Nächtlicher Besuch

In die Stadt gelangt man durch ein großes Portal, vor dem einst die Wachen gestanden haben mussten. Doch nun stehen hier Dunkelelfen Wache! Hütet euch, wenn ihr nicht zu ihnen gehört.
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Nächtlicher Besuch

Beitrag von Erzähler » Freitag 19. April 2019, 11:31

(Marga kommt von: Kurz vor Kosral)

Marga ritt auf Ragna, ihrer treuen Wargdame durch den Wald. Schnell hatten sie einen Weg erreicht, der vielleicht einst als offizielle Handelsroute genutzt worden war, doch heute diente sie als schaurige Allee, wo die Besatzer der Stadt ihre Trophäen zur Schau stellten. Links und Rechts des Weges waren Köpfe auf Pfählen aufgespießt. Manche der neueren stanken und Vögel bedienten sich noch an ihrem Fleisch, aber um so näher man dem Stadttor kam um so älter wurden sie. Bald zeigte sich mehr heller Knochen, als faserige Hautfetzen. Die frühsten Opfer der Besatzer waren wohl die einstigen Verteidiger der Stadt und um so weiter man sich von der Stadt entfernte, um so frischer waren die Schädel.
Als Marga auf den Weg einschwenkte, fiel ich auch auf, dass der ein oder andere Ork-Kopf hier thronte. Fast wäre sie an ihnen vorbei geritten, doch etwas ließ sie plötzlich scharf die Luft einziehen. Ragna war sofort stehen geblieben und hatte ebenfalls die Ohren flach angelegt. Margas Atem wollte ihr nicht recht gehorchen, aber das Gesicht, das dort links halb hinter ihr schon halb vom Knochen gerutscht war, dass kannte sie...!
Es war Samrock, vom Stamm der schwarzen Trüffelkeiler, der junge Wächter von
Orok. Vielleicht hatte seine graugrüne Haut hatte ihre Erinnerung an ihn wach gekitzelt.
Was hatte er nur getan, um hier zu landen? Er war tot und enthauptet worden. Wie war es da um Oroks Chancen bestellt? Ob ihr Verlobter noch lebte?
Marga hatte jedoch keine Möglichkeit lange zu verweilen denn vor ihr ragte schon das Haupttor der Stadt in den nächtlichen Himmel. Der Schein von wandernden Fackeln die sich der Mitte näherten, ließ erahnen, dass sie entdeckt worden war und schon hallte ein Ruf durch die Dunkelheit:
„HALT! - Name und Begehr!“
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Re: Nächtlicher Besuch

Beitrag von Marga » Freitag 26. April 2019, 19:07

Marga ließ Ragna in einem mäßigen Tempo auf die Stadt zulaufen. Sie fasste gelegentlich in ihre Handtasche und ließ die Fingerspitzen über die Pfeife gleiten. Sie konnte das Material nicht einordnen. Gelegentlich berührte ihre Hand auch den Tabakbeutel. Protho behauptete, sein Drache könne den Tabak aus weiter Entfernung riechen. Margas Plan war gewesen, einen Treffpunkt auszumachen, aber der Tabak-Plan war schlauer. So konnten sie überall gefunden werden.

„Außer man nimmt mir das Kraut weg.“, sagte Marga zu ihrem Warg. „Das dann wäre schlecht, aber nicht nur für mich.“

Sie stellte sich das wie eine Szene in einem Puppenspiel vor: Die Stadtmauer Kosrals war aus bemalten Holz, eine Handpuppe betrat die Szene von der Seite und paffte gemütlich Tabak. Von der anderen Seite kommt eine andere Handpuppe und fragt: „Hey, wo hast du den Tabak her?“
„Den habe ich von dieser Marga geklaut.“
„Gibst du mir was ab?“
„Gerne, hier.“
In der Zwischenzeit taucht der Kopf von Ignizors Puppe langsam hinter der Stadtmauer auf, aber die beiden im Vordergrund bemerken ihn nicht.
„Kannst du mir etwas Feuer geben?“
„Hast du kein eigenes?“
„Nein.“
Währendessen hatte sich Ignizors Puppe vollständig aufgerichtet und sagt: „Vielleicht kann ich behilflich sein?“ Die Handpuppen drehen sich um, erschrecken und rennen weg. Das wird dadurch erreicht, dass die Puppen auf der Stelle hoch und runter gehen und die hölzerne Stadtmauer unter ihnen bewegt wird. Ignizor spuckt einen Feuerball (ein orangener Holzball an einer dünnen Schnür), die den Tabak-Dieb am Hintern trifft, der erschreckt hochspringt und weiter rennt.

