimée wagte es, das Wort an Janay zu richten.
Die Reise gestaltete sich relativ ereignislos. Interessant war, dass ihnen hin und wieder kleine Spähtrupps der Dunkelelfen oder Orkpatrouillen begegneten. Sie bewegten sich am Rand des Reviers, suchten nach Spionen oder anderen Feinden. Es wurde vorgesorgt. Kosral sollte noch lange in der Hand des dunklen Volkes verbleiben. Und so wie Véllin es angedeutet hatte, sollten Städte des Ostens folgen, allen voran Pelgar.

An einem der Abende – die Gruppe war bereits zwei Tage und eine Nacht unterwegs gewesen – hockte Talimée plötzlich an Janays Feldbett. Die beiden Frauen teilten sich ein Zelt, dieses wurde jedoch stets von zwei Dunkelelfen bewacht, die sich vor dem Eingang positioniert hatten. Man fürchtete jedoch mehr, dass sich die Sklavin heimlich aus dem Staub machen könnte. Janay galt in den Augen ihresgleichen als eine vertrauenswürdige Person. Nun, zumindest soweit vertrauenswürdig wie man es unter Dunkelelfen eben erwarten konnte.

Es herrschte stille Nacht, doch der Mond zeigte sich heute so groß und rund, dass sein Licht durch die obere Zeltöffnung, die als Abzug für ein mögliches Lagerfeuer diente, ins Innere herein schien. Talimées Haut funkelte dadurch in mattem Goldschein, was ihr ein blasses Äußeres wie die Aura eines Geistes verlieh. Hätte sie langes Haar besessen und wäre es von Wind in Wallung gebracht worden, hätte man sie wirklich für einen Geist halten können.
"Herrin", wisperte sie nun schon zum dritten Mal, um Janay zu wecken. "Oh, Herrin, bitte hört mich an." Ihr Flüstern war das einzige, womit sie auf sich aufmerksam machte. Es war sehr leise, so dass sich Janay würde anstrengen müssen, sie zu verstehen. Die postierten Dunkelelfen hörten sie bestimmt nicht.
Die Elfe rückte ganz dicht an Janays Ohr. "Glaubt Ihr, meine Freunde und Verwandte könnten jemals wieder frei …?" Sie brach ab. Sie keuchte. Ihre Hand ruhte auf Janays Arm. Ihre Finger berührten ihre Haut und wieder keuchte sie. Talimées Augen begannen zu leuchten, matt weiß wie das Mondlicht. Hatte sie wieder eine Vision?
"Du wirst deinem Schicksal begegnen … Augen wie ein Sturm, blau wie das Meer … oder Tinte…" Keuchend kippte sie zur Seite. Das Licht in ihrem Blick schwand. Am Boden liegend, erregt oder erschreckt atmend, fragte sie: "Herrin, habt Ihr ihn auch gesehen? Diesen Elfen mit diesen schönen blauen Augen? Vielleicht habe ich geträumt."
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Re: Gefangenschaft