Während Marga darüber nachdachte, wie die Szene weiterging, erreichten sie die Hauptstraße. Der Geruch weckte sie aus ihren infantilen Überlegungen. In der Welt der Erwachsenen hatte es jemand für eine reizende Idee gehalten, die aufgespießten Köpfe von Feinden zur Schau zu stellen.

Marga zog ein Tuch aus ihrer Tasche und hielt es sich vor die Nase. Auf halben Weg zur Stadt machte Ragna einen kurzen Laut und ihr Frauchen schaute sich um. Zwischen den blanken Schädeln war ein halb-frischer Kopf, den sie kannte. Es war Samrock, ein junger Ork vom Stamm der Trüffelkeiler. Er und Marga hatten ihre Differenzen gehabt – er war sogar einmal soweit gegangen, Marga vorzuwerfen, dass sie Elfen mehr mochte als Orks, nur weil sie Eilmanas Flucht ermöglicht hatte. Aber er hatte die Flüchtenden nicht verpfiffen. „Das hast du nicht verdient.“, flüsterte Marga. Sie stieg ab. Sie hatte das Bedürfnis, zurück in den Wald zu gehen und Blumen zu sammeln. Sie könnte einen Kranz flechten und ihn vor Samrocks Haupt platzieren. Ein Zeichen für die Würde des Toten und des Trotzes der Lebendigen. Weltbewegend? Nein. Kriegsentscheidend? Nein. Zweckmäßig? Nicht einmal das. Und genau deswegen eine starke Geste. Aber sie kam ihrem Verlangen nicht nach, denn sie war in Sichtweite der Stadtmauer. Vermutlich hatten neugierige Augen sie schon entdeckt. Seit sie abgestiegen war, waren nur wenige Augenblicke vergangen. Sie schritt in Richtung Stadt – Ragna neben sich. Als sie nah genug war, rief man ihr etwas zu. Sie trat selbstbewusst in den Lichtschein der Fackeln, präsentierte sich selbst und ihr Reittier.

„Ich bin Mar-Ga! Ich diene meinem Meister Farnacos. Er hat mich hierher geschickt.“

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Re: Nächtlicher Besuch

Beitrag von Erzähler » Donnerstag 2. Mai 2019, 18:41

„HALT! - Name und Begehr!“
Marga trat selbstbewusst in den Lichtschein der Fackeln, präsentierte sich selbst und ihr Reittier.
„Ich bin Mar-Ga! Ich diene meinem Meister Farnacos. Er hat mich hierher geschickt.“
Sie hörte eine andere Stimme als die erste:
"Farnakos? Sollte der nicht längst wieder hier sein?"
"Schickt wohl seine Dienerin voraus, der Schwächling."
"Seit wann hat einer wie der Diener?"
"Mir doch egal. Sie sieht reif aus. Lass sie rein."