Beitrag von Janay » Dienstag 4. Januar 2011, 21:36

Das Grinsen des Kommandanten versuchte sie zu ignorieren und nicht daran zu denken, wie grob er werden konnte bei dieser einen Sache, die er von ihr noch fordern würde, würde sie ihm je wieder in die Finger geraten. Was sie tunlichst zu vermeiden gedachte, ebenso wie genauer sein Benehmen vor Augen zu haben, um ihre Rolle spielen zu können. Trotzdem gedachte sie es auszunutzen, dass er noch immer so versessen auf ihren Körper war.
Man konnte ja Janay einiges nachsagen, das sie nicht konnte, aber bei einem hatte sie ein unfehlbares Gespür und das nicht erst seit dem Verlassen Morgerias. Sie wusste, wie sie einem Kerl den Kopf gut genug verdrehen konnte, dass er sie so schnell nicht vergaß. Wobei sie leider umsonst hoffen würde, dass Véllin sie bald aus seinem Sinn gestrichen hätte. Wie trügerisch dieses Gefühl war, war ihr selbst klar, doch sonst hätte sie es vermutlich nicht geschafft, die leise schwelende Panik vor ihm zu unterdrücken.
Für seine angebliche Großzügigkeit, dass sie und auch die andere ausreichend Kleidung für dieses Wetter bekommen würden, quittierte sie mit einem umwerfenden Lächeln. Dabei säuselte lieblich:Ach, mein unvergleichlicher Kommandant, dieses Miststück soll es nicht wagen, Eure Langmut zu vergeuden. Es wird mir eine Freude sein, selbst dafür zu sorgen, dass sie den Moment nie vergessen würde, würde sie auch nur einen Gedanken an Rebellion hegen."
Wie bei einem Schwur verbeugte sie sich vor ihm mit der Hand über der Brust, als wäre sie einer seiner Ritter... und kreuzte in ihren Schuhen erneut heimlich die Zehen.
Zwar tat es ihr leid, dass sie es nicht geschafft hatte, dass Talimée das unbeobachtet machen konnte, allerdings wäre trotz allem dieses kurze Erlebnis ertragbar, solange sie dadurch besser gewärmt werden würde als durch ihre Fetzen.
Indes bemühte sie sich darum, ihr Gegenüber davon abzulenken und zu keiner Schandtat zu verleiten, außer was ihren eigenen Körper betraf, den er niemals bekommen würde, ohne es zu wissen.
Wirklich mustern konnte sie die Sklavin nicht, sondern nur im Augenwinkel wahrnehmen, dass sie halbwegs zufrieden mit der Ausführung ihres Wunsches sein konnte.
Danach waren sie aufgesessen und der Ritt hatte begonnen. Die junge Frau war recht zufrieden damit, zwar eingekreist zu sein, jedoch dennoch in Ruhe gelassen zu werden. Dadurch konnte sie sich auf ihr Pferd konzentrieren und sofort am Zügel zu ziehen, sollte es nur auf die Idee kommen, eine Dummheit begehen zu wollen. Gleichzeitig wusste sie sich in relativer Sicherheit und hoffte auch, dass Talimée ebenso unbehelligt von den Soldaten bleiben würde, wie sie es für sich erwartete. Immerhin war sie eine von ihnen, was diese Männer glaubten, und Véllin hatte ihnen wohl kaum gestattet, sie zu berühren. Bei der Sklavin hingegen war sie sich nicht ganz so sicher...
Den wärmenden Umhang hatte sie sich bereits um die Schultern legen lassen und als sie nun bei dem Gedanken an die unberechnbare Gewalt von Soldaten denken musste, der sie auch hätte ausgeliefert sein können, wenn sie weniger Glück gehabt hätte, fröstelte sie etwas stärker. Deswegen zog sie ihn eine Spur enger um ihren Körper, ohne einen Erfolg damit zu haben.

Am Abend tat ihr alles weh, vor allem ihre vier Buchstaben und sie war wirklich froh, dass sie sich in ein Bett legen konnte. Nicht einmal nach den ausdauerndsten Kunden hatte sie sich so schlapp gefühlt!
Trotzdem konnte sie nur schwer einschlafen, denn ihr Geist hingegen war viel zu wach.
Entsprechend schlapp fühlte sie sich am nächsten Tag und mehrmals drohte sie aus dem Sattel zu rutschen, weil sie einnickte. Diesmal an Leib und Seele erschöpft lag sie in dem Zelt und wollte nur noch schlafen.
Wäre da nicht Talimée gewesen, die plötzlich in ihrer direkten Nähe war und sie noch mal zurück in die Realität holte. Mehr oder weniger... Hatte sie schon geschlafen? Sie wusste es nicht, doch ihre Lider fühlten sich bleischwer an.
"Hm?", machte sie murrend und kaum verständlich. "Ich bin müde... lass mich schlafen...", brummte sie, drehte sich auf die andere Seite und fand dennoch keine Ruhe, da die Sklavin ihr diese nicht ließ.
Die Stimme und der warme Atem an ihrem Ohr störten sie eher nur soweit wie eine lästige Fliege und sie wollte weder darauf hören, noch sie länger von ihrem Schlaf abhalten lassen. Auf die Worte hätte sie sowieso nichts zu sagen gewusst.
Das Keuchen aber ließ sie überraschenderweise innehalten und ein wenig wacher werden. Als würde ihr Instinkt ahnen, was gerade vor sich ging, zwang sie ihre Lider in die Höhe und starrte in die Dunkelheit, um etwas erkennen zu können.
Talimée zeichnete sich zwar nur schemenhaft, dafür jedoch trotz allem deutlich genug ab, um in ihr Gesicht sehen zu können.
Die Hand auf ihrem Arm fühlte sich warm an und sie schob sie nicht weg. Bis sie plötzlich merkte, dass sie den Körperkontakt verlor und instinktiv zugriff. Dadurch bewahrte sie die andere vor dem eher unsanften Aufprall, der unweigerlich gefolgt wäre, hätte sie den gefrorenen Boden erwischt. Halten konnte sie die Sklavin zwar nicht, allerdings wenigstens sorgte sie so dafür, dass es weniger schmerzhaft werden konnte.
Absichernd warf sie einen Blick in Richtung des Eingangs, doch dort rührte sich nichts.
Dann sah sie wieder zu Talimée. "Was redest du da? Das Schicksal kann mit uns Katz und Maus spielen, das schon, aber es wird unter diesen Rittern keine Elfen geben." Davon war sie fest überzeugt, da sie diese Truppe allein für menschlich hielt. "Komm, du bist müde und erschöpft und ich bins auch. Lass uns weiter schlafen, morgen wird es wieder ein langer Ritt sein." Sie schnaubte leise, unwillig.
Wann wäre dieser blöde Weg endlich zu Ende?
Murrend drehte sie sich erneut auf die Seite und wollte nun wirklich zurück ins Traumland.
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Re: Gefangenschaft

Beitrag von Erzähler » Freitag 7. Januar 2011, 19:10

Talimée schüttelte den Kopf, um wieder einen klaren Gedanken fassen zu können. Sie starrte in die Dunkelheit, murmelte dann: "Danke, Herrin." Vorsichtig richtete sie sich neben Janays Feldbett in eine sitzende Position auf. Sie war nicht allzu hart gefallen, Janay hatte das verhindert. Aber irgendwie brummte ihr Schädel. Die Elfe versuchte, das zu ergründen, als die Bilder ihrer Vision als Erinnerung zu ihr zurückkehrten, zusammen mit Janays Worten.
Sie selbst kannte sich mit Pelgarern nicht aus und Ritter waren ihr nur ein Begriff aus Sagen und Legenden. Nie hatte sie wirklich einen dieser gerüsteten Männer gesehen, die angeblich für eine ganze Reihe von Tugenden kämpften. Aber auch sie bezweifelte, dass es Elfen unter ihnen gab. Ritter waren doch mehr etwas für Menschen.
"Ich habe ihn gesehen", sagte sie dennoch in die Nacht hinein. "Er hatte dunkles Haar und Augen wie die stürmische See. Und er wird noch wichtig für Euch sein, Herrin. Meine Visionen sind keine Träumerei."
Janays Schnauben ließ Talimée seufzen. Sie senkte den Kopf. Ihre Herrin war müde und sie belästigte sie. Den Grundgedanken, welcher sie ursprünglich aus dem Bett und zu Janay herüber geführt hatte, war bereits wieder vergessen. Daher hauchte sie ergeben: "Wie Ihr wünscht, Herrin. Erholsamen Schlaf." Schon schwand sie zu ihrem eigenen Bett zurück.

Die Nacht hätte nicht schneller vergehen können. Schon früh weckten die Soldaten Janay und ihre Sklavin, räumten das Lager zusammen und bildeten die Reiterformation, die sie schon beim Verlassen Kosrals eingenommen hatten.
Späher der Truppe kehrten im Laufe des Vormittages zu ihnen zurück. Man hatte die dunkle Armee über das geheime Spiel mit Spionin Janay informiert und nun erwarte man ihr Eintreffen. An der Front gäbe es ein paar Schwierigkeiten, der Angriff auf Pelgar setze sich aber wie gewohnt fort. Janay durfte sich eher davon ein Bild machen als sie vermutlich geahnt hatte.

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