Sie hattens ich leiser unterhalten, aber nicht leise genug und Marga verstand sowieso nicht alles. Die erste Stimme erklang weiter:
"Mar Ga! Sprichst du kein Krzner? Ach egal. Komm rein. Bring dein Tier in den Stall und meld dich dann beim Kommandanten."
Im nächsten Augenblick knarrte etwas hinter dem Stadttor und die beiden großen Flügel setzten sich in Bewegung. Das erste was Marga erblickte waren die flackernden Öllaternen die die Hauptstraße auch in der Nacht erleuchteten. Direkt dahinter öffnete sich der Blick auf eine anscheinden nicht schlafen wollende Stadt. In erster Linie sah sie Orks. Aber hier und da huschten auch deutlich kleinere Gestallten umher und auch Menschen und Elfen wurden an Ketten herum geschäucht. Das beindruckenste Wesen gedoch trat nach dem Öffnen der Türen hinter eben jenen seitlich hervor und machte dann Marga mit einem Kopfnicken platz. Noch nie hatte sie für eine Berüßung so weit nach oben schauen müssen! Der Bauch war das erste was sie sah. Das Gesicht fand sie erst in 3,20m Höhe!
Der Riesentroll grinste und präsentierte eine Reihe gräulicher stumpfer Zähne, mit dem man bestimmt auch Steine zerkleinern könnte. Auf seinem platten Schädel wuschsen tatsächlich ein paar feine langstielige Pilze hinter seinen kleinen Ohren und als Marga noch etwas näher kam stieg ihr der süßlich beißende Geruch von verwesendem Fleisch in die Nase. Seine Haut erschien im Schein der Lampen grundsätzlich Grau, jedoch hatte er blaue Flecken wie eine Kuh. Einer dieser Flecken teilte seinen Schädel in zwei Hälften, was ihn etwas schräg wirken ließ. Seine enorme Nase blähte sich, als Marga an ihm vorbei ging und er nießte feucht. Er murmelte etwas in seinen löchrigen schwarzen Bart, der ihm viereckig vom Kinn hing wie ein Lätzchen und krabbelten da Maden drin herum? Besser nicht zu genau hinschauen.
"Feuer... mieft altes Feuer..."
, murmelte er in einer Sprache die sich anhörte, als hätter er die Buschstaben zerkaut und seine Stirn runzelte sich, als verstünde er seine eigenen Worte nicht. Er zuckte mit den breiten Schultern und schloss dann das Stadttor hinter Marga.
So.
Drin war sie schon mal.
Wo war der Stall?
Wo der Kommandant?
Wo könnten sie Orok gefangen halten?
Hinter dem Troll führte eine Treppe auf den Wehrgang hinauf und dort oben standen die zwei Orks die sie gehört hatte. Beide schimmerten grünlich und sahen auch in ihren Frisuren recht ähnlich. Glatze war hier anscheinend grade Mode. In ihren Augenfarben unterschieden sie sich. Der eine hatte rote, der andere braune Iriden. Der, der sie anscheinend als erster von der Mauer angesprochen hatte hob nun die Hand und meinte:
"Wenn ferig bist lad ich dich auf einen Krug in der Schenke ein! Komm in einer Stunde her, da hab ich Wachwechsel. Ich sorg dafür, dass du deinen Herrn nicht vermisst."
Der andere lachte und der Erste stimmte mit ein. Sie hielten sich anscheinend für unwiederstehlich. Die Kleidung, bzw. Rüstung der beiden, wie auch von jedem anderen Wesen das der dunklen Armee angehörte, war hier in freundliches Schwarz gehalten. Einige Ausnahme waren matt gelbe, eher schmutzig Goldene Abzeichen, die wohl für die Einheiten Kosrals standen, sie aber mit Stolz trugen.

Die nähere Stadt wirkte merkwürdig aufgeräumt. Die Wände der Häuser waren sauber und kaum wuchs irgendwo eine Ranke mal über ein Stein. Margas Sicht hob sich über die ansteigende Straßen und die Dächer und gewann einen Überblick. Die Hauptstraße führte auf einen Park zu der voller Säulen und Bögen gesäumt wurde. Doch es gab noch mehr zu sehen. Hier schien das Wohnviertel an die Stadtmauer zu grenzen, doch auch größere Gebäude wie eine Markthalle, eine Taverne mit dem Schild „Ruhender Pilger“ und eine entfernte Festung waren zu erahnen. Immer wieder glitzerten Fackeln und Lampen in der Dunkelheit, nur ein kleiner Teil der Stadt lag in absoluter Finsternis, gleich einem blinden Fleck, den das Auge verbergen wollte. Dort wohl lag? Warum ging dort niemand lang?

Wohin lenkte Marga ihren Weg?
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Re: Nächtlicher Besuch

Beitrag von Marga » Sonntag 23. Juni 2019, 16:42

Der Name Farnacos öffnete ihr das Tor der Stadt, aber sie hatte nicht das Gefühl, dass der Dunklelf hier besonders beliebt oder gefürchtet war. Ihre Anwesenheit wurde geduldet, aber man gab ihr sofort Anweisungen, als würde sie sich hier auskennen.

Das erste Zeichen, dass sie nicht von hier stammte, war ihre Reaktion auf die riesige Gestalt, die das Tor für die Neuankömmlinge öffnete. Mit großen Augen stand Marga da, drehte den Kopf nach oben, drehte ihn weiter und weiter und weiter, bis sie die das Gesicht des Hühnen sehen konnte. „Danke... Großer.“, sagte sie kleinlaut und höflich. Er lächelte. Wegen Margas Worten oder einfach nur so, das konnte Marga nicht sagen. Er sah nicht besonders helle aus und auch nicht gesund und seine Worte waren schwer verständlich.

Marga fragte sich, ob Kosral nicht mal einen Heiler entbehren konnte, um den Riesen wieder in Form zu bringen. Aber dann erinnerte sie sich, dass die dunkle Seite über Nekromantie verfügte. Tod war also nicht gleich Verlust von Arbeitskraft. Die Menkin schauderte.

Die Leute die in der Stadt unterwegs waren, konnte man einteilen in Besatzer und Sklaven. Auch das ließ Marga schaudern. Es hat ihr schon weh getan, nichts für die Gefangenen von Farnacos tun zu können, und jetzt hatte sie deren endgültiges Schicksal vor Augen.

Sie schloss die Augenlider und atmete tief durch. Sie musste sich auf ihr Ziel konzentrieren. Aber sie wusste nicht einmal, wo sie anfangen sollte. Sie kannte diese Stadt nicht und hatte nicht genug Zeit, sie auf eigene Faust zu erforschen. In diesem Moment wurde sie von den Orks auf der Mauer angemacht. Sie schluckte ihren Stolz herunter, drehte sich zu ihnen und sprang die ersten paar Treppenstufen hoch, bis sie auf halber Höhe war.

„Du wissen genau, dass mein Meister mich für so etwas auspeitschen würde.“, sagte sie ernst zu seinem schmierigen Angebot. Dann fügte sie jedoch hinzu:

„Wartet ein paar Wochen und er verliert die Lust an mir. Dann kann ich mich erkenntlich zeigen bei denen, die Manns genug waren, mir den Weg zu weisen, als ich neu war in Stadt.“

Riskantes Spiel, was Marga hier abzog. Aber was war die Alternative? Wenn sie Ragna nicht ordnungsgemäß zum Stall brachte, würden hunderte Fußgänger bemerken, dass sie nicht hierher gehörte. Es brauchte nur einen Offizier oder einen Spitzel darunter, um ihr einen Strick daraus zu drehen.

Sie musste wissen, wo der Stall war und ob es Straßen gab, die ihr verboten waren. Wenn sich die Gelegenheit ergab, würde sie auch einmal auf das abgedunkelte Viertel zeigen und fragen: „Meinst du da?“, damit der Typ sie verbesserte und erklärte, was da wirklich war.

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Re: Nächtlicher Besuch

Beitrag von Erzähler » Dienstag 25. Juni 2019, 18:43

Auch wenn der Riesentroll am Tor echt widerlich stank, so schien er bei genauerem Hinsehen jedoch nicht wirklich krank zu sein. Eine Wäsche hätte er dringend nötig und jemanden der ihm die Haare/Pilze schnitt, aber sonst schien er stark, gesund und rund herum zufrieden.
„Danke... Großer.“
Auf diese einfachen Worte hin, wurden seine kleinen Augen etwas größer:
„Aye! Name Gro Ssaar. Du Wissende!“
Er grinste jetzt noch etwas breiter, so dass man noch mehr von seinen riesigen Zähnen sehen konnte, was nicht unbedingt ein beruhigender Anblick war. Mit diesem Maul konnte er leicht jemandem den Kopf abbeißen.
Dann mischten sich auch leider schon die wachhabenden Orks ein und Marga wurde von der Mauer herunter angemacht. Sie schluckte ihren Stolz herunter, drehte sich zu ihnen und sprang die ersten paar Treppenstufen hoch, bis sie auf halber Höhe war. Der rotäugige Ork rieb sich schon freudig die Hände.
„Du wissen genau, dass mein Meister mich für so etwas auspeitschen würde.“
, sagte sie ernst zu seinem schmierigen Angebot. Er schob die wulstige Unterlippe vor, was einem Schmollen gleich kam. Dann fügte sie jedoch hinzu:
„Wartet ein paar Wochen und er verliert die Lust an mir. Dann kann ich mich erkenntlich zeigen bei denen, die Manns genug waren, mir den Weg zu weisen, als ich neu war in Stadt.“
Rotauge sah seine Chancen schwinden und ließ die Schultern hängen. Braunauge schien auch etwas verärgert, aber verließ seinen Posten nicht, auch wenn er sich das Schäferstündchen sicher schon bildlich in seinem breiten Schädel schon ausgemalt hatte, so wie er guckte.
Es war ein riskantes Spiel, was Marga hier abzog. Aber was war die Alternative? Wenn sie Ragna nicht ordnungsgemäß zum Stall brachte, würden hunderte Fußgänger bemerken, dass sie nicht hierher gehörte. Es brauchte nur einen Offizier oder einen Spitzel darunter, um ihr einen Strick daraus zu drehen. Sie musste wissen, wo der Stall war und ob es Straßen gab, die ihr verboten waren. Sie zeigte auf das abgedunkelte Viertel und fragte:
„Meinst du da?“
, damit der Typ sie verbesserte und erklärte, was da wirklich war. Rotauge sprang sogar drauf an:
"Oh, nein. Da gehst du Süße lieber nicht lang. Da spukt es!"
Beim den letzten drei Wörtern hatte er die Augen weit geöffnet, die Brauen sorgenvoll gehoben und beide Hände abwehrend gehoben! Dann wies er eifrig auf die Hauptstraße und meinte:
"Geh da lang und an der dritten Kreuzung rechts."
"Nein, sie muss links."
, meinte der Braunäugige.
"Sicher? Da geht’s doch zur Markthalle."
"Dummkopf! Die liegt weiter hinten. Sie muss links."
Jetzt standen beide vor ihr und der der meinte, sie müsse nach links, der zeigte nach rechts und der der wollte, dass sie den rechten Weg beschritt, der zeigte nach links. Wenigstens hatte sie jetzt eine grobe Beschreibung und eine 50/50 Chance die Stallungen auf Anhieb zu finden und wenigstens waren sie sich bei der dritten Kreuzung einig.
Marga verabschiedete sich und der Riesentroll, der noch immer am Tor stand, sah ihr eine Weile hinterher. Während sie sich entfernte, hörte sie in ihrem Rücken, wie einer der Orks rief:
„He! Wo willst du hin? Du musst doch das Tor öffnen, wenn jemand kommt!“
„Selber.“
Dann folgte ihr ein enormer Schatten. Vielleicht versuchte er unauffällig zu sein, aber das funktionierte bei seiner Größe nicht. Das ganze hatte auch etwas für sich, denn niemand sprach sie an.
Kurz nach der zweiten Kreuzung kam sie an einer Taverne vorbei. Ein Schild baumelte nur noch an einer von ursprünglich zwei Ketten und hieß sie: **Ruhender Pilger**. Von drinnen erklang lautes Gelächter und kurz darauf wurde ein Menschenmann ihr von drinnen vor die Füße geschubst. Sie blieb unwillkürlich stehen und wich schon zur Seite aus. Der Kerl trug keine Hose mehr nur noch seinen Lendenschutz unten herum, aber Hemd und Weste dafür um die Schultern. Der Ork der hinter ihm die Taverne verließ lachte noch immer und hatte die vermisste Hose als Lätzchen um den Hals gewickelt um im Nacken verknotet. Der Teil, der unter seinem Doppelkinn hing, war mit Essensresten besudelt und schützte so seine Rüstung. Er grölte:
"...und das will ein Koch sein! HAHAHAhaahaa!"
Dann sah er Marga an und sein Gesicht entglitt.
"Wooohhhohin des Weges schöne Dame?! Willst du nicht..."
Weiter sprach er nicht, denn plötzlich überschattete ihn etwas, bzw. jemand. Gro Ssaar stand hinter Marga. Marga war sich seiner die ganze Zeit bewusst gewesen und auch Ragnas Nase zuckte immer wieder, wenn er näher kam, aber jetzt gerade war er vielleicht ganz willkommen. Mit den Worten:
"Mar Ga, Stall!"
berührte eine seiner monströs großen Hände sie vorsichtig im Rücken und schob sie weiter, während er zurück blieb und sich zwischen sie und dem Hosenlatz-Ork positionierte. Gro wies mit einem Arm auf die linke Seite der nächsten Kreuzung, während er dem Ork weiter den Weg versperrte.
„Mar ga, Wissende! Nicht für dich! Weiter gehen! Da lang!“
, wies er den Ork grimmig an und dieser „trollte“ sich tatsächlich, wenn auch etwas irritiert drein schauend. Dann nahm Gro wieder Mar Ga's Verfolgung auf.

(weiter bei: Die Stallungen)
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